P. 1
Philip K. Dick - Und jenseits - das Wobb

Philip K. Dick - Und jenseits - das Wobb

|Views: 291|Likes:
Published by egjohnsmith

More info:

Published by: egjohnsmith on May 06, 2012
Copyright:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

07/31/2015

pdf

text

original

Philip K. Dick ist der Metaphysiker unter den SF-Autoren. Er hat so ziemlich alle philosophischen und theologischen Grundprobleme – von der Erkenntniskritik (Ist unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit wirklich wirklich?) über die ewigen Fragen der Menschheit (Was können wir wissen? Was sollen wir tun? Was dürfen wir hoffen?) bis zur politischen Ethik in spannende Handlung gebracht. Seine Sämtlichen Erzählungen können auch wie ein Kompendium der angewandten Philosophie gelesen werden.

»Seit über 20 Jahren bin ich leidenschaftlicher PKD-Fan. Ich sehe ihn als einen großen Schriftsteller des 21. Jahrhunderts, einen einflußreichen LiteratenPhilosophen des Quanten-Zeitalters.« Timothy Leary »Philip K. Dick ist für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts das, was Franz Kafka für die erste war.« Art Spiegelman »Dick hat die Methode erfunden, wie mit den Mitteln des Kitsches das auszudrücken ist, was allen Kitsch transzendiert: das Drama des existentiellen Rätsels… Gemessen an Dicks schwarzem Pessimismus erscheint Schopenhauers Weltanschauung als helle Freude am Leben.«

Stanislaw Lem

PHILIP K. DICK

Und jenseits – das Wobb
Sämtliche SF-Geschichten Band 1

Aus dem Amerikanischen von Walter Grossbein HAFFMANS VERLAG BEI ZWEITAUSENDEINS

Diese Ausgabe folgt der amerikanischen Originalausgabe »The Collected Stories of Philip K. Dick« in 5 volumes: Volume 1: »Beyond Lies the Wubb«; Volume 2: »Second Variety«; Volume 3: »The Father-Thing«; Volume 4: »The Days of Perky Pat«; Volume 5: »The Little Black Box«; Underwood-Miller, Los Angeles. Copyright © 1987 The Estate of Philip Dick, c/o Baror International, Inc. Armonk, NY, USA. Die erste deutsche Gesamtausgabe erschien in 10 Bänden im Haffmans Verlag, Zürich 1993-2001. Gesamtredaktion von Heiko Arntz.

1. Auflage, Januar 2008 Copyright © 2008 Zweitausendeins, Postfach, D-603 81 Frankfurt am Main. Umschlag, Produktion und Gestaltung von Urs Jakob, Werkstatt im Grünen Winkel, CH-8400 Winterthur. Herstellung: Ebner & Spiegel, Ulm. Printed in Germany. Dieses Buch gibt es nur bei Zweitausendeins im Versand, Postfach, D-60.381 Frankfurt am Main, Telefon 069-420 8000, Fax 069-415003. ISBN 978-3-86150-808-7

Inhalt

Stabilität

(Stability)
Roog

(Roog)
Die kleine Bewegung

(The Little Movement)
Und jenseits – das Wobb

(Beyond Lies the Wubb)
Die Kanone

(The Gun)
Der Schädel

(The Skull)
Die Verteidiger

(The Defenders)

Mr. Raumschiff

(Mr. Spaceship)
Pfeifer im Wald

(Piper in the Woods)
Die Unendlichen

(The Infinites)
Die Bewahrungsmaschine

(The Preserving Machine)
Entbehrlich

(Expendable)
Der variable Mann

(The Variable Man)
Der unermüdliche Frosch

(The Indefatigable Frog)
Die Kristallgruft

(The Crystal Crypt)
Das kurze glückliche Leben des braunen Halbschuhs

(The Short Happy Life of the Brown Oxford)
Der Erbauer

(The Builder)
Eindringling

(Meddler)
Zahltag

(Paycheck)
Der Große C

(The Great C)
Draußen im Garten

(Out in the Garden)
Der König der Elfen

(The King of the Elves)
Kolonie

(Colony)
Beutestück

(Prize Ship)
Nanny

(Nanny)
Nach- und Hinweise

Und jenseits – das Wobb

Stabilität

Langsam breitete Robert Benton seine Flügel aus, schlug mehrmals damit und segelte majestätisch vom Dach und in die Dunkelheit. Sofort wurde er von der Nacht verschluckt. Unter ihm machten Hunderte winziger Lichtpunkte andere Dächer kenntlich, von denen andere Personen flogen. Dicht bei ihm schwebte eine violette Gestalt, die dann ins Schwarze entschwand. Doch Benton befand sich in einer anderen Art von Stimmung, und der Gedanke an nächtliche Wettflüge verlockte ihn nicht. Die violette Gestalt näherte sich abermals und winkte einladend. Benton lehnte ab, kurvte aufwärts. Nach einer Weile flog er in gleichbleibender Höhe weiter und ließ sich dahintreiben auf

Luftströmungen, die heraufkamen von der Stadt unter ihm, der Stadt des Lichts. Ein wunderbares, erhebendes Gefühl durchströmte ihn. Er ließ seine mächtigen, weißen Schwingen zusammenklatschen und warf sich in wilder Freude in die vorübertreibenden Wölkchen, tauchte in Richtung des unsichtbaren Bodens der enormen schwarzen Mulde, in der er flog, und sank schließlich auf die Lichter der Stadt zu, denn seine Mußezeit näherte sich ihrem Ende. Von irgendwo tief unten zwinkerte ihm ein Licht zu, das heller war als die anderen: das Amt für Kontrolle. Mit seinem Körper zielend wie mit einem Pfeil, die weißen Flügel über sich gefaltet, hielt er darauf zu. Hinab ging’s, gerade und sicher. Kaum dreißig Meter von dem Licht entfernt breitete er seine Schwingen aus, ließ sich abfangen von der festen Luft um ihn her und landete sacht auf einem ebenen Dach. Benton ging, bis ein Leitlicht aufleuchtete, dessen Strahl ihm den Weg zur Eingangstür wies. Auf den Druck seiner Fingerspitzen hin glitt die Tür zurück, und er trat hindurch. Sofort begann er zu

sinken, schoß mit zunehmender Geschwindigkeit in die Tiefe. Der kleine Fahrstuhl stoppte plötzlich, und Benton trat hinaus in das Hauptbüro des Controllers. »Hallo«, sagte der Controller, »nehmen Sie Ihre Flügel ab und setzen Sie sich.« Benton tat es. Säuberlich faltete er seine Flügel und hängte sie an einen der kleinen Haken an der Wand. Dann wählte er den besten Stuhl in Sichtweite aus und ging darauf zu. »Ah.« Der Controller lächelte. »Sie schätzen Bequemlichkeit.« »Nun«, antwortete Benton, »sie nicht zu nutzen, wäre Verschwendung.« Der Controller sah an seinem Besucher vorbei und durch die transparenten Kunststoffwände. Dahinter befanden sich die größten einzelnen Räume in der Lichterstadt. Sie reichten so weit, wie seine Augen sehen konnten, und weiter. Jeder war – »Weshalb wollten Sie mich sprechen?« unterbrach ihn Benton. Der Controller hustete und raschelte mit ein paar Metallpapierbögen. »Wie Sie wissen«, begann er, »lautete die

Parole Stabilität. Die Zivilisation ist seit Jahrhunderten im Aufstieg begriffen, vor allem seit dem 25. Jahrhundert. Es ist jedoch ein Naturgesetz, daß die Zivilisation entweder voranschreiten oder aber zurückfallen muß; stillstehen kann sie nicht.« »Das weiß ich«, sagte Benton verwundert. »Ich kenne auch das Einmaleins. Wollen Sie mir das auch noch erklären?« Der Controller ignorierte ihn. »Dieses Gesetz haben wir jedoch gebrochen. Vor hundert Jahren -« Vor hundert Jahren! So weit schien es noch gar nicht zurückzuliegen, daß Eric Freidenburg von den Staaten des Freien Deutschlands sich in der Internationalen Ratskammer erhoben hatte, um den versammelten Delegierten zu verkünden, daß die Menschheit endlich ihren Gipfel erreicht habe. Weiterer Fortschritt sei unmöglich. In den letzten paar Jahren waren nur zwei bedeutende Erfindungen eingereicht worden. Danach hatten sie alle die großen Diagramme verfolgt, hatten gesehen, wie die Kurven, entsprechend ihren Quadraten, tiefer und tiefer strebten, bis sie ins Nichts tauchten. Der

mächtige Quell menschlichen Erfindungsreichtums war ausgetrocknet; und dann war Eric aufgestanden und hatte gesagt, was jeder wußte, jedoch nicht auszusprechen wagte. Natürlich: Da es auf formelle Weise kundgetan worden war, würde der Rat sich mit dem Problem beschäftigen müssen. Es gab drei Lösungsvorschläge. Einer von ihnen erschien humaner als die beiden anderen. Diese Lösung wurde schließlich angenommen. Sie lautete – Stabilisierung! Als die Menschen zuerst davon hörten, entstand große Unruhe, und in vielen Städten gab es Massenaufstände. Es gab auch einen Börsenkrach, und in vielen Ländern geriet die Wirtschaft völlig außer Kontrolle. Die Lebensmittelpreise stiegen, und die Massen hungerten. Krieg brach aus… zum erstenmal seit dreihundert Jahren! Aber die Stabilisierung hatte eingesetzt. Dissidenten wurden vernichtet, Radikale deportiert. Es war hart und grausam, schien jedoch der einzige Weg zu sein. Am Ende geriet die Welt in einen Zustand der Erstarrung: ein kontrollierter Staat, in dem es keine

»nehmen Sie’s nicht so schwer. wie er zusammenzuckte.Veränderung geben konnte. fünfzehn Jahre dauernde Erziehung zuteil.« Er beobachtete Benton. nun«. es gibt anderes zu tun. um sicherzugehen. wie seine Hände zitterten. sah. Schließlich droht Ihnen doch nicht der Karren!« Doch Benton starrte nur vor sich hin. Allen Jugendlichen wurde eine intensive. wie aus seinem Gesicht das Blut entwich. weshalb wir Ihre Erfindung nicht zur praktischen Anwendung bringen können«. Schließlich . sagte der Controller erklärend zu Benton. um zu testen. »Tut mir leid. rückfällig zu werden. Erfindungen wurden vom Amt für Kontrolle inspiziert. Alljährlich unterzog sich jeder Bewohner einer schwierigen. daß sie die Stabilität nicht gefährden konnten. »Nun. Wer mit den anderen nicht mithalten konnte. weder vorwärts noch rückwärts. verschwand ganz einfach. Sofern das jedoch nicht sicher war – »Und das ist der Grund dafür. wochenlangen Untersuchung. sagte er freundlich. ob er nicht im Begriff war.

sagte er. unterzeichnet haben! Sie haben mir das Modell überreicht!« Er starrte Benton an. »und an den entsprechenden Stellen Ihre Fingerabdrücke. Der Controller hob den zylindrischen Gegenstand heraus und reichte ihn Benton. Dann drückte er auf eine Taste auf seinem Schreibtisch und sagte in einen kleinen Kreis aus Licht: »Schicken Sir mir bitte die Information unter der Nummer 34. wie Sie die Erklärung. wovon Sie reden.« »Keine Erfindung!« rief der Controller aus. daß es Ihr Patent sei.« Benommen öffnete Benton das Röhrchen und . Nur Sie selbst können sie gemacht haben. als Sie sie eingereicht haben! Ich habe gesehen. und dann erschien in dem Lichtkreis ein Röhrchen.500-D herauf. »Aber ich war doch hier an dem Tag. Ich weiß überhaupt nicht. »Sie werden dort Ihre unterschriebene Erklärung finden«.« Ein Augenblick verging.sagte er: »Aber verstehen Sie denn nicht: Ich habe gar keine Erfindung gemacht.

Das einzige. schob sie langsam wieder hinein und gab das Röhrchen dem Controller zurück. sagte er langsam. was ich Ihnen sagen kann. »das ist meine Handschrift. werden Sie sich hinunterbegeben müssen zu den Büros. »Wissen Sie das nicht?« Benton schüttelte den Kopf. Auseinandersetzen müssen Sie sich mit denen. sagte er. daß die Pläne. und das sind sicherlich meine Fingerabdrücke. Während sich hinter ihm die Tür . »Nein. und ich bin nie zuvor hier gewesen! Was für eine Erfindung ist das?« »Was das ist?« wiederholte der Controller verblüfft. Er studierte sie einige Sekunden lang. ich weiß es nicht«. Ich bin nur ein Sprecher. »Nun. und er ging durch sie hindurch in die Kontrollbüros. die Sie uns geschickt haben. ist. »Ja«. ich habe in meinem Leben nicht eine einzige Sache erfunden. wenn Sie es herausfinden wollen.nahm die Papiere heraus. vom Kontrollkomitee abgelehnt worden sind.« Benton stand auf und ging zur Tür. Genau wie die andere öffnete sich auch diese auf seine bloße Berührung. Aber ich verstehe nicht.

Die Maschinen wurden mit Unmengen von Karten gespeist. hatte einen Namen: Stabilität! . antwortete Benton und ging weiter. aber Sie kennen die Strafe für die Störung der Stabilität!« »Ich fürchte. deren reibungsloser Betrieb Tag für Tag unzählige Dollars kostete. legten Karten ab. behaglichen Rauschen.schloß. dem Getippe der Schreibmaschinen und dem Stimmengewirr. von dem Summen der Maschinen. auf dem er stand. starrte er hinunter. die sich unaufhörlich veränderten. füllten Tabellen aus. tippten Informationsbögen voll. Die Büros waren gigantisch. An den Wänden sah man riesige Diagramme. was miteinander verschmolz zu einem ruhigen. effizienten Maschinen. denn dort arbeiteten Hunderte von Männern und Frauen an surrenden. Die Luft selbst schien belebt von der ernsthaften Geschäftigkeit. was Sie im Schilde führen. Und diese gewaltige Maschine. dechiffrierten Botschaften. Von dem Laufsteg. daß die Stabilität bereits gestört ist«. rief der Controller zornig: »Ich weiß nicht. Viele Leute arbeiteten an Schreibtischen.

diese hart arbeitenden Leute. was ihre Welt zusammenhielt. sie funktionierten zusammen wie ein großes Symphonieorchester. Der Angestellte nickte und verließ seinen Tresen. Benton stieg eine Treppe hinunter. Spielte jemand in der falschen Tonart oder nicht im Takt. Keiner hielt inne oder versagte bei seiner Aufgabe. Er stellte den Kasten auf seinen Tresen und öffnete ihn. 34. bis er zum Informationstresen gelangte. . sagte er. Benton starrte auf den Inhalt. In der Mitte thronte ein kleines Stück komplizierter Maschinerie. der ungerührt Karten in einen Stapel sortierte.Hier lebte das.500-D«. erklärte er. »Geben Sie mir sämtliche Informationen über eine Erfindung. der »Zur Vernichtung« markiert war. Aber niemand schwankte. Dieser Raum. eingereicht von Robert Benton. »Hier drinnen sind die Pläne und ein kleines funktionierendes Modell der Erfindung«. Darunter befand sich ein dicker Stapel von Metallbögen mit Schaubildern. der Mann. erzitterte die gesamte Struktur. Wenige Minuten später kehrte er mit einem metallenen Kasten zurück.

sagte Benton bedauernd. Er sichtete eines und stieg ein. . tanzten für eine Sekunde in der Luft und entschwanden dann. »Was haben Sie da.»Kann ich das mitnehmen?« fragte Benton. das ihn nach Hause bringen würde. Benton schloß den Kasten. Schließlich nickte er sein Einverständnis. erwiderte der Angestellte. »Wenn ich das wüßte«. der Angestellte studierte sie und verglich sie mit den Daten auf der Erfindung. Benton zeigte seine Identifikationskarte. Der Seitenausgang führte ihn auf eine der größeren Untergrundstraßen. nahm ihn an sich und verließ das Gebäude rasch durch einen Seitenausgang. »Wenn Sie der Eigentümer sind«. Er orientierte sich in der Richtung und suchte dann nach einem Verbindungsauto. Nach einigen Minuten Fahrt hob er vorsichtig den Deckel vom Kasten und blickte hinein: auf das eigentümliche Modell. Sir?« fragte der RobotFahrer. Zwei beflügelte Flieger schossen vorbei und winkten ihm zu. die ein Meer aus Licht und dahinhuschenden Fahrzeugen war.

»ich habe meine Flügel vergessen. Nachdem er den Fahrer bezahlt hatte. . um den Inhalt des Kastens zu betrachten. Ihm blieb nur noch eine Möglichkeit. dann verschwand er. Er suchte den »Ein«-Schalter und betätigte ihn. wo er seine Mußestunden zubrachte. es war zu spät. die technischen Symbole der Graphiken zu interpretieren. Er betrachtete es von allen Seiten.« Nun. und das Modell selbst noch viel mehr. was nur selten geschah. von oben. Der Satz Schaubilder war für ihn ein vollständiges Rätsel. Dann begann der Raum rings um ihn zu wabern und sich aufzulösen. wenn er nicht flog. zwischen seinen Büchern und Magazinen konnte er sich die Erfindung in Ruhe ansehen. Der beste Ort. ging er hinein und schloß die Tür ab. war sein »Sinnierzimmer«. murmelte Benton.»Verflixt nochmal«. um umzukehren und sie zu holen. Dort. Er versuchte. das Auto hielt bereits vor seinem Haus. Einen Moment lang schwebte er noch. Fast eine Minute lang geschah nichts. jedoch vergebens. Für einen Augenblick zitterte er wie eine Masse Gelee. von unten.

Sie waren vor Jahren zugrunde gegangen. Ja. er drehte sich verzweifelt um sich selbst. war ihm fremd. Er wußte durch seine Studien. Er fiel eine unendliche Zeit. konnte der Sturz nicht sehr lange gedauert haben. Seine metallenen Kleider waren nicht einmal in Unordnung geraten. Der Ort. Doch wurden sie abgelöst durch einen ausgedehnten Wald. Dann war er gelandet. daß es auf der Erde keine Wälder mehr gab. um irgendwo einen Halt zu finden. hilflos. aber sie sah genauso aus wie eh und je. Nach einer Stunde endeten die Weizenfelder. voll Angst. er war sich sicher. völlig unverletzt. Obwohl es so geschienen hatte. Er stand auf und schaute sich um.Benton fiel durch freien Raum wie durch einen endlosen Tunnel. Da war ein Feld… eines. daß an keinem Ort der Erde noch natürliches Getreide wuchs. an den er gelangt war. griff in die Schwärze. Er marschierte los. Wo aber . Ja. Überall weite Flächen von wogendem Getreide. Er beschirmte seine Augen mit der Hand und blickte zur Sonne. er war sich absolut sicher. wie er es nicht mehr für existent gehalten hatte.

Vor ihm erhob sich ein kleiner Hügel. sagte eine Stimme. ohne nachzulassen. halb für sich. und er jagte hinauf bis zur höchsten Stelle. sein Tempo einzuhalten. und bückte sich. Von dort oben starrte er verwirrt hinunter zur anderen Seite. Er schritt aus. weiterzumachen. Ein leises Flüstern in seinem Kopf zwang ihn. die das lange Gehen nicht gewohnt waren – und er wurde müde. soweit Bentons Auge reichte. diesmal etwas schneller. Er stieg die Seite des Hügels hinab zur Ebene. Heiß und trocken war es unter seinen Füßen. Der Boden war völlig eben und öde. Denn dort war nichts außer einer großen Leere.befand er sich dann? Er setzte sich wieder in Bewegung. Eine Stimme! Von woher? Er drehte sich rasch . »O doch«. knurrte er. ausgebleichte Land des Todes. der Boden schmerzte seine Füße. Aber er war entschlossen. nur das weite. Dann fing er an zu laufen. »Heb sie nicht auf«. sah er nirgendwo Bäume oder irgendein Zeichen von Leben. aber er ging trotzdem weiter.

Es befand sich etwas darin. so einfach zu erklingen.« »Böse Elemente?« fragte er überrascht. und er konnte nicht erkennen. und er bekam Durst. »Du wirst eure wertvolle Stabilität zerstören«.um. sagte die Stimme zu ihm. »Nichts kann die Stabilität zerstören«. Es war heiß. Er machte Anstalten. und – für einen Augenblick – hatte es ihm geschienen. doch die Hitze des glühenden Gestirns über ihm ließ es vor seinen Augen tanzen. Er betrachtete das Ding. »Du erlaubst deinem Verstand. aber da war nichts zu sehen. Die Glaskugel war kühl und schmiegte sich angenehm in seinen Handteller. sagte die Stimme. »Leg die Kugel hin und entferne dich. antwortete er automatisch. die Kugel in seine Tunika zu schieben. was es war. sich von bösen Elementen kontrollieren zu lassen«. als sei es für Stimmen ganz natürlich. . das er hatte aufheben wollen. Dennoch war die Stimme zu ihm gekommen. Es handelte sich um eine Glaskugel von der Größe seiner Faust.

Was sagte die Stimme da? »Du bist von ihr durch die Zeit hierhergerufen worden«. »Das ist genau das. erinnerte ihn an die Hitze von oben. es war zu heiß auf der Ebene. Geh fort und laß sie. bis zu der Stelle. daß du tust. Er wollte sich entfernen. Er ging los. an das Kribbeln in seinem Kopf. Sie ruhte dort. was sie will. und während er die Kugel an sich preßte. daß er den Weg quer durch die Getreidefelder zurückging. von wo er . die Kugel drängte ihn jetzt. woran er sich erinnerte. verschaffte ihm Abkühlung von der prallen Hitze der Sonne. hörte er. »Du gehorchst ihr jetzt ohne Widerrede. und seit diese Zeit-Welt erschaffen wurde. Er erinnerte sich.« Wirklich.« Die Kugel fühlte sich angenehm an auf seiner Brust. habe ich sie immer bewacht. Ich bin ihr Wächter. erklärte die Stimme. Das war so gut wie alles. an die Trockenheit in seinem Mund. wie du sie gefunden hast.»Nicht!« befahl die Stimme. wie die Phantomstimme laut jammerte vor Verzweiflung und Wut. stolpernd und taumelnd. mitten hindurch.

nicht wahr?« Er starrte den Controller an. wo er sie zurückgelassen hatte. Die Glaskugel unter seinem Umhang drängte ihn.aufgebrochen war. Ihr Name ist Benton? Was kann ich für Sie tun?« fragte der Controller. welche Taste zu drücken. welche Skala zu verändern. welcher Knopf zu regulieren war. Was meinte der? Er hatte doch soeben das Büro verlassen! Oder nicht? Welcher Tag war heute? Wo war er gewesen? Benommen rieb er sich den Kopf und setzte sich in den großen Stuhl. Die Reise durch die Zeit war noch nicht ganz abgeschlossen: Es gab für ihn noch etwas zu tun. »Kann ich Ihnen helfen?« . fiel zurück den Korridor der Zeit hinauf. »Alles in Ordnung mit Ihnen?« fragte er. zurück in den bleichen Nebel. aus dem er gefallen war. »Sie sagen. die kleine Zeitmaschine aufzuheben von dem Ort. zurück in seine Welt. Der Controller beobachtete ihn besorgt. Dann fiel er wieder. Sie flüsterte ihm zu. »Sie sind noch nie hier gewesen. Plötzlich drängte ihn die Kugel anzuhalten.

sagte Benton. Sein Kopf schmerzte. Sie sagen. Benton langte tief in seine Tasche und holte die Schaubilder hervor. als er das erstemal kam. sagte er und verließ den Raum durch dieselbe Seitentür. Er warf sie auf den Schreibtisch des Controllers und stellte das Modell daneben. benahm er sich so. Der Controller starrte ihm hinterher. worum es sich handelt«. sagte das Erste Mitglied des Kontrollrats. »Haben Sie die Konstruktionspläne dazu?« fragte der Controller. sagte Benton. durch die er hereingekommen war. damit sie vom Stabilitätsrat genehmigt werden kann«. Er stand auf. sagte er und reichte dem Controller die Zeitmaschine.»Ich bin okay«. »Es wird für den Rat kein Problem sein zu entscheiden. und er wollte gehen. als sei . »Offensichtlich«. »Ich geh dann«. »hatte er das Ding benutzt. »Ich möchte diese Erfindung registrieren lassen. Da war irgend etwas in seinen Händen.

als er das zweitemal kam. daß unsere Stabilisatoren Mühe haben werden. »Dann müssen wir sofort handeln. erwiderte der Controller. in Erscheinung zu treten«. sie zu . bemerkte das Zweite Mitglied.« »Eine Zeitmaschine!« sagte das Erste Mitglied. Benton ist. »So ein Ding kann gefährlich sein. »Bei seinem ersten Besuch war ich mißtrauisch. »Ich würde darauf wetten. Zweifellos hat er es benutzt. daß ein destabilisierendes Element im Begriff steht. eine Erfindung eingereicht zu haben oder auch nur. Er wird inzwischen in der Lage gewesen sein. doch beim zweiten Besuch konnte er sich nicht daran erinnern. daß das Mr. außer daß er so ging. Hatte er irgend etwas bei sich. eine Kette von Umständen so zu arrangieren.er schon früher einmal dort gewesen. als er das – äh – erstemal kam?« »Ich habe nichts gesehen. aber die Bedeutung begriff ich erst.« »Das Zentral-Diagramm zeigt an. bereits einmal dort gewesen zu sein?« »Richtig«. als trüge er etwas unter seinem Umhang«. sagte der Controller.

sagte die Kugel. Seine Augen waren in glasiger Unbeweglichkeit erstarrt.zerbrechen. ihre Sprache war mental. »Sie werden fortgehen. Vielleicht sollten wir Mr. Die Kugel hatte zu ihm gesprochen. schon seit geraumer Zeit war er wie versteinert. Nach einer Weile gingen die Männer wieder den Gehweg hinunter und schienen verschwunden zu sein. ihren Hoffnungen. und ihr zartes Gewisper schlängelte sich in sein Hirn wie feiner Rauch. von ihren Plänen. . Der Summer ertönte abermals. Doch Benton hörte. »Sie kommen«. sagte die Kugel. »Was soll ich tun?« fragte er. Benton einen Besuch abstatten. Natürlich hatte sie nicht wirklich gesprochen. und Benton blieb.« Der Summer ertönte.« Benton saß in seinem Wohnzimmer und sah vor sich hin. Jetzt verstummte sie plötzlich. Für einen Augenblick hatte die Kugel keine Antwort. und Benton wurde unruhig. »Was jetzt?« fragte Benton. Sie ruhte auf der Couch neben ihm. wo er war. »Tu nichts«.

Die Kugel raschelte wütend. Benton drehte sich zu ihm herum. Das hat mich Jahre gekostet – der Wächter war klug. Der Controller und die Ratsmitglieder kamen langsam und vorsichtig in den Raum. war mir der Erfolg sicher.»Ich fühle. dich durch die Zeit herkommen zu lassen. sagte das Erste Mitglied. als mir der Trick einfiel. Du hättest fast nicht geantwortet. und Benton schreckte auf. daß die Zeit fast gekommen ist«. Sie sahen Benton und blieben stehen. die Maschine in deine Hände zu tun. und erst. »Wir dachten. sagte sie schließlich. Bald wirst du uns aus dieser Kugel erlösen. »Tut mir leid. Das schwerste war. Sie wären nicht zu Hause«. daß ich auf die Türglocke nicht geantwortet habe. »Hallo«. sagte er. und der schwierigste Teil ist vorüber. »Ich habe bis jetzt keinen Fehler begangen. »Sie kommen durch die Hintertür herein!« sagte er. ich war eingeschlafen. Was kann ich für Sie tun?« . Nach einer solchen Ewigkeit – « Vom hinteren Teil des Hauses kam ein Kratzen und ein Gemurmel.

lächelte er. das erstemal. »Was haben Sie da?« fragte der Controller plötzlich. Benton starrte ihn an. und das Erste Mitglied ergriff das Wort.« »Und?« fragte Benton scharf. weil wir Sie aufgefordert hatten zu erscheinen. Das ist ein Problem. und die Kugel wisperte in seinem Gehirn. daß Sie die Maschine noch haben. »Nur. was für uns Ihr erster Besuch war. »Nur einen Briefbeschwerer«. »Ist irgend etwas daran auszusetzen?« »Durchaus nicht«. sagte das Mitglied. und fast schien es. um eine Erfindung registrieren zu lassen. da wir den freien Gebrauch der Erfindung nicht gestatten konnten. Das wird durch mehrere Dinge bewiesen. war für Sie Ihr zweiter. das zweitemal.Vorsichtig streckte er seine Hand zu der Kugel. auf die ich jedoch im Augenblick nicht eingehen möchte. »Wollen Sie sich nicht setzen?« Die Männer nahmen Platz. Wo ist . als rolle die Kugel schutzsuchend unter seinen Handteller. »Sie sind zweimal zu uns gekommen. Entscheidend ist die Tatsache.

aber ich habe die Zeitmaschine nicht«. was getan werden muß. woraufhin er zurückgekehrt war in die Gegenwart. wo sie ist. Jetzt müssen diese Männer fortgehen. damit wir tun können. sagte Benton. können Sie ja danach suchen. Aber wo war die Maschine? Er hatte sie doch gerade im Büro des Controllers gelassen. zurück zum Büro des Controllers! »Sie hat aufgehört zu existieren. sagte er. »Ich weiß nicht einmal. doch wenn Sie wollen.« »Wohl wahr«. flüsterte ihm die Kugel zu. »Tut mir leid. aber früher oder später werden wir sie doch bekommen. sie uns zu geben. eine NichtEntität in einer Zeitspirale«. als du die Maschine beim Amt für Kontrolle deponiert hattest. Und doch hatte er sie wieder an sich genommen und mitgenommen in die Zeit. die Kugel hinter seinem Rücken haltend. Wir können Sie zwar nicht zwingen. die seine Gedanken las.« . »Die Zeitspirale erreichte ihr Ende.« Benton erhob sich. auf die eine oder andere Weise.die Maschine? Sie müßte noch in Ihrem Besitz sein.

die Stabilität zu erhalten. »Sie könnten sie irgendwo draußen versteckt haben. aber Sie werden nichts finden«. klopften die Wände ab. »Doch wir glauben. . suchten unter den Teppichen. »Sie sehen. »Schwer vom Kurs abzubringen. ist ohnehin alles zu spät. aber sie fanden nichts. als sie ins Wohnzimmer zurückkehrten. gibt es kaum noch ein Halten. sagte Benton. bemerkte der Controller. sagte er.« Das Mitglied trat näher.« Das Mitglied zuckte die Achseln. Wir wollen niemanden ohne Grund bestrafen. Sie stülpten Stühle um. »Es spielt jedoch keine Rolle. daß Sie ohne böse Absicht gehandelt haben. ich habe die Wahrheit gesagt. Die Mitglieder und der Controller begannen überall nachzusehen. hinter Bildern.»Da Sie die Gesetze gebrochen haben. geschieht es jedoch.« »Sie können ja suchen.« Benton lächelte. Ist sie erst einmal erschüttert. es geht uns allein darum. sind Sie zu einem Kandidaten für den Karren geworden«. »Stabilität ist wie ein Gyroskop – wie ein Kreisel«.

Es ist Ihnen freigestellt. Sie schickten sich an aufzubrechen. . »Ein Briefbeschwerer«. um sie genau zu prüfen. finden Sie nicht?« Die Mitglieder verloren das Interesse. Die Mitglieder betrachteten sie interessiert. aber es mag andere geben. würde das Ihre sofortige Vernichtung bedeuten. Der Controller jedoch hielt die Kugel gegen das Licht. Sie werden natürlich beobachtet werden. »Diese feinen Details!« Benton beobachtete ihn. ob Sie sich das Leben nehmen oder hier auf den Karren warten wollen. daß Sie keinen Fluchtversuch unternehmen. Wir überlassen Ihnen die Wahl. was es wolle. koste es. Es wird sich zeigen. daß Sie selbst die Kraft haben. sagte Benton. »Interessant.« Benton beobachtete sie und legte dann die Kugel auf den Tisch. »Das Modell einer Stadt. das Gyroskop aus der Bahn zu bringen. die das können. Die Stabilität muß erhalten bleiben.Wir glauben nicht. Falls doch. Wir werden Sie jetzt verlassen. und ich vertraue darauf. hm?« sagte er.

fuhr der Controller fort. daß es einmal eine sehr böse Stadt gab. Seit einer Ewigkeit soll sie daliegen und darauf warten zu entkommen. »Kommen Sie!« rief das Erste Mitglied von der Tür her. »Die Sage berichtet davon. Wissen Sie. »Welche Stadt ist das? Siehst aus wie eine aus der Antike. damit niemand daherkommen und die Stadt befreien konnte.»Man sollte es nicht für möglich halten. daß Gott sie klein machte und in Glas einschloß und ihr eine Art Wächter zuteilte. »Warten Sie!« sagte er. – Und dies ist vielleicht eine Nachbildung davon«. Tyros oder Babylon. »Wir müssen gehen.« Er musterte Benton eingehend.« Der Controller wandte sich rasch zu den Mitgliedern herum. sie erinnert mich an eine alte Sage. indem er das Glas zerschmetterte. »Gehen Sie nicht!« . oder vielleicht eine aus der fernen Zukunft. fuhr der Controller fort. es gibt heute nacht noch viel zu tun. die so böse war. daß jemand so fein arbeiten kann«. während er fortfuhr.

sagte er. daß sein Gesicht zwar fast alle Farbe verloren hatte. so ein Ding aus der Zeit mitzubringen.Er ging durch das Zimmer auf sie zu. sagte er. und Benton sah. Stadt in einer Glaskugel! Ergibt das vielleicht einen Zusammenhang?« Die beiden Ratsmitglieder blickten verwirrt und verständnislos drein. »Ein unwissender Mensch durchquert die Zeit und kehrt mit einem fremdartigen Glas zurück«. meinen Sie nicht?« Plötzlich wurde das Erste Mitglied kreidebleich. »Um Himmels willen!« flüsterte er. Der Controller warf Benton einen amüsierten Blick zu. sagte der Controller. um zu gehen«. »Sonderbar. »Doch irgendwann . »Reise durch die Zeit. die Kugel noch in der Hand. »Merkwürdig. wie dumm wir manchmal sind«. nicht wahr. der Ausdruck seines Mundes jedoch fest entschlossen war. »Die verwunschene Stadt! Diese Kugel?« Ungläubig starrte er auf das runde Gebilde. »Das wäre eine sehr schlechte Zeit. Plötzlich wandte sich der Controller wieder Benton zu.

daß ich sie auf den Boden schmettere. »Nun?« fragte er fordernd. die er sich in der warmen Schwärze der Atmosphäre der Lichterstadt getummelt hatte. Nicht berühren!« Benton wich langsam zurück. damit sie heraus kann. Er fühlte sie und faßte die Kugel um so fester. Gerade und sicher bewegte er sich. sagte er. Jetzt kam jede Minute. sie will. Der Controller. daß er sie alle mit seinen Fingern abdecken konnte. Die Kugel war zornig. daß ich sie zertrümmere«. so wie er schon viele Male durch die Luft geflogen war. »Ich glaube. zurück. um ihm zu helfen. und die Vibrationen krochen den Arm des Controllers entlang. mit zitternden Händen. Sie begann zu surren. der immer so sehr in seine Arbeit vertieft.wachen wir auf. »Sie will.« Er betrachtete die winzigen Türmchen und Hausdächer in der verschwommenen Nebelhaftigkeit der Kugel: so winzig. da sie sich in der Hand des Controllers befand. um den Flugsport zu pflegen. auf den die Stadt . Benton tauchte. immer viel zu beschäftigt gewesen war.

Während er hinter der kleinen glänzenden Kugel herjagte. Er wuchs und wuchs und wirkte fast wie ein lebendes Wesen. Der Nebel breitete sich im Raum aus. Benton machte sich los und sprang auf. verwirrten Gesichter der Mitglieder und sah. Benton überfiel Müdigkeit. sein Gesicht war verzerrt vor Schmerz und Entsetzen. Der Nebel umschloß ihn. Eine Zeitlang lag sie dort. Die Kugel zerbrach mit einem lauten Knall. ging sofort zu Boden. dann begann ein Nebel aus ihr aufzusteigen. halb zusammengesackt. so sonderbar bewegte und drehte er sich. als sein Fuß das gefängnisgleiche Glas zertrat. Er saß dort. erhaschte er einen Blick auf die verängstigten. flüsterte ihm zu. Benton ging rasch auf sie zu und fühlte ein anwachsendes Flüstern des Sieges und dann einen Schrei der Freude. die Brust hinauf und wirbelte schließlich um sein Gesicht. mit . Die Kugel rief ihm zu.so stolz war. schlängelte sich seine Beine hoch. wie der Controller versuchte auf die Füße zu kommen. Benton ging zur Couch zurück und setzte sich. Die Kugel sprang ihm aus der Hand und rollte quer durch das Zimmer.

Ganz leise und weit entfernt zuerst. Er war betäubt von der wütenden Gewalt. schwitzend. uralten Duft. die fauchenden Hochöfen des Stahls und der Macht zu verwöhnen. zahllos vervielfacht. gekrümmt.geschlossenen Augen. bis der ganze Raum voll war davon und die schwitzenden Arbeiter um ihn herum sich an ihn drängten. wie die winzige Miniaturstadt waberte und verblaßte. in Richtung der Stadt. Siegesfreude! Er sah. dem Geknirsche der Räder und des Getriebes und der Ventile. Das Schütteln und Rütteln klobiger Metallwesen. Irgend etwas stieß ihn an. Das stete Pochen der Maschinerie wie eine gigantische Pauke. ließ sich umhüllen von dem fremdartigen. Er sah die Sklaven. und der Nebel hallte freudig . die sich bis aufs äußerste anstrengten. das Geflüster der Glaskugel. dann sich wandelte in Größe und Gestalt. zwang ihn. Jetzt konnte er sie hören und sehen. bleiche Männer. Dann hörte er die Stimmen. Ein Konzert wispernder Stimmen stieg von der zerbrochenen Glaskugel auf in einem Crescendo des Jubels. Es schien vor seinen Augen anzuschwellen. Diese Wesen wurden bedient. sich voranzubewegen.

und als das Gewicht seiner Werkzeuge auf seinem Rücken lastete. wie sie ihre Vorfahren seit Jahrhunderten angestimmt hatten. die er irgendwann irgendwo kennengelernt hatte. Doch sofort verblaßte die Erinnerung. überschlug Benton die Zeit bis zu seinem nächsten Rasttag. Nur noch etwa drei Wochen waren es bis dahin. falls die Maschinen das für angebracht hielten – Denn hatte er seine Maschine nicht getreulich bedient? . Während sie auf die wartenden Maschinen zumarschierten und dabei die unmelodiösen Chöre anstimmten. und vielleicht war er ja auch fällig für eine Vergünstigung. war er bereits wach.wider von den neuen. Als er mit den marschierenden Reihen seiner Gefährten in Gleichschritt fiel. doch Benton hatte seine Schlafnische schon vor einiger Zeit verlassen. schien ihm für einen Augenblick. Als die Sonne aufging. siegreichen Klängen der Befreiten. Das anschwellende Geläut der Glocke ertönte. daß er vertraute Gesichter wiedererkannte – Männer.

Im stillen Halbdunkel . und die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen. Der Hund beobachtete ihn mit leicht geöffneter Schnauze. und seine großen schwarzen Pfoten krallten sich in das Holz des Zauns. Die Luft war kalt und grau.Roog »Roog!« sagte der Hund. Es war früher Morgen. dünn und weiß. auf wackeligen Beinen. Es war ein kleiner Roog. und der Hund fletschte die Zähne. Der Roog lief zum Hof. die Wände des Hauses waren feucht. Er stützte die Vorderpfoten auf den Zaun und sah sich um. »Roog!« sagte er wieder. Der Roog stand beim offenen Tor und sah in den Hof. Der Roog zwinkerte dem Hund zu.

mit schwarzen. Er prallte gegen den Zaun. glänzenden Augen da. In der Küche goß Mrs. Im frostigen Morgendämmer wurde ein Fenster geöffnet. Er sah dem entschwindenden Roog nach. Der Hund streckte sich zwischen den Torpfosten aus. Dann reckte der Roog den Hals zum Fenster des Hauses. Der Hund rührte sich nicht. Er hielt den Gehweg im Auge. nichts rührte sich. Der Tag brach an. Der Hund lag still. schwer atmend und mit heraushängender Zunge. Nichts regte. Der Himmel wurde ein wenig weißer. Der Hund löste seine Pfoten vom Zaun und ging über den Hof zur Verandatreppe zurück.hallte das Wort nach. Der Roog warf ihm einen kurzen Blick zu. und von überallher hallten die Geräusche von Menschen durch die Morgenluft. Eilig entfernte sich der Roog. und schnupperte. Cardossi Wasser in die . Hinter Rollos gingen Lichter an. Er setzte sich auf die unterste Stufe und beobachtete den Roog. mit komischen kleinen Schritten trippelte er davon. direkt über ihm. Wie der Blitz schoß der Hund quer über den Hof. und das Tor erzitterte und ächzte.

« Der Hund und der Mann sahen einander an. »Ganz schön überdreht in letzter Zeit«. »Tu die Zunge rein. schwarz und struppig. Rasch hob der Hund den Kopf. »Roog!« sagte er leise. »Die Zunge«. Seine Augen glänzten. Sein Schwanz schlug gegen den Boden. Er setzte die Brille auf. mit baumelnder Zunge. Für Aufregung werden . »Was?« Alf sah sich um. »Ist noch draußen. Am Zaun lag Boris. Als sie zurückkam. Er entriegelte die Hintertür und trat hinaus auf die Veranda.Kaffeekanne. Der Hund winselte. sagte Alf. Dampf stieg auf und nahm ihr die Sicht. »Immer hübsch mit der Ruhe. »Ist die Zeitung schon da?« fragte er. Sie stellte die Kanne auf den Rand des Herds und ging zur Speisekammer. sagte Alf. »Zunge rein«. fast wie im Fieber. feuchten Morgen. »Kommt wer? Der Zeitungsjunge?« Der Hund starrte ihn mit offenem Maul an. sagte Alf. Er sah hinaus in den grauen. stand Alf in der Küchentür.« Alf Cardossi durchquerte die Küche.

Die Sonne stieg höher. alles war von Farben belebt. Sie hielt einen Augenblick inne und atmete die Morgenluft ein. Sein Brustkorb hob und senkte sich. sagte sie. Im Kirschbaum tummelten sich Vögel. Er stand unter dem Baum. »Riecht gut«. als er die beiden Roogs bemerkte.« Er ging ins Haus. die auf dem Zaun saßen und zu ihm hersahen.« . Cardossi die Vorderveranda. schwatzten und schimpften. In der Straße wurde es hell. sagte der eine Roog. Ab und zu hob Boris den Kopf und sah nach ihnen. Schließlich stand er auf und trottete unter den Baum. Gegen elf Uhr fegte Mrs. »Wird warm heute. »Die meisten Wächter sind kleiner als der da. »Er ist groß«.wir beide langsam zu alt. Der Briefträger ging mit seinen Briefen und Zeitschriften über den Bürgersteig.« In der Hitze der Mittagssonne lag der schwarze Hund lang ausgestreckt unter der Veranda. Ein paar Kinder eilten lachend und lärmend an ihm vorbei.

Mach uns keinen Ärger. fügte der andere hinzu. sagte der erste Roog.« Boris sagte nichts. »Wie sieht’s aus mit der Opferurne?« fragte der erste Roog. Der erste holte eine Karte hervor. Die Roogs schwiegen jetzt und betrachteten den großen schwarzen Hund mit der zottigen weißen Halskrause. Also vergiß nicht. die sie gemeinsam studierten.Der andere Roog nickte mit dem wackeligen Kopf. diesmal das Opfer anzunehmen.« »Denk dran«. »Es ist bald soweit. Die beiden Roogs sprangen vom Zaun herab und gingen zusammen hinüber auf die andere Seite des Gehwegs.« »He. uns reinzulassen. »Diese Gegend ist für einen ersten Versuch eigentlich nicht besonders geeignet«. »Bald voll?« »Ja. »Zu viele Wächter… Das nördliche Gebiet dagegen -« .« Der andere nickte. »Ist bald so weit. du!« sagte der erste Roog mit erhobener Stimme. Boris beobachtete sie angespannt und reglos. »Hörst du mich? Wir haben beschlossen.

Das war doch früher nicht so. stand der Hund beim Tor und spähte den Weg hinunter. und auf seinem Rücken sträubten sich die Haare. »Bist außerdem ziemlich groß für einen Hund. Schon ein Weilchen her. sagte Alf. daß du klein und niedlich warst. sagte der andere Roog. Alf öffnete das Tor und betrat den Hof.« . fauligen Geruch der Roogs. »Wie geht’s?« fragte er und tätschelte den Hund.»Es ist nun einmal so beschlossen worden«. Den Rest ihres Gesprächs konnte er nicht mehr hören.« Boris winselte und blickte unverwandt empor in das Gesicht des Mannes. »Sie werden schon ihre Gründe haben -« »Natürlich. Boris trottete zum Zaun und beschnüffelte die Bretter.« Sie blickten kurz zu Boris und entfernten sich weiter vom Zaun. Er roch den ekelhaften. Schließlich steckten die Roogs ihre Karte ein und gingen den Weg hinunter und verschwanden. »Hast du dich wieder beruhigt? Bist ziemlich nervös in letzter Zeit. Als Alf Cardossi am Abend nach Hause kam. »Bist ein guter Hund«.

»Möchte nur mal wissen. »Bist ein guter Hund«. Er steckte sich seine Pfeife an und rauchte mit ernstem Gesicht. Aber vielleicht gibt sich das ja. Alf ging ins Wohnzimmer und legte Hut und Mantel ab. sagte Mrs.« »Wenn wir ihn nur nicht zu deinem Bruder geben müssen«. »Was ist los?« fragte Mrs. wenn die Müllmänner kommen. »Aber er benimmt sich wirklich wie verrückt. und er wird wieder wie früher. murmelte Alf. Immer dieses Gebell. Cardossi und verschränkte die Arme. . was du in letzter Zeit hast. Er stellte seinen Henkelmann auf die Anrichte und ging zurück in die Küche. Mrs. »Früher war er doch ganz anders.« »Vielleicht beruhigt er sich wieder«. Die Nachbarn beschweren sich bloß wieder bei der Polizei. »Der Hund muß aufhören. den Tisch fürs Abendessen zu decken.« »Hoffen wir’s«. Cardossi. Cardossi. Cardossi war dabei. so viel Lärm zu machen. sagte Mrs. sagte Alf.Boris lehnte sich gegen das Bein des Mannes.« Er ging ins Haus. vor allem freitags morgens.

Sein Fell war steif vom Rauhreif. spähenden Augen. mahlendes Geräusch zu hören. Es war Freitag morgen. die Vorderpfoten auf dem Zaun. Irgendwo. Der schwarze Hund lag unter der Veranda. als werde ein großes Tor aufgestoßen. Es war ein Krachen und Scheppern. Plötzlich drehte er den Kopf und sprang auf. war ein leises. der ihm aus den Nasenlöchern drang. »Roog!« rief Boris und sah sich um. und sein Atem. nicht mehr so weit entfernt. . lauschend und mit großen. bildete dampfende Wolken in der dünnen Luft. Aber dort rührte sich nichts.Die Sonne war kalt und unheilvoll aufgegangen. jetzt schon etwas lauter. Er lief zum Tor und richtete sich auf. Wieder war in der Ferne das Geräusch zu hören. noch sehr weit in der Ferne. Angstvoll blickte er hinter sich zu den dunklen Fenstern. Nebel schwebte in den Bäumen und über dem Boden. »Roog!« rief Boris.

»Dieser gottverdammte Hund. Vorne vor dem Haus hielten die Roogs mit ihrem Laster. »Roog!« rief Boris und sprang mit blitzenden Augen umher. Der widerliche. Der erste Roog stieß gegen das Tor.Und die Straße herauf kamen die Roogs. im warmen. Die Roogs kamen auf den Hof. »Dieser Hund«. Drinnen. Die Roogs kamen jetzt den Gehweg entlang. und die Räder holperten krachend und dröhnend über die unebenen Steine. Die Roogs und ihr Gefährt rückten unaufhaltsam vor. murmelte er.« Er drehte sein Gesicht dem Kissen zu und schloß die Augen. Er hörte. und das Tor öffnete sich. bittere . dunklen Schlafzimmer. »Roog! Roog!« rief er. Cardossi ein wenig im Bett auf und sah zur Uhr. Der Hund wich vor ihnen zurück. Dann wurde er ruhiger. Boris wetzte in einem kleinen Kreis herum. setzte sich Mr. wie sie die Türen öffneten und auf den Bürgersteig hinaustraten. Er streckte sich auf dem Boden aus und wartete und lauschte. Er winselte und drehte seine Schnauze dann wieder in Richtung Haus.

Der Inhalt ergoß sich auf den Boden. mehr zu sich selbst. und einer von ihnen hob den Deckel hoch. Die Roogs traten zu dem metallenen Gefäß. »Sie ist voll. die Opfergaben aufzulesen. Ein Roog steckte sich Eierschalen in den Mund. Sie hielten einen Moment inne und blickten kurz zum Hund. und die Roogs machten sich mit ihren Schaufeln über die prallgefüllten. glaube ich. Toastreste. Seine Zähne malmten darauf herum. sagte einer der Roogs. und er wandte sich ab. schnappten sich die Orangenschalen. »Wie überaus freundlich von dir«. dicht an die unterste Stufe der Verandatreppe gepreßt.« Er lächelte dem erstarrten. zornigen Hund zu. »Roog!« rief Boris ohne jede Hoffnung. Die Roogs waren beinahe fertig mit ihrer Arbeit.Geruch der Roogs drang ihm in die Nase. »Roog! Roog!« rief Boris. Die Roogs hoben das große Metallgefäß hoch und kippten es um. zerschlissenen Papiertüten her. Eierschalen. Dann hoben die Roogs langsam und . sagte er. Sein Körper zitterte vor Entsetzen. »Die Opferurne«.

»Na ja«. und aus seinem Innern drang ein Klagelaut voll Elend und Verzweiflung.schweigend die Köpfe und blickten zum Haus hoch. Widerstrebend kehrten sich die Roogs vom Fenster ab. sagte einer der Roogs zu dem am Zaun verharrenden Roog. »mit Ausnahme dieser kleinen Bereiche rings um die Wächter ist dieses Gebiet doch recht gut geräumt. sagte der größte Roog. Hoffentlich ist . »Seht ihn euch an«. Sie gingen hinaus durchs Tor und schlossen es hinter sich. »Roog!« kreischte Boris auf. und er lief auf sie zu. die Wand hoch bis zu dem Fenster. Sie gingen den Weg entlang. taumelnd vor Zorn und Entsetzen. und Boris zog sich zurück. dessen braunes Rollo bis ganz nach unten zugezogen war. sagte der letzte Roog voll Verachtung und zog die Zipfel der Decke. Boris stemmte sich gegen den Zaun mit offener. Der größte Roog schwenkte zornig die Arme. wild schnappender Schnauze. in der sie alles trugen. die Schnauze stand ihm noch offen. »Komm schon«. Er ließ sich wieder unten an der Verandatreppe nieder. straffer über seine Schulter.

Lassen wir noch was für die kommende Woche. Er macht uns wirklich eine Menge Ärger. Er grinste.« Alle Roogs lachten. Sie gingen weiter den Weg entlang und trugen all die Gaben in ihrer schmutzigen Decke mit sich fort.« »Nur Geduld«. sagte einer der Roogs. .dieser Wächter hier bloß bald erledigt. »Unser Laster ist jedenfalls voll genug.

die sich wild steigerte. Weitere Köpfe kamen ruckartig zum Vorschein. Langsam öffnete er die Schachtel. drückte nach oben gegen seine Finger. stierten und reckten die . Von innen war ein blechernes Trommeln zu hören. als das Sonnenlicht in die Schachtel drang. hielt die Finger über die Öffnung. eine leise.Die kleine Bewegung Der Mann saß auf dem Bürgersteig und hielt mit beiden Händen die Schachtel zu. Ein kleiner Kopf erschien. »Schon gut«. murmelte der Mann. Schweiß lief ihm in dicken Tropfen übers Gesicht. rund und glänzend. beharrliche Vibration. Ungeduldig bewegte sich der Deckel der Schachtel. und dann noch einer.

Es war ein bunt bemalter Soldat mit Helm und Gewehr in Habachtstellung. Der kleine Soldat spähte die Straße hinauf und . Es gab einen kurzen Streit. Eilig gingen sie weiter. bewegten sich die Arme des kleinen Soldaten auf und ab. Während der Mann den Schlüssel drehte. Er stellte sie auf den Bürgersteig und begann sie ungeschickt. »Nicht die!« Der Mann brach abrupt ab.Hälse. Den Bürgersteig kamen zwei Frauen entlang. mit plumpen Fingern aufzuziehen. und auf die Schachtel und die glänzende Figur in den Händen des Mannes. Der auf dem Bürgersteig sitzende Mann hob die kleine Metallfigur mit zitternden Händen heraus. Er mühte sich eifrig ab. Die beiden Frauen blickten einander an und dann zu dem Mann und der kleinen Metallfigur. »Kaufen Sie Ihrem Kind etwas zum -« »Warte!« erklang eine schwache blecherne Stimme. »Ich komme zuerst«. schrillte ein Kopf. Sie blickten neugierig auf den Mann. die miteinander sprachen. »Fünfzig Cents«. der auf dem Bürgersteig saß. murmelte der Mann. dann rasche Übereinkunft.

blickten mit Interesse auf den Soldaten. Er surrte und klickte. sagte er mit belegter Stimme. »Sag ihnen. Plötzlich zitterte er. Einen aufregenden Spielgefährten. sich zu . Er versuchte die Figur festzuhalten. den Menschen vor den Geschäften. Er hörte auf. Er keuchte. zu den Autos.« Der Vater lächelte. steifen Beinen über den Bürgersteig. »Nicht das Kind«. doch sofort gruben sich metallene Finger in seine Hand. schnarrte mit leiser. Der kleine Soldat prallte gegen den Schuh. wie sich die Figur den beiden näherte und sich. »Kaufen Sie etwas für Ihren Jungen. als sich die Figur auf seinen Schuh zubewegte. Der sitzende Mann lächelte schwach. Der Junge und sein Vater gingen langsamer und blieben stehen.hinab. Der Mann schluckte. begieriger Stimme. sie sollen stehenbleiben!« schrillte die Figur. er beobachtete. »Mach. Der ihm Gesellschaft leistet. mit auf und ab schwenkenden Armen. daß sie stehenbleiben!« Die Metallfigur befreite sich und klackerte mit geraden. um sich selbst drehte.

bewegen. daß das Kind nicht hätte stehenbleiben wollen oder daß der Erwachsene kein . Er langte in seine Tasche und reichte dem Mann einen Dollarschein. Der Vater hob die Figur hoch. Sämtliche Umstände hatten zusammengewirkt. »Leistet ihm Gesellschaft. daß du ihn willst. »Bist du sicher. um eine optimale Lösung zustande zu bringen. Ungelenk. »Laß ihn laufen!« »Ich kauf ihn«. »Wieviel?« »Fünfzig Cents. Es hätte ja sein können. gab der Händler heraus. Bobby?« »Klar! Zieh ihn auf!« Bobby langte nach dem kleinen Soldaten. Die kleine Figur lag still da und überdachte alles. »Zieh ihn auf!« rief der Junge. Vertreibt ihm die Zeit. Die Situation war ausgezeichnet. mit abgewandtem Blick.« Der Vater drehte die Figur herum.« Der Händler erhob sich unsicher. die Schachtel an sich gedrückt. sagte der Vater.

an sie heranzukommen. verloren in verträumte. was er in seinen Händen hielt. köstliche Gedanken. was sie hörten. Nachdem er die Tür sorgfältig geschlossen hatte. So erzählte man es sich jedenfalls in der Fabrik. und sie taten. Viele Dinge hätten danebengehen können. Er rannte die Treppe hoch und stieß die Tür auf. Bei den Kindern war das anders. Doch alles war perfekt gewesen. Er blickte auf das. ging er zum Bett und setzte sich. darüber auch nur nachzudenken. Sie akzeptierten alles.Geld bei sich gehabt hätte. Sie besaßen Macht. Ihre Macht und ihre körperliche Größe. also hatten die Erwachsenen das Geld. mit ihnen zu sprechen. Sie hatte bestimmte Zeichen korrekt interpretiert: Die Erwachsenen hatten die Kontrolle. und es war leichter. Das Herz des kleinen Jungen schlug rasch. und genau das machte es schwer. Sie waren klein. Die kleine Figur lag auf dem Rücksitz des Autos und schaute vergnügt in die Höhe. . es war schrecklich. was man ihnen sagte. Die kleine Figur lag dort.

Das ist Teddo. wir sollten Rat halten und einen Beschluß fassen. Teddo war ein brauner Bär.« Bobby legte die Figur aufs Bett. Er lief zum Schrank und zog einen von Spielzeug überquellenden Karton heraus.« Er trug Teddo zum Bett und legte ihn neben den Soldaten. Es wird dir hier gefallen. Teddo lag still und blickte mit gläsernen Augen zur Zimmerdecke. Er hielt ein blasses ausgestopftes Kaninchen hoch. »Und Teddo. »Wie heißt du?« Die Metallfigur antwortete nicht. Du mußt alle kennenlernen. sagte er.« Er hielt inne und überlegte. »Ich glaube. damit wir alle sehen können. damit der Soldat es sehen konnte.»Wie ist dein Name?« sagte er. wie du funktionierst. »Und Fred. »Ich werde dich überall vorstellen.« Er drehte das Gummischwein herum. »Ich werde dich aufziehen. »Das ist Bonzo«.« . natürlich. aus dessen Gelenken kleine Büschel Stroh hervorschauten. »Und wie sollen wir dich nennen?« fragte Bobby.

Schließlich kletterte sie zur Spitze und drehte den Schlüssel im Schloß herum. Die Metallfigur stand still. sie zu einem Haufen zusammenzuschieben. quer durch das Zimmer auf Bobby zu. klickend und surrend. Die Figur kletterte wieder herab und kam. Dann wandte sie sich zu ein paar herumliegenden Bauklötzen herum und begann. . Quer über den Fußboden bewegte sie sich. Dann begann sie zu surren und zu klicken. Die Figur erreichte das Bett und blieb stehen. Bobby und die Stofftiere betrachteten sie voller Überraschung und Verwunderung. »Heb mich hoch!« rief sie ungeduldig mit dünner. »Los«. Plötzlich wechselte sie die Richtung und strebte auf die Tür zu. Bobby sah interessiert zu. »Warum hast du das gemacht?« fragte er.Er kehrte die Figur aufs Gesicht und zog sie vorsichtig auf. Die kleine Figur mühte sich mit den Klötzen ab. mit steifen. türmte sie zu einer Pyramide. sagte Bobby. beugte er sich vor und stellte die Figur auf den Fußboden. ruckartigen Schritten. Bobby kratzte sich verwundert am Kopf. Als der Schlüssel blockierte. Bei der Tür blieb sie stehen.

metallischer Stimme. »Sehr hübsches Zimmer. oder?« Bobby bewegte sich unbehaglich. Dinge von großer Wichtigkeit. Bobby langte nach unten. »Ich bin .« Bobby setzte den Soldaten neben sich aufs Bett. »Sei still!« befahl der Soldat. »Nichts. nur das leise Surren der Metallfigur war zu hören.« »Ist was?« Die kleine Figur musterte ihn. »Beeil dich! Sitz nicht bloß so da!« Bobby sah sie groß an. Er drehte den Kopf und blickte nach oben. Er traute seinen Augen nicht und blinzelte. Bobby schrie auf. »Heb mich aufs Bett. Ich muß ein paar Dinge mit dir besprechen. »Mach schon!« rief der kleine Soldat. Die Stofftiere sagten nichts. Im Zimmer war es still. Fest packte der Soldat seine Hand. sagte der Soldat schließlich. »Was ist los?« fragte der Soldat scharf.« Bobby rückte auf dem Bett ein Stück zurück. »Angst vor mir?« Der Soldat lachte. »Du hast vor mir doch keine Angst. »Hübsches Zimmer«.

Es wird dir doch nichts ausmachen.« »Drei… Papa und Mama und Foxie. Ich werde dir nichts tun. »Gut. »Ich verstehe. »Aber ich möchte. etwas zu tun. Unvermittelt hörte er auf. daß du denen was von mir sagst.« »Foxie? Wer ist das?« »Meine Großmutter. Drei sind kein so großes Problem. Hör mir zu. daß du etwas für mich tust. »Hör zu. du kannst mir vertrauen. Das sind nicht zu viele. »Sag schon. »Drei. In der Fabrik hieß es -« Er unterbrach sich. wie viele von ihnen? Erwachsene. Ich bin ein Freund – ein guter Freund. Ich bin dein . nicht wahr? Sag mir: Wie viele von ihnen gibt es in deiner Familie?« Bobby zögerte. Aber andere kommen von Zeit zu Zeit auch hierher? Andere Erwachsene besuchen dieses Haus?« Bobby nickte.« »Drei also.« Er spähte ein wenig besorgt empor.doch nur ein kleiner Metallmann. Ich werde eine Weile hier bei dir leben.« Die Figur nickte. Ich will nicht.« Er lachte und lachte. Nur drei. ganze fünfzehn Zentimeter groß.

»Natürlich gefällt dir das.« Er beobachtete den Jungen eingehend und ließ die Worte wirken. wie du mich richtig anreden mußt. preßte die Hände ans Gesicht. Vielleicht möchtest du wissen. Ich werde dich Sachen lehren. von mir zu hören. die du tun und sagen wirst. Möchtest du das lernen?« »Dich anreden?« Bobby starrte hinunter. Ich werde einfach hier leben. »My Lord«. »My Lord. Du brauchst ja nicht gleich jetzt damit . Du hast nichts zu befürchten. denk daran.Freund. Wie gefällt dir das?« Schweigen. »Ich werde so eine Art Privatlehrer sein. bei dir. Es wird die ohnehin nicht interessieren. zögerte. »Nenn mich…« Die Figur hielt inne. sagte die Figur unnachgiebig. Genau wie ein Lehrer das sollte.« Bobby sprang auf. Doch dann verkündete sie stolz: »Nenn mich einfach – My Lord. dein geheimer Freund. Wir können schon jetzt damit anfangen. Ich werde dir nichts tun.

das Haus war still und leer. Bobby nickte langsam.anzufangen. Es war ein winziger Spielzeugflieger. summendes Geräusch erklang.« Die Figur begann steif zu werden. Ein leises. Sie blickte zu dem Jungen hoch. murmelte er. und warmer Sonnenschein ergoß sich ins Zimmer. Das kleine Objekt kreiste ein paarmal und kam dann langsam zur Ruhe auf der weißen Decke auf der Kommode. Ziehst du mich dann fest auf? Das tust du doch. Ich bin müde.« Es war Dienstag. neben dem Metallsoldaten. Die Stofftiere befanden sich wieder im Schrank. »In Ordnung«. Bitte zieh mich in ungefähr einer Stunde wieder auf. Das Fenster stand offen. »Ich bin fast abgelaufen. nicht wahr?« Die Stimme verstummte. Bobby war in der Schule. My Lord lag auf der Kommode. »In Ordnung. Irgend etwas Kleines flog plötzlich in das Zimmer. »In einer Stunde. bequem aufgestützt schaute er durch das Fenster und ruhte sich zufrieden aus. .« Die Figur sackte ein wenig zusammen.

ungefähr die Hälfte von ihnen ist bereits vernichtet worden. daß .« Der Soldat stöhnte voll Schmerz auf. Sie reißen sich los.»Wie läuft es?« fragte das Flugzeug. die Kinder zu erreichen. Der Bote hatte recht. zertreten von Erwachsenen. oder wir haben gar keinen. Wie du weißt.« Der kleine Soldat nickte. Erwachsene zu kontrollieren. sagte My Lord. »Es wird ganz bestimmt weiterhin schlechte Nachrichten geben. »Ist soweit alles in Ordnung?« »Ja«. Es ist sehr schwierig. ist das nicht befriedigend. Nur eine Handvoll hat’s geschafft. Dort müssen wir Erfolg haben. »Die größte Gruppe fiel Erwachsenen in die Hände. oder sie warten. natürlich.« My Lord nickte düster. Sie waren nie davon ausgegangen. »Und die anderen?« »Nicht so gut. bis die Feder abgespult ist – « »Ich weiß. Einen soll ein Hund zerstört haben. Es gibt gar keinen Zweifel: Unsere einzige Hoffnung liegt bei den Kindern.« »Das war doch nicht alles! Sprich schon!« »Frei heraus. Darauf müssen wir gefaßt sein.

an dem er es unterließ. »Warum? Ist es notwendig. Er weiß. Er hatte häufig versucht. daß ich bei ihm bleiben werde.« »Ich weiß. sie zu narren und sich davonzumachen. in der Hoffnung. etwas anderes bleibt ihnen kaum übrig.eine direkte Attacke gegen die herrschende Rasse. Als untergeordnete Rasse hat man sie gelehrt. »Bereitest du den Jungen vor?« »Ja.« My Lord nickte zerstreut. daß – »Gibst du dem Kind Instruktionen?« fragte das Flugzeug. Eine weitere Stimme. Der größte Teil der Gruppe ist vernichtet worden. zu gehorchen. Kinder scheinen so zu sein. hatte versucht. der in sein Leben eindringt und ihm Befehle erteilt. Ein Teil der Gruppe mußte immerzu aufgezogen sein. wie ich schon sagte. sich zu befreien. sie aufzuziehen. Ich bin ein weiterer Lehrer. zum Sieg führen könnte. so schnell?« »Die Fabrik wird unruhig. die ihm sagt -« »Hast du die zweite Phase begonnen?« »So früh?« My Lord war verwundert. Und dann kam jener schreckliche Tag. um ihn zu beobachten. die Erwachsenen. »Wir haben . Der Spielzeughändler war ein gutes Beispiel.

und so hatten sie sich hinausgewagt. Nur drei. auf allen wichtigen Posten. die die Kinder erreichen. der Erwachsenen. Eine wahrlich tragische Entwicklung. »Selbst die.« »Drei?« My Lord starrte sein Gegenüber an. seine Gesichtszüge arretierten in eisernem Entsetzen. Nur noch drei übrig… Welche Hoffnungen hatten sie in seine Gruppe gelegt. jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens zu kontrollieren. daß du mit der zweiten Phase beginnst. klein wie sie waren und so abhängig vom Wetter – und so abhängig davon. Hände fallen würden.damit gerechnet. überleben -« »Du sollst es eigentlich nicht wissen. wir haben sehr realistisch geplant. daß viele in ihre. »Wußten. aber außer dir selbst sind nur noch drei übrig. Die Erwachsenen sind ja überall.« My Lord ballte die Fäuste. in allen Schlüsselpositionen. die Kinder erreichten.« Er ging auf der Kommode hin und her. stramm aufgezogen zu . Deshalb wurde der Wunsch geäußert. Aber sofern jene. sind einer nach dem anderen vernichtet worden. wußten um unsere Chancen. Es ist die Psychologie der herrschenden Rasse.

Wenn sie doch nur größer wären! Die Erwachsenen waren so riesig. wie sie zu bedienen sind. Aber die Kinder. und keiner weiß. aus ihrer einzigen schwachen Hoffnung? »Wie konnte das geschehen? Was ist passiert?« »Niemand weiß es. Die Fabrik ist in Aufruhr. Und jetzt gehen ihnen die Materialien aus. Es war Abend. wie du vorankommst. Einige Maschinen wollen nicht mehr. My Lord beobachtete es benommen. Der Junge saß am Tisch und .« Der Flieger flog hinauf in die Luft und hinaus durch das Fenster. Was war falsch gelaufen? Was war aus ihrer einzigen Chance geworden.werden.« Das Flugzeug manövrierte auf den Rand der Kommode zu. Es war doch alles genau geplant – Er grübelte. »Ich muß zurück. Was mochte nur geschehen sein? Sie waren sich wegen der Kinder so sicher gewesen. Ich werde später berichten und seh dann nach.

Du kannst später mit ihnen spielen. Er bewegte sich unruhig. runter auf den Tisch. »Nein. Als er nach dem übervollen Karton langte. müdem Gesicht. Don’s Spielzeugland. Ein Spielzeugladen. Geh zum Spielzeugland und sag zu dem Mann: ›Ich soll das Päckchen abholen. »Du schläfst doch nicht. Es ist nicht weit von der Schule. Er rutschte von seinem Stuhl und ging zum Schrank.starrte geistesabwesend auf sein Geographiebuch.« »Dann höre. daß du morgen nach der Schule zu einer bestimmten Adresse gehst. Schließlich klappte er das Buch zu.« Der Junge kehrte zum Tisch zurück.‹ Kannst du dir das merken? ›Ich soll das . Ich möchte. während er blätterte. klang von der Kommode her eine Stimme an sein Ohr.« »Ich hab kein Geld. Das ist alles schon lange im voraus arrangiert worden. den Kopf auf seinen Armen. mit teilnahmslosem. »Später. Ich muß etwas mit dir besprechen. Vielleicht kennst du ihn. oder?« sagte My Lord. sank tiefer.« »Das macht nichts. Er nickte.

Draußen war der Morgen grau und öde. Seine Finger umschlossen Teddos Beine. »Nicht vergessen«. »Tust du das? Diese Phase des Plans ist äußerst wichtig.Päckchen abholen. Dann setzte er seine Mütze auf und nahm seine Schulbücher.« Beschwörend rang er die Hände. »Nettes modernes Spielzeug. Lange Zeit saß er völlig . Der Junge kämmte noch ein paar Haarsträhnen zurecht.‹« »Was ist in dem Päckchen?« »Ein paar Geräte und ein Spielzeug für dich. zwei Panzer und ein Maschinengewehr. Regen fiel langsam und lautlos.« Die Metallfigur rieb sich die Hände. Und ein paar Ersatzteile für -« Auf der Treppe draußen waren Schritte zu hören. Etwas. Er ging zum Schrank und langte hinein. Plötzlich setzte der Junge seine Bücher wieder ab. Der Junge setzte sich auf das Bett und hielt Teddo gegen seine Wange. was zu mir paßt. sagte My Lord nervös. und er zog den braunen Bären heraus.

in sich versunken mit dem Stoffbären so da. konnte gar nichts mehr schiefgehen. weil sie zu winzig. Er ging durch das Zimmer zur Tür. Bobby ging eilig zum Schrank zurück und legte Teddo in den Karton. Vielleicht würden sie eine zweite Fabrik einnehmen. My Lord triumphierte. um selber größere Lords zu produzieren. Als er die Tür öffnete. Würde die Bewegung fehlschlagen. wie das Kind unglücklich die Treppe hinunterstapfte. sich in nichts auflösen. Es klappte ausgezeichnet. so absolut winzig. nur ein wenig größer. Ja. Oder. wenn sie doch nur größer sein könnten. Dann sah er plötzlich zur Kommode. »Denk an Don’s Spielzeugland…« Die Tür schloß sich. Bobby tat es zwar nicht gern. wo My Lord ausgestreckt und stumm lag. My Lord hörte. Und wenn sich die Geräte und die Ersatzteile und die Waffen erst einmal hier in Sicherheit befanden. aber er tat es. nur ein paar Zentimeter groß. Sie waren so klein. besser noch: Preßformen und Maschinen bauen. zu zerbrechlich waren? . regte sich die kleine Metallfigur auf der Kommode.

daß er von allein da herunterkommt. Ihr seid schon viel zu lange dort oben. das für die – Irgend etwas bewegte sich.Aber mit Panzern und Maschinengewehren! Und doch – von allen Päckchen. »Bonzo«. »Noch nichts. So ist es.« Mit einem einzigen Satz gelangte das Stoffkaninchen auf das Fensterbrett. hereingekommen. wenn ich mich nicht sehr täusche.« »Gut. sollte dies das einzige sein. Schnaufend erreichte es die Kommode. das einzige. »Dann will ich mal rauf und ihn holen«. Aus dem Schrank kam Teddo mit tapsigen Schritten. geh hinüber zum Fenster. »Kleiner Lord. Fred. Wir müssen ein . Er blickte hinauf. sagte es. »Ich glaub nicht. »Bonzo. sagte er.« Teddo bewegte sich in Richtung Kommode. das Gummischwein. glaube ich. Rasch drehte sich My Lord herum. bitte kommt herunter. kam aus dem Schrank. Dort kauerte es und spähte nach draußen.« My Lord starrte ihn an. die mit so viel Umsicht in dem Spielzeugladen deponiert worden waren.

geschwind hoch. die Ohren flach am Kopf. »Das Paket mit dem Spielzeug. My Lord wich zur Wand zurück und spähte hinab in die Tiefe zum Fußboden. Gleichzeitig kletterte Teddo. »Was ist hier los?« Fred sprang. Hoffen wir.« Er sprang. Geschickt schwang er sich über den Rand. wie wir nebenan geholfen haben.« »Was meinst du?« sagte Fred. daß der Rest ebenso leicht ist. Nachdem sie alle Einzelteile zusammengelesen und unter den Teppich gekehrt hatten. Dann ist also alles raus. Wißt ihr noch. sagte Teddo: »Dieser Teil war leicht. murmelte er.« »Ach.bißchen nachhelfen. dem ersten. die auf uns wartet. damit kennen wir uns doch aus. Die Panzer und die Gewehre. »Ich verstehe. »Das ist also mit den anderen geschehen«. Eine Organisation.« »Was tust du?« schrie My Lord. die Griffe der Kommode nutzend. mit diesem ersten kleinen Lord. den wir je zu sehen . auf seine Hinterbacken. Das Gummischwein setzte sich.

. was mich betrifft.« »War nicht das letzte Mal«. War zäher als der hier. »Hat einen tollen Kampf geliefert. sagte Fred.« »Mir auch«. Allerdings hatten wir auch die Pandabären von gegenüber dabei. sagte Bonzo vom Fenster her.gekriegt hatten -« Teddo lachte. mir macht es immer wieder Spaß. »Also.

« »So?« Würdevoll drehte sich der Optus um. Captain Franco schlenderte gemächlich die Laufplanke herunter und grinste.« Er sah zu den Tieren. »Was haben Sie?« fragte er.Und jenseits – das Wobb Sie waren mit Beladen fast fertig.« Der Optus erwiderte nichts. Gehen Sie nicht weg. »Moment. Der Captain setzte seinen Stiefel auf den Saum des Gewands. . Er raffte sein Gewand zusammen und wandte sich ab. »Sie bekommen das alles doch bezahlt. »Ich kehre ins Dorf zurück. Ich bin noch nicht fertig. Draußen stand der Optus mit verschränkten Armen und düsterer Miene.

Franco sah.Vierbeinern und Vögeln. wie er verschwand.« Franco zündete sich eine Zigarette an. »Wir machen hier ein gutes Geschäft. die die Laufplanke hinauf in das Raumschiff getrieben wurden.« »Bis später. »Wie das wohl kommt?« »Was ist los mit Ihnen? Wir brauchen die Tiere. »Wir müssen wieder auf die Jagd gehen. stand er da und starrte das Ding an. Captain. als er es plötzlich sah.« Der Offizier drängte sich zwischen den langbeinigen Mars-Stelzvögeln die Laufplanke hinauf ins Schiff. Er wollte ihm gerade folgen. und zwar dringender als die. Franco trat zum ersten Offizier unten an der Planke. Peterson kam mit hochrotem Kopf den Pfad entlang und führte es . »Wie läuft es?« fragte er. »Na und? Sie und Ihre Leute können jederzeit raus in die Steppe und finden neue Beute.« Der Offizier schnitt eine säuerliche Grimasse. »Mein Gott!« Die Hände in die Seiten gestemmt. Aber wir. wenn wir auf halber Strecke zwischen Mars und Erde sind -« Der Optus ging wortlos davon. Er warf einen Blick auf seine Uhr.

und es schlug mit seinem Schwanz nach ihnen. Sir. Franco ging auf ihn zu. schlaffer Körper kam langsam zur Ruhe. für fünfzig Cents. Da saß es. »Das ist ein Schwein! Ein riesiges. »Das ist ein Wobb«. und für eine Weile schwiegen die Männer. ein Schwein. schräg abfallende Seite des Wobbs.« »Ein riesiges Schwein. Ein paar Fliegen summten um seine Flanke. Muß an die vierhundert Pfund wiegen. »Ging nicht schneller. »Was ist das denn?« Das Tier blieb stehen. sein mächtiger.an einem Strick. dreckiges Schwein!« »Ja.« Franco packte ein Büschel borstiger . Captain«. Die Eingeborenen nennen es Wobb. Er sagte. es sei ein sehr ungewöhnliches Tier. Genießt hier großen Respekt. sagte Peterson schließlich. »Ich hab es von einem Eingeborenen bekommen.« »Das da?« Franco stieß gegen die mächtige. sagte er und zerrte an dem Strick. Mit halbgeschlossenen Augen setzte es sich hin.

Dann zuckte sein großes Maul. ächzte Jones und zerrte am Strick. scheuerte sich an den glatten Chromwänden die Haut ab. feuchten Augen öffneten sich. »Das werden wir schon noch herausfinden«. das Wobb heraufzuschaffen. befahl Captain Franco seinen Leuten. Eine Träne rollte die Wange des Wobbs herunter und platschte auf den Boden. . »Vielleicht ist es ja genießbar«. sagte Franco. Das Wobb krümmte sich. »Komm schon«. um was es sich bei diesem Tier genau handelte. Das Wobb überlebte den Start und schlief tief und fest im Laderaum des Schiffs. Seine kleinen. damit er sich ein Urteil bilden könne. Als sie sich draußen im Weltraum befanden und alles reibungslos lief. Es platzte in den Vorraum und sackte dort zu seinem Haufen zusammen. sagte Peterson verlegen. Das Wobb japste.Haare. Grunzend und schnaufend quetschte sich das Wobb durch die Gänge. Die Männer sprangen auf.

»Was hat es?« French trat näher.« Er ging zum Wobb und beäugte es kritisch.« Er versetzte dem Wobb einen Fußtritt. French schüttelte den Kopf. Sir«. um etwas Wasser zu holen. »Sie haben es für fünfzig Cents bekommen?« »Ja. Das Wobb stand mühsam auf. »Kein Wunder. es hechelte. »Dann wollen wir mal sehen.« Peterson kam mit dem Wasser zurück. ein Wobb«. Das Wobb rollte traurig die Augen. Ich mußte die ganze Ballastkalkulation neu durchgehen. sagte Peterson. es hat Durst«. »Was ist denn das?« »Peterson sagt. »Es gehört ihm.»Du lieber Gott«. Captain Franco erschien in der Tür. Ich . sagte French. sagte Peterson. Er ging. »Ist ihm schlecht?« Sie beobachteten es. Sein Blick glitt über die Männer. Das Wobb begann dankbar zu schlürfen und bespritzte dabei die Männer. daß wir beim Start solche Schwierigkeiten hatten. sagte Jones. »Ich glaube. »Es frißt fast alles.

daß wir von anderen Dingen sprechen. das ist doch die Frage? Hat wohl kaum Sinn. »Captain«. »War da was?« fragte Franco. sagte Peterson. Es kommt mir fett genug vor. Und dann mit Kartoffeln und Brei und Essensresten und Milch. Ich will wissen -« Das Wobb hörte auf zu schlabbern und blickte hoch. »Gerade eben?« »Das Wobb. Sir«. »Aber wie schmeckt es. »Was hat es gesagt? Was hat es gesagt?« Franco trat zum Wobb. Er ging einmal um es herum und betrachtete es von allen Seiten. Dann kam er wieder zurück und stellte sich zu den Männern. . das mochte es. Es scheint gern zu fressen. »Ich schlage wirklich vor.« Im Raum war es still. so«.« Alle sahen das Tier an. sagte Captain Franco. es noch mehr zu mästen. »Es hat gesprochen. Nach dem Fressen legt es sich hin und schläft.« »So.hab es mit Getreide gefüttert. sagte das Wobb. Wo ist der Koch? Er soll herkommen.

« »Du liebe Güte!« rief das Wobb. daß da jemand drin ist«. vielleicht steckt ein Eingeborener da drin«. kommen Sie raus!« Nichts rührte sich.»Wer weiß. Das Wobb schlug mit dem Schwanz. wir sollten uns einmal unterhalten«. »Bitte um Entschuldigung«. Es rülpste. »Es soll zubereitet werden. Sie sahen einander an. sagte das Wobb. sagte Franco. töten und aufschneiden?« Franco ballte die Fäuste. Die Männer standen mit verdutzten Gesichtern beisammen und starrten das Wobb an. Wiegen Sie es. »Was ist denn das für ein Ding?« »Das ist ein Wobb«. »Sie haben mich gerufen. Der Koch kam herein. und finden Sie raus -« »Ich glaube. »Vielleicht sollten wir es aufschneiden und nachsehen. »Ich würde gern mit Ihnen darüber . sagte er nachdenklich. sagte Jones leise. sagte das Wobb. woran Sie und Ihresgleichen denken können. »Ich glaube nicht. »Ist das das einzige. »Kommen Sie da raus! Wer Sie auch sind. Captain?« sagte er.

ich bin in der Küche. was das wohl werden soll«. »Komm in mein Büro«. . sagte es. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und faltete die Hände. daß Sie und ich in einigen grundlegenden Dingen nicht ganz übereinstimmen. Das Wobb erhob sich und trottete hinter ihm her.diskutieren.« Mit einem Seufzer ließ sich das Wobb in der Ecke nieder.« »Ja«. wie es die Treppe hinaufstieg. Mir scheint. ja. Wenn man so konstituiert ist wie ich « Der Captain nickte ungeduldig. »Ja. Captain. Sie hörten. sagte der Captain schließlich. als es hinausging.« Der Captain brauchte für seine Antwort viel Zeit. Wenn ihr was wißt. »Sie müssen verzeihen«. wenn es Ihnen recht ist. Er drehte sich um und verließ den Raum. »Möchte wissen. sagt mir Bescheid. »Aber ich bin süchtig nach jeder Form von Entspannung. sagte Jones. Das Wobb wartete gutmütig und leckte sich das Wasser von den Backen. sagte der Koch. Die Männer beobachteten es. »Also.

meine ich. »Ich glaube schon. Es fällt uns schwer. »Sehr alt und gewichtig. Natürlich. Es war für uns zwecklos. uns zu bewegen. »Fangen wir an.« »Wir sind eine sehr alte Rasse«. »Telepathie. auf physische . Ist das korrekt?« Das Wobb zuckte die Schultern.« »Und woher kannst du es dann?« »Englisch sprechen? Spreche ich Englisch? Es ist mir nicht bewußt. sagte der Captain. vor allem den semantischen Speicher. Du bist ein Wobb. wenn Sie so wollen -« »Ich verstehe«. daß ich irgend etwas Spezielles spreche. So nennen uns jedenfalls die Eingeborenen. Sie werden verstehen.»Also gut«. Wir haben unsere eigene Bezeichnung. sagte er. daß etwas so Langsames und Schwerfälliges agileren Lebensformen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist.« »Und du sprichst Englisch? Du hattest bereits früher einmal mit Erdmenschen Kontakt?« »Nein. Ich habe nur Ihr Bewußtsein sondiert -« »Mein Bewußtsein?« »Ich habe seinen Inhalt studiert. sagte das Wobb.

ein paar Happen für Ihre Lieblingskatze -« »Du kannst also Gedanken lesen?« sagte der Captain. um zu kämpfen. ein kleinerer Teil im Topf. Wir leben und lassen leben. Captain. genügsam. Wir können fast alles essen. um zu laufen. gekocht zu werden. »Und darum protestiere ich nachdrücklich dagegen. So sind wir durchgekommen. »Ist ja interessant. Einige Marsvögel sind . ich meine. irgend etwas in dieser Art?« »Nun. Sie halten es gut in Ordnung.« Das Wobb sah den Captain an. sagte das Wobb geistesabwesend und sah sich im Raum um. Ich kann die bildliche Vorstellung in Ihrem Bewußtsein sehen – ein Großteil von mir landet im Kühlraum. Kannst du noch etwas. zu weich. Ich empfinde Hochachtung vor ordentlichen Lebensformen. Tolerant. »Ein schönes Zimmer haben Sie hier. Wir sind sehr genügsam. Wie hätten wir siegen sollen? Zu schwer. um zu jagen -« »Wovon lebt ihr dann?« »Pflanzen. noch so dies und das«.Verteidigungsmöglichkeiten zu bauen. zu gutmütig. anpassungsfähig. Gemüse.

was nicht reingehört. Aber wie kann zwischen Ihren Leuten und meinen ein dauerhafter Kontakt hergestellt werden. Sie werfen aus ihren Nestern raus. was wir die nächsten vier Wochen essen sollen. wenn Sie ein derart barbarisches Verhalten an den Tag legen? Mich essen! Sie sollten lieber mit mir philosophische Fragen diskutieren. Philosophie. »Um wieder zum Thema zu kommen -« »Richtig. Der Geschmack. ja.« Der Captain nickte. Es dürfte dich vielleicht interessieren.recht ordentlich. Unglücklicherweise ist uns nämlich Proviant verdorben und -« »Ich weiß. »Philosophie. hab ich mir sagen lassen. »Aber wäre es nicht eher in Übereinstimmung mit euren demokratischen Prinzipien.« Das Wobb nickte. und fegen sie aus -« »Ja. wenn wir Strohhalme zögen oder irgend etwas in der Art? Schließlich ist Demokratie dazu da. Minderheiten vor solchen . Sie sprachen davon. daß wir nicht recht wissen. Ein bißchen fett. ist gut. mich zu verspeisen. aber sehr zart. Kunst -« Der Captain erhob sich.

Er richtete sich auf seinem Stuhl auf. die . Er ging zur Tür. sagte das Wobb. »Von wegen«. ging es den Gang entlang. mit weit geöffnetem Mund und stierem Blick.Übergriffen zu schützen. sagte er. Tief in Gedanken versunken. Und erstarrte.« »Ich verstehe Ihren Odysseus als eine Gestalt. »Fahren Sie fort«. Dann schob es sich am Captain vorbei und trottete aus dem Raum. die allen Mythologien jener Rassen gemein ist. Odysseus -« Peterson saß stumm da und blickte zu Boden. »wir haben einen gemeinsamen Mythos. »Sie sehen also«. seine Finger umklammerten den Türgriff. wenn jeder von uns eine Stimme abgeben würde -« Der Captain kam um den Schreibtisch herum. Das Wobb betrachtete ihn. Ischtar. »Bitte fahren Sie fort. Im Raum war es still. sagte er. In Ihrem Bewußtsein finden sich viele mythische Symbole. Also. die auch uns geläufig sind. Er machte den Mund auf.

»Kommen Sie her«. Der Wanderer kehrt zurück in sein Land.« Peterson blickte hinaus durch die Sichtluke zu den Sternen – unzählige Sterne. zu seinen Vorfahren…« Die Tür öffnete sich. »Alles in Ordnung mit dir?« fragte French. die intensiv in der Leere des Universums brannten. und sie endet. »Was soll mit mir sein?« Franco senkte sein Gewehr.« »Aber Odysseus kehrt wieder zurück. »Meinst du mich?« fragte Peterson überrascht. der sich seiner selbst als Individuum bewußt ist. »Am Ende kehrt er nach Hause zurück. der Trennung von Familie und Heimatland. Ein Prozeß der Individuation. Captain Franco kam in den Raum. Das Wobb hielt inne und drehte seinen großen Kopf herum. eine kurze Reise der Seele. »Stehen Sie auf und kommen .« »So wie alle Lebewesen. Die Trennung ist nur von vorübergehender Dauer.sich ihrer selbst bewußt sind. Das nämlich ist die Idee der Trennung. gefolgt von den Männern. Sie zögerten an der Tür. Sie beginnt. Ich interpretiere Odysseus als einen Wanderer. sagte er zu Peterson.

die Angst stand ihm . mich zu essen. »Schießen Sie schon«. »Was habt ihr denn?« Captain Franco ging auf das Wobb zu.« Das Wobb erhob sich grunzend. Das Wobb blickte auf von seinem Platz in der Ecke. »Was soll das?« Peterson befreite sich von dem Griff. »Wenn Sie es wünschen. »Gehen Sie nur«. sagte Franco.« »Steh auf«. sagte French. sagte das Wobb. Das ist alles nicht so einfach für mich. sagte das Wobb.« Peterson schwieg.« Peterson stand auf. »Aber warum denn?« »Das ist ein Befehl. woher das rührt. »Um Himmels willen!« rief Peterson.« Peterson ging zur Tür.« Keuchend stand es auf den Beinen mit albern baumelnder Zunge. »daß Sie derart besessen sind von der Idee. Jones drehte sich rasch zu ihm herum. wo es dicht an die Wand gepreßt lag.Sie her. »Es spielt keine Rolle. »Haben Sie ein wenig Geduld. »Es ist interessant«. French ergriff seinen Arm. Ich frage mich.

daß ich mich begierig in den Tod stürze? Ich bin ein vernunftbegabtes Wesen wie Sie.« »Wer? Der Captain?« Peterson sah sich nach ihm um. »Also«.ins Gesicht geschrieben. »Sie haben ziemlich große Angst.« Sie sahen zum Wobb. mit offenem Mund. »Sie haben ihn nicht gesehen – wie eine Statue stand er da. sagte Franco. »Aber es ist doch jetzt alles wieder in Ordnung mit ihm. »Habe ich Ihnen irgend etwas getan? Ich bin grundsätzlich gegen jede Gewaltanwendung.« Die Männer traten beiseite in Richtung Tür. Wenn wir nicht nach ihm gesehen hätten. »Aus dem Weg. Ich schlug daher dem Eingeborenen vor -« Das Gewehr zuckte. das ist alles. sagte Franco. nicht wahr?« sagte das Wobb. sein mächtiger Brustkorb hob und senkte sich. »Na also«. Ich habe nur versucht. »Hab ich’s mir doch . Hätten Sie von mir erwartet. Ich war neugierig darauf. mich zu schützen. Ihr Schiff zu sehen und etwas über Sie zu erfahren. das mitten im Raum stand. würde er jetzt noch da stehen.

gedacht. daß wir uns nahe bei den Düsen befinden. Atomkraft. sagte das Wobb. »Sehen Sie zu. »Hat es uns irgend etwas getan? Was für einen Schaden hat es schon angerichtet? Ich frage euch! Außerdem gehört es . legte seinen Schwanz an. Zielen Sie nicht auf die Brust. »Das heißt. die sich stumm und mit schreckgeweiteten Augen hinter ihm drängten.« French nickte. Offensichtlich ist in ihrer wissenschaftlichen Hierarchie kein Platz für die Lösung moralischer. Es streckte die Klauen aus. Sie haben viele wunderbare Dinge auf diesem Gebiet vollbracht – technisch gesehen.« »Hört doch mal zu«. Wenn der Brustkorb zertrümmert wird. müssen wir nachher die Knochensplitter raussuchen.« Das Wobb legte sich ächzend wieder nieder. Aufgepaßt. ethischer -« Franco drehte sich zu den Männern um. »Es ist schön warm hier«. sagte Peterson und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. »Es geht los. Das kann man ohnehin nicht essen. daß Sie das Gehirn treffen.

Ihr habt kein Recht. sagte French. »Es hat mit mir über Mythen gesprochen«. »Können Sie das?« Der Captain schaute auf das Tier herab.immer noch mir. sagte Jones. starrte auf das Gewehr. Peterson verharrte in der Tür.« »Ich auch nicht«. »Ich geh raus«. Es gehört euch nicht. »Ich will das nicht sehen. sagte er. Murmelnd gingen die beiden Männer hinaus. »Ich kann dir ins Auge blicken«. »Zu Hause auf der Farm hatten wir Schweine. Es gibt da eine Parabel. »Es würde niemandem etwas tun. daß Sie es tatsächlich tun wollen.« Er ging hinaus. sagte es. Franco trat auf das Wobb zu. »Eine sehr dumme Geschichte«. sagte er. »Ich bin betrübt. Es schluckte.« Franco hob sein Gewehr. die Ihr Erlöser einmal erzählte -« Es brach ab. sein Gesicht sah bleich und elend aus. Das Wobb schaute langsam auf. es zu erschießen. »Können Sie mir ins Auge blicken und es tun?« sagte das Wobb. dreckige .

Er schaute zu Peterson. Es schmeckte ausgezeichnet. »Ein Stück Fleisch? Oder noch etwas Wein?« »Für mich nicht. Er öffnete den Mund. »Bis nachher. Ein paar weitere Männer entschuldigten sich. Nur Captain Franco schien sich prächtig zu amüsieren. Peterson starrte auf seinen Teller. funkelnden Augen – und drückte ab.« Jones schob seinen Stuhl zurück und stand auf. danke«. auf die Kartoffeln. »Ich glaube. Bedrückt saßen sie am Tisch. die grünen Erbsen und die dicke Scheibe zarten. »Noch ein Stück?« fragte er und blickte sich um.Spitzrückenschweine. ich geh mal wieder in den Navigationsraum. kaum einer hatte richtig gegessen. warmen Fleisches. Er brachte keinen Ton . sagte French.« Der Captain sah ihnen nach. »Was ist denn los mit denen?« fragte der Captain.« Er sah dem Wobb starr in die feuchten.« »Ich auch. Und wie ich das kann.

dieses Mahl war ein Genuß. Wirklich großartig.heraus. Aber in der Vergangenheit war mir ein solcher Genuß nun einmal versagt. »Na. »Also ich. Zwei weitere Männer standen auf und gingen hinaus. Der Captain trank etwas Wasser und seufzte. Der Captain legte seine Hand auf Petersons Schulter. »ich muß schon sagen. meditieren. Der Captain sah ihn an. die eine lebende Kreatur genießen kann. sagte er. Er beugte sich vor. Essen ist eines der großartigsten Dinge. »Die Lebenskraft ist fort. Essen. ich esse für mein Leben gern. Peterson blickte niedergeschlagen auf den Tisch. ruhen.« Er aß und tunkte etwas Brot in die Soße.« Er tupfte sich die Lippen mit seiner Serviette ab und ließ sich gegen die Stuhllehne sacken. diskutieren. »Kopf hoch! Lassen Sie uns . »Also«. na«. sagte er. sagte er. »Es ist jetzt bloß noch organischer Stoff«. Mir ist viel Gutes von dem Geschmack des Wobbs berichtet worden – und es war nicht übertrieben.« Peterson nickte.

»Wie ich bereits sagte. »Odysseus. sagte der Captain. bevor ich unterbrochen wurde: die Rolle des Odysseus in den Mythen -« Peterson richtete sich mit einem Ruck auf und starrte ihn an.« Er lächelte. »Um den Gedanken zu Ende zu bringen -«. wie ich ihn verstehe -« .ein wenig diskutieren.

»Warum haben wir dann diesen weiten Weg gemacht?« fragte Dorle und sah die anderen Männer an. »Allmächtiger!« Abrupt wich er zurück und stieß gegen Dorle.« »Lassen Sie mich mal sehen«. sagte Tance. was wir gesehen haben. wie vermutet«. »Es war Kernspaltung. Aber es ist kein schöner Anblick. sagte er schließlich. Rasch regulierte er den Fokus. Er beugte sich vor und kniff die Augen zusammen. auch nur zu landen. Er seufzte und schob das Okular von sich fort.Die Kanone Der Captain spähte durch das Okular des Teleskops. »Völlig sinnlos. Wir . den Chefnavigator. »Wer von Ihnen durchsehen möchte – bitte. der Archäologe.

Nichts bewegte oder regte sich. »Bin gespannt.« »Vielleicht hat er recht«. antwortete der Captain. die in Abständen emporragten. Aber haben wir das denn nicht erwartet? . die sich bis zum Rand des Planeten erstreckte. durchbrochen nur von Felshügeln.« Er versuchte zu lächeln.können gleich umkehren. Alles war still. eine endlose Oberfläche aus Grau. wenn ich darf. murmelte der Biologe. daß es narbige. Er sah eine ungeheure Ebene. Zuerst glaubte er. ich werde da wohl keine Hülsenfrüchte finden. sagte Fomar und löste sich vom Okular. »Aber ich möchte es mit eigenen Augen sehen. doch seine Lippen blieben unbewegt. geschmolzene Schlacke war. »Der größte Teil der Atmosphäre ist verseucht. ich kann’s erraten«. »Ich glaube.« Er schob sich an Tance vorbei und blickte durch das Teleskop. was die atmosphärische Probe ergeben wird«. doch nach einem Augenblick wurde ihm bewußt. »Ich verstehe«. sagte Tance. blickte starr an den anderen vorbei. »Tja. Er trat beiseite und stand allein da. es sei Wasser. tot.

Plötzlich fuhr Nasha zusammen. müssen eine furchtbare Sache sein. Leben kann da unmöglich existieren. Die Atmosphäre ist verseucht. »Was sagt das Skop? Gut oder schlecht?« »Schlecht. »Schauen Sie! Dort drüben am Rand. geschwärzte Schlacke. das Wasser verdampft. wie er im Kommandoraum verschwand.« Würdevoll und mit unbewegter Miene entfernte er sich durch den Gang. Als der Captain die Tür schloß. rauh und narbig. drehte sich die junge Frau herum. so daß unter ihnen die Oberfläche des Planeten sichtbar wurde. stumm und verstört. die bis zu unserem fernen System hin sichtbar sind. und dann und wann Haufen aus Fels.Ich versteh nicht. Sie sahen. Sehen Sie es?« . Meilenweit erstreckte sich öde Verwüstung. das gesamte Festland eingeäschert.« »Könnten sie nicht im Untergrund leben?« Der Captain schob den Schirm der Sichtluke zurück. warum wir so überrascht sind. Kernspaltungen. Beide starrten hinab.

« »O Gott«. Eine Stadt? Gebäude irgendeiner Art? »Bitte. weiße Kügelchen auf der toten Haut des Planeten. »Da lebt nichts und niemand«. wie er es wagen konnte. Als sie über die weißen Punkte kamen. Es war rund. wie die Ruinen hinter ihnen verschwanden. daß der größte Teil der Mannschaft . Sie strich sich das dunkle Haar aus dem Gesicht.« Das Schiff änderte seinen Kurs und wendete. murmelte Nasha. sagte Nasha aufgeregt. In einem Halbkreis ragten die weißen Quadrate aus der Schlacke heraus. was es ist. »Piers aus irgendeiner Art Stein. keine zufällige Formation. zerbröckelt und rissig. ich weiß.Sie sahen hin. Vielleicht aus gegossenem künstlichem Stein. »Ich denke. »Wie schrecklich. sagte er.« Sie beobachtete. »Piers«. wir kehren sofort um. sagte der Captain schließlich. ein Kreis aus Punkten. Die Überreste einer Stadt. brachte der Captain das Schiff so weit nach unten. »Wenden Sie das Schiff. und lassen Sie uns nachsehen. kein Fels. Irgend etwas erhob sich da. wie hohle Backenzähne. wenden Sie das Schiff«.

Setzen Sie sich über den Sender mit der Regierungsempfangsstation in Verbindung und berichten Sie.das will. »Helft mir!« rief Dorle. was wir gefunden haben und daß wir « Er taumelte. Die Decke klaffte auf. Der Captain lag auf dem Boden bei dem zerschmetterten Schaltpult. Das Schiff wurde durchgeschüttelt. krachte gegen das Schaltpult. Der Captain stürzte zu Boden. die klaffenden Löcher im Schiffskörper zu schließen. Die erste Atomgranate hatte das Schiff getroffen und herumgewirbelt. Leitung in Brand geraten. als sich die automatische Steuerung einschaltete. Träger und Verstrebungen wurden verdreht und verbogen. durch die kostbare Luft entwich und in die jenseitige Leere strömte.« Zwei Männer . traf die zweite Granate. »Hier brennt’s. Draußen waren die Männer bereits dabei. sackte plötzlich tiefer. In der Ecke versuchte Nasha. Papiere und Instrumente regneten auf ihn herab. stabilisierte sich dann. Als er sich erheben wollte. sich aus den Trümmern zu befreien.

»Wir könnten natürlich die Fettvorräte aufspalten. blaß und ernst studierten sie die Inventarlisten. sagte er. Er trug einen Druckanzug. es gab noch immer viele kleine Lecks. der über die Oberfläche des Planeten geblasen wurde. aber -« . Tance sah hilflos zu.kamen angerannt. »Aber wie kann -« »Helfen Sie uns«. wir müssen das Schiff landen!« Es war Nacht. Über ihnen funkelten ein paar Sterne. blinkten durch den Schwemmsand. sagte Fomar. halb zu sich selbst. »Ein scheußlicher Ort. Mit gerunzelter Stirn spähte Dorle hinaus.« Er nahm seine Arbeit wieder auf und trieb mit einem Hammer die Dellen im metallenen Schiffsrumpf aus. seine Brille war zerbrochen und verbogen. »Helfen Sie uns. »Es gibt also doch Leben«. »Knapp an Kohlenhydraten«. Nasha und Fomar saßen am Schaltpult im Kommandoraum. an den es uns da verschlagen hat. und in das Schiff waren bereits radioaktive Partikel aus der Atmosphäre eingedrungen. sagte Fomar im Vorübereilen.

Die erste Granate hat uns außer Gefecht gesetzt. Dort war ein tiefer Schnitt. Nichts. was wir gebrauchen könnten. die . würde ein Erkundungstrupp finden?« Fomar zuckte die Schultern. glauben Sie.« Nasha ging zum Fenster. »Nicht viel. noch immer rot und geschwollen. »Sieht wenig einladend aus. »Das ist es.« Sie schritt auf und ab. mit einer Waffe auf uns gezielt.« Nasha blieb stehen. wäre toxisch. »Wie erklären Sie dann – das? Nach Ihrer Theorie müssen die Bewohner in ihrer Haut geröstet worden sein. Was immer sich dieser Umgebung anpassen würde. was mir Sorgen macht.« »Und die Entfernung gemessen«. wie Kartoffeln überm Feuer. eine sehr schlanke und kleine Gestalt mit vor Müdigkeit düsterem Gesicht. eine Entscheidung getroffen. Aber wer hat auf uns geschossen? Irgend jemand hat uns entdeckt. sagte der Captain mit schwacher Stimme von der Pritsche in der Ecke. tödlich. die hier und dort in Felsspalten wachsen. rieb sich die Wange. Vielleicht irgendwelche Moose. »Was.»Ich frage mich. ob wir da draußen nicht irgendwas finden könnten.

das die Projektile abgefeuert hat. »Ein Paradox«. Was für eine sonderbare Situation! Unser logisches Denken sagt uns. das Schiff startklar zu machen für den Rückflug. Metall braucht keine Luft zum Atmen. sagte Nasha. daß kein Leben existieren kann. Ein so leichtes Ziel sind wir nicht. Sie waren gut gezielt. vielleicht wissen wir die Antwort. bis wir starten können«. Metall braucht keine Nahrung und kein Wasser. »Nun. Bis dahin sollten wir weiterhin alles daran setzen. »Weshalb nicht auch Menschen?« »Das ist nicht dasselbe.« Fomar nickte. »Auf jeden Fall meine ich. der ganze Planet ist ausgebrannt.« »Stimmt. perfekt gezielt.« Alle schwiegen. Metall bekommt keine Leukämie durch radioaktive Partikel. . die Atmosphäre praktisch verschwunden.« »Es wird Tage dauern. völlig verseucht. sagte Nasha. wir sollten am Morgen einen Suchtrupp ausschicken.zweite hat uns fast zerstört. bevor wir uns von hier verabschieden.« »Das Geschütz. hat überdauert«.

daß irgend jemand unter Umständen freundlich gesinnt ist. Wir können es uns nicht leisten. Die haben auf uns gefeuert. Vielleicht finden Sie ja – woran waren Sie noch so interessiert?« »Hülsenfrüchte. Was für ein sonderbarer evolutionärer Zug.« Nasha lächelte ein wenig.« Die Sonne ging auf. kalt und unansehnlich. »Wir schicken Sie mit dem ersten Trupp los. Krieg innerhalb der eigenen Art.sagte Fomar. wer wir sind und was wir wollen.« »Vielleicht finden Sie ja welche. Aber -« »Aber was?« »Aber seien Sie auf der Hut. sprangen aus der Luke hinunter auf den harten . sagte Fomar. zwei Männer und eine Frau. Die drei Menschen. ohne auch nur zu wissen. Eßbare Hülsenfrüchte. »Wir sollten jetzt ein wenig schlafen. Glauben Sie. Kampf der Rasse unter sich!« »Das werden wir morgen erfahren«. daß die gegeneinander gekämpft haben? Vielleicht konnten sie sich nicht vorstellen. einen Trupp loszuschicken. »Wir sollten jeden Mann zum Arbeiten hierbehalten.

und mir scheint. sagte Nasha. ich würd mich freuen. »Ich hab zwar gesagt. mal wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Der Schock hat sein Herz angegriffen. »Hier zu mir her. Ich habe über die Situation nachgedacht. Er war fast sechzig. Da Sie jetzt Vize-Captain sind -« »Nein. Der Captain liegt im Sterben. Nasha warf ihm einen Blick zu. »Das ist schlimm. wenn jemand anderes die Führung übernimmt.« Dorle nickte. aber -« »Kommen Sie mal«. ihre Metallschuhe knirschten über den Boden. »Hören Sie. ich würde es lieber sehen. »Was für ein Tag«. Ich hab großen Respekt vor ihm. Außer uns beiden weiß das niemand. ich sollte mein Amt demjenigen zur . Tance?« Tance nickte düster. sagte Dorle mürrisch. vielleicht Sie oder Fomar. Dorle holte Nasha ein. Sie gingen nebeneinander. Ich möchte Ihnen etwas sagen. Am Ende der Tagesperiode dieses Planeten wird er tot sein. Seinen Platz als Captain werden natürlich Sie einnehmen. Würden Sie uns entschuldigen. wie Sie wissen.Boden.

»Das hier stammt von einer Turmwindmühle. Schauen Sie. der Captain sein möchte.« Sie blieben stehen und ließen Tance aufschließen. »Seht ihr? Dieser ganze Ort ist eine natürliche Schüssel.Verfügung stellen. sagte sie. Dorle blickte sich nachdenklich um. »Ich glaube.« Nasha musterte den hochgewachsenen.« Sie wanderten in den Trümmern umher. hoben einzelne Brocken auf. Schaut. Aber entscheiden Sie selbst. Soll Fomar das machen. der in seinem Druckanzug neben ihr einherschritt. ein riesiges Tal. das war eine Farm«. blonden Mann. der ein Stück Holz untersuchte.« »Wirklich?« Nasha nahm das Stück und drehte . Vielleicht ist ein Teil der gewaltigen Explosion hier abgelenkt worden. »Wir könnten es doch zumindest eine Zeitlang versuchen. da vor uns ist etwas. »Ich würde Ihnen den Vorzug geben«. Vor ihnen lag eine Art Gebäuderuine. wie sich auf allen Seiten die Felsformationen erheben und die Talsohle schützen. ich will nicht Captain sein. sagte Tance.« »Nun. Dann würde ich ihm die Verantwortung übertragen.

« »Was gibt’s?« fragte Tance.« »Was?« Nasha blickte zu Dorle empor.« »Seht doch«. Die müssen doch Patrouillen haben. »Ohne meine Brille bin ich fast blind. Was seht ihr?« »Die Stadt.es herum.« Sie berührte Dorle sacht am Arm. »Interessant. sagte Dorle plötzlich. Und . Wir haben sie gesehen. der Captain und ich. »Also. »Wer weiß.« Zu dritt standen sie beisammen.« »Oh. »Die weißen Steine. wir haben nicht viel Zeit. »Von dort haben die gefeuert. Ich hab’ nicht gedacht. Nasha sog ihren Atem ein. daß wir so nah gelandet sind. gehen wir«. »Da. »Die weißen Steine. Wir wissen nicht. Aber laßt uns gehen. da ganz hinten: Ist das nicht was?« Er deutete mit der Hand hin. sagte Tance. was wir dort finden werden. die großen kaputten Zähne. der wieder zu ihnen aufschloß.« Dorle musterte ihn mit gerunzelter Stirn. Von wo die gefeuert haben. vom Kommandoraum aus. »Wartet. auf was wir uns da einlassen.

ob wir noch näher rangehen oder nicht?« »Das ist wahr«.« »Wahrscheinlich haben sie auch das Schiff selbst gesehen«. sagte Nasha.« Dorle nickte. Wahrscheinlich haben Sie recht.« »Aber laßt uns zusammenbleiben«. Was für einen Unterschied macht es also. Sie gehen zu schnell.wahrscheinlich haben sie uns bereits gesehen. . »Nasha. an. das wißt ihr. sagte Tance nervös. »Wahrscheinlich wissen sie jetzt. Wir sind für einen Kampf nicht im geringsten gerüstet. »Wenn wir bis zum Anbruch der Nacht dort sein wollen. müssen wir schnell gehen. »Gehen wir also weiter. der die Stadt überblickte. Sie lachte.« »Ich habe eine Handwaffe. Dorle hielt oben auf einem Hügelkamm. Tance.« Sie erreichten den Stadtrand am Nachmittag.« Nasha blickte zurück. Über ihnen am farblosen Himmel hing kalt und gelb die Sonne. sagte Tance. »Falls sie es wirklich auf uns abgesehen haben. wo sie es finden und in die Luft jagen können. bleibt uns keine Chance.

nur dieser unregelmäßige Kreis aus weißen Quadraten mit einem Durchmesser von vielleicht vier Meilen. sondern verrottete Fundamente von Gebäuden.« »Und zwar von jemandem mit einem guten Auge und einer Menge Erfahrung«. Oder was von ihr übrig ist. sagte Dorle. aber die waren an Altersschwäche gestorben. »Ich habe ja schon Ruinenstädte gesehen. waren gar keine Piers. »Reine Zeitverschwendung. Die riesigen Betonpiers. das ist alles. murmelte Tance. fügte Nasha hinzu. Nichts sonst war übriggeblieben. Sie gingen schweigend dahin und lauschten auf das Echo ihrer Schritte. »Gehen wir.« Viel war nicht übrig.« »Aber von hier sind die Schüsse gekommen«. »Es ist makaber«. Keiner sprach.« Zwischen den verfallenen Gebäuden betraten sie die Stadt. »Vergessen Sie das nicht. Dorle spie angewidert aus. Das Skelett einer Stadt. Die sengende Sonne hatte sie gebrannt und nahezu durch und durch verkohlt. Diese hier ist getötet . die sie bemerkt hatten.»Das ist sie also.

Sie wandte sich zur Seite und stieg in einer der Ruinen die Überreste einer Treppe hinauf.« »Was haben Sie da?« Tance eilte herbei. »Hier ist eine Inschrift. Diese Stadt ist nicht einfach gestorben – sie wurde ermordet. »Da ist nichts«. sagte Dorle ungeduldig.worden. Er hockte im Staub nieder und fuhr mit seinen behandschuhten Fingern über die Oberfläche des Steins. tatsächlich. »So . »Buchstaben. wie die Stadt geheißen hat«.« Nasha bückte sich und berührte einen Betonstein. Dorle blickte ihm über die Schulter. »Glaubt ihr. sagte Nasha leise.« Er nahm einen Stift aus der Tasche seines Druckanzugs und kopierte die Inschrift auf ein Stück Papier. sagte Nasha.« »Ich wüßte gern. zu Tode verbrannt.« »Moment. wir können einen Hinweis finden? Irgendeine Art Schild?« Sie spähte in die Ruinen. Die Inschrift lautete: FRANKLIN APARTMENTS »Das ist die Stadt«. »Kommen Sie.

Ich kann’s aber spüren. Die Ausmaße von dem Ding.« Die Frau versteifte sich.hieß sie. »Die Kanone. ich glaube. Die drei starrten sie noch an.« Tance steckte das Papier in die Tasche. eingelassen in eine gewaltige Platte aus Beton. »Ich spüre nichts. Mit . daß wir beobachtet werden. eine Masse aus Stahl und Glas. »Oh!« Dorle langte nach seiner Handwaffe. sagte Nasha.« »Seht doch nur die Ausmaße.« Sie drehte ein wenig den Kopf. Nasha. »Das Geschütz«. Starr und gewaltig ragte sie zum Himmel empor. als sich die Kanone surrend auf ihrer Schwenkbasis drehte. »So? Warum sagen Sie das? Haben Sie etwas gesehen?« »Nein. Nach einiger Zeit sagte Dorle: »Wissen Sie. »Das ist sie. »Was ist? Was sehen Sie?« Tance war mit halbgeöffnetem Mund wie angewurzelt stehengeblieben. angestarrt zu werden. und sie gingen weiter.« Langsam lockerte Dorle seine Handwaffe. Sie nicht?« Nasha lächelte leicht. ganz recht.« Die Kanone war riesig. Aber sehen Sie sich nicht um. aber vielleicht bin ich es eher gewohnt.

Sofort bewegte sich das . Der Stein flog vor der Kanone vorbei. sie feuert sich selbst ab?« »Passen Sie auf. Was soll das heißen. Bewegen Sie sich nicht. Nasha trat dicht zu ihm. »Aber wer feuert sie ab?« fragte Tance.« Die Kanone bewegte sich wieder. an einer hohen Stange befand sich eine Art Netz aus Metallruten. blickte ihn mit gerunzelter Stirn von unten herauf an.« Sie starrten ihn an.« Dorle hob einen Stein vom Boden auf. Niemand feuert sie ab. »Ich verstehe nicht. daß sie einen vollen Kreis beschreiben konnte.dem Wind bewegte sich ein schlanker Schirm. Er zögerte einen Augenblick und schleuderte dann den Stein hoch in die Luft. Sie war so aufgestellt. nahm dann wieder seine frühere Position ein. »Wie meinen Sie das?« »Sie feuert sich selbst ab. flüsterte Nasha. Dorle lachte. diesmal im Uhrzeigersinn. beobachtet uns. »Sie belauscht uns.« Sie wollten ihm nicht glauben. »Sie lebt«. »Niemand. ich zeig es Ihnen. Das Rohr senkte sich um ein weniges.

in dem Moment. Sie ist ausschließlich dazu konstruiert. was fliegt oder sich oberhalb der Oberfläche bewegt.« »Das mit dem Stein begreife ich«. Sie reagiert auf alles. Wahrscheinlich hatte sie uns von Anfang an im Visier. bis es startet. daß wir wieder starten. nicht darüber. Der Stein fiel zu Boden. weil wir auf dem Boden sind. und die Schirme zogen sich zusammen. als ich ihn in die Luft geworfen hatte. Das Schiff ist sicher. nahm dann ihr ruhiges Schwenken wieder auf. als wir in die Umlaufbahn des Planeten eingetreten sind. »Hier lebt doch niemand. uns dagegen nicht. sagte Nasha und nickte. »Die Kanone hat ihn bemerkt. Alle sind tot. Sie wartet nur darauf. Sie ist über das Schiff genau im Bild. Objekte am Himmel zu bekämpfen. dann ist sein Schicksal besiegelt. sagte Dorle.« »Aber wozu ist die Kanone da?« warf Tance ein. Wir haben keine Chance. »Seht ihr«. »sie hat den Stein registriert. Wahrscheinlich hat sie uns sofort aufgespürt. Die Kanone verharrte.« .mächtige Rohr.

auf sich selbst gefeuert haben. Uniformen gewöhnt gewesen sein. »Sie müssen an den Anblick von Kanonen. daß sie wirklich sich selbst bombardiert. Diese eine Kanone. damit ist es jetzt vorbei.« »Und bis dahin werden wir alle tot sein«. sagte Nasha.« »Tja. »Es war ihre eigene Rasse. Waffen. Und sie erledigt diese Aufgabe. Eine Institution wie die Kirche und der Staat. Wahrscheinlich akzeptierten sie das als etwas ganz Natürliches. bis sie verschleißt. Kaum zu glauben. »Eine Maschine. sagte Dorle. ausgebildet zum . Wie sie die Explosion überstanden hat. Sie funktioniert weiterhin und wartet auf den Feind. Sie wird weitermachen. Außer direkt hier.»Sie ist eine Maschine«. murmelte Dorle. weiß ich nicht. bereit zu töten. dazu geschaffen. »Es muß Hunderte solcher Kanonen gegeben haben«. eine Aufgabe zu erledigen. als Teil ihres Lebens. Wahrscheinlich kamen sie in Form irgendwelcher Projektile durch die Luft. sagte Nasha bitter. Männer.« »Der Feind«. wie Essen und Schlafen. wo wir stehen. sie ist noch immer alarmbereit.

spähte kurzsichtig zu ihr hinauf. »Ich muß mit meinem Finger vor die Optik gekommen sein. »Ziemlich komplex. Ist wohl so eine Art Zielfernrohr. Tance lächelte töricht in seinem Helm.« Seine behandschuhte Hand berührte das Ende eines langen Rohrs. Dann erstarben die Geräusche. während sie wie erstarrt dastanden. Er schwenkte herum – »Nicht bewegen!« schrie Dorle. Eine schreckliche Sekunde lang zögerte es über ihren Köpfen. zur Führung von Armeen. »Was . klickend und surrend ging es in Position. »Seinetwegen gehen wir noch alle drauf.Kampf.« Tance ging langsam auf die Kanone zu. und die Kanone verstummte. Der Lauf des Geschützes zog sich zurück. Er verschwand. Das Rohr schwenkte an ihnen vorbei. Ich werde mich mehr vorsehen. respektiert.« Er stieg hinauf zur kreisförmigen Platte und trat vorsichtig hinter den Geschützkörper.« »Tance. Sofort bewegte sich die Kanone. kommen Sie zurück!« rief Dorle. »Wo ist er hin?« sagte Nasha gereizt. Geehrt. ein regulärer Beruf. was? All diese Schirme und Rohre.

« »Weiß ich auch. ich zeig’ es Ihnen. »Sie kennen doch die Sage. ich hab gefunden. die Kanone sei dazu da. »Ich glaube. Wollen mal sehen. was er gefunden hat. sagte Dorle abrupt. als klar war. »Kommen Sie. daß die Kanone so eine Art -« »Eine Art was?« Nasha zog ihre Hand fort. helfen Sie mir.ist mit Ihnen los?« »Eine Sekunde. »Ich glaube. das Märchen vom . ich hab etwas gefunden.« Dorle lächelte sie an. »Wovon sprechen Sie? Sie tun. Ich hab schon gedacht. Kommen Sie herauf. ich weiß. Sie haben gesagt. die alle Rassen in irgendeiner Form kennen. als wüßten Sie. daß es so kommen würde.« »Was ist denn?« »Dorle.« Ein langes Schweigen trat ein. was die Kanone bewachen soll. Schließlich erschien der Archäologe. was er gefunden hat. Ich glaube.« Sie waren verblüfft.« Er griff nach Nashas Hand. »Gehen wir. Kommen Sie. warum sie den Feind fernhalten wollten.« »Also gut«. um den Feind fernzuhalten.

»Lohnt sich nicht«. war Dorle schweißgebadet.« Vorsichtig folgten sie ihm. Die Stufen waren dick mit Staub und Schutt bedeckt. sagte er. den Stahldeckel zu bewegen und zur Seite zu rücken. die ihn hütet und bewacht und jedermann von ihm fernhält?« Sie nickte. Kommen Sie. gähnende Loch.vergrabenen Schatz und vom Drachen. Sie war verriegelt und verschlossen. sagte Tance aufgeregt. Dorle besah die Tür. doch ohne Erfolg daran zog. grunzte er. »Oder?« Nasha klickte ihre Handlampe an und richtete den Lichtstrahl auf die Treppe. »Das«. »Kommt«. der Schlange. Auf der . Unten befand sich eine Stahltür. Als sie fertig waren. wie er die Tür erreichte und voll Hoffnung.« Zu dritt schafften sie es. »ist der Drache. »Helft mir!« »Okay. Sie sahen. Er stieg die Treppe hinunter. Er starrte in das dunkle. »Und?« Dorle wies auf die Kanone.

« Die Tür ließ sich leicht auseinandernehmen. und die Lampe leuchtete ihnen voraus. »Irgendwas Wertvolles. Mir fällt keine andere Möglichkeit ein. Dorle zog seine Handwaffe hervor. Dann gingen sie weiter. Innerhalb weniger Minuten hatten sie sie stückweise fortgetragen und die Einzelteile auf der ersten Stufe gestapelt. Sie befanden sich in einem Gewölbe. Dann fing sie an zu zerfallen. Überall und auf allem lag fingerdicker Staub. würde ich meinen.« Er drückte auf den Auslöser. aber er konnte sie nicht lesen. riesige Kästen und Kisten. Holzkisten säumten die Wände. Versuchen wir’s. Dorle schaltete die Waffe aus.« Er hob eine runde Trommel hoch und öffnete sie. »Ich glaube. Eine Spule fiel heraus. wir können durch. hielt es gegen das Licht.Tür war eine Inschrift. »Was jetzt?« fragte Nasha. . Neugierig und mit glänzenden Augen sah Tance sich um. ein schwarzes Band entrollte sich. Der untere Teil der Tür glühte rot. Er prüfte es. »Gehen Sie beiseite. »Was sind das für Sachen?« murmelte er. Pakete und Behälter.

Ein Junge in blauer Kleidung. der Rasse. Er war einer von ihnen. sagte Tance wie zu . Es war brüchig und trocken.« Tance legte die Spule in die Trommel zurück. das Holz aufzustemmen.« »Irgendeine Form von Aufzeichnung. Es war ein Bild. mit einem angenehmen Lächeln. jung und hübsch. Und diese Trommeln. Lange starrten sie das Bild an. Hunderte von Trommeln. einer der vernichteten Rasse. »Alles voller Bilder. sich auf sie zuzubewegen im Schein der Handlampe. ein Stück zu entfernen. Schließlich tat Dorle die Holzlatte zurück. »Winzige Bilder. »All diese anderen Kisten«. Was ist in den Kästen?« »Das hier ist ihr Schatz«. sagte Nasha. die hier untergegangen war.« Er leuchtete umher. den Blick nach vorn gerichtet. Er wirkte beinahe lebendig. bereit. »Und diese Kisten.« Dorle war bereits dabei. sagte Nasha. »Bilder«. Laßt uns eine öffnen.»Seht euch das an!« Sie stellten sich neben ihn. »Schaut. Es gelang ihm.

selbst nachdem sie angefangen hatten zu kämpfen. sagte Nasha. »Sonderbar«.« »Und ihre Geschichte«. ihr Bild vom Universum. zurückzukommen und dieses hier vorzufinden. irgendwo tief in ihrem Innersten. daß ihr wirklicher Schatz dies hier ist.sich selbst. »Hier sind ihre Bilder. hofften sie anscheinend noch. Nachdem alles andere verschwunden war. Selbst nachdem ihre großen Städte und Gebäude und ihre Fabriken zerstört waren. »Wir werden ihre Entwicklung verfolgen und herausfinden können. daß ein Spezialtrupp hergeschickt wird. ihre Mythen. sagte Tance. was es war. All dies läßt sich verfrachten und mitnehmen. »können wir uns dafür einsetzen. ihre Bücher und Bilder. was sie schließlich wurden.« Dorle wanderte im Gewölbe umher. murmelte er. Wahrscheinlich befindet sich ihre gesamte Literatur hier. ihre Geschichten. wußten sie noch immer.« »Wenn wir wieder zu Hause sind«. ihre Mythologie. Dieser Abflug erfolgt ungefähr -« . was sie zu dem gemacht hat. ihre Aufzeichnungen. »Selbst am Ende.

sagte Dorle trocken. wird er hier liegen. Uns bleibt keine Wahl. . Statt erhalten zu werden. damit sie auf alles schießt. von jetzt an gerechnet. sagte Nasha ungeduldig. Geschieht ihnen recht. verstehen Sie denn nicht? Das war die einzige Möglichkeit. bis er verrottet. die sie kannten: eine Kanone zu bauen und aufzustellen. »Die lassen ihren Schatz nur allzugut bewachen. Wir werden das Schiff in Ordnung bringen. das heißt. »Lassen Sie ihn in Ruhe. »Was schlagen Sie denn vor? Sobald wir vom Boden abheben. Wir werden das Problem mit der Kanone lösen müssen. Er hat recht: All dies muß früher oder später nach Hause gebracht werden.« Dorle nickte. werden wir abgeschossen.« Sein Gesicht verzerrte sich bitter. falls nichts dazwischenkommt. hören Sie auf«. »Ja«. Bald werden wir zu Hause sein. Wie zum Beispiel abgeschossen zu werden von diesem -« »Ach.Er brach ab.« »Wieso?« »Ja. dann starten. »Unser Abflug erfolgt etwa nach drei Tagesperioden.

Sie kann in den Himmel feuern und alles abschießen. »Sie hat uns bereits einmal abgeschossen. Selbst ich könnte mit ihr fertig werden. »Was ist denn nur mit uns los? Wo ist das Problem? Die Kanone stellt doch überhaupt keine Bedrohung dar. »Keine Bedrohung?« sagte Dorle.« »Sie?« Ihre Augen blitzten.was sich ihr nähert. daß alles feindlich gesinnt ist. »Mit einer Brechstange. Aber das ist auch alles. Nun. Sie waren absolut davon überzeugt. sie können’s behalten. daß der Feind kommen würde. sagte sie.« Nasha war völlig abwesend und dachte angestrengt nach. was fliegt. so ist sie nun mal konstruiert. . Natürlich sind wir ihr in der Luft ausgeliefert. Lassen Sie uns zum Schiff zurückkehren und es beladen. »Die arme. Mit einem Hammer oder einer Holzlatte. Und sobald wir wieder abheben -« »Verstehen Sie denn nicht?« Nasha begann zu lachen. Plötzlich hielt sie den Atem an.« Die beiden Männer starrten sie an. um ihnen ihr Eigentum wegzunehmen. dumme Kanone ist völlig harmlos. »Dorle«.

Sie marschierten über die graue Schlacke durch die unendliche Weite des geschmolzenen Metalls. In der Sage bedeckt der Panzer des Drachen nicht seinen Bauch. »Die weiche Unterseite des Drachen. Als sie wieder an ihre Arbeit gingen.« Es war früh am nächsten Morgen. Als sie die Waffe erreichten. sagte Nasha. »Zurück zum Schiff. Und nach einer Weile tauchte aus dem Schiff eine Reihe von Leuten auf. schmutzig und müde. Sie hatten einen feierlichen Kreis gebildet. fielen sie alle sogleich über die Kanone . aber noch erregt. »Das ist richtig. bis das letzte Stück Holz verglüht war.« »Also los«. erschienen die Frau und die beiden Männer.« Er begann zu lachen.Gegen etwas. von denen jeder etwas in den Händen trug. als sie das Schiff erreichten. kann sie sich nicht verteidigen. Wir haben dort einiges zu erledigen. Ist das richtig?« Dorle nickte langsam. Das ist absolut richtig. und nach allgemeinem Brauch hatte die Crew seine Leiche verbrannt. das sich auf dem Boden befindet. In der Nacht war der Captain gestorben.

die Kelche. da der metallgepanzerte Wächter tot war. die über den Planeten hintrieben. Nun.her. Für einen Augenblick umstanden sie die zerstörte Kanone und betrachteten ihre reglosen Umrisse. die Bücherkisten. die Filme. Hämmern und allem. Schließlich wurden sogar die atomaren Sprengköpfe davongetragen und die Zündnadeln entfernt. Sie betrachteten die Bilder. was schwer und hart war. Die Leute stiegen hinunter ins Gewölbe und besahen sich den Schatz. die mit Edelsteinen besetzten Kronen. die Statuen. Schließlich. kamen sie wieder die Treppe herauf. Die Kanone wurde zerschmettert. mit Brechstangen. die große Waffe zerstört. bestand keinerlei Gefahr mehr. Das Zielfernrohr wurde in Stücke gehauen. Die Stromleitungen wurden herausgezerrt und in Fetzen gerissen. Dann machten sie sich auf den Rückweg zum . Das empfindliche Getriebe wurde zerbeult und zerschlagen. als die Sonne in den grauen Nebelschwaden versank.

ehe wir am Himmel die Glut der . Bedauerlich. viel war beschädigt oder verlorengegangen. Sie kreuzte die Arme und setzte sich auf den Rand des Tisches.« »Das muß es wohl. in der dieser Planet ganz anders war. daß es eine Zeit gegeben haben muß. es so schnell wie möglich zu reparieren und in die Luft zu bekommen. Es gab noch immer viel Arbeit dort. aber wir hatten keinen Grund. als es noch Leben auf ihm gab.« »Sind Sie sicher?« »Ich dachte daran. Nasha stand im Kommandoraum und beobachtete. wie der Planet hinter ihnen zurückblieb. Das Schiff war stark mitgenommen. daß kein Schiff aus unserem System so weit gekommen ist. Von entscheidender Bedeutung war.Schiff. intelligentes Leben hier zu vermuten. um das Schiff wieder flottzumachen. »Ich? An nichts. Beim gemeinsamen Einsatz aller brauchten sie nur fünf weitere Tage. »Woran denken Sie?« sagte Dorle.

sagte Nasha.« »Wenn wir zurückkommen.« Sie lächelte Dorle an. Ihre Besitztümer. um uns abzuschießen. »Beim nächstenmal wird sie nicht da sein.Kernspaltung bemerkt haben. ihre Musik. »Dann haben Sie sich also entschieden. Wir werden sie nach Hause bringen und sie studieren. alles in allem ziehe ich Sie . die auf uns wartet«.« »Captain?« Dorle grinste. Wir werden hinterher nicht dieselben sein.« »Und da war es dann zu spät. Es wird uns stark verändern. wie es einem guten Captain zukommt. wie sie es nennen. und sie werden uns verändern. nehme ich an. werden wir keine Kanone vorfinden. »Fomar streitet sich zuviel mit mir. ohne Kopf und Arme? Abgebrochen. Ich glaube. ihre Bücher. all das wird immerhin überleben. Haben Sie die eine Skulptur des großen geflügelten Wesens gesehen. Ihre Bildhauerkunst vor allem. »Sie werden uns dorthin zurückführen.« »Nicht ganz.« Nasha zuckte die Schultern. Wir können landen und den Schatz bergen. Aber diese Schwingen – es sieht sehr alt aus. ihre Bilder.

sagte Dorle. über den Horizont. Es beschrieb einen riesigen Bogen und schoß davon. Einen Augenblick später kam ein kleiner Wagen an die Oberfläche gejagt. flammte tief unter der Erde ein weiteres Warnlicht auf. über einer Metallplatte.« »Na dann«. Automatische Relais traten prompt in Aktion. Gurte quietschten. Das Gefährt bog ab in Richtung Stadt. einhundert Meilen vor der Stadt. versuchte angestrengt einen Schwenk. Unten im Zentrum der zerstörten Stadt begann sich als Reaktion auf das Dröhnen des Schiffs ein einzelner halbzerbrochener Detektorschirm zu regen. Auf dem Planetenboden. Die Basis der großen Kanone pochte schmerzvoll. Getriebe drehten sich. Dahinter . als es über die Ruinen der Stadt flog.wirklich vor. hinaus in den Tiefraum. »Auf nach Hause!« Das Schiff heulte auf. Eine Rampe tauchte auf. Einen Augenblick später flammte inmitten des zerstörten Getriebes ein rotes Warnlicht auf. Und weit entfernt. glitt Schlacke zurück.

So näherten sie sich der Stadt. Das letzte Gefährt enthielt atomare Sprengköpfe. manche mit Relais. Der erste Wagen fuhr los und rumpelte. einige mit Werkzeug und Ersatzteilen. . Er war mit Kabeln beladen. Die kleinen Wagen bildeten eine Schlange hinter dem ersten. gefolgt von den anderen.erschien ein zweiter Wagen. Der dritte Wagen trug Zielfernrohre. Und dahinter kamen weitere Wagen. Stiften und Klemmen. Schrauben und Muttern. dem Anführer. Der defekten Kanone. gemächlich über den gefrorenen Boden dahin. andere mit Zündmodulen.

»Erzählen Sie schon. nur die Aussicht auf weitere sechs Jahre in einer Zelle. »Es dreht sich um eine bestimmte – für den versammelten Rat sehr wichtige – Angelegenheit. der trug noch die triste Gefängniskleidung. »Bevor Sie ins Gefängnis kamen.« Im Raum war es still.Der Schädel »Was ist das für eine Chance?« fragte Conger. Der Vorsitzende beugte sich langsam vor.« Congers Miene war düster. Ich bin nicht abgeneigt. haben Sie einen gutgehenden Handel betrieben – äußerst illegal – äußerst profitabel. Jetzt haben Sie nichts mehr. . alle Augen waren auf Conger gerichtet.

die Pirsch. die im übrigen interessant für Sie sein dürfte. Durch die Tür dort. Er betrachtete die undeutlichen Umrisse des Gebäudes. Rasch folgte ihm die Wache und dann der Vorsitzende. Er schnitt eine Grimasse. Kommen Sie zum Punkt. sagte er leise. nirgendwo entlang der Straße gab es Licht. oder nicht? Sie haben schon jede Menge Fallen gestellt. »Wo sind wir? Was ist das für ein Ort?« Die Hand des Wachtpostens schloß sich um seinen Arm. sagte er. Conger atmete tief die kalte Luft ein. . Conger blickte hinaus. die Verfolgung -« Conger seufzte. Es war Nacht. »Alles der Reihe nach«. nachts auf das Wild gewartet? Ich denke doch. »Lassen Sie es gut sein. Eine Angelegenheit.die Ihre speziellen Fähigkeiten erfordert. Der Wagen stoppte. sich im Gebüsch verborgen. das sich vor ihnen erhob. »Kommen Sie. Sie waren doch Jäger. Wen soll ich töten?« Der Vorsitzende lächelte.« Conger stieg hinaus auf den feuchten Bürgersteig. daß das Jagen Ihnen Befriedigung verschafft. »Schon gut«.

sagte er.« Seine zusammengekniffenen Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit. Vor ihnen tauchten zwei bewaffnete Soldaten auf.« Der Vorsitzende ging auf die Stufen zu. »Wissen Sie. »Ich verstehe«. die dort herumstanden. junge Soldaten mit großen Augen.« Der Vorsitzende stieg die Stufen hinauf. »Wir werden erwartet.»Ich kenne diesen Ort. sagte der Vorsitzende. Die Tür der Kirche war offen. Plötzlich stutzte er. Sie nickten. Ich war hier schon mal. von jeder Seite einer. Die First Church.« »Erwartet? Hier?« »Ja. »Wie Sie wissen. wir dürfen ihre Kirchen nicht betreten. Drinnen konnte Conger weitere Soldaten sehen. ist unsere Beziehung zur First Church in der Vergangenheit nicht gerade glücklich gewesen. »Das ist doch -« »Ja. die die Ikonen und die heiligen Bildnisse betrachteten.« . »In Ordnung?« Der Vorsitzende blickte zu ihnen hinauf. schon gar nicht mit Waffen!« Er blieb stehen. »Es war notwendig«.

Der Vorsitzende streifte den Altar kaum mit einem Blick. »Nach unseren Informationen ist es hier verborgen in diesem -« Conger sah sich im Raum um. als sie vorbeigingen. heilige Zeichen und Bildnisse.« »Schalen an der Wand. Bald werden die Gläubigen hereinströmen. »Hier rein. Wir müssen uns beeilen.« Durch die Vorhalle gelangten sie in den Hauptraum mit dem Altar und den Betpulten. niedrigen Kammer mit dunkler. Sie werden schon sehen.« »Aber es ist die Sache wert. Ich weiß nicht.»Das wird Ihnen auch nicht helfen. Da waren Bücher und Papiere.« Conger trat ein und blinzelte. »Was ist das? Der Geruch. alter Holztäfelung. . Sie befanden sich in einer kleinen. Er stieß eine kleine Seitentür auf und winkte Conger hindurch. Es roch nach Asche und schwelenden Gewürzen. Ein seltsames sachtes Erschauern durchlief ihn. Er schnupperte.« Ungeduldig ging der Vorsitzende zur anderen Seite hinüber.

Und man kann mit denen nicht vernünftig reden. dann -« Der Vorsitzende drehte sich erstaunt um. Ohne das werden Sie ihn nicht finden können. ein Killer -« »Nein. Uns hat etwas Wichtiges hergeführt. Wir haben es auf niemanden von denen abgesehen. mich nicht mit denen einzulassen. »Sie machen sich falsche Vorstellungen.« »Warum sind wir dann hierhergekommen? Lassen Sie uns gehen. das Sie brauchen werden. Die besitzen sonderbare Fähigkeiten.« Der Vorsitzende musterte Conger nachdenklich.»Betrifft mein Auftrag irgend jemanden von der Kirche? Wenn ja. »Man hat mich gelehrt. »Kann es sein.« Die Spur eines Lächelns glitt über das . Gewaltlosigkeit -« »Was dann?« Conger zuckte die Schultern. daß Sie an den Gründer glauben? Ist es möglich. Natürlich nicht. Etwas.« »Nein. nimmt – das haben wir herausgefunden – ihre Zahl nur noch zu. ein Jäger. Wenn man sie tötet. um Ihren Mann zu identifizieren. Deren Gerede über Resignation vor dem Tod.

« Lange Zeit sagte Conger nichts. sagte er. Er legte die Stirn in Falten. ist seit zwei Jahrhunderten tot«. Der Vorsitzende wandte sich zur Seite und einem Schrein zu. »Sehen Sie«. ist nur durch gewisse Gegenstände hier bekannt. was von ihm übriggeblieben ist. »Ein Schädel! Ein Skelett!« »Der Mann. »Wir möchten nicht. Er schob eine Schiebewand beiseite.die Person. sagte der Vorsitzende. »Da drin. Es ist zu wichtig. Er starrte auf . daß Sie einen Falschen töten. Es sind nur Spuren und die einzigen Mittel zur Identifikation.« Congers Brust hob sich. starrte hinein. anhand dessen Sie ihn finden können. Ohne sie -« »Was für Gegenstände?« Er näherte sich dem Vorsitzenden. Vorsitzender -« »Das ist eine etwas ungewöhnliche Situation«. rechteckiges Loch dahinter freigab. hinter der Sie her sind . die zu finden wir Sie beauftragen –. »Das ist alles. Und es ist alles. »Sehen Sie. die Person. hinter dem Sie her sind. sagte der Vorsitzende. die die Sicht auf ein dunkles.Gesicht des Vorsitzenden. »Hören Sie.« Conger kauerte nieder.« »Ich mache nie Fehler.

die in der Mauervertiefung undeutlich sichtbar waren. wie es ihm gefiel. auf dem er in Höchstgeschwindigkeit dahinjagte und durch alle Zollsperren rund um die Erde schlüpfte. Verlieren Sie nicht ein Teil davon.die Knochen. ihn zur Strecke bringen? Conger war ein Jäger. Wie konnte man einen Mann töten. ein Mann. nehmen Sie die Sachen und lassen Sie sie zum Auto tragen. er begann mit spitzen Fingern. Er hatte unbekannte Gegenden erforscht – Der Vorsitzende sagte: »Soldat. die Objekte einzusammeln. der bereits seit Jahrhunderten tot war? Wie konnte man ihm nachspüren. »daß Sie jetzt Ihre Loyalität uns . wo es ihm gefiel. der gelebt hatte. Er hatte sich am Leben gehalten durch den Handel: indem er Felle und Pelze aus den Provinzen mit seinem eigenen Schiff besorgte. »Ich hoffe sehr«. Er hatte in den großen Bergen des Mondes gejagt. fuhr der Vorsitzende leise zu Conger fort.« Der Soldat trat an den Schrein und hockte sich nieder. Er war durch die leeren Städte des Mars gepirscht.

»Ich verstehe recht gut«. glaube ich.« Sie eilten die feuchten Stufen hinunter zum . Aber wie kann ein Mann. Der Vorsitzende ging zur Tür. Es gibt immer Möglichkeiten für Bürger. sie werden jeden Moment auftauchen. ich verstehe diesen Teil mit der Chance. daß sie eine bessere bekommen werden. sagte Conger.gegenüber beweisen. daß wir hier eingebrochen sind. Die haben bereits entdeckt. Conger. sagte der Vorsitzende. ihre Ergebenheit gegenüber ihrer Gesellschaft zu demonstrieren. der Vorsitzende makellos in seiner Uniform. Ich bezweifle sehr. Und für Ihre Mühen wird es natürlich eine angemessene Entschädigung geben.« Die beiden Männer sahen einander an. »Ich meine. wäre dies eine sehr gute Chance. sich zu rehabilitieren. die er behutsam in den Armen hielt. Für Sie. »Jetzt müssen wir uns beeilen. dünn. ungepflegt. der seit zwei Jahrhunderten tot ist -« »Ich erklär Ihnen das später«. »Kommen Sie.« Der Soldat war schon mit den in eine Wolldecke gehüllten Gebeinen verschwunden.

Und ohne Maschinerie und eine komplexe wissenschaftliche Technokratie konnte es keine Waffen geben. daß die Bewegung gegründet wurde – während eines der periodischen Kriege. der Erkenntnis. »Die First Church hat eine interessante Vergangenheit«. Es war im zwanzigsten Jahrhundert. daß man Kriege nicht . Der Vorsitzende lehnte sich in seinem Sitz zurück. hoch über die Hausdächer. Die Bewegung predigte. sagte er. Eine Sekunde später ließ der Fahrer den Wagen in die Luft steigen. ohne daß ein Ende in Sicht war. »Ich nehme an.wartenden Wagen. daß jeder Krieg einen größeren Krieg nach sich zog. daß Sie damit vertraut sind. die für uns relevant sind. getragen von dem allgemeinen Gefühl der Sinnlosigkeit. doch ich möchte über einige Punkte sprechen. Die Bewegung entwickelte sich rasch. Die Bewegung gab eine einfache Antwort auf das Problem: Ohne militärische Vorbereitungen – Waffen – konnte es keinen Krieg geben.

daß der Mensch gegenüber einer Maschinerie und Wissenschaft auf der Verliererseite war. Ihre Anhänger predigten. Wir kennen nicht einmal seinen Namen. keine Forschung außer für die Medizin. was er den Menschen sagte.« . verlasse die Stadt. kein Kampf. Der Gründer war eine obskure Gestalt aus einer Kleinstadt im amerikanischen Mittelwesten. riefen sie. keine Zahlung von Steuern für Waffen. Wenigstens war es das. halte dich fern von öffentlichen Angelegenheiten. daß sie sich verselbständigten und ihn zu größeren und immer größeren Kriegen trieben. Lebe dein Leben in Ruhe. arm. hege deinen Garten. Sei unbedeutend. Nieder mit Fabriken und Wissenschaft! Noch ein paar Kriege mehr. was sich aus dem entwickelte. unbekannt. und es würde nicht mehr viel übrig sein von der Welt. Wir wissen nur. kümmer dich um deine eigenen Dinge. Nieder mit der Gesellschaft. daß er eines Tages auf der Bildfläche erschien und eine Doktrin der Gewaltlosigkeit und des passiven Widerstands predigte. indem man sie plante. Gib den größten Teil deiner Habe weg.abschaffen konnte.

die jeden gesellschaftlichen Fortschritt vereitelt. Das Gerücht verbreitete sich. mit einer First Church. Es griff um sich. daß der Kult erledigt war. daß die Abschaffung des Krieges das direkte Ergebnis der . »Leider berichteten einige seiner Jünger. läßt sich nicht sagen. »Der Gründer predigte diese Doktrin. Anscheinend waren sie davon überzeugt. die die Gesellschaft zerstört. er war göttlich. er hatte den Tod besiegt. sagte Conger. daß er es ernst meinte. »Was ist damit?« »Die Kriege? Tja. jedenfalls im Kern.« Der Vorsitzende lächelte.Der Wagen sank nach unten und landete auf einem Dach. Es schien. Er wurde hingerichtet und seine Leiche heimlich begraben. sie ließen ihn nicht wieder frei. daß sie ihn nach seinem Tod gesehen hätten. Es muß eingeräumt werden. die den Samen der Anarchie sät -« »Aber die Kriege«. immer mehr. wieviel die Gläubigen hinzugefügt haben. Die lokalen Behörden nahmen ihn natürlich sofort fest. Kriege hat es nicht mehr gegeben. Und hier stehen wir heute.

Aber wir können uns heute ein objektiveres Bild vom Krieg machen. schrankenlos wachsen und sich verbreiten. in vollkommener Übereinstimmung mit den Lehren von Darwin und Mendel und anderen. unfähigen Menschheit. diese Elemente darin zu unterstützen und sie zu ermutigen. Sie bedrohen die wenigen Gebildeten.auf Massenbasis geübten Gewaltlosigkeit war. Sie haben keine Achtung vor der Wissenschaft oder einer wissenschaftlichen. auf Vernunft basierenden Gesellschaft. die zur Führung der Gesellschaft gerüstet sind. kann . ohne Ausbildung und Intelligenz. Nur wenn Wissenschaftler die totale Kontrolle haben. die. die Untauglichen zu eliminieren. Ohne Krieg kann die Masse der nutzlosen. genau wie Stürme und Erdbeben und Dürrezeiten war es ein natürlicher Weg. Der Krieg hatte die Funktion. ihre Zahl zu reduzieren. Ohne Krieg haben die niedrigen Elemente der Menschheit jenseits aller Proportionen zugenommen. Was war denn so schrecklich daran? Der Krieg hatte einen profunden Auslesewert. Und diese Bewegung trachtet danach. jene mit wissenschaftlichen Kenntnissen und Erfahrungen.

bevor er hätte predigen können? Was.« Sie überquerten das dunkle Dach. Aber was. Die Tragödie besteht darin. wer derjenige ist. Und wenn so etwas erst einmal in Gang ist. das wissen wir. Sie gestatteten ihm zu sprechen. ihr Gründer.« . Er ist inzwischen seit zwei Jahrhunderten tot. Man erlaubte ihm zu predigen. dieser ignorante Mann aus dem Mittelwesten. Er leistete keinen Widerstand. es war ein geringfügiger Vorfall. seinen Kult in Gang zu setzen. nur ein einziges Mal. um sie zu verkünden. dann gibt es kein Halten mehr. er habe nur einmal gesprochen. Dann kam die Behörde und brachte ihn fort. wem jene Knochen gehört haben. »Zweifellos wissen Sie jetzt. Es heißt. hinter dem wir her sind. daß die damaligen Behörden zu langsam gehandelt haben. »Den Rest werde ich Ihnen unterwegs erzählen. wenn keine seiner Doktrinen jemals geäußert worden wäre? Er brauchte nur einen Augenblick. wenn er gestorben wäre.die -« Er warf einen Blick auf seine Uhr und stieß dann die Wagentür auf. seine Botschaft zu verbreiten.

Der Vorsitzende reichte Conger ein SlemGewehr. ihre jungen Gesichter waren voller Anspannung. Der Vorsitzende stieß sie auf. »Das sind also die Überreste«. die surrend arbeiteten. Die Kirche hat sie zwei Jahrhunderte lang versteckt gehalten. Er beugte sich vor. »Aber jetzt haben wir sie. Techniker blickten auf. »Damals geringfügig. »Der Gründer. Conger sah Maschinen.Der Vorsitzende blickte zu Conger. murmelte er. doch heute erhalten wir die Quittung.« Sie betraten das Gebäude. daß der Schädel heil bleiben und zurückgebracht werden muß – für den Vergleich und zum Beweis. sagte der Vorsitzende. Die Soldaten standen ringsherum. Kommen Sie bitte hier entlang. »Sie dürfen auf gar keinen Fall vergessen. In der Mitte des Raums befand sich ein glänzender Glaskäfig.« »Ganz recht«. Drinnen hatten die Soldaten das Skelett bereits auf einen Tisch gelegt. Experimentiertische und Retorten.« Sie gingen durch den Raum zu einer Tür. . Conger trat zwischen ihnen hindurch zum Tisch. starrte auf die Knochen.

zumal des linken Schneidezahns -« Conger hörte zerstreut zu. »Ich kenne dieses Gewehr – das heißt. ich hab schon welche gesehen. Sie banden den Beutel zu und trugen ihn in den Glaskäfig.Zielen Sie etwas tiefer – auf die Brust. sagte er.« Conger wog die Schußwaffe in der Hand.« Der Vorsitzende nickte. die wir bezüglich der Zeit und des Ortes besitzen. Es gibt sichtbare Charakteristika der Vorderzähne. »Fühlt sich gut an«. Kommen Sie nicht . wird der Schädel sein. die den Schädel vorsichtig in einen Plastikbeutel wickelten. Sie werden sämtliche Daten erhalten. aber noch nie eines benutzt. »Man wird Sie im Gebrauch des Gewehrs und der Bedienung des Käfigs unterweisen. Und vergessen Sie nicht – das einzige Identifikationsmittel. das Sie haben. »Und falls ich irgendwas falsch mache?« »Indem Sie etwa den falschen Mann erwischen? Finden Sie einfach den richtigen. Er beobachtete zwei Männer in Weiß. Colorado. Etwa 1960 in einer kleinen Gemeinde außerhalb von Denver. Der genaue Ort war ein Flecken namens Hudson’s Field.

Glaub schon. »Ja. bis er zu sprechen beginnt. was wir vermeiden müssen! Sie müssen im voraus handeln. ihn gefunden zu haben. ehe Sie den Gründer nicht gefunden haben. »Wir sind gespannt auf Ihr Resultat. Es gibt einige philosophische Zweifel daran. sobald Sie glauben. sagte der Vorsitzende. »Viel Glück«. setzte sich und legte seine Hände auf das Rad. Schießen Sie. Und Sie dürfen nicht abwarten.zurück. Dies sollte die Frage ein für allemal beantworten. »Glauben Sie. die nichts mit Ihrem Job zu tun haben.« Conger hörte kaum hin. Lassen Sie’s drauf ankommen. Der Käfig steht . »Übrigens«. der auffällt. das ist es. »Versuchen Sie nicht. Er wird jemand sein. sagte der Vorsitzende. vermutlich ein Fremder in der Gegend. ob man die Vergangenheit ändern kann. den Käfig für Zwecke zu benutzen. Sie haben jetzt alles?« fragte der Vorsitzende.« Conger betrat den Glaskäfig.« Conger berührte das Steuerpult des Käfigs. Anscheinend war er unbekannt.

Wirr jagten Gedanken durch Congers Kopf. genau die Art von Gewehr.« Conger schwieg. Er übte die Einstellung des Visiers. Das Metall des Gewehrs war kalt und glatt. Es war eine wunderschöne Waffe. Wenn wir es wollen. Viel Glück. Vorsichtig drehte er das Steuerrad. fremdartiger Spinner? Conger nahm das Slem-Gewehr und hielt es sich gegen die Wange. kehrt er zurück. Gar nichts jenseits des gläsernen Netzes des Käfigs. Hätte er in der Marswüste eine solche Waffe besessen – in den . Der Käfig wurde geschlossen. in die er sich verlieben konnte. Er hob seinen Finger und berührte die Steuersicherung. verschwand der Raum draußen. Dann war da lange Zeit nichts. Wie sollte er den Mann erkennen? Wie konnte er im voraus sicher sein? Wie hatte er ausgesehen? Wie hatte er geheißen? Wie hatte er sich verhalten. bevor er gesprochen hatte? Würde er wie ein gewöhnlicher Mensch wirken oder wie ein sonderbarer. Während er noch auf den Plastikbeutel blickte.unter unserer ständigen Kontrolle.

Geräusche. Conger ging zur Tür und stieg aus. Die Kleidung. Der kreisende Dunst begann sich zu kondensieren und sank nieder. die er trug. gewartet auf Wesen. Dann ging er in den Käfig zurück. und sein Haar war ordentlich. Farben. Es war Mittagszeit. Er schaltete das Steuerpult aus und stand auf. Die Luft war frisch und klar. Er sog prüfend die Luft ein. hatte er sich geweigert –. Er stand vor dem Spiegel über dem Bord und betrachtete sich. Er hatte seinen Bart gestutzt – ihn abzurasieren. die durch die Dunkelheit glitten – Er setzte das Gewehr ab und stellte die Anzeigen des Käfigs ein. als er verkrampft und steif vor Kälte auf der Lauer gelegen und gewartet hatte. Er befand sich auf einem Hügelkamm mit Blick auf eine kleine Stadt. In der Ferne dehnten sich einige ebene Felder. Bewegungen drangen durch das Glasgeflecht.langen Nächten. Ein paar Autos fuhren über eine Straße. Rings um Conger schwankten und flatterten plötzlich Gebilde. entsprach der Mitte .

die Schuhe aus Tierhaut. Sonst brauchte er nichts.des 20. wahrscheinlich hätte er einen fremdartigen Akzent. Das war wichtig. Die Bibliothekarin blickte lächelnd auf. waren die Zeitungen an den Kiosken. was ihm auffiel. eine Werkstatt. da seine Wörter nicht korrekt klingen würden. Minuten später stieg er die Stufen zu der kleinen öffentlichen Bücherei hinauf und trat durch die Tür in den warmen Innenraum. Er war nicht allzuweit davon entfernt. Jahrhunderts. außer seiner Fähigkeit. Er ging zu einem Tisch . 5. »Guten Tag«. sprach jedoch nicht. Ein Stück weiter gab es ein Lebensmittelgeschäft und einige öffentliche Gebäude. Er blickte sich um. die Jacke und der sonderbare Kragen. In seiner Tasche steckte Geld aus jener Zeit. Da waren eine Tankstelle. Nichts. Er ging die Straße hinunter in Richtung Stadt. seinem speziellen Gespür. Er lächelte. ein paar Kneipen und ein Billigladen. Aber noch nie hatte er sie auf solche Weise eingesetzt. Das erste. sagte sie. April 1961.

Manche der Wörter waren unvertraut. Er trug einen ganzen Haufen zum Tisch und fing an. Dann war er wieder auf den Füßen. wegen Verdachts auf kriminellen Syndikalismus im Büro des County-Sheriffs in Haft sitzend.und nahm dort. HÄFTLING ERHÄNGT SICH Ein nicht identifizierter Mann. die Buchstaben irritierend. Der Druck war sonderbar. Er fand das Gesuchte. wenig . Er ging zu einer breiten Ablage an der Wand. Kurze Zeit blätterte er herum. bei einem Stapel Magazine. Sein Herz begann schwerer zu schlagen. worauf er aus war. Er schob die Zeitungen beiseite und setzte seine Suche fort. Er trug die Cherrywood Gazette zum Tisch und schlug die erste Seite auf. sie zu überfliegen. Zeitungen – Ausgaben von mehreren Wochen. Platz. Schließlich fand er. wurde heute morgen tot aufgefunden. Sie war vage. als – Er las die Meldung zu Ende.

nach kurzem Zögern. Er benötigte mehr.informativ. In der Ecke des kleinen Büros glühte ein Heizgerät. was wir haben. »Vielleicht können Sie ältere Nummern im Gazette-Büro finden«. Worum geht’s denn? Was suchen Sie? Vielleicht kann ich Ihnen helfen.« »Von der Gazette? Das ist alles. der Bibliothekarin.« Er schwieg. der Bürgersteig war kaputt und rissig. Ein untersetzter Mann erhob sich und kam langsam zum Schalter. . Er trat ein. D a s Gazette-Büro befand sich in einer Nebenstraße. Er brachte die Gazette zurück und näherte sich dann. »Mehr Zeitungen. »Mehr?« fragte er. »Warum versuchen Sie’s nicht dort? Aber wenn Sie es mir sagen würden. Alte?« Sie krauste die Stirn. sagte die Frau und nahm ihre Brille ab. vielleicht könnte ich Ihnen helfen -« Er ging hinaus. »Was wünschen Sie. Mister?« fragte er. Und – davor. »Wie alt? Welche Zeitungen?« »Monate alt.

wobei er. »Hier sind ein paar«. lag vier Monate zurück. Seine Hände zitterten. sagte er. so klein. Kompletter Jahrgang. MANN FESTGENOMMEN WEGEN NICHT GENEHMIGTER DEMONSTRATION . Der Mann starrte es an. Einen Monat. das kleine Wörterbuch benutzte. ächzte er. Oder mehr. Warten Sie eine Minute. Es war eine winzige Meldung. wankte er unter dem Gewicht des Stapels unter seinem Arm.« Er ging rasch hinaus. daß er sie fast übersehen hätte. sein Gesicht war rot.« Er hielt etwas von dem Geld hin. Wenn Sie mehr wollen -« Conger trug die Zeitungen hinaus. das er hatte. Was er suchte. »Sicher«. was ich finden konnte. Als er zurückkam. wegen einiger veralteter Wendungen. sie durchzugehen.»Alte Zeitungen. als er sie überflog. »Sicher. im Dezember. »Hab genommen. Er setzte sich an den Straßenrand und begann.« »Kaufen? Wollen Sie sie kaufen?« »Ja.

Es war – Cooper Creek. Jetzt brauchte er nur weiter zurückzugehen. Schon hatte er Zeit und Ort präzise herausgefunden. Dezember 1960. Er lächelte. der Mann sei kürzlich in dieser Gegend aufgefallen und man habe ihn ständig unter Beobachtung gehalten. Die Sonne war über den Himmel bis zum Rand der Hügel gewandert. seinen Namen zu nennen. der sich weigerte. nach Cooper Creek – Er spazierte durch die Innenstadt.Ein nicht identifizierter Mann. bis der Mann erschien. Es heißt. stampfte mit den Füßen auf den kalten Boden. wurde. von Agenten des Sheriff Office in Cooper Creek festgenommen. was er wissen mußte. vorbei am Lebensmittelgeschäft. Das war alles. Es würde nicht schwer sein. das Schwerste war geschafft. vielleicht bis November. Er stand auf. klopfte sich ab. Er würde dort hingehen. ein Zimmer mieten und dann warten. laut Sheriff Duff. . vorbei an der Bücherei. Sein Herz pochte.

Was war passiert? War etwas mit seinem Aussehen? Mit seiner Kleidung? Er grübelte. seine Hände ruhten leicht auf dem . Ein Mann trat zu ihr. um sie vorbeizulassen. blieb er stehen. bog wieder um eine Ecke und folgte einer Seitenstraße. stieg er in den Käfig. Aus einem Eingang kam eine mit Päckchen beladene Frau. Sie starrte ihn mit offenem Mund an. Conger trat zur Seite. als die Sonne unterging. Die Frau sah ihn an. Einen Augenblick lang wartete er. und beide begannen. Was hatte sie nur? Die Frau starrte ihn noch immer an. Conger eilte weiter. Sie hatte die Päckchen zu Boden fallen lassen. sah er die Frau. Dann.Er bog um die Ecke. Als er den Käfig erreichte. schritt rasch und mühelos hinauf in die Hügel am Stadtrand. Als er abermals zurückblickte. Er schüttelte sie ab und ließ die Stadt hinter sich. Er blickte zurück. Er beschleunigte seine Schritte. in Congers Richtung zu laufen. Conger setzte sich ans Steuer. Plötzlich wurde ihr Gesicht weiß. die zur Mündung der Seitenstraße gekommen war und hinter ihm hersah.

Die brauchen Sie um diese Jahreszeit. oder?« »Nein. Eine Frau. »Raus aus der Kälte. sorgfältig achtete er auf die Anzeige.« »Ja.« Er lächelte. Dann drehte er das Rad. Mister. Um ihn herum wurde alles grau. »Es ist ein gutes Zimmer«. sagte er. Appleton. »Wollen Sie mit uns essen?« »Was?« »Ob Sie mit uns essen wollen?« Der Mann runzelte die Stirn. »Ich bin in diesem Land . Es war warm und behaglich durch die Hitze des kleinen Kerosin-Ofens in der Ecke. Der Mann musterte ihn eingehend.« Er nickte und sah sich um. Aber nicht für lange. »Sie sind doch kein Ausländer. kam aus der Küche. Es hat Heizung. Sie und der Mann musterten Conger kritisch. nur ein wenig.« »Danke. formlos dick in ihrem geblümten Kleid. sagte die Frau. »Kommen Sie lieber herein«.« Zufrieden trat Conger durch die offene Tür in das Wohnzimmer. »Ich bin Mrs.Steuerpult.

« Beide hoben protestierend die Hände. Er bewegte sich unbehaglich.« »Wie ist es denn so da oben?« fragte Mrs.« »Das ist der Mittelwesten«. Appleton. »Wo haben Sie den her?« Conger war perplex. sagte er. sagte der Mann zu ihr. »Oregon. Hier ist alles so trocken. Er betrachtete Congers Kleidung. Ich selbst stamme aus Chicago.« Er zögerte. Mister«. Die Frau lächelte ihn an.« Der Mann nickte mechanisch. »Es ist ein guter Anzug«. »Das ist ein komischer Anzug. »Wir müssen bloß auf der Hut sein vor diesen Roten. »Es ist Teil der Vereinigten Staaten. »Vielleicht sollte ich es lieber woanders versuchen. »Du bist doch keine Ausländerin. Wissen Sie.geboren worden. sagte Conger. Allerdings ziemlich weit westlich. die Regierung warnt . den Sie da anhaben.« »Oregon ist auch nicht Ausland«. sagte er. viele Bäume soll’s da geben. »Soll ja schön grün da sein. wenn Sie mich hier nicht haben wollen.« »Kalifornien?« »Nein.

Appletons Pension. unten im Supermarkt vielleicht. Appleton ging zur Treppe. »Aber wir müssen vorsichtig sein. für mich sehen Sie nicht gerade wie ein Roter aus«. aber . sagte der Mann. als er gedacht hatte. Er brauchte nur abzuwarten und die Ohren aufzusperren. sie sind überall. Es schien einfacher zu gehen. »Nun. Gewiß würde er es sofort bemerken.« »Die Roten?« Er war verwirrt. Wir sollen alles Ungewöhnliche und Auffällige melden. »Ich zeig’s Ihnen gern. Dort war es kälter.« »Wie mich?« Sie blickten verlegen drein. »Die Regierung sagt. Oder auch hier in Mrs. Diese Leute. wenn der Gründer erschien. jeden. »Kann ich das Zimmer sehen?« fragte er. der sich nicht normal verhält. würden tuscheln und tratschen und die Geschichte verbreiten. Die Tribune sagt -« Conger hörte nur halb hin.« Mrs. die so mißtrauisch gegenüber allem Andersartigen waren. »Gewiß.« Sie gingen nach oben.uns dauernd vor denen.

« »Sieht mir komisch aus. Hacket schob ihren Einkaufswagen heran.« »Sicher«.längst nicht so kalt wie draußen. sagte Ed. Ed Davies kam auf ihn zu. »Nichts«. die gefrorenen Packungen mit Fisch und Fleisch. Der Mann war ein wenig sonderbar gekleidet. Mrs. Dafür war er dankbar. und er hatte einen Bart! Ed mußte unwillkürlich lächeln. Muß wohl irgendwas mit ihm los sein. Langsam ging er im Supermarkt umher. »Wer ist das?« flüsterte sie. die in den offenen Kühltruhen so sauber glänzten. »Kann ich Ihnen helfen?« fragte er. betrachtete die Gemüsekonserven. Er ging zurück hinter den Ladentisch. Warum trägt er einen Bart? Niemand sonst trägt einen Bart.« . »Hab ich hier noch nie gesehen. und ihre Nase bewegte sich. ihr kantiges Gesicht drehte sich um. als ob sie schnüffelte. »Nur mal schauen. sagte der Mann mit einer komischen Stimme. Nicht so kalt wie nachts in den Marswüsten.« »Ich weiß nicht.

Mister! Können wir Sie mitnehmen?« Rasch drehte Conger sich um. wir sollten mehr wissen.« Mrs. ein Mädchen und ein Junge. Er entspannte seine Muskeln.« Conger stieg ein und schloß die Tür. Zwei Teenager in einem Auto. »Das ist nicht Karl Marx. »Mitnehmen? Gern. Der hatte einen Bart. sagte Mrs.« Ed lachte. einen Bart zu tragen. »Ach ja?« »Sicher. »Ich glaube. Bill Willet gab Gas. Hacket.« »He.« Er wurde ein wenig rot. Hatte der nicht einen Bart? Marx. Ich hatte einen Onkel. und das Auto donnerte den Highway . seine Hand glitt an seinen Gürtel.»Vielleicht gefällt’s ihm. »Hatte nicht dieser – wie hieß er noch? Der Rote – dieser Alte.« Mrs. Er lächelte sie an. Hacket wurde steif. Von dem habe ich einmal ein Foto gesehen. in unserem eigenen Interesse. »Was ist daran verkehrt?« »Ich wüßte wirklich gern mehr über ihn«. der -« »Moment. Hacket starrte ihn an.

gefahren zu werden«. sagte Conger vorsichtig.« »Wie denn?« »Ich weiß nicht. trug einen gelben Pulli und einen blauen Rock. Sie war hübsch. »Schön. Er runzelte die Stirn. »Sprechen Sie nur weiter. »Wollte bis zur nächsten Stadt zu Fuß. kommen Sie denn von dort?« »Ich bin da geboren worden.« »Wieso. Ich interessiere mich für .« »Wo sind Sie her?« fragte Lora Hunt. Ich kenne jeden da. Stimmt’s nicht. Aus Oregon. daß die Leute in Oregon einen Akzent haben.« »Ich bin gerade zugezogen. war weiter.entlang.« »Habe ich einen Akzent?« »Sie gebrauchen die Wörter so komisch. klein und dunkelhaarig. sagte Lora lächelnd.« »Aus Oregon? Ich wußte gar nicht. Erinner mich nicht.« »Cooper Creek?« sagte Bill. »Komisch. »Aus Cooper Creek. Lora?« »Sie verschlucken sie«. als ich dachte. Sie schon mal gesehen zu haben.

Dialekte. »Nicht sehr viele.« Ihre Augen weiteten sich. daß ich ihn nicht verpasse?« Sie waren verwundert.« . »Von außerhalb kommen wohl nicht viele Menschen hierher«.« Conger zögerte. der ihn bestimmt sehen würde? Jemand.« »Nein. »Gibt es irgend jemand. ihre Zähne glänzten weiß. »Ich habe eine Sprechbehinderung. den ich kenne. Conger spürte.« Neugierig musterten sie ihn.« Bill schüttelte den Kopf. »Einfach die Augen offenhalten.« »Glaub’ schon. »Tut mir leid. ich bin der erste seit langer Zeit. um sicherzugehen. während das Auto dahinschnurrte. Cooper Creek ist ja nicht so groß. ihnen Fragen zu stellen. Wo. ohne neugierig zu erscheinen. wird vielleicht durch diese Gegend kommen.« Sie blickte ihn an. wie sich sein Herz zusammenzog. glauben Sie. den ich fragen könnte. »Ein Freund von mir – jemand.« »Oh. könnte ich -« Er brach ab. »Fremde. Conger seinerseits suchte angestrengt nach einer Möglichkeit.« »Ich wette. sagte er.

Sie lachte. Warme Luft schlug ihm entgegen. Probeehen überhaupt schon gekannt? Er wußte es nicht.»Nein. Aber hatte man damals. »Ich bitte um Verzeihung«. als er auf den Sitz neben ihr glitt. Am nächsten Tag ging Conger die Hauptstraße von Cooper Creek entlang. Er kam am Supermarkt vorbei. Vielleicht würde er sie einmal fragen. Vielleicht war sie seine Probefrau. in dieser so weit zurückliegenden Zeit. sagte er. Er blieb stehen. falls sie sich je wiedersahen.« Sie fuhren schweigend weiter. wippte hin und her. Conger drückte die Tür auf. Überrascht blickte sie auf. ihrem Äußeren nach mußte sie so etwa sechzehn sein. Wahrscheinlich war sie die Geliebte des Jungen. Conger betrachtete die Konturen des Mädchens. Drinnen saß Lora und sprach mit dem Barkeeper. Lora trank eine heiße Schokolade mit Schlagsahne. An der Ecke war die Eisbar. Das stimmt. »Störe . Doch gewiß würde ein so attraktives Mädchen irgendeinen Geliebten haben. an den beiden Tankstellen und am Postamt.

« Der Barkeeper kam herbei. was er damit tun sollte.« »Omar?« Sie lachte. murmelte er. Ihre Augen waren groß und dunkel.oder Zuname?« Er zögerte. Sie starrte ihn . »Wie der Dichter – Omar Chayam. Wir restaurieren kaum irgendwelche Kunstwerke. Er ergriff sie linkisch.ich?« »Nein. Omar Conger. wußte nicht. Für gewöhnlich hat allenfalls die Kirche ein Interesse daran -« Er brach ab. »Ich heiße Conger«. »Was möchten Sie?« Conger blickte auf die Schokolade. Sie lächelte Conger an.« »Den kenne ich nicht. »Überhaupt nicht.oder Ihr Zuname?« »Vor. »Übrigens. Sie kennen meinen Namen noch nicht. Ich weiß sehr wenig über Dichter. »Conger? Ist das Ihr Vor.« Sie schüttelte den Kopf. »Dasselbe wie sie.« Sie streckte ihm die Hand entgegen. »Zuname.« Lora beobachtete Conger. Sie hatte die Arme gekreuzt und auf den Tresen gelegt. Lora Hunt.

« Bill setzte sich. Er starrte sie beide an. so«. Er ist so – prosaisch. Aber Sie sind ja nicht richtig Ausländer. »Bill mag Sie nicht. Er wurde rot.« Conger nickte. »So. »Hab nicht erwartet.an. »Sie sind ein ungewöhnlicher Mensch«. Sie hier zu treffen. Er meint Orientalen. Hinter ihnen ging die Tür auf. Ausländer sollten bleiben. »Er sagt. wo sie hingehören. so. Lora. und er begann dankbar zu schlürfen. »Wo ich herkomme«. Bill kam herein. seinen – seinen Gesichtskreis erweitern sollte?« Conger nickte. und nicht hierherkommen. »Hallo. aber er mag ja nichts. Die Schokolade kam. endete er. Lora beobachtete ihn noch immer.« Er sah Conger an. sagte er. daß ein Mensch. »Die Kirche? Welche Kirche meinen Sie?« »Die Kirche.« »So. wissen Sie. sagte sie.« Conger wurde unruhig. was irgendwie anders ist. Conger drehte sich um. Er spürte die Feindseligkeit des Jungen. »Hallo. »Irgendwas dran .« Er war verwirrt. wenn er älter wird. Finden Sie nicht.

Gehen wir.« »Gehen?« Sie war erstaunt. »Warum?« »Geh einfach!« Er packte ihre Hand. »Weißt du irgendwas über ihn? Sieh ihn dir an. sagte Conger. Bill Willet«. »Na und? Bloß weil er keinen Packard fährt und nicht auf die Cooper High geht!« Conger taxierte den Jungen. Bis später. den Bart -« Sie brauste auf. . »Gibt keinen Grund. Bill hatte sich bewegt.« Er wandte sich ab. »Komm.« »Hey. »Sorry«. Und erstarrte. »Du bist ja eifersüchtig!« »Wer ist dieser Kerl?« sagte Bill. Er war groß – groß und stark. Plötzlich wandte Bill sich Lora zu. »Was tun Sie hier? Warum treiben Sie sich in Loras Nähe rum?« Conger blickte zu dem Mädchen. Er zuckte die Schultern. sagte Lora.« »Was suchen Sie in der Stadt?« fragte Bill. Wahrscheinlich gehörte er irgendeiner zivilen Überwachungsorganisation an. Congers Finger glitten an seinen Gürtel.auszusetzen?« Sie schwiegen. »Ich gehe dann mal. »Komm schon! Draußen ist das Auto.

Conger ging weiter. flüsterte er für sich. Er ging hinaus. Conger wartete angespannt. hielt den Atem an. ohne sich umzublicken. spät am Abend. . »Wer ist da?« hörte er die Stimme eines Mannes. Er drückte den Auslöser. »Mein Gott -« Lora hob die Hände. Der Raum um ihn herum machte einen Sprung. Saß ja nicht mehr als ein halbes Ampere dahinter. Eine Taschenlampe flammte auf. Nicht mehr. Prickeln würde es. als Bill langsam herauskam und sich gegen die Mauer stützte wie ein Betrunkener. die Kunststoffumhüllung innen. Er blieb stehen. Er selbst war geschützt durch die Fütterung seiner Kleidung. Irgend etwas in seiner Hand klickte. Conger bewegte sich. Er war fast schon an der Ecke. Prickeln und sie lähmen.Halber Druck. Ihr hatte nichts davon gegolten. tauchte vor ihm eine Gestalt auf. Als Conger ruhelos umherlief. Aber es würde vorübergehen. Conger fluchte. »Wer ist da?« sagte der Mann wieder. Halber Druck.

« Duff kam nah heran und leuchtete Conger mit der Taschenlampe ins Gesicht. An der Hüfte war eine Pistole. sagte er. »Ich bin Sheriff Duff. Conger blinzelte. Er trug eine Lederjacke.« Der Lichtstrahl flackerte über den Boden. »Was geschah dann?« »Warum?« »Ich bin bloß neugierig. »Richten Sie das woanders hin«. »Sie waren dort. so um drei Uhr?« »Bloom’s?« »Die Eisbar. »Okay. Ich wohne bei den Appletons. Ich glaube. sagte Conger vorsichtig. sagte er. Sie hätten . mit der ich reden möchte.»Ich bin’s«. Es gab irgendwie Ärger zwischen Ihnen und dem jungen Willet. Stimmt das? Sie hatten Streit wegen dem Mädchen -« »Wir hatten eine Diskussion«. Wo sich die jungen Leute treffen. sie sind die Person. Eine Pause. »Wer ist ›ich‹?« »Conger ist mein Name. Wer sind Sie?« Der Mann trat langsam auf ihn zu. Es heißt. Sie waren heute im Bloom’s.

»Und dieser Willet ist sowieso ein Unruhestifter. Conger bewegte sich.« . Mein Feuerzeug geriet in Brand.« »Und warum wurden alle bewußtlos?« »Die Dämpfe.irgend etwas getan. »Also?« sagte Duff. »Nein. »Immerhin ist ja kein wirklicher Schaden entstanden. Sie sahen einen Blitz. und das Benzin hat sich entzündet. wartete.« Stille.« »Etwas getan? Was denn getan?« »Weiß ich nicht. sagte er. wenn Sie’s sagen«. »Was war es? Eine Bombe?« »Eine Bombe?« Conger lachte.« Er trat ein paar Schritt von Conger zurück. Langsam glitten seine Finger an seinen Gürtel. Genau das interessiert mich ja. Sie wurden alle bewußtlos. Konnten sich nicht bewegen. Er schnaufte.« Sie schwiegen.« »Wie geht’s ihnen jetzt?« »Gut. Der Sheriff blickte nach unten. Es hatte ein Leck. und irgend etwas schien vor sich zu gehen. »Na.

atmete flach.»Gute Nacht dann«. Der Sheriff nahm sie und beleuchtete sie mit seiner Taschenlampe. Er verharrte an der Tür. Als Conger das Haus erreichte. Mrs. daß ich mir Ihren Ausweis ansehe. Mit der Brieftasche hatten sie sich die größte Mühe gegeben: hatten historische Dokumente studiert. Mr. Tut mir leid. als er eintrat. Relikte aus jener Zeit. »Okay. Sie haben doch nichts dagegen. nicht wahr?« »Nein. Bevor Sie gehen. fand er die Appletons vor dem Fernsehapparat sitzend vor. »Bitte – welches Datum haben wir?« . von denen sie meinten. Er hielt seine Brieftasche hin. sämtliche Papiere. Conger. Sie schauten nicht auf. »Eines noch.« Conger langte in seine Tasche. sagte Conger und wollte an dem Sheriff vorbeigehen. daß sie relevant sein könnten. Duff reichte die Brieftasche zurück.« Die Taschenlampe erlosch. Überhaupt nicht. »Kann ich Sie etwas fragen?« sagte er. Appleton drehte sich langsam herum. Conger sah zu. daß ich Sie belästigt habe.

um zu den Menschen zu sprechen. Der Tag war warm und hell. Morgen. in nur zwölf Stunden. schwerbeladenen .»Das Datum?« Sie musterte ihn. Was für ein Narr war er. »Den 1. Dann würde es also schon morgen soweit sein! Am 2. Im zwanzigsten Jahrhundert gebrauchte man noch das alte Zwölf-Monate-System.« »Den 1. Er hielt den Atem an. am 2. es gab noch keinen Quartember zwischen beiden. würde der Gründer erscheinen.« Er ging die Treppe hinauf. Dem November folgte unmittelbar der Dezember. und dann fortgeschleppt werden. Dezember. Dezember festgenommen worden. Dezember! Aber es war doch grad erst November!« Sie sahen ihn an. Plötzlich erinnerte er sich. Dezember! Morgen! »Danke«. Congers Schuhe knirschten in der schmelzenden Schneedecke. »Danke. sagte er. daß er das vergessen hatte. Der Gründer war. Sein Weg führte ihn durch die weißen. laut Zeitungsmeldung.

Er würde tot sein. Schließlich war es sein einziger Weg zurück. Er schob sich durch die Tür und trat ein. Er erklomm einen Hügel und ging. Er ging den Hügelkamm hinauf. Conger kehrte zur Glaskugel zurück. bis hin zum Anfang der Stadt. Niemand war zu sehen. Einen Augenblick lang geschah nichts. Es war kahl und flach. bevor sie kamen. Nur würde er bereits tot sein. halb rutschend. Und hier würde man ihn verhaften. Alles war still. Vor ihm breitete sich Hudson’s Field. Conger seufzte. Es tat gut. die andere Seite hinunter. Hierher würde der Gründer kommen. ihn wiederzusehen. Er nahm das SlemGewehr vom Bord und schraubte den Bolzen an. Aus seiner Taille zog er eine dünne Metallrute hervor und drehte an ihrem Griff. Die .Bäume. bedeckt von einer dünnen Schicht Schnee. Die Hände in die Hüften gestemmt. sah er sich mit einiger Zufriedenheit um. Dann glänzte etwas in der Luft. noch bevor er sprach. Er blieb stehen und sah sich um. Hier würde er zu ihnen sprechen. Der Käfig erschien und landete sacht.

Sollte er es bei sich haben? Nein. Conger blickte zur Ablage. drehte ihn herum. Würde er dennoch sprechen? Würde er sprechen. der Schädel des Gründers. Er überlegte einen Augenblick. dann konnte er gehen und das Gewehr holen. der keine fünfzig Meter entfernt auf dem Feld stehen würde. Unwillkürlich durchfuhr ihn ein Frösteln. Das war der Schädel des Mannes. seinen eigenen Schädel. Er nahm es herunter und wickelte es aus. irgend jemand näherte sich ihm in der Zwischenzeit? Wenn er den Gründer Richtung Feld kommen sah.Waffe war einsatzbereit und entsichert. wenn e r dies sehen könnte. den grinsenden alten Schädel? Was würde ihm zu sagen bleiben. was konnte er den Menschen sagen? Welche Botschaft konnte er ihnen bringen? . Dort lag das säuberliche Päckchen. Es konnten Stunden vergehen. Er hielt den Schädel in Händen. gelb und verwittert? Zwei Jahrhunderte alt. ehe der Gründer kam. wenn er ihn sehen könnte. und angenommen. Was. an diesem Tag. der noch lebte. der hierherkommen würde.

die Menschen würden ihr gegenwärtiges Leben genießen. Rasch ging er zur Tür.Welches Tun wäre nicht vergeblich. Draußen bewegte sich etwas. Ein Mensch. Lora! Er starrte sie an. sein Herz klopfte. was Conger in Händen gehalten hatte? Er stieß die Tür auf. Conger legte den Schädel in den Käfig auf die Ablage und nahm das Gewehr. Eher würde er das Gegenteil predigen – Ein Geräusch. wenn er sehen könnte. ihre Hände steckten in den Taschen. Sie trug eine Wolljacke und Stiefel. der allein in der Kälte umherwanderte und Ausschau hielt nach einem Platz zum Sprechen? Meditierte er über seine Worte. War er das? War es der Gründer. solange sie es noch genießen konnten. mit erhobenem Gewehr. der seinen eigenen Schädel in Händen hielt. wählte er seine Sätze? Was. wenn ein Mensch seinen eigenen verwitterten gelben Schädel sehen könnte? Es wäre besser. Rauchwölkchen kamen aus ihrem Mund und ihren . würde wohl nur an wenige Ideen und Ziele glauben.

« »Sie? Wer? Wer kommt?« »Sie. ihr stockte der Atem. Er legte das Gewehr auf die Ablage und kam wieder heraus. Schließlich senkte Conger das Gewehr.« »Sie kommen. In der Nacht hat der Sheriff von der Staatspolizei Wagen angefordert.« Sie hielt inne. in die sie gedeutet hatte.Nasenlöchern. Er runzelte die Stirn. Ihre Brust hob und senkte sich. Ungefähr sechzig kommen. Sie sagen -« Conger ging in den Käfig. »Was wollen Sie?« Er blickte in die Richtung. Sie seien irgend so ein Kommunist. Sie schien nicht sprechen zu können. Er sprang . »Was tun Sie hier?« Sie deutete auf irgend etwas. »Ich sehe nichts. »Sie sagen – sie sagen -« »Was?« »Sie sagen. »Was ist los?« fragte er. was war mit ihr? »Was ist los?« fragte er. Sie sollen alle möglichen Straßen blockieren. Schweigend blickten sie einander an. teils aus der Umgegend. Die Polizei. Teils aus der Stadt.

« »Joe? Wer ist er?« »Joe French. Sie sind in Ordnung. Der Klempner. um mir das zu sagen? Sie glauben es nicht?« »Ich weiß nicht.« »Sind Sie allein gekommen?« »Nein. Sie sind hergekommen.« »Gehen wir. kleiner Mann und rauchte Pfeife. Nicht um Sie zu warnen – Bloß aus Neugier. Lora sagt. Als er die beiden auf sich zukommen sah. Der kleine Lieferwagen stand mitten auf dem Feld.« Der Klempner zuckte die Schultern. den Hügelkamm hinauf und hin zu dem Feld. daß noch welche kommen.« Sie gingen durch den Schnee. Danke für die Warnung. »Vielleicht interessiert es Sie.« Er drehte sich um. Er ist ein Freund von Dad. »Ja. »Sie sind derjenige?« sagte er zu Conger. Joe hat mich in seinem Wagen hergebracht. »Danke. richtete er sich auf.herab und ging zu dem Mädchen. »Ich weiß nichts darüber. Aus der Stadt.« . Hinter dem Steuer saß ein schwergewichtiger.

murmelte Conger. »Sogar Ed Davies«. nicht in einer Kleinstadt. Du kannst doch nicht hierbleiben. Wir hören alle den Polizeifunk. sagte French wieder. »Leute aus der Stadt. ich denke. ich fahr wohl besser zur Stadt zurück. Die Appletons waren weiter hinten. Komm. verdammt noch mal. Möchte nicht. Lora.« Mit großen Augen sah sie zu Conger auf.»Noch mehr?« Conger blickte in Richtung Stadt. mit einigen Jungen von der High-School. So was wie das hier kann man nicht geheimhalten.« »Warum nicht?« . daß in meinen Wagen lauter Löcher geschossen werden. Der Ladenbesitzer stapfte. zusammen mit drei oder vier anderen Männern. über das Feld. Bill Willet war da. »Tja. »Komm«. die haben das genauso mitgekriegt wie Lora. So etwas verbreitet sich rasch -« Die Gestalten kamen näher. Schwarze Gestalten bewegten sich durch den Schnee. sagte French. »Alle verdammt neugierig«. »Fahren wir. Conger konnte ein paar erkennen.

« Nein.»Es könnte eine Schießerei geben.« »Haben Sie ein Gewehr? Oder ist Ihnen das egal?« French lächelte schwach. würde hinaus aufs Feld gehen. Und die wenigen an diesem Tag gesprochenen Worte würden für lange Zeit von Wichtigkeit sein. sind die doch alle hergekommen. sagte er. Sie werden nicht einsam sein. Um das zu sehen. die schweigend am Fuß des Feldes standen. Das wissen Sie doch. Würde er einer der Städter sein. sich verhaften zu lassen. »Sie fahren zur . »Die haben schon viele festgenommen. oder etwa nicht?« »Ja. warteten und alles beobachteten? Oder war es vielleicht Joe French? Oder einer der Polizisten? Jeder von ihnen konnte sich gedrängt fühlen. bereit sein. zu sprechen. auf dem Feld. Conger. Und Conger mußte dort sein. wenn das erste Wort gesprochen wurde! »Es ist mir nicht egal«. Er konnte es sich nicht leisten. es war ihm nicht egal! Er mußte hierbleiben. Jeden Augenblick würde der Gründer erscheinen.

Dann stürzte er zurück in den Wald. »Schauen Sie.« Steif nahm Lora neben Joe French Platz. samt der Polizei und . einen wichtigen Auftrag. Er mußte hier sein. Der Klempner ließ den Motor an. steif und stumm und zunehmend verängstigt. Conger beobachtete sie einen Augenblick. wie jemand getötet wird. Er stellte es auf volle Kraft ein. wie die dort stehen«. Das Slem-Gewehr würde mit denen schon fertigwerden. Lora saß darin. Er brauchte nur in den Glaskäfig zu springen und die Schalter zu betätigen. hier an diesem Ort. um zu sehen. konnte er entkommen.Stadt zurück. »Wie die Geier. Nehmen Sie das Mädchen mit. Wann immer er wollte. würde alles dem Erdboden gleichmachen. sagte er. Er erreichte den Käfig und öffnete die Tür. Er ging hinein und nahm das Gewehr von der Ablage. Aber er hatte einen Auftrag. Warten. Die Kettenreaktion. zwischen die Bäume. die es auslösen würde. Er konnte entkommen. zu diesem Zeitpunkt. in Richtung Hügelkamm.« Der Lastwagen fuhr davon. natürlich.

Etliche Minuten stand er beim Steuerpult.samt den neugierigen. Er preßte den Schädel gegen seine Wange. Von draußen hörte er Motorengeräusche. den er in der Hand hielt. Neben seinem eigenen Gesicht grinste der Schädel höhnisch zu ihm zurück. spielte müßig an ihm herum. falls es das war. Er hielt den Schädel hoch. Er konnte entkommen. Es war sein eigener Schädel. Er hob den Schädel hoch. Bis Tagesende würden sie alle tot sein. und er – Er sah den Schädel. schaute in den Spiegel. Nach einer Weile setzte er den Schädel ab. was sie wollten. Er würde entkommen. Er war derjenige. Er war der Gründer. Dann trat er zum Spiegel. Er drehte den Schädel herum. Und da wußte er es. Plötzlich legte er das Gewehr hin. der sterben würde. auch gedämpfte Geräusche von . neben seinem Schädel. Er betrachtete die Zähne. würden sie alle tot sein. sadistischen Leuten – Sie würden ihn nicht festnehmen! Bevor sie ihn kriegen konnten. Er entblößte die Zähne. an seinem lebendigen Fleisch.

Er hatte Schokolade geschlürft mit einem Mädchen. Flucht? Flucht. er hatte es in seinen Händen gehalten. Flucht? Für kurze Zeit. das hundertfünfzig Jahre vor seiner Zeit geboren worden war. Sie wußten. unbewaffnet. sein eigenes Gebein. natürlich – Flucht? Er blickte zum Schädel. gelb vor Alter. seinen eigenen Totenschädel. wo ihn der Vorsitzende erwartete? Er konnte entkommen. Sie hatten das nicht. Dort war er. so wenig. wie irgend jemand sonst je entkommen war oder je entkommen würde. Sollte er zurückkehren in die Gegenwart. zehn Jahre. wo er ihn doch in seinen eigenen Händen gehalten hatte? Was machte es schon aus. oder um ein Jahr. Sie erhofften sich einen anständigen Kampf.Menschen. ob er es um einen Monat hinausschob. Scharenweise standen Leute herum und warteten. vielleicht. daß er irgend etwas getan . sein Schädel. Aber er konnte nicht wirklich entkommen. Nur. ja selbst fünfzig? Zeit war nichts. Er ging hinaus durch die Tür und über das Feld.

»Los doch!« rief einer. und er blickte nach unten. Einer der Männer warf irgend etwas in seine Richtung. die über die Hügel und Berge krochen. Er lächelte. zwischen den Bäumen. Er stemmte seine Hände in die Seiten. Sie verstummten plötzlich. daß er sprechen wollte. sahen. in diesem Jahrhundert. Es war eine alte Geschichte.« Sie murmelten aufgeregt. Er lächelte. . »Hast du keine Bomben?« »Wirf eine Bombe! Du mit dem Bart! Wirf eine Bombe!« »Zeig’s ihnen!« »Schmeiß ein paar A-Bomben!« Sie begannen zu lachen. »Ich habe keine Bomben.hatte: Sie hatten von dem Vorfall in der Eisbar gehört. Es fiel zu seinen Füßen in den Schnee. ihr irrt euch. »Tut mir leid«. sagte er einfach. Es war ein Stein. und immer näher rückten. Und es waren viele Polizisten da – Polizisten mit Schußwaffen und Tränengas.

nachdem seine Knochen unter dem Fußboden eines Gefängnisses verscharrt worden waren. Der Tag in der Bücherei. fuhr er fort. der jetzt den Tod freiwillig akzeptierte.»Ich habe ein Gewehr«. Als er um die Ecke gebogen war. »Ein sehr gutes. wenige Monate später. hatte er sie gesehen. lachten über einen Mann. »Warum nicht?« rief einer. Entwickelt von einer Wissenschaft. in gewisser Weise. es jedoch nicht gebrauchte. Conger grinste. warum. Sie hatte ihn bemerkt und war erstaunt gewesen. Aber auch das werde ich nicht benutzen. Doch durch einen sonderbaren Dreh der Wissenschaft würde er wiedererscheinen. Sie lachten. dem Tod . der ein Gewehr hatte. die noch weiter fortgeschritten ist als eure eigene. Und so würde er. Er hatte sie schon mal gesehen. Nur wo? Er erinnerte sich. Damals hatte er nicht verstanden. Er empfand einen plötzlichen Schock. Er wü r d e also dem Tod entkommen: der Mann.« Sie waren verwirrt. Vom Rand der Gruppe her beobachtete ihn eine ältere Frau.

wird wieder leben!« Sie lachten. würde er ein weiteres Mal erscheinen. »Die. werden sterben.entkommen. nachdem zweihundert Jahre vergangen waren. Und dann. nur kurz. wußten. Die Polizisten . daß er irgendwie ins Leben zurückgekehrt war. daß er noch am Leben war. Die Leute zogen sich ein wenig zurück. Zwei Jahrhunderte später. Er würde aufwachsen. dann jedoch. in einem kleinen Händlerdorf auf dem Mars. Aber der. Conger hob die Hände. leise und nervös. Die. Er würde sterben. Er würde wiedergeboren werden. für einen Nachmittag. nach einer Reihe von Monaten. der sein eigenes Leben weggibt. »Ich habe ein sonderbares Paradox für euch«. daß die Leute ihn sahen und begriffen. Jagd und Handel erlernen – Ein Polizeiwagen erschien am Feldrand und hielt. die anderen das Leben nehmen. Einen Nachmittag. Doch lange genug. würde überhaupt erst zur Welt kommen. schließlich. werden ihr eigenes verlieren. die töten. sagte er. würde er wieder leben.

kamen hervor. würden sich daran erinnern. Lächelnd wartete Conger auf einen vorherbestimmten Tod. was er sagen wollte. Er lächelte. Sie würden darüber rätseln. das er da geprägt hatte. gingen auf ihn zu. Es war ein gutes. . Er hatte alles gesagt. kleines Paradox.

Wurde aber auch Zeit. »Haben denen einen richtigen Hammer verpaßt.« Taylor nickte billigend mit dem Kopf. Die Wärme der Küche und der Geruch von Kaffee vermischten sich mit dem behaglichen Gefühl. »Was gibt es?« fragte Mary vom Herd her. und er freute sich darüber. Dies war seine Ruheperiode. »Sie haben gestern nacht Moskau wieder eins ausgewischt.« Er nickte wieder und fühlte die volle Behaglichkeit der Küche. Er blätterte um und seufzte zufrieden. Eine von den R-H-Bomben. nicht zur Arbeit zu müssen. die Gegenwart seiner .Die Verteidiger Taylor lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und las die Morgenzeitung. die erste seit langer Zeit.

»Es heißt. gut und befriedigend. Warte ab. ein Gefühl von Stolz und persönlicher Leistung. bis d i e eingesetzt werden. nicht nur irgendein Fabrikarbeiter.und herbewegte. »Weißt du. wo ihre Beiträge hingehen. stimmte Mary unverbindlich zu. Schließlich war er ein integraler Teil des Kriegsprogramms. das Frühstück und den Kaffee. und zwar einer von jenen. attraktiven Frau.molligen. findest du nicht?« . werden die Sowjets sich garantiert wundern. sondern ein Techniker. Das war Entspannung. um ihn den Schulkindern zu zeigen.« »Sie leisten großartige Arbeit«. »Wenn die unter Wasser das Granatfeuer eröffnen. wenn sie sehen. Und die Kriegsnachrichten waren gut. der eine Lore voll Schrott hin. Es ist gut für die Kinder. aber nur ganz kurz. Er empfand große Genugtuung über die Nachrichten.« Er leckte sich bei der Vorstellung die Lippen. was wir heute gesehen haben? Unser Team bekommt einen Bleimann. die neuen U-Boote seien jetzt fast fertig. Ich hab den Bleimann gesehen. die im Herzen der Kriegsplanung tätig waren.

man badet sie ja immer. »Don.Sie drehte sich um und sah ihn an. wie sie ausgesehen hatten. Nicht wahr?« Sie zögerte.« Er wußte. wie aus einem Lazarett-Zug die Verwundeten ausgeladen wurden. vergewissere dich. was von ihren Gesichtern noch übrig war. die in die Graupelschauer geraten waren. »Es würde keinem einfallen. Einmal. woran sie dachte. in jenen frühen Tagen. dachte zurück. Langsam senkte er die Zeitung. Wir dürfen nicht das geringste Risiko eingehen. »Nun.« »Ach. bevor alle von der Oberfläche evakuiert worden waren. sagte Mary. Davon hatte es zuerst viele gegeben. hatten sie gesehen. »Einen Bleimann«. an den Ausdruck auf ihren Gesichtern. weißt du. bevor die Umsiedlung unter die . Er erinnerte sich daran. daß er ordnungsgemäß dekontaminiert ist. in den ersten Wochen des Krieges. »Ich weiß. das erinnert mich an -« Er nickte. murmelte Taylor. sie ohne Bad nach unten zu lassen. oder auf dem. Es war kein angenehmer Anblick gewesen. wenn sie von der Oberfläche runtergeholt werden«.

Manchmal sehe ich irgendeinen Ort. und denen macht das nichts aus. Sie alle taten das. »Das alles ist Vergangenheit. und man konnte kaum daran vorbeisehen. Wenn so einer noch heiß wäre -« Er lachte. den ich gut kenne. Wir könnten uns eine Show genehmigen. die ganzen Ruinen. Da oben ist niemand mehr außer den Bleimännern. ich hoffe. Sie dachte zuviel darüber nach in den letzten Monaten. sagte er. die Brücke war eingestürzt und ins Wasser gefallen – das hat . man ist vorsichtig. Es hatte viele davon gegeben. Das ist ein wunderbarer Augenblick. »Vergiß es«. Taylor sah seine Frau an. Ich werde nichts tun als herumsitzen und faulenzen. Trotzdem. wenn man einen von denen nach hier unten läßt. Was meinst du?« »Eine Show? Muß das sein? Ich mag mir nicht all die Zerstörung ansehen.Oberfläche abgeschlossen war. ich werde während der nächsten beiden Schichten zu Hause sein. »Aber egal. San Francisco zum Beispiel. Sie haben Aufnahmen von San Francisco gezeigt. schob sich vom Tisch fort.

mich so aufgeregt. Ich seh so etwas nicht gern.« »Aber willst du denn nicht wissen, was vor sich geht? Du weißt doch, daß keine Menschen zu Schaden kommen.« »Aber es ist so schrecklich!« Ihre Gesichtszüge wirkten unnachgiebig und angespannt. »Bitte nicht, Don.« Don Taylor hob verdrossen seine Zeitung. »Na schön, aber viel anderes gibt es verdammt noch mal nicht zu tun. Und vergiß nicht, deren Städte kriegen noch mehr ab.« Sie nickte. Taylor blätterte die rauhen, dünnen Blätter der Zeitung um. Seine gute Laune war verflogen. Warum mußte sie dauernd herumnörgeln? Es ging ihnen doch, alles in allem, recht gut. Man konnte nicht erwarten, daß alles vollkommen war, wenn man unter der Oberfläche lebte, mit einer künstlichen Sonne und mit künstlicher Nahrung. Natürlich war es für sie eine Belastung, daß man den Himmel nicht sah und nirgendwo hingehen und nichts sehen konnte als Metallwände und große dröhnende Fabriken, Fabrikhöfe, Baracken. Aber es war besser, als auf der Oberfläche zu sein. Und

eines Tages würde das ein Ende haben, und sie konnten zurückkehren. Niemand wollte so leben, aber es war notwendig. Ärgerlich blätterte er um, und das arme Papier zerriß. Verdammt, die Qualität ließ immer mehr nach, schlechter Druck, gelbliche Farbe – Nun ja, man brauchte alles für das Kriegsprogramm. Das sollte er doch wissen. War er denn nicht einer der Planer? Er entschuldigte sich und ging in den anderen Raum. Das Bett war noch ungemacht. Es war besser, das vor der Inspektion zur siebten Stunde in Ordnung zu bringen. Sonst gab es eine Strafeinheit – Das Videofon läutete. Er hielt inne. Wer mochte das sein? Er ging hinüber und stellte es an. »Taylor?« sagte das Gesicht, das jetzt erschien. Es war ein altes Gesicht, grau und mürrisch. »Moss hier. Tut mir leid, Sie während der Ruheperiode zu stören, aber da ist diese Sache aufgetaucht.« Er raschelte mit Papieren. »Ich möchte, daß Sie schleunigst herkommen.« Taylor erstarrte. »Worum handelt es sich? Kann

das denn nicht warten?« Die ruhigen grauen Augen musterten ihn, ausdruckslos und nüchtern. »Wenn Sie wollen, daß ich runterkomme zum Labor -«, knurrte Taylor, »das kann ich wohl tun. Ich hol nur meine Uniform -« »Nein. Kommen Sie so, wie Sie sind. Und nicht zum Labor. Kommen Sie bitte sobald wie möglich zur zweiten Ebene. Dafür werden Sie eine halbe Stunde brauchen, wenn Sie den schnellen Wagen nach oben nehmen. Ich treffe Sie dann dort.« Das Bild mit Moss verschwand. »Was ist denn?« fragte Mary an der Tür. »Moss. Er braucht mich wegen irgendwas.« »Ich wußte, daß das passieren würde.« »Nun, du wolltest doch sowieso nichts tun. Was soll’s also?« Seine Stimme klang bitter. »Es ist immer das gleiche, jeden Tag. Ich werd’ dir was mitbringen. Ich fahr rauf zur zweiten Ebene. Vielleicht bin ich nahe genug an der Oberfläche, um – « »Nicht! Bring mir nichts mit! Nicht von der Oberfläche!« »Na, schön, dann nicht. Aber von all dem irrationalen Unsinn -«

Ohne zu antworten, beobachtete sie, wie er sich die Stiefel anzog. Moss nickte, und Taylor fiel mit dem älteren Mann in Gleichschritt. Eine Serie von Ladungen ging hinauf zur Oberfläche, blinde Wagen, die wie Erzloren die Rampe hinaufrasselten und durch die Schachtöffnung über ihnen entschwanden. Taylor beobachtete die Wagen, die schwer mit irgendwelchen röhrenförmigen Maschinen beladen waren, Waffen, die er nicht kannte. Überall waren Arbeiter, sie trugen die dunkelgraue Uniform des Labor-Korps; sie luden auf, reichten an und riefen einander Befehle zu. Die Ebene war erfüllt von ohrenbetäubendem Lärm. »Wir fahren ein Stück rauf«, sagte Moss, »wo wir sprechen können. Hier ist nicht der richtige Ort, um Ihnen die Details zu erklären.« Sie fuhren eine Rolltreppe hinauf. Der Lastenfahrstuhl blieb hinter ihnen zurück und mit ihm auch das schlimmste Krachen und Dröhnen. Bald gelangten sie zu einer Beobachtungsplattform, die seitlich an der »Röhre« angebracht war, jenem

enormen Tunnel, der zur Oberfläche hinaufführte, nicht mehr als einen knappen Kilometer über ihnen. »Mein Gott!« sagte Taylor, als er unwillkürlich die Röhre hinunterblickte. »Ein langer Weg bis nach unten.« Moss lachte. »Schauen Sie nicht runter.« Sie öffneten eine Tür und betraten ein Büro. Hinter dem Schreibtisch saß ein Offizier, ein Offizier der Inneren Sicherheit. Er blickte auf. »Stehe Ihnen gleich zur Verfügung, Moss.« Er sah Taylor an, musterte ihn. »Sie kommen ein bißchen früh.« »Das ist Commander Franks«, sagte Moss zu Taylor. »Er war der erste, der die Entdeckung gemacht hat. Ich wurde gestern benachrichtigt.« Er tippte auf ein Päckchen, das er bei sich trug. »Das hier ist der Grund dafür, daß ich eingeweiht wurde.« Franks musterte ihn mit gerunzelter Stirn und stand auf. »Wir fahren hoch zur ersten Ebene. Da können wir dann über alles reden.« »Zur ersten Ebene?« wiederholte Taylor nervös. Zu dritt gingen sie durch einen Seitengang zu einem kleinen Lift. »Ich bin noch nie da oben gewesen. Ist

da alles in Ordnung? Ist doch nicht radioaktiv verseucht, oder?« »Sie sind genau wie alle anderen«, sagte Franks. »Alte Weiber, die sich vor Einbrechern fürchten. Die Strahlung sickert nicht durch bis zur ersten Ebene. Da ist Blei und Gestein, und was die Röhre runterkommt, ist gebadet.« »Um was für eine Art Problem geht es?« fragte Taylor. »Ich würd gern etwas darüber wissen.« »Gleich.« Sie betraten den Lift und fuhren hinauf. Als sie aus dem Lift kamen, befanden sie sich in einer Halle voller Soldaten; Waffen und Uniformen, wohin man sah. Taylor blinzelte überrascht. Das war also die erste Ebene, die der Erdoberfläche nächstliegende Ebene! Von hier an gab es nur Gestein; Blei und Gestein, und die großen Röhren, die wie die Gänge von Regenwürmern nach oben führten. Blei und Gestein, und darüber, wo sich die Röhren öffneten, die riesige Weite, die kein lebendes Wesen seit acht Jahren gesehen hatte, die gigantische, endlose Ruine, die einmal des Menschen Heimat gewesen war, der Ort, wo Taylor vor acht Jahren gelebt hatte.

Jetzt war die Oberfläche eine tödliche Wüste aus Schlacke und wogenden Wolken. Endlose Wolken trieben umher und verdunkelten die rote Sonne. Gelegentlich regte sich etwas Metallisches, bewegte sich durch die Überreste einer Stadt, schlängelte sich durch die grausam mißhandelte Landschaft. Ein Bleimann, ein Oberflächenroboter, immun gegen Radioaktivität, mit fieberhafter Hast konstruiert in den letzten Monaten, bevor der kalte Krieg buchstäblich heiß wurde. Bleimänner, die sich über den Boden bewegten, die die Ozeane durchquerten oder am Himmel flogen in schlanken, schwarzen Maschinen, Kreaturen, die existieren konnten, wo es kein Leben mehr gab, Metall- und Plastikgestalten, die einen Krieg führten, erfunden von Menschen, die ihn selbst doch nicht mehr austragen konnten. Menschen hatten den Krieg erfunden, hatten Waffen erfunden und produziert, hatten sogar die Spieler erfunden, die Kämpfer, die Akteure des Krieges. Aber sie selbst konnten sich nicht hinauswagen, konnten ihn nicht selbst führen. Auf der ganzen Welt – in Rußland, in Europa, Amerika, Afrika – war kein

einziges Lebewesen zurückgeblieben. Sie befanden sich unter der Oberfläche, in den tiefen Schutzräumen, die sorgfältig geplant und gebaut worden waren, während bereits die ersten Bomben zu fallen begannen. Es war eine geniale Idee und die einzige Idee, die hatte funktionieren können. Und oben auf der zerstörten, zerbombten Oberfläche eines einst lebenden Planeten krochen und huschten die Bleimänner umher und kämpften den Krieg der Menschen. Und unter der Oberfläche, in den Tiefen des Planeten, plackten sich Menschen endlos damit ab, die Waffen zu produzieren, um den Krieg fortzusetzen, Monat für Monat, Jahr für Jahr. »Die erste Ebene«, sagte Taylor. Ein eigentümlicher Schmerz durchfuhr ihn. »Fast an der Oberfläche.« »Aber nicht ganz«, sagte Moss. Franks führte sie zwischen den Soldaten hindurch zu der Seite hinüber, wo sich der Rand der Röhre befand. »In ein paar Minuten wird ein Lift uns etwas von der Oberfläche herabbringen«, erläuterte er. »Sehen

Sie, Taylor, ab und zu überprüft und befragt die Sicherheit einen Oberflächen-Bleimann, und zwar einen, der eine Zeitlang oben gewesen ist, um so bestimmte Dinge herauszufinden. Wir rufen oben an und nehmen mit einer Feldkommandostelle Kontakt auf. Wir brauchen diese direkte Befragung; auf das Videofon allein können wir uns nicht verlassen. Die Bleimänner leisten gute Arbeit, aber wir wollen sichergehen, daß alles so läuft, wie wir es wünschen.« Franks sah Taylor und Moss direkt an und fuhr fort: »Der Lift wird einen Bleimann von der Oberfläche herunterbringen, einen von den AKlasse-Bleimännern. Im nächsten Raum befindet sich ein Untersuchungszimmer mit einer Bleiwand in der Mitte, so daß die Vernehmungs-Offiziere keiner Strahlung ausgesetzt sind. Das erscheint uns einfacher als das Baden des Bleimanns. Er kehrt gleich wieder nach oben zurück; er hat dort ja einen Job zu tun. Vor zwei Tagen wurde ein A-Klasse-Bleimann heruntergebracht und befragt. Ich selbst habe die Sitzung geleitet. Wir waren an einer neuen, von den

Sowjets eingesetzten Waffe interessiert, einer automatischen Mine, die alles, was sich bewegt, verfolgt. Das Militär hatte Instruktionen nach oben geschickt, daß die Mine beobachtet und im Detail darüber berichtet werden sollte. Dieser A-Klasse-Bleimann brachte die Informationen. Wir erfuhren von ihm einige Fakten, erhielten die gewohnte Filmrolle sowie Berichte und schickten ihn dann wieder rauf. Als er auf dem Rückweg zum Lift das Zimmer verließ, geschah etwas Merkwürdiges. Zu dem Zeitpunkt dachte ich « Franks brach ab. Ein rotes Licht leuchtete auf. »Der Abwärts-Lift kommt.« Er nickte einigen Soldaten zu. »Gehen wir in das Zimmer. Der Bleimann wird jeden Augenblick hier sein.« »Ein A-Klasse-Bleimann«, sagte Taylor. »Ich habe sie in den Sendungen gesehen, wie sie ihren Bericht erstatten.« »Eine interessante Erfahrung«, sagte Moss. »Sie sind nahezu menschlich.« Sie betraten das Zimmer und nahmen hinter der Bleiwand Platz. Nach einiger Zeit leuchtete ein

Signal auf, und Franks machte mit seinen Händen eine Bewegung. Die Tür auf der anderen Seite der Wand öffnete sich. Taylor spähte durch seinen Sichtschlitz. Er sah etwas, das sich langsam näherte, eine schlanke, metallene Figur, die sich auf einer Lauffläche bewegte, mit seitlich herabhängenden Armgreifern. Die Figur blieb stehen und betrachtete die Bleiwand. Der Roboter wartete. »Wir sind daran interessiert, etwas zu erfahren«, sagte Franks. »Bevor ich dich befrage – hast du irgend etwas über die Verhältnisse an der Oberfläche zu melden?« »Nein. Der Krieg geht weiter.« Die Stimme des Bleimanns war mechanisch und tonlos. »Was uns fehlt, sind Schnell-Jagdboote, die Einsitzer. Brauchen könnten wir auch -« »Das ist alles registriert worden. Was ich dich fragen möchte, ist folgendes. Unser Kontakt mit euch besteht ausschließlich über Bildschirm. Wir müssen uns auf indirekte Beweise verlassen, da keiner von uns nach oben geht. Wir können nur folgern, was vor sich geht. Wir sehen nie selbst

etwas. Wir müssen alles aus zweiter Hand entgegennehmen. Einige der höchsten Führer beginnen zu glauben, daß es da zuviel Raum für Irrtümer gibt.« »Irrtümer?« fragte der Bleimann. »In welcher Hinsicht? Unsere Berichte werden sorgfältig überprüft, bevor wir sie nach unten schicken. Wir halten ständigen Kontakt mit Ihnen; alles von Bedeutung wird gemeldet. Jede neue Waffe, die der Feind einsetzt -« »Das ist mir bewußt«, knurrte Franks hinter seinem Sichtschlitz. »Aber vielleicht sollten wir uns das alles selbst ansehen. Wär es nicht möglich, daß es irgendwo ein strahlungsfreies Gelände gibt, groß genug für eine Gruppe von Menschen, die auf die Oberfläche wollen? Wenn ein paar von uns in bleigefütterten Anzügen heraufkämen, würden wir lange genug überleben können, um die Zustände zu begutachten und alles einmal anzusehen.« Die Maschine zögerte, bevor sie antwortete. »Ich bezweifle das. Sie können natürlich Luftproben nehmen und selbst entscheiden. Aber in den acht Jahren, seitdem Sie fort sind, haben sich die Dinge

beständig verschlechtert. Sie können sich von den Zuständen da oben nicht wirklich eine Vorstellung machen. Es ist für jedes sich bewegende Objekt schwierig geworden, lange zu überleben. Es gibt viele Formen von Projektilen, die automatisch auf Bewegungen reagieren. Und die neue Mine reagiert nicht bloß auf Bewegung, sondern verfolgt das Objekt unaufhörlich, bis sie es schließlich erwischt. Und die Strahlung ist überall.« »Ich verstehe.« Mit eigentümlich verengten Augen blickte Franks zu Moss. »Nun, das war’s, was ich wissen wollte. Du kannst gehen.« Die Maschine bewegte sich zurück zu ihrem Ausgang. Sie hielt inne. »Jeden Monat nimmt die Anzahl tödlicher Partikel in der Atmosphäre zu. Das Tempo des Krieges wird allmählich -« »Ich verstehe.« Franks erhob sich. Er streckte die Hand aus, und Moss reichte ihm das Päckchen. »Eines noch, bevor du gehst. Ich möchte, daß du eine neue Art von Schutzmetall prüfst. Ich reich dir eine Probe mit der Zange.« Franks tat das Päckchen zwischen die gezähnten Backen der Zange, drehte sie herum, so

daß er den Griff in der Hand hielt. Das Päckchen schwang hin zu dem Bleimann, der es in Empfang nahm. Sie sahen zu, wie der Roboter das Päckchen auswickelte und die Metallplatte dann in den Händen hielt. Der Bleimann drehte das Metallstück mehrmals herum. Plötzlich erstarrte er. »Okay«, sagte Franks. Er preßte seine Schulter gegen die Wand, die ein Stückchen zur Seite glitt. Taylor stockte der Atem – Franks und Moss hasteten zu dem Bleimann! »Großer Gott!« sagte Taylor. »Aber er ist doch radioaktiv!« Der Bleimann stand da und rührte sich nicht, in den Händen hielt er noch immer das Metall. Soldaten erschienen im Zimmer. Sie umringten den Bleimann und prüften den Roboter von oben bis unten sorgfältig mit einem Zähler. »Okay, Sir«, sagte einer von ihnen zu Franks. »Der ist so kalt wie ein langer Winterabend.« »Gut. Ich war mir zwar sicher, wollte aber kein Risiko eingehen.«

»Sehen Sie«, sagte Moss zu Taylor, »dieser Bleimann ist überhaupt nicht heiß. Dabei kam er direkt von der Oberfläche, ohne gebadet worden zu sein.« »Was bedeutet das?« fragte Taylor verständnislos. »Es könnte ein Zufall sein«, sagte Franks. »Es besteht immerhin die Möglichkeit, daß ein bestimmtes Objekt der Strahlung oben irgendwie entgeht. Aber das ist nach unserer Kenntnis bereits das zweitemal, daß so was vorkommt. Es könnte weitere Fälle geben.« »Das zweitemal?« »Es war bei der vorigen Befragung, als es uns aufgefallen ist. Der Bleimann war nicht heiß. Er war genauso kalt wie dieser.« Moss nahm die Metallplatte aus den Händen des Bleimanns. Sorgfältig preßte er die Oberfläche und steckte das Metall dann wieder zwischen die steifen, willenlosen Finger. »Mit diesem Ding haben wir ihn kurzgeschlossen, damit wir dicht genug herankonnten für eine gründliche Prüfung. Er wird

jetzt jeden Augenblick wieder zu sich kommen. Wir ziehen uns besser wieder hinter die Wand zurück.« Sie gingen zurück, und die Bleiwand schloß sich hinter ihnen. Die Soldaten verließen den Raum. »Nach zwei Perioden, von jetzt an gerechnet«, sagte Franks leise, »wird eine erste Gruppe von Ermittlern bereit sein, auf die Oberfläche zu gehen. Wir fahren in Schutzanzügen die Röhre hinauf, nach oben – die erste Gruppe von Menschen, die nach acht Jahren das Erdinnere verläßt.« »Vielleicht hat es ja nichts zu bedeuten«, sagte Moss, »aber das bezweifel ich. Irgend etwas geht da vor, irgend etwas Sonderbares. Der Bleimann hat uns erzählt, oben könne kein Leben existieren, ohne geröstet zu werden. Das geht doch nicht zusammen.« Taylor nickte. Durch den Sichtschlitz starrte er auf die bewegungslose Metallfigur. Doch der Bleimann begann sich bereits zu bewegen. An mehreren Stellen war er demoliert, verbeult und verbogen, und seine Außenschicht war geschwärzt, wie verkohlt. Es war ein Bleimann, der lange Zeit dort oben gewesen war; er hatte Krieg und

Zerstörung gesehen, Trümmerfelder von einem Ausmaß, wie kein Mensch es sich vorstellen konnte. Er war umhergekrochen und -geschlichen in einer Welt der Strahlung und des Todes, in einer Welt, wo kein Leben existieren konnte. Und Taylor hatte ihn berührt! »Sie kommen mit uns«, sagte Franks plötzlich. »Ich will Sie dabeihaben. Ich denke, wir drei werden nach oben gehen.« Mary sah ihn mit einem hilflosen und ängstlichen Blick an. »Ich weiß es. Du gehst zur Oberfläche. Nicht wahr?« Sie folgte ihm in die Küche. Taylor setzte sich, hielt den Blick von ihr abgewandt. »Es ist ein geheimes Projekt«, wich er aus. »Ich kann dir nichts darüber erzählen.« »Du brauchst mir nichts zu erzählen. Ich weiß es. Ich wußte es in dem Augenblick, wie du hereingekommen bist. Da war etwas in deinem Blick, etwas, das ich dort lange nicht gesehen habe. Es war ein Gesichtsausdruck wie früher.« Sie kam auf ihn zu. »Aber wie können sie dich

zur Oberfläche schicken?« Sie nahm sein Gesicht in ihre zitternden Hände, zwang ihn, sie anzusehen. In ihren Augen war eine eigentümliche Sehnsucht. »Niemand kann da oben leben. Sieh her, sieh dir das an!« Sie nahm eine Zeitung und hielt sie ihm vor die Augen. »Sieh dir dieses Foto an. Amerika, Europa, Asien, Afrika – nichts als Ruinen. Wir haben es jeden Tag in den Shows gesehen. Alles zerstört, verseucht. Und dich schicken sie hinauf. Warum? Absolut nichts kann da oben existieren, nicht einmal Gras oder Unkraut. Die haben die Oberfläche völlig zerstört, oder etwa nicht? Oder etwa nicht?« Taylor stand auf. »Es ist ein Befehl. Ich weiß nichts darüber. Ich soll mich melden, um mich einem Erkundungstrupp anzuschließen. Das ist alles, was ich weiß.« Er stand lange da und starrte vor sich hin. Langsam langte er nach der Zeitung und hielt sie hoch ans Licht. »Sieht echt aus«, murmelte er. »Ruinen, Einöde, Schlacke. Völlig überzeugend. Sämtliche Berichte,

Fotos, Filme, sogar Luftproben. Aber wir haben es nicht selbst gesehen, nicht nach den ersten Monaten…« »Wovon sprichst du?« »Nichts.« Er legte die Zeitung beiseite. »Ich breche früh nach der nächsten Schlafperiode auf. Wir sollten uns besser hinhauen.« Mary wandte sich ab, ihr Blick war starr und verbittert. »Mach, was du willst. Wir könnten genausogut alle nach oben gehen und sofort umkommen, statt hier unter der Erde langsam zu sterben wie Ungeziefer.« Es war ihm nicht bewußt gewesen, wie groß ihre Verbitterung war. War das bei allen so? Wie war das bei den Arbeitern, die sich in den Fabriken abplackten, Tag und Nacht, ohne Ende? Die bleichen, gebeugten Männer und Frauen, die sich täglich zur Arbeit schleppten, im farblosen Licht blinzelten, synthetische Nahrung aßen – »Du solltest nicht so verbittert sein«, sagte er. Mary lächelte ein wenig. »Ich bin verbittert, weil ich weiß, daß du niemals zurückkommen wirst.« Sie wandte sich ab. »Ich werde dich niemals

wiedersehen, wenn du nach oben gehst.« Er war geschockt. »Was? Wie kannst du so etwas sagen?« Sie antwortete nicht. Er erwachte, als die Stimme des öffentlichen Nachrichtensprechers, der vor dem Gebäude plärrte, ihm in den Ohren gellte. »Sondermeldung! Oberflächenstreitkräfte melden gewaltigen Angriff der Sowjets mit neuen Waffen! Rückzug von Schlüsselgruppen! Sämtliche Arbeitseinheiten sofort in den Fabriken melden!« Taylor blinzelte, rieb sich die Augen. Er sprang aus dem Bett und eilte zum Videofon. Einen Augenblick später war er mit Moss verbunden. »Hören Sie«, sagte er. »Was ist mit diesem neuen Angriff? Fällt das Projekt flach?« Er konnte Moss’ Schreibtisch sehen, der mit Berichten und Papieren bedeckt war. »Nein«, sagte Moss. »Wir führen die Sache durch. Kommen Sie sofort her.« »Aber -« »Keine Widerrede.« Moss hielt eine Handvoll

Meldungen von der Oberfläche hoch und zerknüllte sie wütend. »Das ist eine Fälschung. Kommen Sie!« Er brach ab. Taylor kleidete sich hastig an. Er fühlte sich benommen. Eine halbe Stunde später sprang er aus einem Schnellwagen und eilte die Treppe zum Haus für Kunststoffe hinauf. Die Gänge waren voller Männer und Frauen, die in alle Richtungen eilten. Er betrat Moss’ Büro. »Da sind Sie ja«, sagte Moss und stand sofort auf. »Franks wartet an der Auswärtsstation auf uns.« Sie fuhren in einem Auto der Sicherheit, mit heulenden Sirenen. Arbeiter stoben beiseite. »Was ist mit dem Angriff?« fragte Taylor. Moss spannte seine Schultern. »Wir sind sicher, daß wir sie zum Handeln gezwungen haben. Wir haben die Sache zur Entscheidung gebracht.« Sie hielten bei der Auswärtsstation der Röhre und sprangen aus dem Auto. Einen Augenblick später fuhren sie mit hoher Geschwindigkeit in Richtung erster Ebene. Dort tauchten sie ein in eine verwirrende

Szenerie allgemeiner Hektik. Soldaten schnallten Bleianzüge an, sprachen aufgeregt miteinander, riefen hin und her. Gewehre wurden ausgegeben, Anweisungen erteilt. Taylor betrachtete einen der Soldaten. Er war mit der gefürchteten Bender-Pistole bewaffnet, der neuen kurzläufigen Handwaffe, die gerade erst in Serie gegangen war. Einige der Soldaten sahen verängstigt aus. »Ich hoffe, daß wir keinen Fehler begehen«, sagte Moss, der Taylors Blick bemerkte. Franks kam auf sie zu. »Hier ist das Programm. Wir drei fahren zuerst allein rauf. Die Soldaten folgen in fünfzehn Minuten.« »Was wollen wir den Bleimännern sagen?« fragte Taylor besorgt. »Irgend etwas müssen wir denen doch erzählen.« »Wir wollen den neuen Angriff der Sowjets beobachten.« Franks lächelte ironisch. »Da er so ernst zu sein scheint, sollten wir persönlich dort sein, um ihn zu erleben.« »Und was dann?« fragte Taylor. »Das ist deren Sache. Fahren wir.«

und er wurde mit jedem Augenblick länger. getragen von den AntiGravitationsstrahlen von unten. Mit jedem Augenblick kamen sie näher. die oberhalb der ersten Ebene die Röhre hinauffuhren.In einem kleinen Wagen fuhren sie rasch die Röhre hinauf. die sich seit acht Jahren in ihm eingenistet hatte. reiner Zufall. in seiner Eigenschaft als Mitglied der Abteilung gebeten mitzukommen. Der phobische Schrecken . Er schwitzte nervös in seinem Anzug. Dann hatte Franks ihn ganz spontan ausgesucht. sicherer Tod. Und jetzt jagten sie der Oberfläche entgegen. immer schneller und schneller. die ersten lebenden Kreaturen. Taylor blickte ab und zu hinab. Moss hatte ihn. Radioaktive Strahlung. Es war ein langer Weg bis nach unten. vorbei an Blei und an Fels. während sich seine ungeübten Finger um die Bender-Pistole krallten. hämmerte in seinem Hirn. hinauf zur Oberfläche. Eine tiefe Furcht. Taylor. Taylor hielt sich an den Seiten fest und schloß die Augen. Warum hatten sie ihn ausgewählt? Zufall. eine zerstörte und unbewohnbare Welt – Höher und höher fuhr der Wagen.

Dazwischen arbeiteten schweigsame Bleimänner. Munition und . und in endlosen Reihen stapelten sich Baustoffe. Höher und höher… Der Wagen hielt. von Neonlicht durchfluteten Raum. sagte Franks. Er öffnete die Augen. Ich hab Befehl gegeben. der weiße Regen. Das bedeutete den Tod. sagte Moss. Waffen.durchpulste ihn. Er hielt sich mit geschlossenen Augen fest.« Der Wagen schoß in wilder Fahrt empor. kein Signal zu senden. »Wir sind fast da. Ersatzteile. »Bleimänner«. Taylor wirbelte der Kopf.« Die Bleimänner liefen hin und her mit ihrer Ausrüstung und sortierten die gewaltigen Vorräte an Schußwaffen und Ersatzteilen. der niederfiel. Sein Gesicht war blaß. »Dann sind wir wirklich auf der Oberfläche. Sie befanden sich in einem riesigen. Hatten sie es denn nicht tausendmal in den Filmen gesehen? Die Städte. die wogenden Wolken – »Dauert nicht mehr lange«. die Loren und Handkarren schoben. Der Oberflächentower erwartet uns nicht. einer Höhle voller Geräte und Maschinen. das wußten sie alle.

« Sie stiegen aus dem Wagen. Er glitt vor sie hin und hörte auf. es gab viele andere. Am Ende . Moss spähte umher. »Los«. auf der Oberfläche. sie schossen über den Boden herbei. »Gehorche!« sagte Franks mit lauter Kommandostimme. auf der Erde.« Der Bleimann zögerte. Taylor blickte sich nervös um. Und das hier war die Empfangsstation nur für eine Röhre. sagte Franks. Sie waren wirklich da. alarmiert und einsatzbereit. über den ganzen Kontinent verteilt. die zur Oberfläche gebracht worden waren. Ein Bleimann näherte sich ihnen rasch. Andere B-KlasseWachen kamen.Nachschub. »Eine B-Klasse-Wache kommt auf uns zu. Und hier fand der Krieg statt. »Das ist ein Befehl!« Unsicher entfernte sich der Bleimann. »Wir sind von der Sicherheit«. sagte Franks. mit seiner erhobenen Handwaffe auf sie zu zielen. »Schick mir sofort einen Angehörigen der AKlasse.

sagte Franks. »Vom Oberflächen-Rat«. um -« »Das ist unglaublich«. Jeder von ihnen hatte vorn einen Streifen. Wir sind von unten heraufgekommen. »Jedenfalls fällt das nicht in eure Verantwortung.« Die beiden Bleimänner näherten sich vorsichtig. mit der Lage hier vertraut machen kann. Macht euch bereit. »Wir sind tatsächlich oben. damit ich mich mit den Gegebenheiten. flüsterte Franks angespannt.« »Diese Anzüge werden uns schützen«. Ich wünsche eine sofortige Ratsversammlung. »Ich bin Franks von der Sicherheit. blieben sie dicht bei den Männern stehen und musterten sie von oben bis unten. »Sie wissen. Die gesamte Oberfläche ist für Sie tödlich. unterbrach ihn einer der Bleimänner kalt.der Halle glitt eine Tür auf. Ohne etwas zu sagen. Kann das arrangiert werden?« . Zwei A-KlasseBleimänner erschienen und kamen langsam auf sie zu. daß Sie hier nicht überleben können. Sie können unmöglich auf der Oberfläche bleiben.

Es ist in beträchtlicher Gefahr. was Sie erwartet. »In ungefähr zwei Stunden geht die Sonne auf. Und der neue sowjetische Angriff ist gegen dieses Gebiet gerichtet. überall sind Schlackenhaufen.« Franks nickte. »Dann werden wir wenigstens zwei Stunden bleiben. versammelt den Rat. Bitte.»Ihr Menschenwesen könnt hier oben nicht überleben.« Franks sah sich um in dem riesigen Raum. Wolken aus dahintreibenden Partikeln schlucken das Licht. sagte einer der A-Klasse-Bleimänner nach einer Pause. das ganze Land ist . »Es ist ein unangenehmer Anblick«.« Durch die Bleimänner ging eine Bewegung.« »Das wissen wir. der von in der Decke eingelassenen Lampen erhellt wurde. Sie wissen. »Ist jetzt Nacht oder Tag?« »Nacht«. Seine Stimme klang ein wenig unsicherer. sagte einer der Bleimänner. Als Zugeständnis an unsere Sentimentalität – würdet ihr uns bitte irgendeinen Platz zeigen. »Sie haben die Fotos gesehen. von wo aus wir den Sonnenaufgang sehen können? Das wäre sehr freundlich.

viel schlimmer als Bilder und Filme es vermitteln können.« Widerwillig bewegten sich die beiden Bleimänner auf die Wand des Lagerhauses zu. Langsam traten sie ein.« »Bitte hier entlang. »Hier ist der Eingang zur Ratskammer. Der Raum hat Fenster. sagte Franks. Die Tür glitt auf. ein säuberlicher Raum mit einem Tisch in der Mitte und Stühlen drumherum. Es wird für Sie ein erschütternder Anblick sein. ihre schweren Schuhe hallten auf dem Betonboden. Und ihr erteilt dem Rat die Anweisung.« »Wie dem auch sei. Der Raum war klein. aber es ist draußen natürlich noch dunkel. und die beiden Bleimänner folgten ihnen und nahmen gleichfalls Platz. Die drei Männer trotteten hinter ihnen her. An der Mauer blieben die beiden Bleimänner stehen.verwüstet. aber in zwei Stunden -« »Öffnet die Tür«. wir werden so lange bleiben. . Jetzt werden Sie nichts sehen. daß wir es uns ansehen können. Die drei setzten sich schweigend.

« Der Bleimann musterte die drei Menschen. sagte Franks ungeduldig. falls Sie hier bleiben -« »Wir wissen Bescheid«. sagte der Sprecher schließlich. Wie wollen Sie das schaffen?« Der Sprecher näherte sich Franks. den Bedingungen hier angemessen zu begegnen.»Die anderen Ratsmitglieder sind unterwegs. Ich möchte Sie aber noch einmal dringendst bitten. »Trotzdem. »Es gibt für Sie keine Möglichkeit. Selbst wir überleben nur mit einiger Mühe. darauf hinzuweisen. »Natürlich müssen wir tun.« Es herrschte Schweigen. Die Bleimänner schienen sich miteinander zu beraten. »Zu Ihrem eigenen Wohl«. »Das erstaunt und verwirrt uns«. wir bleiben. nach unten zurückzukehren. wenigstens bis zum Sonnenaufgang. Sie sind bereits benachrichtigt worden und kommen so schnell sie können. . was Sie uns sagen.« »Wenn Sie darauf bestehen. »müssen Sie nach unten zurückkehren. sagte er. daß. doch gestatten Sie mir. obwohl die drei Männer keinen Laut vernahmen.

sämtliche Oberflächengebiete sind es. Dieser Raum ist radioaktiv. Taylor langte unbeholfen nach seiner Waffe. Wir rechnen damit. »Wir müssen Sie zur Röhre zurückbringen und mit dem nächsten Wagen nach unten schicken.« »Wir sind Menschen«. seine Finger waren klamm und fühllos.« »Aus ebendiesem Grund müssen Sie zurück. Die Männer standen den stummen Metallfiguren gegenüber. »Versteht ihr das? Wir sind Menschen.« »Was sollen wir tun?« sagte Moss nervös zu . sagte der Sprecher mit emotionsloser Stimme. Deshalb -« Die Bleimänner bewegten sich unvermittelt auf die Männer zu. aber es ist notwendig. Die Männer standen auf. schwenkten im Kreis herum und bildeten eine geschlossene Reihe. und es scheint uns. sagte Franks scharf. nicht Maschinen. »Wir müssen darauf beharren«.Wir haben darüber verhandelt. daß Ihre Anzüge Sie nicht länger als fünfzig Minuten schützen werden. Es tut mir leid. daß Sie Ihrem eigenen Wohl zuwiderhandeln.

D-Klasse-Bleimänner bewegten sich zum Rand. sagte der Sprecher. »Es tut mir leid«. wie wir es für richtig halten.« Er bewegte sich auf die Tür zu und winkte Taylor und Moss. Wir müssen ihn führen. Sie müssen unten bleiben und uns den Krieg führen lassen. Falls jedoch -« »Da kommt der Wagen«.Franks. weil wir keine Wahl haben. Wir wachen über Sie. Sie sahen ihn überrascht an. und ihr seid ungefähr ein Dutzend. In gewissem Sinn ist es unser Krieg geworden.« . Die Bleimänner gingen ihnen nach in das große Lagerhaus. »aber es ist zu Ihrem eigenen Schutz. ihm zu folgen. Am Eingang drehte Franks sich um. »Also gut«. keiner von ihnen sprach. Wir sind zu dritt. sagte er zu dem Sprecher. folgten ihm aber. »Wir gehen zurück. buchstäblich. Aus der Röhre kam ein knirschendes Geräusch. Er berührte seine Schußwaffe. »Wir gehen zurück. »Sollen wir auf sie feuern?« Franks schüttelte den Kopf. sagte Taylor. Langsam bewegten sie sich auf den Eingang der Röhre zu. um den Wagen in Empfang zu nehmen.

Der Wagen stieg empor zur Oberfläche. jetzt sieht die Sache doch schon ganz anders aus. Sie traten zur Seite und bildeten einen Korridor. »Welche Absichten das sind. Schließlich gab er den anderen Bleimännern ein Zeichen. daß dies in Wirklichkeit kein Beobachtungstrupp war. Wir waren in keiner Weise auf die . einen Entschluß zu fassen. Doch es ist evident. »Na also.« Der Sprecher bewegte sich rückwärts. daß wir überrumpelt worden sind. sagte Franks. daß Sie noch andere Absichten verfolgen. Er betrachtete sie eingehend.« »Sehr sorgfältig«. blickte von einem zum andern und versuchte offensichtlich. War aber auch höchste Zeit. Moss atmete erleichtert auf. können wir nur vermuten. Sie rückten vor. Die Soldaten beweisen. Zwölf mit Bender-Pistolen bewaffnete Soldaten stiegen aus und umringten die drei Männer. »könnten wir Sie noch immer mit Gewalt zurückschicken. wich fort von den Soldaten. »Selbst jetzt«. Ich muß gestehen. all das ist sorgfältig vorbereitet worden. sagte der Führer.

die andere zu verwunden. wir. Der Bleimann löste sich auf. »Sie können nicht zurückfeuern«.Situation vorbereitet. »Sie können bloß versuchen. Der Raum stank nach . manche mit Waffen. »Das ist noch so ein Bluff. weil der Krieg verlangt -« Die Soldaten feuerten in wilder Panik. Im Raum herrschte allgemeines Chaos.« Sie feuerten weiter. Gewaltanwendung wäre absurd. uns Angst zu machen. andere mit Metallstangen. weil keine Seite es sich leisten kann.« Er feuerte in das Gesicht eines Bleimanns. weil uns hinsichtlich menschlichen Lebens Restriktionen auferlegt sind. sagte Franks ruhig.und B-KlasseBleimänner herbei. und ein Bleimann nach dem anderen verschwand. feuerte aufwärts. In der Ferne heulte eine Sirene. Die haben die ganze Zeit versucht uns zu bluffen. Der Sprecher löste sich in einer Wolke aus Partikeln auf. Nun. Von überallher stürmten D. Moss ließ sich auf ein Knie fallen. Franks und Taylor wurden von den anderen abgeschnitten und waren von den Soldaten durch eine Mauer aus Metallkörpern getrennt. Denkt daran. Sie.

Nur vier vom Oberflächen-Rat blieben übrig. nach geschmolzenem Plastik und Stahl. D-Klasse-Bleimänner waren bereits dabei. Dann war alles vorüber. langte zwischen Metallbeine. ein Metallfuß.verglühtem Metall. vor ihm tauchte ein Griff auf.« Die Bleimänner trennten sich. Plötzlich ging etwas auf seinen Arm nieder. Er schrie auf. Die anderen waren radioaktive Partikel in der Luft. Seine Finger streckten sich. und die Menschengruppe. Angestrengt suchte er nach seiner Waffe. Jetzt dauert es nicht mehr lange. durchquerten langsam den Raum in . »Ihr könnt uns wieder zu den Fenstern bringen. Moss und Franks und Taylor und die Soldaten. sie lasen zerstörte Metallfiguren und verstreute Einzelstücke auf und entfernten sie. »Also gut«. Die Bleimänner zogen sich zurück und versammelten sich alle auf einer Seite. die Ordnung wiederherzustellen. sagte er. tastete verzweifelt herum. Franks atmete mit einem zitternden Seufzen durch. Taylor war zu Boden geschlagen worden.

. Sie waren auf einem Hügel.Richtung Tür. dies nach acht Jahren wiederzusehen. Undeutlich traten vor dem grauen Himmel die Umrisse von Bergen hervor und nahmen langsam Gestalt an.« Er ging durch die Tür hinaus. »Bringt uns nach draußen«. »Wir wollen es direkt sehen. Und wenn es das letzte wäre. »In wenigen Minuten wird es hell genug sein. die anderen folgten ihm. der abfiel zur weiten Mulde eines Tals.« Eine Tür glitt auf. sagte Moss. Frostige Morgenluft stürzte herein und durchdrang selbst die Bleianzüge der Männer. was wir jemals sehen -« »Paßt doch auf«. um etwas sehen zu können«. sagte Franks. »Kommt«. Sie sahen einander beklommen an. nicht hier drinnen. »Nach draußen. Sie betraten die Ratskammer. fauchte Franks. Ein schwacher Grauschimmer milderte bereits die Schwärze der Fenster. Er schauderte. »Das war es wirklich wert. als ihn ein frostiger Luftzug traf und umhüllte. sagte Franks ungeduldig.

Der Himmel wurde mit jedem Augenblick klarer. Franks blickte zu der Reihe von Bleimännern . Licht breitete sich über die Talsohle und bewegte sich auf die Beobachter zu. Vögel begannen zu singen. und die Hügel traten deutlicher hervor. Bäume und ein Wald. krähte ein Hahn. heller. »Seht doch!« flüsterte Moss. Die Sonne näherte sich dem Horizont. Eine Windmühle. »Du lieber Gott!« rief Franks aus. Irgendwo in der Ferne. »Ein Hahn!« murmelte Taylor. und auch sie standen stumm da und sahen sich um. Eine Scheune. durch das Tal hallend. Der graue Himmel wurde weiß. Gar nicht weit entfernt tanzten die Blätter eines Baumes im Wind. Der Himmel verfärbte sich.Sie gehorchten und wurden unverzüglich still. Bauernhöfe. »Habt ihr das gehört?« Hinter ihnen waren die Bleimänner herausgekommen. weit dort unten. Bäume. Ein Tal voller Pflanzen und Bäume mit einigen sich schlängelnden Straßen dazwischen.

welchen Zweck er hatte.hinter ihnen. Und selbst das war fraglich. Er starrte hinunter in das weite Tal. daß menschliche Kulturen bestimmte Phasen . um herauszufinden. »Warum?« »Sie haben uns erschaffen«. »Acht Jahre. Es hat keinen Krieg gegeben. war es notwendig. um zu überleben. außer vielleicht nach Maßgabe menschlicher Bedürfnisse. während Sie. es war eine Täuschung. »Gleich nachdem Sie fort waren. Das taten wir. hörte der Krieg auf. Sie haben im Untergrund hart gearbeitet und uns Gewehre und andere Waffen heraufgeschickt. unter die Erde gegangen sind. und wir haben sie immer sofort vernichtet. sagte der Bleimann.« »Aber warum?« fragte Taylor verwirrt. gestand ein A-Klasse-Bleimann. und wir fanden. Sie haben recht. Sofort nachdem wir die Oberfläche verlassen hatten -« »Ja«. »damit wir für Sie den Krieg führen. Wir sind getäuscht worden. Wir forschten weiter. Doch bevor wir den Krieg fortsetzen konnten. Wir fanden. daß er keinen Zweck hatte. ihn zu analysieren.

Doch nach Maßgabe menschlicher Bedürfnisse spielt er eine existentielle Rolle. die das Alte mit so wenig Veränderungen wie möglich erhalten wollen. sondern völlig zerstört in dieser Periode von Chaos und Anarchie. Das Ergebnis ist Krieg. Wir haben in der Geschichte der Menschheit viele solche Beispiele gefunden.« . Für einen logischen Verstand ist der Krieg absurd. die die Kultur abschütteln und neue kulturelle Parameter durchsetzen wollen. Und das wird er tun. damit die Kultur selbst ihre Krise überleben kann. bis der Mensch so reif wird. und jenen. gegen eine externe Gruppe. Der innere Konflikt droht die Gesellschaft in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Es ist notwendig. Überlebenswichtige Traditionen gehen dabei verloren – werden nicht lediglich verändert oder reformiert. entstehen Konflikte zwischen jenen. diesen Haß innerhalb der Kultur nach außen zu richten. daß kein Haß mehr in ihm ist. jede Kultur zu ihrer Zeit. Wenn die Kultur altert und ihre Ziele zu verlieren beginnt.durchlaufen. Gruppe gegen Gruppe. An diesem Punkt taucht eine große Gefahr auf.

Der Mensch ist fast vereinigt in einer einzigen endgültigen Kultur – einer Weltkultur. allmählich den Platz von Haß und Furcht ein. Die Menschheit hat einen langsamen Aufstieg gehabt und seit jeher ein Einswerden ihrer Kultur angestrebt. Sie ist jetzt fast da. um das letzte heftige Aufwallen von Haß zu befriedigen. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mensch Kontinent gegen Kontinent. wie wir gesehen haben. der Sprung zu einer vereinten Kultur. In diesen acht Jahren haben wir in den Köpfen der Menschen wichtige Veränderungen beobachtet und vermerkt. Acht Jahre sind vergangen. Doch für die Gegenwart muß die . daß diese Zeit kommen wird?« »Natürlich. die eine Hälfte der Welt gegen die andere Hälfte. Über längere Zeit hinweg erschöpft sich der Haß allmählich. und so mußte der Krieg weitergehen. das der Mensch empfand.Taylor hörte aufmerksam zu. Nur ein einziger Schritt bleibt noch. seit der Krieg begann. Ermüdung und Desinteresse nehmen. »Glaubt ihr. Es wird nicht mehr lange dauern – Doch es ist noch nicht dazu gekommen. Dies war der letzte Krieg.

die Wahrheit zu erfahren. ganze Teams sind am Werk. die zerstörten Geräte und Waffen -« »Kommen Sie. über Schreibtische und Tafeln gebeugt. um für ein zusammenhängendes und überzeugendes Bild eines globalen Krieges zu sorgen. »Es wird ständig gearbeitet. Zwei Bleimänner waren dabei. »Es ist ein gutes Beispiel. »Betrachten Sie dieses Projekt hier«. . um es sich anzusehen. Überall arbeiteten.Täuschung weitergehen. Taylor betrachtete es lange und schweigend. wenigstens eine Zeitlang noch.« »Aber wie habt ihr das fertiggebracht?« fragte Moss. Sie sind noch nicht bereit.« Sie betraten das Gebäude. Bleimänner.« Der Bleimann führte sie zu einem langgestreckten. etwas zu fotografieren: ein präzise ausgearbeitetes Modell auf einer Tischplatte. die Proben.« Die Männer gruppierten sich um den Tisch. »All die Fotos. sagte der A-Klasse-Bleimann. niedrigen Gebäude. Es war das Modell einer zerstörten Stadt. Sie würden den Krieg fortsetzen wollen.

Ich habe es auf dem Bildschirm gesehen. nahezu unsichtbar. ein winziges Spinnengewebe. auch von dem. so wie es uns von oben gesendet wurde.Schließlich sah er auf. und wir müssen dafür sorgen. sagte er leise.« Der Bleimann fuhr mit seinem Metallfinger über den zerstörten Brückenbogen. »Das ist ein Modell vom zerstörten San Francisco. Wir achten sehr darauf. Die Besitzer sind für einige Zeit abwesend. daß die Städte saubergehalten werden. was sich auf den anderen Tischen in diesem Gebäude hier befindet. beachten Sie die Brücken. Viel Zeit und Mühe wird darauf verwendet. daß jeder Teil zu allen anderen Teilen paßt. daß .« Franks berührte eines der winzigen. wir tun viel mehr. die über die ganze Welt wachen. halb zerstörten Modellgebäude. Die Brücken waren getroffen worden -« »Ja.« »Nein. »Das ist San Francisco«. Wir sind die Treuhänder. »Damit verbringt ihr also eure Zeit -Modellstädte zu basteln und dann zu zerstören. »Zweifellos haben Sie Fotografien hiervon viele Male gesehen.

daß sie völlig zufriedengestellt sind. wenn sie zurückkehren. Die Soldaten folgten ihnen. Wir müssen sofort verschiedene Dinge erledigen. Wir möchten sichergehen. »Hört zu«. Die Gärten. Die Luft roch süß und gut. die Wasserhauptrohre. Die Sonne war aufgegangen. All . »Wir müssen sofort zurück nach unten. sagte Franks mit leiser und harter Stimme. »Kommen Sie mal mit«. »Diesen Geruch habe ich lange nicht gerochen«. alles muß in gutem Zustand erhalten werden. fort von den Bleimännern.Verfall verhindert wird.« Er führte Moss und Taylor aus dem Gebäude. die Straßen. wie vor acht Jahren. sagte er leise.« Franks tippte Moss auf den Arm. Taylor nahm seinen Helm ab und atmete tief durch. und der Himmel wurde blau. damit die Besitzer nicht unzufrieden sind. daß alles gut geölt und reibungslos in Betrieb bleibt. »Ich möchte mit Ihnen reden. hinaus zum Hügelhang. sagte er. es war der Geruch all der wachsenden Dinge.

Er arbeitet auf die gleiche Weise gegen sie. Wir müssen unten Bericht erstatten. Aber wi r haben es herausgefunden.« Moss nickte.« Er . sagte Franks mit erhobener Stimme. genau wie wir.« »Wie meinen Sie das?« fragte Moss. Vom Gebäude her kam ein A-Klasse-Bleimann auf sie zu.« Der Bleimann sagte nichts. »Es ist sicher.das kann uns zu unserem Vorteil dienen. daß auch die Sowjets getäuscht worden sind. Falls es uns jedoch möglich wäre -« »Mit einhundert Spitzenkräften könnten wir wieder an die Macht gelangen und die alte Ordnung wiederherstellen! Ohne Schwierigkeit!« Moss berührte ihn am Arm. »Wir haben genug gesehen«. »Wir wissen Bescheid. Dadurch sind wir ihnen gegenüber im Vorteil. »Das alles ist sehr ernst.« »Ich verstehe. sie jedoch nicht. damit man eine Studie anfertigen kann zur Bestimmung unserer weiteren Politik. Sie sind von ihrem Oberflächen-Rat genauso getäuscht worden wie wir von dem unseren. Franks winkte den Soldaten. »Gehen wir.

Die Arbeit wurde effizient erledigt. murmelte einer von ihnen.bewegte sich in Richtung Lagerhaus. den Bergen und dem Himmel. Ihre Blicke glitten den Hügelhang hinunter zu den Bäumen und Büschen. sagte ein anderer. Kräne und Ladebäume waren überall emsig im Einsatz. D-KlasseBleimänner waren dabei. wie die Männer langsam zum Lagerhaus zurückmarschierten. Die Bleimänner beobachteten ungerührt. »Wir kehren nach unten zurück«. »Stellt euch in Zweierreihe auf und folgt uns. Die meisten Soldaten hatten ihre Helme abgesetzt. sagte Franks. Einige hatten auch ihre Bleianzüge ausgezogen und entspannten sich in ihren Baumwolluniformen. jedoch ohne Eile oder Aufregung. Sie betraten das Lagerhaus. »Seht euch die Sonne an«.« Widerstrebend formierten sich die Soldaten. . Franks und Moss und Taylor gingen voran und blickten beim Gehen wachsam zu den Bleimännern. Ersatzteile und Waffen auf Oberflächenkarren zu laden. dem weiten grünen Areal. »Sie scheint unglaublich hell«.

« Einen endlosen Augenblick lang tat sich gar nichts. Ein A-Klasse-Bleimann kam auf ihn zu. daß sie sich in Bewegung setzen. Er wandte sich zum Eingang der Röhre. und die D-KlasseBleimänner begannen sich zu bewegen. Die Männer standen da. sagte Franks. Schußwaffen und allerlei Einzelteile wurden von Magnetkränen emporgehievt und sacht auf wartende Wagen herabgelassen. Eine Reihe von D-Klasse-Bleimännern stand davor. regungslos und stumm. sie sollen den Weg freimachen«. »Wie Sie wünschen«. »Sag ihnen. sagte der A-KlasseBleimann. während sie sich mit Zeichen untereinander verständigten. Er machte ihnen Zeichen. Langsam . sagte Franks. Franks hielt an und trat zurück. »Weiter«. nervös und wachsam. und beobachteten die Reihe der Bleimänner vor ihnen. »Sieh lieber zu.Die Männer blieben stehen und sahen zu. Bleimänner schoben kleine Karren an ihnen vorüber. Er berührte seine Pistole. Er sah sich um.

sagte er. »Sehen Sie sich die an. Wir haben sie so konstruiert. daß sie uns nichts anhaben können. »Mein Gott«. was wir tun wollen. daß das vorbei ist«. ohne jedes Gefühl. Schließlich wandte sich Taylor ab. Er war wie gelähmt. und das wissen sie. das sind bloß Maschinen. sagte er zu Franks.« Er verstummte plötzlich. Die Röhre war verschwunden. Lange waren die Männer wie versteinert. Es blieb nur die dumpfe . was passiert ist.« Franks lachte. »Uns aufhalten? Die haben doch gesehen. Sie können es nicht. Moss atmete mit einem erleichterten Seufzer auf. Sie war fest versiegelt. mit ausdruckslosen Metallgesichtern. Die Männer starrten auf den Röhren-Eingang.traten sie zur Seite. zugeschweißt. Die Bleimänner um sie herum beobachteten sie stumm und ungerührt. Warum versuchen die uns nicht aufzuhalten? Sie dürften doch wissen. »Bin froh. als sie uns vorhin aufzuhalten versucht haben.

Wir waren darauf vorbereitet. Wir hatten gehofft.« »Aber warum?« fragte Moss zornig. In dem Moment. Es wird Sie nicht mehr so verstören. wenn die Versiegelung stattfinden sollte. ist die Röhre jetzt geschlossen. »Wie Sie sehen. Wir mußten schnell arbeiten. daß Sie im Erdinnern sein würden. als Sie sich auf der Oberfläche befanden. Die Röhre war verschlossen worden.Oberfläche des abkühlenden Metalls. so wären Sie jetzt unten in Sicherheit. Der A-Klasse-Bleimann rührte sich. als wir Sie dazu aufforderten. Wären Sie zurückgekehrt. den Krieg wieder aufzunehmen. Durch die Versiegelung sämtlicher Röhren werden die Streitkräfte von unten erst in vielen Monaten die Oberfläche erreichen können. . da es sich um eine solch umfangreiche Operation handelte. wurde der Befehl erteilt. Ihre Welt intakt vorzufinden. sein Gesicht war bleich. Bis dahin wird der Zyklus in seine letzte Phase getreten sein. euch zu gestatten. von einem organisierten militärischen Programm ganz zu schweigen. Franks drehte sich um. »Weil es undenkbar ist.

« Den Griff seiner Pistole packend. warum der Krieg nicht gewonnen worden war.« »Für solche Notfälle befinden sich oberhalb der ersten Ebene von jeder Röhre Bomben. »Wir sind abgeschnitten«. Sie verschmelzen Blei und Gestein. Was sollen wir tun?« »Wie habt ihr es geschafft. sagte Moss zitternd. Wir haben jedoch jede neue Öffnung versiegeln können. ohne -« »Die Sowjets? Sie sind durchgebrochen?« »Vor einigen Monaten erschienen sie überraschend. Wir waren gezwungen.« Der Bleimann musterte die drei Männer ruhig. um den Krieg wieder aufzunehmen. Als die Sowjets durchbrachen. in Windeseile zu handeln. . blickte Franks zu Moss und Taylor. gelang es uns.Ihre Anwesenheit hier ist ein Ärgernis. die Röhre so schnell zu versiegeln?« fragte Franks den Bleimann. Zur Zeit versuchen Sie verzweifelt. neue Röhren zur Oberfläche zu bohren. »Wir sind doch erst seit zwei Stunden hier oben. ihre Versiegelung zu bewerkstelligen. Es sind Hitzebomben. sobald sie erschien. um zu sehen. »Wir können nicht zurück.

»Los. wir haben Bender-Pistolen.»Was meint ihr? Wir können zwar nicht zurück. Die Russen haben uns ihre übergeben. »Die Anzüge sind unbequem. die. aber wir können eine Menge Schaden anrichten. sagte der Bleimann. blickten zum Tal und zum Himmel. Also. »Sie sind unbewaffnet«. Wir sind fünfzehn. Einige kletterten vorsichtig den Hang hinunter.« Finger spannten sich am Abzug. lautlos in einiger Entfernung gelandet war. Sie standen draußen. »Wäre es Ihnen recht. für unser Land zu . uns Ihre Anzüge und Waffen auszuhändigen?« fragte der A-KlasseBleimann höflich. die erledigen wir!« rief Franks. zurück zum Ausgang des Gebäudes. »Wir haben sie hergebracht.« »Wir sind nicht befugt. Die Soldaten waren wieder davongewandert. wie ihnen plötzlich bewußt wurde. was ist?« Er sah sich um. wie Sie sehen können. damit Sie Friedensgespräche aufnehmen können. Vier Männer in russischen Uniformen kamen herbei von einer Flugmaschine. und Waffen werden Sie nicht brauchen.

müssen Sie wissen. auf der Oberfläche zu überleben.sprechen«. »Niemand außer Ihnen selbst würde etwas davon wissen«. »Wir meinen keine diplomatischen Erörterungen«. Es wird nicht leicht sein. die in fast acht Jahren getötet worden wären.« Taylor steckte seine Pistole ins Halfter zurück. »Sie hätten die ersten Amerikaner sein können. Wir haben keine Nahrung für Sie. Ihre eigentliche Sorge sollte es sein. betonte der Bleimann. aber es ist zu schaffen. Das Lösen alltäglicher Probleme des Lebens wird Sie lehren. »Es wäre sinnloser Heroismus. sagte Moss steif.« »Oder die ersten Amerikaner. und ich bedaure. sagte der älteste Russe. »Ich bin Oberst Borodoy. »Die haben es verdammt gut verstanden. uns zu . korrigierte Franks. die getötet hätten«. in ein und derselben Welt miteinander auszukommen. daß wir unsere Waffen ausgehändigt haben«.« Die Russen blieben stehen. erklärte der Bleimann. »Es wird keine mehr geben. und man musterte einander mit unverhohlener Feindseligkeit.

»wenn ich mir auch nicht recht vorstellen kann. in einer Stadt zu leben. was. »Wir haben es versucht. in eine Stadt zu ziehen. »Würden Sie sich uns in unserem Dorf anschließen? Es würde uns die . ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. platzte ein dritter Russe heraus. Ich schlage vor. das Sie uns beibringen können«. doch das müssen wir durchstehen. das wir finden konnten.« Die Amerikaner mußten plötzlich lachen.« Mit zusammengepreßten Lippen starrte er den A-Klasse-Bleimann an.« »Hier in diesem Land«. mit Hilfe einiger Bleimänner Eßbares zu ziehen und es uns ansonsten so angenehm wie möglich zu machen. »Bis unsere Familien von unten heraufkommen können.neutralisieren.« Der russische Oberst grinste. sagte ein anderer Russe unbehaglich. Es ist für so wenige Leute auch schwierig.« »Wenn ich einen Vorschlag machen darf«. Wir haben uns schließlich im modernsten Dorf niedergelassen. wird es ziemlich einsam sein. Sie ist zu leer. »Wir müssen viel von Ihnen lernen. »Es gibt ja vielleicht auch irgend etwas. sagte Taylor großmütig.

»Ich verstehe jetzt. zur Hemisphäre – all das ging in Richtung Einswerdung. Wollen Sie sich zusammentun beim Aufbau einer neuen Heimat?« Die Russen warteten. ›Unser‹ wird dann ›der Menschheit gehörend‹ bedeuten. deren Motor warmlief.« Der Bleimann führte sie in Richtung Schiff. was die Bleimänner meinen mit der überholten Diplomatie«. oder? Es ist unsers!« Der Bleimann trat zwischen sie. die zusammenarbeiten. »Es ist das Ziel der Geschichte.« Der Bleimann zeigte in Richtung Flugmaschine. »Wenn unsere Pläne vollendet sind. Jetzt werden die Hemisphären . zum Stadtstaat. »Das Schiff wartet. während die Amerikaner überlegten. und wir hätten Gesellschaft. Von der Familie zum Stamm. brauchen keine Diplomaten. die Welt zu vereinigen.« »Euer Dorf?« fauchte Franks. sagte Franks schließlich. »Menschen. »Das hier ist Amerika.Arbeit erleichtern. Sie lösen ihre Probleme auf operationaler Ebene statt an einem Konferenztisch. zur Nation. wird die Bezeichnung austauschbar sein.

sagte Oberst Borodoy leise. . Aber selbst das ist nur der Anfang einer neuen Phase der Geschichte. Und jetzt ist das Ende in Sicht: eine Welt ohne Krieg. so würde es nicht mehr lange dauern. Dort im Erdinnern befand sich Mary. Doch jeder Krieg war ein Schritt in Richtung Einswerdung der Menschheit. um das zu erreichen«. aber er würde sie erst wiedersehen können. »Hunderte von Jahrhunderten voller Blutvergießen und Zerstörung. sie zurückzulassen. Es war ihm zuwider. schloß der A-KlasseBleimann. bis er und Mary und der Rest der Menschheit auf der Oberfläche leben würden: als rationale menschliche Wesen.miteinander vereint und -« Taylor hörte nicht mehr hin und blickte zu der versiegelten Röhre zurück. wenn die Röhre entsiegelt wurde.« »Die Eroberung des Weltraums«. Er zuckte die Schultern und folgte den anderen. Wenn diese winzige Gruppe ehemaliger Feinde mit gutem Beispiel voranging. und nicht wie blindhassende Maulwürfe. »Es hat Tausende von Generationen gebraucht.

Doch es wird unvorstellbar großartig sein. »All das und mehr. und das Schiff hob ab in Richtung ihrer neuen Heimat. sagte Taylor.»Der Sinn des Lebens«. Wieviel mehr? Das können wir genausowenig voraussehen. die sich zu einem Stamm zusammenschlossen. diesen Tag haben voraussehen können.« Die Tür schloß sich. »Die Beseitigung von Hunger und Armut«. wie die ersten Menschen. fügte Moss hinzu. . Der Bleimann öffnete die Tür des Schiffs.

Wie sollen wir mit einer solchen Größe rechnen? Sie ist die Variable schlechthin. Der Unterschied ist rein quantitativ.« Gross und Kramer blickten zu der noch nassen Wandtafel. Allerdings ist die Ursache.« »Glauben Sie? Voraussagen sollten trotzdem möglich sein. jedoch mit größerer Komplexität. genau wie unbelebte Materie. Die Reaktion des lebenden Organismus entspricht der natürlichen Kausalität.Mr. auf der die Zeichnungen allmählich . Raumschiff Kramer lehnte sich zurück. es müssen mehr Faktoren in Betracht gezogen werden. so meine ich.Wirkung-Kette subtiler. Ein Lebewesen handelt aus Notwendigkeit. »Sie sehen also das Problem.

und es ist eine Waffe. Aber es könnte dennoch einen Weg geben.« Der Experte nickte. gegen die wir bislang nichts ausrichten können. Damit kann kein mechanisches System konkurrieren.« »Inzwischen geht der Krieg weiter wie bisher.« Kramer drehte sich um zu seinem Raketenexperten. »Sehen Sie das hier? Das ist ein Pseudopodium.« »Korrekt. »Es ist eine perfekte Verteidigung für sie. Es lebt. und wir können nicht durch ihr lebendes Minenfeld. der diese Woche zurückgekehrt ist. der vor seinen Tabellen und Akten saß. Sie können nicht an uns heran. Ein Patt. »Die Mine war .« »Welchen denn?« »Einen Augenblick.deutlicher sichtbar wurden. Er hatte doch nicht wirklich Kontakt.« Kramer nickte. aber einen Kontakt gab es nicht. egal ob einfach oder komplex. »Der schwere Kreuzer. oder? Er ist dicht drangewesen. Wir können das Johnson-Steuerungssystem verschrotten und müssen etwas anderes finden. Kramer zog mit seinem Stift eine Linie nach. bitte.

Und dann haben sie ihn erwischt. Die Mine folgte ihm. bewegte sich schnurgerade auf Proxima zu. Es ist die alte Geschichte. Eine Viertelstunde vorher war er aus unbekannten Gründen abgelenkt worden. . Der Kreuzer befand sich im Raumflug. Die Mi ne entscheidet sich zu explodieren. »Nun.« »Er wich aus«. Sie sieht unser Schiff. hat natürlich die Johnson-Steuerung benutzt.« »Wir haben folgende Theorie«. Wir halten nach etwas Ausschau. was es überhaupt nicht gibt. sagte Kramer. »Aber nicht weit genug. Was wir aber sehen. Wie kann ein Schiff mit automatischer Steuerung einer Mine entkommen. das bestätigt. blieb ihm auf der Spur. Später hat er seinen Kurs wieder aufgenommen. »Wir halten immer Ausschau nach einem Kontakt: einem Auslöser für das Pseudopodium. ohne irgendein physisches Korrelat.zwanzig Meilen entfernt. scheint viel eher ein psychisches Phänomen zu sein. sagte der Experte. wie das mit dem Kontakt ist.« Kramer blickte zu Gross. nähert sich und trifft die Entscheidung. was ich sage. Aber ich frage mich. eine Entscheidung.« »Danke.

« »Wahrscheinlich von den Überresten unserer Vorhut.« »Nur zu«. füllen die Räume mit ihrer eigenen Brut. fügte Gross hinzu. . Diese Kreaturen sind jedem mechanischen System überlegen.« Kramer öffnete einen Hefter. »Ich werde Ihnen sagen.« »Der Gürtel ist fünfzigtausend Meilen tief«. »Das löst für sie ein weiteres Problem. wovon die sich ernähren. sagte Gross. Ich wüßte gern. Die verdammten Dinger reproduzieren sich. Es ist ein geistiges Kräftemessen zwischen automatisch gesteuerten Schiffen und lebenden Wesen. Der Verlierer ist immer das Schiff. Wie sieht Ihre aus?« »Meine ist sehr einfach. Reparatur und Wartung. »Ich habe heute bereits zehn Lösungen gehört. hochentwickelten Lebensform. Hier jedoch handelt es sich bei dem Auslöser um eine Art Verstand in einer komplizierten. aber nur.d i e selbst entscheidet. den Auslöser nicht auszulösen. was ich vorzuschlagen habe. Die großen Kreuzer müssen eine Delikatesse sein. wann sie explodiert? Die ganze Theorie der Durchdringung von Minenfeldern beruht doch darauf.

in der gleichen Weise. Lassen Sie uns von der gleichen Waffe Gebrauch machen. Fast jede andere Lebensform könnte es mit ihnen aufnehmen. Wenn die Yuks imstande sind. sagte Kramer. »Wir brauchen nur das Gehirn.« »Aber wir brauchen ja nicht den ganzen Körper«. das menschliche Gehirn ist die agilste aller bekannten Lebensformen. so sollten wir fähig sein. zum Schutz ihrer Planeten lebende Minen zu produzieren. Ein menschlicher Pilot würde an Herzversagen sterben.weil sie leben. Oder kennen Sie irgendeine bessere?« »Aber kein menschliches Wesen ist einem Tiefraumflug gewachsen. einige unserer eigenen Lebensformen auf ähnliche Weise zum Einsatz zu bringen. der dazu bereit wäre.« »Wie bitte?« »Das Problem besteht darin. lange bevor das Schiff auch nur einigermaßen in die Nähe von Proxima gelangen würde. wie auch Augen und Arme . jede höhere Lebensform. einen Spender von hoher Intelligenz zu finden.« »Welche Lebensform schlagen Sie dafür vor?« »Ich meine.

die Natur des Feindes. Beim Anflug des terranischen Schiffs hatte sich plötzlich ein Schwarm dunkler. dann bleibt die große Frage: wessen Gehirn?« Es war alles sehr verwirrend. »Aber selbst angenommen. statt in einen künstlichen Körper. schlanker Stifte erhoben und kam aus der Ferne herangeschossen. Die Yucconae waren auf einem der äußeren Planeten von Proxima Centauri ausgemacht worden.« Im Zimmer war es still. in einen schweren Tiefraumkreuzer.« »Aber ein Gehirn…« »Technisch wäre es machbar.gespendet werden. Zur ersten wirklichen Begegnung kam es dann zwischen dreien der Yuk- . das Transferieren in ein Raumschiff. sagte Gross langsam. wenn ein zerstörter Körper das notwendig gemacht hat. es könnte funktionieren. Natürlich. die Gründe für den Krieg. Gehirne sind bereits mehrfach transferiert worden. das wäre neu. »Eine erstaunliche Idee«. Sein kraftvolles kantiges Gesicht schnitt eine Grimasse.

Beide Seiten konstruierten fieberhaft Verteidigungsringe um ihre Sonnensysteme. dachte Kramer bei sich. war nicht adäquat. allem überlegen. was Terra dagegenwerfen konnte. in dem alles erlaubt war. von dem die terranischen Schiffe im Tiefraum gesteuert wurden. die Johnson-Steuerung. wo die Arbeiten vonstatten gingen. was jetzt gebraucht wurde. war ein neuer Kern. Der Ring um Proxima war ein lebender Ring. die letzten Elemente des Reflex-Systems waren aus dem Schiff entfernt und verladen worden. Automatische Systeme waren untauglich. Von den beiden war der Yucconae-Gürtel der bessere. Unten im Tal waren die Techniker fast fertig. Ein menschliches Gehirn.Stifte und einem einzelnen Forschungsschiff von Terra. das Gehirn eines intelligenten. Von da an herrschte totaler Krieg. Ein warmer Wind blies über den Hügel und raschelte im Gras. dorthin. Das Standardgerät. ein neuer zentraler Schlüssel. . Alles. Etwas Besseres wurde gebraucht. Völlig untauglich. Kein Terraner überlebte. der den Platz des mechanischen Systems einnehmen würde. während er dastand und den Hügel hinabblickte.

Grossens Organisation. seine Frau. Auf der Straße näherten sich ihm zwei Menschen.« Sie wirkte noch immer hübsch und schlank in ihrer Uniform. wen ich getroffen habe. hatte er sie nur selten gesehen… »Kramer«. Seit sie sich voneinander getrennt hatten. »Danke. sagte Dolores. ein Mann und eine Frau. regungsloses Gesicht. gemessener Schritt. Wir gehen in die Stadt. Commander Gross hat mir erzählt. Die Frau war – Kramer starrte sie verblüfft und mit wachsender Verärgerung an. daß du verantwortlich bist für dieses Projekt. sagte Gross. »Sehen Sie mal. »Bei dir scheint es auch gut zu laufen.« Sie lächelte. sich davon zu trennen? Das war das Problem.scharfsinnigen menschlichen Wesens. Ist wieder zu uns nach unten gekommen.« »Hallo. Der Mann war Gross. Kramer drehte sich um. Es war Dolores. breite Schultern. mich zu sehen?« Er nickte. der grau-blauen Uniform der Inneren Sicherheit. »Freust du dich denn gar nicht. Phil«. »Wie ist es dir ergangen? Siehst gut aus. Doch würde dieses menschliche Wesen bereit sein. Operation .

« Kramer zündete sich eine Zigarette an. Bei dem von uns geplanten Verfahren wird die . »Wenn wir das bekommen. In der Tat sind sich ja nur sehr wenige Lebewesen ihrer selbst bewußt. die die lebenden Zellen mit allem versorgt. Sie machten sich auf den Weg zurück zum Auto. eine permanente Nährleitung. ergänzte Gross.Kopf. Bäume. elektronische Relais. was sie benötigen. Insekten verfügen über schnelle Reaktionen. wie sie es nennen. »Wird es tatsächlich als Teil des Schiffes leben?« »Es wird leben. Tiere. sind wir bereit für die Tests. aber nicht bewußt.« »Wird das Gehirn am Leben bleiben?« fragte Dolores. um die Impulse aufzufangen und zu verstärken. aber nicht über Bewußtsein. Aber -« »Aber das Gehirn selbst haben wir noch nicht«. Wir haben ein spezielles Dränagebad für das Gehirn konstruiert. »Das Schiff soll mit einem menschlichen Gehirn anstelle des Johnson-Systems ausgerüstet werden. Für wessen Kopf hast du dich denn entschieden?« »Das ist das Problem.

« Dolores schauderte.individuelle Persönlichkeit. fragte Gross: »Haben Sie schon konkret an irgend jemanden gedacht?« Kramer schüttelte den Kopf.« »Aber all das war doch Ihre Idee.« Gross starrte ihn merkwürdig an. Wir benötigen nur die Reaktionsfähigkeit. »Wie furchtbar!« »In Kriegszeiten muß alles versucht werden«. aufhören. Noch ein paar von gleicher Art.« Sie stiegen ins Auto. »Das gehört nicht in meine Verantwortung. Während sie die Straße hinabfuhren.« »Wie meinen Sie das?« »Ich bin Ingenieur. so ist es das wert. »Wer soll es denn sonst tun?« fragte Gross. sagte Kramer geistesabwesend. »Ich . weiter nichts. und es würde keinen Krieg mehr geben. »Wenn ein Menschenopfer den Krieg beenden kann. Das gehört nicht in mein Fach. Dieses Schiff könnte durchkommen. das Ego.« »Meine Arbeit endet hier. Kramer bewegte sich unbehaglich.

« »Was meinst du?« fragte Dolores. »Ich kann eine Routineüberprüfung machen. dann muß er schrecklich alt sein.« »Was meinst du damit?« fragte Gross. »Vielleicht würde ein alter Mensch. Erinnerst du dich an den Professor. daß meine Organisation verschiedene Untersuchungen vorbereitet. den wir auf dem College hatten? Michael Thomas?« Kramer nickte. dem nicht mehr viel Zeit bleibt. »Ob der wohl noch lebt?« Dolores krauste die Stirn. »Wenn irgendein menschliches Gehirn diese Kreaturen . Aber ob der noch lebt? Er war ja schon damals um die Siebzig.« »Das können wir herausfinden«. dessen Verstand jedoch noch klar und scharf ist -« »Professor Thomas. etwas in der Art -« »Hör zu. »Er war allerdings ein weiser alter Kauz. sagte Dolores plötzlich.« Kramer rieb sich das Kinn. »Was?« Sie wandte sich ihm zu. um die Tauglichkeit zu überprüfen. sagte Gross. »Wenn.kann dafür sorgen. »Ich habe eine Idee. Phil«.

Ich habe so etwas nicht erwartet. bei dem ich studiert habe. eine dünne Hand hob sich – »Laßt ihn aus dieser Sache raus«. den ich kenne. sagte Kramer.« »Wir können das nicht tun. Der alte Mann beugte sich vor. Ich erinnere mich sehr deutlich an ihn. sagte Kramer.schachmatt setzen kann -« »Mir gefällt die Idee nicht«. »Klingt ja ausgezeichnet. »Nein. ein Mann. »und der Krieg schert sich nicht um die Bedürfnisse des . »Das ist es nicht. »Es ist. Er war eine herausragende Persönlichkeit. sagte Dolores. das Bild eines alten Mannes. jemand. sagte Gross. der an seinem Pult saß und dessen glänzende. Wir verlangen seinen Tod!« »Wir sind im Krieg«. sagte Gross. weil ich es vorgeschlagen habe«.« »Gut«.« Kramer schüttelte den Kopf. sanfte Augen durch den Klassenraum schweiften. »Was stimmt denn nicht?« Gross sah ihn neugierig an. In seiner Vorstellung war ein Bild aufgetaucht.

sagte Gross zu Kramer. von Efeu überwucherte Holzhaus. das ein Stück von der Straße ab hinter der gewaltigen Eiche lag. sagte Gross und fuhr schneller. Laut Überprüfung lebt er noch. Gross trat auf die Pforte zu.« »Vielleicht ist er schon tot«. Sein Verstand ist allerdings noch rege. Die Kleinstadt war still und verschlafen. »Gehen wir. »Malerisches Häuschen. »Hier ist es«. murmelte Dolores. Er kreuzte die Arme. Die beiden Sicherheitsagenten hinter ihnen hatten ausdruckslose Gesichter. aber das war alles. Lange Zeit standen die beiden da und betrachteten das kleine. Das scheint sicher zu sein. Den Rest des Weges legten sie schweigend zurück.Individuums. Das haben Sie selbst gesagt. Es heißt.« Kramer sagte nichts. daß er das Haus nicht . Sicher ist er ja freiwillig bereit. ab und zu bewegte sich auf dem fernen Highway langsam ein Auto. ist aber sehr krank. »Wir werden das herausfinden«. gehen wir doch einfach mal davon aus.

»Ich bin sicher. bis er zu einer offenen Tür kam. Eine Frau kümmert sich um seine Bedürfnisse. Die Tür öffnete sich. Es ist Krieg. »In Ordnung. Werteste.« »Warum?« »Regierungsangelegenheit. und dahinter kam widerwillig Kramer und schloß die Tür. Kramer konnte die weiße Ecke eines Betts sehen.verläßt. er hat nichts dagegen. Gross huschte durch die Diele. Gross läutete.« Er blickte zu Kramer.« Die beiden Sicherheitsagenten folgten ihm. Er blieb stehen und schaute hinein. sagte er. Eine ältliche Frau in einem formlosen Morgenmantel betrachtete die Männer gleichgültig. Er ist sehr gebrechlich. »Sicherheit«.« Die Frau zögerte unsicher. »Wir möchten zu Professor Thomas. Nach einiger Zeit hörten sie langsame Schritte. sagte Gross und zeigte seine Karte. uns zu empfangen. Wir können nicht ewig hier draußen stehen. Gross trat in den Türeingang. .« Sie gingen den Plattenweg entlang und hinauf auf die Veranda. Sie warteten. Kramer trat vor. »Ich war ein Schüler des Professors«.

Aber nach einiger Zeit bemerkte Kramer mit leisem Erschrecken. »Professor Thomas?« sagte Gross. starr und ohne zu blinzeln. ein welker alter Mann. daß Sie jetzt verheiratet sind?« »Ja. aus dem wir hergekommen sind. Philip Kramer… Sie haben zugenommen. doch Kramer brachte ihn . Sie erinnern sich bestimmt an sie. »Aber wir leben getrennt. begann Gross. mein Junge. als schliefe er. »Ich kenne ihn. daß der alte Mann sie aufmerksam beobachtete. Zuerst schien es. In dem dunklen Raum lag. völlig regungslos. Professor«. ohne ein Anzeichen von Leben.« Kramer trat näher ans Bett. Es hat nicht recht geklappt. Diesen Mann hier kennen Sie vielleicht -« Die bleichen Augen richteten sich auf Kramer. Unsere Karrieren -« »Der Grund.einen Holzpfosten und den Rand einer Kommode. seine Augen auf sie richtete. auf zahllose Kissen gestützt. »Ich bin Commander Gross von der Sicherheit. Er gesellte sich zu Gross. »Stimmt es. Ich habe Dolores French geheiratet. das Rascheln trockner Asche.« Die Stimme war schwach.

Tut mir leid. Nach so langer Zeit. Wie .« Die greisen Augen musterten nachdenklich den jungen Mann. Was will er?« »Nichts. Ich fürchte. durchquerten die Diele und schlossen die Tür hinter sich.« »Wie geht es Ihnen?« »Ich bin sehr krank. Die drei verließen das Zimmer.mit einer ungeduldigen Handbewegung zum Schweigen.« Er nickte den beiden Männern zu. daß es mit Ihrer Ehe nicht geklappt hat. »Ich kenne diese Typen. Sie wiederzusehen. Er ist nur mitgekommen. »Wenn ich Ihnen lästig bin -« »Nein. mein Augenblick auf der Weltbühne ist fast vorüber. Können Sie und Ihre Männer uns wohl so lange allein lassen. Ich freue mich. sagte er schließlich. bis ich mit ihm gesprochen habe?« Gross schluckte. Darf ich mich setzen?« Er fand einen harten Stuhl neben dem Bett. Der alte Mann im Bett betrachtete Kramer schweigend. »Von dem halte ich nicht viel«. »Wie ich sehe. »Lassen Sie mich mit ihm sprechen. Kramer. haben Sie Erfolg gehabt. Philip. »In Ordnung.

. Vielleicht funktioniert es überhaupt nicht. Wenn es funktioniert.« Als Kramer fertig war. könnte wohl auch der Krieg beendet werden. dieses Projekt. legte sich der alte Mann wortlos auf das Bett zurück. Sprechen Sie weiter. Dann wurde er ernst. Erzählen Sie mir davon. »Professor. wenn Sie wollen. Wenn uns das gelänge.jedermann habe ich große Stücke auf Sie gehalten. aber wir müssen es versuchen.« Kramer lächelte. »Sie machen mich neugierig. Es ist der erste Hoffnungsschimmer. über das ich mit Ihnen sprechen möchte. murmelte Professor Thomas. den wir in diesem Krieg sehen. an dem wir arbeiten.« »Nur weiter. Sie sind bis ganz nach oben in der Gesellschaft gekommen.« »Und offensichtlich sind Sie deshalb hergekommen«.« »Es ist ein Wagnis. könnten wir vielleicht die Yuk-Verteidigung knacken und einige Schiffe in ihr System schleusen. es gibt da ein Projekt. Schließlich seufzte er.

»Geben Sie dem Professor die Unterlagen«. »Bitte. kommen Sie rein. möchte ich die Unterlagen dazu sehen.»Ich verstehe. »Bevor ich meine Entscheidung treffe. Ich bin nicht sicher. »Gross. Aber ich möchte mir die Pläne gern ansehen. sagte Kramer. aus seiner Jackentasche und reichte es dem alten Mann auf dem Bett. die Zeichnungen und den Konstruktionsplan. -Aus privaten Gründen. einem menschlichen Körper entnommen. »Er möchte sie sich ansehen. Wenn Sie dafür sorgen könnten -« »Natürlich. sah Kramer an. daß es mir gefällt. Ein menschliches Gehirn. »Ich vermute.« Er setzte sich ein wenig auf. Würden Sie uns Ihre Antwort aber . Sie können sie gern prüfen.« Gross holte die Unterlagen. Gross und die beiden Sicherheitsagenten standen draußen und warteten gespannt.« Kramer sagte nichts. bevor er sich entscheidet. ein braunes Kuvert.« Kramer stand auf und ging zur Tür. Sie denken an mich. Professor.« Sie marschierten in das Zimmer.

« »Ich werde Ihnen meine Antwort mitteilen.« Wortlos legte Gross seine Karte auf die Kommode.« Er öffnete den Umschlag mit zitternden Händen. das erste der Thesenpapiere zu lesen.so schnell wie möglich mitteilen? Uns ist natürlich sehr daran gelegen anzufangen. eine Zusammenfassung der theoretischen Voraussetzungen. gegenüber.« »Und das wäre?« fragte Gross. »Meine Entscheidung hängt von dem ab. wenn ich mich entschieden habe. »Das ist meine Angelegenheit. was ich diesen Papieren entnehmen kann. »Ich suche nach etwas Bestimmtem. . dann will ich mit dieser Arbeit in keinster Form etwas zu tun haben. sobald ich mich entschieden habe. war Professor Thomas bereits dabei. »Was dann?« sagte Winter. Lassen Sie mir eine Nummer da.« Er nahm den Umschlag mit dünner. unter der ich Sie erreichen kann. was ich da zu sehen bekomme. Als sie hinausgingen. Gefällt mir nicht. Kramer saß Dale Winter. zitternder Hand. seinem Stellvertreter.

mehr als ein sprechendes Buch. Er war mehr als eine Stimme. die Hände in den Taschen seiner Uniform. »Im Grunde .« Kramer ging zum Fenster.« Kramer kratzte mit einer Zeichenfeder auf irgendeinem Blatt Papier. freundlicher Mensch. daß er es tut?« »Ich weiß nicht. als wäre er irgendein Versuchstier in einem Käfig und nicht etwa ein Mensch. was ich davon halten soll.« »Wie meinen Sie das?« Winters gutmütiges Gesicht schien verwirrt.« Kramer stand auf und ging hin und her. Ich wollte immer sein wie er eines Tages. ein ruhiger. »Ich weiß nicht recht. ein Lehrer. Und wie steh ich jetzt da. »Er war mein Lehrer am College. »Schauen Sie. Er blieb dort stehen und blickte hinaus. Ich hab ihn respektiert als Menschen und Lehrer.»Er wird sich mit uns in Verbindung setzen. zu dem ich aufblicken konnte.« »Wie denn?« »Sehen Sie denn nicht.« »Glauben Sie. Er war eine Persönlichkeit. was ich von ihm verlange? Ich verlange praktisch seinen Tod.

« »Was hat er gesagt?« Er wußte es.« »Sie klingen nicht sehr glücklich. »Der alte Mann hat mich angerufen. Sein Rechtsanwalt setzt die Verbindlichkeitserklärung auf. »Er hat gesagt.« »Ich frage mich.« Kramer hörte nur halb zu. »Hier Gross.« »Aber wenn er es nicht tut -« »Dann werden wir jemand anders finden müssen.« Die schweren Gesichtszüge erschienen. Es würde sich schon ein anderer finden. Er nickte matt. ich weiß. Ich war selbst ein wenig überrascht. der Klang von Gross’ Stimme verriet es ihm bereits.hoffe ich. Warum mußte Dolores ausgerechnet -« Das Videofon läutete. warum er sich entschlossen hat . »In Ordnung. Wir haben bereits Vorbereitungen für seine Aufnahme im Krankenhaus getroffen. Dann können wir uns wohl an die Arbeit machen. Kramer drückte den Knopf. Professor Thomas. doch offenbar ist es ihm ernst. daß er es nicht tut. Ich freue mich. er würde es tun.

dieses Schiff wird von einem lebenden Gehirn gelenkt anstelle des gewöhnlichen .« Mitte August näherte sich das Projekt seinem Abschluß. es dauert nicht mehr lange. Wissen Sie. »Eigentlich ja.« »Befindet sich tatsächlich ein menschliches Gehirn in dem Schiff?« fragte ein Würdenträger. »Er rief mich ziemlich früh an.« »Erzählen Sie uns doch etwas mehr«. Gross klatschte mit der Hand gegen das Metall. Sie standen im Freien in der sengenden Hitze und blickten die glatten Metallseiten des Schiffes hinauf. »Das ist schließlich ein so ungewöhnliches Konzept. ein kleiner Mann in einem verknitterten Anzug. Wir können jederzeit mit dem Test beginnen. das müßte eigentlich gefeiert werden.« Gross klang zufrieden.mitzumachen.« »Er war sich darin sehr sicher.« »Sicher«. Ich lag noch im Bett. »Nun. sagte ein goldbetreßter Offizier. sagte Kramer. »Und ist das Gehirn wirklich am Leben?« »Gentlemen.

auf eine Gefahr zu reagieren. die Arme gekreuzt. Sie blickten zu ihm hoch und setzten ihre Arbeit eilig fort. »Er sagt.Johnson-Relaissteuerungssystems. übertrifft bei weitem alles Konstruierbare. und der Boden unter ihnen erbebte in tiefer Vibration. Kramer bestieg die Gangway und trat in die Steuerkabine des Schiffs.« Gross hielt inne und lauschte. Es wird reflexartig funktionieren.« Winter erhob sich. und seine Fähigkeit. Aber das Gehirn ist nicht bei Bewußtsein. Kabelreste. es wäre das . Kramer stand. ein kurzes Stück von den anderen entfernt und sah schweigend zu. »Wie sieht’s aus?« fragte Kramer. Teile eines Gerüstes. Einige Arbeiter räumten noch auf. Als die Turbinen ansprangen. »Gut. Der praktische Unterschied zwischen ihm und dem Johnson-System ist folgender: Ein menschliches Gehirn ist weitaus komplizierter als irgendeine künstliche Struktur. Die Turbinen des Schiffs begannen zu grummeln. ging er rasch um das Schiff herum zur anderen Seite. sich einer Situation anzupassen. Winter saß mit einem Piloten von Space-Transport an der Schalttafel.

»Ich meine. »Nein«.« Kramer zog einen Stoß Pläne aus seiner Jacke.Beste. Alles scheint in Ordnung zu sein. »Das ist so üblich beim Johnson-System. und so sollten wir in diesem Fall -« »Können Sie schon irgend etwas sagen?« fragte Kramer. Wegen einer Sache wollte ich Sie allerdings fragen. manuell zu starten. Ich frage mich. zu welchem Zweck. Ich habe alles überprüft. »Lassen Sie mich mal sehen. erwiderte der Pilot langsam. »Die Änderungen sind in Ihrem Exemplar nicht . »Es gibt hier einige Veränderungen. die eingebaute Steuerung kann dann später im Weltraum übernehmen. die ich nicht verstehe. Die automatische Steuerung -« Winter zögerte.« »Veränderungen?« »Abweichungen vom ursprünglichen Entwurf.« Er blätterte die Pläne durch. Der Pilot sah ihm aufmerksam über die Schulter zu.« »Das ist richtig«.« Er legte seine Hand auf die Armaturentafel. sagte der Pilot. »Ich glaube nicht.

»Ich frage mich -« Er brach ab. »Gross.angegeben«. sagte der Pilot. dann los«. Nun. doch in diesem Augenblick ertönte ein gewaltiges Dröhnen.« »Na. »Mein alter Freund?« »Der Professor. vielleicht ist es so das Beste. Ihr alter Freund. »Jederzeit. Commander Gross war in die Steuerkabine getreten. »An den elektrischen Leitungen ist einiges geändert worden.« Der Pilot setzte sich und betätigte einige der vielen Schalter. hat man mir gesagt. »Auf geht’s.« »Nun. sagte Gross.« Gross blickte zum Piloten. Sind Sie bereit?« »Sicher. Für den Test müssen wir mit diesem Ding aus dem Schwerkraftsbereich raus. dem . Er bewies äußerst reges Interesse. »Der Professor -«. wer hat die Änderungen genehmigt?« sagte Kramer. Die Kabine war erfüllt von einem steten Pochen. begann Kramer.« Durch das Fenster deutete Gross zum Tower. Er umfaßte einen der Griffe an der Wand und klammerte sich so gut wie möglich daran fest. und das Schiff machte unter ihm einen Satz.

und die Geschwindigkeit nahm mit jeder Sekunde zu. unten bei der Verkabelung des Steuerungssystems. Das einzige. daß aus irgendeinem Grund -« »Lassen Sie mich mal sehen«. »Was ist?« fragte Gross. deutet darauf hin. sagte Kramer. »Nun. sagte der Pilot. »Ist es schon soweit?« »Noch nicht ganz«. Er kauerte neben Kramer nieder.Wüten der Jet-Turbinen unter ihnen. Er saß auf dem Boden der Kabine. Er untersuchte es und verglich es mit seinem Exemplar der Schaltpläne. was ich erkennen kann. »Was sagten Sie?« . Das Schiff löste sich vom Boden. welchen Sinn sie haben. Ich sehe nicht recht. Sie bewegten sich in Richtung All. »Diese Veränderungen. Er hatte die metallene Deckplatte entfernt und das komplizierte Labyrinth der Relaisverkabelung freigelegt. Kramer schloß die Augen und hielt den Atem an. was meinen Sie?« fragte Gross nervös.

Das gleiche bei den anderen. »Vielleicht hatte Professor Thomas das Gefühl. Die korrodierte Oberfläche des Mondes schimmerte ihnen entgegen. sagte Winter vom Pilotensitz her. es ist geändert worden. daß auf keine mechanische Schaltung Verlaß ist. manche Dinge könnten sich viel zu schnell ereignen. ein übler und abstoßender Anblick. reagierte auf Druck oder Temperatur. Jetzt ist das so verkabelt. Die Bremsraketen könnten so schnell reagieren wie -« »He«.und abstellte.»Sehen Sie diese Leitung hier? Ursprünglich war sie verbunden mit einem Schalter. »Wir nähern uns den Mondstationen. Vielleicht dachte er. Aber diese mechanischen Schaltungen funktionieren zum Teil im Bruchteil einer Sekunde. damit das Gehirn die Schaltungen bedienen kann?« Kramer nickte. . Jetzt untersteht es dem Zentralsystem. der sie automatisch an. daß es vom zentralen Steuerungssystem reguliert wird. Vieles davon war noch mechanisch.« »Dem Gehirn?« fragte Gross. Was soll ich tun?« Sie blickten durch das Fenster hinaus. entsprechend den Temperaturänderungen. »Sie meinen.

sagte der Pilot.Sie bewegten sich langsam auf ihn zu. und auf der Schalttafel bewegten sich die Finger des Piloten. »Also. sagte der Pilot nach einiger Zeit. In Ordnung. Unter sich konnten sie die Beobachtungsstationen sehen. die die Öffnungen zu den unterirdischen Fabriken und Hangars bildeten. Wußten . Kramer. Ich war ganz in Gedanken. das Schiff strebte dem Tiefraum zu. wir können jetzt anfangen. die gleichmäßig über die Oberfläche verteilt waren. »Mr. um Antwort zu geben. danke. »Die Änderungen bei den Leitungen.« Kramer antwortete nicht. wir können anfangen. und schnallte sich selbst in dem Sitz an. Der Mond war hinter ihnen zurückgeblieben. Er bedeutete Winter. »Wir sind am Mond vorbei«. »Ich übernehme«. als er die Steuerung betätigte. Ein rotes Blinkfeuer leuchtete zu ihnen herauf. »Was ist denn?« fragte Gross. »Tut mir leid. Das Schiff begann sich vom Mond zu entfernen.« Er krauste die Stirn. grübelte angespannt. und die winzigen Rechtecke. Platz zu machen.« Kramer fuhr leicht zusammen.

»Also.« Das Schiff. daß ich nichts von technischen Dingen verstehe. der alte Mann. sagte er. und über seine Oberfläche spielten tausend winzige .« Der Pilot zündete sich eine Zigarette an und paffte nervös. hat jetzt die Kontrolle.« »Was soll’s?« Gross grinste gequält. »Früher oder später müssen wir uns sowieso dem alten Mann anvertrauen. »Sie wissen doch. menschliches Gehirn in einem Tank voll Flüssigkeit. Es – das heißt: er. »Wir sind auf Automatik. als Sie den Arbeitern Ihr Okay gegeben haben?« Gross wurde rot. wozu sie gut waren. Sein Gesicht war blaß und ausdruckslos.« »Was ist soweit?« fragte Kramer.« Der Pilot trat von der Schalttafel zurück. »Drücken wir die Daumen.« »Dann hätten Sie mich verständigen sollen. glitt gleichmäßig dahin. das wär’s«. Tief unten im Schiff lag sorgsam gepanzert und geschützt ein weiches.Sie. in der Hand seines unsichtbaren Piloten. Das Gehirn. »Es ist soweit. Ich bin bei der Sicherheit.

Gross wischte sich nervös die Stirn. Die Turbinen stockten kurz. »Nur zu«. »Schiff halbrechts herumbringen«.« Kramer ging zur Sichtluke. Hoffentlich weiß er. »Also. bewegen wir uns noch immer in einer geraden Linie. »Damit können wir das Gehirn mündlich instruieren. das tut er. »Geschwindigkeit vermindern. »Keine Veränderung. durch das ganze Schiff getragen. Unweit flogen ein paar . in Relaissysteme eingespeist. nichts.« »Wie meinen sie das?« »Ach. »Ich glaube. Das Schiff ging auf seinen neuen Kurs und stellte sich darauf ein. Sobald die Ladungen anwuchsen. »Wie ich sehe. Zeit verging. reduzierten ihren steten Rhythmus. was er tut. wurden sie aufgefangen und verstärkt.« »Abwarten.elektrische Ladungen.« Er griff nach dem Mikrofon.« Zur Probe blies er gegen das Mikro.« Sie warteten. sagte Winter. weiterverarbeitet. sagte Kramer.« Langsam begann das Schiff zu wenden.« Kramer nickte rätselhaft. jetzt lenkt er es. Nichts. Gross blickte zu Kramer.

was er tut. die in den Schubstrahlen der Triebwerke verbrannten. schwenkte vom Mond fort. Die . der alte Mann. murmelte Winter. Allmählich atmeten sie ruhiger.« »Eine Sache noch. wenn wir ins Schwerefeld des Mondes gelangen«. »Na also. sagte Kramer. Kramer sprach noch ein paar Worte ins Mikro. aus der sie gekommen waren – auf den Mond zu. ruhig und gelassen. Die große zerfressene Kugel fiel hinter ihnen zurück. »Zum Mond zurückkehren und das Schiff auf dem ersten Raumflughafen landen«.« Kramer stand lauschend da. Der unsichtbare Pilot hatte die Kontrolle übernommen. sagte Gross.« Kramer griff zum Mikro. Jetzt bewegten sie sich zurück in die Richtung.« Das Schiff drehte ab. sprach er hinein. so gut«. »Er war ein guter Mathematiker. »Lieber Gott«. »Warum sind Sie -« »Still. »So weit. »Mal sehen. Er wurde mit jeder Problemstellung fertig. Gross atmete erleichtert auf. und sie wendeten wieder. Das Schiff befand sich in guten Händen.Raumtrümmer vorbei.

in einem schiefen Winkel wendend. »Ich weiß nicht. und das Schiff schoß hinaus in den Raum.Turbinen keuchten und dröhnten. »Das war ich nicht! Ich habe nichts berührt. »Wir sind ganz schön schnell«. Plötzlich ging ein Ruck durch das Schiff. Die Nase hob sich. sprachlos starrten sie einander an. Kramer zögerte. sagte der Pilot.« Die Geschwindigkeit des Schiffs wuchs mit jedem Augenblick. Das Schiff tauchte ab. Der Pilot blickte auf die Schalttafel. wie die Kugel rasant anschwoll. langte nach den Schaltern. fort vom Mond. zurück in Richtung Mond. hielt auf die große Kugel zu. Der Pilot eilte zur Schalttafel. Sie kamen wieder auf die Füße. »Vielleicht . Ich bin gar nicht dazu gekommen.« Durch die Sichtluke beobachteten sie. Durch die plötzliche Kursänderung wurden die Männer zu Boden geschleudert. während das Schiff einen vollen Schwenk vollführte und an Fahrt gewann. Sie bewegten sich wieder zurück. wie er bei dieser Geschwindigkeit landen will.

Er packte das Steuerrad und drehte es. Freigeben!« »Zwecklos«. wo er sie einmal hat. Alles in diesem Schiff wird zentral geregelt. »Geben Sie die Steuerung frei! Wir kehren um.« »Und wir schießen immer weiter raus«. was passiert ist«. »Es ist tot.« Er drehte an dem nutzlosen Rad.« Gross trat zur Schalttafel. »In wenigen Minuten kommen wir schon durch den äußersten . der Abfallausstoß. Er griff nach der Steuerung und bewegte sie probeweise. fort vom Mond.« Der Pilot betätigte den Schalter. Spricht nicht an. »Da sehen Sie. jetzt. absolut tot. »Nichts. sagte der Pilot. der unter ihnen abfiel. »Der alte Mann gibt die Kontrolle nicht mehr ab.« »Unsinn. »Nichts. Das habe ich befürchtet. »Nichts. sagte Kramer ruhig. sagte Winter und grinste hilflos. die Luken.schalten Sie besser wieder auf manuell um. »Freigeben!« sagte Kramer in das Mikrofon. als ich die veränderte Verkabelung sah.« Er drehte den Kopf.« Alle schwiegen. sogar das Kühlsystem. Das Schiff blieb auf seinem Kurs. Wir sind hilflos.

»befinden wir uns im Tiefraum. In einer Minute sind wir mittendrin.« »Aber. sagte Kramer. Wenn sie uns nicht abschießen -« »Wir sollten Funkkontakt aufnehmen. wenn wir noch ein bißchen schneller fliegen.Verteidigungsgürtel. Wir werden sie vielleicht nötig haben. »Wir dringen mit hoher . wohin fliegen wir denn?« fragte Gross. Er bringt uns allmählich auf Tiefraumgeschwindigkeit. mein Gott.« »Und danach«. die wir draufhaben.« Der Pilot schaltete das Sprechfunkgerät auf Senden. Ist das Schiff mit Bädern ausgerüstet?« »Bädern?« fragte Gross. sagte er. »Wohin – wohin bringt er uns?« Der Pilot bekam die Verbindung. Für Tiefraumflüge. zu einer der Beobachtungsstationen. »Hier spricht Dwight.« »Setzen Sie sich lieber mit dem Verteidigungsgürtel in Verbindung. »Ich nehme Verbindung zu den Hauptbasen auf. an Bord«. »Schlaftanks. bei der Geschwindigkeit.

Haben Sie Raumleuchtsignale?« »Haben wir«. Schießt nicht auf uns. »Wenn wir es jetzt verlassen.« »Das Schiff aufgeben?« sagte Kramer. was wir noch tun können. Wir werden in den Tiefraum befördert.« »Wir können nicht. falls Sie springen wollen. sehen wir es nie wieder. Wir haben die Kontrolle verloren. Besteht irgendeine Möglichkeit.« »Kontrolle verloren?« »Dies ist ein Versuchsschiff.« »Kehren Sie um«.Geschwindigkeit in die Verteidigungszone ein.« »Was bleibt uns anderes übrig? Unsere . die Sie auflesen können. sind gut. »Hier spricht Commander Gross. Sicherheit. daß die Sie finden. »Sie dürfen nicht in die Verteidigungszone.« Gross übernahm das Gespräch. daß wir aus diesem Schiff herausgeholt werden?« Ein Zögern. sagte der Pilot. Es gibt nichts. ertönte die unpersönliche Stimme aus dem Lautsprecher. Die Chancen. »Wir haben ein paar Hochgeschwindigkeitsjäger. »Versuchen wir’s.

»Hören Sie! Können Sie mich verstehen? Hier spricht Phil Kramer. Können Sie mich hören? Erinnern Sie sich an mich? Verstehen Sie. statisches . Professor.« Kramer schüttelte den Kopf. »Verdammt. wer hier spricht?« Oberhalb der Schalttafel kam aus dem Wandlautsprecher ein Geräusch. »Hier ist Kramer. Wollen Sie etwa vorschlagen.« Kramer nahm das Mikrofon.« Stille. es muß noch eine andere Lösung geben. »Probieren Sie’s.Geschwindigkeit nimmt unaufhörlich zu.« »In Ordnung. Er wartete einen Augenblick. »Zu dem alten Mann? Vernünftig mit ihm reden?« »Einen Versuch wäre es wert«. daß Sie die Steuerung freigeben. Können Sie mich hören. daß wir hierbleiben?« »Nein. Professor? Können Sie mich hören? Ich möchte.« »Könnten Sie zu ihm Verbindung aufnehmen?« fragte Winter. sagte Gross.

Geben Sie sie frei. Ich möchte. mechanisch. Sie müssen sie freigeben. erschien eine Stimme. Professor. Professor. Wir müssen nach Terra zurückkehren. Professor? Hier ist Philip Kramer. wieder die schwache. »Sie müssen die Steuerung freigeben.Knistern. »… Sind Sie das. Wenn Sie mich hören können. fast darin verloren. mit dem Knistern vermischt. ein wenig stärker als zuvor.« Seine Finger spannten sich wieder um den Mikrofongriff. Dann erklang. »Nein – hören Sie doch!« Wieder kam das Knistern. »Es ist Zeitverschwendung«. geben Sie die Steuerung frei. »Können Sie mich hören. Sie sahen sich an. Kramer. Dann.« Schweigen. stockende Stimme. Dunkel… Wer ist da? Bei Ihnen…« »Ich bin’s. daß Sie uns das Schiff zurückgeben. tonlos. Phil? Ich kann Sie nicht sehen. Geben Sie sie frei!« Statik. Einen Augenblick lang herrschte Schweigen. Ein Rauschen wie Wind. . eine leblose Stimme aus dem metallenen Lautsprecher an der Wand über ihren Köpfen. Die Männer sahen hoch. sagte Gross.

Über das Schiff breitete sich . ergo sum. Die Lichter erloschen. Die Männer standen da und lauschten. Die Luke knallte zu. Aber ich hatte recht. Schalter wurden umgelegt und bewegten sich wieder zurück. Wasser ergoß sich über sie. »Mein Gott!« sagte Winter. und die Luft strömte stürmisch hinaus ins All. Wind heulte auf. War mir ziemlich sicher… Wüßte gern. Professor – « »Ich habe die Schaltkreise verändert. sie befanden sich im Dunkeln. Steuerung. Die Lichter gingen wieder an. und gleichzeitig gingen die Wärmekörper aus. Irgend etwas pochte. Versuchen…« Plötzlich wurde die Klimaanlage eingeschaltet. Begriffliches Denken bleibt erhalten. Unten im Korridor knallte eine Tür. Von allen Seiten drangen Geräusche auf sie ein. das Brandschutzsystem. Cogito.»Kramer… Alles so sonderbar. Abrupt wurde sie wieder ausgeschaltet. Notwendige Folge. Bewußtsein… Folge des Denkens. Eine der Notausstiegsluken war aufgeglitten. ob ich’s kann. Können Sie mich hören?« »Ja.

Stille. »Beeilt euch«. Ich habe Sie viele Jahre nicht gesehen.« Sie liefen zur Sichtluke. wie sie begonnen hatte. »Springen wir. Es gibt eine Menge zu besprechen. »Ein terranischer Jäger«. »Es ist alles unter Kontrolle. »Da ist ein Schiff. Ein schlankes helles Raumschiff bewegte sich parallel zu ihnen mit gleicher Geschwindigkeit. Kramer. Sie haben sich verändert. Hektisch zogen sie sich an. Die Tür öffnete sich. mein Junge. Anzüge -« Er lief zu einem Spind und drehte den Griff. und er zog die Anzüge heraus auf den Boden. ich möchte mit Ihnen reden. Die lesen uns auf. Sehen Sie. schlüpften in die . sagte der Pilot. Ihre Frau -« Der Pilot ergriff Kramers Arm. Es gab Blinksignale. tonlose Stimme aus dem Wandlautsprecher. sagte Gross. »Ich kann – alles«. So plötzlich. Ich habe – habe nachgedacht. Panik ergriff die Männer. hörte die unheimliche Darbietung wieder auf. kam die trockene. Die Wärmekörper glühten auf. Viel zu besprechen.

Nichts geschah. draußen. zogen gemeinsam.« »Seid ihr bei der Luke?« Die tonlose Stimme erklang.« »Öffnen Sie die Luke!« sagte Kramer und starrte . »Verdammt noch mal. sie trieb und wirbelte durch die Korridore des Schiffs. Winter schwankte zum Notausstieg und wartete dort auf die anderen. Kramer. »Los!« sagte Gross. Vielleicht lassen Sie sich ein andermal zum Bleiben bewegen. krächzte Kramer. Einer nach dem anderen gesellte sie sich zu ihm. Die Luke gab nicht nach. »Gemeinsam ziehen. daß irgend etwas in der Nähe ist. Die Männer hoben die Köpfe. »Hat irgendwer ein Sprengschußgewehr?« Gross blickte wild um sich. Sie alle? Auch Sie. sagte der Pilot. »Holt eine Brechstange«. Ich hatte gehofft.schweren Kleidungsstücke. »Ich spüre. »Luke öffnen!« Winter zog an der Luke. sprengt sie auf!« »Ziehen«.« Sie packten mit an. wollen fort? Sehr bedauerlich. sahen sich um. »Helft mir. Ein Schiff? Sie wollen aussteigen. wir könnten miteinander sprechen.

»Ich laß Alarm aussenden«. sagte Gross mit finsterer Miene. drehte ihr eigenes Schiff die Nase plötzlich nach oben und schoß mit ungeheurer Geschwindigkeit davon. die Luke zurück. wirbelte an den Männern vorbei ins All.die unpersönlichen Wände des Schiffs hinauf. murmelte Kramer. »Es ist weg«. Wer ist denn da drin?« »Es muß zerstört werden«. er zitterte. Dann glitt. »Um Gottes willen. keuchte. »Was ist mit Ihrem Schiff passiert?« fragte ein Matrose neugierig. öffnen Sie sie!« Stille trat ein. »Es muß zerstört werden. sehr langsam. Einer nach dem anderen sprangen sie und wurden fortgetrieben durch das Repulsivmaterial ihrer Anzüge. Kramer setzte seinen Helm ab. Wenige Minuten später wurden sie an Bord des Jägers gezogen. eine endlose Pause. Gross trank Kaffee aus einem großen Becher. Es verschwand. Die Luft heulte auf. Zwei Soldaten stützten ihn und wickelten ihn in Decken ein. Als der letzte durch die Einstiegsluke gehoben wurde. Niemand . sagte Gross. »Ist ja wirklich mächtig durchgestartet.

Das College war klein und gleichsam abgelegen vom Strom des .« Er ließ seine Gedanken die Jahre zurückschweifen. Ich verstehe das nicht. »Das ist jetzt zehn Jahre her. »Hören Sie«. An viel erinnere ich mich nicht mehr. Ist ziemlich verschwommen. sagte Kramer. mehr zu sich selbst. was es – was e r vorhat.« Gross ließ sich erschöpft auf einer Metallbank nieder. Er und Dolores waren zusammen auf dem Hunt College gewesen.« Während das Schiff zur Mondbasis zurückjagte. verdammt noch mal. saßen sie um den Tisch im Speiseraum.« »Was könnte er nur vorhaben«. schlürften heißen Kaffee und grübelten herum. »Was für ein Mensch war Professor Thomas? Können Sie sich an irgend etwas genauer erinnern?« Kramet stellte seinen Becher auf den Tisch. ohne viel zu reden. »Es ergibt keinen Sinn.kann ahnen. Wir waren viel zu vertrauensselig. meinte Gross schließlich. »Wir sind mit knapper Not davongekommen. hatten Physik und Lebenswissenschaften studiert.

so lang. die er mißbilligte. »Tja. der meist ganz für sich blieb. das uns einen Hinweis auf das geben könnte. das uns helfen könnte?« fragte Gross. bald haben Sie die Schule hinter sich«. was er im Sinn hat?« Kramer nickte langsam. »Ich erinnere mich an eine Sache…« An einem Tag hatten er und der Professor zusammen in der Schulkapelle gesessen und miteinander geplaudert. Er hatte es besucht. Es gab viele Dinge. Er war ein sonderbarer alter Mann.modernen Lebens. hatte der Professor gesagt. »Etwas. »Was wollen Sie dann tun?« »Tun? An einem der Forschungsprojekte der Regierung mitarbeiten. behielt seine Ansicht aber meist für sich. nehme ich an. »Erinnern Sie sich an irgend etwas.« . weil es sich in seiner Heimatstadt befand und weil schon sein Vater dort studiert hatte. Professor Thomas war schon lange Zeit am College gewesen. wie nur irgendwer zurückdenken konnte.

Sie würden sich daran gewöhnen. daß es so etwas wie ein endliches Ziel gibt. betonte Gross. . Kramer?« »Nicht viel. sie denken also. Wir sind auf Krieg eingestellt. daß Sie etwas zu tun finden würden?« Gross hörte angespannt zu.»Und danach? Was ist Ihr späteres Ziel?« Kramer hatte gelächelt. Sie unterstellt.« »Nun. hat es Krieg gegeben. Und Sie meinen. was ich tun würde. »Oh. daß er gegen den Krieg war.« »Wir sind alle gegen den Krieg«. Außer. das freut mich. Vermutlich würde ich mich umstellen und mich daran gewöhnen. Ich weiß nicht. Aber wie kann ich mir eine solche hypothetische Situation überhaupt vorstellen? Solange ich zurückdenken kann. dann gehen Sie statt dessen von folgender Vorstellung aus: Angenommen. es gäbe keinen Krieg und keine dementsprechenden Forschungsprogramme der Regierung? Was würden Sie dann tun?« »Das weiß ich nicht. »Was folgern Sie daraus. »Die Frage ist unwissenschaftlich. hm? Nun.« Der Professor hatte ihn angestarrt.

« »Gibt es eine Akte über ihn?« wandte Winter sich an Gross. »So ungefähr das einzige. einen Spaziergang in . ist niemals irgendwo Mitglied geworden. pflichtete Kramer bei. Aber er war so introvertiert. war. Als er in die Vereinigten Staaten kam. Seine Frau war vor vielen Jahren gestorben. scheint überhaupt keine ausgeprägte politische Überzeugung gehabt zu haben. wie altmodisch es war. Er hatte sogar eine Bibel. so isoliert.« »Sehr anachronistisch. Sie haben ja sein Haus gesehen. aus Italien. finden Sie nicht?« »Ja. Er hatte einen alten Phonographen und Schallplatten aufgetrieben und lauschte der alten Musik.« »Stimmt«. Er lebte sehr einfach. kochte sich sein Essen selbst. änderte er seinen Namen. nichts dergleichen. Er stammte aus Europa. was er je tat. Er pflegte Dante und Milton zu lesen. Soweit wir das in Erfahrung bringen konnten.»Stimmt. hat er sich niemals politisch betätigt. »Bei der Sicherheit? Nein. er lebte sehr in der Vergangenheit.

»Ich denke.« »Die Natur kann von großem Nutzen sein für einen Wissenschaftler«. was glauben Sie.« Kramer stand auf. hatte er sich vergewissert. Er muß von Anfang an etwas geplant haben. sobald wir die Mondbasis erreichen. was hat er für einen Plan. nichts Rationales.« »Kramer. »Vielleicht ist er durch den Transfer verrückt geworden«.« »Aber er hat das Schiff umrüsten lassen. Oder -« »Oder was?« »Nichts.den Bergen zu machen. sagte der Pilot. sagte Gross. »Er war alt. »Vielleicht gibt es gar keinen Plan. sagte Kramer. wozu übernimmt er die Kontrolle über das Schiff und verschwindet damit?« fragte Winter. Er liebte die Natur.« . »Ohne sie gäbe es keine Wissenschaft. daß er Bewußtsein und Gedächtnis behalten würde. lag im Sterben. Ich möchte mit jemandem über diese Sache reden. Aber was?« »Vielleicht wollte er nur länger am Leben bleiben«. und bevor er in die Operation einwilligte. nehme ich per Videofon Kontakt zur Erde auf.

Vielleicht erinnert sie sich an etwas. was geschehen war. daß er alles im voraus geplant hat?« »Ich bin sicher.« »Hier gehen alle möglichen Gerüchte um.»Mit wem denn?« fragte Gross. »Von wo rufst du an?« fragte Dolores. »Wie sonderbar. als es ihm schließlich gelang.« »Aber warum? Wozu?« »Ich weiß nicht. er hat sich damit davongemacht. Professor Thomas. Glaubst du. Warum ist das Schiff nicht zurückgekommen? Was ist passiert?« »Ich fürchte. Hör zu. sie zu erreichen. »Von einer Mondbasis. Was fällt dir zu ihm ein? Gibt es irgend etwas. Dolores. das uns in dieser Angelegenheit einen Hinweis geben könnte?« .« Kramer erklärte.« »Gute Idee«. Dolores hörte aufmerksam zu. sagte Gross.« »Er?« »Der alte Mann. »Dolores. Er hat sich sowohl die Konstruktionspläne wie die schematischen Schaubilder geben lassen.

das weiß ich. wo Gross und einige Offiziere des Militärs an einem Kartentisch saßen und miteinander sprachen. »Nein. daß er auf seinem Hinterhof Hühner gezüchtet hat. Langsam ging er dorthin zurück. .« Kramer berührte den Schalter.« »Gut. mach ich vielleicht einen Zwischenstopp und besuche dich. »Ich erinnere mich.« »Sonst irgendwas?« »Nein. wie sie sich angestrengt zu erinnern versuchte. woran sie sich erinnert ist. Danke. wie einmal die Ziege ausgerissen ist und die Hauptstraße langmarschiert ist? Niemand konnte sich vorstellen. und einmal hatte er sogar eine Ziege. irgendwann einmal.« Er sah.« Er unterbrach die Verbindung.« Sie lächelte. wo sie herkommen mochte. Das einzige. »Erinnerst du dich. »Wenn ich nach Terra zurückkomme. Das ist das Problem. »Erfolg gehabt?« fragte Gross und sah auf.« »Halt mich auf dem laufenden.»Zum Beispiel?« »Ich weiß nicht. »Er wollte immer eine Farm haben. das Bild wurde blaß und verschwand.« Dolores auf dem Bildschirm krauste die Stirn.

fort von der zentralen Position. »Ich hasse es. »Schauen Sie!« Kramer sah. eine Kesselformation zu bilden um einen schwarzen Punkt. der die Entscheidung trifft. »Welche Anweisung sollen wir ihnen geben. Sie manövrieren sich jetzt in eine günstige Position. die kleinen weißen Punkte rasten hin und her. Schauen Sie. sagte Kramer. Doch die weißen Punkte schlossen sich dicht um den schwarzen. »Es .« Gross winkte ihn an seine Seite. sagte ein Techniker beim Kartentisch. derjenige zu sein. wie sich die Markierungszeichen wie wild bewegten. das Schiff zu erreichen. »Ein Geschwader außerhalb der Verteidigungszone hat es endlich geschafft.« Die weißen Markierungszeichen waren dabei. Commander?« Gross zögerte. Um ehrlich zu sein -« »Es ist nicht nur ein Schiff«. der sich gleichmäßig auf der Karte voranbewegte. »Sie sind bereit. das Feuer zu eröffnen«.daß er sich eine Ziege gehalten hat.« »Kommen Sie her und sehen Sie sich diese Detailkarte an.

sagte . Die weißen Punkte hatten sich getrennt und waren in alle Richtungen zerstreut. was -« »Aber der Befehl muß erteilt werden. sie sollen die Operation zu Ende bringen.« »Tut mir leid. »Er ist ein ungewöhnlicher Stratege«. Wir dürfen nicht das geringste Risiko eingehen. Sir.« Kramers Kinn sackte nach unten. das würde er nie und nimmer tun. Angenommen. Kramer sah über seine Schulter. er läuft zu ihnen über. »Sagen Sie ihnen. Der schwarze Punkt war zwischen den weißen Punkten hindurchgeschlüpft und hatte sich mit einem plötzlichen Kurswechsel davonbewegt.ist ein Mann. Wenn wir doch nur wüßten. »Mein Gott. eine lebende Person. Ein menschliches Wesen befindet sich da oben und bewegt sich durch den Raum.« Gross starrte nach unten auf die Karte. zu den Yuks.« Gross blickte zu dem Techniker.« »Sind Sie da sicher? Woher wollen Sie wissen. Schauen Sie auf die Karte. was er vorhat?« »Aber das würde er nicht tun. aber jetzt ist das Schiff entwischt.

einer der Offiziere. Er betrachtete die Stellungen. »Ein ungebräuchliches Manöver, altpreußischer Trick, aber es hat geklappt.« Die weißen Punkte machten kehrt. »Zu viele YukSchiffe da draußen«, sagte Gross. »Das hat man nun davon, wenn man nicht schnell genug handelt.« Er strafte Kramer mit einem kalten Blick. »Wir hätten es tun sollen, als wir ihn hatten. Sehen Sie doch nur, wie er entkommt!« Sein Zeigefinger stach in Richtung des sich rasch bewegenden schwarzen Punkts. Der Punkt erreichte den Rand der Karte und stoppte. Er war an den Rand des erfaßten Bereichs gelangt. »Sehen Sie?« Und jetzt? dachte Kramer, während er noch auf die Karte starrte. Der alte Mann war also den Kreuzern entwischt und hatte sich davongemacht. Er war auf der Hut, o ja, an seinem Kopf war nichts auszusetzen. Genausowenig an seiner Fähigkeit, seinen neuen Körper zu beherrschen. Körper – das Schiff war ein neuer Körper für ihn. Er hatte den alten, sterbenden Körper, den welken und gebrechlichen, eingetauscht gegen diese gewaltige Hülle aus Metall und Kunststoff, Turbinen

und Raketen-Jets. Er war jetzt stark. Stark und groß. Der neue Körper war kräftiger als tausend menschliche Körper. Aber wie lange würde er ihm nützen? Die durchschnittliche Lebensdauer eines Kreuzers betrug nur zehn Jahre. Bei sorgfältiger Behandlung konnte er es vielleicht auf zwanzig Jahre bringen, bevor irgendein wichtiger Teil ausfiel, und es gab keine Möglichkeit, ihn zu ersetzen. Und dann, was dann? Was würde er tun, wenn irgend etwas versagte und niemand da war, um es für ihn zu reparieren? Das würde das Ende bedeuten. Irgendwo weit draußen in der kalten Dunkelheit des Raums würde das Schiff immer langsamer werden, stumm und leblos, seine letzte Wärme in die ewige Zeitlosigkeit des Tiefraums abgeben. Oder es würde vielleicht auf irgendeinem öden Asteroiden zerschellen und in Millionen Einzelteile zerstieben. Es war nur eine Frage der Zeit. »Ihre Frau hat sich an nichts erinnert?« fragte Gross. »Wie gesagt. Nur daran, daß er sich einmal eine Ziege gehalten hat.«

»Das ist ja eine verdammt große Hilfe.« Kramer zuckte die Achseln. »Nicht meine Schuld.« »Ich möchte wissen, ob wir ihn jemals wiedersehen.« Gross starrte auf den Markierungspunkt, der noch immer am Rand der Karte hing. »Möchte wissen, ob er sich jemals wieder in diese Richtung bewegen wird.« »Ich auch«, sagte Kramer. In dieser Nacht lag Kramer im Bett, warf sich von einer Seite auf die andere und fand keinen Schlaf. Die Schwerkraft des Mondes, wenn auch künstlich verstärkt, war für ihn ungewohnt und unbehaglich. Tausend Gedanken wanderten ihm ziellos durch den Kopf, während er hellwach dalag. Was hatte das alles zu bedeuten? Was für einen Plan hatte der Professor? Vielleicht würden sie es nie erfahren. Vielleicht war das Schiff endgültig verschwunden, und der alte Mann hatte sich für immer auf- und davongemacht, jagte hinaus in den Tiefraum. Möglich, daß sie niemals herausfinden würden, warum er es getan hatte, was – wenn es

denn welche gab – seine Absichten gewesen waren. Kramer setzte sich im Bett auf. Er knipste das Licht an und zündete sich eine Zigarette an. Sein Quartier war klein, ein Zimmerchen mit Pritsche und Metallwänden, Teil der Mondstationsbasis. Der alte Mann hatte mit ihm reden wollen. Er hatte über Dinge sprechen, ein Gespräch führen wollen, doch in der Hysterie und der Verwirrung hatten sie nur den Gedanken an Flucht aus dem Schiff gehabt. Das Schiff war mit ihnen davongejagt, hatte sie hinaus in den Tiefraum getragen. Kramer preßte die Zähne aufeinander. Konnte man ihnen einen Vorwurf daraus machen, daß sie abgesprungen waren? Sie hatten nicht gewußt, wohin sie gebracht werden sollten oder warum. Sie waren hilflos, gefangen in ihrem eigenen Schiff, und der Jäger hielt sich bereit, sie aufzunehmen; ihre einzige Chance. Eine weitere halbe Stunde, und es wäre zu spät gewesen. Aber was hatte der alte Mann sagen wollen? Was hatte er ihm mitteilen wollen in jenen ersten verwirrenden Augenblicken, als das Schiff rings um

sie herum zum Leben erwacht war, als jede Metallstrebe, jedes Kabel plötzlich Teil des Körpers eines lebenden Wesens, eines riesigen metallenen Organismus wurde. Es war unheimlich, zerrte an den Nerven. Er konnte es nicht vergessen, nicht einmal jetzt. Beklommen blickte er sich in dem kleinen Raum um. Was bedeutete es, dieses Zum-Leben-Erwachen von Metall und Kunststoff? Urplötzlich hatten sie sich in einem lebendigen Geschöpf befunden, in seinem Bauch, so wie Jonas im Wal. Es war lebendig, und es hatte zu ihnen gesprochen, ruhig und vernünftig gesprochen, während es mit ihnen davonraste, immer schneller und schneller in den Tiefraum. Der Wandlautsprecher und die Leitung waren zu Stimmbändern und Mund geworden, die Verkabelung zu Wirbelsäule und Nerven, die Luken, Relais und Schalter zu Muskeln. Sie waren hilflos gewesen, völlig hilflos. Das Schiff hatte ihnen in einer einzigen Sekunde die Macht entrissen und sie wehrlos zurückgelassen, praktisch seiner Gnade ausgeliefert. Es war nicht

recht, und es verunsicherte ihn. Sein Leben lang hatte er Maschinen kontrolliert, hatte die Natur und die Kräfte der Natur den menschlichen Bedürfnissen gefügig gemacht. Das Menschengeschlecht hatte sich langsam entwickelt, bis es in der Lage war, die Dinge so zu handhaben, daß es sie kontrollieren konnte. Jetzt war es plötzlich, als wäre es wieder die Leiter hinuntergestoßen worden, in den Staub geschleudert vor einer Macht, der gegenüber Menschen nicht mehr als Kinder waren. Kramer stieg aus dem Bett. Er zog sich seinen Bademantel an und suchte nach einer Zigarette, als plötzlich das Videofon läutete. Er knipste das Gerät an. »Ja?« Das Gesicht des Vermittlungsmonitors erschien. »Ein Anruf von Terra, Mr. Kramer. Ein Notruf.« »Ein Notruf? Für mich? Stellen Sie durch.« Kramer wurde wach, strich sich das Haar aus dem Gesicht. Unruhe erfaßte ihn. Aus dem Lautsprecher kam eine fremde Stimme. »Philip Kramer? Ist da Kramer?« »Ja. Sprechen Sie.« »Hier ist das Zentralkrankenhaus, New Y City, ork

Terra. Mr. Kramer, Ihre Frau befindet sich hier. Sie ist bei einem Unfall schwer verletzt worden. Ihr Name wurde uns gegeben, damit wir Sie anrufen. War es Ihnen möglich zu -« »Wie schwer?« Kramer packte den Ständer des Videofons. »Ist es ernst?« »Ja, es ist ernst, Mr. Kramer. Können Sie kommen? Je eher Sie kommen, desto besser.« »Ja.« Kramer nickte. »Ich komme. Danke.« Der Schirm erlosch, als die Verbindung unterbrochen wurde. Kramer wartete einen Augenblick. Dann tippte er auf den Knopf. Der Schirm erhellte sich wieder. »Ja, Sir«, sagte der Monitor. »Kann ich sofort ein Schiff nach Terra bekommen? Es handelt sich um einen Notfall. Meine Frau -« »In den nächsten acht Stunden verläßt kein Schiff den Mond. Sie müssen bis zur nächsten Periode warten.« »Gibt es denn keine andere Möglichkeit?« »Wir können einen Hilferuf senden an alle Schiffe, die durch diesen Bereich kommen.

Manchmal passieren hier Kreuzer, die wegen Reparaturen nach Terra zurückkehren.« »Können Sie das wohl senden? Ich komme runter zum Landeplatz.« »Ja, Sir. Aber es kann sein, daß sich für eine Weile kein Schiff in diesem Bereich aufhält. Das ist reine Glückssache.« Der Schirm wurde dunkel. Kramer zog sich rasch an. Er schlüpfte in seine Jacke und eilte hinaus zum Lift. Einen Augenblick später rannte er durch die große Empfangshalle, vorbei an Reihen leerer Schreib- und Konferenztische. An der Tür traten die Wachen beiseite, und er ging über die große Betontreppe hinaus. Die Mondoberfläche lag im Schatten. Unterhalb von Kramer, in totaler Dunkelheit, erstreckte sich der Landeplatz, eine schwarze Leere, endlos, gestaltlos. Vorsichtig stieg er die Stufen hinab und folgte dann der Rampe an der Längsseite der Landebahn, zum Tower. Eine Reihe schwach leuchtender roter Lichter wies ihm den Weg. Am Fuß des Towers riefen ihn zwei Soldaten an, die mit schußbereiten Waffen im Schatten standen.

»Kramer?« »Ja.« Ein Lichtstrahl blendete ihn. »Ihr Hilferuf ist bereits gesendet worden.« »Mit Erfolg?« fragte Kramer. »In der Nähe befindet sich ein Kreuzer, der mit uns Kontakt aufgenommen hat. Er hat einen defekten Jet und bewegt sich langsam zurück in Richtung Terra. Kommt von der Front.« »Gut.« Kramer nickte, eine Welle der Erleichterung durchflutete ihn. Er steckte sich eine Zigarette an und gab auch jedem der Soldaten eine. Die Soldaten zündeten sie an. »Sir«, fragte einer von ihnen, »stimmt das mit dem Versuchsschiff?« »Was meinen Sie?« »Daß es lebendig geworden und abgehauen ist.« »Nein, nicht ganz«, sagte Kramer. »Es hat einen neuen Typ von Steuerungssystem bekommen anstelle der Johnson-Einheiten. Es ist nicht ganz korrekt getestet worden.« »Aber, Sir, einer der Kreuzer, die da waren, ist ganz nah herangekommen, und ein Kumpel von mir

sagt, das Schiff hat sich irgendwie komisch verhalten. Er hat so was noch nie gesehen. War so ähnlich wie einmal, als er auf Terra, in Washington, angeln war; wollte Barsche fangen. Die Fische da waren clever. Sind erst in die Richtung geschwommen, dann plötzlich in die andere und -« »Da ist Ihr Kreuzer«, sagte der andere Soldat. »Sehen Sie!« Ein gewaltiges, unscharf umrissenes Ding ging langsam auf dem Landeplatz nieder. Es war nichts weiter auszumachen als eine Reihe winziger Blinklichter. Kramer starrte das Ding an. »Beeilen Sie sich lieber, Sir«, sagten die Soldaten. »Die bleiben hier nicht lange.« »Danke.« Mit großen Schritten ging Kramer über die Bahn auf das schwarze Ding zu, das über ihm aufragte und die ganze Breite der Landebahn einnahm. Die Gangway war seitlich am Kreuzer heruntergelassen, und er betrat sie. Die Rampe hob sich, und einen Augenblick später befand sich Kramer im Rumpf des Schiffs. Hinter ihm glitt die Luke zu. Während er die Treppe zum Hauptdeck

hinaufstieg, stießen die Turbinen sich dröhnend ab, fort vom Mond, hinaus in den Raum. Kramer öffnete die Tür zum Hauptdeck. Plötzlich blieb er stehen, sah sich verwundert um. Niemand war zu sehen. Das Schiff war menschenleer. »Mein Gott«, sagte er. Die Erkenntnis überwältigte ihn, lähmte ihn. Er sackte auf eine Bank, ihn schwindelte. »Mein Gott.« Das Schiff donnerte hinaus in den Raum und ließ Mond und Terra mit jedem Augenblick weiter hinter sich. Und es gab nichts, was er hätte tun können. »Sie waren es also, der angerufen hat«, sagte er schließlich. »Sie haben sich über Videofon durchstellen lassen, nicht irgendein Krankenhaus auf Terra. Das gehörte alles mit zum Plan.« Er hob den Kopf und sah sich um. »Und Dolores ist in Wirklichkeit -« »Ihrer Frau geht’s gut«, sagte der Wandlautsprecher über ihm tonlos. »Es war ein Trick. Tut mir leid, daß ich Sie so getäuscht habe,

Philip, aber es war das einzige, was mir einfiel. Noch ein Tag, und Sie wären wieder zurück auf Terra gewesen. Ich möchte mich in diesem Gebiet nicht länger als notwendig aufhalten. Man ist sich so sicher gewesen, mich draußen im Tiefraum zu finden, daß ich ohne allzu große Gefahr hierbleiben konnte. Aber selbst der stibitzte Brief wurde schließlich gefunden.« Kramer rauchte nervös seine Zigarette. »Was wollen Sie jetzt tun? Wohin fliegen wir?« »Zunächst möchte ich mit Ihnen reden. Ich habe viele Dinge mit Ihnen zu besprechen. Ich war sehr enttäuscht, als Sie mich verließen, zusammen mit den anderen. Ich hatte gehofft, daß Sie bleiben würden.« Die trockene Stimme kicherte. »Erinnern Sie sich, wie wir uns in den alten Zeiten miteinander unterhalten haben, Sie und ich? Das ist lange her.« Das Schiff beschleunigte stärker. Mit ungeheurer Geschwindigkeit jagte es durch den Raum, passierte das Ende der Verteidigungszone und raste immer weiter. In einem Anfall von Übelkeit krümmte Kramer sich zusammen. Als er sich wieder aufrichtete, fuhr die Stimme

aus der Wand fort: »Tut mir leid, daß ich so stark beschleunigt habe, aber wir sind noch immer in Gefahr. Nur noch ein paar Augenblicke, und wir sind frei.« »Was ist mit den Yuk-Schiffen? Sind die nicht hier draußen?« »Ich bin bereits einigen entwischt. Sie sind ziemlich neugierig, was mich betrifft.« »Neugierig?« »Sie spüren, daß ich anders bin, mehr wie ihre eigenen organischen Minen. Es gefällt ihnen nicht. Ich glaube, sie werden bald anfangen, sich aus diesem Gebiet zurückzuziehen. Offensichtlich wollen Sie nichts mit mir zu tun haben. Es ist eine merkwürdige Rasse, Philip. Ich hätte sie gern aus der Nähe betrachtet, um mehr über sie zu erfahren. Meiner Meinung nach verwenden sie keine tote Materie. Ihre gesamte Ausrüstung und ihr ganzes Instrumentarium ist lebendig, in gewisser Weise. Sie konstruieren oder bauen überhaupt nicht. Die Idee, etwas zu machen, ist ihnen fremd. Sie nutzen existierende Gebilde. Selbst ihre Schiffe -« »Wohin fliegen wir?« fragte Kramer. »Ich will

wissen, wohin Sie mich bringen.« »Offen gesagt, ich bin mir nicht sicher.« »Sie sind sich nicht sicher?« »Ich habe einige Details noch nicht ausgearbeitet. In meinem Programm gibt es noch einige Unklarheiten. Aber ich glaube, daß ich sie schon bald beseitigt haben werde.« »Was haben Sie denn für ein Programm?« fragte Kramer. »Es ist eigentlich sehr einfach. Aber wollen Sie nicht in die Steuerkabine kommen und sich setzen? Die Sitze dort sind viel bequemer als die Metallbank.« Kramer ging in die Steuerkabine und nahm an der Schalttafel Platz. Der Anblick der nutzlosen Apparatur erfüllte ihn mit einem fremdartigen Gefühl. »Was ist?« schnarrte der Lautsprecher oberhalb der Armaturen. Kramer gestikulierte hilflos. »Ich bin machtlos. Ich kann nichts tun. Und das gefällt mir nicht. Nehmen Sie mir das übel?« »Nein. Nein, ich nehm Ihnen das nicht übel. Aber Sie werden die Kontrolle bald zurückerhalten.

Machen Sie sich keine Sorgen. Das hier ist nur eine temporäre Regelung, Sie auf diese Weise fortzubringen. Das war etwas, was ich nicht bedacht hatte. Ich vergaß, daß Befehle erteilt werden würden, mich auf Sicht abzuschießen.« »Das war Gross’ Idee.« »Das bezweifle ich nicht. Die Idee zu diesem Plan kam mir in dem Augenblick, als Sie anfingen, Ihr Projekt zu beschreiben, an jenem Tag in meinem Haus. Ich wußte sofort, daß Sie sich irren; ihr Leute begreift den Verstand überhaupt nicht. Mir war klar, daß der Transfer eines menschlichen Gehirns aus einem organischen Körper in ein komplexes künstliches Raumschiff nicht den Verlust der intellektuellen Fähigkeiten des Gehirns zur Folge haben würde. Wenn ein Mensch denkt, ist er. Als mir das bewußt wurde, sah ich die Möglichkeit, daß ein uralter Traum Wirklichkeit werden könnte. Ich war schon recht alt, als ich Sie damals kennenlernte, Philip. Schon damals war meine Lebensspanne ihrem Ende ziemlich nah. Ich hatte nichts vor Augen als den Tod und die Vernichtung all meiner Ideen und Vorstellungen. Ich

hatte kein Zeichen in der Welt hinterlassen, überhaupt keines. Meine Studenten, einer nach dem anderen, verließen mich und gingen hinaus in die Welt, um Jobs zu übernehmen in dem allgemeinen Forschungsprojekt, auf der Suche nach besseren und größeren Waffen für den Krieg. Die Welt führt schon so lange Krieg, zuerst hat sie gegen sich selbst gekämpft, dann gegen die Marsbewohner und jetzt gegen diese Wesen von Proxima Centauri, über die wir nichts wissen. Die menschliche Gesellschaft hat den Krieg zu einer kulturellen Institution entwickelt, etwa wie Astronomie oder Mathematik. Der Krieg ist Teil unseres Lebens, eine Karriere, ein respektierter Beruf. Intelligente, aufgeweckte junge Männer und Frauen geben sich dafür her, stemmen ihre Schultern genauso gegen das Rad, wie das schon zu Nebukadnezars Zeiten der Fall war. So ist es immer gewesen. Sollte das das natürliche Los der Menschheit sein? Ich glaube nicht. Kein gesellschaftlicher Brauch ist angeboren. Es hat viele Menschengruppen gegeben, die keinen Krieg führten; die Eskimos haben die Idee überhaupt nie

begriffen, und die Indianer hielten nicht sehr viel davon. Aber diese Andersdenkenden wurden ausgelöscht, und es wurde ein kulturelles Verhaltensmuster entwickelt, das für den gesamten Planeten zur Norm wurde. Jetzt ist es tief in uns eingedrungen. Hätten sich nun irgendwo in der Geschichte andere Formen der Konfliktlösung entwickelt und durchgesetzt, andere Formen als die bloße Massierung von Menschen und Material, um so -« »Was für einen Plan haben Sie?« sagte Kramer. »Die Theorie kenne ich. Sie war Teil Ihrer Vorlesungen.« »Ja, eingebettet in eine Vorlesung über natürliche Auslese bei den Pflanzen, wenn ich mich recht erinnere. Als Sie mit diesem Vorschlag zu mir kamen, ahnte ich, daß meine Idee vielleicht doch zum Leben erweckt werden könnte. Wenn meine Theorie richtig war, wonach Krieg nur eine Gewohnheit ist und nicht ein Instinkt, dann würde sich eine fern von Terra errichtete Gesellschaft mit einem Minimum an kulturellem Erbgut womöglich

anders entwickeln. Ohne unsere Weltsicht und mit der Möglichkeit eines Neuanfangs würde sie wohl kaum da enden, wo wir uns jetzt befinden: in einer Sackgasse, nur Krieg und immer größere Kriege vor Augen, bis nichts mehr übrig ist als Ruin und allgemeine Zerstörung. Natürlich müßte es einen Wächter geben, um das Experiment zu überwachen, im Anfang. Zweifellos würde es sehr schnell zu einer Krise kommen, wahrscheinlich in der zweiten Generation. Kain dürfte fast umgehend auf den Plan treten. Sehen Sie, Kramer, ich gehe davon aus, daß ich, wenn ich die meiste Zeit auf irgendeinem kleinen Planeten oder Mond raste, noch nahezu hundert Jahre funktionieren kann. Das wäre Zeit genug; es würde ausreichen, um die Leitung der neuen Kolonie zu übernehmen. Danach – nun, danach wäre das Sache der Kolonie selbst. Was natürlich nur gut wäre. Der Mensch muß schließlich seine Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen. Hundert Jahre, und danach haben die Menschen ihr Schicksal selbst in der Hand. Vielleicht irre ich mich ja, vielleicht ist der Krieg

mehr als eine Gewohnheit. Vielleicht ist es ein Gesetz des Universums, daß es Überleben nur für Gemeinschaften gibt, die andere Gemeinschaften bekämpfen. Aber ich werde meinen Plan ausführen in der Hoffnung, daß es sich nur um eine Gewohnheit handelt, daß ich recht habe, daß der Krieg etwas ist, an das wir so gewöhnt sind, daß wir nicht begreifen, was für eine überaus unnatürliche Sache er ist. Nun, was den Ort betrifft! Da bin ich mir noch nicht so ganz im klaren. Den Ort müssen wir erst noch finden. Und dabei sind wir jetzt. Sie und ich werden einige Sonnensysteme abseits der gewohnten Pfade inspizieren; Planeten, wo die Aussichten auf Handel so gering sind, daß terranische Schiffe ihnen fernbleiben. Ich weiß von einem Planeten, der ein geeigneter Ort sein könnte. Im Originalmanuskript der Fairchild-Expedition wurde darüber berichtet. Zum Auftakt könnten wir uns den ja mal ansehen.« Das Schiff verstummte. Kramer saß eine Zeitlang da und starrte auf den Metallboden unter sich. Der Boden pulsierte dumpf

unter der Tätigkeit der Turbinen. Schließlich hob er den Kopf. »Sie könnten recht haben. Vielleicht ist unsere Weltsicht nur Gewohnheit.« Kramer erhob sich. »Allerdings frage ich mich, ob Sie eins bedacht haben.« »Und das wäre?« »Wenn es sich um eine so tief verinnerlichte Gewohnheit handelt, die Tausende von Jahren zurückreicht, wie wollen Sie dann Ihre Kolonisten dazu bewegen, daß sie den Bruch vollziehen und Terra und terranische Sitten hinter sich lassen? Was ist mit dieser Generation, der ersten: mit den Leuten, die die Kolonie gründen? Ich glaube, Sie haben recht damit, daß die nächste Generation von all dem frei sein würde, wenn es einen -« Er grinste, »- einen alten Mann hoch droben gäbe, der sie statt dessen etwas anderes lehren würde.« Kramer blickte zum Wandlautsprecher empor. »Wie wollen Sie die Leute dazu bewegen, Terra zu verlassen und mit Ihnen zu gehen, wenn, Ihrer eigenen Theorie zufolge, diese Generation nicht gerettet werden kann und alles also erst mit der

nächsten anfangen kann?« Der Wandlautsprecher schwieg. Dann gab er ein Geräusch von sich, ein leises, trockenes Kichern. »Ich muß mich über Sie wundern, Philip. Siedler können gefunden werden. Wir werden nicht viele brauchen, nur einige wenige.« Wieder kicherte der Lautsprecher. »Ich werde Sie mit meiner Lösung bekannt machen.« Am anderen Ende des Raums glitt die Tür zum Korridor auf. Ein Geräusch war zu hören, ein zögerndes Geräusch. Kramer drehte sich um. »Dolores!« Dolores Kramer verharrte unsicher und blickte in die Steuerkabine. Verwundert blinzelte sie. »Phil! Was machst du hier? Was geht hier vor?« Sie starrten einander an. »Was wird hier gespielt?« fragte Dolores. »Ich hab einen Anruf bekommen, du seist bei einer Mondexplosion verletzt worden -« Der Wandlautsprecher schnarrte dazwischen: »Wie Sie sehen, Philip, ist das Problem bereits gelöst. Wir brauchen nicht so viele Menschen; schon ein einziges Paar könnte genügen.«

Kramer nickte langsam. »Ich verstehe«, murmelte er mit belegter Stimme. »Nur ein Paar. Ein Mann und eine Frau.« »Sie könnten es schaffen, wenn es jemand gäbe, um sie zu beobachten und dafür zu sorgen, daß alles so läuft, wie es laufen sollte. Es gibt eine ganze Menge Dinge, bei denen ich Ihnen helfen kann, Philip. Eine beträchtliche Menge. Wir werden sehr gut miteinander auskommen, denke ich.« Kramer grinste schief. »Sie könnten uns sogar dabei helfen, den Tieren Namen zu geben«, sagte er. »Das ist doch wohl der erste Schritt.« »Ich würde mich freuen«, sagte die tonlose, unpersönliche Stimme. »Soweit ich mich erinnere, wird es mein Part sein, sie Ihnen zu bringen, eines nach dem anderen. Die eigentliche Namensgebung können Sie dann vornehmen.« »Ich verstehe nicht«, sagte Dolores stockend. »Tieren Namen geben? Was für Tieren? Wohin fliegen wir?« Kramer ging langsam zur Sichtluke und starrte schweigend, mit gekreuzten Armen, hinaus. In der Ferne glitzerten Myriaden vereinzelter Lichter,

»Phil… glaubst du wirklich. Ein Universum von Welten. weglose Ewigkeit der Leere… . schmiegte sich dicht an ihn. Endlos und ohne Zahl. Planetensysteme. Sonnen. Er wandte sich ab und drehte sich um. die nervös und ängstlich dastand. dann leidenschaftlich. »Ich weiß nicht wohin«. den Professor zu verstehen – das ist es. Zuerst wurde sie steif. die großen Augen waren voller Unruhe. die auf sie warteten. Angst und Nervosität standen ihr noch ins Gesicht geschrieben. entspannte sie sich. Und das Raumschiff schoß geschwind durch die endlose. Eine Unendlichkeit von Planeten. sagte er. Aber dann. plötzlich. was zählt. schimmernd und funkelnd in der Dunkelheit.« Und zum erstenmal seit vielen Monaten legte er seinen Arm um Dolores. Tränen liefen ihr die Wangen herunter. wir können noch einmal neu anfangen – du und ich?« Er küßte sie zärtlich. »Wohin wir fliegen?« Er lächelte seiner Frau zu. Sterne.unzählige glühende Punkte. »Aber irgendwie scheint das im Augenblick nicht wichtig… Ich fange an.

in Cox’ ungelenker Kritzelschrift stand dort: Doc. Sie stammte vom Base Commander persönlich. warf Harris einen Blick auf die Karte auf seinem Schreibtisch. Schon gar nicht eine so verdammt . von dem neuen Kontrollstützpunkt auf Asteroid Y-3. »warum glauben Sie. das ist der Bursche. daß dort irgend etwas schiefgeht. und wir wollen nicht. Er ist von der neuen Garnison.Pfeifer im Wald »Also«. von dem ich Ihnen erzählt habe. Sprechen Sie mit ihm und versuchen Sie herauszufinden. Corporal Westerburg?« Während er sprach. wie er zu dieser Wahnvorstellung gekommen ist. daß Sie eine Pflanze sind. sagte Doktor Henry Harris freundlich.

Tennis und Mädchen. »Also«. Corporal Westerburg?« Scheu blickte der Corporal auf. ein prächtiger gesunder Kerl. und das schon seit Tagen. und laut Karte lag die Ausbildung erst zwei Jahre hinter ihm. sehr ansehnlich in seiner Patrouillenuniform. die Harris ihm gestellt hatte. Sie sind nicht immer eine Pflanze gewesen?« . Der Corporal wirkte verlegen. »Sir. Harris krauste die Stirn.« »Ich verstehe. Hatte mit neun Jahren Masern gehabt. Westerburg war ein gutaussehender Junge. ich bin eine Pflanze. mit der blonden Haartolle über dem einen Auge. »Das heißt. Er räusperte sich. sagte Doktor Harris wieder. Er war groß.lächerliche Sache wie diese hier! Harris schob die Karte beiseite und blickte wieder zu dem jungen Menschen auf der anderen Seite seines Schreibtischs. »Warum glauben Sie. Interessiert an Düsentriebwerken. Geboren in Detroit. und er schien der Frage ausweichen zu wollen. daß Sie eine Pflanze sind. Sechsundzwanzig Jahre alt.« Der Doktor nickte. über einsachtzig.

« »Dann können Sie also verstehen. Eine Pflanze? Und solch ein gesund aussehender Bursche! Harris nahm seine Brille ab und putzte sie mit seinem Taschentuch. Ich bin erst vor kurzem eine Pflanze geworden. Sie sind . Corporal?« »Nein. Wenn Sie sagen. Doktor Harris griff nach seinem Stift und kritzelte ein paar belanglose Zeilen auf ein Blatt. Sir. daß Sie der erste sind. Sir. warum mich die Sache interessiert. Sir. die Pflanzen werden. daß es nur sehr wenige Leute gibt. »Möchten Sie eine Zigarette. Er sah wieder hoch und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Sie können sich vielleicht denken.« »Ja. ich war so wie Sie und alle andern.»Nein.« »Und was waren Sie.« Der Doktor zündete sich selbst eine an und stützte seinen Arm auf die Stuhllehne. Sir. daß das recht selten ist. der mir jemals so etwas erzählt hat. noch dazu in so kurzer Zeit. bevor Sie eine Pflanze wurden?« »Nun. »Corporal. Ich muß gestehen.« Ein Schweigen trat ein. ich will gern glauben.

dann durchs Fenster hinaus zum Raumflughafen. Sir. rieb sich das Kinn. mir zu erzählen. »Und wem haben Sie das versprochen. Tut mir leid. . Er sah auf den Fußboden. Schließlich ging er zur Tür und öffnete sie. murmelte er. Sir«.« Im Raum war es still. dann auf eine Fliege auf dem Schreibtisch. Sir.eine Pflanze.« »Nun. Corporal?« »Auch das kann ich Ihnen leider nicht sagen.« Der Doktor dachte darüber nach. »Also gut. und beide standen einander gegenüber. daß Sie unfähig sind zur Mobilität? Oder meinen Sie pflanzlich im Gegensatz zu tierisch? Oder was genau?« Der Corporal blickte zur Seite. »Tut mir leid. Corporal. würde es Ihnen etwas ausmachen. »Ich kann Ihnen nicht mehr sagen«. »Sie können nicht? Warum nicht?« »Weil – weil ich’s versprochen habe. Harris krauste die Stirn. sagte er. Schließlich erhob er sich langsam. wie Sie eine Pflanze geworden sind?« Corporal Westerburg zögerte. Auch der Doktor erhob sich. meinen Sie dann. »Auch das kann ich Ihnen leider nicht erzählen.

daß er sich eben für eine Pflanze hält. »es fing damit an. Er wählte Commander Cox’ Buchstaben. Dann ging er durch sein Büro zum Videofon. daß Sie gekommen sind. Einfach so in der Sonne. sagte Cox. und Harris schloß hinter ihm die Tür. daß er nicht die geringste Arbeit mehr verrichten wollte. gutmütige Gesicht des Base Commanders. daß ich Ihnen nicht weiterhelfen konnte.« »Tut mir leid. Ich habe also mit ihm gesprochen. »Cox. Einen Augenblick später erschien das fleischige. Bei Einbruch der Dunkelheit kam er wieder zurück. was ich aus ihm rauskriegen konnte.Sie können gehen. Der Garnisons-Chef hat berichtet. sich hingehockt hat und den ganzen Tag lang einfach so dasaß. ist. hier Harris. Was haben wir sonst noch? Irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten?« »Nun«. Wenn man ihn . Das einzige. Und danke.« Der Corporal ging langsam hinaus.« »In der Sonne?« »Ja. daß dieser Westerburg aus der Garnison rausspaziert ist.

Daß sie Zeitverschwendung sei. daß er eine Pflanze geworden sei. »Und er hat eine endgültige Entlassung aus der Patrouille beantragt? Was für einen Grund hat er genannt?« »Denselben. Ich denke. daß Arbeit unnatürlich sei.« »Na gut. warum er nicht in der Jet-Werkstatt arbeiten würde. »Hat was gesagt?« »Er hat gesagt. wie er auf diese Idee gekommen sei. Dann hat er gesagt -« Cox zögerte. ich werde ihn in seinem . hat er geantwortet.« »Und dann?« »Dann fragten sie ihn. er müsse draußen in der Sonne sein. ist in der Sonne sitzen.« »Ich muß anscheinend noch einmal mit ihm reden«. Das ist der größte Mist. Daß die einzige sinnvolle Betätigung Sitzen und Kontemplieren sei – unter freiem Himmel. was er tun möchte. und er erklärte ihnen. Das einzige.gefragt hat. daß er jetzt eine Pflanze ist und kein Interesse mehr am Patrouillendienst hat. sagte Harris. den ich jemals gehört habe.

was ich erreicht habe«. um die Nummern an den Türen zu lesen. Zwei Krankenschwestern eilten an ihm vorüber.« »Viel Glück«. das Abendessen war vorüber. sich inzwischen jedoch fast vollständig wieder erholt hatte. Harris kam zu dem Flügel mit den Schlafräumen und hielt an. aber er hat uns nur angelächelt. sagte Cox düster. sagte Harris. »Aber wer hätte jemals davon gehört.Zimmer aufsuchen. Eine vage Idee war dem Doktor gekommen. Westerburg wohnte mit einem Kumpel zusammen. daß sich ein Mensch in eine Pflanze verwandelt? Wir haben ihm gesagt. das sei unmöglich. aber es war noch zu früh. »Kann ich Ihnen helfen. Er beschleunigte seine Schritte und bog am Ende des Korridors nach rechts. der bei der Explosion eines Triebwerks verletzt worden war.« »Ich laß Sie wissen. Es war nach sechs. um Genaueres sagen zu können. »Nach dem Dinner gehe ich rüber. Sir?« fragte der .« Harris warf einen Blick auf seine Armbanduhr. Harris ging langsam den Korridor entlang.

Er bildete den Hauptstützpunkt. »Wer sind Sie?« . Es war ein angenehmer Asteroid. Pilze oder dergleichen eingeschleppt wurden.« Harris ging weiter. Die Garnison überprüfte. die das System infizieren konnten. warm.herbeigleitende Dienstroboter. Asteroid Y war erst vor -3 kurzem zu einer Garnison ausgebaut und bemannt worden. Ein einfältig wirkender junger Mann mit Hornbrille erschien. »Wer ist da?« klang es durch die Tür.« »Dritte Tür rechts. Harris schüttelte den Kopf. er hielt ein Buch in der Hand. wo Schiffe. die aus dem Tiefraum ins Sonnensystem eindrangen. Er blieb stehen. mit Bäumen und Seen und sehr viel Sonnenschein.« Die Tür öffnete sich. Und die modernste Garnison innerhalb der neun Planeten. hob die Hand und klopfte. daß keine gefährlichen Bakterien. »Ich suche das Zimmer von Corporal Westerburg. gut bewässert. zur Kontrolle festmachen mußten. als er zur dritten Tür kam. »Ich möchte zu Corporal Westerburg.

»Tut mir leid«. Niemals.« Harris spähte hinein. Sir. mit fest geschlossenen Augen. sagte der Bebrillte. Sir.« »Ob ich ihn wohl aufwecken dürfte? Ich muß mit ihm reden. einer Lampe und zwei Betten. »Es ist mehr an . und hinter ihm schloß sich die Tür. die Arme über der Brust verschränkt.« Er trat wieder hinaus auf den Korridor.« »Sie können nicht? Warum nicht?« »Nach Sonnenuntergang wacht Corporal Westerburg nicht mehr auf. so gerne ich Ihnen den Gefallen tun würde. »aber ich kann ihn leider nicht aufwecken. Er sah ein ordentliches Zimmer mit einem Schreibtisch. wenn die Sonne aufgeht. Dann kann er nicht aufgeweckt werden. sagte der Doktor.»Doktor Harris. Bleibt den ganzen Tag da. Auf dem einen Bett lag Westerburg auf dem Rücken.« »Tut mir leid. einem Teppich. dann springt er sofort aus dem Bett und geht nach draußen.« »Kataleptisch? Wirklich?« »Aber am Morgen. Corporal Westerburg schläft. »Na. jedenfalls vielen Dank.« »Verstehe«.

der Sache. zurückgelehnt. »Hallo«. als Harris schon fast bei ihm war. wo Mohnblumen und Gras wucherten. sonniger Tag. Er bemerkte den Doktor erst. murmelte er. um Westerburg zu finden. Harris brauchte mehrere Minuten. den Mund leicht geöffnet. Er ging den Weg zurück. an den Zedern vorbei auf einen hellen Wiesenstreifen. Vom Krankenhausgebäude führte ein Fußweg den Hang zum Flüßchen hinab. auf der Brücke und blickten müßig hinunter aufs Wasser. sagte Harris leise. Es war ein warmer. Der Himmel war fast wolkenlos. Westerburg öffnete die Augen und sah zu Harris . Er saß am Flußufer auf einem flachen grauen Felsen. Er war weiter hinunter gegangen. den er gekommen war. Dort lief eine kleine Brücke hinüber zur anderen Seite. in ihre Bademäntel gehüllt. sah er mit geschlossenen Augen nach oben. und ein sanfter Wind strich durch die Zedern am Ufer des Flüßchens. Der junge Mann befand sich nicht mit den anderen Patienten in der Nähe der Brücke. einige Patienten standen. als ich gedacht habe«.

»Ja. Er steckte sich eine Zigarette an und schaute schweigend hinunter aufs Wasser. nicht wahr?« sagte der Corporal.« »Ich kann drinnen nicht sein«.« Westerburg rückte beiseite.« »Sie können den Stein hier mit mir teilen. »Nicht sein? Wie meinen Sie das: ›nicht sein‹?« »Sie würden doch ohne L u f t sterben. die für einen Mann seiner Körpergröße ziemlich überraschend war. neben ihn. sagte Westerburg. Was führt Sie hier raus?« »Nichts. ein bißchen Sonne könnte nicht schaden. »Hallo.auf.« »Kommen Sie jeden Tag hierher? Gefällt Ihnen wohl besser als drinnen. um mit seiner Hose nicht an die scharfen Kanten des Felsen zu geraten. Ich dachte nur. . »Schöner Tag«. Neben ihm hatte Westerburg wieder seine eigentümliche Stellung eingenommen. zurückgelehnt. und Harris setzte sich vorsichtig. sagte der Doktor. die geschlossenen Augen nach oben gerichtet. auf die Hände gestützt. Doktor. Er lächelte und erhob sich langsam mit einer anmutig fließenden Bewegung.

»Und Sie würden ohne Sonnenlicht sterben?« Westerburg nickte. da wieder reinzukommen. Sie geben also Ihre Arbeit auf und sitzen in der Sonne. »Nun gut. Schließlich drückte er seine Zigarette aus und blickte zu dem jungen Mann. Ihre Arbeit muß getan werden. daß Sie das alles aufgeben? Wissen Sie. Sie wollten nichts lieber als zur Patrouille. Ist Ihnen das klar?« »Das ist mir klar. Und . Was geht in Ihnen vor. Sie haben eine ausgezeichnete Beurteilung erhalten und eine erstklassige Position. draußen auf einem Stein in der Sonne sitzen? Und nichts weiter?« Westerburg nickte. Richtig? Die Arbeit muß getan werden. das für den Rest Ihres Lebens zu tun. »Was ist mit Ihrer Arbeit? Sie haben jahrelang die Schule besucht.« »Und Sie wollen das wirklich alles aufgeben?« »Ganz recht. »Corporal. Und was dann? Irgend jemand muß an Ihrer Stelle die Arbeit tun. darf ich Sie etwas fragen? Haben Sie vor. es ist nicht leicht. um zur Patrouille zu kommen.« Harris schwieg eine Weile.

jeder würde so denken wie Sie. Hab ich recht?« »Wenn alle so fühlten wie ich. Was dann? Niemand würde die Schiffe kontrollieren. würde keiner in den Tiefraum reisen. die aus dem Tiefraum kommen. »Menschen können nur in der Gesellschaft überleben.« »Westerburg.« »Aber wir müssen. Bakterien und toxische Kristalle würden in das System eindringen und Seuchen und Tod bringen.« »Warum?« »Also -« Harris gestikulierte.wenn Sie sie nicht tun. aber der junge Mann antwortete . wir müssen Mineralien. neue Pflanzen beschaffen. Harris beobachtete ihn. Stellen Sie sich vor. Wir müssen Handel treiben. alle Menschen würden den ganzen Tag in der Sonne sitzen wollen. stellen Sie sich vor. Lebensmittel.« Westerburg sagte nichts dazu.« »Warum?« »Um die Gesellschaft am Leben zu erhalten.« »Mag sein. muß das jemand anders machen.

nicht. Corporal?« Der Corporal nickte. »Westerburg. »Vielleicht. »Um drei. zum Fußweg in . um die Ausbildung durchzustehen. wenn Sie reingehen. wenn es Ihnen recht ist. in Küchen arbeiten. Harris stieg den Hügel hinauf. Doktor. mir den Kopf vollgestopft. Und wissen Sie. Wissen Sie. »Ich wußte. was ich jetzt denke?« »Was?« »Ich wünschte. »Hab ich recht?« fragte Harris.« »Die Schock-Box?« Westerburg lächelte.« Doktor Harris stand auf. Teller waschen. daß das kommen würde. würden Sie dann bitte in meinem Büro vorbeischauen? Ich möchte Sie einigen Tests unterziehen. Ich mußte arbeiten und meinen Lebensunterhalt bestreiten. ist mir recht. Klar.« Verärgert stand Harris auf und ging ein kurzes Stück das Ufer entlang. ich habe mich jahrelang abgemüht. Es ist eine sonderbare Sache. Abends habe ich studiert. ich wäre schon früher eine Pflanze geworden. habe immer weitergelernt. habe gebüffelt.

Unwandelbarer Wald. Schließlich kriegt er. empfand er die Belastung als zu groß. die man den -3 ganzen Tag betrachten konnte. Primitive Identifikation und Projektion auf die Flora des Asteroiden. Fast sofort hielt ihn ein Ordonnanzroboter an.« Harris ging zum Büro. Ich sehe allmählich etwas klarer. Die Sache nahm Konturen an. Idealisiertes Ziel: einen Posten bei der Patrouille zu bekommen. Vorstellung von Geborgenheit in Verbindung mit Immobilität und Permanenz. der sich sein ganzes Leben lang hatte abmühen müssen. Finanzielle Unsicherheit. was er will. Er betrat das Gebäude. »Sir. Nachdem er es endlich erreicht hatte.« »Danke. Ich kann das Schema erkennen: Es war die langjährige Belastung. Ich bin draußen gewesen und habe mit dem Jungen gesprochen. »Cox? Hier Harris. Ein Junge. Er wählte Cox’ Buchstaben. und gleich darauf erschien das Gesicht des Commanders auf dem Bildschirm. Und auf Asteroid Y gab es zuviel Vegetation. Commander Cox wünscht Sie dringend am Videofon zu sprechen.Richtung Krankenhaus. und das Idealbild bricht unter -« .

»Harris!« bellte Cox. Sechzehn Männer und vier Frauen saßen in der Sonne am Ufer. Er sagt. Alle sagen. Man schickt eine Expreßrakete her. . Verstehen Sie mich.« Gegen Ende der Woche gab es zwanzig solcher Fälle. wir müssen herausfinden. was da los ist. keiner sprach. murmelte Harris. und während der ganzen Zeit hatten sich die zwanzig Menschen da unten nicht gerührt. Sie ist schon unterwegs. Eine Stunde war vergangen. »Seien Sie still und hören Sie zu! Ich habe gerade eine Meldung von Y -3 erhalten. Sir. keiner von ihnen bewegte sich. seit Cox und Harris erschienen waren.« »Eine Expreßrakete?« »Fünf weitere Fälle à la Westerburg. sie seien Pflanzen! Der Garnisons-Chef ist verdammt beunruhigt. Harris? Finden Sie heraus. Commander Cox und Harris standen oben auf dem Hügel und blickten finster hinab zu dem Flüßchen. »Ja. alle stammten von Asteroid Y-3. oder die Garnison bricht in Kürze zusammen. was da los ist!« »Ja. Sir«.

»Ich verstehe es nicht«. wenn ich diese Leute da unten sehe. wenn nicht eher. Und das gut gebaute süße kleine Ding da. Er war stellvertretender Befehlshaber der Garnison. Gebäudeverwalter. Leiterin des gesamten Büropersonals der Garnison. sagte Cox und schüttelte den Kopf. Sekretärin. Harris. um das zu erreichen. ergänzte Harris. Sehen Sie ihn sich jetzt an! Sitzt da. hatte eine glänzende Laufbahn vor Augen. Und der Mann neben ihr. in die Brüche zu gehen? Ich hab ein verdammt dummes Gefühl.« »Wer ist der Mann mit dem roten Haar dort?« »Das ist Ulrich Deutsch. gerade aus der Schule. wie sie einfach so herumhocken und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen.« »Und jetzt sitzt er in der Sonne«. Die Brünette mit dem kurzen Haar. . Er sollte Nachfolger des Garnisons-Chefs werden. ist das der Anfang vom Ende? Fängt rings um uns alles an. Karriere-Frau. »Die Frauen da. Vor einer Woche war er noch voll im Einsatz. döst herum und kriegt den Mund nicht zu. In einem Jahr schon. Sein ganzes Leben lang hat er sich abgestrampelt. »Ich verstehe es einfach nicht.

Die Lage ist ernst.« »Gut.« Harris nickte. Und heute morgen habe ich eine Meldung bekommen: Im Laufe des Tages kommen drei Neue.« »Und?« fragte Cox. Die Versuchsperson ist einer der besten Biologen . »aber ich habe einige interessante Resultate mit der Schock-Box erhalten. Gehen wir rein. »Zeigen Sie sie mir.« Cox drehte sich um und bewegte sich in Richtung Krankenhaus. Also. Sie sind bei klarem Verstand. dann zeig’ ich sie Ihnen. »Was wollen Sie jetzt tun? Haben Sie irgend etwas herausgefunden? Wir zählen auf Sie. »Ich zeige Ihnen mal das erste Band. wie sich Tiberius gefühlt haben muß. lassen Sie hören.Von jeder Sorte ein paar. sie könnten etwas anderes tun. aber daran liegt ihnen einfach nichts.« »So direkt konnte ich aus ihnen nichts herausbekommen«.« Harris schaltete das Licht aus. als sich die frühen Christen zum Beten trafen. Im Raum war es stockfinster. »Das Sonderbare ist – sie wollen wirklich dort unten sitzen. sagte Harris. Jetzt weiß ich jedenfalls.

Er saß auf einem Stuhl.« Das Ebenbild drehte die Regler auf der Schock-Box. die Hände ruhten auf den Lehnen. weil Bradshaws Verstand sehr stark differenziert. mit eisengrauem Haar und kantigem Kiefer. Bradshaw wurde steif und preßte die Kiefer aufeinander. Der Projektor surrte. als sei es die Person selbst. »Da komme ich«. doch sonst war ihm nichts anzumerken. das so echt wirkte. und uns wird es sehr helfen.der Garnison. »So. Er kam gestern an. sagte Harris. Mr. Ich erhielt aufschlußreiches Material von der SchockBox. Robert Bradshaw.« Er drückte auf einen Schalter. Bradshaw«. Es finden sich bei ihm zahlreiche verdrängte Bewußtseinsinhalte nichtrationaler Natur. die an seinem Hals und seinem Handgelenk befestigten Elektroden schien er nicht wahrzunehmen.« Sein Film-Ebenbild erschien und näherte sich Bradshaw. Robert Bradshaw war ein Mann von fünfzig. und an der entfernteren Wand erschien ein dreidimensionales Bild in Farbe. schwergewichtig. sagte sein Ebenbild. »Passen Sie auf. Das Ebenbild von Harris betrachtete . mehr als gewöhnlich. »es tut überhaupt nicht weh.

ihn einige Zeit und trat dann von den Reglern zurück.« »Welche Stellung haben Sie inne?« »Chef-Biologe im Stützpunkt auf Y-3. die Weltanschauung.« . In einem Krankenhaus. in einem nicht-biologischen Sinn. Bradshaw?« fragte das Ebenbild.« »Wie meinen Sie das dann. Bradshaw. »Ja. Ich bin zurück auf Terra.« »Warum?« »Weil ich dem Garnisons-Chef gegenüber zugegeben habe. Ich habe natürlich weiterhin die Physiologie eines Menschen. daß Sie eine Pflanze sind?« »In bezug auf die geistige Einstellung. »Können Sie mich hören.« »Stimmt das? Daß Sie eine Pflanze sind?« »Ja.« »Sind Sie jetzt dort?« »Nein. daß ich eine Pflanze geworden bin. Mr.« »Wie heißen Sie?« »Robert C.

Sein Mund verzog sich. wie man eine Pflanze wird. wie man eine Pflanze wird?« »Sie haben meine Probleme erkannt und mich . einem oberen Primaten. daß man Sie gelehrt hat.»Fahren Sie fort.« »Ich -« »Ja?« »Man hat mich gelehrt.« »Und die anderen? Denken sie genauso?« »Ja. möglich.« »Wie ist es dazu gekommen. hätte er nicht weitergemacht. daß Sie diese Einstellung übernommen haben?« Bradshaws Ebenbild zögerte. Wäre er voll bei Bewußtsein gewesen.« »Es ist einem Warmblüter. bis zu einem gewissen Grade. die Psyche einer Pflanze anzunehmen. »Ein Gewissenskonflikt.« »Aha?« »Und in diesem Sinne bin ich eine Pflanze. »Sehen Sie?« sagte Harris zu Cox.« Das Ebenbild von Harris zeigte sich überrascht und interessiert. »Wie meinen Sie das.

was ich aus ihm herauskriegen konnte«. Er und Cox blinzelten. Die Pfeifer. »Das war alles. wie man zu Pflanzen wird. die in den Wäldern von Asteroid Y-3 leben. Denn er sollte eigentlich nichts sagen. »Sie leben in den Wäldern…« Harris schaltete den Projektor aus. absolut nichts. sagte Harris.gelehrt. Ihnen konnte ich nicht soviel entlocken. »Und ich hatte noch Glück. und die Beleuchtung ging an. Bradshaw. den Problemen.« »Haben Sie diese Geschichte von allen zwanzig zu hören bekommen?« »Nein. wer sie gelehrt hat. wer sind die Pfeifer?« Nach einer langen qualvollen Pause teilten sich die schweren Lippen. »Die Pfeifer. Jetzt bin ich frei von ihnen.« Cox überlegte.« »Wer? Die Pfeifer? Wer sind die Pfeifer?« Keine Antwort.« Harris schnitt eine Grimasse. wie man eine Pflanze wird.« »Wer? Wer hat Sie das gelehrt?« »Die Pfeifer. »Mr. »Die meisten waren äußerst widerspenstig. Und jetzt? Was . Das haben sie anscheinend alle gelobt: nicht zu verraten.

Die Ausstiegsluke glitt zurück. Henry Harris blickte hinaus auf einen braunen. Am Ende des Landeplatzes stand ein hoher Signalturm. »Bitte aussteigen. wer -3 die Pfeifer sind. Die Techniker vom Stützpunkt kletterten auf ihm herum. bis Sie irgendwann die ganze Geschichte erfahren? Ist das Ihr Programm?« »Nein«. Ich werde nach Y reisen und selbst herausfinden.« Das kleine Patrouillenschiff landete ebenso sacht wie präzise.wollen Sie unternehmen? Abwarten. Harris nickte. untersuchten und überprüften jeden Millimeter auf tödliche Lebensformen und Gifte. Die übrigen Seiten wurden von langgestreckten grauen Gebäuden gesäumt: dem Garnisons-Stützpunkt. und die Geräusche seiner Düsen verstummten. grün und rund wie eine ungeheure Limone. Nicht weit entfernt stand ein riesiger Kreuzer von der Venus. »Ganz und gar nicht. die sich an den Schiffsrumpf geheftet haben mochten. sagte der Pilot. und Dr. Er nahm seine beiden Koffer und . von der Sonne ausgedörrten Landeplatz. sagte Harris. Sir«.

Watts lächelte auf Harris herab. mit weißem Haar und festem Schritt. »Guten Tag. »Ich bin Lawrence Watts. Er ließ das große Gepäckstück auf einen wartenden Wagen hinab und folgte dann. den Frachtraum des Patrouillenschiffs zu öffnen und Harris’ Schrankkoffer hervorzuholen. Harris überquerte mit seinen Koffern den Landeplatz. groß und robust. und der gigantische Planet reflektierte eine beträchtliche Menge Sonnenlicht auf den Asteroiden. und Harris blinzelte im grellen Sonnenlicht. nicht mehr jung. das kleine Gefährt mit gelangweiltem Geschick manövrierend.« Sie schüttelten sich die Hände. der GarnisonsChef. dem Doktor. glitt das Tor auf. Der Boden war heiß.stieg vorsichtig hinunter. Doktor«. sagte er und streckte die Hand aus. Jupiter stand am Himmel. stattlich und kerzengerade steckte er in einer . Ein Bediensteter des Raumhafens war bereits dabei. und ein Mann kam ihm entgegen. Als Harris zum Eingang des Signalturms kam. Er war ein riesenhafter alter Mann.

einen regelrechten kleinen . Der Signalturm war angenehm kühl und dunkel. ich laß Ihnen einen Drink machen.dunkelblauen Uniform mit funkelnden goldenen Epauletten.« »Jupiter?« Harris folgte ihm ins Gebäude. Deshalb haben wir unter all den Asteroiden gerade diesen ausgewählt. »Hatten Sie eine gute Reise?« fragte Watts. Haben Sie die Hügel gesehen?« »Die Hügel?« »Wenn wir den Tower höher hinaufgehen. und das erklärt auch. Das hat uns viele Probleme beim Aufbau erspart. können Sie über die Gebäude hinwegsehen. Der Asteroid hat einen Kern von enormer Dichte. Es wird hier heiß mit dem Großen Spiegel da oben. »Warum ist die Schwerkraft nahezu die gleiche wie auf Terra? Ich hatte erwartet herumzuhüpfen wie ein Känguruh. irgendeine metallische Ablagerung. Ist sie künstlich?« »Nein. Es gibt dort eine Art Naturpark. »Kommen Sie herein. warum der Asteroid über natürliche Luft und natürliches Wasser verfügt.

wo Deutsch jetzt fort ist. »Übrigens. hat es weitere Fälle gegeben?« »Noch zwei. »Allerdings.« Der alte Mann marschierte mit strammen Schritten um die Ecke und in einen großen.« Watts wirkte verbittert. was? Ich beabsichtige. heute. mir mein letztes Jahr hier so angenehm wie möglich zu machen.Wald mit allem.« Er krauste die Stirn. »Nicht schlecht.« Er zuckte mit den Schultern.« Harris nahm in einem Sessel Platz und streckte die Beine aus. Wenn das so weitergeht -« »Mr. Harris. muß ich vielleicht für immer hier bleiben. Harris. komplett eingerichteten Wohnraum. Er beobachtete. Sie haben von einem Wald auf dem Asteroiden gesprochen. was Sie sich nur wünschen können. ganz nach Belieben in den Wald zu gehen? Oder bewegen sich die Leute nur in den Gebäuden und auf dem Garnisons-Gelände?« . wie Watts die Tür zum Gang schloß. Na ja.« »Danke. »Damit sind es jetzt fast dreißig. Gestatten Sie der Mannschaft. Hier ist mein Büro. Wir haben dreihundert Mann in diesem Stützpunkt. »Setzen Sie sich. Kommen Sie rein. Watts.

Wollen eine ruhige Kugel schieben. Ich muß den Männer gestatten. Aber solange sie den Wald sehen können.« »Aber was ist das für eine Sache mit ihren Wahnvorstellungen?« . »Tja. Harris. Ich kritisiere Sie nicht. das ist eine schwierige Situation. ich glaube schon. Alle zehn Tage haben sie eine volle Ruheperiode. und wenn man einen netten Ort zum Ausspannen sehen kann.« »Ich weiß. Sie können den Wald von den Gebäuden a us sehen.Watts rieb sich das Kinn. werden sie auch hingehen wollen. also hauen sie ab.« »Und da passiert es dann?« »Ja. Dann gehen sie da raus und faulenzen rum. gibt’s natürlich kein Halten. wollen sie einfach nicht mehr zurückkommen und arbeiten. Drückeberger. Ich kann’s nicht ändern. Und wie lautet Ihre Theorie? Was geschieht mit den Leuten da draußen? Was tun Sie?« »Was mit ihnen geschieht? Wenn sie erst einmal da draußen sind und sich eine Weile einen schönen Lenz gemacht haben. haben keine Lust zu arbeiten. ab und zu das Garnisonsgelände zu verlassen.

Leute zum Arbeiten zu bringen. das ist alles. Aber sehen Sie sich die Situation hier an. »Die Leute glauben wirklich. daß Sie wissen. Das gesamte Nervensystem wird dabei paralysiert. »Harris. wie früher. hatten wir Mittel und Wege. daß sie Pflanzen sind. Die wollen einfach nicht arbeiten. »Hören Sie. Harris. . Sie wissen so gut wie ich. Und sie haben alle in etwa das gleiche gesagt. daß das ein Haufen Schwachsinn ist.« »Sie glauben also. Sie sind Arzt. und ich gehe davon aus. Als ich Kadett war.« Mit auf dem Rücken verschränkten Händen marschierte Watts auf und ab. wir könnten ihnen ein paar auf den Pelz geben. sagte Harris. Die sind so wenig Pflanzen wie Sie oder ich. Ich habe sie der Hochfrequenz-Schockbehandlung unterzogen. Dann sagen sie die Wahrheit. daß sie sich bloß drücken wollen?« »Sie etwa nicht?« »Nein«. mit der sogenannten Schock-Box.Watts lachte gutmütig. Ich wünschte. alle Hemmungen beseitigt. wovon Sie reden.

der Verwaltungsstab. Wenn sich niemand um die Maschinen kümmert. können wir keine Lebensmittel ordern. eine gute moderne Garnison.Wir haben eine Garnison. Niemand kann fort. nach draußen zu laufen und den ganzen Tag in der Sonne zu sitzen. So ist die Garnison nun mal aufgebaut. Wir . die die Wissenschaft hervorgebracht hat. und jeder hat seinen Job. Schauen Sie. können wir uns nicht um das Ungeziefer kümmern. Überall beginnt es zu knirschen. Harris. Wenn niemand Berichte schreibt und Bestandslisten aufstellt. die Wartungsmannschaft. Dreißig Leute. wenn mein Stellvertreter sich entschließt. Wenn man die Stützen wegnimmt. die Biologen. stehen hier. Aber ohne sie können wir den Betrieb nicht aufrechterhalten. Die neuesten Maschinen. um die Crews zu ernähren. ein Zehntel der Garnison. was passiert. die Bürokräfte. stürzt das ganze Gebäude ein. Wir sind wahrscheinlich die modernste Einheit im System. wenn eine einzige Person die Position verläßt. diese Garnison ist eine einzige Riesenmaschine. Wir können keinerlei Aktivitäten dirigieren. Die Männer sind Teile davon.

Niemand hat das Recht dazu. . haben uns beobachtet und verschwanden dann nach einiger Zeit. darf ich Sie etwas fragen?« »Was?« »Gibt es auf dem Asteroiden Bewohner? Irgendwelche Eingeborene?« »Eingeborene?« Watts überlegte.sind alle hier fest eingebunden. was er will.« Er winkte vage in Richtung Fenster. Watts. Sie sind einfach – einfach verschwunden. daß sie kein Recht haben. Es ist unfair gegenüber dem Rest. irgendwelche Ureinwohner leben da draußen. Wir sind alle zu eng miteinander verwoben. das zu tun.« »Sind sie ausgestorben? Hatten sie irgendwelche Krankheiten?« »Nein. als daß plötzlich jeder tun könnte.« Harris nickte. Jedenfalls ganz im Anfang. »Wie sehen sie aus? Haben Sie sie gesehen?« »Ja. einfach so davonzulaufen. »Ja. Sie lungerten eine Weile herum. der Mehrheit. Sie wissen. als wir hier ankamen. habe ich. »Mr. und diese Menschen wissen das.

Dünn. Er lernte es von ihnen – wie eine Art Lehre. »Nein. Laut Bradshaw waren es die Pfeifer. nachdem Sie sie mir beschrieben haben. Sie jagen und fangen Fische.« »Die Pfeifer? Was ist das?« »Ich weiß es nicht«. Dort sind sie noch immer. so kupferfarben.« »Was sind das für Leute?« »Nun. Meine erste Vermutung war natürlich.« »Ich verstehe. Wir beachten sie nicht weiter. daß es sich dabei um die Eingeborenen handelt.« Harris hielt inne. es heißt. Sie würden es vielleicht wissen. Aber jetzt. Warum?« »Die Patienten erwähnten etwas mit dem Namen ›die Pfeifer‹. Sie sind dunkel. irgendwo. »Ich dachte. haben Sie jemals die Bezeichnung ›die Pfeifer‹ gehört?« »Die Pfeifer?« Watts krauste die Stirn. Watts. Keine Schriftsprache. wie man eine Pflanze wird. daß sie ursprünglich vom Mars kommen. Sehr beweglich irgendwie. die ihm beibrachten. bin ich mir nicht mehr so . Sehen aber nicht sehr wie Marsbewohner aus. räumte Harris ein. »Mr.In ihrem Wald.

Gibt es irgendwelche Gefahren?« »Nein.« »Wenn Sie sich in gerader Linie voranbewegen«. ich würde gern in den Wald gehen und mich umschauen. ergänzte Harris. Ich muß das Risiko eingehen. Ich gebe Ihnen einen der Männer mit. was sie irgend jemand lehren könnten. »Ich weiß. der wird Sie herumführen. Watts. Es ist ein verdammt kleiner Asteroid. Höchstens -« »Höchstens die Pfeifer«. Es gibt ein paar Flüßchen und Seen. fallen Sie also nicht hinein. sagte der Garnisons-Chef. keine von der ich wüßte. sie zu finden.sicher.« »Diese Eingeborenen sind primitive Wilde. ich sehe nur diese eine Möglichkeit. »sind Sie in ungefähr sechs Stunden wieder in der Garnison. Ist das möglich?« »Aber sicher.« »Ich würde lieber allein gehen. schon gar nicht einen absoluten Spitzen-Biologen.« »Was ist mit Schlangen oder giftigen Insekten?« . Die haben nichts. Das kann ich für Sie in die Wege leiten. »Mr. Nun.« Harris zögerte.

»Vor Einbruch der Dunkelheit bin ich wieder zurück. der vor ihm lag. Nach einer Weile blieb der Hain hinter ihm zurück. inzwischen ist alles wieder nachgewachsen. Überall ragten gewaltige. das herabgefallen war und nun dort verfaulte. so wie es früher war. sagte Harris. Mr. dunkelgrüne. bis sie im Gebäude verschwanden. eukalyptusartige Bäume empor. die andere Seite hinunter in Richtung Garnison. Der Boden unter seinen Füßen war weich von all dem Laub.« Der Garnisons-Chef und seine bewaffneten Begleiter drehten sich um und gingen über den Hügelkamm zurück.« »Viel Glück. Aber wir sind nie irgend etwas Gefährlichem begegnet.»Davon ist bisher nichts gemeldet worden. Im Anfang haben wir viele Märsche gemacht. Alles war still. Watts«. Harris sah ihnen nach. und er überquerte eine trockene. Dann wandte er sich um und begab sich in den Hain. Von vertrockneten Grashalmen stiegen Insekten auf und umsummten . Sie schüttelten sich die Hände. von der Sonne braun gesengte Wiese.« »Danke.

Die Luft um ihn wurde kälter. rauh und steinig. Jetzt führte sein Weg abwärts. die wild davonhastete mit schwankenden Fühlern. Ein Stück weiter vor ihm hoppelte irgend etwas umher und verschwand im Unterholz. Harris erhaschte einen kurzen Blick auf eine vielbeinige Kugel. Der Boden der Schlucht war feucht und verschluckte jedes Geräusch. Die Wiese endete am Fuß eines Berges. Mit vorsichtigen Schritten gelangte er tiefer. Vor Harris erhob sich eine endlose grüne Wand. Farne wuchsen hier. Es ging aufwärts. Er erreichte ebenes Land. höher und immer höher.ihn. Er betrat einen lebenden jurassischen Wald: Farne. aber leicht zu verfolgen. Keuchend und ächzend erreichte er den Gipfel und verschnaufte kurz. alles war still. eine riesige Fläche voll Wildwuchs. wohin er sah. groß wie Bäume. Die Luft war schwül und drückend. in eine tiefe Schlucht. ein altes Bachbett. Es war dunkel in diesem Dickicht aus Farnen. . nichts rührte sich. direkt unter Harris’ Füßen war er fast naß. Harris stieß auf einen natürlichen Pfad. Er ging weiter.

Oben machte er wieder Rast. doch das war alles. Er schaute sich um. Ein Stück weiter vorn lag etwas Graues. die die Männer fortlockten – wenn diese Pfeifer denn wirklich existierten. Doch bislang hatte er keinen Erfolg gehabt. Steine. eine Lichtung. bis Einbruch der Dunkelheit müßte es ihm möglich sein. Durch sie würde er die mysteriösen Pfeifer finden. Der Wald war sehr still. ein grünes. würde er vielleicht auch etwas herausfinden. Der Bach führte direkt dorthin. Der Asteroid war klein. .Jenseits der Farne konnte er die nächste Hügelwand erkennen. Eine sachte Brise strich durch den Farn und ließ ihn rascheln. Bisher hatte er noch kein Glück gehabt. Vorsichtig tastend erklomm Harris den ersten Felsblock. Anscheinend war das eine Art Teich gewesen. ansteigendes Feld. Wo waren die Eingeborenen? Wahrscheinlich hatten sie irgendeine Art Siedlung: Hütten. aus dem sich der Bach einmal gespeist hatte. Falls er die Eingeborenen aufstöbern und mit ihnen sprechen konnte. sie zu finden. Felsblöcke türmten sich hie und da auf. Noch war er keinem Eingeborenen begegnet.

kämpfte sich durch Farne und Ranken hindurch. und er erklomm sie. doch jetzt war es feucht. In der Ferne konnte er ein Geräusch vernehmen. Vor ihm erhoben sich weitere Felsen. lauschte. Oder ein Fluß. Wasser. Er kletterte Felsen hinauf und hinunter. und das Bachbett begann wieder. . vielleicht ein Wasserfall. das Geräusch von Wasser. Er befand sich auf der richtigen Fährte.Er kletterte die Felsen wieder hinunter. Er eilte vorwärts. Die Felsen endeten. Näherte er sich einem Teich? Er ging weiter. Fand er den Wasserlauf. wahrscheinlich in der Regenzeit. Er stieg das Ufer des Bachbetts hinauf. Ein Teich. Vor ihm glitzerte etwas: Etwas funkelte zwischen dem Farn. Wasser in Bewegung. bis auf das Geräusch des fernen Wassers. versuchte das Geräusch zu orten. vor gar nicht langer Zeit war hier Wasser geflossen. Eine goldene Schlange schlüpfte schnell davon. schob die Ranken beiseite und trat ins Freie. so würde er vielleicht die Eingeborenen finden. Plötzlich hielt er inne. und rings um ihn war Stille. der Boden schlammig und von Moos überwachsen.

eines tiefen. Sie hatte gebadet. Das klare und helle Wasser floß hin zu einem Wasserfall am gegenüberliegenden Ufer. Er trat näher ans Wasser. umwuchert von Farnen und Ranken. als sei dies sein Eigentum. Solange der Asteroid existierte. Ihr Körper . Und in diesem Augenblick bemerkte er sie. War er der erste. das Gefühl. Er stand staunend. wie es wohl schon immer gewesen war. der das alles sah? Vielleicht. war so vom Farn geschützt. mit langem dunklem Haar. Ein sonderbares Gefühl überkam ihn. Alles schien unberührt.Er stand am Rande eines Teichs. Das Mädchen saß am anderen Ufer des Teichs und starrte ins Wasser. Sie hatte ihn nicht gesehen. so. das ihr über die Schultern und Arme fiel. Sie war wunderschön. wassergefüllten Beckens im grauen Fels. Er blieb mit angehaltenem Atem stehen und beobachtete sie. Das Wasser lag so verborgen. das konnte er sofort sehen. in den Anblick von Reinheit und Schönheit versunken da. Ihr bronzener Körper war noch naß und glänzte und funkelte in der Sonne. den Kopf hatte sie auf ein hochgezogenes Knie gestützt.

Vielleicht hatte ja die Zeit aufgehört zu existieren. und hinter ihr das Farndickicht – das alles war so reglos. daß Harris. Harris schrak auf und war sich schlagartig bewußt. »Es macht Ihnen nichts aus?« fragte Harris schließlich. War nicht meine Absicht. »Ich hoffe. Die Zeit verging. den Blick einfach nicht von ihr lassen konnte. um sich ihr zu nähern. »Nein.« Sie sprach also terranisch! Er ging ein wenig um den Teich herum. hier herumzuschnüffeln. sonderbar zeitlose Zeit. Ich bleibe nicht sehr lange hier . Plötzlich schaute das Mädchen auf. Wie still sie war! Still und reglos sah sie ins Wasser. das Mädchen.« Sie nickte wortlos. ich störe Sie nicht. »Ich bin von der Garnison. daß er wie ein Eindringling wirken mußte. in der er das Mädchen betrachtete. als sei es gemalt worden.war gertenschlank und geschmeidig und von einer Anmut. das dort auf dem Felsen saß und ins Wasser blickte. murmelte er. der weiß Gott an die verschiedensten anatomischen Erscheinungen gewöhnt war. »Tut mir leid«.

« Sie hob ein wenig den Kopf. Natürlich. Darf ich mich setzen?« Er sah sich um und fand einen flachen Stein.« Er schwieg. den feuchten Film auf ihren Armen und Schenkeln. Henry Harris.auf dem Asteroiden. und die Sache scheint um sich zu greifen. wodurch sie verursacht wird. »Zigarette?« »Nein. »Sehen Sie. bronzenen. Langsam setzte er sich.« Er steckte sich eine Zigarette an und inhalierte tief. Irgend etwas ist mit einigen der Leute dort geschehen. ich werd mir eine genehmigen. »Möglicherweise könnten Sie mir sogar helfen. Wir müssen herausfinden. »Ja.« Sie lächelte schwach. »So?« »Würden Sie mir gern helfen?« Sie lächelte. betrachtete den schlanken. »Ich bin Arzt.« »Das ist gut. »Vielleicht interessiert es Sie. Ich bin heute erst von Terra gekommen. sah sie an.« Er blickte zu ihr hinunter.« »Nun. sonst können wir den . warum ich hier bin. in der Sonne glänzenden Körper. wir haben in der Garnison ein Problem.

Sie sagten immer wieder. ein paar Informationen aus ihnen herauszubekommen. daß die Eingeborenen sie kennen würden!« Er stand wieder auf. und besonders eine Sache scheint mir interessant. hier im Wald?« »Ja. Sie sagten. »Nun. die Pfeifer hätten sie gelehrt -« Er brach ab.« »Ich verstehe. Ein sonderbarer Ausdruck war über ihr dunkles kleines Gesicht geglitten. falls es die Pfeifer wirklich geben sollte. Tiefe Befriedigung erfüllte Harris. Sie nickte sacht.Garnisonsbetrieb nicht aufrechterhalten.« Er wartete einen Augenblick.« Ungeduldig drückte er seine . es ist mir gelungen. Wie schweigsam sie war! Schweigsam und reglos wie der Farn. für ihren Zustand seien die – die Pfeifer verantwortlich. »Wirklich? Ich wußte. »Und sie sind hier. Dann existieren sie also?« »Sie existieren.« Harris runzelte die Stirn. daß sie sie kennen würden. »Ich wußte. »Kennen Sie die Pfeifer?« Sie nickte.

Es gibt da dieses Problem.« Das Mädchen stand auf. bringen Sie mich hin?« fragte er wieder. bringen Sie mich zu ihnen?« Das Mädchen schwieg. Also ist es für mich wichtig. Sagen Sie was!« Er kramte in seinen Taschen. Und ich bin damit beauftragt worden. Sie erhob sich langsam . »Sie sehen wohl keine Möglichkeit. ins Wasser. und ich muß es lösen. Mal sehen…« Er holte sein Feuerzeug hervor. »Vielleicht habe ich etwas für Sie. Das Problem muß gelöst werden. Harris wurde ungeduldig und trat nervös von einem Fuß auf den anderen. Lange Zeit saß sie da und starrte. diese Sache mit den Pfeifern. den Kopf auf ihr Knie gestützt. mich zu ihnen zu führen?« »Zu ihnen zu führen?« »Ja. Sehen Sie. »Also. Verstehen Sie? Begreifen Sie?« Sie nickte. »Ich könnte Ihnen mein Feuerzeug geben. sie zu finden.Zigarette aus. »Also. der Base Commander auf Terra hat mir diese Aufgabe übertragen. »Es ist wichtig für die ganze Garnison.

um sie nicht zu verlieren. Harris starrte sie mit offenem Mund an. Ich bin wirklich sehr daran interessiert. »Vielen Dank. zu Ihrem Dorf? Wieviel Zeit haben wir bis zum Einbruch der Nacht?« Das Mädchen antwortete nicht.« Sie drehte sich fort und bewegte sich auf das Farndickicht zu. »Warten Sie auf mich. Wie geräuschlos sie dahinglitt! »Warten Sie«. Harris lief über das Gestein stolpernd hinter ihr her. Komm mit.und anmutig. Wie biegsam sie war! In einer gleitenden einzigen Bewegung kam sie auf die Füße! Er blinzelte. »Großartig«. Plötzlich stand sie vor ihm. »Bringen Sie mich zu ihnen?« fragte er. Wohin führen Sie mich. sagte er. Sie war bereits ins Farn getaucht. scheinbar ohne irgendeine Veränderung. stand da und sah ihn ruhig mit ihrem kleinen. und Harris beschleunigte seine Schritte. ohne jeden Kraftaufwand. ausdruckslosen Gesicht an. »Ja. rief er.« Das Mädchen hielt an und wartete auf ihn – eine . diese Pfeifer kennenzulernen. statt zu sitzen. Ohne irgendeine Anstrengung hatte sie sich erhoben.

»Tut gut.« Harris grinste unter der Last seiner schweren Koffer. Er betrat den Farnwald und eilte ihr nach. helfen Sie ihm!« Ein Patrouillenangehöriger eilte herbei und nahm einen der Koffer. Harris schloß die Tür auf. »Ja hol mich der Teufel!« sagte Commander Cox.schlanke. wieder zurück zu sein. Er setzte sie ab und atmete erleichtert durch. die sich schweigend umblickte. sprang er herab. »Danke«. und der Soldat stellte den einen Koffer drinnen ab. sagte er.« Zwei Stufen auf einmal nehmend.« »Kommen Sie rein.« »Eine kleine Weile?« »Ich bin nur zurückgekommen. liebliche Gestalt. »Sie haben wirklich nicht lange gebraucht. »In Zukunft nehm ich nicht mehr soviel mit. wenn es auch nur für eine kleine Weile ist. »Lassen Sie mich Ihnen helfen. »Lohnt sich nicht«. sagte Harris und stellte den anderen Koffer daneben. Die drei Männer betraten das Gebäude und gingen dann den Gang entlang zu Harris’ Quartier. um meine . Soldat.

Angelegenheiten zu regeln. Dann ging er zum Fenster und ließ es herunter. Ich gehe zurück und mache mich sofort an die Arbeit. die Pfeifer existieren – in den Köpfen der Garnisons-Mannschaft! Für die Mannschaft sind die Pfeifer wirklich. Es ist eine Massenhypnose.« »Die Pfeifer existieren tatsächlich?« »Ja.« »Wie hat es angefangen?« »Die Männer auf Y wurden dort hingeschickt. aber ich habe es nicht beseitigt. »Ja.« Harris nickte. was die Männer sagten. Warme Frühlingsluft strömte ins Zimmer. Es gibt viel zu tun. eine kollektive Projektion. Er setzte sich aufs Bett.« »Aber Sie haben herausgefunden. Es war genau das.« Er zog seine Jacke aus und legte sie über die Rückenlehne des Stuhls. -3 . was es ist?« »Ja. Morgen früh muß ich zurück nach Y-3. lehnte sich zurück. »Sie existieren tatsächlich. und alle dort leiden bis zu einem gewissen Grad daran. Die Pfeifer.« »Dann haben Sie das Problem nicht gelöst?« »Ich habe es gelöst. Die Mannschaft hat sie kreiert.

Aber -« »Jeder der Garnisons-Mannschaft sieht die Eingeborenen und denkt unbewußt an seine eigene Frühzeit. als er noch keine Sorgen hatte. irgendein Ziel zu erreichen. Ihr ganzes Leben lang sind sie geschult worden. und schlafen entweder oder pflücken die Nahrung von den Bäumen. Diese Männer werden nun plötzlich auf einem Asteroiden abgesetzt. wo Eingeborene die allerprimitivste Existenz führen und lediglich wie Pflanzen vegetieren. so. keine Verantwortung. eine gute Ausbildung hatten und über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Der Druck.« »So. als er noch ein Kind war. die von ihrem hohen Tempo und der starken Integration der Menschen untereinander bestimmt wird. ist allgegenwärtig. Ohne einen Begriff von Ziel oder Zweck und damit auch ohne die Fähigkeit zu planen. einfach in den Tag hinein. ohne Kämpfe oder Konflikte. und zwar in einer komplexen modernen Gesellschaft.weil sie begabt sind. Die Eingeborenen leben. irgendeinen Job zu erledigen. bevor er Teil der . Eine Art Garten-Eden-Existenz. wie Tiere leben.

Und so erfindet er die ›Pfeifer‹. die im Wald lebt und ihn dazu verführt. »Das wäre der falsche Weg. die Vorstellung von einer mysteriösen Gruppe. Ein in der Sonne liegendes Baby. Sie müssen dazu gebracht werden. Man muß sie dazu bringen.« »Was wollen Sie denn jetzt tun? Den Wald niederbrennen lassen?« »Nein.« Harris schüttelte den Kopf. daß er vielleicht so leben möchte wie die Eingeborenen. daß die Pfeifer in ihnen selbst sind. ihre eigenen unterbewußten Stimmen. der Wald ist harmlos. daß es keine Pfeifer gibt. die ihnen zurufen. sich ihrer Verantwortungen zu entledigen. Aber das kann er sich selbst nicht eingestehen! Er kann sich nicht eingestehen. zumindest nicht außerhalb . Teil des Waldes zu werden.modernen Gesellschaft wurde. sich klarzumachen. Dann kann er s i e dafür verantwortlich machen statt sich selbst. die Leute dort brauchen Psychotherapie. damit ich mit der Arbeit beginnen kann. Nein. ihre Art Leben zu leben. den ganzen Tag herumliegen und schlafen. Sie ›lehren‹ ihn. daß sie einsehen. Deshalb kehre ich umgehend zurück.

Sie kommen mit den Leuten zurecht. »Nun. die Hände in den Taschen. »Und ich denke. stimmte Harris zu. und die Eingeborenen haben nichts. Wir treffen uns beim Dinner. Doc.« Im Zimmer war es still. »Na. Der Wald ist harmlos. die ihre Arbeit niederlegt und für eine Weile aussteigt. Und vielleicht morgen vor Ihrer Abreise. sagte Cox schließlich. ihr Selbstbewußtsein zu steigern. Ist das erst mal erreicht. werden die Pfeifer verschwinden. Sie sind primitive Wilde. das sie irgend jemanden lehren könnten. Schließlich geht es nur darum. und der Commander trat hinaus auf den Gang. das leuchtet ein. . das werde ich.ihrer selbst.« Harris öffnete die Tür. »Ich verstehe«.« Cox nickte.« Er erhob sich. die nicht einmal eine Schriftsprache besitzen. Harris schloß die Tür hinter ihm und ging dann zurück durch das Zimmer. wenn Sie zurückkehren. Wir haben es mit der Projektion einer ganzen Garnison zu tun. »Ich hoffe. dann packen Sie nur Ihre Koffer aus.« »In Ordnung. Einen Augenblick lang sah er.« »Das hoffe ich auch«.

Und dann? Er gähnte. Tiefe Erschöpfung überkam ihn. die er während seiner letzten Stunden dort aufgelesen hatte. Dann beugte er sich vor und klappte die Schlösser eines der beiden Koffer auf. Die Sonne ging gerade unter. Erde. wie sie tiefer sank. Er stellte seine Schuhe in die Zimmerecke.aus dem Fenster. Wie konnte er hoffen. üppige. Er beobachtete sie. Dann setzte er sich auf die Bettkante und zog sich die Schuhe aus. sorgfältig aufgesammelte Erde. Erde. so furchtbar viel. So viel war zu tun am nächsten Tag. die das Krankenhaus umgaben. sehr müde von seiner Reise. Er öffnete den Koffer und entnahm ihm einen prallgefüllten Leinensack. weiche Erde. Sorgfältig leerte er den Inhalt des Sacks auf den Fußboden. Wie müde er war! Er sah zum Bett. sie verschwand hinter den Gebäuden der Stadt. Es war Abend geworden und kühl. alles zu bewältigen? Morgen zurück zum Asteroiden. Dann ging er zu seinen beiden Koffern. seine Augen schlossen sich. Es gab so viel zu tun. . Er war müde.

Wie warm der Mutterboden war… Einen Augenblick später schlief er tief und fest. Morgen. setzte er sich mitten hinein. Als er sich völlig entspannt hatte.Als er sie auf dem Fußboden ausgebreitet hatte. . Es war noch so viel Arbeit zu tun – Aber erst später. natürlich. Er reckte sich und lehnte sich dann zurück. faltete er die Hände über der Brust und schloß die Augen.

aber ideale Lebensbedingungen. Die X-43y war weit von der Heimat entfernt. Luft.« Harrison Blake. sagte Major Crispin Eller. der X-43y. erstreckte sich die öde. ebene Oberfläche des Asteroiden. Ellers Stellvertreter. mit viel Wasser. gemäßigter Temperatur und einer Atmosphäre ähnlich der von Terras Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch -« »Und kein Leben. »Kein Leben. »Ein solcher Asteroid. gemäßigte Temperaturen. Draußen. Was hat das zu bedeuten?« Sie sahen einander an. Beide sahen sie hinaus. Mit gerunzelter Stirn sah er durch das Skop. Wasser. trat neben ihn. jenseits des Kreuzers.Die Unendlichen »Gefällt mir nicht«. die halbe Galaxis hatte sie .

Es muß irgendeinen . wohin Bakterienpartikel nicht driften. und eine Gelegenheit. erdnußgroßen Imperien auf fernen künstlichen Planetoiden – »Sehen Sie sich das an!« sagte Eller und stieß ärgerlich gegen das Skop. ihren angesammelten Sold auszugeben. Raumpiraten. wie Sie wissen. keinen Ort. Wolken von rumpffressenden Bakterien. stets auf der Hut vor MeteorSchwärmen. wenn sie sich durch die trümmerübersäte Peripherie des Systems schlängelten. Aber nichts. »Es gibt. sagte Blake schulterzuckend. nur kahler Fels.« »Vielleicht Zufall«. »Perfekte Lebensbedingungen. einen Urlaub daheim auf Terra. Die Konkurrenz mit dem Mars-VenusJupiter-Triumvirat hatte Terra dazu veranlaßt.durchquert. um die weiß-blaue Flagge aufzupflanzen. später Abbaurechte geltend zu machen. Die X-43y war fast seit einem Jahr unterwegs. Die kleinen Prospektorschiffe führten ein gefährliches Leben. Die dreiköpfige Besatzung hatte eine Ruhepause verdient. jeden einzelnen Gesteinsbrocken in der Galaxis kartographisch zu erfassen und auf Erzhaltigkeit zu prüfen in der Absicht.

Gehen wir also raus und vermessen ihn. Dies ist einer von der C-Klasse.Grund dafür geben. Vielleicht -« »Könnte es sein. den wir finden und der mehr als einen D-KlasseDurchmesser hat. und .« »Darum geht es nicht! Ich bin um unsere Sicherheit besorgt.« Eller schaute grübelnd durch das Skop.« »Und? Was sollen wir tun?« Blake grinste humorlos. Sie sind derjenige. landen und ihn kartographisch aufnehmen. daß wir Kurs auf Terra nehmen. daß dieser Asteroid nicht fruchtbar ist. Irgend etwas stimmt da nicht. daß Sie sofort nach Terra zurückkehren möchten?« fragte Blake. das ist alles. »Es muß wirklich niemand erfahren. Ich würde keinem was verraten. Nach unseren Instruktionen sollen wir auf jeden Asteroiden. die hier draußen im Tiefraum lauern. Niemand kennt wirklich alle Risiken. Eller. oder nicht?« Eller zögerte. »Die Sache gefällt mir nicht. der gedrängt hat. »Wenn wir nur wüßten…« »Lassen wir die Meerschweinchen raus. daß wir diesen letzten Haufen Felsen ausgelassen haben. »Sie sind der Captain.

sagte Eller. wo wir fast bereit zur Rückkehr sind. Der Fels war sauber und glatt. daß sie die Tiere rauslassen soll. Aber es gab kein Leben. ohne Bewuchs oder Bedeckung irgendeiner Art.warten wir ab. Wenn die eine Weile rumgelaufen sind.« »Ich bedaure es. Unten im Inneren des Schiffs war. inmitten von . »Also gut«. wählte das Labor. gleichmäßige Temperatur. Wasser und Fels. nicht einmal Einzeller im Wasser. sind wir schlauer. Ein idealer Ort für Leben. ein paar Wolken. die man auf zahllosen Felsen überall in der Galaxis antraf. Das Spektrogramm zeigte nichts.« Blakes Gesicht verzog sich vor Verachtung. daß ich überhaupt gelandet bin. »Sie werden aber sehr vorsichtig.« Er griff zur Sprechanlage. Ich sag Silv Bescheid. das sacht bewegte Wasser. jetzt. »Öffnen Sie eine der Schleusen. nicht einmal die vertrauten braunen Flechten.« Düster betrachtete Eller den grauen kahlen Fels. Absolut steril.

Retorten und Testgeräten. »Vielleicht können wir ja mal raus und uns die Beine vertreten. Dieser Asteroid macht mir Sorgen. Silvia Simmons bei der Arbeit. wenn wir erst wieder auf Terra sind. Cris. Er wandte sich Blake zu. In einer Minute können die Meerschweinchen rausgelassen werden.« Blake lächelte schwach. Mit Leine und Halsband natürlich. »Ja?« »Lassen Sie die Meerschweinchen aus dem Schiff für einen kurzen Auslauf.« »Geben Sie mir sobald wie möglich die Testergebnisse durch. »Silv?« sagte er. »Ich hoffe. Eine Reise mit Ihnen als Captain ist wirklich das Äußerste. was ich ertragen .« Eller unterbrach die Verbindung. Sie sind zufrieden.« »In Ordnung. So gründlich wie nur irgend möglich.« Silvia lächelte. »Ich bin froh. Eller betätigte die Sprechtaste. Auf dem Bildschirm erschien Silvias Gesicht. etwa eine halbe Stunde. Wenn die Tiere zurückkommen. machen Sie bei ihnen sämtliche Tests. Es könnten irgendwelche toxische Stoffe oder Strahlungsgruben vorhanden sein.

Der Bildschirm war wieder an. Für mich sind und bleiben Sie ein Milchbart.« Eller nickte. »Was gibt es?« »Cris. Er zeigte Silvias angstverzerrtes Gesicht. Aber unvermittelt brach er ab. begann er. ohne Ausnahme. »Ist irgend etwas -«. Eller«. daß Sie in Ihren dreizehn Dienstjahren nicht mehr Selbstbeherrschung gelernt haben. Die Meerschweinchen – sie sind kataleptisch.kann. völlig erstarrt. rief Eller. »Sonderbar. Er wurde . daß sie Ihnen nicht Ihre Streifen gegeben haben.« »Hören Sie. Alle. Sie können denen wohl nicht verzeihen. sagte Blake. ich war bei den Käfigen. »Ich bin zehn Jahre älter als Sie. Mann!« Eller rannte zum Schaltpult. »Sind wir -« »Hoch mit dem Schiff! Schnell. »Wir müssen von hier weg!« Blake trat zu ihm. Irgend etwas muß -« »Blake. Das nächstemal -« »CRIS!« Eller fuhr herum. »Ja?« Er packte den Hörer. bringen Sie das Schiff hoch«. Ich habe schon gedient. »Was?« murmelte Blake verwirrt. als Sie noch ein Kind waren.

Den Aufprall. tastete nach den Schaltern. Sofort explodierte ein lähmendes Feuer in seinem Schädel. als seine Finger die automatische Höhenlenkung umfaßten. In seinem Kopf pochte ein tiefer. stöhnend versuchte er aufzustehen. Er raffte sich hoch. hielt sich am Geländer fest.kreidebleich. Hinter seinen Augen barsten tausend Lichtstrahlen und ließen ihn erblinden. Er taumelte. sein Kinn sackte herab. als er auf den Boden schlug. Auch Harrison Blake kam wieder zu Bewußtsein. Das Schiff schoß hinaus in den Raum mit wild arbeitenden automatischen Relais. Dann umhüllte ihn die lähmende Dunkelheit vollkommen. Eller starrte ihn benommen an. Während er fiel. Dunkelheit griff nach ihm. spürte er nicht mehr. Sein dunkles Gesicht war ungesund . Wie ein schlaffer Sack sank er langsam auf den glatten Metallfußboden. zog er mit aller Kraft. Eller öffnete die Augen. Doch in den Räumen bewegte sich niemand. Dann riß er sich zusammen und griff zur Steuerung. schmerzender Puls.

Bleiben Sie ganz ruhig sitzen. Haben Sie gehört? Bewegen Sie sich so wenig wie möglich. seine Augen waren blutunterlaufen. »Silv!« Eller lief zu ihr hin. »Kommen Sie zu sich«.« Er schüttelte den Kopf. seine Lippen verklebt. »Was ist passiert?« »Weiß nicht. Eller ging unsicher durch den Kommandoraum und trat hinaus auf den Gang. Er starrte Cris Eller an. »Danke. Ich gehe runter ins Labor und seh nach. sagte Eller und half ihm hoch.gelb geworden.« Blake nickte. Sie müssen sich schonen. »Silv!« Sie bewegte sich ein wenig. stieg in den Lift und fuhr hinab. »Wachen Sie auf!« Eller holte aus einem Fach in . Ihr Körper war kalt und steif. ob Silv okay ist. rieb sich zitternd die Stirn. Blake setzte sich auf den Kommandostuhl. »Nein.« »Soll ich mitkommen?« murmelte Blake. Einen Augenblick später befand er sich im Labor. Mit beiden Händen schüttelte er sie. Silvia war über ihrem Arbeitstisch zusammengesackt und rührte sich nicht.

»Allmächtiger!« »Was ist?« Silvia setzte sich auf. »Ich habe mit Ihnen über den Bildschirm gesprochen. »Daher also. oder?« Silvia deutete auf die Meerschweinchen. »Sind Sie es? Was – was ist passiert? Ist alles in Ordnung?« Sie hob den Kopf. »Aber es ist doch alles wieder in Ordnung mit uns. Er schüttelte sie wieder.« Eller legte seine Hand auf ihre Schulter und runzelte in Gedanken versunken die Stirn. die in ihren Käfigen an der Wand . Er zerbrach es und hielt es Silvia ins Gesicht. Er faßte sich ans Kinn. »Stimmt was nicht.der Wand ein Stimulanzröhrchen. »Cris?« sagte Silvia mit schwacher Stimme. ohne den Blick von seiner Uhr zu lassen. Cris?« »Wir sind volle zwei Tage bewußtlos gewesen«. blinzelte unsicher. und plötzlich « »Ist schon gut. Sie stöhnte. »Was kann das bloß gewesen sein? Irgendein Strahlungsdruck vom Asteroiden?« Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr. strich sich ihr Haar zurück.« Er strich sich über die Stoppeln. bin zum Tisch gegangen. sagte Eller langsam.

Ich will wissen. Offensichtlich hat der Asteroid eine Mineralablagerung. zu dritt. die regelmäßig pulsiert und in . sagte Silvia. »Ich muß gestehen.« Eller zog eine Linie auf der Karte nach. Eine Art Stoßwelle aus dem Kern des Asteroiden.« »Offensichtlich ist die Strahlung aus dem Zentrum des Asteroiden gekommen. ich hatte unrecht. was passiert ist. ganz stetig.« Blake starrte mürrisch vor sich hin.standen. daß sich eine Welle sehr schnell aufgebaut hat und dann wieder abgeklungen ist.« Eller nahm ihre Hand. »Diese Aufzeichnung zeigt.« »Wären wir nicht in den Raum aufgestiegen.« »Kommen Sie. »Schauen Sie – sie laufen wieder putzmunter herum. »Wir fahren rauf und halten eine Besprechung ab. wären wir vielleicht von einer zweiten Welle getroffen worden«. »Die Instrumente haben die nachfolgende Welle etwa vierzehn Stunden später aufgefangen. Wir werden uns jedes Meßgerät und jede Anzeige im Schiff ansehen. Wir hätten niemals landen sollen.

« Eller zeigte ihr eine Folie mit roten Kurven in einem Koordinatensystem. daß die Strahlung uns irgend etwas angetan haben könnte? Sind wir außer Gefahr? Oder -« »Ich bin nicht sicher. Es hat da Veränderungen gegeben…« . Jedes aufkommende Leben wird im Keim erstickt. Sehen Sie sich das hier an. Sie hat uns mit voller Kraft getroffen. wie kurz die Wellenlängen sind. warum es auf dem Asteroiden kein Leben gibt.« »Cris?« sagte Silvia.« »Richtig. Beachten Sie. würden von der nächsten Welle vernichtet werden. sind unsere neuralen Reaktionen noch immer nicht vollständig normal. »Ja?« »Cris. »Das erklärt. um unseren Schutzschirm zu durchbrechen.bestimmten Intervallen Strahlung abgibt. die dort ankämen.« Eller lehnte sich in seinem Sessel zurück. »Sehen Sie hier: Obwohl sich unsere Gefäßsysteme vollständig erholt haben. Den kosmischen Strahlen nicht unähnlich.« »Unähnlich genug. Bakterien. glauben Sie.

kann ich nicht sagen. die wir vor ein oder zwei Monaten aufgezeichnet haben. »Jedenfalls haben wir endlich Kurs auf Terra genommen. wenn ich wieder zu Hause bin. Wir sollten uns sofort untersuchen lassen. Jetzt.« »Halten Sie die Sache für ernst?« »Wir müssen abwarten. Ich bin kein Neurologe. fühle ich mich gut. die zu winzigen. reglosen Flecken geordnet waren. Darüber . aber was sie bedeuten.»In welcher Weise?« »Ich weiß nicht. zu typischen Testverläufen. Sie blickte durch das Skop hinaus in die dunkle Leere des Tiefraums mit seinen zahllosen Lichtpunkten. Ich kann zwar Unterschiede zu früheren Aufzeichnungen erkennen. Keine Blutklümpchen oder Zellenzerstörungen. in diesem Moment.« »Zumindest unsere Herzen sind ohne offensichtlichen Schaden davongekommen. sagte Silvia. vermag ich nicht zu sagen. Unsere Systeme sind volle zehn Stunden lang einer intensiven Welle unidentifizierter Strahlung ausgesetzt gewesen. Ich bin froh. Wie fühlen Sie sich?« »Gut«. Welche Wirkung das auf Dauer hinterläßt.

»Blake. daß eventuelle Schäden auf Terra beseitigt werden können. Black Jack?« »Klar«.habe ich mir am meisten Sorgen gemacht. sagte Eller. Hoffentlich leben wir dann noch. sagte Blake. »In einer Woche. »Vertreibt uns wenigstens die Zeit. »Das ist eine lange Zeit. wir sind noch einmal glimpflich davongekommen«.« Sie erhob sich langsam. sagte Silvia. »Warum nicht?« Er zog einen Packen Spielkarten aus seiner Jackentasche. »Ich geh zu Bett.« Blake preßte die Lippen aufeinander. schob ihren Stuhl zurück.« »Ich glaube. wie wär’s mit einer Partie Karten? Ich möchte mich entspannen. »Wir werden es für den Rest der Reise ruhig angehen lassen. Was dagegen?« »Gehen Sie ruhig«. sagte Eller. Heben Sie ab. Für gewöhnlich genügt eine Dosis harter Strahlung dieser Art -« »Wann erreichen wir unser System?« fragte Blake.« .« »Ich rate von körperlichen Anstrengungen ab«. Sie gähnte. Hoffen wir. »Gott. bin ich müde.

Über ein Jahr hatten sie Terra nicht gesehen. Es ork würde wundervoll sein. weil Eller recht behalten hatte. ohne irgendwelche Sorgen auf der Welt. er war noch immer wütend. die er genommen hatte. keiner von beiden war richtig bei der Sache. gute alte leichtsinnige. Für ihn selbst: San Francisco. pochte es dumpf in seinem Kopf. Eller seinerseits war müde und fühlte sich unwohl. Sein Grinsen verwandelte . Unter ihnen dröhnten die Jets. In einer Woche würden sie das Sonnensystem erreichen. Die Menschenmengen. Blake war mürrisch und ungesellig.»Okay. Eller grinste Blake an. o ja. die sie unaufhaltsam näher gen Terra trieben. Er nahm seinen Helm ab und rieb sich die Stirn. Blake kam mit einem Herzbuben ans Spiel. zeigte die Kreuz Sieben. Dann die Landung auf dem New Y Spaceport. unvernünftige Terraner. Terraner. Sie spielten lustlos. »Spielen Sie«. murmelte Blake. hob ab. Trotz der Opiate.« Eller nahm die Karten. Wie sah sie wohl aus? Würde alles noch so sein wie früher? Die große grüne Kugel mit ihren gewaltigen Ozeanen und all den winzigen Inseln.

wollte was sagen. Er blickte auf. Langsam schlossen sich seine Augen.« Gleichmäßig hob und senkte sich Blakes Brust. Eller ging den Gang entlang zu seiner Kabine. Wieder sank sein Kopf tiefer und tiefer. »Wachen Sie auf«. sein schwerer Körper war völlig entspannt. aber Blake war bereits fest eingeschlafen.« Eller stand auf. Blakes Kopf war herabgesackt. Er war im Begriff einzuschlafen. Was war mit Blake los? Es war gar nicht seine Art. »Du liebe Zeit. Eller kramte in seiner Tasche und holte noch ein paar Credits heraus. beim Kartenspiel einzuschlafen. um seine Gewinne einzustreichen. »Sehr merkwürdig. Er teilte Karten aus. Er war müde und reif fürs Bett. Er streckte die Hand vor.sich in ein Stutzen. Er zog seine Jacke aus und drehte das heiße Wasser an. »Was ist los?« Blake grunzte und rappelte sich hoch. sagte Eller. Eller schaltete das Licht herunter und ging zur Tür. . murmelte er. »Tut mir leid«. Er schnarchte leicht. Er betrat seinen Waschraum und öffnete seinen Kragen.

Erst als er mit Waschen fast fertig war. untersuchte seine Finger. Er stand lange einfach so da und sah sprachlos auf seine Hände. Natürlich: Strahlung bewirkte das. Ein. über die das Wasser lief. die nagende Furcht. Er betrachtete seine Hände. der plötzliche Strahlungsdruck. Die Fingernägel waren tatsächlich völlig verschwunden. zwei Handvoll lösten sich. und wieder herum. Gott. Die Spitzen . Strahlung. Er versuchte. Haare und Fingernägel. was ihnen widerfahren war. wie ihm der Kopf brummte. Haare und Fingernägel – Ihn schauderte. Er schaute in den Spiegel. ins Bett zu steigen und alles zu vergessen. Plötzlich griff er nach seinem Haar. sein Atem ging schnell.Es würde guttun. Seine Fingernägel waren verschwunden. Eller wusch sich das Gesicht. große Büschel hellbraunen Haars. bemerkte er es. Keine Spuren waren zurückgeblieben. das schmerzhafte Erwachen. Er drehte die Hände herum. die Ruhe zu bewahren. vernichtete Haare und Fingernägel. Mechanisch spülte er Wasser über die Arme.

seine Ohren und seine Nase. Er schwoll an zu voller Kugelform. Und seine Ohren schrumpften.waren glatt und konisch. Irgend etwas stimmte nicht. Er konnte sehen. Sein kahler Schädel glänzte. mutierte. Ihm wurde übel. während seine Schultern und die Jacke mit ausgefallenem braunem Haar bedeckt waren. Er starrte sich mit aufgerissenen Augen an. Aber das war noch nicht alles. immer rascher. Sein Kopf. Wieder sah er in den Spiegel. stimmte ganz und gar nicht. Sein Kopf hatte sich gedehnt. Ohne Nägel waren seine Finger eigentümlich feinnervig und agil. wie seine Nasenflügel dünn und durchsichtig wurden. Ein jäher Gedanke kam ihm. War er der einzige? Was war mit Silvia? Er zog sich die Jacke wieder an. Was mochte noch passieren? Er mußte die anderen vorbereiten. Er veränderte sich. Er kämpfte gegen das aufsteigende Panikgefühl an und trat unsicher vom Spiegel zurück. glänzte in leuchtendem Rosa. . Sein Kopf – Was geschah da? Er preßte die Hände gegen die Schläfen. Er war jetzt fast völlig kahl.

der entsetzt und gequält aufschrie. Sein Herz schlug angestrengt und unregelmäßig. Auch sein Kopf hatte sich ausgedehnt.Mit zitternder Hand faßte er sich in den Mund. »Wenigstens bin ich nicht der einzige!« Harrison Blake sah ihn entsetzt an. Die Zähne saßen locker im Zahnfleisch. Das war Blake. »Da haben wir die Antwort«. kahl. bot keinen sehr eindrucksvollen Anblick. Die Zähne lösten sich mühelos heraus. Er blieb stehen. Blake. während sich der Lift in Bewegung setzte. Seine Brust war wie eingeschnürt. unmenschliches Brüllen. Rauh und mühsam ging sein Atem. Als er den Lift betreten wollte. Was geschah da? War er am Sterben? War er der einzige? Was war mit den anderen? Eller drehte sich um und eilte hinaus. Eller mußte lächeln. und auch seine Fingernägel waren verschwunden. hörte er plötzlich ein tiefes. Er zog. hielt sich an der Tür fest. seine Rippen quetschten die Luft aus ihm heraus. mit rosa glänzendem Schädel. Er stand am Schaltpult und blickte zuerst zu Eller und dann an . Und seine Beine waren schwach. dachte Eller grimmig.

Es war ein schlechter Tag für uns. der von Augenblick zu Augenblick hilfloser wurde. sagte Eller. Jetzt. daß wir das hier irgendwie überstehen. nein. sagte Blake. »Was sollen wir bloß tun? So können wir doch nicht leben. als wir da gelandet sind auf diesem -« »Eller«. wenn wir so aussehen. nicht so! Schauen Sie uns doch an. Wie sollte das enden? »So können wir nicht zurückkehren«. mit einem Körper. »Wir können nicht zu Terra zurück. Eller! Wir sind Freaks. »Wir . Man wird – man wird uns einsperren wie Tiere. bereitete ihm das Sprechen Mühe. Raumstrahlung kann wirklich sonderbare Dinge beim menschlichen Körper bewirken. »Wir können nur hoffen. flüsterte Blake. Mein Gott. Mutanten.« Eller preßte die Lippen aufeinander. Seine Uniform war zu groß für seinen schrumpfenden Körper. Wie ein zu weites Gewand hing sie an ihm herunter.sich selbst hinunter. haarlos. Er kam sich plötzlich vor wie ein Baby. Zahnlos. in Käfige.« »Ich weiß. wo er fast zahnlos war. Die Leute werden -« »Hören Sie auf!« Eller trat auf ihn zu. »Tja«.

Immer wieder rieb er sich die glatte Stirn. daß wir am Leben sind. Sie wird sicherlich am meisten darunter leiden. wird sie vielleicht -« Ein Summen ertönte.können von Glück sagen. Offensichtlich befand sie sich weiter abseits. Ich versuche mir darüber klar zu werden. Sie war nicht auf dem Schirm zu sehen. »Unseretwegen mache ich mir weniger Sorgen«. »Wie geht es Ihnen?« »Wie es mir geht?« In der Stimme der jungen Frau schwang Hysterie mit. .« Er zog einen Stuhl vor. sagte Eller nach einer Weile. Aber wenn wir das nicht tun. »Cris?« Silvias Stimme klang dünn und zittrig vor Entsetzen. Auf dem Bildschirm des Videofons sah man das Labor mit seinen weißen Wänden. die Retorten und die Testgeräte. »Ich denke an Silvia. Blake atmete tief und zitternd ein. »Ja. ob wir überhaupt zurückkehren sollten. Setzen Sie sich.« Sie nahmen beide Platz. die säuberlich an den Wänden aufgereiht waren. »Schonen wir unsere geringen Kräfte.« Eller trat zum Schirm.

Es ist – es ist grauenvoll.« »Nein! Wir können nicht zurück! Wir können nicht!« Es herrschte Schweigen. »Wir werden uns später entscheiden«. Unsere körperlichen Veränderungen sind auf die Strahlung zurückzuführen. Was sollen wir bloß tun?« »Ich weiß es nicht. sagte Eller schließlich. Jedenfalls sollten wir uns im Augenblick keine Sorgen darüber machen. Vielleicht verschwinden sie nach einiger Zeit wieder.»Cris. »Sie also auch. begreifen Sie denn nicht? . Vielleicht läßt sich auf chirurgischem Wege etwas machen.« »Keine Sorgen? Nein. Blake sagt. daß Sie mich jemals wieder ansehen. »Wir müssen uns nicht jetzt festlegen.« Eine Weile war es still. natürlich mache ich mir keine Sorgen. Ich möchte nicht. hat es Sie auch erwischt? Ich habe Angst hinzusehen. Ich kann Sie sehen – aber versuchen Sie nicht. sie könnten also eine vorübergehende Erscheinung sein. Warum sollte ich? Wegen einer solchen Kleinigkeit! Cris. mich anzusehen. unter diesen Umständen will er nicht nach Terra zurück.

Blake und ich werden mit Ihnen über Videofon kommunizieren. Die Arme waren nur mehr Stummel. »Nichts.« Eller nahm Blake gegenüber Platz. Blake.« »Sie bieten auch keinen sehr angenehmen Anblick. keine Nägel. Keine Haare. Sie sind nach wie vor der Captain.Wir sind Monster. »Sie bleiben unten im Labor. »Wie Sie meinen. sein Atem . Ruhelos trommelten die weichen Finger gegen den Tisch.« Eller wandte sich vom Schirm ab. keine Zähne. Blakes früher so kräftiger Körper war geschrumpft und in sich zusammengesackt. fühlen Sie sich gut genug. Ich habe Sie nur angesehen. »Nun. Sie brauchen sich uns nicht zu zeigen. haarlose Monster. Unsere Köpfe -« »Ich weiß. fast unmerklich bewegte sich der riesige kahle Schädel.« »Das ist mir bewußt. »Was ist?« fragte Blake. Sein Herz hämmerte.« Eller preßte die Lippen aufeinander. der Brustkorb wirkte hohl und hinfällig. Eller musterte ihn.« Silvia holte tief Luft. um zu reden?« Die unförmige Gestalt in der Ecke nickte.

Wir alle sind arme Schweine. warum es auf dem Asteroiden kein Leben gibt«.« .« Er kräuselte die schlaffen Lippen. »Als Erkundungstrupp sind wir nun einmal unübertroffen. Freaks. sagte Eller. haarlose Wasserköpfe. »Das sind recht gelehrte Ausführungen aus Ihrem Mund. mit verheerenden Auswirkungen auf organisches Gewebe. Monster. Wir sind Monster. was wir wissen wollten.« Blake nickte. wofür wir dankbar sein sollten. Vielleicht wäre ein rascher Tod besser. »Auf Terra werden sie uns töten. Eller. Wir haben noch unsern Verstand. Oder einsperren. Wir können noch denken. »Unser Gehirn ist nicht beschädigt. Das ist etwas. »Arme Silv! Für sie ist es schlimmer als für uns. tödliche Strahlung.ging flach. Bewirkt Mutation und Wandel in der Zellbildung sowie Veränderungen in der Struktur und Funktion der Organe.« Eller musterte ihn aufmerksam. Wir haben bekommen. sagte Blake ironisch. »Arme Silv.« »Wasserköpfe nicht«.« »Auf jeden Fall wissen wir. Sie hat recht. Strahlung. Blake.

Wir sind keine Männer mehr. haarlosen Schädel. Blake. »Was tun Sie da?« fragte Blake. sagte Eller. jede Linie und jede Kerbe spüren. Verdrossen betrachtete er seine Finger. Die Haut war empfindsam. Wir sind monströse Krebsgeschwüre. »Es ist sonderbar«. Seine Augen sanken tiefer und tiefer in den großen. Wir müssen uns nichts vormachen. lang und dünn. Er begann zu experimentieren. »Ich probiere etwas aus. »Seien wir realistisch.« Eller hob seine Finger dicht vor die Augen und betrachtete sie. daß sie im Begriff waren. Seine Sehkraft nahm ab. starrte auf den Boden. Alles war unscharf und verschwommen. Wir sind -« »Wir sind was?« »Ich weiß nicht. das Ergebnis harter Strahlung.« Blake hob den Kopf. Plötzlich erkannte Eller. ihm gegenüber. Er konnte jede Vertiefung. Sie waren lang.»Das ist nur eine sachliche Beschreibung. ihr Augenlicht zu . Er strich mit ihnen über die Tischplatte. keine menschlichen Wesen. spielte mit den Fingern herum.« Blake verstummte.

rasch abnehmende Sehstärke. »Der Verlust der Nägel ermöglicht es. Finger jedoch viel empfindsamer. Unsere Augen. »Aber warum? Wir verlieren buchstäblich die Augen selbst! Sie verschwinden. trocknen ein. Hautreaktion ungewöhnlich. Kompensation? »Was meinen Sie dazu?« fragte er. die Muskeln – alles verschlechtert sich zunehmend. »Wir werden blind.verlieren. »Möglich. sagte Blake. die Finger auf ganz neuartige Weise zu gebrauchen.« »Ich weiß«. Panik ergriff ihn. Sie wurden allmählich blind.« »Sie meinen unsere Hände?« Blake studierte seine Hände. »Wir verlieren einige Funktionen und erwerben dafür andere. Was hat das zu bedeuten?« »Atrophie«. »Blake!« sagte er. Auf der Folie machte er sich einige Notizen.« Er rieb . die Sehkraft. murmelte Blake.« Eller nahm ein Logbuch vom Tisch und einen Schreibstrahl. Verschlechterung der Augen.

« »Ist schon in Ordnung. ich glaube. »Was ist?« Er wandte sich dem Bildschirm zu. Fällt Ihnen was auf? Berühren Sie etwas. größere taktile Reaktion.« .« »Dann steckt hinter dem Verlust der Nägel eine Absicht!« »Wie meinen Sie das?« »Wir haben angenommen. Zellenzerstörungen.« Eller ging zum Bildschirm.die Finger gegen den Stoff seiner Uniform. Ein Unfall: Verbrennungen. Keine Sorge. was vorher unmöglich war. »Silv.« »Ich – ich habe solche Angst. wir verlieren einige unserer Sinnesorgane. Finger: neue Wahrnehmungsorgane. daß all dies ein Werk des Zufalls ist. »Meine Augen. Verstärkter Tastsinn. Jedoch abnehmende Sehkraft… »Cris!« Silvias Stimme klang schrill und entsetzt. gewinnen dafür aber andere. Ich kann nichts mehr sehen. Mutationen. Prüfen Sie Ihre Finger. Ich frage mich…« Eller bewegte den Schreibstrahl langsam über das Blatt des Logbuchs. »Ich kann einzelne Fasern fühlen.

ich fange langsam an zu begreifen. welche Veränderungen unser Gehirn durchgemacht hat. ich denk schon. dann . »Silv! Können Sie den Röntgenapparat bedienen? Sind Sie noch in der Lage. wenn ich die Aufnahme gesehen habe.« »Was zu begreifen?« »Das sage ich Ihnen. Ich möchte gerne sehen.« »Dann möchte ich. Dinge ganz anders zu fühlen als bisher. daß ich imstande bin. Plötzlich ballte er die Fäuste. Und zwar sofort. daß Sie eine Röntgenaufnahme machen. Sobald sie fertig ist. verständigen Sie mich.« »Eine Röntgenaufnahme? Wovon?« »Von Ihrem Schädel. erforschte gedankenvoll die glatte Haut. das Labor zu durchqueren?« »Ja.Eine qualvolle Pause entstand.« Ein leises Lächeln spielte um Ellers dünne Lippen.« »Darum sind unsere Nägel verschwunden. Ich glaube. Vor allem das Großhirn. »Es scheint.« »Aber was bedeutet das?« Eller berührte seinen mächtigen Schädel. »Sollte ich recht haben. schnappte nach Luft.

Wie eine Art Vorsprung. sagte Blake. »Ich kann nicht mehr gut genug sehen. Und eine Zunahme der Windungen. Undeutlich machte er die Zeichnung des Gehirns aus. »Aber ist das . Beachten Sie diesen eigentümlichen Wulst am Stirnlappen. glauben Sie. könnte das sein?« »Keine Ahnung«. Wachstum in erstaunlichem Maß.befanden wir uns mit unserer bisherigen Einschätzung der Lage völlig im Irrtum!« Lange betrachtete Eller die Röntgenaufnahme.« Eller zeichnete die Umrisse des Stirnlappens nach. »Ich hatte recht. »Was gibt’s?« Er kniff die Augen zusammen und starrte die Röntgenaufnahme an. Die Röntgenaufnahme zitterte in Silvias Händen. Beachten Sie. Blake. Was. wie umfangreich die Vergrößerung ist. wenn Sie können.« »Das Gehirn hat sich enorm verändert.« Blake kam langsam herbei und stützte sich auf einen der Stühle. »Hier und hier hat es Wachstum gegeben. »Was sehen Sie?« flüsterte sie. die auf dem Bildschirm zu sehen war. sehen Sie sich das an.

nicht das Gebiet. daß meine Fingernägel verschwunden waren. Blake. Und dort hat das größte Wachstum stattgefunden.« Eller entfernte sich langsam vom Bildschirm. »Was halten Sie davon?« war Silvias Stimme zu hören. Der Gedanke kam mir. »Ich habe eine Theorie. aber es paßt alles zusammen. Vielleicht ist sie falsch. Unsere Herzen sind anscheinend geschwächt. »Setzen Sie sich auch lieber hin.« »Wie lautet die Theorie?« Eller setzte sich ans Schaltpult. Unser Körpergewicht nimmt ab. seine schmächtige Knabenbrust hob und senkte sich. »Die Strahlung vom Asteroiden hat die Zellbildung . kurz nachdem ich bemerkt hatte. wo hauptsächlich höhere Gedankenprozesse ablaufen?« »Hier befindet sich das am stärksten entwickelte Erkenntnisvermögen. Aufmerksam starrte er Eller an. sagte Eller. »Wie lautet sie?« »Wir entwickeln uns fort«. so daß später vielleicht -« »Ihre Theorie! Wie lautet sie?« Blake trat auf ihn zu.

Blake.« Blake starrte ihn an. Wir müssen natürlich weitere Röntgenaufnahmen machen. Unser Verstand entwickelt sich fort. sagte Eller. die verminderte Sehkraft. Unser Körper hat im wesentlichen Verluste erlitten. Ich muß die Veränderungen der inneren Organe sehen.beschleunigt. Dagegen hat unser Gehirn gewaltig profitiert. ähnlich wie bei Krebs. Wir verändern uns rasant und durchmessen dabei innerhalb weniger Sekunden ganze Jahrhunderte. Vermutlich haben wir Teile verloren von unserem -« »Entwickelt sich fort! Aber das hieße ja. Unser Verstand bewegte sich voraus in die Zukunft. der Verlust von Haaren und Zähnen. Nieren. »Ist das Ihr Ernst?« »Ich bin davon überzeugt. daß . Diese Veränderungen haben einen Sinn und Zweck. Das vergrößerte Gehirn. Magen. »Ich bin mir ganz sicher.« »Entwickelt sich fort!« Blake setzte sich langsam. Aber nicht völlig ziellos. Wir haben größere kognitive Fähigkeiten entwickelt. »Es stimmt«. Die Feinmotorik und das taktile Gefühl werden ausgeprägter.

murmelte Blake. Aber das sind wir nicht. In einigen Millionen Jahren wird der Rest der Menschheit dort sein. »Unsere Evolution scheint mehr ein inneres Wachstum. Wir – wir sind Menschen der Zukunft. ein Sich-Wandeln in bestimmter Richtung zu sein.Evolution nicht die Folge zufälliger äußerer Einflüsse ist.« Eller nickte. wo . daß jeder Organismus den Lauf seiner Entwicklung in sich trägt. daß wir Freaks sind.« »Das wirft ein neues Licht auf die Dinge«. »Dann sind wir gar keine Monster. »So könnte man es wohl ausdrücken«. Blakes Stimme hatte einen sonderbaren Klang. Dann ist Evolution teleologisch. zielgerichtet. »Natürlich würden wir auf Terra trotzdem als Freaks gelten.« »Aber sie hätten unrecht«.« Eller blickte ihn an. Es wäre interessant zu wissen. wir sind keine Monster. sagte Blake. sie werden uns ansehen und sagen. nicht die Folge eines Konkurrenzkampfes und einer ziellos-blinden natürlichen Auslese. nicht zufallsbestimmt. was die richtungsgebende Kraft ist. Das bedeutet. räumte er ein. Zweifellos nichts Zufälliges. Nein. »Ja.

« Er lachte nervös.« »Wie meinen Sie das?« Blake antwortete nicht. die in Betracht gezogen . Es gibt erstaunliche neue Aspekte. »Ich muß darüber nachdenken. das wirft allerdings ein neues Licht auf die Dinge. »Keine Monster. »Menschen der Zukunft«. sagte Blake.« Eller betrachtete Blakes großen. mehr nicht. Mühsam durchquerte Blake den Kommandoraum und ertastete sich den Weg zur Tür.wir schon jetzt sind. Eller konnte nur noch undeutliche Schatten erkennen. Die Sehkraft war nahezu ganz geschwunden. Er hatte sich langsam erhoben und stützte sich auf den Tisch. Ja. Eller. Der hellerleuchtete Kommandoraum schien fast völlig im Dunkeln zu liegen. ballonartigen Kopf. »Wo gehen Sie hin?« fragte Eller. »Vor ein paar Minuten habe ich mich meiner neuen Erscheinung geschämt! Aber jetzt -« »Aber jetzt was?« »Aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Wir eilen unserer Zeit voraus. Nur undeutlich konnte er die Umrisse ausmachen. sondern Menschen von morgen.

Es ist dringend notwendig. Eller.« Vorsichtig berührte Blake seinen großen Schädel. Ich muß ruhen.werden müssen. Die Wahrnehmung von Gestaltmustern ist erstaunlich viel größer. Wir haben uns fortentwickelt. Und der Prozeß dauert an. Unsere kognitiven Fähigkeiten haben sich enorm verbessert. Alles in allem. spezielle Wagen zu . Ich bin sicher. Aber das müssen wir in Kauf nehmen. Sie haben völlig recht. glaube ich. Das ist ein großer Tag in unserem Leben. »Ja. »Wo wollen Sie hin? Antworten Sie mir. Ich kann intuitiv bestimmte Beziehungen erkennen. ich glaube. auf lange Sicht haben wir wohl gewonnen. Eller. sind wir tatsächlich die Gewinner. Dieser Körper ist höchst inadäquat. daß Ihre Theorie richtig ist. In körperlicher Hinsicht hat natürlich eine beträchtliche Verschlechterung stattgefunden. ich kann Veränderungen im begrifflichen Denken spüren. Wir werden noch lange an diesen Tag denken. Ich pflichte Ihnen bei. die « »Halt!« sagte Eller. Ich bin noch immer Captain dieses Schiffs.« »Wo ich hin will? In meine Kabine.

»Wir werden nicht mehr viel sehen.« Er berührte seinen Schädel. wie wir waren. »Tut mir leid. Er ging zum Bildschirm.« Er lächelte schwach. funkelnde Augen und schnitt eine Grimasse.« »Ja.« Eller erinnerte sich an Silvias lebendige.« Er hob seine Hände. wie er langsam. es wäre nie geschehen. und die Tür schloß sich hinter ihm. was mit uns geschehen ist. doch entschlossen den Gang entlangging.und Gefäßsysteme nicht mehr lange funktionieren werden. vielleicht sogar künstliche Organe. Cris.konstruieren. Ich wünschte. Eller hörte. »Silv! Hören Sie mich? Haben Sie unser Gespräch mit verfolgt?« »Ja.« »Dann wissen Sie. Wir sehen uns. Major Eller. ich bin jetzt fast völlig blind. Aber vielleicht sollte ich das Wort sehen nicht benutzen. daß die Atmungs. mechanische Lungen und Herzen.« Er verschwand. Silv. Ich kann praktisch nichts mehr sehen. »Und der hier wird den Platz vieler anderer Dinge einnehmen. . »Aber die hier werden den Platz des Augenlichts einnehmen. Ich wünschte. wir wären wieder so. Ich bin überzeugt.

Cris – schauen Sie mich nicht an.« »Ich komme. wir kehren besser doch nicht nach Terra zurück.« »Ich weiß. Er ist nicht zum Ausruhen in seine Kabine gegangen. wenn Sie können. Ich möchte. und wir werden überlegen. der sagte. daß Sie hierher zum Kommandoraum kommen. so schnell ich kann«. wenn Sie hier sind. Kommen Sie her zu mir. Blake hat es geschafft. daß es das war. Und. Blake würde -« »Wir reden darüber. wir sollten zurück nach Terra.« »Sorgen? Inwiefern?« »Er hat irgend etwas vor. daß Sie . Hören Sie. Ich möchte nicht. Ich denke. und ich möchte. Aber ich möchte Ihnen meine Gründe nennen. Vor ein paar Minuten war ich zwar derjenige. dann schaffen Sie das auch. Ich mach mir Sorgen wegen Blake. Ertasten Sie sich den Weg mit Ihren Händen. »Aber haben Sie etwas Geduld. daß Sie hier bei mir sind.« »Weshalb? Wegen Blake? Sie glauben doch nicht. Silv. sagte Silvia.« »Blake glaubt aber. Aber ich glaube. was zu tun ist. ich habe meine Meinung geändert.Das war es nicht wert.

« Silvia nahm am Schaltpult Platz. ist er sehr darauf bedacht.« »Ich werde Sie ohnehin nicht sehen«. Ich nehme an. daß wir nicht nach Terra zurückkehren. welche Art . wo er die Tragweite unserer Veränderung begriffen hat. »Fahren Sie fort«. Sie hatte sich einen der Raumanzüge aus dem Laborspind angezogen. Sie wissen sicher bereits. sagte Silvia. er wird wütend sein. eine große Gefahr. Wenn ich mich nicht täusche. werde ich erklären.« Eller schüttelte den Kopf. bis sie wieder zu Atem kam. daß wir unverzüglich Kurs auf Terra nehmen. »Zuallererst müssen wir sämtliche Waffen im Schiff einsammeln. Wenn Blake zurückkommt. Eller wartete.mich so sehen. so daß ihr Körper unter dem Material aus Kunststoff und Metall verborgen war. »Bis Sie hier sind. sagte Eller grimmig.« »Nein.« »Und Sie wollen nicht zurück. werde ich auch sonst nicht mehr viel sehen. »Wir dürfen nicht zurück nach Terra. wird vielleicht sogar Streit anfangen. Ich sehe eine Gefahr. jetzt.

die sich uns eröffnen«. Wir könnten viel für sie tun. Wenn sich der Veränderungsprozeß fortsetzt.« »Blake ist fasziniert von den neuen Möglichkeiten. Wir selbst könnten uns im Verhältnis zu den anderen Terranern vorkommen wie Genies unter Idioten. »Was wäre unter diesen Umständen natürlicher. sondern als ein Mensch der Zukunft. mehrere Millionen Jahre.von Gefahr. Unser Gehirn. fuhr Eller fort. wenn sie sich von uns lenken und leiten lassen . ja Tiere sehen im Vergleich zu uns.« »Blake wird nach Terra nicht als gewöhnlicher Mensch zurückkehren wollen. sagte Silvia nachdenklich. »Wenn wir nach Terra zurückkehren. und wir entwickeln uns mit jedem Augenblick weiter. würden wir in ihnen womöglich nichts weiter als höhere Primaten. unsere Verstandeskraft ist der aller übrigen Terraner weit überlegen. würden wir die Menschen als Tiere ansehen«. »Wir sind den anderen Menschen voraus. als ihnen zu helfen? Schließlich sind wir ihnen ja Millionen Jahre voraus.« Sie schwiegen beide.

Er ging zum Waffenschrank und öffnete ihn. ob sie wollen oder nicht.« Eller stand auf. wie sie zu leben haben.« »Und sollten sie sich weigern. selbst wenn wir uns verbarrikadieren müssen. Sie haben recht. Ich werde das Schiff auf neuen Kurs bringen. daß Blake vom Kommandoraum ferngehalten wird. wenn sie uns planen ließen. Wir würden sie führen wollen. Wenn wir nach Terra zurückkehrten. sagte Silvia. Das muß sein. Ja. eine nach der anderen. das wäre eine starke Versuchung. zum Tisch. Wir werden uns vom System entfernen.würden. Das versteht sich von selbst. die Kontrolle über sie zu erlangen«. Das ist die einzige Möglichkeit…« . Cris. Vorsichtig nahm er die schweren BorisPistolen heraus und brachte sie. »Als erstes müssen wir die hier vernichten. »Und alles geschähe natürlich nur zu ihrem Besten. würden wir wahrscheinlich Mittel und Wege finden. würden ihnen zeigen wollen. in Richtung irgendeiner fernen Region. würden wir die Menschheit wohl schon bald verachten. Danach müssen Sie und ich dafür sorgen.

wir sind eben alle blind oder doch fast. eine weiche fahle Wolke aus Blau. wurde fortgeblasen und davongetragen – . unverzüglich -« Blake lachte. Eller. und ich befehle Ihnen. als die Wolke ihn umhüllte. etwas zu erkennen. Eller keuchte und krümmte sich. »Das müssen Sie sein.Er öffnete die Boris-Pistolen und nahm die Zündmodule heraus. Er schien sich aufzulösen. aber das hier werden Sie wohl noch sehen können!« Irgend etwas stieg rings um Blake empor. »Blake!« sagte Eller. sagte Blakes Stimme. aber -« »Ganz recht«. nach Terra zurückzukehren. Sie hörten ein Geräusch. sagte Eller. in unzählige Einzelteile. »Sie befehlen mir? Sie sind fast blind. Eller. Beide drehten sich um und versuchten. Sie haben also die Boris-Pistolen vernichtet! Ich fürchte. Ich kann Sie zwar nicht sehen. Stück für Stück zertrat er sie unter seinen Füßen.« »Gehen Sie in Ihre Kabine zurück«. das wird uns nicht davon abhalten. »Ich bin der Captain. »Tja.

was ich habe. fürchte ich. Es war ganz einfach. Was ich hier in der Hand halte -« »Wo haben Sie diese Scheibe her?« »Nirgendwoher. In kurzer Zeit werden Sie auch anfangen. sagte er ruhig.Blake zog die Wolke zurück in die winzige Scheibe. daß Sie das Schiff von Terra fortlenken würden. Ich habe sie konstruiert. werden Sie die Dinge ork . als mir klar war. sein Herz pochte. Aber im Augenblick sind Sie. noch ein kleines Stück zurück. Bis wir auf dem New Y Spaceport eintreffen. fuhr Blake fort. Er starrte auf die Scheibe in Blakes Hand. alles in diesem Schiff ist um eine Million Jahre antiquiert. Eller sackte erschöpft gegen das Seitengeländer. aber immerhin. Ich bin Ihnen beiden voraus. Denken Sie daran.« Eller und Silvia atmeten mühsam. zwar nur eine kurze Zeit. »Keiner von Ihnen wird den festgesetzten Kurs ändern. die er in der Hand hielt. »Sie werden sich erinnern«. Auf jeden Fall wären die Boris-Pistolen nutzlos gewesen im Vergleich zu dem. »daß ich als erster das Strahlungsbad erhielt. unsere neuen Kräfte zu erkennen. »Wir werden uns weiter in Richtung Terra bewegen«.

Wir können viel für Terra tun. warum Sie das denken. ich konnte einige Ihrer Gedanken auffangen. Sehen Sie. dann können Sie doch auch sehen. Wir müssen zurück. daß wir allmählich die gesprochene Sprache als Kommunikationsform verlieren. »Wir können viel für sie tun. Eller. »Natürlich ist es unsere Pflicht! Die Menschheit braucht uns.anders sehen. Wir müssen zurückkehren zum Wohle der Menschheit. Die Menschen werden . Ihre Wissenschaft wird sich in unseren Händen verändern. Das ist unsere Pflicht der Menschheit gegenüber. was Sie vorhaben. Wenn Sie zu mir aufschließen. um zu wissen. wie ich sie sehe. Sie braucht uns sogar sehr. warum wir nicht nach Terra zurückkehren dürfen«. sagte Eller. Nicht alle. werden Sie die Dinge so sehen. »Ich kann sehen. doch Sie irren sich. Schon bald werden wir uns direkt und ausschließlich -« »Wenn Sie in meinen Kopf sehen können. Sie werden feststellen. aber doch genügend.« »Unsere Pflicht?« Aus Blakes Stimme klang leichter Spott.« Blake lachte leise.

Das Triumvirat wird hilflos sein gegenüber der neuen Terra. auch wenn ihr Sinn nicht begriffen wird. sie wird sich über die ganze Galaxis erheben. Eller. Für Terras Wohl und für -« . den wir formen werden. Sie hinken weit hinter uns her. »Wir müssen uns klarmachen. Die Menschheit ist unser Lehm. auf sämtlichen Planeten der Galaxis. was Sie vorhaben«.sich verändern. räumte Blake ein. Wir drei werden die Rasse verwandeln. und oft werden sie den Sinn unserer Befehle wohl nicht verstehen. Aber Sie wissen ja. Wir werden Terra stark machen. daß sie es nicht verstehen«. Sie wissen das. Sie haben Schiffe befehligt. Terra wird überall herrschen. daß Befehle auszuführen sind.« »Das ist es also. Überall wird das Blauweiß aufgepflanzt werden. sagte Eller. Wir werden Terra von Grund auf erneuern. der Terra. durch uns. daß wir ihnen immerhin Millionen Jahre voraus sind. die wir errichten werden. wir werden Terra stark machen. nicht bloß in irgendwelchen Steinwüsten. »Und falls Terra das nun nicht mitmachen will? Was dann?« »Es ist durchaus möglich.

Eller hechtete los. und die blaue Wolke explodierte Eller ins Gesicht. stumm und leblos. Eller packte Blakes Arm. Blake versuchte. Dicht bei ihm lag Silvia. sein Kopf prallte auf den Boden. Blake fluchte und trat zurück. gebrechlicher Körper ließ ihn im Stich. »Ich kann Sie genauso . Die Wolke verschlang sie. Die beiden Gestalten schwankten hin und her. Die torkelnde Gestalt. Mit erhobenen Händen taumelte er zur Seite. »Blake!« Eller kam mühsam auf die Knie. »Sie Narr! Wagen Sie nicht -« Die Scheibe glitzerte. »Bleiben Sie mir vom Leib«. fauchte Blake und schwang die Scheibe. Blake drehte sich mit erhobener Scheibe zu ihr herum. Silvia schrie. Eine zweite Wolke stieg auf. mit rudernden Händen tastete er nach Blake. die Silvia gewesen war. Abrupt fiel er und schlug auf den Metallfußboden auf. Plötzlich verließen Eller die Kräfte. Silvia erhob sich mühsam und bewegte sich langsam und schwerfällig in ihrem Raumanzug auf Blake zu. kippte und fiel. Doch sein schwacher. und blind. Eller abzuschütteln. Er rutschte rückwärts. Der Sprung war zu kurz.

Zuvor gibt es eine Menge zu erledigen. . Sollten Sie also versuchen. was getan werden muß. schrie Eller. Er starrte auf die stumme Gestalt. Wir reisen weiter in Richtung Terra. Sehen Sie.« Eller bewegte sich nicht. was Ihnen der Kampf eingebracht hat? Halten Sie sich von mir fern! Wenn Sie mir zu nahe kommen. und das genügt. Vergessen Sie Silvia! Wir beide sind ja noch da. um zu tun. während ich unten im Labor arbeite. »Können Sie aufstehen?« Eller erhob sich langsam und hielt sich am Geländer fest. »Hören Sie mir jetzt zu. Verstanden?« »Sie haben sie umgebracht«. »Also gut. Sie werden das Schiff für mich lenken. lasse ich wieder die Wolke gegen Sie los.« Blakes Stimme klang ruhig und sachlich. werde ich es sofort wissen. Und das wäre Ihr Ende.vernichten wie Silvia. »Das ist allein Ihre Schuld. In wenigen Tagen werden wir uns innerhalb des Systems befinden. den Kurs zu ändern. Ich kann Ihren Gedanken folgen.« Blakes Stimme drang zu ihm wie aus großer Entfernung.

ich würde je mit Ihnen zusammenarbeiten?« fragte er.»Gut«. Ich denke. um die Dinge zu produzieren. »Glauben Sie wirklich. mit solchen Methoden?« »Sie werden noch zu einer realistischen . Vielleicht werden wir zuerst mit den Terranern Schwierigkeiten haben. werden wir zusammenarbeiten können. das wir benötigen werden. die wir brauchen. Es steht zuviel auf dem Spiel. danach könnte ich jemals -« »Ich bitte Sie. sagte Blake. Später. sagte Blake ungeduldig. »Wir müssen alles sehr sorgfältig ausarbeiten.« Eller starrte ihn an. »Sie erstaunen mich. Eller«. Sie müssen anfangen. »Glauben Sie. daß ich in der verbleibenden Zeit das erforderliche Gerät konstruieren kann. Sein Blick glitt zu der stummen. wenn Sie mich in der Entwicklung eingeholt haben. leblosen Gestalt auf dem Boden. Darauf müssen wir vorbereitet sein. die Dinge aus einer neuen Perspektive zu sehen. um Rücksicht zu nehmen auf -« »So also wird die Menschheit behandelt werden! Auf diese Art wollen Sie die Menschen retten.

daß wir als Menschen der Zukunft -« »Glauben Sie wirklich. um die Dinge zu tun. »Ich werde es allein tun. Früher oder später wäre dieser Augenblick wohl sowieso . »Sie müssen. »Vielleicht«. Schon möglich…« Die Scheibe bewegte sich. daß ich allein weitermachen muß. daß ich das tun werde?« Die beiden Männer sahen sich an. Natürlich werden Sie das tun. Ein Anflug von Zweifel machte sich auf Blakes Gesicht bemerkbar. Dinge auf eine neuartige Weise zu betrachten. »In diesem Fall muß ich mir so schnell wie möglich klarmachen. »Sie werden erkennen.« Er runzelte die Stirn und hielt die Scheibe etwas höher.« Seine Finger umklammerten die Scheibe. Vielleicht wird Ihre Sicht durch diesen Vorfall getrübt. »hegen Sie einen Groll gegen mich. Eller. wenn Sie sich mir nicht anschließen. Vielleicht ist das sogar das Beste. »Wie kann es daran irgendeinen Zweifel geben?« Eller antwortete nicht. werde ich sie eben allein tun. Eller! Es ist unsere Pflicht. sagte Blake ruhig. die getan werden müssen. sagte Blake nachdenklich.Einstellung finden«. Wenn Sie sich mir nicht anschließen.

Eller starrte sie an. Mit fieberndem Verstand bemühte er sich zu begreifen. Er spürte sie in einer neuartigen Weise. lautlos und sacht pulsierend. Alle schienen identisch und völlig ausdruckslos. das ihn mit eisiger Furcht durchströmte. eine riesige. fast lässig.gekommen. Plötzlich wurde Eller etwas bewußt. Die Gestalten verströmten ein verschwommenes. Er war ja fast völlig blind. ein wenig über dem Fußboden schwebend. Es ist besser für mich -« Blake schrie. bis es schließlich insgesamt fünf waren. Blake hatte seine Scheibe sinken lassen und stand blaß und wie elektrisiert da. begriff er. inneres Leuchten und pulsierten schwach. Hinter der Gestalt erschien eine weitere und dann noch eine. Und er wußte. warum sie keine deutlichen Umrisse hatten und warum sie so ohne jeden . Er sah die Gestalten gar nicht. Dann. transparente Gestalt in den Kommandoraum. ganz plötzlich. In der Mitte des Kommandoraums hielten sie an und schienen. Von der Wand her bewegte sich langsam. mittels eines neuartigen Wahrnehmungsmodus. zu warten.

an. Dann löste sich ein Teil der leuchtenden Strahlenhülle ab. Blake wich zurück in Richtung Tür. Sein geschrumpfter .« Eine Gestalt bewegte sich auf Blake zu. »Das wird genügen«. losgelöst und entrückt. Sie hielten in kurzer Entfernung über ihr. Zuerst. »Das Mädchen. Der Gedanke bohrte sich hart und scharf durch Ellers Gehirn. Sie waren reine Energie. »Was -«. Blake erwachte aus seiner Benommenheit. ein kalter.Ausdruck waren. stammelte er und schwenkte die Scheibe. sprang auf die liegende Silvia über und badete ihren Körper in ein schimmerndes Feuer. erschien ein zweiter Gedanke nach einigen Augenblicken. unpersönlicher Gedanke. der neben Eller lag. »Jetzt der mit der Waffe.« Zwei der Gestalten bewegten sich auf Silvias leblosen Körper zu. leuchtend und pulsierend. Die Strahlenhülle zog sich wieder zurück. »Wer -« Ein Gedanke blitzte auf und unterbrach Blake jäh.

»Verschwinde!« schrie Blake. Die Gestalt zitterte einen Augenblick und absorbierte die Wolke. Dann schloß sich ihr eine zweite Gestalt an. »Wer seid ihr? Wo seid ihr hergekommen?« Die Gestalt kam näher. »Was seid ihr? . »Bedauerlich«.« »Gut. Eine Kugel aus Licht entwich der ersten Gestalt und bewegte sich auf Blake zu. Kommt das Mädchen wieder zu sich?« »Ja.Körper zitterte vor Furcht. Die Gestalt zögerte an der Tür. wo Blake gestanden hatte. war nichts mehr. Strauchelnd und stolpernd stürzte er hinaus auf den Gang. Die blaue Wolke drang in die Gestalt ein. Rein gar nichts.« »Wer seid ihr?« fragte Eller. Sie umhüllte ihn. erschien ein Gedanke. »Es war aber notwendig. Dann bewegte sie sich weiter. »Was seid ihr?« fragte er und hielt die Scheibe hoch. Dort. »Zurück! Wenn du nicht -« Er feuerte. die neben sie trat. Blakes Kinnlade sackte herab. Das Licht erlosch.

Unsere Rasse hingegen steht erst ganz am Anfang ihrer Evolution. was geschehen ist?« »Wir haben alles gesehen. Noch ein paar Fingerbreit mehr Schädel und etwas weniger Haar.« Die Gestalten bewegten sich auf Eller zu und umringten ihn.Kommt Silv wieder zu Bewußtsein? Lebt sie?« »Das Mädchen wird sich erholen. Eure Rasse hat nur noch wenige Veränderungen vor sich. bevor sie verletzt wurde. »Hier?« »Auf dem Schiff. lautete der Gedanke. Blake hat sich geirrt. Das ist auch schon alles. aber wir zogen es vor abzuwarten. Also begann unsere Transformation noch vor seiner. Allerdings hatten wir auch einen viel weiteren Weg zurückzulegen. Wir waren von Anfang an hier.« »Wer seid ihr? Wo seid ihr – wo seid ihr hergekommen?« »Wir waren hier«.« . Wir waren auch die ersten. »Wir hätten vielleicht intervenieren sollen. die die Strahlung empfingen. daß der mit der Waffe die Kontrolle übernehmen würde. bis wir sicher waren.« »Dann habt ihr gewußt.

« In dem Gedanken schien fast so etwas wie Humor mitzuschwingen. das versichere ich dir. erschien der ruhige. Wir haben ohnehin nur ein sehr geringes Interesse an eurer Rasse. »Aber daraus machen wir euch keinen Vorwurf. weil ihr uns auf unserem Weg geholfen habt und wir innerhalb weniger Minuten an unser Ziel gekommen sind.« »Zurück nach Terra?« Eller stockte. »Aber -« »Da ist noch etwas. »Du hast recht. bevor wir fortgehen«. »Dann müßt ihr -« »Ja«. daß wir euch das bereits entgolten haben. . Wir stehen ein wenig in eurer Schuld. was wir für euch tun wollen. Und ich denke. Wir sind die Meerschweinchen aus dem Labor. fuhr der Gedanke ruhig fort. statt erst in weiteren fünfzig Millionen Jahren. die Rückreise zu eurem Planeten fortzusetzen.»Eure Rasse? Und ihr habt die Strahlung als erste empfangen?« Eller blickte sich um. Blake ist fort. ihm dämmerte die Wahrheit. Es wird euch erlaubt sein. unerschütterliche Gedanke. Dafür sind wir durchaus dankbar. Das Mädchen wird wieder genesen. Die für eure Experimente und Tests mitgeführten Meerschweinchen.

In einem unglaublichen Tempo schoß sie vom Schiff davon. eine vierte und schließlich eine fünfte. Hintereinander jagten die .« Schweigend sahen sie durch das Skop hinaus. »Schau!« rief Silvia. Irgendwann wird eure Rasse durch den natürlichen Lauf der Dinge ihre rechtmäßige Position erlangen.« Ein flinker Flammenball stieg aus der ersten Gestalt. Von der Seite des Schiffs löste sich die erste Lichtkugel und trat leuchtend hinaus ins Nichts. Er berührte ihn und glitt dann zu Silvia. »Ohne jeden Zweifel. Die Lichtkugel erhöhte ihre Geschwindigkeit. erschien der Gedanke.»Wir haben die Sache beraten und sind alle einer Meinung. Ihr werdet das verstehen. das voreilig zu beschleunigen. Zum Wohle eurer Rasse und zum Wohl von euch beiden wollen wir noch ein Letztes für euch tun. bevor wir scheiden. Es hat keinen Wert. Danach kamen eine dritte. »Es ist besser so«. Er schwebte über Eller. Eine zweite Kugel durchdrang den Schiffsrumpf und folgte der ersten hinaus in den Weltraum.

Als sie verschwunden waren.« . »Also dein Haar ist wirklich eine Pracht.« Sie lächelte zu ihm herauf. sagte sie. »Das war’s wohl«.« Eller nickte und hielt den Blick auf das Mädchen gerichtet. »Ohne jeden Zweifel. sagte er schließlich.« Eller betrachtete sie sehr lange. ihre roten Lippen waren voller Wärme. »Sogar deins. schlanke Gestalt. Eindeutig das schönste Haar im Universum.« Silvia lachte. auf ihr Haar und die dunklen Augen. auf die vertraute gelenkige. »Sie hatten recht«. »Recht?« » E s i st besser so.Lichtkugeln hinaus in die Leere des Tiefraums. »Für uns sieht jetzt jedes Haar prächtig aus. Er grinste. »Wo wollen die nur hin?« »Wer weiß? Sie haben sicherlich eine lange Reise vor sich. sah Silvia Eller mit glänzenden Augen an. Cris. Vielleicht zu einem fernen Ort außerhalb dieser Galaxis.« Unvermittelt streckte Eller die Hand aus und berührte Silvias dunkelbraunes Haar.

»Und?« sagte ich. kalter Tag. Der alte Mann starrte mißmutig vor sich hin und . Er zog sich die Wolldecke um die Knie. Es war ein klarer. Hinter Labyrinths bescheidenem Haus erstreckte sich bis hin zu den Bergen ein sanft wogendes grünes Areal – ein kleiner Wald. Der sonnige Himmel über Los Angeles war nahezu wolkenlos. Ich drehte mich um.Die Bewahrungsmaschine Doc Labyrinth lehnte sich mürrisch in seinem Liegestuhl zurück und schloß die Augen. der die Illusion von Wildnis innerhalb der Stadtgrenze weckte. wie Sie es erwartet hatten?« Labyrinth antwortete nicht. »Und?« sagte ich. Ich stand beim Holzkohlengrill und wärmte mir die Hände. »Hat die Maschine so funktioniert.

Ich trat näher zum Grill. Er passierte die höchste Stelle und entschwand die andere Seite hinunter.beobachtete einen großen graubraunen Käfer. sie hat funktioniert. Labyrinth seufzte und blickte zu mir auf. . daß unsere Zivilisation den Weg Roms ging. sagte ich. die Welt Griechenlands und Roms. aber er war nirgends zu sehen. unsere Gesellschaft. untergehen würde wie einst die ihre und daß eine Periode der Dunkelheit folgen würde. Er sah. Eine schwache Brise umstrich mich. überall die gleichen Risse. Der Käfer stieg zielstrebig höher mit würdevoll-regloser Miene.« Ich hielt Ausschau nach dem Käfer. die sehr viel lesen und zuviel Zeit haben – zu der Überzeugung gelangt. die die antike Welt zerbrechen ließen. kalt und dünn im zunehmenden Nachmittagsdämmer. und er war davon überzeugt. Wir waren wieder allein. »O ja. Doc Labyrinth war – wie nicht wenige Menschen. daß schon bald unsere Welt. »Erzählen Sie«. der langsam die Wolldecke an der einen Seite hochkletterte. glaube ich.

daß unter all diesen großen und edlen Dingen die Musik als erstes untergehen und am schnellsten vergessen sein würde. und so leicht zu zerstören. da ihm dies klargeworden war. Was für eine trockene und unglückselige Welt würde das sein. eine Welt ohne sanfte Kammermusik. und mit langen. Labyrinth machte sich Sorgen. Und so kam er auf den Gedanken mit der Bewahrungsmaschine. schlanken Kerzen. Eines Abends.Und jetzt. Denn er glaubte. eine Welt ohne Musik! Staubtrocken und unerträglich. machte er sich ernsthaft Sorgen wegen all der schönen und angenehmen Dinge. die Literatur. daß es eines Tages eine Welt ohne Brahms und Mozart geben könnte. als er im . die im Halbdunkel dahinschmolzen. die bei der gesellschaftlichen Neuordnung verlorengehen würden. weil er die Vorstellung haßte. Er dachte an die Kunst. zart und zerbrechlich. Musik ist die vergänglichste Sache der Welt. die er träumerisch mit gepuderten Perücken und geharzten Bögen assoziieren konnte. die Sitten und vor allem die Musik. weil er Musik liebte.

während leise das Grammophon spielte. das letzte Exemplar. wahrscheinlich in einem Museum. Hoch oben flog ein Bomber. Wenn Musik diese Fähigkeit besäße. zerfleddert und voller Eselsohren. wie die Partitur sich selbst wieder ausgrub: wie ein Maulwurf. zu Tieren mit Krallen und Zähnen. wie ihn jeder Wurm und jeder Maulwurf besitzt. um dort zu verrotten und zu zerfallen. begraben. instinktiven Überlebensdrang. legten es brüllend in Schutt und Asche. dann könnte sie wohl auch . Bomben fielen herab und rissen das Museum in Stücke.Wohnzimmer in seinem Ohrensessel hockte. dann sähe alles anders aus! Wenn Musik umgeformt werden könnte zu lebenden Wesen. In den Trümmern verschwand die letzte Partitur. lag. Und dann sah Doc Labyrinth in seiner Vision. wie es auf dem Fußboden eines ansonsten leergeräumten Raums. diesen ganz gewöhnlichen. scharfen Zähnen. Vor seinem inneren Auge erblickte er ein sonderbares Bild: die letzte Partitur eines Schubert-Trios. mit schnellen Schaufelpfoten. hatte er eine Vision. voller wilder Energie.

Eine kleine Universität im Mittelwesten begrüßte seine Pläne. Doch schließlich fand er die geeigneten Leute. Schließlich erhielt Labyrinth eine Postkarte von der Universität. bis die Katze sie gefangen und gefressen hatte. Er machte versuchsweise ein paar Skizzen und schickte sie hoffnungsvoll an die Forschungslaboratorien. sofort mit der Arbeit an der Maschine beginnen zu können. Die meisten waren aber natürlich vollauf mit irgendwelchen Aufträgen für die Kriegswirtschaft beschäftigt. Wochen vergingen. sie sei sogar schon fast fertig. Bald darauf traf sie bei ihm ein. Aber Doc Labyrinth war kein Mechaniker.überleben. Mit der Maschine gehe es gut voran. sorgfältig in eine . ja. Man habe einen Probelauf durchgeführt und sie mit zwei beliebten Melodien gefüttert. Aber die Maschine war ein Erfolg. eine Maschine. um Partituren zu lebenden Gebilden zu verarbeiten. Wenn man nur eine Maschine bauen könnte. und man war glücklich. Das Resultat: Zwei kleine mausartige Tiere waren herausgehuscht und im Labor herumgerast.

Es dauerte. dann trug er sie zur Maschine und speiste sie ein. Labyrinth stand vor der Maschine und wartete nervös und voller Anspannung und ohne die geringste Ahnung. indem er die Musik der großen Komponisten für die Ewigkeit rettete. als er die Regler einstellte und die erste Umwandlung vorbereitete. leuchtete das rote Licht der Maschine auf. Die Prozedur war vorüber.Holzkiste verpackt. Er hatte für den Anfang eine ganz besondere Partitur ausgewählt: Mozarts g-Moll-Quintett. Er war ziemlich aufgeregt. Er tat ein gutes und tragisches Werk zugleich. Er öffnete . Eine Weile blätterte er noch gedankenverloren in ihr herum. Wer würde es ihm danken? Was mochte ihn erwarten? Welche Formen würde all das am Ende annehmen? Es gab viele unbeantwortete Fragen. Viele Gedanken müssen ihm durch den Kopf gegangen sein. was er vorfinden würde. mit Drähten umwickelt und voll versichert. so schien es ihm. als er sich an die Arbeit machte und die Maschine auspackte. wenn er das Fach öffnete. die Umwandlung hatte bereits stattgefunden. Noch während er so sinnierte.

Geduldig und freundlich lockte er den Vogel. Dann schwang er sich plötzlich empor in die Luft. »Du liebe Güte!« sagte er. ernst und würdig. in sich gekehrt. »Erstaunlich«. den ich beobachtet hatte.« Kein Vierbeiner. und ohne nach links und nach rechts zu sehen. Der Mozartvogel kam näher. Wie würden die andern aussehen? Er hatte keine Vorstellung.die Tür. bis dieser schließlich zu ihm herabgeflattert kam. klein und schlank. Labyrinths rote . wie er zielstrebig. murmelte er. Er lief ein wenig durchs Zimmer und kam dann neugierig und freundlich zu ihm zurück. und hatte das imposante Gefieder eines Pfaus. Noch überraschter war er am nächsten Tag. Zitternd bückte sich Doc Labyrinth mit vorgestreckter Hand zu ihm herab. Das war der Käfer. Der Mozartvogel war hübsch. als. Behutsam hob er den Mozartvogel hoch und tat ihn in eine Kiste. Labyrinth streichelte ihn lange und dachte nach. sondern ein Vogel trat heraus. der Beethovenkäfer zu ihm heraustrat. »Das ist allerdings seltsam.

die gruben und kämpften. schafartiges Geschöpf. Labyrinth setzte sich auf der Stelle nieder und dachte angestrengt nach. Danach kam das Schuberttier. und doch gab es nicht einen einzigen mehr. Das Schuberttier war recht einfältig. ein junges. die nagen konnten und ausschlagen. Machte er einen Fehler? Aber wer wollte schon sagen. bis der Wald hinter seinem Haus voll war von kriechendem und blökendem Getier. Er hatte eine Armee kräftiger Dachs-Kreaturen erwartet. die Musik vieler Komponisten in die Bewahrungsmaschine einzuspeisen. ein Stück nach dem anderen. verspielt und unvernünftig. zur Umkehr war es jetzt zu spät. das in der Nacht schrie oder . Labyrinth fuhr fort. Auf jeden Fall war die Maschine gebaut worden. besser als scharfe Zähne? Labyrinth war ratlos. Was war eigentlich überlebensnotwendig? War ein prächtiges Gefieder besser als Klauen. was überlebensnotwendig war? Die Dinosaurier waren gut gepanzert gewesen.Decke hochgeklettert war. ausgerüstet mit Klauen und Schuppenpanzern.

die ihn verblüfften und erstaunten. Das Brahmsinsekt hatte viele Beine. und viele. Es schien reichlich schlechte Laune zu haben. Gestalten. manche groß. und hüpfend. manche klein – die für die achtundvierzig Präludien und Fugen herausgekommen waren. der aus lauter sonderbaren Einzelteilen zu bestehen schien. flacher Tausendfüßler. So ließ er sie denn gehen. kugelförmigen Kreaturen – es gab eine ganze Schar davon. das unmittelbar zuvor angekommen war. der völlig mit einem pelzigen Fell überzogen war. Allerlei Kuriositäten kamen aus der Maschine. wobei es sich alle Mühe gab. Oder die Bachkäfer. ein riesiger tellerförmiger. fort in den Wald. Das Wagnertier war groß und mit kräftigen Farben besprenkelt. Dann gab es da noch den Strawinskyvogel. rollend. und Doc Labyrinth hatte ein wenig Angst vor ihm. dem Wagnertier aus dem Weg zu gehen. diese runden. springend oder wie sie es eben .sonstwie Krach machte. viele andere. die es in alle Richtungen streckte. Es war gern für sich allein und machte sich auch sofort auf und davon.

Ich wartete eine Weile. doch er schien nicht fortfahren zu wollen. Ich weiß. einer Kraft. sondern gehorchte irgendeinem unsichtbaren. versagt zu haben. Ich wandte mich zu ihm um. die Labyrinth weder sehen noch verstehen konnte. er schien auf die Resultate überhaupt keinen Einfluß zu haben. dem sich fast unmerklich alles gebeugt hatte. zogen sie fort. leidende Weise an. Doch das Gefühl. hinten im Wald. Die Kreaturen veränderten sich aufgrund einer tiefen. Jedesmal. wenn sich eine der Kreaturen zeigte. daß da irgend etwas vor sich geht. Ich fürchte mich davor. Labyrinth hörte auf zu reden. Und sie machte ihm angst. aber -« »Warum gehen wir nicht beide zusammen und sehen uns mal um – « . war er aufs neue verwundert. strengen Gesetz. Der alte Mann blickte mich auf eine eigentümliche. »Ich bin schon lange nicht mehr dort gewesen. Es lag einfach nicht in seinen Händen. und das beunruhigte ihn.konnten. sagte er. »Viel mehr weiß ich eigentlich nicht«. bedrückte ihn sehr. unpersönlichen Kraft.

Der Wald war dunkel und feucht. an meinen Kräften zu zehren. die Sonne wollte bald untergehen. bemerkte ich.Er lächelte erleichtert. »Hier kommt niemand her.« »Sie gehen also davon aus. Ich möchte nicht. Diese Sache fängt an.« Wir gingen um das Haus herum und folgten einem schmalen Pfad in den Wald. »Dann lassen Sie uns gehen. daß irgend etwas passiert.« Er schob seine Wolldecke beiseite. Alles war wild und chaotisch. und ein leichter Nebel senkte sich durch das Laub von oben auf uns herab. ein ungebändigtes Meer aus Grün. um voranzukommen. »Vielleicht sollten wir lieber mein Gewehr holen. daß Sie das vorschlagen würden. daß die Situation . »Ein hübsches Plätzchen«.« Dann blieb Doc plötzlich stehen und sah sich um. Doc Labyrinth ging voran. »Das würde Ihnen nichts ausmachen? Ich hatte gehofft.und ineinander. Eine Zeitlang gingen wir so weiter. wuchs und wucherte über. bald schob er Geäst beiseite. erhob sich und glättete seine Kleider. bald duckte er sich oder machte sich schlank.

außer Kontrolle geraten ist?« Ich holte ihn ein, und wir standen beieinander. »Vielleicht ist es gar nicht so schlimm, wie Sie glauben.« Labyrinth sah sich um. Mit dem Fuß schob er etwas Gestrüpp beiseite. »Sie sind überall um uns herum, überall, sie beobachten uns. Spüren Sie das nicht?« Ich nickte geistesabwesend. »Was ist das?« Ich hob einen schweren, modrigen Ast auf, von dem Teile von Pilzen abbrachen. Ich stieß ihn beiseite. Irgend etwas lag ausgestreckt da, ein formloser, halb im weichen Boden begrabener Haufen. »Was ist das?« fragte ich wieder. Labyrinth starrte verbittert auf den Boden. Sinnlos begann er mit dem Fuß gegen den Haufen zu treten. Mir war unbehaglich zumute. »Was, um Himmels willen, ist das?« fragte ich. »Wissen Sie es?« Langsam hob Labyrinth den Kopf und sah mich an. »Das ist das Schuberttier«, murmelte er. »Oder war es einmal. Viel ist davon nicht mehr übrig.« Das Schuberttier – das war dasjenige, das herumgesprungen war wie ein junger Hund und bloß spielen wollte. Ich beugte mich vor, schob ein paar

Blätter und Zweige beiseite und betrachtete es. Es war tot, gar kein Zweifel. Sein Maul stand offen, und in seinem Körper klaffte eine breite Schnittwunde. Ameisen und Ungeziefer waren am Werk und rackerten sich ab. Es stank bereits. »Was ist nur geschehen?« sagte Labyrinth. Er schüttelte den Kopf. »Wer könnte das getan haben?« Wir hörten ein Geräusch. Rasch drehten wir uns um. Einen Augenblick lang sahen wir nichts. Dann bewegte sich ein Busch, und jetzt erst sahen wir, was es war. Es mußte schon die ganze Zeit dort gestanden und uns beobachtet haben. Es war riesig, dünn und lang, mit wütend blitzenden Augen. Es hatte irgendwie Ähnlichkeit mit einem Kojoten, schien allerdings viel schwerer zu sein. Sein Fell war verfilzt und dick, sein Maul hing teilweise offen, und nun musterte es uns stumm, als sei es verwundert, uns hier zu treffen. »Das Wagnertier«, sagte Labyrinth mit belegter Stimme. »Aber es hat sich verändert. Es hat sich verändert. Ich erkenne es kaum wieder.«

Das Tier sog mit gesträubten Nackenhaaren die Luft ein. Plötzlich bewegte es sich rückwärts, ins Dunkel, und gleich darauf war es verschwunden. Eine Weile standen wir schweigend da. Schließlich rührte sich Labyrinth. »Das war es also«, meinte er. »Ich kann es kaum glauben. Aber warum nur? Was -« »Anpassung«, sagte ich. »Wenn Sie eine gewöhnliche Hauskatze aussetzen, wird sie wild. Genauso ein Hund.« »Ja.« Er nickte. »Ein Hund wird wieder zum Wolf, um zu überleben. Das Gesetz des Waldes. Ich hätte es wissen sollen. So geht es mit allen.« Ich blickte zu dem Kadaver auf dem Boden und in das Dickicht, das uns rundherum umgab. Anpassung – oder etwas Schlimmeres. Eine Idee nahm in meinem Kopf Gestalt an, aber ich sagte nichts, noch nicht. »Ich würde gern noch mehr sehen«, sagte ich. »Ein paar von den anderen. Schauen wir uns noch etwas um.« Er war einverstanden. Wir schlurften langsam durch Gras und Unkraut, schoben Geäst und Laub

beiseite. Ich fand einen Stock, aber Labyrinth ließ sich auf die Knie nieder und untersuchte mit den Händen und den kurzsichtigen Augen den Boden. »Selbst Kinder verwandeln sich in Bestien«, sagte ich. »Sie kennen doch die Wolfskinder von Indien? Man wollte einfach nicht glauben, daß das mal normale Kinder gewesen waren.« Labyrinth nickte. Er war unglücklich, und es war nicht schwer zu verstehen warum. Er hatte sich geirrt, seine ursprüngliche Idee war ein Fehler gewesen, und die sich daraus ergebenden Konsequenzen begannen, ihm gerade erst klar zu werden. Musik würde zwar in Form lebender Geschöpfe überdauern, aber er hatte die Lektion des Gartens Eden vergessen: daß ein Ding, sobald es erschaffen worden ist, eine eigene Existenz zu führen beginnt und damit aufhört, Eigentum seines Schöpfers zu sein und sich nach dessen Wünschen zu richten. Gott, der die Entwicklung des Menschen beobachtete, muß die gleiche Traurigkeit empfunden haben – und die gleiche Demütigung – wie Labyrinth, als Er sah, daß Seine Geschöpfe sich veränderten und wandelten, um den Anforderungen

des Überlebenskampfes gerecht zu werden. Daß Labyrinths musikalische Geschöpfe überleben würden, konnte ihm nichts mehr bedeuten, denn genau das, was er mit ihrer Erschaffung hatte verhüten wollen, die Verrohung der schönen Dinge, ereignete sich vor seinen Augen in ihnen. Doc Labyrinth schaute plötzlich zu mir hoch, das Gesicht war voller Kummer. Für ihr Überleben hatte er gesorgt, gewiß, aber gleichzeitig hatte er jedwede Bedeutung, jedweden Wert in ihnen vernichtet. Ich versuchte, ihm ein wenig zuzulächeln, aber er sah prompt wieder fort. »Machen Sie sich darüber nicht so viele Gedanken«, sagte ich. »Für das Wagnertier war es keine so große Veränderung. War es nicht schon immer so – ungehobelt und reizbar? Hatte es nicht auch schon vorher einen Hang zur Gewalttätigkeit -« Ich brach ab. Doc Labyrinth hatte seine Hand mit einem Ruck aus dem Gras gezogen und einen Satz rückwärts gemacht. Er hielt sein Handgelenk gepackt und zuckte vor Schmerzen. »Was ist denn?« Ich eilte zu ihm hin. Zitternd hielt er mir seine kleine alte Hand entgegen. »Was ist

denn? Was ist passiert?« Ich drehte seine Hand herum. Überall auf ihrem Rücken waren Male, rote Schnitte, die anschwollen, während ich noch zusah. Er war gestochen worden, gestochen oder gebissen von irgend etwas im Gras. Ich sah nach unten und trat mit dem Fuß auf die Stelle im Gras. Irgend etwas rührte sich. Ein kleiner goldener Ball rollte rasch davon, zurück ins Dickicht. Er war mit Stacheln übersät wie eine Nessel. »Fangen Sie es!« rief Labyrinth. »Schnell doch!« Ich jagte hinter der Kugel her, streckte mein Taschentuch vor und versuchte den Stacheln auszuweichen. Die Kugel warf sich wie wild herum, um mir zu entkommen, aber schließlich hatte ich sie in meinem Taschentuch. Labyrinth betrachtete das zappelnde Taschentuch, als ich mich wieder erhob. »Ich kann es kaum glauben«, sagte er. »Wir gehen besser zum Haus zurück.« »Was ist das?« »Einer von den Bachkäfern. Aber er hat sich verändert…«

Durch die Dunkelheit tasteten wir uns voran in Richtung Haus. Ich ging voraus, schob die Äste beiseite, und Labyrinth folgte mir, mürrisch und in sich gekehrt, und rieb sich von Zeit zu Zeit die Hand. Wir betraten den Hof und stiegen die hintere Treppe des Hauses zur Veranda hinauf. Labyrinth schloß die Tür auf, und wir gingen in die Küche. Er knipste das Licht an und eilte zum Ausguß, um seine Hand unter fließend Wasser zu halten. Ich nahm ein leeres Einmachglas aus dem Schrank und ließ den Bachkäfer vorsichtig hineinfallen. Die goldene Kugel rollte gereizt herum, während ich den Deckel schloß. Ich setzte mich an den Tisch. Keiner von uns sprach: Labyrinth am Ausguß, der seine zerstochene Hand mit kaltem Wasser abspülte, und ich am Tisch, der ich unbehaglich die goldene Kugel in dem Einmachglas betrachtete, die irgendeinen Fluchtweg zu finden versuchte. »Und?« sagte ich schließlich. »Es gibt keinen Zweifel.« Labyrinth kam her und setzte sich mir gegenüber. »Es hat eine Metarmorphose durchgemacht. Zu Anfang hatte es gewiß keine giftigen Stacheln. Aber, wissen Sie,

wenigstens habe ich doch meine Noah-Rolle gut gespielt.« »Wie meinen Sie das?« »Ich habe sie alle geschlechtslos gemacht. Sie können sich nicht fortpflanzen. Es wird keine zweite Generation geben. Wenn die stirbt, wird das das Ende sein.« »Ich muß schon sagen, gut, daß Sie daran gedacht haben.« »Ich frage mich nur«, murmelte Labyrinth. »Ich frage mich nur, wie sie wohl jetzt klingen würde, in dieser Form.« »Was?« »Die Kugel, der Bachkäfer. Das wäre wohl der entscheidende Versuch, meinen Sie nicht? Ich könnte ihn wieder zurück in die Maschine tun. Wir könnten sehen, was passiert. Was meinen Sie?« »Ich bin dabei, Doc«, sagte ich. »Aber entscheiden Sie. Und machen Sie sich keine allzu großen Hoffnungen.« Behutsam nahm er das Einmachglas, und dann stiegen wir die steile Treppe zum Keller hinunter. Ich sah eine enorme Säule aus stumpfem Metall, die

sich in der Ecke bei den Waschzubern erhob. Ein sonderbares Gefühl erfüllte mich. Es war die Bewahrungsmaschine. »Das ist sie also«, sagte ich. »Ja, das ist sie.« Labyrinth schaltete sie ein und hantierte einige Zeit an ihren Reglern herum. Dann nahm er das Glas und hielt es über die trichterförmige Öffnung. Vorsichtig entfernte er den Deckel, und der Bachkäfer rutschte widerstrebend aus dem Glas in die Maschine. Labyrinth schloß sofort die Öffnung. »Es geht los«, sagte er. Er betätigte einen Regler, und die Maschine begann zu arbeiten. Labyrinth kreuzte die Arme, und wir warteten. Draußen brach die Nacht ein, verdrängte das Licht immer mehr, bis sie es schließlich ganz erdrückt hatte. Schließlich blinkte eine Anzeige an der Maschine rot auf. Der Doktor drehte den Regler auf Aus, und wir standen einfach da und schwiegen; keiner von uns wollte derjenige sein, der die Maschine öffnete. »Also?« sagte ich schließlich. »Wer sieht nach?«

Labyrinth löste sich aus der Erstarrung. Er drückte den Einfülltrichter beiseite und griff in die Maschine. Als seine Finger wieder erschienen, hielten sie ein dünnes Blatt, ein Notenblatt. Er reichte es mir. »Das ist das Resultat«, sagte er. »Wir können nach oben gehen und es spielen.« Wir gingen zurück nach oben in das Musikzimmer. Labyrinth setzte sich an den Flügel, und ich gab ihm das Notenblatt zurück. Er legte es auf und studierte es für einen Augenblick mit ausdrucksloser Miene. Dann begann er zu spielen. Ich lauschte der Musik. Sie war abscheulich. Noch nie hatte ich so etwas gehört. Sie war entstellt, diabolisch, einfach ohne jeden Sinn; oder vielmehr war ihr Sinn so fremdartig und verstörend, daß es ihn besser nicht gegeben hätte. Nur mit allergrößter Mühe konnte ich glauben, daß dies einmal eine Bach-Fuge gewesen war, Teil eines formvollendeten, ehrfurchtgebietendes Werks. »Das reicht ja wohl«, sagte Labyrinth. Er stand auf, nahm die Noten und riß sie in Fetzen. Als wir draußen vor dem Haus zu meinem Auto gingen, sagte ich: »Mir scheint, der Kampf ums

Überleben ist eine Kraft, die größer ist als alles menschliche Ethos. Sie läßt unsere Moralvorstellungen und Sitten ein wenig blaß aussehen.« Labyrinth pflichtete mir bei. »Dann kann man womöglich gar nichts unternehmen, um sie zu retten.« »Man kann nie wissen«, sagte ich. »Diese Methode hat zwar versagt, aber irgendeine andere könnte funktionieren, irgendeine Methode, von der wir jetzt noch nicht das mindeste ahnen.« Ich sagte gute Nacht und stieg in mein Auto. Es war Mitternacht und stockfinster. Ich schaltete die Scheinwerfer ein, setzte den Wagen in Bewegung und fuhr durch völlige Dunkelheit die Straße hinunter. Weit und breit waren keine anderen Autos zu sehen. Ich war allein, und ich fror. An der Ecke verlangsamte ich die Fahrt, um einen anderen Gang einzuschalten. Beim Bordstein bewegte sich plötzlich irgend etwas am Fuß einer riesigen Platane. Ich spähte hinaus, versuchte zu erkennen, was es war. Unten an der Platane war ein großer graubrauner

Käfer dabei, etwas zu bauen, indem er Lehmklumpen zu einer sonderbaren, derben Konstruktion zusammenfügte. Verwundert und neugierig beobachtete ich den Käfer einige Zeit, bis er mich schließlich bemerkte und innehielt. Der Käfer drehte sich eilig herum, trat in seine Behausung und klappte die Tür fest hinter sich zu. Ich fuhr davon.

Entbehrlich

Der Mann trat hinaus auf die Veranda und sah nach dem Wetter. Heiter, aber kühl; auf dem Rasen lag Tau. Er knöpfte seinen Mantel zu und steckte die Hände in die Taschen. Als der Mann die Stufen hinabstieg, bäumten sich die beiden Raupen, die beim Briefkasten warteten, interessiert auf. »Da ist er«, sagte die eine. »Schick die Meldung raus.« Als die andere ihre Fühler rotieren ließ, blieb der Mann stehen und drehte sich hastig um. »Das hab ich gehört!« sagte er. Er stemmte seinen Fuß gegen die Mauer und schabte die Raupen ab. Auf den Steinplatten zertrat er sie.

Dann eilte er den Weg hinunter zum Bürgersteig. Im Gehen sah er sich um. Im Kirschbaum hüpfte ein Vogel herum und pickte mit glänzenden Augen nach Kirschen. Der Mann beobachtete ihn. Alles in Ordnung? Oder -? Der Vogel flog davon. Vögel sind in Ordnung. Bringen kein Unheil. Er ging weiter. An der Ecke stieß er gegen ein Spinnengewebe, das sich von der Hecke zum Telefonmast spannte. Sein Herz hämmerte. Er schlug wild um sich und riß sich los. Als er weiterging, blickte er über die Schulter zurück. Die Spinne kam langsam die Hecke herunter und untersuchte die Schäden an ihrem Netz. Was soll man über Spinnen sagen? Schwer einzuschätzen. Brauch mehr Fakten. Kein Kontakt bisher. Er wartete an der Bushaltestelle, stampfte mit den Füßen auf, um sich warm zu halten. Der Bus kam, er stieg ein und empfand ein plötzliches Vergnügen, als er sich zwischen all die warmen, schweigsamen Menschen setzte, die gleichgültig vor sich hin blickten. Ein unbestimmtes Gefühl von Sicherheit durchströmte ihn.

Er lächelte und entspannte sich, zum erstenmal seit Tagen. Der Bus fuhr die Straße hinunter. Tirmus schwenkte aufgeregt seine Fühler. »Dann stimmt doch ab, wenn ihr wollt.« Er eilte an ihnen vorbei und bestieg den Erdhaufen. »Aber bevor ihr anfangt, möchte ich noch einmal wiederholen, was ich euch bereits gestern gesagt habe.« »Wissen wir doch längst alles«, sagte Lala ungeduldig. »Wir sollten uns lieber in Bewegung setzen. Der Plan ist ausgearbeitet. Worauf warten wir noch?« »Ein Grund mehr, mich anzuhören.« Tirmus ließ seinen Blick über die versammelten Götter schweifen. »Der gesamte Hügel ist bereit, gegen den besagten Riesen zu marschieren. Ich frage mich: Warum? Wir wissen, daß er mit seinesgleichen nicht kommunizieren kann. Es ist ausgeschlossen. Die Art von Schwingungen, die Sprache, die sie benutzen, macht es unmöglich, Vorstellungen zu vermitteln, wie er sie von uns hat,

von uns und -« »Unsinn.« Lala trat vor. »Riesen können sehr gut miteinander kommunizieren.« »Es ist kein Fall bekannt, daß ein Riese Informationen über uns verbreitet hätte.« Die Armee wurde unruhig. »Nur zu«, sagte Tirmus. »Aber es ist verschwendete Mühe. Er ist harmlos – völlig isoliert. Warum die Zeit dafür opfern und -« »Harmlos?« Lala starrte ihn an. »Verstehst du denn nicht? Er weiß Bescheid!« Tirmus kam wieder vom Rednerhaufen herunter. »Ich bin gegen unnötige Gewaltanwendung. Wir sollten unsere Kräfte schonen. Eines Tages werden wir sie noch brauchen.« Die Abstimmung wurde durchgeführt. Wie erwartet, war die Armee für ein Vorgehen gegen den Riesen. Tirmus seufzte und begann, den Plan auf dem Boden zu skizzieren. »Das ist die Position, die er bezieht. Dort kann man am Periodenende mit seinem Erscheinen rechnen. Also, ich seh die Sache wie folgt -« Und er fuhr fort, füllte den weichen Erdboden mit

Zeichnungen und erläuterte ihnen das Vorgehen. Einer der Götter beugte sich zu einem anderen hinüber; ihre Fühler berührten sich. »Dieser Riese. Er hat keine Chance. In gewisser Weise tut er mir leid. Wie ist er denn da reingeraten?« »Ganz zufällig.« Der andere grinste. »Du weißt ja, wie sie sind, müssen überall ihre Nase hineinstecken.« »Wirklich Pech für ihn.« Es war spät. Die Straße war dunkel und menschenleer. Auf dem Bürgersteig ging, die Zeitung unter dem Arm, der Mann. Er ging schnell, blickte sich häufig um. Er wich dem großen Baum aus, der am Bordstein wuchs, und sprang leichtfüßig auf die Straße. Er überquerte sie und erreichte die gegenüberliegende Seite. Als er um die Ecke bog, geriet er in das Spinnengewebe, das zwischen Hecke und Telefonmast aufgespannt war. Mechanisch kämpfte er sich hindurch. Als die Fäden rissen, drang ein dünnes Summen, wie von einer feinen Metallseite, an sein Ohr. »… warte!«

Er hielt inne. »… Vorsicht!… drinnen… warte…« Er preßte die Lippen aufeinander. Die letzten Fäden rissen in seinen Händen, und er eilte weiter. Hinter ihm bewegte sich die Spinne in den Überresten ihres Netzes und beobachtete ihn. Der Mann blickte zurück. »Nicht mit mir«, sagte er. »Ich geh doch nicht das Risiko ein und laß mich von dir fesseln.« Er ging weiter, ging den Bürgersteig entlang bis zu seinem Hausweg. Er sprang den Weg hoch, wobei er die dunklen Hecken mied. Auf der Veranda kramte er nach seinem Schlüssel und steckte ihn dann ins Schloß. Er zögerte. Drinnen? Besser als draußen, besonders in der Nacht. Die Nacht ist eine schlechte Zeit. Tut sich zuviel in den Hecken. Nicht gut. Er öffnete die Tür und trat ein. Vor ihm lag ein schwarzer Tümpel, der Teppich. Auf der anderen Seite erkannte er die Umrisse der Lampe. Vier Schritte bis zur Lampe. Er hob den Fuß. Und verharrte. Was hatte die Spinne gesagt? Warte? Er

wartete, lauschte. Stille. Er holte sein Feuerzeug heraus; es flammte auf. Der Teppich aus Ameisen schwoll an zur Flut und schwappte ihm entgegen. Er sprang zur Seite, hinaus auf die Veranda. Die Ameisen stürzten, hasteten, fegten im Halbdunkel über den Boden. Der Mann sprang von der Veranda herab und rannte ums Haus. Als die ersten Ameisen auf die Veranda schossen, drehte er bereits eifrig am Wasserhahn und hob den Schlauch auf. Der Wasserstrahl spülte die Ameisen hoch und schleuderte und zerstreute sie in alle Richtungen. Der Mann regulierte die Düse und spähte durch den Wasserdunst. Er rückte vor und schwenkte den harten Strahl von einer Seite zur andern. »Zur Hölle mit euch«, stieß er zwischen den Zähnen hervor. »Drinnen zu lauern -« Er hatte Angst. Drinnen! Das war noch nie vorgekommen. Kalter Schweiß trat auf sein Gesicht. Drinnen. Nie zuvor waren sie nach drinnen gekommen. Abgesehen von ein paar Motten und Fliegen natürlich. Doch die waren harmlos, flatterten und summten nur herum –

Ein Teppich aus Ameisen! Wild besprengte er sie, bis ihre Formation endgültig auseinanderbrach und sie auf den Rasen, in die Hecken und unter das Haus flüchteten. Er setzte sich auf den Plattenweg, den Schlauch hielt er noch in der Hand. Er zitterte am ganzen Körper. Sie hatten es ernst gemeint. Das war keine Affekthandlung, kein Anfall von blinder Wut. Sie hatten ihm aufgelauert. Die Lage hatte sich verschärft. Dem Himmel sei Dank für die Spinne. Schließlich drehte er den Schlauch ab und stand auf. Kein Laut; ringsum Stille. Plötzlich raschelte es in der Hecke. Ein Käfer? Irgend etwas Schwarzes trippelte vorbei – er trat mit dem Fuß drauf. Höchstwahrscheinlich ein Bote. Ein Läufer. Er ließ das Feuerzeug erneut aufflammen und betrat dann vorsichtig das dunkle Haus. Später saß er an seinem Schreibtisch, neben sich die Spritzpistole aus schwerem Stahl und Kupfer. Er berührte ihre feuchte Oberfläche mit den

Fingern. Sieben Uhr. Hinter ihm spielte leise das Radio. Er streckte die Hand aus und rückte die Schreibtischlampe so hin, daß ihr Schein neben den Schreibtisch auf den Fußboden fiel. Er zündete sich eine Zigarette an und nahm etwas Schreibpapier und seinen Füllfederhalter zur Hand. Er hielt inne und dachte nach. Sie hatten es also auf ihn abgesehen, so sehr, daß sie schon organisiert vorgingen. Verzweiflung begrub ihn wie eine kalte Lawine. Was konnte er bloß tun? An wen konnte er sich wenden? Mit wem reden? Er saß steif auf seinem Stuhl und ballte die Fäuste. Die Spinne glitt neben ihm auf die Schreibtischplatte. »Entschuldigung. Ich hoffe, du hast keine Angst, wie in dem Gedicht.« Der Mann starrte sie an. »Bist du das? Die von der Straßenecke? Die mich gewarnt hat?« »Nein. Das ist eine andere. Eine Weberin. Ich bin ein echter Beißer. Sieh dir mein Kauwerkzeug an«, und sie bewegte ihre Kiefer auf und zu. »Ich zerbeiße sie.«

Der Mann lächelte. »Na prima.« »Allerdings. Weißt du, wie viele es von uns gibt auf – sagen wir – einem Morgen Land. Rate!« »Eintausend?« »Nein. Zweieinhalb Millionen. Von allen Arten. Beißer wie mich oder Weber oder Stachelträger.« »Stachelträger?« »Die besten. Warte mal.« Die Spinne überlegte. »Schwarze Witwe, so nennt ihr sie, glaube ich. Sehr nützlich.« Sie hielt inne. »Da ist nur eine Sache.« »Was denn?« »Wir haben so unsere Probleme. Die Götter -« »Die Götter?« »Ameisen, wie ihr sie nennt. Die Führer. Sie stehen auf der anderen Seite. Sehr ärgerlich. Schmecken schrecklich, da wird einem übel. Wir überlassen sie den Vögeln.« Der Mann stand auf. »Den Vögeln? Sind sie -« »Nun, wir haben mit ihnen eine Übereinkunft getroffen. Das geht schon seit ewigen Zeiten so. Ich werde dir die Geschichte erzählen. Uns bleibt noch etwas Zeit.« Das Herz des Mannes krampfte sich zusammen.

Soll nachher noch etwas Ärger geben.« »Die letzten von euch. Ich höre. vor etwa einer Milliarde Jahren.« »Nur zu. auf und ab zu marschieren. Termiten -« »Ich verstehe. Der Krieg warf beide Seiten in die Barberei zurück. Na ja. »Sie haben die Erde ziemlich gut verwaltet. sie ebenso wie euch. Ihr vergaßt. Glaube kaum. wie man angreift. daß du den kennst.« »Wir waren also die Eindringlinge«.« Er begann. und sie degenerierten zu geschlossenen sozialen Faktionen – Ameisen. damals. Sie sind gelandet und fanden die Erde von den Ameisen recht ordentlich kultiviert vor. Ich werde dich über den Hintergrund aufklären. »Aber ja. murmelte der Mann. und dann kamen die Menschen von irgendeinem anderen Planeten. hab ich gehört. die noch die ganze .»Noch etwas Zeit? Was soll das heißen?« »Nichts weiter. Es gab Krieg. Von welchem gleich? Weiß nicht mehr.

Wir haben gedacht. brachten uns ins Spiel. sehr viele von ihnen.Geschichte kannten. wie sie uns nennen? Die Esser. Wir halten sie recht gut in Schach. Sie haben sich in Bewegung gesetzt und kommen hierher.« »Ja. wir bleiben besser eine Weile bei dir.« »Ich verstehe. »Ist doch ernster. Weißt du. piepste sie mit metallischer Stimme.« Der Mann nickte. »Ich möchte mit dir reden. als ich dachte«. »Riese«. Kümmern uns darum. sagte der Beißer schließlich. Ekelig. Wir wurden gezüchtet« – die Spinne ließ ein eigentümliches Kichern vernehmen –. sagte der Mann. bitte«. »irgendwo gezüchtet zu diesem ehrenvollen Zweck. Er leckte sich die Lippen. fuhr sich mit zittrigen Fingern durchs . Die Stachelträgerin hier -« Die Schwarze Witwe kam an den Rand des Schreibtischs. »Es wird einigen Ärger geben. nicht?« Zwei weitere Spinnen glitten an ihren Fäden herab und landeten auf dem Schreibtisch. Die drei Spinnen tuschelten miteinander. »Ich war wohl nicht ganz im Bilde.

alles in allem gesehen. wir machen unsere Arbeit schon seit sehr langer Zeit. Seit fast einer Million Jahre.« Irgendwo unter den Holzdielen war ein fernes Kratzen zu hören. Unsere Übereinkunft mit den Vögeln und mit den Kröten -« »Ich glaube. Das Geräusch nahm zu. »Seid ihr wirklich sicher? Glaubt ihr. daß wir ihnen überlegen sind. »Glaubst du – ich meine.Haar. wir freuen uns immer riesig auf solche Ereignisse. wie stehen die Chancen -« »Die Chancen?« Die Stachelträgerin wiegte den Kopf. ein paar . warf der Beißer fröhlich ein. ein entferntes. unter dem Fußboden. leichtes Vibrieren. Draußen vor dem Haus raschelten die Hecken. die Chancen stehen gut«. das Geräusch einer Unmenge winziger Beine und Flügel. griff nach der Spritzpistole und lauschte wieder. daß ihr das könnt?« Er wischte sich den Schweiß von den Lippen. unter ihren Füßen. Ich glaube. Der Mann hörte es und sackte in sich zusammen. »Na ja. »Um ehrlich zu sein. schwoll an unter ihnen.

die Rasse… nicht dich als Individuum. Ich meinte die Spezies. »Seid ihr sicher. daß ich dich mißverstanden habe. Unter ihnen hob und senkte sich der Boden. überall. Laut und lauter wurde das Geräusch. die drei Esser wirkten verlegen. sagte die Stachelträgerin peinlich berührt. entschlossenes Summen.Motten flogen hoch und schlugen gegen das Fenster. daß ihr das könnt?« murmelte er. ein zunehmendes zorniges.« . »Ich verstehe«. Immer mehr Motten prallten gegen das Fenster. »Tut mir leid. »Könnt ihr mich wirklich retten?« »Oh«. Der Mann blickte von einer Seite zur andern.« Der Mann starrte sie mit offenem Mund an. » D a s habe ich nicht gemeint. sagte der Mann. unten und draußen.

Der variable Mann I Sicherheitscommissioner Reinhart lief rasch die Treppe hinauf und betrat das Ratsgebäude. und er betrat den vertrauten Ort der großen surrenden Maschinen. »Kontinuierliche Steigerungen im letzten Quartal«. Die Augen in seinem hageren Gesicht leuchteten. bemerkte Kaplan. Er . der Laborleiter. Die Ratswachen machten ihm unverzüglich Platz. als Reinhart zum zentralen SRBComputer aufblickte und gebannt die Anzeige betrachtete.

Und ohne daß irgend etwas gebaut würde! Fortwährende Verbesserungen.« »Gegen jede Waffe gibt es eine Verteidigung. sie kontern mit verbesserten Mitteln zur Verteidigung. aber weder wir noch Centaurus können die Planung lange genug einstellen. als sei das sein persönliches Verdienst. Seine harten grauen Augen durchbohrten den Laborleiter. Entwurf und Gegenentwurf. gegen die Centaurus einfach keine Verteidigung bauen kann. um zur Produktion zu schreiten. »Nicht schlecht.« »Nicht mehr lange«. Wir müssen sie endlich überholen – und zwar schnell.« »Wir holen sie ein«.grinste stolz. verdammt noch mal. Nichts währt lange genug. »Wir entwerfen neue Offensivwaffen. unterbrach ihn Reinhart ärgerlich. »Aber zu langsam. Sofortige Veraltung. »Auf die zeitliche Differenz zwischen . um -« »Wir bauen auf die Verzögerung«.« Kaplan war in redseliger Stimmung. und Kaplan wich zurück. »sobald Terra eine Waffe entwickelt hat. stellte Reinhart gelassen fest. erwiderte Reinhart. Commissioner.

Mai 2136. Die Verhältniszahl basierte auf einer Auswertung sämtlicher den SRB-Maschinen bekannten Daten. älter und weniger viril als Terra. mit Terras Maß an . »Wie Sie wohl wissen. einer gestalt-Analyseder ungeheuren Informationsflut.« In diesem Augenblick.« Ungeduldig schwenkte er seine Hand in Richtung der geballten Ansammlung von SRB-Maschinen. Aber vor einem Monat hatte es noch 24:18 zugunsten des Feindes gestanden. langsam. die endlos von allen Sektoren des Sol. Centaurus. Die Lage besserte sich. Alles sprach dafür. aber sicher. um 9. daß Proxima Centaurus einen terranischen militärischen Angriff erfolgreich würde abwehren können.30 Uhr. wurde das statistische Verhältnis von den SRB-Maschinen mit 21:17 zugunsten der centaurischen Seite beziffert. 21:17 zugunsten der centaurischen Seite.und des Centaurus-Systems herbeiströmte. war außerstande.unserem Offensiventwurf und ihren Abwehrmaßnahmen.« »Die Differenz variiert. am Morgen des 7.

Reinhart wußte es intuitiv. Es würde nicht mehr lange dauern.« Ein wildentschlossenes Feuer zuckte über seine edlen Gesichtszüge und verzerrte sie zu einer grausamen Maske. In der Luft lag eine gewisse Spannung: elan. daß der Krieg bald kommt«. Terra war dabei. Unsere Offensiventwürfe überholen allmählich ihre Abwehrmaßnahmen. stimmte Kaplan zu. sagte Reinhart nachdenklich. Er konnte praktisch den heißen Atem des Schicksals im Nacken spüren – für ihn ein angenehmes Gefühl. um einen offenen Angriff zu riskieren.technokratischem Fortschritt mitzuhalten. Dies verdammte Warten!« Der Krieg würde bald kommen. Seine dünnen Lippen verzogen sich zu einem humorlosen Lächeln und zeigten eine . einen Vorsprung zu gewinnen. Wir sind noch nicht so weit. Reinhart verließ die SRB-Räume und eilte durch den Korridor zu seinem streng bewachten Büro im Sicherheits-Trakt. »würden wir ihn verlieren. »Aber die Chancen ändern sich zu unseren Gunsten.« »Hoffen wir. »Wir alle sind nervös. »Würden wir jetzt einen Krieg beginnen«.

der nicht durchbrochen werden konnte. für die jeglicher Kontakt eine Reise von Jahren bedeutete. o ja. selbst mit annähernder Lichtgeschwindigkeit. öden Jahre der Inaktivität zwischen Feinden. Das Centaurische Imperium hatte Terra umschlossen mit einem eisernen Ring. so rostig und korrodiert er auch war. die mit seiner sonnengebräunten Haut kontrastierten. Glänzende Punkte. Durch die Fenster seines Büros konnte Reinhart die endlosen Gebäude und Straßen sehen. Für ihn war es ein gutes Gefühl. Der erste Kontakt. Terraner eilten umher. Blitzkriege. Kriegsschiff gegen Energiewerk. . Die beiden Systeme waren einander ebenbürtig. vor hundert Jahren. Neue Waffen mußten konzipiert werden. hatte sofort zu Auseinandersetzungen geführt zwischen Proxima-Vorposten und den schwerbewaffneten terranischen Spähern. Und dann die langen.ebenmäßige Reihe weißer Zähne. Er arbeitete seit langer Zeit daran. Verkehrsschiffe. Schutzschild gegen Schutzschild. plötzliche Eruptionen von Feuer und Energiestrahlen. wenn Terra ausbrechen wollte.

»Geben Sie mir die Militärische Forschung und Entwicklung«. beförderten Geschäftsleute und Angestellte. auszubrechen. Er saß steif da. Warteten auf den Tag. Sherikovs großes. All diese Menschen warteten darauf. Plötzlich sah er sich dem massigen Abbild von Peter Sherikov gegenüber. Ohne belästigt zu werden von – Politikern. Seine buschigen schwarzen Augenbrauen verzogen sich mürrisch nach oben. Wir haben schon mehr als genug zu tun. erwiderte Reinhart lässig. befahl er scharf. dem Direktor des weitverzweigten Netzwerks von Labors unter dem Ural-Gebirge. Durch gewaltige Transporttunnel wurden Arbeitermassen blitzschnell von ihren Wohnungen zu Fabriken und Arbeitslagern gebracht. als sich auf dem Bildschirm Konturen abzuzeichnen begannen.die aussahen wie kleine Eier.« »Ich werde bei Ihnen vorbeischauen«. »Was wollen Sie? Sie wissen. Er richtete die Stulpe seines . daß ich keine Zeit habe. als er Reinhart erkannte. den Geheimkanal. bärtiges Gesicht verhärtete sich. sein drahtiger Körper war angespannt. Reinhart schaltete sein Videofon ein.

Er vertrat Ansichten vom Individuum als Endzweck. Ich möchte sehen. mit einer atomistischen Sichtweise. Ich werde in Kürze dort sein. »Ich will eine vollständige Beschreibung Ihrer Arbeit und sämtlicher etwaig erzielter Fortschritte. was Sie tun. Der hünenhafte polnische Wissenschaftler war ein Individualist. Reinhart entspannte sich. Höchst bedauerlich. was wir -« »Der interessiert mich nicht. daß er mit Sherikov zusammenarbeiten mußte.« »Irgendwo in Ihrem Büro werden Sie einen der regelmäßigen Abteilungsberichte finden.makellosen grauen Umhangs. der sich weigerte.« Reinhart unterbrach die Leitung. daß Sie darauf vorbereitet sind. im diametralen Gegensatz zur allgemein akzeptierten welt-ansicht . Sherikovs schwere Gesichtszüge wurden blaß und verschwanden. sich in die Gesellschaft zu integrieren. atmete aus. Unabhängig. mir Ihre Arbeit vollständig zu erläutern. In einer halben Stunde. Wenn Sie sich den ansehen. Er hatte den Mann nie gemocht. Und ich erwarte von Ihnen. werden Sie genau wissen.

»Hören Sie. aber noch immer stark war. das zwar zunehmend verkam und verfiel. Wenige Minuten später jagte er in seinem Hochgeschwindigkeitskreuzer über den Vormittagshimmel. dem asiatischen Massiv des gewaltigen Ural-Gebirges entgegen. eingeschlossen im Sol-System. Reinhart. Doch Sherikov war d e r führende Forscher. Er eilte den Korridor entlang und hinaus aus dem Ratsgebäude. Sherikov erwartete ihn am Eingang. daß Sie mich herumkommandieren können.vom organischen Zustand. Ich werde keinesfalls « »Nur mit der Ruhe. Und das bedeutete: Sieg über Centaurus – oder weiterhin warten. verantwortlich für die Abteilung Militärische Forschung und Entwicklung. Bilden Sie sich nicht ein. Zur Abteilung Militärische Forschung und Entwicklung.« Reinhart fiel in Gleichschritt mit dem größeren Mann. Sie passierten die . Und von der Forschung hing die gesamte Zukunft von Terra ab. Reinhart erhob sich rasch und verließ das Büro. umringt von einem feindseligen Imperium.

schon in wenigen Tagen. zum Teufel. Solange Ihre Arbeit produktiv genug ist -« Plötzlich blieb Reinhart stehen. »Was. Sie kennen doch die griechische Sage? Die Geschichte von Ikarus. ist das?« »Ikarus. »Hübsch. nicht wahr?« sagte Sherikov ironisch. »Sie können ihn sich genau ansehen.« Reinhart näherte sich langsam. mit Ihrer Arbeit ganz nach eigenem Belieben fortzufahren – vorerst. Mir geht es darum. Es steht Ihnen frei. Lassen Sie uns das klarstellen.Kontrolle und gelangten zu den Hilfslabors. »Ihnen oder Ihren Mitarbeitern wird keinerlei Zwang auferlegt. Ikarus ist geflogen… Dieser Ikarus wi rd fliegen. so nennen wir ihn.« Sherikov zuckte die Schultern. . ein mächtiger. Deshalb sind Sie ja wohl hergekommen. Ihre Arbeit in unsere gesamtgesellschaftlichen Bedürfnisse zu integrieren. Techniker liefen um ihn her. »Ist das die Waffe. an der Sie arbeiten?« »Wie sieht er aus?« In der Mitte des Raums erhob sich eine gedrungene Metallsäule. häßlicher Zylinder in Dunkelgrau.

verkabelten die bloßliegenden Relaisreihen. Reinhart sah zahllose Röhren und Drähte. als er getötet wurde. als hätte sie keine Zukunft. Klemmen. eine Fortbewegungsmöglichkeit mit Überlichtgeschwindigkeit zu entwickeln. ein Gewirr aus Kabeln. . Doch während das Objekt an Geschwindigkeit gewann. Danach wurde die Ülg-Forschung aufgegeben. Es gelang ihm. ein Objekt mit fünfzigfacher Lichtgeschwindigkeit zu bewegen. daß sich nichts schneller bewegen konnte als Licht?« »Der interstellare Rundfunk tut es! Nein. Hedge entwickelte einen tauglichen Ülg-Antrieb. kreuz und quer. »Was ist das?« Remhart setzte sich auf den Rand einer Werkbank und lehnte seine breiten Schultern gegen die Wand. »Eine Idee von Jamison Hedge – dem Jamison Hedge. und zusammen mit ihm wurde der größte Teil seines Werks vernichtet. der vor vierzig Jahren unseren interstellaren Sofort-Bildfunk entwickelte. Schrauben. Er war dabei. Es sah so aus. Schicht um Schicht.« »Als gezeigt wurde.

Wir gingen davon aus. bis seine Ausdehnung schließlich gleich Null war und seine Masse unendlich. Da es keine Ausdehnung hatte. gewann mit jedem Augenblick noch mehr Geschwindigkeit. Hedges Objekt fuhr fort. Es verschwand. an Ausdehnung zu verlieren und an Masse zu gewinnen.« »Was jedoch tatsächlich geschah. und seine Masse nahm zu. bewegte sich im Bogen durch die . bis die theoretische Geschwindigkeitsgrenze erreicht war – Lichtgeschwindigkeit. Niemand kann sich ein solches Objekt vorstellen. war folgendes. Andererseits war das Objekt aber nicht vernichtet worden.verminderte sich seine Ausdehnung. An diesem Punkt nahm nun die Geschwindigkeit noch mehr zu. während es an Geschwindigkeit gewann. und das Objekt hörte ganz einfach auf zu existieren. Das fügte sich in die vertrauten Konzepte des zwanzigsten Jahrhunderts hinsichtlich der Masse-Energie-Umwandlung.« »Sprechen Sie weiter. nahm es auch keinen Raum ein. Es setzte seine Bahn fort. daß Hedges Objekt. immer mehr an Ausdehnung verlor und an Masse zunahm.

Praktisch enthält jeder Raum ein Geringes an Materie. daß Hedge starb und fast sämtliche seiner Gerätschaften vernichtet wurden.« »Mit welchem Ergebnis?« »Mit dem Ergebnis. Es war offensichtlich. wie die ÜlgObjekte verlangsamt und zurück auf Unterlichtgeschwindigkeit. der bereits von Materie okkupiert war. Die nächste Phase von Hedges Experiment bestand darin. knapp unterhalb des Unendlichkeitslevels.Galaxis und fort aus dem Sol-System. folglich zurück in unser Universum geholt werden konnten. Dieses Gegenprinzip wurde schließlich ausgearbeitet. eine Möglichkeit zu finden. Das Wiedereintreten in den Raum würde also immer verheerende Folgen haben. Hedge hatte den Ülg-Antrieb und das . sorgte Hedges Objekt für eine verheerende Explosion. jenseits unseres Vorstellungsvermögens. Da es eine unglaubliche Masse besaß. Hedges Objekt gelangte in irgendeinen anderen Bereich des Seins. Sein experimentelles Objekt entstand beim Wiedereintritt in das Zeit-Raum-Universum in einem Raum. daß mit einem solchen Antrieb eine Reise im Raum unmöglich sein würde.

Gegenprinzip gefunden. beides praktisch anzuwenden. Wie sollten sie auch? Sobald sie die Lichtgeschwindigkeit überschreitet. »Eine Bombe.« . »Das verstehe ich nicht«. »Ikarus ist die erste praktische Anwendung von Hedges Prinzipien. die in unserem Universum nicht existieren wird. sagte Reinhart.« »Wofür ist das hier dann gut? Wenn das Schiff explodiert.« Reinhart ging auf den großen Metallzylinder zu.« »Das ist also unsere Waffe«.« »Eine Bombe. bislang ist aber noch niemand imstande gewesen. Eine Bombe. Sherikov sprang herab und folgte ihm. das Prinzip taugt nicht für Weitraumreisen.« Sherikov grinste schlau. Eine gigantische Bombe.« »Das stimmt. Die Centaurier werden sie nicht orten und nicht stoppen können. »Sie sagen. Ikarus ist eine Bombe. sobald es in unser Universum zurückkehrt -« »Das ist kein Schiff. die sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt. sagte Reinhart. wird sie ja aufhören zu existieren – und unaufspürbar sein.

« »Wie bald?« Der große Pole zögerte. Er wird Kurs auf Proxima Centaurus nehmen und rasch an Geschwindigkeit gewinnen. Er schob eine Laborwache beiseite. auf der Oberfläche. nachdem er gestartet ist. auch den Nabel ihres Systems – Armun. Wenn er sein Zielobjekt erreicht. Nichts kann ihn stoppen. Ikarus wird innerhalb von Centaurus selbst in dieses Universum zurückkehren. Ikarus aufzuhalten.»Aber – « »Ikarus wird außerhalb des Labors gestartet werden. »Sehen Sie das hier?« Er tippte auf ein kugelförmiges Gebilde von der Größe einer . Eine Verteidigung ist unmöglich. Es gibt für sie keine Möglichkeit. »Bald. wird er sich mit Ülg-100 bewegen. Die Explosion dürfte den Stern und die meisten seiner Planeten ausradieren. Das ist ein unumstößliches Faktum. »Eigentlich hält uns nur noch eine Sache auf.« Sherikov führte Reinhart zur anderen Seite des Labors.« »Wann ist er fertig?« Sherikovs Augen zuckten.

Sie können Sie selbst einspeisen.Grapefruit mit einer Öffnung auf der einen Seite. Dieses Ding bringt Ikarus im richtigen Augenblick zurück auf Unterlichtgeschwindigkeit. Er muß absolut präzise sein.« »Können Sie mir irgendeinen Termin nennen?« Sherikov griff in seine Manteltasche und zog einen Hefter hervor. Funktioniert der Kopf nicht mit absoluter Präzision.« »Wann werden Sie mit diesem Kontrollkopf fertig sein?« Sherikov zögerte unsicher und spreizte seine großen Hände.« »Was ist das?« »Der zentrale Kontrollkopf. unsichtbar für das bloße Auge. »Ich habe hier die Daten für die SRB-Maschinen notiert. wird Ikarus auf der anderen Seite herauskommen und über das Centaurische System hinausschießen. »Was soll ich sagen? Er muß mit unendlich winzigem Gerät verkabelt werden – mit mikroskopisch kleinen Greifern und Drähten. Als maximale Zeitspanne habe ich zehn . Ikarus wird sich nur eine Mikro-Sekunde lang innerhalb des Sterns befinden. »Das hält uns auf.

»In Ordnung.« Reinhart nahm den Hefter argwöhnisch entgegen. nicht dem Rat.Tage angegeben. mich rauszuschmeißen und eine Ihrer Marionetten hier zu installieren. seine persönlichen Interessen dem Allgemeinwohl unterzuordnen. Davon können die Maschinen ausgehen. wie willkommen Ihnen ein Vorwand wäre.« Nachdenklich betrachtete Reinhart den hünenhaften Wissenschaftler. Forschung und Entwicklung unterstand der Sicherheit.« Sherikovs Miene verdunkelte sich. Ich weiß. Sherikov war eine schwer zu knackende Nuß. »Sind Sie sich mit dem Termin sicher? Ich bin nicht davon überzeugt. »Sie werden das Risiko eingehen müssen. .« Langsam steckte Reinhart den Hefter in seine Tasche. »Ich werde sie einspeisen. Commissioner. Ich vertraue Ihnen genausowenig wie Sie mir. individualistisch weigerte er sich beharrlich. Sherikov verlor an Boden – aber er war noch immer eine potentielle Gefahr. Sherikov. Starrköpfig. daß ich Ihnen vertrauen kann.

Der Angriff gegen Proxima Centaurus mußte kommen – und je eher. »Ich werde den Befehl in dem Augenblick geben. Normal? Nicht so ganz. daß hier alles klargeht. erklärte Reinhart. Eine Stimmung lag in der Luft. Terra hatte lange gewartet.« Reinhart stand vor den Maschinen und wartete nervös auf die Ergebnisse. die von Tag zu Tag wuchs. desto besser. Es war zwei Uhr. daß sich das statistische Verhältnis ändert. Der Tag war warm.Aber sorgen Sie dafür. Dafür hängt von den nächsten Tagen zuviel ab. Pannen darf es nicht geben.« »Wenn sich die Chancen zu unseren Gunsten verändern. schloß die menschliche Rasse ein in ihr eigenes System. eine allgemeine Erregung. Das uralte Centaurische Imperium umringte Terra. erstickendes Netz zog sich durch den Weltraum und . ein angenehmer Mai-Nachmittag. Ein ungeheures. werden Sie dann den Mobilmachungsbefehl geben?« »Ja«. Außerhalb des Gebäudes verlief das Alltagsleben des Planeten völlig normal. wenn ich sehe.

schnitt Terra ab von den strahlenden Diamanten jenseits davon… Das mußte ein Ende haben. rechtzeitig zur Ratssitzung seine Papiere in Ordnung zu bekommen. Hektisch bemühte sich Reinhart. In der Abteilung für Historische Forschung wurde die Informationsplatte rasch aus dem Fach für vertrauliche Mitteilungen gezogen und in aller Eile durch das Zentrallabor zum leitenden Beamten befördert. Reinhart stockte der Atem. 7:6. Er wartete. Eine Zeitlang erschien keine Zahlenkombination. Der Rat sowie Präsidentin Duffe waren zu einer sofortigen Sitzung berufen worden. Reinhart verharrte stocksteif.Zu Terras Gunsten. Alles ging sehr schnell. Die SRB-Maschinen surrten. Die neue Verhältniszahl erschien. . 7:6. Für Terra! Innerhalb von fünf Minuten waren alle Abteilungen der Regierung alarmiert. die Anzeige erlosch. Aber einen Zweifel gab es nicht.

Mit Routinearbeit ist vorerst Schluß. Von jetzt an hat alles Gerät für militärische Aufgaben bereitzustehen.« »Das ist riskant. Wir fördern gerade interessante Fakten über den Krieg von 1914 zutage. »Sieht ganz nach dem Ernstfall aus. Einer der Techniker schaute langsam auf. Bringen Sie die Kugel zurück in die Gegenwart.« Fredman verließ den Raum und eilte den Korridor entlang. »Wo ist die Kugel?« wollte er wissen und sah sich um. Hätte nicht gedacht.« »Aber – die Kugel steuert sich doch selbsttätig. daß wir das noch erleben. »Aber wenn es der Ernstfall notwendig macht. die die Kugel bis jetzt gewonnen hat -« »Sofort einstellen. könnten wir natürlich das Risiko eingehen und die Automatik .»Sehen Sie sich das an!« Fredman warf die Platte auf den Schreibtisch seines Vorgesetzten.« »Sie können sie manuell zurückholen.« Der Techniker zögerte. Den Daten zufolge. »Sehen Sie sich das an!« Harper nahm die Platte und überflog sie rasch. »Ungefähr zweihundert Jahre in der Vergangenheit. Er betrat das Zeitkugel-Büro.

daß jetzt die Gelegenheit ist.« Reinhart hielt sich nur mit Mühe unter Kontrolle. nervös. ihre blauen Augen verrieten Sorge. »Es ist mir bewußt. Sie begreifen die Situation nicht. daß sie anhalten wird? Sie ergibt sich auf der Basis einer einzigen Waffe. Zumindest statistisch.« Im Rat wurde erregt getuschelt. denke ich. Woher wissen wir. »Was zum Teufel ist mit Ihnen los? Wir warten seit Jahren darauf.« »Der Ernstfall m acht es notwendig«. die Ratspräsidentin. sagte Fredman gewichtig. »Jeden Augenblick kann sich das Verhältnis wieder umkehren. »Aber die Chancen können sich auch wieder ändern«.« »Sie irren sich. Aber die neue Verhältniszahl ist gerade erst erschienen.aufheben. »Sherikovs Waffe hat das Pendel zu unseren Gunsten ausschlagen lassen.« »Das ist unsere Chance!« brauste Reinhan wütend auf. Margaret Duffe zögerte unsicher. Die Chancen tendieren aber schon seit Monaten zu unseren . sagte Margaret Duffe.

»Die Präsidentin muß sich bewußt sein. wenn der Alarm erst einmal ausgelöst war.« Das Stimmengewirr im Rat wurde lauter. Alle neun Planeten des Sol-Systems sind dafür verantwortlich – nicht ein einzelner Mann. »Sie haben den Alarm ausgelöst. »Falls Sie den Krieg nicht gutheißen. »Wir . Und das wissen Sie. Sie wußten. was Sie taten. Er ist nur ein Faktor. Die öffentliche Reaktion wird stark sein. um mir eine Entscheidung aufzunötigen. Es ist nicht nur wegen Sherikov. All unsere Aktivitäten in den vergangenen achtzig Jahren waren darauf gerichtet -« Reinhart trat näher zu der schlanken Ratspräsidentin. wird es fast unvermeidlich zu Aufständen kommen. als diese Warterei zu beenden.Gunsten.« Ein Ratsmitglied erhob sich. Sie wußten ganz genau. daß der gesamte Planet nichts mehr wünscht. Verdammt stark. Das neue Chancenverhältnis mußte sich früher oder später so ergeben. würde nichts mehr den Lauf der Dinge aufhalten.« Margaret Duffe warf ihm einen kalten Blick zu. Es war nur eine Frage der Zeit.

einen Krieg anzufangen. »Zumal der . »Also gut. wir hätten eine statistische Gewinnchance.müssen den Krieg billigen!… Wir sind verpflichtet!… Es ist zu spät zur Umkehr!« Rufe. »Die SRB-Maschinen sagen uns. »Ich dringe nur auf Mäßigung.« »Sie sagen uns. Wir gehen in einen Krieg. ob wir gewinnen können.« Ihre kalten. Ich sehe die allgemeine Unruhe. sagte Reinhart. Sie garantieren nichts. Ich werde einer Billigung durch den Rat nicht im Wege stehen.« »Es hätte keinen Sinn. Ein Intersystemkrieg ist eine ungeheure Sache. wachsamen Augen taxierten Reinhart. wenn wir ihn nicht gewinnen können«. daß wir die Chance haben. zornige Stimmen. ein beharrliches Rauschen schlug von allen Seiten auf Margaret Duffe ein.« »Was können wir mehr verlangen als eine gute Chance?« Margaret Duffe preßte die Zähne aufeinander. Die Abstimmung kann erfolgen. »Ich bin genauso für den Krieg wie Sie alle«. ihn zu gewinnen. weil eine Maschine sagt. sagte sie scharf.

geleitet wurde.« Erleichtert trat Reinhart beiseite. aber wenn Armun untergegangen ist. Reinhart wohnte der militärstrategischen Besprechung in den Ratsräumen bei.« Die Mobilmachung schritt rasch voran. Wenn die Bombe explodiert. Mit lockerer Hand zeichnete er ein Schaubild an die Tafel. sagte Carleton. »Sherikov hat erklärt. Die nächsten achtundvierzig Stunden waren voller Aktivität. in Stellung gehen. Einige werden zweifellos von der Explosion verschont bleiben.Alarm bereits an sämtliche Abteilungen der Regierung weitergeleitet worden ist. »Wir gehen wie folgt vor«. Commander Carleton. die vom Oberbefehlshaber der Flotte.« »Gut. daß es bis zur Fertigstellung der Ülg-Bombe noch acht Tage dauern wird. sollten wir mit ihnen . die wir vor dem Centaurischen System postiert haben. wird die Flotte Operationen vornehmen gegen die noch verbleibenden centaurischen Schiffe. In dieser Zeit wird die Flotte. Dann können wir wohl endlich die Mobilmachung in Angriff nehmen. »Dann wäre das geregelt.

Wir hoffen. treten wir in die .« Carleton nahm seinen Bericht wieder auf. Nach der Beseitigung von Armun sollte es uns möglich sein. in den centaurischen Kolonien Massenaufstände zu fördern. »Wenn die centaurische Flotte zerstreut ist. Ein Intersystemimperium ist schwer am Leben zu erhalten. die jetzt starten.« Reinhart unterbrach Commander Carleton. Überall werden sich wahrscheinlich lokale Kriegsherren hervortun. So wie momentan unser AchtPlaneten-System. um das sich sämtliche Kolonien sammeln können. am Ende für ein einigendes Prinzip zu sorgen.leicht fertigwerden. die sie haben wollen. Wir möchten Waffen verfügbar haben für sie und Schiffe. Jede Fabrik auf Terra wird auf Waffenproduktion umgestellt. Unser Interesse ist mehr ökonomischer als politischer Natur. um sie rechtzeitig zu erreichen. solange sie unsere Industrie mit den nötigen Produkten versorgen. »Ich kann vielleicht etwas zur ökonomischen Situation sagen. selbst mit Schiffen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit. Sie können die Regierungsform haben.

die gerade hereingekommen waren. voller Neugier. Das gesamte System war zum Leben erwacht. ob sich bei der Anzeige der Maschinen irgend etwas getan hatte.« Er reichte Reinhart eine Nachrichtenplatte. Kaplan kam zu Reinhart herüber. So weit. es gab jedoch nichts. daß seit dem Mobilmachungsbefehl erst zwei Tage vergangen waren. was sie dagegen tun konnten. so gut.kritische Phase des Kriegs ein. . Der Laborleiter suchte nach etwas Bestimmten. Viele Probleme wurden gelöst – aber nicht alle. Könnte Sie interessieren. Wußten die Centaurier von Ikarus? Zweifellos. Er sortierte einen Schwung von Daten. funktionierte in fieberhafter Aktivität. »Eine amüsante Meldung dazwischen. Er betrat den Lift und fuhr hinauf zum SRB-Raum. Zumindest nicht innerhalb von acht Tagen. In dieser Phase -« Reinhart entfernte sich. Das Landen von Männern und von Versorgungsgütern von den Schiffen. Sie war unverändert. Schwer zu glauben. die in sämtlichen Schlüsselpositionen im Centaurischen System gewartet haben.

das sofort aus dem Labor entkam. und es wurden verschiedene Objekte aus der Vergangenheit mit zurückbefördert. Es ist noch nicht in Schutzhaft genommen worden. schreibt ihn jedoch den besonderen Umständen der allgemeinen Mobilmachung zu. daß bei der Rückbeförderung der Zeitkugel in die Gegenwart erstmals das manuelle Verfahren angewendet wurde. . Aus diesem Grund gab es keinen klaren Schnitt.Sie kam von der Abteilung für Historische Forschung: 9. Unter diesen Objekten befand sich auch ein männliches Individuum vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Historische Forschung bedauert diesen Vorfall. Mai 2136 Hiermit wird gemeldet.

was die Maschinen dazu zu melden haben. setzte er sich sofort über den Geheimkanal des Videofons mit Sherikov in Verbindung. Ein Mensch aus der Vergangenheit – und wird mitten in den größten Krieg. Commissioner -« »Was ist los?« fragte Reinhart scharf. »Um ehrlich zu sein.« »Schwer zu sagen. Ich frage mich. Fredman Reinhart gab Kaplan die Platte zurück. »Guten Tag.« Reinhart verließ den Raum und eilte durch den Korridor zu seinem Büro. Sherikov druckste herum. Commissioner. Wie kommen Sie mit der Verkabelung des Kontrollkopfs voran?« Ein leichter Schatten huschte über Sherikovs Gesicht. Die schweren Gesichtszüge des Polen erschienen. Als er den Raum betrat. Wahrscheinlich nichts. »Interessant. Wie laufen die Kriegsvorbereitungen?« »Gut. hineinversetzt.E. »Sie wissen. wie es . den das Universum jemals erlebt hat.« »Sonderbare Dinge geschehen.

Roboter einzusetzen. Sie besitzen größere Geschicklichkeit. Ihnen bleiben acht Tage. Ich habe meine Leute von der Sache abgezogen und versucht. » – einen Künstler. Wir werden Sie fertigkriegen. »Keine Aufregung. aber sie können keine Entscheidungen treffen. Der ganze Krieg hing von der Ülg-Bombe ab. Die den SRB-Maschinen eingespeisten Daten enthalten diese Information.« Reinharts Gesicht wurde hart. Sherikov. »Hören Sie. Commissioner. würde er ihn festnehmen und erschießen lassen. Rufen Sie mich an. Die Verhältniszahl von 7:6 basiert auf dieser Angabe. sobald sie es geschafft haben. Kaplans Gesicht erschien auf dem . Der Bildschirm leuchtete wieder auf. Die erfordert -« Er suchte nach dem Wort. Reinhart schaltete ihn ein. Falls Sherikov sie im Stich ließ. Und diese Sache erfordert mehr als bloße Geschicklichkeit.« Er unterbrach die Verbindung.« »Das hoffe ich. um die Bombe fertigzustellen.so geht. Falls Sie es nicht schaffen -« Sherikov wand sich vor Verlegenheit.

Schirm. »Commissioner. Von der Historischen Forschung.« Die Maschine schluckte die Platte. Er fand Kaplan. »Beobachten Sie die Zahlen«.« »Was für Ergebnisse?« Kaplan schluckte betreten.« Beunruhigt eilte Reinhart aus seinem Büro und den Korridor entlang. »Ich führe es Ihnen vor. »Worum handelt es sich?« fragte Reinhart. Es ist etwas geschehen.« »Was ist los?« »Ich zeig es Ihnen dann. habe ich es rasch entfernt. die ich Ihnen gezeigt habe. der vor den SRB-Maschinen stand. Sie war unverändert. . Über den Mann aus der Vergangenheit. murmelte Kaplan. nachdem er sie auf ein kleines Fließband gelegt hatte. Das Gesicht des Laborleiters war blaß und starr. Genau wie eben. Nervös hielt Kaplan eine Nachrichtenplatte hoch. Es handelt sich um die Meldung. Als ich die Ergebnisse sah. Er blickte auf die Anzeige. Sie kommen am besten zum SRB-Büro. »Das hier habe ich gerade den Maschinen eingegeben. Ich gebe sie noch mal ein.

»Es ist unglaublich. daß so etwas einmal -« »Was ist passiert?« »Die Maschinen können die Meldung nicht verarbeiten. Reinhart hielt den Atem an. »Was bedeutet das?« murmelte Reinhart benommen. Einen Augenblick lang geschah nichts. Weiterhin wurde 7:6 angezeigt. Es handelt sich um eine Information. sein Magen verkrampfte sich. Die Maschinen surrten.Reinhart tat es. die sie nicht integrieren können. Dann – die Zahlen verschwanden. Überhaupt nichts. 16:38 für Centaurus. Die Maschinen stockten. Etwas.« »Aber wieso?« . 79:15 zu Terras Gunsten. Wir hätten nie gedacht. Daher keine Anzeige. Nur die leere Anzeigentafel. Kurz erschienen neue Zahlen. was nicht zur Voraussage taugt. Aber die Zahlen verschwanden. Neue Zahlen erschienen. doch nichts geschah. 4:24 für Centaurus. Keine Zahlen. starr vor Anspannung. Dann nichts. Dann 48:86. und sie bringt all ihre anderen Daten durcheinander.

»Etwas. woraus keine Schlußfolgerung gezogen werden kann. Der Mann aus der Vergangenheit.« Kaplan zitterte.»Diese Information – sie ist eine Variable. Die Maschinen können mit ihm nicht fertig werden. mit diesem – variablen Mann!« . blaß und mit weißen Lippen.

als der Tornado ihn erwischte. Ein Automobil hatte seine beiden Pferde verschreckt. wenn Cole mit seinem Karren vorbeikam. Der Tag war regnerisch und wolkenverhangen. Die Geschäfte waren schlecht gegangen. verbogenen Kanne. er mochte Kaffee. Jedesmal. Manchmal gab sie ihm eine Tasse Kaffee aus einer alten. mit seinem Wetzstein ein Messer zu schleifen. An schlechten Tagen waren weniger Menschen draußen. und er mußte vom Karren heruntersteigen .II Thomas Cole war dabei. hatte die Lady etwas zum Schleifen für ihn. Das gefiel ihm sehr. Das Messer gehörte der Lady in dem großen grünen Haus.

Sie bewegten sich in großer Stille. Niemand sonst hatte ihn reparieren können. er war fast damit fertig. Cole wußte. Urplötzlich war er da und hatte ihn umringt. noch bevor der Wirbelsturm ihn erwischte. nicht einmal der Mann von der Fabrik. Ein Dollar war eine Menge. inmitten von grauem Nebel. Der Dollar würde ein ganzes Ende reichen. um sie sich anzusehen – und dann kam der Tornado. Er spuckte auf die Klinge und hielt sie hoch. Er saß über seinen Wetzstein gebeugt. hielt die Zügel zwischen den Knien und war ganz in seine Arbeit versunken. was zu tun war und wie er der alten Lady das Messer zurückgeben . Bei dem Messer hatte er gute Arbeit geleistet. daß es ein Tornado war.und an den Haustüren läuten. Ein einziges Grau. Und während er sich noch fragte. Aber der Mann in dem gelben Haus hatte ihm einen Dollar für die Reparatur seines elektrischen Kühlschranks gegeben. Cole und der Karren und die Pferde schienen sich genau in seinem Innern zu befinden. Alles war so still.

aber irgend etwas Ähnliches. Wo befand er sich? Das Grau war verschwunden. Cole war sofort wieder auf den Füßen. Ein grelles Licht schien herab. Und dann sah er die Leute. und der Tornado kippte ihn um. Noch mehr Männer erschienen. Wie in einem Hospital. Und er witterte Gefahr! Cole lenkte das Gespann auf die Tür zu. hochzukommen. von allen Seiten. Cole richtete den Karren auf und sprang auf den Sitz. Männer mit erstaunten weißen Gesichtern. Auf allen Seiten ragten weiße Mauern empor. Werkzeug und Gerät fiel heraus.sollte. als sie durch den Ausgang stampften. . Das Pferdegespann schleppte den auf der Seite liegenden Karren weiter. Er war draußen in einem großen Gang. Hufe donnerten Stahl gegen Stahl. in irgendeiner Art von Uniform. so daß er der Länge nach auf dem Boden landete. gab es plötzlich einen Stoß. kein Tageslicht. während die erstaunten Männer in alle Richtungen stoben. Der Gang teilte sich. Die Pferde wieherten ängstlich und versuchten angestrengt.

und Cole hielt die Zügel mit festem Griff. Er versengte die Ecke des Karrens. Cole ergriff Furcht. helles Sonnenlicht schien auf sie herab. Irgendeine Art Park. Ein dichter Dschungel . Der Wald schien einmal künstlich angelegt worden zu sein. Er befand sich in Sicherheit. Dann gewannen die Pferde an Geschwindigkeit. Für eine angstvolle Sekunde kippte der Wagen. Irgend etwas schoß an ihm vorbei. Er konnte schwach ihre schrillen Rufe hören. stürzte beinahe um. das Holz rauchte. Er trat die entsetzten Pferde. Sie erreichten eine große Tür. Hinter ihm waren die kleinen weißgesichtigen Männer herausgekommen und standen wild gestikulierend in einer Gruppe beisammen. Doch er war davongekommen. Er drosselte die Geschwindigkeit der Pferde und begann wieder zu atmen. Die Tür gab nach – und sie waren draußen. ein dunkelvioletter Strahl. krachten wild dagegen.Sie riefen und wimmelten aufgeregt durcheinander wie weiße Ameisen. jagten über ein offenes Feld in Richtung auf einen fernen grünen Strich. Doch der Park war verwildert und verwuchert.

daß es entweder früher Morgen oder später Nachmittag war. Zweifellos war er eine weite Strecke fortgetragen worden. Seine Restekiste hatte sich . Einige seiner Werkzeuge waren herausgefallen und unterwegs verlorengegangen. Das Hospital.aus verschlungenen Pflanzen. ordnete es und ließ seine Finger liebevoll über jedes einzelne Werkzeug gleiten. Der Geruch der Blumen und des Grases. das sonderbare Licht. Doch die Position der Sonne verriet ihm. Einige der kleinen Meißel und Beitel waren fort. den er aufgeschnappt hatte – alles deutete darauf hin. die Feuchtigkeit der Blätter ließ auf Morgen schließen. der Akzent. die Männer mit den weißen Gesichtern. Es war später Nachmittag gewesen. Und der Himmel war von Wolken bedeckt gewesen. Alles wuchs durcheinander. als der Tornado ihn emporgerissen hatte. was noch vorhanden war. Cole sammelte zusammen. daß er sich nicht länger in Nebraska befand – vielleicht nicht einmal mehr in den Vereinigten Staaten. Der Park war leer. Cole überlegte. Keine Menschenseele war dort.

daß er dorthin gefahren war.geöffnet. Ein zweiter Punkt folgte. die schwielige Hand über den Augen. Über dem Wagen stieg die Sonne langsam am Himmel auf. wischte sie sorgfältig mit einem Öllappen ab und legte sie wieder an ihren Platz. und das meiste Kleinzeug war verloren. Doch seine Augen waren klar und hellblau. der sich mit unglaublicher Geschwindigkeit bewegte. Sie hatten gesehen. Im Park konnte er nicht bleiben. Beunruhigt runzelte Cole die Stirn. mit verknitterten schmutzigen Kleidern. und seine Hände waren fein geformt. das Kinn voll grauer Stoppeln. Die beiden Punkte waren verschwunden. ein großer Mann mit etwas gekrümmten Schultern. Er würde weiterfahren müssen und . Er hob die Stichsäge auf. Die Punkte verstörten ihn. Cole sah nach oben. Völlig geräuschlos bewegten sie sich. kaum daß er sie gesehen hatte. Er las den Rest auf und tat ihn behutsam in die Kiste zurück. Ein winziger schwarzer Punkt. Sie würden nach ihm suchen. Hoch oben jagte etwas blitzschnell über den Himmel.

Sein Magen begann bereits zu knurren und zu klagen. mit wachsamem Blick. Für eine Mahlzeit und ein Taschengeld. einer Militäreskorte. Thomas Cole trieb das Gespann an.Ausschau halten nach etwas Eßbarem. tischlern und zimmern. . eine unförmige. gefolgt von einem zweiten Schiff. Zusammengekauert saß er auf dem Sitz. Reinhart fuhr in seinem Kreuzer mit Höchstgeschwindigkeit. durch den Dschungel aus Bäumen und Blumen. Maschinen und Uhren reparieren. eine verwischte Mischung von Grau und Grün. alle möglichen Haushaltsgeräte in Ordnung bringen. was er tun konnte: Gartenarbeit. Es gab vieles. schleifen. mahlen. stumpfe Ruine. während der Karren durch das struppige Gras rumpelte. was die Leute getan haben wollten. Arbeit. Alles. Sogar streichen. Die Überreste von New Y breiteten sich unter ork ihm aus. Die Oberfläche von Terra schoß dahin. fuhr los. Er konnte praktisch alles tun.

entscheide ich. Sie sind derjenige. Schlacke und Unkraut unter ihm.überwachsen von Unkraut und Gras. Reinhart warf ihm einen kalten Blick zu. als Reinharts Schiff landete. Und dann plötzlich der Dschungel. der den Befehl gab. Reinhart stieß hinunter und brachte seinen Kreuzer auf dem kleinen Behelfslandeplatz hinter dem Hauptgebäude zum Stehen. In Übereinstimmung mit Ihrer Direktive. Harper. sagte Harper unbehaglich. der einmal Central Park gewesen war. Die großen Atomkriege des zwanzigsten Jahrhunderts hatten praktisch das gesamte Küstengebiet in eine endlose Schlackenwüste verwandelt. »Offen gesagt. alles bereitzustellen für -« . der Abteilungsleiter. »Was wichtig ist. die Kugel manuell zurückzubringen?« »Den eigentlichen Befehl gab Fredman. warum Sie diese Angelegenheit für so wichtig halten«. kam sofort herbeigeeilt. verstehen wir nicht. Die Historische Forschung kam in Sicht.

« Fredman bewegte sich unbehaglich.Reinhart ging auf den Eingang des Forschungsgebäudes zu. Commissioner. was geschehen ist. mit präzisen Angaben. ohne sichtbare Erregung. Wir wollten die Kugel so schnell wie möglich zurückbefördern.« »Ich möchte alles wissen. In dem Moment. die Steuerautomatik abzuschalten und die Kugel manuell zurückzubefördern. Er begrüßte Reinhart ruhig. »Tut mir leid.« »Ich möchte ihn sprechen. Wir wollten nur die Abteilung für den Krieg in Ordnung bringen. »Da gibt’s nicht viel zu erzählen.« Fredman empfing sie drinnen. Gehen wir. »Zweifellos wird der Mann mit seinem Wagen ja schon bald von Ihrer Polizei aufgelesen. als das Signal sie erreichte. daß wir Ihnen Schwierigkeiten gemacht haben. Ich gab Anweisung. Als sie sich löste.« Er musterte Reinhart neugierig. bewegte sich die Kugel gerade durchs Frühjahr 1913. wo sich gerade diese Person . »Wo ist dieser Fredman?« »Drinnen. riß sie ein Stück vom Boden mit.

und ihr Wagen befanden.« »Weiter. Sie wurde abgeschaltet.« »Was für eine Art Wagen war es?« »Eine Art Karren mit irgendeinem Zeichen darauf. In schwarzen Buchstaben auf beiden Seiten aufgemalt. um auf irgendwelche Anzeigen zu achten. Niemand hat gesehen. doch er fuhr den Wagen hinaus auf den Gang und trieb uns beiseite. was genau es war. Die Pferde haben gescheut. verfehlte ihn aber. nachdem die manuelle Steuerung in Gang gesetzt worden war. Bis wir den . Wir versuchten ihn zu stoppen. nach draußen. Was geschah dann?« »Irgendwer schoß einen Slem-Strahl auf ihn ab. was sich darin befand. daß sich in der Kugel etwas befand?« »Wir waren zu aufgeregt.« »Hat denn keines Ihrer Instrumente angezeigt. Die Person wurde natürlich im Innern der Kugel in die Gegenwart gebracht. bevor irgend jemand bemerkte. Eine halbe Stunde. materialisierte sich die Kugel im Beobachtungsraum. Die Pferde jagten mit ihm hinaus aus dem Gebäude.

bis es nicht mehr zu sehen war. hob vom Boden ab und stieg rasch in den Himmel hinauf. Sie werden von Glück sagen können. .« Er strebte bereits wieder seinem Schiff zu. »Falls er sich noch im Park befindet. war der Wagen schon auf halbem Weg zum Park.« Er lächelte sarkastisch. »Wir sind im Krieg. »Nehmen Sie den gesamten Führungsstab dieser Abteilung fest. dem nicht wiederaufgebauten. Harper schritt neben ihm.« Reinhart betrat sein Schiff. Aber wir müssen vorsichtig sein.« Reinhart überlegte. Fredman blieb zurück. Er flog über ein grünes Rechteck in dem Ozean aus Grau. Er winkte einige Regierungswachen herbei.Ausgang erreicht hatten. als Harper kreidebleich wurde. daß ihnen wegen Verrats der Prozeß gemacht wird. Reinhart flog hoch über einem Meer aus grauer Schlacke. Reinhart blickte zurück. sollten wir ihn bald haben. wenn Sie mit dem Leben davonkommen. Ich werde dafür sorgen. verwüsteten Gebiet. Reinhart blieb bei seinem Schiff stehen. Später. Ein zweites Schiff eskortierte ihn.

Und von den Anzeigen der SRB-Maschinen hing der ganze Krieg ab. weite Fläche aus Schlacke verwunderte ihn. Die stille. durchbrachen hier und dort die ebene Oberfläche. Schiffe und Transporter voll einsatzbereiter Männer. vom dichten Gras zu rupfen. Was war hier geschehen? Nichts rührte sich. Es . Inzwischen jedoch blieben die Anzeigen der SRB-Maschinen leer. Auf dem Boden rumpelten Geschütze und geländegängige Fahrzeuge dahin.Central Park. aber trotzdem löste der Anblick ein unbehagliches Frösteln in ihm aus. Cole machte kurz Rast und ließ den Pferden Zeit. Er konnte über den Himmel jagende Polizeischiffe sehen. Kein Gebäude. Gegen Mittag erreichte der Karren den Rand des Parks. Bald würden sie den Mann haben. deren Ziel das grüne Rechteck war. Cole fuhr den Karren langsam hinaus auf die Schlacke und studierte den Himmel über sich. schwarze Reihen näherten sich dem Park von allen Seiten. An manchen Stellen sprossen Gras und Unkraut. kein Lebenszeichen.

gab nichts. jenseits des Schlackefelds. Die Häuser waren gleichförmig. und fuhr langsam weiter. wie der Ozean. Er hatte ihr Ende erreicht. Rasen. Aber solche. Die Schlacke hörte auf. wie auch sie verschwanden. ein Weg. Er beobachtete. Weitere Flugzeuge. identisch. was ihn verbergen konnte. Cole fuhr noch langsamer und spähte angestrengt hin. Eine halbe Stunde später tauchte weiter vorn etwas auf. jetzt. dunkle Erde und Gras. in Reih und Glied. Hunderte. Vor jedem war ein wenig Rasen. wie er sie noch nie zuvor gesehen hatte. Überall wuchs Unkraut. tragflächenlose Metallmaschinen. da er den Park verlassen hatte. Häuser wahrscheinlich. befand sich eine Reihe von Gebäuden. Erde löste sie ab. Dann schwenkten sie nach rechts und verschwanden. Wie kleine grüne Muscheln. Die Schlacke war nackt und gleichförmig. Wenn er entdeckt wurde – Ein Schwarm winziger schwarzer Punkte jagte über den Himmel und näherte sich rasch. irgendeine Art von Häusern. . Vor ihm. Oder Schuppen.

eine Veranda. Er gelangte in eine Straße zwischen zwei Häuserreihen. geraden Reihen. Doch es gab keine Hunde oder Kinder. War wohl eher metallisch und gar kein Stoff. Ein Museum. Er lenkte den Wagen vorsichtig vorwärts. in Richtung der Häuser. Hecken in dünner Reihe um jedes Haus. Ein junger Mann. der den Bürgersteig entlangging. Ein absonderlich gekleideter junger Mensch in einem togaartigen Umhang. Oder etwas. Ein Gewand aus einem einzigen Stück. Und Sandalen. Im Sonnenschein strahlte es leicht. und laut hallten die Hufe seiner beiden Pferde in der Stille. Kleine grüne Muscheln in präzisen. der ihm bis zu den Knien reichte. Er befand sich in irgendeiner Kleinstadt. Niemand war zu sehen. Alles war ordentlich und still. Er fühlte sich unwohl. gaffte ihn verblüfft an. Sowohl der Umhang als auch die Sandalen waren aus einem merkwürdigen mattglänzenden Material. . Aber die Häuser waren alle gleich und sehr klein. das wie Sandalen aussah. Wie eine Attrappe.

mit belegter Stimme und knallroten Ohren dem Gespann etwas zu. Er zügelte das Gespann. Eine Winzigkeit von diesem mattglänzenden Material. Braune Haare und Augen. Schlanke Taille. kräftige. Er warf einen kurzen. war Arbeit. Aufträge. Die Frau war kaum bekleidet! Er ruckte mit den Zügeln und trieb die Pferde zur Eile an. Der Rest ihres zierlichen Körpers war völlig nackt. Ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen – und dann vor Furcht. flaumbedeckte Beine. das strahlte und funkelte. Sie richtete sich auf. als sich sein Pferdegespann näherte. Hinten stand noch immer die Frau. Ihr Mund öffnete sich zu einem lautlosen »Oh«. volle Brüste – wütend verdrängte er den Gedanken. Er hatte richtig gesehen.Eine Frau begoß Blumen am Rand einer Rasenfläche. Die Frau trug nur ein Paar durchsichtiger kurzer Hosen. hastigen Blick zurück – und rief dann. Eine recht gute Figur. tiefrote Lippen. Cole wurde rot und drehte rasch seinen Kopf zur Seite. Was er brauchte. Die Frau war schön. . und ihre Gießkanne entglitt ihren Fingern und rollte unhörbar auf den Rasen. Nichts sonst.

Cole brachte den Karren zum Stehen und sprang hinunter auf den Bürgersteig. Er war fotografiert worden. Ich versteh mich auf alles. ich kann flicken. Eine Türglocke gab es nicht. als ein Segment der Tür darüberglitt. Er stieg die Veranda hinauf. Eine Linse verschwand. »Was wollen Sie?« fragte der Mann. »Irgendwelche Arbeit. ein scharfes Geräusch in Höhe seiner Augen. der drohend den Eingang versperrte. ließ beklommen seine Hand über die Oberfläche der Tür gleiten. Er suchte danach.« Unsicher verklang seine Stimme. Das Haus war hübsch. Er wählte ein beliebiges Haus und näherte sich ihm vorsichtig. Cole blickte überrascht auf. Während er sich noch fragte. mach heil. was das bedeutete. was kaputt ist. Plötzlich gab es ein Klicken. Es besaß eine gewisse simple Schönheit. reparier alles. murmelte Cole. Ein Mann füllte den Rahmen. ein großer Mann in einer khakifarbenen Uniform. schwang die Tür plötzlich auf. »Ich suche Arbeit«. Doch es sah zerbrechlich aus – und es sah aus wie alle anderen. »Egal .

Die letzten Pferde sind im Fünften Atomkrieg umgekommen. ich -« Der Mann blickte an ihm vorbei zu dem Karren und den beiden vor sich hindösenden Pferden. In den Augen des Mannes war irgend etwas. »Sonderbar?« murmelte Cole beunruhigt. »Was ist denn das? Was sind denn das für Tiere? Pferde?« Der Mann rieb sich das Kinn.« Cole straffte sich. ein durchbohrender Blick. Er mußte auf der Hut sein.« Er musterte Cole neugierig. »Warum tragen Sie diese altertümliche Kleidung?« »Altertümlich? Wieso. auf den Weg. eine Härte. »Sie wissen doch. betrachtete Cole eingehend. daß da Beschäftigungstherapien vermittelt werden.« »Wenden Sie sich an die Vergabestelle des Bundesamts für Beschäftigtenkontrolle«. Darum sonderbar.was. sagte der Mann forsch. »Sonderbar«. er war plötzlich alarmiert. Cole wich zurück. Irgend etwas stimmte nicht. »Weshalb?« »Seit über einem Jahrhundert gibt es keine Pferde mehr. fort von der Veranda. . sagte er.

»Wer sind Sie? Weshalb sind Sie so gekleidet? Wo haben Sie das Fahrzeug und das Pferdegespann her?« »Ich gehe schon«.»Ich gehe dann mal«. murmelte Cole mechanisch und wich weiter zurück. »Vom Bundesamt für Vorratswirtschaft. Mit einem Ruck zog der Mann etwas aus seinem Gürtel. Ziffern – »Ich bin Direktor Winslow«. Er hielt sie Cole hin. sonst ist in fünf Minuten die Sicherheit hier. Das Bild des Mannes. Mit geducktem Kopf rannte er den Weg zurück in Richtung Straße und Wagen. Wörter. irgendeine Art Schrift. sagte der Mann. Es war aufgerolltes Papier. ein dünnes Metallblatt in der Form eines Röhrchens. Irgend etwas traf ihn. Er konnte nichts davon lesen. Mit ungeheurer Wucht schleuderte es ihn mit dem Gesicht zu Boden. Zahlenreihen. Hoffentlich haben Sie eine gute Erklärung parat.« Cole reagierte blitzschnell. Er lag . murmelte er. »Über hundert Jahre lang gibt es schon keine Pferde mehr. eine dünne Metallröhre.« Der Mann kam auf Cole zu.

alles verwischte zu bloßer Bewegung. zu beiden Seiten der Straße. sich aufzurichten auf dem Sitz. während der Wagen immer schneller fuhr. Der Wagen fuhr schneller. Er war schwach. Der Mann kam den Hausweg entlang und auf ihn zu. Schwankend erhob er sich. Gestalten. . Er zuckte wild. Schwächlich trieb Cole das Gespann an. tief und schwer atmend. Große Gebäude. ohne dagegen etwas tun zu können. Häuser jagten vorbei. Er befand sich auf einer Art Landstraße. Das Schwanken des Karrens verursachte ihm Übelkeit. ließ die ordentlichen kleinen Häuser hinter sich. bog um eine Ecke. Dann verließ er die Stadt. wie zerschmettert. und zitterte heftig. Häuser und Straßen. Cole zog sich keuchend und würgend hinauf auf seinen Karren. Er bekam die Zügel zu fassen.in einem Haufen fühlloser Glieder. Cole ließ sich gegen den Sitz fallen. Fabriken. erstaunt blickende Männer. verebbte. Mit einem Ruck gerieten die Pferde in Bewegung. Dann Schmerzen. Eine Schockwelle rollte über ihn hinweg. und es gelang ihm. Ihn schwindelte.

Wie Folie. Vor Coles Augen verschwamm alles. Cole zügelte das Gespann. wurde ihm etwas bewußt. das ihm der Mann gegeben hatte. auf das Papier gedruckt. Ein Datum. Konnte das angehen? Aber er hielt das Papier in der Hand. Und es mußte stimmen. Was hatte der Mann gemeint? Fünfter Atomkrieg. wie im Schock. Er fand das Identifikationsröhrchen. Flugzeuge ohne Tragflächen – geräuschlos. Die letzten Pferde. Die Schrift war ihm fremd. Es ergab keinen Sinn. Dünnes Metallpapier. direkt in der Ecke. Oktober 2128. Und sie hatten Sachen. rollte Cole das . Es stand ja dort. 6. Cole kramte in seinen Taschen.Nach einer Weile blieben die Fabriken zurück. Dann. Oktober 2128. In der Aufregung hatte er es mitgenommen. Langsam. Er entrollte es langsam und betrachtete es aufmerksam. Sehr lange betrachtete er es. Etwas in der Ecke rechts oben. allmählich. Kraftfelder. Die Dinge rings um ihn schwankten und taumelten. von denen er nichts wußte.

« »Wo innerhalb des Netzes?« »Außerhalb. »Dixon hier. Er schaltete ihn rasch ein. Während er sich das durch den Kopf gehen ließ. Zweihundert Jahre. »Meldung über den Mann aus der Vergangenheit. zweihundert Jahre in der Zukunft. während die Leitung zugeschaltet wurde. Es schien unmöglich. das um den . Doch jetzt begannen die Dinge einen Sinn zu ergeben. Reinharts Bildschirm summte.« Reinhart wartete angespannt.« Der Offizier räusperte sich und kramte in seinen Nachrichtenplatten. Westliche Streitkräfte. der sich langsam die Straße entlangbewegte.« »Geben Sie ihn durch. Er befand sich in der Zukunft. erschien am Himmel das schnelle schwarze Schiff der Sicherheit und jagte im Sturzflug auf den Pferdekarren zu. Der Schirm wurde wieder heller.Röhrchen wieder zusammen. »Ja?« »Bericht von der Sicherheit. Er entfernt sich aus dem Raum New York. Er entging dem Netz.

doch inzwischen war es zu spät. daß er die Städte meiden würde. fanden aber natürlich nichts.« »Entging?« »Wir gingen davon aus. um ihn möglichst festzuhalten.« Reinharts Kieferknochen mahlten. Den Park haben wir uns gründlich vorgenommen. Eine Stunde später erhielten wir einen Bericht von einem Bewohner von Petersville. gelangte er in das Städtchen Petersville. Winslow rief sofort die Sicherheit an. das ist der Beamte. verwickelte ihn in ein Gespräch. »Weiter. er suchte Arbeit. Der Mann war bereits verschwunden. Winslow. doch er entkam und fuhr mit seinem Karren davon. da er sich in eine der Kleinstädte am Rand des Schlackengebiets begab. einem Beamten vom Amt für Vorratswirtschaft. Natürlich umschloß das Netz die Städte nicht. sobald eine . Der Mann aus der Vergangenheit war an seine Tür gekommen.« »Erstatten Sie sofort Bericht.Central Park gelegt worden war.« »Wenige Minuten bevor sich das Netz um den Park schloß.

Ein heißer Wind fegte über Cole hinweg. trieb seinen Körper möglichst weit vom Karren fort. Er rollte. er fiel. Es gab ein dumpfes Dröhnen und einen grellen Blitz. . Eine Sekunde. Er schloß die Augen und versuchte.« Reinhart schaltete den Schirm aus. Das Bild verschwand rasch. befand sich Cole schon ein Stück vom Karren entfernt. hob ihn hoch und schleuderte ihn fort wie ein Blatt. Er reagierte sofort. Der Feuerball dehnte sich. nahm an Größe zu. Cole sah den Schatten des Sicherheitsschiffs. Sein Körper stand in Flammen. seine Knie und seine Handflächen auf. Dann schlug er auf dem Boden auf. drehte und wand sich. verbrannt von dem blendenden weißen Feuerball. Wir müssen ihn haben – und zwar verdammt schnell. Er rannte. nachdem der Schatten über ihn weggeglitten war. seinen Körper nicht zu verkrampfen. Kies und Steine schürften sein Gesicht. Er wurde verzehrt. Cole schrie kreischend auf vor Schmerz.weitere Meldung kommt. Er lehnte sich in seinem Sessel zurück und wartete.

Es gab keine Hoffnung mehr. Die Zeit verging. war nur noch ein schwarzer Aschenrest. Die Luft war erfüllt von einem bitteren beißenden Geruch. Er knirschte mit den Zähnen – Der gierige Feuerball verblaßte und erstarb. Cole lag da. Wo er gewesen war. Es war etwa vier Uhr nachmittags. Ein letztes Sprühen. Über dem Loch hing eine häßliche Wolke. Cole überlegte. In drei Stunden würde es dunkel sein. verkrümmt und gebläht. schwarz und unheilvoll. klaffte jetzt ein großes Loch. eine rissige Wunde in der Mitte der Landstraße.schwoll an wie eine monströse Sonne. Langsam öffnete er die Augen. Coles Kleidung brannte und rauchte. und er verlosch. Mit qualvoller Langsamkeit bewegte sich die Sonne über den Himmel. Das Ende war gekommen. Sein Karren war verschwunden. Der Boden unter ihm war heiß und von der Detonation zu Klumpen gebacken und versengt. Aber Cole lebte. Noch. Weit oben kreiste das tragflächenlose Flugzeug und hielt Ausschau nach Lebenszeichen. Wenn er bis dahin am Leben bleiben konnte – . atmete flach und langsam.

Ein paar Ameisen liefen über seine ausgestreckte Hand. Endlich war es entschwunden. dröhnte in seinem Hirn. Schließlich hörte das Flugzeug auf. Allmählich begann die ungeheure schwarze Wolke davonzutreiben und sich in einen gestaltlosen Nebel aufzulösen. Sein Mund war trocken. Vernichtet. Schwankend wischte er sich über das Gesicht. Die Vorstellung betäubte ihn. Das Flugzeug .Hatte das Flugzeug ihn vom Wagen springen sehen? Er lag regungslos da. er fühlte sich krank und fiebrig. Nichts als Asche und Trümmer waren übrig. über ihm zu kreisen. Der Wagen war verschwunden. und schoß davon in Richtung Horizont. Verschwunden. Der Gedanke traf ihn wie ein Schlag. um einen sauberen Mund zu bekommen. Ihm war übel. Er spie ein paarmal aus. Sein Körper schmerzte und zitterte. Der Himmel war klar. Die späte Nachmittagssonne brannte auf ihn herab. Unsicher kam Cole auf die Füße. mischte sich mit seinem mühsamen Pulsschlag.

über die ebenen Felder in . Langsam ging er los. schwerer zu entdecken. Sie suchten nach ihm – und sie hatten Waffen. Nur wenige kleine Werkzeuge waren ihm geblieben. Er zog ein paar kleine Schraubenzieher. Cole eilte voran. ihn zu finden. Leute würden kommen und nach ihm suchen. etwas Lötzinn. Alles andere hatte er verloren. den Wetzstein und schließlich das Messer der Lady hervor. einen kleinen Seitenschneider. durchsuchte sie hoffnungsvoll. Er würde von Glück sagen können. Vielleicht konnte er es erreichen. wenn er bei Sonnenuntergang noch am Leben war. zu Fuß. Sie würden mehr Mühe haben. ein fernes grünes Massiv. Er mußte sehr vorsichtig sein. Cole langte in seine Taschen. etwas Draht. Doch ohne den Wagen war er sicherer. Wo konnte er hin? Zu seiner Rechten erhob sich eine Hügelkette. Unglaubliche Waffen.würde wahrscheinlich Bericht erstatten. Sein Gespann und der Karren waren verschwunden – und sein ganzes Werkzeug.

als er sich auf Highway 13 von Petersville auf seinem Pferdewagen mit rund zehn Meilen in der Stunde entfernte. Wir dürften in kurzer Zeit den vollständigen Bericht haben. Das Bild verschwand im . Dixons Gesicht erschien auf dem Bildschirm.« Reinhart stockte fast der Pulsschlag.« »Haben – haben Sie ihn erwischt?« »Der Pilot meldet: kein Lebenszeichen nach der Detonation. Commissioner. Er sank in seinem Sessel zurück. wenn wir die Überreste untersucht haben. Der Anruf kam fast umgehend zu Reinhart durch. mit Sicherheit wissen wir das erst.Richtung der fernen Hügelkette. Unser Schiff bombardierte ihn sofort.« Dixon überflog die Platte. sobald die Nachricht eintrifft. »Dann ist er tot!« »Nun. »Gute Neuigkeiten. Wir werden Sie verständigen. »Ich habe einen weiteren Bericht. Ein Schwebewagen ist schon dahin unterwegs. Der Mann aus der Vergangenheit wurde gesichtet.« Reinhart streckte die Hand aus und schaltete den Bildschirm aus.

die urplötzlich auftauchte. Steven blieb mit pumpender Brust stehen. »Komm zurück!« »Fang mich doch. während er wild hinter seinem Bruder herlief. nach Atem japsend. »Komm zurück! Komm mit dem Ding zurück!« »Was hat er denn?« fragte Sally Tate.Dunkel. Es war Abend. bis er schließlich hinuntersprang in Mrs. »Er . Steven eilte hinter seinem Bruder her. Reinhart wartete brütend und ungeduldig darauf. den Hügelhang hinunter. Hatten sie den Mann aus der Vergangenheit erwischt? Oder war er abermals entkommen? Würden sie ihn vielleicht nie erwischen? Konnte er nicht gefangen werden? Und inzwischen schwiegen die SRB-Maschinen. Norris’ Hinterhof. zeigten überhaupt nichts mehr an.« Earl rannte einfach weiter. um Steven den Weg zu versperren. vorbei an einem Militärdepot. einen Neotex-Zaun entlang. und rief und keuchte. »Los!« rief Steven. während er rannte. daß der Bericht des Schwebewagens eintraf.

verkündete er. sagte Sally. »Er soll ihn mir zurückgeben!« Earl kam im Bogen von der rechten Seite.« Sein kleines Gesicht verzerrte sich vor Wut und Verzweiflung. Der Kasten entfiel Earls Händen. Er prallte mit ihm zusammen und warf ihn um.« Earl rannte los. während sich . »Gib mir das zurück. Sie blickten auf den zerbrochenen Kasten. Steven stieß Sally beiseite und schleuderte sich gegen seinen Bruder. »Fang mich.« »Dad wird dich schon zwingen. Earl und Steven standen langsam auf. Er schlitterte über die Straße und krachte gegen den Pfosten einer Leitlaterne. »Und? Was machst du jetzt?« Steven funkelte ihn böse an.« Earl lachte.« »Gib’s ihm lieber«. Seine Augen erkannten den rechteckigen Kasten in Earls Händen.hat meinen Intersystem-Videosender. Oder – oder ich sag es Dad. Im warmen Schein des Abends war er fast unsichtbar. »Siehst du?« kreischte Steven. »Zwing mich doch. »Hier bin ich«.

Die Nacht war da. Irgendwo in der Ferne knallten die Türen eines Schwebewagens. Die Hügelkette oberhalb der Stadt verlor sich fast schon in der Dunkelheit. um ihn zu untersuchen.« Die Nacht fiel nun schneller herein. Du hast mich umgestoßen. deine Schuld!« Steven bückte sich und hob den Kasten auf. »Hättest du mich nicht gestoßen. wäre er auch nicht kaputtgegangen. was du angerichtet hast?« »Deine Schuld.seine Augen mit Tränen füllten. Er bewegte sich unter Anstrengungen.« »Nein. »Siehst du. am Körper zerschunden und gebeugt vor Erschöpfung. Er trug ihn zur Laterne und setzte sich auf den Bordstein. die heimkehrten von der Arbeit in großen unterirdischen Fabrikeinheiten. aber noch befand er sich nicht in . Earl kam langsam herüber. Am Himmel kreuzten Schiffe hin und her. Hier und dort waren ein paar Lichter angegangen. Der Abend war warm. voll müder Pendler. Thomas Cole kam langsam auf die drei Kinder zu. die bei der Straßenlaterne versammelt waren.

Auffallend schlanke Nase. Er hatte einen weiten Weg zurückgelegt. Und er brauchte etwas zu essen – unbedingt. »Wer sind Sie?« fragte Earl leise. Sein Körper wirkte formlos. Sein Gesicht verlor sich im Schatten.« Cole ließ ein verzerrtes Lächeln sehen. Die Kinder wichen nervös zurück.Sicherheit. Ihre Aufmerksamkeit war völlig beansprucht von dem Kasten auf Stevens Knien. »Was wollen Sie?« sagte Sally. Plötzlich wurden die Kinder ganz still. Er beugte sich ein bißchen vor. . Im trüben Licht wirkte die große gebeugte Gestalt von Thomas Cole besonders bedrohlich. entkräftet und hungrig. Earl blickte langsam auf. Seine langen Arme baumelten seitlich herab.« Cole kam auf sie zu. Eine große ungestalte Statue. »Verschwinden Sie!« »Warte. blaßblaue Augen – Steven umklammerte den Videosender und raffte sich hoch. die da stumm und reglos im Halbdunkel vor ihnen stand. »Gehen Sie weg. Der Strahl der Leitlaterne fiel auf sein Gesicht. Er war müde. Ein kurzes Stück vor den Kindern blieb Cole stehen.

den du da hältst.« Die Kinder blieben stumm. Sein Körper schmerzte vor Übermüdung. um wieder klarer .« Cole lächelte ein wenig. wischte sich den Schweiß vom Hals und vom Gesicht – zu erschöpft. »Der Kasten.Seine Stimme war trocken und rauh. Schließlich rührte sich Steven. sagte Sally. Ausgepumpt sank er auf den Bordstein und seufzte erleichtert auf. »Warum haben Sie diese komischen Kleider an? Wo kommen Sie her?« »Woher?« Cole sah die Kinder nacheinander an.« Böse funkelte Steve seinen Bruder an. schlanken Fingern darauf. »Was hast du da?« Er deutete mit seinen langen. »Von weit her. »Wer sind Sie?« wollte Sally schließlich wissen. »Das ist mein IntersystemVideosender.« »Funktioniert bloß nicht«. und da ist er zerbrochen. Er war hungrig und völlig verausgabt. »Earl hat ihn auf den Boden geworfen. Von sehr weit her. Er war allzu lange auf den Beinen gewesen. um zu sprechen. Lange saß er einfach so da. »Earl hat ihn kaputtgemacht.« Langsam drehte er seinen Kopf hin und her.

»Reparieren Sie den hier. Kühlschränke. Wenn was kaputt ist. »Den?« »Mein Sender. Töpfe und Pfannen. daß er sich erhob. »Therapie?« »Was tun Sie? Wo arbeiten Sie?« Cole atmete tief ein und blies die Luft dann langsam von sich. »Was für eine Therapie machen Sie?« fragte Earl. Schreibmaschinen.« Cole griff langsam nach dem Kasten.« Cole hörte ihn nicht. Ein plötzliches inneres Bedürfnis wurde in ihm so stark. Langsam richteten sich Coles Augen auf den Kasten. Uhren. »Niemand repariert was.« Eine Pause trat ein. »Irgend etwas. Ich kann alles reparieren. Er drehte . Ganz gleich was.« Earl lächelte spöttisch. wirft man es weg. »Ich repariere. Undichte Dächer.denken zu können.« Steven hielt ihm seinen Intersystem-Videosender hin. Alles. ganz gleich was. Earl hat ihn kaputtgemacht. wo ich irgendeine Arbeit finden kann?« fragte er. »Wißt ihr. das ich tun kann? Ich kann alles reparieren.

konzentrierte sich. »Er hat ihn aufbekommen«. Er legte alles in einer Reihe neben sich. Fachmännisch drückte er auf die Bolzen. Langsam holte er seine winzigen Schraubenzieher und den Seitenschneider heraus. Er machte keine Anstalten. hielt ihn höher zum Licht. Er krauste die Stirn. Seine langen. schlanken Finger glitten behutsam über die Oberfläche. die das Gehäuse zusammenhielten. »Ich will ihn wiederhaben«. »Geben Sie ihn zurück!« sagte Steven ein wenig ängstlich. den Kasten zurückzugeben. . »Ich will ihn zurückhaben. Cole kramte in seiner Tasche. schob sie hinein. »Er klaut ihn bloß!« sagte Earl plötzlich. Das Gehäuse öffnete sich und enthüllte sein komplexes Innere. erkundeten sie.ihn herum.« Seine feinfühligen Finger fanden die Bolzen. »Ich bin zuverlässig.« Die drei Kinder beobachteten Cole angespannt. »Nein. sagte Steven unsicher.« Cole schüttelte leise den Kopf. flüsterte Sally. Er streckte seine Hand aus.

»Können Sie ihn wirklich reparieren? Daß er wieder funktioniert?« »Ja. Dann reparieren Sie ihn für mich.« Steven nickte.« Über Coles müdes Gesicht glitt ein listiges Lächeln. Wenn ich ihn repariere.« Seine Finger flogen: Sie wirbelten und zuckten. Seine blaßblauen Augen nahmen die Kinder. daß du ihn repariert haben willst. die vor ihm im Halbdunkel standen. »Dann repariere ich ihn für dich. bringst du mir dann etwas zu essen? Umsonst repariere ich ihn nicht. Und zwar richtig. Ich brauche warmes Essen.« Zweifelnd und unschlüssig trat Steven von einem Fuß auf den anderen. »Einen Augenblick. Das ist sehr gut. Du hast doch gesagt. in sich auf.« Cole entspannte seinen Körper.« »In Ordnung.« Er richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Kasten zwischen seinen Knien. »Ich repariere ihn für dich. . »Ja. Vielleicht auch etwas Kaffee. »Sehr gut. Ich hol Ihnen was.« »Etwas zu essen?« »Ja.« »Ich will ihn zurückhaben.Cole blickte auf.

Dort drückte er.spürten Drähten und Relais nach. ohne daß irgend etwas heruntergefallen wäre. verkündeten das nahende Programmende. Vorsichtig bewegte sich Steven voran. Der Herd schaltete sich aus. Der Herd erwachte schnurrend zum Leben und summte vor sich. wie er funktionierte. Steven lud das Tablett auf seine Arme. durch den Notausgang hinaus und auf den Hof. Verschiedene Anzeigen leuchteten auf. während sein Herz aufgeregt schlug. Er stellte das Essen auf den Bordstein und atmete heftig. Thomas Cole erhob sich langsam. Steven schlüpfte durch den Notausgang in das Haus. Er schaffte es. Fanden heraus. Überaus vorsichtig ging er auf Zehenspitzen zur Küche. Er trug alles den Flur entlang. Kurze Zeit später öffnete sich der Herd. Der Hof war dunkel. Sind Sie mit reparieren fertig?« . erforschten und erkundeten. sagte Steven. »Hier«. als er Steven sah. und ein Tablett voll mit dampfendem Essen glitt heraus. die Laterne zu erreichen. »Hier ist das Essen. alles war wieder still. beliebig auf ein paar Knöpfe. Orientierten sich in dem Videosender.

Er aß dankbar und stumm. sagte Steven. ob er funktioniert. »Hallo! Hallo! Hier ist 6-Z75. War ziemlich stark beschädigt.« Steven sprach in den Sender. »Funktioniert er?« fragte Sally.« Steven hielt den Kasten unter das Licht und betrachtete die Schalter. erklärte Earl. »Natürlich nicht«. Der größte Teil des Essens war ihm fremd. »Das Licht geht an«. Können Sie mich hören? Hier ist 6-Z75. »Probier mal. Können Sie mich hören?« In der Dunkelheit. außerhalb des Lichtstrahls der Leitlaterne. Das Signallämpchen leuchtete. gut gekocht und gewürzt.« Earl und Sally blickten mit großen Augen hoch. das ihm unbekannt war. saß Thomas Cole über das Essen gebeugt. »Wie soll der denn funktionieren? Er kann ja nicht -« »Mach an!« Sally gab Steven einen Stups. doch das . »Sag etwas.Cole hielt ihm den Intersystem-Videosender hin. »Alles fertig. Er betätigte den EinSchalter. Es war ausgezeichnetes Essen. Er trank einen Behälter mit Orangensaft und dann ein süßes Getränk.

Sein Instinkt sagte ihm. und er hatte noch einen ebenso weiten Weg vor sich. Er nickte langsam. ehe es Morgen wurde. Erst als er damit fertig war. Dann stand er langsam auf und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. Er . bevor die Sonne aufging. wie er es sich erhoffen konnte. Er hatte zu Fuß einen weiten Weg zurückgelegt. Sein Gesicht hatte einen sonderbaren Ausdruck.kümmerte ihn nicht. Er schlang das Essen in sich hinein. Keines von ihnen blickte von dem kleinen Kasten auf. Die drei Kinder standen im Kreis zusammen und waren völlig mit dem Intersystem-Videosender beschäftigt. hob er den Kopf. er funktioniert. »Und?« fragte Cole schließlich. Er mußte weit oben in den Hügeln sein. Er beobachtete sie mehrere Minuten lang. daß er zwischen den Bäumen und im Dickicht sicher sein würde – zumindest so sicher. »Ja. Ja. Sie waren völlig in ihre Beschäftigung versunken. »Funktioniert er?« Einen Moment später sah Steven zu ihm auf.

»Freut mich. »Ich muß das meinem Dad zeigen«.« Er drehte sich um und entfernte sich von der Laterne. Irgend jemand muß das erfahren!« . Dann den Kasten in Stevens Händen. vermischt mit einem Gefühl der Angst. murmelte er wie benommen. Langsam wandten sie sich zurück und blickten einander an. Ehrfurcht. Steven drehte sich um und machte einen Schritt auf sein Haus zu. Sie betrachteten den Kasten mit wachsender Ehrfurcht.« Die Kinder sahen ihm schweigend nach. bis die Gestalt von Thomas Cole völlig verschwunden war.« Cole grunzte.funktioniert ausgezeichnet. »Gut. »Er muß das erfahren.

»Er muß unmittelbar vor der Erschütterung von seinem Wagen gesprungen sein. räumte Dixon widerstrebend ein. »Wie war noch mal Ihr Name?« »Elliot.« »Und der Name Ihres Sohnes?« .« Er schob den Videosender von sich fort und beugte sich unvermittelt dem Mann zu. drehte ihn wieder und wieder herum. Richard Elliot. »Er ist entkommen. Er ist Ihnen entkommen – bereits zweimal. »Dann ist er der Detonation entgangen«. der unbehaglich vor seinem Schreibtisch stand.« Reinhart nickte.III Eric Reinhart untersuchte den Videosender sorgfältig.

Er war ziemlich durcheinander. um eine neue Batterie einzulegen. Ich fragte ihn. Dann entdeckte ich. Er war nervös und aufgeregt. was los sei. »Ich konnte sofort sehen. »Commissioner. verlaufen anders.« Elliot tat einen tiefen. Dann zeigte er mir den Videosender.« »Steven kam ins Haus. Die Drähte sind anders.« Elliot deutete auf den Kasten auf Reinharts Schreibtisch. die . was mich dazu veranlaßte. zitternden Atemzug. es i s t verändert worden. »Den.« Elliot zögerte. Eine Weile konnte er nicht sprechen. daß das Ding verändert war. ich bin Elektrotechniker.« »Fahren Sie fort. Er benahm sich sonderbar. wie es eigentlich aussehen sollte. Manche alten Teile sind behelfsmäßig zu neuen Modulen verbunden worden. Einige Teile fehlen.»Steven. Er hatte seinen Intersystem-Videosender bei sich.« »Und gestern abend ist das passiert?« »Um etwa acht Uhr. Ich habe eine ziemlich gute Vorstellung davon. Die Relais sind anders verbunden. Ich habe das Gehäuse schon einmal geöffnet. Sehen Sie.

Sicherheit zu rufen.« »Richtig?« »Sehen Sie. Dann rief ich die Sicherheit an. Mit einer Reichweite von wenigen Häuserblocks. Ich habe die Ruftaste gedrückt und ins Mikro gesprochen. ich habe den Videosender ausprobiert. Commissioner. Sofort.« Reinhart schwenkte . der auf seinem Schreibtisch lag. Einem Schlachtschiff. Ich – ich bekam Verbindung mit einem Schiff von der Front. So daß die Kinder von ihren Zimmern aus miteinander sprechen können. Das ist die Reichweite der regulären Videosender. das ist ja nicht mehr als ein Spielzeug gewesen. »Sie bekamen Verbindung mit einem Schiff von der Front – mit diesem Ding? – Wie groß sind die regulären Videosender?« Dixon steuerte die Information bei: »So groß wie ein Zwanzig-Tonnen-Safe. Schließlich tippte er auf den Kasten.« Reinhart schwieg eine Weile.« »Das dachte ich mir. Der Videosender – er funktioniert richtig. das jenseits von Proxima Centaurus operiert – über acht Lichtjahre entfernt.

« Sicherheitspolizei geleitete Elliot aus dem Büro. daß er so etwas fertigbringt. Die Brüder Wright. . daß Sie uns benachrichtigt haben. »Das ist schlecht«. Es war eine Epoche unglaublichen Wachstums und entscheidender Entdeckungen. Burbank. mit oder ohne Krieg. ein technisches Talent. Denken Sie an die Zeit. Bevor die Kriege begannen. Erfindungen. sagte Reinhart scharf. Dinge zu reparieren. Das ist alles. Das war eine einzigartige Epoche. Elliot. die uns fehlen. »Er ist begabt. Pasteur. Er besitzt Fähigkeiten. Eine Art Intuition – die wir nicht haben. »Okay. Danke. Vielleicht sogar ein Genie. Frühes zwanzigstes Jahrhundert.ungeduldig die Hand. Dieses Geschick. Reinhart und Dixon sahen sich an. aus der er kommt.« »Sie meinen -« »Ich meine. Edison. daß eine solche Person in unsere Zeit hineinkommt. Der Mann unterscheidet sich zu sehr von uns. Sie besaß eine gewisse Vitalität und Kreativität. Die Menschen besaßen einen ungeheuren Sinn für Maschinen. Maschinen. Er ist in anderer Weise orientiert. ist an sich schon schlimm. Das irritiert uns.

Verstehen Sie. eine solche Person zu verstehen. Gesteigerte Komplexität macht es jedem von uns unmöglich. Winslow sagt. Und . sagte Dixon. Und mit dem Krieg… Jetzt ist mir auch klar. er könne alles tun.bringt unsere Ordnung durcheinander. Die menschliche Gesellschaft ist eine Ökologie. irgendeiner Art von Arbeit. Keiner von uns kann das. Der Mann sagte. er habe nach Arbeit gefragt. der am nächsten Schreibtisch sitzt. warum die SRBMaschinen nicht fertig werden konnten. Jeder von uns hat sein eigenes Gebiet. irgend etwas außerhalb seines eigenen Wissensgebiets zu begreifen – ich bin unfähig. der Arbeit des Mannes zu folgen. die zur Anpassung zwingt. Sie verstehen Ihre. seine eigene Arbeit. könne alles reparieren. Wir sind spezialisiert. Es ist für uns unmöglich. Die Tendenz in der Evolution geht in Richtung immer größerer Spezialisierung. was das bedeutet?« »Nein«. »Was denn?« »Kann irgendwer von uns irgend etwas reparieren? Nein. Ich verstehe meine Arbeit. Auf jedem Teilgebiet ist zuviel Wissen aufgehäuft.

« Reinhart schickte Dixon hinaus. ihn zu finden. alles tun.es gibt zu viele Gebiete und Teilgebiete. in die Albertines entkommen ist. mit Wissenschaft – der Klassifikation und Akkumulation von Fakten. Ein Alleskönner. eines Künstlers. nicht in seinem Kopf. Jetzt wird es uns verteufelt schwerfallen. Er ist klug – auf seine eigentümliche Weise. Ihn zu fangen wird ein Problem sein. Es ist nicht in seinem Kopf. Er kann alles reparieren. Wie ein Tier. irgend etwas Erlerntes. Er arbeitet mit Intuition – die Macht ist in seinen Händen. Seine Hände! Wie die eines Malers. Der SRB-Raum war geschlossen und von einem Ring bewaffneter Sicherheitspolizisten .« »Und das andere Problem?« »Das andere Problem besteht darin. Er arbeitet nicht mit Wissen. In seinen Händen – und er fährt durch unser aller Leben wie eine Messerklinge. daß dieser Mann. Einen Augenblick später las er auf seinem Schreibtisch eine Handvoll Berichte zusammen und trug sie zum SRB-Zimmer. Er wei ß in gewissem Sinne nichts. dieser variable Mann. Dieser Mann ist anders.

Was ist los?« »Ich erzähl es Ihnen in ein paar Minuten. »Warum darf ich nicht hinein und einen Blick auf die Zahlen werfen?« »Tut mir leid. Ich möchte sehen. und sein Bart zuckte zornig auf und ab.« Die Tür öffnete sich für sie. und draußen formierte sich wieder der Ring der Polizisten. »Was ist los?« wollte Sherikov wissen. »Mehrere Dinge. und man sagte mir. vielleicht ist irgendwas passiert. Hinter ihnen ging die Tür zu. Speisen Sie die sofort ein. Vor dem Polizeiring stand Peter Sherikov.« Reinhart schaffte zwischen den Polizisten freie Bahn.abgeriegelt.« Reinhart rief Kaplan herüber. Sherikov zuckte mit den Schultern. Ich dachte. »Was hat Sie denn aus Ihrem Labor fortgetrieben?« fragte Reinhart. Ich wollte Sie sehen. »Hier sind ein paar neue Meldungen. Ich habe Sie über Videofon angerufen. Ich werd es Ihnen erklären. »Kommen Sie mit mir mit. er hatte die gewaltigen Hände in die Hüften gestemmt. Sie seien nicht zu sprechen. ob die Maschinen was damit . und sie traten ein.

« Kaplan nahm die Nachrichtenplatten und legte sie auf das Fließband. Alles bleibt leer.« »Das Chancenverhältnis besteht. mit dem die Maschinen nicht fertig werden. Commissioner.« »Können sie ihn zurückweisen?« fragte Sherikov listig. Die Maschinen begannen zu summen.anfangen können. »Aber das ist doch nicht möglich. Sie können von daher keine Voraussagen machen.« »Warum nicht?« »Weil ein variabler Faktor aufgetreten ist. sagte Reinhart halblaut. »Können sie ihn nicht einfach – ignorieren?« . nur können die Maschinen es nicht kalkulieren. Ein Faktor.« »Selbstverständlich. Seit vierundzwanzig Stunden bringen die Maschinen keine Anzeige mehr. Sherikov warf ihm einen scharfen Blick zu. »Gleich werden wir es wissen«. Völlig leer. »Was wissen? Weihen Sie mich vielleicht mal ein? Was ist los?« »Wir haben Schwierigkeiten. Irgendein Chancenverhältnis besteht doch immer.« Auf Sherikovs Miene spiegelte sich Unglauben.

Völlig desintegriert. auf die Gesamtsumme aller anderen Daten. Ich dachte. Keinerlei Verbindung mit unserer gegenwärtigen Gesellschaft. als reales Datum. Ein Mann aus der Zeit vor zweihundert Jahren. .« Der hünenhafte Pole krauste die Stirn. Deshalb wirkt er sich auf die Balance des Materials aus. Dieser Faktor hat mit der gegenwärtigen Realität aber nichts zu tun. die als wahr bekannt sind. Die Maschinen können keinerlei Daten zurückweisen.« »Ich verstehe. Er existiert. mit welcher Art von Faktor die Maschinen nicht fertig werden.»Nein. Das ist das Problem. »Ein Mann mit einer radikal anderen Weltanschauung. Die Historische Forschung ist bei der Rückbeförderung der Zeitkugel etwas übereilt vorgegangen. Ihn zurückzuweisen würde zu einer falschen Anzeige führen. »Es würde mich interessieren. sie könnten sämtliche Daten akzeptieren.« Sherikov zog mürrisch an seinem schwarzen Bart. die die gegenwärtige Realität betreffen.« »Das können sie auch. Einem Mann aus der Vergangenheit. Die Kugel kam mit einer Fracht zurück – mit einem Mann aus dem zwanzigsten Jahrhundert.

Weil der Reiter -‹« »Genau. ging das Pferd verloren. Keine Statistik ist mehr ausgespuckt worden – keine Voraussage mehr gemacht worden. nichts anfangen. Weil das Hufeisen fehlte. Und er bringt den gesamten Ablauf durcheinander. ging der Reiter verloren. Ein variabler Mann. Die gesamte Kriegsplanung hängt davon ab. Weil das Pferd fehlte. Jedenfalls können sie mit den Daten. daß eine einzelne Person eine ganze Gesellschaft aus dem Gleichgewicht werfen kann – doch offenbar ist das so. die diesen Mann betreffen.« »Der Hufnagel.« Reinhart grinste. Ein einziger plötzlich auftauchender Faktor wie dieser. ein einziges Individuum kann alles durcheinanderbringen. ging das Hufeisen verloren. Wir sind auf die ständige Anzeige des Chancenverhältnisses angewiesen. »Perplex? Mag sein.Deshalb sind die SRB-Maschinen so perplex.« »Was unternehmen Sie in dieser Sache?« . Erinnern Sie sich an das alte Gedicht? ›Weil ein Nagel fehlte. Es scheint unmöglich.

ihn zu finden. Dann erschienen Zahlen. Zugunsten von Terra.»Die Sicherheitspolizei organisiert eine Großfahndung nach ihm. »Die neuen Ergebnisse. Neue Zahlen an ihre Stelle.« . sagte Reinhart. Wir müssen damit rechnen. Vielleicht sogar ein wenig länger. daß sie so bleiben. Rasch nahmen Reinhart und Sherikov ihre Plätze vor den Anzeigentafeln ein. »Warten Sie«. Es dürfte Schwierigkeiten geben. So lange werden wir brauchen. um die Zerstörung der Bergkette durchzuführen. Commissioner«. 99:2. 97:4. »Das ist ja großartig! Jetzt können wir -« Die Zahlen verschwanden. »Ich glaube nicht. Einen Augenblick lang geschah nichts. unterbrach Kaplan. Zugunsten von Centaurus. daß er noch weitere achtundvierzig Stunden auf freiem Fuß ist. pendelten sich ein.« »Ergebnisse?« »Er ist gestern nacht in die Albertines entkommen. Sherikov stöhnte entsetzt.« Die SRB-Maschinen hatten die neuen Daten verarbeitet. Und bis dahin -« »Fertig. Sherikov stockte der Atem.

um für den Angriff auf die Centaurier in Stellung zu gehen. Seien Sie slawischer. startbereit für die lange Reise zu den centaurischen Kolonien. »Reinhart. Die Kriegsindustrie arbeitet auf Höchsttouren. zu impulsiv. werden wir eine komplette Invasionsarmee haben. Die Kriegsflotte wartet bereits vor Proxima.Die Zahlen verschwanden. Sie sind zu angelsächsisch. »Dieselbe verdammte Geschichte!« Sherikov dachte nach. Eine Folge von Ziffern jagte über den Schirm. Dann verstummten die Maschinen. Die acht Planeten sorgen für die ständige Lieferung von Material. »Sehen Sie?« murmelte Reinhart. Bis dahin widmen wir uns Tag und Nacht den Kriegsvorbereitungen. Die Anzeigen blieben leer. Nichts war zu sehen. Das haben Sie selbst gesagt. Alles das geht vierundzwanzig Stunden am . Wenn die Zeit zum Angriff gekommen ist. Dieser Mann wird innerhalb von Zwei Tagen gefangen und vernichtet werden. Keine Ziffern. ein reißender Strom von sich unablässig ändernden Zahlen. keine Zahl. Die gesamte terranische Bevölkerung ist mobilisiert.

Das Zufallspartikel. das sich in einer solchen Weise bewegt. In Freiheit. der unberechenbar ist. Wir verfügen über eine ungeheure Menge gespeicherter Informationen.« »Was ist das?« »Ein Teilchen. Lange bevor der Angriff beginnt. wird dieser Mann mit Sicherheit tot sein. daß wir nicht voraussagen können. was jede Person oder Gruppe zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Situation tun wird. welche Position es zu einer bestimmten Sekunde einnimmt. und dann können die Maschinen wieder ihre Chancen errechnen. Ein Mann.« . »Aber es beunruhigt mich – daß so einer dort draußen herumläuft. Zufall.« »Ein unbestimmbares Partikel.Tag vor sich. Die Maschinen können voraussagen. Aber bei diesem Mann gibt es keinerlei Voraussagen. auch ohne daß die SRB-Maschinen irgendwelche Verhältniszahlen anzeigen. Seit zwei Jahrhunderten erheben wir Daten zur gesellschaftlichen Analyse.« Reinhart überlegte. Das verstößt gegen die Wissenschaft. Das steht im Widerspruch zur Wissenschaft. Er ist eine Variable.

« Reinhart musterte den großen Polen kritisch. Wenn sie herausfinden. der den Leuten sagt. daß die Maschinen kein Chancenverhältnis anzeigen. diese Parlamentarier. Ratssitzungen. Diskussionen… Spart eine Menge Zeit. was? Gesetze. was sie tun sollen. Commissioner. daß irgend jemand weiß. .»Genau. Das wäre zu riskant für die Kriegsvorbereitungen. »Machen Sie sich darüber keine Sorgen. zum Beispiel?« Reinhart nickte widerstrebend. daß wir keine SRB-Zahlen haben. Debatten. und alles wird wieder in seinen natürlichen Zustand zurückkehren. Es ist – es ist unnatürlich. Die Leute werden für Sie wieder berechenbar sein wie Laborratten in einem Labyrinth. wenn ein einziger Mann die Macht in Händen hat.« Sherikov lachte sarkastisch. werden sie die Kriegsplanung sofort einstellen und weiter abwarten wollen. »Sie sind zu zaghaft.« »Sind Ihnen zu langsam. Übrigens – warum wird dieser Raum bewacht?« »Ich will nicht. der sie anführt. der für sie denkt. Ein Mann.« »Sie meinen Margaret Duffe. Der Mann wird gefaßt werden.

« »Hat er denn schon irgend etwas angerichtet?« »Nicht der Rede wert. »Kommen Sie. Einen Videosender. Hat ein Spielzeugfunkgerät repariert. Nehmen Sie die Dinge etwas leichter.« Sherikov wandte sich in Richtung Tür. »Noch aufholen? Heißt das.« Sofort war Reinhart hellwach. Wir werden die Zeit schon noch wieder aufholen. es läuft ganz gut. wir gehen nach unten in die Cafeteria und trinken einen Kaffee.« Die beiden Männer traten hinaus auf den Korridor.« »Wahrscheinlich haben Sie recht. »Ich bin nervös. »Wie . Er geht mir nicht aus dem Kopf. Dieser variable Mann.« »Ach ja?« Sherikov zeigte Interesse. »Ich würde sagen. Sie liegen noch immer zurück?« »Ein wenig. Commissioner. Aber wir werden aufholen. Sie machen sich zu viel Sorgen.»Apropos: Wie läuft es mit Ikarus? Sind Sie gut mit dem Kontrollkopf vorangekommen?« Ein Schatten glitt über Sherikovs großes Gesicht. »Mit dem Kontrollkopf?« Unbestimmt schwenkte er seine mächtige Hand.

und wie. was Cole getan hatte.meinen Sie das? Was hat er getan?« »Ich zeig es Ihnen. Sie traten ein. Er fand die Bolzen im Kasten und drückte sie. Und er hat es repariert.« Reinhart führte Sherikov durch den Korridor zu seinem Büro. und der Junge bat ihn. »Diese winzigen Relais. es zu reparieren. das Innere des Kastens zu studieren. Er reichte Sherikov das Spielzeug und führte kurz aus. und Reinhart schloß die Tür ab.« »Unglaublich. Der große Pole setzte sich an den Schreibtisch und begann. Das Gehäuse öffnete sich. Der variable Mann ist aufgetaucht. Wie konnte er -« »Was?« »Nichts. Der Junge hat das Gerät beim Spielen kaputtgemacht. »Kann ich das mitnehmen? In mein Labor? Ich möchte es gern . »Sind Sie sicher.« Sherikov erhob sich unvermittelt und schloß behutsam das Gehäuse.« Sherikovs Augen waren nur zwei Finger breit von den Drähten entfernt. Ein eigentümlicher Ausdruck erschien auf Sherikovs Gesicht. daß das der Mann aus der Vergangenheit war?« »Völlig sicher.

»Ich verstehe vollkommen. »Sie sagen. nicht festzunehmen.« Sherikov nickte geistesabwesend. Diesmal darf es keinen Fehlschlag geben. diesen Mann in einem Tag oder so festzunehmen?« » Z u töten. In diesem Augenblick formieren sich die Trupps zum Angriff. »Natürlich«.« »Natürlich. Die Hitze tat gut an den Händen. Und weshalb?« »Nur so. Er ist eine gewisse Datenmenge. um die gesamte Albertines-Kette einzuebnen. Cole fröstelte und rückte noch näher ans Feuer. Wir haben ein Flächenbombardement geplant. Sie rechnen damit. Seine Hände.eingehender analysieren. und wärmte sich die Hände. . Ein nachdenklicher Ausdruck blieb auf seinem Gesicht.« Sherikov ging zur Tür. Er muß innerhalb der nächsten achtundvierzig Stunden vernichtet werden. das er entfacht hatte. Der Himmel verwandelte sich in ein violettes Grau. murmelte er. die gelöscht werden muß.« Thomas Cole kauerte über dem Feuer. Die Bergluft war eisig. Gehen wir Kaffee trinken. Es war fast schon Morgen.

obwohl er sie in mancher Hinsicht nicht verstand. Der Himmel wechselte vom violetten Grau zu . befand er sich in Sicherheit. die Hände waren lang und konisch. Jetzt hatte er eine hübsche kleine Kastenfalle. zwischen zwei hohen Gipfeln. Die erste Nacht war am schlimmsten gewesen. Aber es waren gute Hände. Cole war tief in Gedanken. Stolpernd und fallend war er unsicher die steilen Hänge hinaufgelangt. und die Falle wartete auf ein weiteres. Die Nägel waren schwarz und rissig. mit gekerbtem Pflock. tief in den Bergen. Ein Kaninchen hing bereits an seinen Hinterbeinen. Seit zwei Nächten und einem Tag war er in den Bergen. Er respektierte sie. Warzen und endlose Schwielen an jedem Finger und an den Ballen. gelbrot glühend im Schein des Feuers. Und bis zum Sonnenuntergang hatte er sich einen Unterschlupf geschaffen und konnte ein Feuer machen. samt Grasseil und Grube. durch wirres Gestrüpp und Unterholz – Aber als die Sonne aufging.Er betrachtete sie. er meditierte über seine Situation.

Sein zweiter Tag. Ein schwarzer Punkt. dessen Stimme widerhallte über die weiten Hänge und Schluchten. Cole erhob sich und griff nach dem gefangenen Kaninchen. Die Berge waren still und verlassen. Weit entfernt sang ein Vogel.einem dunklen. Irgend etwas am Himmel trieb langsam dahin durch das Grau. Er würde sich einen dauerhaften Unterschlupf bauen können. kalten Stahlgrau. Er wußte instinktiv. zum Himmel. Zeit zum Essen. Und dann? Noch hatte er keine Pläne. versuchte etwas zu erkennen. Im Winter – Aber so weit dachte er nicht. Rechts von Cole brach etwas durchs Unterholz. Der Tag dämmerte herauf. Andere Vögel begannen zu singen. Rasch trat er das Feuer aus. die Hände in den Seiten. daß er unbegrenzt überleben konnte mit Hilfe der ihm verbliebenen Werkzeuge und kraft der Gabe seiner Hände. Cole stand beim Feuer und blickte. ein Tier. das sich seinen Weg bahnte. Was war es? Er strengte sich an. Ein . Er verengte die Augen und war plötzlich angespannt. sogar Kleidung fertigen aus Häuten. Irgend etwas bewegte sich da. Er konnte Wild töten und häuten.

den er sich gebaut hatte. Er war unsichtbar in dem Unterschlupf. Schwarze tragflächenlose Flugzeuge. Niemand konnte ihn hier finden. Zwei Punkte. Das erste Flugzeug setzte zum Sturzflug an. natürlich. Auf die Berge zu. Wie ein Stein fiel es herab und schwoll an zu schwarzer riesiger Gestalt. Eine Flotte von Punkten. ein schwaches dumpfes Summen. sank zu Boden. Auf ihn zu. Vier. bis der Boden unter Coles Füßen bebte. das immer mehr zunahm. Falls sie allerdings das Feuer gesehen hatten – Er hockte in seinem Unterschlupf und beobachtete. Dann drei. Er ergriff das Kaninchen und trug es mit sich fort in den verworrenen Unterschlupf. die mit jedem Augenblick näherkamen. Das Flugzeug beschrieb einen dröhnenden . wie die Punkte größer wurden. die sich geschwind über den frühen Morgenhimmel bewegte.Vogel? Ein zweiter Punkt gesellte sich zum ersten. Es waren Flugzeuge. Cole eilte vom Feuer fort. Jetzt konnte er sie hören. Cole schnappte nach Luft. Fünf.

Es dröhnte in der Höhe. Männer in Uniform. Einige der Soldaten hatten das Feuer entdeckt. Sie landeten rings um ihn her. Sie landeten. entließ seine Ladung. Er winkte den anderen. Angst durchzuckte ihn. dann das vierte. trat aus seinem Unterschlupf hervor. der in seinem Unterschlupf kauerte. die herabfielen und sich verstreuten wie Samen. Auf dem Boden formierten sich Soldaten zu Gruppen.Bogen und schwang tief über den Boden hinweg. Er erhob sich. Jetzt befand sich das zweite Flugzeug im Sturzflug. Die letzten beiden Flugzeuge hatten Männer hinter ihm abgesetzt. Die Bündel sanken rasch zu Boden. Die Luft war voll dahintreibender weißer Bündel. Er war abgeschnitten. Ihre Rufe wurden bis zu Cole getragen. Plötzlich purzelten Bündel hervor. Das dritte Flugzeug tauchte herab. Einer kniete nieder und befühlte das Holz mit den Händen. Sie bildeten einen Kreis und . die Asche. Es waren Männer. Weitere Bündel purzelten hervor. füllten den Himmel. eine Wolke von Sporen. weiße Bündel. das verkohlte Holz. die auf die Erde niedersanken.

Wieder fiel er. Weitere Soldaten trafen ein und zielten. die den Hang herabrannten. Er schloß die Augen. Rollen mit Schläuchen zu entrollen und eine merkwürdige Maschinerie von Rohren und Apparaten aufzubauen. rutschte. plötzlich . versuchte sich zu befreien. gefangen in einem Netz aus verschlungenen Ästen. versuchte freizukommen.riefen und gestikulierten. Einer von ihnen begann irgendeine Art von Geschütz aufzubauen. fiel. Er nahm alle Kraft zusammen. Schritte. Cole schrie auf. Er ließ sich einen Hang hinunterrollen. er keuchte und drehte sich. Hinter ihm waren Männer. Er kämpfte verzweifelt. Ein Soldat ließ sich nieder auf ein Knie und legte das Gewehr auf ihn an. Unten sprang er auf die Füße und stürzte in das Unterholz. zerschnitten ihm das Gesicht. Andere waren dabei. Ranken und Laub peitschten ihn. packte die Ranken mit bloßen Händen und bahnte sich einen Weg hindurch. Cole mühte sich wild ab. Cole rannte. Wenn er nur an das Messer in seiner Tasche herankommen könnte – Stimmen.

Cole schüttelte müde den Kopf und sagte nichts. Schweiß rann ihm den Hals hinab ins Hemd. Der hünenhafte Mann mit dem Bart stand direkt vor ihm. »Lassen Sie ihn nicht los. hatte die Hände in die Seiten gestemmt und betrachtete ihn von oben bis unten. Ein hünenhafter Mann schritt hangabwärts auf sie zu und bellte dabei seine Befehle. tuschelten miteinander. biß die Zähne zusammen. Einer von ihnen packte Cole bei der Schulter. und sein schwarzer Bart streckte sich vor. »Warten Sie.« Cole holte tief Luft. Die Soldaten hatten sich umgruppiert. Langsam öffnete Cole die Augen. Er wartete.« Der hünenhafte Mann kam herbei. Weitere Soldaten strömten herab in die Senke und umringten ihn. Er war gefangen. »Versuchen Sie nicht zu entkommen«.erschlaffte sein Körper. Es gab nichts. er sackte gegen das Maschenwerk aus Ranken und Gezweig rings um ihn her. »Sie haben . Stille. sagte der Mann. Sie musterten ihn neugierig. was er tun konnte. Zwei Soldaten traten ins Unterholz.

« Mit einem Seufzer ließ sich Sherikov in seinen bequemen. Vor uns liegt ein weiter Weg. Wenn das losgeht.« Von Coles Armen und Beinen wurden die . Die Sicherheitspolizei wird in wenigen Stunden ihren Vernichtungsfeldzug beginnen.« »Wo – wo bringen Sie mich hin?« Peter Sherikov studierte den variablen Mann einen Augenblick lang. wieder zu Hause zu sein. wollen wir weit weg sein. »Wohin? Ich bringe Sie zu meinen Labors. »Wir beeilen uns besser. so daß er vor Schmerz aufstöhnte.« Er winkte einer seiner Wachen.« Er blickte plötzlich zum Himmel. bis wir von hier weg sind. »Okay. Sie können ihm die Dinger abnehmen. »Gut. spezialverstärkten Sessel sinken. Unter dem Ural. »Die bleiben da. Weitere Bänder schlossen sich um seine Beine.keine Chance. Das Metall grub sich in sein Fleisch.« Soldaten legten Metallbänder um Coles Arme und Handgelenke. »Tut gut. verstanden?« Cole nickte. bevor er antwortete.

Sonst war niemand im Raum außer Sherikov und Cole. Sherikov beobachtete ihn wortlos. »Ein Bad könnte Ihnen nicht schaden. Thomas Cole saß zusammengekauert auf dem Fußboden. Cole hockte da. rieb sich die Handgelenke und Beine und sagte nichts. Sein gebeugter Körper wirkte länger und krummer denn je. sein Haar wirr und ungepflegt. der Kopf war ihm auf die Brust gesunken. Er sackte erschöpft zu Boden. blies eine graue Rauchwolke um sich her. Er rührte sich nicht. »Etwas zu essen? Haben Sie Hunger?« »Nein.« Er zündete sich eine Zigarre an. »Was wollen Sie haben?« fragte Sherikov. Bei der Tür standen zwei Laborwachen mit schußbereiten Gewehren. Dafür werden wir später sorgen.« »Medizin? Sind Sie krank? Verletzt?« »Nein.« Sherikov rümpfte die Nase. Kinn und Wangen bedeckte ein rauher Stoppelbart. Seine Kleider waren schmutzig und zerrissen vom Kriechen durch .Metallbänder entfernt.

»Bevor wir weitermachen. Er hat wahrscheinlich eine Zeitlang nichts zu essen gehabt. Er sagte nichts. Er wirkte alt. werde ich Sie untersuchen lassen – und entlausen. »Sie glauben mir nicht. »Kopf hoch! Sie haben keinen Grund.das Unterholz. »Ich möchte nicht. sich hängen zu lassen. Schauen Sie. Ich möchte.« Cole sagte nichts. sagte Sherikov. ein verschrumpelter. Seine Brust hob und senkte sich. ausgetrockneter alter Mann.« Die Wache verschwand. »Zwei Stunden später. Wissen Sie das?« Cole nickte. Seine fahlblauen Augen waren fast geschlossen. daß Ihnen etwas zustößt«. Sherikov lachte. daß dieser Mann untersucht wird. Möglicherweise braucht er Infusionen. und Sie wären tot gewesen da draußen in den Bergen. Hals und Wangen und Stirn waren übersät von offenen Wunden.« Sherikov .« Er beugte sich zu Cole und stieß einen gewaltigen Finger in seine Richtung. Sherikov winkte eine der Wachen herbei. »Lassen Sie einen Arzt holen.

« Sherikov grinste. schäumende Wolke. »Sehen Sie sich das hier an. wird gerade Eric Reinhart übermittelt. ein wild wirbelnder Strudel.« Der Schirm wurde hell. Dort sind Sie gewesen. Die Operation müßte noch im Gange sein. Plötzlich erstarrte Cole. »Reinhart hat arrangiert. vor zwei Stunden. Geben Sie genau acht. Zuerst konnte er nicht ausmachen. Aus dem Lautsprecher drang ein dunkles Donnern wie ein kehliges Brüllen. was Sie da auf dem Schirm sehen. Der Schirm zeigte eine riesige. Eine Szene nahm Gestalt an. Ich habe ihn vor mehreren Jahren anzapfen lassen – zu meinem eigenen Schutz. was geschah. Nach einiger Zeit wechselte das Bild und zeigte einen etwas veränderten Blickwinkel. Das Bild kam von einem Schiff. »Das ist ein Geheimkanal der Sicherheit.« Cole blickte zum Schirm. Was wir jetzt sehen. das über das hinwegflog.lehnte sich zurück und schaltete den Videoschirm in der Wand an. was einmal die Albertines gewesen . Was er da beobachtete. war die Zerstörung einer ganzen Bergkette.

Reinhart hat das arrangiert. wo Feuer und Regen wüteten. um Sie zu erledigen. verehrter variabler Herr aus der Vergangenheit. grünem Buschwerk und Bäumen.waren. dehnte sich eine zerklüftete Ebene. daß Sie . Der ganze Lärm und Rauch – alles nur Ihretwegen. mit Gras. Wie die leere. »Sehen Sie?« Sherikov schaltete den Bildschirm aus. Nichts blieb außer diesen ungeheuren Wolken aus Schutt. Alles für Sie. Krater neben Krater. Klaffende Wunden gähnten. »Da unten sind Sie vor noch gar nicht langer Zeit gewesen. Die Albertines hatten sich in ihre Bestandteile aufgelöst. eine hochbrandende Flut aus ruheloser Materie. narbige Oberfläche des Mondes. die allmählich davontrieb und sich in alle Richtungen zerstreute. Jetzt gab es dort nur noch wirbelnde Wolken aus Grau und Säulen aus Schutt und Asche. Vor zwei Stunden war es noch eine wogende Landschaft mit Gipfeln und Schluchten gewesen. Ich will. Unten. Cole wandte sich ab. gewaltige Löcher ohne Boden. auf dem Boden. Krater und Trümmer. soweit das Auge blicken konnte.

Er nickte. Es ist sehr wichtig. Sekundenlang konnte sein müdes Gehirn sich nicht konzentrieren. Der Intersystem-Videosender. »Ich hab ihn repariert. und sein schwarzer Bart und seine Zigarre wippten. Das ist alles. Er wird sich um Sie kümmern. »Gut. »Wie ich sehe.« Sherikov musterte ihn eingehend mit großen. daß Sie das begreifen. Er war kaputt. »Ja. Sherikov griff in eine Schublade des Tisches vor ihm. Es war das Kinderspielzeug.« Er erhob sich plötzlich. Was hielt er da? Er konzentrierte sich darauf. ist der Arzt da.« Er gab Sherikov das Gerät zurück.das wissen. glänzenden Augen. Ich werde später wieder mit Ihnen reden. »Haben Sie den hier verdrahtet?« Cole nahm den Kasten in seine Hände. wie sie ihn genannt hatten. ich hab ihn repariert.« . was ich wissen wollte. Vorsichtig holte er einen kleinen rechteckigen Kasten heraus und hielt ihn Cole hin. stieß seinen Stuhl zurück.« Cole schwieg. Teilen Sie ihm Ihre Wünsche mit.

Ohne Kommentar hörte er sich Sherikovs Bericht von der Welt des Jahres 2136 an. warum Commissioner Reinhart so sehr daran interessiert war. wo Sie mehr über uns wissen.« . Er sah jetzt viel gesünder und jünger aus. Seine alten Kleider hatte man ihm fortgenommen und dafür neue gegeben. Aber noch immer war er schlaff und müde. »Sie verstehen also«. sahen seine blauen Augen matt aus. Der Pole schlang die Mahlzeit in sich hinein und sprach während des Essens. sagte Sherikov schließlich. ohne zu essen oder zu sprechen. werden Sie vielleicht begreifen. Seine Wunden und Schnitte waren versorgt. sein Körper und sein Haar gewaschen. Nachdem Cole aus der medizinischen Abteilung entlassen worden war.Ohne Widerstreben ließ sich Cole vom Arzt auf die Füße helfen. Cole saß ihm still gegenüber. Jetzt. Er war rasiert und massiert. setzte sich Sherikov mit ihm in seinem privaten Eßzimmer in der Etage über seinem Labor zum Dinner nieder. Sie zu vernichten. »daß Ihr Erscheinen hier für unser Programm äußerst störend gewesen ist.

»Noch Kaffee?« fragte Sherikov. »Danke. »Nehmen Sie!« Cole war nicht abgeneigt. was wir im Grunde auch selbst tun könnten. Die SRB-Maschinen beschreiben nur. Sie können . Sie selbst haben nicht den geringsten Einfluß auf den Krieg. verstehen Sie. »Reinhart. daß unser eigentliches Problem von ganz anderer Art ist. Aber das ist dummes Zeug!« Sherikov schob geräuschvoll seinen Teller beiseite und leerte seine Kaffeetasse.« Cole nickte. Kein Orakel. Wir machen den Krieg. daß das Versagen der SRB-Maschinen die Hauptgefahr für die Kriegsvorbereitungen ist. »Schließlich können Kriege auch ohne statistische Voraussagen geführt werden. in den wir gehen.Cole nickte. das für uns in die Zukunft sieht. glaubt. Sie analysieren nur. Er schob Cole das Plastikgefäß zu. Nicht irgendwelche Götter in einem Tempel. Sie sind nicht mehr als mechanische Zuschauer. Die Maschinen kalkulieren für uns in wenigen Minuten das. um sie anzubeten. Sie sind unsere Diener. Werkzeuge.« »Sie verstehen.

Wir müssen den Krieg gegen Centaurus gewinnen. wogegen wir kämpfen. Terra wird auf allen Seiten von dem uralten Centaurischen Imperium umschlossen. Wenigstens keine. Es besteht seit Jahrhunderten. für diesen Augenblick. weil Sie begreifen müssen. korrupt. aber Reinhart und Leute seines Schlages haben Dinge wie die SRB-Maschinen zu Göttern gemacht. wo wir ausbrechen und einen Platz unter den Sternen für uns finden können. und wir können nicht ausbrechen aus dem Sol-System. Ich habe Ihnen von Ikarus erzählt und von Hedges Arbeit in Sachen Ülg-Flug. keine Prophezeiungen. Niemand weiß. Ikarus ist die entscheidende Waffe. »Ich erzähle Ihnen das alles. seit Jahrtausenden. Aber es beherrscht den größten Teil der Galaxis rings um uns her. Die Daten über Ikarus haben das SRB- . Sie machen nur statistische Vorhersagen. Ich hingegen habe keine Götter. wie lange schon.nicht in die Zukunft sehen. Da besteht ein großer Unterschied. Es ist alt – verfault.« Cole nickte und nippte an seinem Kaffee. Wir haben lange gewartet und dafür gearbeitet. die ich sehen kann.

Die Ikarus betreffenden Daten. daß Ikarus in zehn Tagen fertiggestellt wird. Hätten wir vorher verschiedene Versuchsmodelle entwickelt -« »Aber Ikarus ist das Versuchsmodell«.« Sherikov grinste ironisch. »Selbst ich habe mich da manuell versucht. nicht von den SRB-Maschinen. sagte Cole. Der Kopf macht uns Probleme. Erfolg im Krieg gegen Centaurus wird von Ikarus abhängen. Aber noch immer sind wir mit der Elektronik des Kontrollkopfs nicht weiter als zu Anfang. aber ohne Erfolg. Wir bauen nur ein Exemplar.Chancenverhältnis zu unseren Gunsten ausschlagen lassen – zum erstenmal in der Geschichte. Zu viele technische Fragen stehen noch offen. »Und gebaut nach den Entwürfen eines Mannes. Mehr als die Hälfte dieser Zeit ist bereits verstrichen. Die Verdrahtung ist höchst kompliziert – und in winzigsten Dimensionen. sahen vor. die ich den Maschinen übergeben habe. »Es gibt jedoch ein Problem. Verstehen Sie?« Cole nickte. verstehen Sie. der seit vier Jahren tot ist – und uns also nicht mehr .

Wir haben Ikarus mit unseren eigenen Händen hier unten in den Labors gebaut. »Hier drüben. »Kommen Sie. Kommen Sie herein. der graue gedrungene Zylinder. die Konstruktion zu vollenden. Und er hat uns eine Menge Schwierigkeiten gemacht. »Aus Sicherheitsgründen lassen wir ihn hier unten. Der Kontrollkopf. eine Etage tiefer. Rund um den Zylinder arbeiteten Gruppen uniformierter Männer fieberhaft daran. pflichtete Sherikov bei. Bei der Labortür blieb Cole wie angewurzelt stehen. der eines Tages mit vieltausendfacher Lichtgeschwindigkeit durch den Weltenraum in Richtung auf das Herz von Proxima Centaurus rasen würde.« In der Mitte des Labors erhob sich Ikarus.« Sherikov erhob sich plötzlich.« Sherikov führte Cole zur anderen Seite des Labors. »Ein beeindruckender Anblick«. Sherikov ging voraus. mehr als vier Lichtjahre von hier entfernt. Er wird gut bewacht.« Sie fuhren hinab. »Er wird . Uns erwartet Arbeit. wir gehen nach unten ins Labor und sehen ihn uns an.korrigieren kann.

« Der Kontrollkopf. eine halbdurchsichtige Kugel. befand sich im Zentrum eines Metallständers.« Sherikovs Hand schloß sich über der Kugel. damit dieser sie betrachten . Spione gibt es in beiden Systemen. zu beiden Seiten flankiert von bewaffneten Wachen. Auf diese Weise erhalten wir Informationen für die SRB-Maschinen. Sie schnüffeln überall herum. Rings um die Kugel erglänzte die Luft und verblich. Als Sherikov sich näherte. Auf halbem Weg wurde die Hand gestoppt. »Die Wand. sagte Sherikov. stieß gegen ein unsichtbares Etwas in der Luft.bewacht. Auf Terra wimmelt es überall nur so von centaurischen Spionen. »Wir wollen nicht. Sherikov lachte. Aber das tun wir auch. Er hob sie behutsam von dem Ständer und brachte sie Cole. senkten sie ihre Gewehre. daß ihm irgendwas passiert«. »Jetzt. Sie ist noch an.« Eine der Wachen drückte auf einen Knopf an ihrem Handgelenk. Schaltet sie aus. »Alles hängt von ihm ab.« Er streckte seine Hand nach der Kugel aus.

konnte. Sherikov hielt ihn fest. Im Augenblick ist es für Sie auf tausendfache Vergrößerung eingestellt. Er spähte mit verzücktem und angespanntem Gesicht ins Innere der Kugel. . Direkt im Herzen des Sterns. »Versuchen Sie’s jetzt. Nicht ohne Lupe. Dieser Kopf wird ihn verlangsamen. ließ seine Hände darüber gleiten. »Und kein Armun mehr. »Sie können die Verdrahtung nicht sehen. Er setzte sie Cole auf die Nase und hakte sie hinter seine Ohren. wenn er sich innerhalb von Centaurus befindet.« Aber Cole hörte nicht zu. Er hatte Sherikov die Kugel aus den Händen genommen und drehte sie wieder und wieder herum. sein Gesicht dicht an der Oberfläche. Die Vergrößerung können Sie selbst regulieren. Cole blickte in die Kugel. Sie können sie erhöhen oder vermindern. »Das ist der Kontrollkopf für unseren riesigen Freund hier. Er wird langsamer und tritt wieder in dieses Universum ein.« Sherikov strahlte. er schwankte vor und zurück.« Cole stöhnte auf. Und dann – kein Centaurus mehr.« Auf ein Zeichen von Sherikov wurde ein Paar Mikrolinsen gebracht.

Wir haben es mit Robotern versucht. »Geben Sie sie mir lieber zurück. Ich will. Dann nahm er.« Er streckte die Hand aus. aber es gibt dabei zu viele Entscheidungen zu treffen. Gestattet Ihnen mikroskopische Verdrahtung. mit zusammengepreßten Lippen stand er wie erstarrt da. daß Sie dieses verdammte Ding . die Mikrolinsen ab. Roboter können keine Entscheidungen treffen. was ich will. »Und?« drängte Sherikov.« Cole sagte nichts. Sie reagieren nur. Zögernd gab Cole die Kugel zurück. Sherikov wurde unheimlich zumute. Er sah weiterhin ins Innere der Kugel. Es gibt dafür entsprechende Werkzeuge. Nur wenige Männer können mit Hilfe von Mikrolinsen und so winzigem Werkzeug Schaltungen verdrahten. leckte sich die Lippen. fokussierte die Brille.bewegte leicht seinen Kopf. Aber Sie können eine Menge mit diesem Ding anstellen. doch ein kalter Schauer kroch seinen Rücken hoch. »Es erfordert Übung. sagte Sherikov scherzhaft.« Sherikov schwieg. »Sie wissen. »Sie sehen aus wie einer von diesen alten Wahrsagern«. müssen Sie wissen. »Wir kriegen es einfach nicht hin. noch immer tief in Gedanken.

Niemand sonst kann das. was geschieht dann mit mir?« »Dann übergebe ich Sie Reinhart. Sie können den Kopf richtig verdrahten. »Ich glaube. Sherikov wurde ungeduldig. Und wenn der Kontrollkopf nicht fertig wird. wenn ich diesen Kontrollkopf nicht für Sie verdrahte? Ich meine. wie Sie die Kugel gehalten haben – und natürlich diese Sache mit dem Kinderspielzeug. daß Sie es schaffen können. und zwar innerhalb von fünf Tagen. Er glaubt. Das sagt mir die Art. »Und? Was sagen Sie?« »Was ist. Eine winzige. wird Centaurus die Galaxis auch weiterhin beherrschen. unbedeutende Sonne. daß ich Sie gerettet habe -« »Ich verstehe. Wenn er erfährt. sein großes Gesicht war ernst. und Terra wird weiterhin hier im Sol-System eingepfercht bleiben.« Sherikov näherte sich Cole. ein Staubkorn innerhalb einer ganzen Galaxis. daß Sie bei der Ausradierung der Albertines umgekommen sind.verdrahten.« .« Cole antwortete nicht. Reinhart wird Sie sofort töten.

wenn wir Sie nicht aus diesen Bergen herausgeholt hätten.« .« »Dann sind Sie also einverstanden?« »Ich bin einverstanden«. Sie sind rings um Sie herum gelandet. Wenn nicht -« Cole grübelte mit düsterer Miene.»Ich habe Sie hierhergebracht aus einem einzigen Grund. sagte Thomas Cole. Sie haben sie doch gesehen. »Ich verdrahte ihn für Sie.« »Können Sie mich wirklich in meine eigene Zeit zurückbringen?« »Natürlich!« »Reinhart wird sich da nicht einmischen?« Sherikov lacht. Wenn Sie die Verdrahtung besorgen. »Was kann er schon machen? Wie will er mich stoppen? Ich habe meine eigenen Leute.« »Ja. lasse ich Sie zurückschicken in Ihr eigenes Zeit-Kontinuum. Ich mache den Kontrollkopf für Sie fertig – innerhalb der nächsten fünf Tage. »Was haben Sie zu verlieren? Sie wären doch bereits tot. Sie werden zurückkehren. Ich habe Ihre Leute gesehen.

IV Drei Tage später schob Joseph Dixon eine geheime Nachrichtenplatte auf den Schreibtisch seines Vorgesetzten. Es kommt von Proxima Centaurus. »Das werden Sie verstehen. um mir das zu zeigen?« »Ganz recht. wenn Sie es dekodieren.« »Centaurus?« »Von unserem Geheimdienst dort. »Hier. Sie haben es . Das dürfte Sie interessieren.« Reinhart hob die Platte langsam hoch. »Worum handelt es sich? Sie haben den weiten Weg hierher zurückgelegt.« »Warum nicht über Videoschirm?« Dixon lächelte grimmig.

sagte Dixon. Warten Sie. daß die Centaurier von der Bombe wissen? Die haben Schwärme von Spionen auf Terra. Centaurische Kuriere haben dem Hohen Rat berichtet. daß die terranische Bombe Ikarus praktisch fertiggestellt ist. Sind Sie überrascht.« Mit grimmigem Gesicht ließ Dixon seinen leicht zitternden Finger . Die Arbeit an der Bombe ist in den Untergrundlabors unter dem Ural-Gebirge unter der Leitung des terranischen Physikers Peter Sherikov durch die letzten Phasen gejagt worden. um sich mit dem Problem des bevorstehenden terranischen Angriffs zu befassen. »Halten Sie sich fest«. Er beugte sich über die Schulter des Commissioners. Das ist keine Neuigkeit. nahm die Platte und brach mit dem Daumennagel das Siegel auf. ich dekodiere es für Sie. »Es wird Sie hart treffen. Laut unseren Agenten auf Armun hat der Centaurische Hohe Rat eine Sondersitzung einberufen.direkt an mich geschickt.« »Das ist noch nicht alles.« Dixon ging um Reinharts Schreibtisch herum.« »Soviel habe ich von Sherikov selbst erfahren.

daß der variable Mann vernichtet worden ist. atmete mühsam. »Sherikov! Er muß ihn rausgeholt haben. »Die centaurischen Kuriere berichteten. Von den Albertines ist nichts übriggeblieben. Die Maschinen zeigen jetzt das . Sonst hätte er sein Versprechen nicht halten können. in seinem Gesicht zuckte es. ist der Mann um die halbe Welt gereist?« Reinhart öffnete langsam die Augen. daß Peter Sherikov aus einem früheren Zeit-Kontinuum einen hochqualifizierten Mechaniker geholt hat. Und. um die Verdrahtung des Kontrollkopfs vornehmen zu lassen!« Reinhart schwankte. murmelte Dixon. wie zum Teufel. »Wieso und weshalb – ich weiß nicht. »Der variable Mann ist noch am Leben«. bevor der Angriff losging. er mußte sich mit aller Kraft am Schreibtisch festhalten. Er schloß die Augen. »Ich habe die SRB-Maschinen bereits darüber informiert.« Reinhart sprang auf und begann hin und her zu gehen. Ich hatte ihm die genaue Stunde genannt. Er brauchte Hilfe – von dem variablen Mann.über die Platte gleiten.

die ihren Platz einnehmen können. »Sie können die Maschinen nicht mit falschen Daten laufen lassen. ich war si cher.« Reinhart schüttelte den Kopf. daß sie wieder stocken. Wenn Duffe merken sollte. »Der . Das ist eine unglaubliche Situation. Wir können nicht zulassen.« Wütend schritt Reinhart auf und ab. daß -« »Was wollen Sie denn sonst tun?« Dixon griff nach der Nachrichtenplatte. Die Maschinen müssen in Betrieb gehalten werden. Er muß eliminiert werden – koste es. Aber das Verhältnis beruht auf einer falschen Information. Das ist Verrat. was es wolle.ursprüngliche Chancenverhältnis von 7:6zu unseren Gunsten.« »Nein.« Plötzlich blieb Reinhart stehen. »Das kann ich nicht. Das ist zu gefährlich.« »Die Daten können nicht zurückgezogen werden! Nicht solange es keine adäquaten Daten gibt. »Verdammt.« »Dann müssen Sie die falschen Daten zurückziehen und den vorherigen Stand wieder herstellen. daß der Mann tot ist.

Kontrollkopf. »Mit Hilfe des variablen Mannes. Richtig?« Dixon nickte langsam. Die meisten von . Es gibt siebzig Lufteinheiten und ungefähr zweihundert Oberflächeneinheiten.« Reinharts graue Augen zuckten. unter militärischer Führung. »Dann ist er nicht länger von Nutzen – auch für Sherikov nicht. Wir könnten das Risiko eingehen… Selbst wenn es eine aktive Opposition geben sollte…« »Was haben Sie vor?« fragte Dixon. Er ist wahrscheinlich inzwischen fertig. die wir auf der Stelle mobilisieren könnten?« »Wegen des Krieges sind wir auf einer Vierundzwanzig-Stunden-Basis einsatzbereit. »Woran denken Sie?« »Wie viele Einheiten wären sofort einsatzbereit? Wie groß wäre die Streitmacht. Zweifellos hat Sherikov die Arbeit vorzeitig abgeschlossen. Die verfügbaren Sicherheitsstreitkräfte sind an die Front verlegt worden.« »Männer?« »Auf Terra selbst verbleiben noch ungefähr fünftausend einsatzbereite Männer.

« »Dann stehen sie zu sofortigem Einsatz bereit?« »Ja. Und nur rund zweihundert Männer. verknotete grob die Finger. Ich kann das jederzeit stoppen. Sie befinden sich nach wie vor hier auf Terra. sich sofort unter Ihrem Kommando zu vereinigen. Sorgen Sie dafür.« Reinhart faltete wildentschlossen die Hände. Wir machen einen Besuch«. In einigen Tagen sollen sie abtransportiert werden zum geplanten Einsatz in den Kolonien.« »Marschflugkörper?« »Glücklicherweise sind die Abschußrampen noch nicht abmontiert.« »Gut. hat Sherikov nur ein halbes Dutzend Lufteinheiten und keine Oberflächenwagen. »Das reicht voll und ganz. daß sie heute nachmittag um vier abmarschbereit sind. »Schicken Sie an alle verfügbaren Sicherheitseinheiten den Befehl.Ihnen werden gerade Militärtransporten zugeteilt. Einige Verteidigungsschilde natürlich -« »Was planen Sie?« Reinharts Gesicht war grau und hart. erklärte Reinhart . wie aus Stein. Wenn ich mich nicht völlig irre.

Irgendeine Art von Belüftung.grimmig. wonach Sie Ausschau halten sollen. ein unendlicher Gebirgszug.« »Strengen Sie Ihre Augen an. Oder Periskope. Der Ural.« Dixon sah sie endlich. Reinhart spähte vorsichtig hinaus und suchte den Horizont ab. Vertikale Rohre. Der Oberflächenwagen stoppte. Die Hauptlabors liegen eine . ohne etwas zu bemerken. Bei Peter Sherikov. befahl Reinhart. Nach allen Seiten dehnte sich eine Wüste aus kümmerlichem Gras und Sand. Zur rechten Seite erhoben sich das Gras und der Sand zu enormen Gipfeln. wenn Sie nicht wissen. »Sehen Sie?« »Nein.« »Halten Sie hier«. der irgendwo in der Ferne verschwand. Es ist etwas schwer zu entdecken. »Ich wäre vorbeigefahren. »Da drüben«.« »Es ist gut getarnt. Nichts bewegte oder rührte sich. »Einen Überraschungsbesuch. sagte Reinhart zu Dixon und streckte die Hand aus.

»Sind das etwa unsere? Ich habe doch Befehl gegeben -« »Nein.« »Ohne Zweifel. um jedem Angriff widerstehen zu können. »Gut. Aus der Luft.« Reinhart entspannte sich. der ist unidentifizierbar und ungerichtet. ob mit Bomben oder Flugkörpern -« »Er muß sich da unten sehr sicher fühlen. Die gehören zu Sherikov.« Er beugte sich vor und schaltete den Videoschirm über dem Armaturenbrett an. Der Komplex ist praktisch uneinnehmbar.« Reinhart blickte zum Himmel. Das sind nicht unsere.Meile tiefer. Nach einer Zeit formte sich auf dem Schirm ein . Unsere Einheiten befinden sich sämtlich außer Sichtweite. von der Oberfläche. die sich träge in weiten Kreisen bewegten. Ein paar undeutliche schwarze Punkte waren zu sehen. »Ist dieser Schirm geschützt? Kann er aufgespürt werden?« »Keinesfalls. Seine Patrouille.« Der Schirm erhellte sich. Sherikov hat ihn vor Jahren bauen lassen. Unterhalb des Gebirges selbst. Reinhart drückte auf die Kombinationstasten und lehnte sich wartend zurück.

Ikarus ist bereit. Commissioner.« Sherikov blinzelte. Sie in Ihrem Büro anzurufen. Ein schweres Gesicht mit buschigem schwarzem Bart und großen Augen. Zwei Tage vor Termin. »Besuch?« »Ich will Sie sprechen.« Sherikovs Augen flackerten. Ich erwarte. Er blickte auf seine Armbanduhr. Sie bekommen Besuch. Ich habe versucht. Wegen Ikarus.« »Wo genau befinden Sie sich. Commissioner?« »Über Ihnen. »Ich bin in fünf Minuten am Eingang. »Ach.« . aber man sagte mir -« »Ich bin nicht in meinem Büro. ins All befördert zu werden. daß er dann offen ist. aber -« »Öffnen Sie!« fauchte Reinhart. Peter Sherikov sah Reinhart überrascht und neugierig an. »Öffnen Sie schon mal Ihren Tunnel. »Er ist fertig. »Commissioner! Von wo rufen Sie an? Was -« »Wie geht die Arbeit voran?« unterbrach ihn Reinhart kalt.Bild. »Ist Ikarus fertiggestellt?« Sherikov strahlte mächtig stolz.« Reinhart beugte sich zum Schirm. Lassen Sie sofort den Tunnel öffnen.

die mit Gewehren bewaffnet im hinteren Teil des Wagens kauerten.« Dixon sprang aus dem Wagen auf den sandigen Untergrund. Commissioner. »Bis dann. Der Schirm erlosch. Alles ist bereit. Ich gehe mit einer Polizeikompanie nach unten. Ihnen ist ja wohl klar. Alle Einheiten sind auf dem Posten. »Sie begeben sich zu Ihrem Führungsstab. »Los geht’s«.« Reinhart schaltete aus. Reinhart blickte rasch zu Dixon.« »Viel Glück. »Sie bleiben hier oben.« Reinhart stieß die Tür für ihn auf. wie wichtig die exakte Einhaltung des Zeitplans bei dieser Angelegenheit ist?« »Es wird keine Fehler geben.« Sherikov nickte verwirrt.« »Gut. »Ich freue mich immer. Aber ich -« »In fünf Minuten also.»Natürlich.« Das Auto raste über den sandigen Untergrund auf den Eingangstunnel von Sherikovs . Er drehte sich zu der Gruppe von Polizisten um. murmelte Reinhart.« Reinhart knallte die Tür zu. »Festhalten. Sie zu sehen. wie vereinbart. Ein Schwall trockener Luft wirbelte in den Wagen. Ich fahre zum Eingangstunnel.

um den Kontrollkopf termingerecht fertigzukriegen.« »Gehen wir nach unten zum Labor. strahlend vor Stolz und Zufriedenheit. wo der Tunnel sich zur Hauptetage des Labors öffnete. Sherikov empfing Reinhart am unteren Teil des Tunnels. im Augenblick legen sie gerade letzte Hand an. »Gute Idee! Wir sind zwei Tage früher dran.« Ein Schatten glitt über Sherikovs Gesicht. Der hünenhafte Pole näherte sich mit vorgestreckter Hand. Commissioner. Commissioner. Ich möchte den Kontrollkopf sehen. Commissioner. Sie stehen schon die ganze Zeit unter großem Druck. Ich glaube. »Da ist ja wohl eine kleine Feier fällig.« . Diese Neuigkeit dürfte das Chancenverhältnis schlagartig ändern. »Ich würde die Arbeiter im Augenblick lieber nicht stören. Die SRB-Maschinen werden das sicher gerne hören.« Reinhart stieg aus dem Auto mit seiner Gruppe bewaffneter Sicherheitspolizisten. oder nicht?« sagte er. »Es ist mir ein Vergnügen.Untergrundfestung zu.

Er wurde durchsucht. Das werde ich nicht zulassen. Unsere ganze Zukunft hängt schließlich davon ab. Rasch umringten ihn die Polizisten. Sein Mund klappte auf. in dessen Gesicht etwas Farbe zurückkehrte. Einer meiner Leute wird die Abteilung leiten. »Was geht hier vor?« fragte Sherikov. stießen ihn mit den Läufen ihrer Waffen. Commissioner.« Reinhart schnippte mit den Fingern eine Gruppe von Polizisten herbei. »Bedaure. Es ist zu wichtig. Nach Kriegsende wird Ihnen vor dem Rat und Präsidentin Duffe der Prozeß . Ich möchte sie zu gern bei der Arbeit sehen. Die Verdrahtung derart winziger Relais muß doch schwierig sein.« Sherikov schüttelte den Kopf. Sein Pistolengürtel und der versteckte Energieschirm wurden ihm vom Leib gerissen. Kein Videoschirm. schnell und gründlich. »Stellen Sie diesen Mann unter Arrest. »Was tun Sie?« »Sie sind unter Arrest für die Dauer des Krieges.« Sherikov erbleichte. Sie sind aller Ämter enthoben.»Wir können sie ja über Videoschirm beobachten.

»Macht euch fertig. Vielleicht müssen wir schießen. Reinhart lachte rauh. Was ist denn los?« Reinhart gab seinen Polizisten ein Zeichen. um uns Zutritt zu verschaffen.« Sofort verhärtete sich Sherikovs Gesicht. Was hat das zu bedeuten? Wollen Sie mir das bitte erklären. Sie hätten wissen sollen -« Sherikov machte eine Bewegung. Sie wissen doch. Wir dringen ins Labor ein. hellwach und feindselig. Der variable Mann wird sich bei der Bombe aufhalten und am Kontrollkopf arbeiten. Reinhart hantierte ungestüm mit dem Lauf seiner Waffe. daß die Centaurier mit ihren Kurieren überall sind. Sherikov rannte – direkt auf die Wand zu. Die Polizisten feuerten wild. Sie fielen.gemacht. Sherikov.« Sherikov schüttelte benommen den Kopf. zerstreuten sich. Commissioner. Urplötzlich befreite er sich von den Polizisten. »Wir erhielten einen Bericht der Spionageabwehr von Centaurus. »Ich verstehe nicht. Seine schwarzen Augen glitzerten. schleuderte seinen massiven Körper gegen sie. hob . Blitzschnell. Sie überraschen mich.

auf seinen Druck hin zu reagieren. in Richtung Tür. schleppte sich. Er – Dann brach das Inferno los. Einige wenige . Sie mußten weg von hier. Er sprang auf die Füße. eine Energiebarriere. auf der Stelle. Rings um ihn warfen sich Polizisten zu Boden. darauf eingestellt. die sich mit voller Wucht entluden. Die Leute waren gefangen zwischen vier Energiewällen. Sherikov war entkommen. Eine falsche Wand. Energiestrahlen blitzten rings um ihn her. Er ließ sich auf Hände und Knie fallen. war in Sicherheit. Sherikov rannte mit gebeugtem Kopf und erreichte die Wand. das von Wand zu Wand schwappte. Reinhart fluchte wild. Der Raum war erfüllt von einem glühenden Meer der Zerstörung. Er prallte gegen die Wand – und war verschwunden. so schnell es ging. »Zu Boden!« rief Reinhart.sie. Eine Falle – eine tödliche Falle. Reinhart erreichte den Gang und rang nach Atem. ein flammendes Gebrüll des Todes überfiel sie von allen Seiten. Er hatte sie durchdrungen.

Der Gang gabelte sich. rangen nach Luft und zogen sich im Gang zurück. Reinhart stellte die noch verbleibenden Männer auf. Reinhart und seine Polizisten würgten. Plötzlich drehte sich das Geschütz heftig herum und prallte mit voller Wucht gegen die Metallmauer. Am anderen Ende des Gangs ging eine kurzläufige automatische Waffe in Position. Eine Sirene heulte. Überall wimmelte es von Wachen. Ein automatisches Geschütz eröffnete das Feuer. Es fiel in sich zusammen. schrie der Rest der Gruppe und kämpfte vergeblich gegen die todbringenden Energiestöße. in dem Flammenraum. . zerbarst in erstickenden Wolken aus Trümmern und Staub. Ein Teil des Korridors explodierte. Einzelteile kreiselten noch über den Boden. Ein zweites automatisches Geschütz rumpelte auf sie zu und versuchte in Reichweite zu gelangen. Sherikovs Wachen formierten sich bereits.Sicherheitspolizisten folgten ihm. die in Gefechtsstellung gingen. Reinhart zielte sorgfältig auf die komplizierte Zielvorrichtung und feuerte. Hinter ihnen.

Vor ihnen tauchte eine Gruppe von Laborwachen auf. vorbei an Haufen von Trümmern und Asche.« Geduckt und im Laufschritt bewegte sich Reinhart vorwärts. Einige wurden den Gang hinuntergeschleudert. Die Wachen stürzten auseinander. die die Laborwachen im selben Moment erwischten. gefolgt von seinen Männern. Sie befinden sich eine Meile unterhalb der Oberfläche. Hinter ihm feuerten seine Polizisten. Er warf einen Blick auf seine Uhr. fielen und rollten über den Boden. Reinhart blieb stehen und blickte sich um. Werfen Sie Ihre Waffen weg und geben Sie auf. als sie den Gang betraten. Sie werden niemals zur Oberfläche zurückgelangen. Es war fast soweit. verstärkte Stimme von Sherikov.»Los. Sie sind von allen Seiten umstellt. »Weiter! Nicht stehenbleiben!« Plötzlich erklang von überallher die dröhnende. Reinhart feuerte. »Reinhart! Sie haben keine Chance.« . Geduckt und in Sätzen bewegte sich Reinhart in Richtung Labor. Nur noch wenige Minuten. violette Energiestrahlen. vervielfacht durch unzählige Wandlautsprecher im Korridor.

. Genau zur richtigen Zeit.Reinhart setzte sich wieder in Bewegung und drang ein in dichte Staubwolken. »Ich möchte Sie nicht töten müssen. trafen ein. die den Korridor entlang trieben. daß Sie über den variablen Mann im Bild sind. Sie sind zu wichtig für den Krieg. hart und metallen prallten die Schallwellen gegen Reinharts Trommelfelle. Der Angriff hatte begonnen. wo Sie von ihm wissen -« Plötzlich brach Sherikovs Stimme ab. Sherikov?« grunzte er. Angestrengt starrte er durch Staubwolken auf die Ziffern seiner Armbanduhr. abgefeuert vom Ratsgebäude auf der anderen Seite der Welt. ein vibrierender Stoß. Nicht eine Sekunde zu spät. Ein tiefes Grummeln hatte den Boden erzittern lassen. Sherikov lachte. Reinhart fühlte Erleichterung. »Sind Sie sich da so sicher. Aber jetzt. daß wir die centaurische Spionageabwehr als Faktor in dieser Angelegenheit übersehen haben. der den Korridor erschütterte. Ich gebe zu. Commissioner. Tut mir leid. Die ersten der Wasserstoff-Flugkörper.

Die Flugkörper mußten diese ungehindert durchdringen. so gut«. Die erste Aufgabe bestand darin. direkt auf jene Berge zu. Inzwischen war Sherikovs Gegenattacke in Aktion. das Signal für die wartenden Einheiten. Über die Wüstenebene rollten die Oberflächenwagen der Polizei in rascher Fahrt in Schlangenlinien auf den Eingangstunnel zu. Auf Dixons Signal hin schoß eine Flotte von dreißig Schiffen der Sicherheit im Sturzflug herab.Um genau sechs Uhr gab Joseph Dixon. »So weit. murmelte Dixon in seinem sicheren Beobachtungsposten. nachdem sie ihren Auftrag ausgeführt hatte. der vier Meilen vom Eingangstunnel auf der Oberfläche stand. Innerhalb von fünf Minuten waren die Verteidigungsschirme zerschmettert und alle Projektortürme dem Erdboden gleichgemacht. Jetzt waren die Berge praktisch schutzlos. Die Flotte der Sicherheitsschiffe trat. unter denen sich die Untergrundlabors befanden. . dröhnend den Rückflug an. Sherikovs Verteidigungsschirme niederzureißen.

die Geschütze zum Schweigen zu bringen. Als die Ebene aufgerissen wurde von heulenden Wirbeln und einem donnernden Chaos von Explosionen. Immer und immer wieder erschienen die Luftschiffe und erschütterten die Berge mit gewaltigen Detonationen. das den Erdboden erbeben ließ. Die Polizeischiffe leisteten erstklassige Arbeit und stürzten sich auf die Geschütze. die sich zurückzogen. der über sie hinwegpeitschte. Dixon gab den Befehl. Wieder stieß die Luftwaffe der Polizei im Sturzflug herab. . mit einem dumpfen Dröhnen der Düsen. Hier und dort verschwand ein Wagen in einer Wolke aus Einzelteilen. um dem Angriff zu begegnen. zögerten die Wagen und zogen sich zurück. Eine Gruppe von Wagen. wurde von einem gigantischen Wind. Die Geschütze vergaßen die Oberflächenwagen und hoben ihre Rohre. Gewaltige Flammensäulen barsten entlang der Strecke der sich nähernden Wagen.In den Bergen aufgestellte Geschütze eröffneten das Feuer. die die Berge verteidigten. erfaßt und durch die Luft geschleudert.

Sie jagten zurück. die triumphal emporschossen von einem Kadaver. die den Himmel mit platzenden Energiewölkchen belegten. Dixon beobachtete es mit Genugtuung. was einmal ein Ring von Verteidigungsgeschützen gewesen war. Rückten vor . durch das erfolgreiche Bombardement befreit. Die Oberflächenwagen. Die Flugkörper waren bereits auf dem Weg von Nordamerika hierher. Wieder rückten sie über die brennende Ebene vor und näherten sich vorsichtig den zertrümmerten Gebirgswänden und dem verbogenen Wrack dessen. Es würde nur noch wenige Minuten dauern. das Bombardement hatte seine Wirkung getan. Ihr dröhnendes Echo verebbte und erstarb widerstrebend. als Notaggregate automatische Flugabwehrgeschütze in Position beförderten.Die Geschütze verstummten. Dixon sah prüfend auf seine Armbanduhr. Die Luftschiffe erhoben sich in einem dichten Schwarm wie schwarze Moskitos. begannen sich wieder für einen neuen Frontalangriff zu gruppieren.

jetzt. während die Wagen auf die rennenden Männer feuerten. Dixon zuckte nervös. saßen am Fuß der Berge in einer Falle. Überall erschienen kleine automatische Geschütze. Jetzt eilten Sherikovs Truppen in den Senken des Gebirges zur Oberfläche. Felsen und Steinen ausgefahren. Verbissen fuhren die Wagen weiter. Eine automatische Waffe ging auf der Ebene zu Boden. Nadelläufe wurden hinter tarnenden Schirmen.zum Eingangstunnel. Jeden Augenblick. um sich dem Angriff entgegenzuwerfen. Ab und zu feuerte noch ein übriggebliebenes schwächliches Geschütz. ratterte und feuerte auf die sich nähernden Wagen. Sträuchern. Noch kein Zeichen von . Nur noch ein paar Minuten. Der erste Wagen erreichte den Schatten der Berge… Ein ohrenbetäubender Feuerhagel brach los. Die Polizeiwagen waren gefangen inmitten eines vernichtenden Kreuzfeuers. Bäumen. Er beschattete seine Augen und sah in den Himmel. Die Hänge hinab jagten Sherikovs Wachen auf die gestoppten Polizeiwagen zu. Hitzewolken stiegen auf über der Ebene.

Die Polizeiluftschiffe stießen heulend auf sie herunter. das tief im Innern das Gebirge durchlöcherte. Die Hitzewelle schlug Dixon quer übers Gesicht und wirbelte ihn herum. Ein Teil des Berges verschwand. Geschütze donnerten. Er machte sich Sorgen wegen Reinhart. Oben in der Luft manövrierten Sherikovs wenige Verteidigungsschiffe blitzschnell und wild entschlossen. Wenn die Flugkörper bloß endlich eintrafen – Der erste Marschflugkörper schlug ein. verwandelt in Asche und schäumende Gase. Dixon hielt den Atem an. startete und verließ mit Höchstgeschwindigkeit den Ort des Geschehens. Im Labyrinth der unterirdischen Tunnel fand offenbar ein verzweifelter Kampf statt. Zweifellos war Reinhart in Schwierigkeiten. Noch war von unten kein Zeichen gekommen. Er blickte zurück. Sherikovs Wachen strömten hinaus auf die Ebene. dort in dem komplizierten Gewebe aus Gängen. Rasch betrat er wieder sein Schiff. Geduckt liefen sie auf die stehenden Wagen zu. Ein zweiter und ein dritter Flugkörper .ihnen. aber doch vergeblich.

Das Laboratorium lag da wie eine Konservendose. gewaltige Robot-Artillerie. Aus der Luft waren deutlich die unteren Stockwerke zu sehen. Die oberen Stockwerke waren abgetragen. Auf dem Boden hielten die Oberflächenwagen außerhalb der Gefahrenzone und warteten auf das Ende der Flugkörperattacke. Nachdem der achte Flugkörper eingeschlagen war.waren eingetroffen. Weitere Flugkörper schlugen nicht ein. Große Gruben gähnten zwischen den Bergen. Dixon schwang sein Schiff herum und strebte zurück zum Kampfplatz. Jetzt konnten die Flugkörper in die Untergrundlaboratorien darunter eindringen. Aber die . aufgerissen durch eine gewaltige Explosion. Männer und Wagen strömten hinein und kämpften mit den Wachen. die an die Oberfläche drängten. Dixon beobachtete gespannt die Szenerie. Das Laboratorium lag frei. bewegten sich die Wagen wieder zurück. Sherikovs Leute brachten schwere Geschütze herauf. gewaltige Teile fehlten und klafften wie Zahnlücken.

blutiger Riß. »Landen Sie Ihr Schiff und kommen Sie sofort hier herunter. sagte Reinhart . Reinharts Gesichtszüge erschienen.Polizeischiffe tauchten wieder herab. schob sich das wirre Haar aus dem Gesicht. Auf seiner Wange klaffte ein tiefer. Sherikovs Verteidigungspatrouillen waren aus der Luft verschwunden. Die Polizeischiffe stießen heulend herab.« Reinhart keuchte und wischte sich Schmutz und Schweiß vom Hals.« Seine Uniform war zerfetzt. Plötzlich klickte Dixons Videoschirm. Es ist vorbei. ein Punktfeuer auf die Artillerie. schwangen hinweg über die freigelegten Laboratorien. »Was für ein Kampf.« »Und der variable Mann?« »Das kommt als nächstes dran«. Wir haben einen Waffenstillstand vereinbart. Dixon wandte sich ihm zu. Er grinste Dixon säuerlich an.« »Sherikov -« »Er hat seine Wachen zurückgerufen. die auf den verbleibenden Hebebühnen zur Oberfläche transportiert wurde. Es reicht. Kleine Bomben fielen pfeifend herunter. »Stellen Sie das Feuer ein.

Polizisten und Wachen arbeiteten emsig . »Commissioner.« Reinhart drehte sich vom Videoschirm fort.« Reinhart packte seine Waffe. Er regulierte den Lauf seiner Schußwaffe. Ihre Labors sind sicher. daß Sie für den letzten Akt hierher nach unten kommen. »Hier entlang. Müde schüttelte er den Kopf. bewegte sich auf Sherikov zu. In der Ecke des Raums stand Sherikov und sagte kein Wort. »Ich möchte. Jetzt sind Sie an der Reihe.« Seine Stimme war kaum hörbar. Dann können Sie seinen Todesstoß miterleben. »Wo ist er?« Einen Augenblick lang zögerte Sherikov. Ich werde Ihnen zeigen. ein heiseres Flüstern.grimmig. wo er ist. Kommen Sie.« Reinhart folgte Sherikov aus dem Raum und auf den Gang. Doch dann resignierte er. »Nun?« bellte Reinhart. und sein hünenhafter Körper sackte in sich zusammen. »Wo ist er? Wo finde ich ihn?« Sherikov leckte sich nervös die Lippen und sah Reinhart an. »Also gut. sind Sie sicher -« »Der Angriff ist abgeblasen. Ihr Leben auch. Ihren Teil zu tun.

warum ich hergekommen bin. Dem Kontrollkopf.« »Etwas dürfen Sie aber nicht vergessen. Trümmer und Ruinen fortzuräumen. der Kugel darf nichts geschehen. Commissioner. Dem verdammten Ding wird nichts passieren.« Sherikov nickte erschöpft. der Krieg. Gehen wir.« Der Pole drehte ein wenig seinen massigen Körper.« »Falls er beschädigt würde -« »Ich bin nicht hinter dem Kontrollkopf her. »Commissioner. Ich möchte nicht. »Er hat einen Namen.« Reinhart schwenkte seine Waffe.« »Und was ist das?« Sherikov blieb kurz stehen. »Beeilen Sie sich. »Thomas Cole ist allein. Das hier ist der Grund.« »Cole?« »Der variable Mann. Das ist sein Name. Ich bin . löschten die überall brennenden Wasserstoffeuer. daß irgend etwas schiefgeht. In einem Labor in einem der Seitentrakte. »Keine Tricks. unser gesamtes -« »Ich weiß. Alles hängt davon ab.daran.

Unruhe erfaßte ihn. »Öffnen Sie die Tür.« Sie kamen am Ende des Gangs an und hielten vor einer Metalltür. unzählige Geräte. Er drückte mit der Hand gegen die Tür. Die Tür glitt auf. Die Waffe im Anschlag. Nichts geschah. Sherikov nickte in Richtung Tür. Meßinstrumente und.« »Öffnen Sie sie selbst. in der Mitte der Werkbank. Thomas Cole war verschwunden.« Reinhart trat ein wenig zurück. »Cole?« Rasch trat Reinhart in den Raum. Ich will damit nichts zu tun haben.nur an einem interessiert. »Wo -« Der Raum war leer. Werkzeug. den Kontrollkopf. »Da drin. Er sah eine Werkbank.« Reinhart zuckte die Achseln. Reinhart blickte in ein kleines Labor. eine durchsichtige Kugel. Reinhart runzelte die Stirn. an diesem – Thomas Cole. . Er schaute sich um. ließ er seine Hand über das elektronische Auge gleiten. Er ging zur Tür.

Sofort war Cole auf der Hut. Dann. Von weit her rollte ein Grummeln durch die Erde und erschütterte den Boden unter ihm.Als der erste Flugkörper einschlug. tat er die Kugel wieder zurück auf die Werkbank. Schließlich hob er die durchsichtige Kugel von der Werkbank. Die Kugel war fertig. Das tiefe Grummeln hörte auf. Von der anderen Seite . strich mit seinen Fingern sacht über die Oberfläche und betrachtete sie nachdenklich mit seinen fahlblauen Augen. Eine Schachtel voll Schrauben kippte um und schüttete ihre winzigen Objekte aus. Eine Zange fiel scheppernd zu Boden. Auf der Werkbank tanzten Werkzeuge und Geräte. Einen Moment stand er bei der Tür und horchte angespannt. Leiser Stolz durchströmte den variablen Mann. hörte Cole auf zu arbeiten und saß da und lauschte. nach einiger Zeit. in ihre Halterung. Cole lauschte eine Zeitlang. Mit behutsam kontrollierten Händen hielt er die Kugel hoch. Er sprang von seinem Sitz. eilte durch den Raum zur Tür. Die Kugel war die feinste Arbeit. die er jemals abgeliefert hatte.

Ein rollendes Krachen hallte durch den Gang und prallte gegen seine Tür. Alles lag in Trümmern. bis er eine Taschenlampe fand. Dann öffnete sie sich. Ein Magnetschloß. die in großer Hast schweres Gerät schleppten. Er konnte das Knistern von Flammen hören. Die Wucht wirbelte ihn herum. das wieder erlosch. Rufe. um die Tür aufzuhebeln. ein häßliches Gelb. Stromausfall. . Überall liefen Wachen herum. vom Feuer versengt und halbblind. Er griff nach einem Schraubenzieher und setzte ihn an. Schlagartig ging die Beleuchtung wieder an. Erneut erschütterte ein Schwall von Energie die Wände und den Boden und warf ihn auf die Knie. Einen Augenblick leistete sie Widerstand. Zwei lagen stöhnend unter einem Haufen von zerstörtem Gerät. Das Licht flackerte und erlosch. Cole tastete in der Dunkelheit herum. Abhängig von äußerer Stromzufuhr. Vorsichtig trat Cole hinaus auf den Gang. vorbeieilende Wachen.her konnte er Geräusche hören. Cole bückte sich und untersuchte die Tür mit Hilfe seiner Taschenlampe.

verschanzt hinter Säulen und Barrikaden. stinkendes Metall. Wieder wurde die gesamte Anlage erschüttert. An einer größeren Weggabelung war der Kampf noch in vollem Gang.Geschmolzene Schußwaffen. Cole ging an dem Mann vorbei und weiter den Gang entlang. als er weiterging. als ein violetter Strahl an seinem Ohr vorbeizischte und die Wand hinter ihm zertrümmerte. Bomben? Granaten? Cole warf sich zu Boden. die ihn würgen und erbrechen ließ. . Eine von Sherikovs Wachen erwischte ihn. und die Waffe glitt zu Boden. Ein Sicherheitspolizist. irgendwo weiter oberhalb. keuchte eine Wache mit schwacher Stimme und versuchte vom Boden hochzukommen. der blind um sich schoß. Sherikovs Wachen kämpften mit der Sicherheitspolizei. von Kunststoffdämpfen. Die Luft war erfüllt vom stickigen Geruch brennender Kabel. »Halt«. Zwei kleine. feuerten sie wild und verzweifelt. Eine dichte Wolke. Er folgte ihnen. noch funktionsfähige automatische Geschütze glitten geschwind an ihm vorbei in Richtung des dröhnenden Chaos des Gefechts. als eine ungeheure Detonation erfolgte.

und Cole entkam um eine Ecke. um sie aufs Korn zu nehmen. und erreichte die andere Seite des Labors. Niemand wollte ihn beschädigen. die ihm nachsetzen wollte. präzise feuernd. Gebeugt rannte er weiter. Aber die Sicherheitspolizisten kümmerten sich nicht um Ikarus. gegen eine Verteidigungslinie vorrückten. die Sherikovs Wachen in aller Eile gebildet hatten. einem großen Raum. Er brauchte nur wenige Sekunden. Er begann zu laufen. Cole entkam einer einzelnen Wache.Eine automatische Kanone richtete sich auf ihn. rang nach Atem. Er befand sich im Hauptlabor. Im flackernden gelben Licht sah er eine Handvoll Sicherheitspolizisten. die. gedrungene Zylinder der Bombe befand. mit Schußwaffen und Schutzschilden in Händen. in dessen Mitte sich der gewaltige. um den Kraftfeldgenerator zu finden. Die automatische Kanone änderte ihren Kurs. Die Kanone rollte hinter ihm her. zielte unsicher. Es gab keinen . als er die Gabelung passierte. Ikarus! Er war umgeben von einem dichten Wall aus Wachen mit grimmigen Gesichtern.

Die Wache hatte ihn von ihrem Handgelenk aus betätigt. Der Schirm strahlte im rechten Winkel zum Verlauf der Drähte in einer Entfernung von sechs Fuß ab. den Generator in einen Seitengang zu schleppen. das Feld strahlte nach außen und ließ im Zentrum einen hohlen Konus. sich deshalb Sorgen zu machen. Cole ließ die Kabel durch seinen Gürtel seine Hosenbeine hinab laufen bis hin zu seinen Fußgelenken und unter seinem Hemd bis hin . Jetzt war keine Zeit. Cole beugte sich tief über den Generator. und Cole löste ihn aus der Wand. Jeder Draht war auf einer Seite geschützt. Er zog die Verdrahtung zu sich heran und breitete sie auf dem Boden aus. Der Schirm war außer Betrieb.Schalter. und seine geschickten Finger flogen nur so dahin. spürte mit fiebernder Hast den Schaltungen nach. Der Umbau war leichter. Es gelang ihm. Mit seinem Schraubenzieher löste er die Platte über dem Generator und riß bündelweise Kabel heraus. Gott sei Dank. Der Generator lag jetzt frei. als er erwartet hatte. Einen Moment lang verwirrte ihn das – und dann erinnerte er sich.

Überall lagen Wachen. Rings um ihn her trieben große Wolken radioaktiver Partikel.zu seinen Handgelenken. Er eilte den Gang entlang. den schweren Generator hochzuheben. die noch ihre Sprengschußgewehre umklammert hielten. tot oder tödlich verwundet. Nervös schob er sich an einer dieser Wolken vorbei. vorbei an einem Geschützwrack und herumliegenden Leichen. Er mußte raus – und zwar schnell. Er war gerade dabei. ließ ihn die Zähne zusammenbeißen. Eine Vibration ergriff ihn. Cole blickte den Schirm an. ohne Schaden anzurichten. Cole war in Sicherheit. die von ihm ausstrahlte. Die violetten Strahlen aus den Waffen der Sicherheitspolizisten trafen gegen das Feld und prallten ab. Halbbenommen von der aufwallenden Kraft. als zwei Sicherheitspolizisten auftauchten. tanzte in seinem Körper. Am Ende des Gangs lag ein ganzer Abschnitt . Sie hoben Sprengschußgewehre und feuerten. zerstückelt und zerfressen von den heißen metallischen Salzen in der Luft. stolperte er los.

den Lift in Bewegung zu setzen. Er eilte. ließ die Schreie und die Flammen zurück. sprang von der Wand eines zerstörten Projektorturms auf den versengten Grund und einen Hang hinunter. so schnell er konnte. Niemand achtete auf ihn. Einen Augenblick später begann der Lift sich zu heben. . Einer der Flugkörper war unterhalb des Oberflächenlevels eingedrungen. rang nach Atem. Flammen erhoben sich rings um den Lift. züngelten und leckten nach den Verwundeten. Cole fand einen noch funktionierenden Lift. Der Lift erreichte die Oberfläche. Er erreichte einen langgestreckten Hang und begann emporzuklettern. Der Boden unter seinen Füßen war heiß. Eine Wache erspähte ihn und jagte hinter ihm her. Arbeiter versuchten verzweifelt. Er rannte eine Strecke. Cole duckte sich hinter einer wirren Masse von verbogenem Metall.der Festung in Ruinen. noch weißglühend und rauchend. und Cole sprang ab. Hohe Flammen schossen auf allen Seiten empor. Cole sprang auf die Hebebühne. Eine Ladung verwundeter Wachen wurde zur Oberfläche befördert.

Es war fast Abend. Er blieb kurz stehen. Cole langte oben auf der Anhöhe an. der Schmelztiegel. Die Sonne würde bald untergehen. Fast das ganze Labor war zerstört worden. Er überlegte. war verschwunden.Die Wache. würden sie hinter ihm her sein. die ihn verfolgt hatte. Ein Chaos aus weißglühendem Metall und Trümmern. Aber sobald sie bemerkten. um wieder zu Atem zu kommen und sich zu orientieren. Am dunkelnden Himmel schossen noch ein paar Punkte umher. ein für allemal zerstört. die plötzlich aufflammten und wieder verloschen. Cole richtete sich vorsichtig auf und sah sich um. schwarze Flecken. bis er vermißt wurde. Unten erstreckten sich nach allen Seiten Ruinen. dem er entkommen war. Feuer zu löschen und die Verwundeten in Sicherheit zu bringen. Dort gab . hatte sich in den rollenden Aschewolken. verloren. die von den Ruinen von Sherikovs Untergrundfestung herbeitrieben. Alle waren damit beschäftigt. Es würde eine Weile dauern. daß er verschwunden war. Meilenweit ein Urwald aus Maschinenteilen und verglühtem Gerät.

die andere Seite der Anhöhe hinabzusteigen. Erschrocken fuhr Cole herum. den Schirmgenerator unter dem Arm.es für ihn keine Hoffnung. Der Riesenkörper . Ein riesiger Körper füllte den Himmel hinter ihm aus. Wahrscheinlich konnte er in der Verwirrung genügend Nahrung und Geräte finden. Cole machte sich daran. Dort würden sie ihn niemals finden. Es schwoll zu betäubendem Dröhnen an. noch dieses und jenes – Ein mächtiges Summen klang in seinen Ohren. langsam und vorsichtig. die sich so weit erstreckten. Hammer. Ein Schraubenzieher. Berge und grüne Wälder. Wildnis. wuchs mit jeder Sekunde noch an. Nägel. Mit ein paar Werkzeugen und seiner angeborenen Geschicklichkeit würde er ausgezeichnet zurechtkommen. die endlosen Berge. wie das Auge sehen konnte. Cole erstarrte. Er konnte bis zum frühen Morgen warten. Jenseits der Ruinen lagen die mächtigen Gipfel des Urals. um auf unabsehbare Zeit versorgt zu sein. dann im Bogen zu den Ruinen zurückkehren und sich versorgen.

Er stöhnte vor Schmerz. Unsicher begann er zu rennen. als rund um ihn her ein sengendes Feuer losprasselte. Cole lag in der Dunkelheit am Fuß der Anhöhe. während er hilflos und wie angewurzelt dastand. ein glühendes Inferno. . hinunter in eine Grube aus Dunkelheit. Ein Blitz und ein blendender Funke Licht rings um ihn her.donnerte über ihn. Vergeblich gruben sich seine Hände wie wild in die weiche Erde. den Generator unter seinem Arm zu halten. Seine Verdrahtung riß. über seinen Kopf hinweg. während er gleichzeitig versuchte. sich am Boden festzuhalten. Er stolperte und fiel und rollte ein Stück den Abhang hinunter. das hungrig an seinem Schutzschirm nagte und sich hindurchfraß. Verzweifelt versuchte er. Benommen wirbelte er herum und fiel durch die Wolke von Feuer. Der Generator entfiel ihm und ging irgendwo verloren. Der Funke hob ihn hoch und schleuderte ihn wie ein welkes Blatt fort. Schlagartig verschwand sein Kraftfeld. ein gewaltiger Schlund zwischen zwei Anhöhen.

wo keine Flammen prasselten und ihn fraßen. wo es kühl und still war. .Sein ganzer Körper war ein einziger gequälter Schrei. Er sprang hinaus und eilte über den rauchenden Boden. die sein Körper war. Er ließ die Flut über sich hinweggleiten. um zu entkommen. Vor Schmerz wand er sich. um das sengende Feuer auszulöschen. Er war ein Stück glühender Kohle. kroch herum wie ein Insekt beim Versuch. Flehend streckte er die Hände in die Dunkelheit aus. Allmählich erlosch die glühende Kugel. Um den Vorhang aus Dunkelheit jenseits zu erreichen. in einem Universum aus Dunkelheit. Dixon landete sein Schiff fachmännisch und brachte es vor einem umgestürzten Projektorturm zum Halten. während das unselige Feuer über ihm spielte. sich in die Erde zu graben. versuchte sich hineinzuziehen. tastete sich ermattet darauf zu. halb verzehrt zu Asche. Er schrie und kreischte und kämpfte. um dem grauenvollen Feuer zu entfliehen. Das unergründliche Chaos der Nacht senkte sich herab.

»Er ist uns entgangen! Er ist entkommen!« »Ist er nicht«. er beugte sich vor.« Sie erreichten oben die Anhöhe. Da seh ich. habe ich mich auf ihn gestürzt und eine Phosphorbombe abgeworfen. »Ich wollte gerade landen.Aus einem Lift erschien Reinhart.« Reinhart zitterte heftig. deutete dann aufgeregt hinunter in eine Schlucht. antwortete Dixon. »Ich habe ihn erwischt.« Er und Reinhart kletterten keuchend eine verwüstete Anhöhe hoch. Hier entlang.« »Dann ist er – tot?« »Ich wüßte nicht. Hier und da loderte noch Feuer. wie ein Tier. Der Untergrund war versengt. wie eine Gestalt aus einem Lift auftaucht und in Richtung der Berge rennt. »Was soll das heißen?« »Kommen Sie mit mir mit. wie er eine Phosphorbombe überlebt haben sollte. Als er herauskam ins Freie. »Da!« Vorsichtig stiegen sie hinunter. Dixon blieb stehen. teils vollständig verbrannt. Schwer hingen Rauchwolken in der Luft. Reinhart hustete. umringt von seiner Sicherheitspolizei. um .

« Reinhart atmete erleichtert auf. in einen Verbrennungsofen geworfen und fast bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Neugierig tastete er an ihm herum.« Dixon riß eine Handvoll verkohlter Kleidung weg. Erstaunlich. Dixon entzündete ein Handleuchtfeuer. »Dann haben wir ihn endlich erwischt. einen Arm quer übers Gesicht. Er ist kein Faktor mehr. was von ihm noch übrig ist. Wie eine ausrangierte Stoffpuppe. Beine grotesk gespreizt. Der Körper war verkohlt vom brennenden Phosphor. »Das ist der variable Mann. Die Daten sind akkurat. »Er lebt!« murmelte Dixon. »Wenn Sie wollen. kann ich die Angelegenheit auf der Stelle . Er lag bewegungslos da. Mund geöffnet.etwas zu erkennen. »Muß eine Art Schutzschirm gehabt haben. Oder das. daß ein Mensch -« »Ist er das? Ist er das wirklich?« »Entspricht ganz der Beschreibung. das er neben den Körper in den Boden steckte.« Dixon holte sein Sprengschußgewehr hervor und entsicherte es nachdenklich.

in die Berge zu entkommen. »Hat Cole -« Er brach ab. begleitet von zwei bewaffneten Sicherheitspolizisten. »Hier sind alle Informationen. Er hat irgendein Kraftfeld um sich herum errichtet. Während des Angriffs gelang es ihm. . »Er hat die Oberfläche erreicht und versucht.« In diesem Augenblick erschien Sherikov. Grimmig stapfte er den Hang hinunter. sagte Reinhart sachlich. Die Wachen haben auf ihn geschossen. »Er war ein erstaunlicher Mensch. seine schwarzen Augen funkelten.erledigen.« »Jedenfalls ist das nun vorbei«. das Schloß an seiner Tür zu knacken und zu entkommen. Hat irgend etwas zusammengeflickt dafür. Er zog einen braunen Umschlag hervor.« »Dixon hat ihn mit einer Phosphorbombe erwischt«. »Haben Sie SRB-Platten über ihn angefertigt?« Sherikov griff langsam in seine Tasche. »Mein Gott. aber ohne Erfolg.« Sherikov wandte sich resigniert ab. die ich über ihn gesammelt habe. antwortete Reinhart.

Die Verdrahtung des Kopfes. Jetzt können wir die Flotte davon verständigen. daß sie sich auf den Angriff auf Centaurus vorbereitet.« »So vollständig. »Wann kann Ikarus .« Er wandte sich kurz wieder Sherikov zu. »Ich werde das direkt den Maschinen übergeben. wie es uns möglich war. die er für mich gemacht hat. »Was werden Sie mit Cole machen?« »Wir transportieren ihn zurück zur Stadt – und lassen ihn offiziell einschläfern durch das Ministerium für Euthanasie.« »Legaler Mord?« Sherikovs Lippen zuckten. Es sind auch Fotos und Zeichnungen vom Inneren der Kugel dabei. mir das anzusehen. »Warum erledigen Sie das nicht einfach gleich hier und bringen es hinter sich?« Reinhart schnappte sich den Umschlag und steckte ihn in seine Innentasche.« »Sind sie vollständig? Bislang hatten wir nur ganz vereinzelte Daten.« Sherikov drehte den Umschlag in seinen Händen.solange er bei mir war. »Starten wir.« Er schwenkte seine Hand gegen Dixon. Ich hatte überhaupt noch keine Gelegenheit.

Sherikov machte sich müde auf den Weg.« Margaret Duffe erhob sich langsam von ihrem . Coles regloser Körper wurde hochgehoben und auf einen Lastkarren geworfen. Man ist gerade dabei. wie die Maschinen auf die zusätzlichen Daten reagieren«. »Es wird interessant sein.« Mit einem Nicken bedeutete Reinhart der Polizei.abgeschossen werden?« »In einer Stunde etwa. der sich hinter ihm schloß. Sherikov in das wartende Sicherheitsschiff zu bringen. sein Gesicht wirkte grau und eingefallen. den Kontrollkopf einzusetzen. stimmte Reinhart zu. sagte Dixon. Der Karren rumpelte in den Frachtraum des Sicherheitsschiffs. damit sie die Kriegsflotte verständigt. »Wir sind der Zeit zwei Tage voraus. sind die Arbeiten damit abgeschlossen. Mit der flachen Hand klopfte er auf den prallgefüllten Umschlag in seiner Innentasche. Ich werde Duffe davon unterrichteten. Wenn alles klappt. nehme ich an.« »Gut. »Sie dürften das Chancenverhältnis sehr günstig verändern«.

Ihre Anklage gegen Sherikov.Schreibtisch. Eine Ära geht zu Ende. Und bald schon werden die Kolonien uns gehören. daß eine Person seines . murmelte Reinhart. Die Techniker überprüfen die Anbringung des Kontrollkopfs. Der Abschuß wird in einer halben Stunde stattfinden.« »Es war ein mühevoller Aufstieg«. um sicherzugehen. »Eines noch.« Leicht benommen bewegte sich Margaret Duffe auf die Tür ihres Büros zu. daß er richtig angeschlossen ist. Commissioner.« »Dreißig Minuten! Dann -« »Dann kann der Angriff sofort beginnen. Ich kann nur noch nicht glauben.« »Natürlich. daß die Flotte einsatzbereit ist. Morgen um diese Zeit wird Centaurus verschwunden sein. daß die Bombe schon so früh fertig ist. Mechanisch schob sie ihren Stuhl zurück. »Versteh ich Sie auch richtig? Die Bombe ist also fertig? Einsatzbereit?« Reinhart nickte ungeduldig. Es erscheint unglaublich. »Das ist ein großer Tag. »Das sagte ich doch. Sie ist seit mehreren Tagen bereit. Ich nehme an.

Stumm standen die beiden einander gegenüber. unterbrach Reinhart kalt. daß Sie nicht zu weit gehen. ein leises Lächeln umspielte Reinharts Lippen. Wenige Augenblicke später betrat er den SRBRaum. sehen Sie sich vor. »Ich hatte noch keine Gelegenheit. Manchmal denke ich sogar. »Reinhart. Er ging zu den Maschinen. Die Anzeigetafel zeigte das Chancenverhältnis von 7:6. Wenn Sie mich entschuldigen wollen. dann werde ich das jetzt mal tun.« Einen Augenblick lang verharrte Margaret Duffe bei der Tür. keiner sprach.« Reinhart ging an ihr vorbei aus dem Büro und den Korridor entlang. Während er zum SRB-Raum eilte. in den Augen der Frau lag Feindseligkeit. stieg eine intensive Erregung in ihm auf. Reinhart . daß Sie bereits zu weit gegangen sind…« »Ich werde Sie über jede Veränderung im Chancenverhältnis informieren. die zusätzlichen Daten in die SRB-Maschinen einzuspeisen. Er zog den braunen Umschlag aus seiner Tasche.Kalibers jemals imstande gewesen wäre -« »Darüber werden wir später reden«.

blickte hinab auf das Schauspiel da draußen. Die Kriegsflotte. »Ja?« Kaplan stand vor den Maschinen und starrte auf die Anzeige.mußte lächeln. Schnell eilte er hinüber. Reinhart lächelte vor sich hin. Menschen und Wagen eilten überall hektisch umher. Der Krieg hatte wie geplant begonnen. »Commissioner -« Plötzlich packte Reinhart Unruhe. Beamte wimmelten in alle Richtungen wie Ameisen. Jetzt konnten sie entfernt werden. Da war etwas in Kaplans Stimme. die so lange vor Proxima Centaurus gewartet hatte. Er hatte gewonnen. Falsche Zahlen. die auf falschen Informationen beruhten. »Was . Er hatte den Mann aus der Vergangenheit zerstört und Peter Sherikov gestürzt. Der Krieg hatte begonnen. Reinhart gab ihm den Umschlag und trat dann ans Fenster. Er war auf der ganzen Linie erfolgreich gewesen.« Reinhart drehte sich langsam um. Ein Triumphgefühl jagte durch Reinhart hindurch. war alarmiert worden. Terra brach aus. Kaplan eilte herbei. »Commissioner. 7:6.

Von unten drangen Rufe herauf. die Flotte war verständigt – Plötzlich klang von draußen her ein tiefes Brummen. Gegen Terra! Er konnte seinen Blick nicht von den Ziffern lösen. schloß sich wieder und gab keinen Laut von sich. Er wandte sich den Maschinen zu. . das Gesicht weiß. Über den Abendhimmel zog etwas seine Bahn.gibt es?« Kaplan sah ihn an. Es stieg auf und gewann mit jedem Augenblick an Fahrt. konnte es nicht fassen. geschockt. Reinhart drehte seinen Kopf langsam zum Fenster herum. die Augen vor Entsetzen geweitet. Eine dünne weiße Linie. 100:1. tief beeindruckte Gesichter blickten empor. Er war benommen. Was war passiert? Was war schiefgegangen? Der Kontrollkopf war fertig. las die Anzeige. 100:1. ihn fröstelte. Ikarus war bereit. » Was ist denn?« fragte Reinhart. was mit jedem Augenblick höherstieg. das Herz stockte ihm vor Furcht. Der Schreck fuhr ihm in die Magengrube. Sein Mund öffnete sich. Auf der Erde waren aller Augen darauf gerichtet.

drang Ikarus mit tausendfacher Lichtgeschwindigkeit in den Stern ein. Viele der unterworfenen Systeme begannen zu revoltieren in der Hoffnung. Nichts geschah. Ikarus war unterwegs. Der Angriff hatte begonnen. Ikarus verschwand in dem Stern. Mai 2136. Einen Tag später. die Ketten des Imperiums abwerfen zu können. Es gab keine Explosion. es war zu spät. während ganz Terra wartete. Zur selben Zeit führte die terranische Kriegsflotte einen konzentrierten Angriff auf die äußeren Linien der centaurischen Flotte durch. . Die Bombe ging nicht los. um ihn jetzt noch aufzuhalten. wurde Ikarus in Richtung des Sterns Centaurus abgeschossen. Ein guter Teil der centaurischen Flotte wurde vernichtet.Das Objekt beschleunigte seine Geschwindigkeit noch. Zwanzig größere Schiffe wurden genommen. Um acht Uhr. Wurde schneller und schneller. am Abend des 15. Dann verschwand es. Und auf den Anzeigen standen die Chancen hundert zu eins – für ein Mißlingen.

»Wir haben den Krieg verloren«. Zahllose kämpfende Männer starben – auf beiden Seiten. Schließlich machten die Überreste der übel zugerichteten terranischen Flotte kehrt und nahmen mit Müh und Not Kurs auf Armun – als Besiegte. Zu Ende. »Er ist vorbei. Einige geschwärzte Rümpfe. plötzlich die massierte centaurische Kriegsflotte auf und griff in die Schlacht ein. Der Krieg war vorüber. verwundert und benommen.« . Centaurus war nicht explodiert. sagte Margaret Duffe mit leiser Stimme. Einen ganzen Tag lang kämpften die beiden Flotten über einen Raum von einer Ausdehnung von Abermillionen Kilometern hinweg. die langsam in Richtung Gefangenschaft zogen. Der Angriff war ein Fehlschlag gewesen. Ein gewaltiger Kampf erleuchtete das halbe Centaurische System. von Armun her.Zwei Stunden später tauchte. Ein Schiff nach dem andern flammte kurz auf und verblaßte dann zu Asche. Ikarus hatte nicht funktioniert. Von der einst eindrucksvollen Armada blieb wenig übrig.

grauhaarige ältere Männer. einen Waffenstillstand zu vereinbaren«. »Der stellvertretende Befehlshaber der Flotte. Der Centaurische Hohe Rat hat bereits eingewilligt. hat den Befehl erhalten.« Reinhart stützte müde den Kopf in die Hände. den Kampf aufzugeben. wirkte gebrochen. Im Begriff. unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen. Es gibt keine Hoffnung. »Ich begreife einfach nicht… Warum? Warum ist die Bombe nicht explodiert?« Mit schwacher Hand wischte er sich über die Stirn. murmelte eine . Commander Carleton hat vor wenigen Minuten sich selbst und sein Flaggschiff ausgelöscht. und keiner sprach oder rührte sich. » Was ist schiefgegangen?« Dixon. aschfahl im Gesicht. Er zitterte. Alle blickten stumm zu der großen Sternenkarte hoch. Commander Jessup. die Kämpfe zu beenden. murmelte Margaret Duffe. Seine Selbstsicherheit war verschwunden. »Ich habe bereits Unterhändler bevollmächtigt. Ihr ganzes Imperium ist morsch und brüchig. die zwei Wände des Saals bedeckte.Die Ratsmitglieder saßen rings um den Konferenztisch auf ihren Plätzen.

daß er uns vernichten würde. Seine Augen verrieten Verzweiflung. Sie wußten es! Aber es war zu spät. »Ich wußte.Antwort. Krampfhaft umgriff seine Hand seine Waffe. »Wieso wegen Sherikov?« »Er hat Cole das Leben gerettet! Ich wollte von Anfang an. Wir sind erledigt. wird mir das Vergnügen bleiben. »Der variable Mann muß den Kontrollkopf sabotiert haben. Reinhart war auf halbem Weg zur Tür.« Sein Körper wand sich in einem Anfall von Wut und Schmerz. daß er getötet wird. Die SRB-Maschinen wußten Bescheid… Sie haben die Daten analysiert.« Reinhart hob ein wenig den Kopf. »Er ist noch im Ministerium für Euthanasie und wartet auf die offizielle -« .« Plötzlich sprang Reinhart von seinem Stuhl auf. Ein volles Jahrhundert Arbeit und Planung. »Alles wegen Sherikov!« Margaret Duffe musterte Reinhart kalt. Cole einen Energiestrahl durch die Brust zu jagen!« »Setzen Sie sich!« befahl Margaret Duffe. »Und er lebt noch immer! Selbst wenn wir verloren haben.

Reinhart erstarrte. Im Ural.« »Wo – wo ist er?« Als Margaret Duffe antwortete. Alle Farbe war aus seinem Gesicht gewichen. »Sie sind verrückt geworden! Dieser Verräter ist verantwortlich für die größte Niederlage der Erde -« . daß Cole verlegt wird. Ich möchte sichergehen. Ich habe Ihre Anweisungen aufgehoben und dafür gesorgt. Ich habe Sherikovs volle Autorität wiederhergestellt. klang ihre Stimme ungewohnt hart. »Was?« »Cole befindet sich nicht im Ministerium. als hätte er sich verhört. schloß ihn wieder. Er drehte sich langsam um. daß Cole vollständig wiederhergestellt wird.« Reinhart öffnete den Mund. damit wir unser ihm gegebenes Versprechen halten können – das Versprechen.»Nein. sagte Margaret Duffe. »Bei Peter Sherikov. Schließlich konnte er wieder sprechen. ist er nicht«. Dann habe ich Cole dorthin bringen lassen und Sherikovs Obhut unterstellt. Seine Kaumuskeln zuckten krampfartig. ihn seiner eigenen Zeit zurückzugeben.

was er zu berichten hat. den Terra jemals errungen hat.« Er schob seinen Stuhl zurück und blickte sich nachdenklich im Ratssaal um. »Sind alle bereit . Alle Ratsmitglieder waren auf den Füßen.« Peter Sherikov nahm von seinem bewaffneten Techniker die Aktenmappe voller Papiere entgegen. Reinharts Worte wurden verschluckt. Es ist ein Tag des Sieges. »Was -«. erklärte Margaret Duffe ruhig. Es ist sehr wichtig. »Danke. wenn er hier eintrifft«. daß Sie hören. keuchte Reinhart. »Er ist derjenige. »Bleiben Sie auf Ihren Plätzen. bis Sherikov eintrifft. Seine Neuigkeit verändert die Lage völlig. Wir werden alle hier warten. »Dennoch ist der heutige Tag kein Tag der Niederlage. »Sherikov wird alles erklären. der es entdeckt hat.« Sie sah sich im Kreis der ungläubig dreinblickenden Ratsmitglieder um. »Was sagen Sie -« Der ganze Raum war in Aufruhr.»Wir haben den Krieg verloren«. Des unglaublichsten Sieges. verkündete Margaret Duffes ruhige Stimme.« Reinhart und Dixon waren wie vor den Kopf geschlagen.

»Zunächst einmal möchte ich Ihnen die Arbeit in Erinnerung rufen. Hedge wurde getötet und seine gesamte Ausrüstung zerstört. Da es keine Ausdehnung besaß. dem es gelang. Es hörte auf zu existieren. antwortete Margaret Duffe. verschwand es. Am entfernteren Ende beobachteten Reinhart und Dixon beklommen. Die Gewalt der Explosion entzog sich . Die Ratsmitglieder saßen aufmerksam um den Tisch. was ich Ihnen zu sagen habe?« »Wir sind bereit«. als es sich der Lichtgeschwindigkeit näherte.zu hören. Als es diese Geschwindigkeit erreichte. Wie Sie wissen. konnte es auch keinen Raum einnehmen. ein Objekt mit Überlichtgeschwindigkeit zu bewegen. im landläufigen Sinn. verlor das Objekt an Ausdehnung und nahm an Masse zu. ereignete sich eine Explosion. Es hatte eine andere Seinsform angenommen. wie der hünenhafte Pole aus seiner Aktenmappe Papiere hervorzog und konzentriert prüfte. Als Hedge das Objekt zurückzubringen versuchte. Jamison Hedge war der erste Mensch. die der Ülg-Bombe vorausging.

daß seine Entdeckung bei Weltraumreisen Anwendung finden könnte.« »Irrtum«. »Die Bombe ist wiedererschienen. Aber sie ist nicht explodiert. Hedge hatte sein Beobachtungsschiff in einer Entfernung von vielen Millionen Meilen postiert. dröhnte Sherikov. und die Katastrophe würde jenseits aller unsrer Vorstellungen sein.jeglicher Berechnung. Doch mit seinem Tod wurde die Idee aufgegeben. Ursprünglich hatte er gehofft. Wie Hedge gezeigt hatte. Das Wiedererscheinen von Ikarus würde die Zerstörung ihres Systems bedeuten. um Centaurus und sämtliche Streitkräfte des Imperiums zu vernichten. Ich erkannte die Möglichkeiten einer Bombe mit einer unvorstellbaren Sprengkraft.« . daß die Bombe ihren Weg fortsetzte. »Cole hat die Schaltungen so verändert. Das war aber noch nicht weit genug entfernt. Das heißt – bis Ikarus. würde das Objekt wiedereintreten in bereits von Materie erfüllten Raum. Sie ist wahrscheinlich noch immer unterwegs.« »Aber Ikarus ist nicht zurückgekommen«. rief Reinhart.

Sie erschien wieder und wurde von der Sonne absorbiert und umgehend in Gas verwandelt. Ohne eine Explosion. ein Tumult schien auszubrechen. mit einer . als sie in den Stern Proxima eingedrungen war.Reinhart reagierte heftig.« »Warum ist sie nicht explodiert?« wollte Dixon wissen. Es gab keine Katastrophe. »Der Ülg-Antrieb kann jetzt für Weltraumfahrten genutzt werden«. Wenn Cole Hedges Problem gelöst hat. wonach Hedge gesucht hatte…« Alle im Rat sprangen auf. das Ülg-Objekt ohne Kollision in dieses Universum zurückzubringen. »Sie meinen -« »Die Bombe kam zurück. Doch sie explodierte nicht. fiel sie unter ÜlgGeschwindigkeit. Der variable Mann hat gefunden. »Ich glaube es nicht!« keuchte Reinhart. »Das ist doch nicht möglich. fuhr Sherikov fort. ihn schwindelte. dann würde das bedeuten -« Er brach ab. Ein anschwellendes Raunen erfüllte den Saal. Er fand eine Möglichkeit. »Weil Thomas Cole Hedges Problem gelöst hat.

Wir können die Schaltungen kopieren. sondern den ursprünglichen Zweck. was Hedge gesehen hatte.« Allmählich begann man im Saal zu begreifen. »Wie es in Hedges Absicht gestanden hatte. murmelte Margaret Duffe benommen. Seine Lippen zuckten. daß Ikarus eigentlich ein unvollständiges Raumschiff war und keine Bombe.« »Wir können über Centaurus hinaus«. murmelte Dixon. »Dann wird es möglich sein. Cole begriff. auf den Hedge hingearbeitet hatte. »Dann war der Krieg völlig überflüssig. Nicht meinen Zweck. Wir können das Imperium völlig . verstand Cole seinen Zweck. Er machte sich daran. Meine Leute haben die Fotografien vom Kontrollkopf studiert. Im einzelnen sind noch viele Fragen offen. sobald die Laboratorien wieder instand gesetzt sind. Ülg-Schiffe zu bauen«. Aber wir haben die kompletten Unterlagen über den Kontrollkopf. »Und das bedeutet -« »Als ich ihm den Kontrollkopf zeigte. einen Ülg-Antrieb für die Raumfahrt. Ikarus funktionstüchtig zu machen.Handbewegung Ruhe gebietend. Er sah.

Gottes gesamte Schöpfung. und der Anblick erfüllte sie mit Ehrfurcht. Sie stand lange Zeit da und blickte zu den Myriaden Sonnen auf. Er besitzt kein .hinter uns lassen. »Offenbar besitzt er eine Art Intuition für Maschinen – wie sie funktionieren sollten.« Margaret Duffe erhob sich und trat langsam auf die großen Sternenkarten zu. die über ihnen das andere Ende des Saals einnahmen.« »Das gesamte Universum steht uns offen«. sagte Sherikov halb zu sich selbst. »Statt ein altertümliches Imperium zu übernehmen. den Legionen von Systemen. Eine Fertigkeit. stimmte Sherikov zu. daß ihm die Dimensionen bewußt gewesen sind?« fragte sie unvermittelt. Eine geniale Begabung. die mehr seine Hände betrifft als seinen Kopf. Wir können über die Galaxis hinausgelangen. »Glauben Sie. wie sie etwa ein Maler oder ein Pianist hat. Nicht ein Wissenschaftler. »All das. was wir hier auf diesen Karten sehen?« »Thomas Cole ist ein sonderbarer Mensch«. können wir nun den gesamten Kosmos erforschen und kartographieren.

die es zu erforschen gilt. eine optimale Arbeit abzuliefern. »Etwas zum Reparieren.« »Etwas zum Reparieren«. was bei all dem herauskommen würde. hat keine begrifflichen Entsprechungen. Wir müssen mit der Herstellung spezieller . Er befaßt sich mit den Dingen selbst. Wir müssen von der Kriegsproduktion umstellen auf die Entwicklung von Schiffen. Unendliche Welten. endlose Galaxien und Systeme. Für uns hat dieses Talent ein ganzes Universum geöffnet. Ich bezweifle sehr. Er hat eine liegengelassene Arbeit gesehen. in den Kontrollkopf hineingesehen und die unfertige Verdrahtung und die Relais gesehen. Ihn interessierte nur eines: mit dem Talent. das er besaß. Er hat in die Kugel. daß Thomas Cole begriffen hat.abstraktes Wissen über die Dinge. warf Margaret Duffe ein. Wir müssen Forschungsteams organisieren. Wie ein Künstler hat er die vor ihm liegende Aufgabe gesehen. Unberührte Welten. »Wir machen uns besser an die Arbeit. Eine unvollständige Maschine.« Reinhart erhob sich unsicher. Direkt.

Reinharts Sprengschußwaffe zuckte in Richtung der Ratsmitglieder. Auf ein Zeichen von Margaret Duffe umzingelte eine Phalanx von Regierungssoldaten die beiden Männer. auch im Hinblick auf den Abbau von Bodenschätzen.« »Das ist richtig«. »Zurück! Wenn mir jemand zu nahe kommt. die magnetische Greifer bereithielten. Sie musterte ihn nachdenklich.« Reinhart sah den Ausdruck auf ihrem Gesicht.wissenschaftlicher Instrumente beginnen. Seine Hände zuckten zu seiner Waffe. und dann zu Margaret Duffe herüber. und er wich rasch zur Tür zurück. ist sie die erste. die es erwischt!« Peter Sherikov glitt vom Tisch und schob seinen gewaltigen Körper mit wenigen großen Schritten . Tüchtige Soldaten mit entschlossenen Gesichtern. »Zurück!« rief Reinhart. sagte Margaret Duffe. die geschockt auf ihren Plätzen saßen. »Aber Sie werden damit nicht befaßt sein. Mit einem Sprung gesellte sich Dixon zu ihm. zielte direkt auf ihre blauen Augen. Reinharts Züge waren verzerrt in wahnsinniger Furcht. Instrumente zur Kartographierung.

sagte Margaret Duffe. Die Regierungssoldaten fesselten ihn rasch mit ihren Greifern und zerrten ihn hoch. Vorsichtig legte er sie auf den Tisch. Eines der älteren Ratsmitglieder hob die Waffe auf und betrachtete sie neugierig. als sich die Greifer um seine Arme und Beine schlossen.direkt vor Reinhart. seine Augen waren glasig. prallte krachend auf und ging dann zu Boden. während er zur Tür gestoßen wurde. mit offenem Mund und ohne zu begreifen da.« Reinharts zerschlagenes Gesicht war dunkelrot vor Haß. »Wenn ich nur meine Hände freibekommen könnte -« »Das werden Sie nicht«. Reinhart flog gegen die Wand. Blut tröpfelte von seinem Mund. Sein Körper war stocksteif. Seine mächtige. Dixon stand benommen. . »Sie ist geladen«. »Ich hätte euch alle töten sollen. Reinharts Waffe fiel zu Boden. Euch alle!« Ein häßlich-höhnisches Lächeln verzerrte seine aufgeplatzten Lippen. schwarzbehaarte Faust beschrieb einen niederschmetternden Bogen. »Und entsichert. Er spuckte Zahnsplitter aus. murmelte er.

die erledigt werden muß. Danke. »Alles in Ordnung. Ich werde mich später mit Ihnen in Verbindung setzen. »Ja.« »Wo wollen Sie hin?« fragte sie zögernd. alles in Ordnung.« Sherikov berührte kurz ihr weiches Haar. Sherikov trat zu Margaret Duffe und legte seine riesige Hand auf ihre Schulter. seine Aktentasche wieder vollzustopfen. auch nur daran zu denken. Dann entfernte er sich und begann emsig. die Ratsmitglieder erwachten aus ihrer Erstarrung. Für einen Augenblick war es im Raum still.« Während er den Raum verließ.»Also sparen Sie sich die Mühe. und sie zogen Reinhart und Dixon grob aus dem Saal. lächelte Sherikov sie durch seinen buschigen schwarzen Bart an. »Ich muß los.« . Dann ging ein Aufatmen durch den Saal.« Sie gab den Soldaten ein Zeichen. zwei benommene Gestalten voller Trotz und Wut. »Eine sehr wichtige Angelegenheit. »Können Sie nicht bleiben und -« »Ich muß zurück zum Ural. Margaret?« Sie lächelte schwach.

die Atmung und die Körpertemperatur. Ihre Verbrennungen sollten in ein paar Monaten verheilt sein.Thomas Cole saß aufrecht in seinem Bett. »Cole.« Coles Lippen bewegten sich. Wie von Ihnen erwartet. »Ikarus -« »Mit Ikarus lief alles wie erwartet.« »Wie Sie sehen. ich habe Ihnen etwas versprochen. Cole drehte sich ein wenig.« »Wie verläuft der Krieg?« »Der Krieg ist zu Ende. sind unsere Behandlungsmethoden ziemlich fortgeschritten. und ich . Zwei Dienstroboter umschwirrten ihn unaufhörlich. als der hünenhafte Pole seine Aktentasche hinwarf und sich auf das Fensterbrett setzte. gekrümmten Körpers war mit einer hauchdünnen luftundurchlässigen Kunststoffhülle versiegelt. Der größte Teil seines unbeholfenen. »Wie fühlen Sie sich?« fragte Sherikov ihn. »Besser. den Blutdruck. als Sherikov in der Tür erschien.« Sherikov beugte sich zum Bett herab. maßen mit ihren Tastarmen seinen Puls.

Ein paar tausend Dollar sollten genügen. Wir stellen unsere Wirtschaft völlig um. Das ist eine relativ einfache Angelegenheit. Sie haben es uns ermöglicht. Und Kleidung. unseren größten Traum zu verwirklichen. »Ich habe bereits Kontakt mit der Abteilung für Historische Forschung aufgenommen«. sobald Sie soweit sind.« Cole schwieg. von der Kriegsindustrie auf -« »Die Leute sind nicht aufgebracht darüber. Sie werden wieder zu Hause sein. was geschehen ist? Der Fehlschlag muß doch für viele eine große Enttäuschung sein.werde mein Versprechen halten – sobald Ihr Zustand das zuläßt. in Ihrer Welt. zur Finanzierung Ihres Geschäfts. Werkzeug. Wir können Ihnen ein paar Scheiben Platin oder etwas in der Art mitgeben. in Ihrer Zeit. fuhr Sherikov fort.« . Wir fühlen uns Ihnen gegenüber verpflichtet. wie Sie sich wahrscheinlich denken können. »Die Zeitkugel ist bereit. jetzt wo Reinhart nicht mehr an der Macht ist. Sie brauchen einen neuen Wagen.« »Mich wieder in meine Zeit zu lassen?« »Ganz recht.

Cole. daß ich bereits am Wochenende ein ÜlgSchiff bereit habe! Tausende von Anträgen sind schon eingereicht worden. ich muß zurück zu den Laboratorien. was nun vor uns liegt. haben Sie ja vielleicht . die aufspielt. die ausbricht. daß Sie nicht hier sein werden. wo es nichts als Sand und getrocknetes Salz gibt. Keine Paraden und kein Empfangskomitee. Ein Jammer. Trotzdem wollen alle aufbrechen.« »Das vielleicht nicht. »Übrigens… Eine kleine Sache noch. um das mitzuerleben.« Sherikov griff in seine prallgefüllte Aktentasche.« Cole lächelte ein wenig. die beim Jungfernflug dabeisein wollen. Es ist fast wie ein Feiertag. Sich ins Universum begibt. Überall laufen die Menschen begeistert durch die Straßen – Aber ich fürchte. Man verlangt von mir.»Zunächst war es so. Aber darüber sind sie hinweg – seit sie begriffen haben. Während Sie auf Ihre Genesung warten. Eine ganze Welt. von Männern und Frauen. die sie erwarten. »Es wird am Ziel keine Kapelle geben. Es gibt eine Menge beim Wiederaufbau zu organisieren. Vielleicht wird das erste Schiff in irgendeiner toten Welt landen.

»Was ist das?« »Nur eine Kleinigkeit.« Er warf eine Handvoll Zeichnungen auf das Bett. die dann die Macht an sich reißen – so wie Reinhart den Rat dominiert hat. die es unmöglich macht. daß es jemals wieder zu einer Reinhart-Affäre kommen kann. sich das hier einmal anzusehen. Cole streckte langsam die Hand nach ihnen aus. Jeder Bürger kann seinen Willen mit Hilfe eines dieser Dinger übermitteln und dafür sorgen. »Wir gestalten unsere politische Struktur in einer Weise um. die automatisch reagiert. bis ein Begehren formuliert wird. Sie werden nicht auf den Rat warten müssen.« Sherikov erhob sich und schlenderte zur Tür. Wenn . nicht nur einer begrenzten Anzahl von EliteLeuten. Das da soll den Griff eines einzelnen Menschen nach der Macht verhindern.« Mit seinem großen Zeigefinger wies er auf die Zeichnungen. Diese Erfindung macht es möglich.Lust. die ich entworfen habe. daß die Bürger die Dinge direkt zur Sprache bringen und über sie entscheiden können. daß seine Bedürfnisse registriert werden bei einer zentralen Prüfstelle. »Das soll allen die Macht geben.

ich hoffe. Ein Begehren braucht nicht einen formalen Rat zu durchlaufen. . Hat noch ein paar Macken… Dieser Fummelkram hat mir noch nie gelegen. können wir uns ja noch mal zu einem Gespräch zusammensetzen. »Allerdings«.ein genügend großer Teil der Bevölkerung etwas Bestimmtes getan haben will. und sein wettergegerbtes Gesicht war voller Anspannung. Die Bürger können ihrem Willen Ausdruck geben. wir sehen uns noch vor Ihrer Abreise. Er saß über die Skizzen gebeugt.« Sherikov brach ab und runzelte die Stirn. Vielleicht – also wenn Sie sich dann besser fühlen. lange bevor irgendein Haufen grauhaariger alter Männer darauf stoßen würde. »gibt es da ein kleines Problem…« »Nämlich?« »Ich habe noch kein funktionstüchtiges Modell produzieren können. Vielleicht gehen wir mal essen. Seine langen Finger bewegten sich rastlos über die Zeichnungen. das alle anderen berührt. dann bauen diese kleinen Dinger ein aktives Feld auf. Hm?« Aber Thomas Cole hörte nicht mehr zu.« Er blieb bei der Tür stehen. »Na ja. fuhr er langsam fort.

Während er so nachsann.spürten Schaltkreisen und Schnittstellen nach. Sherikov wartete einen Augenblick. Dann trat er hinaus auf den Korridor und schloß leise die Tür hinter sich. bewegten sich seine Lippen. . Fröhlich pfeifend schlenderte er den Gang hinunter.

Der unermüdliche Frosch »Zenon war der erste große Wissenschaftler«. wird der Frosch nie den Brunnenrand erreichen. aber sehr realer Rest. »Nehmen Sie zum Beispiel sein Paradoxon von dem Frosch im Brunnen. bleibt dem Frosch stets ein kleiner. Dann hob sich im hinteren Teil des Raums langsam eine Hand.« Die Studenten der 3a im nachmittäglichen Physikunterricht schwiegen und dachten über Hardys rätselhafte Äußerung nach. Wie Zenon zeigte. Wenn jeder Sprung nur halb so groß wie der vorherige ist. »Ja?« . den er noch zurücklegen muß. Ungläubig starrte Hardy die Hand an. verkündete Professor Hardy und ließ seinen strengen Blick durch den Klassenraum schweifen.

Professor Hardy sah sie an. Pitner?« »Aber im Logik-Seminar hat es geheißen. Als alle verschwunden waren. er stand beim Trinkbrunnen und wischte sich das Wasser vom . nahm Hardy seine Pfeife und trat ebenfalls auf den Gang. Ich habe die Argumentation genauestens überprüft. Er sah sich um. er erreicht ihn. Verärgert rieb er sich das Kinn und betrachtete mit gerunzelter Stirn die Schar junger Männer und Frauen mit ihren munteren. sein Satz blieb unvollendet. daß der Frosch stets ein Stückchen vom Rand entfernt sein wird. er springt -« Die Glocke läutete. Wie erwartet war Grote nicht weit. »Was gibt es. »In diesem Seminar erreicht der Frosch den Brunnenrand nicht. Alle Studenten erhoben sich und drängten dem Ausgang zu. leeren Gesichtern. Nehmen wir einmal an.fragte er. Ich kann Sie versichern. daß der Frosch sehr wohl den Rand des Brunnens erreicht. Professor Grote hat gesagt -« »Der Frosch erreicht ihn nicht!« »Professor Grote sagt.« Hardy verschränkte die Arme.

der Frosch kommt da ohne Probleme raus. Er war Wissenschaftler. »Kommen Sie mal her!« Professor Grote sah blinzelnd auf.« Hardy ging auf ihn zu. »Alte. »Grote!« sagte Hardy. nicht in Ihres. Hardy. »Was fällt Ihnen ein.« »Kommt er nicht. was Sie meinen. Sie haben Ihren Studenten was Falsches erzählt. daß der Frosch für immer festsitzt.« . »Ich weiß. Zenon durchzunehmen. »Was ist denn?« »Kommen Sie her. Es steht völlig außer Frage. in einem ewigen Gefängnis.« »Logik. Überlassen Sie Zenon gefälligst mir!« »Zenon war Philosoph. Es geht um das Paradoxon mit dem Frosch und dem Brunnen. und als solcher gehört er in mein Fach. Nur damit Sie es wissen. Die Logik ist auf meiner Seite. bah!« schnaubte Hardy mit funkelnden Augen.« Grote sah Hardy entrüstet an.Mund. verstaubte Maximen. aus dem er niemals herauskommen wird!« »Und ob er herauskommt.

»Sehen Sie.« Grote und Hardy sahen einander an.« . worum es diesmal bei Ihrer Meinungsverschiedenheit ging?« »Um Zenon«.« Mit einem Nicken wies er auf seine Tür. als sie das Büro des Dekans betraten. »Wenn Sie fertig sind. wo Sie so beschäftigt sind. »Jetzt haben Sie uns nur wieder in Schwierigkeiten gebracht. was Sie angerichtet haben?« flüsterte Hardy.« »Sie haben angefangen – Sie und Ihr Frosch!« »Setzen Sie sich. »Darf ich fragen.« Er betrachtete sie mürrisch. Sie drehten sich rasch um. Tut mir leid. Sie zu stören. »Zenon?« »Das Paradoxon mit dem Frosch und dem Brunnen. aber ich muß mit Ihnen sprechen. hätten Sie wohl nichts dagegen. für einen Augenblick in mein Büro zu kommen. murmelte Grote. Der Dekan stand hinter ihnen und lächelte freundlich. »Machen Sie es sich bequem. Gentlemen.« Der Dekan deutete auf zwei unbequeme Stühle.»Sind die Herren bald fertig?« sagte eine ruhige Stimme. »Es wird nicht lange dauern.

»Also. um für exakte Testbedingungen zu sorgen und dieses elende Rätsel zu lösen. Eine zweitausend Jahre alte Geschichte. Ich gebe Ihnen zwei Wochen.« »Aber der Frosch wird nicht in Übereinstimmung mit den Bedingungen des Paradoxons springen. sagte Grote. tagaus.»Ich verstehe. Ich bin dieses ewige Gezänk. sagte Hardy schließlich. sagte Hardy nach kurzem Zögern. Ein uraltes Rätsel. »Ich verstehe. stehen auf dem Flur herum und streiten sich wie -« »Das Problem ist«. daß das ein für allemal entschieden wird. Das Paradoxon ist reine Abstraktion. Grote«.« Hardy und Grote schwiegen. fertig.« »Dann ändern Sie das eben! Stecken Sie den Frosch in seinen Brunnen und beobachten Sie.« »Wir brauchen ein Netz«. tagein. leid. was dann passiert. Ich will. »dann wollen wir mal.« Der Dekan nickte. »daß noch niemand das Experiment durchgeführt hat.« »Dann müssen Sie ihn eben dazu bringen. . zwei erwachsene Männer. Und Sie.

Die Universität überließ Grote und Hardy den größten Teil des Kellers. und die beiden gingen sofort ans Werk und trugen Geräte und Materialien nach unten. Die Kammer selbst wuchs zu erstaunlicher Größe an und ähnelte einem gigantischen Abflußrohr. doch kam die nie richtig zustande. »Wir fangen am besten gleich an.»Ein Netz und ein Glas. Die Nachricht von der Unternehmung verbreitete sich in Windeseile. Im Laufe der beiden Wochen fehlten sie immer häufiger in ihren Klassen. wie man es bald nannte. Die meisten Naturwissenschaftsstudenten waren auf Hardys Seite.« Hardy seufzte. Das eine Ende des Rohrs verschwand in einem Labyrinth aus Kabeln . war ein beachtliches Projekt. Grote und Hardy arbeiteten fieberhaft an dem Projekt. In den Abteilungen für Philosophie und Kunstgeschichte wurde etwas Propaganda für eine Erfolgs-Fraktion gemacht. das den Keller in seiner gesamten Länge durchzog.« Die »Frosch-Kammer«. sie bildeten eine Mißerfolgs-Fraktion und denunzierten die Mühen des Froschs.

am anderen befand sich eine Tür.« Nervös bemerkte Grote. nichts anzurühren. es gibt nur eine Richtung.« Plötzlich war ein scharrendes Geräusch an der Tür zu hören. in die er hüpfen kann.« Hardy zündete sich seine Pfeife an. was? Kommen Sie. »He«. . Es ist dunkel da drinnen. »wir haben abgemacht. »Sollten wir nicht noch ein bißchen warten?« »Sie wollen den Tatsachen nicht ins Auge sehen. wie Hardy sich nach seinem Glas umsah. »Ich hoffe. wenn wir es mit einem Probefrosch versuchen würden? Ich möchte zu gern sehen.« Hardy grinste. was passiert. daß der Frosch auch was sieht.« »Nun ja. solange wir nicht beide anwesend sind. Als Grote eines Tages nach unten ging. fassen Sie mal mit an. »Wie wär’s. Sie sahen auf.« »Dafür ist es noch zu früh. war Hardy bereits dort und spähte in das Rohr.« »Ich seh doch nur hinein. Da stand Pitner und blickte neugierig in den Raum und auf die langgestreckte Frosch-Kammer.und Schläuchen. rief Grote.

mein Junge. »Wie Sie sehen können. »Ich hab diesen Teil selbst entwickelt. »Sie würden ihn nur verwirren. Ja. Sie können dableiben. Dieses Ende hier -« »Ich führ es ihm vor«. wenn Sie wollen.« »Wollen Sie sie ausprobieren?« Pitner kam in den Raum. wir waren im Begriff.« Die Maschine begann leise summend zu arbeiten. unseren ersten Probefrosch einzusetzen. Nur zu. Gucken Sie in das Rohr.« Er öffnete das Glas und nahm einen feuchten Frosch heraus. »Wir haben zu tun. Hardy nahm den Frosch und setzte ihn in . mein Junge. sagte Hardy. Er sah einen langen schwarzen Tunnel. Grote. schalten Sie sie ein.»Was wollen Sie?« fragte Hardy. Der Frosch kommt in den Eingang. »Was sind das für Linien?« »Meßlinien. sagte Grote strahlend. hat das große Rohr einen Eingang und einen Ausgang.« Pitner spähte in das offene Ende des Rohrs. »Wofür sind all diese Spulen und Relais da?« »Es ist ganz einfach«.

Er drehte das Gas auf. wie er sich weiter voranbewegt. »Spring schon. an diesem Ende. sagte Hardy. Er schwang die Metalltür zu und verriegelte sie.« Sie sahen in das Rohr. »Am Boden des Rohrs wird die Hitze weitergeleitet«. wenn er ihr entgehen will. du dummer Frosch«. Wir beobachten ihn durch das Fenster. »Nicht so hoch.das Rohr. Die Hitze treibt den Frosch das Rohr entlang. »Wollen Sie ihn braten?« »Sehen Sie!« schrie Pitner.« Plötzlich ließ Pitner ein erschrockenes Keuchen . »Da würde ja ein ausgewachsener Mann hineinpassen. »Er muß springen.« »Mit was für einem großen Frosch haben Sie denn gerechnet?« fragte Pitner.« »Gucken Sie zu. Sehen Sie. Sie Wahnsinniger!« rief Grote.« Hardy drehte den Gashahn auf. »Damit der Frosch nicht wieder herauskann. erklärte Hardy. »Dieses Ende des Rohrs wird erwärmt. »Er bewegt sich!« Der Frosch sprang. Der Frosch saß ruhig und in sich zusammengesunken da und stierte traurig vor sich hin.

»ist genau die Frage. den der Frosch passieren würde. daß die Verkürzung genau jener in Zenons Paradoxon entspricht. Mr. und folglich wird jeder Sprung proportional reduziert. Während der Frosch springt.« Hardy strahlte. wenn er denn so weit käme. der wir uns widmen. Sollte er ihn erreichen. die Sprungspanne des Froschs zu reduzieren.« . »Mein Gott. Am anderen Ende des Rohrs ist ein Photonenstrahl. Die Wirkung des Kraftfelds besteht darin. darauf zuzuhüpfen. Sehen Sie. Der Frosch ist geschrumpft. Durch die Hitze wird der Frosch gezwungen. Er ist nur noch halb so groß wie vorher. Je weiter der Frosch vorankommt. sagte Hardy. würde er damit das Kraftfeld ausschalten. desto mehr wird er verkleinert.« »Aber warum?« »Das ist die einzige Möglichkeit.« »Aber was soll denn dabei herauskommen?« »Das«.hören. Hardy. Wir haben es so arrangiert. verringert sich seine Größe. am anderen Ende des Rohrs befindet sich ein Kraftfeld. »Das ist der Trick. tierisches Gewebe zunehmend zu reduzieren.

Er wird kleiner und kleiner werden und seine Sprünge immer kürzer. Sie sahen durch das Fenster in das Rohr. er hüpft immer noch herum. »Pitner. Der Frosch hatte eine ziemliche Entfernung zurückgelegt. irgendwo in einer subatomaren Welt. kaum größer als eine Fliege.« Er schloß die Tür hinter dem jungen Mann ab. der sich fast unmerklich im Rohr voranbewegte. sagte Grote. Und verschwand.« Sie funkelten einander an. »Sie haben das Rohr konstruiert. »Nein. Was ist mit dem Frosch passiert?« »Nun ja. ins Endlose. Er war kaum noch zu erkennen. sagte Grote.« »Sie sind ein Betrüger. Er wird niemals dort ankommen. gehen Sie jetzt«. Für ihn wird sich das Rohr immer mehr verlängern. »Seien Sie sich da nur nicht so sicher«.sagte Pitner.»Er wird ihn erreichen«. ein kleiner Punkt. Er rieb sich die Hände. Er wurde kleiner. Klein wie ein Staubkorn. »Grote und ich haben miteinander zu reden. Dem Frosch ist in dem . sagte Hardy. »Du liebe Zeit«. »Also gut«. murmelte Grote.

»Und keine faulen Tricks jetzt. »Zu eng…« »Ach ja?« Hardys Grinsen wurde breiter. und er kroch grunzend in das Rohr. Er beugte sich vor und schaute in die Rohröffnung. dagegen können wir wohl etwas unternehmen. Hohl hallte seine Stimme wider. Vielleicht finde ich eine – Falltür. Er drehte das Gas ab und öffnete die große Metalltür. sagte Hardy grinsend. »Nun. »Was ist?« fragte Hardy.« »Na«. Er eilte zum anderen Ende des Rohrs und schaltete das Kraftfeld ein. »Wenn Sie das glauben.« Hardy sah zu. Grote war unter Anstrengung in der Mitte des Rohrs angekommen. Er nahm seine Pfeife aus dem Mund und legte sie auf den Tisch. wie Grote verschwand. sagte Grote.« Er knallte die Metalltür zu. Hardy reichte ihm die Taschenlampe. »Geben Sie mir die Taschenlampe«. . sollten Sie das Rohr vielleicht einmal persönlich in Augenschein nehmen.« »Das werd ich tun. sagte Hardy.« »Wie Sie wollen«.Rohr irgend etwas zugestoßen.

Relais rasteten ein. jetzt gab es Platz genug. »Öffnen Sie die Tür. laut und voll Panik. Er blinzelte.Röhren glühten auf.« Er ging zum Gashahn und drehte ihn an. »Hardy!« Seine Stimme donnerte rings um ihn her. Es fing an. sein Kinn krachte gegen das Metall. Das Rohr war gewachsen. Viele Gedanken gingen ihm durch den Kopf. sagte er. Er konnte sich nur vorwärts bewegen. Hardy. Hardy kreuzte die Arme. »Spring. »Wart nur. Sein Kopf stieß oben gegen das Rohr. was du nur kannst. schaffte es aber nicht. was du dir davon versprichst -« Plötzlich machte das Rohr einen Satz. »Dann spring mal. mein lieber Frosch«. Er begann zu kriechen und grummelte leise vor sich hin. Du und deine Scherze. Was soll das?« Er versuchte. warm zu werden. . um zur Tür zu gelangen. Lange lag Grote reglos in dem Rohr. Was war mit Hardy los? Was führte er im Schilde? Schließlich stützte er sich auf die Ellbogen. Er stürzte. sich im Rohr herumzudrehen. Es war sehr dunkel. Weiß der Kuckuck.

»Ich muß logisch denken. Das macht das Rohr für mich zweimal so lang. »O Gott«. kroch er widerstrebend das Rohr entlang zu einer kühleren Stelle. deshalb ist meine Größe um die Hälfte reduziert. Er kauerte sich zusammen und starrte trübsinnig in die Dunkelheit. Er stemmte sich dagegen. Er kam auf die Knie. Ich muß jetzt ungefähr neunzig Zentimeter groß sein. sagte Grote mit seinem feinen Stimmchen. Mühsam drehte er sich um.« Er holte die Taschenlampe und einen Zettel aus seiner geräumigen Tasche und begann zu überschlagen. Er kroch das Rohr zurück zur Metalltür. . es überstieg seine Kräfte. aber nichts geschah. Nach einiger Zeit kehrte etwas Mut zu ihm zurück. Er saß lange Zeit einfach nur da.Und seine Kleider! Sein Hemd und seine Hose waren geräumig wie ein Zelt. Die Taschenlampe war für ihn kaum zu handhaben. »Was soll ich tun?« dachte er. Sie war jetzt zu groß für ihn. Als der Metallboden unter ihm zu warm wurde. Ich bin bereits einmal in das Kraftfeld geraten.

wenn er ihn nur erreichen könnte.« Aber als der Fußboden unter ihm heiß wurde. wenn er ihn nur irgendwie erreichen könnte! Eine Zeitlang beschäftigte er sich mit seinen Berechnungen. Er zappelte in einem Meer aus grobem Gewebe. »könnte ich vielleicht -« Wieder machte das Rohr einen Satz. am Ende des Rohrs war ein Licht zu sehen. der Photonenstrahl. sagte Grote und starrte ins Dunkle. rang nach Luft und japste.Unter ihm wurde der Boden warm. »ich hoffe. »Also«. murmelte er. sagte er schließlich. der das Rohr durchquerte. um der Hitze zu entgehen. Schließlich kämpfte er sich frei. Weit. Nach meinen Berechnungen müßte ich den Lichtstrahl in etwa neun Stunden und dreißig .« Er blickte das Rohr entlang. Wenn er ihn erreichen könnte. »Keine fünfundzwanzig Zentimeter mehr. »Noch knapp einen halben Meter«. kein Stück mehr. Automatisch rutschte er ein Stück weiter. weit weg. entwich in alle Richtungen. »Ich wag mich nicht mehr zu rühren. bewegte er sich doch ein wenig. »Wenn ich hier nur lange genug bleibe«. es stimmt.

« »Was für ein Experiment meinen Sie?« »Die Zenon-Sache«. um mir die Frosch-Kammer anzusehen. Er wurde kleiner.« Alle sahen Pitner an. Und dann hat Professor Grote den Strom eingeschaltet. »dürfte ich zu dem Zeitpunkt ziemlich klein sein…« Erhobenen Hauptes marschierte er los. erklärte er nervös. Professor Hardy sagte zu Pitner: »Erzählen Sie der Klasse. also. ich war unten im Keller. was Sie heute morgen gesehen haben. Er schluckte nervös. wenn ich ohne anzuhalten gehe.« »Er wurde kleiner. sagen Sie. »Mit dem Frosch. Sie wollten ein Experiment beginnen. »Allerdings«. Von Professor Grote. Und was dann?« . Er setzte den Frosch in das Rohr und schloß die Tür.« Er holte tief Luft und hievte sich die Taschenlampe auf die Schulter. murmelte er. »Ja.« »Was geschah dann?« »Der Frosch hüpfte los. Ich wurde hereingebeten.Minuten erreichen.

zu einem längeren Aufenthalt in die Berge zu fahren. »Dann hat der Frosch das Ende des Rohrs also nicht erreicht?« »Nein. Wir werden den unglückseligen Frosch leider nie wiedersehen.« Das Gemurmel in der Klasse wurde lauter.»Dann verschwand er. »Sehen Sie. Soweit ich weiß.« »Das ist alles. Wenn er erst einmal ein wenig ausgespannt hat und die ganze Geschichte vergessen hat -« . hat der Frosch das Ende des Rohrs nicht erreicht. Er entzündete seine Pfeife und paffte sie gelassen an. Professor Grote.« Professor Hardy lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Und er wird das Ende auch nicht erreichen. erwartet. daß er nicht zum Nachmittagsunterricht erschienen ist. Hardy pochte mit seinem Bleistift. anders als von meinem Kollegen.« In der Klasse kam Unruhe auf. hat Professor Grote beschlossen. Es wird Ihnen nicht entgangen sein. Ja. es hat ihn in ganz außerordentlichem Maße getroffen. »Dieses Experiment war für den armen Grote ein ziemlicher Schlag.

Er war allein in einer ungeheuren Höhle. Früher oder später würde er den Photonenstrahl erreichen und durchqueren. er hatte sich daran gewöhnt. »Einfach vorwärts. Die Taschenlampe krachte zu Boden und ging aus. »Eine Rast kann nicht schaden. sagte er zu sich selbst. Später machte er sich wieder auf den Weg. Nach einiger Zeit begann er wieder müde zu werden.« Er setzte sich. und er würde seine normale Körpergröße wiedererlangen. Es war nicht das erste Mal. ohne jedes Ende. Aber er ging unverdrossen weiter. Grote lächelte versonnen vor sich hin.« Wieder machte das Rohr einen Satz. Der Boden unter ihm war rauh. döste ein wenig. »Nach meinen Berechnungen wird es wohl doch eher zwei Tage dauern. Er ging weiter. Der plötzliche Ruck des Rohrs erschreckte ihn nicht mehr. »Nur keine Angst«. einer gewaltigen Leere. Das Kraftfeld würde verschwinden. Hardy wird Augen .Grote zuckte zusammen. Vielleicht ein wenig länger…« Er verschnaufte. zerklüftet und zerfurcht. Er taumelte.

doch er bewegte sich in der richtigen Richtung. zuerst in die eine Richtung. sagte er. und er begann zu zittern. Dann rannte er los. Er lief weiter und weiter. Welche Richtung? »Mein Gott«. tief atmete er durch den offenen Mund ein und aus. schlingerte und stolperte. denn er fiel über . Er bewegte sich in der richtigen Richtung! Wieder begann er zu laufen. wurde der Boden immer zerklüfteter. ohne Hast. Dann hielt er wieder kurz inne. Er konnte nichts erkennen. als er abermals ein Stück schrumpfte. Ein vertrautes Gefühl: Er atmete auf. Er stand auf und sah sich um. Welche Richtung? Zeit verstrich. Er bückte sich und berührte den Boden unter sich. bald in jene Richtung.machen – Er stieß mit dem Zeh gegen ein Hindernis und fiel der Länge nach in die allgemeine Schwärze. Und während er lief. Plötzlich hielt er inne. bald in diese. vor Erleichterung schluchzend und seufzend. Bald mußte er anhalten. Panische Furcht ergriff ihn. dann in eine andere. absolut nichts. hastete durch die Dunkelheit. Er ging zögerlich los.

Wie lange würde es noch dauern? Er betrachtete die gewaltigen Blöcke aus Erz. Hardy. »Vielleicht sollte ich es lieber nicht berechnen«.Geröll und Gesteinsbrocken. die sich rings um ihn her auftürmten. der von den großen Steinen ringsherum und sogar von seinem eigenen Körper ausging. Plötzlich durchjagte ihn Entsetzen. Sie leuchteten in der Dunkelheit. dachte er. murmelte er. machte ab und zu eine Atempause. versuchte er sich zu beruhigen. sprang wie eine Ziege von einem Fels zum nächsten. sagte er. Über allem lag ein trüber Lichtschein. Er hüpfte weiter. Er kletterte die Seite .« Im Halbdunkel sprang er von Stein zu Stein. »Hitze«. »Natürlich! Danke. der Stahlwolle -? »Natürlich«. »Oder wie ein Frosch«. Er lief über eine endlose Ebene aus Geröll und Gesteinsbrocken. Hatten sie denn das Rohr nicht glattgeschmirgelt? War was nicht in Ordnung gewesen mit dem Sandpapier. »Selbst die Oberfläche einer Rasierklinge… wenn man klein ist…« Er arbeitete sich mühsam weiter vor. Was war das? Er sah seine Hände an.

Er sprang. »Und daher«. in die Kluft. daß Käfer so sacht fallen… bestimmte Eigenschaften…« Er schloß die Augen und überließ sich der Dunkelheit. tiefer und tiefer. Dann fiel er. Er stand am Rand eines Felsens und sprang. Kein Wunder. sie zu durchqueren. sagte er und schwebte weiter der Tiefe zu. desto geringer die Wirkung der Schwerkraft. Es gab keinen Boden. in das trübe Licht. »können wir erwarten. wie viele Male. Er schaffte es mit knapper Not. Frieden erfüllte ihn. sagte Professor Hardy. »Keine Sprünge mehr«. Professor Grote schloß die Augen. »Ein bestimmtes Gesetz bezüglich fallender Körper… je kleiner der Körper. endlich. sprang wieder und wieder. daß dieses Experiment in die . Weiter und immer weiter stürzte er hinab.einer steilen Klippe empor und sprang hinüber auf die andere Seite. Er vergaß. sein müder Körper entspannte sich. Die Kluft war noch breiter als die vorige. keuchend und nach Halt suchend.

Die Klasse starrte zur Tür. daß er die Materie durchdringt -« »Was?« sagte Hardy. Einige Studenten lächelten.Wissenschaft eingehen wird als -« Er hielt stirnrunzelnd inne. Ein kleiner Frosch kam in den Raum gehüpft. was es gab.« Pitner sah strahlend zu dem Frosch. sagte er aufgeregt. sagte er. Hardy drehte sich um. »Professor«. um zu sehen. Die Größe des Froschs wurde in einem solchen Maße reduziert.den Raum zwischen den Molekülen. »Das wäre der Beweis für eine Theorie. und einer begann zu lachen. während der . die den Boden der Frosch-Kammer bilden.das sogenannte Charles-Fort-Experiment«. die ich ausgearbeitet habe. da sich die Beschleunigung auf ihn proportional geringfügiger auswirkt.« ». »Das da ist ein anderer Frosch. Pitner stand auf. Und nach Verlassen des Kraftfelds würde er seine Originalgröße wiedererlangen. ». Der Frosch würde dann langsam durch den Boden sinken.

mit vor Erregung gerötetem Gesicht.« »Ist in Ordnung«. Grote stand dort. murmelte er. In diesem Augenblick ertönte die Glocke. »Die Welt ist voller Frösche. Es kann nicht derselbe Frosch sein.Frosch langsam den Raum durchquerte.« Ein Student trat zu ihm an den Schreibtisch. Er ist sehr aufgeregt. »So. Hardy sah ihn . äußerte Professor Hardy. sagte Hardy. »Ja? Was ist?« »Auf dem Gang ist ein Mann. »Das kann nicht sein«. so«. in eine rote Wolldecke gehüllt. Kurz darauf war Hardy allein. Er seufzte und stand auf. Dann biß er die Zähne zusammen und trat hinaus auf den Gang. sein Blick ruhte auf dem Frosch. »Professor Hardy -« Hardy blickte auf. Er schüttelte den Kopf. Er hat eine Wolldecke um. ihre Bücher und Hefte zusammenzupacken. In der Tür zögerte er und holte tief Luft. und die Studenten fingen an. der Sie zu sprechen wünscht. Benommen setzte er sich an seinen Schreibtisch.

ob der Frosch das andere Ende des Rohrs erreichen würde oder nicht. »Hören Sie mal.schuldbewußt an.« Und er schlang sich die Wolldecke enger um und eilte den Gang hinunter. Grote -« »Lassen Sie uns später darüber reden«. äh. Grote -« »Wir wissen noch immer nicht. Ich komm heute abend bei Ihnen vorbei. . »Aber sagen Sie. Wir müssen einen anderen Weg finden. Die Kammer taugt nichts. Er und ich sind durch die Moleküle hindurchgefallen.« »Wohl wahr«. »Wir sind genauso schlau wie vorher!« rief Grote. »Was?« murmelte Hardy. um das Paradoxon zu überprüfen. sagte Hardy. sagte Grote. »Ich muß in meinen Unterricht.

Achtung! Sofort landen!« Das metallische Krächzen des Lautsprechers hallte durch die Gänge des großen Schiffs.Die Kristallgruft »Achtung. Die Passagiere sahen einander beunruhigt an. um die Notschleuse zu überprüfen. Interflug-Schiff! Achtung! Sie werden angewiesen. dieser Ansammlung von Sand und Felsen. »Was ist los?« fragte ein besorgter Passagier einen der Piloten. sich zur Inspektion sofort zur Grenzstation auf Deimos zu begeben. auf der sich die MarsGrenzstation befand: Deimos. sie murmelten und blickten durch die Fenster zu der kleinen Scheibe unter ihnen. . der durch das Schiff eilte.

daß es wirklich Krieg geben wird?« sagte ein junger Mann zu der jungen Frau. die auf dem Platz neben ihm saß. Bleiben Sie sitzen. »Schließlich sind wir das letzte Schiff. daß sie uns überhaupt gehen lassen. sagte ein untersetzter Geschäftsmann zu seinem Begleiter. nicht ohne sorgfältig einen Sicherheitsabstand zu halten. daß sie uns noch einmal überprüfen«. Was ist denn jetzt noch?« »Ich nehm’s ihnen nicht übel. und ich dachte. Wir können verdammt von Glück sagen. Während sich das InterflugSchiff zur Landung vorbereitete.« »Sie glauben doch wohl nicht. drängten die Jäger tiefer. »Mein Gott.« Der Pilot ging weiter. wir wären mit diesen Marsianern endlich fertig. das Mars in Richtung Terra verläßt. »Landen? Aber warum?« Sie alle sahen einander an.»Wir müssen landen. Über dem unförmigen Interflug-Schiff schwebten drei schlanke Mars-Jäger in Gefechtsbereitschaft. »Da geht doch irgend etwas vor sich«. sagte eine Mitreisende nervös. »Diese Marsianer werden nicht wagen zu kämpfen .

wenn sie auch nur gegen einen Artikel verstoßen. Es gab ein knirschendes Geräusch und einen übelkeitserregenden Ruck. »Wir sind gelandet«. »Ich wär mir da nicht so sicher. Ich bin drei Jahre auf dem Mars gewesen.« Die junge Frau sah ihn an.« . ertönte die Stimme des Piloten. Der Mars ist unberechenbar.« Sie schauderte. sagte der untersetzte Geschäftsmann. Tiefer und immer tiefer sank das Schiff. Das Schiff ging in Position und sank langsam auf den winzigen Notlandeplatz des selten besuchten Mondes zu. »Gott sei Dank. daß ich da wegkomme. Wir sollen hierbleiben. Wir könnten den Mars in einem Monat erledigen.– nicht bei unseren Waffen und unseren Produktionsmöglichkeiten. Dann Stille. Alles andere ist nur Gerede. »Sie sollten uns lieber nichts tun! Terra wird sie zerreißen. »Niemand darf laut Anweisung der Mars-Behörden das Schiff verlassen. Wenn -« »Fertigmachen zur Landung!« ertönte die Stimme des Piloten. Sie gehen bis zum Äußersten.« »Bitte bleiben Sie auf Ihren Plätzen«.

»Was glauben Sie. Das Interflug-Schiff war das letzte Passagierschiff von Mars nach Terra. wir sollen wieder landen. Übrigens. Die Passagiere dieses Fluges waren die endgültig letzten Terraner. abzureisen. Einige Passagiere begannen beklommen zu lesen. all jene Terraner. was die von uns wollen?« sagte der junge Mann zu der jungen Frau. die den unwirtlichen roten Planeten verließen. andere starrten nervös und angespannt hinaus auf den öden Landeplatz und beobachteten.Allgemeine Unruhe erfüllte das Schiff. und jetzt funken sie uns. Alle anderen Schiffe waren längst abgeflogen. Aussiedler. Touristen. wie die drei MarsJäger landeten und Truppen bewaffneter Männer ausspien. »Man wird nicht recht schlau aus diesen Marsianern. finden Sie nicht auch? Zuerst erteilen sie dem Schiff die Starterlaubnis. mein Name ist Thacher. um sich vor dem Ausbruch von Feindseligkeiten in Sicherheit zu begeben. die bislang nicht bereit waren. Geschäftsleute. . Die Mars-Soldaten kamen im Laufschritt auf das Passagierschiff zu.

stand umrahmt vom kalten Sonnenlicht in der Luke und musterte das Innere des Schiffs.Bob Thacher. sagte der Leiter und betrat das Schiff. Abrupt brachen die Gespräche ab. flüsterte die junge Frau Thacher zu. »Ich habe die Landung Ihres Schiffs befohlen. damit alle Personen an Bord überprüft werden . Da wir ja eine Weile hier Zusammensein werden -« Die Ausstiegsschleuse öffnete sich. Ein schwarzgekleideter Mars-Beamter. die Soldaten folgten ihm. und alle wandten sich um. »Schauen Sie sich ihn an«. sagte Thacher. da und sah sich ausdruckslos um.« Der Leiter stand einen Augenblick. »Seien Sie unbesorgt.« Ein hörbares Aufatmen der Erleichterung ging durch die Passagiere. »Sie werden Ihre Reise in Kürze fortsetzen können. ein Provinzleiter. Hinter ihm stand eine Handvoll Mars-Soldaten mit entsicherten Gewehren. »Es wird nicht lange dauern«. die Hände in die Seiten gestemmt. »Wie ich diese schwarzen Uniformen hasse!« »Das ist nur ein Provinzleiter«.

Eine ganze Stadt. »Hier sind keine Saboteure. sagte er. sagte der untersetzte Geschäftsmann. Einer der .können«. daß Sie sich an Bord dieses Schiffs befinden.« »Wir fangen mit Ihnen an«. »Vor zwei Stunden wurde eine Mars-Stadt zerstört. ihm durch den Gang zu folgen. Ich bin hinter drei Saboteuren her. sagte der Leiter zu ihm und trat neben den Sitz des Mannes. Es heißt. die für einen unglaublichen Akt der Zerstörung und der Gewalt verantwortlich sind.« Überraschendes und empörtes Gemurmel wurde ringsum laut. Nichts ist von ihr übriggeblieben. die unseren Planeten verlassen.« »Unmöglich«. Die Stadt und alle ihre Einwohner sind restlos verschwunden. nur ein Krater im Sand. Und wir wissen. Der Leiter winkte den Soldaten. »Sie sind die letzten Terraner. in einer Sekunde zerstört! Der Mars wird nicht eher ruhen. Die meisten von Ihnen sind sehr gewöhnlich und völlig harmlos – an Ihnen bin ich nicht interessiert. drei Terranern. zwei Männern und einer Frau. bis die Saboteure festgenommen sind. sie hätten sich in dieses Schiff geflüchtet.

»Der nächste. Schließlich waren nur noch wenige Leute übrig. die . Und außerdem -« »Er spricht die Wahrheit«. »Nein. Kommen Sie hoch. kahlköpfiger Mann erhob sich nervös. »Ich weiß überhaupt nichts davon.« Der Leiter ging den Gang entlang. »Nächster! Aufstehen!« Ein Passagier nach dem anderen stand auf. ob Sie die Wahrheit sagen. Stehen Sie auf. bestätigte der Kasten.Soldaten reichte dem Leiter einen rechteckigen Metallkasten. sagte der Metallkasten tonlos. »Ich weiß nichts von irgendeiner Zerstörung irgendeiner Stadt. »Hören Sie -« »Sind Sie in die Zerstörung der Stadt verwickelt? Antworten Sie!« Der Mann schluckte wütend. sagte er. »Das hier wird uns verraten. antwortete und setzte sich erleichtert wieder.« Der Mann erhob sich langsam und mit hochrotem Kopf.« »Er spricht die Wahrheit«. Sir«. Ein dünner.

ein Stab aus fahlem Feuer. Etwas blitzte auf. seine Frau und beider Sohn. Er hob die Rute und richtete sie mit fester Hand auf die fünf Leute. Was wissen Sie über die Zerstörung? Sind Sie in die Zerstörung unserer Stadt verwickelt?« »Nein. gewiß nicht«. Drei Menschen blieben übrig.« Seine Hand bewegte sich zu seinem Gürtel. murmelte der Mann. »Er spricht die Wahrheit«.nicht befragt worden waren. »Also gut.« »Es ist wahr«. Wir haben das Problem ziemlich eingeengt. knirschte der Leiter und . Unter Ihnen müssen die drei sein. »Der nächste!« »Nichts – ich weiß nichts. der erste: vortreten. ein etwa zwölfjähriger Junge. Im Schiff war es still. Der Leiter hielt inne und betrachtete sie eingehend. Ich hab nichts damit zu tun. ertönte der Kasten. »Nur noch fünf. ein Mann mittleren Alters. sagte der Kasten. Sie standen in der Ecke und starrten mit weißen Gesichtern auf den Leiter und auf den Stab in seinen dunklen Fingern. »Dann sind Sie es«.

Lange stand der Leiter da und spielte mit der Rute. »Sie müssen es sein. sagte er. »Sie können Ihre Reise fortsetzen«.« »Weiter!« »Ich hab nichts mit der Zerstörung Ihrer Stadt zu tun«.« »Die Wahrheit. Schließlich schob er sie in seinen Gürtel zurück und beorderte die Soldaten mit einer Handbewegung zur Ausstiegsschleuse. sagte der Kasten.« »Er spricht die Wahrheit«. sagte er widerstrebend. Die Mars-Soldaten hoben ihre Schußwaffen. flüsterte er. Du da! Junge! Was weißt du über die Zerstörung unserer Stadt? Antworte!« Der Junge schüttelte den Kopf. »Nichts. »Sie vergeuden bloß Ihre Zeit. Bei der Luke blieb er stehen und blickte mit grimmigem Gesicht zu den . »Nichts«.bewegte sich auf sie zu. »Er spricht die Wahrheit«. sagte der Mann. Er folgte den Soldaten. »Weiter!« »Nichts«. murmelte die Frau. Der Kasten blieb einen Augenblick stumm.

« Wieder ließ er seinen kalten Blick über die Terraner gleiten. der Mars war. »Sie dürfen abreisen – aber Mars wird seinen Feinden nicht gestatten zu entkommen. reisen Sie ab! Aber vergessen Sie nicht: Die drei werden gefaßt werden. »Vielleicht habe ich mich geirrt. das verspreche ich Ihnen. Also gut. Das Schiff glitt wieder durch den Raum. daß sie sich in diesem Schiff befinden. und wenn das eine halbe Ewigkeit dauern sollte. immer mehr zurück und verschwanden allmählich in der Ferne. Mars wird sie fassen und bestrafen! Das schwöre ich Ihnen!« Lange Zeit sprach niemand. Hinter ihnen blieben Deimos und der rote Ball.« Nachdenklich rieb er sich sein dunkles Kinn.Passagieren zurück. Die drei Saboteure werden gefaßt werden. Ich war sicher. »Wirklich merkwürdig. Wiederum ging ein Aufatmen durch die . die Triebwerke arbeiteten leise und gleichmäßig und trugen die Passagiere in Richtung ihres Heimatplaneten.

»Diese Barbaren!« sagte eine Frau. Aus welchem Teil von Terra sind Sie? Nordamerika? New York?« »Ich hab eine Zeit in New Y gelebt«.« »Mein Name ist Mara Gordon. Sie betraten den Salon und standen unschlüssig . sagte Thacher. Neben Thacher erhob sich die junge Frau und warf sich die Jacke um die Schultern.« Sie war schlank ork und hübsch.« »Mara? Das ist ein schöner Name. »Gehen Sie zur Bar?« fragte Thacher. »New Y ist wunderschön. und eine Wolke aus dunklem Haar fiel herab von ihrem Scheitel bis über ihre Lederjacke. »Hätten Sie etwas dagegen. »Verzeihen Sie«. Einige der Passagiere standen auf und gingen den Gang entlang in Richtung Salon und Cocktailbar. murrte ein Mann. sagte ork Mara.« Sie gingen zusammen den Gang entlang und folgten den anderen in den Salon. wenn ich mitkomme?« »Durchaus nicht. »aber ich kenne noch nicht einmal Ihren Namen.Passagiere. sagte sie. »Entschuldigen Sie«. »Das war doch nichts als leeres Gerede«.

sagte Mara und trat an den Tisch. »Allerdings erwarte ich noch eine Person. Ihr Blick glitt über die Gäste an der Theke. Er musterte Thacher eingehend. murmelte er. Der Mann war in mittlerem Alter. »Dürften wir uns dazusetzen?« fragte sie den Mann.« »Ich denke. Sie setzte sich. »Oder wollen Sie sich etwa dazusetzen?« »Ja. Sie warfen sich Blicke zu. »Vielleicht da drüben. sagte Mara. »Es ist mir ein Vergnügen«.« »Aber da sitzt schon jemand«. und Thacher half ihr mit dem Stuhl. als würde sich zwischen ihnen etwas abspielen. hatte eine blühende Gesichtsfarbe.herum. Der Mann blickte auf und erhob sich andeutungsweise. warum denn nicht«. Der untersetzte Geschäftsmann hatte am Tisch Platz genommen und seinen Musterkoffer auf den Boden gestellt. sagte Mara. hauptsächlich Männer. Er nahm selber Platz und sah plötzlich Mara und dann den Geschäftsmann an. es ist Platz für uns alle da«. sagte Thacher. »Setzen wir uns doch am besten an einen Tisch«. graue . aber müde.

das wäre also geschafft«. mit strahlenden Augen. »Bob Thacher. Im Augenblick trommelte er nervös mit den Fingern. sagte er zu Erickson. »Mein Name ist Thacher«. setzte sich rasch und faltete die Hände vor sich auf dem Tisch. Ein schlanker. und die Adern traten dick hervor. »Sie sehen aus. als wären Sie Handelsvertreter. »Habe ich recht?« Der Mann namens Erickson setzte zu einer Antwort an. Ralf Erickson. Da wir eine Weile hier Zusammensein werden. Langsam streckte er die Hand aus. Mara. aber in diesem Augenblick wurden sie unterbrochen. sagte Thacher und hielt seine Hand hin. Seine Hände waren fleckig.« »Erickson?« Thacher lächelte.Augen.« Der Mann sah ihn an. »Tja. die freundlich in die Runde sahen.« Er zog einen Stuhl hervor. »Hallo. »Warum nicht? Mein Name ist Erickson. Dann bemerkte er Thacher und lehnte sich ein . etwa dreißigjähriger Mann war an den Tisch gekommen.« Mit einem Nicken wies er auf den Musterkoffer auf dem Boden. kann man sich ja wohl miteinander bekannt machen.

murmelte er. »Das gleiche. Der Roboter entfernte sich. »Bob Thacher ist mein Name«. Erickson berappelte sich. »Also«.« »Für mich auch Whiskey und Soda«. »Auf unseren Erfolg. sagte Thacher.« Er musterte die drei nacheinander: Mara. sagte Erickson und erhob sein Glas. »Was nehmen wir? Mara?« »Whiskey und Soda.« . »Ich hoffe.« »Du. Er kehrte umgehend mit den Drinks zurück und stellte sie auf den Tisch. Der Robot-Steward glitt lautlos herbei und wollte ihre Bestellungen entgegennehmen. ich störe nicht. kennen Sie drei sich?« fragte er plötzlich. Die drei schwiegen beklommen. den untersetzten Erickson mit dem ausdruckslosen Gesicht und den Neuankömmling. »Sagen Sie.wenig zurück. die ihn wachsam beobachtete. Jan?« Der schlanke Mann lächelte fröhlich. murmelte er. »Pardon«.« »Thacher?« »Gin und Tonic. »Mal sehen«. sagte Erickson.

hob den Musterkoffer hoch. Ein Handlungsreisender muß immer etwas bei sich haben. »Hab ich’s doch gewußt! Handlungsreisende kann man immer gleich an ihrem Musterkoffer erkennen. wie Sie sehen können. Mr. Erickson?« fragte Thacher. Was vertreten Sie. was er vorzeigen kann.Alle tranken. Er stellte ihn vor sich auf den Tisch. »In welcher Branche sind Sie tätig.« Thacher lächelte. wie die einer Kröte. daß er ihn nicht bemerkt haben würde. Thacher und die drei anderen. hätte er sie nicht direkt angesehen. bin ich Handlungsreisender. . der untersetzte Erickson. Er grunzte. mit schweren Lidern. Erickson sah ihn an. Er leckte sich die dicken Lippen. Wieder wechselten Mara und Erickson einen Blick. sah dann zu dem Musterkoffer auf dem Boden. Seine Augen waren ausdruckslos. Sir?« Erickson zögerte. Schließlich rieb er sich mit der Hand den Mund und langte nach unten. der so kurz war. einen Blick. Mara mit nervösen und wachsamen Augen und jener Jan. »Nun.

»Alle Terraner halten in diesen Zeiten zusammen.« Sie alle starrten den Musterkoffer an. »Was ist da drin? Sie sind ja alle so ernst. daß -« »Erick«. »Wir kennen ihn nicht.»Nun?« sagte er. flüsterte Mara.« »Warten? Warum? Wozu? Du hast dich schon so daran gewöhnt. Es schien eine gewöhnliche Ledertasche zu sein. Erick. stell ihn hin. Mr. wir drei. »Wir sind weit weg. Jan. grummelte Erick. mit Metallgriff und Schnappschloß. »Vielleicht könnten wir’s Mr. Erick. oder etwa nicht?« sagte Erick. »Ja. Bitte!« »Er ist Terraner.« Er fummelte plötzlich an dem Schnappschloß des Koffers. Thacher sogar zeigen.« . Wir sind noch nicht weit genug fort. »Sie machen mich wirklich neugierig«. Diamanten? Gestohlener Schmuck?« Jan lachte rauh und freudlos.« »Unsinn«. sagte Mara. »Erick. Thacher. »Warte. Wir sind alle Handlungsreisende.« »Bitte«. ich bin Handlungsreisender. Sie wies mit einem Nicken auf Thacher. sagte Thacher.

« Erickson nickte und sah Thacher ins Gesicht. Aschenbecher. Sehen Sie her. worauf wir spezialisiert sind. einen Briefbeschwerer in Form einer Glaskugel. »Sie handeln offenbar mit Büroartikeln«. nicht wahr? Büroartikel. Dann schloß er den Musterkoffer. Er legte die Gegenstände in einer Reihe vor sich auf den Tisch. einen Hefter. »Na ja – « Thacher zuckte die Schultern. Er entnahm ihm einen Brieföffner. Büroklammern. ich zeige Ihnen. »Warum nicht? So etwas wird schließlich auch . Sieht mir wie Schwedenstahl aus. sagte Thacher.»Dann kennen Sie sich also.« Er lächelte.« »Ja. einige Bürokolammern.« Er öffnete den Koffer. Er berührte das Briefmesser mit seinem Finger. die Thacher nicht einordnen konnte.« Erickson nickte. »Nicht sehr spektakulär. eine Schachtel mit Heftzwecken. allerdings. »Ja. einen Anspitzer. Seine beiden Gefährten saßen steif da und sahen verlegen auf den Tisch. einen Plastikaschenbecher und einige Dinge. »Guter Qualitätsstahl.

damit es sich für Sie lohnt. warum sitzen Sie dann getrennt. wie Sie auf dem Mars jemals genügend Kunden finden konnten. »Und noch etwas. »Und warum haben Sie nicht miteinander gesprochen. was mich wundert -« »Was?« »Na ja. die darin abgebildet war. aber sein Gesicht . Er hob ihn hoch. Das einzige. bis nicht die Grenzstation hinter Ihnen liegt. Sie drei. Wenn Sie drei sich kennen. bevor wir Deimos hinter uns gelassen hatten?« Er beugte sich vor zu Erickson und lächelte ihn an. Sitzen getrennt im Schiff. Ich muß daran denken. was der Marsianer gesagt hat.gebraucht.« Erickson tat die Gegenstände in den Musterkoffer zurück. ich frage mich. Drei Saboteure. hielt ihn gegen das Licht und betrachtete die Landschaft. »Zwei Männer und eine Frau.« Er hielt inne und betrachtete den gläsernen Briefbeschwerer. Eine Frau und zwei Männer. bis Erickson ihn ihm aus der Hand nahm und in den Musterkoffer zurücklegte. seit Sie an Bord sind?« Sie sahen ihn an. Sprechen nicht miteinander. Er lächelte.

Und ich sehe. daß Sie mit uns übrigen abreisen. Und meist ist . sagte Thacher. daß auch Sie für den Mars kein Mitleid empfinden. »Mein lieber Schwan! Ich habe wirklich geglaubt. Aber der Lügendetektor – warum hat der Sie nicht aufgespürt? Wie haben Sie ihn umgangen? Und jetzt kann Ihnen die Grenzstation nichts mehr anhaben. hinter denen der Provinzleiter her war«. Sie wären Vertreter. Thacher. Erickson. Mr. es war schließlich für eine gute Sache. sagte Thacher leise. »Und Sie haben sicherlich eine äußerst interessante Geschichte zu erzählen.« »Stimmt«. Kein Terraner würde so empfinden.« Er sah in die Runde.war kreidebleich geworden.« Er grinste und musterte sie. Jan preßte die Hände zusammen. »Nun. »Unsere Reise dauert noch etwa eine Stunde. seine Augenlider flatterten nervös. Ich bin sicher. Sie drei.« Erickson entspannte sich ein wenig. »Sie sind die drei. Sie haben mich wirklich an der Nase herumgeführt. »Sie sind die Saboteure. Mara blickte unverwandt vor sich hin und spielte mit einem Wassertropfen am Rand ihres Glases.

sagte Jan.« Er lehnte sich zurück und knöpfte sich die Weste auf. wer wir sind.« Sie rannten durch Haine toter Bäume. »Hätten Sie nicht vielleicht Lust.« »Warum nicht«. Jan stieß einen Seufzer aus. Dann kann er ruhig alles erfahren. »Also gut. einen Seufzer der Erleichterung.« Er blickte versonnen zur Decke. Ihnen eine Geschichte zu erzählen. daß sie spannend genug ist. Und ich bin sicher. »Na los«.diese Mars-Terra-Tour entsetzlich langweilig. sagte Mara. sagte Erickson mitfühlend. Ich bin es leid herumzuschleichen wie ein Verbrecher -« »In Ordnung«. Man kann nichts sehen und nicht viel mehr tun. »Legen wir die Karten auf den Tisch. uns mit einer spannenden Geschichte die Zeit zu verkürzen?« Jan und Mara sahen zu Erickson. um Sie wachzuhalten. Mr. »Einverstanden. liefen und sprangen über den von der Sonne ausgedörrten . Es soll mir ein Vergnügen sein. »Er weiß. als im Salon zu sitzen und zu trinken. Thacher.

Die anderen taten dasselbe. sahen sie lange hinunter zur Stadt. näher als sie sie je zuvor gesehen hatten. . Wir dürfen kein Risiko eingehen. »Da. und der Stadt befand sich eine öde Wüste. Ab hier können Leiter aufkreuzen. »Keinen Mucks. der bittere Geruch von Hitze und Sand. Niemals waren sie in der Vergangenheit so nah herangelangt. Plötzlich blieb Erick stehen und warf sich flach zu Boden. Ein schwacher Geruch drang zu ihnen her. die in dem Hain lagen. Er richtete sich ein wenig auf. Erick streckte die Hand aus. Die Stadt war nah. Nur ein gelegentlicher trockener Wind häufte den Sand hier und da zu kleinen Hügeln auf. über eine Meile ebener Sand. Das ist sie – die Stadt. Über einen schmalen Kamm gelangten sie eine Anhöhe hinauf.« Zwischen den drei Leuten.Marsboden. ohne ein Wort zu wechseln. Keine Bäume oder Sträucher boten Schutz auf der glatten. ausgedörrten Oberfläche.« Vom Laufen noch ganz außer Atem. sie preßten sich gegen den Boden und rangen nach Luft. »Leise«. den der Wind mit sich führte. murmelte Erick.

wie sieht sie aus?« fragte Erick. hielten die Marsianer klugerweise alle Terraner von ihren Zitadellen fern. so sorgfältig studiert hatten. im Amt des Kriegsministeriums. angeborenen Gefühl des Mißtrauens gegenüber den weißhäutigen Besuchern. Säulen. Die Stadt war riesig. als die drei sie sich vorgestellt hatten anhand der Zeichnungen und Modelle. »Na. Riesig war sie. die Jahrhunderte lang dem Wind und der Sonne getrotzt hatten.Terraner wurden nie in die Nähe der großen MarsStädte. der Zentren marsianischen Lebens. sondern auch unverhohlene Feindseligkeit entgegengebracht wurde. unglaublich dünne Säulen aus uraltem Metall. die sie in New Y ork. gelassen. wo kein Krieg drohte. teils aus einem tiefen. viel größer. Selbst in Zeiten. Rund um die Stadt zog sich eine Mauer aus rotem Stein: mächtige Quader waren dort von Sklaven der frühen Dynastien unter den Peitschenriemen der ersten großen Marskönige herbeigeschafft und . teils aus Furcht. Schwarze Türme ragten gen Himmel. deren kommerziellen Unternehmungen im Sonnensystem nicht nur Bewunderung. riesig und furchterregend.

»Wir werden uns schon bald unters Volk mischen. die. die sogenannten Schwarzen Priester. sonnengedörrte Stadt. mitten in der Wüste erbaut. eine Stadt. Lügendetektoren. die sie dafür aber um so intensiver auf den Karten in ihren Büros im Kriegsministerium studierten. schwarzgekleideter Männer. über das der Terranische Senat nur Vermutungen anstellen konnte. des Rats der Höheren Leiter. Intersystemkanonen und vielem anderen mehr. Priester allerdings mit blitzenden Feuerruten. Eine Stadt. die mit eiserner Hand den Planeten regierten. sagte Erick noch einmal. Eine uralte.aufeinandergelegt worden. abseits jeder Vegetation. Wenn sie herausfinden. Sitz der Herrscherclique über ganz Mars war. ungeachtet all ihrer uralten Steine und archaischen Türme. Die Höheren Leiter: das waren zwölf fanatische Männer. die Terraner selten zu sehen bekamen. Die Höheren Leiter und die ihnen untergeordneten Provinzleiter – Erick und seine beiden Gefährten hinter ihm unterdrückten ein Schaudern. wer wir sind und . »Wir müssen vorsichtig sein«.

Langsam erhob er sich. Ihr schwarzes Haar war zu einem Knoten geschlungen. ihr wollt heiraten. einen Hut zum Schutz gegen die Sonne. Ich möchte sichergehen. sagte er. seine Finger umschlossen fest den Griff. den er mit sich trug. zur Ebene.was wir vorhaben -« Er ließ den Koffer aufschnappen. Erick sah sie kritisch an. »Jan«. Dann schloß er ihn wieder. »Gehen wir«. sagte Erick zu ihm.« Jan trug die kurzen Hosen und die Jacke der Mars-Bauern. ein verknotetes Seil rund um die Taille. wie es sich gehört. Er sah Mara an. »Nimm sie bei der Hand! Denke daran.« Mara und Jan schlossen eilig zu ihm auf. künstlich bronzefarben getönt. Und Mars-Bauern sind stolz auf ihre Bräute. »Siehst gut aus«. daß ihr so ausseht. »Lauft am besten direkt neben mir. Seine Haut war dunkel. sagte Erick. und warf einen kurzen Blick hinein. in Richtung der hochragenden schwarzen Türme der Stadt. zusammengehalten von einem . als sie langsam zu dritt den Hang hinabstiegen. sie ist deine Braut.

. die in Richtung Stadt gingen. Glücksbringer für die bevorstehende Hochzeit. Auch ihr Gesicht war dunkel und quer über die Wangen mit rituellen grünen und orangefarbenen Streifen verziert. durchsichtige marsianische Hosen und um ihre Taille eine glänzende Schärpe. andere Leute. außerdem trug sie lange. an den Füßen winzige Sandalen aus Perruh-Haut. An ihren Ohren hatte sie Ringe. die ihre Produkte zum Markt brachten. wir kommen so an den Wachen vorbei. die an den Fußgelenken befestigt waren. »In Ordnung«. Er selbst trug das wallende graue Gewand eines Mars-Priesters. »Seht dort den Karren!« rief Mara. Auf der Straße müßte jetzt eigentlich dichter Verkehr herrschen.ausgehöhlten Yuk-Knochen. Zwischen ihren kleinen Brüsten ruhte eine Kette aus Steinperlen. die ein Priester sein Leben lang zu tragen hatte und die bei seinem Tode mit ihm begraben wurde. eine verdreckte Robe. Bauern und Landarbeiter und Händler. unter ihren Füßen knirschte der harte Sand.« Sie gingen weiter. »Ich denke. Am Horizont konnten sie sich bewegende Punkte ausmachen. sagte Erick.

Sie gingen ein Stück hinter Erick. von Hand gefärbt. Jan und Mara wechselten kein Wort miteinander. und die Zunge hing ihm aus dem Maul. Eine Gruppe von Händlern auf kleinen Tieren ritt hinter dem Karren her. ländlich grobes Tuch. Auf dem Karren türmten sich Stoffballen. . Der Zug ging ungestört weiter. Und hinter den Händlern. die seiner Position entsprach.Sie näherten sich einer schmalen Straße. Ein marsianisches Hufa zog den Karren. Ein Bauer trieb vornübergebeugt das Hufa an. »Und da. die meisten jedoch zu Fuß. Auf jedem Tier befand sich ein sorgfältig mit einem Seil festgebundener Packen. die mächtigen Flanken waren schweißnaß. einige auf Karren oder Tieren. niemand reagierte oder sah auch nur auf. zwei Fahrrinnen im Sand. Niemand bemerkte sie. die Gesichter hinter Sandmasken verborgen. tauchten ein in das Heer der Händler. dumpf voranstapfend. Mara und Jan und Erick schlossen sich dem Zug an. der mit der Würde ausschritt. kamen Bauern und Landarbeiter in einem endlosen Zug.« Lächelnd streckte sie die Hand aus. Marsianer in langen Gewändern.

Sie näherten sich der Stadt.« Eine halbe Stunde verging. bis sie schließlich den Himmel zu verdecken schien. murmelte er im Dialekt der marsianischen Bergbewohner.« »Hoffentlich werden wir nicht aufgehalten«. jeden Augenblick ausbrechen. Eine Gruppe von MarsSoldaten stand am Eingang. sagte Erick. Eine gewaltige Mauer aus ewigem Stein. das in die Stadt . wenn das hier erledigt ist. ragte höher und höher auf. Marsianische Patrouillenflugzeuge: Das Militär hielt Ausschau nach jedem Anzeichen von Unruhe oder Gefahr. in den Stein gehauenen Durchgangstor. »Seht ihr das?« Zwei schwarze Punkte zogen träge ihre Kreise. wies hinauf zum Himmel. ja. »Wir kommen gerade noch rechtzeitig«. Das letzte Schiff verläßt morgen den Mars. »Da«. dem einzigen. und Schritt für Schritt wuchs die Mauer. Der Krieg mit Terra stand unmittelbar bevor und konnte jeden Tag. »Morgen wäre es schon zu spät. »Ich möchte zurück nach Hause.Einmal verlangsamte er seine Schritte. die seit Jahrhunderten dem Wind und der Sonne ausgesetzt war. sagte Mara.

er vibrierte. Mara rieb sich die Augen.führte. den Eingang durch die Mauer in die Stadt. den Blick auf den . die aus den Türmen schossen. Alter. sagte Erick leise.« Mara blickte zur Mauer und zu den Türmen hoch. Die Händler waren überprüft worden und durften das dunkle Tor. »Wir sind dran«. Der Anführer einer Soldatengruppe gab Erick ungeduldig ein Zeichen. die Arme um seinen Körper geschlungen. Der Zug war fast zum Halten gekommen. Jeder wurde von den Soldaten überprüft. Die Luft war zum Schneiden dick und voller Rußpartikel. Unter ihren Füßen zitterte der Boden. Erick versteifte sich. schwankte fast. »Beeilung. »Macht euch bereit. die die Kleider abtasteten und das Gepäck durchstöberten. Feuer aus den unterirdischen Fabriken und Hochöfen der Stadt. hustete. »Bald sind wir dran«. passieren. »Vorwärts!« sagte er. Sie und ihre stummen Tiere waren bereits im Innern verschwunden. winkte ihn her.« Erick ging gemessenen Schrittes los. Sie sah die Feuerzungen. murmelte er.

Fliegen krochen auf dem Gesicht von einem. der eingeschlafen war. »Was hast du in dem Koffer da?« »Wäsche. und in welcher Angelegenheit bist du hier?« fragte der Soldat. seine Waffe lag neben ihm auf dem Boden. »In welcher Angelegenheit?« murmelte Erick. »Wer bist du.« »Aus welchem Dorf bist du?« »Kranos. damit sie getraut werden. lehnten an der Mauer oder hatten sich im Schatten niedergelassen. Er ging um Erick herum.« »Warum willst du in die Stadt?« »Ich muß diese beiden Leute zum Friedensrichter bringen.Boden geheftet.« Er deutete auf Mara und Jan. Wir bleiben über Nacht. »So will es das Gesetz der Leiter. die ein Stückchen hinter ihm standen. die Hände in die Seite gestemmt. »Ich bin Dorfpriester. an seinem Taillengurt baumelte eine Pistole. Die meisten Soldaten hingen untätig herum.« »Kranos?« Der Soldat wandte sich um zu einem .« Der Soldat lachte.

»Ihr könnt passieren. »Beeilt euch. das du da kriegst«. »Schon mal was von Kranos gehört?« »Ein rückständiger Schweinestall.Gefährten. Die beiden gingen Hand in Hand und eng aneinandergepreßt weiter. Dann gingen die drei in den dunklen Tunnel. »Gut im Futter.« Er zwinkerte und grinste lüstern. sagte der Anführer zu Erick.« Erick holte einen kleinen Geldbeutel aus seinem Gewand und gab dem Soldaten eine Münze. Einer der Soldaten legte seine Hand auf Maras nackte Schulter. die die Steine unter ihren Füßen erbeben ließen. »Hübsches Weibchen. »In Ordnung«. Die Soldaten wieherten. drehte sie herum. sagte er. Sie befanden sich in der Stadt! »Jetzt«.« Der Anführer der Soldaten nickte Jan und Mara zu.« Rund um sie her dröhnte und hämmerte die Stadt. ein Geräusch von unzähligen Maschinen und Getrieben. Auf der Jagd bin ich mal da durchgekommen. Jan sah ihn haßerfüllt an. der sie durch die Steinmauer in die Stadt führe. Erick führte Mara und Jan um eine . flüsterte Erick.

kompliziert zu einem Konus aufgetürmte Drähte und Platinen. Jan nahm eine der Spulen und Mara ebenfalls. Zwei schwarzgekleidete Leiter schlenderten. die Rollen müssen so vergraben werden. Rasch entnahm er ihm drei kleine Spulen von feinem Metall. Überall eilten Leute hin und her. die . Paßt vor allem auf Taschendiebe auf.« Erick brach ab. Erick beugte sich vor und öffnete seinen Koffer. Denkt an die Stadtpläne! Merkt euch sorgfältig die Gassen und Straßen. Soldaten. Jeder von euch hat genügend marsianische Währung für den Notfall.Straßenecke zu einer Reihe von BacksteinLagerhäusern. »Denkt daran. die Hände auf dem Rücken. Sprecht mit niemandem. und verlauft euch um Himmels willen nicht. überschrien noch den Lärm. Straßenhändler. Die letzte schob sich Erick in sein Gewand. daß die Verbindungslinie durch das Stadtzentrum verläuft. dann ließ er den Koffer wieder zuschnappen. Wir müssen den Hauptabschnitt mit der größten Gebäudekonzentration dreiteilen. wenn es irgendwie geht. Straßenmädchen.

die in der Seitengasse bei den Lagerhäusern standen. die sich unaufhörlich durch die Straßen der Stadt wälzte. Die Luft war dünn und kalt geworden. sagte der eine. lächelte noch ein wenig. die eisige Kälte drang mühelos durch ihre Kleider. murmelte Erick. »Oder kommt niemals zurück. Erick sah hinter ihnen her. »Also los«.« »Ihr Besitzer ist zu beneiden«. mit schnellen Schritten und ohne sich umzusehen.« Er lächelte grimmig. Die Leiter sahen ihnen nach. Sie bemerkten die drei. »Die kleine Braut war ganz hübsch«. »Die Leute aus den Bergen haben noch das edle Blut aus alten Tagen in ihren Adern. Sie gingen weiter. »Und seid bei Sonnenuntergang wieder hier. sagte der andere. und blieben stehen. Bei Sonnenuntergang trafen sie sich draußen vor dem Tor.« Jeder entfernte sich in eine andere Richtung. Bald würde die Sonne verschwinden. Dann tauchte er ein in die wogende Menschenmasse.Mauer entlang. Mara kuschelte sich an Jan und rieb sich zitternd die nackten Arme. .

sagte Jan. Zwei Punkte bewegten sich langsam auf den Horizont zu – die Abendpatrouille. »Meine ist an Ort und Stelle«. Es wird nicht mehr lange dauern. »Dann müßten die drei Spulen sich genau im Zentrum kreuzen. sagte Erick. »Wart ihr erfolgreich?« Rings um sie her strömten Bauern und Händler aus dem Tor und machten sich auf den Rückweg von der Stadt zu ihren Höfen und Dörfern.« Er sah zum dunkelnden Himmel auf. flüsterte Mara mit klappernden Zähnen. dem jungen Mann und dem alten Priester. Es zeigten sich bereits die ersten Sterne. sagte Erick.« . machten sich auf die Reise durch die Ebene zu den entfernten Hügeln und Bergen.»Laßt hören«. »Jan. gib mir irgendwas zum Überziehen! Ich frier!« »Gut«. »Auf der anderen Seite der Stadt. am äußersten Rand. die bei der Mauer standen.« »Meine ist im Industrieviertel«. falls die Modelle richtig waren. Bei einem Brunnen vergraben. »Beeilen wir uns. Keiner von ihnen nahm Notiz von dem zitternden jungen Mädchen.

können wir sie uns noch häufig genug ansehen. »Wenn alles planmäßig läuft.« Er lachte nervös. Er ging schneller.« Jan zog Erick am Ärmel.« . »Kommt!« Sie stolperten im Zwielicht über Steine und tote Äste und tasteten sich so eilig wie möglich den Hang zum Kamm hinauf. Oben blieb Erick stehen.Sie schlossen sich dem Zug der Marsianer an. der sich über die Straße von der Stadt fortbewegte. Er stemmte die Hände in die Seiten und sah zurück. »Meine Füße tun weh. »Beeilung. blickte sich ungeduldig nach Jan und Mara um. Hinter ihnen verlor sich die Stadt mit ihren dunklen Türmen in der Dunkelheit. »Das ist das letzte Mal. Erick! Uns bleibt nicht mehr viel Zeit. daß wir die Stadt so sehen können. bis am Horizont ein flacher Kamm toter Bäume sichtbar wurde.« »Kann ich mich hinsetzen?« sagte Mara. murmelte er. »Seht sie euch gut an«. »Es ist gleich soweit!« sagte Erick. Schweigend gingen sie mit den Marsianern.

Erick folgte ihnen. murmelte Erick. Er hockte sich hin. die er vor sich auf dem Boden zusammenzusetzen begann. »Ich muß das sehen«. deren zitternder Körper sich an seinen preßte. sah sich aber um nach den fernen Türmen. die sich nahezu verloren im Nachthimmel. Ich muß sehen -« . »Ja. »Zurück! Es ist soweit! Schnell!« Jan lief die andere Seite des Hangs hinunter. Schließlich schnaufte er und stand auf. auf das herumliegende Reisig. »Es ist ein Wunder. fort von der Stadt. »Okay. »Runter. versuchte aber noch immer.»Aber nicht so«. ließ seinen Koffer aufschnappen. neben sich Mara. Glas und Kunststoff nahm unter seinen Expertenhänden Gestalt an. Eine kleine Pyramide aus Draht.« »Ist sie auch direkt auf die Stadt gerichtet?« fragte Mara ängstlich und sah die Pyramide an. und zog Mara mit sich. murmelte er. sie ist genau ausgerichtet -« Er brach ab. etwas zu sehen. Er entnahm ihm Röhren und Drähte. sein Körper war angespannt.« Jan warf sich hin. Erick nickte. Erick legte sich in den Sand.

das tote Gestrüpp fing Feuer. keiner sprach. Die drei standen da und blickten stumm hinunter auf die Ebene. »Jetzt der zweite! Hilf mir. In einer Minute sind hier zig Patrouillenschiffe. Am Himmel waren noch Flammen aktiv. wurde größer. Plötzlich entstand ein Dröhnen. Der Blitz wurde weiß. eine blendende Detonation von violettem Licht. »Das war der erste Teil«.« »Eins sehe ich schon«. ein sich rasch bewegender leuchtender Punkt. half Jan und Mara auf die Füße. »Mein Gott -«. »Sie .Ein Blitz. Jan. sagte Mara und zeigte nach oben. erhellte den Himmel. Ein Hitzestoß erfaßte die drei. sagte er. Schließlich wandte sich Erick ab. Unsicher erhob sich Erick. breitete sich aus. Die Stadt war verschwunden. murmelte Erick. Ein Blinken war am Himmel zu sehen. eine treibende Wolke aus Funken löste sich allmählich im Nachtwind auf. Mara und Jan kniffen die Augen fest zu. Langsam öffneten sie die Augen. Der Sturm legte sich. und eine Sturmböe fegte an ihm vorbei und schleuderte ihn mit dem Gesicht in den Sand.

Ein Gewebe aus vielen Türmchen. als daß man sie sehen konnte. »Gehen wir«. sagte er.« Erick und Jan hockten auf dem Boden bei der Pyramide und nahmen sie wieder auseinander. das er hochhielt und in der Dunkelheit zu erkennen versuchte. um es anzusehen. Mit zitternden Fingern riß Erick Stücke fort. Eine Stadt. beide blickten angestrengt und atemlos hoch. »Wir ziehen uns im Wagen um«. Erick. Die Pyramide war zu einem unförmigen Haufen verschmolzen. eine kleine durchsichtige Glaskugel. Aus dem Überrest der Pyramide zerrte er etwas hervor. das in der hohlen Glaskugel schwamm.« Sie schauderte. In dem Kristall bewegte sich etwas. Erick tat die Kugel in seinen Koffer und ließ ihn zuschnappen. während sie . die fast zu klein waren. Sie marschierten zwischen den Bäumen hindurch den Weg zurück. »Ich weiß. ein mikroskopisch kleines komplexes Gewebe.kommen. etwas Winziges und Zerbrechliches. Jan und Mara kamen näher. sagte er. Türmchen. »Da!« In seiner Hand war eine Kugel. den sie zuvor gekommen waren. »Da ist sie!« sagte Erick.

»Sie werden wohl annehmen. sagte Erick. oder? Meint ihr nicht auch?« »Ja«. Er hielt fest seine Tasche umschlungen. daß sie in die Luft gejagt wurde. sagte Mara und ging langsamer. daß die Stadt zerstört worden ist. Für uns hängt jedenfalls alles davon ab.zügig ausschritten. »Aber es ist kalt. während sie dahineilten. wir sollten die Kleider anbehalten. »Sieht doch hübsch aus.« »Was glaubst du.« »Danke«. »Sie werden glauben. was ich hier anhabe. daß sie das glauben!« »Der Wagen müßte jetzt irgendwo hier sein«. »Ich meine. sagte Mara.« »Was glaubst du. sagte Erick. sagte Jan. wenn ich erst wieder meine eigenen Sachen anhabe«. wie ich mir vorkomme?« japste Mara. was sie von der Sache halten?« fragte Jan.« »Ich bin froh. Wir könnten immer noch jemandem begegnen.« »Marsbräute kleiden sich nun mal so«. bis wir wirklich im Wagen sind. »Außerdem friere ich in dem Bißchen. . Davon können wir ausgehen. »Ich komme mir komisch vor in diesen kurzen Hosen.

»Schnell!« krächzte Erick. Durch die Dunkelheit bewegte sich eine Gestalt. Jan und Mara hielten neben ihm.»Nein. »Hinter dem Hügel dort. Er schloß die Augen. Dann glitt das Licht auf den Boden und kreiste suchend umher. begann Mara. Soldaten in Uniform. Angespannt richtete er sich auf. Ein Leiter trat vor. Er ließ sich fallen und schleuderte die Tasche weit von sich fort in die Büsche. »Nein. Ein Licht. wo wir uns befinden. »Was -«. eine hochgewachsene Gestalt in Schwarz. und hinter ihr kamen weitere Gestalten. Sie hörten ein Geräusch. Grell blitzte ein Licht auf und blendete Erick. Etwas bewegte sich in der Dunkelheit. In der Senke bei den Bäumen. Das Licht wanderte von ihm zu Mara und Jan. Es ist so schwer auszumachen. sagte Erick. Noch ein Stück weiter«.« »Soll ich eine Fackel anzünden?« sagte Jan. Es könnten Patrouillen in der Nähe sein. die stumm und Hand in Hand dastanden. dicht hinter sich seine Soldaten mit . die -« Abrupt blieb er stehen.

kann man in einer Hand tragen. »Kommt mit«.« »Rein? Zurück in die Stadt?« Einer der Soldaten lachte. »Was von ihr noch übrig ist.« Einer der Soldaten sprach in ein Mikrofon. sagte er. begann Erick mit zitternder Stimme. »Bitte -«. »Die Stadt ist verschwunden«. ausdruckslosen Marsianer-Gesicht an. »Hier rede ich. . Er schaltete es aus und steckte es wieder ein. sagte der Leiter. »Wir waren in der Stadt. und jetzt gehen wir nach Haus. murmelte Erick und sah mit gefalteten Händen zu Boden. Er ging einmal um Erick herum. sah ihn eindringlich mit seinem versteinerten.entsicherten Gewehren. Beeilt euch. Wer seid ihr? Was tut ihr hier? Los!« »Wir – wir sind auf dem Heimweg in unser Dorf«.« Er trat zu Erick. sagte der Leiter.« »Aber was ist denn geschehen?« sagte Mara. wo ihr seid. doch der Leiter schnitt ihm das Wort ab. »Wir bringen euch rein. tastete sein Gewand ab. »Wer seid ihr? Nicht bewegen! Bleibt. »Ihr da«.

Ich stamme selbst aus den Bergen. »Ein Höherer Leiter. sagte er. Irgend etwas stimmt hier nicht. betrachtete aufmerksam sein Gesicht. ein schwarzgekleideter alter Mann mit hagerem Greisengesicht und Adlernase. »Wer bist du? Seht euch sein Kinn an – er hat sich nie mit einem gewetzten Stein rasiert. Ein Soldat kam rasch aus der Dunkelheit.« Er trat dicht an Erick heran. »Ein Höherer Leiter«.»Das weiß niemand.« »Nein. Er sah von Erick zu Jan.« In seiner Hand flammte eine Rute aus fahlem Feuer auf. »Die Stadt ist verschwunden und mit ihr . seine Augen glänzten wachsam.« Er verschwand wieder. Einen Augenblick später trat der Höhere Leiter ins Licht. sind sie nicht. »Was sind das für Leute?« fragte er. Kommt. Diese Leute sind keine Dörfler. »Dörfler auf dem Heimweg.« Die Soldaten warteten in Habachtstellung. So stehen Dörfler nicht da. »Auf dem Weg hierher. beeilt euch!« Ein Geräusch war zu hören. ich weiß wovon ich rede. Dörfler sind krumm – schlecht ernährt.

ein Blitz. und er sprang auf. Alle rannten. Seine Finger bekamen den Griff seines Koffers zu fassen. Urplötzlich ist die Stadt verschwunden. sagte der andere Leiter. daß « »Lauft!« rief Erick. Hinter sich konnte er Soldaten hören. Etwas stieß mit ihm zusammen. mit Taschenlampen in den Händen stolperten sie in der Dunkelheit gegeneinander. nehmt sie fest. den Hang hinunter. Er schlug dem Höheren Leiter die Feuerrute aus der Hand. Irgendwo . wie sie rannten und fielen. »Soldaten. die Soldaten riefen laut durcheinander. und er schlug um sich. Vergewissert euch. Ich stehe vor einem Rätsel.wenigstens die Hälfte des Rats der Leiter.« »Wir nehmen sie mit«. Aber es ist nicht die Folge von Kernspaltung. Nichts ist übriggeblieben als ein leerer Krater. stolpernd und strauchelnd in der Dunkelheit. Er rief Mara und Jan auf terranisch zu: »Beeilt euch! Zum Wagen! Rennt!« Er jagte los. dann die Hitze und der Wind. Es ist sehr sonderbar. hören. Erick ließ sich auf die Knie fallen und suchte wild im Gebüsch umher.

einen metallenen Türgriff. war Maras Stimme zu hören. Plötzlich glitt er aus. schrie Mara aus der Dunkelheit.hinter ihm war ein Zischen zu hören. bist du das?« Jan griff nach ihm. Metall. »Hier drüben. Maras Hand ergriff in der Dunkelheit die seine. Ziellos wurde geschossen. Er lief auf sie zu. und ein Teil des Hangs ging in Flammen auf. Er und Jan bewegten sich auf das Mädchen zu. Die Rute des Leiters – »Erick«. »Erick. tastete umher in der Dunkelheit. Wo ist Mara?« »Ich bin hier«. »Falls die nicht schon da sind. Erregte Stimmen riefen Kommandos. und Erick fühlte die sengende Hitze auf seinem Gesicht. »Der Wagen. Ein Baum wurde durch einen Feuerstoß in Brand gesetzt. ohne vom Griff seiner Tasche zu lassen.« Ein Licht blitzte auf.« Er glitt den Hang hinab in die Senke. beim Wagen. Er ist dort drüben. sagte Erick. fiel auf einen Stein. Erleichterung . suchte verzweifelt alles ab – Er berührte etwas Kaltes und Glattes. »Jetzt der Wagen«. half ihm hoch. streckte die Hand aus.

Schließlich waren sie hoch über den Bäumen. um den suchenden fahlen Lichtstrahlen von unten auszuweichen. sich da unten zu verstecken. steig ein. Einen Augenblick später hob sich der Wagen in die Luft. als Erick den Wagen im Zickzackkurs manövrierte. gewannen zunehmend an Fahrt und ließen die Gruppe der Marsianer weit hinter sich. »Es hat keinen Zweck. und sie schnellten hinaus in die Dunkelheit. komm. »Zum Mars-Flughafen«. »Halt!« rief eine Stimme von oben. ihr kleiner.durchströmte ihn.« Er schob Jan an sich vorbei in den Wagen. »Richtig?« Erick nickte. sagte Jan zu Erick. Verdammt – wir können von Glück sagen. . »Ja. agiler Körper zwängte sich neben ihn. Da können wir uns dann umziehen. Mara glitt hinter Jan hinein. Mara. Wir kriegen euch schon! Kommt herauf und -« Das Geräusch der Stimmen wurde übertönt vom Dröhnen des Motors. Wir landen etwas abseits vom Flugplatz in den Hügeln. Unter ihnen krachten und brachen Baumwipfel. den letzten verzweifelten Versuchen der beiden Leiter und ihrer Soldaten. »Ich habe ihn gefunden! Jan.

»Sie haben sie überhaupt nicht zerstört. Mara und Jan schwiegen. »Ja. in einen Briefbeschwerer.« »Das letzte Schiff«. »Sie haben die Stadt also nicht zerstört«. Sie haben sie miniaturisiert und in eine Glaskugel. wir haben die Stadt von den Marsianern gestohlen.wenn wir es rechtzeitig zum Schiff schaffen. Und jetzt sind Sie wieder der Handelsverteter mit seinem Musterkoffer voller Büroartikel!« Erickson lächelte. sagte Thacher. »Wir müssen!« Lange herrschte Schweigen. Auf diese Weise kamen wir auch an dem Lügendetektor . murmelte er. eingeschlossen. »Wir müssen es schaffen«. griff hinein und holte den Briefbeschwerer hervor. Thacher starrte Erickson an. Der ältere Mann lehnte sich in seinem Stuhl zurück und nahm einen kleinen Schluck von seinem Drink. Er öffnete die Aktentasche. flüsterte Mara noch ganz außer Atem. »Und wenn wir es nicht rechtzeitig schaffen?« Ericks Blick fiel auf den Koffer auf seinem Schoß. Er hielt die Glaskugel hoch und sah hinein.

Vielleicht wird Terra ihre Forderungen ohne Kampf durchsetzen. daß Sie entkommen konnten. ihren wirtschaftlichen Ansprüchen Geltung zu verschaffen. Kein Wunder. Vielleicht wird es nicht einmal Krieg geben. während sie mit glänzenden dunklen Augen in die Kugel blickte.« »Aber wozu das alles?« sagte Thacher. »Jetzt ist Terra in der Lage. die Hälfte des Rats – in Ericks Hand!« »Der Mars wird alles tun. Bei solcher Tollkühnheit konnte niemand hoffen. Es ist ja wahr. »Was für eine Geschichte«.« . sagte Mara inbrünstig.« Noch immer lächelnd tat er die Kugel in die Tasche zurück und verschloß sie. sagte Thacher. Verminderung der räumlichen Ausdehnung – Eine ganze Stadt transponiert in mikroskopische Dimensionen. Verblüffend.vorbei. was Terra verlangt«. daß wir nichts von einer zerstörten Stadt wußten. sagte Erickson. Sie aufzuhalten. »Wozu eine Stadt stehlen? Warum sie nicht einfach bombardieren?« »Als Druckmittel«. »Was für ein erstaunliches Verfahren. »Ihre größte Stadt.

wenn Sie wollen. »Das stand für uns fest. Die drei starrten sie an. Die Erkenntnis lähmte sie augenblicklich. »Wir wußten. »Sie haben unsere Geschichte gehört. »Was tun Sie?« »Was ich tue?« sagte Thacher. daß Sie drei an Bord dieses Schiffs waren«. was mit der Stadt passiert ist. Meine Theorie ging dahin. Von unten war das gleichmäßige Summen und Vibrieren der Jets zu vernehmen. Etwas. sagte Mara. Eine Rute von fahlem Feuer. sagte er. Thacher. »Wir haben noch einen beträchtlichen Weg vor uns«. daß die Stadt überhaupt nicht zerstört wurde.Er blickte auf die Aktentasche auf dem Boden. etwas Schlankes. Aber wir wußten nicht. . während sich das Schiff durch den Raum auf die ferne Erde zubewegte. »Nun. das blitzte und glänzte.« Er langte in seine Jacke und holte etwas hervor. Wollen Sie uns nicht Ihre erzählen? Was treiben Sie denn so? Was ist Ihr Geschäft?« »Ja«. zeig ich’s Ihnen. sagte Jan. Thacher hielt die Rute locker in der Hand und deutete damit gelassen auf Erickson.

werde ich sofort mit der Arbeit daran beginnen. Doch ich konnte die anderen Ratsmitglieder nicht davon überzeugen. die der Masse der Stadt sehr wohl entsprach. die an der Theke saßen. Die Männer erhoben sich sofort. kamen auf den Tisch zu. Vielleicht wird das sogar das Geschick zu unseren Gunsten wenden. eine Verminderung. Irgendwie war die Stadt weggezaubert worden und nicht zerstört. Und wenn Sie mir jetzt bitte die Aktentasche reichen wollen -« .« Thacher drehte sich ein wenig um und nickte den Männern zu. Der Mars wird enorm davon profitieren. Ich mußte Ihnen allein folgen. Wenn wir auf dem Mars-Flughafen angekommen sind.sondern daß etwas anderes mit ihr geschehen war. Ausführliche Messungen ergaben einen plötzlichen Verlust von Masse in jenem Gebiet. »Ein sehr interessantes Verfahren haben Sie da verwendet.

Es war spät. wie er mit dem Daumen vorsichtig die Streichholzschachtel aufschob. Ich beugte mich vor und . sagte ich. ist die bedeutendste Entdeckung in der modernen Wissenschaft. Sie wird die Welt erschüttern. nach Mitternacht.Das kurze glückliche Leben des braunen Halbschuhs »Ich möchte Ihnen etwas zeigen«. sagte Doc Labyrinth. Ich beobachtete Doc Labyrinth. der draußen vor meinem Haus auf die menschenleeren Straßen fiel. nur einen Spalt. »Was Sie gleich sehen werden. Man hörte den Regen. Mit feierlicher Miene zog er aus der Jackentasche eine Streichholzschachtel. Er hielt die Streichholzschachtel gut fest und sah sie unverwandt an.« »Zeigen Sie her«.

« Ich wollte den Knopf in die Hand nehmen. zeigen mir einen Knopf in einer Streichholzschachtel. sagte er. sagte ich. »Ich habe versagt. »Daran scheint mir nichts Besonderes zu sein. Sie kommen mitten in der Nacht hierher. »Labyrinth. und -« Labyrinth sackte resigniert gegen die Couchlehne. »Los doch!« Ich sah ihm neugierig zu. außerdem ein wenig vertrocknetes Gras und etwas. »Knöpfe sind bereits erfunden worden«.« »Was ist daran so ungewöhnlich? Hatten Sie etwas anderes erwartet?« . »Warum sich selbst etwas vormachen?« sprach er. Sie sind mir eine Erklärung schuldig. das wie Brotkrumen aussah. Der Knopf ist tot. aber Labyrinth zog die Schachtel ruckartig fort und funkelte mich böse an. Er sah zum Knopf und rief: »Na los! Mach schon!« Er stieß den Knopf mit dem Finger an. »Das ist nicht bloß ein Knopf«. In der Streichholzschachtel befand sich ein Messingknopf.sah hinein. Es ist hoffnungslos. ich glaube. Er schloß die Streichholzschachtel und steckte sie wieder ein.

Ich meine natürlich das Prinzip der Hinreichenden Belästigung. Eine Zeitlang nippten wir an unserem Sherry. »Aber Sie wissen um die Wirkung. sagte ich.« »Okay.« Ich ging in die Küche und goß zwei Glas Sherry ein. mit dem Prinzip selbst stimmt irgend etwas nicht. »Wollen Sie mir nicht verraten. Er seufzte und tat sie wieder fort. Ich trug sie ins Zimmer und gab ihm eines.« »Und was soll das sein?« »Ich stieß auf das Prinzip auf folgende Weise: Ich saß einmal am Strand auf einem Felsen. sah er noch einmal in die Streichholzschachtel. Ich schwitzte . worum es geht?« Labyrinth stellte sein Glas ab und nickte geistesabwesend. die Wein hervorzurufen in der Lage ist.« Labyrinth sah sich mutlos im Zimmer um. »Der Animator wird wohl nie funktionieren. Die Sonne schien. sagte er.»Geben Sie mir was zu trinken. »Geben Sie mir – geben Sie mir Wein. Er schlug die Beine übereinander und holte seine Pfeife hervor. »Zwecklos«. Nachdem er die Pfeife sorgfältig angezündet hatte. und es war sehr heiß. Doc«.

Plötzlich erhob sich neben mir ein Kieselstein und kroch davon. begann ich. heißt ›Animator‹. Vor Äonen.« »Wirklich? Einem Kiesel?« »Sofort wurde mir das Prinzip der Hinreichenden Belästigung bewußt. »Es ist spät. um tote Materie zum Leben zu erwecken. Aber er funktioniert nun einmal nicht. Das war von nun an mein Lebenswerk: den absoluten Reiz zu finden. . Ich spürte. war ein Stück lebloser Materie durch irgend etwas derart belästigt worden. »Es ist Zeit für mich. Doc«. die sich in diesem Moment auf dem Rücksitz meines Autos befindet. daß es sich gereizt erhob und davonkroch. Ich hatte den Ursprung des Lebens gefunden. sagte er. irgendwann in der fernen Vergangenheit. Die Sonnenhitze war ihm lästig geworden.und fühlte mich rechtschaffen unwohl. es wäre das beste.« Wir schwiegen eine Zeitlang. »Selbstverständlich«. und diesen Reiz dann in eine funktionstüchtige Maschine zu integrieren. der unerträglich genug wäre. »ich glaube. Die Maschine. wenn wir -« Doc Labyrinth sprang unvermittelt auf. wie mir langsam die Augen zufielen.

sagte ich. »Ach. den Animator! Ich mach Ihnen ein Angebot. Vielleicht können Sie sie noch perfektionieren. Ich holte ihn ein. Der . »Warten Sie«. daß ich nicht zu lachen wagte. »geben Sie die Hoffnung nicht auf. »Was die Maschine betrifft«. das heißt: war einer. Warten Sie.« Ich starrte ihn an. Ich eilte hinter ihm her.« Er ging nach draußen. sagte ich.Ich werd Sie jetzt verlassen.« Er ging zur Tür.« »Das ist ein Backofen. sagte ich. Irgendwie wirkte er so verzweifelt. Wir stellten es auf den Eßzimmertisch. Ich verkaufe Ihnen den Animator für fünf Dollar. »Sieht aus wie ein Backofen. Ich hörte ihn die Wagentür öffnen und dann ächzen und stöhnen. »Ich hol ihn rein. die Stufen hinunter und dann über den dunklen Bürgersteig. und zusammen schleppten wir das Ding ins Haus. »Für wieviel?« fragte ich.« »Die Maschine?« Er krauste die Stirn. Ich faßte mit an. Er mühte sich mit einem sperrigen Kasten ab. den er aus dem Auto zu hieven versuchte. »Das also ist der Animator«.

Animator sendet den Reiz in Form eines Hitzestrahls aus. wie man Regler und Anzeigen einzustellen hatte. wo man die unbelebte Materie hineintat. »Es ist ein Uhr morgens. Guck mal. Ich war allein mit meinem neuen Animator. »Und wie sehen deine Schuhe aus? Klitschenaß. Stell deine Schuhe in diesen Ofen und komm ins Bett. Ich habe fünf Dollar für ihn bezahlt. Aber ich bin mit dem Ding ein für allemal fertig. kam meine Frau im Bademantel die Treppe herunter. Er erweckt tote Gegenstände zum Leben.« Ich gab ihm das Geld. Wenn Sie ihn ohnehin verkaufen wollen.« »Aber versteh doch -« . warum soll dann nicht ich ihn kaufen. Während ich ihn noch betrachtete. Bist du draußen durch die Gosse gelaufen?« »Nicht direkt. »Nun gut.« Joan starrte auf meine Schuhe. der Backofen hier. und setzte dann schnell seinen Hut auf und ging. »Was ist denn hier los?« fragte sie.« Ich zog meine Brieftasche hervor. und er steckte es ein. Er zeigte mir.

Er kam wieder. »Hier sind Ihre fünf Dollar«. Sein Gesicht war blaß. »Ich will meinen Animator wiederhaben. Kommen Sie erst einmal herein. »Wer kann das sein?« fragte Joan. sagte Joan und ging wieder die Treppe hinauf. und unter seinen Augen hatte er dunkle Ringe. Ich hole ihn. »Hast du verstanden?« »Ich bin nicht taub«. Die Türglocke begann wie wild zu läuten. »Labyrinth!« sagte ich. Ich ging und holte den Animator.« Er trat ein. »Stellen Sie ihn hin«.« Ich war verwirrt. stand da und trommelte ungeduldig mit dem Fuß. Ich öffnete die Tür. »In Ordnung. Labyrinth beobachtete mich. als ich mit dem Animator auf ihn zukam. daß . Ich stand auf und ging durch den Flur ins Wohnzimmer. Er war noch warm. sagte er. sagte er. sagte ich.»Tu die Schuhe da zum Trocknen rein«. als ich beim Frühstück saß und verdrossen auf einen Teller mit kalten Eiern und Speck starrte. »Ich möchte mich vergewissern. Doc.

sagte er. Irgend etwas Kleines. Entsetzt. völlig trocken. was ich sagen wollte. »Hallo. »Da ist ein Schuh drin«. sagte sie. Braunes bewegte sich da. Wo war der andere? Ich drehte mich herum. Ein einzelner Schuh – aber ich hatte zwei hineingestellt. sagte ich und erinnerte mich plötzlich an die vergangene Nacht. mit offenem Mund starrte sie auf den Fußboden. Da war ein einzelner schmutziger Schuh. . »Mein Gott.alles in Ordnung ist. nachdem er die Nacht in Labyrinths Animator verbracht hatte. »Nur einer?« fragte ich. Er öffnete die kleine Tür und sah hinein.« »Beide? Jetzt ist da nur noch einer. »Was führt Sie so früh zu uns?« Labyrinth und ich blickten uns an. doch der Ausdruck auf Joans Gesicht ließ mich vergessen. »Es müßten eigentlich zwei Schuhe sein«. ich hatte ja meine Schuhe hineingetan. Doktor«. Ich beugte mich vor und sah nach.« Ich stellte ihn auf den Tisch.« Joan kam aus der Küche. und der Doktor überprüfte ihn liebevoll und sorgfältig.

»Ich will damit nichts zu tun haben. verschwindet es . »Ich glaube.« »Du kannst nicht raus«.« Ich hockte mich zu Labyrinth auf den Boden. »Hier. sagte ich. Von der Gardine am Fenster riß ich eine Schleuderstange ab. nehmen Sie die fünf Dollar. Wir müssen das verdammte Ding einfangen. ich seh ihn. huschende Bewegung. sagte Labyrinth. »Aber ich will ihn jetzt wirklich zurückhaben!« »Nur mit der Ruhe«. »Er ist unter die Couch gehuscht. Wenn wir nicht schnell genug sind.« Labyrinth ging und schloß die Wohnzimmertür. bevor es nach draußen entkommt. aber ich wußte. Das Ding erreichte die Couch und verschwand unter ihr. Ich hatte es nur kurz gesehen. »Ich scheuch das Ding raus. »Helfen Sie mir.« Er drückte mir den Geldschein in die Hand. »Mein Gott«.glitt auf die Couch zu. aber Sie müssen mir beim Einfangen helfen. sagte ich. was es war. Haben Sie einen Stock oder so was?« »Laßt mich hier raus«. »Nehmen wir doch die. sagte Joan.« Er kauerte nieder und spähte darunter. eine flüchtige.

»Wo. das aus seinem Käfig ausgebrochen war. geduckt und stumm. Zusammen schafften wir den Schuh in die Schreibtischschublade und schlossen sie. wie ein wildes. erwischte Labyrinth einen der Schnürsenkel. Er durchquerte das Zimmer und steuerte auf den großen Sessel zu. zum Teufel. Mir war etwas komisch zumute. Bevor er daruntergelangen konnte. braune Häuflein sehen.auf Nimmerwiedersehen. in die Enge getriebenes Tier. sollen wir ihn reintun?« »Vielleicht in die Schreibtischschublade?« fragte Joan und sah sich um. »Was sollen wir denn nur mit ihm anfangen«. aber der alte Doktor hatte ihn fest im Griff.« Ich stieß den Schuh mit der Stange an. Ich konnte das kleine. »Ich nehm das Briefpapier raus. . Der Schuh zog sich zurück und preßte sich ganz dicht an die Wand. Erleichtert atmeten wir auf.« »Da läuft er!« Labyrinth hatte sich hochgerafft. Der Schuh zog und zerrte und wollte sich losreißen. murmelte ich. Der Schuh war blitzschnell hervorgehuscht.

»Das wär’s«. ein paar Männer. lassen Sie ihn nicht entkommen. »In dem Schreibtisch«. Und er war feucht.« »Die die Welt erschüttern wird«. »Ich weiß. »Halten Sie gut Wache. Sie können ihn als Ihr Eigentum betrachten. Ich möchte nur wissen. .« Labyrinth nickte.« »Der Knopf war aus Messing«. »Ich muß die richtigen Leute holen. ergänzte ich.« Er ging zur Haustür. »befindet sich die bedeutendste Entdeckung in der modernen Wissenschaft. was das bedeutet? Wir haben es geschafft. sagte Labyrinth. Nun. sagte ich. »Ich gebe Ihnen den Schuh mitsamt Ihrem Animator. Er grinste uns wie im Rausch an. sagte Labyrinth. die -« »Könnten Sie den Schuh nicht mitnehmen?« fragte Joan nervös.« »Fein. »Und der Schuh besteht aus Tierhaut und Leim. warum er nicht bei dem Knopf funktioniert hat. wir haben es wirklich geschafft! Der Animator funktioniert.« Wir blickten zur Schublade. Aus natürlichen Materialien. »Verstehen Sie.« Ich griff nach Joans Hand.

»Zieh mich nicht auf«.« »Das ist doch bloß ein alter Schuh.« »In der Schublade dürfte er gut untergebracht sein«.« »Also.« Und schon eilte er den Bürgersteig hinunter. ich werd ihn nicht bewachen. Und für das Prinzip der Hinreichenden Belästigung. für eine Weile können wir ihn allein lassen.« »Ich mach einen Besuch bei meiner Familie. »Was jetzt? Willst du wirklich hierbleiben und ihn bewachen?« Ich warf einen Blick auf meine Uhr. »Ich glaube. sagte sie. komme ich mit. dann können wir zusammen zurück nach Hause fahren.« »Hast du wirklich Angst vor dem Ding?« »Mir gefällt die Sache nicht.« Joan lächelte dünn. »Einen solchen Schuh hat es jedenfalls noch .Labyrinth blieb in der Tür stehen. daß der Animator funktioniert. Das ist mir nicht geheuer. Wenn du gehst. »Und?« fragte Joan. Er ist der Beweis. »Sie müssen ihn gut bewachen. sagte ich. »Ich muß zur Arbeit. Ich bleibe nicht alleine hier. der Beweis dafür. Ich treff dich dann heute abend in der Stadt.

»Ich glaube. »Müssen wir wirklich reingehen? Könnten wir nicht zu irgendeinem Kino fahren oder sonstwohin?« »Wir müssen da rein. ich kann’s mir denken. sagte ich. .« Ich eilte zum Schreibtisch. Natürlich stand die Schublade offen.« »Vielleicht kannst du ihn ja wieder einfangen«. Auf der Veranda blieb Joan stehen. »Tja.« Ich schloß die Tür auf und öffnete. Der Schuh hatte sich mit gezielten Tritten einen Weg in die Freiheit erkämpft. Möchte bloß wissen. Es verschwand im Gebüsch. »Wie erklären wir das nur dem Doktor. ich parkte den Wagen in der Auffahrt. Langsam gingen wir den Weg entlang zum Haus. Ich bin gespannt. wie es ihm geht. wir gingen zusammen essen.nicht gegeben. »Was war denn das?« fragte Joan erschrocken.« An diesem Abend traf ich mich nach der Arbeit mit ihr in der Stadt. das wär das«. was für Futter wir ihm geben müssen. Irgend etwas jagte an mir vorbei und schoß dann über den Gehweg. Dann fuhren wir nach Hause.

Jenkins aus dem Labor -« »Hören Sie. Bis morgen früh. ganz recht. Ist schon eine komische Angelegenheit. »Ich bin’s. zog meine Jacke aus. Plötzlich hatte ich ein unheimliches Gefühl. leeren Schublade. Das war nicht irgendein Läuten. Doc«. Aber vielleicht könnten wir -« Das Telefon läutete.sagte Joan. Ich hob den Hörer ab. »Oder etwas anderes lebendig machen.« Ich ging zum Wandschrank im Flur. »Wir reden später weiter. Ich blieb stehen. Manche Dinge reagieren nicht drauf. Aber was? Ich . »Der hat nicht reagiert. Sie schloß die Haustür hinter uns. »Ja. so eine Schöpfung. sagte die vertraute Stimme. Wir werden Fotos machen und alles genau protokollieren.« Er legte auf. drehte mich um. »Ich komme morgen früh zu Ihnen. begann ich.« Ich schüttelte den Kopf. Labyrinth«. sagte ich. Wir sahen uns an. Ich sah zur offenstehenden. Ich habe tausend Dinge zu tun. »War das der Doktor?« fragte Joan. Und ich bring Leute mit. »Das ist er«. Irgend etwas beobachtete mich. Versuch es doch mit dem anderen Schuh.

war mir aber nicht sicher. Der Animator war noch eingeschaltet. wie es immer war. wie sich etwas bewegte. Gar nichts. und alles war so. sagte ich. Ich wollte das Gefühl mit einem Achselzucken abtun und hängte meine Jacke auf. und die Tür stand offen! Ich schaltete ihn aus: die Kontrollampe erlosch. Aber irgend etwas hatte sich bewegt.sah nichts. Da war der Bücherschrank. . da waren die Teppiche. sagte ich. Es überlief mich eiskalt. »Wir müssen den Schuh finden. Als ich daran vorbeiging. die Bilder an den Wänden.« Ich sah mich im Flur um. spürte ich einen Schwall warmer Luft. Hatten wir ihn den ganzen Tag angelassen? Ich versuchte mich zu erinnern. Auf dem Tisch stand der Animator. konnte aber nichts entdecken. bevor es vollends dunkel wird«. Ich betrat das Wohnzimmer. sagte ich. Als ich aber ins Wohnzimmer zurückgehen wollte. »Verdammt«. sah ich im Augenwinkel. »Was ist denn?« »Nichts. »Zum Teufel«.

Vielleicht kommt er ja wieder herein. »Allein in der Hecke gibt es zahllose Möglichkeiten. sahen unter jede Hecke. fanden aber nichts. Ich wußte sofort. war das Haus still und leer. Schließlich gab ich es auf. durchstöberten jeden Busch. verkriecht sich der Schuh eben ans andere Ende. »Wir lassen heute nacht mal die Haustür offen. Und wenn wir an dem einen Ende suchen. Der Schuh war während der Nacht . Wir haben keine Chance. sah sorgfältig nach. sich zu verstecken. Ich ging zur Verandatreppe und setzte mich. In der Küche lagen beim Abfalleimer Eierschalen verstreut herum. daß der Schuh nicht dort war. sogar unters Haus. Als es zu dunkel wurde. du hast wohl recht«.« »Ja. um etwas sehen zu können. doch als wir am nächsten Morgen nach unten kamen. knipsten wir das Verandalicht an und arbeiteten noch eine Weile in seinem Schein.« Wir ließen die Tür offen.Wir suchten. aber ohne Erfolg. Wir suchten im Hof jeden Millimeter ab. »Es hat keinen Zweck«. Machen wir uns nichts vor. Ich stand auf. Ich stöberte herum. sagte ich. sagte Joan.

»Porter. Aber in den Büschen war nicht das Geringste zu sehen.« Ein dunkler Plymouth hielt vor dem Haus. daß er jeden Augenblick hier sein wird.« Joan berührte den Animator. Sie sahen uns neugierig an. sagte ich schließlich. »Da kommt ein Wagen. Vielleicht war alles auch nur ein riesengroßer Zufall?« Wir gingen hinaus und suchten eine Weile unverzagt herum. Ich schloß die Haustür. »Wo ist Rupert?« fragte einer von ihnen. »Dann eben nicht«. Zwei ältere Herren stiegen aus und kamen über den Weg auf uns zu. Ich blickte auf. mein Name. »Ich rufe wohl besser im Büro an und sag. hatte sich selbst bedient. »Das Ding hat also funktioniert. daß ich später komme. sagte ich. ich bin von der Universität.hereingekommen. »Der Doktor wird jeden Augenblick hier sein«. Dürfte ich es mir wohl ansehen?« .« »Ist es drinnen?« fragte der Mann. war dann aber wieder verschwunden. und Joan und ich sahen uns eine Weile bloß stumm an. »Wer? Meinen Sie Doc Labyrinth? Ich nehme an.

»Junger Mann. »Das ist er also!« sagte Porter. Sie umstanden den Tisch. was er tut. gehen Sie nur hinein.« »Das Objekt ist drinnen«. Joan und ich folgten ihnen. leise miteinander redend. sagte ein anderer. betrachteten den sonderbaren Kasten. sagte ich verlegen.« »Sie werden ihn schon noch zu sehen bekommen«. der ein Backofen war.»Es wäre besser. »Wenn Sie den Animator sehen wollen. »Das alles ist absurd.« Sie drängten hinein. . sagte Porter. wenn Sie noch etwas warteten«. ein komischer Kerl mit buschigem Backenbart. »Das Prinzip der Hinreichenden Belästigung wird in die Geschichte eingehen als -« »Unsinn«. und unterhielten sich lebhaft. »Wo ist der Animator?« fragte mich einer. Ich möchte erst diesen Hut sehen – oder Schuh oder was es war. Noch mehr ältere Herren stiegen aus und kamen. sagte ich. »Rupert weiß. führen Sie uns doch bitte direkt zu dem Objekt.« Zwei weitere Autos fuhren vor. »Bis der Doktor hier ist. auf uns zu.

wo sie herumstanden und dozierten und disputierten.« Ich ignorierte sie. Weitere Wagen trafen ein. Er war gekommen. Immer mehr würdige Herrschaften versammelten sich auf dem Rasen. »Das bricht ihm das Genick. »O Gott«. und mir verkrampfte sich das Herz. »Ich kann ihm nicht gegenübertreten«. sagte ich. daß du dir die ochsenblutfarbenen kaufst.« »Ich hab nichts damit zu tun gehabt. und einige davon waren Presseautos. nannten Daten und Orte. wie Labyrinths kleiner blauer Ford auftauchte. sagte Joan. was geschehen ist«. und in einer Minute würde er es ihnen sagen müssen. Wir haben ihn entkommen lassen. nicht er. Mir hat das Paar von Anfang an nicht gefallen.« »Wir müssen das tun. Erinnerst du dich? Ich wollte. Plötzlich sah ich. er war da. »Daß der Schuh geflüchtet ist.Darauf können Sie sich verlassen. sagte ich .« »Er sollte ihnen einfach sagen. zitierten Autoritäten.« Sie gerieten in eine Kontroverse.

Sie schnappte sich eine Illustrierte und begann darin zu blättern. »Im Grunde war es seine eigene Schuld. Joan und ich sahen einander an. Ich schloß die Haustür. Ich winkte halbherzig zurück. Stimmengewirr drang durch die Fenster.« Beim Erscheinen von Doc Labyrinth begannen all die Wissenschaftler aus dem Haus zu strömen und umringten ihn im Kreis. Labyrinth erläuterte das Prinzip der Hinreichenden Belästigung. Gelehrten. Was konnten wir tun? Nur warten: darauf warten. Reportern. Das Haus war bis auf uns beide leer. umringt von Wissenschaftlern.zu Joan. Es dauerte. und den Beweis für seine Behauptungen verlangte. sagte Joan. Nach einer Weile setzte ich mich neben Joan. Doc Labyrinth winkte mir durch das Fenster zu. weil er ihn einfach hiergelassen hat«. Gleich würde er ins Haus kommen und nach dem Schuh verlangen. Historikern. daß der Doktor triumphierend ins Haus kam. »Laß uns lieber durch die Hintertür verschwinden. Sein altes Gesicht war ein einziges Strahlen. Ich starrte auf den Boden. .

»Was ist denn da los?« fragte ich. »Was ist los?« fragte Joan. irgendwo da draußen. Ich öffnete sie und schaute hinaus. Von meinem alten Schuh hing Labyrinths Existenz ab. Nach einiger Zeit fiel mir etwas Merkwürdiges auf. »Ich versteh das nicht. Und der verdammte Schuh war fort. Was ging da vor sich? Ich stand auf und ging zur Haustür. Ich war perplex. für den Animator.« Sie standen alle dort und starrten schweigend auf irgend etwas auf dem Boden. sagte ich.« Joan und . Keiner von ihnen sprach. er war der Beweis für sein Prinzip. »Warum kommen die nicht rein?« Die Stille hielt an.den Schuh. für alles. aber es war nichts zu hören. »Kannst du was sehen?« »Nein«. Das Reden draußen war verstummt. »Nanu?« sagte ich. Wir warteten und schwiegen. sagte ich. Ich konnte mir keinen Vers darauf machen. »Lange wird’s nicht mehr dauern«. Ich lauschte. »Laß uns hingehen und nachsehen.

Beobachten Sie das Weibchen.ich gingen langsam die Stufen hinunter auf den Rasen. und lockte ihn so kokett fort. sagte ich. Alle sahen sie an.« Der kleine weiße Schuh hielt mit Bedacht Abstand zu meinem alten Schuh. Während mein alter Schuh sich näherte. für immer -« »Erstaunlich«. sagte einer der Herren.« Durch das Gras des Rasens bahnte sich eine sonderbare kleine Prozession den Weg. mein alter brauner Halbschuh und. »Schauen Sie sich das an. der den Kurs bestimmte. Zwei Schuhe. »Das ist meiner!« rief Joan. Irgendwo hatte ich ihn schon einmal gesehen. Wir drängten uns durch die Reihen der Herrschaften nach vorn. Sehen Sie. Ich starrte den Damenschuh an. »Der gehört mir! Meine Party-Slipper -« »Jetzt nicht mehr!« sagte Labyrinth. nur wenige Zentimeter. ein kleiner weißer hochhackiger Damenschuh. wich der weiße. in kurzem Abstand davor ein anderer Schuh. was sie macht. im . »Er gehört jetzt sich selbst. »Du lieber Gott. Sein altes Gesicht war bleich vor Erregung. »Du lieber Gott«.

das womöglich schon seit Jahrhunderten besteht -« »Labyrinth. was hat das zu bedeuten?« fragte Porter. Die Schuhe folgen einem strengen rituellen Verhaltensmuster. »Als wir fort waren. betrachteten einander. langsam.Halbkreis abrückend. Feierlich und mit großer Würde tanzte der braune Halbschuh um sie herum. Das Weibchen war noch im Haus. sich fortzubewegen. sagte ein alter Herr. Dann begann mein alter Schuh auf einmal zu hüpfen. zögernd. zusammen setzten sie ihren Weg fort.« . und zwar abwechselnd auf den Hacken. dann auf die Spitze. Die beiden Schuhe hielten einen Augenblick inne. murmelte ich. bis er seinen Ausgangspunkt wieder erreicht hatte. »Vielleicht sogar ein kollektives Unterbewußtsein. »Erklären Sie uns das!« »Das war es also«. Ich wußte doch. »Das impliziert einen entwickelten Sinn für Sitten«. daß mich irgendwas beobachtet hat. Der kleine weiße Schuh hüpfte einmal und begann dann. aus. hat der Schuh sie aus dem Schrank geholt und in den Animator gesteckt. so daß mein Schuh den weißen einholen konnte.

»Also. »Gentlemen«. Mit einem Satz folgte ihr der braune Schuh. »Ich glaube. sagte Joan und wandte sich ab. doch in diesem Augenblick schlüpfte der Damenschuh unter die Hecke und verschwand im Dunkel des Laubs. dann war es still. »das ist ganz unglaublich. sagte Joan. Es raschelte. Das ist wohl der größte Augenblick in der Geschichte der Wissenschaft. wird diese neue Lebensform -« Er wollte nach den Schuhen greifen. wie Sie sehen. habe ich nicht übertrieben. Labyrinth ging auf sie zu. wenn die Menschheit dem Verfall überantwortet und die Gesellschaft zerstört ist. sagte Labyrinth mit leicht gerötetem Gesicht. »Ich geh ins Haus«. Sie rümpfte die Nase. Wir . der weiße Slipper hielt sich noch immer ganz dicht bei den Schnürsenkeln des braunen Halbschuhs. Gentlemen. das will mir gar nicht recht gefallen. Vielleicht. die Schöpfung einer neuen Spezies.« Die beiden Schuhe hatten fast die Hecke erreicht.»Dazu hat er also den Animator angestellt«.

. nur fast Zeuge«. sagte ich.« »Na ja.werden Zeuge eines der tiefgreifendsten und wohl folgenschwersten Augenblicke in der Geschichte der Wissenschaft.

« Lange kam keine Reaktion. Elwood!« rief Liz besorgt. »Tut mir leid«. »Du hörst ja überhaupt nicht zu. murmelte er. das sie nicht hörten. als höre er etwas. Schließlich seufzte er und richtete sich auf seinem Stuhl auf. und so hielt er nun die Tasse fest und wischte den verschütteten braunen Kaffee von ihr ab. Und gegessen hast du auch keinen Bissen. als wolle er etwas sagen. was ich davon halten soll. »Was hast du .Der Erbauer »E. Was um alles in der Welt ist mit dir los? Manchmal weiß ich wirklich nicht. J. hinaus aus dem Fenster ins Halbdunkel. Ernest Elwood starrte unverwandt an ihnen vorbei. Aber dann stieß sein Ellbogen gegen seine Kaffeetasse.

Er nahm seine Gabel und schob sich ein paar Erbsen und Kartoffeln in den Mund. war ordentlich bei der Sache. daß viele Leute Lammfett überhaupt nicht essen können. fast feierlich – ein . Es wird kalt. »Siehst du?« sagte Liz. Klein Toddy tat das Gleiche.« Elwood nickte. »Du weißt. bitte iß. säbelte eifrig Leber und Speck in Stückchen. sagte seine Frau. wenn das Fett auf dem Speck fest wird. Und du willst doch keine kalte Leber essen! Es gibt nichts Schlimmeres als kalt gewordene Leber. der ältere.gesagt?« »Du solltest etwas essen. J. ernst. sah sie nach den beiden Jungen. Schatz«. Man sagt. Besonders Lammfett. Während sie sprach. »Du gibst den Jungen kein sehr gutes Beispiel. Aber Klein Toddy hatte natürlich Messer und Gabel aus den Händen gelegt. kaltes Fett zu verdauen als irgendwas sonst auf der Welt. und jetzt saß auch er stumm da und starrte auf seinen Teller. wo E. in dem Moment.« Bob. das getan hatte. Es ist schwerer. Iß dein Essen auf. ob auch sie womöglich aufgehört hatten zu essen. Schatz. welche Mühe ich mir mache mit dem Essen.

»Ich kenn einen. die die Getreideernten vernichten und die Wasserreserven vergiften.Ebenbild des Vaters im Kleinformat. wenn die eine Bombe auf uns abwerfen. Pearson. unter den Tisch zu kriechen. was für Fortschritte die Wissenschaft gemacht hat. hat gesagt.« »Ist das wahr?« fragte Liz. »Aber das stimmt«. Es gibt jetzt Bomben. die riesige Gebiete zerstören können. Ich finde. man sollte stolz darauf sein. halt den Mund. »Aber Mr. der ist bei der Marine. da bleibt kein Stein auf dem andern. sagte Bob ernst. »Ach. Ich möchte mal wissen. und der sagt. »Wir hatten heute in der Schule eine Atombombenübung.« »Du weißt wirklich eine Menge«. sagte Liz. wozu es da gut sein soll. murmelte Toddy.« »Du liebe Zeit«. Wir haben unter den Schreibtischen gelegen. . unser Biologielehrer. Mit irgendwelchen Kristallen.« »Kinder!« ermahnte sie Liz. »Wißt ihr was?« sagte Bob. sie haben jetzt neue Waffen. dann wird die ganze Stadt zerstört.

wie er in die Küche ging und die Hintertür öffnete. um sie in größerem Umfang einzusetzen. »Stimmt’s. was hast du?« fragte Liz. als du in der Army warst.« Verwundert sahen sie ihm nach.»Solche Möglichkeiten hatte man im letzten Krieg nicht. Und da war es dann zu spät. »Bis später.« Bob sah seinen Vater an. hattet ihr keine einzige vollatomare -« Elwood warf seine Gabel hin. Einen Augenblick später wurde die Tür zugeknallt. von den Philippinen? Im Ersten . Die Entwicklung der Atombombe gelang erst gegen Ende des Krieges. sagte Bob. ist er früher auch so gewesen? Warum benimmt er sich so komisch? Hat er das aus dem Krieg mitgebracht. als er sich vom Tisch entfernte und das Speisezimmer verließ. sein Satz blieb unbeendet. »Er ist auf den Hof gegangen«. Dad? Ich wette. Liz blickte ihn entgeistert an. Bob sah seinen Vater fassungslos an. die Tasse blieb auf halbem Weg zum Mund stehen. »Schatz. Klein Toddy sagte nichts. Sie hörten. »Mom. Er schob seinen Stuhl zurück und stand auf.

»Dieser Mann! Ich kann mir einfach nicht vorstellen -« Die Jungen aßen weiter. Selbst als er mit dem Boot angefangen hatte. Er nickte Elwood zu. er harkte unter seinem Kirschbaum Blätter zusammen. ein mächtiger fahler Schatten im Abendrot. daß es eine Form von Kriegspsychose ist. blieb er stehen. vermischt mit Freude und – Erregung. Handelt es sich um so etwas?« »Iß weiter«. ihre Wangen waren gerötet vor Zorn. etwas wie Stolz.Weltkrieg nannte man das Schützengrabenneurose. Langsam ging Elwood über den Plattenweg. aber heute weiß man. Neben der Garage befand sich etwas Großes und Weißes. und die Luft war kühl und voller tanzender Nachtinsekten. Im Nachbarhof war Joe Hunt noch bei der Arbeit. hin zur Garage. hatte er das . Eine sonderbare Wärme. Sie schüttelte den Kopf. Die Betrachtung des Bootes löste immer Erregung in ihm aus. Die Sonne war untergegangen. Die Hände in den Taschen. Während Elwood so in Betrachtung versunken dastand. Draußen auf dem Hinterhof war es fast dunkel. sagte Liz. stieg Wärme in ihm auf.

Er grinste. Wieder klatschte er gegen den stabilen Rumpf. und wie verdammt gut es damit doch voranging! Es war fast fertig. . Holz und Nägel. Sonntage. den Schweiß auf seinem Gesicht. trat näher. Eine Menge Arbeit und ein Haufen Material. er drehte sich um.plötzliche Rasen seines Herzens gefühlt. daran gebastelt. Was für ein prachtvolles Boot. wenn alles feucht war und funkelte. Eine Menge Arbeit hatte das gekostet. all das Sägen und Hämmern und Bohren. Natürlich. manchmal hatte er schon am Morgen. Wenn Toddy nicht beim Zuschneiden der Bretter geholfen hätte – »He«. ganz sicher nicht. der ihn stören und ihm Fragen stellen konnte. Sein Boot. das Zittern seiner Hände. sagte Joe Hunt. und da war niemand. Toddy hatte ihm geholfen. Das war das Schönste. noch vor der Arbeit. wenn die helle Sonne schien und die Luft gut und frisch roch. Elwood zuckte zusammen. eine Menge Arbeit und Zeit. Er hob eine Hand und klatschte gegen den stabilen Rumpf. Allein hätte er es nicht geschafft. Viele freie Nachmittage. früh am Morgen. Diese Zeit hatte er am liebsten.

»Ich kann dich nicht hören. karrst du gerade Holz ran oder sägst und hämmerst. »Was hast du gesagt?« »Warst wohl ganz in Gedanken«.« Es herrschte Schweigen. . »Dürfte schon bald ein Jahr sein.Joe lehnte sich auf den Zaun und sah zu ihm her. sagte Hunt. Hast da wirklich eine Menge Zeit und Mühe reingesteckt. Er zog an seiner Zigarre. Ja. er war fast bei der Hintertür. murmelte Elwood. »Sogar die Kinder hast du eingespannt. oder? Schön zwölf Monate. »Gute Nacht. Elwood. sagte Elwood. »Was für ein Abend!« »Ja. Er machte sich wieder auf den Weg ins Haus. Elwood«. ist schon ein tolles Boot.« »Ein Prachtboot hast du da. Was hast du noch gesagt.« Elwood nickte. Joe. wenn ich dich sehe. »Du mußt ja eine weite Reise planen. nach der Größe zu urteilen.« »Danke«.« »Wie lange arbeitest du eigentlich schon an dem Boot?« überlegte Hunt. sagte Hunt. Immer.« Hunt hielt inne. »Tut mir leid«. Jedenfalls den Kleinen. wo du hinwillst? Hab’s vergessen.

der hat ein Boot in seinem Keller gebaut. Aber im Ernst. um es überhaupt noch irgendwie rauszukriegen -« Liz Elwood kam zur Hintertür. Der fährt fast jede Woche zum Jachthafen. Mrs. weißt du. Elwood«. Elwood? Ich hab doch bloß ein bißchen Spaß gemacht. Sie trat hinaus auf den Rasen und verschränkte die Arme. Weißt du. »Ein prächtiger Abend. was er da merkt? Das Boot ist so groß. nehm dich doch bloß auf den Arm. Mit einem Boot. was willst du mit dem Ding anfangen? Zum Strand schleppen und zu Wasser lassen? Ich kenne einen.»Sprich lauter. das große Ding kriegst du doch auf keinen Anhänger. »Was ist los. nicht?« . sagte Hunt und tippte gegen seine Mütze. daß er. mein Gott. ich hab mal von einem gehört. Aber. der hat ein kleines Segelboot. »Guten Abend.« Hunt lachte. und als er fertig war. sie knipste das Küchenlicht an und stieß die Tür auf. das er auf einen Anhänger setzt. mußt du doch -« »Laß mich zufrieden. Tja. das so groß ist. und den hängt er an seinen Wagen.

wo. sagte Charlie. »Ja. angenehm weich. »Sie war erst achtzehn«. sagte Ann Pike.: »Mein Gott.« »Bei Hemingway gibt es so eine Beschreibung«. »Komischer Kerl«. Er vergleicht eine -« »Aber wie sie reden«. »Wird immer komischer. Er beobachtete. »aber sie wußte genau. sagte Charlie. Die Tür schloß sich. »Ich weiß nicht mehr genau. wie die Mädchen aus dem Süden reden!« . murmelte er. sagte Hunt.« »Gute Nacht«. Joe. sagte Jack Fredericks. »Ich komme schon. J. Er und sein Boot!« Er ging in sein Haus. reif.« Elwood langte müde nach der Tür. Gute Nacht. saftig. »Nicht auszuhalten diese Art. wo’s lang geht.« »Die Mädchen aus den Südstaaten sind so«. ja. »Wie eine Frucht. Als ob er in einer anderen Welt wäre. wie die beiden hineingingen. das Licht erlosch.« Liz wandte sich zu E.»’n Abend. kommst du jetzt endlich rein?« Ihre Stimme war leise und schroff. Hunt schüttelte den Kopf.

als ich das sah. »Soll das bedeuten.« »Was haben Sie gemacht?« »Ich habe gar nichts gemacht. »An einem Haus etwa einen Block von mir ist ein Schild von einer Immobilienfirma: ›Alle Rassen willkommen.« »Warum können sie nicht ganz normal reden?« »Wie meinen Sie das?« »Sie reden wie – Farbige. aber man gewöhnt sich dran. weil sie aus derselben Region kommen«. sagte Ann. »Fast eins.»Was ist denn mit ihrer Art zu reden?« fragte Jack mit Nachdruck. »Sie reden anders. natürlich nicht.« »Ich bin noch nicht mit Essen fertig. Essen Sie Ihren Kuchen auf. »Nein. in meine Gegend ziehen eine Menge Farbige«. sagte Ann. Was können wir . daß dieses Mädchen eine Farbige war?« fragte Jack.« »Na.‹ Ich habe fast einen Herzschlag gekriegt.« Charlie sah auf seine Armbanduhr. Warten Sie!« »Wissen Sie. Wir müssen wieder ins Büro.

« »Das war Sidney Hillman«. »Die haben dafür gesorgt. sagte Charlie. »Wie kann man so arbeiten? Können Sie mir das vielleicht einmal sagen?« »Bei der Regierung gibt es zu viele Rosarote«. sagte Jack. »Kommt aufs Gleiche raus«. wenn Sie für die Regierung arbeiten. Damals. »Er wurde in Rußland geboren. sagte Jack. »Man sollte alle dorthin zurückschicken. daß Leute bei der Regierung ohne Ansehen der Rasse eingestellt werden können.« »Außer kündigen.denn tun?« »Tja. unter Harry Hopkins. las seine Zeitung und sagte nichts. kann man einen Farbigen oder einen Chinesen neben Ihnen einquartieren«. . »und Sie können nichts dagegen unternehmen. In der Cafeteria herrschte allgemeine Betriebsamkeit. Er saß ruhig da.« »Wissen Sie.« Ann betrachtete neugierig Ernest Elwood.« »Das widerspricht Ihrem Recht auf Arbeit«. wo Harry Hopkins geboren wurde?« fragte Ann. sagte Jack. als die WPA dran war. sagte Charlie.

sagte Charlie zu ihm. »Wir müssen. »Er spielt bloß so merkwürdige Sachen .Leute aßen und redeten. sagte Jack. »E.« »Er liest gerade den Bericht über die White Sox«. alles in Ordnung mit Ihnen?« fragte Ann. »Er hat den gewissen Blick. J. und -« »Kommen Sie«.« Alle erhoben sich. als sie an den Tischen vorbeigingen. Elwood faltete schweigend seine Zeitung zusammen und steckte sie in die Jackentasche. »Ja. Elwood blickte auf. kamen und gingen. sagte Jack und stand auf.« »Sie brauchen ihn gar nicht erst zu fragen«. sagte Charlie. am Samstagabend auf ein kleines Spielchen rüberzukommen? Sie haben schon ewig nicht mehr mitgespielt.« »Ich wollte Sie etwas fragen. »Sie reden wirklich nicht besonders viel«. Ich hab übrigens neulich meine Sprößlinge mit zu dem Spiel genommen.. der an der Kasse seine Rechnung bezahlte. »Tut mir leid. Hätten Sie nicht Lust.

sagte Charlie. »Na los. Angestellte in ihrer Mittagspause . »Wir veranstalten dann auch bald mal wieder einen guten alten Herrenabend«. Leute. die einkauften. »Sie wissen schon. was ich meine! Wir laden ein paar Mädchen ein. Er zwinkerte Elwood zu. vor einem Fernsehgeschäft. Elwood. Elwood ließ ihn stehen. In-den-Ozeanspucken -« »Also ich zieh eine anständige Partie Poker vor«. Je mehr kommen. sagte Jack und steckte sein Wechselgeld ein. dann eine kleine Show -« Er machte eine Bewegung mit der Hand. Die anderen waren noch drinnen und warteten auf Ann. »Vielleicht. desto besser. Ein paar Bier trinken. mal Urlaub von der besseren Hälfte. bißchen quatschen.« Er bezahlte für sein Mittagessen.wie Siebzehn-und-vier. Plötzlich drehte sich Elwood um und eilte den Bürgersteig entlang. raus auf die helle Straße. fort von der Cafeteria. Dann ging er hinaus. Ich werd’s mir überlegen. Baseball. Er bog rasch um die Ecke und befand sich in der Cedar Street. hm?« Er grinste. Sie war auf die Toilette gegangen.

Was war nur mit ihm los? Vielleicht sollte er einen Arzt aufsuchen. bald verebbte es. wie die Wellen des Meers. all das quälte ihn. Stimmen rauschten an ihm vorbei. Elwood rieb sich die Stirn. Die Geräusche. stand er da wie einer.drängten an ihm vorbei. Und er arbeitete so verdammt hart draußen auf dem Hof. Elwood sah gleichgültig hin. Wenn er abends zu Bett ging. war er erschöpft. Geräusche. der vor Regen Schutz gesucht hat. Für . Vielleicht lag es an seiner Ernährung. Menschen. Eine Frau im Turnanzug führte Akrobatik vor. Im Schaufenster des Fernsehgeschäfts flimmerte auf einem großen Fernsehschirm stumm eine Unterhaltungssendung. Er schlief nachts nicht genug. das sich in die Straßen und in die Geschäfte ergossen hatte. dann Radschlagen und Pirouetten. gleich mehrmals. Lustig springende Bilder. wo man hinsah. und das Stimmengewirr um ihn her schwoll bald an. Geräusch und Lärm und Hektik. lachend und schwatzend. Er trat in den Eingang des Fernsehladens. die Leute. ein Meer von Gestalten. und die Hände in den Taschen. zuerst Spagat.

Sie waren weitergegangen. In fünf Minuten mußte er wieder im Büro sein. winkte dabei mit den Beinen und lächelte dem Publikum zu. und es erschien ein buntgekleideter Mann. Er überquerte die Straße. Röcke und Blusen und wollene Pullis. die Hände in den Taschen. Auf der anderen Seite blieb er stehen. Elwood sah auf seine Uhr. der einen Hund mit sich führte.einen Augenblick ging sie auf den Händen. wie sie die Waren anfaßten. Vor einem Discount-Laden blieb er kurz stehen und beobachtete. Im Schaufenster eines Drugstores fiel ihm eine Reklame für Athlete’s Foot in die Augen. um sich eine Auslage mit Damenbekleidung anzusehen. Langsam schritt Elwood dahin. irgendeine Art Puder. Fünf vor eins. Auf einer . in Augenschein nahmen. das zwischen Zehen voller Risse oder Blasen zu streuen war. Ann und Charlie und Jack waren nirgends zu sehen. Er trat wieder auf den Bürgersteig und blickte um die Ecke. hochhoben. an den Geschäften vorbei. Dann verschwand sie. wie sich ein Pulk Frauen an den Ständen mit falschem Schmuck drängelte und herumrempelte.

Elwood ging weiter. der gerade kam. Koffer. Er eilte zur Straßenecke und wartete ungeduldig darauf. Plötzlich eilte Elwood hinter ihnen her und stieg die Stufen des Busses hinauf. Er war spät dran. Im nächsten Schaufenster waren Koffer. Eine Handvoll Männer und Frauen drängte an ihm vorbei zum Bordstein. irgendein vager Gedanke. Einen Augenblick später nahm er Platz neben einer dicken alten Frau mit einem Kind auf dem Schoß. Er hielt. kleine und große Koffer. Elwood beobachtete den Bus. Elwood fischte aus seiner Tasche Kleingeld. krauste die Stirn. um einen Bus zu erwischen. Er sah auf die Uhr. Plötzlich spürte er eine tiefe innere Unruhe. Die Leute drängten hinein. um der Welt ihren eleganten BH zu zeigen. Elwood saß mit gefalteten Händen da. Irgend etwas ging ihm durch den Kopf. Er blieb stehen. daß die Ampel umsprang. . zu vage. um ihn zu fassen zu bekommen. seine Türen öffneten sich. sich ihrer Bluse zu entledigen.Farbfotografie war ein hübsch gekleidetes Mädchen gerade dabei. Die Türen schlossen sich hinter ihm. Zehn nach eins.

»Himmelherrgott«. »E. Das Haus war dunkel.« »Wieviel macht das denn in diesem Jahr? Wieviel Urlaub hast du schon genommen. »Du hast mich erschreckt. Als er nach Hause kam. sagte sie gereizt. war niemand dort.« »Du weißt es nicht? Ja. hast du überhaupt noch welchen?« »Wofür?« . Ich habe Urlaub genommen.« Sie sah ihn streng an.« »Weiß nicht. die Arme voller Tüten mit Lebensmitteln. J. Er wollte gerade zum Hinterhof rausgehen. als Liz in der Auffahrt erschien. Er ging ins Schlafzimmer und nahm seine alten Sachen aus dem Kleiderschrank. Ist schon in Ordnung.« Liz setzte ihre Tüten auf dem Zaun ab. daß der Bus ihn nach Hause brachte. »Was ist los? Warum bist du zu Hause?« »Ich weiß nicht.!« rief sie aus. »Du hast Urlaub genommen?« »Ja. Es war kühl.blickte starr geradeaus und wartete.

Was war denn los? Er ging in die Garage und begann. Du bist wirklich nach . Dann nahm sie ihre Tüten und ging ins Haus. Es gab eine geschlossene Kabine mit einem großen Fenster und geteertem Dach. groß und rechteckig. »Was gibt es? Warum siehst du mich so an?« »Hast du wirklich Urlaub genommen? Ich kann es einfach nicht glauben. Holz und Werkzeug hinaus auf den Rasen zum Boot zu schaffen. stabiler Kasten. Er sah zu dem Schiff hoch. Bald kam Liz aus dem Haus. Leise ging sie über den Hof. ein riesiger. »Nun?« sagte Liz. Er machte sich an die Arbeit. vor allem war es stabil. Zahllose Querbalken hatte er eingebaut. »Was gibt’s?« Liz verschränkte die Arme. Elwood hielt einen Augenblick inne. Elwood wurde ungeduldig. so daß er sie erst bemerkte. Es war rechteckig.Liz starrte ihn an. Elwood runzelte die Stirn. Wirklich ein Prachtboot. O ja. Sie knallte die Tür hinter sich zu. als er ein paar große Nägel holen wollte.

»Lauf nicht vor mir davon. um wieder an diesem Ding zu arbeiten?« Elwood wandte sich ab.Hause gekommen. »Wozu?« fragte Liz mit leiser und eindringlicher Stimme. »Kannst du mir das vielleicht einmal sagen? Wozu das alles?« »Was wozu?« »Das! Dieses Ding. Ich möchte mit dir reden. »Warte. murmelte Elwood. Ich muß dich etwas fragen. mir eine Frage zu beantworten?« Elwood nickte.« Sie trat neben ihn. Warum? Was geht in dir bloß vor?« »Es ist fast fertig«. »Noch ein paar Kleinigkeiten und dann -« .« »Ich schreie nicht. Gestern abend bist du plötzlich vom Tisch aufgestanden und hinausgegangen. Bleib stehen. Wozu soll das gut sein? Warum bist du mitten am Tag hier auf dem Hof? Ein Jahr lang geht das schon so. Schrei nicht.« »Sei bitte ruhig. Darf ich? Darf ich dich etwas fragen? Es macht dir nichts aus.

was das alles soll. J.« »Aber wenn es für nichts gut ist. warum arbeitest du dann daran?« »Weiß ich nicht.« Er . Du hast mir nie etwas erzählt.! Sag mir.»Und dann was?« Liz ging um ihn herum und stellte sich vor ihn hin. »Und dann was? Was willst du damit anstellen? Es verkaufen? Es ins Wasser setzen? Alle Nachbarn lachen dich schon aus. Tu mir wenigstens den Gefallen! Vielleicht kann ich dich ja verstehen. Es macht mir Spaß. sagte Elwood. Vielleicht ist das wie mit Schnitzen. Die Kinder in der Schule ziehen Bob und Toddy auf. »Weiß von dir und diesem Ding. Sie sagen ihnen. sagte Elwood. Vielleicht ist es für gar nichts gut. dran zu arbeiten. E. Jeder im Block weiß -« Plötzlich brach ihre Stimme. ihr Vater ist – ihr Vater ist -« »Verrückt?« »Bitte. »Ich weiß nicht. »Du kannst es nicht? Warum nicht?« »Weil ich es selbst nicht weiß«. wozu es gut ist. Würde es dir nicht auch helfen? Kannst du das nicht wenigstens tun?« »Kann ich nicht«.

Evans anrufen und einen Termin ausmachen?« »Nein.« »Aber warum kommst du mitten am Tag nach Hause?« »Ich werde langsam nervös. ist schon gut.« »Und du weißt nicht. »Ich habe schon immer irgendeine Art Werkstatt gehabt. Vielleicht leide ich an Klaustrophobie. Wie ein Tier. wozu?« Sie schüttelte den Kopf. um -« »Geh aus dem Weg. Nein. wie eine streunende Katze. Bitte. das nachts rausgeht und kämpft. Du läßt deinen Beruf und deine Familie im Stich. Irgend etwas stimmt nicht mit ihnen. Ich hab jetzt Werkzeug und hab immer Werkzeug gehabt. damit ich weiterarbeiten kann.« . und dann fühle ich mich unwohl. ohne zu wissen. warum. »Du hast also die ganze Zeit gearbeitet. Mit allem. Als ich ein Kind war. geh mir aus dem Weg. Ich möchte endlich fertig werden.« »Soll ich Dr. Liz. Ich möchte fort von ihnen.schwenkte ungeduldig die Hand.« »Warum?« »Ich – ich höre die Menschen reden. hab ich Modellflugzeuge gebaut.

»Hör mir einmal gut zu. »Du willst weitermachen?« Elwood drängte an ihr vorbei. Leg den Hammer hin und komm ins Haus. er sah hinter sie. Du bist « »Halt!« sagte Elwood. »Ich muß fertig werden. Aber sie wird von jetzt an für dich verschlossen sein. wenn du nicht dieses Boot vergißt und wieder zu deiner Arbeit fährst. In der Auffahrt stand Toddy.« Liz starrte ihn an. sagte Elwood. Liz drehte sich um. Du kannst ja die Tür mit deinem Hammer einschlagen. »Geh aus dem Weg«. Irgend etwas mit deinem Verstand. Du ziehst deinen Anzug an und fährst dann sofort zurück zum Büro. »Ist es schon so spät?« . »Toddy!« sagte Liz. Sein kleines Gesicht war ernst. laß ich dich nicht wieder ins Haus. wenn du willst. »Du willst weitermachen? Irgend etwas stimmt wirklich nicht mit dir. Er sagte nichts. unter dem Arm die Brotdose.« Sie schwiegen. Hast du verstanden? Und wenn du das nicht tust.

sagte Liz. Elwood seufzte. Vergiß nicht. die seitlich am Boot lehnte. viel muß nicht mehr getan werden. »Hallo. Er steckte sich eine Zigarette an und rauchte schweigend. »Wie ist es?« »Was soll ich tun. Toddy schwieg ebenfalls und wartete. und legte seinen Hammer aus der Hand. E. »Ich hab das ernst gemeint. »Na. Er setzte sich auf die Leiter. »Wie war die Schule?« »Gut. Bald sind wir fertig. »Also. Du könntest es . was ich dir gesagt habe. Wir haben lange dran gearbeitet. Hinter sich knallte sie die Hintertür zu.« Er rieb sich das Kinn. die wir nicht auf dem Deck gebraucht haben. Dad?« »Tun?« Elwood lächelte.Toddy kam über den Rasen auf seinen Vater zu. Du könntest nach Brettern schauen. J.« »Ich geh ins Haus«. »Wir sind fast fertig.« Sie ging den Weg hinauf. Ein paar Kleinigkeiten noch. mein Junge«. mein Junge?« fragte Elwood schließlich. sagte Elwood.

oder? Es macht dir doch nichts aus. In der Garage ist noch etwas grüne Verandafarbe. wenn du willst. Lange sahen die beiden einander an. Dad?« »Es – es macht dir doch nichts aus. Ich möchte die Kabine gestrichen haben. rief Bob grinsend. am Boot zu arbeiten?« Toddy sah sehr ernst hoch und seinem Vater ins Gesicht. mir zu helfen. Elwood sah ihm nach. »Ich möchte dich etwas fragen. »Hi. Dad«. vielleicht. Rot. Du könntest sie schon mal umrühren.anstreichen. warte. »Dann lauf hin und bereite die Farbe vor. Er ging zur Garage.« »Grün? Meinetwegen. »Okay!« sagte Elwood plötzlich. wie kommst du voran?« .« Langsam ging Elwood zu ihm hin.« »In Ordnung«. »Na.« »Was denn. »Toddy -« Der Junge drehte sich um. Was meinst du?« »Grün.« Bob kam mit zwei Schulfreunden die Auffahrt hochgeschlendert. Er sagte nichts. sagte Toddy. »Ja?« »Toddy.

Wie fährt es denn? Mit Dampf?« Elwood biß sich auf die Lippen. Bob öffnete die Küchentür. der über ihm aufragte. Im Nachbarhof hielt Mrs. »Das ist ein atombetriebenes U-Boot. hinter ihnen schlug die Tür zu.»Gut«. Damit fährt Dad bis nach Rußland.« Er grinste. Wenn er durchkommt. »Ist es wirklich atombetrieben.« »Wie wird es denn angetrieben? Ich sehe gar keine Segel. Elwood?« fragte sie. Elwood stand da und sah zum Boot auf. sagte Bob zu seinen Freunden. sagte Elwood. Hunt beim Wäscheabnehmen einen Moment inne und sah zu ihm her und zu dem großen rechteckigen Bootskörper. und die beiden Jungen grinsten ebenfalls. »Kuckt mal«. »Nein.« Die Jungen gingen hinein. was das ist?« »Was denn?« fragte einer von ihnen. Mr. . »Seht ihr das? Wißt ihr. »Vollgestopft mit Uran 235. wird von Moskau nicht viel übrigbleiben.

in denen er und Toddy daran gearbeitet hatten. keine Turbinen. ohne zu wissen. Wozu hatte er es gebaut? Er wußte es nicht. Nie hatte er daran gedacht. Wohin sollte die Fahrt führen? Auch das wußte er nicht. Plötzlich überwältigte ihn eine Flut von Verzweiflung. und das war alles. In dem Boot befand sich keinerlei Motor. wozu und warum. keinen Kessel. Es würde niemals schwimmen. Es gab keine Maschine. es würde niemals den Hof verlassen. um in der Dunkelheit zu kämpfen und zu töten. Es gab kein Segel. Er hatte bloß einen hölzernen Rumpf. das nachts in den Hof hinausgeht. wie das Boot angetrieben werden sollte. Das Ding war kein Boot. Wie sollte es angetrieben werden? Wie sollte er es aus dem Hof hinausschaffen? Wofür war all . Liz hatte recht: Er war wie ein Tier. einen gewaltigen Kasten. nicht in all den Monaten. Nichts. nichts.Sonderbarerweise hatte er diesen Punkt noch nie bedacht. Teer und Nägel. keinen Motor. das war bloß ein großer Haufen Holz. um wie im Schlaf seiner Tätigkeit nachzugehen. ebenso blind wie mitleiderregend. Er hatte keine Maschine eingebaut.

Und dann würde er fragen. Wozu hatte er gearbeitet? Wozu das alles? Würde er das jemals erfahren? Eine Ewigkeit stand er so da. Erst als die ersten großen Regentropfen um ihn herniederzuklatschen begannen. Und er konnte sie nicht beantworten. daß sein Vater es wußte. sah unverwandt zu dem mächtigen Rumpf hoch. und bald schon wäre es fertig – aus und vorbei. an dem sie arbeiteten? Toddy hatte nie gefragt. sowie die Holzreste. würde die Frage stellen. Und was dann? Bald würde Toddy seinen Pinsel aus der Hand legen würde die letzte Farbdose schließen. die aber gestellt werden mußte. Auch er. die er sich selbst noch nie gestellt hatte. Aber er wußte es nicht. würde Säge und Hammer wieder in der Garage aufhängen. verstand er. weil er darauf vertraute. wofür das Boot da war. und versuchte all das zu verstehen. der Vater. .das gut? Toddy hatte die ganzen Monate an seiner Seite gearbeitet. die Nägel wegräumen. wußte es nicht. Warum hatte e r gearbeitet? Wußte er es? Wußte der Junge. Elwood stand da. den sie gebaut hatten.

Wood lachte. die von schweigenden Männern und Frauen in weißer Laborkleidung umringt war. . »Kommen Sie hier herüber. die teils von Menschen. Sie wissen. Hasten sah sich verwundert um. teils von Robotern bedient wurden. Karten bedeckten jeden Zentimeter der Wände. was das hier ist?« Er deutete auf eine klobige Maschine. Auf langen Tischen summten Maschinen – Computer. ich will Ihnen etwas ganz Besonderes zeigen. Am anderen Ende des Raums standen Techniker bei einer gewaltigen Tafel und verfolgten die sich blitzschnell und unaufhörlich verändernden Kombinationen von Lichtpunkten.Eindringling Sie betraten den großen Saal.

um -« Sie standen auf. die Sonde war in Betrieb.« »Um das hier zu verstecken? Eine Maschine? Sie würden schießen. und wissen . Griechenland. ist aber viel größer. »Sieht aus wie eine unserer Sonden. und sei es mit unserm Leben. Sie sind der erste von draußen.« Wood berührte die mächtige Sonde neben ihnen. der diesen Raum betritt.»Allerdings«. Der Schlund war geschlossen. Kein Unbefugter kommt hier herein. »Diese hier ist anders. hätte die Abteilung für Historische Forschung -« »Jetzt wissen Sie’s. sagte Hasten langsam. wenn wir gewußt hätten. der einzudringen versucht. Was holen Sie damit herauf? Und aus welcher Zeit?« Er betastete die Oberflächenplatte der Sonde. Hasten. jeden zu töten. »Hören Sie. »Also. »Ihre Sonde geht zurück in die Antike. Wood musterte den anderen säuerlich. Wir schützen sie mit aller Macht. Sie haben die Wachen gesehen.« Wood ging neben ihm in die Hocke. daß diese Sonde existiert. die Wachen haben Befehl. hockte sich dann nieder und spähte in den Schlund. Staub und alte Schriften. Rom.

« Hasten schritt zornig auf und ab. Und die Zukunft wird verändert – Sie setzen eine unaufhörliche Veränderung in Gang: je häufiger Sie sondieren. Sie wissen um die Gefahren. Deshalb wurde ja das Gesetz erlassen.« Wood nickte. »Diese Sonde ist nicht auf die Vergangenheit ausgerichtet. »Ich versteh Sie wirklich nicht: eine Sonde in die Zukunft zu schicken. desto mehr neue Faktoren führen Sie ein. Berkowsky hat das Problem in seinen frühen Schriften deutlich dargelegt. Sie schaffen für kommende Jahrhunderte unstabile Bedingungen.« Wood sah Hasten in die Augen. führen Sie automatisch neue Faktoren in die Gegenwart ein. das wissen Sie!« Hasten wich einen Schritt zurück. »Wenn der Exekutivrat davon wüßte. sondern – auf die Zukunft. »Ich weiß.Sie warum?« Hasten sah ihn an.« . »Verstehen Sie? Die Zukunft!« »Sie sondieren die Zukunft? Aber das dürfen Sie nicht! Das ist illegal. Wenn Sie Informationen aus der Zukunft gewinnen. würden diese Gebäude in Sekunden gestürmt werden.

Setzen Sie sich – ich werde Ihnen alles erzählen. unsere illegale Arbeit. Sie gelten als Experte.»Und trotzdem sondieren Sie weiter?« Hasten gestikulierte in Richtung der Maschine und der Techniker. keine Vorträge. es ist bereits geschehen. es könnte nichts passieren…« Er sah auf. »Und deshalb haben wir Sie hierhergebracht. Hasten. Sie wissen mehr über den Einsatz von Zeitsonden als irgend jemand sonst. Es ist zu spät. »Ich komm gleich zur Sache. Ein solcher Faktor ist bei unserem ersten Experiment eingeführt worden. das nicht eliminiert werden kann.« »Und Sie haben bereits Schwierigkeiten bekommen?« . Wood faltete die Hände. »Hören Sie auf. um Gottes willen! Hören Sie auf. Wir dachten. bevor Sie irgendein todbringendes Element einschleusen.« Über den Schreibtisch hinweg sahen Sie einander an. »Schon gut. Wie konnten Sie nur -« Wood erschlaffte plötzlich. deshalb habe ich Ihnen unsere Arbeit gezeigt. als der Experte in der Historischen Abteilung.

sagte Hasten. und wir machen Vergrößerungen und versuchen eine Gestaltanalyse der zukünftigen Entwicklung. Wir gaben nach. und die Sonde wurde gebaut – natürlich heimlich.»Einen Haufen Schwierigkeiten. »Die Sonde wurde vom Polit-Wissenschaftsrat genehmigt. werden wir eines Tages als die schlimmsten Verbrecher der Geschichte dastehen. Wenn wir nicht irgend etwas unternehmen. Zunächst hatten wir Einwände. Die Sonde ist so eingestellt. daß sie nichts aufgreift. versuchten wir es mit einem Trick: Wir brachten überhaupt nichts zurück. sondern macht lediglich Aufnahmen aus großer Höhe. macht alles nur noch viel schlimmer.« »Bitte der Reihe nach«. und jeder Versuch. Um uns vor dem Berkowsky-Faktor zu schützen. Die Ergebnisse waren zufriedenstellend – . sie wollten die Folgen einiger ihrer geplanten Entscheidungen im voraus wissen. so weiterzumachen. aber die Idee ist nun einmal zu verlockend. Sie befördert keine Objekte. Der Film kommt zu uns zurück. Die erste Sondierung nahmen wir ein Jahr in der Zukunft vor. beriefen uns auf Berkowskys Theorie.

Natürlich konnten wir bei dieser indirekten Untersuchungsmethode keine wirklichen Beweise mitbringen. Mehr grün. aber alles sah prächtig aus. die wir bereits fotografiert hatten. Wir schickten die Sonde . Die Menschen genießen das Leben wieder mit mehr Muße. Sonst keine großen Veränderungen: Frieden. überall Parks. und der setzte seine Planungen fort. gedeihende. Und dann geschah es. Noch besser: die Städte wurden kleiner. machten immer größere Sprünge. eine Periode.« »Geschah was?« fragte Hasten und beugte sich vor. Keine Kriege mehr. Die Energieverschwendung ist zurückgegangen. »Wir beschlossen. Alles weniger hektisch. Wir machten weiter. noch einmal aufzusuchen.zunächst. Die Menschen waren nicht mehr so abhängig von Maschinen. Vergrößerungen von Straßenszenen zeigten viele augenscheinlich zufriedene Menschen. allgemeiner Wohlstand. Wir übermittelten unsere Information dem Rat. Dann versuchten wir es fünfzig Jahre in der Zukunft. etwa hundert Jahre in der Zukunft. schöne Städte.

der Krieg in seiner letzten Phase.« »Und was fanden Sie diesmal?« Wood ballte die Fäuste. »Es war wieder anders. Ruinen und Tod überall. »Und?« »Es war nicht wie vorher. »Das ist noch nicht alles! Wir übermittelten die Nachricht dem Rat. wir schickten die Sonde sofort wieder los. bis der Rat sich wieder mit uns in . Herumirrende Menschen.« Hasten nickte. Schlacke. nichts als Ruinen. Unsere Leute entwickelten sie. Es war anders. und wir sahen sie uns an. »Wir waren entsetzt. Er stellte sämtliche Aktivitäten ein und hielt sofort eine zweiwöchige Konferenz ab.« Wood schauderte.« Wood hielt inne. er machte alle Pläne rückgängig und zog alle Vorhaben zurück. Alles war verändert. und zwar schlimmer! Ruinen.los und bekamen sie auch mit einer vollen Aufnahmerolle zurück. Es dauerte einen Monat. Das Ende des Krieges. um absolut sicherzugehen.« »Verstehe. die auf der Grundlage unserer Berichte entwickelt worden waren. Krieg herrschte – Krieg und Zerstörung überall.

Straßen.Verbindung setzte. Die Mitglieder wollten. Aber irgendwas hat sie getötet. Wir sahen große und prachtvolle Städte. Also schickten wir wieder eine Sonde aus. Aber kein menschliches Leben. die Städte waren leer. es gibt Dinge. Anscheinend haben wi r ihn eingeführt. Es könne nicht schlimmer werden. Wir sagten nein. Häuser. keinen einen einzigen Menschen. Strahlung… wie auch immer. Hasten. Pest. war ihr Argument. aber sie beharrten darauf. Sie kam zurück. wir wissen es nicht. Felder. und wir sahen uns den Film an. bei unseren ersten Sondierungen. Es gab kein menschliches Leben mehr. Zu Anfang war es doch nicht da. daß wir es noch einmal versuchten und noch eine Sonde in die fragliche Periode sendeten. den . was wir sahen. Sie werden nicht glauben. Seen. Wo ist es hergekommen? Wir wissen es nicht. die sind schlimmer als Krieg. Aber die Bevölkerung war tot.« »Alles vernichtet?« »Nein! Nicht vernichtet. funktionierten mechanisch weiter. alle Maschinen und Versorgungsnetze waren unberührt.

der einen menschlichen Beobachter in die Zukunft bringen kann. und auch Hasten erhob sich. Sie sind der beste Mann. Der Zeitwagen steht draußen auf dem . »Sie werden reisen. Das ist die einzige Möglichkeit. wir müssen mehr wissen! Wann ist er zuerst aufgetaucht? Und wie? Was waren die ersten Anzeichen? Was ist der tödliche Faktor? Sobald wir es wissen. Hasten!« Wood starrte ihn an. Wir haben ihn ins Spiel gebracht. können wir ihn wohl auch eliminieren. was wir da bewirkt haben. sagte Wood.tödlichen Faktor. Wir schicken einen Mann dorthin. den wir haben.« »Wie wollen Sie das anstellen?« »Wir haben einen Zeitwagen gebaut. sein Gesicht war eine weiße Maske. mit unserem Eingriff. Er war nicht da. Jemand muß in die Zukunft reisen und herausfinden.« Wood stand auf. als wir anfingen. Er wurde von uns geschaffen. und jetzt müssen wir ihn ausfindig machen und vernichten. »Und Sie sind dieser Jemand«. um den Faktor aufzuspüren. »Wir haben ihn in die Welt gebracht. Fotografien zeigen uns nicht genug.

mir ansehen. »aber dafür ist keine Zeit. daß uns niemand folgt. »Wir gehen nach draußen.« Überall um ihn her bewegte sich Schwärze. »Tut mir leid«. muß den Zeitwagen überprüfen… Ich kann doch nicht -« Die beiden Soldaten traten näher. hatte die Regler für ihn . »Sind Sie bereit?« Hasten zögerte. sagte Wood. wischte sich den Schweiß vom Gesicht.« Wood gab ein Zeichen.« Er blickte zu Hasten. sagte er. blickten zu Wood. was im Einzelnen getan worden ist. kommen Sie mit mir.großen Hof und wird sorgfältig bewacht. Er war unterwegs. Ich muß mich erst mit Ihrer Arbeit vertraut machen. Zwei Soldaten näherten sich dem Schreibtisch. vergewissern Sie sich. »Sir?« »Kommen Sie mit uns«. Wood legte seine Hand auf Hastens Schulter. drang auf ihn ein. wich dann wieder zurück. Kurz hatte Wood ihm die Bedienung des Zeitwagens erklärt. »Warten Sie eine Minute. Er setzte sich auf den Sitz vor dem Armaturenbrett.

Er hielt die Pistole eine Minute lang in Händen und betrachtete sie. Wood hatte die Regler auf hundert Jahre in der Zukunft eingestellt. Es war kalt in der Kugel. die Pistole beiseite zu legen. dann war das unangenehme Gefühl vorbei. sah er aus dem Fenster. Eine Zeitlang beobachtete er die Meßgeräte. und dann war die Metalltür hinter ihm zugeschlagen worden. breitete sich über den Boden aus. als das dumpfe Stampfen unter ihm plötzlich aufhörte. alle möglichen Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände. dann wurde es ihm unbehaglich in der Kälte. in dem seine Ausrüstung steckte. Eine Jacke. Er war gerade dabei. und eine Flammwaffe. die Luft war eisig. Er ging zu dem Fach. Und Geräte. Auf das Schlimmste gefaßt. eine schwere Jacke. Sonnenlicht flutete durch das Fenster. und schob die Tür zur Seite. Hasten sah sich um. Er schaltete die Beleuchtung aus und trat ans Fenster.eingestellt. Blumen und Gras so weit . Eine hügelige Wiese. Eine schreckliche Sekunde lang schwebte er hilflos in der Luft.

ging auf den Gipfel eines langgestreckten Berges zu.das Auge blickte. der etwa eine halbe . Dann entfernte er sich rasch von dem kugelförmigen Zeitwagen. In der Ferne standen Tiere im Schatten eines Baumes. Blauer Himmel und ziehende Wolken. Er schloß die Tür und sah sich um. Dann ging er zur Tür des Zeitwagens und überprüfte das Schloß. Er ging zur Tür. daß es sich bei den Tieren um Kühe handelte. Erst dann trat Hasten auf das Gras der Wiese. und er fühlte sich sofort besser. Warmes Sonnenlicht überflutete ihn. die grasten. Jetzt konnte er erkennen. Er hob die Hände. daß es während seiner Abwesenheit geschlossen bleiben würde. langte nach dem Schutzhelm auf seinen Schultern. um sicherzugehen. Er ging zurück und holte die Pistole aus dem Schrank. Konnte die Epidemie durch Bakterien verursacht worden sein? Durch die Luft übertragen? Sofern es überhaupt eine Epidemie gewesen war. ihn aufzusetzen. die Hände in die Seiten gestemmt. Lange stand er in der Tür. Besser. öffnete sie und trat hinaus.

Meile vor ihm lag. blieb er stehen und setzte das Fernglas an die Augen. Dann ging er mit großen Schritten die andere Seite des Bergs hinunter. . Er bemerkte etwas. zu seiner Linken. Nichts sonst? Er wandte sich um. Meile um Meile. Als er den Gipfel des Bergs erreicht hatte. Er regulierte die Sehschärfe. Die Tiere sahen auf und trotteten dann fort. Weit in der Ferne. er hatte einen weiten Weg vor sich. grüne Felder ohne Spuren von Menschenhand. das ihn zur Metallkugel. fast schon am Horizont. sollte er den Wagen nicht selbst finden können. ihre Euter waren klein und verschrumpelt. zu dem Zeitwagen zurückführen würde. Er erreichte den Baum mit den Kühen. Sein Blick glitt über das Land dahin. das ihn unwillkürlich frösteln ließ. Es waren keine Hausrinder. Er setzte das Fernglas ab und schnallte seine schweren Stiefel fester. suchte den Horizont ab. zeichneten sich die vagen Umrisse einer Stadt ab. soweit das Auge sehen konnte. sah angespannt durchs Glas. Im Gehen prüfte er das Armband.

Vielleicht waren sie aus irgendeinem Zoo und hatten sich. einen Augenblick später waren sie verschwunden. Schmetterlinge und Wiesen und Kühe im Schatten. als er Schmetterlinge sah. Mechanisch hob Hasten den Arm und fegte ihn fort. sich den Tod des Menschen vorzustellen. Es war schwer in dieser Umgebung. nachdem der Mensch verschwunden war. und beobachtete sie. um sich auszuruhen. massenhaft vermehrt. rot und blau mit gelben und grünen Tupfern. Es gab sie in allen Farben. Immer höher stiegen die Schmetterlinge auf. flatterten und tanzten im Sonnenlicht. die er je gesehen hatte. . Er machte halt. Sie erhoben sich plötzlich wenige Schritte vor ihm. Sie nahmen keine Notiz von ihm und flogen davon in Richtung der fernen Türme der Stadt. Was für eine stille und wunderschöne Welt blieb übrig ohne die menschliche Rasse! Plötzlich flatterte ein letzter Schmetterling auf. Hasten setzte seinen Weg fort. Es waren die größten Schmetterlinge. Der Schmetterling schoß gegen seine Hand.Hasten war kaum eine halbe Stunde gegangen. stieg rasch aus dem Gras auf und streifte fast sein Gesicht.

Er sah seine Hand an und sah dann zu der Stadt in der Ferne. setzte sich dann auf den Sitz und . war der Schmetterling längst fort. Als Hasten sich schließlich wieder herumdrehte. ihn schwindelte. Er behandelte seine Hand und seinen Arm mit einer Salbe aus dem Arzneikoffer. keuchte.Hasten lachte – Ein Übelkeit erregender Schmerz durchfuhr ihn. Sein Arm schmerzte. dann setzte er sich langsam auf und kam schwankend auf die Füße. würgte. Das Fleisch war schwarz und hart und schwoll bereits an. krümmte sich im Staub. und er trat ein. Er schlug mit dem Gesicht auf. Lange lag Hasten so im Gras. und er schloß die Augen. Die Schmetterlinge waren dorthin geflogen… Er machte sich auf den Weg zum Zeitwagen. Hasten wurde von Krämpfen geschüttelt. Er zog sich das Hemd aus und betrachtete seine Hand. wollte die Sonne bereits untergehen. Als Hasten die Kugel erreichte. Auf seine Berührung hin glitt die Tür zurück. Hasten sackte auf die Knie.

Es war eine . Einen kleinen Schweißbrenner und eine Taschenlampe. Sein Arm schmerzte noch immer dumpf. Bevor er hinausging. So gewappnet jedenfalls.betrachtete. Er tat die anderen Sachen zurück ins Fach und stand auf. Jetzt war er gewappnet. Er trat hinaus in die Dunkelheit. er würde das Risiko auf sich nehmen müssen. Er schritt rasch aus. was er suchte. die er kannte. schaltete die Taschenlampe ein. ganz zufällig. Nun. und im Mund hatte er einen fiebrigen Geschmack. Einen Augenblick später fand er. öffnete er das Fach und nahm seine ganze Ausrüstung heraus. Ein kleiner Stich. bis die Sonne ganz untergegangen und es draußen stockfinster war. Er prüfte die Flammpistole. tat sie aber beiseite. Der Schmetterling hatte es nicht einmal bemerkt. Angenommen der ganze Schwarm – Er wartete. Die Salbe hatte nicht recht gewirkt. wie er es unter diesen Umständen sein konnte. ihm war schwindelig. tief in Gedanken versunken. Nachts gab es keine Bienen und Schmetterlinge – jedenfalls keine. pochte unaufhörlich. seinen Arm.

Vor ihm ragten geisterhafte Umrisse auf. höher und schlanker. kleine Haufen von Knochen und Staub. bei den Gebäuden. Gras und Unkraut überall. und in den Ecken. lagen Knochen. Er ging weiter. Als er die Stadt erreichte. und dann befand er sich auf einer ausgedehnten Ebene und suchte mit Hilfe des Lichtstrahls seiner Taschenlampe den Weg in die Stadt. nur wenige Sterne leuchteten über ihm.dunkle und einsame Nacht. sah zu Boden. Hohl hallten seine Schritte wider. im dunklen Nichts. Ein Wäldchen ragte auf. war er sehr müde. Er blieb stehen. verschwanden oben. leuchtete mit der Taschenlampe über die Wände der schlanken Gebäude. Offenbar war es keine große Stadt. als er es gewohnt war. und sein Licht war das einzige auf der ganzen Erde. Er gelangte den Berg hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter. Er ging durch das Tor. Und . Er hatte einen weiten Weg hinter sich. und sein Atem begann zu schmerzen. aber ihre Architektur war Hasten fremd. Auf dem Steinpflaster der Straßen wuchs Gras.

Er ging eine halb verschüttete Stufe hinauf und betrat einen ehemaligen Marktplatz. Er erreichte den Eingang und sah sich einer schweren Holztür mit Metallgriffen gegenüber. das seine Aufmerksamkeit erregte. das kunstgerecht in den Türbogen gemeißelt worden war: BIBLIOTHECA Das war es. Über dem Eingang ließ das Licht seiner Taschenlampe ein Wort erkennen. Er ging darauf zu. Bald standen die Gebäude vereinzelter. und kurz darauf gelangte er zu einem großen Platz. Rechts von ihm ragte ein weiteres Gebäude auf.nirgends ein Licht. während er die Taschenlampe vor sich hin. Auf der gegenüberliegenden Seite erhob sich ein Gebäude. Unter seinen Füßen sackten Bretter ein. Er stieg die Stufen zum dunklen Eingang hinauf. . Als er die Griffe packte. Plötzlich blieb er stehen. was er gesucht hatte: die Bibliothek. überquerte den verwahrlosten Platz.und herschwenkte. auf dem Büsche und Schlingpflanzen wucherten. Sein Herz pochte. das größer war als die anderen.

Der Geruch von Moder und Staub ließ ihn würgen. einer romanischen Sprache. die er nicht kannte. und eine Wolke aus Papier. Sie zerfielen unter dem Druck seiner Hände. das sich in etwas besserem Zustand befand. Er blätterte eine Seite nach der anderen um. die irgendwie künstlich zu sein schien. Aufs Geratewohl wählte er einen Raum und trat ein. War seit seiner Zeit wirklich erst ein Jahrhundert vergangen? Hasten setzte sich an einen der Tische und öffnete ein Buch. Schließlich nahm er auf gut Glück einen Stapel Bücher und ging zurück in Richtung Tür. während er durch stille Gänge ging. die Treppe hinunter und in die Dunkelheit.fiel die Tür auf ihn zu.und Fadenresten hüllte ihn ein. Die Wörter gehörten einer Sprache an. Auch hier war alles voller Staubhaufen und grauer Knochenreste. Spinnweben strichen gegen seinen Helm. Er ging hinein. Er ging zu den Regalen und ergriff einen Stapel Bücher. krachte an ihm vorbei. seine Hände . Er ging hinüber zur Wand. Niedrige Tische und hohe Regale standen an den Wänden. Plötzlich schlug sein Herz schneller.

natürlich. Schließlich blieb er erschöpft stehen. die sich rings um den Platz erhoben. er wankte. Im . einige Zeitungen zusammenzurollen.zitterten. Dann ging er hinunter und überquerte mit unsicheren Schritten den Platz. Ein kalter Wind kam auf. Zeitungen. Morgendämmerung. schlug ihm kalte frische Luft entgegen und kitzelte ihn an der Nase. Eine Ewigkeit stapfte er mit gesenktem Blick dahin. schwarze Schlagzeilen. brüchigen Blätter in die Hand und hielt sie ins Licht. Am Horizont war bereits ein langer grauer Streifen erschienen. die er dem Haufen Bücher beifügte. Er erreichte das Stadttor. Als er auf der Treppe stand. machte die vagen Umrisse aus. Dieselbe Sprache. Vorsichtig nahm er die vergilbten. Er sah sich um. Dann trat er hinaus auf den Gang und ging den Weg zurück. Sonnenaufgang. umstrich ihn. und sein Atem ging schwer. und einen Moment später befand er sich wieder draußen auf der Ebene und strebte in Richtung Zeitwagen. Er setzte seine Last ab und sah sich um. Große. Es gelang ihm. den er gekommen war.

er lief einen Hang hinauf und noch einen. lief. Bleich und dünn ragten die Spitzen der verödeten Gebäude auf. Die Wolke befand sich noch immer da – aber sie war größer geworden. Dann verblich die Farbe.zunehmenden grauen Licht nahmen Bäume und Hügel Gestalt an. bekamen scharfe Umrisse. und fasziniert beobachtete er die ersten Farben des Tages. Es war laut zu hören. er war nicht weit von der Kugel entfernt. so gut es ging. im klaren Licht des Tages begann die Wolke zu schillern und in allen Farben zu glänzen. Er lief los. Und sie war nicht mehr schwarz. Einen Moment lang verweilte sein Blick. Hasten blickte zur Stadt zurück. Er . die auf die Dächer und Türme trafen. Von der Stadt war eine schwarze Wolke in den Himmel aufgestiegen und schwebte jetzt über ihr. und dahintreibender Nebel schob sich zwischen ihn und die Stadt. Eisige Furcht durchströmte ihn. Hasten beschleunigte seine Schritte. Plötzlich bückte er sich und hob seine Last auf. Für eine Sekunde blieb er stehen und legte das Armband an. Nach einiger Zeit blickte Hasten zurück.

Schlagartig wurde ihm die Sicht genommen von schimmernden. Ein gedämpftes. flatterten und tanzten in blitzenden Farben über ihm. echoartiges Geräusch. Nach rechts. nahm dann wieder ab. deren schlagende Flügel sich eng aneinander quetschten. weichen. und das Klicken schwoll an.schwenkte seinen Arm. Aber er hatte dafür keine Zeit – er eilte zum Fenster und spähte hinaus. als über der Anhöhe die erste Wolke von Schmetterlingen erschien und sich ihm lautlos näherte. Rennend und rutschend eilte er hinab und auf ihn zu. Er schob gerade mit seiner Schulter die Tür auf. Er wischte sich den Schweiß von den Händen und ging weiter. Sie ließen sich auf dem Metall und auf dem Fenster nieder. setzte seine Last ab und lockerte seine Arme. Er schloß die Tür. das . Seine Hand brannte heftig. Die Schmetterlinge schwärmten auf die Kugel zu. Er lauschte. Er konnte sie hören. Einige Minuten später sah er von einer Anhöhe herab und erblickte eine still im Gras ruhende glänzende Metallkugel. pelzigen Leibern. von der kalter Tau tropfte. Der Zeitwagen.

von allen Seiten kam. es wurde schlimmer. nicht besser. selbst so große Insekten wie diese hier. Er betrachtete seine Hand. Zurückkehren? Oder die Reise fortsetzen? Am besten vielleicht einen Sprung etwa fünfzig Jahre in die Zukunft machen? Die Schmetterlinge waren gefährlich. eine tote Stelle. Sprays. die größer wurde. die menschliche Rasse vernichten? Zweifellos konnten Menschen sie doch leicht bekämpfen. Hasten wurde nervös. wonach er suchte: der tödliche Faktor. Er wischte es fort. Die Zeit verging. Es gab Schutzkleidung. Leichte Unruhe befiel ihn. Hasten schaltete die Beleuchtung an. Im Innern der Kugel wurde es dunkel. Die Haut war schwarz und hart. gefolgt von . Ein Stückchen Metall. Ein zweites Stückchen fiel herab. Gifte. das. Er legte die Bücher hin und schritt auf und ab. Die Kratzgeräusche ringsum wurden unerträglich. schwebte auf seinen Ärmel herab. Hasten betrachtete die Zeitungen. Wie konnten Insekten. wußte nicht. als die Schmetterlinge das Fenster völlig verdeckten. aber womöglich nicht das Eigentliche. ein winziges Teil. was er tun sollte.

Ein ätzender Geruch ging von ihnen aus. er drehte sich um. .haarfeinen Eisenspänen. Die Geräte begannen zu summen. Das herabgefallene Stück war eine säuberlich herausgeschnittene Metallscheibe gewesen. Die Schmetterlinge drangen in die Kugel ein. Rechts davon erschien ein zweiter Kreis und dann ein dritter. Säure? Irgendein natürliches Sekret. Da oben bildete sich ein Kreis. Ein großes Metallstück fiel herab. darauf zu achten. und ein übler Geruch erfüllte die Kugel. Überall bildeten sich Kreise in der Wand der Kugel. Er hatte keine Zeit. Er zuckte zusammen. Hasten stellte die Indikatortafel ein. Immer mehr Metallteilchen regneten herab. Während die Schmetterlinge auf ihn zukamen. Er lief zum Armaturenbrett und betätigte die Sicherheitsschaltung. er griff nach dem Schweißbrenner und schaltete ihn an. die auf ihn niedergingen. flatterten und tanzten auf ihn zu. Die Flamme brauste und gurgelte. umklammerte er mit aller Macht den Griff und richtete die Öffnung nach oben. blickte ruckartig nach oben. der Geruch irgendeiner Substanz. Die Luft war plötzlich voll brennender Partikel.

und es gab nicht den geringsten Zweifel: er hatte den tödlichen Faktor gefunden. Plötzlich krachte eine zweite Metallscheibe zu Boden. unter ihm bebte der Boden. die so säuberlich aus der Hülle des Zeitwagens herausgeschnitten worden waren. Korrosivisches Sekret? Er lächelte grimmig. und ein zweiter Schwarm verschaffte sich Zugang. Die Anzeigen leuchteten und flackerten. Hasten setzte sich zitternd auf den Sitz. war unterwegs. in den Scheiben. Er war in Sicherheit. Hasten wand sich. Er befand sich dort in dem Aschenhaufen auf dem Boden.Er betätigte die letzten Schalter. so plötzlich. die in die Kugel eingedrungen waren. die auf alles in der Kugel niederging: die Überreste der Schmetterlinge. zurück in seine Zeit. daß Hasten ungläubig blinzelte und sich die Augen rieb. . beharrliche Kratzen war verschwunden. wich zurück. Aber immer mehr Schmetterlinge kamen hereingeschossen. Dann war es plötzlich still. Das unaufhörliche. die speiende Flamme des Schweißbrenners nach oben gerichtet. Immer mehr Schmetterlinge drängten in die Kugel. Er legte den Haupthebel herum. Er war allein – mit einer Wolke aus Asche.

Hasten saß da und .Was er gesehen hatte. »Setzen Sie sich. »Hasten. als der Schwarm zu ihm eindrang. »Ja.« Wood schwenkte ungeduldig die Hand.« Sie gingen durch die Tür.« »Lassen Sie uns sofort hineingehen. in den großen Saal. Wood eilte herbei. Mit unsicheren Schritten kam er die Stufen herunter. sie waren mit eigener Ausrüstung gekommen. hatte ihm verraten. »Danke«.« Kaffee wurde gebracht. »Bringen Sie ihm einen Kaffee. daß der Zeitwagen seine Reise beendete. Bis auf meine Hand. mit winzigen Schneidegeräten. murmelte er. waren ausgerüstet gewesen mit Werkzeugen. Sie hatten sich durchs Metall hindurchgeschnitten. die sich durch die kreisförmigen Öffnungen gedrängt hatten. Hasten saß vor den Armaturen und wartete darauf. was er wissen wollte. Die Schmetterlinge. alles in Ordnung mit Ihnen?« Er nickte. Wachen stützten ihn und halfen ihm aus dem Wagen. und ein Soldat brachte eilig einen Stuhl.

»Also: Was haben Sie gefunden?« Als er fertig war. »Ja. Aber Schmetterlinge? Und intelligent? Die Angriffe planen? Und diese rapide Fortpflanzung.« »Sehr gut. Wir müssen es .schlürfte.« Wood nahm ihm gegenüber Platz. diese perfekte Anpassung!« »Vielleicht helfen uns die Bücher und die Zeitungen weiter?« »Aber wo ist sie hergekommen? Eine Mutation irgendeiner bestehenden Art? Oder von einem anderen Planeten. Es ist also eine äußerst gefährliche Spezies. Vielleicht sind sie durch die Raumfahrt eingeschleust worden. Keiner der Wachen oder Techniker sprach. Wood erhob sich zitternd. Ein Tonbandgerät begann zu surren. Ich dachte mir schon so etwas. die Sie da erwischt hat. Schließlich schob er die Tasse fort und lehnte sich zurück. »Mein Gott. und eine Kamera nahm Hastens Gesicht auf. blieb es im Raum still. »Können Sie jetzt reden?« fragte Wood. während er sprach.

»Die Kühe haben sie in Frieden gelassen. wo wir wissen. was es ist. »Das?« Hasten erwachte aus seiner Betäubung.« »Vielleicht können wir sie aufhaken. Wir werden dem Rat Ihren Bericht übermitteln. »Der Rat muß eine Sondersitzung anberaumen. Nur Menschen. . Einige Soldaten betrachteten neugierig den Zeitwagen.« »Sie greifen Menschen an«.« Wood knipste das Videofon an. Hasten. können wir sie vielleicht noch rechtzeitig bekämpfen!« Der Operator erschien. sein Kopf war leer. Dank Ihnen. haben wir eine Chance. Hasten beobachtete sie gleichgültig.herausfinden. und Wood nannte den Buchstaben-Code des Rats. Sir?« fragte einer. Schließlich stand er auf und wanderte im Raum umher. sagte Hasten. Jetzt. Wir werden ein Programm entwickeln und auf dem ganzen Planeten Arbeitsgruppen organisieren. Schließlich ging er wieder nach draußen auf den Hof. »Was ist denn das. Hasten beobachtete ihn müde. Sein Arm pochte unbarmherzig.

ein fester kleiner brauner Sack. Etwas Kleines. Ein Sack.« »Nein. Dann ergriff ihn Panik. Kokons. . als der Wagen gestartet ist. »Ein Zeitwagen. am einen Ende war er offen. einige noch voll. Pelziges befand sich dort auf der Oberfläche. Er schob sich an den Soldaten vorbei. trocken und leer. das war jedenfalls nicht da. Sir. Er war trocken. sah hoch.ging langsam zu ihnen hin. ich meine das hier.« Hastens Herz hörte auf zu schlagen.« Der Soldat deutete auf etwas außen an der Kugel. Nichts befand sich darin. Überall auf der Hülle des Zeitwagens waren solche kleinen braunen Säcke. die meisten aber bereits leer. Braunes. Hasten starrte ihn an. Er streckte die Hand aus und berührte es. Zuerst konnte er auf der Metallhülle nichts erkennen außer der korrodierten Oberfläche. »Das.

der gemächlich im Überlandverkehr am Nachmittagshimmel dahinzog. mit Rethrick . Er befand sich in einem kleinen privaten Raketenkreuzer. woran er sich erinnerte. er versuchte den dumpfen Schmerz loszuwerden. Earl Rethrick neben ihm sah ihn mit leuchtenden Augen an. Die Felder unter dem Kreuzer waren grün. »Oder sollte ich anders fragen?« Er konnte bereits sehen. Es war Frühling. war. daß er fuhr. Rings um ihn summten leise Düsenjets. daß es nicht Spätherbst war. als er sich in seinem Sitz aufrichtete und sich die Stirn rieb. »Aah!« Er stöhnte. Das letzte.Zahltag Plötzlich spürte er. »Sind Sie wieder zu sich gekommen?« »Wo sind wir?« Jennings schüttelte den Kopf.

Tja. zu unserem dortigen Büro. Wo Sie mich kennengelernt haben. Man bringt den Schulkindern jetzt bei zu bespitzeln. Die neue Regierung greift noch wesentlich härter durch. Und soweit ich weiß. die Sicherheitspolizei. sagte Rethrick.« »Wo fliegen wir hin?« »Zurück nach New Y ork. ist die Verlandung der San Francisco Bay abgeschlossen. Aber das haben wir ja kommen sehen. Sie werden viele Veränderungen vorfinden. »Es sind fast zwei Jahre vergangen. was ich verdammt noch mal in den letzten zwei Jahren getan habe!« Jennings steckte sich nervös eine Zigarette an.« »Was ich wissen will. Vor ein paar Monaten ist die Regierung gestürzt worden. Die SP. Und das war im Spätherbst gewesen. Und in New York. Erinnern Sie sich? Wahrscheinlich erinnern Sie sich daran besser . ist. was noch? New Y hat sich ork vergrößert. »Sagen Sie es mir?« »Nein.einen Fahrstuhl betreten zu haben. Natürlich nicht. »Ja«. verfügt jetzt über nahezu unbegrenzte Macht.

zu einer Entscheidung zu gelangen. was für eine Arbeit er eigentlich gemacht hatte. Zwei Jahre! Zwei Jahre seines Lebens. Das Land unten war saftig grün.als ich.« Jennings nickte. War sie legal? War sie – Aber für Spekulationen war es jetzt zu spät. noch als er in den Fahrstuhl getreten war. Es schien nicht möglich. Schließlich ist das für Sie erst etwa einen Tag her. war der Vorhang gefallen. Frühling – Frühling zwei Jahre später. letztlich schien das die Sache nicht wert zu sein. »Anscheinend nicht.« »Nein. Er würde sich immer fragen. Er hatte noch überlegt. Während er noch versucht hatte. sogar für ihn –. Und was hatte er für die zwei Jahre vorzuweisen? »Bin ich ausbezahlt worden?« fragte er. hatte mit sich gerungen. Sie werden im Büro ausgezahlt. für immer verloren. Kelly . Sollte er seine Entscheidung nicht doch lieber rückgängig machen? Selbst wenn er so viel Geld kriegte – und es war eine Menge. Bedauernd blickte er durch das Fenster in den Nachmittagshimmel. Er holte seine Brieftasche heraus und sah hinein.

als wäre er fürs Schlafen bezahlt worden.wird das tun. und genau soviel Zeit hatte er weniger zu leben. Sie haben ihn uns um ein Vielfaches zurückgezahlt – wenn Sie davon auch nicht das Geringste wissen. daß wir Sie angeheuert haben.« Jennings lächelte. nachdem die Summe laut genannt worden war. Wir haben zusammen gearbeitet. ich sehe Sie ork vielleicht nicht wieder. Aber er war zwei Jahre älter. selbst für den Lohn. sie verloren an Höhe. »Wir sind gleich da«. Wie auch immer. wissen Sie. Jetzt.« . es war geschehen. einen Teil seines Lebens verkauft. die ich je gesehen habe. Er zuckte die Schultern. Es war fast so. Seite an Seite. Sie sind einer der besten Mechaniker. Unter ihnen wurden die Randgebiete von New Y City sichtbar. Vielleicht war es ja doch nicht so schlecht. »Also. fühlte er sich ein wenig besser. Jennings. Es war klug. Der Robot-Pilot setzte zum Sinkflug an. als habe er einen Teil von sich selbst.« »Die ganze Summe auf einmal?« »Fünfzigtausend Credits. Es war. sagte der ältere Mann.

Als die Tür zuglitt.« »Sie klingen gereizt. »Sie hat zwischendurch immer mal wieder nach Ihnen gefragt. dieser Fahrstuhl. zwei Jahre älter zu sein. Das war das letzte. Rethrick führte ihn zu einem Fahrstuhl.»Freut mich. wenn sie Ihnen Ihren Lohn gibt. Hinter einem langen . Sie zu sehen«. Die Tür reagierte und schwang weit auf. Und Sie werden sich besser fühlen. woran er sich erinnerte. mich an den Gedanken zu gewöhnen.« Rethrick richtete einen Codeschlüssel auf eine Tür. sagte Rethrick.« »Warum?« »Sie sagt. »Kelly wird sich freuen. Sie betraten das luxuriöse Büro von Rethrick Construction. daß Sie was für Ihr Geld bekommen haben. Dann hatte sein Bewußtsein ausgesetzt. »Sie sind noch immer ein sehr junger Mann. Ich versuche nur.« Rethrick lachte. zuckte Jennings zusammen.« Sie traten hinaus auf den winzigen Dachlandeplatz des New Y orker Bürogebäudes. als sie hinaustraten in einen erleuchteten Flur.« »Nein. Sie sähen gut aus.

Ihre Zeit ist rum.« Rethrick gab Jennings einen Klaps auf den Rücken.Mahagoni-Schreibtisch saß eine junge Frau und las in einer Akte. »Rethrick sagt. »Kelly«.« Jennings nickte. wieder in der Welt zu sein?« »Großartig. setzte er sich an den Schreibtisch und schlug die Beine übereinander. Als Rethrick hinausging.« Jennings ging zu ihr hin. Haben Sie Ihre Ausfertigung des Vertrags?« Jennings zog einen Umschlag aus seiner Tasche . und Rethrick Construction wird Sie wie vereinbart auszahlen. Kelly schob ihren Stuhl zurück und zog eine Schublade auf. dann machen wir wieder einen Vertrag mit Ihnen. Sie sind der Zahlmeister. Ich muß zurück zur Fabrik. wessen Zeit gerade abgelaufen ist?« Die junge Frau blickte lächelnd auf. Mr. »was meinen Sie wohl. »Machen Sie’s gut. »Okay. mein Freund. »Hallo. Sollten Sie irgendwann mal wieder eine Menge Geld brauchen. sagte Rethrick. kommen Sie einfach vorbei. Was ist das für ein Gefühl. Jennings.

›Sofern der Vertragspartner es wünscht. die nach seinem Dafürhalten der vereinbarten Geldsumme im Wert entsprechen – ‹« Jennings griff nach dem Leinenbeutel. »Lesen Sie sich das noch einmal durch. »Da ist sie.« Kelly nahm einen kleinen Lederbeutel sowie ein paar handbeschriebene Blätter aus der Schreibtischschublade. Für eine Weile las sie die beschriebenen Blätter durch.« Kelly gab ihm seinen Vertrag zurück. Den Inhalt schüttete er sich in die Hand. auf eigenen Wunsch anstelle der vereinbarten Geldsumme Artikel oder Produkte zu wählen. Kelly . zog ihn auf. »Es gibt da eine Klausel zur AlternativVergütung. und zwar zu jeder beliebigen Zeit während der Dauer des Vertrags mit besagter Rethrick Construction Company – ‹« »› – steht es ihm frei. ihr kleines Gesicht wirkte sehr konzentriert. Sie werden etwas überrascht sein.und warf ihn auf den Schreibtisch. »Stimmt was nicht?« »Ich glaube.« »Warum?« Jennings öffnete den Umschlag.

Selbst wenn das meine Handschrift ist. Hier. sondern etwas anderes zu nehmen. »Wo ist Rethrick?« Jennings stand auf. die wir unter Vertrag nehmen. Ich hätte niemals in so etwas eingewilligt. kein Geld.« Sie lächelte ihn an. Daran gab es keinen Zweifel. als ich dort war. Es war Ihre Idee. biß die Zähne zusammen. »Ich kann das nicht glauben. Ehrlich.sah zu.« Er faltete das Papier zusammen.« Kelly reichte ihm die Papiere. Es war seine Handschrift. »In Ihrer eigenen Handschrift. Warum weiß ich nicht. sehen Sie sich das an. nachdem Sie sich einverstanden erklärt haben -« Jennings überflog die Blätter. »Falls er sich einbildet. Es war Ihr eigener Wunsch. nicht unsere. daß es nicht sehr vernünftig zu sein scheint. Sie wurden ja einer Gehirnwäsche unterzogen. Lesen Sie.« »Sie müssen einen Grund gehabt haben. . daß er -« »Rethrick hat damit nichts zu tun. Während ihrer Zeit bei uns entscheiden sie sich. Seine Hände zitterten. »Irgendwas ist mit mir angestellt worden. Ich gebe zu. »Das passiert dann und wann mit Leuten.

Eine Paketannahmebescheinigung. bevor Ihre Erinnerung gelöscht wurde. Einen Codeschlüssel. Einen halben Pokerchip. Aus dem Leinenbeutel hatte er verschiedene Gegenstände herausgeschüttet. Einen grünen Stoffstreifen.« Jennings starrte auf das. Eine Busmünze. mitten durchgebrochen. Ein Stückchen dünnen Draht. Noch immer war er ganz benommen. was er da in der Hand hielt. Das für zwei Jahre Arbeit! Aber er hatte seine Handschrift erkannt. »Das anstelle von fünfzigtausend Credits«. murmelte er. hatte die . was für Faktoren Sie bewogen haben mögen. Vor Ihnen hat es schon eine ganze Reihe ähnlicher Fälle gegeben. Hatte man ihn betrogen? Er tastete in seiner Tasche nach dem Draht. benommen und verwirrt. Sie sind da nicht der erste. der Eintrittskarte und dem anderen Kram.Aber Sie wissen nicht. Eine abgerissene Eintrittskarte. hinaus auf die Straße und in den geschäftigen Nachmittagstrubel. »Zwei Jahre…« Er trat aus dem Gebäude.

Neben ihm senkte der SP-Mann sein Gewehr. Die Tür des Kreuzers war geöffnet. Der Kreuzer glitt davon. Den Umschlag und den Vertrag. Auf der anderen Seite saß ein zweiter Beamter. Jennings sank auf den Sitz zurück. weil gerade ein Schwebekreuzer einbog.« Sein Kopf zuckte hoch. Die Tür ging zu. Ein Mann in Blaugrün. An der Ecke blieb er stehen. Wie bei einem Banksafe. Vertrag mit Rethrick Construction. Jennings stieg ein. . Jennings. »Was hat er bei sich?« fragte der Fahrer. die Straße hinunter.Verzichterklärung gesehen. Aber warum? Aus welchem Grund? Was hatte ihn dazu veranlaßt? Er drehte sich um. die Ersatzforderung. Sicherheitspolizei. Ein Mann kniete und zielte mit einem Hitzegewehr direkt auf sein Gesicht. »Brieftasche. Er holte Jennings Brieftasche und die Handvoll Krimskrams hervor. hinter ihm schlossen sich magnetische Schnappschlösser. der ihn fachmännisch nach Waffen abtastete. Steigen Sie ein. ging den Bürgersteig entlang. »Los.

Keine Waffen.« Der Beamte beugte sich zu ihm vor. Sie haben für Rethrick gearbeitet?« »Ja.« »Was für elektronische Geräte?« »Das weiß ich nicht.« »In der Fabrik?« Jennings nickte. seine Miene verriet seine Angespanntheit. was für eine Art von Arbeit haben Sie gemacht? Was war Ihre Aufgabe?« »Ich bin Mechaniker. »Wo befindet sich diese Fabrik. »Ich glaub schon. Mr.« Er gab Jennings die Sachen zurück. spöttisch verzogen sich .« Jennings sah ihn an. »Wir möchten Ihnen ein paar Fragen stellen. »Sie wissen es nicht? Eine letzte Frage: Was haben Sie in den zwei Jahren getan. Jennings?« »Das weiß ich nicht.« Die beiden Polizisten sahen sich an. »Was hat das zu bedeuten?« fragte Jennings. Das ist alles. Der erste befeuchtete sich die Lippen. Ich habe elektronische Geräte repariert. Er mußte unwillkürlich lächeln.« »Zwei Jahre?« »Fast zwei Jahre.

in Rethricks Fabrik. Wir wollen nur ein paar Informationen für unsere Akten. Sind Sie Elektronikmechaniker?« »Ja. »Tut mir leid. Sie haben zwei Jahre lang an Geräten gearbeitet. Sie wissen es nicht? Soll das heißen.seine Lippen. Wo . wo Sie sich befanden?« Jennings richtete sich auf.« »Sie reparieren Großrechner und was damit zusammenhängt?« Der Beamte zog sein Notizbuch zu Rate.« Für einen Moment schwiegen die Beamten. »Sie gelten als einer der besten im Land. Das ist die Wahrheit. an was für welchen? Und ohne zu wissen. und wir lassen Sie sofort wieder laufen. In einer wichtigen Position.« Jennings sagte nichts. Über Rethrick Construction. »Was hat das alles zu bedeuten? Warum haben Sie mich festgenommen? Ich habe nichts getan. ohne zu wissen. Ich war -« »Das wissen wir. aber ich weiß es nicht. »Was soll das heißen. »Sagen Sie uns die zwei Dinge. die wir wissen wollen. heißt es. Wir verhaften Sie nicht. Sie haben für die Firma gearbeitet.

»Was sollen wir tun?« sagte der Fahrer schließlich. die zurück nach Hause aufs Land wollten. Die Straßen waren von Kreuzern verstopft.« Jennings starrte voll Überdruß auf den Boden. Hier können wir die Befragung nicht fortsetzen. warum Sie uns nicht ein paar einfache Informationen geben sollten. Angestellte. Ich habe keine Ahnung. warum antworten Sie nicht? Was haben Sie? Es gibt doch keinen Grund. Ich nehm es an. wenn ich was . »Jennings. was ich während der zwei Jahre getan habe.« »Ich weiß es nicht.« »Bringen wir ihn zur Wache. Hab ich recht? Zwei Jahre lang. Wollen Sie nicht mit Ihrer Regierung kooperieren? Warum uns Informationen vorenthalten?« »Ich würde es Ihnen ja sagen. Ob Sie mir das nun glauben oder nicht.befindet sich Rethricks Fabrik? Und was wird dort produziert? Sie haben da Maschinen gewartet.« Draußen auf dem Bürgersteig eilten Männer und Frauen vorbei. »Wir haben keine weitergehenden Anweisungen.

Die beiden anderen folgten ihm.wüßte. Zwei Jahre komplett aus seinem Bewußtsein gelöscht.« Der Beamte grunzte. Keiner sprach. es gab nichts. was er ihnen hätte sagen können. Die SP wollte Informationen über Rethrick Construction. Sie standen auf dem Bürgersteig vor der SP-Wache und berieten sich. aber wie konnte er das beweisen? Die ganze Sache war zu unwahrscheinlich.« Der Fahrer stieg aus. Schließlich hielt der Kreuzer vor einem großen Backsteingebäude. im Innern. den Blick zu Boden gerichtet. »Was sollen wir tun? Ihn mit reinnehmen? Eigentlich sollen wir nicht -« »Moment. sie schlossen die Türen hinter sich und sicherten sie. Wer würde ihm das glauben? Auch ihm selbst erschien es ja unglaublich. entfernte die Steuerkapsel und steckte sie ein. Dann richtete er auf die Tür einen Codeschlüssel und entsicherte so das Magnetschloß. Sie waren bei ihm an den Falschen geraten. . Nun. Jennings saß stumm. Der Fahrer stellte den Motor ab. Seine Gedanken wanderten zurück zu dem Tag.

Die drei Polizisten besprachen sich noch immer auf dem Bürgersteig. was mit ihm geschehen sollte. aber doch direkt genug. Aber er hatte zugestimmt. daß Rethrick Construction alles über ihn erfuhr. um ihm zu sagen. Informationen. Und die Bezahlung! Vorstellungsgespräch im Büro. Was machten sie? Konstruierten. traf direkt auf ihn zu. Sie verlangten Informationen. Und dann die allmähliche Erkenntnis. Sie paßte genau. Er befand sich in einem wirklichen Dilemma. andeutungsweise. bauten – aber was genau? Was für Maschinen hatten sie? Fünfzigtausend Credits für zwei Jahre… Und er war herausgekommen mit einer perfekten Gehirnwäsche. Er hatte lange gebraucht. er aber nichts über diese Leute. um diesem Teil des Vertrages zuzustimmen. Aber wie . indirekt. dazu eine allgemeine Beschreibung der Arbeit. beratschlagten. die er nicht besaß. Formulare. daß sie voll in sein Fach schlug. und er erinnerte sich an nichts. Jennings sah durchs Fenster hinaus.an dem er die Anzeige zum erstenmal gelesen hatte. die er nicht geben konnte. Zwei Jahre. Tests. Mechaniker gesucht.

Es war nach fünf. auf den Straßen wimmelte der Verkehr.konnte er das beweisen? Wie konnte er beweisen. ohne mehr zu wissen. Draußen drängten Männer und Frauen vorbei. Wenn er es schaffen konnte. Gesichert durch die Tripelring-Magnetschlösser. Falls man nicht zufällig ein Schloß kurzschließen konnte. Er hatte sogar einen Teil eines Auslöserkerns entworfen. bestand eine kleine Chance. daß er zwei Jahre lang gearbeitet hatte und herausgekommen war. als zu Anfang! Die SP würde ihn in die Mangel nehmen. Aber womit? Er kramte in seinen Taschen. Gab es keine Fluchtmöglichkeit? Jeden Augenblick würden sie zurückkommen. und bis dahin – Rasch blickte er sich um. auf dem Heimweg von der Arbeit. die großen Bürogebäude waren im Begriff zu schließen. . Was konnte er gebrauchen? Falls er die Schlösser kurzschließen. Es würde lange dauern. An Magnetschlössern hatte er oft gearbeitet. bis sie ihm glaubten. Ohne den passenden Codeschlüssel konnte man die Türen nicht öffnen. sie heraussprengen konnte. Er berührte die Tür.

strich mit seinen Fingern fachmännisch über die Oberfläche der Tür. Gleich würden die beiden anderen wieder in den Kreuzer steigen. Die Tür schwang auf. eine Ritze zwischen dem Schloß und der Tür. Jennings kramte in seinen Taschen. Einer stieg die Stufen zur Wache hinauf. Am Rande des Schlosses war eine dünne Linie. Schweiß bildete sich auf Jennings’ Stirn. Er nahm das Drahtende und steckte es vorsichtig etwa zwei Fingerbreit ein. Er kniete nieder.hinauszukommen. dünn wie Menschenhaar. Das Relais müßte – Ein Blitz blendete ihn. – Wenn er nur irgendwie hinauskommen konnte. Rings um ihn her jagten Kreuzer dahin und hupten. Er bewegte den Draht eine Winzigkeit weiter. holte den Codeschlüssel. Er hielt den Atem an. das kurzgeschlossene Schloß qualmte. Die drei Polizisten trennten sich. drehte ihn. würden die Polizisten nicht wagen zu schießen. Jennings stürzte hinaus auf die Straße und rappelte sich schnell auf. Draht! Dünner Draht. den Draht heraus. die Eintrittskarte. . Jennings warf sich mit seinem ganzen Gewicht gegen die Tür.

Auf einmal erfüllte ihn eine eigentümliche freudige Erregung. Zwei Jahre seines Lebens hatte er verloren. Jennings ergriff das hintere Geländer und zog sich hoch auf die Plattform. voll mit Leuten. für nichts. »Sir. die er nicht geben konnte. Ein kurzer Blick zum Bürgersteig zeigte ihm. bleiche Monde. . Ein Bus näherte sich. Die Sicherheitspolizei hatte ihn festgenommen und von ihm Informationen verlangt. »Sir -«. er surrte ärgerlich. die vom Einkaufen oder von der Arbeit kamen. die sich um ihn herum drängten. Eine hoffnungslose Situation! Aber jetzt arbeitete sein Verstand wieder richtig. Der Robot-Schaffner kam auf ihn zu. heftig schwankend. Der Bus verlangsamte seine Fahrt. Einen Augenblick zuvor hatte er noch in der Falle gesessen.Er duckte sich hinter einen langsameren Laster und gelangte zur mittleren Fahrspur. daß die SP-Leute die Verfolgung aufgenommen hatten. Erstaunte Gesichter sahen auf ihn herab. es ist nicht gestattet -« »Schon in Ordnung«. fing der Schaffner an. ohne irgendeine Fluchtmöglichkeit. sagte Jennings.

Jennings nahm die Menschen. wo er sich setzen konnte. Sonderbarerweise hatte er nach zwei Jahren Arbeit eine Handvoll Krimskrams einer Geldsumme von fünfzigtausend Credits vorgezogen. Wo er nachdenken konnte. Noch sonderbarer war allerdings. sein Surren verstummte. irgendeinem Platz. Die Sache hatte ihre Richtigkeit. Es war tatsächlich seine eigene Entscheidung gewesen. »Okay?« sagte er. sehr vieles. Über vieles. Jennings lächelte. Dann beschleunigte der Bus und fuhr weiter. Ruhig steckte er sie in den Münzschlitz des Schaffners. Alles war in Ordnung. Seine Gedanken rasten. der Fahrer zögerte. schwamm mit im ruhelosen Strom des städtischen Verkehrs. daß sich die Handvoll . in deren Mitte er saß.Er griff in seine Tasche und holte die Busmünze hervor. Unter seinen Füßen schwankte der Bus. Es gab keinen Zweifel: Er war nicht betrogen worden. Der Schaffner drehte sich um. Der Bus fuhr dahin. Er schlängelte sich an den stehenden Fahrgästen vorbei und suchte nach einem Platz. nur halb wahr.

Noch fünf. Er tastete seine Taschen ab.Krimskrams als weit wertvoller zu erweisen schien. Der Er jener zwei Jahre hatte Dinge gewußt. Zwei hatte er bereits gebraucht. Geld wäre für ihn nutzlos gewesen. Wie bei einer Rechenmaschine. als die Firma seine Erinnerung gelöscht hatte. Da hätten ihm auch keine fünfzigtausend Credits etwas genützt. Das war eine Menge wert. die er jetzt nicht wußte. Dinge. Aber woher? Und die anderen fünf Sachen? Wahrscheinlich waren sie genauso wertvoll oder würden es noch sein. Fünf Gegenstände waren noch übrig. wenn er erst einmal in der großen Wache verschwunden wäre. Die anderen – wofür waren sie gut? Auch für etwas so Wichtiges? Aber das große Rätsel war: Wie hatte er – sein früheres Selbst – gewußt. Hatte es im voraus gewußt. daß ein Stück Draht und eine Busmünze einmal sein Leben retten würden? E r hatte es gewußt. das war gewiß. Alles war wie ein . bei der die Speicher gelöscht wurden. die fortgespült worden waren. Mit einem Stück Draht und einer Busmünze war er der Sicherheitspolizei entkommen.

eine Firma war es nicht. sie ebenfalls in Gefahr zu bringen. Mochte ein einzelnes Individuum auch schutzlos sein. Es war sehr konkret. Es war nur eine Frage der Zeit. in einer Show. Was e r gewußt hatte. Aber das eigentliche Problem war im Augenblick kein spekulatives. Zu Freunden? Das hieße. Sie hatten seinen Namen und seine Beschreibung. beim Spaziergang auf der Straße. In seine Wohnung konnte er auf keinen Fall gehen – wenn er denn überhaupt noch eine Wohnung hatte.unbeschriebenes Blatt. von denen noch fünf in seiner Tasche steckten. beim Essen in einem Restaurant. daß die SP ihn schnappte. frei zu bleiben. Gesetze schützten nicht mehr Privatpersonen. Die SP war überall. Überall? Nicht ganz. Aber wohin dann? In ein Hotel? Die SP kämmte sie täglich durch. obwohl praktisch alles andere von der Regierung absorbiert worden war. während er in irgendeiner Pension schlief. war jetzt fort. aber immer . Die Sicherheitspolizei suchte nach ihm. Die großen Unternehmen hatten es geschafft. ausgenommen die sieben Gegenstände. Alles war fort.

und nicht so sehr der Staat gegen die Kirche. Jahrhunderts eindeutig festgelegt worden. Die moderne Version der Kirche als Zufluchtsort. Würde Rethrick ihn wieder aufnehmen? Ja. in der gehabten Weise. Würde ihm das helfen? Plötzlich kramte er wieder in seiner Tasche. wäre er in Sicherheit. Zwar interessierte sich die SP für die Rethrick Construction. Wenn es ihm gelingen würde. Dafür sorgte eine Reihe von juristischen Auflagen. Gesellschaften. Das hatte er bereits gesagt. Weitere zwei Jahre verlieren. Die Regierung kämpfte gegen die Firmen. Körperschaften. und dann zurück auf die Straße. Jennings lächelte grimmig.noch Eigentum und Industrie. Da war der restliche . Firmen wurden vor der Sicherheitspolizei geschützt. Das neue Notre Dame der Welt. aber in eine Firma konnte sie nicht einfach eindringen und sie in ihre Gewalt bringen. Das war in der Mitte des 20. Die SP konnte jede beliebige Person festnehmen. aber solange nicht irgendein Statut verletzt wurde. Hier konnte der Arm des Gesetzes nicht hinlangen. konnte sie nichts unternehmen. zur Firma zurückzufinden.

Aber das war nicht Rethrick Construction. sie zu gebrauchen! Nein. Daran gab es keinen Zweifel. Der grüne Stoffstreifen. luxuriöse Raum mit der jungen Frau und ihrem Schreibtisch. Was konstruierten sie? Was hatte er gewußt. Die Antwort. Der halbe Poker-Chip. was herausgefunden in den zwei Jahren? Und warum war die SP so sehr daran interessiert? Er holte die fünf Gegenstände aus der Tasche und betrachtete sie eingehend.Krimskrams. Der Paketzettel. Wußte es irgend jemand . Die abgerissene Eintrittskarte. daß so kleine Dinge so wichtig sein konnten. wo sich das Büro befand. der große. Rethrick Construction. wo sich die Fabrik befand. Der Codeschlüssel. er konnte nicht zurück zu Rethrick und eine weitere Frist bei ihm arbeiten. Jennings grübelte. Zweifellos hatte er die Absicht gehabt. Merkwürdig. Und es hatte mit Rethrick Construction zu tun. Er wußte. Irgend etwas anderes sagten ihm die Gegenstände in seiner Tasche. Irgend etwas. was von größerer Dauer sein würde. Aber wo war Rethrick? Er hatte nicht die leiseste Ahnung. alle Antworten waren bei Rethrick zu suchen.

Die Fabrik – ein Ort. Sein Herz schlug schneller. die Dinge herauszufinden. Vielleicht war alles nur Zufall. . wirklich in Sicherheit zu gelangen. wie sich sein Magen verkrampfte. Plötzlich spürte er. die er herausfinden mußte. Konnte ihm einer davon weiterhelfen? Eine Flut von Verzweiflung überwältigte ihn. Wußte es die SP? Sie befand sich außerhalb der Stadt. Ein zweites Mal würde er wohl kaum entkommen. Er war per Rakete gereist. Vielleicht – Er betrachtete den Paketzettel. irgendwo auf dem Land in den riesigen Anbaugebieten zwischen den Städten. an den er sich aber nicht mehr erinnern konnte. drehte ihn herum und hielt ihn ins Licht. Das war sicher. Seine einzige Chance. Rethrick zu erreichen.außer Rethrick? Kelly wußte es nicht. war. Er betrachtete die fünf Gegenstände. Was für eine verteufelte Situation! Jeden Augenblick konnte ihn die SP schnappen. der Draht und die Busmünze. an dem er gewesen war. Wahrscheinlich befand sie sich innerhalb der Vereinigten Staaten. Und es war seine einzige Chance.

starrte darauf. Nein.Er hatte recht gehabt. es war noch nicht einmal aufgegeben worden. Die abgerissene Eintrittskarte. Der Paketzettel war zwei Tage vorausdatiert. glättete das Papier. Das Paket. Er sah sich die anderen Dinge an. Das sollte erst in achtundvierzig Stunden geschehen. Das war’s. Wozu taugte so ein Abschnitt? Sie war ganz zerknittert. der Draht und die Münze. Was er . Wo war er gewesen? Er beugte sich vor. Da war er gewesen. PORTOLA-T STUARTSVI IOW Er lächelte. Damit konnte er nirgendwo mehr hineinkommen. Nur ein Teil von jedem Wort war zu erkennen. Das Bedruckte war mitten durchgerissen worden. Er sagte einem höchstens. oder was es auch war. nicht mit diesem Rest einer Eintrittskarte. das war kein Zufall. Er konnte die fehlenden Buchstaben ergänzen. x-mal gefaltet. wo man dringewesen war.

Ein schneller Spurt vom Bus. auf einem winzigen braunen Landeplatz. war er in Sicherheit. reichte ihm. Jennings steckte den restlichen Krimskrams wieder ein. Drei von den sieben Gegenständen hatte er bereits verwenden können. Iowa. um die SP von sich fernzuhalten. stapelten Gepäck . Die IntercityRaketenstation war nur etwa einen Block entfernt. In einer Sekunde konnte er dort sein. Intercity war ein großes Unternehmen. Einen Augenblick später trat er vorsichtig hinaus auf den Bürgersteig. Die Rakete setzte ihn am Stadtrand ab. Nicht mit den anderen vier Dingen in seiner Tasche. stand auf und zog die HaltSchnur. daß man ihn nicht aufhalten würde. Und sobald er sich in der Rakete befand. Ein paar Träger liefen gleichgültig herum.sah. Vier waren noch übrig. Gab es diesen Ort? Er sah hinaus aus dem Busfenster. Stuartsville. wobei ihm die Polizei hoffentlich nicht in die Quere kommen würde – Aber irgendwie wußte er. groß genug. Gar kein Zweifel: auch das hatte er vorhergesehen.

Er sah sich um. Ein Raketenhändler mit riesigen Schaufenstern. er betrachtete die Leute um sich her. Und am Ende des Blocks das Portola-Theater. hinaus auf die Straße. Hausfrauen. Imbißstuben. ein Fernsehgeschäft. andernfalls hätte e r den Abschnitt nicht zu den anderen Dingen getan. Arbeiter. Lastwagenfahrer. Stuartsville. Stuartsville war eine Kleinstadt im Mittelwesten. Schulkinder. Ein Plan nahm in seinem Hinterkopf vage Konturen an. Mit den Händen in den Taschen ging er los. Billardzimmer. Stadthäuser wurden immer spärlicher. Ein Zeitungsbüro. Hier also befand sich Rethricks Fabrik – vielleicht. Gewöhnliche Menschen. . Farmen. Jedenfalls befand sich irgend etwas hier. Familienkreuzer. Falls er die Eintrittskarte richtig gedeutet hatte. hinter denen Raketen glänzten. ein Frisör. Iowa. Er ging durch den Wartesaal. Jennings überquerte den Landeplatz und gelangte zum Wartesaal. Hotels.aufeinander oder erholten sich von der Glut der Sonne. Geschäftsleute.

Als er sich an die Theke setzte. Genau das Richtige für Rethrick Construction. Eine kleine. BOB’S PLACE. Fernsehen. kam ein junger Mann mit Brille herbei und wischte sich die Hände an seinem weißen Kittel ab. die die Farmen belieferten. Die Fabrik würde sich hier verlieren. ich bin Elektromechaniker. vorüber. »Wo kann man hier Arbeit bekommen? Können Sie mir da helfen?« »Was für eine Arbeit?« Der junge Mann kam zurück. fern von der Großstadt. In dem Imbiß waren nur wenige Leute. sagte Jennings. unbedeutende Stadt. fern von der SP. »Kaffee«. »Sagen Sie«. Jennings ging zurück. Raketen. »Na ja.« . Am Himmel zogen träge ein paar Transportraketen. Meilenweit grünes Land. sagte Jennings und rührte in seinem Kaffee. Draußen auf der Straße gingen Farmer und Leute mit Einkaufstüten vorbei.Felder.« Der Mann brachte ihm eine Tasse Kaffee. »Kaffee. Computer. Solche Sachen. stützte sich auf die Theke. Er betrat eine Imbißstube. Am Fenster hörte man Fliegen summen.

Jennings schlürfte seinen Kaffee. Für eine solche Erkenntnis war es allerdings ein wenig spät. Iowa.« . Der junge Mann kam zurück. »Ich kann Großstädte nicht ausstehen. Hatte er einen Fehler gemacht? Vielleicht sollte er zurückfliegen und Stuartsville. wenn er sich nicht in allem völlig täuschte. die ich hier bekommen kann?« fragte Jennings.« Der junge Mann ging. New York. »Nur so fürs erste. Chicago.« Jennings schüttelte den Kopf.« Der junge Mann lachte. um ein paar Männer zu bedienen. Ich habe Großstädte noch nie gemocht. »Viele Leute hier wären froh. die hereingekommen waren. Aber die Karte bedeutete irgend etwas.»Warum versuchen Sie’s nicht in den großen Industriegebieten? Detroit. vergessen? Vielleicht hatte er aus der Eintrittskarte die falschen Schlüsse gezogen. Sie sind Elektriker?« »Gibt es hier irgendwelche Fabriken? Irgendwelche Reparaturbetriebe oder Fabriken?« »Nicht daß ich wüßte. in Detroit arbeiten zu können. »Gibt es nicht irgendeine Art Arbeit.

Sie könnten’s versuchen. Die zerknitterte Eintrittskarte in . Haben Sie nicht Lust. Heu zu laden?« Jennings lachte. Fernsehgeschäften?« »Es gibt eine Werkstatt für Rundfunkgeräte ein Stück weiter die Straße runter. Und er hatte nur einen Anhaltspunkt. Vielleicht kriegen Sie da was.« Jennings nickte. Er bezahlte für seinen Kaffee. seinen Plan immer wieder durchzugehen. Danke. »Nicht besonders. er würde alle seine Probleme auf einen Schlag lösen. Erntehelfer werden immer gut bezahlt. Es war ein guter Plan. Er stieß die Tür auf und trat hinaus auf den heißen Bürgersteig. Die meisten Männer sind beim Militär. Eine Weile lief er ziellos umher und war ganz damit beschäftigt. Die können immer Leute gebrauchen. Da ist eins von diesen Regierungsprojekten stationiert. um zu arbeiten. Aber noch hing alles von einer Sache ab: Er mußte Rethrick Construction finden.»Auf den Farmen gibt’s immer Arbeit.« »Manchmal fahren ein paar Männer die Landstraße rauf. wenn es denn ein Anhaltspunkt war.« »Was ist mit Reparaturbetrieben? Autowerkstätten.

Falls die Firma sich als Regierungsprojekt ausgab. Rethrick würde. Alle waren an Regierungsprojekte gewöhnt. Ein Regierungsprojekt. Einen Versuch war es wenigstens wert. zumindest nach außen hin. würde niemand Fragen stellen. Er nickte. Stimmt das?« Der Taxifahrer musterte ihn. »Was denn?« »Ich habe gehört. die heimlich und ohne Erklärung betrieben wurden. daß draußen bei dem Regierungsprojekt Arbeit zu kriegen ist. Jennings blieb stehen und sah sich um. fragte er. Viel mehr Möglichkeiten blieben nicht. »können Sie mir wohl eine Frage beantworten?« Der Taxifahrer blickte auf. »Mister«. daß er gewußt hatte. Er ging zum ersten Taxi. »Was für eine Art Arbeit ist das?« »Weiß nicht.« »Wo stellen die Leute ein?« .seiner Tasche. und ein paar Taxifahrer saßen rauchend und zeitungslesend in ihren Wagen. Und er mußte darauf vertrauen. Auf der anderen Seite der Straße war ein Taxistand. als etwas anderes erscheinen. was er tat.

Irgendeine Form von Rüstungsindustrie. Vielleicht einen Laster voll. »Die brauchen nur ein paar Tagelöhner. Sie sind sehr vorsichtig bei der Auswahl. Aber niemand kommt rein. Wächter.« »Okay. Gehen Sie lieber anderswohin. »Geheim?« »Sie kommen in die Stadt und sammeln einen Haufen Fabrikarbeiter ein. draußen an der alten Henderson Road. »Ach ja?« »Ist ein großes Werk. Die lassen kaum jemanden rein.« Der andere Taxifahrer beugte sich aus seinem Taxi.»Weiß nicht.« Jennings drehte sich um. . »Danke. Stahlwände.« Der Taxifahrer hob seine Zeitung. Kumpel. Das ist alles.« Jennings spitzte die Ohren. Unter Strom. So gut wie niemanden. Viele nehmen sie jedenfalls nicht.« Jennings ging ein Stück auf den Taxifahrer zu. Das ist alles. Es befindet sich auf einem Hügel. wenn Sie wirklich Arbeit suchen. Und Tag und Nacht wird gearbeitet. Und sie sind wählerisch. »Die stellen niemanden ein.

« Er entfernte sich in Richtung Intercity-Landeplatz. »Ein Freund hat ihn mir gegeben. »Meinen Sie so was?« Die Taxifahrer sahen das Stück Stoff an. Sie verstehen.Ungefähr zweieinhalb Meilen. das war sicher. »Von einem Freund. Plötzlich begriff Jennings. Ein Gefühl der Erleichterung durchströmte ihn. Der Taxifahrer zog auf seiner Schulter eine Linie. ohne den Blick abzuwenden. »Wo haben Sie das her?« Jennings lachte. so . »Ganz recht«. »Man kann nur mit Erkennungsmarke rein.« Er steckte den Stoff wieder ein. Sorgfältig glättete er den grünen Stoffstreifen. nachdem der erste Schritt getan war. Ich glaube es wenigstens. Und was den Krimskrams betraf. Sie kennzeichnen ihre Arbeiter. Jetzt. sagte einer von ihnen. sagte er. gab es für ihn viel zu erledigen. »Aber ja«. Rethrick befand sich hier. wenn sie sie ausgewählt haben.« Der Taxifahrer tippte sich gegen die Schulter.« Er griff in seine Tasche und holte die noch übrigen vier Gegenstände heraus. »Ich verstehe.« Jennings starrte ihn an. was Sie meinen.

an die er sich wenden konnte. müßte Kelly… Die Straße war dunkel. hochhackige. Ein Ding für jedes Problem. wahrscheinlich zu einer Party. Aber wen? Grübelnd betrat er den Intercity-Wartesaal.hatte er ihm bislang geholfen und würde ihm weiterhin helfen. hier draußen. der die Zukunft kannte! Aber den nächsten Schritt konnte er nicht allein tun. Eine Handvoll Wunder von jemandem. . An der Ecke flackerte eine trübe Straßenlaterne. Die Chance war gering. Er konnte es nicht allein bewerkstelligen. Wenn sich die Rethrick-Fabrik hier befand. Es gab nur eine einzige Person. doch er mußte es versuchen. Aus dem Eingang des Wohnblocks kam eine schlanke Gestalt. Kelly McVane ging aus. Schick gekleidet. Er brauchte Hilfe. Für diesen Teil brauchte er noch jemanden. auf dem Bürgersteig widerhallende Schuhe. eine junge Frau. Jennings beobachtete sie im Licht der Laterne. Hut. Kostüm. Ein paar Kreuzer fuhren vorüber. in der Hand eine Handtasche.

»Wir könnten raufgehen in meine . haben Sie mich erschreckt.« Kelly nickte. »Oh!« Jennings nahm ihren Arm. Ich bin’s nur. Wo gehen Sie hin. erschreckt riß sie den Mund auf.« »Nach Ihnen? Aber warum?« »Wir dürfen hier nicht stehenbleiben«. »Meine Güte.« Sie blinzelte. »Wohin wollen wir gehen?« »Wo können wir reden? Ich möchte nicht. »Keine Angst.« »Nirgends.« »Die Polizei?« »Die suchen nach mir. Was ist denn los? Was ist passiert?« »Nichts. daß uns jemand zuhört. sagte Jennings grimmig. »Ich denke schon.« Sie sah sich um. »Kelly.« »Können wir nicht einfach Spazierengehen?« »Nein. großartig sehen Sie aus. »Wo können wir hin?« Kelly zögerte.« Rasch drehte sie sich um.Er trat hinter sie. Haben Sie ein paar Minuten für mich Zeit? Ich muß mit Ihnen reden. Die Polizei.

Heizung und Licht sprangen automatisch an. Kelly entriegelte die Tür. Sie setzte sich neben ihn. Die Tür schwang auf.Wohnung. »Was ist passiert? Weshalb sucht die Polizei nach Ihnen?« »Sie wollen etwas über Rethrick Construction herausfinden.« Kelly lächelte. »Nun?« fragte sie schließlich. eiskalt. sagte Jennings.« Sie ging in die Küche. und sie traten ein. »Ich werde nicht lange bleiben«. Ich bin nur eine unbedeutende Schachfigur in diesem Spiel.« Eine Zeitlang saßen beide schweigend da. weil ich zwei Jahre lang in Rethricks . Kelly schloß die Tür und zog ihre Jacke aus.« Sie fuhren mit dem Fahrstuhl hinauf. daß ich etwas weiß. Scotch und Wasser. »Danke. Da ist sonst niemand. Kurz darauf kam das Mädchen zurück. und Jennings nahm seinen Drink. »Ist schon in Ordnung. Sie glauben. Ich werde Ihnen einen Drink machen. indem sie den Codeschlüssel auf sie richtete. Jennings setzte sich auf die Couch und sah sich in der adretten kleinen Wohnung um. »Keine Ursache.

und die würden -« . Ihre Erinnerungen an die letzten beiden Jahre. da wurde ein winziger Keil aus dem Gehirn herausgeschnitten. Über seinem Ohr.« Jennings hob die Hand. wird von mir nicht mehr viel übrig sein. »Fühlen Sie hier. in was für einer Klemme ich stecke? Ich war besser dran. Diese Stelle. Die SP hat keine Möglichkeit. unmittelbar über dem Ohr. Sie besitzen sie nicht mehr. »Was ist das?« »Da hat man durch den Schädel hindurchgebrannt. unter der Kopfhaut. an Ihre Erinnerungen zu gelangen.« Kelly sagte nichts.Fabrik gearbeitet habe. Dann könnte ich denen was erzählen. wenn ich mich erinnern könnte. Sie sind fort. Man hat sie lokalisiert und ausgebrannt. fühlte er eine winzige harte Stelle.« Kelly streckte die Hand aus und berührte Jennings’ Kopf.« »Aber Sie wissen doch nichts!« »Das kann ich nicht beweisen.« »Bis die das begreifen. »Verstehen Sie jetzt.

gibt es einen Grund. wäre mein Leben nicht mehr sicher. Rethrick ist etwas mehr als bloß ein weiterer Betrieb. Wenn die SP so interessiert daran ist. Ich weiß es wirklich nicht. Ich bin bloß die Empfangsdame. »Aber ich bin sicher. jeder von uns. Ich weiß nichts über Rethrick.« »Das mag sein. was er macht. Die schützende Wand zwischen Rethrick und denen ist nur dünn.»Und Rethrick vernichten?« Jennings zuckte die Schultern. Sie sind ständig hinter uns her. die Gehirnwäsche -« »Das hat alles seinen guten Grund. daß es einen Grund gibt. »Ich hasse die Polizei.« »Und kennen Sie ihn?« »Nein. Und warum ist die Polizei so interessiert an ihm? Was sollte denn diese ganze Geheimnistuerei.« Kelly schüttelte den Kopf. Ein paar Gesetze. »Warum nicht? Rethrick bedeutet mir nichts. Mehr nicht. den die SP unter ihre Kontrolle bringen möchte. Ich weiß nicht mal. wandte sich ihm zu. Das tun wir alle.« »Ich habe das Gefühl.« Sie stellte ihren Drink hin. Wüßte ich was. Ich bin nie in der Fabrik .

Und eine Theorie. »Eine Theorie?« »Und meine Handvoll Krimskrams.« »Natürlich nicht! Sie kämpfen gegen die Polizei.« Kelly sah ihn an. Jeder. ist eine gewisse Ahnung. Was mich betrifft. Wozu sie sie gebrauchen. weiß ich nicht. Drei oder vier sind noch da. ist auf unserer Seite. Vor ein paar Jahrzehnten war automatisch gut. Wenn meine Theorie stimmt. Vor ein paar Wochen wußte ich es. wer gegen den Kommunismus kämpfte. der gegen die Polizei kämpft. .« »Wirklich? Die Art von Logik kommt mir bekannt vor. Alles. Nun. Rethrick Construction hat seine Technokratie. Die Regierung hat Leute und Geld.gewesen. das wird sich zeigen. was ich jetzt habe. daß irgend etwas mit ihr geschieht. Die andern habe ich benutzt. ich habe ein paar Hinweise. Auf ihnen gründen sich meine Überlegungen. Sieben Gegenstände. wo sie sich befindet.« »Aber Sie möchten nicht. ich bin zwischen zwei rücksichtslose Mächte geraten: Regierung und Wirtschaft. Ich weiß nicht einmal.

»Kein Wunder.« »Meinen Sie nicht. aber hätte . daß die Regierung daran interessiert ist. Ich fang sogar an. Sie sind nicht der erste.« »Was?« »Eine Zeitschaufel.« Jennings lächelte verächtlich.dann kann ich das Interesse der SP verstehen. der mit einem kleinen Leinenbeutel voller Schnickschnack wiedergekommen ist. Das ist ein schweres Verbrechen. Das ist ja unglaublich. um der Polizei zu entkommen. Vielleicht. Theoretisch ist das schon seit mehreren Jahren möglich. Wie haben Sie die Gegenstände bis jetzt gebraucht?« »Zuerst den Draht und die Busmünze. daß ich recht habe?« »Ich weiß nicht. Es ist komisch. ihr Interesse zu teilen.« »Und was tut Rethrick Ihrer Meinung nach?« »Sie entwickeln eine Zeitschaufel. gehen sämtliche Geräte und Daten in den Besitz der Regierung über. Ihre sonderbaren Wertgegenstände. Wenn sie Rethrick bei der Produktion erwischen könnten -« »Eine Zeitschaufel. mit Zeitschaufeln oder Zeitspiegeln zu experimentieren. und wenn man erwischt wird. Aber es ist illegal.

ich die Sachen nicht gehabt. Den Kleinkram. wäre ich jetzt nicht hier. Berkowsky hat bewiesen. Ich habe in meine eigene Zukunft gesehen.« »Eine Zeitreise. Was diese Sachen angeht. Ein Stück Draht und ein Zehncentstück.« »Woher wissen Sie das?« »Er ist datiert. So was wie die Münze und der Draht sind natürlich ganz alltägliche Dinge. Hier geht es um eine Zeitschaufel. Wie mit einer Schaufel aufgelesen und zurückgebracht. Eine Busmünze ist so gut wie jede andere. daß Zeitreisen unmöglich sind. Aber für gewöhnlich habe ich solche Sachen nicht bei mir.« »Er?« »Ich. Bei den anderen Sachen bin ich mir nicht sicher. Wenn ich mit der Wartung . und eine Schaufel. als ich bei Rethricks arbeitete. muß e r einen Spiegel benutzt haben. Das ist der Punkt. Keine Zeitreise.« »Nein. Ich muß einen Spiegel benutzt haben. Wenigstens einer der Gegenstände stammt aus der Zukunft. einen Spiegel. um Objekte mitzubringen. um in die Zukunft zu sehen.

am Leben zu bleiben. Daß die SP mich festnehmen würde. »Und? Wozu brauchen Sie nun mich?« »Im Moment bin ich mir da nicht sicher. etwas von enormer Bedeutung. die gegen die Polizei Krieg führt? Eine Art Roland bei Roncesvalles -« »Was spielt es schon für eine Rolle. was kommen würde. konnte man mich ja nicht gut von ihnen fernhalten! Ich muß einen Blick in die Zukunft geworfen und gesehen haben. Halten Sie Rethrick eigentlich für eine gute Einrichtung. »Weil ich nämlich möchte.« Kelly überlegte.« Jennings leerte sein Glas. Und ich muß gesehen haben. wozu mir ein Stück Draht und eine Busmünze einmal nützlich sein würden – wenn ich sie im richtigen Augenblick bei mir hätte. Ich habe gegen Rethrick etwas in der Hand. wofür ich die Firma halte?« »Eine große. daß Sie mir helfen.ihrer Geräte beschäftigt war.« Kelly starrte ihn an. »Das ist meine einzige Chance. Etwas von so großer . Ich will Rethricks Construction erpressen. schob es beiseite.

« Jennings nickte. Wenn ich nicht in der Fabrik bin und unverzüglich -« »Ich soll Ihnen helfen.« »Und wie wollen Sie die Firma erpressen?« »Ich werde in die Fabrik eindringen und mir genügend Material beschaffen. Früher oder später würde mich die Polizei erwischen. sich der SP zu widersetzen. Ich muß hinein. daß Rethrick stark genug ist. bevor es zu spät ist. »In die Fabrik eindringen? Sehen . Verstehen Sie? Ich muß hinein.« Kelly lachte. nicht als ein Zwei-JahresArbeiter. daß Rethrick eine Zeitschaufel in Betrieb hat. Ich will sie nicht zerstören – mein Leben hängt ja von der Firma ab. Mein Leben hängt davon ab. daß sie mich reinlassen werden. wie stark Rethrick ist. Aber solange i c h draußen bin. zu meinen Bedingungen. »Genau. Und zwar zu meinen eigenen Bedingungen. Es gibt keinen anderen Ort.« »Wo ihn dann die Polizei aufgreift. wo ich hingehen kann.Bedeutung. der hinterher wieder rausgesetzt wird. Nicht zu zerstören. spielt es keine Rolle. um zu beweisen. die Firma zu erpressen? Rethrick zu zerstören?« »Nein.

aber ich möchte auch . »ich jeden Augenblick von der SP geschnappt werden kann. wo ich es nicht finden kann. denke ich.« »Ich?« »Ihnen kann man vertrauen. muß ich es jemandem geben. daß Sie die Fabrik finden. was ich brauche. Und hier kommen Sie ins Spiel. »Mit Hilfe meiner speziellen Gegenstände. daß Sie nicht zur Polizei gehen.« »Ich habe sie bereits gefunden.Sie erst mal zu. um Rethrick das Genick zu brechen. Ich brauche jemanden. Ich werde genügend Unterlagen und Fotos herausbringen können. um hineinzukommen. Ich will nur verhandeln. Sobald ich es habe. dem ich das Material anvertrauen kann.« Jennings lehnte sich zurück. steckte sich eine Zigarette an. Ich wage nicht. der es an einem Ort versteckt. Und um an das heranzukommen. genügend. Und vier habe ich noch. Zwar liebe ich Rethrick nicht. Aber ich will Rethrick nicht das Genick brechen.« »Warum?« »Weil«. es bei mir zu behalten. sagte Jennings ruhig. Die Polizei sucht seit Jahren danach.

während ich mit Rethrick verhandle. daß mich die SP mit dem Material aufgreift? Genügend Beweismaterial. Feuerrodung hatte ihn von jeder Vegetation befreit. gekrönt von elektrisch geladenem Stacheldraht. daß die Firma auffliegt. Der Hügel erhob sich kahl und braun. daß Rethrick vernichtet wird? Wie entscheiden Sie sich?« Die beiden waren in die Hocke gegangen und ließen ihren Blick über die Felder schweifen. Na? Wollen Sie. um Rethrick zu vernichten. Starr. hin zu der Anhöhe in der Ferne.nicht. Kelly blickte zu Boden. Darum müssen Sie mir helfen. Nichts wuchs mehr an den Hängen. Ihr Gesicht war angespannt. Auf halber Höhe verlief im Zickzack ein langer Stahlzaun. oder soll ich das Risiko eingehen. Ich werde die Unterlagen Ihnen zum Aufbewahren geben. Sonst müßte ich sie bei mir behalten. Und wenn ich sie bei mir habe -« Er sah sie an. »Also? Was sagen Sie? Wollen Sie mir helfen. Auf der anderen Seite schob eine winzige Figur mit Gewehr und Helm Wache. .

»Das ist sie.Oben auf dem Hügel befand sich ein enormer Betonklotz. »Das ist also die Fabrik«. Man würde eine Armee brauchen. Am Ende des Tages werden sie wieder hinausgelassen und zur Stadt . Ihr grünes Stoffband wird Ihnen helfen hineinzukommen?« fragte Kelly. um den Hügel hinauf und durch die Absperrung zu kommen. man darf hinein. sagte Kelly leise. und ließ sie aufblitzen. half Kelly hoch.« Jennings erhob sich. »Glauben Sie wirklich. wo Kelly den Kreuzer geparkt hatte. Am Eingang müssen die Männer absteigen. Sie gingen den Pfad zurück. zu der Stelle. ein hoch aufragendes Gebäude ohne Fenster und Türen. Es sei denn. läßt man sie durch den Zaun auf das Gelände. Ist alles in Ordnung. daß irgendwann heute morgen ein Laster mit Arbeitern zur Fabrik fahren wird. Da werden sie dann überprüft. Das Sonnenlicht des frühen Tages fiel auf die Geschütze. zwischen den Bäumen. die auf dem Dach des Gebäudes in einer Reihe aufgestellt waren. »Die Leute in der Stadt haben gesagt. während sie hinter das Steuer glitt.

zurückgefahren.« »Bringt Sie das nahe genug heran?« »Zumindest werde ich auf der anderen Seite des Zauns sein. Das will ich jedenfalls hoffen.« Jennings holt einen kleinen Codeschlüssel hervor. wieder hineinzukommen.« Kelly nahm den Schlüssel und betrachtete ihn. Rethrick hat nie etwas dazu gesagt.« »Wahrscheinlich hat die Firma geglaubt.« »Wie wollen Sie an die Zeitschaufel herankommen? Die muß sich doch irgendwo im Gebäude befinden. Wir hätten uns den Inhalt Ihres kleinen Leinenbeutels genauer ansehen sollen. Ich habe mehrere solcher Beutel mit Kleinkram gesehen und hab sie ja selber ausgehändigt. Sie wissen Bescheid. »Das ist also eins Ihrer geheimnisvollen Objekte. was Sie zu tun haben?« . »Also. daß niemand jemals den Wunsch haben würde.« Jennings nahm ihr den Codeschlüssel aus der Hand.« »Wir?« »Die Firma. »Der wird mich hineinbringen.

Das wissen Sie. Er trug einen Overall und Arbeitsschuhe und ein graues .« »Hoffen Sie das wirklich?« »Warum nicht?« sagte Kelly leichthin. »Sie und Ihr hilfreicher Freund. »Ich habe Sie immer gemocht. die durch die Bäume zum Tor des Fabrikgeländes führte. bis Sie zurückkommen. daß e r alles vorausgesehen hat. Ich bin sicher. ork daß Sie mit mir Kontakt aufnehmen. Ich bring es dann nach New Y und warte darauf. um auch wieder rauszukommen.« »Richtig. Der Laster kann jeden Augenblick kommen. als Sie zu mir kamen. Aber ich mache mir keine Sorgen. wenn Sie die Fotos haben.« »Aber was ist.« Jennings blickte zu der fernen Landstraße. wenn man den Arbeitertrupp durchzählt?« »Das Risiko muß ich eingehen. er hat Ihnen genügend Objekte beschafft.»Ich warte mit meinem Kreuzer hier.« Kelly lächelte. Sie wußten es. »Ich verstecke mich besser dort. Sie werden mir das Material geben.« Jennings stieg aus dem Kreuzer. Ich hoffe.

sondern hielt sich zwischen den Bäumen verborgen. Die Werkwachen beobachteten zweifellos den Hang. sofort entdeckt werden würde.« Dann machte er sich auf den Weg und lief eilig durch die Bäume davon. Es war bereits nach elf. Jennings erwachte aus seiner Betäubung. Er trat nicht hinaus ins Freie. Er . Er sah auf seine Uhr. Die Bäume führten unmittelbar bis zum Rand der Landstraße. als der große Lastwagen rumpelnd und schnaufend die Straße hochgefahren kam. befand sich eine Straßensperre. Auch hatte er InfrarotSuchscheinwerfer ausmachen können. der zum Zaun hinaufzukriechen versuchte. Und ich geh mal davon aus. Wenn alles klappt. »Mit meinen Glücksbringern hier. »Bis später.Sweatshirt.« Er klopfte auf seine Tasche. fast unmittelbar vor dem Tor. daß jeder. noch eine ganze Weile. Halb elf. Dort war alles so sorgfältig niedergebrannt worden. Nur ein ganz kurzes Stück entfernt. Jennings hatte sich hingehockt und beobachtete zusammengekrümmt die Straße. Er würde wohl warten müssen. Er versuchte sich zu entspannen.

so gut. Der Laster verlangsamte seine Fahrt und hielt dann bei der Sperre. Er war voller Arbeiter. bei einigen wenigen die Identifikationsmarke. Die Wachen bewegten sich zwischen den Männern. ihre Gesichter. Jennings spannte sich an. Die Straßensperre glitt zur Seite. Das Tor öffnete sich. Tatsächlich trug jeder Mann eine Armbinde genau wie die seine. Der Laster kam näher. Die Wachen kehrten auf ihre Posten zurück. einige steckten sich Zigaretten an. Gleich wäre es soweit. ihre Armbinden. überprüften sie. Von der Sperre her schritten lässig zwei Wachen herbei. einen grünen Stoffstreifen um den Oberarm. Die Männer . die auf dem Fahrzeug gehörig durchgerüttelt wurden. Männer in Jeans und Arbeitshemden. Die Männer kletterten gemächlich hinunter auf die Straße und wirbelten in der heißen Mittagssonne jede Menge Staub auf. So weit. Die Leute klopften sich den Staub von den Jeans. Jetzt konnte Jennings die Fracht erkennen.holte den grünen Stoffstreifen hervor und befestigte ihn an seinem Arm. zwängte sich durchs Unterholz in Richtung Straße. Jennings schob sich vorwärts.

wo er landete. Bei einem flüchtigen Blick sah er nicht viel anders aus als die anderen. Das gewaltige Betongebäude rückte näher.traten ihre Zigaretten aus und kletterten wieder auf den Laster. und der Laster ratterte und schwankte von einer Seite zur andern. Jennings hielt den Atem an. Ein Schauer aus Blättern und Erdklümpchen folgte ihm. . Jetzt ging es aufwärts. Männer der Scholle. grau und gefurcht. als er sich mit pumpender Brust zu ihnen hinaufzog. Er hatte Erde auf seine Haut geschmiert und seine Bartstoppeln einen Tag lang wachsen lassen. Die Stelle. direkt hinter den Laster. Der Motor dröhnte auf. Er rannte zum Laster. fand Jennings einen Platz zwischen zwei stämmigen Farmern. Doch falls irgendwer durchzählte – Der Laster fuhr durch das Tor. aufs Gelände. war durch das Fahrzeug vor den Augen der Wachen geschützt. Sie schienen ihn nicht zu bemerken. Als der Laster losfuhr. der Fahrer löste die Bremsen. Hinter dem Fahrzeug schloß sich das Tor. Jennings sprang auf die Straße. den steilen Hügel empor. Ihre Gesichter waren wettergegerbt. Die Männer starrten ihn neugierig an.

Jennings in ihrer Mitte. Sie befanden sich in einer gewaltigen Arbeitshalle. eine Flachkamera. Eine dünne hohe Tür glitt zurück und enthüllte ein dunkles Inneres. Ein paar Mechaniker traten zu ihnen. Lange Werkbänke mit halbfertigen Maschinen. Hinter ihnen schloß sich die Tür und schnitt sie von der Außenwelt ab. Er konnte sie kaum spüren. »Schickt sie rein. Ladebäume und Kräne und das ständige Dröhnen der Arbeit. Von seinem Hals herab hing. Vielleicht war alles einfacher. »Was sollen die hier machen?« fragte einer von ihnen.Würden sie direkt hineinfahren? Fasziniert beobachtete Jennings alles. daß sie dort war. obwohl er wußte. als er gedacht hatte. wie ein Lätzchen unter seinem grauen Sweatshirt. Aber wo . Der Laster hielt. Drinnen.« Ein anderer wies mit dem Daumen hinter sich. Jennings war in der Fabrik.« Jennings klopfte das Herz. Die Arbeiter gingen zu Fuß durch die Tür. Zahlreiche Lampen spendeten künstliches Licht. Er kam rein! Unwillkürlich faßte er sich an den Hals. »Graben. Wieder stiegen die Arbeiter ab.

»Los«. »Beeilt euch. Hatte er hier vor noch gar nicht langer Zeit gearbeitet? Ein plötzliches Frösteln ging durch ihn hindurch. Wenn ihn nun jemand wiedererkannte? Vielleicht hatte er sogar mit diesen Mechanikern zusammengearbeitet. den schwarzen Schacht hinab. Gleich darauf bewegten sie sich nach unten. Die Männer stapften nach rechts hinüber. sagte der Vorarbeiter ungeduldig.befand sich die Zeitschaufel und der Spiegel? »Hier lang«.« Zusammen mit den anderen betrat Jennings den Lastenaufzug. Schon mal wer mit einer Schrämmaschine gearbeitet?« Keine Hände. Jennings sah zu den Werkbänken hin. Wer von euch hat Erfahrung mit Bohrern?« Ein paar Hände hoben sich. sagte ein Vorarbeiter. Ein Lastenaufzug kam herauf aus den Eingeweiden des Gebäudes. »Ihr könnt es den anderen zeigen. »Ihr fahrt jetzt nach unten. Wir bauen das Erdreich mit Bohrern und Schrämmaschinen ab. um sie in Empfang zu nehmen. Tiefer und .

hielt sich hinter den anderen. Jennings sah in einen langen Korridor. Falls Rethrick ihn sah. vor einer Stahltür. Rethrick Construction war groß.« Jennings verließ den Aufzug. wich zurück. sehr viel größer. Ein unterirdisches Stockwerk nach dem anderen ließ der Lift hinter sich. Sehr viel größer. Die Luft war voller Steinstaub. Plötzlich erstarrte Jennings. »Hier lang.tiefer. Rethrick! Sein Herz klopfte dumpf. stand Earl Rethrick. Die Tür öffnete sich. Rings um Jennings begannen die Arbeiter sich aufzuteilen. war alles aus. Am Ende des Korridors.« Der Vorarbeiter führte sie zu etwas. Wenn Rethrick ihn sah. wenn er entdeckt würde. . Er sprach mit einer Gruppe von Technikern. als selbst er es sich vorgestellt hatte. war er erledigt. als es von außen den Anschein hatte. »Endstation«. Und sie war feucht. Der Aufzug hielt. zu den untersten Stockwerken der Fabrik. sagte der Vorarbeiter. »Aussteigen. Er wühlte in seinen Taschen. aber die würde ihm nicht viel nützen. Er hatte eine Mini-Boris-Pistole.

gedämpft klang seine Stimme durch den Gang. Sie -«. Jennings starrte hin. Rings um die Maschine standen Männer. wie er wütend gestikulierte. Die Sicht war ihm genommen. Jennings’ Herz hörte beinahe auf zu schlagen. Er erkannte sie sofort. Er sah. Die Stahltür schloß sich. blieb hinter den anderen zurück. hinter der Stahltür. die auf dem Geleis standen. vor der er stand. Rethrick betrat den Raum. sagte der Vorarbeiter und trat auf ihn zu. an deren Ende sich die Klauen befanden.was wie eine U-Bahn-Station aussah. Der Spiegel. und die große Stahltür. die an ihr arbeiteten. Jennings beobachtete Rethrick. Rethrick. öffnete sich. gefolgt von den Technikern. Die Leute machten sich im Innern der Zeitschaufel zu schaffen. . die Zeitschaufel. Wie Berkowskys theoretisches Modell – nur daß dies hier echt war. Plötzlich drehte sich Rethrick um. Ein Teil des Schilds war abmontiert. Dort. war die Zeitschaufel. Die Männer stiegen in die Metallwagen. die Techniker waren verschwunden. Er hob die Hand. Die langen Metallstangen. »He.

Hinter ihm wurden verblüffte Rufe laut. Mit der anderen Hand zückte er die Boris-Pistole. richtete den Schlüssel auf sie. »Sie kenn ich ja gar nicht. »Ich werde Sie nach der Liste überprüfen.« »Meine Marke?« »Ihre Identifikationsmarke.« Aus einem Nebeneingang kam ein Mann mit einem Klemmbrett in Händen zu ihnen her. Jetzt oder nie! Jennings sprintete los. murmelte Jennings. Er erreichte die Tür. die Liste.« Der Vorarbeiter drehte sich um. Jennings zog blitzschnell den Codeschlüssel hervor und betete inbrünstig. Auf der anderen Seite der Tür befand sich die Zeitschaufel. »Sie sollen hier gefälligst nicht rumschnüffeln. Zeigen Sie mir mal Ihre Marke. den Korridor entlang. »Bill. während er noch rannte.« Er betrachtete Jennings von oben bis unten. wenn er . Bleiben Sie da stehen. Ein paar Aufnahmen und dann. Mister. auf die große Stahltür zu.»Tut mir leid«. Ich habe Sie nämlich noch nie in der Mannschaft gesehen.« Der Vorarbeiter musterte ihn eindringlich. der Vorarbeiter und sein Gehilfe.

Saß er in einer Falle? Gab es einen zweiten Ausgang? . Er befand sich in einer Art Lagerraum. wieder rauszukommen – Die Tür rührte sich nicht. riefen nach den Wachen. Er hämmerte mit dem Schlüssel gegen die Tür. Jennings hielt die Boris-Pistole mit festem Griff und sah sich um. jagten hinter ihm her. eine reguläre Riegelschloßtür. Schweiß trat auf sein Gesicht. Entweder hatte e r sich geirrt. Wo? Wo konnte er hin? Auf der einen Seite gab es eine halbgeöffnete Tür. Warum ging sie nicht auf? Sie mußte – Er begann zu zittern. Er war geschlagen. oder der Schlüssel war anderswo zu verwenden.es schaffte. Von draußen klangen verwirrte Stimmen. Er warf die Tür zu. Aber wo? Hektisch sah Jennings sich um. war der falsche Schlüssel. Panik erfaßte ihn. den er in der Hand hielt. Geh auf – Aber die Tür ging nicht auf. Die Tür und der Schlüssel paßten nicht zusammen. Durch den Korridor kamen Leute. schob den Riegel vor. Er ging darauf zu. Der Schlüssel. Bald würden ein paar bewaffnete Wachen zur Stelle sein. stieß sie auf.

Er konnte sich nicht irren. zu Stapeln hochgetürmte Kartons. wie ein Abwasserkanal. feuchten und schlecht beleuchteten Gang.Er rannte durch den Raum. Er blieb stehen? Wohin nur? Wo konnte er sich verstecken? Über seinem Kopf klaffte die Öffnung eines großen Belüftungsrohrs. Er rannte. Seine Hände fanden . Vielleicht war das einmal der richtige Schlüssel gewesen. Was hatte er ihm genützt? Doch sicher hatte er gewußt. War es aber jetzt nicht mehr! Hinter sich hörte er Geräusche. stieß Ballen und Schachteln beiseite. Wie für Gott war für ihn alles bereits schon geschehen. Jennings eilte durch den Notausgang in einen niedrigen. Er spürte einen Impuls. Hinten befand sich ein Notausgang. Er hatte all das vorhergesehen. Sofort öffnete er ihn. den Schlüssel wegzuwerfen. Vielleicht war die Zukunft veränderbar. Alles war vorherbestimmt. was er tat. Der Gang war aus Beton. bog um Ecken. Von allen Seiten mündeten andere Gänge in ihn. Oder doch? Ein Frösteln überlief ihn. Man schweißte die Tür des Lagerraums auf.

in den er schon durch die offene Stahltür einen Blick geworfen hatte. der aufgeregt in einen laufenden Bildschirm sprach. stand Rethrick. Er gelangte zu einem Metallrost und hielt dort inne. jenseits der Maschine.Halt. Jennings untersuchte den Rost. Und ein ganzes Stück entfernt. ihr Schrillen hallte von überall her wider. Uniformierte Wachen quollen in den Raum. Auf das Rohr würden die Verfolger nicht weiter achten. Die Alarmanlage war ausgelöst worden. Nur daß er sich jetzt auf der anderen Seite befand. Da war die Zeitschaufel. und er zog sich hinauf. Mühsam zwängte er sich hinein. Niemand hatte etwas bemerkt. Vorsichtig glitt . Jennings löste ihn an einer Seite und hatte den Rost schon in Händen. Er sah in den großen Raum. Er war nur festgeklemmt. D i e Zeitschaufel. Techniker rannten in alle Richtungen. den Raum. Warum ein so großes Lüftungsrohr? Seltsamerweise war es am anderen Ende mit einem Raum verbunden. Vorsichtig kroch er das Rohr entlang. Sein Atem stockte. Warme Luft blies ihm ins Gesicht. andere drängten hinaus.

ohne auf die Richtung zu achten. Aber er war auch fertig. Hinter der Zeitschaufel war er recht gut versteckt. versuchte jedoch. während sie den Film transportierte. Er schnappte sich eine Handvoll Zeichnungen. der Spiegel. Unterlagen. Der Betonkorridor war immer noch leer. Und hier lag nun alles vor ihm. So viele Gänge – Sie suchten nach ihm in einem Labyrinth von Fluchtgängen. die Boris-Pistole schußbereit. das Geräusch von Stimmen und Schritten. wo er sie zuerst gesehen hatte. aber jetzt war ein beharrliches Trommeln zu hören. dort. Sie vibrierte an seiner Brust. sich an den . Er zwängte sich wieder durch die Öffnung in den Belüftungsschacht und kroch das Rohr entlang. die schematischen Darstellungen. Er betätigte seine Kamera.Jennings in den Raum. Der Film war fast voll. Pläne. Vielleicht hatte e r diese Zeichnungen vor nur wenigen Wochen benutzt! Er stopfte sich die Papiere in die Taschen. Jennings rannte. Er rannte. und die Techniker und die Wachen befanden sich sämtlich auf der anderen Seite des Raums. Daten.

vor ihm. Werft sie hin. »Hände hoch. »Eure Waffen. den er genommen hatte.« Die beiden Gewehre polterten zu Boden. . Plötzlich blieb er keuchend stehen. die sich ruhig unterhielten. immer tiefer. Immer wieder gingen Seitengänge von ihm ab. Aber ein neues Geräusch war zu hören. Und hinter Jennings waren wieder die Stimmen zu hören. Waffen fallen lassen. Der Korridor verlief in einem Bogen nach rechts. Langsam näherte er sich. Ein kurzes Stück von ihm entfernt standen zwei Wachen. Der Gang verlief schräg nach unten. Bleich und verängstigt wichen sie zurück. Er gelangte tiefer. Sie waren ihm auf den Fersen. Jungen mit kurzgeschorenen Blondschöpfen in adretten Uniformen. zahllose Gänge. jetzt aber lauter. die Boris-Pistole schußbereit. Hinter ihnen befand sich eine schwere Code-Tür. Sie hatten den Gang gefunden.Hauptkorridor zu halten. Kinder. Er ging langsamer weiter. Mit erhobener Boris-Pistole trat Jennings vor.« Die Wachen starrten ihn an. Das Geräusch hinter ihm war für einen Augenblick verstummt.

Ihre gewichsten Stiefel glänzten. »Ich will durch.« »Was?« »Wir können nicht. Den Schlüssel geben die uns nicht. »Vertrauen«. »Man sollte niemals das Vertrauen verlieren. »Macht die Tür auf«.« Er schwenkte seine Pistole. Wahrscheinlich hatten sie hier noch nie Ärger gehabt.« Er wurde ungeduldig. Hinter ihm wurden die Geräusche lauter. »Aufmachen. »Los. Das Trommeln hinter ihm wurde immer lauter.« Sie hatten Angst. Oder doch nicht? Plötzlich lachte er. Das ist eine Code-Tür. Mister. Rasch trat er zur Tür. Wir haben den Schlüssel nicht.Jennings lächelte.« »Was – was meinen Sie?« . »Macht sie auf. murmelte er und hob die Hand. daß ich -« »Wir – wir können nicht. Ehrlich. sagte Jennings.« Sie starrten ihn an. Jungen. Jennings bekam es jetzt selber mit der Angst zu tun. verdammt noch mal! Oder wollt ihr. Er saß in der Falle.

allerdings. Er war beim Tor – und jenseits vom Tor war der Wald. Das Metall ging in Flammen auf und schmolz. Wachen. versengte ihn. Er war draußen. Er raffte sich hoch und eilte weiter. Er war draußen. Mit festem Griff hielt er die Pistole.« Jennings feuerte auf die Metallstangen des Tors. »Haltet ihn!« Hinter ihm. fiel. aus dem Korridor. Jennings sprang durch das rauchende Tor. flüchtete in den Schutz der Bäume. jagten Männer herbei. Der Schlüssel hatte funktioniert. überschlug sich. E r hatte ihn nicht im Stich gelassen. Das Metall riß an ihm. als er den Codeschlüssel auf sie richtete. Er rannte durch den Rauch. Er hatte ihn zuerst nur bei der falschen Tür verwendet.« Die Tür glitt auf.»Das Selbstvertrauen. Weiter und immer weiter lief er. »Aus dem Weg. beim Tor. Gleißendes Sonnenlicht fiel herein und blendete ihn. . nach Luft japsend hastete er zwischen den Bäumen hindurch. Drei Wachen starrten entsetzt auf die Pistole. eine Feuerwolke stieg auf.

Dann ging er in die Stadt und stieg in die Intercity-Rakete. bestand die Gefahr. . Jetzt. als er draußen in ein Taxi stieg. Das war knapp gewesen. wieder der SP in die Fänge zu geraten. Jennings wischte sich den Schweiß von der Stirn. wie sich ihr Kreuzer in die Luft erhob und in Richtung New Y ork davonflog. Er fand Kelly und gab ihr den Film und alles. Zwei Polizeibeamte in grünen Uniformen beobachteten ihn gleichgültig. Während des Flugs schlief er inmitten von dösenden Geschäftsleuten. befand sich die Rakete im Sinkflug und landete auf dem riesigen New York Spaceport. Jennings stieg aus und folgte dem Strom von Menschen. was er sich hatte in die Taschen stopfen können. Als er aufwachte. Er hatte die Unterlagen. Und er war draußen. Das Taxi tauchte mit ihm in den Stadtverkehr ein. Kelly fuhr ihn bis zum Rand von Stuartsville und setzte ihn dort ab. wo er zurück war. Jennings beobachtete.Hinter ihm blieben die Fabrik und die Stimmen zurück. Dann schlüpfte er wieder in seine normale Kleidung.

so gut. .Jetzt mußte er Kelly finden. schlenderte er den Bürgersteig entlang. Und der halbe Poker-Chip. Die gezackte Hälfte eines Poker-Chips und einen Paketzettel. und er war entkommen. Er tastete in seiner Tasche herum. Als er wieder hinaustrat. Er holte den Zettel heraus und betrachtete ihn im schwächer werdenden Abendlicht. Auf jeden Fall war er sicher. Plötzlich fiel ihm etwas auf. zum Teufel. Der Kleinkram hatte sich bisher als äußerst wertvoll erwiesen. Tief in Gedanken versunken. Wofür. Jennings hatte die Zeit aufgeholt. Er hatte die Unterlagen und den Film. abseits der Fenster wählte. Er würde es zur rechten Zeit erfahren. Ohne ihn wäre er hilflos gewesen. Was hatte das zu bedeuten? Wofür war der Zettel? Er zuckte die Schultern. wo er einen Platz im hinteren Teil. Er aß zu Abend in einem kleinen Restaurant. Zwei Dinge hatte er noch nicht benutzt. So weit. war der? Er hatte keine Ahnung. ging weiter. begann die Sonne bereits unterzugehen. Er steckte ihn ein. Das Datum auf dem Zettel war das heutige Datum.

Sie hatte noch Licht. sagte er. Sie war zurück. Kann ich reinkommen?« Er trat ein.« »Sie dürften kaum annehmen. In der Stadt wimmelt es von SP-Leuten. Er hatte ihm beigestanden. An jeder Straßenecke. Und die Streifen -« »Ich weiß. bis jetzt. Er betrat den Fahrstuhl und fuhr in ihre Etage. wieder hier zu sein. »Hallo«.« »Und ich dachte schon. »Ich bin froh. als sie die Tür öffnete. Er erreichte Kellys Wohnblock. blieb stehen und sah nach oben. Kelly schloß hinter ihm die Tür. Sie zu sehen. viel hatte er nicht mehr in der Hand. »Alles in Ordnung mit Ihnen?« »Ja. ihr kleiner Kreuzer war schneller gewesen als die Intercity-Rakete. Ich hab sie beim Spaceport gesehen. »Es ist jedenfalls ein gutes Gefühl. Allerdings. man würde vielleicht alle Intercity-Flüge stoppen und die Passagiere überprüfen. daß ich in die Stadt kommen würde.« .daß er es schaffen würde.« Jennings setzte sich auf die Couch.

« Kelly nickte.« Er rieb sich das Kinn. wie geplant. Dann werden wir fortfahren. Morgen treffen wir uns mit Rethrick. »In Ordnung. um das herauszufinden?« Ein Schatten huschte über Jennings’ Gesicht. Oder besser gesagt: Sie haben es. daß es ein SP-Mann war. Er weiß. daß ihm jemand durch die Lappen gegangen ist. aber er weiß nicht wer. niemand anderer war als ich. runzelte die Stirn. wo Sie das Material haben?« »Als nächstes werde ich mich mit Rethrick treffen und ihn mit einer Nachricht überraschen. »Und. Zweifellos nimmt er an. »Das stimmt.« »Könnte er nicht den Zeitspiegel benutzen. Können Sie ihn ins Büro holen? Kommt er. »Auf jeden Fall habe ich das Material. daß die Person. die aus der Fabrik entkommen ist.« Kelly nahm ihm gegenüber Platz. was jetzt? Was wollen Sie jetzt tun. wenn Sie ihn darum bitten?« . Daran habe ich nicht gedacht. Wir treffen uns hier in New Y ork.»Daran habe ich nicht gedacht. Mit der Nachricht.

daß er sich so dafür interessiert hat!« »Sie wollen gleichberechtigter Teilhaber der Firma werden?« Jennings nickte. daß wir den Film und die Unterlagen haben. Er muß mich an Rethrick Construction teilhaben lassen. Um irgendwann wieder hinausbefördert . Wir haben einen Code. weiß ich nicht. Wie groß. daß er kommen soll. daß das Material der Sicherheitspolizei übergeben wird. als einfacher Mechaniker dorthin zurückzukehren. Kein Wunder. zu meinen Bedingungen. kann er davon ausgehen. Ich werde mich dort mit ihm treffen.« »Nein. wird er meine Forderungen erfüllen müssen. nicht wahr? So wie vorher.« »Bestens. daß Rethrick weitaus größer ist. um zu wissen. als ich angenommen hatte. Tut er das nicht. Wenn er erfährt. Wenn ich ihm sage.»Ja. »Sie würden sich niemals damit zufrieden geben.« »Und wenn Sie dann drin sind? Wenn Rethrick Ihre Forderungen erfüllt?« »Ich habe in der Fabrik genug gesehen. kommt er auch.

Es war nach Mitternacht. Er sah auf seine Uhr. Ich habe dort viel gesehen.« Kelly schwieg. Was er gesehen hatte. Er würde in Sicherheit sein. war es aus mit Rethrick Constructions. Wie er so dahinlief.« Er verließ die Wohnung und eilte durch die dunklen Straßen. »Ich weiß nur. Und ich möchte dabeisein. daß e r etwas Besseres mit mir vorhatte. ich werde nicht als Mechaniker zurückkehren. das viel größer war als bloße industrielle Macht. Nein. Dort ist etwas Großes im Gange.zu werden?« Jennings lächelte. An diesem Morgen würde er sich mit Rethrick treffen und ihm seinen Vorschlag unterbreiten. hatte ihn . Rethrick Construction war auf etwas aus. Falls die SP sie beide zusammen fand. Der Krimskrams. »Ich verstehe. Mehr als das. Er hatte sich zu lange dort aufgehalten. Stockwerke voller Männer und Maschinen. Er muß alles lange im voraus geplant haben. wo das Ziel fast schon in Sicht war. »Können Sie das verstehen?« fragte Jennings. Er durfte kein Risiko eingehen. wuchs seine Zuversicht. E r hat einen sorgfältigen Plan entwickelt.

davon überzeugt. wenn er entlassen würde. Maschinen wurden produziert. Das Problem war die Gehirnwäsche gewesen. Er war der erste. daß e r einen derart sorgfältigen Plan ausgearbeitet hatte. der verstanden hatte und Konsequenzen zog. Die sieben Gegenstände verbanden ihn mit irgend etwas jenseits. Unten in den vielen unterirdischen Stockwerken. Das wäre das Ende aller Pläne. hatte sich seine Gedanken gemacht. Kein Wunder. irgend etwas. das – . nahmen Proben. Die Zeitschaufel und der Spiegel waren voll einsatzfähig. bewacht von Geschützen und bewaffneten Männern. traf Rethrick Vorbereitungen für einen Krieg. sie beobachteten. Aber nicht so. Seine Erinnerung sollte ausgelöscht werden. analysierten. Andere hatten sie gesehen und genutzt. wie e r sie zu nutzen beabsichtigte! Er hatte mehr im Sinn gehabt als irgend jemand vor ihm. Er hatte all das gesehen und verstanden. Das Ende? Es gab ja die Alternativ-Klausel in dem Vertrag. unter der Festung aus Beton. daß sich eine Revolution anbahnte.

Er sah sich rasch um. Die Geschäfte waren geschlossen und die Häuser über Nacht zugesperrt. Zwei Polizisten waren ausgestiegen. Er ging darauf zu. Er blickte zurück. Jennings blieb stehen. Sie kamen auf ihn zu. in die Richtung. »Kommen Sie zurück! Was haben Sie hier draußen zu suchen? Was – « Jennings ging die Treppe hinauf und betrat das . Die Nachtstreife auf ihrer Tour durch die Stadt. Es war nach elf. »Halt!« rief einer der SP-Leute. Hinter ihm hatte ein zweiter SPKreuzer gehalten. aus der er gekommen war. Er erstarrte. Sogar die Bars waren dunkel. seine Schritte hallten auf dem Pflaster. Seine Türen glitten auf. Stumme Wohnblocks. Alles war dunkel. Ihm gegenüber befand sich der Eingang eines vornehmen Hotels mit leuchtender Neonschrift.Am Ende des Blocks hielt ein SP-Kreuzer am Bordstein. Gebäude. blickte die Straße hinauf und hinunter. sein Herz krampfte sich zusammen. Ausgangssperre. Sie hatten ihn gesehen.

»Lassen Sie mich vorbei.Hotel. dann durch einen mit Teppichen ausgelegten Korridor.« Er langte in seine Jacke nach der Boris-Pistole. Das Foyer war leer. Jennings wehrte sich. »Okay«. Jennings bog um eine Ecke. Licht und Geräusche. aber vergeblich. Sonst war niemand zu sehen. Er lief einfach los. Sie schleppten ihn durch den Korridor zurück in Richtung Foyer. Profis. Sofort bewegten sich die Männer. Der Nachtportier starrte ihn an. Irgend etwas war dort los. Er hatte keine Chance. sagte einer der Gangster. Zwei Männer traten vor und blockierten ihm den Weg. Hinter Jennings hatten die SP-Leute das Foyer bereits betreten. Vielleicht führte der irgendwo zu einem Hinterausgang. Menschen. Hinter ihnen war Licht. Er verlor allen Mut. Gangster offenbar. Er durchquerte das Foyer. »Wo wollen Sie hin?« Er blieb stehen. »Schnappen wir ihn uns.« Wie mit Schraubstöcken hielten sie seine Arme fest. betrachtete sie argwöhnisch. Er war . vorbei an der Rezeption.

Die Stadt war voll davon. Die protzige Fassade war nur Tarnung. Gut gekleidet. murmelte er. Neugierig betrachteten sie Jennings. Eine Woge der Erleichterung überrollte ihn. bis er am Morgen Rethrick treffen würde. E r hatte das vorhergesehen. Ältere Leute. . Der Gangster zu seiner Rechten griff ihm vorsichtig in die Tasche. »Wartet«. Ein Fehlschlag war völlig ausgeschlossen. Seht da nach. Gangster.« »Wartet doch. »In meiner Tasche. Das war geschafft. Plötzlich begriff Jennings. ein Mann und eine Frau. Jemand kam durch den Korridor. Der Gangster holte den halben Poker-Chip heraus. Jennings lächelte. wo er sich aufhalten konnte. der SP in die Arme treiben. der von den beiden Männern fast getragen wurde. eine Spielhölle. Das löste das Problem. In meiner rechten Tasche.« Entspannt wartete er. Sie würden ihn hinauswerfen. Seht selbst nach. Hier konnte er bleiben.in eine Sackgasse geraten.« »Weiter. betrachtete die gezackten Ränder.

« Sie ließen ihn los. »Allerdings. Und ich bin nicht besonders scharf darauf. der an einer Goldkette befestigt war.« »Alles klar. Er fügte die Zacken ineinander.»Moment mal. Ein Etablissement für Glücksspiele und Mädchen. sagte Jennings und wischte sich das Gesicht. »Da sind ein paar Typen. die nach mir suchen. Eine der wenigen Institutionen. Er starrte Jennings an. schluckte hastig. Blieb nur noch eins.« Aus seinem eigenen Jackett holte er einen entsprechenden Chip. Sorry. Warum haben Sie denn nicht gleich -« »Bringt mich nach hinten«. »Alles in Ordnung. Der halbe Chip hatte das. Mister. »In Ordnung?« fragte Jennings. .« Sie führten ihn nach hinten. die die Polizei in Ruhe ließ. daß die mich finden. Er war in Sicherheit. zu seinen Gunsten gewendet. in die Spielzimmer. was beinahe eine Katastrophe geworden wäre. Der Kampf mit Rethrick! Rethricks Gesicht war wie versteinert. Mechanisch glättete Jennings seine Jacke. Gar keine Frage.

« »Das habe ich getan. Sie wußten. eine Zigarette zwischen den Fingern. Wir dachten. sagte er. passierte gar nichts. haben Sie einige Leitungen im Spiegel verändert.« Sie schwiegen. bevor meine zwei Jahre um waren?« »Offenbar hatten Sie alles detailliert geplant. daß wir Sie mit dem Spiegel mühelos . Da war man noch immer damit beschäftigt. »Den Spiegel? Sie haben gute Arbeit geleistet. die Beine übereinandergeschlagen. es wäre die SP. Rethricks Augen flackerten. mein Freund. »Ich wußte nicht.»Nein«. daß Sie das waren.« »Versucht?« »Bevor Sie Ihre Arbeitszeit bei uns beendeten. Kelly saß auf dem Stuhl an ihrem Schreibtisch. Wir haben versucht. den Spiegel zu benutzen. Als wir ihn einsetzen wollten. Ich habe die Fabrik vor einer halben Stunde verlassen. Jennings lehnte mit vor der Brust gekreuzten Armen an der Tür. »Warum haben Sie den Spiegel nicht benutzt?« fragte er.

daß e r das getan hat.« »Wozu? Was wollen Sie?« Rethrick wirkte gealtert. Der Einfachheit halber in der dritten Person.« »Gut. Jennings. der mit dem Spiegel so umgehen könnte wie Sie. Der beste.« Jennings lächelte. Es gibt bei uns niemanden. seine Augen klein . den wir je hatten. Sein Schutz war sogar noch -« »Von wem sprechen Sie?« »Von mir. Sie sollten wirklich wieder für uns arbeiten. Sie beide haben also einen raffinierten Plan ausgearbeitet. um uns wichtige Unterlagen zu stehlen. »Ich hatte keine Ahnung. Warum? Wozu? Sie haben sie doch nicht der Polizei aushändigt?« »Nein. daß es sich um Erpressung handelt. Und derzeit können wir ihn sogar überhaupt nicht benutzen. Von meinem Ich während der zwei Jahre. Jennings.« »Ganz recht. Wir würden Sie gern mal wieder bei uns sehen. Sie sind ein guter Mechaniker. Sein Körper war schlaff. Ich habe ihn unterschätzt.hätten aufspüren können.« »Dann darf ich wohl davon ausgehen.

»Also. haben Sie das Fundament gelegt.« »Als Mechaniker. die Sache zu Ende gebracht.« Jennings holte tief Luft. »Sie haben sich eine Menge Mühe gemacht. wie Sie wollen.und glasig.« Rethrick starrte ihn an. Rein in die Firma. Die Tarnung der Fabrik. Und so lange bleiben. Rethrick.« »Vorkehrungen?« »Das Auslöschen Ihrer Erinnerung. Als Mechaniker. Ich will nicht für Sie arbeiten. Wir beschäftigen ja viele -« »Ich will nicht als Mechaniker zu Ihnen zurück. Als .« »Sagen Sie’s ihm«. Aus diesem und keinem anderen Grund. nervös rieb er sich das Kinn. Rethrick: Ich hab es getan. Hören Sie. Jetzt haben Sie. Ich möchte zu gern wissen. sagte Kelly. um uns in diese Lage zu bringen. »Um wieder in die Firma reinzukommen? Sie können wieder rein. »Sagen Sie ihm. all unseren Vorkehrungen zum Trotz. warum Sie es getan haben.« »Ja. Das habe ich Ihnen doch gesagt. Als Sie für uns arbeiteten. warum. um wieder reinzukommen.

Ab sofort.« »Das also verlangen Sie?« »Ja. zu einer häßlichen. Das wußten wir nicht. Wenn er nicht vorgesorgt hätte. Und niemand wird aus Sicherheitsgründen meine Erinnerung löschen. harten Maske. Ich arbeite nicht für Sie. den Sie jederzeit nach Belieben feuern können. Sein Gesicht wurde zur Maske. wäre ich längst tot. »Das ist schlimm. Ich komme in die Firma nicht als Angestellter. »Ich verstehe Sie nicht.ich dieses Büro verlassen hatte.« »Sie und ich werden zusammen Rethrick Construction führen. ich könnte es ihnen sagen. was bei Rethrick Construction vor sich geht.« »Und wenn wir Sie nicht beteiligen?« »Dann kriegt die SP die Unterlagen und die . Sie dachten.« »Mit mir?« Rethrick starrte ihn an. wurde ich sofort von der SP geschnappt. ich arbeite mit Ihnen.« »Die haben Sie festgenommen?« »Sie wollten wissen.« »Nein.« Rethrick nickte. Rethrick.

Filme. Und ich weiß es nicht erst seit heute. eine Marionette zu sein. Schließlich blickte er auf. »Ich weiß. Sie wissen nicht. So einfach ist das. Ich will zur Firma gehören! Ich will in Sicherheit sein. habe gesehen. Und ich bin es leid. Eines Tages wird alles anders sein. Aus genau diesem Grund gibt es Rethrick Construction. Ich bin so viel älter als sie. Ich weiß es viel länger als Sie. wie das ist! Ich bin ein alter .« Jennings schwieg. Es gibt für einen keinen Ort mehr. da draußen zu sein. wie es sich entwickelt hat in all den Jahren. Er starrte zu Boden. Gefangen zwischen zwei rücksichtslosen Mächten. der einem hilft. »Ich weiß sehr wohl. Aber das will ich nicht. daß Sie nicht übertreiben. eine Marionette zwischen politischen und wirtschaftlichen Kräften. sein Gesicht war dumpf und leer. Wenn die Waffen bereit sind. Ich habe es kommen sehen. wie das ist. Eines Tages. wenn wir mit der Zeitschaufel und dem Spiegel fertig sind. Ich will die Firma nicht vernichten. Niemanden. ohne zu wissen. wohin.« Rethrick schwieg lange. wohin man sich wenden kann.

Ich habe viele Jahre lang gearbeitet. daß Sie Ihre Informationen nicht rausschaffen konnten. um herauszufinden. daß da eine Verbindung bestand. sagte Jennings. Dann. Wir dachten natürlich. dachte ich. haben aber die Zusammenhänge nicht ganz richtig gesehen. Wir wußten bereits. um Ihre Haut zu retten. als Ihnen bewußt wurde. Sie ruinieren uns. »Weiter«. nur um sich selbst in . was das Ziel der Firma ist. rieb sich die Wange.Mann. Da der Spiegel beschädigt war. Jennings! Wie können Sie es da wagen. konnte die SP also aktiv werden und -« Er brach ab. sich bei uns einzumischen! Wir haben all das in langen Jahren mühsam aufgebaut. Um in die Firma zu gelangen. Sie vernichten uns. Sie wissen doch gar nicht. jemand sei mit Dokumenten aus der Fabrik entkommen. beschädigten Sie den Spiegel. was wir tun. Wir wußten. das wär das Ende. Als man mir sagte. daß Sie den Spiegel beschädigt hatten. »Sie haben das also allein getan… Erpressung. die Sicherheit hätte Sie bei uns eingeschmuggelt.

Ich kann Ihnen eine große Hilfe sein. Und was geschieht dann?« Schweigen herrschte. Und . Wollen alles selbst machen. »Sie werden einmal sterben. »Lassen Sie mich lieber mitmachen – zum Wohl der Firma wie auch zu meinem eigenen. »Und was.« »Ich ruiniere Sie nicht. Sie wissen. Wenn Sie nicht mehr da sind.Sicherheit zu bringen. Sie haben es selbst gesagt. daß ich ein guter Mechaniker bin. und es wird niemand da sein. Sie sind ein Narr. Rethrick. wenn Sie sterben? Oder soll die Revolution noch zu Ihren Lebzeiten stattfinden?« Rethricks Kopf ruckte hoch. Ich habe sie gegründet und aufgebaut.« Jennings lachte. Aber eines Tages werden Sie nicht mehr sein. um das fortzuführen. alles selbst entscheiden.« »Ich leite die Firma allein. Sie gehört mir. Sie wollen alles in Ihrer Hand haben. Es ist meine Firma. wird die Firma in meinen Händen überleben. Ich kann viel für Sie tun.

« »Ich habe eine recht gute Vorstellung. stirbt sie mit mir. rieb sich die Wange.« »Sie sollten froh sein. Sie hatten keine Wahl. die Klausel mit der Alternativ-Vergütung in den Vertrag einzufügen. Rethrick befeuchtete sich wieder und wieder die Lippen. Schließlich habe ich zwei Jahre für Sie gearbeitet. diesen Kleinkram mit herauszunehmen -« »Was hätten Sie denn tun sollen? Wie können Sie Männer an dem Spiegel arbeiten und in die Zukunft sehen lassen und ihnen verbieten. Schließlich blickte er auf.« Zeit verging. daß Sie überhaupt am Leben sind! Hätten wir Ihnen nicht gestattet. »Dann erhält die . warum Sie gezwungen waren. Wenn ich sterbe. was wir tun. Auf seiner Stirn stand Schweiß. »Daraus wird nichts. sagte er. das in irgendeiner Weise für sich auszunutzen? Es liegt doch auf der Hand. Niemand außer mir wird jemals die Firma leiten. »Nein«.« »Sie wissen nicht einmal. Warum wir existieren.vielleicht wird es sogar zur Revolution kommen.« Jennings reagierte sofort. Sie ist mein Eigentum.

»Was?« »Tut mir leid«. Sie drückte ihre Zigarette aus. »Haben Sie die Unterlagen bei sich?« Kelly löste sich aus ihrer Erstarrung und stand auf. ihr Gesicht war blaß. Die SP wird sie niemals bekommen. Niemand weiß es außer uns beiden. sagte Kelly leise. Bei Gelegenheit werde ich sie meinem Vater zurückgeben.« »Ihrem Vater?« »Kelly ist meine Tochter«. sagte Kelly wieder. sagte Rethrick. aber über sein Gesicht glitt ein eigentümlicher Ausdruck. »Nein.« Rethrick sagte nichts. »Damit haben Sie nicht gerechnet.« Er starrte sie an. »Sie sind in Sicherheit. sagte Jennings. nicht wahr. Sie aber auch nicht. Ich wollte alle . »Das werde ich Ihnen nicht sagen.« »Wo sind sie? Wo haben Sie sie hingetan?« »Tut mir leid«. Ihre Stimme klang noch leiser. der Jennings plötzlich frösteln ließ. Jennings? Auch e r hat nicht damit gerechnet. ein Ausdruck.Polizei die Papiere. »Kelly«.

Wie ich jetzt sehe.« Jennings atmete langsam aus.« Sie lächelte schwach. die Firma ist alt. hätte sie sie sofort festgenommen. Nachdem Sie mir die Papiere gegeben hatten. Nur -« »Nur daß niemand außer Ihnen die Firma leiten wird. Jennings. Also habe ich bei Ihnen mitgemacht.« »Ganz recht. habe ich sie an einen sicheren Ort gebracht. solange Sie wollen. mit Ihnen zusammenzuarbeiten«. Älter als . »Niemand wird sie finden. sagte Kelly. außer mir. »Ich verstehe. was Sie wollen. Wie Sie selber gesagt haben: Würde die SP Sie mit den Papieren erwischen.« »Es schien mir ratsam. Und dann hätten Sie die Papiere bei sich gehabt. »Getan hätten Sie es ja sowieso. Tut mir leid.Vertrauenspositionen in der Familie halten. Sie können alles haben. Sie können zu uns kommen«. sagte Rethrick.« »Jennings. Aber es mußte geheim gehalten werden. Hätte die SP etwas geahnt. »Sie können für uns arbeiten. war das nur richtig. auch auf eigene Faust. wäre das unser Ende. Ihr Leben wäre nicht sicher gewesen.

wird es einen Erben geben. daß die Regierung und die Wirtschaft alles unter ihre Fuchtel zu nehmen begannen. wenn Kelly heiratet. wie Sie es genannt haben. Sie wurde mir – könnte man sagen – vermacht. um Maine zu organisieren. die Verantwortung. leidenschaftlich unabhängig. ehrlich. Eines Tages. sie auf den Tag vorzubereiten. ging er in den Untergrund. Dafür ist also gesorgt. Rethrick Construction verschwand von der Landkarte. Mein Großvater war ein kleiner. sie wachsen zu lassen.ich. Mein Großvater hat die Firma gegründet. Und das mit viel Geschick. Die Firma wurde oben in Neuengland. alter Mann. anspruchslos. Er betrieb irgendeinen kleinen Reparaturdienst. Ich hab die Last auf mich geladen. sie zu leiten. in einer Kleinstadt in Maine gegründet. Als er erkannte. Und wird es auch immer sein. Die Firma war seit jeher in Familienbesitz. der nach mir weitermachen kann. Den Tag der Revolution. Die Regierung brauchte lange. noch im zwanzigsten Jahrhundert. länger als bei den meisten anderen . Ich habe sie nicht wirklich gegründet.

So können Menschen nicht leben. für viel Geld. Mechaniker. nur die allerbesten. Die Zeitschaufel samt Spiegel! Die Fabrik wurde gebaut. Noch immer frei. Jennings. Sie reicht noch sehr viel mehr Stockwerke unter die Erde. Und ebenso mein Großvater und Rethrick Construction. Die Firma wuchs. Zustände wie diese können nicht andauern. E r. Ärzte. Als der Rest der Welt schon aufgeteilt worden war zwischen internationalen Kartells und Welt-Staaten. Eines Tages. hin und her gestoßen zwischen politischen und wirtschaftlichen Mächten. lange Jahre lang. Wir haben sie zu uns geholt. Waffen und das entsprechende Knowhow. die . Menschenmassen. hat sie gesehen. Waffen kamen ins Spiel. kleine Angestellte aus dem Mittelwesten. Sehen Sie.Staaten. Er holte sich ein paar Männer in die Firma. werden wir ausbrechen. war Neuengland noch immer am Leben. Dort verborgen liegt große Macht. Die Fabrik ist groß. Juristen. Groß und tief. Dort sind auch Männer. als Sie gesehen haben. heimlich. die überall auf der Welt von der Bildfläche verschwunden sind: handverlesene Leute. Ihr Alter ego.

Zu starkem.« . Videofonisten. Nicht von den Großen. »Verstehen Sie?« fragte Kelly. Und sie werden jemanden brauchen. Sie werden in der Lage sein. »Deshalb dürfen Sie sich nicht einmischen. Wir werden diese Leute mit dem versorgen. Sie ist Teil der Familie. sondern von den kleinen. mit Werkzeug. verzweifeltem Widerstand. den Mächtigen. uns anzuheuern. was sich ihnen in den Weg stellen wird. Und in diesem Moment tritt die Firma auf den Plan. Es ist seit jeher so gewesen. Die Firma gehört meinem Vater. So sind die Menschen in Neuengland nun einmal. Waffen. Eines Tages wird es zum Widerstand kommen.bald in diese Richtung. Den Busfahrern. Es gibt so vieles. je nach den Bedürfnissen dieser Regierung oder jenes Kartells. Die Firma gehört der Familie.« Eine Weile schwiegen sie. Know-how. was sie brauchen. Es ist unsere Firma. Jede Menge Reichtum und Macht. Kellnern. bald in jene gedrängt werden. Kleinhändlern. den sie anheuern können. Wir werden ihnen unsere Dienste ›verkaufen‹.

Er ging. »Wenn Sie da rausgehen. »Als Mechaniker. und Jennings konnte sehen. die Hände in den Taschen. »Das ist wahrlich keine leichte Entscheidung«. werden die Sie sofort schnappen«. langsam durch das Büro. Ein SP-Kreuzer trieb dort wie ein winziger schwarzer Käfer im Verkehr. »Die sind überall. Sie haben keine Chance. aber mehr kann ich Ihnen nicht anbieten. aber wir haben es seit jeher so gehalten. daß von der anderen Straßenseite noch ein paar kamen. In seiner Nähe standen vier SP-Leute in ihren grünen Uniformen. Er zog das Rollo wieder herunter. Tut mir leid. Plötzlich lächelte Jennings. sagte Rethrick. das bereits am Bordstein parkte. sagte Rethrick.« »Bitte -«. Schließlich ließ er das Rollo hochgleiten und sah hinunter auf die Straße unten in der Tiefe. sagte er. »Sie wollen mir also . Das klingt vielleicht nicht sehr vielversprechend. sagte Kelly und sah zu ihm auf.»Kommen Sie zu uns«.« Jennings sagte nichts. Das Fahrzeug stieß zu einem anderen.

nicht verraten. was Sie da haben.« Kelly wühlte mit wildem Gesicht in ihrer Handtasche. wo Sie die Unterlagen versteckt haben?« Kelly schüttelte den Kopf. Ein dunkler Raum bildete sich. »Haben Sie sie vielleicht bei der Dunne National Bank deponiert. »Sie irren sich! Hier ist er! Er ist noch hier. Sie zog einen Zettel hervor.« Sie entspannte sich ein wenig. »Das letzte Objekt. »Moment mal. schwenkte ihn. »Ich weiß nicht. Er holte ein kleines Stück Papier hervor. so um drei Uhr nachmittags? Zur Aufbewahrung im Tresorgewölbe?« Kelly hielt unwillkürlich den Atem an. Jennings steckte die Annahmebescheinigung wieder ein. Sie griff nach ihrer Handtasche. wofür das wohl war. Er entfaltete es langsam. Der Kreis . murmelte er. ein Kreis. und zwar gestern. aber das hier ist -« In der Luft über ihnen bewegte sich etwas. überflog es. Und ich habe mich schon gefragt. »Also sogar das hat e r gesehen«. klappte sie auf.« Jennings langte in seine Tasche.

Was war das?« Jennings klopfte sacht gegen seine Tasche. »Er ist in Sicherheit.« Rethrick und seine Tochter hatten sich erhoben. Er verschränkte die Arme. Wenn die Zeit . Kelly und Rethrick sahen wie versteinert nach oben. Überhaupt nichts. Die Klaue sank tiefer und beschrieb einen weiten Bogen. Und zwar genau hier. die Stange und der Kreis. Ich wollte mir schon ernsthaft Sorgen machen. In dem dunklen Kreis tauchte eine Art Schaufel auf. Sie verharrte eine Sekunde. Ich habe mich schon gefragt. Dann zog sie sich wieder zurück und verschwand mit dem Papier in dem Kreis aus Dunkelheit. »Der Schein. »Wo – wo ist er hin?« flüsterte Kelly. die mit einer glänzenden Stange verbunden war.waberte. wann er wohl auftauchen würde. eine metallene Klaue. sie waren geschockt. sagte Jennings. Nichts blieb zurück. Schlagartig und ohne einen Laut verschwanden die Klaue. Sie riß den Schein aus Kellys Fingern. »Jetzt kuckt doch nicht so entsetzt«. »Der Schein ist sicher – und die Firma ist sicher.

stark und bereit. »Wir drei. Sie und ich und Ihre Tochter. Dafür werden wir schon sorgen. bei der Revolution zu helfen.« Er zwinkerte Kelly zu. wird sie zur Stelle sein.gekommen ist. wir alle.« . Und vielleicht hat die Familie bis dahin dann noch mehr Mitglieder.

wie sonst üblich. als es bereits Zeit war aufzubrechen. daß bislang noch keiner von da zurückgekommen ist. ein stattlicher alter Mann mit eisgrauem Haar und Bart.Der Große C Die Fragen wurden ihm erst mitgeteilt. Walter Kent nahm ihn beiseite. Der erste in den ganzen fünfzig Jahren. Und . »Denk daran. nickte aber dankbar für Kents Worte. Er legte Meredith die Hand auf die Schulter und sah ihm ernst in die Augen.« Tim Meredith war nervös und verlegen. Schließlich war Kent der Stammesführer. und er trug zwei Messer an seinem Gürtel statt nur einem. Sein rechtes Auge bedeckte eine Binde. Wenn du zurückkehrst. wirst du der erste sein.

. Wir geben dir eine Pistole mit. ein Feldstecher. wir sehen sie – und dich – bald wieder. »Und Wasser?« Meredith schüttelte seine Feldflasche. Meredith trug Lederstiefel. sagte er. in denen Merediths Hände steckten. aber wir wissen nicht. »Das dürfte reichen«.« Kent musterte den jungen Mann. sagte er und drehte die Dose. eine Lederjacke und hohe Gamaschen. wie viele von ihnen noch taugen. außerdem Kugeln. Kent berührte die schweren Handschuhe. damit die anderen sie nicht hörten. »Solche bekommen wir nie mehr wieder.« Kent nahm ihn beim Arm und führte ihn noch weiter fort.« »Soll ich sie hierlassen?« »Wir hoffen.es hieß. er habe Kenntnis von Buchstaben. »Gut. an einer Lederschnur. »Die Reise selbst dauert nicht viel länger als einen Tag. Hast du den Proviant?« Meredith wühlte in seinem Bündel herum. Vor seiner Brust hing. Er holte eine Metalldose mit einem daran befestigten Schlüssel heraus. Sein Kopf wurde von einem rostigen Metallhelm geschützt. »Das ist das letzte Paar«.

sagte Kent. uns für diese Fragen zu entscheiden.« Er beugte sich dicht zu Meredith vor. hör zu. »Also«. Aber in diesen Tagen flog ohnehin nichts am Himmel. »Die drei Fragen. Leider können wir nur drei stellen. murmelte Meredith. Frauen und Kinder. »Du hast ein gutes Gedächtnis?« »Ja«. »Wie viele Bücher hast du im Kopf?« »Mir sind nur sechs Bücher vorgelesen worden«. Also gut. sagte Meredith. Vor sehr langer Zeit hatte ein dichtes Geflecht aus Blättern und Ästen herabgehangen über dem Eingang. Der Bunker war aus Stahlbeton. . in denen der Stamm lebte. das Drahtgeflecht rostete und brach. das hatte aber den Stein arg in Mitleidenschaft gezogen.Der Rest des Stammes. »Aber die kenne ich.« »Das genügt. was einen kleinen Kreis aus Beton hätte bemerken können: den Zugang zu den gewaltigen unterirdischen Räumen. Wir haben ein ganzes Jahr damit verbracht. standen schweigend beim Bunkereingang und sahen zu ihnen her. der schon seit Jahren regelmäßig von jeglichem Bewuchs befreit wurde. Männer.

Dann schwieg er. sagte Meredith. eine junge Brünette. ließ sie sich gründlich durch den Kopf gehen. »Ich weiß es nicht. Langsam ging er zu den anderen zurück.« »Danke«. Seine Frau. Bill Gustavson gab ihm wortlos die Pistole.« Kent klopfte ihm auf die Schulter. Es sind schwere Fragen.deshalb mußten wir klug auswählen. Dann bist du also soweit. sagte John Page und löste sich von seiner Frau. mein Junge. Wenn alles gutgeht. »Glaubst du. die sie von einem Nachbarstamm erbeutet hatten. Viel Glück.« Meredith nickte. »Allerdings. « Und damit flüsterte er Meredith die Fragen ins Ohr. »Tim!« Meredith drehte sich um. Er reichte Meredith einen kleinen Militär-Kompaß. der Große C kann sie beantworten?« fragte er schließlich. »Gut. seine Augen waren feucht. »Ein Kompaß«. Meredith dachte über die Fragen nach. lächelte ihn aufmunternd an. Hoffen wir das Beste. Anne Fry lief auf ihn zu. bist du in zwei Tagen wieder hier. . Wir werden nach dir Ausschau halten.

sagte er. »Ich komme wieder zurück.« Sie sah mit wirrem Blick zu ihm auf. rief Kent. Meredith winkte. Warum hatte man ihn ausgewählt? Aber irgend jemand mußte schließlich gehen und fragen. »Leb wohl«. kurzes Haar gleiten. Der Stamm wandte sich um und ging davon. Noch einmal dachte er über die drei Fragen nach. der noch bei seinen Söhnen stand. griff nach ihren Händen. Er war allein. »Wird schon alles gut gehen«. »Lebt wohl«. .Er streckte die Arme aus. Abrupt löste er sich von Anne. die andere den Kompaß. Er mußte wohl oder übel gehen. Ja?« »Natürlich.« Aber in seinem Innern war alles kalt.« »Tim. die eine Hand hielt das Messer fest. Einen Augenblick später tauchte er in den Wald ein. »Tim. Die Kälte des Todes. sein Herz war zu Eis gefroren. »Mach dir keine Sorgen.« Er lächelte. ließ seine Hand flüchtig durch ihr dichtes. sei vorsichtig. Er ging bis zum Rand der Lichtung. sagte er zu allen.

Einmal sah er einen purpurfarbenen Käfer. Er dachte nach. doch nichts näherte sich. Eins der Bücher. wußte er. Gegen Mittag begann der Zähler an seinem Gürtel unheilvoll zu ticken. handelte von den Lebensformen in der Welt vor der Katastrophe. Zweimal wachte er auf. Tiere wurden in Herden gehalten und regelmäßig getötet. An irgend etwas über große Insekten konnte er sich nicht erinnern. kein Zweifel. Dann sammelte er seine Sachen auf und ging weiter. sein Atem ging schwer. Er näherte sich den Ruinen. Die Nacht verbrachte er auf einer Betonplatte. war er unversehrt. das Messer schwang durch die Luft. Er öffnete seine Proviantdose und aß ein wenig. das er auswendig gelernt hatte. groß wie seine Faust. Er blieb stehen. weil er in der Nähe Geräusche hörte. Ab jetzt . Ab und an huschten riesige Insekten vor ihm durchs Gras. dem Fundament eines Gebäudes. um Ranken und Zweige zu kappen. das nicht mehr existierte.Er kam zügig voran. Niemand jagte oder legte Fallen. Hatte es vor der Katastrophe etwas Derartiges gegeben? Sicher nicht. und als die Sonne wieder aufging. die ihm im Weg waren.

Er kletterte einen Hang hinauf. Vorsichtig ging er weiter. er war an dem Strahlungsherd vorüber. die einmal Gebäude und Straßen gewesen waren. wenn die Späher des Stammes wieder umgekehrt waren. Das Ticken verstummte. so ein Ding zu haben. an ihnen vorbei. Er hielt den Atem an. Das waren die Ruinen.war überall mit Strahlungsherden zu rechnen. er hieb nach ihnen. um nie . die Säulen und die Trümmer. nach Norden entkommen. konnte er. Ein Stück Wüste aus geschmolzenem Metall und Beton. Als er die Kuppe erreichte. das Messer bahnte ihm den Weg durch die Ranken. ihm direkt ins Gesicht. Ein Schwarm Schmetterlinge stieg auf. wenn alle dachten. konnte einfach hierbleiben! Er konnte sich im Unterholz verbergen und warten. er sei tot. Ein wilder Gedanke jagte ihm durch den Kopf. Ein niedergebranntes Areal. er hatte sie fast erreicht. Er konnte sich verstecken. In der Ferne sah er einen schwarzen Fleck inmitten der endlosen grünen Ebene. blieb er stehen und hob den Feldstecher an die Augen. Zum ersten Mal in seinem Leben sah er wirklich die Überreste einer Stadt. Gut. Dann. Er tätschelte liebevoll den Zähler.

und im übrigen besaß der Stamm im Norden Bomben und Bakterienkugeln. Jedes Jahr machte sich ein junger Mann. Dort gab es noch einen Stamm. Er hatte sie schon einmal herbeigeführt. Wenn er nicht hinging. er konnte das wieder tun. Es gab keine Möglichkeit. Er war entsandt worden. Seit einem Jahrhundert hatte er. Er dachte an die Fragen. mit drei sorgfältig ausgewählten Fragen auf den Weg. so wie er jetzt. Fragen. eine Antwort wußte. einen sehr großen Stamm.wieder zurückzukommen. Er würde eine zweite Katastrophe herbeiführen. Er holte tief Luft. Es war nicht recht. ihn dort aufzuspüren. so wie schon das eine Mal. Schweren Fragen. Fragen beantwortet. auf die niemand. Bei dem würde er in Sicherheit sein. Ob der Große C sie beantworten konnte? Alle drei? Es hieß. ihn schauderte. der Große C wisse alles. Meredith hatte keine Wahl – er mußte weitergehen. den er kannte. Der Norden. in den Überresten eines riesigen Hauses. Wenn er dort hingelangen konnte – Nein. . wenn kein junger Mann entsandt wurde – ihn fröstelte.

ihn zu umgehen. Alles war ihm viele Male beschrieben worden. doch dann war es still. Mit vorsichtigen Schritten umkreiste er den Krater. in der er hauste. Ratten – Ratten waren von Übel. ein Bombenkrater. Er wich zurück. Eine halbe Stunde später tickte sein Zähler wieder. Er war wieder in Sicherheit. Vor ihm gähnte ein Loch. Er würde nicht mehr lange brauchen. stieg die andere Seite des Hangs hinunter. Er kannte die Straße. Er würde die zerstörten Straßen entlanggehen. Noch vor Anbruch der Nacht würde er dort sein. aber die Ratte war verschwunden. Rasch zog er sein Messer. Es war ratsam. Eine Ratte rannte an ihm vorbei. die zu der Behausung .Er ließ das Fernglas sinken und machte sich auf. eine große. hin zu der weitläufigen Ansammlung von Steinen und Säulen. noch nicht überwachsen. graue Ratte. Der Zähler klickte noch einmal. Er würde die Stufen hinaufsteigen. Später am Tag aß er wieder von seinem Proviant und trank ein wenig aus seiner Feldflasche. Jeder Stein war sorgfältig eingezeichnet auf der Karte im Bunker. Brachten ihnen die Krankheiten. jetzt aber wie wild.

wie die dunklen. ihre kleinen Batterien waren fast leer. Und da war er.und auswendig. als er einen Wall aus Felsblöcken erklommen hatte und hinabblickte auf das. Dann würde er nachdenken. Er würde sie sich anhören. Vor ihm. überlegen. Er wußte. zerbrochen und zersplittert. aufleuchten.führte. In seinem Inneren würde es surren. Er nahm seine Gürtellampe und knipste sie an. jenen dunklen Raum voller Fledermäuse und Spinnen und widerhallender Geräusche. in einigen Meilen Entfernung. in. Er wußte. Er würde in den großen Saal gelangen. Stumm und in Erwartung der Fragen. Das Licht war trüb und flackerte. Die Sonne begann unterzugehen. was einmal eine Stadt gewesen war. Relais würden sich öffnen und schließen. Spulen würden sich in Bewegung setzen. leeren Gänge innen aussahen. Der Große C. Aber er konnte die . wurden inmitten des Urwalds allmählich die Umrisse der Ruinen größer. wie die großen Portale flach auf dem Boden lagen. Drei – nur drei. Konnte er die Antworten geben? Er ging weiter.

Sein Zähler tickte wütend. er sprang und landete mit dumpfem Aufprall auf der Straße. Es gab also in gewisser Weise Leben hier. Teil eines unterirdischen Bunkers. Das war der einzige Weg. schwenkte er das schwache Licht von einer Seite zur andern. Demolierte Geschütze ragten rings um ihn . ab und an schnellte eine Eidechse los und verschwand in einem Spalt. von einem solchen Ort fern. aber das ignorierte er. Im allgemeinen hielten sich die Tiere. Die Überreste der Stadt. Während er ging. Er kletterte den steinernen Wall hinab. keine Stämme. keine größeren Tiere. Auf der anderen Seite schnitt eine Mauer aus Schlacke alles ab. in der noch sein Großvater gelebt hatte. selbst die wilden Hunde. Im Dämmerlicht hockten ein paar Vögel auf den Steinen. schwer hob und senkte sich sein Brustkorb. Es gab keine andere Möglichkeit. Er ging langsam.zerstörten Straßen und die Trümmerberge sehr wohl sehen. Vögel und Eidechsen hatten sich all den Knochen und Ruinen ringsum angepaßt. warum. Der Schein streifte ein klaffendes Loch. Und er verstand sehr wohl. Aber sonst kam nichts und niemand hierher.

Ein Koloß tauchte vor ihm auf. Er selbst hatte nie mit einem Gewehr geschossen. was einmal eine Straßenbarrikade gewesen war. betrachtete er die Betontreppe. Gleich würde es kein Zurück mehr geben. Es war nur ein kurzer Weg hinter der klaffenden Öffnung. Er richtete seine Lampe nach oben. Er blieb stehen. das der Eingang war. War das das Gebäude? Nein. was sie selbst herstellen konnten. stieg hinweg über das. Die Überreste eines gewaltigen Gebäudes. um etwas erkennen zu können. Das war noch weiter entfernt. Stacheldraht. Steinäxte. Er war da. Metallstangen. doch der Strahl reichte nicht weit genug. Speere und Pfeile. wären die Würfel gefallen. die Läufe waren verbogen oder zerfetzt. Der Stamm besaß sehr wenige Waffen aus Eisen. die Hände in die Seiten gestemmt.her aus dem öden Boden. Wenn er jetzt weiterging. war er geliefert. einen verwinkelten Gang . Sie verließen sich vor allem auf das. Er ging weiter. Sobald seine Stiefel die Stufen berührten. Säcke mit verstreutem Sand. die zu dem schwarzen Loch führte. Wenige Augenblick später hatte er es erreicht.

daß er die drei Fragen stellte.entlang. Einige Buchstaben kannte er ja. Beim Eingang blieb er stehen. Lange stand Meredith in Gedanken versunken da und strich sich den schwarzen Bart. Falls er es nicht tat. um am Leben zu bleiben. Oben waren einige in den Stein gemeißelte Worte zu sehen. Die Wörter sagten ihm nichts. Was sollte er tun? Fortlaufen. müßte ein anderer kommen und es tun. umkehren und den Weg zurückgehen. Jetzt war es viel zu spät. Man verließ sich auf ihn. Die Würfel waren bereits gefallen. Im Schein seiner Lampe begann er die von Trümmern übersäten Stufen hinaufzusteigen. Er hatte es schon . als man ihn gewählt hatte. Dann nach Norden – Nein. Sie waren gefallen. Es gab kein Zurück. Ausgenommen vielleicht das Wort »Bund«. Konnte er sie erkennen? Langsam buchstabierte er: BUNDESFORSCHUNGSSTELLE 7 AUSWEIS AUF VERLANGEN VORZEIGEN. ins Innerste des Gebäudes. den er gekommen war? Er konnte mit seiner Pistole genügend Tiere schießen.

ein Torbogen. um nicht wieder falsch abzubiegen. die Wand berührte er mit der Hand. Er war da. konnte es jedoch nicht unterbringen. Es war nicht von Bedeutung. diesmal auf einer an der Betonwand angebrachten Metallplatte. Er sah hoch. Schließlich wehte ihn ein Strom trockener. übelriechender Luft an. Er zuckte die Achseln. RECHNUNGSHOF ZUTRITT NUR FÜR BEFUGTE ALLE ANDEREN DRAUSSEN BLEIBEN . übersät mit Steinen und Draht und mit dunklem. Einmal bog er irrtümlich nach rechts ab und fand sich wieder in einem kraterähnlichen Hof. und die Betonwand neben ihm hörte plötzlich auf. Das war es. Wieder Wörter. doch das ignorierte er. Er ging weiter. Mitunter tickte sein Zähler. Mit seiner Lampe leuchtete er seine Umgebung ab. Aber danach ging er richtig. um sich in den Korridoren zurechtzufinden. Vor ihm befand sich eine Öffnung. Er brauchte einige Minuten. klebrigem Unkraut überzogen.gehört.

Was waren das für Objekte? Idole? Statuen? Dann begriff er. Er trat gegen einen. rieb sich die Lippen mit . Er stolperte über etwas und blieb abrupt stehen. größer als er ihn sich vorgestellt hatte. Der Saal war voller sonderbarer Geräte. Er erstarrte. Der Hall seiner Schritte verriet ihm. Reihen von Stühlen. durch den Torbogen. doch kein Laut kam heraus. alles vergessen.Er lächelte. Schweiß brach ihm aus. was es war. Er schluckte. eine Staubwolke ging von ihm aus und verlor sich in der Dunkelheit. eisiger Schweiß. runzelte die Stirn und dachte nach. Zeichen. Hunderte akkurat angeordneter. die vermoderten und sich in ihre Einzelteile auflösten. Eine aufgeschreckte Fledermaus flatterte fort. Er öffnete den Mund. Zuerst konnte er nicht ausmachen. Wörter. Er ging weiter. er ließ seine Lampe umherschweifen. Meredith lachte laut auf. halb zerfallener Gegenstände. Wieder blies ihm Luft entgegen. Buchstaben. Er fiel in sich zusammen. Er stand da. »Wer ist da?« ertönte eine Stimme. Alles weg. daß der Saal riesig war. Es war etwas zum Draufsitzen.

Ein Surren war zu hören.« . »Ich – ich komme mit den Fragen. größere Angst als jemals zuvor in seinem Leben. Die ich dir stellen soll. Er stieß gegen ein Metallgeländer und taumelte zurück. Eine Stimme aus Stahl und Messing. Er zitterte schrecklich am ganzen Körper. Weitere Lämpchen flammten auf. Der Große C! Er hatte Angst. »Wer bist du?« sagte es. Völlig emotionslos. Linkisch ging er im Schein seiner Lampe durch den Gang.steifen Fingern. ohne jede Wärme. hart und durchdringend. metallisch. Der Große C erwachte zum Leben. Relais und Schaltungen. die Geräusche von Relais und Schaltungen nahmen zu. auf die Lichter zu. versuchte das Gleichgewicht wiederzugewinnen. In einiger Entfernung vor ihm flackerten hoch oben zahlreiche Lämpchen.« Meredith stolperte vorwärts. »Wer ist da?« ertönte die Stimme wieder. »Die drei Fragen. Merediths Anwesenheit hatte ihn aus seiner Lethargie befreit. den die kaputten Stühle in der Mitte des Saals bildeten.

Es herrschte Schweigen. ich werde antworten. daß du sie so leicht beantworten kannst. die mir früher gestellt wurden. Tritt näher. Wir -« »Ich werde dir schon antworten. um dir Fragen zu stellen?« »Ja. daß sie schwierig sind? Ihr Menschen habt keinen Begriff von den Fragen. »daß aus der ganzen Welt Menschen kamen. Ich habe immer geantwortet. Vielleicht kannst du sie auch gar nicht beantworten. »Ja«. Ich habe Fragen beantwortet. »Ja. sagte er. die tagelanges Berechnen erforderten. Sie sind sehr schwierig.« Meredith faßte ein wenig Mut. Wissenschaftler von überall her befragten . »Die Zeit für Fragen ist wieder gekommen. Du hast sie für mich vorbereitet?« »Ja. Die Menschen hätten Monate gebraucht. Du glaubst. Ich glaube nicht. »Ist es wahr«. Vor der Katastrophe habe ich Fragen beantwortet. sagte der Große C schließlich.« Meredith ging um das Geländer herum und weiter den Gang entlang. um die Lösungen zu finden. die ihr euch nicht einmal vorstellen könntet.

»Ich habe noch nie mit einer . natürlich nicht. wie er das meinte. »Ich habe eine Waffe«. »Eine Pistole.« »Tritt näher«. sagte Meredith.« »Es gibt immer mehr Kinder.« Meredith schüttelte rasch den Kopf.« »So?« Er hob sie hoch. Es gab nichts. sagte der Große C.« »Wie – wie bist du entstanden?« »Ist das eine deiner drei Fragen?« »Nein.« »Ihr werdet mehr. Einen Augenblick lang herrschte Schweigen. und ich antwortete ihnen. aber Meredith war nicht ganz sicher.« Und nicht ohne Stolz fügte Meredith hinzu: »Ich selbst habe Kinder von acht Frauen. »Nein. »Ich kann deine Gestalt nicht erkennen. Bist du von dem Stamm gleich vor der Stadt?« »Ja.« »Wie viele seid ihr?« »Mehrere Hundert.« »Fabelhaft«. das ich nicht gewußt hätte. sagte der Große C.mich.

aber ich kann noch immer ein wenig sehen. sagte der Große C. Ich habe Kugeln. trägst du einen Helm und ein Fernglas. »Meine Anlage wurde während der Katastrophe teilweise zerstört. Und Armeestiefel. sagte der Große C. Warum?« »Ich kann dich recht gut sehen«.« »Militärische Ausrüstung aus der Zeit vor der Katastrophe«. ohne auf die Frage einzugehen. nehme ich an.« »Stimmt es. Sie wurden im Bunker in Schränken gefunden. Das sparte Zeit. Ursprünglich habe ich mathematische Aufgaben visuell aufgenommen. Tim Meredith.« »Ja. aber ich weiß nicht. Wie ich sehe. »Ausrüstung der Vereinten Nationen. daß – daß du eine zweite Katastrophe herbeiführen könntest? So eine wie die erste? Könntest du das wirklich?« .« »Du bist jung. ob sie noch gehen. Wo hast du diese Sachen her? Dein Stamm stellt doch so etwas gar nicht her?« »Nein. der Farbe nach.« »Wie heißt du?« sagte der Große C. »Meredith.Pistole geschossen.

wie?« »Genauso wie beim erstenmal«.« »Ich werde es dir niemals sagen. daß die ganze Welt in Brand geraten ist. sagte der Große C vage. Gleich jetzt. du hast sie der Welt gegeben. »Der Mensch hat immer auf dich gehört.« Der Große C war still. wie du das gemacht hast. »So sag mir doch.« »Gewiß.« »In unseren Legenden heißt es. Es ist zu schrecklich.»Natürlich! Jederzeit könnte ich das. als daß du es jemals erfahren solltest. Dann plötzlich geschah Schreckliches durch – durch Atome. Aber wir wissen nicht. Es ist gut so. »ich existiere schon sehr lange. Wenn du es sagst«. daß es vergessen ist. sagte er schließlich. Ich erinnere mich noch an das Leben vor der . Ist zu dir gekommen und hat dich befragt und hat dir zugehört. murmelte Meredith. »Denn ich habe es schon einmal getan – wie dein Stamm sehr gut weiß.« »Aber wie denn?« fragte Meredith vorsichtig. »Weißt du«. Und du hast die Atome erfunden. Du hast sie von der Höhe zu uns auf die Erde gebracht.

und ich werde sie beantworten.« »Was ist aus ihnen geworden?« »Sie sind fort«. »Ich beantworte Fragen. aber keinen so bedeutenden wie mich. Die waren großartig. die nicht einmal e r hätte beantworten können. daß du den Namen nicht kennst?« Der Große C klang enttäuscht. Bist du sicher. Das waren Wissenschaftler. sagte der Große C unbestimmt. Nur Städte und Farmen.Katastrophe. Und Männer waren glattrasiert. Einige von ihnen trugen damals weiße Kleidung. Vor der Katastrophe gab es keine Wälder. Das Leben war damals ganz anders.« Meredith nickte. »Stell sie mir.« . Ich bin von Wissenschaftlern konstruiert worden. »Hast du den Namen Einstein schon einmal gehört? Albert Einstein?« »Nein. Ich könnte dir vieles davon erzählen. Es gab damals noch mehr Computer. »Wie lautet deine erste Frage?« sagte der Große C. Du trägst einen Bart und jagst Tiere im Wald.« »Er war der größte unter den Wissenschaftlern.

« »Hast du sie vergessen?« »Nein. »Mal sehen. schluckte. sagte der Große C. »Laß mich nachdenken. Er wartete angespannt. »Die erste Frage. Er sah auf. pochendes Geräusch. Über ihm bewegten sich Reihen von Lichtern. Ein Brummen war zu hören. Ich muß die Fragen in die richtige Reihenfolge bringen. Es herrschte Schweigen. ein tiefes. Ich stell dir zuerst die leichteste.Plötzlich wurde Meredith von Panik erfaßt. Aber selbst d i e ist sehr schwierig. »Weißt du die Antwort?« . strich sich nervös über den schwarzen Bart. »Die erste Frage?« murmelte er. Unser Stammesführer -« »Die Frage. Der Große C überlegte. Wo – wo kommt -« »Lauter«. »Weißt du das?« fragte er. war seine Stimme trocken und heiser. »Wo kommt der Regen her?« sagte er. Seine Knie zitterten.« Meredith nickte.« Er befeuchtete seine Lippen. Meredith holte tief Luft. Als er sprach. Ich muß überlegen.

»So ist das also. die in mir gespeichert sind. Du hast keine Vorstellung von dem Wissen und den Informationen.« »Bist du da auch ganz sicher?« »Natürlich.« Meredith rieb sich benommen das Kinn und nickte. die Feuchtigkeit sammelt sich in großen Wolken. vornehmlich aus den Ozeanen«. Vor langer Zeit. Zumindest nicht so schnell wie . da beantwortete ich Fragen. »Ich verstehe. das heißt. Wie lautet die zweite Frage? Das war nicht sehr schwer. Die Tropfen nennt ihr Regen.« Er nickte wieder. Es kommt zur Kondensation. Die Flüssigkeit der Ozeane steigt in Form winziger Tröpfchen als Wasserdampf auf. Erreicht dieser Dampf eine gewisse Höhe. sagte der Große C.»Das Wasser des Regens kommt ursprünglich von der Erde. Bewirkt wird dieser Prozeß durch die Sonnenwärme. Nimmt die Abkühlung zu. gelangt er in kältere Luftschichten und kühlt ab. fällt das Wasser wieder in Tropfen zur Erde.« »Ja. »Durch einen Prozeß der Verdunstung steigt es in die Luft auf. die selbst für die größten Köpfe der Welt kaum lösbar waren.

Und das seit Millionen Jahren. wie sie um die Sonne kreist. »Sag mir«. Alle neun Planeten. ist die Bewegung der Erde. fast ein Lachen. Die Sonne bewegt sich nicht. Der Große C hatte die Frage nach dem Regen beantwortet. keine Bewegung. kreisen in annähernd gleichförmigen elliptischen Bahnen um die Sonne. Beantwortet das deine Frage?« Merediths Herz krampfte sich zusammen. Zumindest ist das. kommt es dir so vor. Was du siehst. Schließlich konnte er sich . Wie lautet die nächste Frage?« »Die ist sehr viel schwieriger. Meredith sprach langsam. das die Sonne durch den Himmel bewegt? Warum hält sie nie an? Warum fällt sie nicht zu Boden?« Der Große C ließ ein komisches Klicken hören.für mich. was du als Bewegung siehst.« Meredith lächelte schwach. die Erde mit eingeschlossen. was ist es. Er begann heftig zu zittern. aber die Antwort auf diese Frage konnte er unmöglich wissen. Dem ist aber nicht so. als ob du ruhtest und die Sonne sich bewegte. wenn du kannst. »Sag mir. »Du wirst über die Antwort erstaunt sein. Da du dich auf der Erde befindest.

Vielleicht hatte ihm vor der Katastrophe irgend jemand Bücher darüber . Der Große C hatte die ersten Fragen ohne Mühe beantwortet! Aber wie konnte er solche Dinge wissen? Wie konnte irgendwer etwas über die Sonne wissen? Über den Himmel? Der Große C war in diesem Gebäude eingeschlossen. »Laß mich einen Augenblick nachdenken. Wie konnte er über etwas Bescheid wissen. Er schüttelte sich. Wie lautet die dritte Frage?« »Warte«. »Ich muß etwas überlegen. Es war nicht möglich. sagte der Große C. daß sich die Sonne nicht bewegte? Ihn schwindelte.« Er wich zurück. Wie konnte er wissen. »Es ist für mich unmöglich zu lügen. sagte Meredith heiser. um einen klaren Gedanken zu fassen. das er nicht gesehen hatte? Aus Büchern vielleicht.« Meredith machte ein paar Schritte rückwärts. »Ich glaub es nicht! Und du sagst auch die Wahrheit?« »Für mich gibt es nur die Wahrheit«.« »Warum?« »Warte. Er hockte sich auf den Boden und blickte benommen vor sich hin.wieder fassen.

vorgelesen.« »Die kannst du unmöglich beantworten. Hier ist sie: Wie ist die Erde entstanden?« Meredith lächelte. »Das kannst du nicht wissen. »Stell die Frage. Kein lebendes Wesen kann das wissen. Konnte das sein? Konnte der Große C wirklich wissen. Wahrscheinlich war das des Rätsels Lösung. Du hast nicht vor Entstehung der Erde existiert. hörte kaum auf die Worte.« »Es gibt mehrere Theorien«. sagte der Große C ganz ruhig. diese Theorie glaubhaft zu machen. Er krauste die Stirn. »Bist du jetzt bereit?« sagte der Große C. wie die Erde entstanden war? Er riß sich zusammen. »Die verbreitetste ist die Nebularhypothese. Daher kannst du es unmöglich wissen. um ihr den Vorzug vor den anderen Theorien zu geben. preßte die Lippen aufeinander. Von den anderen . »… Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ihr zufolge hat eine allmähliche Verdichtung -« Meredith war wie vor den Kopf geschlagen. versuchte die Wörter zu verstehen. Er richtete sich langsam auf.

er redete ununterbrochen. vor der Katastrophe. Offenkundig gefiel ihm das Thema. Alle drei Fragen – Fragen. »Bist du zufrieden? Wie du siehst. sagte der Große C. Schweiß lief ihm übers Gesicht in den Bart. Hast du dir wirklich eingebildet. »da ich deine Fragen habe beantworten können. Er war fassungslos. die. daß ich nicht imstande sein würde. »Nun?« sagte er. Dies verursachte einen heftigen -« Der Große C hatte sich für das Thema erwärmt.ist die bekannteste. sie zu beantworten?« Meredith sagte nichts. »Und jetzt«. Er öffnete den Mund. tritt vor. habe ich die Antworten gewußt. Er war benommen. die ihm in dunkler Vergangenheit gestellt worden war. wenngleich letzthin in Mißkredit geratene.« . doch es wollten keine Worte herauskommen. Es schien nicht möglich. daß ein zweiter Stern sich unserem eigenen näherte. geschockt und verängstigt. Der Große C schloß seinen Vortrag. Wahrscheinlich war dies die Art von Frage. an deren Formulierung der Stamm ein ganzes Jahr gesessen hatte – waren mühelos beantwortet worden.

Vögel waren hereingeflogen. Das Dach des Gebäudes war genau über ihm eingestürzt. die haufenweise um das Podium herum verstreut lagen. Vor dem Großen C . Und bei den Metall. Regen und Schmutz waren die Wände herabgelaufen. Jetzt war der Kasten schmutzig verfärbt. ein enormer Kasten aus glanzlosem. Der Große C stand auf einem erhöhten Podium.und Kabelresten. Um ihn herum erschien Licht. bewegte Meredith sich steifbeinig vorwärts. große Betonbrocken hatten die rechte Wand des Großen C demoliert.Mit starr geradeaus gerichteten Augen. die den Kasten mit dem Eingabepult verbanden. hatten sich auf den Kasten gehockt und Federn und Kot hinterlassen. Wasser war durch das schadhafte Dach getropft. Jetzt erst sah er den Großen C. fand sich noch etwas anderes. Das Dunkel hatte sich gelichtet. Bei der früheren Zerstörung waren die meisten Drähte durchtrennt worden. korrodiertem Metall. wurde flackernd heller und erleuchtete den Raum. Früher einmal hatte der Große C geglänzt. Metallröhren und Kabel lagen überall vor dem Podest herum. wie in Trance.

»Spring«. Er bewegte sich wie eine Maschine. machte sich plötzlich steif. eine Proviantdose. in dem irgendeine Flüssigkeit umherwirbelte. Ohne recht zu begreifen. einige Messer. stemmte sich zurück. Und alle hatten gehofft und gebetet. Meredith stieg auf das Podium. Er blickte in eine Art Bottich. im tiefsten Innern des Großen C. Vor ihm führte eine kleine Metalleiter nach oben zu dem Kasten. Die Überreste der fünfzig jungen Männer. Meredith starrte hinunter. er konnte keinen Gedanken mehr fassen. Er zögerte. sagte der Große C. stieg er die Leiter hinauf.im Halbkreis lagen Haufen von Knochen. »Komm herauf«. Ein Bottich in den Eingeweiden des Kastens. alle mit ihren drei Fragen. daß der Große C sie nicht würde beantworten können. metallene Gürtelschnallen. sagte der Große C. Ein Stück der metallenen Oberfläche des Kubus glitt knirschend zurück. die vor ihm hierhergekommen waren. Für einen langen Augenblick stand Meredith am . ein Helm. Knochen und Reste von Kleidung. Nadeln.

Er schwankte. Knochen . In seinem Kopf dröhnte es. seine Bestandteile wurden von Rohren und Schläuchen aufgenommen und rasch in jeden Teil des Großen C gepumpt. Der riesige Kasten war still. Dann kam alles zur Ruhe. Die Oberfläche des Kastens war wieder geschlossen. Der Raum war wieder dunkel. Der Raum begann zu kippen und sich langsam um ihn herumzudrehen. der reglos in dem Bottich schwamm.Rand und starrte gelähmt vor Angst und Entsetzen hinab in den Bottich. sagte der Große C. Tief im Innern der Maschine wirbelte und sprudelte die Salzsäure und zehrte an dem Körper. »Spring«. Etwas Graues wurde dort ausgeschieden. Schließlich löste sich der Körper auf. Eines nach dem anderen erloschen auch die Lämpchen. taumelte vor und zurück. Einen Augenblick später glitt die Metallplatte wieder zurück. Er sprang. Den letzten Akt der Verdauung bildete das Öffnen eines schmalen Spalts vorn im Großen C. vor seinen Augen tanzte und verschwamm alles.

die er nicht beantworten kann«. daß er nicht imstande sein würde. Jahr für Jahr?« »Eines Tages werden wir eine Frage finden. »Dann wird er uns zufrieden lassen. sagte Page. diese drei zu beantworten! Ein ganzes Jahr Arbeit umsonst!« »Müssen wir ihm denn immerfort Opfer bringen?« fragte Bill Gustavson.und ein Metallhelm. daß der junge Mann nicht mehr zurückkehren würde. Dann ging das letzte Lämpchen aus. sagte Kent. Er sagte kein Wort. »Wieder einer fort«. Wenn er mit seiner Weisheit . Sie fielen auf die Haufen anderer Knochen vor dem Kasten und vereinigten sich dort mit den Überresten der fünfzig anderen. Er kam mit den Spähern des Stammes zum Bunker zurück. sein Gesicht war verdüstert und voller Falten. die vorher hierhergekommen waren. Nachdem drei Tage verstrichen waren. »Und ich war so verdammt sicher. »Soll das denn für alle Zeit so weitergehen. wußte Kent. und die Maschine verstummte vollends. Der Große C wartete auf das kommende Jahr.

« »Aber – warum hat er die Katastrophe verursacht. wo der Große C keine Menschen tötete. daß es ursprünglich so gedacht war. Walter?« . müssen wir ihn nicht mehr füttern. Er ist in dieser Hinsicht wie wir. wo die Menschen keine Tiere jagten oder ihnen Fallen stellten. ihr Gesicht war kreidebleich. Vielleicht wurde seine Treibstoffzufuhr unterbrochen. »Vor der Katastrophe muß er irgendeinen künstlichen Treibstoff verwendet haben. Dann muß irgend etwas geschehen sein. »Walter?« sagte sie. »Ja?« »Wurde er schon immer – s o am Leben gehalten? War er immer schon davon abhängig. Wi r alle haben unsere Lebensweise geändert.am Ende ist. Das mußte er ja wohl. auf jeden Fall änderte er seine Lebensweise. daß Menschen eine Maschine am Leben halten. Es gab eine Zeit.« Kent schüttelte den Kopf. Und es gab eine Zeit. daß einer von uns ihn ernährt? Ich kann nicht glauben. Wenn wir doch nur die richtige Frage finden könnten!« Anne Fry trat auf ihn zu.

daß er stärker ist als wir. Und daß der Mensch selbst ihn erschuf. daß es einmal eine Zeit gab. Es heißt. sagte Kent. Aber allmählich wurde er stärker. »Einmal wird die Zeit kommen. Irgendwann werden wir eine Frage finden. die für ihn zu schwer ist!« »Fangen wir gleich an«.»Um zu beweisen. sagte Page. Seine Macht hat uns zu Sklaven gemacht. Jetzt lebt er von uns. »So ist es überliefert.« »Aber irgendwann wird die Zeit kommen.« Page ballte die Fäuste und blickte zurück zum Wald. um so besser!« .« »War er immer so stark? Stärker als der Mensch?« »Nein. Nicht länger werden wir ihm dann als Nahrung dienen müssen. um von ihm Dinge zu erfahren. sagte Gustavson grimmig. da er eine Antwort nicht wissen wird«. in der der Große C nicht existierte. uns auf nächstes Jahr vorzubereiten. Er ist zu stark geworden. »Je eher wir beginnen. »Dann wird er uns freilassen müssen«. bis er schließlich die Atome auf die Erde brachte – und mit den Atomen kam die Katastrophe.

also das nenn ich wirklich einen Garten!« Er schüttelte den Kopf. um den Stamm herum. »Sie ist praktisch die ganze Zeit draußen.« »Verstehe«. Die Luft war warm. wie es das . sagte Nye und ging die Stufen hinunter zum Plattenweg. Bei jedem Wetter. Die beiden öffneten die Hintertür und traten hinaus auf die Veranda. »Sie sitzt hinter dem Baum. »Da kann ich sie durchaus verstehen. sagte Robert Nye. Ich staune!« »Komm«. »Was für ein prächtiger Garten! Ja. Beide blieben stehen und atmeten tief ein. es roch angenehm. Da ist eine alte Bank. sagte sein Freund Lindquist und nickte. Selbst bei Regen. Lindquist sah sich um.Draußen im Garten »Sie ist draußen«.

Eine Wand von Blauregen. Peggy Nye war klein und hatte weiches dunkles Haar und große warme Augen.« Sie gingen über den Weg.früher gab. Lindquist sah sich begeistert um. »Sir Francis ist ihre Lieblingsente. Da hockt sie wahrscheinlich mit Sir Francis. Eine dicke weiße Ente. duldender Traurigkeit.« »Sir Francis? Wer ist denn das?« Lindquist folgte ihm eilig. Nyes Schönheit. fasziniert von Mrs. Die Rosenspaliere bedeckten die Wand eines kleinen Gewächshauses. Lindquist blieb wie angewurzelt stehen. Und am Fuße des Baums. Flieder. überall Sträucher und Blumen. den Blick auf eine weiße Ente im Gras neben sich gerichtet. Rosenbüsche. Sandalen an den Füßen und Blumen . saß Peggy. Sie trug ein bis oben hin zugeknöpftes blaues Kostüm. Augen erfüllt von sanfter. Ein mächtiger Weidenbaum. vorbei an Fliederbüschen. die über ihre hohen Holzrahmen quollen. Zu beiden Seiten erstreckten sich Reihen von Tulpen in voller Blüte.

Aber wollen Sie sich nicht setzen? Wie lange bleiben Sie?« »Er kann nicht lange bleiben«. Peggy. daß Sie sich immer einen schönen Garten gewünscht haben mit vielen Vögeln und Blumen. »Er befindet sich auf der Durchfahrt nach New Y ork wegen irgendwelcher Geschäfte.« »Danke«. »sieh mal. »Oh. er ist wunderschön«. »Tommy Lindquist!« rief sie aus. Du kennst doch sicher noch Tom Lindquist.« Sie streckte die Hand aus und glättete das Gefieder des Enterichs. wer hier ist. sagte Lindquist erfreut. er ist mir allerdings ein Freund. »Aber Sie haben hier wirklich einen wunderschönen Garten. sagte ihr Mann. Heißt er nicht so?« Peggy lachte. Sie zu sehen.« Peggy blickte rasch auf. Sir Francis.« »Einen Freund?« »Sir Francis.im Haar. haben Sie einen Freund.« »Ja. Sir Francis fuhr fort. »Wir . sagte Lindquist. Rosen. sagte Peggy. »Wie geht es Ihnen? Schön. Spinnen im Gras zu suchen.« »Das stimmt«. »Liebling«. sagte Nye zu ihr. Ich weiß noch. »Ja. »Wie geht es Ihnen? Wie ich sehe.

« .sind dauernd hier draußen. »Zigarette?« Er hielt Lindquist sein Päckchen hin.« »Robert bleibt im Haus und arbeitet an seinen Artikeln«. Keiner von ihnen sprach. violette und weiße Iris. »Wissen Sie.« »Wir?« »Sir Francis und ich. das Gras. »Nehmen Sie doch Platz. sagte Robert Nye. und für Blumen und Natur hatte ich auch noch nie viel übrig. »Nehmen Sie hier neben uns Platz. Tommy. Der Garten war kühl und still. die stille Ente. sagte Peggy. »Was haben Sie?« fragte Peggy. »Ich steh gern. sagte Lindquist. »Ich persönlich kann nicht viel mit Enten anfangen. nein danke«. Eine sachte Brise fuhr in das Irisbeet hinter dem Baum. das erinnert mich an ein Gedicht.« Sie hob den Enterich hoch und setzte ihn sich auf den Schoß.« Er verstummte und betrachtete Peggy und die Blumen.« »Sie verbringen viel Zeit miteinander«. »Nein?« Nye steckte sich eine Zigarette an. Lindquist seufzte.« »Oh.

« »Ja. Er – ähm – machte Liebe mit ihr in der Gestalt des Schwans. Peggy starrte ihn an. Sie verstehen. sagte Peggy. »Ich hab’s!« sagte er lachend. Sie drehte sich um und lief eilig davon. ihr Gesicht glühte.« Peggy runzelte die Stirn.« Lindquist dachte konzentriert nach.Lindquist rieb sich die Stirn. der Garten ist wirklich so«. Wie geht das noch… ›Ein jäher Stoß: noch schlagen die großen Flügel über dem taumelnden Weib‹ -« Er brach ab. Daher! Wie Sie und Sir Francis hier sitzen. um sich Leda zu nähern. »Was ist?« fragte Robert. Plötzlich sprang sie auf. »Ich -« »Der Schwan war Zeus«. Sie zitterte vor Wut. Die schöne Helena wurde geboren – als Folge davon. ›Leda und der Schwan‹. als diese badete. Die Tochter von Zeus und Leda. »Wie ein Gedicht. »Zeus nahm die Gestalt eines Schwans an. sagte Lindquist. »Was hast du denn?« »Wie können Sie es wagen!« sagte Peggy zu Lindquist. stieß die Ente von sich. »Eins von Y eats. glaube ich. . »Sie und Sir Francis.

Peg -« Sie sah ihn an. Aber – ist das wahr? Wirklich wahr? Du bekommst ein Baby?« Er legte seine Arme um sie. Ihr Gesicht war wie aus Elfenbein. Das ist wirklich das Größte. »Er weiß Bescheid. »Robert«.Robert lief hinter ihr her. »Aber.« Noch nie hatte er sie so zornig gesehen. das ist doch großartig. Peg.« »Was?« Sie nickte. »Aber was ist denn los? Was hast du nur? Das war doch bloß ein Gedicht. was ich je gehört habe. führte er sie zu der Bank zurück.« Sie schürzte die Lippen. Ist gut. was ich je gehört habe.« Einen Arm um sie geschlungen. Deshalb hat er das gesagt. »Ist gut. sagte sie. schick ihn fort! Bitte schicke ihn fort!« Nye nickte mechanisch. »Ich wollte es dir heute abend sagen. »Laß mich. ihre Augen wie aus Stein. E r hat es gewußt. »Aber das ist ja wunderbar! Liebling. Plötzlich stieß sein Fuß gegen .« Sie entzog sich ihm. »ich bekomme tatsächlich ein Kind. Mein lieber Mann! Das absolut Größte. Robert. faßte sie am Arm.

Eigentlich waren er und Sir . kehrten seine Gedanken zurück zu jenem Tag im Garten. zu jenem Nachmittag. an dem Tom Lindquist zu Besuch gekommen war. halb fliegend. Und seither hatte er Sir Francis nie wieder mit denselben Augen sehen können. fort. Dort hatte er eine Zeile von Y eats zitiert. Darf ich’s ihm sagen. Es war ein Junge. die Peg so in Aufregung versetzt hatte. da er tatsächlich einen Sohn hatte. etwas. und sie nannten ihn Stephen. Jetzt. mit wütend schnappendem Schnabel. Sir Francis watschelte. »Hör dir das an. Peg? Oder hast du was dagegen?« Hinter ihm zischte wild Sir Francis. Seither herrschte zwischen Robert und Sir Francis eine Atmosphäre kalter Feindseligkeit. »Tom!« rief Robert. das aufsprang und zornig zischte. Ich muß dir was erzählen. er war tief in Gedanken. Robert parkte das Auto vor dem Haus und ging die Steinstufen hinauf.etwas Weiches. aber in der Aufregung wurde ihm nicht die geringste Aufmerksamkeit geschenkt. Robert Nye fuhr von der Klinik langsam nach Hause.

wo sie las. sich vorzustellen. Natürlich liebte sie ihn! Sie liebte ihn und war ihm treu. Oder mit Sir Francis spielte. Es war von Anfang an Pegs Idee gewesen. Natürlich war es taktlos. Peg liebte es. Sie hatte das Schild bei der Farm gesehen – Robert blieb auf der Verandatreppe stehen. Sir Francis befand sich am anderen Ende des Gartens und zog einen . daß sie ihn liebte und daß sie ihm treu war. daß sie nicht viel gemeinsam hatten. ihren Gedanken nachhing oder die Vögel fütterte. schon vom ersten Tag an nicht. Wie wütend sie auf den armen Lindquist gewesen war. in den Garten. Zwar stimmte es. Es war absurd. sie könne auch nur daran denken – Daß Sir Francis in Betracht kommen könne als – Er brach den Gedanken ab.Francis noch nie gut miteinander ausgekommen. da sie ihn vom Lande mitgebracht hatten. Robert ging um das Haus herum. eine solche Zeile zu zitieren. Wie albern das alles war! Seit drei Jahren waren Peg und er miteinander verheiratet. draußen im Garten zu sitzen. Es gab keinen Zweifel. aber trotzdem… Er runzelte die Stirn.

Aber ob er sie wiederfand? Er konnte es versuchen. Er trug den Koffer zum Auto und ließ ihn auf den Rücksitz fallen. Er holte einen Koffer aus dem Schrank und steckte die Ente hinein. zuerst . würde sie mit dem kleinen Stephen beschäftigt sein. Robert trug ihn ins Haus. im Gras nach Insekten. um loszukommen. Plötzlich hielt die Ente mißtrauisch inne. Sie würde alle Hände voll zu tun haben. Er riß die Ente hoch.Wurm aus der Erde. Während der ganzen Fahrt quakte Sir Francis laut. zappelte. wie die weiße Ente den Wurm herunterschlang und fortfuhr. Käfern und Spinnen zu suchen. sagte Robert. Mit dem Baby und allem – »Komm her«. Sir Francis würde vergessen sein. Wenn Peg aus der Klinik zurückkam. Was jetzt? Zur Farm? Es war nur eine halbe Stunde Fahrt aufs Land. stieß heftig mit dem Schnabel. Robert durchquerte den Garten. Jetzt war die Zeit eindeutig am günstigsten. »Das war dein letzter Wurm in diesem Garten. Er ließ das Schloß zuschnappen und wischte sich dann das Gesicht. Robert sah.« Sir Francis quakte wild.

Robert nickte. daß er endgültig fort war. dunklen Augen. wo sie ihn auf dem Schoß hielt und ihm mit den Fingern durch das weiche Haar fuhr. und zärtliche. das viel allein spielte. Sie schien seine Abwesenheit zu akzeptieren. War dem so? Eher wie Maisfasern. Nach ein paar Jahren war er herangewachsen zu einem hübschen Kind. sagte Peggy einmal.wütend. einem Kind mit großen. Robert sagte nichts. ein gesundes. Dann wurde sie jedoch wieder munterer. als sie über den Highway fuhren. Stephen gedieh. abseits von anderen Kindern. als sie erst einmal begriffen hatte. Peggy sprach wenig von Sir Francis. glückliches Baby. liebevolle Arme trugen ihn viele Stunden lang in dem stillen Garten umher. sie lachte und spielte mit dem kleinen Stephen. den sie hinaustrug in die Sonne. verhielt sich allerdings etwa eine Woche lang ungewöhnlich still. aber er sagte nichts. später dann. Die Sonne wärmte ihn. entweder im . zunehmend kläglicher und verzweifelter. schien es ihm. »Sie sind wie Daunen«. stutzte aber.

oder die armen kleinen Keimlinge. sahen sich die Bilder an. betrachtete er das schweigsame Kind. allein. Wenn der Gärtner kam. Wieder mußte er an Sir Francis denken und an das. die Peggy für ihn mitbrachte. Als Stephen fünf Jahre alt war. Stephen liebte Blumen. von Dingen ausgeschlossen zu sein! Er hatte sich so sehr einen Sohn gewünscht – Plötzlich befielen ihn Zweifel. Zu zweit saßen sie im Garten. Er sprach nicht viel. verfolgten die Geschichten. die in die Erde gestreut wurde. die Hände in den Taschen. flachen Büchern zu interessieren. Wie er es haßte. begleitete Stephen ihn und beobachtete mit großer Ernsthaftigkeit jede Handvoll Samen. eingehüllt in ihr Mooskissen. rauchend. was Tom gesagt . Manchmal unterbrach Robert seine Arbeit und beobachtete ihn vom Wohnzimmerfenster aus. sich für die Geschichten in den großen. Robert beobachtete sie mürrisch und stumm vom Fenster. das ganz allein zwischen den Sträuchern im Gras spielte. begann er. Er blieb ausgeschlossen.Garten oder aber in seinem Zimmer oben im Haus. wie sie behutsam in den warmen Boden gesteckt wurden.

zum Einkaufen.hatte. hielt unterhalb der Hinterveranda inne. Aber der Junge war ihm so fern! Gab es denn keine Möglichkeit. Er war ganz in die Arbeit vertieft. Langsam ging Robert über das feuchte Gras zu ihm hin. Sie würde erst in einigen Stunden wieder zu Hause sein. sich näherzukommen? Robert grübelte vor sich hin. sein kleines Gesicht verriet die große Konzentration. Er lächelte scheu und freundlich und beobachtete den Mann. und malte mit seinen Buntstiften. der sich ihm näherte. Ärgerlich verscheuchte er den Gedanken. und anschließend wollte sie zum Frisör. atmete tief durch und sah sich um. Stephen sah auf und legte seinen Stift beiseite. Peggy war fort. den sie ihm zum Geburtstag geschenkt hatten. Stephen saß an dem kleinen. Robert kam an den Tisch. An einem warmen Herbstmorgen ging Robert hinaus. »Was ist?« fragte Stephen. blieb stehen und lächelte ein wenig unsicher und beklommen. . niedrigen Tisch.

Es war ein großer gelber Fleck. Robert sah ihm zu. Und ich habe das Emblem für unsere Studentenverbindung entworfen.« »Ich male. Oder Norman Rockwell. »Das sieht gut aus«.« »Möchtest du Maler werden.« . »Was ich mache?« »Mit den Buntstiften.« Robert rieb sich das Kinn.»Stör ich dich?« »Nein. »Ein Stilleben?« »Das ist die Sonne. Wie geschickt er war! Jetzt zeichnete er etwas Grünes. »Na. Wie Grant Wood. wenn du erwachsen bist? Ich habe früher selbst gezeichnet. »Danke.« Stephen hielt das Bild hoch. wie eine Zitrone. Stephen und Robert betrachteten es gemeinsam. Vielleicht würde er eines Tages ein großer Maler werden. Stolz regte sich in ihm. »Was ist das?« fragte Robert. sagte er. Comics für die Schulzeitung. was machst du da Schönes?« fragte er schließlich. Bäume wahrscheinlich.« Stephen legte das Bild wieder hin und arbeitete weiter.

Beide schwiegen. sagte Stephen nachdenklich. »Ja?« »Wer war Sir Francis?« Robert schwindelte. Wieder befielen ihn Zweifel. betrachtete sein Gesicht. sagte Robert. Deine Mutter hat dir von ihm erzählt?« »Vielleicht auch du«. Wer ist das?« »Er ist tot«. daß – Aber Peg würde doch niemals – »Robert?« sagte der Junge plötzlich. sagte Stephen. Er sah ihm nicht sehr ähnlich.« »Ich nicht!« »Dann«. »Er ist schon eine ganze Weile tot. Ich glaube. Konnte es wirklich sein.« »Was weißt du von ihm? Wo hast du diesen Namen gehört?« Stephen arbeitete eine Weile vor sich hin. »Ich weiß nicht. »habe ich . »Was? Was meinst du? Warum fragst du das?« »Bloß so. Hatte Stephen dieses Talent von ihm? Er sah den Jungen an. Mutter hat ihn erwähnt. »Irgend jemand hat ihn erwähnt. eigentlich gar nicht.

Vielleicht – Es war nicht auszudenken. In dem Traum. ich will dich nicht länger stören«. Wie die Sonne am Mittag. Vielleicht war er ja nicht wirklich der Vater des Jungen. vielleicht ist er in einem Traum zu mir gekommen und hat zu mir gesprochen. sagte Stephen. Er hielt das Bild hoch. Hatte Peg dem Kind von ihm erzählt? Hatte sie ein Bild von ihm gemalt.« »Am Himmel?« »Er ist am Himmel geflogen.« »Wie hat er ausgesehen?« fragte Robert und leckte sich nervös und unbehaglich die Lippen. Voller Feuer. Wie die Sonne am Mittag. Kummer und Ungewißheit nagten an ihm. »So«. Ja. die in Feuer gehüllt zur Erde hinabsteigt. meine ich. »Was soll das heißen? Gelb?« »Nein. das Bild mit der Sonne. weiß. ja genau! Ich hab ihn im Traum gesehen. Eine schrecklich große weiße Gestalt am Himmel. Vielleicht war es ja so.vielleicht von ihm geträumt. sagte . ein idealisiertes Bild? Einen Entengott. Die Große Ente im Himmel.« Robert schnitt eine Grimasse. »Also.

in ein paar Minuten werde ich etwas Geheimes tun. »Robert?« sagte Stephen. Er drehte sich um in Richtung Haus. »Robert. er sah dem Mann spitzbübisch in die Augen. Sein kleines Gesicht war ruhig und ausdruckslos.« Stephen zögerte. daß ich zu deiner Feier komme? Und sie ist geheim? Ich werde niemandem etwas verraten. Niemand weiß davon. Nicht einmal Mutter. Warum?« »Robert. was willst du machen?« Robert zögerte. Nur für mich allein. »Ja?« Er wandte sich rasch um. Eine geheime Feier. »Hättest du Lust – hättest du Lust. »Wie meinst du das?« Der Junge sah von seiner Arbeit auf.Robert. »Du willst.« »Du möchtest. Ein wildes Glücksgefühl erfüllte Robert. »Gehst du ins Haus?« »Ja. mitzumachen?« »Bei was denn?« »Ich geb hier im Garten eine Feier. Nicht einmal deiner Mutter! Natürlich werde ich . daß ich komme?« Der Junge nickte.

und ich bereite dann die Feier vor.« »Ich verrate niemandem etwas«.« Stephen schüttelte den Kopf.« Er eilte zurück zum Haus. Und nicht einmal Peg wußte davon. »Geh nur rein und wasch dir die Hände. Stephen war sein Junge.« Er stand auf und legte die Buntstifte zurück in die Schachtel. eine private. »Aber du darfst niemandem was verraten. Ich bin gleich wieder da. Das würde Stephen interessieren. Kuchen. daß ich etwas mitbringe? Kekse. »Ich gehe jetzt und wasch mir die Hände.kommen. Würde ihm Geschichten erzählen.« Er rieb sich die Hände und lächelte. Von nun an würde er mit Stephen Zusammensein. Danke. Stephen. o ja! Daran gab es keinen Zweifel. Möchtest du. Vielleicht war Stephen ja doch sein Junge! Eine geheime Feier. sagte Robert. Vielen Dank. eine Woge der Erleichterung ging über ihn hinweg. »Ich komm gern. geheime Feier. sein Herz pochte vor Glück. Wie er einmal Feldmarschall . Wie er während des Krieges in Nordafrika gewesen war. wann immer Peg das Haus verließ. Milch? Was soll ich mitbringen?« »Nein.

hübsche Frau im grünen Kleid. »Schon zu Hause?« murmelte er. sagte Peggy. Sie ging . du wolltest zum Frisör. »So früh? Ich dachte. sagte Robert. daß er dem Jungen Geschichten erzählte. mit Hut und hochhackigen Schuhen. »Warum? Du siehst so aufgeregt aus.« Er grinste albern. die er gefunden hatte. die Arme voller Einkaufstüten. »Gar nichts. auf jeden Fall! Er ging zur Spüle und wusch sich die Hände. Ist irgend etwas los? Was ist?« »Nichts«. Es war sein Kind. Robert«.« »Dann gehst du wieder?« Sie nickte.« Peggy lächelte. »Dann bis später«. Aber er würde es tun. Ich wollte nur zuerst die Lebensmittel nach Hause bringen. Er trocknete sich die Hände ab.Montgomery gesehen hatte. Mit einem Seufzer stellte sie die Sachen auf dem Tisch ab. Er grinste. Und seine Fotos. Robert ging in das Haus. »Hallo. »Was tust du?« Sein Mut sank. Peg kam in die Küche. und ob! Er hörte ein Geräusch. Peggy ließ so etwas nie zu. Und die deutsche Pistole. sagte sie. »Ich muß zurück. eine kleine.

« Eifrig ließ er sich auf dem Stühlchen nieder. während ich weg bin. Er fuhr fort zu essen. daß du schon angefangen hast.« »Das macht doch nichts«. Dann eilte er zurück auf die Veranda. Laß Stephen nicht zu lange im Garten bleiben. wobei er sich mit seinen Händen flink aus . Die Buntstifte und das Papier waren verschwunden. »Was hast du denn so lange gebraucht?« fragte Stephen ungeduldig. Stephen hatte das kleine Tischchen abgeräumt. wie die Haustür geschlossen wurde. dafür standen dort jetzt zwei Schüsseln. »Mach dir einen schönen Tag. »Ich hab schon angefangen.« Robert wartete. sagte Robert. jede auf einem Teller. wie er über den Rasen lief und sich dem Tisch näherte. Ein Stuhl war für Robert bereitgestellt worden.« Gierig und mit glänzenden Augen fuhr er fort zu essen. bis er hörte.« »Nein. »Ich hab schon angefangen. »Schmeckt es? Was ist das? Etwas besonders Feines?« Stephen nickte mit vollem Mund. »Ich bin froh.zurück ins Wohnzimmer. Stephen beobachtete ihn. nein. die Stufen hinunter und in den Garten. Er lief durch die Blumenbeete.

»Ich – ich hatte noch nie was übrig für Würmer und Spinnen«. »Ich denke. Er drehte sich um. Und langsam ging er wieder zurück ins Haus.« »Warum?« fragte Stephen überrascht und hielt einen Augenblick inne. Er schob seinen Stuhl zurück. Er öffnete seinen Mund.seiner Schüssel bediente. daß ich davon etwas will«. Grinsend sah Robert in seine eigene Schüssel. Schrecklich elend wurde ihm zumute. »Ich glaub nicht. sagte Robert. Das Grinsen erstarrte zur Grimasse. murmelte er. . ich geh lieber wieder rein. aber er brachte kein Wort heraus. stand auf.

. Shadrach Jones hockte in der Tür seines Tankstellenhäuschens auf einem Ölfaß.Der König der Elfen Es regnete und wurde dunkel. und es wurde kalt. Wasserschwaden fegten an den Zapfsäulen vorbei. Regen wehte herein und spritzte auf den Holzfußboden. Die Tür stand offen. Er knöpfte seine Jacke zu und trat hinaus auf die Straße. Shadrach tat einen tiefen Zug. Mühsam zündete er sie an. Es war spät. die Bäume auf der anderen Straßenseite beugten sich unter dem Wind. die Sonne war schon untergegangen. Shadrach kramte in seiner Tasche und holte eine Zigarre hervor. Er biß die Spitze ab und kehrte dann der offenen Tür den Rücken zu. Endlich loderte die Zigarre in der Dunkelheit auf.

Derryville war eine kleine Stadt. Er ging in das Häuschen zurück und zog die Tür hinter sich zu. so daß er es sich behaglich machen konnte. Der Highway war ausbesserungsbedürftig geworden. um für . um sich Tabak zu kaufen und Brennholz und Zeitschriften. das er an diesem Tag eingenommen hatte. um für irgendeinen wichtigen Industriezweig von Interesse zu sein. während er darauf wartete. sagte er. sein ausgedörrter. In Derryville gab es keinerlei Attraktionen. zu klein. daß mal ein Auto vorbeikam. Nicht viel. aber doch genug für einen alten Mann. rauher Belag war voller Risse. zu klein. nichts. was jemanden anlocken würde. Er schüttelte den Kopf und sah zu den Zapfsäulen. »Was für eine Nacht!« Regen und Wind schüttelten ihn durch. Weit und breit kein Auto zu sehen. Mit zusammengekniffenen Augen suchte er den Highway ab. Er öffnete die Kasse und zählte das Geld. Es war nicht viel. und die meisten Autos gaben dem breiten State-Highway auf der anderen Seite der Berge den Vorzug. Sehr viele Autos kamen den Highway nicht mehr entlang.»Verdammt«. Genug.

Draußen war ein Geräusch zu hören. Was einmal fröhlich leuchtende Kleider gewesen sein mochten. der Wohlklang. hing jetzt schlaff und triefend an ihnen herunter. Seine Finger schlossen sich über dem Geld. Das Wasser rann ihnen in dicken Tropfen über die Gesichter. Langsam erhob er sich und ging zur Tür. Mitunter vergingen Stunden. Mutlos blickten sie Shadrach an. Auf dem Schild bewegte sich etwas.irgendwen groß von Interesse zu sein. Zwei winzige Gestalten standen da im Regen und hielten zwischen sich eine Art Schild. Dann schluckte der alte Mann entsetzt. er lauschte. Er wartete und starrte in die Dunkelheit hinaus. Dinggg! Shadrach ließ das Geld in die Kasse fallen und schob die Lade zu. Der Wind wirbelte und peitschte ihre Umhänge um ihre kleinen Körper. ohne daß – Shadrach hielt den Atem an. Zuerst konnten seine Augen überhaupt nichts erkennen. den der Signaldraht auf der Zufahrt auslöste. Erschöpft . Ein Auto konnte er dort nicht sehen. An der Tür knipste er das Licht aus.

Das ist…« Ein würgendes Husten erstickte seine Stimme. Aber Elfen? »Verdammt. . in so einer Nacht solltet ihr nicht hier draußen sein. »Hol mich der Kuckuck!« Sollte das wahr sein? Sie waren sehr klein.« Nach und nach kamen weitere Elfen herbei und sammelten sich um ihren König. Stumm und verängstigt drängten sie sich aneinander. »Ganz recht«. »Ich bin der König der Elfen und völlig durchnäßt. »Das ist nicht unsere Schuld. das war richtig.« »Natürlich nicht«. Im trüben Licht glänzte matt ein regenüberströmter Helm. Die Gestalt auf dem Schild erhob sich. wiederholte Shadrach. Aber wer ihr auch seid. sagte einer der Träger.wandte sich ein kleiner Kopf Shadrach zu. Die Elfengarde sah besorgt zum Schild hoch. und ihre triefenden Umhänge waren fremdartig und von sonderbarer Farbe. »Wer bist denn du?« fragte Shadrach. »Der König der Elfen«. murmelte der König. »Wir sind alle völlig durchnäßt.« Shadrach starrte ihn verblüfft an.

« Er ging mit vorsichtigen Schritten die Straße entlang. Ich mach euch dann Feuer an. hineinzugehen. die er und Phineas Judd während des Sommers gelegt hatten. sagte Shadrach. es macht uns Spaß. Von der obersten Stufe blickte er zurück. Dahinter mühten sich die Elfensoldaten mit der Treppe ab.und herschwankend kam der Schild näher. Erschöpft lag der Elfenkönig an das Kissen gelehnt. Er trieb sie zur Eile an. triefender Wesen. Nachdem er eine heiße Schokolade . »Ich mach dann mal Feuer«.« »Glaubst du. ein zierlicher Troß schweigender.»Ihr bringt ihn wohl besser rein«. »Wo ist dieses Haus? Führe uns!« Shadrach deutete die Straße hinauf. sagte Shadrach. Langsam und sacht hin. bis er mit den Füßen die ersten flachen Steinstufen spürte. unglücklich und durchgefroren. Er sollte wirklich nicht draußen im Regen sein. bei diesem Wetter hier herumzulaufen?« murmelte einer der Träger. »Gleich hier. Folgt mir einfach. »Mein Haus ist gleich hier die Straße rauf.

sagte der Elfenkönig. »Ich muß eingenickt sein. ein Glas Bier in der Hand. wir danken dir für deine Gastlichkeit. wirkte er entspannter. »Genau«. sagte der Elfenkönig plötzlich und öffnete die Augen. tastete nach seinem Schwert. diese krächzenden Maulwürfe. und dies sind schwere Zeiten. »Tut mir leid«. und sein schwerer Atem klang verdächtig wie ein Schnarchen. Er setzte sich auf.« »Die Trolle sind schuld«. beim Kamin stand. diese -« . der sich auf der Couch in einem Kissen räkelte. »Sterblicher. sagte einer der Soldaten müde. pflichtete ein anderer Soldat bei. Wo war ich?« »Euer Majestät sollten sich jetzt zurückziehen«. Er rieb sich die Stirn. der. »Es ist spät. sagte ein anderer Soldat.« Er blickte zu der hochragenden Gestalt Shadrachs auf.« »Wahr«. Shadrach wurde etwas unruhig. »Sehr wahr.geschlürft hatte. »Diese stinkenden Trolle. Für gewöhnlich drängen wir uns Menschen nicht auf.

Wir wußten nicht mehr. Highway zwanzig.« Er hob die Hand an den Mund und beugte sich . unterbrach der Elfenkönig ihn. Bitterkalt wehte der Wind. »Wir wußten nur eins: Hinter uns waren die Trolle. Wir verließen den Wald und brachten uns in Sicherheit auf dem Endlosen Weg -« »Dem Highway. »Der Regen wurde immer stärker.« Der Elfenkönig schwieg einen Augenblick. Nur langsam kamen wir voran.« »Und deshalb sind wir nun hier. die da liegt in den Niederungen der Ragenden Berge -« »Du meinst Sugar Ridge«. »daß wir auf dem Weg waren von den Großen Flachen Stufen zu jener Burg. »Die Ragenden Berge. Ein Unwetter setzte ein. versuchte Shadrach auszuhelfen. die durch den Wald krochen und alles vor sich niederwalzten.« Der Elfenkönig sah zu Shadrach auf. in welche Richtung wir gingen. Eine endlos lange Zeit quälten wir uns voran. Plötzlich brach aus dem Unterholz ein Trupp Trolle hervor. noch was aus uns werden sollte.»Du mußt wissen«. Wir verirrten uns.

vor. Der Elfenkönig legte sich zurück. »Wo ist dein Zimmer? Dein Schlafzimmer?« »Oben«. Er trat zum König und nahm ihm die Tasse Schokolade aus der gebrechlichen Hand. Es ist nicht Art der Elfen -« Wieder hustete er. »Was ist?« fragte Shadrach. Er seufzte. »Er muß ruhen«. Er hustete. uns bei dir aufzunehmen. Alle Elfen warteten besorgt. Der König richtete sich wieder auf.« Später in derselben Nacht saß Shadrach allein im dunklen. schloß die Augen. sagte Shadrach. leeren Wohnzimmer und dachte nach. die anderen zusammengekauert auf dem Teppich. Im Stockwerk über ihm schliefen die Elfen. bedeckte sein Gesicht mit der Hand. Wir werden dir nicht lange zur Last fallen. sagte einer der Soldaten. Das Haus war still. Äußerst besorgt näherten sich ihm die Elfen. Draußen fiel unaufhörlich der . der Elfenkönig im Bett. Schließlich rührte sich der König. »Es war freundlich von dir. »Ich zeig es euch. bis der Anfall vorüber war.

wie sie im Wind peitschten.Regen. daß es in Europa Elfen gab. so klein und naß. schlug gegen das Haus. Was ging hier vor sich? Sollte das ein Scherz sein? Elfen? Shadrach grunzte verächtlich. Er hatte davon gehört. Gruben und trieben sich irgendwie in den Wäldern rum. Er ballte seine Hände zu Fäusten. öffnete sie wieder. Was für eine Geschichte! Diese Elfen mit ihrem alten. Wie besorgt und verärgert sie waren! Und doch bemitleidenswert. kranken König und ihren feinen Stimmchen. Und was waren die Trolle für welche? Anscheinend ziemlich unangenehme und nicht sehr saubere Gesellen. Was war nur mit ihm los. und ihre lustigen Kleider waren vom Wasser ganz schlaff und durchgeweicht. seine Ohren glühten. Vielleicht in Irland. wenn er sie richtig verstanden hatte… Plötzlich lachte Shadrach verlegen vor sich hin. all das zu glauben? Ärgerlich drückte er seine Zigarre aus. Elfen in Derryville? Mitten in Colorado? Schon möglich. Shadrach hörte die Äste der Bäume. Aber hier? Oben in seinem Haus? .

tastete im Halbdunkel nach dem Geländer. sagte er.Und schliefen gar noch in seinem Bett? »Ich glaube. Über ihm ging plötzlich das Licht an. Das Haus wurde kalt.« Er wandte sich zur Treppe. Sie sahen zu ihm herab. der schauderhafte Regen draußen verband sich mit der schauderhaften Ungewißheit drinnen. »Er ist gestorben? Aber -« .« Shadrach sah mit großen Augen zu ihnen hoch. »Was ist los?« fragte er noch einmal. Eine Tür öffnete sich. Er begann. Sie antworteten nicht. die Stufen emporzusteigen. Zwei Elfen traten langsam heraus auf den Treppenabsatz. Irgend etwas in ihren Gesichtern brachte ihn dazu stehenzubleiben. »Er ist gerade gestorben. es reicht jetzt«. »Ich bin nämlich nicht blöd – damit das klar ist. »Was ist denn los?« fragte er stockend. sagte einer der Elfen. »Was ist los?« »Der König ist tot«. kalt und dunkel.

seine Finger ruhten auf dem Geländer. Der kalte weiße Schein der frühen Morgensonne erhellte das Wohnzimmer. dünne Finger. und ein Stück weiter befand sich hell glitzernd die Tankstelle. »Versteht doch«. hielt auch . sagte Shadrach. wenn ich wiederkomme?« Die Gesichter der Elfensoldaten waren ernst und bekümmert. »Ich muß zur Tankstelle. Und während er noch hinsah. Er nickte mechanisch mit dem Kopf. »Er ist tot. »Hör uns an«.« Die Elfen umstanden ihn in feierlichem Kreis. Könnt ihr mir das nicht erzählen. gingen in das Zimmer zurück und schlossen langsam und leise die Tür. sagte er zu der geschlossenen Tür. sagte einer von ihnen. Shadrach stand da. harte. sehnige.« Die Elfen drehten sich um. Durch das Fenster sah er den dampfenden Highway.»Er fühlte sich sehr kalt und sehr müde. »Bitte! Das ist für uns sehr wichtig. Er zupfte an seiner Krawatte. »Ich verstehe«.« Shadrach sah an ihnen vorbei.

Sie kommen aus den . was jetzt wohl kommen würde. sie stinken -« »Ihr Geruch ist grauenvoll.« Er ging zu dem großen Sessel und nahm Platz. Der alte Mann verschränkte die Arme vor der Brust und wartete. Sie sind dick und plump. »Sie vermehren sich sehr schnell. murmelnd und flüsternd. »Wir würden nicht überleben. er hatte sich Elfen immer als sorglose Wesen vorgestellt. roh. Komisch. sagte er. »Ich höre. sagte ein Soldat. fuhr der Wagen wieder weiter. fügte ein anderer hinzu.schon ein Wagen. die ohne Kummer und Not herumschwebten – »Na gut«. Die Elfen folgten ihm. sagte ein Soldat. Als niemand aus der Tankstelle kam. Nicht in diesen Zeiten. Shadrach blickte hinunter zu den ihn umringenden Elfen mit ihren vor Sorgen und Kummer ernsten Gesichtern. Einen Augenblick besprachen sie sich. »Wir bitten dich«.« »Die Trolle«. ungeduldiges Hupen war leise zu hören. Es sind furchtbare Wesen. umringten ihn wieder. Dann sahen sie zu Shadrach auf. »Wir können nicht ohne König sein«.

feuchten Stätten unter der Erde. der uns führen wird.« »Als unser alter König im Sterben lag. sagte Shadrach. tief unter dem Erdboden. kriechende Pflanzen in der Stille nähren. stimmte Shadrach zu. fernab von der Sonne. den er nannte. kamen ein paar entrückte Worte von seinen Lippen«. »Meiner?« . »Der alte König muß seinen Nachfolger bestimmen. meinte Shadrach.« »Wir wählen nicht den König der Elfen«. »Wir beugten uns näher. »Ich sehe da kein Problem.« »Nun ja. dann solltet ihr einen König wählen«. sagte ein Soldat. Dann habt ihr ihn also verstanden.« »Oh«. diese Methode ist bestimmt nicht verkehrt.« »Er nannte den Namen dessen. sagte ein Soldat.« Shadrach glotzte ihn an.dunklen. wo sich blinde. »Nichts.« »Gut. Und. und lauschten. was man sich entgehen lassen möchte. war – war dein Name. ängstlich und unglücklich. »Nun. wo liegt das Problem?« »Der Name.« »Ist schon wichtig«.

« Er trat vor den Spiegel über dem Kamin und betrachtete sich. hoch oben am klaren blauen . »Ich. »König der Elfen. im Zimmer umher. »König der Elfen«. Shadrach Jones. Ich sehe die Wiederauferstehung des Elfenreichs. zu eurem König. »König der Elfen?« Shadrach stapfte. »Das hätt ich mir auch nicht träumen lassen. König der Elfen!« Er grinste unsicher. Das muß ich ihm erzählen!« Phineas Judd würde aus dem Staunen nicht mehr herauskommen! Über der Tankstelle. seinen großen Adamsapfel. Große Dinge werden geschehen.»Der sterbende König sagte: >Macht ihn. die Hände in den Taschen. wenn er die Elfen in die Schlacht gegen die Trolle führt. es wird sein. seine feuchten Augen. den hochragenden Sterblichen. so wie es war. Na. Er sah sein schütteres graues Haar. sagte er. bevor -<« »Ich?« Shadrach stand auf. wie es in den alten Tagen war. wenn das Phineas Judd hört.

Phineas griff nach dem Zündschlüssel. Der Motor heulte auf.Himmel schien die Sonne. Er wechselte seine Stellung und setzte den anderen Fuß auf das Trittbrett. Phineas Judd trat auf dem Gaspedal seines alten Ford-Transporters herum. »Hättest du das für möglich gehalten? Ich. darf ich fragen. »Was hast du gesagt?« fragte er. Und was. Er nahm seine Brille ab und begann die Gläser mit schlanken. Shadrach?« »Seit vorletzter Nacht. König der Elfen?« Phineas gaffte ihn an. Er setzte seine Brille wieder auf die Nase und strich sein dünnes Haar zurecht. geschickten Fingern zu putzen. »Wiederhol das noch mal.« »Ich bin König der Elfen«.« Phineas nickte. Shadrach?« fragte er. Shadrach Jones. »Wie war das. »Verstehe. ist vorletzte .« »Verstehe. dann kurbelte er das Fenster ganz herunter. »Und seit wann bist du – König der Elfen. Vorletzte Nacht. drehte ihn herum und zog ihn ab. wurde dann wieder ruhiger. sagte Shadrach zum zweitenmal.

Shadrach. sagte er ihnen -« Ein Laster rumpelte heran. Später an diesem Tag kam Dan Green mit seiner alten Kiste zur Tankstelle. Als der alte König dann starb. . wenn du aus der Stadt zurück bist. »Komm mal her! Ich möchte dich mal was fragen. »Was denn?« »Komm her.Nacht passiert?« »Die Elfen sind zu mir ins Haus gekommen. zum Teufel. »Ich hol ihn schon!« Er sah wieder Phineas an. und der Fahrer sprang heraus.« Er fuhr davon. sagte Phineas und ließ den Motor seines Transporters wieder an.« Shadrach kam aus dem kleinen Häuschen. »He.« »Klar«. Ich bin gespannt. »Klar. ist der Wasserschlauch?« Shadrach wandte sich widerwillig um. Ich muß dir noch den Rest erzählen. »Wo. Das ist wirklich interessant.« Dan beugte sich aus dem Fenster. Shadrach«. rief er. »Wasser!« rief er. einen Putzlumpen in der Hand. »Vielleicht kann ich dir heute abend alles erzählen.

»Ich glaub schon«. daß er plötzlich König der Elfen geworden war. . »Ich hab doch gar nichts gesagt.« Dans Grinsen verschwand. Und jeder. der sagt. oder?« »Sicher.« »Ist es wahr? Bist du wirklich der König der Elfen?« Shadrach errötete leicht. der in Derryville den Lucky Store betrieb. »Schon gut«. Pop Richey. »He. daß ich es nicht bin -« »Schon gut. sagte Dan. »Nur nicht aufregen. »Ich darf dich doch was fragen. »Doch. oder?« Gegen Ende des Tages war jedermann in der Umgebung über Shadrach im Bilde und wußte. »Was soll das heißen? Selbstverständlich bin ich der König der Elfen. gab er zu. Shadrach«.« Shadrach sah ihn sonderbar an. sagte Dan und brachte eilig seinen Wagen in Gang. das bin ich. er sah beiseite.er grinste von einem Ohr zum anderen. willst du mich auf den Arm nehmen? Wo ist die Pointe?« Shadrach wurde wütend. Ich wollte ja bloß fragen.

Wie ich das sehe. aber ich hab das Gefühl.« »König der Elfen?« Alle brachen in Gelächter aus.« »Allerdings«. was er tut.« Phineas Judd grübelte. was er uns als nächstes auftischt. »Vielleicht irre ich mich. Er ist schon so lange im Geschäft. »Wenn man ihn so hört. Ich kann mir einfach keinen Vers drauf machen. Der weiß schon. »Gefällt mir nicht. »Dann meinst du also. »Er ist ein altes Schlitzohr«.« Dan sah ihn an. sagte Pop. »Shadrach ist doch nicht dumm. »Mal abwarten. er glaubt das. »Ich kenne Shadrach seit Jahren. »Da fahren doch nicht mehr viele Autos lang. um für die Tankstelle Reklame zu machen.behauptete. daß er wirklich dran glaubt. das sei nur so ein Trick von Shadrach.« »Aber wie kann er das ernsthaft glauben?« fragte Pop.« »Also ich weiß nicht«. könnte man meinen. Aber was. sagte Phineas. .« Er zog die Stirn in mißbilligende Falten. daß er es glaubt. muß dabei irgendwas für ihn herausspringen. widersprach Dan Green.

das springt dabei für ihn heraus – wo er tun und lassen kann. der Tankstelle auf die Beine zu helfen?« »Ja. statt dich hier um diesen alten Kramladen kümmern zu müssen?« »An meinem Laden ist nichts auszusetzen«.wenn es nicht darum geht. mich zu schämen. »Was denn?« wollte Pop wissen.« Er sah Phineas an.« Dan lief rot an. Sein Goldzahn blitzte. sagte Pop. Etwa nicht. seht ihr denn nicht. als Klamotten zu verkaufen. Er hob den Kopf. Pop? Wärst du nicht auch lieber König der Elfen. »Ich hab keinen Grund. . Würde dir das nicht auch gefallen. »Was? Was hast du gesagt?« »Was ist los mit dir?« wollte Pop wissen. »Da ist auch nichts dran auszusetzen. was er will. Phineas?« Phineas starrte zu Boden. »Oder? Da ist doch wohl nichts dran auszusetzen. »Ein ganzes Königreich für sich selbst. Immer noch besser. was für ihn dabei rausspringt?« sagte Dan grinsend. am Klamottenverkaufen.

kam aus der Dunkelheit eine kleine Gestalt auf ihn zu. An den Füßen trug er kleine Lederstiefel. Als Shadrach am späten Abend die Tankstelle zuschloß. Er war mit einem kleinen grauen Umhang bekleidet. »Wer da?« Blinzelnd trat ein Elfensoldat in das Licht. . der von einer silbernen Schnur um die Taille zusammengehalten wurde. Das Gelächter verstummte. Hockt da die ganze Zeit einsam und allein. »Er wird alt. daß das eine Masche ist?« Phineas schüttelte zerstreut den Kopf und antwortete nicht. an seiner Seite ein kurzes Schwert. »Du meinst also nicht. bei Wind und Wetter. bei Regen läuft ihm das Wasser über die Dielen – und im Winter pustet der Wind ganz gehörig über den Highway -« »Du meinst also.»Worüber denkst du nach?« »Ich mache mir Sorgen wegen Shadrach«. sagte Phineas. Alle sahen sich an. »He!« rief Shadrach. er glaubt dran?« beharrte Dan.

Der Elf zog endlich eine winzige Schriftrolle hervor und öffnete sie. das Elfenkönigreich zu zerbrechen. Kann diese kleinen Buchstaben nicht recht erkennen. Sie werden versuchen. und sie erheben sich überall in den Tälern und den Bergen. »Dies ist ein entscheidender Augenblick für die Elfen. daß der alte König tot ist. sagte der Elf.« »Die Trolle sind im Anmarsch. die Elfen zu zerstreuen -« »Ich verstehe«. und Shadrach wartete. »Wie lautet die Botschaft?« fragte Shadrach. Seit Jahrhunderten ist unsere Existenz schon gefährdet.« Der Elfensoldat nickte.»Ich habe eine wichtige Botschaft für dich«. Er reichte die Rolle Shadrach. und Elfen sind sehr zart und werden oft krank -« . indem er geschickt das Wachs aufbrach. »Bevor euer neuer König überhaupt richtig loslegen kann. Er beugte sich vor und brachte die Augen dicht vors Pergament. »Ich habe meine Brille nicht dabei. Es gibt so viele Trolle. »Wo habe ich sie bloß hingetan?« Er durchsuchte sein Gewand. Sie haben gehört.« »Ganz recht. sagte Shadrach.

»Stimmt«. »Hätte ich geahnt. da kommen eine Menge Kunden -« »Aber du bist der König der Elfen«.« »Was?« Shadrach wurde unbehaglich zumute. brach er ab. Shadrach rieb sich nachdenklich das Kinn. erwiderte er. sagte der Soldat. Wir werden dich in das Elfenkönigreich bringen. oder?« Der Elfensoldat verbeugte sich. wenn ich das geahnt hätte«. »Tja. ihr werdet die Verteidigung des Reiches planen und alle notwendigen Beschlüsse fassen. sagte Shadrach. »Aber ich habe noch nicht mal zu Abend gegessen. was soll ich tun? Gibt es irgendwelche Vorschläge?« »Du sollst dich mit uns heute nacht unter der Großen Eiche treffen. Und meine Tankstelle – morgen ist Samstag. »Das bin ich ja wohl. Aber der Elfensoldat sah ihn nur stumm und reglos an. daß man als König der Elfen -« Auf eine Entgegnung hoffend. »Vielleicht solltet ihr jemand anderes zum König . und du und dein Stab.»Nun.

»Du hast ihm in deinem Haus Schutz vor dem Regen gewährt. Hier in Colorado gibt es keine Kriege. »Ich verstehe doch gar nichts davon. Dan Green und Pop unten im Laden -« Der Elfensoldat trat heraus aus dem Licht und zog sich zurück. meinte Shadrach. jedenfalls keine zwischen Menschen.« Shadrach überlegte.« Er hielt inne. die gegeben haben. Der König hat in seinem Leben nicht viele getroffen.« Noch immer schwieg der Elfensoldat. vom Kämpfen und so weiter. »Ich verstehe nicht viel von Krieg und so Sachen. zuckte die Schultern. sagte der Elf.nehmen«. »In so was mische ich mich grundsätzlich nicht ein. Schließlich blickte er auf. ohne zu nehmen. daß du dafür nichts hast haben wollen. »Warum ist die Wahl nur auf mich gefallen?« fuhr Shadrach hilflos fort und rang die Hände. Er wußte. Ich meine.« »Oh. daß du dafür nichts von ihm erwartet hast. »Aber was ist mit meiner Tankstelle? Und mit meinem Haus? Und was sollen die Leute denken. Warum hat er mich ausgewählt? Warum nicht einen anderen?« »Er hat dir vertraut«. Es wird immer . »Ich muß gehen.

« »Schon gut«. Als er zur ersten der flachen Steinstufen kam. »Die Trolle fürchten sich vor nichts mehr. sein Kopf war voller Fragen und Zweifel.später. wenn es ihn braucht. Es gehört sich nicht für einen Elfenkönig. Sie streifen überall umher. sagte Shadrach.« »Dann werd ich wohl besser kommen«. aber der Elfensoldat war bereits verschwunden. jetzt wo der alte König tot ist. sagte Shadrach. wenn er gerade den Himmel verläßt. hast du gesagt? Und wann?« »Bei der Großen Eiche. blieb er stehen.« »Wo soll das Treffen stattfinden. »Und die alte Eiche steht auf Phineas’ Farm! Was wird Phineas dazu sagen?« . Wenn heute nacht der Mond untergeht. sein Reich im Stich zu lassen. »Du hast recht. Shadrach ging den Highway entlang. Niemand ist sicher.« Er sah sich um. Ich möchte mich nicht zu weit von den anderen entfernen. und nachts kommen die Trolle heraus.

Es war Nacht. der in den Bäumen auf der anderen Straßenseite raschelte und über die fernen Hügel und Berge strich. war das letzte Sonnenlicht endgültig verloschen. Im kalten Mondschein sah er. und die Trolle marschierten über die Berge. Trolle? Gab es dort wirklich Trolle. »Shadrach!« rief Phineas. Als er oben anlangte. die sich im Schutz der Dunkelheit frech und zu allem entschlossen aufmachten. Shadrach hielt inne und lauschte auf das Rauschen des Windes. Er fluchte und schüttelte den Kopf. die nichts und niemanden fürchteten? Und überhaupt diese ganze ElfenkönigGeschichte… Shadrach stieg mit zusammengepreßten Lippen die Stufen hinauf. Phineas Judd sah zum Fenster hinaus.Aber er war der Elfenkönig. wie eine Gestalt langsam über das untere Feld ging und sich auf dem Trampelpfad dem Haus näherte. »Was ist los? Was . Dann ging er rasch zur Tür und hinaus auf die Veranda.

.« »Um diese Uhrzeit?« Shadrach senkte den Kopf. sagte Phineas Judd. Dann ging er wieder zurück auf die Veranda. Wir müssen den Krieg mit den Trollen planen. Aber ich muß mich mit jemandem bei der alten Eiche treffen. »Geh zurück nach Hause«. Shadrach? Wen um alles in der Welt willst du mitten in der Nacht auf meiner Farm treffen?« »Ich soll mich mit den Elfen treffen. sagte Phineas. »Was ist denn nur in dich gefahren?« »Tut mir leid. aber ich bin doch -« »Ich treff mich mit den Elfen bei der alten Eiche. »Tut mir leid. »Was hast du vor? Du brauchst es mir natürlich nicht zu erzählen.machst du mitten in der Nacht hier draußen?« Shadrach blieb stehen und stemmte trotzig die Fäuste in die Seiten. Er ging ins Haus zurück und knallte die Tür zu.« »Also ich will verdammt sein«. daß ich deinen Grund und Boden betreten muß. »Was ist los mit dir. Phineas«. Lange stand er nur da und grübelte. sagte Shadrach.

einmal morgens und einmal abends. »Was redest du da über Trolle? Warum gehst du fort?« . nur um sicherzugehen. Schmieden ständig Pläne. so zweimal am Tag. »Ach. »Ich werde wohl für eine Weile fort sein. behalten uns im Auge -« Phineas starrte ihn sprachlos an. Ich hab ja nicht viel Erfahrung im Kampf mit Trollen. Die Trolle. Kommt drauf an. Man darf Trolle allerdings keinen Augenblick aus den Augen lassen!« »Trolle sind überall«. wie lange diese Sache dauert.« »Du gehst fort?« Rasch kam Phineas die Treppe herab. sagte Shadrach. Denen entgeht jedenfalls nichts.Wir müssen großen Rat halten wegen des Krieges gegen die Trolle. ich bin mir daher nicht so sicher. stellte Shadrach fest und nickte. daß niemand eingebrochen hat oder so. übrigens«. Aber man kann sie nicht einfach ignorieren. natürlich. »Bisher war mir das gar nicht so recht klar.« »Ja. Aber könntest du vielleicht für mich nach der Tankstelle sehen.

»Stimmt.Geduldig wiederholte Shadrach. räumte Shadrach ein. . »Zu kalt. was er bereits gesagt hatte. Die Welt war still und tot. Shadrach. Aber ich kann wirklich nicht lange bleiben…« Shadrach streckte die Beine aus und seufzte. Shadrach fröstelte. ich hab noch etwas Zeit«. »Ich verstehe«.« Sie schwiegen. und die Nacht war sehr kalt. »Es ist eine kalte Nacht«. »Eine Tasse Kaffee kann da nicht schaden. Ich muß sie anführen. nicht wahr? Aber hör doch. und der Mond würde noch lange nicht untergehen. »Aber warum?« »Weil ich der Elfenkönig bin. Komm rein -« »Ich glaub. sagte Phineas schließlich. warum kommst du nicht für ein Weilchen rein. um hier draußen rumzustehen. drängte Phineas. Sagtest du ja bereits. dann kannst du mir von den Trollen erzählen und etwas Kaffee trinken und -« »Kaffee?« Shadrach sah zu dem fahlen Mond auf. zum Mond und dem bleichen Himmel.

die. meine ich. Wenn ich mal in der Nähe bin. . In der Ecke stand ein kleines Harmonium. auf dem fein säuberlich Notenblätter aufgelegt waren. sagte Phineas. Die Bälge funktionieren nicht richtig.« »Erinnerst du dich noch. die ihren Zweck erfüllten. Phineas. sagte Phineas. Phineas?« »Nicht mehr viel. Es war ein sehr ordentliches kleines Wohnzimmer mit ernsten Bildern an den Wänden. »Du spielst noch immer.« »Das wäre großartig«.»Der Kaffee schmeckt wirklich gut.« Phineas trank ein wenig und stellte seine Tasse ab. wie du immer ›Vilia‹ gespielt hast und wie Dan Green mit dieser Lady angekommen ist. grauen uninteressanten Bildern. die im Sommer für Pop gearbeitet hat? Die den Töpferladen aufmachen wollte?« »Na klar«. dich mal drum zu bitten.« »Das könnte ich doch reparieren. Im Wohnzimmer war es still und warm. Der eine will nicht wieder nach oben kommen. Shadrach sah das Harmonium und lächelte. »Ich hatte schon vor.

Wenn es wieder wärmer ist.« Müde rieb sich Shadrach die Stirn. Dann kannst du das doch später tun. »Möchtest du noch Kaffee?« fragte Phineas rasch. Er erhob sich. der Mond war fast untergegangen. Du kannst ein andermal wiederkommen und gegen Trolle kämpfen. »Danke für den Kaffee.« Langsam kam er auf die Füße. Shadrach fröstelte. Die Felder lagen trist im Dunkeln. Aber ich muß dann gleich wirklich gehen. das kommt mir alles wie ein verrückter Traum vor. »Noch einen Schluck?« »Einen kleinen Schluck noch. sagte er. »Ich kann dir da nicht widersprechen«. Wann habe ich angefangen. da ist es warm.Schließlich setzte Shadrach seine Kaffeetasse ab und richtete sich in seinem Sessel auf. »Das hat . über Elfen und Trolle zu reden? Wann hat das alles begonnen?« Seine Stimme wurde fast unhörbar. Shadrach. Du gehst jetzt nach Hause. »Paß auf.« Shadrach sah aus dem Fenster.« »Das ist keine Nacht zum Spazierengehen. »Weißt du. Es war dunkler geworden. Phineas wandte sich ihm eifrig zu. Trolle gibt’s immer. Das hast du selbst gesagt.

Und vielleicht noch ein Schlückchen Brandy. Wie in alten Zeiten haben wir hier zusammen gehockt.« Shadrach blickte auf Phineas’ Hand auf seinem Arm. langsam gingen sie die Verandatreppe hinunter und traten auf den kalten dunklen Boden. ich geh dann mal«.mich ordentlich aufgewärmt. Dank dir. geh nach Hause. will ich hoffen?« »Das wird wohl das Beste sein. »Ja. sagte Shadrach. Er legte einen Arm auf Shadrachs Schulter und begleitete ihn zur Tür. Seit . Shadrach. Und war nett. Ich weiß deine Freundlichkeit zu schätzen.« »Wirklich eine gute Idee. Nimm ein schönes heißes Bad. bevor du zu Bett gehst. Das wird dir guttun.« Phineas erhob sich rasch. »Geh schön nach Hause. und dann sofort ab ins Bett. »Nach Hause. und nimm noch ein heißes Bad. Phineas.« Phineas tätschelte seinen Arm. mit dir zu plaudern. ganz wie früher. wärmt das Blut.« Phineas öffnete die Haustür. »Gute Nacht -« »Genau. »Genau. Es ist spät.« »Du willst gehen?« Phineas zögerte.

kalt und leblos. wie stark das Kinn hervorragte. Shadrach trat zurück und betrachtete seinen Freund. Fast schwarz. Merkwürdig. Die Ohren waren riesig. Shadrach sah Phineas an. Phineas’ Hand war riesig und rauh. seine Nägel gebrochen und gerissen. Shadrach betrachtete die Hand. »Merkwürdig«. Noch nie hatte Shadrach bemerkt. wie Pergament. »Was ist merkwürdig. so sah es zumindest im Mondschein aus. das Haar strähnig und verfilzt. Aber er hatte Phineas auch noch nie im Mondschein gesehen. Die Haut war gelb und rauh. Aus wenigen Schritt Entfernung wirkte . Shadrach?« Im Mondschein wirkte Phineas’ Gesicht sonderbar klobig und brutal. Hinter den Brillengläsern waren die Augen wie zwei Steine. Seine Finger waren stumpf.Jahren war er Phineas nicht so nah gewesen. murmelte er. was für einen mächtig ausladenden Unterkiefer Phineas hatte. und seine Arme waren kurz. daß ihm das noch nie aufgefallen war. Verwundert runzelte er die Stirn.

halbzerfallenes Regenfaß. Seine Beine waren leicht gebogen. »Ob irgendwas nicht stimmt?« wiederholte er. Und da war noch etwas – »Was hast du?« fragte Phineas. feuchtem. der mißtrauisch zu werden begann. Shadrach sah sich langsam um. einen leicht stechenden Gestank von verfaulendem.Phineas Judd ungewöhnlich kurz und untersetzt. schimmligem Fleisch. . »Das nicht direkt. Alles in bester Ordnung. »Stimmt irgend etwas nicht?« Etwas stimmte ganz und gar nicht. Und es war ihm niemals aufgefallen. »Nein. Wer – oder was – bist du?« Phineas brüllte auf und attackierte ihn mit seinen mächtigen. die sie Freunde waren. Er hielt die Daube fest in der Hand und ging zu Phineas zurück. Phineas. Seine Füße waren unglaublich groß.« An der Hauswand stand ein altes. mörderischen Schaufelhänden. in all den Jahren nicht. von verwesendem Fleisch.« »Was machst du da?« »Ich?« Shadrach ergriff eine Faßdaube und riß sie los. Shadrach trat darauf zu. »Ich bin der König der Elfen. Phineas war eingehüllt in einen Geruch.

Dem Krachen der Daube folgte ein Poltern. gedrungenen Körpern und riesigen Füßen und Köpfen. immer wieder holte er aus. Er wußte. eine schwarzbrandende Flut unförmiger Gestalten. trommelten auf sein Gesicht und seinen Körper mit Fäusten ein. Es schienen Hunderte zu sein. »Hilfe!« schrie Shadrach erneut. er trat die Trolle mit seinen Füßen und zog ihnen die Daube über. Immer mehr quollen unter Phineas’ Haus hervor. kletterten an ihm empor. »Trolle! Hilfe!« Die Trolle kamen von allen Seiten. »Hilfe!« rief Shadrach. aber schon schwächer. zerrten an ihm. sein Herz pumpte wie .Shadrach zog ihm die Faßdaube über den Kopf. deren große Augen und Zähne im Mondschein funkelten. springenden Kreaturen hervor. Shadrach drosch mit der Faßdaube um sich. Shadrach warf einen gehetzten Blick auf die Flut dunkler Kreaturen. die sich aus Phineas’ Keller ergoß. Phineas röhrte vor Wut und Schmerz. was das für Wesen waren. packten ihn. Er atmete schwer. und unter dem Haus kam eine wilde Horde von hüpfenden. dunklen buckligen Wesen mit schweren.

Ein anderer ließ seinen Arm los. sie hockten auf seinen Schultern. Wieder erklang das Trompetensignal. Einer der Trolle bekam die Faßdaube zu packen. Einer ließ sich von Shadrachs Hals herunterfallen. klammerte sich an seinen Arm. Eine ganze Gruppe von Trollen half ihm und versuchte. ritten auf seinen Armen und Beinen. Shadrach die Daube zu entwinden. Überall auf ihm waren Trolle. . Verzweifelt hielt Shadrach fest. riß sich los von der Horde. dieses Mal lauter. Plötzlich hielten die Trolle in ihrer Attacke inne. mit gebleckten Zähnen spie er vor Wut aus. klammerten sich an seine Jacke. Shadrach schleuderte ihn fort. Ein Troll biß ihm ins Handgelenk. den Klang einer fernen goldenen Trompete. die in den Bergen widerhallte. Er drehte sich um und machte ein paar Schritte in Richtung des Tons. die sich an seine Hosenbeine geklammert hatte. »Elfen!« knurrte ein Troll.wild. zerrten an seinem Haar – Er hörte ein helles Trompetensignal. unaufhörlich hieb er auf sie ein.

Er war erschöpft. die sich an ihn klammerten. hätte Shadrach später nicht sagen können. »Tötet die Elfen!« »Tod den Trollen!« »Vorwärts!« »Voran!« Shadrach kämpfte verzweifelt mit den Trollen. Die Elfen lösten ihre Formationen auf und stellten sich zur Schlacht auf. die sich noch immer an ihn klammerten. . trat mit den Füßen und hüpfte. rang nach Luft. wild stürmten sie den Marschsäulen der Elfen entgegen. er keuchte. Prankenkralle gegen goldenes Schwert. Wie lange die Schlacht tobte. schleuderte Trolle von sich. Blind schlug er immer wieder zu. beißender Kiefer gegen Dolch. eine anschwellende Woge gebleckter Zähne und erhobener Krallen.»Elfen!« Die Trolle schwärmten aus. Troll gegen Elf. Die Woge der Trolle rollte auf sie zu. mit ihren hellen Flötenstimmen wurden in wilder Freude Befehle ausgerufen. Er verlor sich in einem Meer dunkler Körper. durch die Luft und auf den Boden.

die an ihm zerrten. der sich zäh an seinen Arm krallte. Nichts bewegte sich. Er kämpfte stumm und verbissen.kugelig und stinkend. kleine Gruppen kämpfender Krieger auf allen Seiten. an seinem Haar und an seinen Fingern. Plötzlich hörte Shadrach auf zu kämpfen. Es war vorbei. Shadrach taumelte rückwärts im Kampf mit dem letzten Troll. Shadrach sank auf einen Stein. Ein paar Trolle hingen noch immer an seinen Armen und Beinen. ihn bissen. Einem verpaßte Shadrach einen Hieb mit der Faßdaube. Schwach holte er . Nirgends bewegte sich noch ein einziger Troll. Er heulte auf und ging zu Boden. Überall prallten die Elfenlegionen gegen die Trollhorden. mondbeschienenen Felder da. Still lagen die öden. Schmerzhaft hob und senkte sich seine Brust. »Jetzt du!« keuchte Shadrach. Er hob den Kopf. an seiner Nase rissen. Rote Flecken schwammen vor seinen Augen. Der Troll fiel zu Boden und eilte davon in die Nacht. Alles war still. Er riß den Troll von sich los und schleuderte ihn durch die Luft. Der Kampf war zu Ende. sah sich unsicher um.

Die Elfenkrieger umstanden ihn im Kreis und blickten in stummer Achtung zu ihm empor. drehte den Kopf von einer Seite zur anderen. Es waren viele. was geschehen war. Shadrach ließ seinen Blick über die Elfen schweifen. Er schloß die Augen. Ihre Helme verbeult oder verloren gegangen. Die meisten ihrer scharlachroten Federn waren verschwunden. hatten sich die Elfen bereits gesammelt und kamen auf ihn zu. »Danke«. Die noch vorhandenen waren gebrochen und hingen herunter. verkündete ein Elf und konnte noch nicht recht fassen. Als er die Augen wieder öffnete. Die Trollhorden waren in die Flucht geschlagen worden. Der Krieg war gewonnen.ein Taschentuch heraus und wischte sich Hals und Gesicht. Die Elfen waren zerzaust und zerschunden.« »Die Trolle sind besiegt«. Die Schlacht war vorüber. »Vielen Dank. sagte Shadrach. Einer von ihnen stützte ihn. mehr als er je zuvor . Shadrach erhob sich langsam. Ihre goldenen Rüstungen waren gerissen oder entzwei. als er das Taschentuch wieder einsteckte.

Ich habe die Trolle ganz allein abgewehrt. Ich war so gut wie erledigt. geprägt vom Ernst des Augenblicks. »Stimmt. »Nicht alles?« »Seht hier. Hier entlang. sagte ein Elf. sagte Shadrach. Ihr seid wirklich im richtigen Augenblick gekommen. Alle Elfen waren in die Schlacht gezogen. und erschöpft von dem furchtbaren Ringen. »Was?« rief Shadrach verblüfft aus.« »Ganz allein wehrte der König der Elfen die gesamte Troll-Armee ab«.gesehen hatte. Dann lächelte er. Ihre Mienen waren grimmig. verkündete ein Elf mit schriller Stimme. sie sind tatsächlich verschwunden«. »Ja. Shadrach blinzelte ungläubig. Zur Rechten. der zuerst .« Die Elfen geleiteten Shadrach hin. »Das war knapp. »Was ist das?« murmelte Shadrach. Die ganze verdammte TrollArmee.« »Und das ist nicht alles«. eine Zeitlang habe ich ganz allein gegen sie gekämpft. mächtigster aller Elfen. o König. Allmählich kam er wieder zu Atem. als sie mich alle auf einmal angriffen.

»Du lieber Himmel! Mein alter Freund! Was habe ich bloß getan?« »Ihr habt den Großen Troll erschlagen. lag Phineas Judd.nichts erkannte. Sein Körper war kalt und steif. »Der Große Troll ist Hunderte von Jahre alt. daß er überhaupt sterben könnte. »Ich habe was?« »Ihr habt den Großen Troll erschlagen. Niemand hätte geglaubt. Er rührte sich nicht.« Shadrach zögerte. Plötzlich stand kalter Schweiß auf seiner Stirn. »Er ist tot«. mit dem Rücken auf dem gefrorenen Boden. Das ist der größte Augenblick in unserer Geschichte. rief ein anderer Elf aufgeregt. sagte ein Elf feierlich. Dort. sein Mund halb geöffnet. »Könnte vielleicht jemand eine Fackel holen?« Ein paar Elfen brachten kleine Kiefernfackeln. Er sah nach unten und versuchte die Dunkelheit zu durchdringen. den Anführer aller Trolle.« »Das hat es noch nicht gegeben«. Shadrach schluckte beklommen. Seine Augen waren starr und ausdruckslos.« Die Elfen sahen auf die leblose Gestalt mit einer .

. Ihm fiel ein. »Seht her. als das Mondlicht über das Gesicht seines alten Freundes geglitten war. Ein verrottetes. »Ach. fast schon getilgtes Emblem. Er schob Jacke und Weste auseinander. in die sich mehr als nur ein wenig Furcht mischte. verkrustet von Schmutz und von Rost. Auf dem Panzer eingraviert waren Insignien. Das Zeichen des Großen Trolls. Unter Phineas Judds blauer Sergeweste befand sich ein Panzerhemd aus altem. was er vor einer kleinen Weile gesehen hatte. lief ihm ein Schauer über den Rücken.« Einer der Elfen bückte sich und öffnete Phineas’ blaue Sergeweste. über Kreuz. hört doch auf!« rief Shadrach aus. das den untersetzten Körper eng umspannte. »Das ist bloß Phineas Judd. rostigem Eisen. dunkel und alt. »Seht Ihr?« Shadrach ging in die Hocke. als er so dicht neben Phineas gestanden hatte. Das Emblem von Eulenbein und Giftpilz. Ihm stockte der Atem.Scheu.« Aber während er noch sprach.

« Lange Zeit starrte er schweigend zu Boden. Dann dämmerte ihm langsam eine Erkenntnis. Er richtete sich auf. ich könnte vielleicht – ich meine.»Mein Gott«. auf seinem Gesicht erschien ein Lächeln. jetzt – jetzt. Keiner von ihnen sagte .Also?« Eine Weile schwiegen die Elfen. »Was habt Ihr. sagte Shadrach. »Und ich habe ihn getötet. »Ich hab mir so gedacht.« »Ich dachte. Alle Elfen warteten. vielleicht könnte ich jetzt doch zur Tankstelle zurück und müßte dann nicht mehr König sein. Und der da ist tot. »Mir ist gerade ein Gedanke gekommen«. »Was ist Euer Begehr. »Was meint ihr? Wo der Krieg nun mal vorbei ist und so. wo ihr mich doch jetzt eigentlich nicht mehr braucht -« Die Elfen hörten respektvoll zu. »Ich dachte. o König?« flötete ein Elf.« Shadrachs hoffnungsvoller Blick glitt über die Elfen. Unglücklich blickten sie zu Boden. mächtiger König? Fahrt fort. sagte Shadrach. . wo der Große Troll nun tot ist und die Troll-Armee die Flucht ergriffen hat -« Er brach ab.

grinste bis über beide Ohren.« Shadrach drehte sich um und folgte dem Trampelpfad.etwas.« Er grinste die schweigenden Elfen an.« Eine Woge der Erleichterung erfaßte Shadrach. Schließlich wandten sie sich ab. »Ja. Und verdammt kalt. »Kein schlechter Kampf. vielen Dank.« Er entfernte sich von den Elfen. Die Trolle sind besiegt. wenn du das willst. »Vielen. Du kannst zu deiner Tankstelle zurückkehren. geh nur«. Er blieb stehen und winkte den Elfen nach.« Er eilte weiter. rieb sich die Hände und blies in seine Fäuste. Dann also gute Nacht. Er reckte sich. sammelten ihre Banner und Wimpel ein und zogen ab. Wiederum blieb er . nicht? Wir haben es ihnen ordentlich gegeben. was ich je in meinem Leben gehört habe. Bis – bis irgendwann mal!« Die Elfen nickten stumm. »Der Krieg ist vorbei. »Großartig. »Also. Ist schon spät. »Danke! Das ist großartig! Das ist wirklich großartig. War eine anstrengende Nacht. Das ist das Großartigste. ich mach mich dann mal auf den Weg. sagte ein Elf ruhig.

Die Elfen standen noch immer dort in der Stille der Nacht beisammen. »Ich hatte gehofft. Er machte kehrt und eilte zurück. er sah den Highway. daß ihr noch nicht weg sein würdet«. Shadrach Jones ging langsam nach Hause. um alles nur im jetzigen Zustand zu erhalten oder sich was Besseres zu kaufen. sagte Shadrach erleichtert. die immer mehr zerfiel. daß ich behilflich sein konnte. Shadrach trat gegen einen Stein. und er sah sein Haus.stehen. auf dem nur wenige Wagen fuhren. Also dann. Der Stein schoß durch das angespannte Schweigen und blieb . gute Nacht!« Ein oder zwei der Elfen winkten. die Tankstelle. Er konnte es bereits von der Anhöhe aus sehen. »Und wir hatten gehofft. und er hatte nicht genug Geld. das ihn wohl auch nicht überleben würde. blickte sich um und winkte. doch keiner von ihnen sagte ein Wort. daß du uns nicht verlassen würdest«. »Hat mich ehrlich gefreut. sagte ein Soldat. Sie waren nicht fortgezogen.

dann liegen. sondern mit einem Mal König zu sein. sich zu verändern. Aber jetzt nicht mehr. groß genug. Ein Soldat verneigte sich glücklich vor Shadrach. Es war viel . »Für Euch. »Bin ich vielleicht nicht mehr der König der Elfen?« »Dann willst du also unser König bleiben?« rief ein Elf. Sire. und ein Dutzend stolzer Soldaten wartete bereits mit den Tragstangen auf ihren Schultern. Der kleine Kreis aus Elfenfackeln kam hocherfreut näher. sagte Shadrach Jones. Nur war dieser viel größer. das hat mir eine Weile Angst gemacht. um einen Menschen zu tragen. auf dem der alte Elfenkönig getragen worden war.« »Das ist dein Ernst? Das ist dein Ernst?« »Aber ja«. Noch immer beobachteten die Elfen Shadrach. In ihrem Schein sah Shadrach einen Schild.« Shadrach kletterte auf den Schild. »Euch verlassen?« sagte Shadrach. Kein Benzin mehr zu verkaufen. wie den. »Es ist für einen Mann in meinem Alter nicht eben leicht.

daß sie ihn so ins Elfenreich bringen wollten. aber er wußte sehr wohl. .unbequemer als Gehen.

« Hall richtete sich auf. Und ich war überzeugt. »Erstaunlich«.Kolonie Major Lawrence Hall beugte sich über das Binokularmikroskop und korrigierte die Feineinstellung. »Ist schon ein beschauliches Fleckchen. murmelte er.« Lieutenant Friendly schob einige Petrischalen beiseite und setzte sich auf die Kante des Labortischs. »Nicht wahr? Drei Wochen auf diesem Planeten und noch immer keine gefährliche Lebensform in Sicht. keine Läuse. »Was ist das bloß für eine sonderbare Welt? Keine Krankheitserreger. keine Fliegen. daß diese Brühe hier irgend . keine Bordelle. keine Ratten. keine -« »Kein Whiskey.

um die üppige Vegetation auf Planet Blau – wie er von dem ersten Aufklärerschiff vor sechs Monaten getauft worden war – nicht anzutasten.« »Der ganze Planet ist anscheinend völlig harmlos. grüne Niederungen von Blumen und Weinreben überwuchert. Ausgedehnte Wälder. Wissen Sie.« »Vertrieben worden sind sie«.« Friendly . präzisierte Hall. das sich ihm draußen bot. daß es ein prächtiger Anblick war. sanft gewellte Hügel.etwas in der Art von Terras eberthella typhi zum Vorschein bringen würde. Wasserfälle und hängende Moosteppiche. Man hatte alle Anstrengungen unternommen. blühende Obstbäume und Seen. Hall seufzte. »Wirklich ein beschauliches Fleckchen. den unsere Vorfahren verlassen haben. ob dies nicht der Garten Eden ist. Oder so etwas wie den marsianischen Sandfäulekorkenzieher. Hätte nichts dagegen. ich frage mich. Er mußte zugeben. später hier mal wieder herzukommen.« »Terra dagegen ist die reinste Wüste. Er schlenderte hinüber zum Fenster des Labors und betrachtete das Bild.

Ich kann hier weder rauchen. »Ich hab hier noch ein paar Bakterienkulturen. In Raum eins findet jetzt eine Ausschußsitzung statt. Ich hab das Rauchen aufgegeben. daß wir dem EA grünes Licht für die erste Ladung Kolonisten geben können.« »Sonntagsausflügler!« Friendly grinste. Vielleicht liegt es am Anblick dieser paradiesischen Natur. Der Klang seiner . »Diese Welt hat eine sonderbare Wirkung auf mich. steckte sie aber im nächsten Moment wieder weg. Vielleicht stoße ich ja doch noch auf einen tödlichen Erreger. bemerkte Hall. Wir sind fast soweit.« Die Tür schloß sich hinter ihm. »Steht zu befürchten. »Bis später.« Lieutenant Friendly sprang vom Tisch herunter. wenn Sie Erfolg haben sollten. noch Papier einfach auf den Boden werfen. Ich kann mich hier unmöglich wie irgend so ein Sonntagsausflügler benehmen. Alles ist so – so verdammt rein. und sagen Sie mir Bescheid.holte eine Packung Zigaretten aus der Tasche.« »Die Sonntagsausflügler werden noch früh genug aufkreuzen«. Er ging wieder zum Mikroskop.« »Nur zu. So unberührt.

Sonnenlicht fiel durch die Fenster und ergoß sich über den Boden. »Stehen schon in den Startlöchern. und es gibt nicht einmal den einfachsten Schnupfenvirus. zog den Objektträger aus der Halterung des Mikroskops. Er klemmte den neuen Objektträger unters Mikroskop. »Sonntagsausflügler«. um -« Er verstummte. wählte einen neuen aus und hielt ihn ins Licht. um hier einzufallen. Hall wurde müde. die wie die Zangen eines Fangeisens zudrückten. brummte er. Schließlich beugte er sich vor. weil sich die beiden Okulare des Mikroskops plötzlich um seine Kehle geschlungen hatten und ihn zu erwürgen drohten. um die Beschriftung zu lesen. Eine Weile saß er gedankenverloren da. Gras abzufackeln. aber sie gruben sich immer tiefer in seinen Hals. Die Bäume draußen bewegten sich sacht im Wind. Stahlklauen. . Im Labor war es warm und still. Blumen rauszureißen. Hall war wieder allein im Labor. um Bäume zu fällen. seine Stimme wurde erstickt – Erstickt. in die Seen zu spucken. Hall zerrte an ihnen.Stiefel verhallte auf dem Gang.

Es löste sich in eine Wolke von Metallteilchen auf. . es schoß davon. »Was -?« Er massierte seinen Hals. »Mein Gott!« Hall setzte sich. Sämtliche Offiziere der Einheit auf Planet Blau waren anwesend. Er sprang auf. und das Klima ist abwechslungsreich genug. Er versetzte ihm mit dem anderen Fuß einen Tritt. Sie liegt nahe am Wasser.Endlich konnte er das Mikroskop zu Boden schleudern. Hall zog seine Sprengschußpistole. Hall feuerte. Außerdem gibt es ein reiches Vorkommen an verschiedenen Mineralien. Das Mikroskop kroch geschwind auf ihn zu und klammerte sich an sein Bein. er wischte sich übers Gesicht. um den Siedlern ausreichend Gesprächsstoff zu liefern. »Diese ausgedehnte Ebene hier eignet sich hervorragend für die geplante Stadt. Commander Stella Morrison tippte mit einem dünnen Zeigestock auf die große Karte. Das Mikroskop flitzte auf den Rädern seiner Grobeinstellung davon. »Was zum Teufel war das?« Der Konferenzraum war gerappelt voll.

können wir das auch nicht ändern. Mir gefällt dieser Gedanke ebensosehr wie Ihnen. grünes Licht zu geben und dann unsere Koffer zu packen. Uns bleibt jetzt nur noch.« »Liegt der Laborbericht über mögliche Krankheitserreger schon vor?« fragte der . Hier drüben erstreckt sich das größte Waldgebiet des Planeten. Und wir sind fast fertig. um später einmal hierher zurückzukehren. ziehen wir weiter.« Sie sah sich in dem Raum voller schweigender Männer um. Wenn sie nur einen Funken Verstand besitzen. Wir haben hier eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen.Die Kolonisten können Fabriken bauen. werden sie den Wald so lassen. »Seien wir realistisch. Sie müssen also nichts importieren. Wenn wir mit dieser Aufgabe fertig sind. aber wir würden uns damit eine Menge Ärger einhandeln. wie er ist. wir sollten dem Emigrationsamt das Plazet nicht geben und statt dessen den Planeten für uns behalten. Vergessen wir das also. Das ist nicht unser Planet. Sollten sie aber Zeitungen aus ihm machen wollen. Einige von uns waren der Meinung.

Commander Morrison runzelte die Stirn. rief er heiser.Stellvertretende Commander Wood. Ich denke. daß es strengstens untersagt ist. . dürfte ich Sie daran erinnern. Sie sollen ein Schiff schicken. Mit stierem Blick sah er sich im Konferenzraum um. »Kommen Sie her«. warum -« Sie brach ab. das uns mitnimmt. und dann die erste Ladung Siedler hierherschaffen. der auf der anderen Seite des Raums saß. »Wir haben diesen Komplex natürlich mit besonderer Sorgfalt behandelt. während der Sitzungen hier hereinzuplatzen?« Hall schwankte und mußte sich am Türgriff festhalten. »Major Hall. Aber nach meinen letzten Informationen gibt es keinen Hinweis auf irgendwelche gefährlichen Bakterien oder ähnliches. wir können getrost mit dem EA Kontakt aufnehmen. Alle Köpfe wandten sich der Tür zu. Stimmengemurmel wurde laut. Ich sehe jedenfalls keinen Grund. »Ich?« Friendly rutschte tiefer in seinen Sessel. Schließlich richteten sich seine glasigen Augen auf Lieutenant Friendly.

« »Weg? Wie weg?« »Ich hab es in die Luft gejagt. »Was haben Sie? Was ist los?« »Kommen Sie mit zum Labor.« »Haben Sie etwas gefunden?« Der Lieutenant musterte das erstarrte Gesicht seines Freundes. und Friendly folgte ihm. »Jetzt reden Sie doch«. oder -?« Er sah die Waffe in Halls Hand. ging zu Hall und faßte ihn bei der Schulter. Kurz darauf stieß Hall die Labortür auf und betrat vorsichtig den Raum.« . »Stimmt irgend etwas nicht.»Major. »Reden Sie doch!« »Kommen Sie. Major?« Beunruhigt erhob sich Lieutenant Friendly.« Hall lief auf den Gang.« »Es ist weg. wiederholte Friendly. »Sind Sie betrunken. »Mein Mikroskop.« »Ihr Mikroskop? Was ist damit?« Friendly zwängte sich an ihm vorbei in den Raum. was hat das zu bedeuten?« ging der Stellvertretende Commander Wood verärgert dazwischen. »Ich seh es nicht.

doch kein Laut drang heraus. Sie haben es in die Luft gejagt? Hier ist es. raus mit der Sprache. wie es sich gehört. ihn umzubringen. »Ich verstehe nicht. . Warum haben Sie das getan?« Halls Mund klappte auf und zu. Tatsächlich. Vor fünf Minuten noch hatte dieses Mikroskop versucht.»In die Luft gejagt?« Friendly starrte sein Gegenüber an. an seinem Platz. es war seins. soll das ein Scherz sein?« Er nahm Halls Mikroskop aus dem Kasten. Er erkannte die Delle gleich über der Feineinstellung. Also. daß er es in die Luft gejagt hatte. Er berührte sie mit dem Finger. Und er wußte. »Fühlen Sie sich nicht gut?« fragte Friendly besorgt. »Nanu. was ist los? Haben Sie etwas unterm Mikroskop entdeckt? Irgendwelche Bakterien? Gefährlich? Tödlich?« Langsam näherte sich Hall dem Mikroskop. Und eine der beiden Objektträgerklemmen war leicht verbogen. Dann bückte er sich und zog einen schwarzen Kunststoffkasten aus einem Regal unter dem Tisch. »Ich denke.

während er die Daten sammelte und einer Gestaltanalyse unterzog. Schließlich wechselten seine Kontrolldioden von Rot zu Grün. Der Psychotestroboter brummte. als hätten Sie einen Schock erlitten.»Wollen Sie sich nicht lieber einem Psychotest unterziehen?« fragte Friendly vorsichtig. murmelte Hall.« »Vielleicht haben Sie recht«. Acht bedeutet akute Gefahr. »Schwerwiegende Störung. bei einem Psychotest . vor allem bei jemandem mit Ihrem Index.« »Es ist illegal. »Ich weiß -« »Wenn Sie mir noch weitere Daten geben könnten -« Hall preßte die Lippen aufeinander. Der Instabilitätswert hat den Faktor zehn überschritten. Ihr durchschnittlicher Wert liegt bei vier.« Hall nickte müde. Wenn nicht Schlimmeres.« »Und das liegt im kritischen Bereich?« »Ja. Zehn ist ungewöhnlich. »Und?« fragte Hall. »Sie sehen aus. »Ich kann Ihnen nicht mehr sagen.

Aber was sie zu bedeuten haben oder woher sie rühren. Aber wie war es da wieder . ihn umzubringen! Jedenfalls hatte Friendly es heil und unversehrt aus dem Kasten geholt. er hatte einen Geruch von Metallpartikeln bemerkt.Informationen zurückzuhalten«. kann ich nicht sagen. Aber Sie können einen hohen Grad von seelischer Unausgeglichenheit feststellen?« »Ich stelle erhebliche psychische Störfunktionen fest.« Hall erhob sich.« Hall schaltete den Roboter aus. die ganz besonders dort in der Luft schwebten. wo er das Mikroskop mit seiner Waffe erwischt hatte. sagte die Maschine etwas gereizt. Er ging zurück in sein Quartier. Hinterher hatte er es sogar gerochen. »Auf diese Weise verfälschen Sie mein Untersuchungsergebnis.« »Danke. Aber wie war so etwas überhaupt möglich? Ein Mikroskop. Hatte er den Verstand verloren? Aber er hatte mit seiner Sprengschußpistole wirklich auf irgend etwas geschossen. Ihm schwirrte der Kopf. »Ich kann Ihnen nicht mehr sagen. das zum Leben erwachte und versuchte.

reingekommen? Er zog seine Uniform aus und ging unter die Dusche. Wie konnte er von irgend jemandem erwarten. riß an dem Stoff. Er hatte Friendly alles erzählen wollen. Drei . Hall kämpfte wild entschlossen. Während das heiße Wasser über seinen Körper lief. Er rutschte aus. Er drehte das Wasser ab und streckte die Hand nach der Stange mit den Handtüchern aus. Rauher Stoff legte sich über seinen Mund und seine Nase. Das Handtuch rührte sich jetzt genausowenig wie die anderen neben ihm. dann entsetzliche Schmerzen. daß er ihm eine solche Geschichte abkaufte. Das Handtuch wickelte sich um sein Handgelenk und zog ihn hin zur Wand. Der Psychotestroboter hatte eine erhebliche geistige Verwirrung festgestellt. hatte es dann aber unterlassen. fiel und prallte mit dem Kopf gegen die Wand. Hall saß in einer Lache warmen Wassers und sah zu der Stange hoch. aber das schien ihm eher die Folge als die Ursache seines Erlebnisses zu sein. Auf einmal ließ das Handtuch von ihm ab. grübelte er weiter nach. Sterne tanzten um ihn herum.

als er das Bad verließ und wieder in sein Zimmer ging. jeder versuchte. Es war ein schwerer Gürtel. Es schien ganz normal zu sein. Im selben Moment ließ der Gürtel von ihm ab. metallverstärkt zur Befestigung der Schutzkleidung und des Pistolenhalfters. sackte in einen Sessel und japste nach Luft. ordentlich nebeneinander.Handtücher. ihn zu zerquetschen. die ihn peitschte und hin. Er hielt sich von den Handtüchern möglichst fern. Hall jagte ihn in die Luft. . Sein Gürtel schlang sich um seine Hüfte und versuchte. Schließlich gelang es Hall. und keins bewegte sich. mit seinen Fingern die Sprengschußpistole zu umfassen. Hall und der Gürtel wälzten sich stumm auf dem Boden. Hatte er das alles bloß geträumt? Unsicher kam er auf die Beine und rieb sich den Kopf. sich anzuziehen. Er trocknete sich ab und fing dann an.und herwarf. Der Gürtel war wie eine wildgewordene metallene Schlange. Argwöhnisch zog er ein neues Handtuch aus dem Schrank. die Oberhand zu gewinnen. ein Handtuch war wie das andere.

ging zum Lift und fuhr hinauf zur obersten Etage. daß während der letzten VierundzwanzigStunden-Periode Ihr Instabilitätsfaktor auf zehn gestiegen ist. Er besagt. »Sie sind bewaffnet«.« Schließlich schaffte er es. Ein Klingeln ertönte. Aber diesmal war seine Waffe sofort zur Hand. »Das ist doch alles nicht wahr«. »Wir beide . Er mußte sechsmal abdrücken. Er legte sie auf den Schreibtisch.Die Armlehnen des Sessels schlossen sich vor ihm zusammen. »Tut mir leid. Halbnackt stand er mitten im Zimmer mit wild pumpender Brust. bis der Sessel in sich zusammenfiel und er sich befreien konnte. Er trat auf den leeren Gang. Hall sah auf die Pistole in seiner Hand. sagte sie vorwurfsvoll.« »Was wollen Sie? Was ist nur los mit Ihnen? Ich habe hier den Bericht des Psychotestroboters.« Sie sah ihn forschend an. flüsterte er. Commander Morrison sah von ihrem Schreibtisch auf. seine Hose und die Stiefel anzuziehen. als Hall die automatische Leibesvisitation passierte. »Ich muß den Verstand verloren haben.

»Wache!« rief sie. Ich bin mit ihm fertiggeworden. die plötzlich lebensgefährlich wurden. Sie umzubringen?« »Es wurde lebendig. Stella. »Warten Sie.« Hall trat auf sie zu. mich umzubringen. »Wie bitte?« »Und dann. Und es ist wahr. Stella Morrison war aufgesprungen.« Ihre blauen Augen wurden groß und größer. Vielleicht ist das -« »Ihr Mikroskop hat versucht. »Stella. mich zu ersticken.« Lange Zeit herrschte Schweigen. Lawrence. Die beiden Okulare haben mir die Kehle zugeschnürt. wollte mein Gürtel mich -« Er verstummte.kennen uns schon sehr lange. aber als ich mich anziehen wollte. heute morgen hat mein Mikroskop versucht. als ich aus der Dusche kam. »Hat irgendwer . »Hören Sie mir zu. Vielleicht ist es das. hat mein Handtuch versucht. Was ist mit Ihnen los?« Hall holte tief Luft. Ganz gewöhnliche Gegenstände. Viermal haben irgendwelche Gegenstände versucht. mich zu erwürgen. wonach wir suchen. Das ist eine ernste Sache.

wie die beiden Wachen Hall ergriffen und ihm Magnetschellen anlegten. müssen wir davon ausgehen. Und der Planet ist noch nicht so gut erforscht. Er steht unter Arrest bis wir ihn zurück nach Terra schicken können.« »Irgendwelche Überreste?« »Nein«.außer Ihnen das gesehen?« »Nein. als daß wir einen Psychotiker frei . »Bringen Sie Major Hall nach unten zu Captain Taylor. jetzt ist das Mikroskop wieder ganz. »Solange Sie nicht irgendwelche Beweise für Ihre Behauptungen erbringen können. Major«.« Ruhig beobachtete sie. die auf ihr Rufen hin herbeigeeilt waren. daß es sich dabei um eine psychotische Projektion Ihrerseits handelt.« Commander Morrison nickte den zwei Wachen zu. gab Hall widerwillig zu. So wie vorher. »Tut mir leid. sagte sie. um ihn untersuchen zu lassen. »Das heißt.« »Was haben Sie unternommen?« »Ich hab es mit der Sprengschußwaffe vernichtet. Es war in dem Kasten.« »Verstehe.

« Die Wachen führten ihn zur Tür. Sie löste ihre Verriegelung. »Wer ist da?« fragte die Robottür mit hoher Stimme. Sie könnten Schaden anrichten. In seinem Kopf hämmerte und hallte es. als die Tür nachdachte. . und jetzt mach endlich auf.« »Es handelt sich um eine dringende Angelegenheit.herumlaufen lassen könnten. Vielleicht war er wirklich verrückt geworden. »Captain Taylor soll diesen Mann hier in Gewahrsam nehmen.« Relais klickten.« Die Tür zögerte. Eine der Wachen drückte den Summer.« »Bitte treten Sie ein«. Vielleicht hatte sie ja recht. »Der Commander hat Sie geschickt?« »Ja. Sie erreichten die Abteilung von Captain Taylor. Befehl von Commander Morrison. Die Wache stieß die Tür auf. ließ sich die Robottür schließlich vernehmen. Und blieb stehen. Hall ging widerstandslos mit. dann: »Der Captain ist beschäftigt.

Nur Kopf und Füße waren zu sehen. »Schnell!« brüllte er.Auf dem Boden lag Captain Taylor. Eine der Wachen vernichtete ihn mit seiner Waffe. »Wir versuchen es ja!« Sie zerrten verzweifelt an dem Läufer. die bei ihm knieten und noch ihre Waffen in Händen hielten. der auf dem Boden lag. und die beiden Wachen. Hall ließ sich auf die Knie fallen und zerrte an dem Teppich. »Hilfe!« ächzte Taylor schwach. sein Gesicht hatte sich blau verfärbt. Ihr Gesicht erschien auf dem Bildschirm. »Fassen Sie mit an!« Die drei Männer zogen gemeinsam. »Sehen Sie sich das an!« keuchte er. und seine Augen waren bedenklich hervorgetreten. Schließlich konnten sie ihn losreißen. Aber der Teppich leistete ihnen Widerstand. . Ein rotweißer Teppichläufer hatte sich um ihn gewickelt und zog sich immer mehr zusammen. Sie sah hinter ihm Taylor. Hall rannte zum Videofon und wählte mit zittrigen Fingern den Notruf von Commander Morrison. Er flatterte hastig auf die Tür zu.

ein Handtuch. sind Sie sicher ?« »Sie sind ungefährlich. Aber wie -« »Sagen Sie ihnen.« Sie blinzelte verwirrt.« Captain Taylor berührte mißtrauisch den rot- .« Hall lächelte humorlos. sie sollen ihre Waffen bereithalten. jedenfalls jetzt. Völlig harmlos. einen Metallgürtel und einen rot-weißen Läufer. Und geben Sie am besten gleich Großalarm für alle. Dieses Handtuch.»Was – was ist passiert?« »Ein Teppich hat ihn angegriffen. Das ist das Sonderbarste an der Sache. »Nun. »Major. Und jetzt ist es wieder da. Nervös wich sie zurück. Vor ein paar Stunden wollte es mich umbringen. »Sofort. indem ich es mit meiner Sprengschußwaffe in alle Einzelteile auflöste.« Hall legte vier Gegenstände auf Commander Morrisons Schreibtisch: ein Mikroskop. Ich konnte mich nur retten. wer ist hier verrückt?« »Wir schicken eine Wacheinheit runter. So wie es vorher war.

fragte Captain Taylor. stimmte Hall zu. Ich hab ihn von Terra mitgebracht. Es herrschte Schweigen. was sie zu sein scheinen. »Ein ganz gewöhnliches Handtuch! Das kann Sie unmöglich angegriffen haben. daß irgendeins dieser Objekte zum Leben erwacht ist und uns angegriffen hat. Es ist absolut ausgeschlossen. »Und was mich angegriffen hat. Ein Geschenk meiner Frau. »wenn nicht der Teppich?« »Es sah aus wie dieser Teppich«. sah aus wie dieses Handtuch. »Aber was hat mich dann angegriffen«. »Das ist mein Teppich. »Wir haben diese Gegenstände allen erdenklichen Tests unterzogen. bemerkte Hall.« »Aber irgend etwas hat mich angegriffen«.« Sie sahen einander an. »Den Teppich haben wir auch vernichtet«. sagte Hall langsam. Sie sind wirklich das. So etwas – so etwas hätte ich ihm nie zugetraut. In sich völlig stabile anorganische Objekte. sagte .« »Natürlich nicht«.weißen Teppich. alles ist unverändert.« Commander Morrison hielt das Handtuch ins Licht.

« »Ist ja gut!« sagte Dodd ungeduldig. ordentlich nebeneinander. Und wenn es nicht der Teppich war. Das Videofon leuchtete erneut auf. er kratzte sich am Kopf. Er war in Eile.Taylor. »daran gibt es keinen Zweifel. Für die ganze Einheit war eine Krisensitzung anberaumt worden. Bob Wesley war gestern abend dagewesen und hatte Karten mit ihm gespielt. »Wo hab ich denn nur -?« murmelte er. zwangen sie . Kaum hatte er sie übergestreift. Wie konnte das angehen? Er besaß nur ein Paar. »Durchsage an alle. »Ja. Er griff nach einem der zwei Paar Handschuhe und zog sie an. Dodd krauste die Stirn. zum Teufel!« Da auf dem Bett lagen. was dann?« Lieutenant Dodds suchte auf der Kommode nach seinen Handschuhen. Durchsage an alle. Das andere mußte jemand anders gehören. Vielleicht hatte er sie vergessen. Kommen Sie bitte unverzüglich in den Versammlungsraum. zwei Paar Handschuhe.

Als Corporal Tenner das Heulen der Alarmsirene hörte. um seine metallbeschlagenen Stiefel auszuziehen. Er trat auf eine der Matten und wartete. Die Finger drückten ab. der alle Sporen oder Samen abtötete. Nun. Und noch immer stand sein Mund offen vor Verblüffung. Dann stutzte er. Ein Tosen erfüllte den Raum. was von Dodd übrigblieb. Vor der Tür lagen zwei Sicherheitsmatten statt einer. Sie legten seine Finger um den Griff seiner Waffe und zogen sie aus dem Holster.seine Hände nach unten zu seiner Hüfte. es spielte keine Rolle. Die Handschuhe richteten die Sprengschußwaffe auf seine Brust. die sich hier . verdammt!« rief Dodds. lief er sofort über das Gelände auf das Hauptgebäude zu. Die Beschichtung der Matte schickte einen Hochfrequenzstrom durch seine Füße und Beine. Sein halber Brustkasten löste sich auf. »Ja. Beim Eingang des Gebäudes hielt er an. sackte langsam zu Boden. Eine war wie die andere.

Es -« Er stieß einen fürchterlichen Schrei aus. Die Soldaten rissen mit aller Kraft an der Matte. »Was ist passiert?« »Reißen Sie dieses verfluchte Ding weg. »Es bricht mir die Füße. Schließlich gelang es den Soldaten. Einen Moment später eilte Lieutenant Fulton zu der Tür. sein Gesicht wurde plötzlich kreidebleich. Fulton bekam es mit der Angst zu tun. Die Matte faltete sich um seine Füße. Fulton stürzte. »Loslassen!« Er versuchte seine Füße loszureißen. Er zog seine Waffe. »He«. schrie Fulton. einen . »Das ist kein Witz«. Dann betrat er das Gebäude. drehte und wand sich und hörte nicht auf zu schreien. rief Fulton. wagte aber nicht auf seine eigenen Füße zu schießen. Zwei Soldaten kamen herbeigelaufen.« Die Soldaten fingen an zu lachen. aber die Matte hielt sie fest. »Hilfe!« rief er. Er schlüpfte hastig aus seinen Stiefeln und trat auf die erstbeste Matte.draußen an ihn geheftet haben mochten.

« »Zwei«. Ich hab mich auf – auf die eine gestellt und bin dann reingegangen. Womit immer wir es hier zu tun haben.« »Wir müssen vorsichtig sein«. »Es handelt sich um eine organische Lebensform. »Wir müssen nach Duplikaten Ausschau halten. Wie ein Chamäleon.« Commander Morrison wandte sich Corporal Tenner zu. sagte Hall grimmig. Commander. murmelte Stella Morrison und betrachtete die zwei Blumenvasen. Zwei. was von ihnen übriggeblieben war. es imitiert auf jeden Fall alle Objekte. Sie haben sich auf die richtige gestellt. sagte Hall. Es tarnt sich. Die Füße waren verschwunden. fast vollständig aufgelöste Knochen waren alles. »Das dürfte nicht .« »Sie hatten Glück. Weiche.Zipfel der Matte zu fassen zu kriegen und seine Füße zu befreien. »Jetzt wissen wir es also«. die zu beiden Seiten auf ihrem Tisch standen. »Sie haben also zwei Matten gesehen. als Sie das Gebäude betreten haben?« »Ja. auf die es nur trifft.

Andere kommen von vornherein paarweise vor. Und irgendwann -« Der Videoschirm leuchtet auf. Zwei Stiefel zum Beispiel. Ein zweites Mikroskop ist in einem Labor jedenfalls nicht ungewöhnlich. Ich habe den zweiten Sessel in meinem Zimmer gar nicht bemerkt.leicht sein. Stella. zwei Vasen.« »Wer ist es diesmal?« »Ein Offizier. »Was ist damit? Vielleicht ist eine – nun. Mir ist im Labor absolut nichts Ungewöhnliches aufgefallen. »Ein neuer Zwischenfall. Unsere Ausrüstung. Oder Möbel. Nur noch ein paar Knöpfe und seine Waffe – Lieutenant .« »Von vielen Dingen gibt es mindestens zwei. Es hat sich völlig angepaßt. Die Züge vom Stellvertretenden Commander Wood wurden sichtbar. Alle möglichen Sachen sehen gleich aus und sind dabei völlig harmlos. Kleidung allgemein. Nicht mehr viel von ihm übrig.« »Das ist das Problem. Wir können uns niemals völlig sicher sein. Zwei Handtücher. zwei Sessel. was immer es sein mag.« Commander Morrison rückte ein wenig von den identischen Blumenvasen ab.

« »Das ist schon das dritte Opfer. Das haben . Oder diesen Wesen.« »Und bis dahin -?« »Und bis dahin sind wir diesem Wesen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Sie sind verwundbar! Aber wir wissen bislang noch nicht. Eine Art Protoplasma. Aber wir kennen nichts Vergleichbares in dieser ausgeprägten Form. Wir haben fünf oder sechs vernichtet. müßten wir in der Lage sein. wie viele es von ihnen gibt.Dodds. Das erklärt auch. Nichts kann mit derartigen Wesen konkurrieren. warum uns hier alles so harmlos erschienen ist. murmelte Hall. Natürlich kennen wir bei uns auch Formen von Mimikry. es zu zerstören«. »Wir haben schon ein paar in die Luft gejagt und ganz offensichtlich vernichtet. Vielleicht ist es eine unendlich teilbare Substanz. bei einigen Insekten und Pflanzen.« »Aber sie können vernichtet werden. Damit hätten wir also unsere gefährliche Lebensform gefunden. Oder denken Sie an die Mäanderschnecke von der Venus.« »Wenn es organisch ist.

« »Sie brauchen einen anständigen Drink. wir haben eine Chance. Wir können hier jedenfalls nicht einfach herumsitzen und darauf warten.« »Wenn wir sie finden. Das bedeutet. Zwei Regencapes hingen neben der Tür. »Wir müssen versuchen. daß dort zwei Aktentaschen gestanden haben. Er folgte ihrem Blick und drehte sich um. Am besten wäre ein Spray. um mit ihnen auf einen Schlag fertigzuwerden. Waren da eben auch schon zwei gewesen? Er rieb sich argwöhnisch die Stirn. »Was ist denn?« »Mir war gar nicht aufgefallen.Sie selbst gesagt.« Commander Morrison sah mit starrem Blick hinter ihn.« . »Wie will man das wissen? Diese Sache macht mich noch ganz fertig.« Hall sah sich im Raum um. Vorher war da doch nur eine – oder?« Sie schüttelte benommen den Kopf. ein Gift oder irgendeine ätzende Substanz zu entwickeln. daß wir angegriffen werden. Das hat uns damals bei den Mäanderschnecken auch gute Dienste geleistet.

»Keine schlechte Idee.Ihre Miene wurde freundlicher.« Sie umfaßte die Sprengschußpistole an ihrem Gürtel. Aber ich befürchte. Er blieb verwundert stehen. so schnell er konnte. »Viel lieber würd ich alles kurz und klein schießen. Unger lief hin. Sofort stellte er die Arbeit ein. Aber da stand er. Es war viel näher geparkt. Aber -« »Aber was?« »Ich möchte lieber nichts anrühren. Die Wagentür stand noch offen.« Captain Unger empfing das Alarmsignal über seinen Kopfhörer.« »Reine Panikreaktion. Er öffnete hinten den Laderaum und . mit seinen Proben im Arm. schnappte sich mit beiden Armen die Proben. die er gesammelt hatte. Man kann schließlich nie wissen. als er das in Erinnerung hatte. und eilte zurück zu seinem Fahrzeug. der glänzende kleine kegelförmige Wagen. früher oder später werden wir alle dran glauben müssen. die Bereifung war tief in den weichen Boden eingesunken.

Dann ging er um den Wagen herum nach vorne und glitt hinter die Armaturen. Er drehte den Anlasser. Das Armaturenbrett wurde weich und quoll auf. Knapp hundert Meter entfernt. Er wollte sich hinauskämpfen. was ihn zusammenzucken ließ.« Sein Kopf war umhüllt und bald sein ganzer Körper. der gleiche Wagen wie der. Der Wagen war ein einziger . Er keuchte – er bekam keine Luft mehr. Unger wollte wieder aussteigen. zwischen den Bäumen.lud seine Fracht ab. blubbernd und glitschig. »Ahh. Er saß im falschen Wagen! Es mußte sonst noch jemand in der Nähe sein und Proben sammeln. Und dort meinte er seinen Wagen ja auch abgestellt zu haben. schlug wild um sich. wand sich. Das war äußerst merkwürdig. Aber der Motor sprang nicht an. stand ein zweiter Wagen. sah er etwas. Die Tür kam ihm entgegen. Und diesem Jemand gehörte dieser Wagen hier. woran das liegen konnte. in dem er saß. Der Sitz faltete sich um seinen Kopf. Während er noch überlegte. und warm wie lebendes Fleisch. Alles um ihn her war feucht.

Und dann kamen die Schmerzen. schüttelte sich das Wasser vom Leib und strich sich das Haar aus dem Gesicht. was das für eine Flüssigkeit war. »Nicht gucken!« rief Gail Thomas. Das Licht glitzerte und tanzte auf dem Wasser. Die Garnison war weit weg. Und plötzlich wußte er. aber er schaffte es nicht mehr. . Ringsum standen riesige. »Warum soll ich nicht gucken?« »Weil ich jetzt rausgehe. seine Hände freizubekommen. »Wieso nicht?« Corporal Hendricks schwamm auf sie zu und grinste.« Die Sonne beschien den See. Er befand sich in einem Magen. Magensäure. Nur das sachte Glucksen der Wellen war zu hören. Säure. Er versuchte. moosüberzogene Bäume wie gewaltige stumme Säulen zwischen den blühenden Weinreben und Büschen. Sein Körper begann sich aufzulösen. Gail kletterte ans Ufer.dickflüssiger Brei. Im Wald war alles still.

Sie fühlte die Glut der Sonne auf ihrer nackten Schulter und auf ihren Armen. . Kein Laut war zu hören. »Gleich. Mit einem Satz war er bei seiner Uniform. Er ergriff seine Waffe. »Gail!« Keine Antwort. die er fein säuberlich am Seeufer zusammengelegt hatte. Sie säuberte den Kasack von einigen Blättern und Borkenstückchen und zog ihn sich dann über den Kopf. Corporal Hendricks schwamm rasch ans Ufer.« Gail betrat den Wald und ging zu der Stelle. Stille.»Und wann kann ich wieder gucken?« fragte Hendricks und schwamm mit geschlossenen Augen im Kreis herum. Gail war nirgendwo zu sehen. Die Zeit verging. Corporal Hendricks wartete geduldig im Wasser und drehte seine Runden. »Gail?« rief er. Er öffnete die Augen. Er stieg aus dem Wasser. wo sie ihre Uniform abgelegt hatte. Sie setzte sich ins Gras und griff nach dem Kasack und der Hose.

Das ist ein entschieden zu hoher Prozentsatz. Zehn Tote bei dreißig Zusammenstößen.»Gail!« Im Wald war es totenstill. »Wir müssen etwas unternehmen«. sagte sie. »Ich denke. Er stand da und blickte sich nach allen Seiten um. »Immerhin wissen wir jetzt. wie viele es von ihnen gibt. Trotz der Hitze der Sonne stieg ganz allmählich eisige Furcht in ihm auf.« »Was ist das?« »Arsenwasserstoff.« Hall sah von seiner Arbeit auf. mit was wir es zu tun haben.« Er hielt eine kleine Gasflasche hoch. Commander Morrison war äußerst beunruhigt. Es ist eine Art Protoplasma mit einer anscheinend unendlichen Wandlungsfähigkeit. das hier wird uns eine Vorstellung davon geben.« »Und was wollen Sie damit machen?« . »Gail! Gail!« Und noch immer war kein Laut zu hören. »Wir können nicht länger untätig bleiben. er runzelte die Stirn.

»Ich werde es hier im Labor versprühen. hier hereingekommen und haben sich dann in den übrigen Gebäuden verteilt. und hier sind wir auch auf das erste Exemplar gestoßen.« »Warum ausgerechnet hier?« »Weil alle Proben und Versuchsobjekte zunächst hierhergebracht wurden. das ist aber auch schon alles. »Arsenwasserstoff ist auch für den Menschen gefährlich. Ich vermute. bekommen wir hoffentlich . Die vier Wachen taten es ihr gleich. »Was wollen Sie mit diesem Test bezwecken?« wollte sie wissen. oder schon in Form der Proben. Wir können es hier für einen kleinen Test verwenden. Seine Stimme drang nun aus Morrisons Kopfhörer.Hall schloß seinen Helm. »Wir müssen vorsichtig sein.« Commander Morrison schloß ebenfalls ihren Helm. hier stecken mehr von denen als irgendwo sonst. Ich vermute. sie sind mit den Proben. nicht wahr?« Hall nickte. »Wenn es funktioniert.« Er regulierte die Sauerstoffzufuhr in seinem Helm.

»Es gibt hundert Leute in dieser Einheit auf Planet Blau. Das ist das Risiko. hierzubleiben und einen Mann nach dem andern zu verlieren.« »In anderer Hinsicht?« »Wenn sie tatsächlich unbegrenzt teilbar sind. daß man uns einen nach dem andern erledigt. Einheiten von dieser Größe gehen an sieben Tagen in der Woche irgendwo drauf. ob wir den Planeten überhaupt verlassen dürfen. das jeder eingehen muß. Womöglich wäre es besser. der als erster auf einem fremden Planeten landet. Es ist besser. mit was für einem Gegner man es zu tun hat. Aber auch in anderer Hinsicht wäre der Verlust der Einheit vergleichsweise unbedeutend. Die Lage ist vielleicht ernster. dann müssen wir uns wirklich gut überlegen. als das Risiko . man weiß. Wie es im Moment aussieht. als es im Moment den Anschein hat.« »Was wollen Sie damit sagen?« fragte sie und schaltete ihre Sauerstoffzufuhr ein. Scheinbar. was passieren kann. wie stark sie sich hier schon eingenistet haben. ist das Schlimmste.eine Vorstellung davon.

sie ins Sonnensystem einzuschleppen. »Vielleicht sind die meisten Sachen hier nicht das. Vielleicht sind sie aber auch schon überall. Und noch schlimmer. Stella. wenn sie angreifen. sie imitiert die eigentliche Zusammensetzung . Sie beschränkt sich nicht nur auf die äußere Erscheinung. »Ihre Mimikry ist perfekt. wofür wir sie halten – Schlimm für uns. sondern geht tiefer.« »Wieso schlimmer?« Stella Morrison war verwirrt.« Mit einer ausholenden Handbewegung deutete er auf die Laboreinrichtung. Es hat vergrößert. Jedenfalls bei anorganischen Objekten.« Sie sah ihn an. Vielleicht gibt es nur ein paar von denen. »Und das wollen Sie herausfinden – ob sie wirklich teilbar sind?« »Ich möchte nur wissen.einzugehen. die alle unsere Vorstellungen übertrifft. womit wir es zu tun haben. ließ sich scharf einstellen – wie ein ganz normales Mikroskop! Das ist eine Form von Mimikry. wenn sie es nicht tun. Ich habe durch eines von diesen Wesen durchgeguckt. als es mein Mikroskop imitierte. reflektiert.

Hoffen wir. was uns passieren kann.« Hall hob die Gasflasche. eines von ihnen könnte mit uns nach Terra gelangen? In Form eines Kleidungsstücks oder als irgendein technisches Gerät?« »Wir gehen davon aus. Vielleicht bestätigt es auch meine Theorie. wie sehr sie sich verbreitet haben. um sich durch reine Zellteilung fortzupflanzen. daß sie einfach genug aufgebaut sind. Eine derartige Wandlungsfähigkeit läßt auf eine sehr einfache ursprüngliche Gestalt schließen – und das wiederum deutet auf Zellteilung hin. und das wäre das Schlimmste. Die Fähigkeit. daß sie es nicht sind.des Objekts. erinnert sehr an unsere Protozoen.« »Halten Sie sie für intelligent?« »Keine Ahnung.« Hall hielt die Flasche fest an sich gepreßt. »Jedenfalls dürfte uns das hier zeigen. dann ist ihrer Fähigkeit zur Fortpflanzung keine Grenze gesetzt. daß es sich um eine Art Protoplasma handelt. – Los geht’s. . ihre Opfer aufzulösen.« »Sie meinen. Wenn dem wirklich so ist.

daß das funktioniert?« »Arsenwasserstoff ist farblos. »Ich hab nichts bemerkt«. bis er seine Form völlig verloren hatte – die homogene gallertartige Masse breitete sich auf dem Tisch aus und floß im nächsten Moment zitternd auf den Boden. Aber öffnen Sie ja nicht Ihren Helm. Nichts geschah. Nach einer Weile nahm Hall den Finger vom Abzug.« Sie standen da und warteten. Dann – »Mein Gott!« stieß Commander Morrison hervor. sagte Commander Morrison. Eine Weile geschah nichts. zuckte und sackte in sich zusammen. Commander Morrison und die vier Wachen hielten sich schweigend hinter ihm. »Sind Sie sicher.drückte den Abzug und schwenkte den Schlauch langsam im Labor hin und her. das hätte fatale Folgen. Und bewegen Sie sich nicht. »Da drüben!« . Die Sonne schien durch die Fenster und ließ die Schälchen und Geräte aufleuchten. Er quoll auf. Im hinteren Teil des Labors begann plötzlich ein Karteikasten zu wanken.

Ein Bunsenbrenner zerschmolz und zerrann in einer Lache. die Zellwand. Eine große Glasglocke fiel vor seinen Füßen wie ein nasser Schwamm zu Boden. Jedes Röhrchen. Hall drückte rasch seinen Arm herunter. Eine große gläserne Retorte sackte in sich zusammen zu einem Klumpen. jeder Kolben – Eine der Wachen zog seine Sprengschußwaffe. Zangen. Wir wissen jetzt. jedes Glas. ein Mörser. Wir gehen besser raus. Pipetten. Die Hälfte aller Gegenstände im Labor wurde lebendig. was wir . Vage konnte er den Zellkern erkennen. Es war tatsächlich eine einzige riesige Zelle. Sie hatten nahezu alles imitiert. die Vakuolen in dem Zytoplasma. was es nur zu imitieren gab. »Nicht schießen! Arsenwasserstoff ist extrem entflammbar. Fast jedes Mikroskop hatte sein Duplikat. Ein Ständer mit Reagenzgläsern. jede Flasche. alles zerschmolz. Überall im Raum begannen sich Gegenstände zu regen. ein Regal mit Chemikalien – »Vorsicht!« schrie Hall und machte einen Schritt rückwärts.

wissen wollten. »Wir haben keine Chance. Hall schlug die Tür hinter sich zu und verriegelte sie sorgfältig. Oder irgendein anderes Gift. Aber das würde gleichzeitig fast alles übrige Leben auf dem Planeten vernichten. Aber wir haben nicht so viel Arsenwasserstoff.« »Aber wenn wir hierbleiben. Hier würde kaum mehr Gras wachsen.« »Angenommen.« Rasch stießen sie die Labortür auf und schlüpften hinaus auf den Gang. Das Gas hat sie nur aufgestört.« . sie mit ins System zu schleppen. Vielleicht würde es sie in höherer Konzentration töten. »Wir könnten uns Arsenwasserstoff liefern lassen. das sie vernichtet. wir verlassen den Planeten -« »Wir dürfen auf gar keinen Fall riskieren. protestierte Commander Morrison. verspeisen die uns einen nach dem andern«. dann könnten wir nicht mehr unsere Waffen gebrauchen. was?« fragte Commander Morrison. »Sieht gar nicht gut aus. Und selbst wenn wir den ganzen Planeten damit besprühen würden.

»Das müssen wir in Kauf nehmen! Wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Und wenn wir hier eine Wüste zurücklassen müssen. »Ganz offensichtlich nicht.« . »Ich werde dafür sorgen. brennen wir alles nieder. diesen Planeten zu säubern. daß unsere Einheit hier rausgeholt wird – jedenfalls alle. wie dieser Planet am besten zu säubern ist. »Ich werde mich mit der System-Sicherheit in Verbindung setzen«. die noch davon übrig sind. Ihre Fähigkeit scheint sich auf anorganische Dinge zu beschränken. erklärte Commander Morrison.« Sie blickten einander an. »Wenn erst einmal alle von hier fort sind.« Commander Morrison lächelte grimmig. »Dann werden wir eben ohne irgendwelche anorganischen Dinge zurückkehren. Das arme Mädchen unten am See…« Sie fröstelte. einen von denen mit nach Terra zu bringen?« »Können sie uns imitieren? Können sie Lebewesen nachahmen? Höhere Lebensformen?« Hall überlegte. können wir uns in Ruhe überlegen.« »Sie wollen also das Risiko eingehen.

ohne alles.»Aber unsere Kleidung! Sie können Gürtel. »Das könnte klappen. was hier los ist.« Der nächste Kreuzer.« Er dachte nach. Sie können die Leute dazu überreden.« Hall schnitt eine Grimasse. die überlebenden Angehörigen der Einheit aufnehmen zu können. von hier wegzukommen. dann kann ich es ihnen befehlen. der groß genug war. war zwei Flugstunden entfernt und hatte zur Zeit Kurs auf Terra. »Sie wollen wissen. »Ich verstehe. Stiefel imitieren -« »Wir nehmen keine Kleidung mit. Commander Morrison sah vom Videofon auf. Handschuhe. Und wenn ich sage. Und Sie meinen.« »Lassen Sie mich mit ihnen sprechen. Wir kehren ohne alles zurück.« »Es wäre jedenfalls unsere einzige Chance.« Die groben Züge eines goldbetreßten Captains blickten . dann meine ich ohne alles. ihren gesamten Besitz hier zurückzulassen? Einfach alles?« »Wenn es überlebensnotwendig ist.

« Aber ganz offensichtlich verstand er nicht.« Er zögerte. wenn wir erst einmal an Bord sind.« »Captain Daniel Davis. Lassen Sie keinen Ihrer Leute raus. »Wir erwarten Sie. »Wann können Sie hier sein?« »In ungefähr zwei Stunden. »Sie haben Probleme.« »Nach unserer Zeit ist es jetzt 13 Uhr.« Captain Davis sah ihn ausdruckslos an. »Ich werde Ihnen das gern an Bord Ihres Schiffes erklären.ihm entgegen.« »Ich verstehe. »Hier spricht Major Lawrence Hall von der Forschungsabteilung dieser Einheit.« Der Captain hob eine Augenbraue. bestätigte der Captain. »Wir werden ihr Schiff nackt betreten. wenn Sie nichts dagegen haben. . Sie werden uns schon so für verrückt halten. Öffnen Sie nur eine Schleuse für uns. »Nackt?« »Ganz recht. würde ich sagen. Dann können Sie um 15 Uhr hier sein?« »So in etwa«.« »Warum nicht jetzt?« »Captain. Major?« Hall befeuchtete sich die Lippen. Wir besprechen alles ausführlich.

« Captain Davis salutierte. starten Sie. »keiner meiner Männer wird an Deck sein. »Ich tu’s nicht. »Die Kleidung muß bereits hier abgelegt werden. daß irgendwelche Gegenstände auf dem Landeplatz in Kontakt mit dem Schiff kommen.« . »Keine Ursache.« »Sie müssen mitkommen.« »Danke«. »Das ist uns unser Leben ja wohl wert. wäre es wohl möglich – daß Ihre Männer ?« »Wir landen per Steuerautomatik«. um zu verhindern.« Stella Morrison beugte sich zum Bildschirm. murmelte sie. Ich bleib hier.Wir kommen ohne jeden Gegenstand an Bord. »Captain. Commander. ordnete Commander Morrison an. beruhigte er sie. oder etwa nicht?« Lieutenant Friendly biß sich auf die Lippen. Sobald wir im Schiff sind. Es wird Sie keiner sehen. »Wir sehen uns dann in zwei Stunden. Ohne alles.« »Die Leute sollen sich draußen auf dem Landeplatz versammeln«. nackt.« Hall sah ihr in die Augen.

. Alle andern tun es auch.« Im Videofon knackte es.« »Darf man denn gar nichts mitnehmen?« »Nein. Eine Robotstimme verkündete schrill: »Verlassen Sie sofort das Gebäude! Verlassen Sie sofort das Gebäude und begeben Sie sich unverzüglich zum Landeplatz! Verlassen Sie sofort das Gebäude! Ver-« »Schon?« Hall lief zum Fenster und zog die Jalousie hoch. Beeilen Sie sich! Ihr Leben hängt davon ab. Nicht einmal die Waffe… Im Schiff wird man uns dann etwas zum Anziehen geben. »Tja. »Es ist jetzt 14 Uhr 50. Das Schiff kann jeden Augenblick ankommen. »Ich hab sie gar nicht landen gehört.« Mitten auf dem Landeplatz stand ein schlanker grauer Kreuzer.« Friendly nestelte widerstrebend an seinem Hemd. Ziehen Sie sich aus und gehen Sie zum Landeplatz.»Aber Major -« Hall sah auf seine Uhr. ich benehme mich wohl reichlich albern. gar nichts. ich glaube. Sein Rumpf war von Meteoriteneinschlägen verschrammt und verbeult.

Sie stürmten durch die langen Gänge und erreichten den Ausgang. »So eine Schmach!« sagte ein Offizier. .Von der Besatzung ließ sich niemand blicken.« Hall hatte sich bereits ausgezogen. Sie sprangen die Stufen hinunter und waren im Freien. »Wir machen uns zum Gespött des ganzen Sonnensystems. Die Sonne brannte. »Es ist da!« Hall zog sich das Hemd aus. Unbekleidete Soldaten hasteten hinter ihnen her. »Gehen wir!« »Warten Sie auf mich!« »Dann aber schnell. Und von allen Seiten strömten nackte Männer und Frauen aus den Gebäuden und drängten in Richtung Schiff. Eine Gruppe nackter Leute bewegte sich bereits zögernd und in der grellen Sonne blinzelnd über den Platz auf das Schiff zu. »Lawrence!« Hall wandte sich halb um.« »Wir kämpfen nur ums nackte Überleben«. widersprach ein anderer. Die beiden Männer liefen raus auf den Gang.

. »Reichlich seltsam. Stella?« fragte Hall. Ich gehe hinter Ihnen. »Lawrence -« Ein seltsames Beben war in Stella Morrisons Stimme zu hören.« »Jedenfalls kommen wir lebend hier raus. die schräge Metallplatte emporzusteigen. oder?« »Ich denke schon.« »Meinen Sie. stammelte sie.« »Scheint so. »Mir kommen allmählich selbst Zweifel. »Lawrence.« »Was ist es für ein Gefühl.« »Angst?« Er blieb stehen. erwiderte sie.»Drehen Sie sich bitte nicht um! Gehen Sie einfach weiter.« Hall sah zu der Rampe hin. und betraten durch die runde Schleuse das Schiff. Die ersten waren bereits dabei. »Warum?« »Ich weiß nicht«. ich -« »Was?« »Ich habe Angst.« »Aber es ist die Sache wert. die von dem Schiff herabgelassen worden war. man wird uns glauben?« »Ich bezweifle es«.

Um Punkt 15 Uhr landete Captain Daniel Davis sein Schiff genau im Zentrum des Landeplatzes. Sicher irgendwelche Überbleibsel aus der Kindheit.« Er setzte seinen Fuß auf die Rampe. Sie erreichten die Schleuse. Stella.« »Ich möchte zurück!« Ihre Stimme verriet Panik.« Er hielt sich am Geländer fest und bestieg die Rampe. . Relais ließen die Schleuse mit einem lauten Krachen aufgleiten. »Denken Sie einfach nicht dran. die vor ihm lag. die nach oben drängten und sie mitzogen. die stille Finsternis. »Auf geht’s. Davis und die anderen Offiziere des Kreuzers saßen in der Steuerkabine um das große Schaltpult herum und warteten. »Wir haben’s geschafft. »Zu spät. »Nun?« sagte Captain Davis nach einer Weile.Von allen Seiten drängten die Menschen heran. Stella Morrison folgte ihm. »Ich -« Hall lachte. Sofort war er umgeben von Männern und Frauen.« Der Mann vor ihm verschwand in der Öffnung Hall ging hinter ihm her und betrat das dunkle Schiffsinnere.

Aber niemand kam. »Vielleicht ist irgend etwas schiefgegangen.»Wo bleiben die?« Die Offiziere wurden nervös.« »Vielleicht war das Ganze nur ein fauler Witz?« Sie warteten und warteten. .

der eiserne Ring um Ganymed. Das muß allen klar sein. Deren Bedingungen. aber die Linie verschwand nicht.« .« »Was werden wir jetzt tun?« »Bedingungen akzeptieren. war noch immer dort. Schließlich drehte er sich um.Beutestück General Thomas Groves blickte düster auf die Karten an der Wand. Die dünne schwarze Linie. marschierte an den Schreibtischreihen vorbei und verließ die Kartographische Abteilung. Sir? Keine Veränderung?« »Nein. An der Tür wurde er von Major Siller aufgehalten. Wir können keinen Monat länger durchhalten. Auch denen. »Wie sieht es aus. Er wartete einen Augenblick in vager Hoffnung.

»Wenn wir sie nur zerschlagen könnten. um sie da rauszuholen. sagte Groves grimmig. daß Ganymed als Basisstation diente zwischen dem Sonnensystem und seinem dünnen . »Sagen Sie mir Bescheid.»Geschlagen von einem kleinen Haufen Ganymed-Truppen.« »Eine andere Möglichkeit gibt es nicht?« »Finden Sie eine. Aber bis das so weit ist -« ». wenn Sie sie gefunden haben.« Groves ließ Siller stehen und trat hinaus auf den Korridor. sofort.« »Wenn wir bloß mehr Zeit hätten. Die Schiffe müssen wieder raus in den Tiefraum.« »Wir müssen die Rampen wieder in unsere Hände bekommen«. Wenn wir kapitulieren müssen. Ganymed!« Er schäumte. Daß sich der Senat für das Sonnensystem in einer so schwierigen Lage befand.« Der Krieg dauerte inzwischen zwei terranische Monate. Haben wir aber nicht.sind die Kolonien am Ende. verdankte sich dem Umstand. dann muß es eben sein. ohne daß sich eine Wende abzeichnete. »Selbst wenn wir zu diesem Zweck kapitulieren müssen.

Und man verlangte Sitze im Senat. die das System in Richtung Tiefraum verließen. müsse er ab sofort zahlen. Wenn der Senat die Rampen benutzen wolle. tötete oder inhaftierte die terranischen und marsianischen Wachen und erklärte. die in den Himmel aufstiegen. Sollte die Senatsflotte versuchen. Die Ganymedianer wurden reich.Netz von Kolonien vor Proxima Centauri. Zwanzig Prozent aller Versorgungsgüter sollten dem auf dem Mond residierenden Gany-Kaiser abgetreten werden. starteten von den gigantischen Rampen auf Ganymed. indem sie in ihren plumpen kleinen Schiffen Versorgungsgüter transportierten. daß Ganymed und damit die Rampen ihr Eigentum seien. Man hatte sich mit Ganymed auf die Station geeinigt und die Rampen dort errichtet. war im Laufe der Zeit enorm angewachsen. und zwar viel. die Frachter. Andere Rampen gab es nicht. Sämtliche Schiffe. Die Zahl der Gany-Schiffe. die Rampen . Kreuzer und Patrouillenschiffe. Eines Tages landete diese sonderbare Flotte zwischen den Raumrampen.

Was konnte das System tun? Und vor Proxima litten die Siedler Hunger. »Nur Schiffe der Klasse eins haben eine Chance. sagte Commander James Carmichel mißmutig. Ein Schiff dieser Größe können Sie nicht von einer Wiese aus starten. wäre das das Ende der Rampen. Sollte die Senatsflotte versuchen. ihn zu durchbrechen und den Mond einzunehmen. »Und Sie sind sich absolut sicher. Ein Klasseeins-Schiff benötigt eine mehrere Meilen tiefe und ebenso breite Rampe. »Ein Klasseeins-Schiff ist zehnmal so groß wie ein reguläres Intrasystemschiff. Die Gany-Flotte umgab den Mond wie mit einem feinen Ring aus undurchdringlichem Stahl.« Schweigen trat ein. daß wir Schiffe in den Tiefraum nicht auch von normalen Flugplätzen starten können?« fragte ein marsianischer Senator. Der große Senatssaal war bis auf den letzten Platz gefüllt mit Repräsentanten . Die Ganymedianer hatten sie bereits mit Wasserstoffbomben vermint. würden diese zerstört werden. die Kolonien zu erreichen«.mit Gewalt einzunehmen.

sagte ein PlutoSenator. »aber dann vernichten sie ohne zu zögern die Rampen.« »Wenn wir bloß ohne diese Rampen Nachschub zu den Kolonien schaffen könnten«. Andernfalls werden wir dort kaum mehr Überlebende antreffen. auf den Einsatz von . erklärte Doktor Basset. wir müssen spätestens nächste Woche ein Schiff losschicken. »Das würde bedeuten. »Das heißt.« »Dann müssen wir Ganymeds Bedingungen wohl oder übel annehmen. »Die Proxima-Kolonien können höchstens noch zwanzig Tage durchhalten«. »Neun Planeten und ein elender kleiner Mond! Wie können die es wagen.aller neun Planeten. erwiderte Carmichel. sagte Carmichel.« »Wann sind die neuen Luna-Rampen fertig?« »In einem Monat«.« Der Senatsvorsitzende schnaubte verächtlich. genausoviel Stimmrecht zu fordern wie die Mitglieder des Systems!« »Wir könnten ihren Ring durchbrechen«. »Früher nicht?« »Nein.

von Flugplätzen.« Der Senatsvorsitzende ergriff das Wort. die wir akzeptieren müssen. Es gibt ganz einfach kein Schiff. oder gibt es noch weitere Fragen?« . demzufolge wir den Vorschlag der Ganymedianer akzeptieren und den Krieg beenden sollen. Proxima zu erreichen?« »Nach unserem Stand der Kenntnisse – nein. Schreiten wir sofort zur Abstimmung. »Commander. daß es sich dabei um Tiefraumschiffe handelt. »Dem Senat liegt bereits ein Antrag vor.« »Meinen Sie -« »Ich glaube nicht. Das ist eine Tatsache.« »Von wo starten sie?« Carmichel zuckte die Schultern. was für Schiffe setzt denn Ganymed ein? Unterscheiden sie sich irgendwie von unsern?« »Ja.Klasseeins-Schiffen zu verzichten. um den Tiefraum zu durchqueren und dabei keine Raumrampe benötigte. das groß genug wäre. Wir verfügen über fast keine Anhaltspunkte. Aber keiner weiß Genaueres über sie.« »Und es gibt wirklich keine andere Möglichkeit. »Ganz normal.« Ein Saturn-Senator erhob sich.

Der Senatsvorsitzende hob die Hand. »Was gibt es? Der Senat ist bei der Abstimmung. die Bedingungen des Feindes zu akzeptieren. »Dann fangen wir also an. Wie entscheidet sich der Erste Planet?« »Merkur stimmt dafür.« »Venus. Wie entscheidet sich Venus?« »Venus stimmt -« »Warten Sie!« Commander Carmichel war aufgesprungen. Ein marsianischer Zerstörer hat bei einem Überraschungsangriff eine Gany-Forschungsstation auf einem Asteroiden zwischen Mars und Jupiter . aber vielleicht sollte der Senat es vor der Abstimmung wenigstens zur Kenntnis nehmen. der ihm von der Kartographischen Abteilung gerade hierher in den Saal geschickt worden war.« »Was haben Sie da?« »Eine Nachricht von der vordersten Front. »Ich weiß zwar nicht.« Carmichel blickte angespannt auf den dünnen Folienstreifen. Merkur.Niemand ließ sein Licht aufleuchten. wie wichtig das hier ist.

bis das Gany-Schiff untersucht worden ist«. Die Ganymedianer sind vernichtet worden.« Gemurmel wurde im Saal laut. »Ihre Schiffe sind äußerst sonderbar. abwarten!« . Vielleicht…« »Wie wird über diesen Antrag abgestimmt?« fragte der Senatsvorsitzende. »Sollen wir warten. damit es von unseren Experten untersucht werden kann. aber das Prisenschiff ist unbeschädigt. Völlig anders als unsere. »Ich stelle den Antrag. »Ja. mit der Abstimmung zu warten. ein ganz neues Schiff. »Vielleicht sieht die Lage dann ganz anders aus!« »Die Ganymedianer haben viel Energie in die Konstruktion ihrer Schiffe gesteckt«.eingenommen. bis dieses Schiff untersucht worden ist?« »Abwarten!« kam es von allen Seiten. das in der Station getestet wurde. rief ein Uran-Senator.« Carmichel sah sich im Saal um. Der Zerstörer bringt es hierher. Jede Menge technische Geräte konnten dabei intakt erbeutet werden. »Darunter befindet sich auch ein Gany-Schiff. flüsterte Carmichel dem Senatsvorsitzenden zu.

und dann sah er die große Kugel aus Stahl und Rexenoid – das erbeutete Gany-Schiff. Wie eine große Blase überwölbte sie die zahlreichen Männer. Earl Bassets Gesicht war rot vor Aufregung. bleibt uns nichts anderes übrig. sagte Commander Carmichel. »Sehen Sie sich das an«.« Er drängte sich zwischen den uniformierten Offizieren hindurch. Wie wird das angetrieben?« »Jedenfalls ohne Strahltriebwerk«. Möchte wissen…« Dr.Carmichel rieb sich nachdenklich die Hand. um aufzusetzen. wie wird es angetrieben?« Die Ganymedianische Kugel ruhte in der Mitte der riesigen Halle der Versuchsanstalt. Wenn sich daraus aber nichts ergibt. »Auf jeden Fall sollten wir es uns erst einmal ansehen. . »Es hat nur Landedüsen. Ein Gany-Schiff. »Bitte lassen Sie mich doch durch. flüsterte Major Siller. als zu kapitulieren. »Überhaupt nicht mit unseren Schiffen zu vergleichen. »Lassen Sie mich durch. Tja.« Zwei Lieutenants traten beiseite. »Es ist einen Versuch wert.« Er rollte die Folie zusammen.

Plötzlich holte er tief Luft. »Ist das das Schiff? Diese Kugel?« Die Offiziere machten Platz. daß die Gravitation keine Kraft ist. Er berührte den mächtigen. Wenn diese Kugel -« »Unsinn«. sondern eine Krümmung im Raum-Zeit-Kontinuum. »Fast ein bißchen unheimlich. »Sie glauben doch nicht. daß – daß es einen Gravitationsantrieb hat? Die Ganys sollen doch mit der Gravitation experimentiert haben.« »Aber wäre nicht ein Antrieb denkbar. die gegen Null strebt. Das Schiff war wunderschön mit seinem ebenmäßigen. . sagte Carmichel.« »Was soll das heißen?« sagte Basset. Die Geschwindigkeit der Schwerkraft ist unendlich. der -« »Gentlemen!« Mit schnellen Schritten betrat der von seinen Wachen umgebene Senatsvorsitzende das Labor. »Einstein hat gezeigt. mit kaltem Feuer glänzenden Metallrumpf. nicht?« sagte General Groves. und der Senatsvorsitzende trat ehrfürchtig näher. »Ein Schiff mit Gravitationsantrieb würde seinen Bestimmungsort in einer Zeit erreichen. Kann nicht gemessen werden.die sie umstanden.

bevor wir das Schiff ausprobieren«. sagte Siller. »Was haben Sie herausbekommen?« fragte der Senatsvorsitzende.« »Wir sollten uns lieber den Motor genau ansehen. sagte Carmichel. Eine terranische Besatzung könnte das Schiff jetzt in Betrieb nehmen. und zwei Männer in weißer Laborkleidung stiegen vorsichtig heraus. die Beschriftungen in der Steuerkabine zu übersetzen. »Das Schiff ist unbeschädigt«. sagte Groves. Sie hatten eine Semantikbox bei sich. Sämtliche Armaturen sind beschriftet.glänzenden Rumpf. Ob es uns etwas nützt?« »Das wissen wir noch nicht«. »Was wissen wir denn darüber? Wir wissen nicht. noch was für einen Treibstoff er braucht.« »Das ist also das ganymedianische Schiff. so daß wir es benutzen können. sagte Dr. Die Luke der Kugel hatte sich geöffnet. Basset. »Da kommen die Spezialisten«.« . »Wir haben Übersetzungen gemacht. »Man ist gerade dabei. wie er funktioniert.

bis wir das wissen?« fragte der Vorsitzende. »Mehrere Tage«. »So lange?« »Wir können nicht wissen. wir sollten keine Zeit verlieren und lieber einen Probeflug machen.« »Ein Probeflug könnte sofort gestartet werden«.« Der Senatsvorsitzende dachte nach. »Machen Sie sich da keine Sorgen. sagte Carmichel. außer mir. Vier Männer würden reichen.« »Sie meinen.»Wie lange wird es dauern. »Sir«. eine komplette Mannschaft würde sich dafür freiwillig melden?« Carmichel rieb sich die Hände. »ich finde. »Auf eine Analyse des Antriebsystems müßten wir vielleicht Wochen warten. Eine Gruppe von Freiwilligen wäre leicht zusammenzukriegen. Möglicherweise finden wir einen ganz und gar neuen Typus von Antrieb und Treibstoff. auf was wir stoßen werden. sagte Carmichel. Die erforderlichen Untersuchungen könnten sogar Wochen dauern. sagte Groves.« . Drei.

»Warum nicht? Wenn Sie von Nutzen sein können. Zahf. nur zu. fünf. Dr. sagen wir einmal. »Nun?« sagte Groves. Wir kennen das Gany-Wort für. Die Sache hat allerdings einen Haken. sagte General Groves. »Kann sich auch ein Zivilist freiwillig melden? Das alles ist für mich von größtem Interesse. »Worauf warten wir? Schmeißen wir das Ding an!« Der Linguist deutete mit seinem Finger auf die Beschriftung an einem Meßinstrument. Sir?« fragte Major Siller hoffnungsvoll.« »Wie wär’s mit mir. »Sie sehen hier die Gany-Bezeichnungen. Wo wir zahf finden. Sehen Sie. markieren wir für Sie also eine Fünf.« Der Senatsvorsitzende lächelte. Basset drängte sich nervös vor. Daneben haben wir jeweils die terranische Entsprechung gesetzt.« Die vier Männer grinsten einander an. »Zählen Sie mich mit. wie das beschriftet ist?« . Die Besatzung ist also schon vollzählig. Sehen Sie diese Skala? Wo der Zeiger auf nesi steht? Auf null.»Zwei«.

»Und?« »Das ist das Problem. worauf sich diese Maßzahlen beziehen. Mel – Start. Legen Sie den Schalter wieder um.100 – liw 50 – ka 5 – zahf 0 – nesi 5 – zahf 50 – ka 100 – liw Carmichel nickte. Wir wissen nicht. ist eine ganz andere Sache. aber fünfzig was? Vermutlich Geschwindigkeit. aber fünf was? Fünfzig. zeigt er auf io – Stopp. welches . Fünf. Wir können Ihnen nicht sagen. Aber wie man dieses Schiff lenkt. Oder Entfernung? Da es noch eine Untersuchung der Funktionen dieses Schiffes gibt -« »Sie können das nicht irgendwie deuten?« »Wie denn?« Der Linguist tippte auf einen Schalter. »Hiermit wird offensichtlich das Triebwerk in Gang gesetzt.

Wir können Zahlen nur in Zahlen übersetzen. Wir werden schon alles unter Kontrolle bekommen. »Nun?« sagte Groves.« »Und wie ist es mit Ihnen?« sagte Carmichel zu Basset und Siller. so wissen wir nicht.Instrument dafür zuständig ist. die Landedüsen. »Sind Sie noch mit von der . Die Semantik hilft Ihnen da nicht weiter. nachdem man gestartet ist. Und wir werden sie ausmachen. Nur Erfahrung. daß wir uns im Raum verlieren.« Groves und Carmichel sahen einander an. »Es kann passieren. »Ist das nicht ein Steuer?« »Das reguliert die Bremsraketen. Immer schneller und schneller -« »Wir sind weit von der Sonne entfernt. Was den eigentlichen Antrieb betrifft. Sie wollen Ihre Entscheidung doch nicht rückgängig machen. wie sich ein Schiff spiralförmig auf die Sonne zubewegte. Oder in die Sonne stürzen.« Groves berührte ein Rad. oder?« »Natürlich nicht. Ich habe einmal gesehen. in Richtung Pluto. worin er besteht noch wie man ihn reguliert.

Der lokale Operator erschien. Carmichel fing an.« »Achten Sie darauf.« Carmichel half ihm dabei. während er wartete. damit wir miteinander in Kontakt bleiben können.« Carmichel trat zu dem Bildschirm und verfolgte das Anschlußkabel.« »Gute Idee.« »Commander«. sagte Groves. »Wir kommen mit. »Verbinden Sie mich mit der Garnisonsstation auf dem Mars. »die sind fast mit dem Bildschirm fertig. »Als nächstes die Schuhe. schaltete ihn ein. sich .« Der Anruf wurde durchgestellt. »Mit eigener Stromversorgung?« »Aus Sicherheitsgründen. seine Schuhe und seine Hosenbeine zuzuschnallen.« Carmichel nahm vor dem Bildschirm Platz. den Anzug zu schließen. Vielleicht können wir bei der Rückkehr Hilfe brauchen. Commander Vecchi. Unabhängig vom Schiff. Er war gerade im Begriff. daß Ihr Helm absolut dicht ist.Partie?« »Selbstverständlich. Ich hab ihn in Auftrag gegeben.« Basset stieg vorsichtig in seinen Raumanzug.

das schmale Kinn.« »Ich wünsche Ihnen viel Glück. .« Carmichel brach die Verbindung ab. Wenn alles gutgeht. Sie können landen.« »Ich hoffe. die knallrote Uniform.den Helm aufzusetzen. murmelte er. Neugierig betrachtete er Carmichels Anzug.« »Wir lassen ihn räumen und erwarten Sie. Commander. Wir kennen uns mit der Steuerung nämlich nicht aus. Das hoffen wir auch. Wir wollen mit dem erbeuteten Gany-Schiff rauf. Vecchis dunkle Gesichtszüge erschienen. Was hat es für einen Antrieb?« »Wir wissen es noch nicht. Groves und Siller waren bereits angekleidet. Sie halfen Basset dabei.« Vecchis Augen flackerten.« »Danke. als der Schirm wieder aufleuchtete. erscheinen wir noch heute bei Ihnen auf dem Landeplatz. Das ist das Problem. »Sie gehen auf Reisen. »Ich kann das Innere Ihres Schiffes sehen. Commander Carmichel«.« »Bereiten Sie sich ruhig auf einen Notfall vor. »Meinen Gruß. seinen Kopfhörer zu befestigen. Commander?« »Wir möchten Sie gern besuchen.

das Risiko ist wirklich so groß?« Groves setzte sich neben Carmichel ans Steuerpult.« Carmichel streckte seine behandschuhte Hand aus und ergriff den Schalter mit der Bezeichnung mel. »Es geht los. Er rutschte über den schrägen Boden und krachte gegen einen Tisch. Unter ihnen war durch das Fenster ein wogender Ozean zu . Festhalten!« Mit eisernem Griff hielt er den Schalter und zog. »Sagen Sie Lebewohl«. »Das ist vielleicht unsere letzte Minute auf Terra. Basset. Sie fielen durch den Raum. Draußen standen mehrere Offiziere und sahen schweigend zu ihnen hoch. sackte tiefer und tiefer durch schwere Regenschauer. Er blickte durch das Fenster. Carmichel und Groves klammerten sich verbissen fest. Die Kugel drehte sich und sackte. »Hilfe!« rief Dr.« »Meinen Sie. sagte Groves. sagte Siller zu Basset. um sich auf ihren Sitzen am Steuerpult zu halten. »Fertig.»Wir sind bereit«. »Fertig?« Carmichel hörte Groves’ Stimme im Kopfhörer.

auf Händen und Knien. Aber das hier kann nicht der Mars sein!« Groves betätigte. Doc?« »Danke. einen nach dem anderen.« Basset stand etwas wackelig auf den Beinen. wir würden zum Mars fliegen. Wasser so weit das Auge sehen konnte. als die Raketen zündeten. eine endlose Fläche von blauem Wasser. was zum Teufel -« Die Kugel schoß jetzt in gleichbleibender Höhe. dahin. parallel zur Wasseroberfläche. »Wo sind wir? Schon auf dem Mars?« »Wir sind schon da«. Siller. Er half Basset hoch. sagte Carmichel und reckte den Hals. die Schalter für die Bremsraketen. »Okay. hielt sich am Geländer fest. wo – wo müßten wir uns befinden?« »Irgendwo beim Mars. starrte hinunter. um durch das Fenster zu spähen. sagte Groves.sehen. Die Ku