The Project Gutenberg EBook of Geschwister Tanner, by Robert Walser This eBook is for the use of anyone anywhere

at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org Title: Geschwister Tanner Author: Robert Walser Release Date: May 21, 2011 [EBook #36172] Language: German Character set encoding: UTF-8 *** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK GESCHWISTER TANNER ***

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Geschwister Tanner Roman von Robert Walser Zweite Auflage Verlag von Bruno Cassirer Berlin

Erstes Kapitel.

Eines Morgens trat ein junger, knabenhafter Mann bei einem Buchhändler ein und bat, daß man ihn dem Prinzipal vorstellen möge. Man tat, was er wünschte. Der Buchhändler, ein alter Mann von sehr ehrwürdigem Aussehen, sah den etwas schüchtern vor ihm Stehenden scharf an und forderte ihn auf, zu sprechen. »Ich will Buchhändler werden,« sagte der jugendliche Anfänger, »ich habe Sehnsucht darnach und ich weiß nicht, was mich davon abhalten könnte, mein Vorhaben ins Werk zu setzen. Unter dem Buchhandel stellte ich mir von jeher etwas Entzückendes vor und ich verstehe nicht, warum ich immer noch außerhalb dieses Lieblichen und Schönen schmachten muß. Sehen Sie, mein Herr, ich komme mir, so wie ich jetzt vor Ihnen dastehe, außerordentlich dazu geeignet vor, Bücher aus Ihrem Laden zu verkaufen, so viele, als Sie nur wünschen können zu verkaufen. Ich bin der geborene Verkäufer: galant, hurtig, höflich, schnell, kurzangebunden, raschentschlossen, rechnerisch, aufmerksam, ehrlich und doch nicht so dumm ehrlich, wie ich vielleicht aussehe. Ich kann Preise herabsetzen, wenn ich einen armen Teufel von Studenten vor mir habe, und kann Preise hochschrauben, um den reichen Leuten ein Wohlgefallen zu erweisen, von denen ich annehmen muß, daß sie manches Mal nicht wissen, was sie mit dem Geld anfangen sollen. Ich glaube, so jung ich noch bin, einige Menschenkenntnis zu besitzen, außerdem liebe ich die Menschen, so verschiedenartig sie auch sein mögen; ich werde also meine Kenntnis der Menschen nie in den Dienst der Übervorteilung stellen, aber auch ebensowenig daran denken, durch allzu übertriebene Rücksichtnahme auf gewisse arme Teufel Ihr wertes Geschäft zu schädigen. Mit einem Wort: meine Liebe zu den Menschen wird angenehm balancieren auf der Wage des Verkaufens mit der Geschäftsvernunft, die ebenso gewichtig ist und mir ebenso notwendig erscheint für das Leben wie eine Seele voll Liebe: Ich werde schönes Maß halten, dessen seien Sie zum voraus versichert.« -Der Buchhändler sah den jungen Mann aufmerksam und verwundert an. Er schien im Zweifel darüber zu sein, ob sein _Vis-à-vis_, das so hübsch sprach, einen guten Eindruck auf ihn mache, oder nicht. Er wußte es nicht genau zu beurteilen, es verwirrte ihn einigermaßen und aus dieser Befangenheit heraus frug er sanft: »Kann ich mich denn, mein junger Mann, geeigneten Ortes über Sie erkundigen?« Der Angeredete erwiderte: »Geeigneten Ortes? Ich weiß nicht, was Sie einen geeigneten Ort nennen! Mir würde es passend erscheinen, wenn Sie sich gar nicht erkundigen wollten. Bei wem sollte das sein, und was für einen Zweck könnte das haben? Man würde Ihnen allerlei über mich hersagen, aber genügte denn das auch, Sie meinetwegen zu beruhigen? Was wüßten Sie von mir, wenn man Ihnen zum Beispiel auch sagte, ich sei aus einer sehr guten Familie entsprossen, mein Vater sei ein achtbarer Mann, meine Brüder tüchtige, hoffnungsvolle Menschen und ich selber sei ganz brauchbar, ein bißchen flatterhaft, aber zu Hoffnungen nicht unberechtigt, ein bißchen dürfe man mir schon vertrauen, und so weiter? Sie wüßten doch nichts von mir und hätten absolut nicht die kleinste Ursache, mich nun mit mehr Ruhe in Ihr Geschäft als Verkäufer anzunehmen. Nein, Herr, Erkundigungen taugen in der Regel keinen Pfifferling, ich rate Ihnen, wenn ich mir Ihnen, dem alten Herrn gegenüber einen Ratschlag herausnehmen darf, entschieden davon ab, weil ich weiß, daß, wenn ich geeignet und beschaffen wäre, Sie zu hintergehen und die Hoffnungen, die Sie, gestützt auf Informationen, auf mich setzen, zu täuschen, ich dies in um so größerem Maße täte, je besser besagte Erkundigungen lauten würden, die dann nur gelogen hätten, weil sie Gutes von mir sagten. Nein, verehrter Herr, wenn Sie gedenken, mich zu verwenden, so bitte ich Sie, etwas mehr Mut zu bezeigen als die meisten andern Prinzipale, mit denen ich zu tun hatte, und mich einfach auf den Eindruck hin anzustellen, den ich Ihnen hier mache. Außerdem würden einzuziehende Erkundigungen über mich nur schlecht lauten, um offen die Wahrheit zu sagen.«

»So? Warum denn?€--« »Ich bin noch überall, wo ich gewesen bin,« fuhr der junge Mensch fort, »bald weitergegangen, weil es mir nicht behagt hat, meine jungen Kräfte versauern zu lassen in der Enge und Dumpfheit von Schreibstuben, wenn es auch, nach aller Leute Meinung, die vornehmsten Schreibstuben waren, zum Beispiel gerade Bankanstalten. Gejagt hat man mich bis jetzt noch nirgends, ich bin immer aus freier Lust am Austreten ausgetreten, aus Stellungen und Ämtern heraus, die zwar Karriere und weiß der Teufel was versprachen, die mich aber getötet hätten, wenn ich darin verblieben wäre. Man hat, wo ich auch immer gewesen bin, regelmäßig meinen Austritt bedauert und mein Tun beklagt, mir eine schlimme Zukunft versprochen, aber doch den Anstand besessen, mir Glück auf meine fernere Laufbahn zu wünschen. Bei Ihnen (und des jungen Mannes Stimme wurde auf einmal treuherzig), Herr Buchhändler, werde ich es sicherlich jahrelang aushalten können. Jedenfalls spricht vieles dafür, Sie zu veranlassen, einmal einen Versuch mit mir zu machen.« Der Buchhändler sagte: »Ihre Offenherzigkeit gefällt mir, ich will Sie probeweise acht Tage in meinem Geschäft arbeiten lassen. Taugen Sie, und machen Sie dann Miene, weiter bei mir zu bleiben, so wollen wir weiter miteinander reden.« Mit diesen Worten, die zugleich des jungen Stellesuchers vorläufige Entlassung bedeuteten, klingelte der alte Herr an der elektrischen Leitung, worauf, wie von einem Strom herbeigeweht, ein kleiner, ältlicher, bebrillter Mann erschien. »Geben Sie diesem jungen Herrn eine Beschäftigung!« Die Brille nickte. Damit war nun Simon Buchhandlungsgehilfe geworden. Simon, ja so hieß er nämlich.€-* * * * *

Um diese Zeit herum machte sich einer der Brüder Simons, der in einer Residenzstadt wohnhafte und dort namhaft bekannte Doktor Klaus, Sorgen wegen seines jungen Bruders Betragen. Es war dies ein guter, stiller, pflichttreuer Mensch, der gar zu gern gesehen hätte, wenn seine Brüder so wie er, der Älteste, im Leben einen festen, achtunggebietenden Boden unter die Füße bekommen hätten. Dies war aber so sehr nicht der Fall, wenigstens bis jetzt, ja so sehr war das Gegenteil der Fall, daß Doktor Klaus anfing, in seinem Herzen sich Selbstvorwürfe zu machen. Er sagte sich zum Beispiel: »ich hätte derjenige sein sollen, der schon längst allen Grund hätte haben müssen, diese Brüder auf die rechte Bahn zu leiten. Ich habe es bis jetzt versäumt. Wie konnte ich nur diese Pflicht versäumen und so weiter.« Doktor Klaus kannte tausende von kleinen und großen Pflichten, und es mochte bisweilen den Anschein tragen, als sehne er sich nach noch mehr Pflichten. Er war einer von den Menschen, die sich, aus Pflichterfüllungsbedürfnis, in ein ganzes, beinahe zusammenstürzendes Gebäude von lauter sauren Pflichten stürzen, aus Angst, es möchte vorkommen, daß ihnen eine geheime, wenig bemerkbare Pflicht davonliefe. Sie schaffen sich viele unruhige Stunden wegen solcher unerfüllten Pflichten, denken nicht daran, daß eine Pflicht immer eine neue auf den Übernehmer der ersten ladet und glauben, schon etwas wie eine Pflicht erfüllt zu haben, wenn sie sich wegen deren dunklen Vorhandenseins ängstigen und beunruhigt fühlen. Sie mengen sich leicht in Vieles, was sie, wenn sie weniger sorgenvoll darüber nachdächten, in Gottes Welt gar nichts angeht, und wollen auch gern andere so sorgenbelastet sehen. Sie pflegen mit Neid auf Unbefangene und Pflichtenfreie zu blicken und sie dann leichtfertige Menschenbrüder zu schelten, weil sie so schön, mit so leicht erhobenem Kopf, durch das Leben ziehen. Doktor Klaus zwang sich des öftern zu einer gewissen

daß es solchen am leichtesten vorkommen kann. aber immer wieder kehrte er zu den grauen. noch zu glauben. an Dich. das ihm entschwunden war. dann wird sich Dir eine Bahn eröffnen. etwas. was nie der Untersuchung. Und Du willst doch sicher etwas erreichen. meine Stimmung. Wegwerfung? O. zeige. selbst ein bißchen glücklich zu sein. Dich nun einmal energisch eine Laufbahn ergreifen zu sehen. daß er die Pflicht versäumte. unerledigt hinter sich zu lassen und darüber mit einem Lächeln der Wegwerfung hinwegzuschreiten. fixierte Tätigkeit.und phantasieloser Mensch war. schrieb er an seinen Bruder Simon. Welt und Menschen werden sich Dir in ganz anderer Weise zu . wenn er es einmal versuchen wollte. füge Dich drei oder vier kurze Jahre unter eine strenge Arbeit. machte er sich oft schwere Vorwürfe darüber. des Glücks. die mich nur unangenehm berühren. Doktor Klaus war mehr als einmal traurig über sich. in deren Bann er wie in einem dunklen Gefängnis schmachtete. Es sind jetzt so viele Dinge. daß Du Charakter besitzest. die Dich durch die ganze bekannte Welt führt. dazu beitragen. Von Dir darf ich. das natürlich ein Mädchen aus tadelloser Familie hätte sein müssen. ja. Er hatte vielleicht einmal die Lust zum Abbrechen. von unten bis oben zerschnitten. Um diese Zeit herum. nachdem Du sattsam genug mußtest die Erfahrung gemacht haben. ich habe es zu meinem Leidwesen erfahren müssen. der zu nichts in der Welt taugt. aber auch. so deuchte ihn. so rasch wieder der Sprung in etwas anderes? Ängstigt Dich Dein eigenes Betragen gar nicht? Ich muß Kraft in Dir vermuten. die aus vielen Ursachen keine rosige ist. er warf nie etwas weg! Es hätte ihn. daß Du diesen immerwährenden Berufswechsel. Vielleicht geht es Dir nicht gut und schreibst deshalb nicht. Prüfung. er würde immer des Weggeworfenen mit Schmerz gedacht haben. Liebe und Beachtung wert war. wie es scheint. So war er denn älter geworden. wie nun schon so oftmals. um erst später. aber laß mich. aber ihm fehlte die Kraft. wenn Du Deinen Bruder noch ein bißchen lieb hast. das wie eine mahnende Pflicht aussah. So ganz unehrgeizig kenne ich Dich wenigstens nicht. zurechtzulegen und zu untersuchen. ertragen kannst. keine aufrichtigen Berichte mehr erwarten. von dem ich mir immer vieles versprach. da Du doch die Einrichtungen dieser Welt einmal kennst. den er aufrichtig lieb hatte und dessen Betragen in der Welt ihn beunruhigte. mußt auch Du.kleinen. das einen berechtigen könnte. Du hast Talent und besitzest. einen Brief. als er mit Wehmut seiner selber gedachte. damals als er noch jung war. den ich in Deiner Seele von jeher wußte. alle ihre Pflichten zu erfüllen. aber ich gebe gerade aus diesem Grunde keineswegs die Hoffnung auf. daß Du etwas leisten kannst. sich mit einem jungen. Mache doch einmal etwas. nicht allzulang vergeblich auf Dich hoffen. sei es in dieser oder jener Hinsicht. trüben Pflichten zurück. wenn er des lieblichen Glücks gedachte. wenn es vielleicht schon zu spät geworden ist. immer wieder so wenig Ausdauer. der ungefähr folgendermaßen lautete: Lieber Bruder. bist auch sonst klug. Warum nun aber. daß ohne Geduld und guten Willen auf der Welt nichts zu erreichen ist. Du bist wieder. daß es eben Pflichtmenschen nie gelingt. ihrer wieder zu gedenken. folge Deinen Vorgesetzten. wenn Du Lust zum Reisen hast. Du scheinst gar nichts über Dich schreiben zu wollen. und weil er denn doch durchaus nicht etwa ein empfindungs. zu verdunkeln? Ich hoffe noch. Ich an Deiner Stelle würde längst an mir verzweifelt haben. ohne eine feste. und zwar von fremden Menschen. einen hellen Kopf. lieben Mädchen verbunden zu sehen. über ihre Hauptpflichten hinwegzusehen. Mein Rat ist nun der: Harre aus. Er warf nie etwas weg und er verlor sein junges Leben damit. Ich verstehe Dich wirklich nicht in diesem Punkt. dies schmerzt mich. Das war nun wieder ein neues Pflichtversäumnis und bewies nur auf das Allertreffendste. und in allen Deinen Äußerungen spiegelte sich immer der gute Kern wieder. Glaube nur. wie ich mir gerne einbilde. bescheidenen Sorglosigkeit.

Vielleicht sprechen wir bald einmal miteinander. der. Bruder. scheint es mir. daß Du etwas gesprächiger und mitteilsamer mir gegenüber wirst. in welchem Maße gerade der Kaufmann Gelegenheit hat. ich könne bei Ihnen Bücher verkaufen. einen Bückling machen und adieu sagen zu Käufern. es werde ihm freundlich und zutraulich geantwortet. der noch kein eigenes Heim hat. der Dich wieder aufsucht. um der Sorge willen.Nein. doch an die enge Welt seines Studierzimmers gefesselt bleibt. hätte ich Dich vielleicht eher kränken als Dich wirklich überzeugen können. Was macht Kaspar? Schreibt Ihr Euch? Was macht seine Kunst? Ich möchte gerne auch von ihm etwas erfahren. In den acht Tagen ist mir der ganze Buchhandel zum Greuel geworden. Ich kann ganz anderes leisten. meine Brüder alle glücklich zu sehen. wo ihm. oft nicht behaglich zumute ist. Lebe wohl. lassen Sie mich ausreden. ich bin es. noch einmal jung zu werden. daß ich froh wäre. Laß mich Dich wieder kennen lernen und zwinge Dich. wenn sie im Begriffe sind. als selbst der Gelehrte. Ich weiß nur zu genau. Dir immer und überall selber zu helfen. während draußen die sanfteste Wintersonne scheint. als Du? Nun denn. einen Blick in das geheimnisvolle Wesen des Buchhandels zu . wie ich aus eigener Erfahrung sagen darf. hast Pläne und Aussichten. Du brauchst mich gar nicht zu fürchten. hast mehr Hoffnungen und viel mehr Recht. und unvernünftig und unwissend. wie es der Mensch sein sollte. mein Herr Buchhändler. der darauf gerichtet ist. Auch dachte ich. Dich möchte ich jedenfalls froh wissen. mir zu schreiben. den Laden zu verlassen. die ich mir Deinetwegen mache. zu seinem Prinzipal ins Kabinett und hielt diesem folgende Ansprache: »Sie haben mich enttäuscht. Noch ist es Zeit. Ich verdiene es vielleicht. von denen ich mir nicht einmal etwas träume. vom frühen Morgen bis am späten Abend. Bitte. viel früher eingreifen. was ich will. Wie Du jetzt bist. daß man sich hüten sollte. lieber Bruder. und Du weißt gar nicht. für mich erübrigen zu können. daß ich der »Ältere« bin und vielleicht etwas mehr weiß. mir meinen Lohn auszubezahlen. Dein Klaus. Bruder. und wie wäre das auch möglich nach Jahren der Trennung. Vielleicht hätte ich da früher. zu schreiben wie der verflucht-erst-beste Schreiber und eine Beschäftigung zu erfüllen. an denen alles Leben und Wirken hängt. die die Wonne genießen. die sich für meinen Geist nicht ziemt. wirst Du vielleicht weit mehr Genugtuung am Leben finden. Ein Mädchen zu lieben. schleichst Du nur so um die Ecken und durch die Spalten des Lebens: das soll aufhören. als was man hier glaubt. aber ich weiß nicht bei Deinem stolzen Sinn. als ich. Was tust Du jetzt mit Deinen Tagen? Erzähle mir doch davon. Nach Ablauf von acht Tagen trat Simon. an einem Pult zu stehen. -. daß Du ein ganz hervorragend tüchtiger Kaufmann werden kannst. was bin ich denn für einer. sein Leben zu einem von Grund aus lebensvollen Leben zu gestalten. elegante Menschen bedienen.erkennen geben. genau erkennt. ermahnenden Worten emporhelfen sollen. noch glücklich zu werden. weil das Pult viel zu klein für meine Figur ist. hätte Dir mehr mit Taten als mit bloßen. so wisse. ich bekäme Gelegenheit. wenn er darin bestehen soll. Du stehst vielleicht reicher da. ich trete heute aus Ihrem Geschäft wieder aus und bitte Sie. Und es ist mir versagt. nicht ohne die schmerzlichste Sehnsucht der Glücklichen gedenkt. Ich glaubte. So. obschon er die Fäden. Vielleicht erlebe ich es noch. Vielleicht ist es zu spät für mich. es läßt sich nicht ändern. wo der Mann. wenn Du der Welt etwas bedeuten kannst. wenn Du wirklich etwas bist. über der Leitung ihres Haushaltes eine junge Frau besorgt zu sehen. als es Abend wurde. Ich bin jetzt in einem Alter. den Buckel zu krümmen. der hofft. der Dir schreibt. ich kenne Dich eben nicht mehr ganz. Ich bin nicht ganz so froh. solche zu hegen. mir unbefangen und vertraulich in die Nähe zu treten? Bin ich Dir ein Gefürchteter? Was gibt es an mir zu meiden? Etwa den Umstand. machen Sie nur nicht solch ein verwundertes Gesicht. das ist schön. Ich bin nicht glücklich. Ich selber.

gnädiger Herr. meldete er sich beim Stellenvermittlungsbureau. Soll ich meine Kräfte. wie es scheint. Das wußten Sie. es zieme sich wenig. Zu Klagen habe ich keinen Anlaß. wie Sie nun vor mir altem Manne dastehen. schöner Gedanken. so meine ich. Aus welcher Gegend der Welt kommen Sie denn her und gibt es dort lauter junge Leute von Ihrem Schlag? Sehen Sie. Der Mann. Warum haben Sie mir nicht ein gutes. würde ich mich besonnen haben. Wem aber fiele es je ein. stand auf. Maß und Zielbewußtheit und wer weiß was noch alles. lieber will ich zu den ganz Besitzlosen gehören. es stände so schlimm mit meiner Jugend. und dies sei auch nicht der schickliche Ort zu einer Rede: Wohlan. Am nächsten Morgen. muß man ihn auch unterzubringen wissen. den jungen. daß ich nötig hätte. Der Mann kannte Simon sehr gut und pflegte mit ihm mit einer Art spöttischer. Es ist wahr. zu schweigen allen Grund. »Ah. mageres. Bescheidenheit. so heftig zu reden. aber eben deshalb will ich es bei der Wahrheit bewenden lassen.oder Stehpult angewiesen? Gibt es nicht prachtvolle Schreibpulte nach amerikanischem Schnitt? Wenn man schon einen Angestellten will. nur um sie überhaupt nicht mehr zu besitzen. bezahlen Sie mich. wenn Sie der Meinung sind. aber offen gestanden. es wird alles mögliche von einem jungen Anfänger verlangt: Fleiß. um krumm zu werden. ehe ich das täte. die Sonne blendete hell. ich halte Sie nicht davon ab. könnte es mir vorher einfallen. Aber nichts von alledem. schüchternen Menschen. hier ist Ihr Geld. Sie wissen wohl selbst nicht.« Der Buchhändler zahlte ihm sein Geld aus. Simon war voller Gedanken. Daß er unglücklich ist.Damit war die Sache abgetan. Takt. und Sie werden mich nie wieder zu Gesicht bekommen. er las ihn und dachte dann bei sich: »Er ist ein guter Mensch. anständiges. an ein altes. Als er nach Hause kam. sie ist auch gar nicht des Beschreibens wert. aber ich glaube gar nicht. . Herr Simon. In den Briefen will die Seele immer zu Wort kommen und sie blamiert sich in der Regel. Der alte Herr sprach: »Wenn ich das von Ihnen vermutet hätte. meine Freude an mir selber. Sie werden denken. Simon strich es ein. der während der acht Tage so zuverlässig gearbeitet hatte. Ich schreibe also lieber nicht. der Besitzer von etwas Halbem. kam er ganz unwillkürlich auf schöne Gedanken. meine Lust. stillen. Ich verstehe es nicht. Das klingt in Briefen so. der Buckel eines jungen Menschen sei dazu da. ich schweige. Sie scheinen ja ganz merkwürdig wankelmütig zu sein.werfen und die Züge der Welt im Gesichte und Gang des Geschäftes zu erhaschen. Wenn er dachte. Ihnen in meinem Geschäfte Arbeit zu geben. und das Talent. dann gehört mir meine Seele wenigstens noch an. Weil Ihnen ein Schreibpult nicht paßt. daß er so sehr unglücklich ist. Nun.« -. was er schreibt. Treue. Nüchternheit. Man wird während des Schreibens einfach fortgerissen zu unvorsichtigen Äußerungen. Aus dem anstoßenden Arbeitsraume sahen und horchten einige fünf zusammengedrängte Köpfe von Beamten und Handlungsdienern der Szene zu. nicht. von mir wegzugehen. der dort saß und schrieb. sah er den Brief seines Bruders auf dem Tisch liegen. was Sie in Ihrem unreifen Kopf eigentlich wollen.« Der alte Buchhändler war ganz erstaunt. Weiß Gott. will Ihnen gleich das Ganze nicht passen. nun in solcher Weise sprechen zu hören. wie es mir zukommt. zu Freudesprüngen ebensowenig. es hat mir nicht Freude gemacht. sie in einem nichtsnutzigen Bücherladen zu verkrümmen und zu ersticken? Sie irren sich zum Beispiel auch. hat er mit sich selbst abzumachen. daß ich das so glänzend imstande bin. enges Buchladenpult wegwerfen? Nein. Glauben Sie. hübscher Vertrautheit zu verkehren. tätig zu sein. unter die Soldaten zu gehen und meine Freiheit vollends zu verkaufen. mir angemessenes Sitz. Ich bin nicht gern. meine Lage zu schildern. irgend welche Tugenden von einem Herrn Prinzipal zu verlangen. Pünktlichkeit. aber ich werde ihm nicht schreiben.

ja ich würde sterben. Warum staunen Sie so sehr bei dieser Eröffnung? Ist es so fürchterlich seltsam.Herr Simon! Sind Sie wieder da! In welcher Angelegenheit kommen Sie denn?« »Ich suche eine Stelle. Aber Ferien. Was hat ein junger Mann. er wird mir. Mein Stolz wird in keiner Weise verletzt dadurch. denn man kocht gut auf dem Lande. Ich kann. das könne ein anderer. wo die Sinne auf eine natürliche Weise ausruhen und die Gedanken nach Lust und Geschmack denken können.« »Sie haben schon zu wiederholten Malen Stelle gesucht bei uns. wenn man so daliegt.« »Warum sind Sie denn nicht bei dem Krankenwärterberuf geblieben?« fragte der Mann. stellen sich nicht vor. wenn es Sommer ist. bis ich meinetwegen umsinke. Ich will nützlich sein. zu sagen: Sie suchen mit einer unheimlichen Schnelligkeit Stellen. Was schadet es. auf einer Berufsart ausruhen zu wollen wie auf einem Sprungfederbett. die ich mir angewöhnt habe. wenn man seine gesunden Glieder hat und sich weiter keine Sorgen macht. um die Kranken pflegen zu können. was ist das! Darüber kann ich nur lachen. allerhand Lebensaufgaben lösen zu können und nicht vor Schwierigkeiten zu zittern. vor denen die meisten Menschen zurückschrecken. daß ich alle Eigenschaften besitze. aber leise. zu einem Bauern gehen. während ich weiter wandere.« »Es gibt auch noch andere Auswege. daß es nicht mit Ihnen noch so weit kommt. sich den verschiedenartigsten Menschen nützlich zu erweisen? Ich finde das hübsch an mir. im Gegenteil. man möchte versucht sein. so sind sie es eben. wenn ein Mann in meinem Alter verschiedenen Berufsarten nachgeht. etwas Bargeld in die Hand drücken. ich bilde mir etwas darauf ein. wo der Blick. nicht für Auswege. um meinen Stolz zu befriedigen. Nachher sucht man sich an einem Waldrande ein kühles Plätzchen aus. »Ich habe keine Zeit. wenn man Sie fragen darf?« Simon erwiderte: »Ich war Krankenwärter. ein frisches. wer frägt da lange darnach. bildschönes Mädchen. was einen gewissen Mut erfordert. nicht fertig. gutes Essen. wie ich. daß ich lange daran denken muß.« erwiderte Simon. wenn er den Versuch macht. weil ich dabei etwas tue. ihm auf dem Felde helfen. und wenn ich tausend Jahre alt werde. wenn ich Ferien bekäme. um meine Reden zu beschließen. Er wird mir zu essen geben. Ich hasse die Ferien geradezu. »und es fiele mir niemals ein. wie so viele andere. Das hat nicht den geringsten Reiz für mich. bei einem und demselben Beruf zu verbleiben. in Ihrer gedrückten Enge. Lieber gehe ich unter die Soldaten. wie köstlich das Laufen auf Landstraßen ist. wenn ich von ihm wegziehe. das bringe ich. die herrlichste Aussicht genießt. zum Beispiel Sie selber. zu wandern. Ich will mit Ferien nichts zu tun haben. Man kann mich brauchen. wird mir zum Abschied zulächeln. Ich will mit dem Leben kämpfen. während Ihrer Ferien. auch haben. Sind sie staubig. diese Gewißheit genügt mir. und es stellte sich heraus. »Wo waren Sie denn zuletzt beschäftigt. auch wenn es regnet oder gar schneit. Sie werden mir entgegenhalten. daß die Ernte beizeiten unter Dach kommt. Sie. denn eines groben Lachens war er doch nicht fähig. in einer Weise. und seine junge Tochter. Nein. Verschaffen Sie mir nur nicht einen Posten mit Ferien.« Der Mann lachte. will weder Freiheit noch Bequemlichkeit .« »Passen Sie auf. Das mit den Soldaten ist eine flüchtige Redensart von mir. er wird mich willkommen heißen und meine Kraft schätzen.

wie muß sie da auf mich armen Schreibteufel herabsehen. gebieterisches Wesen als Humor und wundere mich. Lachen Sie? Ihnen gegenüber bin ich leider gewöhnt. Aber mir behagt jetzt diese reizende Anspruchslosigkeit seitens meiner Arbeitgeber. wie wenig muß ich leisten. dieses moderne Leben! Und doch wie schön und gedankenvoll ist gerade diese Einförmigkeit. zu vermuten. rote Nase und ist ein Tyrann. Seiner kleinen Freundin Rosa gegenüber äußerte sich Simon folgendermaßen: »Mein Advokat hat eine lange. Wie wenig scheint man zu ahnen. es interessiert mich.« »Hier ist eine Aushilfsstelle bei einem Advokaten zu besetzen. wenn ich ein Maler wäre. hellen Fenster hinaus. aber ich komme sehr gut aus mit ihm. das an einen herantreten sollte. ohne Schranken offen zu sein. ich habe alle Aussicht ein Denker zu werden. für ungefähr einen Monat. während ich arbeite. und ich hoffe. wunderbar große Augen und herrliche Arme. die ich malen möchte. Ich zittere. wie wenig Kenntnisse verlangt man doch von mir. Ich denke oft an Sie!« Rosa lachte: »Sie sind ein Schlingel! Aber fahren Sie fort. fühle ich mich so schön verwandt mit allen denen. das verstund er prächtig. Ich steige die vier Treppen hinauf und trete ein. Er machte angenehme Bekanntschaften.« Damit war Simon beim Advokaten.« . während er schrieb. ich hasse die Freiheit. das paßt mir.« Rosa liebte es in der Tat. glauben Sie es nur.kosten.« Der Mond schien oft. und oft ungerechten Geboten unterziehe. dachte er bei sich. Man hat ja so sehr nichts. aber ich habe leider alle Ursache. trank jeweilen nachmittags seine Tasse Tee. sage guten Tag und beginne mit meiner Arbeit. Oft macht sie sich etwas bei uns im Bureau zu schaffen. wie man einem Hund einen Knochen hinwirft. wenn ich solche Frauen sehe und bin doch glücklich. schlanke Frau. das entzückte ihn sehr. Ich kann. wenn man offen zu ihr war. mein Herr. schrieb leicht und mühelos den Tag über. und träumte. Paßt Ihnen das?« »Gewiß. die ebenfalls morgens um acht Uhr anzutreten haben. das einem begegnen müßte. Träumen. Sie hat. Wenn Sie etwa denken. Sie denken so von mir. Man sehnt sich beständig nach etwas. so daß sein Vorgesetzter sich lebhaft um ihn bekümmerte. zu seinem Erstaunen ganz reizend. daß ich eine junge Frau damit haben könnte. Sie hätten in mir einen Menschen vor sich. zum luftigen. Du guter Gott. Sie war ein merkwürdiges Mädchen. Ich empfinde sein mürrisches. Simon fuhr fort: »Wenn ich morgens um acht Uhr zur Arbeit gehe. und doch seine Pflicht nicht hintenansetzen. Ich liebe es. Sie sehen das gerne an mir. Er verdiente dort ein ganz hübsches Geld und war ganz glücklich. wenn er arbeitete. den es nach Ferien gelüstet. rechnete Rechnungen nach. kommt sich so verloren vor in all der Gebildetheit. das schwingt mich bis zu einer gewissen warmen Höhe hinauf und reizt meine Arbeitslust. »Ich verdiene so viel Geld. und ihre Lippen waren geradezu schön. wenn ich sie so hingeworfen bekomme. daß ich noch ganz anderes fähig wäre. wenn es ein wenig scharf zugeht. Ihre Augen hatten einen wundervollen Glanz. Welche große Kaserne. Nie erschien ihm die Welt schöner. schrieb nach dem Diktat. zum Fenster hinein. was Sie da sagen. als während dieser Advokatenzeit. Er hat eine schöne. was er außerordentlich gut verstand. ist so sehr armer Teufel. betrug sich. so irren Sie sich. wie gut ich mich allen seinen. Da haben Sie Ihre Ferien. denken. Geordnetheit und Exaktheit.

Rosa. wo ich das Geliebte haben möchte. so wie jetzt auf Ihrem Gesicht. ziemlich schüchtern an. freigelegenen Hause. liebt man etwas deshalb. wie ich jetzt. gefragt haben: Wer klingelt denn jetzt. sagte gute Nacht und ging fort.« Dann ging sie zu Bett. »So liebt man die. weite. Ich bin allerdings jetzt müde. Ich weiß. die es nicht wert sind. dieser küßte die Hand. wäre es auch zum Beispiel gerade ein Eigenlob. Wenn ich eitel bin. oder beim Anziehen.»Die Welt ist eigentlich herrlich. das einen Garten hatte. nicht wahr. daß ich nicht ohne Anmut spreche. wenn man es erst langsam prüfen will. wie er es läuten hörte. Reiche kalte. wenn nur rasch jemand . weil man einen Wert abschätzen möchte? Wie lächerlich. es muß eben heraus.« sagte sie für sich. Eines Tages klingelte Simon.« Rosa streckte ihrem jungen Freund ihre kleine Hand entgegen. vor einer Gartentür herzpochend wartend. Ich habe Sie sehr lieb. geheizte. kann ich den üblen Eindruck nicht mit den paar nächsten Worten wieder gutmachen? Ich denke über mein Sprechen erst nach. und würde mich Gott zu einem braven Menschen gemacht haben. mit emporgezogenen Mantelkragen. und ich muß jetzt innerlich furchtbar lachen. es war in der Mittagsstunde.« sprach Simon weiter. Sie sind hübsch. Aber ich sage eben alles. Ihm war. kränke oder ärgere. wenn Sie sprechen. was mir gerade durch den Sinn schießt. pochende. »ich kann da bei Ihnen sitzen. im Gespräch Furcht zu bezeigen.« dachte er. so muß eben meine Eitelkeit ans Licht treten. Arme Leute haben in der Regel schnelle. elegantem Schritt. daß Sie mir gerne zuhören. wenn ich dazu Gelegenheit habe. Als er weg war. sich zu seiner Frau träge umwendend. Ich kann mich auch mit ebensolcher Leichtigkeit tadeln. bin ich anständig. würde er. und es freut mich sogar. und ob es sich schickt oder nicht. und es hindert mich niemand daran. Sollte man denn nicht alles aussprechen dürfen? Wie vieles geht verloren. so redete die Tüchtigkeit aus mir. Ich bin in dieser Beziehung ganz sorglos. Wenn ich beispielsweise mit Worten jemanden beleidige. Wenn er jetzt drinnen im Hause zum Beispiel als Hausinhaber gesessen hätte.«€-»Sind Sie müde?« »Gehen Sie nach Hause. oder in der Kutsche. weil ich mich und uns ein wenig kenne und weil ich mich davor schäme. »und doch. gepolsterte und vernagelte! Ach. als ob da ein Bettler geklingelt hätte. hitzige Herzen. Was geht mich das Wertvolle an. Ich mag nicht lange überlegen. der Geiz spräche aus meinen Worten. weinte die kleine Rosa lange still für sich. wenn ich auf dem Gesicht meines Zuhörers unangenehme Falten sehe. dagegen Arme immer draußen in der Kälte. stundenlang mit Ihnen zu plaudern. aber liederlicher Lebensart. Sie weinte um ihren Geliebten.« »Das ist etwas anderes. während er wartete. Zweites Kapitel. vielleicht gerade beim Mittagstisch. bevor ich spreche. was ich auch immer spräche. so wird ohne Zweifel die Honettheit aus meinem Munde tönen. Simon. weil ich das gesagt habe. gewiß ein Bettler! »Vornehme Leute. verletze. wäre ich geizig. »denkt man sich immer an der Tafel. Sie finden. vor einem eleganten. wo ihnen Diener und Dienerinnen behilflich sind. edelgeschnittenem Mund. einen jungen Mann mit Locken auf dem Kopf.

und.« »Ich danke Ihnen. das darf ich. und werde trotz den Hoffnungen meiner Eltern nie etwas sein. »Welch ein schönes Zimmer. aber lebensfröhlicher Mensch. schönen. Darf ich es noch ein wenig anschauen. und so reizende Vorhänge. Wie komme ich dazu.herbeigesprungen käme. Sie müssen wissen. so muß es dreißig-. Simon war es lieb. und so hübsche. bin nie etwas gewesen. glänzende Möbel. Welch schöne Aussicht aus den Fenstern. Es ist eigentlich von Ihnen nicht gut getan gewesen. trotz meinem bißchen Welterfahrung. ich habe wenig Hoffnungen.« Simon nahm seinen Hut vor einer schönen Dame ab. hier noch eine Minute stehen bleiben?« »Gewiß dürfen Sie das. inwiefern sind Sie »nichts«. mir dieses Gemach zu zeigen. und weil er sah. »Ich suche ein Zimmer. wie würde ich aufatmen. auch nicht sagen. Wie stehe ich doch. Er lebt wie ein Junger von fünfundzwanzig Jahren und gibt sich in keiner Weise Gedanken über seine Lage hin.« rief Simon.« »Was sind Ihre Eltern. ja hundertmal seines jungen Sohnes Pflicht sein. viel. dem es nicht einmal von ferne einfällt. der wirklich überrascht war. voranzugehen. Ich habe nie etwas besessen. vielzugerne. zarter Mensch werden. -. Es kommt drauf an!« »Nein. daß sie dabei ihre Freundlichkeit nicht verlor. und das vielleicht bei vielen Menschen zu beobachten ist. wenn ich ohne Falsch sprechen soll.In der Tat. Simon mußte immer lächeln. das wie eine leise Bitte im Gesicht aussah. ich bin ein so wenig für ein so feines Zimmer geeigneter Mensch. daß Umgebungen den Menschen verändern können. er zitterte. leider. Welch schöne Wohnungen bewohnen doch die Wohlhabenden. wenn ich fragen darf. Ich bewundere ihn und suche ihn nachzuahmen.« Simon bat die Dame. Ich bin voll Hoffnung. meine Blicke in einen so heiteren. indem sie eine Tür öffnete. Nie. viel zu fein für mich. Er machte dabei zum ersten Male in seinem Leben mit der Hand eine Handbewegung. Viel besser. wenn jemand ihm eine Tür öffnete und ihn zum Eintreten ersuchte. allzugerne. die etwas besitzen. auf schwachen Beinen. denn er fühlte. »viel zu schön für mich. wenn es wahr ist. Aber die Mutter . daß sie ein Recht dazu hatte. auch jetzt ging es nicht ohne dieses Lächeln ab. Die Dame zeigte dem jungen Mann das Zimmer. »Wollen Sie kommen? Da! Die Treppe hinauf. wie man sagen hört. um dem Draußenstehenden zu öffnen. Und doch.Mein Vater ist ein armer. daß sie das tat. die. wie Sie sich vorhin ausdrückten?« »Ich bin ohne Stelle!« »Das würde mir ganz gleichgültig sein. Sie würden mich zu Ihrem Hause hinausgewiesen haben. die den Ankommenden aufmerksam prüfte. ich würde sehr gerne darin wohnen. Wenn er bei seinem schneeweißen Alter noch munter sein kann. den Kopf hoch zu tragen und die Menschen mit Augen wie der Blitz anzuschauen. Dieses vor einer reichen Türe Warten hat etwas Beengendes. wie als Wohnung für einen Gott geschaffenen Raum zu werfen. die dem Zimmer etwas Mädchenhaftes geben. Ich würde hier vielleicht ein guter. als ein Mädchen herbeisprang. nie verläßt sie mich. seine jetzigen kargen Tage mit den früheren glänzenden zu vergleichen. Zwar.« -.

Aber es geht wohl nicht gut. nicht einfiele. Ich sehe es zu deutlich. Möbelstücken. die nicht lange zueinander taugen. sind wir zwei Menschen nicht dazu geeignet. Ich möchte nicht veranlassen. das würde Sie erschrecken. »Sie war eine herzlich gute Frau. Ich werde. Wir haben. Auch.« Drinnen sagte sie zu Simon: »Ich habe den Wunsch. Das tun wir gottlob nicht. ein anderer ist ein Spezialist im Börsenfach. die hinderlich sein würde. und es mir. Gedanken mit auf die Welt. kam ein klagendes Ach aus dem Munde. wann und wo wir auch immer zusammentreffen. weiten Welt. Einer meiner Brüder ist ein nicht unbekannter Gelehrter. Sehen Sie.« Und sie eilte ihm nach. stehen zu bleiben und auf sie zu horchen: »Was fällt Ihnen ein. für alles feine Wesen auf die Länge wenig Hochachtung übrig. so schnell wegzugehen. sonst nichts. Auch haben wir die Gewohnheit. noch sonst etwas anderes hervorzuheben an ihm. daß Sie später mit uns Ärger hätten. Wieviel kostet es?« »Was ist Ihr Bruder?« »Landschaftsmaler! Wieviel würden Sie für das Zimmer verlangen? --€-.« »Nein lieber nicht!« Simon schritt schon die Treppe hinunter. wieder ein anderer ist weiter nichts als mein Bruder. wie er. Und wenn Sie auch nicht bezahlen! Was macht das? Gar nichts. wenn ich recht bedenke.So viel? Es ist sicherlich nicht zu viel für dieses Zimmer. wir würden Sie enttäuschen. ich will. wenn ich an ihn denke. der. weil ich ihn mehr als einen Bruder liebe. wissen Sie. mit Ihnen schon einig werden. Groß genug wäre das Zimmer. Marie! Wo bist du? Bringe doch gleich den Kaffee hier ins Zimmer. Wir Kinder sprechen immer und immer über sie. Wäschegegenständen. im Grunde genommen. sicher! Wehren Sie nur nicht ab. wenn wir verbunden unter den Menschen aufträten. gar nichts. Sicher. Treppenabsätzen hart umzugehen. die sehr lieb dastand. Doch lieben wir uns. oder Sie würden vielleicht verzeihen. was den Preis betrifft. Ich bin oft so . daß er der meinige ist. Wie konnten Sie nur davonrennen. Wir haben alle eine etwas schwere Art. warum wir es nicht tun wollen. ich möchte Sie beide dabehalten.« Der Dame. Türklinken.gab mir. wie es sich geziemt. und wenn ich Sie eindringlich anschaue. Unten holte sie ihn ein und veranlaßte ihn. und meinen Brüdern weit mehr als mir. wie wir sind. Fenstervorhängen. wo ihnen die Freiheit gelassen wird. und jedes von uns weiß genau. denn wir haben alle solche Köpfe. Da rief ihm die Stimme der Dame nach: »Bitte. kommen Sie. der so aussieht. Dergleichen Menschen. Wir leben zerstreut auf dieser runden. Sie und Ihren Bruder näher kennen zu lernen. als ob wir darin ansässig wären. Treten Sie mit mir in dieses Zimmer. kommen Sie doch. Die Mutter ist gestorben. in diesem Hause aus. Sie würden uns böse werden. als eben den Umstand. mit Bettbezügen. was noch schmählicher wäre. über den Glanz und die Sorgfalt spöttische Bemerkungen zu machen. und nun sagte sie auf einmal: »Ich möchte doch Ihren Herrn Bruder und Sie annehmen. Wir sind noch so grob. aber für uns ist es viel zu viel. Wir sind Spötter! Adieu!« Die Augen der schönen Frau hatten einen tiefen Glanz angenommen. müssen vor reichen Gartengittern stehen. ein Auge bemühen zuzudrücken.und einzugehen. und das ist sehr gut. Mit diesem Bruder zusammen möchte ich hier bei Ihnen wohnen. bleiben Sie doch noch.

wie eines Mittags. Wir waren. wir zwei.« »Sie sind ein braver Mensch. zu leimen. mich aufs grimmigste zu kränken. Wir haben eigentlich eine verrückte Freundschaft geschlossen. Ich halte Sie für einen zarten Menschen. Sind Sie nun etwas zutraulicher geworden? Würde mich sehr. Ich fürchte mich nicht. das mich zwingt. damals zitterte ich vor Wut. sondern Freunde. Wir passen ganz gut zusammen. wir paßten auch schon damals zusammen. als ob es sonst unter den Männern nichts ausfindig zu machen gäbe. das wird schon gehen. Wir treiben uns auf diesem Erdboden umher. Ich bin wirklich nicht für die Freundschaft gemacht und begreife nicht. Sie in meinem Hause zu haben. daß es mich ängstigt. schon deshalb. Warum sollten nicht einmal zwei Brüder über das Maß hauen. daß es gar nicht so unmöglich ist. Beim Eßtisch warfst Du mir einmal. und sonst keine anderen Menschen darauf lebten. denn Deine Briefe klingen sehr artig und ich wünsche vorläufig auch von mir. Ich mag gern diesen einfachen Namen hören. den Schmerz der Kränkung bis zur Kehle hinauf voll auszukosten. segelt auf allen Meeren. doch sammelte sie sich rasch und lächelte. wenn es so weiter geht. aber. um in Dir Bilder aufzurühren. Freund zu heißen. daß Sie das sagen dürfen.allein in diesem abgelegenen Hause. Eigentlich sind wir gar keine Brüder. Dein Kopf kommt mir jetzt bald wie der meinige vor. mich immer wieder an Deine Seite. um nicht zu lügen.« »Ich heiße Simon und mein Bruder heißt Kaspar. daß Du noch immer nicht zu können scheinst. Glauben Sie nicht. pack!« Ich muß Dir sagen. was wert könnte genannt werden. als ob nur wir. um nur ein einziges Beispiel dieses jammervollen und kindischen Zustandes anzuführen. als wir uns haßten und beinahe totprügelten. wie kann ich nur gar so trocken reden: ich finde es einfach. die wir uns gegenseitig bereiteten. es war . er ist Forscher. mit Deinen Händen greifen. die wahrhaftig der Rückerinnerung mehr als wert sind.« »Mein Mann heißt Agappaia. auf weiten Reisen. zu malen. und ich dazu nichts sagen konnte. was ich so Tolles an Dir nur finde. entzückend. das wir miteinander leben und auskommen können? Gewiß. Unser Haß war entschieden erfinderisch im Auffinden von Qualen und Demütigungen. Weißt Du noch? Es braucht nichts als diesen Aufruf. Simon schrieb an seinen Bruder Kaspar: »Wir sind eigentlich seltsame Käuze. wenn ich Dir sage. Ich bin ja nun noch recht froh. ich werde vielleicht im Verlauf einiger Zeit. daß im Grunde genommen unsere Herzen voneinander wegstreben. Todfeinde geworden. Unsere Freundschaft hat sicher etwas Geheimnisvolles. mit Deinen Beinen laufen und mit Deinem Mund essen. wie zwei sich einmal auf der Welt zusammenfinden. zu heften. Mein Mann ist die ganze Zeit abwesend. von deren bloßem Vorhandensein seine arme Frau keine Ahnung hat. als ich. er ist älter und ein viel besserer Mensch. so sehr freuen. Bin ich nicht eine arme Frau? Wie heißen Sie? Wie heißt der andere. so sehr bist Du schon in meinem Kopf. Für uns ist es ja gut. eine Platte mit Sauerkraut entgegen. Ist Ihr Bruder älter als Sie?« »Ja. Weißt Du noch. weil es für Dich eine schöne Gelegenheit war. Ich packte die Platte an. daß ich im Banne dieses Geheimnisvollen sitzen bleibe. Ihr Bruder? Ich heiße Klara. weil Du mußtest. und war eben dumm genug. daß sie nur nicht können.« Sie erbleichte. Sie haben ehrliche Augen. als sie das sagte. ich weiß nicht mehr aus welcher Ursache heraus. Nennen Sie mich einfach: Frau Klara. gleichsam an Deinen Rücken heranzudenken. und sagtest dazu: »Da. einander zu hassen. mit einer Portion gesunden Lachens vermischt. wir verstunden es. O.

daß dieses Kommen rasch vorwärtskommt. die Sinne. Dich verduften zu sehen. daß ich Deinetwegen im Garten ein Gartenfest mit chinesischen Lichtern und Bändern von lauter Blumen veranstalten könnte. der Gestalt des zur ablehnenden Verachtung neigenden Feindes. Hoffentlich kommst Du bald. oder als hätte ich Eile gehabt. die sich über den Fluß schlangen. aber doch ein Zimmer wie für einen gebornen Herrn. die Wonne der Freude brannte uns beiden auf den Wangen. verliebten Untergehen der Sonne. es meldeten sich unbestimmte Düfte und Klänge. Sie ist davon überzeugt. wie wenn es hätte von neuem wachsen mögen. wird sie weiter auf der Erde niemand mehr kennen lernen wollen. man schritt auf ihr wie auf dicken. ich als Zuschauer und Dreinreder. ist mir freudig und duftig egal. Du kannst hier ebensogut Bilder malen. und auf einmal gingst Du dann weg. totenstiller. Meine Herrin und Wirtin drückt Dir die Hand. Das kann nur ich abschätzen. Komm eben so. die aus der Erde herauszukommen schienen. Weg da! -. sommerheißer. Hast Du einen stattlichen Anzug? Schlottern Dir Deine Hosen nicht gar so sehr um die Kniee herum und darf man Deine Kopfbedeckung noch Hut nennen? Sonst darfst Du nicht vor mir erscheinen. die Luft war feuchter und weicher. in der Hitze des Mittags und im feuchten. daß sie keine Macht besaßen. Ich kann Dich beherbergen. Wie wenig groß ist die große Welt. Du als Maler. Die Erde war weich. Es war ein unglaubliches Werk der Überwindung. es regte zu einem seltsamen. alles regte sich. da willst Du mir was dazwischenreden.«€-* * * * * Einige Wochen waren verflossen. Komm doch ja bald hierher. Ich tat es. als ob ich dazu durch Handgeld verpflichtet gewesen wäre. Dich abreisen zu sehen. wateten im Duft des Grases. daß sie Dich bereits aus meinen Schilderungen von Dir kennt. fernen Landschaft. wir beide haben ein prachtvolles Chambre einfach geschenkt. Abends kamen wir gräßlich zerbrochen. Ich und Du. Laß Dich von Deinem Simönchen umarmen. um Dich einigermaßen Deiner würdig zu empfangen. Das Wasser des Sees glänzte so warm und die Brücken. daß sie gewohnt sei. bis zu Dir.ein stiller. Man glaubte. und ich bin mir dankbar dafür. Einfach nicht möglich. sich so durch das Gefühl der Beschämung und des Trotzes hindurchzuwinden. Ich habe zwar keine Dienerschaft. kann ich Dir sagen. in der Nässe des kühlen Morgens. eine sattere Farbe. Alles Spaß. aber man empfand es als gänzlich neu. Du hast ja Phantasie. Wir streiften. schienen einen kühneren Bogen bekommen zu haben. die Köpfe. von der ich annehmen müßte. Eigentlich sollte es jetzt Sommer sein. bekannte Erscheinung. vor Totenstille ganz toller Sonntagnachmittag. dann einer zu Dir in die Küche herangezaudert kam und Dich bat. verhungert und vermüdet nach Hause. Ob Du auch mir. wieder Frühling zu werden. stürmischen Denken an. die Glieder.Wie viele köstliche Stunden habe ich von da an mit Dir genossen. verstaubt. Wenn sie Dich erst kennen wird. auf Seide zu liegen und von Bedienten bedient zu werden. über die Matten auf den breiten Bergen. wie dort in Deiner dicken. Leb wohl. es fing an. »Es will Frühling werden. vor die Füße gelegt bekommen. wie ich eine Braut beherbergen würde. Geh mir weg.« so redeten sich die empfindungsvollen Menschen auf der Straße an. sonst komme ich und hole Dich. Die Bäume sahen uns zu. Selbst die kahlen Häuser bekamen einen gewissen Duft. mir wieder gut zu sein. Bruder. liebend rücksichtsvoll. Gewiß war es mir eine heilige Freude. gewiß aus Zorn. Bruder. die Gedanken. unsere neugebackene Liebe zu brechen. Die Fahnen . was wir da oben trieben und die Wolken ballten sich zusammen. Ich glaube. und war doch eine so alte. alles Dummheiten. denn Du reistest der großen Welt entgegen. aber mach nur. biegsamen Teppichen. Es ging ganz sonderbar zu. ich half Dir wegreisen. Ich fand dich auf einmal zart. Weiß der Teufel. Vögel singen hören zu müssen.

die vielleicht im Geheimen seltsamen. so schien dieser Mann in Geld zu denken. waren. zur guten Zeit ausgedacht. alte. da sie in die Stadt kamen. elegante Korrespondenten. manchmal verlor dieser Mann ganz im stillen. städtisch-feines Wesen anzunehmen. --€-. Das Gras wird bald wieder wachsen. hatten in Jokohama die Teehäuser besucht und wußten. Und der stille. erwachten. Diese Leute schrieben alle mit emsigen Fingern. sie flattern zu sehen. zum Essen. ein großes Gebäude von palastähnlichem Aussehen. kamen um zwei Uhr wieder. arbeiteten vier Stunden. gingen wieder. die vier bis sieben Sprachen schreiben und sprechen konnten. etwas von diesem Geheimnisvollen in Erfahrung zu bringen. und es machte den Menschen Vergnügen. Es war ein Bankhaus von weltbedeutendem Umfang. der Musiker in Tönen. spielenden Kinder. und gewiß. in welchem hunderte von jungen und alten. rechneten mit Rechnungsmaschinen. zerfalteten und zerknickten Kleidern. saubere Straße. und man empfand. das Blühen und Regen der Blumen. die sich an ihre Posten und Pöstlein wie an Balken und Pflöcken festhielten. Wie der Maler in Farben. und kamen über eine gewisse tölpische Grobheit nicht hinaus. männlichen und weiblichen Leuten beschäftigt waren. standen zum Frühstück auf. schliefen. der Wald. In den Nächten hörte man wieder zum ersten Mal den Klang der vagabondierenden Gitarren. Ein guter Gedanke von ihm. weiße. Es gab aber etliche intelligente Leute unter ihnen. wo sie stehen blieben und den Kuß der Wärme begierig fühlten. Es hatte etwas . vielleicht weniger. während sie spöttisch von der Heimat sprachen. Sie hatten alle lange Nasen von dem vielen Rechnen und gingen in zersessenen. o. die Bäume werden ihr Grün bald wieder über die niederen Hausdächer schütten und den Fenstern die Aussicht nehmen. wenn man über nachtdunkle Wiesen hinschritt. sofort bemüht. vielleicht nichts. Viele Mäntel von vielen Menschen wurden abgelegt. ausländisches Wesen von dem übrigen Rechnervolk aus. wie man sich in Kairo vergnügte. halbes Lächeln. auch wohl bisweilen mit ihren Gedächtnissen. zerschabten. es gab da auch stille Bürschchen von zartem Betragen. schwer. Das Rechnervolk bestund zumeist aus älteren Leuten. der Dichter in Worten. der Bildhauer in Stein. Es gab da etliche junge. Viele von den jungen Angestellten waren dagegen feinerer Zeitvertreibe nicht fähig. kostbaren Liebhabereien frönten und so ein wenn auch stilles und abgelegenes so doch immerhin würdiges Leben führten. kannten die Theater in Paris und New-York. dachten mit ihren Gedanken und machten sich nützlich mit ihren Kenntnissen. Der Direktor der Bank war ein alter. gingen fort. und alle seine Untergebenen wußten nichts davon.Simon arbeitete wieder in einem großen Handelsinstitut. und Männer und Frauen standen im Gewühl der fröhlichen. denn keiner hatte Zeit. die seltsam abstachen von den andern Flegeln. Für die Angelegenheiten seiner Angestellten hatte er nur ein mattes. stiller Mann. Sie waren schon auf Meerschiffen gefahren. zerglätteten. Nun besorgten sie hier die Korrespondenz und warteten auf Gehaltserhöhung. die ihnen ganz klein und lausig vorkam. nahmen die Arbeit wieder auf und keiner wußte. Gastwirten. als möchte ihnen etwas Seeliges zu den Herzen herauskommen. Bauern und Handwerkern ab. Der Wald wird prangen. In seinem Kopfe schienen die Fäden und Wurzeln des ganzen ungeheuren Geschäftsganges ineinandergeworfen zu liegen. Vielleicht! Vielleicht mehr. Diese schieden sich durch ihr feineres. der überhaupt nie gesehen wurde. diese stammten meist von ländlichen Grundbesitzern. Die Sonne erst trieb die Leute in Reihen und Gruppen auf die schöne. der Bauer in Strichen Landes. wenn die Glocke zwölf schlug.flatterten im Winde. brachte in einer halben Stunde dem Geschäft eine halbe Million. grämliche Mann dachte im Direktionszimmer. gingen. der Bäcker in Mehl. was ihnen jedoch schlecht gelang. Die Lichter der Laterne flackten wie Kerzen in stillen Stuben. Man konnte die Männer wieder freier sich bewegen sehen und die Frauen machten so sonderbare Augen. üppig. wie am gestrigen Tag ins Gebäude. Indessen.

ja einige fahren sogar mit der Eisenbahn aus entfernten Gegenden daher. etwas Vernünftiges und Fruchtbringendes zu verrichten? Sie kommen alle aus ganz verschiedenen Richtungen. spotten mag ich nicht. der vor ihm mit langen Schritten daherging. verstreuen sich. die flatternden Haare erkennen zu sollen. Die weißen Wolken gehen am Himmel und ich muß da schreiben. Tun sie das etwa gern. wenn ich meinen Schuh an dem fremden Fuß erblickte. von zitternden Ahnungen befallen. als er nach Hause ging. Hier kann ich den Frühling nicht empfinden. Ich würde den Frühling empfinden. hat etliche Anzüge gewechselt und sich öfters darüber gewundert. aber auch etwas Unbegreifliches und beinahe Unmenschliches. das kann es sein. er stört mich. Schreiber und Rechner. er hat tausend und tausendmal in seinen Geschäftsbriefen dieselbe Redewendung geübt. zu büffeln und nasenschneuzen. Vielleicht muß das alles so sein. aber sie haben wenig miteinander zu tun. Wenn ich ein Schuhmacher wäre. so weh tut mir dieses lange. eine Türe zu öffnen.« Simon ließ seinen Kopf hängen und war zornig über seine weichen Gefühle. vor Antritt einen privaten Gang zu unternehmen.Dichterisches. denn mir will scheinen. nein. daß einer einen Schlaganfall bekommt während des Schreibens. zu demselben Tor in dasselbe Gebäude hinein. Ach. zu rechnen und zu fuchteln. ist seine Frau die Lust seines Daseins gewesen? Ja. eben aus der Erde gesprossene Blume vorkommen. und wenn er darüber nachdachte. sie sind so geduldig dabei wie eine Herde von Lämmern. Erhabenes. * * * * * Eines Abends. an der Manier. verschwand ihm überhaupt jeder Begriff: »Etwas Stolzes und Erhabenes ist dabei. Sie gleichen sich alle und sind sich doch alle fremd und wenn einer unter ihnen stirbt oder eine Unterschlagung macht. dieses Paar Hosen. Simon ging mit etwas rascheren Schritten. Warum gehen nur alle diese Leute. um dieselbe Zeit. diese gingen im Frühlingstag in meinen Schuhen auf der Gasse spazieren. so verwundern sie sich einen Vormittag lang darüber. erkennen sich am Gang. tun sie es mit dem Bewußtsein. fiel Simon auf der abendlich beleuchteten Brücke ein Mensch. Er glaubte diesen Gang. finden sie sich alle wieder ein. Wie nähme sich eine Bankanstalt etwa auf einer grünen. und dann geht es weiter. ja sogar die Mädchen im zartesten Alter. daß er fünfzig Jahre lang im Geschäft »arbeitete«. da ich noch jung bin. diesen sonderbaren Kessel von Hut. wie wenig Stiefel er des Jahres verbrauche. Ein Bankgebäude ist doch ein dummes Ding im Frühling. Der Anblick ist wenig entmutigend: vor den Fenstern dieser Himmel. Er ist fünfzig Jahre lang jeden Tag zu derselben Türe ein und ausgegangen. vielleicht hat alles einen Zweck. Draußen ist jetzt Frühling und ich könnte zum Fenster hinausspringen. weil ich zu sehr den Anblick erblicke. Ich erblicke nur nicht den Zusammenhang. daß er gelebt hat? Und leben nicht tausende von Menschen so? Sind vielleicht seine Kinder ihm der Lebensinhalt. Sie sehen sich. Warum habe ich ein Auge für die Wolken. . wieder in ihre speziellen Richtungen. üppigen Wiese aus? Vielleicht würde meine Schreibfeder mir wie eine junge. zu bleistiftspitzen und Papier in den Händen herumtragen. sie spitzen die Ohren. ob es noch Zeit ist. Es kommt vor. Männer und Damen. tun sie es notgedrungen. wenn es Abend wird. im Gehör dieses süße Singen. Die Gestalt in ihrer bemäntelten Schlankheit flößte ihm einen süßen Schrecken ein. Der fremde Mann trug eine leichte Malmappe unter dem Arm. an der Stimme. Simon versuchte oft. und morgen. Entwerfendes und Gesetzgeberisches. lange Glieder-Nicht-Bewegen-dürfen. Was hat er dann davon gehabt. Federn anzuprobieren. um zu kritzeln. Ich will lieber über solche Dinge nicht klugreden. sich in Gedanken an die Stelle des Direktors zu setzen. Und jetzt? Könnte man sagen. Aber im allgemeinen verschwand ihm dieses Bild. auf. so machte ich doch wenigstens Schuhe für Kinder. als zieme es mir nicht.

daß sie sehr große Freude empfunden hätte. stürzte zur Türe hinaus. glitzernder Teppich. »laß uns so zu Bette gehen. die immer anders sind als Morgenglocken. so träge ist seine Hand. Plötzlich sprang Simon zu seinem Hut. Es schien nicht. schloß sie wieder und ging.« dachte Simon. alle Stimmungen der Natur wurden wieder lebendig. fremdartigen Schärfe. So schnell das Auge eines Malers ist. die starr und schön in die Ferne blickten. fehlt euch nun nichts?« -. der See lag schwach gezeichnet.« -. Als Klara Agappaia den neuen Ankömmling erblickte. »Wie wenig das ist von allem dem. Die untergehende Sonne flammte in den Fenstern und machte sie zu strahlenden Augen.« dachte Simon. der auf dem Boden des Zimmers lag. Freunde.»Nein. es war Klara. sie sagte. Kaspar ging schweigend.« Die beiden suchten ihr Zimmer auf: Der Mond beleuchtete es. mit dem Schrei »Bruder«. Ich weiß wirklich nicht. »Wir zünden gar kein Licht an.« meinte Kaspar. Wie sonderbar. Klara. dann ein Winter. Sie gingen laut miteinander plaudernd nach Hause. »In der eleganten Bahnhofstraße würde es jetzt herrlich zu gehen sein. Unten lag die Stadt. Die Menschen gingen und liefen jetzt da unten in all den krummen. »heute bin ich so müde. Noch blitzten viele Lichter nicht. man sah sie nicht. Am andern Morgen packte der Maler seine Landschaften aus der Mappe und es fiel zuerst ein ganzer Herbst heraus. und öffnete ein wenig die Türe. weit und wohllüstig über die Ebene gebreitet. was ich habe. es erschien wie etwas ganz anderes. aber nur in Ausrufen des Entzückens gesprochen. mit dem Ausruf: »Ich habe mich verspätet. verfallenen Vorstadthäuschen entgegen. Simon und der Maler.Da klopfte jemand an die Türe. Es wurde wenig. Er war ein prachtvoller Kerl geworden. wie ein flimmernder. versteckten Straßen. die Abendglocken. Sie schloß ihre Augen und bog ihren schönen Kopf auf die Seite. Endlich kamen sie vor ihrem Hause an. sie hatten einen ziemlich steilen Weg den Berg hinauf zu machen. Dann schliefen sie beide.»Gute Nacht. das heißt. »Sie scheint eine seltsame Frau zu sein. brannten mit einer herrlichen. ging in ihren großen müden Augen ein seltsames Flammen auf. draußen stehend: »Habt ihr auch alles Notwendige. »Wenn es aber doch vorkommt?« fragte der Gescholtene trotzig.« sagte sie. . diesen jungen Mann zu sehen.« -. stürzte er dem Gehenden an den Hals. Ganz oben am Berge schauten ihnen die kleinen. so langsam. was ich gesehen habe. in seiner zarten unaussprechlichen Form zu Füßen der Stadt. die leuchteten. Was muß ich noch alles schaffen! Ich meine oft. aber man wußte es.« Alle drei. was könnte uns fehlen. wie man zu lächeln pflegt. des Berges und der vielen Gärten. Sie versuchte unbefangen zu sein. Sie traten beide ins Haus. wir liegen schon im Bett. wenn man jemanden willkommen heißt. »Wie er daherschreitet.und plötzlich.« sagte sie. setzte ihn wild und zornig auf den Kopf. »Wie? Am Waldesrande wohnst du?« lachte Kaspar. Drittes Kapitel. Kaspar umarmte seinen Bruder. »Geht hinauf. umstanden die Bilder. Aber sie vermochte es nicht. ich müßte verrückt werden. zu lächeln.« »Eine Stunde zu spät! Das sollte bei einem jungen Manne nicht vorkommen!« wurde ihm auf der Bank gesagt. aber die. tönten herauf.« sagte Simon. über dessen Abhang sich die Stadt mit Gärten und Villen hinzog.

aber es kommt mir hier seit einiger Zeit nicht mehr darauf an. mich vernichtet. daß man meinen Mut knickt. der. und bitte Sie. Hier kann nur einer ein Mann sein: Sie! -. mich solcher Ausdrücke bedienen zu hören. was einen Mann und Menschen auszeichnen könnte. die den Drang haben. die das richtige treffen. In Ihren Bureaus. deshalb war es eine segensreiche Tat. bei diesem langsamen. daß Sie mich fortschicken. wenn es acht Uhr schlägt. Ich schreibe ganz gern. aber. auch Männer zu sein.« . sogar gütiger Stimme. daß ich die völlige Wahrheit spreche. man schmeichelt mir damit. Ich bin nicht dazu geschaffen. mich zu entlassen. nach so langer Zeit. Als ich mich heute morgen verspätete. sondern stumpft nur seinen eigenen schwachen Angewöhnungen nach. Ich danke Ihnen. Sie sind gewiß ein schätzenswerter. rechne ganz gern. Welch eine Falle für junge. Leben Sie wohl. wie man sich ausdrückt. verdumme. was Ihnen beliebt. wie eine Uhr. gewissenhaften Besorgnis erfüllt. zur Bequemlichkeit und Trägheit neigende junge Leute. nichts erforderlich gemacht. Ich verkomme. der mit der Auszahlung eines festen monatlichen Gehaltes verbunden ist. verknöchere dabei. sich vorwärtszubringen: ja. daß ich mich heute. von mir zu denken. das schätze ich an mir. wenn es darauf ankäme. großer Mann. man weiß nicht. es muß ja verpönt sein. wessen Befehlen man gehorcht.Kommt Ihnen nie der Gedanke. wäre es auch. nur solche nicht. springt.und Rechenmaschine zu sein. dieses beinahe Unmögliche. man flößt mir wieder. Sie sind nie sichtbar. sich aus dieser jämmerlichen Furcht loszureißen. trocknen. bei deren Ausübung nicht sämtliche verfügbare Kräfte angespannt werden. in Bewegung kommt. daß ich noch immer der dumme. feige Kerl sei. wo es mein Herz nicht verletzt. ein unzufriedener und wenig anstellbarer Mensch zu sein. verdienstvoller. verschanzen sich hier. nur um nicht in den Ruf zu gelangen. wurde ich nur zornig und ärgerlich. Simon sprach: »Ich bin recht froh. den jungen Mann zu entlassen. trägen. Ich kann es unmöglich hübsch finden. aber Sie werden es zugeben. machte mir keine Vorwürfe. oder dergleichen? Im Gegenteil. die möglicherweise den jungen Mannesgeist beseelen. und deshalb ist es gut. daß es ein Ende hat. ich möchte auch so einer sein. von denen man solches Aufheben macht. um Erde zu schaufeln oder etliche Säcke Kohlen auf meinem Rücken zu schleppen. verfeige. Weder Mut noch Geist. Kraft und Fülle zu zeigen. Ich würde mich auch bestimmten Gesetzen zu unterwerfen wissen. mag man dazu sagen. daß man mir damit einen Schlag versetzt. eine Schreib. es ist sogar verpönt. daß Sie die Energie besitzen. betrage mich mit Vorliebe unter meinen Mitmenschen mit Anstand. die man aufzieht und die eben läuft. er rief ihn zu sich und sagte es ihm mit ganz leiser. war mit gar keiner ehrlichen. um mich gesund zu arbeiten. Dieser beschloß.»Wie. was man nur immer will. Sie wollen noch aufbegehren? Meinetwegen! Machen Sie. man erhebt mich. in denen so gern jeder beschäftigt sein möchte. ist von einer Entwicklung eines jungen Mannes nicht zu reden. Hier wird nichts verlangt von all den Kräften. Ich liebe jedwelche Arbeit. mit Leidenschaft. Sie werden es überraschend finden. schaffende. Ich pfeife darauf. unstatthaft benommen habe. wirkende. Sie. Glaubt man vielleicht. weder Treue noch Fleiß. es möchten sich unter Ihren armen Untergebenen Leute befinden. achtunggebietende Männer. einen Tropfen Hoffnung ein. so ganz in der Welt auf der Seite zu stehen. mein Herr. oder höchstens den Vorwurf. bin gern fleißig und gehorche. man gehorcht gar nicht. wenn sie aufgezogen wird. Natürlich. was Sie wollen!« Das Betragen Simons wurde dem Direktor gemeldet. Herr Direktor. den Vorzug zu genießen. sehen Sie. weder Schaffenslust noch Begierde nach Anstrengungen können einem hier helfen. Daß ich es heute herbeigeführt habe. erbärmlichen Arbeitssystem. Wie groß ist hier die Versuchung zur Furcht und wie klein die Verlockung. ich gehe.

Es war. denn ein Zeugnis von Ihnen würde mich nur an meine eigene Feigheit und Furcht erinnern. »Sie untergraben sich Ihre Zukunft!« »Ich will keine Zukunft. Sein Gang war geziert. und Simon tat es. an einen Zustand der Trägheit und Kraftentäußerung. Vor einer Konditorei erblickte er einen Mann auf. Herzenbewegendes. an die Nachmittage voll wütender Befreiungsversuche.« sprach der Direktor. und hat man eine Gegenwart. Sie interessierten mich. Ich freue mich. die betreffende Person zu entdecken. mit einem ganz ungewöhnlich großen und gebogenen Schädel. und er befand sich bald draußen auf der Straße.« »Junger Mann. Ich selbst stelle mir von jetzt an meine Zeugnisse aus. Ich will mich von nun an nur noch auf mich selbst berufen. wenn Sie das Vertrauen haben. Ich habe eine Vorliebe für Sie gewonnen. wie Sie sind. deshalb habe ich Ihre Worte angehört. Der ganze Mann. das zeigt mir. stellen Sie mir keines aus. das wird bei vernünftigen. daß ich einem Manne gegenübergestanden bin. Das erscheint mir wertvoller. der auf diesem Platze Sie erwartete.und abgehen. an die Zeit der nutzlos dahingelebten Tage. wie er sich bewegte. um einen Menschen. Ich wünsche ihre Bekanntschaft zu machen. vielleicht einer Frau. als höchstens ein schlechtes verdient habe. an eine Zukunft überhaupt nur zu denken. auf offener Straße anzusprechen? Sie sehen so aus. wenn man keine Gegenwart hat.« Mit einer Neigung des Kopfes war Simon entlassen. seine Kleidung fein und geschmackvoll. aber ein noch junger Gelehrter. Vielleicht haben Sie Ihren Beruf verfehlt. Ist es eine Dame?« »Es ist allerdings eine Dame. was konnte er wissen. was ich sprach. auf den ersten Blick. Wenn ich kein Zeugnis. Aber der Mann erweckte sein Interesse. so vergißt man. an die Abende der schönen. trotzdem Sie es eigentlich nicht verdient haben. diesen Herrn ohne weiteres anzusprechen. daß Sie die Absicht hatten. Eine Zukunft hat man nur. Ich fürchte. der vielleicht einiges von dem. als ob Sie irgend jemanden vermuteten. er schien ein Gelehrter zu sein.« erwiderte der Herr lächelnd. mir mit einigen Merkmalen den Menschen zu schildern. Sie werden etwas Schlimmes erleben. Sie sind viel zu heftig. mein Herr. sowie ich Sie nur anblickte. zeugnislos von Ihnen wegzugehen. wenn jemand nach meinen Zeugnissen fragt. . Lassen Sie es sich immerhin gut gehen. Es ist ein solches Gewimmel von Menschen hier. einem Vollbart im Gesicht und etwas müdem.»Soll ich Ihnen. aber edel. klarblickenden Menschen den allerbesten Eindruck hervorrufen. ich will eine Gegenwart haben. In der Hand trug er einen gelben Spazierstock. Es schien. Ich danke Ihnen. Ich will Ihnen suchen helfen. Sie so ohne weiteres anzureden. ein Zeugnis ausstellen?« »Ein Zeugnis? Nein. mich in freundlicher Weise zu entlassen. als ob Sie jemand suchten. aber zwecklosen Sehnsucht. begriffen hat. hatte etwas Sanftes. Sonst würde ich mit Ihnen nicht so viel Zeit verloren haben. daß man es wagen durfte. ja tierischem Ausdruck in den Augen. vielleicht wird etwas aus Ihnen. will ich gar keines. wahrscheinlich in Erwartung von irgend jemandem. »Verzeihen Sie. zu dem es Sie hinzieht. ein abschreckend häßlicher Mensch. daß es schwer sein wird für Sie allein.« »Leben Sie wohl. Sollte dieser lebhafte Wunsch nicht genügender Anlaß sein.

herrliches Gebäude am Ufer des Sees erhob. Er ist von der Reise plötzlich zurückgekehrt. denn es erschien eine Tänzerin mit nackten Beinen und Armen. beinahe gehoben. Ihr Leib war von einem durchschimmernden. so mache ich Sie darauf aufmerksam. Üppiges. Ich bin Ihnen dankbar für Ihr Anerbieten. flatternden. Man empfand die völlige Unschuld und Grazie dieses Tanzes und es würde niemandem eingefallen sein. Wie haben Sie seine Bekanntschaft gemacht? Wie kommen Sie dazu. die zu einer leisen Musik tanzte. fließenden Gewand umhüllt. spielt etwas Verschlossenes und Listiges. Das Gewirr von Menschen wird wirklich immer größer. das. Simon. die. ohne mir nur ein Wort zu schreiben. daß sie ein Windspiel bei sich an einer dünnen. leeren Platz. Ihnen noch nachsehen. Endlich gelangte er auf eine Art Insel. Große Augen. so schien es. weißen Perlen. das heißt. mit ihrem Hund auszugehen. Kaspar wurde davon benachrichtigt und er fand sich zur bestimmten Stunde vor dem Theater. sah man nur in einen grauen.»Wie sieht sie aus?« »Schwarzgekleidet vom Kopf bis zu den Füßen. Sie werden es schon sehen. Genügt Ihnen diese Beschreibung noch nicht. wenn es auch gar nicht der Fall ist. schlanke Erscheinung. Ich werde Sie meinem Mann vorstellen. herabhängende Ohrringe. Seit er bei ihr wohnte. Sie geht nie aus ohne den Hund. auf einen kleinen. lange. Ich pflege mich um Feste wenig zu bekümmern. Was? Ihre Stellung haben Sie aufgegeben? Nun. Ovales. das Gesicht hat etwas Volles. wenn Sie sie erblicken. Als der Vorhang aufging. schwarzen Leine führt. Ihre Knöchel sind von goldenen. Doch der Raum belebte sich alsobald. in der schwebenden Luft. den Abend im Theater zu verbringen. Um den Hals trägt sie eine Kette von großen. obgleich man sich darin täuscht.« * * * * * Man beschloß. ein. daß Sie mich schon Ihrer Anrede halber lebhaft interessieren. lange. »Es sucht Sie ein Herr. hatte er sich nie um die Frau näher gekümmert. so das Gewühl von Leibern und Gesichtern langsam zu durchqueren. Große. die Linien des Tanzes noch einmal für sich.« »Ja. es ist so etwas. Sie hatte wirklich einen Hund bei sich. So macht er es immer. und wie er sich umsah. in der Nacktheit des Mädchens etwas Unkeusches und unrein-Beabsichtigtes zu . das sich als ein weißes. in seinem Auftrag Damen zu suchen? Sie sind doch ein sonderbarer Mensch. Übrigens trägt sie gern einen breiten Hut mit herabhängenden Federn. wußte also auch nicht. Ich meine die Knöchel der Hände. Es scheint hier ein Fest zu sein. nachzeichnete. Ich werde auf diesen Posten bleiben und Sie zurückerwarten. Aber auch er drängte und er fand es höchst belustigend.« »Warum denn?« »Man geht so seine eigenen Wege! Auf Wiedersehen!« Damit ging Simon durch die dichten Menschenmassen so schnell als möglich hindurch. »kommen Sie. Der Hut scheint dem Kopf und dem Haar nur so angeflogen. erblickte er plötzlich Frau Klara. was wollen Sie jetzt unternehmen? Kommen Sie! Hier durch! Hier ist besser durchkommen. an den Ohren lange. ganz abgesehen davon. wir gehen zusammen.« erwiderte sie. einfachen Reifen umschlossen. es ist ein etwas zugekniffener Mund. Um ihren Mund.« sagte er als sie ihn bemerkte. daß sie die Gewohnheit hatte. Von allen Seiten wurde er gedrängt und geschoben. »Mein Mann wahrscheinlich. leeren Raum hin. ich glaube.

wo? Oder habe ich das nur irgend einmal geträumt? Der Tanz dieses Mädchens hatte etwas Schweres und Naturgemäßes. und zwar von Wesen. so geschah das in einer so neuen. Vielleicht ist aber alles Natur. das Bestimmte und Verschwommene. und das Emporfliegen zu höherem Schwung berauschte alle Seelen durch die Wildheit und Unschuld dieser Bewegung. die Gesichter der Männer. etwas freilich wie Abart der Natur sein. die Kleider der Damen. ihr Können mochte weit zurückbleiben hinter dem Können und Leisten anderer Tänzerinnen. so geschah es so süß-schwer. überhaupt alle Scheidewand. Mag die Kultur so fein werden wie sie will. streng nach Ballettregeln genommen. Sie schien wie ein Wellengesprudel zu tanzen. Wie schön war es. den sie in den Händen trugen. von einem Takt in den andern. doch auch dieses blieb Tanz. dem Mädchen mit Tüchern zuwinkten und ihr Blumen in den Bühnen-Abgrund hinabwarfen. zu nennen. Wie sonderbar. unbefangenen Weise. einmal auf ein Haupt fallen zu lassen. machtvolle Welle dahin. es würde sehr schwer sein. Die Empfindungen aller Zuschauer tanzten mit Lust und mit Schmerzen mit. Man rief Worte hinab.« schien aller Lächeln zu bitten. Viele Arme bogen sich. und man sitzt hier in einem glitzernden Theater. das Gold und das schwere Rot. daß sich an einem niedern Ufer zerschlägt und verspritzt. dieses Schimmern des Entzückens. die Wälder und Hügel und die weiten Wiesen. Selbst die kalten. Das Mädchen lächelte. Einigen preßte der Tanz Tränen in die Augen. Nur Herr Agappaia blieb still und sagte kein Wort. Farben und Formen in diesem Duft. wie wenn sie hätten liebkosen mögen. die an der Natur immer hangen werden. Wenn sie zum Beispiel ein Bein erhob und den schönen Fuß krümmte. war sie auch erregt von dieser ihrer flüchtigen Bewegung. Ihre Hände glichen zwei schönen weißen. was die Menschen erschaffen. Was die Natur uns heißt zu bauen. Wenn Sie ein Bild malen. mit ihrer bloßen. in die Luft. Ein Theater ist auch Natur. Kaspar sagte: »Ich will eine solche Ovation malen. sonnige. kann auch nur Natur. und immer so seelenvoll.finden. die Logen und alles andere.« schienen die Damen zu jubeln. das müßte ein herrliches Bild werden. Gewiß. Das hundertköpfige Zuschauerpublikum sah die Kleine auf der einsamen Bühne und vergaß die Grenze. die zuwinkten. zu sehen. die Hände. selige Mädchen darauf. Ihre Kunstlosigkeit wurde als höchste Kunst empfunden. da das Mädchen seinen Tanz beendete. wie eine Welle mitten im See. Wenn sie niederflog. reine Tränen des Mit-Entzückens. sondern auch das Bewegliche und Kleine. sie bleibt doch Natur. wirklich. daß jedermann dachte: wo habe ich das einmal gesehen. und die Bühne. Ihr Tanz löste sich oft in ein bloßes Schreiten auf. Einmal flog sie in großen weichen Sprüngen. Wenn sie sich bewegte. »dieser Duft und Glanz der Freude. »Sei unsere Schwester. wenn du's wolltest. goldenen Figuren der Dekoration schienen lebendig werden zu wollen und den Lorbeer.« Klara sagte: »Wenn man jetzt an eine stille Landschaft denkt. denn Sie malen mit Ihren Sinnen und Fingern und diese haben Sie doch von der . flatternden Tauben. so wird es Natur. immer war es anders. bejahrte. bald floß sie wie eine breite. da draußen liegen sie. mädchenscheuen Anmut zu entzücken. bebten. die die bloße Freude erfand. Mit-Tanzens. das Kalte und Warme. Nicht nur das Große und Stille da draußen. wie ein gejagter Hirsch. und ihre Erregung erfand zu den Tönen immer neue Schwingungen. dich meine Tochter. Aber sie besaß die Kunst. So schön hatte Simon das Theater noch nie gesehen. nicht allzugroß. bald war es wieder wie ein Geriesel von Flocken und Steinchen. es mußte glücklich dabei sein. »Welche Freude.« »Aber schwer zu malen. Kaspar.« sagte Simon. und ein anderes Mal wieder schien die Tanzende von ihren eigenen Wellen in die Höhe erhoben zu werden. ehrfurchtgebietende Frauen sich stürmisch erhoben. ihre Kunst war vielleicht. wer hätte es an diesem Abend nicht sein können. wenn es tanzte. denn sie ist doch nur die langsame Erfindung durch Zeiten. Klara war sehr entzückt. daß. der kleine Brennpunkt und das kleine. Kaspar. so untergehend in allen Farben.

wie ein Satan in seine Kunst verliebt. Natürlich ist nicht die Kunst seine Peinigerin. foppen und narren und peinigen. denn irgendwo müssen die Menschen gebetet haben. obgleich er ganz hübsche Bilder zustande brachte. der unsere Jahrhunderte stürmischer vorwärts treibt. Alle seine Bilder nennt er schlecht. Erwin mit Namen. heilige Ernst um eine Sache der Sache antun könne und müsse. aber er arbeitet jahrelang an ihnen. Dieses Wort »gottvoll« ist eines.« das hat er. um sich von seinem verbohrten Ernst. den der übertriebene. »Kaspar. was uns am nächsten ist. muß eine Qual sein und ist eine Schande. daß es bei der Kunstausübung nur des Fleißes. aber er achtete mein Talent. des fröhlichen Eifers und der Naturbeobachtung bedürfe. »Habe ich auch etwas Vernünftiges gesprochen?« fragte sie Kaspar. Er tat es . Ich sei noch derjenige gewesen. »er ist wenig talentvoll. Er wünschte. den wir also packen und ergreifen müssen. Simon war mit Herrn Agappaia ein Stück vorausgegangen. Ich möchte doch zurückkehren. wir tun gut daran. in den er festgebissen war. tausendmal. ein Vorteil. die mit Talent gemacht waren. oder wenn nicht. bis es schließlich unter solcher schlechter Behandlung eintrocknete und versiegte wie ein Quell. Wir tummelten uns auf den Wiesen herum. wenn er vor Landschaften stand. sie. loszureißen.« bat Klara ihren Begleiter. in tausend Momenten.« erzählte Kaspar. sieh einmal diese gottvolle Landschaft. deren Schönheit seine Fassungskraft überstieg. »Erzählen Sie mir etwas. was weiß ich!«€--€--€-Sie war ganz feurig geworden im Sprechen. Ich riet ihm öfters. das Erwin in seiner blinden Überschwenglichkeit geprägt hat. zu mir gesagt. ich antwortete. Er kratzt immer wieder ab und malt von neuem. Sie waren längst aus dem Theater heraus und befanden sich auf dem Nachhauseweg. war aber zu schwach. wenn ich an jene »gottvolle« Zeit denke. mir nachzureisen. die voll Trauer über meine Abreise klangen. und machte ihn auf den Schaden aufmerksam. unter den Bäumen. wie ich nur so leicht und ziemlich frivol vor mich hinmalen konnte. so ist das ein Vorteil. ich möchte meine Kunst mit mehr Ernst betreiben. Kaspar antwortete nicht. der uns das Leben schneller und seliger empfinden macht. Er glaubte mir wirklich. sonst werden sie schlecht. fertige Bilder zu einem bescheidenen Preis zu verkaufen. So die Natur zu lieben. Ich malte. ich weiß nicht wie viel hundertmal. und sie sind es auch. indem er neben der Frau herging. wenn ich so sagen darf. daß ich ihm erlaube. oder vielleicht war er in seiner frühesten Jugend einmal talentvoll. und bekam die sehnsüchtigsten Briefe von ihm. aber er hätte mir für diese Zumutung beinahe die Freundschaft aufgekündet. so bäte er mich. kritisierte er sich bissig und schonungslos. denn ein Mann von Vernunft läßt sich nicht lange von einem Gegenstand. der von der Sonne verbrannt und ausgesogen wird. Über mich verwunderte er sich täglich mehr. zusammen mit ihm. Dagegen ist er noch immer. weil er nur diese als wertvoll empfand. sondern er selber ist sein Quäler mit seiner armseligen Auffassung von Kunst und Welt. und sei es auch die Natur selber.Natur bekommen. das er zugeben mußte. trotzdem ihm das Malen nicht den geringsten Erfolg verspricht. der ihn noch ein wenig munter erhalten hätte. als wir beide Anfänger waren. die ich immer nur in vollster prangendster Blütenpracht vor mir sehe. sie zu lieben. immer ihrer recht zu gedenken. »Ich habe einen Kollegen. Wenn wir nun lieben. Dann reiste ich weg. Sein Talent litt furchtbar unter diesem beständigen Mißtrauen. Er vernichtete seine gelungenen Bilder und hob nur die mißlungenen auf. um zu etwas zu kommen. wie er. Nein. der uns mit der Erde gedankenvoll rollen läßt. Dieser Erwin liebt mich. anzubeten. Schon damals.

ein Genießen. ja er haßte sie. wie gerne möchte ich ihn . und so weit in der Ferne. Er schrieb einige Briefe. er wagte es nicht. und sich eine Zukunft mit meiner Schwester ausgedacht. von edlen Berglinien umschlossen. Er vermied die Frauen. »Schreibe. Erwin kam kaum vorwärts: wirklich. Unten klang das Gelärm der Eisenbahnen. ein etwas schnelleres Atmen. Sie bat mich. Seine gegenwärtigen Bilder sind schrecklich. denn er hatte ein Muttermal quer über das ganze Gesicht. mit entzückend zierlichen Uferbildungen. Meiner Schwester hat er einen Spruch ins Tagebuch schreiben müssen. so oft ich ihn auch kalt. Es war in der Tat unvergeßlich schön. verstaubt und ausgehungert. daß ich ihn ziemlich verächtlich behandelt habe. von ihnen von der Heiligkeit seiner Lebensaufgabe abgelenkt zu werden. eine größere Inanspruchnahme der Beine. wenigstens zeigte ich ihm die Kälte.« »Der arme Mensch. Wir reisten. nicht so sehr zu studieren und mehr die Hand an den Pinsel zu gewöhnen. wo sie liegen mußte. Erwin schrie bei diesem Schauspiel auf. er macht absolut keinen Fortschritt. und doch so nah. Wie die Gewänder von Fürstinnen lagen blitzend und sanft leuchtend die Seen ausgebreitet. Er durfte sie nicht anschauen. seine Kräfte waren bereits zerrüttet von der Ausschweifung seines Kunstsehnens. weiter nichts. in die ganz tote. Kam er sich vor wie ein Erbärmlicher? Leicht möglich.« sagte Klara. zu sehen. Aber sie schaute ihn bloß innig und gütig an beim Abschiednehmen. Noch an diesem Abend rückten wir. und auch jetzt antworte ich nicht. wo wir zusammen an der Natur hingen! Was geht alles in der Welt vorüber. die ich nicht beantwortete. Wie komisch das alles ist und doch wie tief. daß Mädchen ihn lieben und zum Mann begehren könnten. Mir war es ein Spaß zum Handausstrecken. Ich bemitleidete ihn. meine Schwester würde etwas wie eine Szene machen. Was versprach ihm die Kunst? Ich hatte einige Sorge. Er hängt zum Verzweifeln an mir. Die Stadt konnte man noch nicht sehen. einem Bemitleidenswerten gegenüber warm zu werden. Ist es da nötig. schaffen und nochmals schaffen. Vielleicht hatte er. die Hand gedankenvoll gestützt. Ich möchte. »Was geht das mich an. Infolgedessen lachte ich ihn aus und es kann sein. Eines Tages nahm er Abschied. Er war immer hinter mir wie mein leibeigener Schatten. Er malte immer schwerfälliger und war immer versessener in die Studien. Er versuchte es und weinte beim Anblick meines sorglosen In-den-Tag-hinein-Schaffens. wenn du Lust hast!« Er ging wieder nach Hause.auch. Ich riet ihm. auf einer hohen Bergweide stehend. spöttisch und von oben herab behandelte. Lange hielt es der arme Kerl auch nicht aus. und er schreibt auch jetzt. ob er meiner Schwester schreiben dürfe. Eines Tages erblickten wir. Aber in meinen Augen hat ihn das immer veredelt. aber trennte mich kalt von ihm. »ich habe Mitleid mit ihm.« rief ich aus. es war gegen Abend. Da unternahmen wir zusammen eine Reise nach meiner Heimat. Es schmerzte sie. den ich brachte. vor uns. und wenn er krank wäre. in tiefe Täler steil hinunter und sogleich wieder hinauf. durch Tannengeäst hindurch die drei Seen meiner Heimat. wenn ich von ihm in etwas lustigem Tone sprach. Man muß schaffen. Es mag jetzt etwa drei Jahre her sein. denn er befürchtete. denn es war mir unangenehm. in welcher Weise ich mit ihrem Schutzbefohlenen umging. freundlicher und achtungsvoller von ihm zu reden. düstere Umgebung seiner Akademieprofessoren. Ich sah ihn sehr gerne an. dazu ist man da. und dann frug er mich einmal. aber ich wies Erwin mit der ausgestreckten Hand auf die Stelle. zu Hause an. Sie wissen! Über die breiten hohen Berge geht es da. noch zu antworten? Er ist verloren. und Glocken tönten herauf. daß er hier wäre. Meine Schwester freute sich über den stillen Gast. Sie schloß sich mit der Zeit an ihn an. daß eine stille Liebe zu Erwin in ihr brannte. Vielleicht glaubte er überhaupt nicht. und wenn ich an jene Tage denke. und ich darf glauben. nicht zum Bemitleiden. da er ihr ins Buch schrieb. Und doch hat kein Mensch ein so inniges Bündnis mit mir gehabt wie er.

Er dachte an kleine Kinder. daß ich Sie erschreckt habe.« Simon legte sich wieder nieder. zu schlafen. im dicken Dunkel und stößt nur auf Dunkel. Erschreckt bis zum äußersten sprang er auf. Tragen Sie Sorgfalt. zu zerstreuen. So eisig. Simon und Agappaia warteten auf die beiden andern an der Haustür. da Sie keine Zeit haben. denn sie ist etwas so Großes. Ich hätte Zeit. Plötzlich vernahm er. Der eine pfeift gern eine Melodie. schlafen Sie. »heutzutage ja sonderbare Käuze genug. Die Stimme des Mannes hatte ihm so merkwürdig geklungen. wir wollen hineingehen. »Es gibt. um sich. aber nicht das Kind mit der Angst. Man wird. wenn man nicht einmal vor Angst Angstschreie ausstoßen darf. und das eben war das Eigentümliche. Ich erwarte noch meine Frau. Ein unglücklicher Künstler ist wie ein unglücklicher König. Was für arme Menschen gibt es doch auf der Welt!« Kaspar sagte leise zu ihr und ergriff zum ersten Mal ihre Hand: »Wie gut Sie sind!«€-Der Wald war tiefschwarz. »Was ist das. sich so talentlos zu wissen. Man nennt es einfach Sport und schlägt alle fremden Gedanken damit nieder. aber es wagt es nicht. Der Wald war in eine schauerliche Totenstille gehüllt. Gute Nacht. Ich schieße. Nichts hören ist viel angstvoller als etwas hören. Die Eltern prägen den Kindern die fürchterliche Angst vor dem Dunkel ein und schicken dann zur Strafe die Unartigen in stille. Das Kind hat soviel Talent. Verzeihen Sie.« »Ich möchte mich gleich schlafen legen. so ruhig. Das Leben ist ja so langweilig. die alle mit Nächten zu tun hatten. es macht mir Vergnügen. Das Kind hört nicht auf. Wie tief in der Seele muß es ihn schmerzen. Dieses Nicht-Wagen vergrößert noch seine Angst. Wie schwermütig einen das macht. Sie bemächtigt sich des kleinen Kindes.« -. Es mußte etwas dahinter stecken. Des Kindes Angst und das Dunkel kommen ganz gut miteinander aus.« dachte er für sich. denn etwas Furchtbares muß da sein. so den Schuß knallen und widerhallen zu hören. Wie die armen Öhrchen sich anstrengen. riß das Fenster auf und schaute hinaus. »Sie kommen nicht. Schlafen Sie wohl. alles war dunkel. schwarze Kammern. wie unten eine Männerstimme sprach: »Es ist nichts. Ich möchte ihm Freundin sein.aber es kamen andere Gedanken. wenn man schon einmal im Dunkel steht und hinhorcht. daß die Angst immer größer wird. Manchmal . das Haus war ein dunkler Fleck im Dunkel. Ich pflege des Nachts öfters im Walde zu schießen. die nicht einschlafen können im Dunkel. zu hören. das Kind würde zum Beispiel gern schreien wollen. die nicht in dunkle Zimmer zu gehen wagen. das fördert das Anwachsen der Käuze. Schweratmendes. Als er bereits im Bett lag und die Augen zuschließen wollte hörte er plötzlich einen Schuß fallen. ehe man es recht weiß. Überhaupt schon: hinhorchen und beinahe das eigene Horchen hören. Ich kann es mir so gut denken. zum seltsamen Kauz. Die Nächte sind jetzt noch kühl. Immerhin. Mitleid mit ihm zu empfinden. Angst zu haben. aber eben darin lag das Eisige. sich solch ein armes Kind vorzustellen. So mag auch dieser Agappaia gar nichts Wunderliches mehr in seinen Wunderlichkeiten sehen. ich will jetzt versuchen. Kommen Sie. Gleich werden Sie wieder schießen hören und dann werden Sie sich wohl nicht mehr ängstigen.pflegen.« sagte Simon. Dickes.« rief er hinunter. Aber nur seine eigene Stimme widerhallte vom Walde her. wenn alles so still um ihn ist. jemand horche im Dunkel. Dennoch fand er keinen Schlaf. ein Geräusch zu erhorchen: nur den tausendsten Teil eines Geräuschleins. Aber vielleicht kannte er nur dieses Mannes Gewohnheiten nicht. Armer Kerl. Das Kind glaubt. Da greift nun das Kind im Dunkel. eigentlich ganz gewöhnlich freundlich. daß Sie sich nicht erkälten so am offenen Fenster.

Du bist ganz anders. man hört nichts. denn das Kind weiß zu unterscheiden in seiner namenlosen Angst. nein! Ich besitze dein Herz. geschmeidige Drähte. um den Hals faßte und an sich zog und voll Liebe küßte. daß es solche Menschen gäbe. Du bist jetzt mein Bruder. Sie ließ ihn nicht weitergehen. Du bist gut zu mir. Ich bin reich mit einem solchen Vertrauten. Ich habe so wenig und so viel. Sie sah ihm nach. noch an einen Mann. und solchen Seelen solche Schrecknisse zudenken! Eltern. Ist das schön. Er zog sich. wie keiner ihn liebt. daß ich das täte. nicht wahr. Mit einem Wort: sie beherrscht mich natürlich. Und doch. nicht wahr. Ach. So zarte Seelen haben Kinder. fürchterlich leise. ich habe alles gegeben. Ich muß mich noch ein wenig zanken mit dir. bin ich glücklich. Simon hatte jedoch kaum guten Morgen gesagt. Zum Beispiel heute morgen bin ich glücklich. Ich habe an andere Sachen zu denken. man möchte hören. sage nicht ja.« In diesem Tone würde sie fortgeredet haben. wenn sie mich zu einem Dienst braucht. wie vertrauensvoll wirft man sich dir entgegen. aber was ist da weiter zu grübeln. wenn es ihr diente zu ihrem Wohlsein. öffnete leise die Türe und ging die Treppe hinunter. Sie hat so etwas Derartiges. Zärtlichkeiten. Auf der Treppe begegnete er Klara. Wie schön kommst du mir vor.« sagte sie mit leiser. zur Strafe für Unarten. sah er seinen Bruder ruhig neben sich im Bett schlafen. wie er davonging. es möchte noch in dieser Nacht etwas vorkommen. einfach an nichts. Er sagte es auch.€--€-Jetzt hatte Simon keine Angst mehr. um den Schlafenden nicht zu wecken. sage ja. glückseliger Stimme. der das denkt. gepreßter.horcht es. daß man dich nicht versteht. das in eine dunkle Kammer eingesperrt wird. Du liebst deinen Bruder. Wenn ich meine Glieder spüre. ich weiß es. sage. er wolle einen Spaziergang machen. Es ist nicht nötig. wie dein Herz es will. und da denke ich an keinen Menschen auf der Welt. daß jemand herankäme. »Ich würde wahrscheinlich mein Leben hinwerfen für sie. gehe noch nicht. indem sie seinen Kopf in ihre beiden Hände nahm und Küsse auf seine Stirne und auf seine Wangen drückte. leise. Ich verstehe. es ist ziemlich sicher. »Ich habe dich so lieb wie einen Bruder. die nicht ihm galten.« sagte Simon. Horchen ist Sache des Kindes. Nein. Ich wußte schon lange. aber er bekümmerte sich nicht im geringsten um ihren Blick. Diese Ruhe brachte ihre Seele erst recht in Bewegung. Sie schien schon eine ganze Weile da gewartet zu haben. Er hätte ihn küssen mögen. sanft abzuweisen. Man kann dich nicht beschreiben. so behutsam wie möglich an. so horcht man vergeblich. Er sagte. ist das schön hier im Wald so am sonnigen Morgen. Er schlief ein. Erzähle mir von dir. Deine Augen haben schon ja gesagt. und als er am Morgen erwachte. selbstverständlich!« sagte er zu sich. weder an ein Weib. Mit so viel Stärke und Willen. ganz sanft. ist gar. sondern schloß ihn fester an sich. du bist ja sein Bruder. Angst vor dem sonst so lieben. als ihn auch schon die Frau. und manchmal hört es nur. Küsse mich. wie es seine Art war. gar nicht nötig. das lieber nicht denken. dumme. Wenn man sagt: hören. Du verstehst alles. Sage nur nichts. in dem Sinne. Wirst du mich meiden? Nein. frei zu sein. Lieber das nicht denken. »Er schläft noch. Es war seine Gewohnheit. siehst du! Ich habe gar nichts. sehr wahrscheinlich! Ja. Ich wußte es schon lange. zwinge dich nur nicht zur Kälte. gerade für so eine. »Ich diene ihr. Dein Herz ist das Schöne an dir. lieben Dunkel zu empfinden. ich spüre meine Glieder wie feine. stirbt mit dem Kinde vor Schreck. »Ich will dich auch küssen. als er. Ich bin eine dumme. Derjenige. aber Simon wehrte ihr ab. Denke man sich jetzt. aber wenn man sagt: horchen. Mag jetzt eine Seele . so wird eigentlich etwas gehört. Ich bin dein. Nein. Schläft er? O nein. die heftig bewegt schien. wenn ihr sie vorher gelehrt habt. Eltern. stecket nie eure unartigen Kinder in dunkle Kammern. man könne dich kaum fassen. es zu fordern. dumme Frau.

Es wurde alles zu einem Erfassen. herrlich. Soll ich dir ein Lied singen. das Schiff schaukelte ohne Führung weiter. die Peitschen knallten. und je näher sie dem Ufer kamen. denn schließlich waren sie auch Menschen. Das Blau des Himmels war von einem duftenden und schimmernden Weiß durchzogen. Ihre Stirne war heiter wie die Umgebung von See. Viel lieber möchte ich schreien und laufen wie der Teufel. daß jeder dieser schwarzen Punkte einen Mund hatte. Wie der weiße Himmel um die Erde brennt. Es lag eine Zaghaftigkeit in allem. dann tu ich es heftig. Aber köstlicher ist es. beweglichen Punkten. dann jedoch ließ er die Ruder fahren.an mich denken. hörten sie alles in einen einzigen Ton überschlagen. Herrlich. Der See war ganz ruhig wie ein glänzender. Da schlug es Mittag. jedenfalls denkt die meinige an gar nichts. Den Hut hatte sie abgenommen: die Haare hatte sie aufgelöst. Er bog sich nach der versinkenden Stadt um. sah. wie Sonne in Träumen. »Wie schön das Wasser ist. verfeinerte es. zitternde Geräusch hinein. und sie durchschnitten diese Wellen. Er ruderte eine Weile stark. stiller Spiegel. Ja.« sagte sie. Die Sonne schien halb durch. ganz unabsichtlich. du bist selber ein Lied. Das Weiß trübte ein wenig das Blau. empfanden sie. desto größer wurden wieder die Ameisen. mit einer schönen Bewegung der Hand. wie sie waren. Sie wußte nichts zu sagen. Sie empfanden beide eine unaussprechliche Freude am Tag. und alle diese Arbeits. Kaspar hatte seinen Rock ausgezogen und ruderte wieder weiter. sanfte Wellen. mag sie. Kaspars Gesicht war ernst. es ist wie ein Himmel. Viertes Kapitel. Auch sie kehrten jetzt um. Und wenn man daran dachte. dann gab es für eine kurze Zeit breite. die Luft fächelte ihnen um das Haar und das Gesicht. zu einem Ton! Liebende. die elektrische Trambahn sprang mit ihrem eigenartigen Geräusch vorüber. so wie ich jetzt bin. dieses Weichwerden. Viele Neugierige schauten sich nach dem seltsamen Paare um: der Frau . und dann stiegen sie aus und waren ebenfalls Punkte. Ab und zu kreuzten sie einen kleinen Dampfer. ist die Grundlage zum selbstlosen Naturgenuß. Ihr Mund lächelte zu dem Munde des jungen Mannes hinüber. Ein Strauß von einfachen Blumen lag in Klaras Schoße. Wie das Gras in der Sonne blitzt. Auf einmal tönten die Elfuhr-Glocken in all die Stille und in all das ferne. an den Tönen und Farben. die Hunger bekamen. Die Karren und Wagen kamen nach. im Gegenteil. so mußte man unwillkürlich lachen. Es kann ja auch heute noch kommen. oder mag sie nicht. mit dem er jetzt das Mittagessen essen wollte. An diesem Morgen fuhren Kaspar und Klara in einem kleinen. wie die emsigen Menschen über die Brücken liefen. Ein solcher Morgen weckt immer eine gewisse Brutalität in mir. Es wimmelte auf der weißen Brücke von schwarzen. doch ohne Sorgen. Wenn ich an jemand denke. sie mochte nichts sagen. und lachten dabei. wie die andern. Lieblicher Morgen.«€-Er warf sich auf die Matte nieder und träumte. sah die Türme und Dächer in der halben Sonne leicht glitzern. farbigen Boot auf dem See. Pfeifen hörte man und große schallende Klänge von irgend woher. Ufer und wolkenlosem Himmel. oder Schüsse abknallen wie der dumme Teufel Agappaia. die weiten Ärmel hingen an den schönen Armen und Händen träge herunter.und Berufsmenschen liefen wie ein Haufen von Ameisen nach allen Straßenrichtungen auseinander. machte es sehnsüchtiger und schwankender und milder. Aber sie spazierten selig unter den hellgrünen Bäumen auf und ab. Wie so ein Bild des Lebens einzig sei. am Morgen. Klara war in ein ganz schneeweißes Kleid gehüllt. Die Drähte sausten. aber das schadet nichts.

armer Kinder. Hier pflegte allerhand Volk zu essen. aber im Grunde genommen war sie schnell genug in Anbetracht der zahlreichen hungrigen Esser. schien das Essen zu behagen. Mancher. einem kleinen Raum. wie diese sich an einem Festmahl ergötzten. so schnell sein Essen zu essen. »und ist es nicht besser. kleines Kind das bevormundet und überwacht werden muß?« rief es in ihm. die er begleitete.in dem langen. als ein wenig mehr Behendigkeit. nachschleppenden. . gütigen Frauen einen Saal voll kleiner. wo doch jede Bequemlichkeit und Eleganz durchaus fehlte. denn es kam ihm so vor. Hinter ihm kam die Schwester und ein anderer Herr. die es verzehrten.Was aß nicht alles in der Eßstube. die hier verkehrten. ihn auf diese Weise zu begrüßen. Simon liebte gerade diesen Ort. mochte den Wunsch empfinden. wenn man die kleinen. was doch eigentlich ganz nett war hinunterzuschlingen. als von Tyrannen im alten. Es war ein immerwährendes Essen-Austeilen. wer da hineinging. zu einer friedlichen Familie vereint! Studentinnen in erster Linie. das aus einem Teller Suppe. borstigen Schnurrbärten und ziemlich eckigen Mäulern im Gesicht. »Ist denn das Volk nicht ein großes. Wo so viele Wünsche waren. Freilich war dort das Eckige übertüncht mit einer Rundung. es wird überwacht von Frauen. daß sie eckige Mäuler hatten? Mancher im Hotel Royal hatte gewiß auch ein eckiges Gebaren rund um den Schnurrbart herum. aber sie lernten es. Die Bedienung ließ nichts zu wünschen übrig. Simon empfand eine Vorliebe für diese Damen und freute sich immer. Auch hatte er ja mit dem Gelde zu rechnen. aber was hatte das wohl zu heißen? Auch Dienstmädchen ohne Stellung waren da. armes. das billig und schnell essen mußte. leichten Kitteln mit Stiefeln an den Beinen. weißen Gewande und dem Flegel von Burschen. Auf einmal kam jemand auf Kaspar lebhaft zugeschritten. noch nicht soweit zu sein. So pflegen sich die Menschen zu empören und zu irren in ihren Mitmenschen. und nun begrüßte sich alles gegenseitig. Essen-In-Empfangnehmen und Essen-Verschlingen. die doch vornehme Damen sind und gütige Herzen haben. einer Portion Fleisch. der so seltsam frech abstach von der Dame. alle zusammen gerechnet. Es war in der Tat einer. um im Hotel Continental zu essen? Und dann Dienstmänner in blauen. kaum tausend Schritte weit entfernt. Meistens waren auch alle zufrieden. der seinen Bruder schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. die zu erwarten hatten. nämlich Klaus. bornierten Unzufriedenheiten abrechnet. wie es aß. Verein für Mäßigkeit und Volkswohl nannten. Das Speisehaus war von einer Gruppe von Frauen gegründet. Eine solche Dame setzte ihre Lorgnette ans Auge und musterte das Essen und diejenigen. brennende Wünsche zu befriedigen. mußte unter den Wünschen fein unterschieden und gewählt werden. Was konnten sie dafür. wenn sie kamen. in einer Speisehalle. und sah sich das Volk an. auch wenn jeder eine kleine Ungeduld nach noch frühzeitigerem Verabreichen verspürte. dito Gemüse und einem winzigen und zierlichen Dessert bestand. Eine absurde Gewohnheit. Hatten Studentinnen Zeit und Geld. um zu sehen. als besuchten diese lieben. Allen. der nicht mal eine ordentliche Hose trug. großen. Warum aßen sie so schnell. Jeder bekam sein Essen frühzeitig genug. und sah neidisch auf solche. die sich. eine der Wohltäterinnen. der verschlungen hatte. Eine kurze Zeit waren diese Geschöpfe ziemlich unbeholfen. einem Stück Brot. der mußte mit einem mäßigen und dünnen Essen zufrieden sein. Der fremde Herr hieß Sebastian. vollgepfropft mit essenden Menschen. freilich heroischeren Sinn?« -. * * * * * Simon saß unterdessen. ganz dringende. der Grund hatte. abzuwehren und mit dem Ablehnen Zeit zu gewinnen. Die Bedienung bestand aus ganz lieblichen Mädchen aus der ländlichen Umgebung der Stadt. In der Tat. Ab und zu kam eine der Erfinderinnen dieses Geschäftes.

ich könnte sonst leicht den Appetit darnach verlieren. dicken Händen und frechen aber verschämten Blicken. etwas Gedrücktes und wiederum etwas Befreites lag auf den armseligen Menschen. deshalb esse ich spärlich und fein. als es ihm und keinem andern hingereicht wurde. die bunt waren wie die Farben eines Sommervogels.« erwiderte der alte Mann. »Warum beten Sie. die sich aus dem Essen eine Kultur. und aß Butter mit Honig. in ihren Manieren. Würfelte denn nicht das Leben die Schicksale der Menschen heftig durcheinander wie mit einem Würfelbecher? Simon saß in einer kleinen Ecke. die nicht einmal eine Adresse besaßen. Ich ziehe außerdem nicht gern Mahlzeiten so sehr in die Länge. Mir liegt daran. als ein alter Mann in weißen Haaren sich auf den freien Platz zu ihm hinsetzte. benahmen sich in der Regel schüchtern und zuvorkommend. der aber doch schwer zum Fallen war. abgemagerten Blässe. wer er war. Wer konnte wissen. einer Art Erker. vordem. Weiber mit seltsamen Frisuren und blauen Gesichtern. »Ich bete. die Nase tropfte. um ein Gebet an seinen Herrgott zu verrichten. indem er mit der Messerspitze sorgfältig Salz darauf streute. Alle schauten allen ins Gesicht während des Essens. und aß dieselben. der einen Schatz entdeckt hat. sauberen Tasse. Wie mancher benahm sich hier feiner als der Feinste sonst in vornehmen Häusern.« Kaum hatte Simon dieses gemurmelt oder gedacht. mit umständlichem Behagen. herzlich lachen. Etwas Drolliges.arme Schreiber. weil ich dessen bedarf. Des alten Mannes Gesicht war von einer grauen. nun. um sagen zu können: ich habe gegessen? Es soll Menschen geben. eine Kunst machen. es hing ein großer Tropfen an seiner Nase. Man erblicke nur den Honig: hat er nicht ein hellgelbes. und was brauche ich mehr. und trank eine Tasse Kaffee dazu: »Was brauche ich mehr zu essen an einem so schönen Tage. Brotlose. und wenn ich mit dem spitzen Messer davon absteche. sonst weiter nichts. etwas Einfaches. und über alles schön ist das Dunkelbraun des Kaffees in der zierlichen. Ebenso verkehrten hier Frauen von schlechtem Lebenswandel. Alle diese Leute. kein Wort wurde gesprochen. Das Weiß der Butter liegt entzückend daneben. Heimatlose und auch solche. das schöner und appetitlicher aussehen könnte? Und ich stille meinen Hunger damit ganz vortrefflich. auf ein Stück Brot zusammengestrichen. nur hin und wieder ein leises und höfliches. mußte er über des Mannes Staunen. oder vielmehr. denn ich genieße das Wenige stürmischer und üppiger als jene das Viele und Nicht-Aufhören-Wollende. Das war der sichtbare Segen des Volkswohles und der Mäßigkeit. Beständig glaubte man ihn herunterfallen sehen zu sollen. Freilich ist mein Essen ein goldenes. als meinen Hunger zu stillen. . was er gewesen. weißen Tellerchen herum. die ebenfalls zu sehen waren. so komme ich mir vor wie ein Goldgräber. der nicht fallen konnte. überhaupt Weggejagte. Aber vorher hatte er die Hände zusammengefaltet. dann folgt die braune Farbe des wohlschmeckenden Brotes. Simon erlaubte sich folgenden kleinen Spaß: er bestellte heimlich ein Stück Braten bei dem aufwartenden Mädchen und als das Bratenstück herankam. Der Mann bestellte sich einen Teller mit gesottenen Kartoffeln. ehe er ins Volksspeisezimmer gelangte. süßgoldenes Aussehen? Dieses Gold fließt so angenehm auf dem kleinen.« fragte Simon einfach. allen voran natürlich die heiligen Betbrüder. kann ich das etwa nicht auch von mir sagen? Freilich! Nur ist meine Kunst eine bescheidene und meine Kultur eine delikatere. Außerdem habe ich noch etwas: eine pikante Unterhaltung mit immer neuen Menschen. Blickt nicht der blaue Frühsommerhimmel holdselig durch das Fenster auf mein goldnes Essen herab. Aber der Tropfen hing immer noch. immer und immer wieder Lust zum Essen zu verspüren. bevor sie essen. Gibt es ein Essen auf der Welt.

klammerte sich um Niedrigkeiten. Klara benahm sich in dem Volkshause. an deren bloßem Duft man sich zu berauschen meint. in solchen Lokalen zu schlafen. die Hohe. nachdem sie . Sie schien jemand zu suchen.»Dann freut es mich. mit ihrem Lächeln mitzulächeln. erschien in dem dumpfigen. die ihre Augen gewohnt waren. Simon hielt sich still in seiner Ecke und lächelte die Umherblickende unverwandt an. aus einer andern Schicht und Welt. mit dem Atem zu kämpfen und die Hände zu halten mit der andern Hand. vermischte Bild zu gewöhnen und Gestalten zu fixieren. Das war ja das Herrliche. Dazu haben junge Leute von heute keine Zeit und auch kein Verlangen mehr. von Moment zu Moment mit Sorgen wie mit Ruten gepeitscht zu werden. üppigen. So dachte sich Simon immer eine Wohltäterin. die dort wohnen.«€-Indem der alte Mann das sagte. welches Gefühl Sie dazu könnte veranlaßt haben. ihre Augen an das zerwürfelte dunkle. als wenn sich aus einem offenen. und setzte sich mit der größten Freude neben ihn nieder. auch für Simons Augen und Sinne. dessen Nase immer noch den großen glitzernden Tropfen trug. sonst überhaupt nicht zu beachten. was es noch. verzerrten ihre Gesichter zu der Frau hinauf. so fahre ich bloß in meiner Gewohnheit fort. Alle Mäuler sperrten sich auf. die so wenig geeignet schien. Strahlende. lächelnden Reizes hatten sie alle beinahe keine Vorstellung mehr. obschon der Raum verhältnismäßig klein war. zerrieb sich in Sorgen. etwas unwillig geworden. die hingeht. da alle auf niederen Stühlen. die Augen aufzureißen. hoch aufrecht stand. denn es mochte sie anstrengen. ganz wie wenn es sich von selber ergäbe. Klaras Schönheit gab den Menschen urplötzlich mit Schmerz etwas zu denken. Der Greis schlief. als sie Simon mit einem Blick streifte und erkannte. als ein höheres. und noch dazu in solch eine Ecke gedrückt?« sagte sie. wenn der Gedanke sich dazu versteigt. daß alte Leute hier. Ich interessierte mich bloß. Von dieser Art Gesundheit und völligen. die einen tötet. als den zweideutigen Vorzug. denn eine Qual ist es. die nichts besitzen. aber es war ein alltägliches Vorkommnis. zögerten einen Augenblick.« »Man hat viele Gefühle dabei. Es kam ihnen plötzlich allen in den Sinn. mit seinem bloßen seligen Anblick zu beglücken. mein junger Herr! Sie zum Beispiel beten gewiß nicht. wieder entfernen. zu den Elenden und Armen. so doch armseligen Speiselokal die schöne Gestalt der Frau Klara. unsauberen Alltäglichkeiten. denn ich habe mir das angewöhnt und es hat mir Trost gespendet.« »Waren Sie immer ein armer Mann?« »Immer. so sehr zerfloß ihnen das Leben in schwarzen. Sie beten gesehen zu haben. Es war gerade. Schon wollte sie sich. eine Schönheit zu erblicken. die eine Gabel. die sie alle überragte. daß das Messer nicht herausfiel vor heftigem Erbeben. das alle diese schüchternen Menschen veranlaßte. Das alles fiel ihnen jetzt. auf den Platz zwischen ihrem jungen Freunde und dem alten Mann. zugeflogenes Wesen aus anderen Grenzen. Sie bemerkte ihn lange nicht. wenngleich sauberen. auf der Welt gäbe. außer rauher Arbeit und Kummer um das tägliche Brot. Sie war eine vollendete Dame und war es in diesem Moment noch viel mehr. an engen Plätzen festgeklemmt saßen. Ich kann es begreifen. Deshalb machten sie unwillkürlich auch alle Grimassen. alle Augen hefteten sich fest auf eine Erscheinung. fernes. oder den Henkel einer Tasse festhielten. flatternden Himmel ein Engel loslöse und nun zur Erde niederschwebe und dort irgend ein dunkles Loch aufsuche. in ihrem Geschäft fortzufahren. einen Löffel oder ein Messer. Sämtliche Hände. Es war nicht gestattet. wenn vielleicht nicht jedem so deutlich. mit Qualen ein. während sie. Wenn ich bete. etwas in diesem Raume zu suchen zu haben. um die Menschen. »Also hier sitzen Sie.

gegessen hatten, einschliefen, aus einfacher, nicht mehr zu bezähmender Müdigkeit. Dieser Greis hatte vielleicht eine lange nutzlose Fußwanderung durch alle Straßen der Stadt hinter sich. Er mochte vielleicht um Arbeit nachgefragt haben, überall, wo ihn seine Gedanken nur leise hinweisen konnten. Immer müder geworden, hatte er es vielleicht trotzdem versucht, etwas an diesem Tag zu erreichen, hatte seine äußersten Kräfte angespannt, um einen Berg zu erklimmen, denn die Stadt liegt den Berg hinan, und war dort oben eben so schnell abgewiesen worden, als hier unten; zog wieder abwärts, den Tod im Herzen, mit zerbrochenen Kräften, bis hierher. Daß sich der Greis überhaupt vielleicht, wie man vermuten durfte, noch um Arbeit umgeschaut hatte, daß er noch den Willen hegte, zu arbeiten, er, der Greis, das nur zu denken hatte etwas Klägliches und Erschreckendes. Aber man konnte auf diesen Gedanken sehr wohl kommen. Dieser Greis hatte nirgends eine Heimat, als hier in diesem Lokal, aber auch hier nur auf Stunden, denn dann wurde das Lokal geschlossen. Deshalb vielleicht betete er, um dem furchtbaren Ernst seiner Lage eine leise, besänftigende Melodie zu verschaffen. Deshalb sagte er: »Ich bedarf des Gebetes.« Also nichts weniger als Hang zur Frömmelei war es, sondern das überaus traurige Bedürfnis, eine Hand zu spüren, die ihn liebkosen möchte, eine Kinderoder Tochterhand zu fühlen, die leise und trostvoll über seine arme, zerfaltete Stirne hinstrich. Vielleicht hatte der alte Mann Töchter gezeugt, -- und nun er selber? Mit solchen Gedanken konnte sich leicht einer abgeben, der neben dem Alten saß und ihn so schlafen sah, den Kopf seltsam unbeweglich, die Hände den Kopf stützend. Klara sagte: »Ihr Bruder ist gekommen, Simon, in der Offiziersuniform, auch Ihre Schwester und dann noch ein Herr, mit Namen Sebastian.« Darauf bezahlte Simon, was er schuldig war, und sie gingen zusammen fort. Als sie fortgegangen waren, bemerkte eines der bedienenden Mädchen den schlafenden Mann, sie rüttelte und schüttelte ihn und sagte mit komischer Strenge: »Nicht schlafen da! Sie! Hören Sie nicht? Hier dürfen Sie nicht schlafen!« Da erwachte der alte Mann. * * * * *

Es gab einen herrlichen Abend nach diesem Tag. Alle Welt lustwandelte am schönen Seeufer entlang, unter den breiten, großblättrigen Bäumen. Wenn man hier, unter so vielen aufgeräumten, leise plaudernden Menschen, spazierte, fühlte man sich in ein Märchen versetzt. Die Stadt loderte im Feuer der untergehenden Sonne und später brannte sie, schwarz und dunkel, in der Glut und Nachglut der Untergegangenen. Die Sonne im Sommer hat etwas Wundervolles und Hinreißendes. Der See glitzerte im Dunkel, und die vielen Lichter schimmerten in der Tiefe des stillen Wassers. Herrlich sahen die Brücken aus; und wenn man über die Brücken ging, so sah man unten im Wasser die kleinen, dunklen Boote vorbeischießen; Mädchen in hellen Kleidern saßen in den Nachen, oft auch erklang aus einem größeren, langsam und feierlich dahinschwebenden, flachen Boote der warme, zur Nacht stimmende Ton einer Handharfe. Der Ton verlor sich in Schwarz und tauchte wieder tönend heraus, hell und warm, dunkel und herzenergreifend. Wie weit klang das einfache Instrument, von irgend einem Schiffsmann gespielt! Die Nacht schien noch größer und tiefer dadurch zu werden. Aus der weiten Uferferne schimmerten die Lichter der ländlichen Ansiedelungen herüber, als wären sie blitzende, rötliche Steine im dunklen, schweren Gewand von Königinnen. Die ganze Erde schien zu duften und still zu liegen wie ein schlafendes Mädchen. Das große, dunkle Rund des nächtlichen Himmels breitete sich über alle Augen aus, über die Berge und die Lichter. Der See hatte etwas Raumloses bekommen und der Himmel etwas den See Umspannendes, Einschließendes und Überwölbendes. Ganze Gruppen von Menschen bildeten sich. Junge Leute schienen zu schwärmen, und auf allen

Bänken saßen dichtgedrängt ruhende, stille Menschen. Auch an flatterhaften, stolz kokettierenden Frauen fehlte es nicht und auch nicht an Männern, die nur diese Frauen im Auge behielten, die hinter ihnen hergingen, immer etwas zögernd und dann wieder vorstürmend, bis sie schließlich den Mut oder das Wort fanden, ihre Damen anzusprechen. Manch einem wurde an diesem Abend der Kopf gewaschen, wie man sich auszudrücken pflegt. Simon ging neben Klaus und war glücklich, seinem Bruder, der beständig fragte und fragte, durch treffende und einfache Antworten die Überzeugung beizubringen, daß er ein noch durchaus nicht verlorner Mensch sei. Er sprach mit einem gewissen Stolz und zugleich mit einem Tone der Demut vor dem reiferen Bruder, der nach manchen Dingen doch wie ein ungeschultes Kind fragte, aber eine liebevolle Besorgnis an den Tag legte. Sie sprachen in schönen, langen, gewundenen Sätzen, ganz wie von selber, und Klaus freute sich über seines Bruders Einsicht in so manches, wo er zuerst angenommen hatte, daß Simon, seinen Verhältnissen gemäß, darüber spotten und lachen würde. »Ich habe dich lange nicht für so ernst gehalten, als wie du dich zeigst!« Simon antwortete: »Es ist nicht meine Gewohnheit, zu zeigen, daß ich Ehrfurcht vor vielen Dingen besitze. So etwas pflege ich für mich zu behalten, denn ich denke, was nützt es, eine ernste Miene aufzusetzen, wenn man vom Schicksal dazu bestimmt, ich meine, vielleicht dazu erwählt ist, den Narren zu spielen. Es gibt viele, viele Schicksale, und vor ihnen will ich in allererster Linie meinen Nacken beugen. Es bleibt nicht anderes zu tun übrig. Im übrigen soll mir einer kommen mit der Zumutung, verdutzt und mutlos den Kopf hängen zu lassen. Ich habe es schon Verschiedenen gesagt, wie es in dieser Beziehung mit meinem Inneren steht.« -- Wenn Simon so sprach, redete er in fließenden Sätzen und mit richtiger Betonung, aber völlig ruhig und freundlich, so daß Klaus diese Aussprüche nicht als Weltgroll empfand, sondern als ein gewisses Suchen in seines jungen Bruders Seele nach Klarlegung seines eigenen Zustandes in Beziehung zur Welt. Er überzeugte sich davon, daß Simon tüchtige Eigenschaften besaß, aber er fürchtete ein bißchen, daß diese Eigenschaften nur oberflächlich, scheinbar nur spielend und lockend und tanzend ihn umgaben, während er wünschte, sie möchten in ihm stecken. Im Feuer der Rede redete sich solch eine Seele ja so leicht in eine Welt der Bravheit und schönen Tüchtigkeit hinein, um sich daran selber für Stunden zu berauschen, namentlich in Augenblicken des Wiedersehens seit langer Zeit. Dennoch hatte Klaus Freude an seinem Bruder und sprach mit sichtlichem Vergnügen allerhand Schönes und Tröstendes zu ihm. Hinter ihnen, in einiger Entfernung, gingen, eng aneinander gedrängt, Klara und Kaspar. Der Maler war berauscht von der Schönheit und von der Musik der Nacht. Er phantasierte von Pferden, die durch nächtliche Gärten galoppierten, schöne, schlanke Reiterinnen tragend, deren Röcke am Boden mit den Hufen der Pferde spielten. Dann lachte er über alles mit einem frechen, unbändigen Lachen, über die Menschen, über die Landschaft, einfach über alles, was ihm vor das Auge kam. Klara versuchte gar nicht, ihn zu besänftigen, im Gegenteil, sie hatte Freude an dieser Ungebundenheit eines schönen Geistes. Wie liebte sie das Jugendliche, das Freche, ja sogar das Sich-Überhebende in dieser Knabennatur, die sich hinüberarbeitete zur Mannesnatur. Er mochte das Tollste schwatzen, das ihr wahrscheinlich aus dem Munde eines anderen würde lächerlich und blöde geklungen haben, aber an ihm liebte sie es. Was hatte dieser Mensch, daß sie ihn so ohne Bedingung schön finden mußte, in allen Lagen, in jeder Gebärde, im Benehmen, Tun, Lassen, Reden und Stillschweigen? Er schien ihr allen übrigen Menschen gewachsen, allen andern Männern überlegen zu sein, und er war kaum ein Mann. Sein Schritt, wie sollte sie sagen, hatte für sie etwas Läppisches und zugleich Gebietendes. Der ganze junge Mensch nicht die Spur des

Aufgeregtseins und doch etwas Schüchternes, Dummes, Tief-Kindliches. So gelassen und so schnell in Flammen! Sie sah, wie seine Haare im Dunkel hell hervorleuchteten, jugendlich und wellenhaft. Dazu sein Schritt und das Tragen des Kopfes mit solchem bescheidenen, fragenden, sinnenden Stolz. Wie dieser Jüngling träumen mußte, wenn er an jemand dachte. Kaspar war stiller geworden. Sie sah ihn immer an, immer! Hier, in dieser Nacht voll umherwandelnder Menschen war es schön, zum vergehen schön, ihn anzuschauen. Ihn anzuschauen, das fand sie schöner, als ihn küssen. Seinen Mund sah sie schmerzvoll geöffnet; gewiß dachte er weiter nichts, nein, gar keine Rede; es war eben nur die Stellung der Lippen, die den Eindruck des Schmerzlichen hervorrief. Seine Augen waren kalt und ruhig in die Ferne gerichtet, als wüßten sie dort Besseres zu sehen. Sie schienen zu sprechen: »Wir, wir sehen Schönes; quält euch doch nicht, ihr andern Menschenaugen, ihr werdet es ja doch nie sehen, was wir sehen!« Seine Augenbrauen bogen sich entzückend leicht und wie besorgt, als wenn sie Engel gewesen wären, über ihre Kinder, die Augen, die so aussahen und in die Welt blickten, als könnten sie jeden Augenblick verletzt werden. »Gewiß, eines jeden Menschen Auge ist leicht verletzbar, aber wenn ich seine betrachte, so tut es mir auf einmal so weh, so, als sähe ich sie schon von Splittern verletzt. Sie sind so groß, treten so weit hervor, scheinen sich um nichts zu kümmern, sind so achtlos und immer so groß geöffnet; wie leicht können sie verletzt werden!« jammerte sie. Sie wußte nicht einmal, ob er sie liebte, aber was machte das aus, sie, sie liebte ihn ja, das genügte, ja, das mußte so sein, sie war dem Weinen nahe. Da kamen Simon und Klaus zurückgegangen, um die andern aufzusuchen. Klara beherrschte sich, so gut sie konnte, nahm Simon beim Arm und ging mit ihm voraus. »Laß mich in deine Augen sehen, du hast so schöne Augen, Simon, Augen, in deren Anblick man liegt wie im Bett, wenn alles beruhigt ist und man betet,« sprach sie zu ihm. Klaus und Kaspar gingen schweigend. Sie wollten einander nicht mehr verstehen, seit vor ein paar Jahren ein kleiner Zwist zwischen ihnen ausgebrochen war, und seither hatten sie sich nie mehr gesehen und auch nie geschrieben. Klaus nahm sich das sehr zu Herzen, während Kaspar es einfach als eine Art Notwendigkeit hingehen ließ. Er sagte sich, daß es ganz in der Ordnung der Dinge liege, einmal auch von einem Bruder nicht begriffen zu werden. Er mochte nicht den Kopf zurückwenden nach vergangenen Angelegenheiten, die er übrigens, eben weil sie vorüber waren, als für weiterer Gedanken nicht wert hielt. Seine Art war, geradeaus zu marschieren; er hielt das Zurückblicken auf alte Beziehungen für schädlich. Nun fing, da ihm das Schweigen Kaspar gegenüber unerträglich wurde, Klaus an, von der Kunst des Bruders zu sprechen und ermunterte ihn, doch einmal nach Italien zu gehen, um da die gehörige Reife als Künstler zu erlangen. Kaspar rief aus: »Lieber will ich gleich vom Teufel geholt werden! Nach Italien! Warum nach Italien? Bin ich krank, und soll ich etwa gesund werden in dem Lande der Orangen und Pinien? Was brauche ich denn nach Italien zu gehen, wenn ich hier sein kann und es mir hier ganz gut gefällt? Könnte ich in Italien vielleicht Besseres tun, als malen, und kann ich etwa hier nicht malen? Du meinst, weil es so schön in Italien ist, müsse ich dahin gehen. Ist es denn etwa hier nicht schön genug? Kann es dort schöner sein, als hier, da, wo ich bin, wo ich schaffe, wo ich tausend Schönheiten sehe, die fortleben, wenn ich längst vermodert bin? Ist es möglich, nach Italien zu gehen, wenn man schaffen will? Sind in Italien die Schönheiten schöner als hier? Sie sind vielleicht nur anspruchsvoller, und eben deshalb will ich sie lieber gar nicht sehen. Wenn ich in sechzig Jahren so weit bin, eine Welle oder eine Wolke, einen Baum oder ein Feld malen zu können, so wollen wir sehen, ob es

das ist alles. In seinem einförmigen Zimmer angekommen. wenn wir turmhoch dumm sind. wo auch Hedwig. gutgemeinte. wenn man mir zumutet. Dort trieb Sebastian ein merkwürdig tagediebisches Wesen. die mich entzücken. Er schwieg und reichte ihm die Hand. untergegangene Kultur noch so herrlich gewesen sein. Unsere Lebensläufe sind zu verschieden. so schnüffle ich deshalb noch lange nicht wie ein Maulwurf darin herum. saß oder lag tagelang in einer hochgelegenen. das ist unsere Falle. wenn es angeht und es mir Spaß macht. Mag eine alte.klug getan war. Italien. und ich werde ihn vielleicht nie kennen lernen. brächten mich nach Italien. es für den Schlaf in Ordnung zu bringen. wenn ich ehrlich mit mir abrechnen will. die etwas seltsam Beschämendes für uns ist. Sebastian war ein junger Poet. sondern betrachte sie eben. besserer Mensch zu werden. mag sie immerhin die unsrige an Stärke und Pracht überragen.« Er kam sich so einsam vor und beschloß. durch eine ganz unschuldige. Er war in jungen Jahren seinen Eltern durchgebrannt. in Italien ein besserer Künstler zu werden. zusammen. und Schönheiten. sagte er sich: »So habe ich ihn nun zum zweiten Male verloren. wenn ich mich an vergangenen Kulturen berausche? Habe ich damit meinen Geist. denn ich erblicke rund um mich. diese Brunnen und Bogen. Man muß warten und es ertragen. Seine Eltern hielten ihn für verloren und ließen ihn tun. So war er immer gewesen. beide Augen zum Überfließen voll. Aber vielleicht führt uns ein anderes Mal die Zukunft. ausgestreckt auf einem schmalen Bett. bereichert? Nein. hatte mit sechzehn Jahren in Paris gelebt und war mit zwanzig zurückgekommen. aus Büchern. Fünftes Kapitel. die Absicht zu haben. Sein Vater war Musikdirektor in der kleinen Stadt. ich habe ihn bloß verpfuscht und feige gemacht. mit Geldspenden den Ausschweifungen ihres Sohnes entgegenzukommen. nicht in Italien gewesen zu sein. denn man war vor der Wohnung Klausens angekommen. die man ja nie ergründet. langsam ein reiferer. So sehr schätzenswert ist übrigens das Verlorene und Vergangene niemals. denen sie ihn ausgesetzt . Geld gaben sie ihm nicht. und auf diese Art konnte es nicht vorauszusehen sein. die Dinge zu messen. und wenn sie die Luft neben mir verpesteten und ihre scheußlichen Gabeln schwenkten. Ich könnte zornig werden und aus der Haut fahren bei dieser Italienraserei. in unserer oft als so unschön und unhold verschrieenen Gegenwart Bilder die Menge. diese Tempelsäulen. aber in der Tat etwas unvorsichtige Äußerung.« Klaus wurde betroffen und traurig über Kaspars Heftigkeit. Ich kenne ihn zu wenig. wenn sie malen oder dichten wollen? Was nützt es mir. wie man in eine ersprießliche Verbindung mit ihm treten könnte. die mir zu jeder Zeit zu Diensten sind. diese italienischen Trachten und Prachtbauten nicht gesehen zu haben? Muß man mit den Augen denn alles auffressen wollen? Ich könnte jedesmal außer mir geraten. diese Pinien und Lorbeerbäume. aber keine zwanzig borstigen Teufel. der seine Verse von einer kleinen Bühne herab dem Publikum vortrug. die Schwester der drei Brüder. Er pflegte sich dabei durch sein Ungestüm immer ein wenig lächerlich zu machen. diese Allerweltsrathäuser. Kann mir etwas entgehen. Kommen die Italiener zu uns. was er wollte. denn sie hielten es für unangebracht. an seinen Wirkungsort zurück. in die wir hineinpatschen. zu Hause war. Es kann sein. verstaubten Kammer. bald wieder abzureisen. ohne sich die Mühe zu nehmen. daß ich mich irre. in dem er des Nachts schlief.

allerdings ein großes. da er ein vortrefflicher Gesellschafter war. Rückschau zu halten auf Fehler. wenn das Wetter nur einigermaßen es gestattete. schon als Schulknaben. Das ist keine Arbeit. Er trug immer denselben zerschossenen Anzug aus hellgelbem Tuch. sondern nur ein Schlupfwinkel für Müßiggänger. Sehen Sie sich einmal an: wie stark und jung Sie sind. wenn Sie als Sünder oder als Engel dastehen. Zu einem ernsthaften Studium war Sebastian nicht mehr zu bewegen. in verfallenen. die dem Himmel näher lagen als irgend einer menschlichen Zivilisation. zu ihren Brüdern. Verse zu verfertigen. das den Menschen berechtigt. ebenfalls am Ufer entlang. einleitete und tat. einen so jungen Mann so sprechen zu hören. wo Sie doch kaum eines erlebt haben.« Es war schrecklich. weicher Stimme dazu. Klaus traurig und einsam. der ihnen einen unvergleichlichen Reiz einflößte. so schwieg man eben. wandelten die beiden. Tugenden und Verirrungen. kam oft mehrere Tage lang nicht nach Hause. auch auf der Laute und sang mit angenehmer. allesverstehenden Knaben. Wie bohrte sich solch eine stolze Einbildung in das empfängliche Knabenherz hinein! Erwachsene Frauen bevorzugten den Umgang mit dem frühreifen. was er auch machte. langsam und stillschweigend. Ich wollte nichts sagen. das den Inhalt Ihres Lebens widerspiegeln soll. daß sein Streben ihm nichts half. Er war schön. Wie können Sie ein Leben wiedergeben wollen. an dem Klara so selig war. Sie weinen oft über sich selber. mochte er gar nicht mehr streben. aber er war zu sehr aus dem Geleise des allgemein gültigen und vorgeschriebenen Strebens hinausgekommen. Kaspar aufgebracht und übermütig. und das will sich hinter den Schreibtisch verkriechen und in Versen sein Leben besingen. von keinem Menschen. Seine Fingernägel pflegte er mehr als seinen Verstand. bezweckte. Ich finde es übrigens beschämend für einen jungen Mann. er spielte bloß noch mit sich. Sebastian pflegte oft zu sagen: »Meine Glanzzeit liegt längst hinter mir. halbem Herzen. so verbreitete sich um seine Person ein halb lächerlicher. An dem Abend. wenn Sie fünfzig alt sind. nicht einmal von wilden und rauhen Hirten benutzten Hütten. Dichten Sie erst. In der Tat. Simon glücklich. Er spielte seine eigenen Lieder. verhätschelte und ihm half. und es gab viele vernünftige Menschen in der Stadt. die er gedichtet hatte. Machen Sie das. um ihm das Leben etwas freundlicher zu machen. Kaspar kam ihnen entgegen: »Wie ich höre. auf Kosten seiner eigenen menschlichen Entwicklung. daß er dichtete. legte aber sonst sehr viel Wert darauf. halb wehmütiger Zauberschein. arbeiten Sie an einem Gedicht. und da es bekannt war. den er einfach verwildern ließ. auf Weiden. da er einsah. Hedwig bemitleidete ihn und steckte ihm manchmal etwas an Geld oder dergleichen zu. wenn Ihr Leben fertig und abgeschlossen wäre durch irgend ein großes besänftigendes Erlebnis. er tat es mit müdem. und entschädigte ihn solchermaßen ein wenig dafür. Was konnte man sprechen. Sebastian besaß in hohem Grade diesen Drang. und so tat er eben nichts. irgend ein Buch unter dem Arm oder in der Tasche. Das einzige Unrecht. auf den Bergen. Man lud ihn. aufs herzlichste annahmen. sich einzubilden. Er strebte vielleicht zu wild. kaltem. übernachtete. daß er so etwas wie ein genialer Bursche sei. die seinen Drang nach Betätigung hätten befriedigen können. öfters zu Abendgeselligkeiten ein. angenehm und sauber zu erscheinen. Hedwig sagte einmal zu ihm: »Sebastian. hören Sie. So nahm sie ihn auch diesmal auf die kleine Reise mit. er trieb sich.«€-- .« Er nickte mit dem Kopf und bestätigte es. das man ihm angetan hatte. wo sie nur konnten. daß ihm die Welt weiter keine Aufgaben stellte. Dichten Sie lieber überhaupt gar nicht. ließ sich den Bart wachsen. Hedwig und ihr Poet. bestand darin.wußten. daß man ihn. Sie aber scheinen noch nie gefehlt zu haben und scheinen auch noch nie eine gute Tat begangen zu haben. in den Wäldern umher. die den jungen Mann aufrichtig bemitleideten und sich seiner. ich glaube. und nun.

wenn du eine Spur von Liebe für deine Schwester hegst. auch ringen. Ihr seid beide Ringende und bekämpft euch? Das ist sehr töricht und unklug. Man blicke auch nie zu früh verächtlich auf einen Fehlenden oder scheinbar Trägen und Tatlosen hernieder. Menschen zu verhöhnen. und gib mir nie wieder Anlaß. Es wirft einen schlechten Schein auf deine Stärke. für einen Quäler. Wie kann man sich über sein weiches Herz lustig machen? Schäm' dich nur. müßt ihr es da darauf abgesehen haben. zu. weil ich weiß. deshalb machte er sich auch über ihn lustig. daß er den Mut hat. mich so über dich zu ereifern. Ich schätze Sebastian. Übrigens spreche ich jetzt gar nicht von dir. das ist alles geschwatzt und wieder geschwatzt. wenn ich ein Maler wäre. einen Wehrlosen. Warum genügt es dir nicht. »und nichts weniger als klug. daß alle drei . Kasparchen.«€-Ein feines. Bitte. wenn du dich stark fühlen kannst und laß Schwächere in Frieden. der Achtung und des Erfolges horchen. Wenn du mit dem Schicksal ringst. die ihr die Lust an der Verteidigung gab. Für tragische Menschen fehlte ihm überhaupt jedes Verständnis. peinigen kann. Sebastians Lippen. durch allerhand Tücken und Verirrungen und Verheißungen und Mißerfolge in eurer Kunst Schmerzen genug. Es gibt für euch beide. Hedwig ergriff für den armen Beleidigten. schon das sollte ein Grund zur Achtung und Liebe sein. Kaspar. der sich nicht wehren konnte. so viel du willst. einen Vortrag hält. Es macht dir Freude. Überdies befand er sich heute abend in einer diabolischen Laune. die ihnen doch gar nicht im Wege sind. auf festen Füßen zu stehen. mit uns zu gehen. Wie schnell kann sich aus langen. denn was bist du denn schon so Großes in der Welt? Auch du bist vielleicht noch nichts und hast keine Ursache. das den Vorzug genießt. weil er sie zu leicht und zu gut verstand. so laß doch andere. Sei doch froh. die ebenfalls noch nichts sind. Kaspar. das Wort: »Das war nichts weniger als schön gesprochen von dir. die andern gelten? Ist es edel und gut.« rief sie ihrem Bruder mit der Wärme. komische Nachahmung ihrer aber zärtliches Lächeln spielte im Dunkeln um machte sich mit dem Bruder solange bis er wieder heiter wurde. eine sich sehnende Seele zu beleidigen? Dichter sind so leicht verletzbar. so wie sie's eben verstehen. Du bereust doch. dumpfen Träumen seine Sonne. den alle Menschen um seines Unglücks willen schonen und achten sollten. Kaspar! Weil dir ein Mädchen. Hedwig schmeichelnd zu schaffen. sei es nicht. Was machst du nun für ein Gesicht. wenn es dir nicht paßt. Warum nicht. Wehrlose reizen nur zu leicht in den Starken die Lust am Schmerzzufügen. um Schwache zu plagen. So gut man einen armen Menschen. ganz hinab taumeln in die Wellen des An-Sich-Selbst-Verzweifelns? Müssen denn Selbstvertrauen. du kannst ja gehen. mußt du deinen Fuß noch auf den Nacken von Schwankenden und Suchenden setzen. Er gab dann eine schwungvollen Rede zum besten. oder vielmehr. Kennte ich dich nicht so genau. euch noch mehr Schmerz zuzufügen? Ich würde in Wahrheit Bruder zu einem Dichter sein. achtete er sie nicht. Und du darfst dich ja gewiß auch über den Dichter lustig machen. seine vielen Fehler einzugestehen. seine Dichtung erheben! Nun dann: wie stehen dann die voreiligen Verächter da? Sebastian ringt ehrlich mit dem Leben. willst du böse sein? Nein. daß sie noch mehr irr an sich werden und hinab. so gut kann man auch ein armes Tier quälen. roh und mitleidlos und so taktlos gegen die andern zu verfahren. deine Schwester sein zu dürfen. Ich nahm es zu ernst vorhin.Kaspar hatte keine gute Meinung von Sebastian. Ich tu es nicht gern. so müßte ich dich für einen rohen Burschen halten. Stärke und Zielbewußtheit immer die Sünde begehen. schüchternes. Lache. o man verletze nie die Dichter. einen Menschen zu verletzen. die dastehen und begierig auf die Töne des Ruhmes. Vergib mir. wenn du sie mißbrauchst. was du gesagt hast. Übrigens. Mut.

ich kann springen für dich mit diesen meinen Beinen. nur Wert auf anderer ihr Leben. Es gibt edle Fälle dieser Art. hätten eigentlich endlos plaudern mögen. Aber ich liebe Frauen von deinem Schlag. Ich kann dir vielleicht nützlich sein. wenn du umfallen solltest. wo du wünschen solltest. damit du deinen Fuß nicht beschmutzest. Da war fast immer eine stolze Frau und ein noch unbeugsamerer Charakter von Mann. und sprach infolgedessen über sie und nicht über Abwesende. es anständigerweise wegzuwerfen. aber ich träumte davon. hat anderes mit mir vor. die man liebt. ein Arbeiter in der Bluse oder ein simpler Soldat. Ich las viel in Büchern über Liebe. Natürlich bin ich nicht dein und du wirst nie etwas von mir verlangen wollen. ich liebte immer die Liebenden. wird nie einer von uns lieben? Ich betrachtete es immer als etwas Wundervolles. Ich biß mich in Freiheitsgedanken fest. als höben. die ganze Nacht unter dem Himmel plaudernd und wachend zu verbringen. eine Liebe zu erleben. die gerade seine Gefährten waren. er fühlte immer für die am stärksten. und trotzdem liebe ich das Leben. auf andere. die Menschen waren in ihre Häuser zurückgegangen. von mir zu verlangen. Klara dachte nur an den Abwesenden. damit du die Empfindung hast. als trügen sie dich schon? Was würdest du lächeln. Meine Sinne wuchsen mit diesen Büchern auf und gingen darin unter. die ihn zum Sprechen veranlaßten. in stille. wenn ich . daß es mir Gelegenheit verschafft. denn was könnte dir einfallen. was es nur an Erscheinungen mir zuwirft. Ich habe mich immer gefragt. schwarze Körper. »Quält es dich nicht. die Ferne glitzerte nicht mehr. böse zu sein. ich kann lügen. weil ich kein besseres Geschenk weiß. Ich lege keinen Wert auf mein Leben. und so schenke ich dir mich. Beinahe bin ich sogar froh. schien man die Lichter früher zu löschen. vielleicht dümmere Weise. Was nützt es mir. die Lichter träumten. Es kam von selber. Dort. daß sie nicht mich will. weil ich hoffe. macht man gerne ein Geschenk. Allmählich war unter den Bäumen alles still und leer geworden. auf dem ländlichen Boden. die neben ihm saßen oder standen und ihm zuhorchten.« fragte sie. freie. aber ich liebe es deshalb. Es läßt mich alles lieben. Die Frau war immer eine vornehme Dame. Er hatte eine seltsame. und einer Frau. über Menschen zu reden. ich möchte sie zuerst gesehen haben und sie erst dann erleben. Sieh einmal meine Arme an. Ich kann dich tragen in meinen Armen. auf einer Bank. das ist töricht gesprochen? Laß mich deine beiden Hände küssen.« erwiderte Simon. Sebastian namentlich krümmte sich vor Lachen. »daß wir nur über ihn sprechen?« »Nein. wenn ich das Buch schloß. sterben könnte für dich. daß ich dir angehöre. Kommen sie dir nicht vor. sterben wollte? Kann ich nicht sterben für dich? Ich würde es ganz selbstverständlich finden. * * * * * Simon und Klara saßen. daß einer für dich schweigen möchte. die fernen Berge lagen jetzt wie tote. Klara. sondern die Absicht zu haben schienen. Ich glaube. sondern einen andern. und ich kann dich über Pfützen heben. »seine Liebe ist die meine. Dann kam ich ins Leben und vergaß das alles. das Leben will anderes von mir. daß die Liebe nun da ist und nicht mir gilt? Wie kindisch. Für ein Liebespaar von einfachen Leuten hätte ich damals keinen Sinn gehabt. dich eines schamlosen Lügners bedienen zu müssen. aber es waren viele Lichter gelöscht worden.in ein schallendes Gelächter ausbrachen. Nicht wahr. Ist es nicht dumm. Doch ich erlebe sie nie. Sie hatten sich so viel zu sagen. wenn du in den Fall kommst. die nicht heim gingen. Klara würde immer über Kaspar gesprochen haben und Simon immer über die. ich kann den Mund halten. offene Manier. aber noch gab es einzelne Menschenpaare. die neben ihm saß. Schon als Schulknabe lag ich über solchen Büchern stundenlang gebeugt und bebte und zitterte und erschrak mit meinen Liebenden. daß ich. Ich darf dich doch lieben. für das wir beide zu schlecht wären. daß ich so genau weiß. wenn du es willst. lange Gespräche versunken.

Ihr ganzer Körper schien mitzusprechen. höchstens einer Bitte. nicht sieht. »Was du mir da sagtest. dir wenig aus mir zu machen. Du bist mein süßer Knabe. Kaspars und deine. Ein Kuß ist doch etwas Wundervolles. Wir . Ich will eure Küsse vergleichen. daß man sich noch einmal von dir küssen läßt. wie ich ihn geküßt habe und wie ich ihn bat. Sie hatte ihn längst nahe zu sich herangezogen und befühlte mit ihren schönen Händen. mir zu gefallen? Doch jetzt fällt es mir ein: Du brauchst mir nicht zu gefallen. daß du mich liebtest.dich trüge. jetzt. Ich werde dir noch angehören. wenn man Tieren. Und sieh. daß er mich küßt. du machst. Den darf man nicht lieben. wenn du mich küssest. versteh mich. daß ich. kein Mund. Aber wie kann ich von Schmerzen zu dir sprechen. macht mich so glücklich.es -. denn gut und allsehend ist das Schicksal. ich wußte es ja doch. daß ich ihn gleich wieder küssen muß. Sieh. daß du mir angehörst. doch ich weiß nicht mehr. sonst würde man ihn nur stören in seiner Andacht. Glaubst du. daß du den andern liebst. Deshalb will es auch das Schicksal. wieder Liebe und Zutraulichkeit einflößen will. Du bist gezwungen. die eine Malerin ist. sei immer so lieb. einem andern Gegenstand zu wenden. denn ich bin dir gegenüber keines Urteils fähig. das ich dir mache. und ihre Stimme lispelte in den langgezogenen und hohen Tönen der Freudigkeit. So wirst du mir gefallen. denen man ein bißchen weh getan hat. die man ahnt. Behalte mich lieb. Ein Kuß macht das so verständlich. wenn es kein unzartes ist. Du mußt mich küssen. wie du es jetzt tust. obgleich ich weiß. nicht einmal ein Stäubchen. das Unglück auszukosten. warum sollte er küssen wie du? Er küßt so. Sie war glücklich. das es seinen Besitzer verloren hat. wenn du längst nichts mehr bist. und küsse mich noch einmal. ist ein bewegliches und ewiges. Ich will denken. Ich liebe Gesichter. Ich hasse förmlich das Beschenktwerden. und dein Kopf voll so unergründlicher Gedanken der Freundschaft liegt mir im Schoße. es empört mich bereits. wußte -. dich bei mir zu haben und nicht an mein Glück zu glauben? Du machst einen glauben. aber wir verstehen es. Ich werde jetzt noch einmal so freudig lieben. denn der Mensch. Ich bin zum Geschenk geboren. Bleibe immer mein Freund. Ich möchte nicht. was ich rede. Ein Lächeln ist so schön. Hat dir Kaspar gesagt. hättest du gar nicht zu sagen brauchen. denn das Geschenk überdauert immer den Beschenkten. Geschenke pflegt man bisweilen zu verachten.« -. du küssest so. Deine Haare gleiten durch meine Hände. davon nur gesprochen zu haben. der lieben will. Nun gehöre ich dir an. Die Seele. daß man glauben darf. und ich würde ebenfalls lächeln. Ich komme mir schön vor so. Wie kann ich es wagen. die von der Nachtluft kühl geworden waren. daß du nicht nötig hättest. dem ich mich anbieten konnte. es verdroß mich. mich zu lieben. aber mit welcher Wonne werde ich unglücklich sein. auch der simpelste.ja -. wie verächtlich denke ich in meiner Seele von Geschenken. wußte es ja doch. daß er mich küssen solle? Er muß anders küssen. daß mich niemand liebt. Ich würde Liebe nicht ertragen können. seine brennenden Wangen. küßt mich eine Seele. Es macht uns Frauen nur einmal im Leben Freude. wenn es über eine Lippe geht. denn ich kann Lieblosigkeit ertragen. gibst du mir die Bahn frei. dich lieben zu dürfen. wenn ich einen Tag lang umherirrte und niemanden fand. daß du dir wenig machst aus mir.« Klara weinte über seine Erklärung. Auf meinen Mund mußt du mich küssen. ist ewig. als sie sagte: »Du tust so gut daran. Ich zum Beispiel. er soll küssen lernen wie du. doch nein. liebt diesen Reiz. da ich lieben muß.doch. damit es trauern kann. denn nun. ich gehörte immer jemandem an. die sich von mir ab. die Empfindung habe. Wenn du mich jetzt küssest. die man anwendet. zwingt immer das andere hervor. du machst mich das empfinden. Dieses Geschenk. unglücklich zu sein.Ihre Stimme nahm diejenige Zärtlichkeit an. denn ein Lächeln. du hast es wirklich nicht nötig. wie du vorhin gesagt hast. so. Vielleicht werde ich einmal unglücklich sein.

vor dem man keine Geheimnisse haben mag. und ich will Ihnen alles sagen. Aber es war ein grelles Lachen. denn alle Menschenherzen zittern für mich vor Wärme. Man sollte es dir nicht anmerken. zu seiner Frau. als fänden Sie. und der Welt. in einem Lachen zu ersticken. als hätte sie nichts gehört. Sie wollen etwas werden. ich glaube nicht. Heute. Hedwig nahm Abschied von ihren Brüdern und Frau Klara. als Sie mir die Hand reichten. interessant zu sein. an Hedwig: »Sie. Es liegt noch bis jetzt eine Art Idee dahinter. wird er es schon bleiben lassen. wir wollen gehen!« Sie erhoben sich. und die Brüder erbebten auf einen Augenblick.« sagte Agappaia. würde es ganz Ihnen überlassen. Komm nun. halb ausgezogen. Ich möchte auch Lehrerin werden. hat mir Kaspar gesagt. in der wir leben. die ein Kind dieser Zeit ist. wenn Sie alles wissen werden. Sie sind so ein Mädchen. Wann es aufgehört hat. finde keine Ruhe. und ich begehre darnach. und Simon kam lachend mit der raschen Antwort zuvor: »Er schießt. wenn sie Sie mit Sorgen im Gesicht in die Stunde kommen sehen. Du verstehst Frauen eigentlich sehr gut. Dann legten sie sich alle schlafen. »Was will er mit seinem Schießen?« fragte Kaspar. vor meinem Schreibtisch. Sollte es in Ihren Augen schlimm mit mir stehen? Nein. ob Sie strenge blicken oder gütig. das ich mir von Ihnen mache. Ich sitze hier.Frauen wollen so belehrt werden. Es deucht mich. um zu sehen. hörten sie im Wald einen Schuß fallen. wie es mit mir steht.« Schon hörte man wieder einen Schuß. und als sie eine Weile gegangen waren. als sie eintreten wollten. die Ahnungen. Ich kann nicht schlafen. an Ihren Augen. die sie hatte. dem man alles sagen will. Wie werden sie jammern in ihren kleinen. sahen Sie mich so lange an. daß Sie mich verdammen. Sebastian begleitete das Mädchen. denn Frauen sind zu Erzieherinnen wie geboren. und mit einer gewissen Strenge. an jeden beliebigen Unbekannten. der plötzlich unter der Haustüre erschien. Klara runzelte die Stirn und seufzte. an jedes Herz. das entspricht dem Bilde. Sie als eine Mutter zu verehren und zu lieben. »Er schießt wieder. blühenden Herzen. Ich träume davon. alle schönen und klugen Mädchen um mich geschart zu sehen. Als die beiden sich entfernt hatten. »Du benimmst dich seltsam. fragend. Sie werden nicht lange mit unartigen Kindern zu tun haben. wollen etwas sein: das paßt zu Ihnen. daß ich an alle Menschen Briefe schreiben könnte. denn Kindern ist Ihre Seele verständlich. so daß es sich daran gewöhnen müßte. damit Sie alles wissen. selbst die unartigsten und verzogensten unter ihnen werden . wenn Sie mich kennen. als Freundinnen und Beraterinnen und auch als meine Schülerinnen. Simon. Er entspricht auch der Zeit. fragte Klara Kaspar leise: »Darfst du deine Schwester der Begleitung dieses Herrn anvertrauen?« Kaspar antwortete: »Würde ich es tun lassen. von Ihnen geliebt zu werden. Sie wollen. weil es ihm noch sonderbar vorkommt. liebes Mädchen. Lehrerin werden und sich der Erziehung der kleinen Kinder opfern. Das ist schön von Ihnen. ich muß Ihnen schreiben. denn ich denke mir. damit Sie mich lieben können. daß es schlimm mit mir stehe.« sagte leise Klara. denn Sie werden mich lieb haben. wenn ich es nicht ruhig dürfte?« Als sie nach Hause kamen. die keinen Schlaf fand. und wenn ich ein Kind hätte. eben. Schwester meines Kaspars. würde ich es zu Ihnen in die Schule schicken. Diese schwieg. trafen sie auf die drei andern. Wie werden die Kinder zu Ihnen emporblicken. und bin gezwungen. Noch in derselben Nacht schrieb Klara. und versuchte dann. so hin und her zu träumen. als wüßten Sie bereits.

wo sich eine Frau leicht als freie Herrin vorkommt. möchte ein Kind werden und die Lust empfinden. denn ich meine sie vor mir sehen zu sollen. Sie sehnten sich. vielleicht ist das das Ländliche. nach den Gärtchen vor den Häusern. entzückenden Seeufer. nach den Menschengesichtern. sagte mir einmal Kaspar. nach ihm und flogen ihm an den Hals. beständig zu bedürfen scheint. ja schön. Ihr Bruder Kaspar wird oft lieblos und rauh zu Ihnen gewesen sein. Ich will mit Demut gut machen. beschützt und gewarnt. Ihnen folgsam sein zu dürfen. wie man es zu machen habe. der vorbeirauscht. daß es schön sei. Wenn man Sie sieht. nach den Pflanzen. sowie man Sie nur ansieht. Ihnen gehorchen. so . nach dem einsamen. Ich habe nicht Atem genug. um demütig zu erscheinen. denn ich bin ihre Schuldnerin und auch Ihre. Sie haben etwas Lockendes. nicht etwa gebrochen. daß er anderes. Mit Ihrer Erlaubnis würde ich es dann noch viel inniger tun. wenn Sie mir erlauben. daß man glücklich sei. die noch besser zu erziehen sind als die Kinder der Städte. Gewiß finden Sie dort eines Tages die Antwort auf die Frage. der zur Schule gegangen ist. Dann werden Sie Dorfkinder zu unterrichten haben. armen Schuldenbezahlen. Könnte ich sie sehen. als er fort war. Sie hat viel gelitten in der Stadt. Wie wohl würde mir das tun. um sich eine Bahn in die offene Welt zu brechen. haben ihn gehen und machen lassen und gehofft. die Sie. Sie sehnen sich nach dem Lande.sich in kurzer Zeit ihrer Unarten vor Ihnen schämen und es bereuen. Sie soll sich stolz betragen haben und darunter gelitten haben. um Ihnen zu danken. erwachenden Empfindungen geteilt und ihm gesagt. aber vielleicht verdienen Sünderinnen. ob ich Ihnen danken darf. Ich bin demütig. das glaube ich. denn er ist solch ein Mensch. wohin man sich sehnt. was Sie an sich haben. möchte man glauben. nach den niederen Häusern. und fingen auch schon wieder an. aber von Ihnen möchte man gekannt und geliebt sein. Man paßt dahin. Ihre Mutter war Bäuerin? Sie muß eine schöne. von denen sie am meisten geliebt werden. die man im stillen Walde sucht und findet. zu lernen. Und ich weiß nicht. was ich mit Liebe verbrochen habe. bittender. Ich begreife. Aber Sie würden auch in der Stadt Erfolge erzielen. diese Ihre Mutter. Ich danke Ihnen. könnte ich ihr zu Füßen fallen und ihre Hand nehmen und meine Lippen darauf pressen. haben ihn bemitleidet und beneidet. ausgescholten und gelobt. die froh ist. als einen Schulknaben. nach dem Fluß. daß er der Obhut zu bedürfen. daß man Sie schon längst gekannt hätte und daß man auch wüßte. das zu tun. daß er gedeihen möchte und nicht fallen möchte. Empfindungen zu hegen. nicht geknickt. als Sie merkten. wie gern ich Ihre Munterkeit besitzen möchte. was man zu tun hat. Hedwig. Ich möchte Ihnen gehorchen. Hedwig. hellen Gesicht. Sie sind jetzt schon glücklich. nach der Welt auf dem Lande. eine Schwester zu haben. Ich habe auch ein Bild Ihrer Mutter gesehen und verehre und liebe sie. Ihnen Schmerz eingeflößt zu haben. Ihre Schwester zu sein. liebe Bäuerin gewesen sein. aber voll flammender. denn in der Stadt darf sich ein Mensch nicht so stolz betragen wie auf dem Lande. teilweisen. als er eines Tages zurückkehrte. denn junge Männer müssen oft hart zu denen sein. im Sinne trug. als Sie. nach den Tieren auf dem Lande. haben mit ihm seine ersten. Freilich. die man dort sieht. als die Arme gebrochen und krank war. ihn in Ihre Obhut zu nehmen. haben sich von ihm zurückgezogen. Ich möchte Ihnen ein bißchen damit gefallen daß ich von Ihrer Mutter spreche. Wenn Sie Wert darauf legen. und ich fühle wohl. stilles Dorf ziehen! Um so schöner. flehender Demut. Sie haben ihn als ganz jung gesehen. haben ihm seine Unarten vorgehalten. wie Ihre Mutter aussieht. denn Sie passen dahin. daß man ihnen gestattet. Es gliche einem einstweiligen. beinahe Großmütterliches in Ihrem jungen. Sie werden alles finden. Vielleicht wollen Sie nichts von mir wissen. daß ein Künstler oft Liebe als etwas ihn Hemmendes abschütteln muß. Sie wollen in ein kleines. gepflegt und besorgt haben. wie muß das süß sein. Ich bin eine Sünderin. nicht Herz genug und kein Wort. haben sich mit ihm gestritten. Andere Mädchen findet man hübsch.

wenn das so weiter geht. Sie hatten noch keine Lust. Wissen Sie. man könnte es drehen. Ja. und ich möchte mich wegwerfen an Sie. das will ich nicht. auf ihr Bett. als etwa kurze. meine Pflicht zu erfüllen? Habe ich der Kunst gegenüber irgend eine Pflicht zu erfüllen? Das ließe sich so oder so umwenden. und dieses ist mir nicht gleichgültig. wie es schien. was leicht hätte geschehen können. Sie wurde ruhiger. Bilder malen! Das kommt mir jetzt so stupide vor. Man muß sich gehen lassen. »es wird vorübergehen. und das könnte nicht schaden. hielten ihre Arme fest. Hedwig. Was kommt's auf die Anzahl an. Und immer schöner lächelte sie und fing an zu schwärmen in Lispeltönen. Sollte ich mich da aufraffen und wie ein Schulbub mich zwingen. Warum nicht? Muß es denn gerade die Kunst sein? Könnte man denn nicht anders leben? Vielleicht ist es nur eine Angewohnheit. Wenn ich erfahrener sein werde. daß es nicht gut ist. . viel weniger phantastisch. halb gesprochene Sätze: »Im Wasser. daß sie schlief. bis die Zuckungen allmählich sich verloren. warum müssen Menschen nicht schlafen können. wenn man mißtraut. aus der Stadt einen Arzt heraufzuholen. der sogleich sich auf den Weg machen wollte. Aber. so lange er lebte. die sie angezündet hatten. daß man sich einbildet. Ich will jetzt versuchen. weil er keine Erfahrungen gemacht hat. halb gesungene. aber lang. viel einfacher. Simon ergriff die Lampe und beide stürzten die Treppe hinunter. Ich fange an. und sie fanden die Frau ausgestreckt am Boden liegen. tief. »Bleiben Sie doch noch. und war. sich zu Bett zu legen und sprachen noch miteinander. denn in diesem Augenblick tönte durch die Wände ein langer. ob ich schlafen kann.« Sie saßen und horchten weiter und sahen einander bedeutend an. Ihre Haare waren aufgelöst und die herrlichen Arme zuckten fieberisch am Boden. um alles willen künstlerisch zu arbeiten. das säuberlich abgedeckt war. abgerissene. Doch ich bin viel. nein. furchtbarer Schrei. daß ich von Tag zu Tag träger werde. wo sie wußten. Das ist die Faulheit. Und trotzdem: irgend ein Gefühl sagt mir. Man müßte den Mut und das Vertrauen besitzen. Das hieße ja: Ihnen wenig geben zu wollen. und doch kaum vernehmbar.gehorche ich Ihnen. Weh hatte sie sich beim Umfallen nicht getan. was Ihr Bruder Simon mir gegeben hat? Sich selbst hat er mir geschenkt. werde ich auch den Pinsel geistvoller und gedankenvoller führen. Den Schrei hatte Klara ausgestoßen. seinen Bildern einen Hauch von seinen Erfahrungen einzugeben. tief. Aus Klaras Munde war nicht viel zu verstehen. dem es nie einfällt. wie es einem gerade behagte. Kaspar sagte: »Seit den letzten Tagen male ich überhaupt nicht mehr. von einem heftigen Anfall gepackt. Was kann einem entgehen? Ich fühle.« sagte Agappaia ruhig zu Simon. halb angekleidet. Der Wald schläft ja auch. umgefallen. in das Gemach. der weit geöffnet war. ausziehen wollen. Doch ich weiß. Sie atmete erleichtert auf und schien jetzt zu schlafen. sieh doch. scharf. auch nur einen Tag lang außer Übung zu bleiben. die verdammte Faulheit!«€--€--€-Er sprach nicht weiter. wegwerfen kann man sich an Sie nicht. wie sie war. Man horchte gespannt und beratschlagte. die wie Glocken aus weiter Ferne daherklangen. während ein verwirrtes Lächeln um ihren Mund flog. ist das nicht ganz gleichgültig? Es kann einer immer malen und bleibt doch ein Stümper. Ob ich hundert Landschaften male oder zwei. ob es einen Zweck hätte. daß ich jetzt schlafen kann!« -. vielleicht nach zehn Jahren wieder damit beginnen! Man würde alles anders ansehen. er hat sich weggeworfen an mich. Agappaia war auch herbeigesprungen. Es ist nicht das erste Mal.Während die Frau den Brief schrieb. Ihre Brust hob und senkte sich stürmisch. meine ganze Kunst an den Nagel hängen und Bauer werden. um zu Bett zu gehen. Sie hatte sich. ist mir so gleichgültig. seit ich Kaspar umarmt habe. Das hat lange gebraucht. als man ihr das Korsett öffnete. Alle drei Männer bogen sich zu ihr nieder. Man hob die Bewußtlose auf und legte sie. saßen Simon und Kaspar bei der Lampe. mich zu brüsten und stolz reden. Das Leben ist kurz. wenn man vertraut. und ich werde.

sich sanft in ihren Spitzen hin und herbogen. Gott will nicht. Wenn du wüßtest. wenn auch ganz oberflächlich. wenn seine Geschöpfe seiner ein wenig gedenken. und ich spreche zum Beispiel hier bloß meine Ahnungen aus über ihn. wo die Geräusche schärfer und leiser sind und die Düfte feuchter und empfindsamer. im Wald ahnt man ihn und gibt ihm das bißchen Glauben mit stillem Entzücken hin. das war alles. Ich möchte wissen. und nun ist er so. Er besteht auf nichts. daß man ihn vergißt. da. über das zierlich gearbeitete Geländer gelehnt. Gott ist das Nachgiebigste was es im Weltraum gibt. wie in einen Abend hinein. Ein Glöckchen. sei gut. Ahnt er auch. schauert dich. oder es scheint wenigstens. aber alle beten. nur ein bißchen. bedarf nichts.« sagte Agappaia. O dieser Gott ist entzückt und weiß sich vor Seligkeit nicht zu fassen. das mag für uns Menschen sein. wenn er geschmäht wird. es freut ihn sogar. wie schön sein Wald ist. der Wald. such sie doch. Gott scheint die Wälder erschaffen zu haben. Ich höre ja nichts mehr. Wer lehrt mehr Bescheidenheit als Er? Wer ist ahnungsvoller und stiller? Vielleicht hat Gott auch nur Ahnungen über uns. wenn ich jetzt hingehe und ihm danke. wer dankbarer wäre. Gott hat seine Schöpfung vergessen. Der Wald ist doch herrlich. nein. wenn Beten dasselbe ist wie das Verlorensein in Gedanken. das klingelt. der Unvorsichtige. werde ich Sie wecken. Wenn man unter einer Tanne liegt und ein Buch liest. der andere so. so schön. Ein Veilchen. wenn man ihn anbetet. dachte sie und beugte sich. Er hat uns alles gegeben. bitte«€--€-»Gehen Sie nur zu Bett. Das ist das Einzige an unserem Gott. ich mache gar nichts mehr. Etwas wollen. Gütige. daß man wie in heiligen Tempeln darin bete. . Für ihn ist nichts. Es singt. wo man ruhen kann und beten. Wenn es schlimmer wird. denn er ist über alle Begriffe gütig und groß. danke. ihn als unseren Gott zu erhöhen. mitten im Sonnenschein. siehst du? Ich hätte dir noch etwas sagen wollen. Gott ist so dankbar. wo ein leiser Windzug daherwehte. daß ich jetzt hier auf dem Balkon sitze und seinen Wald wundervoll finde? Wüßte er doch. Die Klara liegt da. wo Gott nahe ist. Er ist froh. Das habe ich immer gewußt. * * * * * Klara fühlte sich himmlisch. geht man in einen Wald. Sei doch lieb. der eine betet nun so. als schlummerte er schon jetzt der Nacht entgegen. will nichts. Aber ich glaube. nicht etwa aus Gram. Hörst du? Hörst du's? Man sollte meinen ich wäre ertrunken. mehr nach ihm zu. aber ich bin froh. Du blickst böse. aber für ihn ist das nichts. der eine Aussicht auf Tannen gewährte. das in edlen Falten frei an ihrem Leibe herunterfloß. Im Wald betet man unwillkürlich. wo er sein mag. denn wie könnte er des Grames fähig sein. nicht wahr? Schauert mich gar nicht mehr. Hörst du mich klingen? Mein Veilchen ist es. daß man so sehr an ihn glaubt. Und du weinst nicht. daß er nur dann Gott sein will. so wie wir über ihn. Aber du müßtest ins Wasser gehen. So schön.lange. daß er froh sein muß. um seinen Duft näher zu haben. wenn es uns gefällt. er will. was mit ihr geschehen war. die an diesem Morgen. und es ist auch der einzige Ort in der Welt. er hat einfach vergessen. Sie hatte etwas Kopfschmerzen. Sage es nur nicht. lange. auf dem Balkon. Es wurde nicht schlimm. Ich bin ganz still. »Wie er daliegt. Was hätte ich dir sagen wollen? Weißt es nicht mehr. Ich sehe die Fische schwimmen. Am andern Morgen war Klara wieder munter und wußte nichts davon. Aber sieh doch. Siehst du. Es ist so schwarz und so schlammig um mich herum. Ein Veilchen wächst mir zum Munde heraus. Bitte. Am Tag. Mag Gott immer sein. Hu. Sie saß in einem dunkelblauen Morgengewand. so betet man da. Gibt es nicht ein Liedlein darauf? Die Klara! Wo ist sie nun? Such sie.

daß er uns vergessen hat. welches Wunder vom Abend zum Morgen. Dasitzen. so müßig und absonderlich zu sein. ohne dich. daß ich nicht an ihn gedacht habe. es ist Sonntag heute. Da kam Kaspar: »Was fehlt dir. es mir von seinen Eltern auf eine kleine Weile erbitten. Wie elend mich das auf einmal macht. lebendig und süß. Fast könnte ich Kaspar vergessen. Simon fing an. sich auf heißen Landstraßen von Fliegen und Bremsen zerstechen zu lassen. Alles würde man wundervoll finden. daß er bald wieder schaffen und tagewerken mußte: »Es hat doch etwas für sich. wenn ich gebetet habe. Wie ich so dasitzen kann und Freude empfinden kann um mein bloßes Dasein. müßte ich weinen. und ich werde mir irgend ein Kind aussuchen. warm. Welch ein Atmen aus den Tannen. und ich habe mich immer über mich gefreut. wie mich jemals etwas erschüttern konnte.« und sie preßte ihn fest an sich. daß ich allein glücklich bin. Wenn Kaspar jetzt käme. führe uns nicht in Versuchung. Der kann glücklich sein. bis wieder die Sonne sehnsüchtig versinkt. und er würde es fühlen. wenn ich im Bettchen lag. schlenderische Leben. Mich-über-das-Geländer-lehnen! Wie ich mir schön vorkomme so. Wie merkwürdig frisch ich mich fühle. wie ich jemals über etwas weinen. Was für seltsame Gedanken ich doch habe. wenn man alles empfände. Wenn sie Augen hätten. mich so sehen zu lassen. wenn man über ihn denkt. zu leben wie die Meisten. dann sich schlafen legen. So habe ich als Kind gebetet. Wie geheimnisvoll das ist. ich muß gestern krank gewesen sein. denn es kann ja nicht eines wundervoll sein und das andere nicht. und dann erwachen und sich wie neugeboren fühlen. Das Essen schmeckt mir nicht mehr. da werden die Leute aus der Stadt kommen und im Wald spazieren. ich glaube. so steigt man aus den Schleiern der Nacht in die Wellen des blauen Tages. Deshalb weinte ich. zuerst müde sein. deshalb betet man zu ihm. durch Dörfer zu laufen. Ich bin glücklich. und mit ihm spielen. Klara?« »Nichts! Was sollte mir fehlen? Du bist ja da. Ich glaube. Sechstes Kapitel. das träge. wie schön sie sind. Überhaupt. und was ist denn Großes und Erhebendes daran. Jeder Tag ist ein Geburtstag für uns. Ich begreife jetzt nicht. nur in der Nacht möchte ich Musik hören. Nun wird bald die Glut des Mittags kommen. denn er läßt alle Gedanken zu. Wie bin ich heute glücklich und froh. so würde ich ihnen einen Spiegel entgegenhalten. Das ganze Herz lächelt. alles vergessen. damit sie sähen. daß ich ihn vernachlässigt habe. Er fühlte. ein seliges Lächeln. und man sagt es mir nur nicht. Aber man verliert ihn leicht. vom Mittag zu Abend. welch ein Rauschen! Das Rauschen der Bäume macht jede Musik überflüssig. Bin ich denn seine Sklavin? Was geht er mich an?« Sie weinte. denn der Morgen ist mir zu heilig dafür. Ich habe nicht an ihn gedacht. Man kann alles empfinden über Gott. den Kopf zu stützen. Du hattest mir gefehlt. als etwas Unerträgliches zu empfinden. Es beginnt mich zu ärgern. den ich liebkose mit meinen Händen. Welche Sehnsucht. die Luft ist so frisch. zu denken. auf erratischen Felsblöcken zu hocken. ein Buch anzufangen zu lesen und es nicht bis zu Ende lesen zu . Wie wenn man in ein Bad stiege. die Spaziergänge ermüden mich. das er führte. steile Wände hinunter zu springen. sich schlafen legen. Komm. Wie unerschütterlich ist der Wald und doch so biegsam. aber ich leide es nicht. von der Nacht zum Morgen. alles an mir ist ein Lächeln. Großer Gott. nein. komm. Wie schön und unschuldig noch immer meine Hände aussehen. aber am Morgen nie.

und dann. wenn es schneit und Winter ist. höchstens einen ledernen Schurz um die Lenden. sondern daß man irgend etwas tun muß. Berge. während die Kälte und der Frost schon von selber vorwärtstreiben. Ja.können. So will ich mich jetzt auf das Bett der täglichen Arbeit in Schlaf legen und erst wieder erwachen. ich werde sie durch die Straßen begleiten. und Bücher liest nur ein Tropf. Nun. Es macht mir viel Vergnügen. weiche Pelze. wo man bei der Entlassung aus der Schule stand. unbeschreiblich. obwohl es keine Ehre für mich ist. bei all dem Blühen und Duften ist nichts anzufangen. Weiter gar nichts. und zu denken. den dann die Zeitungen drucken. In der Sonne herumlaufen. wie ich am besten weiter zu leben habe. wieder von vorne anzufangen. wenn der Schnee über die Erde fliegt und die Berge weiß werden und die Nordstürme dahersausen. barfuß. es wird auf uns herabschneien. werde ich weiter zu leben wissen. daß es ein bißchen eine Art und Weise hat. zwanzig Jahre alt zu sein und nun von vorne anzufangen. Ich bin jetzt zwanzig Jahre alt. O. Es käme mir nicht drauf an. daß einem die Ohren erfrieren und in Flammen des Frostes und Eises zergehen. im Winter Sprachen zu studieren. See. was ist das etwa Göttliches. tagelang. Nein. Der tut es. kann auf die Dauer kein Tun sein. der erst einen Ausflug macht. Wald. leicht zu lösende Rechnungen einzuteilen. die Ferien erhalten. Man bekommt bei diesem Leben leicht eine Menge Nasen und möchte den ganzen Tag seine zehn Finger an seine zehn Nasen legen und denken. In diesem Falle denkt man nicht an die Ehre. der ebenfalls vor Trägheit nicht mehr weiß. Aber es muß sein. da. wie einem zehn Nasen oder mehr die lange Nase machen. ich will nur leben. daß ich das tun muß. . wird es mir zum Bewußtsein kommen. nicht auszudrücken! So wird's gemacht. das bin ich überzeugt. Klara wird im Winter eingehüllt sein in dicke. daß man bei diesem Herumlungerleben dumm wird. sondern an das Notwendige und Unabänderliche. schon zwanzig Jahre alt zu sein? Welche Entmutigung müßte für einen anderen darin liegen. Ich will ja auch gar nicht vorwärtskommen im Leben. mir wieder so etwas wie ein Gewissen zu machen. die sich von selber lösen. Also bis im Winter etwas Geld zusammenscharren. Pfützen und Sonnenschein genau studiert. ich glaube. die kein Kopfzerbrechen machen. Eigentlich will ich nur leben. denn das ist man. sich wieder anzuziehen und auf den Heimweg zu machen und dann zu Hause den Kaspar zu finden. und im schönen Winter dann das Geld zu irgend etwas Nützlichem verbrauchen. ja nackt auf heißen Wiesen herumzuspringen. wenn man sieht. oder ich müßte nicht Simon heißen. da es doch einmal sein muß. dann in einem. so heimlich. aber der Sommer ist für diejenigen. aber ich bin Stümper in diesen Sachen. ich fange an. die sich in Sommerfrischen gütlich tun. Dabei lachen einen die eigenen Nasen nur aus und machen die lange Nase. Die Kälte ist mir eine Glut. der außerdem Heuschrecken soll gegessen haben. Ich illustrierte damit nur die Tatsache. auf welchem Bein er stehen und mit welcher Nase er denken soll. wie Johannes der Täufer. Aber ich will es so lustig wie nur möglich nehmen. Bei der Wärme. Im Winter bin ich übrigens immer klüger und unternehmender als im Sommer. in ungeheizten Zimmern. die die Welt bedeuten. so das Leben in kleine. Rechnungen ausradieren und Tinte verbrauchen. daß es wiederum bei dem Gewissenmachen nicht bleiben darf. für solche. eventuell Notizen macht. Was nun tun? Vielleicht Gedichte schreiben? Wenn ich das tun möchte bei dieser Sommerhitze. Das ist ein Mensch. Wie komme ich dazu. so lautlos und so warm. die ein Vergnügen darin finden. so doch abgelegenen See zu baden. was ich einst verlassen habe. wenn ich es verstünde. dann täte ich's vielleicht. Kann das ein Tun für mich sein? Wohl. Also hingehen und wieder Buchstaben kratzen. wenn man sonst weiter nichts tut. bis es wieder Winter wird. dann heimgeht und einen Aufsatz darüber schreibt. bis mir die Finger abgefrören. so leise. Das Schaffen unter Menschen ist doch schließlich das allein und einzig Bildende. Bäche. müßte ich zuerst Sebastian heißen. wenn auch schönen. oder welchen Finger er an eine seiner Nasen legen soll. einfache.

in denen arme Arbeiter wohnten.Einkäufe zu machen. was sie jeden Abend tat. denn ich bin nicht so gestellt und häufe mir nicht so viele Verpflichtungen in der Welt an. der in eine Art Sommerhäuschen in schwebender Höhe verwandelt war und spielten mit winzigen Karten ein Spiel. wenn wir dann wieder auf die Straße hinausgehen. Es war ihm so sonderbar. Weiter als so denkt vielleicht Herr Spielhagen von der Aktiengesellschaft für elektrische Leuchtkörper. singende. die zur Inventuraufnahme eine ganze Anzahl von jungen Leuten brauchte. löschte er jedesmal seinen großen Durst und lag dann auf einer einsam gelegenen Waldwiese. und ein grünes. an den Gräsern und Blättern. In einen Laden hineinzutreten mit Klara oder hinter Klaras Gestalt her und zu sagen: die Dame wünscht dies und das zu kaufen. bis tief in die Nacht hinein. empfand er es als etwas Geheimnisvolles und Liebes. Alles schien ihm nahe zu sein. endlich nach Hause zu gehen. und sie wird dann gezwungen sein. die am . dieses langsame. außer sie beföhle mir einmal. Er pflegte dann ohne Worte und Gedanken zu träumen. Klara duftet in ihren Pelzen und ihr Gesicht. wie ich. wenn es schneit in den schwarzen Straßen und die Magazine mit Lichtern erhellt sind. war es der Mond. daß diese ferne Welt gleich hinter dem Gebüsch versteckt zu sein schien. Dann saßen sie zusammen. indem er einen weiten Bogen um den ganzen Berg herummachte. und er sah unverwandt das Gesicht der Schlummernden an. der schwebend und schwer aus dem Welt-Hintergrund hervortanzte. Das Unendliche schien ihm plötzlich das Nächste. als wenn es ein Zauberwort gewesen wäre. Agappaia jagt seine Frau vielleicht fort. Ach. aber ich nicht. der Winter! Wenn er nur bald kommt. Er liebte das Übergehen des Sommerabends in die Sommernacht. Er setzte sich neben die Schlafende ans Fußende und sie berührte ihn leise mit ihren Füßen. fand er Klara schlafend auf dem Diwan in seinem Zimmer. auf dem kleinen Balkon. zum befühlen und daran fassen nahe. bei der er stets vorbeikam. oder er verlängerte seinen Heimweg von der Fabrik nach Klaras Hause. Was war denn dieser Begriff der Ferne gegen solche Fernen und Nähen. Wie hing dann sein Auge an der bleichen. welche den breiten Berg durchschnitten. und ich werde sie jede Nacht abholen können. weiter als so zu denken. sich keinen Vorwurf mehr zu machen und sich der schönen Müdigkeit zu überlassen. duftende Grün der Nacht hindurch. und wenn er dahin blickte. Die Fensterläden waren zugezogen. wenn sie schlief. wie wird das schön sein. Wie schön war sie. als zische neben ihm. Oft schien es ihm. Dieser Druck tat ihm so wohl. wenn sie so kam oder auf diese Weise wartete. so schlief er so wohl. Wenn er nach Hause kam. eine feurig-rote große Kugel aus der schlafenden Erde empor. wenn er in sein Geschäft lief. da er von einem Spaziergang zurückkehrte. daß ich gezwungen wäre. Vielleicht wird sie im Winter dann irgendwo in einem feinen Geschäft arbeiten.«€-Schon am nächsten Tag arbeitete er in einer großen Maschinenfabrik. dieses ›Gute Nacht‹ von ihr. Sie gehörte zu den Frauen. um ihn zu empfangen. Ihre Augen schienen immer geweint zu haben. oder die Frau sang irgend eine Melodie. an einem Sonntag. rötliche Sinken der Farben des Waldes in das Dunkel der gänzlichen Nacht. Wenn sie ihm zu guter Letzt Gute Nacht sagte. Den Abend verbrachte er dann lesend an einem Fenster. entgegentrat. heißes Licht befand sich im Zimmer. in dem dunklen Grün der vielen Waldschluchten. in den dunklen Büschen. sie lieber nicht abzuholen. ihn an einen besonders tiefen und schönen Schlaf zu fesseln. irgendwo eine Anstellung anzunehmen. oder sie ließ sich von ihm etwas vorerzählen. Von draußen tönte eine Handharfe aus einem der armseligen Berg-Vorstadthäuschen. An einer Quelle. durch all das schwere. was ihr leicht sein wird. wenn ihm Klara. bis ihn die Nacht daran erinnerte. mit dem sie die Macht besessen hätte. Am Morgen glitzerte der silberne Tau an den Gesträuchen. Einmal. um zu schreiben und das Inventar der Maschinenfabrik aufnehmen zu helfen. Weiter denke ich nicht. leichten Gestalt dieses schönen Gestirnes. da sie eine vornehme Erscheinung ist.

Sie war sehr erfreut. seine alte Freundin. An mich denkt er schon gar nicht mehr. so wie du. scharf abgemessen und hatte wahrgenommen. aber wohlgesetzten Worten. Simon ein Glas Rotwein zu trinken zu geben. nach Feierabend auf den Weg. einen Tanzsaal zu dekorieren. bewegte sich sanft auf und ab. die er brauchte. auf dieses Gesicht. es kränkt mich gar nicht einmal. dann soll auch sogleich dieses Haus umgebaut werden. Es war inzwischen Herbst geworden und eines Tages machte sich Simon. dich in deinem zukünftigen Heim besuchen zu können. Ihr Mund lächelte. Auch briet sie ihm auf ihrem Gasherde schnell eine Wurst. Warum sollte er nicht eine ganze Nacht lang wandern können. Er hatte eine Landkarte zur Hand genommen und darauf mit dem Zirkel die Zahl der Stunden. das. * * * * * Kaspar befand sich in einem kleinen Landstädtchen. sagte. Genug! Ich werde in einem einfachen Zimmer wohnen. um dort irgendwo in Indien eine versunkene griechische Stadt zu entdecken. während sie kochte. dann erwachte sie und schaute sich fragend um und blieb lange an Simons Augen hängen. Ich freue mich sehr darauf. ihre Brust. um nach dem Städtchen zu gelangen. In Simon stieg der Gedanke auf. sagte das aber mehr in einem schmollenden als in einem gereizten Ton und ließ es sich nicht nehmen. Simon! Höre einmal. Agappaia hat alles verspielt und verloren. ihr werdet mich besuchen. hingelangen konnte.« »Was denn?« »Wir werden nicht mehr lange in diesem Hause wohnen. nannte ihn einen bösen. auf dieses Haar und auf diese länglichen Wangen. Dieses Lächeln der Schlafenden verbot jeden unzarten Gedanken. wo Rosa. die ihn von Kaspar trennte. irgend eine Stelle. Klara atmete in ruhigen Wellen. daß er sie so habe im Stich lassen können.schönsten sind. ihren herabhängenden Händen war ein Buch entfallen. mit nicht unartigen. daß sie schliefe. wo er den Auftrag zu erledigen hatte. wohnte. als verstände sie irgend etwas nicht. und Kaspar und du. er müsse ja sehr gut mit Frauen versehen sein und machte ihn lachend darauf . die halb entblößt war. wenn er die Zeit ausnutzte. Wie seltsam. aber schlafend? Nein! Geheime. Agappaia hat sich einer Gesellschaft von Asienforschern angeschlossen und wird bald wegreisen. dessen Wände von oben bis unten zu bemalen. Das Haus ist bereits verkauft und zwar an deinen Frauenverein für Volkswohl und Mäßigkeit. ihn nach so langer Zeit wieder einmal zu sehen. als schliefe sie nur so und wüßte. wenn sie wach dagelegen wäre. wenn ihre Gesichtszüge unbeweglich ruhen. Was sagst du dazu?« »Mir ist das sehr lieb.« Und beide malten sich die Zukunft aus und lachten dabei. in der Stadt unten. daß er gerade in einer Nacht. stichelte den Dastehenden. Im Herbst ziehen wir aus. mich zu kränken. hinzusehen auf diesen Mund. aber es zwang. erschelmte Zärtlichkeiten sind nicht meine Sachen. Dann sagte sie: »Du. Mein Mann war überhaupt nie fähig. mich zu ›verändern‹. ihn für seine Nachtwanderung stärken solle. Jetzt kommt es ja von selbst. aber er tat es nicht. Der Weg führte ihn zuerst durch die Vorstadt. treulosen Menschen. es war ein Sonnabend. Die Damen gründen hier ein Waldkurhaus für das arbeitende Volk. um die Nacht durch die Strecke zu Fuß zu gehen. Im Schlaf preßte Klara plötzlich ihre Füße stärker an Simon. hinzuknieen und diese schönen Hände still zu küssen. Ich werde eine Stelle bekleiden. Ich dachte auch schon daran. ihr im Vorbeilaufen einen kurzen Besuch abzustatten. Er ist in die Hände von Schwindlern geraten. das heißt. Er würde es vielleicht getan haben. wie sie sagte. dachte er. und er verschmähte nicht. verstohlene.

Nun lief Simon durch einen finsteren Tannenwald. finster und kalt. Da es ihn erbitterte. stille Brunnen wechselten mit einsamen Baumgruppen.aufmerksam. wenn er künftig fleißiger zu ihr käme. Es ging wieder bergauf. Der Tannenwald hörte auf. So sehr er suchte. das nun folgte. sprang auf den Wanderer los. aber die Wolken verdeckten sein Licht wieder. auf ganz offenem. So lief er denn vorwärts und fragte immer wieder nach dem richtigen Weg. sich auf den verschiedenen Dorfwegen. endlos langes Dorf. Plötzlich. daß bald die Berge kämen. daß er richtig ging. an. es schien alles mit ihm zu gehen und hinter ihm zu versinken. sie nun aber doch haben solle. Aber jetzt noch feige zurückkehren und die Eisenbahn benutzen. Es war tiefdunkel. »Was wollen Sie?« schrie Simon seinerseits. Er ging mit einer ganz rasenden Schnelligkeit. wo der Weg weiter hinliefe. Weites. es war die Plötzlichkeit der Erscheinung. ohne hören zu wollen. ein großer Hund schoß hervor. der ihn anschrie und ihn dabei fürchterlich anstarrte. er kehrte wieder um. die Hauptstraße. ist nicht immer ungefährlich. weil sie aus lauter Gebüschen bestand. aber düsterem Feld stand ein starker Mann vor ihm. Der Rotwein Rosas hatte ihn befeuert und er wünschte nur. als ihm ein deutliches Gefühl sagte. weinte beinahe vor Zorn und schlug seine Füße gegen die Straße. Äpfel hörte er dumpf auf die Wiesen fallen. aber er machte eine Schwenkung rund um den Mann herum und lief fort. hin und wieder kam der Mond hervor. Bei den Wegweisern zündete er ein Streichhölzchen an. zurechtzufinden. den rechten Weg fand er nicht. die zu überwinden ihm eine Lust und Leichtigkeit gewesen wäre. aber biß nicht. die ihn erschreckt hatte. erweckte sein Interesse durch die vornehmen Häuser. Wälder mit Wolken. um sich Unterhaltung zu verschaffen. Das versprach. der Weg möchte ihm unter seinen Füßen entgehen und davonlaufen. Nun kam eine Landschaft. der noch hämmerte. Dann marschierte er durch ein schlafendes. das mochte er doch nicht. Aber hier wußte Simon nicht mehr weiter. und von diesem erfuhr er. um ja sicher zu gehen. die ihm bevorstand. kein Stern am ganzen Himmel. Wie geheimnisvoll schön die Wiesen waren: undurchsichtbar und dunkel. Die Nacht war feucht. nicht der Mann selber. und so wagte der Hund nicht zu beißen. gezierte Schritte zu machen. Sein Herz klopfte. Ein großes Bauernhaus stand plötzlich vor ihm wie aus der Erde emporgewachsen und engte seinen Blick ein. die donnerten in der Stille unter den raschen Schritten. Ein weißes. Das Dorf. als hätten sie die Schuld getragen. daß er eine falsche Richtung eingeschlagen hatte. denn er stieß immer wieder an Steine. aber er achtete nicht darauf. Simon dachte an gar nichts mehr. Eine Stunde mochte er gegangen sein. sondern ging weiter. daß er eigentlich die Wurst nicht verdiene. Schimmerndes und Glänzendes: es war ein See.und Ausgange. die im Wege lagen. Simon atmete freier. Auf einmal erblickte er zu seinen Füßen etwas gestreckt Liegendes. als fürchtete er. was der Mann wollte. hielt es in die nötige Höhe. denn sie waren von Holz. die alle kreuz und quer liefen. es ging bergaufwärts. die es zur Schau trug. Simon fing an. Er rief deshalb einen Schmied an. um zu sehen. ohne sich lange zu besinnen. denn in dunklen Wäldern zu gehen. die zunehmende Anstrengung lähmte seine Gedanken. Er kam wieder . Simon blieb ganz still und ruhig stehen. Weiter ging es! Brücken kamen. seine Wangen aber brannten und seine Haare wurden naß vom Schweiß. dann kam eine Art Hochebene. die ganz verschwommen war. so allein. Simon blieb stehen. Steine mit Quellen. die etwas Schauerliches an sich hatte. starrte den Hund nur an. und das langweilte ihn doch ein wenig. es waren alte Holzbrücken mit Dächern und Heiligenbildern am Ein. Simon und trat bald darauf seine Wanderung mit einigem Bangen vor der Anstrengung. wählte er. Zum ersten Mal taten ihm seine Füße weh. er fing an zu keuchen und paßte besser auf seine Schritte auf. während er sich das Essen schmecken ließ. Von da an ging es abwärts auf einem fürchterlich schlechten Weg. So kam er in das erste Dorf und hatte Mühe. langes Kloster sah ihm entgegen und verschwand wieder.

Farben zeigten sich. Er sprang über Hecken. Eine anständige. alles . entzückte Farben. ging er einfach gerade aus. unten im Tal schien so etwas wie eine Stadt zu sein. namentlich Frauen. schüchternes Morgenlicht streifte von irgendwoher seine Augen. durch das Simon nun weiterschritt. lief fort. sonntäglich geputzten. Wie lang doch eine Nacht war. das blieb in seiner Phantasie als etwas Köstliches hängen. blauer Herbstsonntag werden zu wollen. er sprang. dann mit Gassen. auf einem schmalen Seitenwege. Endlich fand er die Straße. zuerst mit Vorhäusern. suchte sich. Er ruhte einen Moment: »Herrgott. unter denen er lief. schöne. Ein bleiches. Schon zündete man in kleinen Häusern die Frühmorgenlichter an. dann prachtvoll gedehnt bergab führte. Es ging wieder ins flache. um in die Stadt zur Kirche zu gehen. bei der Lampe am Schreibtisch. mitten im Grün steckten. saß vielleicht ein Gelehrter. unter Bäumen. es war ein Bergwald. bis endlich der Wald aufhörte. Unten gelangte er in eine kleine Stadt. Nun begegnete Simon Leuten. und eine freie Weide vor seinen Augen lag.ins Dorf zurück: zwei Stunden versäumt: welche Schmach! Er fand auch sogleich den rechten Weg. der schroff in die Höhe strebte. Immer bunter wurde der Tag. wo die Häuser an den Halden wie Spielzeuge klebten. die vielleicht schon von weit herkamen. durch den er sich stöhnend und fluchend hindurchgerungen. wie am Abend zuvor. Die Häuser an der Straße waren so einladend. aber noch schöner und zierlicher waren die Häuser. auch fielen beständig reife Früchte von den Bäumen. durch das dichteste Tannengeäst seine Bahn. tiefer im Land. zu dessen Röhre er sich wie ein Wahnsinniger hinstürzte. Auf einen Weg achtete er schon längst nicht mehr. Die Hügel gingen anmutig und sanft in die Höhe. und die Frauen sagten so schön ›guten Tag‹. und wieder ging es ins offene Land hinaus. dem Landstraßenläufer. wie jetzt ihm. Ebenso wundervoll mußte einem solchen Stillesitzenden der erwachende Tag vorkommen. aber es ging wenigstens hinauf. Jetzt sah man die roten. größere Stadt erschien. die er fragen konnte nach dem Weg. Simon aß Äpfel auf dem Weg. Er roch die Nußbäume. glühenden Früchte neben der Straße in der Wiese liegen. Eine ganze Gesellschaft dieser Burschen lag ausgestreckt an einem Wiesenrand in den ersten Strahlen der Sonne: welches Bild der Behaglichkeit! Eine Kuh wurde vorbeigeführt. Schon gingen Menschen auf der Straße. freie Land hinaus. dann mit Toren und einer breiten Hauptstraße. stille Nacht machte ein Zeichen der Bewegung. indem er rücksichtslos seine Beine in die weiche Ackererde stampfte. kleine Schluchten. die Höhen lockten. Wie bequem erschien ihm das Gehen auf einer solchen glatten Straße. Er gelangte in einen Wald. in der Simon ein herrliches Haus mit Statuen von Sandstein auffiel. wenn ich zu spät komme: welche Blamage!« Weiter! Er ging nicht mehr. Es war das reine Obstland. kam bei einem weißglänzenden. breite Straße. auch er wanderte jetzt ruhig durch das fremde. die in großen Windungen zuerst aufwärts. bis er einen Brunnen fand. da er die Augen besser auftat. anscheinend geistlichen Palais vorbei. Durch diese Nacht. in schmale. zerrieb seine Hände. Der Nebel zerstob. die jetzt als Postgebäude diente. Es war eine alte Stadtburg. dessen Verfallenheit ihn tief rührte. vielleicht gar sein Bruder Klaus. die ihr Laub fallen ließen. der ganz mit raschelnden Blättern bedeckt war. zierlichen. die lange. Morgenfarben! Es schien ein herrlicher. die mitten unter den Bäumen. ganz bequemlich. immer höher steigend. aber das war nur eine gierige Ahnung. Nebel sanken auf die Wiesen nieder und gewisse Tagesgeräusche meldeten sich dem Ohr. nach dem er sich von Herzen sehnte. Eine zweite. nun. Es ging wieder bergabwärts. und da Simon keinen Weg mehr vor sich sah. Die Nacht schien zu erbleichen. entzückende Farben. Seine Beine selbst schienen mitzujubeln über den Fund und er ging ruhiger. zerkratzte sich sein Gesicht. reiche Land. Handwerksburschen begegneten ihm. die ihn zu höhnen schienen. Hier fing der Tag an zu grauen. die er auf der Erde durchgelaufen. die nahmen das Gehen nicht so ernst wie er. Simon stürmte jetzt den Weg nur so beiseite. und wachte ebenso sauer und mühsam.

das gewiß immer unerklärlich bleiben wird. wenn wir. Jedes einzelne Blatt glitt durch des Besuchers Finger. oder gegen den Anblick eines Gartens oder Sees unter dem leichten Morgenhimmel oder gegen eine einfache Tanne im Winter oder gegen eine Gondelfahrt bei Nacht oder gegen eine Alpenansicht. eine tiefe. Die Dichter hangen sicher weniger treu an der Natur. vernichtest womöglich Vieles. willst immer Besseres. und der Schnee ist doch. Jedes ist so schön. Und wenn ich deine Landschaften. aber es war ein interessantes Bett. glänzt von Empfindung und trifft die Natur wie in ihr Herz. in der es regnet. viel stürmischer und zitternder und aufrichtiger als selbst der Dichter. und ich fühle eine Art Weh mit dir.war blau. aber das ist noch gar nichts gegen eine Straße. ich hätte es sicher nötig. Nebel und Schnee entzücken uns nicht minder als Sonne und Farben. und die Sehnsucht. In einer Ecke stand das Bett. Und er ging mit Frohlocken in das Haus hinein. auf Stühlen herum lagen Zeichnungen und Bilder. beinahe unverständliche Sache. Der Maler muß doch wohl die Natur am heftigsten und am schmerzlichsten lieben. so wie du jedes Stück Natur liebst. feurigen Blau durchzogen. wir wollen damit etwas erklärt finden. Nur ein Strich von dir oder eine Farbe geben mir von deinem schlechthin wundervollen Talent eine feste und unerschütterliche Überzeugung. damit er ungestört. Es war Simon beinahe unbegreiflich.«€-- . wenn ich neue Bilder von dir betrachte. Doch vielleicht irre ich mich. die so breit und warm mit dem Pinsel gemalt sind. dahinter eine Stadt. das sie ihretwegen empfinden. Wie mußt du gearbeitet haben. denn Kaspar schlief darin. auf Wagen fuhren ganze Gesellschaften von Leuten daher und endlich sah Simon ein kleines Häuschen am Weg. sehe ich immer dich. er konnte kaum mit Ansehen fertig werden. daß es nie ein Ende gibt in der Kunst. Aber ich tu es deshalb nicht. Nicht einmal ich tue es. »Wie das die Natur selber ist. und sein Bruder steckte den Kopf durch das Fenster des Hauses. von einem herrlichen. zum Beispiel unter dem Blau des erwärmenden Vorfrühlingshimmels. Du hast doch gewiß keine Ursache. obschon gar nicht viel zu betrachten war. Er war zur rechten Zeit angekommen. wo die Frauen ihre Röcke zierlich hochheben. Drinnen im Zimmer. wenn wir es entzückend finden. wundervolle. Ich möchte ein Stück Natur sein und mich lieben lassen. es lag so viel vor seinen Augen. Ich verstehe die Kunst so gut und das Drängen der Menschen. weil es einen unruhig macht und weil die Unruhe ein häßlicher. und wahrhaftig. als zum Beispiel so ein Sebastian. und ich würde mich in diesem Fall gerne geirrt haben. und das Fenster war ein wunderbares Fenster. denn sie treten in der Regel mit verbildeten und verstopften Köpfen an sie heran. Ich kann keines von deinen Bildern schlecht finden. das mir sagt. auf dem Tisch. kaum eine Viertelstunde nach der vereinbarten Zeit. daß er sich eine Hütte auf den Weiden zum Wohnen eingerichtet hat. so um die Liebe und Gnade der Natur zu werben. Es schneidet so tief in uns hinein. daß du malst und so schön malst. als ihr Maler. beim Bruder. Am Boden. Wie schön ich das von dir finde. eine Landschaft abgebildet zu sehen? Ist es nur ein Genuß? Nein. Was wollen wir. was für ein Arbeiter der Maler war. auf der Bettdecke. die Natur anbeten kann. was du malst!« rief er aus: »Es wird mir immer halb traurig zumute. Kaspar. denn der Nebel verfeinert wieder die Farben. des Menschen unwürdiger Zustand ist. schaute doch eben erst Kaspar durch dieses Fenster hinaus. dir selber Vorwürfe zu machen. obgleich es nur aus einfachem Holz war und simple Vorhänge hatte. und du malst immer Neues. alles war schön und so vollendet. träumend eine untergehende Sonne betrachten. betrachtete er alles mit großen Augen. wie ein Einsiedler in Japan. Kaspar. aber etwas. das in deinen Augen schlecht geworden ist. ansehe. alle rühren mich und bezaubern meine Seele. Das würde ich nicht tun. an einem Fenster liegend. von dem ich doch hörte.

für die man etwas feinere Worte hatte. in denen das Leben ausstarb seit so langer Zeit. daß gedacht werde. aber es war doch manchmal verletzend für mich. eine spannende und belehrende Aufgabe ist. doch nicht bald geschehen war. Er dachte zurück an seine Kindheit. an was er dachte und wollte ihn nicht aufwecken. und wiederum bei der Innigkeit. Deshalb dachte ich mich öfters krank und war gerührt. sahen alles an. was er mit der Zeit beginnen sollte. da dies. aber er empfand eine gewisse Freude für seinen Bruder. wenn ich in meiner Einbildung vernahm. wenn ich nur immer konnte. so zu sitzen und etwas zu machen und sich der Einbildung zu überlassen. wie meine Eltern zärtlich zu mir redeten. denn ihm schien es wichtiger. ein vergessener Mensch zu sein. begegneten dem Briefträger. die krank sein konnten. Sie gingen dann beide durch die kleine Stadt. zurückreisen.« Simon sagte nichts. das Wechseln der Schuhe.« Diese Liebe entzückte ihn. womit sie es taten. daß sie unglücklich ist. und es geschah nie.« sagte Kaspar. mit dem Simon umhüllt war. Er dachte: »Ich finde es schön. dazu war der Himmel so süß und die Häuser schienen zu trotzen und verdrießlich zu sein in ihrer Dicke und Breite. Die Kirche wurde bewundert und die Majestät der Stadttürme. zärtlich behandelt zu werden. am Tische und schrieb. Ihm behagte dieses In-der-Stube-sitzen. das heißt. Es war ihm behaglich zumute. und die doch so fern lag wie ein Traum. als wenn geredet worden wäre. sein Bruder fühlte. Siebentes Kapitel. die man pflegte. Viel sagten sie nicht mehr. Ich kam mir dabei wichtig und traurig vor und machte ein zufriedenes und zugleich wehmütiges Gesicht. so schrieb er jetzt ganz wie absichtslos von selber und zwar auf kleine Papierstreifen. und ich glaube. Am Nachmittag gingen die jungen Männer in den Wald. denn Simon mußte. Auch zog ich. wenn man zu ihnen sprach. Kaspar war still geworden. die Rebhäuser und Lusthäuser am Berge. Simon. nicht mit Unrecht. Ich hatte das Renommee eines Spitzbuben. und diesmal mit der Bahn. Es wurde Winter. Vor meiner Mutter fürchtete ich mich. was bald.« sprach Kaspar. Ich hatte ein Bedürfnis darnach. der sich selber überlassen war. Bald wurde jedoch Abschied genommen. die er sich mit der Schere zurechtgeschnitten hatte. und weil er von seinem Beruf her zu schreiben gewöhnt war. »Sie will nicht von mir lassen. Draußen war nasses Wetter. die Schnee versprachen. »sie ist unglücklich. weil sie so selten zärtlich sprach. und die Hügel mit den goldenen Buchenwäldern lockten in die Höhe und Ferne hinein. Sie setzten sich auf eine Bank. diente dazu. Die Tannen schauten ernst auf das alte Städtchen herab. und schrieb: »Ich will mich an die Kindheit zurückerinnern.»Da hast du recht. machte mir die größte Freude. einen Ofen zu ersetzen. und der Mantel. Ich war ein Knabe. Er wußte nicht. der sich gern an warme Öfen mit dem Rücken lehnte. welche oft durchbrochen worden waren. Ich war nie krank und beneidete immer die. die trotzigen Stadtmauern. weiche Filzschuhe für die Stube an. in meinem jetzigen Falle. die noch gar nicht so weit rückwärts entfernt war. das Tauschen der nassen mit den warmen. mit einem Mantel bekleidet. daß die Frau unglücklich um ihn war. der Kaspar einen Brief einhändigte und eine Grimasse dazu schnitt. Die Wiesen schimmerten. saß in einem kleinen Zimmer. Der Brief war von Klara. Eine warme Stube hatte etwas Zauberhaftes für mich. immer daran . während draußen heftige Winde wehten.

ungeheurer Mensch. geliebte Kinder zu sein. jedenfalls sah ich mit boshafter Bewunderung einige andere Knaben an.erinnert zu werden. die mich stutzig machte. denn daran sah ich. Mein Instinkt sagte mir. Seine Mutter war lange Zeit mein Traum. Öfters mußte ich. Ich sehnte mich krankhaft danach. ein plumper. als ich aber einsah. dagegen von einem andern ging ein rätselhaftes Gerücht in der Schulwelt umher. erbebte. gewürzigen Duft mit sich heraus. vor denen ich. war immer in weiche Stoffe gekleidet und genoß bei den Lehrern eine Achtung. Ich glaube. sie zornig auf mich zu machen. nur verkleidet in den Kleidern eines Knaben. Wie vornehm wußte er sich abzusondern. brave. trotzdem fiel es mir nie ein. weil ich für eine bestimmte Empfindung ein bestimmtes treffendes Wort fand. Einer der Lehrer. glatte Strümpfe und gutsitzende Anzüge. Er schmeichelte mir. schlechte Resultate zu erzielen. indem sie die Köpfe zusammensteckten und sagten. und ich bemühte mich oft förmlich. Dieses Mannes Leidensgesicht vergesse ich nie. aber mich traf das wie ein Donnerschlag und ich glaubte lange Zeit. wie er lächelte. als Muster dazustehen. im Auftrage meines Vaters. und ich wehrte seine Schmeicheleien errötend und selig von mir ab. und ich war gerne beliebt. von den Kameraden gehaßt zu werden. auch das ist mir unvergeßlich geblieben. in diesem Knaben ein verkleidetes Mädchen verehren zu sollen. In verschiedenen Fächern war ich überhaupt sehr gut. daß es unmöglich war. aber es war immer beschämend für mich. Er glich völlig einem Mädchen. Die Schwächen der Lehrer blieben mir indessen nicht lange verhüllt. daß er am Trunk untergegangen wäre. aber ich weiß. Welches Unrecht! Diesen Knaben griffen einige Spottvögel in unserer Klasse an. und die Dame. von ihm eines Wortes gewürdigt zu werden und war glücklich. ihm meine Vorliebe für ihn zu erklären. ich blieb in der Schule überhaupt immer zurückhaltend und zaghaft. Ich hätte gern verzärtelt werden mögen. eine ebenso schöne Schrift wie ich zu besitzen. Ich fürchtete die Schule und verhielt mich infolgedessen dort brav. daß er ein Säufer hätte sein können.Im Religionsunterricht entzückte ich einmal meinen Lehrer. daß ich das Geschick dazu hatte. in eines der eleganten Judenhäuser gehen. und sprach das Verlangen danach aus. diesem jungen Gott von Knaben in einem Stück wenigstens überlegen zu sein. die mir dort die Tür aufzuschließen pflegte. Dieses Lächeln! Ich erinnere mich noch. Von der Schule habe ich keine große Erinnerung mehr. wurde ich ein Flegel und verlegte mich darauf. Die Juden hielt ich für vornehmere Menschen als die Christen. Ich überschätzte sie zu Ungunsten meiner eigenen Mutter. Natürlich war es nur Unsinn. die ich im elterlichen Hause erfuhr: ich konnte mich auszeichnen. daß mich die Überflügelten hassen könnten. hatte weiße. Es war mir eine Genugtuung. welche den Vorzug genossen. diejenigen zu ärgern. weite Kleider an und brachte einen warmen. weil ich so schön schrieb. als Ohrfeigen von ihnen zu bekommen. Natürlich war ich zu schüchtern und stolz. Wie freute mich das. jetzt das zu denken! -. als er mich eines Tages vor dem Schaufenster einer Papierhandlung unvermittelt ansprach. denn es gab etliche entzückend schöne Judenfrauen. Wie merkwürdig. gute Zeugnisse nach Hause zu tragen. und es roch immer wie nach Milch in diesem Hause. . hatte ein wahres Säufergesicht. Das war meine Schwester Hedwig und mein Bruder Klaus. daß sie mir eine Art Entgeltung wurde für die kleine Zurücksetzung. daß man mir diese Aufmerksamkeit schenke. doch kamen sie mir mehr schrecklich als lächerlich vor. und so hielt er mich für einen seiner Feinde. Ein Knabe besonders machte mir tiefen Eindruck wegen seiner Zartheit an Gesicht und Händen. den ich aber nachher lieben lernte. Ich fürchtete mich davor. Nichts machte mir größeres Vergnügen. er sei ein Mädchen und zwar ein wirkliches. die hohe schöne Schuhe trugen. wegen der Weichheit seiner Bewegungen und der Stimme aus seinem Munde. Seine überweiche Figur gab mir allen Anlaß zu überspannten romantischen Empfindungen. vor dem ich anfangs einen Abscheu hatte. wenn ich ihnen auf der Gasse begegnete. ich trug nicht gerade hübsche Kleider als Knabe.

sondern einfach mitteile.weil ich das für ein Unglück hielt. damals mehr als heutzutage. wir nicht sahen. Uranfängliches in diesem Männerkampf. daß es einen Krach gab und das Blut des Getroffenen. der alsobald zu Boden stürzte. wie ein Mann eben eines dieser Felsstücke mit seiner Faust ergriff und es einem andern Mann. natürlich in einem . Dieses Verhalten. Und wenn ich jetzt daran denke: wie roh war doch das. Karten zu spielen. das wir Anna nannten. Hedwig. wo uns eine zierliche Dame. wie es mir schien. der mich am Essen verhinderte und noch lange Zeit jene Waldstelle meiden ließ. die damals gelassen dagestanden ist und dem Streit mit böser Haltung zusah. einen kleinen Knirps mit Flecken im spitzigen Gesicht. herausspritzte. dessen Vater ein herumsaufender Korbflechter war. infolge eines armseligen Zungenfehlers. Hedwig hatte ihn sehr lieb. daß ich hier nicht irgend jemand. kam immer zu spät in die Schulstunde. es hatte wohl einen Anstrich von Heroismus. daß sich intelligente und kluge Schüler aus Vorsicht einfach dumm stellten. scharf schmerzenden Schlag mit dem Meerrohr darauf zu empfangen. Seine Mutter war von der unsrigen ganz verschieden. Kaspar zeichnete sich im Bauen von Festungen und Palästen und im Entwerfen von Schlachtenplänen aus. weil seine Eltern ein Haus in einer einsamen. wo es freilich nicht ganz so fein war. um aus Schnapsflaschen im Dickicht zu trinken. die Streber zu verachten. war also mit der Gefahr der Mißachtung verbunden. anklagen will. wie ich annehme. an Kaspar. -. Der Streit. Ich hebe übrigens hervor. jedes Mal freundlich willkommen hieß. wenn es bekannt wurde. ein drolliger kleiner Bursche. der Ton war ein anderer. Welch eine seltsame Welt: die Schule. da wir sogleich flohen. Der Schmerz preßte dem Kleinen jedes Mal Tränen zu den Augen heraus. im Wald.Auf dem Berge. die Zimmer waren glänzender als bei uns.€-Kaspar und ich hatten einen gemeinschaftlichen Freund. ins Gesicht schleuderte. allerhand arbeitsloses. ein gewisser Bill. Es war in unserer Klasse Mode geworden. was ich noch weiß aus jenen Zeiten. wenn auch in mißverstandenem Sinne. ich meine: der Ton der Umgangssprache. In einer der frühesten Schulklassen hatte ich einen Schulkameraden. Es lag etwas Furchtbares. große Weibsfigur noch immer deutlich vor Augen. Sohn eines Großrates und angesehenen Kaufmanns. Dieser Spätling mußte jedes Mal für sein Zuspätkommen die Hand ausstrecken. Ich trug ein tiefes Weh und einen Schauder nach Hause. als wir in eine Waldlichtung voll Felsstücken hinaustraten. Man nannte diese Menschen Vaganten. Unser Freund hing sehr an uns. pflegte sich. aber bei uns war es in allem lebhafter. weit von der Stadt entfernten Berggegend bewohnten. Zu diesem gingen wir oft in das elterliche. Da mußte nun der kleine Kerl immer vor der ganzen höhnenden Klasse das Wort Schnaps aussprechen. Von Lehrern ausgezeichnet zu werden. schien aus Anlaß eines Weibes entstanden zu sein. erkenntlich waren. wilden. wenigstens ist mir eine düstere. wie man leicht glauben könnte. und die aus den Fetzen von Kleidern. und das unserem Hause treu war. wildes. deshalb kam es öfters vor. oberhalb der Stadt. Eines Sonntag Abends gingen wir. Damals lebte in unserer Stadt eine reiche Dame für sich allein in einem herrlichen Garten. und er besuchte auch uns öfters in unserem Hause. um einen bissigen. Welche Spannung rief in uns diese Abstrafung hervor. da er immer Snaps statt Schnaps sagte. vielleicht den betreffenden Lehrer. Wie gab uns das zu lachen. oder um mit den Weibern zu buhlen. dessen Ende. Ein anderer. den wir wegen seiner Bereitwilligkeit und Unterwürfigkeit gegen unsere Pläne sehr liebten. was er nicht konnte. seine Mutter. galt als musterhaftes Betragen unter uns. seinem Gegner. noch mehr als an mir. Kaspar und ich mit einem Mädchen. großrätliche Haus. den alle Leute kannten. und in der Tat. Wir spielten mit unseres Freundes Baukasten und Bleisoldaten stundenlang und unterhielten uns vortrefflich. verkommenes Volk anzusammeln. denen das Elend und der Jammer zum Gesicht herausglotzten. auf einem schmalen Weg über diesen Berg und sahen. die sie trugen.

Sie war eine sehr unglückliche Frau. sich von ihrer jeweiligen Umgebung verletzt zu fühlen. Sie mochte von vornehmen kleinen Häusern in Gärten schwärmen. vermischt mit dem höchsten Interesse und einer Teilnahme. wo uns Mutter mit all der Strenge einer Geängstigten empfing. große Kinderstube besaßen. und so liefen wir bald wieder nach Hause. Die Kleider behielten sie nicht im Schrank. warum er so niedergeschlagen dabei aussah und sein Gesicht zur Erde niederhing. auch froren wir. die sie mit Grazie und Bescheidenheit abzulehnen wußte. schräges. um zu kaufen. von denen es hieß. sie hatte so ein Gesicht. Wenn wir zum Beispiel alle beim Essen saßen.Haus. schöne. Die Wohnung war Mutter nicht recht. kränkte es sie. Das mittlere von den drei Mädchen war wohl das schönste. das dazu geschaffen war. was dem Vater nichts weniger als gefiel. dieses Neue. es war eine eisige Winternacht. Kaspar trat ein wenig später aus der Schule aus. wegen der ich oft ausgelacht wurde. Diese Dame hatte drei Töchter. und dachte darüber nach. einen geheimen Abscheu ein. wo. als ich sie betrachtete und anrührte. man sich beglückt fühlte zu ihr hinzueilen. wenn man sie dann beruhigen wollte. denn unsere Mutter schickte uns weg. wo wir Kinder eine helle. Ich hatte noch ein Jahr vor mir. Aber Kaspar hatte damals sich auf seinen Beruf zu besinnen angefangen. diese entschwundene Zeit erschien mir schon damals wie ein zaubervolles Märchen voll entzückender Düfte und Bilder. ziemlich schweigsam. blasse Mädchen. wo sie eine Frau war. darin wohnte . sondern in einem Nachbardorfe. und wenn man ihr Vorwürfe machte. Ich sah wieder das hohe Haus. auch ich und Kaspar. Vater hatte einen schweren Stand mit der Kranken. in seinem Geschäftsleben. vom Rücken eines tanzenden Pferdes auf eine gaffende Volksmenge herabzublicken und alle die Augen niederschlagen zu machen. Ich sah meinen Bruder öfters. wenn sie die helle Stimme ansetzte und einen rief. Die Menschen liefen auf dem gefrorenen. sondern ließen sie durch besondere Botenläufer unter den Leuten der Stadt verkaufen. uraltes Haus mit einem spitzigen Giebeldach. -. Der ganze Himmel in der Runde war gerötet von den Flammen. in welche die Sonne mit einer Art Vorliebe hineinzuscheinen schien. und zwar nicht in der Stadt selber. Hedwig besaß einmal ein Seidenkleid und ein paar Schuhe von einem dieser Mädchen. darüber konnte ich mir nur allerhand unkluge Gedanken machen. Ich sah das nahe Ende kommen und den nahen Anfang von etwas Neuem. Was es sein sollte. Ich lernte also schon früh. wenn man dabei die Augen nicht aufschlagen durfte. Meine Mutter war damals schon krank. Es mußte nicht schön sein. Ich sah sie in meiner Phantasie immer zu Pferde. um zu erfahren. zerdrücktes. Was kann ich wissen.Einmal hatten wir eine Feuersbrunst. Dicht neben unserem hohen Hause kauerte ein kleines. Wir bewohnten jetzt ein geringeres Vorstadthaus. so lang in das brennende Gebälk zu schauen. Wir Kinder erinnerten uns mit Wehmut und Schmerz der Zeiten. dessen Anblick ein erkältender war. mit Paketen beladen. der alles mit einem Gemisch von Hochachtung und Zärtlichkeit begegnete. er schien immer zu träumen und war von einer sonderbaren Gelassenheit. die es verdeckten. wo viele Menschen zu uns hineinkamen. aber es langweilte uns. wie wir es gewohnt waren. aber das Haus sah man nicht vor lauter Efeu und Bäumen und Springbrunnen. Alle drei Mädchen sind jetzt wohl längst verheiratet. knirschenden Schnee. so daß alle mit den Köpfen zur Seite bogen. mich schönen Erinnerungen mit Leidenschaft hinzugeben. erfaßte sie plötzlich eine Gabel oder ein Messer und warf es von sich weg. Sie hatte überhaupt eine eigentümliche Krankheit. Wir kamen zu den Flammen. über den Tisch hinaus. wo sie erschreckend weiß aussah in ihrer dunkelroten Loge. wo es brenne. daß sie alle zwei Wochen ein neues Kleid anzögen. aber eine gewisse Melancholie ergriff mich und hieß mich auf die Dinge der Schule mit Bitterkeit herabsehen. und diese schon getragenen Sachen flößten mir. wo die Eltern ein reizendes Galanteriewarengeschäft hatten. in der er keinen Erfolg mehr hatte. Die Dame saß immer in ihrem Hause oder höchstens einmal im Theater. noch viel mehr. Alle Damen der Stadt erwiesen ihr Artigkeiten.

wie von seltsamen Gefühlen ergriffen. führte einen vor den Spiegel und lächelte dazu. Sie hatte das zarteste. weil es keinen Wert mehr für ihn besaß.eine Witwe. in die Vorstadt hinaus und sagte zu ihr: »Ich werde nun vielleicht bald eine Anstellung in einer kleinen Landstadt bekommen. schweren Ohrringen an den kleinen Ohren. Ich fürchte. mir ihre Augen zu . Sie sind unzufrieden. Dann ging er zu Rosa. eine solche Erwerbung wie mich gemacht zu haben. die aus der Rokokozeit herstammte. auf unschöne Gedanken zu verfallen. Ein Lächeln. in der warmen. dicht neben dem Hutladen glitzerte und lockte eine schneeweiße Konditorei. Wenn man zu ihr in den Laden trat. würde dasselbe Mädchen schüchtern an meiner Tür anklopfen. Abends nach Hause gekommen. weder mit Unmut noch mit vielem Besinnen. säße man im geheizten Zimmer. Dicht daneben. Eine kleine Stadt ist doch etwas Entzückendes. Sachen und Sächelchen. und der Chef wäre glücklich.« Ich würde überrascht sein. wäre mit ein paar Schritten leicht abgetan. das heißt. einer Tür. nicht eine Frau. behagliches Zimmer. und preßte. noch einen Hund. das Wogen ihren schönen. Sie war eine gute Freundin meiner Mutter. Simon. was für mich jetzt das Schönste wäre. Die Zuckerbäckersfrau schien uns ein Engel zu sein. würde sie aufmachen und zu mir in das Zimmer treten und zu mir. das man sich denken kann. Die Tochter des Hauses käme vielleicht herein und brächte mir Blumen. Sie hatte viele Freundinnen. unter einer unendlich feinen Seitenbeugung des schönen Kopfes. Im Geschäft würde man sich langsam unentbehrlich machen. ovalste Gesicht. daß man versucht wäre. Das war auch eine Freundin meiner Mutter. daß man das bloße dieser Dame Gegenüberstehen als einen Wohlgenuß empfand. Sie sehen aus. könnte es ihr einfallen zu sagen: »Wie still und schön die Blumen sind. so etwas aus dem Munde einer Kleinstädterin zu hören. Das wird die jüngste Tochter sein mit den Ringellocken und den herabhängenden. das man für merkwürdig wenig Geld bekommt. Sie würde die Augen tief niederschlagen und ich hörte das Pochen ihres Herzens. Sie hatte einen Hutladen. Sie lassen alles so gehen. sagen: »Wie sind Sie immer so still. Dann plötzlich. in langsamen Schritten zu der Dastehenden und Zaudernden hinzugehen. geben einem schon im Geiste eine ihrer Töchter zur Frau. warum nicht? Ist dies alles in einer Kleinstadt nicht möglich. Dann würde ich es plötzlich natürlich finden. die Töchter haben. die Güte und die Reinheit schienen diesem Gesicht die Formen gegeben zu haben. da auf dem Tische. indem er sich auf die Fußspitzen erhob. wenn es einen traf. runden Brust. als ob sie Augen hätten und es ist mir. Sie würde es geschehen lassen. die man nur mit Nadelspitzenfingern anrühren durfte. wenn ich mich recht erinnere. das einen zum frommen Kinde machte. Ich würde sie bitten. hellen Mittagspause. ich glaube. daß man wie gebannt dastehen mußte. einfach deshalb. Alle Leute grüßen einen in der Gasse und denken sich. Er ging zu einer Photographie seiner Mutter.« Ich würde lachen und sie beruhigen. begrüßte sie einen so freundlich. die an der schmutzigen Wand seines Zimmers hing. von denen eines vielleicht die schöne Kaiserin Eugenie darstellen dürfte und ein anderes eine Revolution. wo die Menschen einander so zärtlich begegnen? Eines Tages aber. meinen Arm um ihre Figur zu legen und das Mädchen zu küssen. nebenbei gesagt. Sie preßte einem dann verschiedene Hüte auf den Kopf. Diejenigen Weiber. Die ganze Frau schien wie geschaffen dazu. Dann zerriß er das Geschriebene. Ihre Hüte rochen alle so wunderbar. was es geben könnte. bezauberte und versüßte noch ihre süßen Züge. Sie sind so bescheiden und machen gar keine Ansprüche. Süßigkeiten zu verkaufen. Sie sagen nicht: mir fehlt dieses oder jenes. einen Kuß darauf. eine Zuckerbäckerei.«€-Simon hörte auf zu schreiben. aber nicht so. Vom Geschäft ins Zimmer zu gelangen. als ob sie lächelten. wer der junge Herr wohl sein könne. wenn man ihnen den köstlichen Geschmack nicht rauben wollte. Man hat da sein altes. einen Sohn und eine Verwandte und. und die Bilder an den Wänden würden angesehen.

dann würde ich natürlich lachen müssen und sie würde mir trotzdem vertrauen. vor ihrem Bette hinzuknieen und die Abwesende mit heißem Herzen anzubeten. weil ich das für gefährlich und schwach hielte. wo ich denn eigentlich wäre. wieder den Kopf so wundervoll zur Seite biegend. über Abgründe hinauf. daß ich ein kleines. und mir einzureden. Das würde ein langes Bitten und Schauen sein. meine Freiheit und alle Gelüste. der doch mit Wichse bedeckt wäre. wie einem Kind. Ich hätte alles erfahren. und ihr sagen. Ich würde viel lachen. denn ich würde ihr Mann werden und ihr damit mein ganzes Leben. bis die Sonne untersänke. Nun würde ich sie immer betrachten und sie immer schöner finden. um meine Sehnsucht zu versöhnen und würde wieder ruhig und glücklich daliegen. wenn sie es nicht sähe. um für unsere Zärtlichkeit eine Abbildung zu haben. die ich versäumt hätte. denn der Gegenstand. und nicht einmal einen Blick würde ich ihm nachwerfen. nicht mehr über Blumen beugen. nur um nicht immer allzu feine Worte des Zärtlichseins zu gebrauchen. an meinen Mund zu pressen. daß sie meinen Schmeicheleien glauben müßte und es also dann wieder keine bloßen Schmeicheleien wären. Ich würde sie wieder küssen auf ihren seltsam gebogenen und geschweiften Mund und ihr schmeicheln. und das kann sein in einer kleinen Stadt. Ich schüttelte auf solche Fragen nur mit dem Kopf und träumte mit herrlich gesunden Sinnen in die Ebene hinab. Siegerin wäre sie und ich ihr Besiegter. Das alte würde wie eine schöne Sonne untergehen. »Was ist noch ein Versäumnis zu nennen?« würde ich mich ruhig und überlegen fragen. um die Züge des Schmerzes aus ihrem Gesicht abzufangen. die sie hinter sich fallen ließe. und mich fragen. die Welt zu sehen. Denn was könnte sie mir entgegnen. Die Liebe zu unseren Kindern und die tausend Sorgen. Bis zu unserer Vermählung würde ich wie ein Schelm hinter ihren Reizen. ob mir meine Frau noch gefalle. machte unsere eigene Liebe sanfter und nur größer. fragenden Augen hineinschauen. ihren Schuh. Ich würde mich vielleicht sogar dazu versteigen. das wäre alles . Alsdann würde ich Hochzeit feiern und so meinem Leben ein neues Leben geben. wo die kleine Stadt ausgebreitet läge. dann würde es mich reizen.zeigen. opfern und schenken. aber stiller. aber doch alles heischenden Frau wohl genügen würde. Vielleicht würde ich eine halbe Stunde lang weinen. Nach solcher Handlungsweise käme es mir nicht darauf an. dann hinuntergehen und meinem Mädchen die Hand reichen. daß ich sie als mein Weib betrachtete. dürftiges Leben führte. in den sie ihre kleinen weißen Füße steckte. hohen Felsenberge hinauf. Es wäre alles beschlossen und hinter mir zugeriegelt. und nun würden wir uns. aber ich wäre von Herzen froh über die feste. wie ein Blödsinniger. wenn ich ihr den Mund zudrückte. Wie wunderbar könnte das sein. die ein Lächeln des Übermutes und des Siegesgefühles nicht zu unterdrücken vermöchte? Freilich. Mich zu fragen. sie ebenso anzusehen. und vielleicht würde ich sie öfters auch roh behandeln. wenn sie auf den Zimmerboden hinkniete. um im Ofen Feuer anzufachen. gebietende Abgeschlossenheit. heimlich. das würde sich ja bald zeigen. sorglos mich hinaufziehend an kleinen Baumstämmchen. was an Erfahrung das Leben gibt und würde gern auf den Gedanken verzichten. wo die Menschen mit Blicken so viel sagen. ob mir ein solches Leben in der Enge mit einer allerdings geliebten. Ich wäre ein fester Mensch geworden. warum nicht. würde für das Gefühl der Anbetung vollkommen genügen. worauf sie. Ich stiege öfters auf die nahen. die sie heischen würden. käme mir nie in den Sinn. her sein. Erst wäre es ein flehender Blick von ihr. Die Zeit verginge. so. abends. wenn ich sie nun mit Küssen bedeckte. und daraufhin würde sie sie aufmachen und ich würde in den Himmel ihrer geöffneten. zum Beten braucht es ja nicht viel. sondern über Kinder und uns entzücken über ihr Lächeln und Fragenstellen. Ich würde ihr zusehen. der mir allerhand elegante Abenteuer vorhielte und vorspiegelte. und würde mich oben über einen Felssturz auf die gelbliche Weide hinlegen und mich darauf besinnen. würde mir niemals einfallen. die Herrliche. ja sagen würde.

und bliebe alles bis zu meiner Frau Tode, der es vielleicht bestimmt wäre, früher als ich zu sterben. Doch weiter mag ich nicht denken; denn das liegt doch zu fernab im Dunkel der schönen Zukunft. Was sagen Sie dazu? Ich träume jetzt immer so viel, aber Sie müssen wenigstens zugeben, daß ich mit einer gewissen Aufrichtigkeit und mit dem Verlangen träume, ein besserer Mensch zu werden, als ich jetzt bin.« Rosa lächelte. Sie schwieg eine Weile, indem sie Simon aufmerksam betrachtete und fragte dann: »Was macht Ihr Herr Bruder, der Maler?« »Er will nächstens nach Paris gehen.« Rosa erblaßte, schloß die Augen und atmete schwer. Simon dachte: Also auch sie liebt ihn. »Sie lieben ihn,« sagte er leise. * * * * *

Am nächsten Morgen trat Simon in einem kurzen, dunkelblauen Mantel, mit einem zierlichen, unbehülflichen Stöckchen in der Hand, aus dem Hause heraus. Ein dicker, schwerer Nebel empfing ihn und es war noch vollständige Nacht. Nach einer Stunde aber erhellte es sich, als er auf einer Anhöhe stand und auf die große Stadt zu seinen Füßen zurückblickte. Es war kalt, aber die Sonne, die eben jetzt feurig und hellrot über den verschneiten Büschen und Feldern emporstieg, versprach einen wundervollen Tag. Er blieb in den Anblick des immer höher fliegenden roten Balles gebannt und sagte sich, daß die Sonne im Winter noch drei Mal so schön sei, wie eine Sonne mitten im Sommer. Der Schnee brannte bald in dieser eigentümlich hellroten, warmen Farbe, und dieser wärmende Anblick und die wirkliche Kälte dazwischen wirkten belebend und anspornend auf den Wanderer, der sich auch nicht allzu lange mehr aufhalten ließ, sondern tüchtig weiterschritt. Der Weg war derselbe, den Simon damals in der Herbstnacht gegangen war, er hätte ihn jetzt beinahe schlafend gefunden. So lief er den ganzen Tag. Im Mittag spendete die Sonne schöne Wärme auf die Gegend herab, der Schnee wollte schon wieder zerrinnen, und das Grün blickte an einigen Stellen naß hervor. Die rieselnden Quellen verstärkten den Eindruck der Wärme, aber gegen Abend, als der Himmel in dunkelblauer Farbe prangte und der rote Schein der Sonne sich über dem Bergrücken verlor, wurde es auch gleich wieder grimmig kalt. Simon stieg wieder den Berg hinauf, den er schon einmal, aber in wilderer Hast, in der Nacht erklommen hatte; der Schnee knirschte unter seinen Schritten. Die Tannen waren so voll mit Schnee beladen, daß sie ihre starken Äste herrlich zur Erde niederhängen ließen. Ungefähr in der Mitte des Aufstieges sah Simon plötzlich einen jungen Mann mitten im Wege im Schnee daliegen. Es war noch so viel letzte Helle im Wald, daß er den schlafenden Mann ins Auge fassen konnte. Was veranlaßte diesen Menschen, sich hier in der bitteren Kälte und an einer so einsamen Stelle im Tannenwald niederzulegen? Des Mannes breiter Hut lag quer über dessen Gesicht, wie es oft im heißen, schattenlosen Sommer vorkommt, daß ein Liegender und Ausruhender sich auf diese Weise gegen die Sonnenstrahlen schützt, um einschlafen zu können. Das hatte etwas Unheimliches an sich, dieses Gesichtverdecken mitten im Winter, zu einer Zeit, wo es wahrhaftig keine Lust konnte genannt werden, es sich hier im Schnee bequem zu machen. Der Mann lag unbeweglich und schon fing es an, immer dunkler im Walde zu werden. Simon studierte des Mannes Beine, Schuhe, Kleider. Die Kleider waren hellgelb, es war ein Sommeranzug, ein ganz dünner und fadenscheiniger.

Simon zog den Hut von des Mannes Gesicht, es war erstarrt und sah schrecklich aus, und jetzt erkannte er auf einmal das Gesicht, es war Sebastians Gesicht, kein Zweifel, das waren Sebastians Züge, das war sein Mund, sein Bart, seine etwas breite, gedrückte Nase, seine Augenbildungen, seine Stirn und seine Haare. Und er war hier erfroren, ohne Zweifel, und er mußte schon etliche Zeit liegen, hier am Wege. Der Schnee zeigte hier keine Fußspuren, es war also denkbar, daß er schon lange liege. Gesicht und Hände waren längst erstarrt, und die Kleider klebten an dem erfrorenen Leib. Sebastian mochte hier, durch große, nicht mehr zu ertragende Müdigkeit, hingesunken sein. Allzukräftig war er nie gewesen. Er ging immer in gebückter Haltung, als ertrüge er die aufrechte nicht, als täte es ihm weh, seinen Rücken und seinen Kopf stramm zu halten. Wenn man ihn ansah, empfand man, daß er dem Leben und seinen kalten Anforderungen nicht gewachsen war. Simon schnitt Tannenäste von einer Tanne und bedeckte den Körper damit, doch zog er vorher noch ein kleines dünnes Heft aus der Rocktasche des Toten, das dort hervorgeschaut hatte. Es schien Gedichte zu enthalten, Simon unterschied die Schriftzeichen nicht mehr. Es war mittlerweile völlige Nacht geworden. Die Sterne funkelten durch die Lücken der Tannen und der Mond schaute in einem schmalen, zierlichen Reifen der Szene zu. »Ich habe keine Zeit,« sagte Simon still vor sich, »ich muß mich beeilen, daß ich die nächste Stadt noch erreiche, ich würde sonst keine Bangigkeit verspüren, noch etwas längere Zeit bei diesem armen Kerl von Toten zu verweilen, der ein Dichter und Schwärmer war. Wie nobel er sich sein Grab ausgesucht hat. Mitten unter herrlichen, grünen, mit Schnee bedeckten Tannen liegt er. Ich will niemanden davon Anzeige erstatten. Die Natur sieht herab auf ihren Toten, die Sterne singen leise ihm zu Häupten, und die Nachtvögel schnarren, das ist die beste Musik für einen, der kein Gehör und kein Gefühl mehr hat. Deine Gedichte, lieber Sebastian, will ich in die Redaktion tragen, wo man sie vielleicht lesen und dem Abdruck übergeben wird, damit von dir wenigstens dein armer, funkelnder, schönklingender Name der Welt erhalten bleibt. Eine prachtvolle Ruhe, dieses Liegen und Erstarren unter den Tannenästen, im Schnee. Das ist das beste, was du tun konntest. Die Menschen sind immer geneigt, derartigen Käuzen, wie =du= einer warst, weh zu tun und ihre Schmerzen zu verlachen. Grüße die lieben, stillen Toten unter der Erde und brenne nicht zu sehr in den ewigen Flammen des Nichtmehrseins. Du bist anderswo. Du bist sicher an einem herrlichen Ort, du bist jetzt ein reicher Kerl, und es verlohnt sich, die Gedichte eines reichen, vornehmen Kerls herauszugeben. Lebe wohl. Wenn ich Blumen hätte, ich schüttete sie über dich aus. Für einen Dichter hat man nie Blumen genug. Du hattest zu wenig. Du erwartetest welche, aber du hörtest sie nicht über deinem Nacken schwirren, und sie fielen nicht auf dich nieder, wie du geträumt hast. Siehst du, ich träume auch viel, und viele, viele Menschen, denen man es nicht zutrauen würde, träumen, aber du glaubtest, ein Recht zu haben auf das Träumen, während wir anderen nur träumen, wenn wir uns recht elend vorkommen, aber froh sind, es einstellen zu können. Du verachtetest deine Mitmenschen, Sebastian! Aber, Lieber, das darf sich nur ein Starker erlauben, und du warst schwach! Doch ich will nicht dein heiliges Grab gefunden haben, um es zu beschmähen. Was weiß ich, was du gelitten hast. Dein Tod unter den offenen Sternen ist schön, ich werde das lange nicht vergessen können. Ich will Hedwig dein Grab unter diesen edlen Tannen schildern, und ich werde sie damit weinen machen. Die Menschen werden wenigstens noch deine Gedichte lesen, wenn sie mit dir doch einmal nichts anzufangen wußten.« -- Simon schritt von dem Toten weg, warf einen letzten Blick auf das Häufchen Tannenäste, unter denen jetzt der Dichter schlief, wandte sich mit einer schnellen Drehung seines schmiegsamen Körpers von dem Bilde ab und lief, was er konnte, im Schnee weiter, den Berg hinauf. Er mußte also zum zweiten Mal den Berg bei Nacht ersteigen, aber dieses Mal schauerten Leben und Tod

heiß durch seinen ganzen Körper. Er hätte jubeln mögen in dieser eisigen, sternengeschmückten Nacht. Das Feuer des Lebens trug ihn vom sanften, blassen Bild des Todes stürmisch hinweg. Er spürte keine Beine mehr, nur noch Adern und Sehnen, und diese gehorchten biegsam seinem vorwärtseilenden Willen. Droben auf der freien Bergmatte genoß er den erhabenen Anblick der herrlichen Nacht erst ganz, und er lachte laut auf, wie ein Knabe, der noch nie einen Toten gesehen hat. Was war denn ein Toter? Ei, eine Mahnung ans Leben. Weiter gar nichts. Eine köstliche zurückrufende Erinnerung und zugleich ein Treiben in die ungewisse, schöne Zukunft. Simon spürte, daß seine Zukunft noch recht weit und offen vor ihm liegen mußte, wenn er so ruhig mit Toten umgehen konnte. Es machte ihm eine tiefe Freude, diesen armen, unglücklichen Menschen noch einmal gesehen zu haben und so geheimnisvoll angetroffen zu haben, so schweigend, so beredt, so dunkel und ruhig und so vornehm fertig. Jetzt gab es gottlob über diesen Dichter nichts mehr zu lächeln und zu naserümpfen, bloß noch zu fühlen. -- Simon schlief herrlich in einem Gasthausbett, nämlich in demselben Gasthaus, dessen Tanzsaal sein Bruder bemalt hatte. Den andern Tag benutzte er zu frischem Laufen auf beschwerlichen Straßen voll Schnee. Er sah immer einen blauen Himmel über sich, Häuser zu beiden Seiten der Straßen, schöne große Häuser die auf eine wohlhabende und stolze Landbevölkerung schließen ließen, Hügel mit schwarzen, zerzausten Bäumen besetzt, in die der blaue Himmel hineinkroch, und Menschen, die an ihm vorübergingen und solche, die mit ihm die gleiche Richtung liefen, die er aber überholte; denn er lief, während die andern gemächlich gingen. Als es Nacht wurde, ging er durch ein stilles, enges, sonderbares Tal, ganz von Wäldern umschlossen und voll Windungen und seltsamer Ausblicke in erhöhte Dörfer, wo die Nachtlichter brannten und die Menschen spärlich umherliefen. Da ihn nun doch eine ernstliche Müdigkeit zu plagen anfing, kehrte er im nächsten Gasthaus wieder ein. Die Wirtsstube war mit Menschen angefüllt, und die Wirtin sah eher wie eine vornehme Frau aus feinem Haus aus als wie eine Wirtin, die Gäste bediente. Er verlangte schüchtern, was er begehrte, worauf ihn die schöne Frau mit seltsamen Blicken maß. Er aber war so müde, so zerschlagen, daß er nur froh war, als er bald darauf in sein Zimmer geführt wurde, wo er sich mit Wonne in ein eiskaltes Bett legte, um sogleich einzuschlafen. Der dritte Tag brachte ihn in eine schöne, mächtige Stadt, wo er nur ein Geschäft hatte: einen Redakteur ausfindig zu machen, um Sebastians Gedichte abzugeben. Vor dem ihm bezeichneten Hause angekommen, fiel ihm ein, daß es nicht klug wäre, selber hineinzugehen und Gedichte eines Totaufgefundenen abzugeben. Er schrieb daher auf den Umschlag des blauen Heftes den Titel: »Gedichte eines im Tannenwald erfroren aufgefundenen jungen Mannes zur Veröffentlichung, wenn es möglich ist«, und warf das Heft in den großen, plumpen Briefkasten, in den es hinunterprallte. Dieses getan machte sich Simon neuerdings auf den Weg. Das Wetter war milder geworden, Schnee wirbelte in großen, nassen Flocken auf die Straßen, zu denen hinaus es ihn drängte. Die unbekannten Menschen dieser Stadt sahen ihn so sonderbar groß an, daß er beinahe glauben mußte, sie kennten ihn, den völlig Fremden. Bald kam er zur eigentlichen Stadt hinaus in die vornehme Villenvorstadt, und zu dieser auch wieder hinaus, in einen Wald, auf ein Feld, auf ein anderes, wieder in einen kleineren Wald, dann in ein Dorf, in ein zweites und drittes, bis es Nacht wurde.

Achtes Kapitel. In dem kleinen Dorfe schneite es am Morgen. Die Schulkinder kamen alle

was auch Simon keineswegs tat. um auf dem Lande schlafen zu können. sich auf dem Lande einzurichten. dazu eine Strohmatratze. Dafür bin ich ihm gut. Und was brauchte man auf dem Lande Geld! Viel jedenfalls nicht. Das Bett wurde im zweiten Zimmer aufgeschlagen und mit dem nötigen Bettzeug versehen und so für einen Menschen hergerichtet. daß ich einen Grund habe. ein paar alte Bücher. Man lachte viel. . leitete den Schlitten bergab in die Einsenkung. Sie weinte und küßte Simon und führte ihn in eines von den zwei Zimmern. der eben den Militärdienst verlassen hatte. böse zu sein und sie früher abzufertigen. Kerzenstümpchen. Röcken und Köpfen und Kappen in die Schule. einem gewandten Schönschreiber. Sie brachten Schneeduft in die Schulstube und allerhand Geröll von den schmutzigen.« sagte sie. Sie wollte eben mit Religion beginnen. aber es ist gut. schlanken. daß du kommst. in der sich das Schulhaus befand. zu Aufmerksamsein wenig geneigt. der nur in einem Anflug von Trotz entstand. worauf er alle seine Sachen auspackte. Ich muß noch Schule halten. Das wird nichts ausmachen. Hedwig trat nur zur Schulstubentür hinaus. Sie sind heute doch sonst so unaufmerksam. um ihrem Bruder. der ausgedacht wurde. Nach und nach sank jede empfindliche Scheidewand zwischen den beiden Bewohnern des Schulhauses. alles vergessend. Man lieh sich bei der Nachbarsschullehrerin eine alte eiserne Bettlade.« -. Wäsche. Krawatten. weil er sonst nirgendswo anders zu leben hat in der weiten Welt. aufgeweichten Wegen. Hedwig und Simon setzten sich auf das sonderbare Fahrzeug. weil man ihn gerne dachte. Man durfte schon mit weniger Zagheit die Fenster offen stehen lassen und brauchte den Ofen nur noch leichter zu heizen. und teilten Entbehrung sowie Lustbarkeiten fröhlich miteinander. Seine Koffer kamen mit der Post nach. * * * * * Simon fing an. mit der Bitte. Arbeiten zuzuweisen. ihm. die ihr zur Verfügung standen. ein Schreiben an alle umliegenden Notare ergehen. das genügte. Knöpfe und Fadenteile. weil er so kam. ganz einfach! Geld hatte er wirklich keines mehr.Sie ordnete sich ihr Haar. der keine zu überspannten Ansprüche an ein Bett machte. denn er war zu zierlich und beweglich.mit nassen. die Güte seiner Schwester in solcher Weise zu beanspruchen. worüber die Lehrerin ein wenig unmutig wurde. und auf einmal sahen die Kinder ihre Lehrerin. Die Schar der Kleinen war infolge des Schneefalles zerstreut und angenehm aufgeregt. zur Stube hinauseilen. Es flog nur so an der Fensterreihe vorüber. Es war Vorfrühling.« Aber sie verscheuchte diesen Gedanken bald. einen Fleck. einen schwarzen Anzug und einen Knäuel von Kleinigkeiten wie Bindfaden. ein strammer Bursche. als wenn sie immer miteinander gelebt hätten. die er nicht hatte veräußern oder weggeben mögen. Seidenreste. aber ich will die Kinder heute eine Stunde früher nach Hause schicken. Diese Bettstelle wurde auf einem breiten Schlitten in der Nacht vom nächsten Dorf herbeigeführt. gehenden Fleck vor dem Fenster gewahrte. sie lebten. den kein Bauer hätte machen können. Wenn er wüßte. nicht. »Du kommst unerwartet. er gewöhnte sich daran. aber auch nicht sehr lange. Simon seinerseits schämte sich ein wenig. der dicht davor stand. verschneiten Schuhen. das bei der heftigen Begrüßung ziemlich aus den Fugen geraten war. Schuhbändel. der Sohn der befreundeten Lehrerin. Vieles besaß er nicht mehr. sagte Auf Wiedersehen zu ihrem Bruder und ging wieder zurück an ihr Geschäft. beweglichen. Hedwig dachte im Anfang eine Weile: »Da kommt er nun zu mir. »lege deine Sachen hier ab. er würde sich sicher seiner Schwester nicht erinnert haben. wo schlafen und essen. in die Arme zu fliegen. Hosen. aber er ließ sofort. in den ersten Tagen schon. als sie einen dunklen. denn die Gewohnheit schluckte diese Empfindung bald auf.

Er dachte von ihr: »Sie fährt mit einem in einem Nachen. auf dem Lande in defekten Schuhen zu gehen. die es sahen. düsteren Augen des Mannes. Er hatte die ganze übrige Welt vergessen und der Pfeifentabak. denn die Tage kamen so still und ehe man es denken konnte. Oft auch lächelte der Himmel. wohin sie alle setzen. denn eine Pfeife konnte man stopfen. wo die Leute arbeiteten. und köstliche Stürme wehten oft und schüttelten den Wald und rasten über das Moos. kleidsamen Eleganz. der daran gewöhnt war. wer er sei. Hedwig. sondern mußte sogar träumen. die er trug. den er rauchte. Er kann die Galanterie bis zum Verlust seines Lebens treiben. Simon liebte auch die meist schmutzigen Dorfwege. denn er wußte von nichts Schönerem. die über Geröll führten. wundervolle . Entfernterem und Schönerem. da nicht genug kleine Gefäße vorhanden waren. das sei ein reinlicher und achtsamer junger Mann und die Mädchen konnten lachen über die weiten Sprünge. der Lehrer. auf dem Lande nur Pfeife zu rauchen. aber hier hatte man die schöne Verpflichtung. nur ganz gemach und leise! Vielleicht würde er vierzehn Tage lang hinzaudern damit. die Erde stachen und die Pferde geduldig daneben standen. Simon hatte sich in einem kleinen Laden eine billige Pfeife und dazu Tabak gekauft. in denen man im Kot versank. wenn man nicht aufpaßte. wo er beinahe den ganzen hellen Tag verbrachte. der unbeweglich im Nachen sitzt. Simon ging ziemlich abgerissen umher. und dieses Stopfen war eine Bewegung. Dieser Mann würde sich nie brüsten. augenblicklich mitlächeln mußten. alles von einem Tag auf den anderen zu verschieben. mit Wolken besetzt. Er wird einige Zeit zu Besuch bleiben. zu Hedwig. man konnte den Städter herauszeigen. Der Himmel war vielmals dunkel umwölkt. die dick aufgeblasen waren. Seine zerrissenen Schuhe machten nicht viel Aufsehen. ja. das Schuhwerk aufbessern zu lassen. war der Gegenstand seiner Träume. die zum offenen Feld. dem eine innige Nacht folgte. der im oberen Stock wohnte. zu dem Schulhause. Simon fand es reizend. In der Sonne gingen schon Menschen spazieren. der sie entführt hat. Mich sieht er nicht an. Wenn er Geld bekäme. es verschob sich ganz von selber. dachte man. aufzupassen. Sie sieht immer in die großen. Aber das war es ja eben! Man hatte Gelegenheit. Am warmen Mittag lag er im hellgelben Gras unter dem herrlichen sanften Himmel. das genügte. steckte seine Brille neugierig zum Fenster hinaus und genoß auf seine Weise das Entzücken eines freundlichen Himmels. Aber das ganze. daß alle Menschen. die kleinen. um ihm hier Achtung zu verschaffen. sorgsam und zärtlich. ganz spurlos. sondern er sann und träumte glücklich in seine Umgebung hinein. Er hat eine warme. es hieß. Hedwigs Gesicht nahm einen frohlockenden Ausdruck an. Der See ist klein wie ein Parkteich. wie keiner. aber mit einer gewissen leichten. wie die Räuber Bärte zu tragen pflegen. Dieser Mann kann galant sein. die die Ärmlichkeit der Stoffe. ein wahrer Schlaf von einer Nacht. Simon war den einfachen Leuten bekannt geworden. führte ihn nur wieder ins Dorf. am Flußufer hingestreckt und durfte nicht nur. Die Ahnung des Frühlings duftete beklemmend in der Dorfluft. es sei einer der Brüder der Lehrerin. hübsch verdeckte. würde er leise daran denken. mit Sorgfalt und etwas posiertem Schrecken vor dem Schmutz eine Straße zu passieren. so daß man in Verlegenheit geriet. und denkt: »Wie doch seine Augen ins Wasser blicken. die Nahe.Die Kinder brachten Hedwig ganze Sträuße von Schneeglöckchen mit in die Schule. mit denen Simon über Gräben und Pfützen hinübersetzte. Aber er träumte von nichts Weitem. Die älteren Dorfweiber konnten denken. man fragte nicht viel. weite Wasser blickt mich mit seinen Augen an!« Der Mann hat einen struppigen Bart. und die großen. schwarzen. den der Tag leise wieder aufweckte. ohne mit einer Wimper zu zucken und gewiß ohne die Hand aufs Herz zu legen und sich mit seiner Tat zu brüsten. zum Wald paßte. denn was kommt es auf dem Lande auf vierzehn Tage an! In der Stadt mußte man alles schnell tun. war der Abend schon wieder da. so ganz nebenher. denn darin spürte er eine der hervorragenden Annehmlichkeiten des ländlichen Lebens. Es erschien ihm schön und angemessen.

auf die wilden Launen. denn dann würde er einen Seufzer von ihr hören wie ihn nur Glückliche ausstoßen können. daß er sich erlaubt hat. der jetzt über mir schwebt. hat sich erlaubt. Man muß nur die harten. der nur stark sein will und nicht auch zuweilen schwach. Er achtet nicht mehr. weil er weniger reif ist. und das weiß dieser Mann. daß sie rauh und herzlos töne. Sie ist es ja. denn die Reife macht leicht niederträchtig und selbstisch. und sie bemüht sich. So unnatürlich stolz ist er. daß er ein grenzenlos gutes Herz hat. den sie verachtet. das ist des andern Sache. Im Bilde jedoch ist alles gedrängter und zusammengesetzter. Und wenn er es auch verstünde. die ihren Händen vielleicht beschwerlich fällt. »Binde sie. Das Land ist weich und senkt sich leicht unter den . der bei ihr ist und der lieblos ist. der da versteht es nicht. wo andere nicht mehr daran denken. Hedwig fühlt. noch etwas zu äußern. Herrschaftliches.Männerstimme. die der vernünftig und reif denkende Mann immer zur Seite wirft als unnütze Beigaben zum Feste der Liebe. und er sieht es natürlich. Hedwig meint sterben zu sollen in dieser tönenden Luft. Der Himmel über dem Wasser ist so. Den. Sie hat nichts davon. wasserfarbene Himmel ist. Ein Knabe besitzt Tugenden der Ritterlichkeit. sich von Empfindungen überwältigt zu finden. schwankenden Bäumen in dieser Gegend. das paßt gut. Er hat noch den Mund zu keinem Versprechen aufgetan. rötlichen Wangen wie flüssige Stoffe niederstürzen. Die Parkbäume sind so weich. und ich schweife jetzt wieder darein hinüber.« befiehlt er. Einen Mann verletzt es nicht. wie Weiber sie sich gerne machen. und solche. sie verschwimmen in der hellblauen Luft. womit ein Herrscher mit seinem Besitztum umzugehen pflegt. Ein Knabe hält Wort. ein Mann findet es passender. Nie kommt eine Schmeichelei über seine stolzen Lippen und seine Stimme verdirbt er mit Absicht. die an ihren schmalen. sie darf nur auf schonungslose Behandlung gefaßt sein. bösen Lippen eines Knaben betrachten: der ausgesprochene Trotz und das bildliche Versteifen auf ein einmal sich selber im stillen gegebenes Wort. das er männlich verspricht zu halten. hängender See da oben. an sein Herz mit einer Bitte anzuschlagen. muß sie lieben. seinem Befehl zu gehorchen. Sie steigen aus dem Nachen hinaus und treten ans Land. Ein schwebender. der ein Riese sein will. es sind wundervolle Haare. Aber das Mädchen weiß. ist er beleidigt und er straft sich unbarmherzig. Wenn er Liebe und Zärtlichkeit in sich spürt. Augen wie Dolche. Ihre Haare sind ihr aufgegangen. als ob sie schon die Seinige wäre. ein weiches Gefühl in der Brust gehegt zu haben. ein gegebenes Versprechen in ein neues aufzulösen. Ein Knabe ist weniger feige als ein Mann. um eine Artigkeit zu sagen. warum. aber er gebraucht sie nie. Aber sie gibt sich ihm. Dort unter den Bäumen sitzt der Mann. barsch und achtlos. so würde er es doch nie tun. jener ist der Vollstrecker des Wortes. darf sich keine Hoffnungen machen. sie zu entführen. auch wenn er die Augen schlösse. ohne ihr zum Ersatz auch nur eine Zärtlichkeit ins Ohr hineinzuflüstern. Er ist der Versprecher. Sie gehorcht mit Entzücken. es zu brechen. Der Mann erfaßt nun das Ruder und gibt damit dem Nachen einen rücksichtslosen Stoß. Hedwig zittert. und wagt es dennoch nicht. die dabei hastig eine Arbeit verrichten. Der Knabe findet Schönheit an der Härte des Worthaltens (Mittelalter) und der Mann findet Schönheit darin. wenn er mit einer Stimme zu ihr spricht. Kein Mann. wie dieser leichte. Flüstern. ohne den stillen Zusammenhang mit mir und dieser Gegend weiter zu würdigen. Aber sie fühlt sich beglückt. aber ihren Herzen schmeichelt. sondern eine Mischung von Knabe und Riese. Locken um die jugendliche Stirne und einen Todestrotz auf den geschwungenen Lippen. daß er seiner eigenen Wärme und Liebe in solcher Weise entgegenhandeln könnte. Eine Saite tönt über das Wasser mit langen Tonwellen. oder zu einer Gelegenheit tun. aber einen Knaben. was schon sein ist. Sie haben etwas Parkartiges. ohne zu wissen. trotzdem er nichts verspricht. der mehr sein will als ein aufrichtig fühlender Mann. Die Parkbäume im Bilde entsprechen den hohen.

ich habe nur eine Tabakspfeife und kein Messer. Ein Stück Nase will abfallen. Ähnliches geschieht jedenfalls bei solchen Gelegenheiten. der starr dasteht. auch gehörig wieder zu. Die Fenster hatten einfache aber zierliche Gardinen die zu der Helligkeit und Freundlichkeit im Zimmer vieles . aber jetzt. zu sehen ist. denn sonst gelangt man sehr leicht zu dem Punkt. den schönsten Traum zu verderben!«€-Simon ging nach Hause. und zwar ganz wie von selbst. Aber weiter mag ich mit dem tollen Mann nicht Miene machen. Überall im Zimmer. Was für eine Miene? Ja. und wäre sie noch so geringfügig. blühten die Blumen weiter. aber er schloß sie.Tritten. Das Gesicht zuckt und man muß es zerbeißen und einkneten mit der ganzen Willenskraft. die ich da gemalt habe. dürre vom Vorjahre. Das Gras ist das gelbliche. Man pflegt dabei eine Grimasse zu schneiden. eine solche Miene. Er hatte es sich zur Gewohnheit gemacht. die nötige Vollendung gibt. merke ich. weil ich sie in den großen Zügen dieser natürlichen Gegend hier herum entnommen habe. schwärzlichen Erde gesenkt. aus dem die Brust wie eine kleine. Die Kleider sind dunkelrot. mich noch anzublicken? Geh. und verbreiteten Duft in die Enge der vier Wände. und ich glaube. Meinen Mann da im struppigen Bart würde sie schön auslachen. denn Hedwig ist sanft und wenn sie leidet. ging dann in die Küche und bereitete den Kakao. Es will auseinanderreißen. und das Machen einer Miene ist lächerlich und ist geeignet. Mein Traum hat mir im Anfang gefallen. um wieder zur Arbeit zu gehen. denn es müßte mit einem langen Messer geschehen. wo ich meine Pfeife rauche. düster blickendes Mädchen auf der Szene. nach dem Aufstehen. wohlriechenden Pflanze für einmal zu gebrauchen. um zu Hause den Tee zu kochen. »Du kennst mich!« Mit diesen Worten wendet sie sich an den betroffenen Mann. mit der er einen langen Besen zu handhaben wußte. und hatte im Teekochen eine Handfertigkeit bekommen. wenn es ihm Zeit schien. Ihr Gesicht ist von einer durchsichtigen Blässe. Ich befehle es dir!« So spricht sie zu ihm. prangende Knospe herausspringt. damit er eine warme und zugleich angenehm duftende Stube bekäme.« Und dann muß einer Miene machen. wenn er ihr so frech käme. Die Landschaft. ein ganz kleines. wenn etwas Unabänderliches getan werden soll. Hedwigs Zimmer zu reinigen. wo man eine der Figuren sprechen läßt: »Geh. will er ausarten und das paßt nicht zu Hedwig. wobei ihm die Gewandtheit. den Ofen zu feuern und das Feuer zu unterhalten. denn ihre Kleider sind prachtvoll und in die Breite gebauscht in einem schweren Bogen. sie haben das getrocknete Rot des Blutes. das Wasser auf der Weingeistflamme nicht zerkochen zu lassen und es mit dem Tee in vorgeschriebener Weise zu vermischen. denn er lauerte auch bei dieser Arbeit auf den richtigen Kniff. Die Fenster öffnete er. Es scheint eine Prinzessin zu sein. die man macht. und zwar zu Hedwigs Vergnügen sehr schmackhaft. Am Morgen. da sie jetzt nur schnell aus der Schulstube hinaus zum Tee zu eilen brauchte. aber auch nur deshalb. sehr zustatten kam. blasses. Da erscheint plötzlich ein Mädchen. ohne jede Vorstudien oder Anstrengungen. Auch übernahm er es. jeden Tag gegen Abend zu einer bestimmten Zeit nach Hause zu schlendern. war indessen sehr nett. um frische Luft in die Stube hineinzulassen. der immer einer Verrichtung. töte dich. mich zu töten. auch bei Menschen nicht. die stets das richtige Maß traf. wie ein Teppich. denn es kam darauf an. es hat die Farbe des Winterabendhimmels in den Gebirgen. in kleinen Töpfen. den Blick meist zu der braunen. leidet sie auf schönere und stillere Weise. Für Hedwig war das eine kleine Erleichterung. oder wie mehrere aufeinandergelegte Teppiche. nicht zu wenig und nicht zu viel von der feinen. Man darf beim Träumen nie den Boden des Natürlichen aufgeben. das Geschirr stets ziemlich sauber zu halten und es in appetitlicher und anmutiger Art auf den Tisch zu stellen. töte dich. die der Natur draußen entrissen wurden. Der Mann macht Miene zu gehorchen. brachte Simon sein Bett in Ordnung. »Du wagst es. wie es hier.

ein genügend großer Tisch davor. um irgend etwas Bettelhaftes dafür einzuheimsen. der wie ein Bühnenvorhang aussah. ein Haufen Briefe und Ansichtskarten und an der Wand ein Horn zum Blasen. ein Ritter Don Quichote und ein Haus. die Hedwig aus zusammengerafften Stoffresten von armen Zuchthäuslern hatte verfertigen lassen. auch etwas zum Haushalte mitzusteuern. darunter eine Abendlandschaft mit Wald. daß man wohl mit einem Dichter sprechen konnte: »Da hinten liegt ein Haus. die Kaspar gemalt hatte. eine Erinnerung an die Mutter.= Ich bin hier mit dem Schnee in ein Haus auf dem Lande gekommen. ob ich seine Güte noch nicht verscherzt habe. weiter ein Nähtischchen mit Nähkörbchen. wenn die Lampe angezündet wurde und die Läden zugedrückt wurden. Ein Bett stand in einer Ecke und in der andern ein Piano. in denen sich all das wunderliche Zeug befand. lieben Lehrerin. ein kleiner Schreibtisch mit Schreibunterlage und Büchergestell. dessen Deckel mit einem Seidentuch überdeckt war. sondern einer sanften. um den Jemand lieb zu haben und aufzuhorchen. womit er hoffte. mit weichem Tuch überzogen zum Sitzen und Lesen. der einen unter das Dach ruft. Ich bin gerne ein solcher Kerl. trennte beide Zimmer voneinander und beide Schlafenden. da er nicht gegeben hat und noch gibt. Man darf vor allen Dingen den Gastgeber nie fühlen lassen. graue Stadt (besonders schön für Hedwig). es zu werden. Nicht einmal das Zimmer. der von anderer Menschen freundlicher Gnade abhängt. noch die Absicht hege. das so an einen Hügel gedrückt war. Dank unter gewissen Umständen ist einfach Bettel. wollte man ihm so vorlaut den Dank zeigen. Am Abend sah das Zimmer der Lehrerin besonders traulich aus. seiner Schwester den guten Willen zu zeigen. Im Herzen betet man den Gütigen an. die mich beherbergt und mir. An den Wänden hingen außerdem noch Bilder. ein runder merkwürdiger Stein mit Poststempel und Marke versehen. Ein Vorhang. natürlicher Aufmerksamkeit. damit zeigte man eine Schüchternheit und Feigheit. das vollbesetzt mit Büchern war. ein Dach. da manchmal beim Lesen das Bedürfnis entstand. Die Notare ließen Simon im Stich. keiner ließ etwas von sich hören. die nicht gern aus dem Bett herauswollte und doch am Ende mußte. Er nahm ein Blatt Papier zur Hand und schrieb darauf: =Landleben. Infolgedessen sah er sich gedrängt. den er gar nicht empfangen will. dazwischen ein altes Sofa mit geblümtem Tuchüberzug. die dergleichen Arbeiten vortrefflich ausführten. kann ich mich doch als solcher fühlen und bin vielleicht glücklicher als der Besitzer einer Staatswohnung. feines Schmuckkästchen ohne Inhalt. daß man ihm dankbar ist.beitrugen. Weiter nichts. und ich verstehe das vortrefflich. und obschon ich nicht der Herr dieses Hauses bin. Man muß ein eigenes Betragen für diesen Zustand der holdesten aller Unfreiheiten annehmen. ein Feld im Sommer. ein Rucksack mit Feldflasche und eine Schwanzfeder von einem Falken. und am Morgen weckte die Sonne dort eine Schläferin. befand sich eine Büste von Beethoven in grünlichem Bronceton. in dem ich wohne. eine neblige. gehört mir. ein Vogel. zu essen gibt. weil ich überhaupt gerne von jemandem abhängig bin. das einem Mädchen mit häuslichen Sitten unentbehrlich ist. aber es spräche von wenig Empfindung. die den Gebenden beleidigen müßte. Und dann noch eines: Auf . eine Flußpartie in üppigen Abendfarben. auf andere Weise etwas Geld zu verdienen. von einem Fenster aus gesehen.« Auf dem Piano. nahe am Boden zu sein und sich orientalisch vorzukommen. eine kleine umgestürzte Kiste am Boden. ein Stock mit einem großen Hacken. Stühle daneben. ein Becher zum Trinken. ein Benehmen zwischen Frechheit und zarter. einige Photographieen und ein kleines. leiser. Am Boden lagen warme Teppiche. wenn ich hungrig bin. und dann befand sich im Zimmer noch ein Waschtisch.

geben zu dürfen. sich einer Schwäche hingegeben zu haben. Nun. Wir bekommen saftiges Brot und frische Eier und duftenden Kuchen. in der Stadt arm zu sein. daß ihr Geld ausgegangen sei. den eine Königin bekommt. also wirklich bettelhaft in Empfang nehmen. mit Anstand und ohne viel Federlesens geben können. man peinige sie. zu ihr. wohin! Das mußte etwas Störendes und Verletzendes für sie haben. als in der gedrängten Stadt voll drängender Menschen und Tagessorgen. und sie sind froh. Sie ist tapfer und aufrichtig. als es unwillig tun. daß das Geben voll Güte nicht an der Tagesordnung ist. daß ich nur komme. wenn man gibt. ja jahrelang keinen Brief geschrieben habe. wenn sie ihre Hand einer schlechten Bettlerin entgegenstreckt. wenn es darauf ankam. der nimmt. und bitten muß. Auf dem Lande kennt selbst der Ärmste weniger Sorgen. die sich bitter arm vorkommen. oder unter unschönen Reklamen. und nicht deshalb. sich heller und lustiger zu lieben. Wie abscheulich von den mit Gütern Gesegneten. Es gibt da eine Art. der ich. während hier die Sorge ruhig weitersorgt und der Schmerz in Schmerzen seinen natürlichen Untergang findet. ich weiß wahrhaftig nicht aus welchen Gründen. die Geber. hat. zwinge sie zu Fronen. daß er niedergeworfen von Schicksalen aller Art wird. zu dem er aufatmen kann. wenn die Nehmer unbefangen hinnehmen. für den es wahrhaftig zeitweise nicht schade wäre. die vor mir keinerlei Geheimnisse. In der Stadt geht alles darauf los. In der Stadt muß man sich nachgerade vor dem Geben fürchten. als der viel weniger Arme in der Stadt. denn sie mußte denken. weil er sieht. als ganz unsagbare. die trefflich miteinander auskommen. Wer sich vor dem Geben hütet. weil er in Gottes Welt nicht mehr wußte. Auf dem Lande ist man nicht schwach. Besser. Eines bleibt wenigstens wahr: Lieber nicht geben und gar kein Mitleiden mehr fühlen. aber dieser Umstand hinderte sie nicht daran. vielleicht. wir sind ganz ruhig. da man fühlt. Feine Geber sind beinahe noch schüchterner als der Nehmer. Meine Lehrerin ist übrigens meine Schwester. Man hütet sich da. Die Kinder bringen uns das alles. daß es denjenigen ehrt. mit dem Bewußtsein. weil man nicht bitten darf. weil man in der Stadt unverschämt wird dem gütigen Geber gegenüber. der seßhaften Schwester. gut miteinander auszukommen. soviel wir nur wollen. aber auf dem Lande wird. wenn der Fall eintritt. denn dort wird alles am Gerede und Tun der Menschen gemessen. um mit Sorgen eine Schwester aufzusuchen.Ich selbst besitze nur noch ein kleines Silberstück an Geld. weil es den Nehmer zu schänden angefangen hat. sondern wie Kameraden zusammen. und das muß für die Wäsche reichen. ein edles Mitempfinden für den Darbenden an den Tag zu legen und gibt nur verstohlen. sich vor den Armen zu fürchten und seinen Reichtum so selbst zu verzehren. Das hat sich indessen geändert. wird sicherlich einmal. sondern man will geben und gibt sich manchmal geradezu eine Ehre. Welch eine heillose Schwäche. reich zu werden. schneller alle Heimlichkeiten und alles Mißtrauen abzuwerfen und eine Art. um meinen eigenen Leib zu pflegen. statt ihm den Glanz zu verleihen. daß der Lump von Bruder nur daher gesegelt und gewackelt komme. daß sein Gegenstück ebenfalls so eine Art hat. auf dem Lande ist es zwei Menschen leicht. lasse sie Druck . Was ist in der Stadt der Himmel! -. deshalb sind so viele. wenn sie den Wunsch dazu in sich verspürte. Er kann ruhig mit seiner Armut weiteratmen. der Arme nicht durch den immerwährenden Vergleich mit dem Reichtum verletzt. freilich.dem Lande ist der Dank mehr schweigend und still als geschwätzig. Ich halte es für ein Unglück. Sie hat mich mit einem Gemisch von Liebe und Mißtrauen empfangen. Auch meine Schwester. Sie mußte ja denken. Der zum Dank Verpflichtete hat seine Art Betragen. Auf dem Lande weiß man noch zu geben. schlecht bitten und ungraziös und verlegen. Ach. die Armen ignorieren zu wollen. monate-. wenn er geprügelt würde. damit sie. wenigstens zum großen Teil. gesteht mir. mich Tagedieb fortzujagen. die Empfindlichkeiten sind gestorben und wir leben jetzt nicht mehr wie Blutsverwandte. denen es die Eltern für die Lehrerin mitgeben. denn er hat einen Himmel.

daß ein solches Dorfkind. woran er ist. aber man möchte doch nicht weitergehen. so unwahrscheinlich es klingt. Wir sind die Spätesten. Sie wecken eine stille Sehnsucht in die Weite. wenn ich es sage. den Hauch warmer Menschen zu spüren. ist auf dem Lande eine tiefbegründete und reicht bis zu Gott hinauf. denn das vermehrt die Würde desjenigen. noch andere wohl sein zu lassen. diese Erde muß mit der bereits vorhandenen Gartenerde vermengt werden.und Schläge fühlen. Ein Dorf in allen seinen versteckten Winkeln ist überhaupt fast immer belebter und mit Intelligenz gefüllter. denn da denkt man. aus Furcht. so entsteht doch ein Zusammenhang. bleibt es schön. die Türen und Fenster dürfen offen gelassen werden. freue. Selbst wenn es regnet. ein eigenes Heim zu besitzen. ein schönes geräumiges Haus zu besitzen. er darf mit einem gesunden Neid zu den Reichen und Wohlhabenden emporblicken und man gestattet ihm das. hinter goldenen Gartengittern verkrochen zu halten und sich zu fürchten. als in der Stadt. sich in seinem Reichtum weder wohl zu fühlen. teurer Erde hat man bei uns abgeladen. Die Sehnsucht. feuchter. lange Straßen sind dort voll solcher Häuser. daß man ein Unterdrücker ist. und doch damit keine Pracht: Das ist gegenwärtig das Bild der Städte. Hier sind die Tage nur so schön. ist es eine Wonne. unschöne Waffen zu gebrauchen. unter dem geöffneten weiten Himmel. und es scheint mir ein unschönes. keinen Aufwand mehr treiben zu dürfen. Schon oft ist es vorgekommen. während sie hier von Mund zu Mund fieberisch und atemlos erzählt werden. ein Herzklopfen und das ist auch eine Art Verbindung. das Geld kann Wohnungen und heilige alte Gebäude wegreißen. Das wird eine Arbeit für mich geben. nicht ein Stolz und eine Freude. es ist gut. ohne den Wunsch zu äußern. wie es will. Geld zu haben. sitzt nicht hinter der weißen Gardine eines Fensters und könnte Dinge von innigem Zauber erzählen. als der Städter meist anzunehmen beliebt. drücken und doch den Mut nicht besitzen. sich kennen lernen zu dürfen. Es ist ein Gehen in allem und ein Kommen in allem. Ist das ein Haus? Und lange. auf die ich mich. die alle aneinander vorübergehen. Die Häuser sind bis oben hinauf von den verschiedenartigsten Menschen bewohnt. und die Fenster glänzen. wir fangen an. daß man leicht die Stadt vergessen lernt. Auf dem Lande geschieht im Grunde genommen auch mehr. nein. . so geben sie die wundervollen Abende dafür. der Verbesserung bedürftiges Bild zu sein. Hier weiß der arme Teufel besser. Ein ganzes Fuder schwarzer. nur Geld. daß es regnet. Dort kann der Emporkömmling neben dem Grafen aus uraltem Geschlecht wohnen. die für eines jeden Menschen Großmutter vielleicht passen würden. auf Wegen. zu zeigen. seine Unterdrückten noch zu fürchten. Ich bin kein geborner Faulenzer. seine neuen Kameradinnen in Erstaunen ob seines gut entwickelten Geistes gesetzt hat. an denen man spazieren geht. den Garten umzustechen. Seit ich hierher gekommen bin. um sie richtig zu bezeichnen. die andern haben es alle schon getan. Wenn die Tage Abschied nehmen. Auf dem Lande ist es noch nicht so. Das ist in der Stadt nicht so. und die man entdeckt für den Abend. und das schickt sich auch für uns. und manches Dorfkind ist viel weiter vorgeschritten in der Bildung des Gemütes und Verstandes als man gerne voraussetzen möchte. ja. Die Häuser treten weiter hervor. Aber sich in eleganten Häusern. Wie manche alte Frau mit Gesichtszügen. ist es beinahe Frühling geworden und es wird immer mehr Frühling. einen merkwürdigen neuen Namen geben müßte. der von solchen Blicken betroffen wird. Wer möchte in der Stadt Besitzer eines Hauses sein? Das ist dort bloß ein Geschäft. aber dann war es ein Miterlebnis für alle. die der Abend scheint entdeckt zu haben. denen man. Aber ich will die Stadt nicht schmähen und das Land nicht über Gebühr preisen. eine Wut. denn dort liest man die Geschehnisse kalt und gelangweilt aus der Zeitung. wenn es in die Stadtschule versetzt wurde. er könnte von den erbitterten Gedrückten wahrgenommen werden. Denn hier. die keinen echten Trotz und Mannesmut voraussetzen. Vielleicht kommt auf dem Lande jedes Jahr einmal etwas vor. ohne sich zu kennen.

Simon trug den Brief zur Post. zu sehen. Der Tag kommt mir vor wie mir zugeworfen von einem gütigen Gott. denn es gibt vieles zu sagen und zu erörtern zwischen uns und ich plaudere gern mit einer Schwester. Man darf hier nicht allzuviel tun. wieder nach Hause zu gehen. Meine Schwester ist niemals lange traurig. Das paßt nämlich wundervoll zum Leben auf dem Lande. die Finger sind ungelenkiger geworden und die Gedanken wollen auch in ländlicher Weise denken. als er nur vermochte. ich bin meinem Gott angenehm so. was ich ihnen nützen könnte. Aber es ist auch nur meine Schwester. so hat es mich doch lebhaft interessiert. obgleich es ihn wahrlich lebhaft . was weiter zu tun ist. wenn auch nicht steif. oder bis ich glaube. der ältere Bruder. weil mich verschiedene Amtstuben und Notare nicht beschäftigen wollen. Einige Stunden? Jawohl! Denn auf dem Lande schreibt man langsam. Mit Klaus kam eine gewisse nachdenkliche Befremdung in die Wohnung Hedwigs hinein. den andern gegenüber benehme ich mich mit Würde. es fror einen. auch ein Streben. Der einzige Schmerz wird mir von meiner Schwester bereitet. er haßt die Traurigen. da ich sehe. den er irgendwo im Ausland vermutet hatte. aber ich glaube. verlange ich nicht von mir. wenn es die früheren nicht tun. verlöre den Anstand des Zuschauenden. Es war ein regnerischer Tag. komme heim und sinne darüber nach. Gewöhnlich ist nichts zu tun und so gehe ich in den Wald hinunter und sitze dort solange unter den Buchen. Ich schließe ab und hoffe. während ich träume. sobald ich eine vor mir sehe. in deren Augen ich eine freundliche Komik besitze. Sie blieben alle drei ziemlich still. worin ich Talent habe. Am nächsten Sonntag erschien Klaus. Die spätesten Zeiten werden mich strafen für diese Schlenderei. aber ich finde. als das eben empfinden. sonst verlöre man den Überblick über das schöne Ganze. Klaus machte ein ziemlich erstauntes Gesicht. das allerdings nicht am Platze war. und bin befleißigt. Man hat die Pflicht. der gern einem Taugenichts etwas hinwirft. Man drehte und fand allerlei.ich bin nur ein Tagedieb. das Kochen zu lernen. ihn zu schreiben. Ich klopfe alle Sonnabende die Teppiche aus. als er bei seiner Schwester den Simon eingerichtet sah. denn ich heitere sie fortwährend auf und gebe ihr zu lachen. man wird öfters unterbrochen. indem ich mich vor ihr lächerlich mache. Der Gegenstand war natürlich Simons Hiersein. der ich die Schuld nicht abzahlen kann und die ich mühsam ihre saure Pflicht erfüllen sehe. weil sie keine Ahnung davon haben. mit diesem Aufsatz einiges Geld verdient zu haben. auch eine Arbeit. zuvorkommend und bescheiden sehen will. die über mich lacht. ohne zu sprechen. daß es so ganz gut geht. Klaus wollte heute keine Vorwürfe machen. Mehr als arbeiten wollen und eine Arbeit ergreifen. Am Morgen kehre ich die Stube aus und trage Pakete auf die Post. daß es Zeit ist. Das Landvolk ist sehr empfindlich für das Benehmen junger Leute. zu Besuch. Gott liebt die Glücklichen. wie die kalten Regentropfen die schon erwachten Blüten peitschten. Nach dem Essen trockne ich das Geschirr ab und plaudere mit der Lehrerin. wenn nicht. Wenn ich die Menschen arbeiten sehe. daß ich nicht mehr tun kann. wenn man nicht als Gauner gelten will. und schienen nach Worten zu suchen. nach außen hin sein Dasein durch ein ernsthaftes Betragen zu rechtfertigen. Lebt wohl Städter! Neuntes Kapitel. und einige Stunden sind mir über dem Schreiben dahingeflossen. so schäme ich mich unwillkürlich. doch blieb er so freundlich. standen sich oft gegenüber. bis es Zeit ist. der nun einmal auch in der Welt sein muß. denn er mochte den Sonntag nicht verderben. keine Beschäftigung zu haben. die es gerne gesetzt.

was es wollte. durch das man langsam ging. Ich glaube. Er sah seinen Bruder fragend und bedeutsam an. Ich will nicht den Sonntag verderben!« Simon verstand ihn schon. worauf Hedwig zerstreut antwortete. trotz des trüben Wetters. aber er vermied die entzweiende Bemerkung. nachdem sie ein Stück Weges den zu Gast Dagewesenen auf den Heimweg begleitet hatten. schön. auf die der Drinnenstehende nicht horchen mochte. weil sie leichtsinnig gewesen ist. aber ich schwöre dir. ob es wohl angebracht sei. heimlich lächelnd. hier zu sein. wieder allein zu Hause saßen. daß es bald aufhört. die veränderte Lage zwischen den Brüdern. daß du ein erwachsener Mensch bist. Hedwig sprach. Simon versuchte eine Zeitung zu lesen. und eine Besorgnis um dessen. Am Nachmittag. Seine Augen sehen ganz anders. Er meint: Güte sei . Er war nur froh. die ich dadurch verletzte. als wolle er sagen: »Ich bin erstaunt über dein Betragen. Was mochte es denn sein.« dachte sie und sie trug das wohlschmeckende Essen mit größerem Vergnügen auf. so wenig vertrauensvoll ist er zur Welt und zu den Fäden. das er in die Küche rief. aus seiner Natur heraus. sagte er zu Klaus: »Ich weiß wohl. Seine Gegenwart macht einen unwillkürlich zur schuldbewußten Schülerin. Aus seinem Munde kommt solch ein Ton heraus. so zum Lachen brachte. wider seinen Willen. aber er bedenkt immer. gut und milde zu sein. wie Schülern. wenn er es tat. als Rechtfertigung vorzubringen. sehen die Welt so seltsam besorgniserregend an. um den Müßiggänger zu spielen? Wahrlich. dann Schweinefleisch mit Sauerkohl und zuletzt einen mit Speck gespickten Braten. war ihnen unwillkürlich wieder froher ums Herz. und sieht doch wieder so genau ein. Mochte es sein. und Hedwig merkte wohl. diese steife. Simon plauderte unbefangen über Welt und Menschen. als müßte man sich beständig vor irgend etwas fürchten. der aus tausend rücksichtsvollen Bedenken zusammengesetzt ist. keine Ehre. die eine Strafrede erwartet. Er ist so über alle Bedenken gut und zart. Er schafft sich selber und andern immer Sorgen. »Er ist doch gut. Die Strenge steht ihm absolut nicht. was sie jetzt sprechen wollte. denn er hätte antworten müssen. wurde ein kleinerer Spaziergang gemacht. Glaubst du mir?« Klaus reichte ihm die Hand und der Sonntag war gerettet. machte ihre Stimme inniger und höher klingen: »Klaus ist doch immer derselbe. Alle waren wieder still am Abend. das! Ich würde es dir auch offen heraussagen. Klaus! Klaus ist gut. was Hedwig jedes Mal. mit der Strenge etwas erreichen zu sollen. ein paar Worte. wenn er da ist. Ist es ehrenhaft für dich. ganz von selber. was und wie du denkst über mich. war naß. was etwa noch hätte eine Sorge genannt werden können. Dann ging Klaus. als ob er schulmeistern möchte. Freilich. was er glaubt. unnatürliche Wärme beim Wiedersehen. Sollte man glauben. so daß man bald wieder zurückkehrte. was ihm längst zuwider war. Man ist immer leichtsinnig gewesen in seinen Augen. freilich! Verdammenswert war seine Lage für einen jungen Mann. ohne es zu wissen: er möchte nicht schulmeistern und tut's doch. auf deren feine Zubereitung sich Hedwig trefflich verstand. aber ich schone Hedwig. was dieser Blick. mit Güte verfehlt zu haben. zog seinen Bruder in Gespräche von der verschiedensten Art und lobte mit komischer Begeisterung wieder das herrliche Essen. dieses Schweigen und Verlegensein bedeuteten. schön. Vor dem Abschiednehmen sagte Klaus zu dem Mädchen. Plötzlich von Weichheit ergriffen. Er sieht aus. wenn man noch so ernsthaft meint gehandelt zu haben. Aber schön war es auch. und doch glaubt er. die den gestrengen Inspektor wieder fort wissen. Als die beiden. Klaus sprach wie absichtlich von den nebensächlichsten Dingen. daß sie ganz fröhlich wurde und alles vergaß. Es gab eine herrliche Suppe. Sie atmeten freier und fühlten sich wieder als die Alten. daß Klaus schwieg. Das Feld. die Lage deiner Schwester dazu zu benutzen. Er wußte ganz genau. du kennst mich ein wenig. Man hat immer eine kleine Angst auszustehen. wie er war. die einen an die Welt spannen.genug dazu antrieb. daß er schulmeistert. Es wurde bald zu Mittag gegessen. und sein Betragen gewiß nicht zu entschuldigen. wofür man ihn nicht schuldig machen darf.

wie Vögel jubilieren. ihn. Das liegt auf der Hand. um zu fühlen. die Wälder boten in ihrem schönen. Er neidet anderer Glück nicht gerade. weil man fühlt. So möchte ich es sagen. Für dich empfindet man ganz anders. denn er tut mir weh! Zum Beispiel du. weiß. über dich denkt man immer: Er sollte Prügel bekommen. Mitleid für dich empfinden. käme einem nie in den Sinn. ein ganz klein wenig. was man denkt. In Waldlichtungen betrachtete man den weißen. Ach. und nicht Augen. das verdiente er! Man erstaunt über dich und begreift nicht. reichen Grün einen entzückenden Anblick dar. Die ganze Natur bot sich dar. Er ist durchaus edel. um einen Schmerz ganz zu durchfühlen. Es streckte sich gewissermaßen aus in seiner üppigen Sattheit. Man kann nicht ruhig in seine Augen blicken. Er denkt immer. ein bißchen verdorben in seinem Innern. es tat einem süß weh. die hellen Wege kamen kaum durch das Grün hindurch. krümmte. runde. die Felder und Äcker dampften. Sie kam verweint dahergelaufen. kleine Vögel. trägen Himmel. Simon! Ach Gott. die Fruchtbäume waren ein helles. Und er ist doch so gut! Er ist nicht glücklich. ich weiß es. Er verbietet sich. das Glück und die Unbefangenheit anderer zu bekritteln. und damit war ein Ton angeschlagen. Man hält dich allgemein für einen sorglosen. was er doch am liebsten sein möchte. Da klopfte es draußen an der Türe. würde er anders reden. man denke etwas über ihn. dunkelbraun. kam fast um vor Blühen. den man meinte herabsinken zu sehen und jubilieren zu hören. die ihn betrachten. blühenden Teppich von Wiesen überzogen. undurchsichtig und satt geworden. zwitscherndes Singen. gewölbte Wald war ein Chorgesang von jungen Männern. Man suchte sie zu trösten. Es lag wie eine verschleierte Faulenzerin da. der edel genug ist. wo Männer und Frauen arbeiteten. bäumte sich. harmlos und gütig zu sein. schwarz gefleckt. der eine Stunde lang anhielt. um zu sehen. ich begreife. * * * * * Das Wetter wurde nun immer wärmer und die Erde üppiger.unvorsichtig. warum nicht. farbiger Traum. zog sich hin. Die Gärten dufteten in die Straßen und hinaus ins Feld. Ist das wahr?«€-Simon lachte laut auf. Es war die Nachbarslehrerin. man vermochte es nicht. was ihm doch sicher nur weh tut. Wenn er das wäre. Ihr Mann. frischen. und jedes Kind kann es verstehen: Selbst nicht froh. du ewig lustiger Bruder! Weißt du. Man bekam Erinnerungen und man mochte sie doch nicht zergliedern und ausdenken. aber man war zu träge. Er mag nicht von Glück reden hören. daß ihn das beunruhigt. aber es reizt ihn doch beständig. durch das Zurückgesetztsein und durch das Bemühen. sauste und summte und rauschte. dadurch etwas zu verderben. haßt man die Fröhlichkeit anderer. und der nahe. und es gelang. die ruhig in seine sehen möchten. verträumten. glücklichen Burschen. sich nichts aus diesem Zurückgesetztsein zu machen. dadurch in den Augen der Welt als leichtsinnig dazustehen. rücksichtsloser Mensch. Die beiden erhoben sich. gelb und rot und blühte mit einem heißen Atem. daß er damit ein Unrecht begeht. frechen. sie war mit einem dicken. den er tadeln kann. dehnte. fett. wer draußen sei. für dessen Launen und Kälten er viel zu wertvoll ist. unbeweglich und zuckend mit seinen Gliedern und duftend mit seinen Düften. und ist doch so gütig. Er sieht nur Augen. hatte die Frau wieder einmal geprügelt. freilich ist er zurückgesetzt vom Schicksal. Man ging so und blieb wieder so stehen und drehte sich so . im Nu. scheint ihm nicht wohl zu sein. so recht scharfe Prügel. und er möchte heraus haben. wie soll ich sagen. die man nie sah und die so natürlich paßten in die Natur. aber. Es war grünlich. duftete und lag still wie ein schöner. weil er immer fürchtet. Wenn er nicht irgend einen Fehler an einem bemerkt. ein roher. daß du noch nicht in einen Abgrund gefahren bist. Das Land war ganz dick. Wie muß ihn das oft schmerzen. Simon ging.

nach Hause zu gehen und eine. oder in das Sehen in die Ferne hinein. sagte er das in passenden Worten seiner Schwester. die Gegend rief alle andern Gegenden einem ins Herz herbei. Gut. so hin und her schwanken. denn man wäre doch. und Sich-schwach-Finden. lief und säumte so. ein bißchen schwer. dann listig. ferne Hörner. schmalen. Die ganze Natur. Er drängte sich zwischen das Gewirr der herabfallenden. wie junge Knaben bringen. die Üppigkeit und das Weben und das Wogen der Stimmen führte die Sinne auf diese Verwandtschaft. flache Feld hinein. es war wie ein üppiger. Die Nächte wurden herrlich. man konnte sich gar nicht mehr dazu veranlaßt finden. nein. kam auf eine kleine abstürzende Wiese mitten in den Büschen und setzte sich da auf einen Stein. und dann wieder ein bißchen knauserig. ein Bemühen. Es war auch zu verlockend. Den Kirchhof mit den stillen Gräbern machte er zu einem weißen Feenort. zu sinnen und zu schwanken. es war anders und erforderte wieder neue Stellungnahme zu neuen Träumereien. Er solle doch gar nicht an das denken. forttragend und herbeibringend: Ein Bringen. seine eigenen schönen Schwankungen zu betrachten? Wäre es der Buche möglich gewesen. ein einziges Lächeln. eigentlich begriff man sie nicht. was man wollte. wie lange er wohl dieses Leben des bloßen Beschauens und Sinnens noch weitertreiben werde. hinab. Man begriff die Dichter. so daß man die Toten vergaß. denn Pflichten wollen auch im Frühling erfüllt sein. um darüber nachzudenken. die er blenden machte. Es war eine Art Nicht-mehr-weiter-Wollen. Man konnte etwas Frühmüdes und Ahnungsvolles im blühenden Strauch finden. noch ferner . Man dachte. viel zu träge gewesen. hinüber und zu Boden und fühlte sich betroffen von all der Mattigkeit dieses Blühens. einige Male. ein Gehorchen und Aufhorchen. Als er nach Hause kam. dann nichts mehr. verhauchten Waldberge klangen wie ferne. Aber es war süß so. Die Farben waren der selige Ausdruck davon. das wurde ihm klar. dann ganz dumm. man saß. schaute in die Ferne. daß es jetzt eigentlich Zeit sei. so gehen. indem man so ging. daß man sie begriffe. zu trotzen. ich will noch nicht daran denken. noch irgend etwas schön zu finden. hinauf. Man konnte sagen und denken. Er war ein Mann und gehörte einer strengen Pflichterfüllung an. wenn auch ganz geringfügige Pflicht zu erfüllen. Konnte das Summen über sein Summen und Girren und Singen entzückt sein? War es dem Gras gegeben. Unausgedachte! Es war leicht und schwer. wenigstens jetzt noch nicht. schlenderte. wie jetzt hier. Bald mußte es gewiß ein Ende nehmen. denn es konnte nicht weitergehen. man war ein Stück Frühling geworden. irgend etwas zu begreifen. und wieder begriff es sich ganz von selbst. drang durch niedriges. indem es sich in das Horchen nach einem Klang auflöste. sich in ihren eigenen Anblick zu vergaffen? Man wurde nicht müde und stumpf. ein Harren und Hangen! Die Düfte hingen und die ganze Erde harrte und wartete. sagte sie. Es mußte bald wieder gehandelt werden. zuletzt wurde es ganz schwer. war eine Säumerin. hinweg. erleuchtetes Buschwerk. dichterisch und natürlich. In den Brunnen spiegelte er sich und im fließenden Flußwasser. dann scheinheilig. daß man auf den Denksteinen die Inschriften lesen konnte. man fühlte die Landschaft ein wenig englisch. englischer Garten. wonnig und schmerzhaft. dann schlug er einen weiteren Weg ins erhöhte. trieb. nur süß. Das Summen im Wald war nicht das Summen in der nackteren Lichtung. haarähnlichen Äste und machte. so wie sie aussah.nach allen Seiten um. Man hatte immer zu kämpfen damit. es begriff sich nie. leise abzulehnen. aber man ließ es so sein. Die blauen. Man hatte nicht nötig. es blieb immer dasselbe Unausgesprochene. Der Mond verliebte sich in das Weiß der blühenden Gebüsche und Bäume und in die langen Windungen der Straßen. Es war komisch und weithintragend. die dort begraben lagen. ein Darbieten wie Kinder darbieten. so könnte es nun da und da auch aussehen. ging. erwiderte er. um zu denken. Denn ein Schwanken war alles. Simon ging um den Kirchhof herum. oder in die Erinnerung.

Sie sprachen während des Essens über das Essen. wie von einem Spiegel verdoppelt und verdreifacht. Auf diese Art verging sie eigentlich schnell. und was wäre dann das? Nein. er blieb ja. heitere und leichte. ihr Gefühl und ihren Verstand daran zu belehren. Beide kamen sich so vor. ohne daß man es merkte. Die Vergangenheit selbst machte ihnen wiederum die Gegenwart deutlicher und empfindlicher. Wahrscheinlich würde er sich toll zurücksehnen. alles aufzutischen. um sich daran auf eine leichte Art zu berauschen. Eine erträumte Zukunft war immer eine schöne. nicht hingeben. So kamen wieder ein paar Tage und schwanden wieder. Zehntes Kapitel. aber sie wollten sie so vertändelt wissen. schlossen sich jetzt noch lebhafter aneinander. als ob sie jedes für das andere bedeutend genug wären. So versanken sie in die köstlichen Bilder der Vergangenheit und waren immer bemüht. und daß jedes sehr wohl ernsthaft zu handeln und zu reden verstände. um mit Stolz miteinander ein Stück Leben zu verbringen. in das Herz schloß. Was wollte er denn eigentlich. Andern Mädchen geht es vielleicht ebenso. die sie dachten. Aber machte man denn nicht oft Unziemliches? Übrigens. denn das würde sich ihm nicht ziemen. wenn es nur wollte. auch ihr Lachen daran zu wetzen und bei traurigen Anlässen heiter zu bleiben. daß der Ernst nur dahinter sich verborgen hielt. die sie mit Worten begleiteten. inhaltsreicher und lebhafter und zeigte auch gerader und sichtbarer den Weg in die Zukunft. ehe sie ging. obgleich sie lange zauderte. sondern ich kann nur darüber nachdenken. entschwundenen Zeit. er blieb gerne noch auf eine unbestimmte kleine Zeit da. daß er es nicht nur für klug und seiner Lage angemessen hielt. Sie vergaßen längst. daß sie nur Geschwister waren. und wonach trieb es ihn? Er würde kaum Reisegeld haben. den diese Empfindung ihr bereitete. indem sie ihn inniger. noch einfiel. Weißt du noch! So fingen öfters ihre Gespräche an. was ihnen aus der frühen. ich weiß es nicht.hier zu bleiben. als früher. mit ihr zusammenzuleben. die sich bemühen. aber undurchsichtbare Scheidewand vom Leben getrennt bin. daß sie sich ihrem Bruder immer mehr zu erkennen gab. dessen Einfachheit und Delikatesse sie mit gesuchten Worten priesen. was es auch sein mochte. und sie dankte ihm dafür. mit dem Sehnen müßte dann natürlich aufgeräumt werden. sie kamen sich mehr durch das Schicksal als durch das gleiche Blut verbunden vor und verkehrten miteinander ungefähr wie zwei angeschlossene Gefangene. und während der Arbeit über die Arbeit. Vielleicht habe ich meinen Lebensberuf verfehlt. Sie verbrachten plaudernd die Abende bei der Lampe und wurden nie des Redens müde. und verhehlte sich den Trost nicht. Hedwig empfand. Hedwig sagte eines Abends: »Ich möchte bald meinen. Es schmeichelte ihr. irgendwohin zu reisen. Simon und Hedwig. und diese empfundene Gegenwart war. Die beiden. wohin er gehen sollte. wenn er fort wäre. Aber ich kann nicht traurig darüber sein. wie es sich auch ziemte. sondern auch für interessant. Sie sprachen und dachten viel in Erinnerungen und versprachen sich. und weiter wollte er sich den Gedanken die ihn belästigten. daß ich wie durch eine leichte. als ich meinte. einen . und während des Spazierens über die Freude und den Genuß des Spazierens. und die Gedanken. Sie vertändelten viel Zeit. wo sie beide noch klein waren. die sie sich oft ausmalten. weil jedes fühlte. und dort. was erwartete ihn dort? Nein. das Leben über der Freundschaft zu vergessen. Die Zeit kam so geräuschlos und entfernte sich.

lange nicht. Wenn man dich als Zuhörer hat. als es wäre nötig gewesen. ich weiß es. Eine sonderbare Ehre. als ich unternahm. kann man ein ganzes Leben mit einer Idee hinwegdenken? Wehe. mit mir. denn meine Kräfte halten dies Leben nicht lange mehr aus. sie zu überwachen und zu belehren. welche Gefühle mich dazu getrieben haben. Du verstehst mich. aber nicht gern. es wäre ein schönes Leben. daß du einen Beruf ergreifen willst. Laß mich weiter erzählen. oberflächliche und leicht hingesprochene: »Tu das. das ich dir mache. wenn diese Idee und dieses Opfer einem eines Tages gleichgültig werden. die mir eine tägliche Erholung sein sollte und die mir nur eine Last ist. Andere würden mich vielleicht ebensogut verstehen. die ich als ungebührlich und ungerecht empfinde. innerlich armes und sehnsüchtiges Mädchen zu sein. Es hat niemand meiner so gedankenvoll gedacht. ich habe nicht daran gedacht. daß das Unrecht in seiner Art unschuldig und süß ist: die Kinder? Die Kinder! Ich kann sie nicht mehr ertragen. und die Erfahrungen machen einen wieder an anderes glauben. weil du einer bist. ich bin ihr nicht gewachsen. Warum bin ich nicht Modistin geworden oder sonst etwas? Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen. als es nötig ist. es zu werden? Man glaubt so Vieles. was nur Männer unternehmen sollten. Wie sonderbar mir das jetzt vorkommt. aber ich sehe das Gegenteil ein: mich zusammensinken sehe ich unter meiner Aufgabe. der einem alles ersetzen soll. Ich freute mich über den Gedanken. Es liegt eine Härte gegen sich selbst darin. Habe ich Freude an meinem Beruf? Gar keine Spur. ich wäre es. Ich glaubte. das mich damals erfaßte? Glaubte ich gar. aus diesem oder jenem Grunde. wie ich es aufgefaßt habe. daß ich ein Mädchen bin. Es ist schade. die Verpflichtung. Du verstehst gern. schüchternen und hilflosen Menschenschar gewidmet zu haben. Kinder in die Welt hineinzuführen. Was war es denn so Wunderbares. dem man mit einer Art Lust Geständnisse macht.Beruf für das Leben lernen zu sollen. Wir Mädchen lernen ja doch nur halb. wenn man den Gedanken. über einfache und offene Geständnisse zu erschrecken. ihnen die Seelen für die Tugenden zu öffnen. daß ich Lehrerin geworden bin. Simon: ich habe es zu ernst und zu heilig aufgefaßt. denn du nickst mit deinem Kopfe. und zwar bald. sie zu unterrichten. daß ich ein Mädchen bin. einen solchen Beruf zu ergreifen. über ihren Eifer und selbst über ihre Fehler. aber sie ist viel zu schwer für mich Schwache. Aber kann ein solcher einziger Gedanke über ein Leben hinwegtäuschen. meine Schulkarriere aufzugeben. über ihre kleinen Bewegungen. Es ist ja auch eine ganz schöne Aufgabe. Ich freute mich in der ersten Zeit über alle ihre Gesichter. und glaubte ich. Niemand hat mir geschmeichelt mit einer solchen Bemerkung. Unrecht. wie jetzt ich mit dieser Ehre von Beruf. weil du keine Gründe hast. um den . wenn der Ton aus einem Herzen gekommen wäre. erzählt man gerne. Du lebst mein ganzes Leben in dir mit. nicht mehr mit so inniger Leidenschaft zu denken vermag. sollte ich haben? Liegt nicht in meiner Empfindung das Maß für mir zugefügtes Unrecht? Und was kann ich denn dafür. Ich würde darauf gehorcht haben. wie diesen. Macht dir alle Ehre. Niemand hat mir gesagt. die Sendung spüren zu müssen. ein unglückliches. dieses zu empfinden. es werden zu müssen. daß du mir nicht mehr sein kannst: Auch das würdest du gerne sein. tu das. Ich glaubte. wenn man unerfahren ist. mir eine solche einfache Bemerkung zu machen. mich dieser jungen. So höre denn weiter. so Verheißungsvolles. das Leben so ernst aufzufassen. Du bist eigentlich zu gut dazu. was einen niederdrückt. Das. es ist uns nicht um das Lernen zu tun. Ich muß es dir sagen. Ein Beruf ist eine Last durchs Leben für einen Mann mit starken Schultern und vorwärtsstrebendem Willen. Das ist gut. empfindet man als ungerecht.« Und so weiter. eine Wohltäterin zu werden. erschrick nur nicht über dieses Geständnis. auf die ich gehorcht hätte. wenn ich im ersten Augenblick auch die Empörte gespielt hätte. Aber ich hörte nur Worte. daß ich entschlossen bin. nur mein Bruder zu sein. Wie merkwürdig. und ich bitte dich. deiner Schwester. ein Mädchen wie mich erdrückt er.

Ich bin zu schwach. in diesem Sinn zu dienen. ein Mädchen und einen Knaben. die meinem Stolz und meiner Schwäche zusagen wird. Arbeit für mein Herz und auch für meine Hände zu bekommen. eine Genugtuung. und das ist der Verrat. aber nur dann. abzuschätzen. daß ich imstande sei. von meiner Auffassung abzuweichen. wenn man überhaupt einen Tausch merkt. daß ich zu lieben. das ich nicht empfinde. oder die meisten Menschen. daß man mich gewähren lasse. um täuschen und heucheln zu können. und ist unglücklich. wenn man annimmt. daß es ein Glück und eine Pflicht gibt. sondern daß ich hoffe. daß ich das je lernen werde. zu gehorchen verstände. Vielleicht ist das übertrieben gesprochen. nach dem ich mich schon lange gesehnt habe. wenn man die Absicht hätte. Wehe. den ich nicht mehr mit ansehen will. daß ich schon jetzt. gesagt. Zu glattem und speichelleckerischem Dienst sei ich nicht zu gebrauchen. daß ich erwarte. und ich suche jetzt nach einer Arbeit. um ihm eine Wohltat zu erweisen. Ich habe mich sehr stolz in dem Schreiben ausgedrückt. beides eines! Ich will Erzieherin werden und habe bereits einer reichen. daß ich Klavier spielen und schöne Sachen sticken könne und daß ich ein Mädchen sei. daß ich anders sprechen könnte. um in der Stille weinen zu können. um meine ganze Schwäche einmal entladen zu können. so ist das nur die Ausnutzung eines Augenblickes. in einem vielleicht zu langen Briefe. Ich habe in dem Briefe. und ich erblicke. und das bestimmt. dem man nur mit Strenge zu begegnen brauche. an ferneres und weiteres. Eine Schullehrerin muß in den kleinen Dingen mit ihrer ganzen Liebe untergehen. so scharf ich auch nachdenke. die das Vorlügen rechtfertigten. die eine Stärke verlangte. sie sind mir immer lieb geblieben. deren ich nicht fähig bin. daß es mir Schmerz und Enttäuschung bereiten würde. italienischen Dame brieflich meine Dienste angeboten. daß ich mir meine zukünftige Herrin lieber stolz und streng. ihr. seine Schwäche eingestehen zu dürfen. zu ihr zu kommen. daß es mir an der nötigen Achtung vor Kindern nicht fehle. Einmal nur mit einem Hauch treulos. die mir nicht schmeichelt. um bei ihr auszuruhen. habe der Dame gesagt. daß ich wohl schmeicheln könnte. um dieselben streng und zugleich hingebungsvoll zu erziehen. nach den Monaten der peinigenden Zurückhaltung. Wenn ich mit dir jetzt so rede. daß ich nicht die Absicht hätte. zu unterscheiden. daß man sie. ein Wohlbefinden zu lügen. Ich habe ihr das Geständnis gemacht. aber nicht zu schmeicheln. Diese Sprache aber entspricht meiner Auffassung vom Leben. Wem könnten Kinder nicht lieb sein? Aber wenn ich unterrichte. keine Gründe. in welchem ich ihr geschrieben habe. Es tut einem so wohl. eine Zufriedenheit. denke ich an anderes. zwei Kinder. den ich an ihnen begehe. daß ich die Schulstube gerne mit der Kinderstube vertauschen möchte.Tausch in der Seele zu rechtfertigen. will man mit dem Lebensgedanken. leicht und frech hintergehen könnte. ihre beiden Kinder innig liebe. wenn nur immer ein Tag zu Ende ist. wenn ich es selber mir beföhle. man irrt sich. Ob es mir gelingen wird? Ich weiß es wahrhaftig nicht. und ich glaube. auf eine . was alles. weiter denke ich an nichts mehr! Die Kinder blieben mir immer lieb. so wankelmütig und untreu geworden zu sein. in der Vorausahnung. und ist froh. daß ich die Kinder liebe und achte. Ich bin der Pflichterfüllung. mit Wehmut und Zorn zu vergleichen. zu denen ich so spräche. nichts mehr zu tun haben und sagt sich: Ich tu meine Pflicht. da ist es wohl unmöglich. sonst vermag sie nicht Gewalt auszuüben. daß ich eine zugleich heftige und gelassene Auffassung vom Dienen hätte und daß ich nicht dazu zu bewegen wäre. daß alle. als nachgiebig vorstelle. bis ich die Überzeugung gefunden habe. Ich habe es noch nicht gelernt. daß ich suchen muß. als ihre kleinen Seelen sind. der nur auf vollkommener Hingabe beruht. der Dame. diese Sprache übertrieben finden würden. ich weiß nicht. in allem Wünschenswerten zu unterrichten. auf die Dauer nicht fähig. und ohne Gewalt bleibt sie wertlos. ebensowenig hätte ich das Talent. aber ich weiß nur. Dann fängt man an zu grübeln. wenn ich sie so fände. und ich bin auch fest davon überzeugt.

die für mich erniedrigend und keine Gnade wäre. wenn auch nur einmal im Jahr. Vielleicht gibt es ein Glück dieser Art für mich und eine Achtung. wenn sie mir. ich habe mich zu sehr daran gewöhnt. was es einem . ob es möglich ist. die meinem Auftreten noch anklebe. Trotzdem bin ich fest entschlossen wegzugehen. gern verzichtete. Infolgedessen muß ich versuchen. glücklich zu sein. in welcher Weise ich es verstünde. alles hier ist dann der Brocken. Ich sagte ihr. daß man unglücklich werden kann. was mich nicht dazu berechtige. weil man versuchte. so lange du es schön fandest. ein Zeichen gütiger Zufriedenheit gäbe. und so fand ich es auch noch schön. obwohl ich sie noch gar nicht kenne. wie gern ich sie bewundern und ihr gehorchen möchte und ihr zeigen möchte. Ich werde vielleicht bald von hier fortgehen. Aber weiter würde ich es nicht mehr schön und groß genug für mich finden. wie ich mich dabei zu verhalten habe. unstolze Weise zuvorkommend zu sein. denn ich verlasse viel und werde vielleicht nichts dafür bekommen. die ich genieße. es schön zu finden. Wie kann ich länger zusehn. oder vielmehr so: der ganze Ort. gegen das andere: glücklich zu sein und den Stolz des Herzens befriedigt zu haben. und was sollte ich dann noch hier? Du lassest mich wie einen Brocken. denn Mangel an Mut kann man nicht achten. wie einen schlecht gewordenen Gegenstand zurück. zu sagen. Ich muß mir ein Leben suchen. Ich sprach dann die Befürchtung und zugleich die Hoffnung aus. weil mir der Mut fehlte.« fuhr Hedwig fort »was hätte mich daran sollen verhindern können. und ich dann noch mitten drin? Nein. als vielleicht die Schüchternheit. der es ein Vergnügen wäre. daß ich nicht imstande sei. an der ich emporblicken könne. und die Abreise macht mir Kummer. Auch du gehst ja bald fort. um zu lernen. »Ja. Auch unglücklich zu sein ist noch schöner als geachtet zu sein. ihre Geheimnisse auszuplaudern. das Dorf. wenn man mir nur zeigte. denn ich mag nicht mehr allein sein mit meinen Träumen. Ich kann nicht leben und mein Leben verachten. trotz der Achtung. der ihr verbieten würde. der verlassene. daß das. das mich das Weggeworfene und im Stich Gelassene vergessen ließe. das ich mehr zu schätzen wüßte als Vertraulichkeit. glücklich zu werden. mir einzugestehen. mir ungerecht zu begegnen und daß ich in meiner Seele entzückt wäre. weil es eng und stumpf wäre. und es wäre auch eng und stumpf durch meine gleichgültige Verachtung. das Linkische und Unbeholfene sei sonst nicht meine Natur€--€--« »Hast du den Brief schon abgeschickt?« fragte Simon. daß ich hoffe. Daß ich aber auf eine milde Behandlung zu Gunsten einer kalten und strengen. in mir eine Schwätzerin in ihren Dienst zu nehmen. ein neues. das andere nicht.unzarte. das Leben. und du fandest es schön. die man der Liebe und der Sehnsucht zollt. daß ich die Sprache ihres Landes. in ihr Haus zu treten. die einen immer so haben wollen. mit Hilfe deiner Augen anzusehen. Ich will nicht deshalb unglücklich sein. das wir hier führen. ich verdiene vor mir diese Achtung also nicht. Was ist das: geachtet zu sein. wie man sich in allen Fällen zu benehmen habe und daß sie nicht zu fürchten brauche. denn in meinen Augen ist nur das Glück achtenswert. Ich bin unglücklich. Sonst wisse ich nichts. wenn es nur zugleich keine beleidigende sei. wie es ihnen am besten paßt! Warum soll es das? Und warum muß man die Erfahrung machen. daß ich keine Gerechtigkeit aber Stolz verlange. nicht der Klugheit. unbeachtete und weggeworfene Gegenstand. die ich aber zu überwinden hoffe. Solches Unglück ist achtenswert. das nur Achtung einbringt und nur Achtung von Andern. eine Dame zu finden. doch sicher bald lernen würde. sagte ich zum Schluß. ohne Achtung zu beanspruchen. und wenn das ganze Leben auch nur in einem einzigen Suchen nach Leben bestehen sollte. ich würde es verachten. ihr niemals lästig zu fallen. daß ich meinen Stand sehr wohl und zu jeder Zeit von dem ihrigen abzumessen verstände. daß ich mich zu einem solchen Leben verdamme.

das mich noch immer überreden möchte. Ich würde zufrieden und heiter gewesen sein. Man wird mich hier mit vielem Bedauern wegziehen sehen und es nicht verstehen wollen. und wenn ich so spreche.«€-Sie sagte sanft und ruhig Gute Nacht. weil er träumt. auch verachtest du niemanden. Mit einem Wort: ich würde geworden sein wie die andern und würde das Leben verstanden haben. so etwas zu sagen. in der ersten Zeit. es kommt nicht zu uns. man redet sich nur in eine Heftigkeit hinein. hätte meinem Manne und seinen Geboten und dem gehorcht. Doch das alles blieb nur ein Traum. wie die andern es verstehen. hier zu bleiben. »daß ich noch hier bin. und auch ich verlasse das Land mit einem Gefühl. Einem andern als dir würde ich mich hüten. zu bauen und zu pflanzen. die um einen besorgt scheinen. Wie diese vielen Ratgeber schwinden vor der Herzensgewalt einer frei vollbrachten Tat! Und wie sie einen knechten mit ihrer süßlichen Liebe. was einer Bäuerin Pflicht wäre. sobald man nur etwas Mutiges sagt. Man möchte alle seine Gefühle erläutern und kann es doch nie. Ich würde dann nie wieder nach Glück gestrebt und heißere Empfindungen vergessen haben. gehen wir zu Bett. Wie käme ich dazu! Ich habe jetzt nur ein wenig zu viel gesprochen. keine weitere Liebe als Achtung zu verlangen und das Entzücken zu haben. Simon! So beinahe andächtig! Und doch bin ich auch darüber froh. mich zu schonen und mich sanft für meine kommende Aufgabe zu erziehen. es wird einem so viel Furcht eingejagt von Fürchtlingen. die an sonnigen Sonntagen unter der Haustüre gestanden und die Vorübergehenden beinahe schon verständnislos angeblickt hätte. Wie du gestern mir nur so geduldig zuhören konntest.« sagte sie am andern Morgen. gestern so mitteilsam gewesen zu sein. zum Schluß nichts wert ist? Da hat man dann gesorgt und gehütet und gewartet und ist nur genarrt worden. Vor dir werden Träumende nicht lächerlich. Bäuerin zu werden. ein Heim zu besitzen mit einem Stück Land und Stück Garten. was mir als Pflicht würde vorgeschwebt haben. Ich hasse sie jetzt beinahe. einem Mann anzugehören. daß man das Mutheischende zur Ausführung gebracht hat. spreche ich leicht etwas zu viel. einem einfachen und zarten Menschen. Und doch bin ich froh. solche von meinem eigenen früheren Schlag. wenn sie hörten. da noch vieles heißer gedrängt und gepocht hätte. Als ob es hierauf ankäme! Ich muß beinahe lachen und schäme mich ein wenig. zufrieden. so ganz . wenn man diesen Mut nicht findet und sich ihnen ausliefert. weil es sich nicht geziemt hätte. und ich wäre unter Sorgen eine alte Frau geworden. und heiter. Komm. nein. Und ich hätte gewußt. Wie würden die sich erst betragen. Freilich. wenn wir nicht hingehen und es uns holen. Es ist bitter unklug. weil ich sie für gefährlich und schädlich hielte. Ich bin auch sonst gar nicht ein so überspanntes Mädchen. warum ich einen so angenehmen und ersprießlichen Platz verlasse. Am Abend ist man nicht wie am Morgen. die den Kopf schütteln. auf etwas warten zu wollen. denn einmal muß man sich aussprechen. Mein Mann würde vielleicht den Takt besessen haben. das heißt. wozu ein Stück Himmel gehört hätte. dann wäre es auch gegangen. und eines Tages würde ich verwundert an mir die Beobachtung gemacht haben. weil ich nichts anderes gewußt. womit ich mich für allen Verlust einer tieferen Liebe entschädigt gefunden hätte. ein Tag hätte den andern in die Zeiten hinuntergerollt. nicht mehr dulden mochte. Wie kann man sich nur so stürmisch von einer Stelle wegwünschen. was ich dankbar würde haben geschehen lassen mit mir. Ich habe geträumt.eingebracht hat. daß ich innerlich Frauen von heftiger und sehnsüchtiger Gemütsart. »Ich bin doch froh. meinem Manne eine unmutige Stirne mit dunklen Sorgen zu zeigen. Der Himmel würde die Erde berührt haben. meine Kinder aufwachsen zu sehen. denn du verachtest überhaupt niemanden. Meine Träume wären mit den Tagen wie Abende eingeschlafen und würden nie mehr wieder etwas gefordert haben.

wenn man für Vieles nicht Zeit hat. einen Menschen ganz verändern. mich anzukleiden. Nun bitte ich dich. die mich jetzt ganz einhüllt. Mach die Fenster auf. der nicht. es macht dir nichts wenn man so zu dir spricht. Was wollte ich gestern? Glück? Habe ich es denn nicht schon jetzt? Soll man erst suchen müssen in der unbekannten Ferne. kommt mir heute am hellen Morgen wie ein ängstlicher. und du weißt. froh und leicht daläge. Willst du mir das Frühstück ans Bett bringen. Ich glaube. man könnte von dir viel Ungebührliches verlangen. Ich glaube es wohl. da du mir das Frühstück an mein Bett bringst. Eine einzige Nacht ruhig geschlafen zu haben. wie neu geboren. Draußen scheint mir die schöne Gegend zu tanzen. so wie ich immer des Abends müde bin. wenn du Übeltaten verrichtetest. und seitdem. wenn du lachtest. Nicht ein einziger Gedanke mehr. habe ich gehört. denn. ich weiß es noch so gut. jetzt bitte ich dich. Dir gegenüber erlaubt man sich alles. das darfst du nicht. als hebe mich jemand empor. Es ist so schön. aber jetzt bin ich so leicht. Ich habe ein Gefühl für kommende Zeiten und lasse nun alles kommen. als du ankamst. Dein Betragen erlöst anderer Betragen von jeder Art Unfreiheit. wie seine Herrin. Gestern so gesprochen zu haben. recht gut. Ein ganz klein wenig verachte ich dich. mir einen Kuß zu geben. wenn die Fenster aufgemacht werden. Simon! Aber ich weiß. wie wenn ich eine portugiesische Noblesse wäre und du ein Mohrenkind. wie man diese . Nach drei Tagen werde ich zu dir sagen: »Bleib noch drei«. Ich halte dich übrigens für einer Heldentat fähig. und du wirst dich ebensowenig widersetzen können. Jetzt wirst du bald gehen. im Bett zu liegen. als trüge mich etwas. so ist es ein Tag wie geschaffen zum Sonntag. Ich habe ein so gelenkiges Gefühl. aber mir das Vergnügen stehlen. viel mehr den der Liebe. ehe du es einem übel nähmest. Lache nur nicht! Es würde mich übrigens freuen. Was man von dir verlangt. so verschieden im Ausdruck und im Empfinden. nämlich ich. wie man jemand trägt in einer Sänfte. Auf die Stirn. Sieh.«€-Simon ließ sie allein. wie viele schöne und regnerische Tage sind schon vorbeigegangen. mir eine Aufmerksamkeit zu erweisen? Seit wie lange bist du jetzt bei mir? Warte einmal. wenn es dir darauf ankommt. Simon? Es würde mir Spaß machen. Wo nehme ich nur all die Fröhlichkeit her. die Luft dringt zu mir hinein. ganz behutsam! So! Ich bin wie eine Heilige heute am Tag gegen gestern am Abend.anders. es war Winter. Du willst alles. Vielleicht halten es andere Menschen mit dir auch so. Siehst du die Geranien? Sie stehen so schön vor dem Fenster. Ich habe dir früher Ohrfeigen gegeben. Du machst wenig den Eindruck der Klugheit. blauen Morgen der passendste Laut. so wie du es jetzt tust.« sagte Hedwig im Laufe des Tages zu Simon. Du bist ein merkwürdig widerstandsloser und skrupelloser Mensch. das meinen leisesten Wink verstände. Ist es heute Sonntag? Wenn nicht. dich noch ein paar weitere Tage bei mir zu haben. das tust du. an das Glück zu denken? Es ist gut. Natürlich bringst du mir das Verlangte. der Schnee fiel. »dich als etwas mir Unterlegenes zu behandeln. Man kann sich eines gewissen verächtlichen Gefühles dir gegenüber nicht enthalten. oder so: laß mich dir lieber einen geben. so würde man ja sterben vor lauter Anmaßung. was man will. aus dem Zimmer zu gehen und mir die Freiheit zu lassen. Warum solltest du dich weigern. übertriebener. ich denke doch ganz gut von dir. ganz ebenso wie ich. so gesund. hätte man Zeit. unter den Menschen. mich von dir bedienen zu lassen. »Ich bin immer daran gewöhnt gewesen. die gewiß gar keine Zeit haben. Wie hell ist mir jetzt im Kopf. so frisch. denn das ist für den frühen. als jetzt. das kann. ich habe dich stets der Mutter zur Bestrafung angezeigt. indes ich noch im Bett liege. Was war es denn nur! Soll man denn die Dinge so reizbar schwernehmen? Denke gar nicht mehr daran! Ich muß gestern müde gewesen sein. trauriger Traum vor.

daß du je mit deinem Tun und Trachten Erfolg haben wirst unter den Menschen. so schreibe mir nicht. sieh dir doch einmal wieder deine Hosen an: Unten zerfetzt! Allerdings. wie soll ich sagen. Das wird Viele beleidigen. und du wirst dich im diskreten Verschweigen und Aussprechen meist als Meister erweisen. werden dich tieferer Empfindung und kühner Gedanken für fähig erachten. der den Erfolg macht. und das nimmt Zeit in Anspruch. mit dir allein ein herzliches Gespräch zu führen. nicht als ob du dir irgendwelche Mühe dabei gäbest. sieh dich vor! In einer größeren Gesellschaft von Menschen. meine ich. Oder etwa nicht?«€-Sie dachte eine Weile nach. wenn es in deiner Macht steht! Gib etwas mehr acht auf dich und sei eitler. wo es doch darauf ankommt. zuzuhorchen. und das ist im Gespräch vielleicht wichtiger. wie dir. unbedeutend für Frauen. denn du verstehst es. etwas Unzurechnungsfähiges. als erwartetest du die Worte von außen aus irgend einer Richtung her. Man wird gern einem verschwiegenen Menschen. aber du wirst deswegen deine Ruhe keineswegs verlieren. Unbekümmert-Läppisches. Ändere dich doch da ein wenig. aber Hosen sollen ebensogut in Stand gesetzt sein wie Seelen. der sich zuerst öffnet und offen bleibt. was ja bald geschehen muß. Vernachlässige mich. den Mund noch aufzutun. für einen Vorzug halten. Geheimnisse und Seelenangelegenheiten anvertrauen. fade für die Mädchen. Du sprichst ein bißchen schwerfällig. die dich kennen gelernt haben. ehe du zu sprechen anfängst. mir von deinem ferneren Treiben eine Nachricht zukommen zu lassen. doch wird dir das nie Angst einjagen. früh mit ihrem Urteil über dich fertige Feinde haben. denn es zeugt doch von Nachlässigkeit. denn deine Blödigkeit kann sehr weit gehen. Du hast etwas Blödes an dir. wo schon so viele durcheinanderschwatzen. etwas. wird dir immer versagen. aber du wirst dir sicher auch nie deswegen einen kummervollen Gedanken machen. das wirst du bald selbst für einen Fehler halten müssen. öfters daran zu denken. als selbst das Sprechen. daß man sich zeigt und beliebt macht durch hervorragendes Sprechen. Andere werden dir immer unzart und du wirst andern immer unverschämt vorkommen. zerrissene und zerfetzte Hosen zu tragen. und du wirst viele unfeine. denen du gefallen wirst. Was sollte uns beiden das Schreiben nützen? Ich werde hier weiter leben und es als einen Genuß empfinden. die dir zu schwitzen geben können. Was ich dir noch sagen wollte: Du glaubst doch nicht etwa. du müßtest verpflichtet sein. Das ist der Schwerpunkt und die Ursache. Du wirst den meisten Menschen eine uninteressante Erscheinung sein. Du sollst nicht meinen. beweise ich doch sicher auch wiederum Erfahrung. Das werden einfache und gute Menschen sein. Du mußt also auch eine zerfetzte Seele haben. unbewußt. man wird dich frech nennen. Dagegen werden es manche Menschen. absolut unvertrauensvoll und unenergisch für Männer. Man wird dich infolgedessen übersehen: du wirst dann trotzig und benimmst dich unschicklich. das wird Reibereien geben. so wie ich dich kenne. Der erste Eindruck. und ich weiß schon: es sind nur Hosen. was dir. Zum Beispiel. ehe man dir glaubt. wie du es früher auch getan hast. Ich glaube nicht. Nur die dich kennen. daß dir noch vieles zu erfahren bevorsteht. weshalb du sehr wahrscheinlich im Leben erfolglos bleibst: Man muß dich immer erst kennen lernen. daß du . aber indem ich sage. die sich alles von dir versprechen.Empfindung ungefähr einschätzt. von mir fort bist. und die Nachlässigkeit kommt aus der Seele. und fuhr dann fort: »Wenn du nun. Ich will es nicht. Dich werden nicht viele Menschen lieben. Simon. daß ich dies im Scherz gesagt habe? Da lacht er. aber es wird etliche unter ihnen geben. wenigstens nicht ähnlich sähe. Hältst du mich nicht für ein bißchen erfahrener als dich? Doch nein! Du bist erfahrener. die andern nicht. denn ganz und gar nicht eitel sein. wirst du immer stumm bleiben. weil es dich nicht reizt. hast einen etwas plumpen Mund. daß sie dir in den Mund hineinflögen.

wenn du fort bist und ich will dir sagen warum: du warst so still in der Nacht. einen Mangel als einen Druck zu empfinden. du vermehrtest mit deinem Schlaf die Stille. Weißt du was: ich habe die Täuschungen lieb. das bald nun herrenlos und schlaflos sein wird. und ich werde sie noch schöner finden. Wir waren zwei stille. aus Rücksicht auf mich. Er hätte gekonnt. denn ich werde mich öfters im Dunkel im Bett aufrichten und auf irgend etwas aufhorchen. ich weiß es. Kein Herz wird dir je nachzittern! Dir einen Gedanken weihen? I. werden nur schüchtern herankommen zu mir. Seh einer doch. Simon. nachlässig. nein. nun werde ich allein still sein müssen. Geh mir aus den Augen! Marsch!«€-* * * * * Während der folgenden Tage war schlechtes. die Tage müßten jetzt selber fühlen. Einen oder zwei Tage. wie kleine. so frech zu lachen. Ich werde alle die Orte aufsuchen. auch leiser! Sie tun es auch. wegen dir wird niemand weinen. dachte er. und wenn du hundert Jahre alt würdest. Die Nächte. Das ist alles. Ich spüre ihr Nahen wie einen Kuß und ihr dunkles sich Entfernen wie einen Händedruck. den er noch fertig zu lesen wünschte.drei Monate lang da warst. glauben. was! Ja. Man spürt. man merkt es sich. und es wird weniger still sein. wird man gelegentlich deiner gedenken. Ich wüßte nicht. Wenn du fort bist. Glaubst du. wie kostbar sie mir sind und müssen. denn ein Fehler. immer das Buch in der Hand. wenn ich im Begriffe bin aufzustehen. daß du fort bist. ja. dachte er. Ich lese noch so lange. gedehnter. Die Gegend wird mich emportragen und mir dein Bild zeigen. Wie käme ich dazu! Im Gegenteil: etwas Befreiendes. was du hinterlassen könntest. Manchmal lief er zwischen den Reihen von Bänken auf und ab. Am Morgen werde ich. ich spreche im Ernst. wenn es schönes . deinen Schritt und deinen Kopf und deine Stimme zu vernehmen. und du mußt sie ebenfalls lieb haben. im Strohbett. Dann werde ich fühlen. Andenken zu hinterlassen. denn du verstehst zu schlafen. Die Nächte! Wie viele Nächte hast du bei mir geschlafen. aber weiter? Etwa Sehnsucht. Diese Tage! Ich meine. die wir zusammen schön gefunden haben. als es noch regnet. Die Nächte werden weniger still sein. denn du besitzest ja gar nichts. Mir und der ganzen Gegend wird etwas fehlen. Simon konnte doch nicht bei diesem Wetter seine Reise antreten. denn immer blieb er stecken in Gedanken. großen Schulzimmer und las in einem Roman. und lächeln über die Täuschung. Mehr verdienst du auch nicht. Und dann: Lücken sind dazu da. dessen Inhalt ihn so sehr fesselte. Das darf dir nie in den Sinn kommen. Vielleicht werde ich dann weinen. auch das war wiederum ein Anlaß zum Dableiben. Du hast keine Ursache. ehe er ging. da will er sich gleich etwas vormachen. Simon. mehr nicht. langsamer. schuldbewußte Kinder mit gesenkten Augen zum Vater oder zur Mutter kommen. Merkwürdig. Du weckst keine. gar nicht etwa wegen dir. so wie man eine Nadel aus der Hand fallen läßt. und ich bitte dich. Nein. da drüben in der Kammer. daß er mit seinen Gedanken nicht davon wegkam. Er saß beinahe den ganzen Tag in dem leeren. regnerisches Wetter. träger und verweilerischer auftreten. um dich könnte man weinen? Keine Rede. aber mußte es denn gerade bei schlechtem Wetter sein? So blieb er noch. Du hast nicht das mindeste Talent. wie ein Winken mit einer lieben. die jetzt noch kommen. oder dergleichen? Nach einem Menschen von deinem Schlag empfindet niemand Sehnsucht. um mit etwas Neuem gefüllt zu werden. wie viel ich zusammenrede in diesen Tagen. aber diese Lücke und selbst dieser Fehler werden meinem Leben noch innigere Empfindungen aufdrücken. bist du fort. Ich bin nicht aufgelegt. Er kam nicht vorwärts mit seinem Lesen. ruhige Menschen während allen diesen Nächten. bekannten Hand. Erleichterndes liegt darin. ein Verlust macht die Dinge noch schöner. dir nichts darauf einzubilden. daß es viel weniger still mehr ist. etwas gezwungen. Du hinterlässest auch gar nichts. schön geschlafen.

mit der Eisenbahn wieder ankam. daß er vom Lande herkomme. daß es eine dumme Beklemmung sei. So wie er freie Bewegung bekam. Diese schaute den Spötter nur so verächtlich an. muß ich fortfahren.«€-- Elftes Kapitel. aber nicht für einen verwöhnten Landbewohner. daß du gar nicht wüßtest. daß es ihr heiß wurde vor uns. Ein Reisekoffer ist das ganze Haus. als da in diesen kleinen Koffer hineingehen? Du bist wirklich arm. Komm ganz in meine Nähe und gib mir die Hand. der nur in kleinen. sein Gepäck am Gepäckschalter ab und verlor sich unter die Menschen. Eigentlich habe ich nicht den Wunsch. als Simon in der großen Stadt. bleibe im Dunkel. wie es die meisten Reisenden tun. jemals wieder etwas von dir zu hören. Ich habe mit dir die Zeit gejagt und getrieben. wie ich mit diesem Essen umgehe. Ich werde dir aus dem Fenster nachschaue. die noch kommen werden. Die Menschen betrachteten ihn aufmerksam. Was soll ich noch sagen.« In der Tat. So sage mir denn adieu und geh denn. es würde mir Vergnügen machen. Dein Betragen war deine Dankbarkeit. er ließ die Hälfte davon stehen. Hedwig sagte am letzten Tag zu ihm: »Nun gehst du wohl. ohne vielen Appetit. sondern fortfahren. aber nicht mit Lesen. er war hungrig. Geh jetzt. die vom Landaufenthalt her in vollkommen gutem Zustand war. kämpfe im Dunkel mit den vielen Tagen. die er vor ungefähr drei Monaten verlassen hatte. Es war ungefähr zwei Uhr am Nachmittag. wende dich um und blicke noch einmal nach mir. Ich werde viel Achtung genießen. Mische dich in öffentliche Angelegenheiten. Er gab. Hast du wirklich nicht mehr Sachen. aus der Leute Mund von dir zu hören. mit jenem Geruch angefüllt. Was sollten wir noch mehr Zärtlichkeiten tauschen? Du Bruder zu mir Schwester? Was hat es zu sagen. ländlichen Bahnhöfen nicht anzutreffen ist. fühlte er sich auch sofort besser und wurde wieder auf seine leichte Gesundheit aufmerksam. wie du danken solltest. der Kellnerin leichthin zu bemerken. Er aß etwas in einem jener seltsamen Volkslokale. denn es stünde dir nicht gut an. weil ich dich kenne und weiß. das du in der Welt bewohnst. mach von dir reden. der mich nicht verdient. als er aus dem Wagen ausstieg. Man wird sagen: das ist eine tüchtige Frau. mir zu danken für das Hiersein. laß es. denn es liegt so etwas in der Art. Ich werde mich vielleicht in kurzer Zeit einem Mann hinwerfen. ganz gut für einen armen Städter. besser zu speisen. Zwischen uns bedeutet das nichts. Der Bahnhof war voll Menschen und ganz schwarz. bezahlte und konnte nicht umhin. daß ich gewöhnt bin. du! Denkst du nicht daran. nun ist es wohl abgemacht. . als ahnten sie. Simon dachte: »Diese Menschen müssen sicher fühlen. denn das Essen war mager und schlecht. Ich mute dir nie Schwächlichkeiten zu. Ich werde das Leben verspielt haben. eine Verbeugung zu machen und zu sagen. und zwar wirklich. Du verstehst nicht. Leb wohl. um dir Glück mit auf deine Reise zu wünschen? Bedanke dich doch. obschon er sich sagte. wenn eine Schwester ihren Bruder auch nie mehr wiedersieht? Ich entlasse dich ziemlich kalt. matt. wie du es kannst und verstehst. Versuche ein braver Mann zu werden. traurig und mutlos und konnte eine gewisse Beklemmung nicht los werden. Da aß er nun wieder. steif. Simon zitterte. daß du die Wärme beim Abschied hassest. Oder lebe dahin. Ja. das ich dir gewährt habe? Nein. Wenn du oben auf dem Hügelrand bist. die er da empfand. wie wenig es ihm gemundet habe.Wetter wird. Das hat etwas Hinreißendes aber auch etwas Erbärmliches.

die quer über die Straße mit kleinen. durch diese Straße mit gesetzten. aber sie harmonierte mit dem leichten. schaute bald zu Boden. aber eines solchen! -Simon trat hinaus. die seine Schuhe nicht beschmutzen und seine Hände nicht anstrengen würde. lebhaften Straße hinter seinem Rücken und doch in seinen Ohren zu haben. Eben ging er jetzt durch eine schöne. In dieser Beziehung war es doch dumm. den Lärm der schönen. ihrer Aufforderung lebhaft nachzukommen. Er schloß daraus. die er gleichmütig verfolge. mit hinauf zu kommen. warum er nicht hätte gehorchen sollen. Er ließ sich gehen und tragen. um etwas so recht ins Auge zu fassen. ein allzusonniges Gesicht zu machen. Er unterschied in seinen Sinnen die Schritte der einzelnen Passanten. Er nahm sich vor. in der man. in der Stadt zu leben. um den Fortschritt der Mode zu beobachten. und trug es der Dame nach. als fürchtete er. als hätte sie es nicht nötig. an die Hüte. die auf beiden Seiten mit blühenden Bäumen besetzt war. Simon mußte sich gestehen. als trüge er eine kleine. um zu sehen. Wie sie eilig gingen. sah ihnen in die Augen. die ihm keine Sorgen. er stehe da. das im Schaufenster liege. Er sah keinen Grund. und tat. Sie harmonierte auch mit der Stadt. Es war wirklich eine herrliche. daß er weiter keinem Menschen durch sein Betragen auffiel. von morgen ab sollte es dann anders vorwärts gehen. prachtvollen Hause angekommen. Mit dieser Dame in deren . den Himmel freier vor Augen hatte. elegante Absicht mit sich. wie es schien. bis in ihr Haus zu tragen. bald zur Seite in eines der vielen Schaufenster. einen von ihnen aufzuhalten und ihn mit den Worten anzureden: Wohin so schnell? Aber er hatte doch nicht den Mut zu einer so törichten Handlung. wie ihm eine innere Stimme zurief. ganz ohne jede Scheu. ob sie schön war oder nicht. bäuerisch zu gehen. trotz dem minderwertigen Essen und der beleidigenden Miene des Mädchens. die ihn aufforderte. er hatte hier doch auch einen Himmel. dann schon. für heute wollte er es sich noch gestatten. lichte Straße. an die Beine. wie die Menschen vor ihm her gingen. Er mochte nicht auffallen und es tat ihm wohl. beschäftigungslosen Menschen darstellen zu müssen. ohne sich nur einmal nach dem jungen Manne umzudrehen. ein Paket. glücklichen. ohne eigentlich etwas zu betrachten. das gar nicht schwer war. etwas getrübten Himmel. da sie breit war. Eine kleine. die er emsig studierte. Er ergriff das Paket. deswegen empört zu sein. nicht zu verhehlende Trauer hielt ihn gefangen. bedächtigen Schritt angewöhnt. völlig. Eines andern wegen. gezierten Bewegungen zu gehen. nur Interesse entlocke. sonst aber ein wenig matt und gespannt. an die Kleider. denn er hatte sich auf dem Lande einen schlenderischen. Er fand es angenehm. und er tat es. Er fühlte sich wohl. so sehr zu Ungunsten der Städte für das Land eingenommen zu sein. wo es beinahe unschicklich ist. vor deren einem er endlich stehen blieb. Er drehte sich um und erblickte eine Dame. Es war keine besonders schöne Dame. als zuvor. sondern sich an die neue Welt zu gewöhnen. das sie ihm hinstreckte. die wohl alle denken mußten. trug sich ein wenig strammer noch. Aber er betrachtete die Menschen mit Liebe. Er sah. daß er noch immer befähigt sei. Plötzlich hörte er sich von jemand angesprochen. Er hätte Lust gehabt. Er war doch glücklich. bald hinauf. wie alle andern solch eine Sucher. zu bemerken. daß er da ginge und absolut nichts suche. aber er hielt es für angebracht. zu rasch vorwärts zu kommen. ja. jetzt nicht mehr an das Land zurückzudenken. diese Menschen.und Vorwärtsdrängermiene zu machen. wie sie die Beine bewegten. aber in diesem Augenblick hatte Simon sich nicht lange zu besinnen. viel schneller als er. Simon schaute ihn an: ja. Der Himmel war leicht blau. um die seinen immer noch gut genug zu finden im Vergleich mit den vielen unschönen. befahl ihm die Frau. reiche Straße. gemessenen Schritten ging. ganz leicht. Nun.freundlich verächtlich. die einem das angenehmste Leben vorgaukeln konnte und jeden Traum gestatten durfte. Simon vergaß jetzt sein Vorhaben. sondern hatte. Vor einem. um nicht den eben angekommenen. da es doch so einer gesagt hatte und nicht ein anderer.

Ich habe es nicht für nötig gefunden. ob er sich entschließen könne. im Grase gesessen. wie heißen Sie. Ich habe den Tag als zu schön empfunden. Simon schien es ein prächtiges Zimmer zu sein. hieß ihn die Frau eintreten. durchaus angemessen. Er mache ihr. Die Frau kam wieder hinein. als die Ihrigen. wo es scheinen will. einfallen. In fremden Interessen würde ich aufgehen. Ich habe Lust. um eine Abendlandschaft zu betrachten. sollte ich Ihnen eine Unwahrheit berichten? Ich habe auf dem Lande und in der Stadt gelebt. das war etwas ganz Natürliches. da es mir immer ganz als wertlos erschien. Sie sagte: »Ich scheine mich also nicht geirrt zu haben. Es will den Anschein haben. statt am Schreibtisch oder im Laboratorium. Ich war nicht imstande.Haus zu gehen. der froh ist. sah den vor ihr Stehenden an und fragte ihn dann. eigene Interessen zu haben! Wann hätte ich je eigene ernstliche Angelegenheiten gehabt. ihn durch Arbeit zu entweihen. das zu tun. daß Sie den Wunsch hegen.« antwortete Simon. sogar am Herzen liegen. anderer Menschen Geld für wertvoll zu erachten. wenn ich von Ihnen gleich im ersten Augenblick angenommen habe. setzte sich in einen der Stühle. aber. Oben angekommen. daß ich Gelegenheit dazu habe. während zu meinen Füßen ein Fluß vorüberfloß und der Mond durch die Äste der Bäume blickte. irgendwo unterzukommen. das sie ihm mache. dem man eine Wohltat erweise. Sagen Sie mir einmal. jetzt. wenn ich dazu veranlaßt würde. mich in Ihre Dienste zu nehmen: Nun. und der Stimme der Dame zu gehorchen war seiner Lage. dachte er. und was haben Sie bis jetzt getan in der Welt?« »Ich heiße Simon. weil ich es so wollte. Sie werden befremdend auf eine solche Aussage herabblicken. die ihm nichts vorschrieb.«€-- . »Warum nicht. anzunehmen. als daß ich den Übermut hätte besitzen können. Er würde vielleicht jetzt noch vor dem Schaufenster stehen und gaffen. lebt eben für die Zwecke. und ich habe bis jetzt nichts getan!« »Wie kommt das?« Simon sagte: »Ich habe von meinen Eltern ein kleines Vermögen bekommen. mir eine Wissenschaft anzueignen und dafür den Anblick der Sonne und des abendlichen Mondes zu entbehren. wie viel durch tägliche Arbeit verloren geht. Etwas zu lernen hatte ich keine Lust. denn wer keine eigenen Ziele hat. aber ich habe bis jetzt noch keinem Menschen auf der Welt einen einigermaßen bemerkenswerten Dienst erwiesen. das ich soeben bis auf den letzten Heller verzehrt habe. indem er die Treppen hinaufstieg.« »Wie konnten Sie so liederlich leben?« »Ich habe das Geld nie geachtet. ja. Im übrigen gefalle er ihr soweit und er möchte ihr sagen. und habe Nächte durch. es versteht sich von selber. Ich brauchte Stunden. Sie wissen. gnädige Frau! Dagegen könnte es mir. den Eindruck eines müßig in der Welt stehenden Menschen. ob er gewillt sei. bei ihr in Dienste zu treten. Sie ging voran und ließ ihn nachkommen und in ein Zimmer hineingehen. räusperte sich ein wenig. wenn man ihm Arbeit gebe. Meine eigenen Interessen! Wo wäre ich je dazu gekommen. dessen Türe sie öffnete. fuhr sie fort. daß Sie ein junger Mensch sind. Interessen und Absichten Anderer. die die meinen wären. zu arbeiten. das Anerbieten. in diesem Fall würde ich Ihre Interessen natürlich streng beobachten. denn in einem solchen Falle hätte ich dann keine andern Interessen mehr. Ich habe mein Leben bis jetzt vertändelt.

ein zuverlässiger Mann zu werden. daß es ein bißchen ausforscherisch und hochmütig um seine Ohren herum sause. denn ich glaube. um irgend eine Frage an ihn zu richten. daß er nicht sprechen. Es war ein blasser. zu arbeiten. wenn man seine Pflicht erfüllt. der meine Dienste in Anspruch nehmen will. vorläufig übersehen und Ihnen Gelegenheit geben. Ich trete zum ersten Mal einem Menschen gegenüber. sahen so aus. das werde ihm noch gesagt werden. die mag ausfallen. Nun. weil mich bis jetzt noch niemand zu der Pflege einer Absicht aufgefordert hat. Die Dame führte Simon durch eine Flucht eleganter Zimmer. Sie können es als ein besonderes Glück betrachten. Ihnen zu gefallen. als wüßte sie schon. als hätten sie es übernommen. der nichts ist und nichts kann. vielleicht etwa nur lallen konnte. will ich es doch tun. den ganzen Umfang. Man ahnte. wenn man seinen Mund ansah. wenn ich nur den Menschen gefalle. daß er das könne. wenngleich von der Krankheit entstellter Knabe. ich möchte nicht den Wunsch haben. Ich weiß auch. Wir werden sehen!«€-Damit war diese Unterredung beendigt. Nun. daß Sie sich Mühe geben werden. daß es eine seiner Aufgaben sei. Ihnen kühn die Wahrheit zu sagen. ohne etwas zu sprechen. Sie mißtrauen mir und trauen mir keine ernstliche Absicht zu. das mir an Ihrem Wesen nicht recht paßt. fragte. Ich mag nicht gern in eine viel weitere. nur die Absicht. warm mit Teppichen aller Art ausgefüttertes Zimmer treten. daß man gefällt. mich Ihnen dankbar dafür zu erweisen. der krank sei. die Sie mir aufgeben werden. Die Hände des Knaben indessen waren sehr schön. und ich will hoffen. wenn ich nun ein besserer werden will? Können Sie glauben. wo sie ihn einem Knaben. sie zu verdienen. was ich Ihnen auftragen werde. sich für das Leben eine Aufgabe zu stellen. ich habe bis zum heutigen Tage auch noch nie irgend welche Absicht mit mir herumgetragen. als ob sie das nur gefragt hätte. diese Zukunft habe ich vor Augen: meine Pflicht. zu erfüllen. die Zimmer zu reinigen. daß Sie mich von der offenen Straße weg in Ihr Zimmer ziehen.»Sie müssen doch irgend eine Zukunft vor Augen haben wollen!«€-»Habe noch keinen Augenblick daran gedacht! Sie sehen mich etwas besorgt und ziemlich unfreundlich an. wie. sonst stände es mir an. der im Bett lag. Was schadet es. ohne jedoch seine Antwort abzuwarten. hübscher. Sie werden mein Diener sein und tun. diese Hände einen . Sie haben den Wunsch. indem sie ihrem jungen Begleiter voranschritt. öffnete eine Türe. in Dienst zu nehmen. Wie alt sind Sie?«€-»Zwanzig Jahre und etwas darüber!« Die Dame nickte mit dem Kopf: »Das ist ein Alter. Gnade gefunden zu haben. ließ ihn in ein kleineres. daß ich bis dahin ein liederlicher Mensch gewesen bin. Sie haben ja keinerlei Zeugnisse bei sich. Ich muß gestehen. um mir ein Menschenlos zu geben? Ich habe nicht eine Zukunft vor Augen. bemerkte. Meine Laufbahn interessiert mich nicht. als trügen sie den ganzen Schmerz und die ganze Schmach der Krankheit. einen Menschen. das schmeichelt mir und veranlaßt mich. Sie nach Ihren Zeugnissen zu fragen. als in die ganz nächste Zukunft hineindenken. der unbehilflich in dem Gesicht lag. Simon konnte nicht umhin. als gehörte er gar nicht dazu. mit kurzen Worten vorstellte: Diesen kleinen Herrn. als klebe er dort nur an und sei nicht immer dagewesen.«€-Die Dame sagte hierauf: »Obschon es eigentlich eine Unvorsichtigkeit ist. der seine Augen kalt auf diejenigen Simons richtete. einen Zimmerboden mit Stahlspänen aufzureiben. ob er imstande sei. ich will vieles. werde er bedienen. wo der Mensch daran denken muß. wie sie will. die ganze schöne Last weinender Trauer zu tragen.

den Salon und das Schreibzimmer. also absichtlich schlecht zu schlafen. dachte er. es waren der Dame ihre Schuhe. die ihn durch einen Korridor in die Küche führte. gesäubert und wieder an Ort und Stelle gelegt werden. menschenleere Gassen geschlendert. Vorerst hatte er mit einem weißen. sich aus einem dichten und tiefen Schlaf nichts zu machen. wobei er das Mädchen anblickte. daß er schlecht geschlafen habe. dicken Topf in der Hand auf die Straße zu springen. um so zu tun. obgleich er eigentlich nichts daran zu säubern bemerkte. Am nächsten Morgen sodann spürte er nicht im geringsten. Fenster angehaucht und abgeputzt und alle im Zimmer befindlichen Gegenstände angerührt. und Schuhe glichen in seinen Augen und Sinnen Kindern. bevor die Frau noch aus ihrem Schlafe erwachte. die in die Küche kam und ihn mit einem strengen Blick maß. Simon nahm die Schuhe in die Hand. ich habe es gehört. wenn er durch heiße. schnell. glücklichen. ja entzückend. es war sehr nett gesagt. als ob er putzte. damit er sich daran gewöhne. wenn er das dreimal gemacht habe. Bei dieser Gelegenheit konnte er einen Augenblick lang den erwachenden. Nachdem diese Arbeit getan war. Simon war sehr glücklich über ihren Tadel. die das Glück hatten. verachtete er den Schlaf und nahm gerne die Gelegenheit wahr. Alsdann hatte er. am nächsten Morgen nämlich. als ihm gestattet war. solch ein Schuh. sich Guten Morgen sagen zu lassen und nur so mit dem Kopf zu nicken als Erwiderung. den feinbeweglichen. Welch eine schöne Erfindung der Menschen. Die Nacht hatte er bei dem Knaben. nur ganz leicht. mit dem Mädchen gemeinschaftlich diejenigen Zimmer aufzuräumen. schlafend und immer wieder aufwachend. bedeutete ihm das Mädchen. Simon fand das allerliebst. trat er seinen Dienst an. Das tue er sehr gern. worauf sie nur mit ihrem Kopf nickte. nicht für grobe. Wie oft. aus dem Bett zu springen und nach des Knaben Befehle zu fragen. Der Boden mußte mit einem Besen abgekehrt. Da wurde er von der Frau selber überrascht. ihr Guten Tag zu sagen. der Dienst trat an ihn heran und verlangte von ihm dieses und jenes und ließ ihm keine Zeit mehr übrig. nicht für alle. lieber Bursche. Das alles mußte blitzschnell vor sich gehen. zugebracht. absichtslos . ihn zu säubern. das heißt. seinem jungen Herrn. Simon hatte immer für Schuhe geschwärmt. zu denken. ja. denn schon wurde er aufgefordert. behülflich zu sein hätte. indem er daran mit einem Tuch herumwischte. seine beiden Augen damit trunken und feurig machen und wiederum die Treppe hinaufspringen. konnte aber auch nicht nachzählen. ob es ein netter Dienst sei oder nicht. und ging munter an die Arbeit. wenn er hinauf und hinunter eilte. um denselben dort von einer Frau mit frischer Milch füllen zu lassen. ich danke dir. der Dame zu folgen. es hat mir gefallen! »Sie müssen meine Schuhe besser putzen.« sagte die Frau. Simon. wie oftmals er aus dem Bett aufgesprungen sei. und nun hielt er solch einen Schuh in der Hand und hatte die Pflicht. würde er es mit geschlossenen Augen tun können. die ihm vorgeschrieben waren: das Eßzimmer. Schöne Schuhe waren es. Er machte die Beobachtung. Darauf. das die Herrin in der Küche zu sein schien. wo sie sagte. daß er der Köchin. empfindlichen Fuß zu bekleiden und zu umschließen. Simon beeilte sich. aber Simon dachte. feuchtglänzenden Tag betrachten. bevorzugten Kindern. als wolle man sagen: ja.Moment länger. verbrannte. zierliche Schuhe mit Pelzbesatz und von so zartem Leder wie Seide. die Teppiche abgebürstet. wahrhaftig. bei jedem nur geflüsterten Ruf des Kranken. leise und oberflächlich. entgegnete Simon. die ihn nötigte. liebend zu betrachten. daß er jetzt ein Paar Schuhe reinigen könne. aber für so seine immer. denn wenn er gelinde nachdachte. Immer schienen ihm Füße von Frauen etwas Heiliges zu sein. daß ihm seine Glieder gut und geschmeidig gehorchten. Simon glaubte der Mann zu einem solchen Schlaf zu sein. denn es war ihm befohlen worden. wenn keine wichtigere Arbeit für ihn vorliege. in die Hand genommen. Tisch und Stühle abgewischt.

In der Tat. einer Dame gegenüber niemals. Damen muß man einen Tadel aussprechen hören. die dafür durch entsprechende Körperhaltung. Dann hätte man Gelegenheit. denn ich empfinde den Tadel dankbar. dagegen einem Mann: Pfui! Nur Feigheit und geschäftliche Interessen mögen einen Mann dazu veranlassen. aber regelmäßig kleinere Versehen. Wenn man einen untergebenen Beamten tadelt. »wie bindet mich das an sie. zu beobachten. den man begangen hat«. wenn man ihn vorher gekränkt gesehen hat. ohne kleinliche Kränkung einen Fehler zu rügen. die ihn kannten. vor einem andern Mann zu kriechen: Niedrige Gründe. nicht für beleidigend. Ich bin wie geschaffen dazu. ihm auch wirklich weh zu tun durch das Merkenlassen der höheren Stufe. getadelt zu werden.« Simon stand wirklich entsprechend da. da ihn schon die Möglichkeit des Betruges längst vorher in den Augen derer entehrt hat. nein.« dachte er. Vor Frauen muß man sich entweder überlegen oder unterlegen fühlen! -. weil ich ein Mann bin. ihn zu belehren und zu erziehen. menschlich weiter nichts mehr zu tun hat. daß ich einer Frau zu gehorchen habe. von Damen herkommend. nach einem Schimpfwort. wie sehr verbindet und verknüpft und fesselt es. denn sie tadelt mich. während man mit einem untergebenen Beamten. denn das würde ihn zum Tölpel gestempelt haben. Vielleicht ist das aber falsch. denn das ist natürlich. einer zu werden. nur noch Fehler zu begehen. daß der Tadel von einer Frau kommt. wenn die Feierabendstunde schlägt. »Heute morgen bereits einen lieben Tadel geerntet. denn ein Diener gehört einem. man fühlt solch einen Tadel wie eine kleine. Simons Ungeschicklichkeit. weil es niemals ehrverletzend sein kann. weil sie ein Recht in sich fühlt. nicht ganz allein. wenn es reizend befiehlt. empfand er in seinem Herzen Sehnsucht nach einem bösen. sondern für aufmunternd an.« dachte Simon. dazu kommt noch. sich einen Menschen zur Zufriedenheit innig umzustimmen. und er fühlte: »Nun erst bin ich der Diener dieser Frau. um zu der Überzeugung zu gelangen. »Wie lieb klingt dieser Tadel aus ihrem Frauenmund. gar nicht sehr schmerzende Ohrfeige. Entrüstung. so wie man ihn haben will. Eine Frau kann die Ehre eines Mannes niemals verletzen. sondern mehr ein Fragen. und so durfte man das Vergnügen haben. wenn er betrogen wird. nicht ganz ohne Teilnahme zu sein. denn das wirkliche Unglück ist keine Schande und kann nur . Unglücklich können Frauen machen. nach einem Fluch und beleidigenden Ausruf. die immer lieblich sind. Einen Diener tadelt man nur in der Absicht. so schmerzt man ihn. Ich zum Beispiel jetzt bin mit der Wärme des Herzens getadelt worden.Einem Kinde zu gehorchen. wenn es von einem Mann kommt. das! Aus diesem Grunde bin ich froh. wie sich ein strenges und ärgerliches Gesicht in ein freundlicheres und befriedigtes verwandelte. mich verletzt. ist mir etwas Leichtes. und ich sehe. nur um die Gewißheit zu haben. und Simon nahm sich im stillen vor. daß sie es besser verstehen als die Männer. aber entehren können sie niemals. ein Staunen über seine. eines Fehlers wegen. und man trägt immer die geheime Absicht. und weiter: »wie angenehm ist es. die sie anzunehmen haben. der Getadelte zu sein. was. nicht gerade ausschließlich. nicht gerade Entrüstung. aber da benimmt sich der in Frage kommende Mann meist als ein schwacher Tölpel. um den Genuß zu haben. und dabei von mir ein korrektes Schweigen erwartet. eine empfindliche und an Ordnung gewöhnte Dame entrüstet zu sehen. die zu den Frauen gehört. und nur solche verdienen freundschaftlich getadelt zu werden. nein.herumgewandert war. wenn sie sich so etwas herausnehmen. überlegener Zustand. oder weil ich mich darauf vorbereite. den es gar nicht entehrt. schön beabsichtigt. mich ohne viel Überlegen zurechtzuweisen. zu danken wissen. in andern Punkten zu glänzen. es sei denn beim Ehebruch. bissigen Tadel. und wenn die Teilnahme auch eine rohe und verneinende gewesen wäre. Einem Mann gegenüber empfinde ich immer die stolze Gleichstellung. die man einnimmt. es ist gewissermaßen ein reiferer. Welche Freude.

Die Dame verfolgte alle seine Bewegungen. wie es bedächtig. mußte sie sich sagen. und um seiner Geschwister willen. als sie gewahrt hatte. dünnen Körper mit einiger Scheu zum Bette heraus. Er hob den leichten. ebenso den Rock und die paar Gegenstände. die sich allerdings ihrerseits dann eine Unehre antun. die Kissen. reichte ihm ein Glas. warf die Hosenträger. daß er mich nicht in meinem Gefühl. wie es getan wird und wie er merkte. Nun mußte Simon des kleinen Herrn Bett in Ordnung bringen. legte dem Hals des Knaben jetzt den Kragen um. mir unverschämt zu begegnen. und fand. durch zu frühes freundliches Entgegenkommen. um sie anzuziehen. was der Knabe mit seinen schönen Händen sehr hübsch tat. mit welcher Scheu er zuerst angefaßt. schaute zu. so will ich ihn dafür lieb haben. umgelegten Knabenkragen. die vielleicht geachtete Stellungen einnehmen und besorgt sind um sein Schicksal. wie ich glaube aus seinen Manieren schließen zu dürfen. befestigte mit gutem Geschick eine Krawatte an den Hemdknopf. und wie er dann später die Scheu überwunden hatte und mit seinem Tun kräftiger. auf solche Menschen. steckte an die Füße kleine Hausschuhe. Messer. als man gezwungen ist. Und da er. der sich nicht selbst anziehen konnte. mit vielem Absetzen. Sie mußte lächeln. Würde ihr nicht von ferne eingefallen sein. Taschentuch und Notizbuch. ruhiger und gleichmäßiger geworden war. ließ die Arme hineinschlüpfen. aus gutem Hause herstammt. was sie verlangte. das Hemd war natürlich längst übergeworfen worden. daß jede Bewegung auch wirklich gleich etwas tat. die Fenster öffnen. wie zart er mit ihrem Sohn umgegangen war. In seinem Charakter sitzt . als Uhr. sowie das ganze Schlafzimmer in der Weise. »Wenn er fortfährt. daß es getan werden mußte. »Er ist sehr still und anständig und scheint das Talent zu besitzen. Es freute sie. einen breiten. will ich ihn. nachdem er schon vorher den Füßen und Beinen die Strümpfe übergezogen hatte. halbgefüllt mit klarem Wasser. wie er angefangen hat. Bettdecke und das Laken ans Fenster legen und alles so machen.« »Kommen Sie!« Mit diesem Wort riß die Dame ihren Diener aus seiner anmaßlichen Gedankenreihe und befahl ihm. nahm die Beinkleider zur Hand. alles schnell. die der Knabe bei sich zu tragen pflegte. Vielleicht darf ich ihn in kurzem etwas zutraulicher behandeln. Er gehorchte und tat. reichte jetzt die Weste. betrogen hat.auf rohe Gemüter und Sinnesarten komisch wirken. daß er einschlägt und sich so benimmt. daß er sich mit Talent in die Arbeit schickte. da sie bemerkt hatte. sich mit jeder Lage gleich vertraut machen zu können. Dieser junge Mann gefiel ihr vorläufig. mit seinen Dienstboten zu verkehren. es zu verlachen. und das Werk war fertig. und so. wenn ich sehe. daß sie seine Art und Weise billige. wie es ihm die Dame zeigte. wie jede Bewegung Simons beim Ankleiden dessen Achtung für den Kranken aussprach. wie es sich schickte. nun den kranken Knaben ankleiden zu gehen. trug das Geschirr wieder hinaus und kam wieder. zu einem klugen und schönen Betragen anhalten und will Freude haben. um nun den Kranken.« dachte sie. anzukleiden. verzehrt wurde. um seiner Mutter willen. Uhrgehänge. nahm dann eine Bürste und einen Kamm zur Hand. Sie sagte nicht etwa ein Wort der Anerkennung. und ließ ihn den Mund damit wässern. das ich mir gleich von Anfang an von ihm machte. aufräumen. wie man es von ihm erwartet. brachte das Haar des im Bett Liegenden in Ordnung und reichte ihm zum Schluß das Frühstück auf einem silbernen Tablett dar. die vielleicht noch lebt. ohne müde oder gar ungeduldig zu werden. Außerdem mochte ihr Diener an ihrem Schweigen merken. Aber ich will acht geben und ihm keinen Anlaß geben. wie ein Fechtmeister den Bewegungen seines Schülers folgt. schnallte den Gurt der Hose zu. von hinten über. denn wie häßlich und unpassend würde Ungeduld hier gewesen sein. Er trug ein Becken voll frischen Wassers an das Bett und wusch mit einem Waschschwamm sorgsam das Gesicht des Knaben. alles geräuschlos.

wie Greise noch geschäftig sind mit ihren gebeugten Nacken und Rücken! Und da möchte man noch schlendern! Wie entzückend sind die einzelnen Frauen.« -. Aber es ist besser und klüger.Sie beschloß. mir zu gefallen. Es schien ihm. man nimmt. es hat etwas Schönes. er reizt mich vorläufig nicht mehr. Hat man etwa die Sinne nur. Es ist. um zehn Minuten lang plaudern zu können. Ich werde immer mein Gefallen. so einfach ist es. das man nachzählen und abliefern muß. den er leicht trug. ohne beachtet zu werden. von den sauberen Mägden für ihresgleichen angeblickt zu werden. als zuverlässiger Mensch dazustehen. daß die Leute sich über seine Gestalt verwunderten. während ich flüchtig und geschäftig durch die blendende Straße eile. In den Straßen sah er die Menschen ihren verschiedenartigen Geschäften nachgehen. von einigen überholt zu werden. ohne es heraus zu nehmen. selber Beobachteraugen zu haben. um etwas bei ihm zu erreichen. etwas Schwebendes. Was sollte man von ihnen beachtet werden. zu sehen. sind schöner. und diese darf nicht geweckt werden. als solche. ganz gewiß Duftiges. die einen ansehen. die träger gehen. Fleisch und Gemüse zu kaufen. Hinreißendes. er liebt mein strenges Gesicht. Wie hübsch ist es. um als zuverlässiger Mensch dastehen zu können. Der Wald. und andere wieder zu überflügeln. daß es mir mein einziges Vergnügen ist. daß da oben. damit man sie selber stachle? Die Augen der Frauen an einem solchen Straßenmorgen. mit einem Korb oder mit einer ledernen Tragtasche in der Hand. »so mit einer Pflicht im Kopf durch die Straßen neben den wimmelnden Menschen her zu laufen. unterdrücken müssen. Wie die Hunde auf der Straße laufen. soll mich nicht reizen. man muß ihm deshalb auch seelenvoll und seelenbewußt entgegentreten. und er mußte den Eindruck eines pflichteifrigen Mannes machen. Man hat Pflichten. an denen man. Augen. ich erriet so etwas. daß er immer die Lust hat. Die Menschen muß man erraten. und ich bin gegenwärtig so. Wäre noch schöner! Es genügt doch. als daß sie zu seinem Auftrage. wenn man sie von ihrer schönen Seite haben will. die er bekam. Wie man rasch denkt und fühlt. wenn sie so in die Ferne blicken. und ging nach Hause. um Einkäufe zu machen. wenn man mit Ruhe kann. als wenn sie Blei in ihren Schuhen hätten. Sollte sein Gang etwa nicht zu dem gefüllten Korbe. mich um nichts bekümmere. als verlören sie dadurch. nämlich zum Botenlaufen. als ob man keine nähme. vorüberrennen darf. hinter den langen Häuserreihen.eine leise Beigabe von Unverschämtheit und Trotz. die längere Beine haben. wo ich ihn doch ziemlich unfreundlich getadelt habe. Er hat Seele. Nur den Himmel nicht betrachten! Nein. Man trägt etwas mit sich. welchen Scharfblick diese einfachen Wesen haben. es ist mir. Fliegendes. was ich mit meiner Nase denken könnte. und schickte ihn jetzt aus. daß alles doch noch da ist. und tut doch so. als wären sie hinter dem Wind her. lieber nur empfinden. gestimmt hätten? Aber es waren freundliche Blicke. dieser junge Mann. wenn man so rasch läuft. und nicht. . zu denken. da. sind etwas Herrliches. daß sie gestachelt werden. den Simon ein bißchen abenteuerlich zu nehmen. als um das.Er zählte das Geld in der Westentasche mit fühlenden Fingern nach. Das war nun wieder etwas ganz Neues für Simon. wie man ja auch wirklich keine zu nehmen nötig hätte. vielleicht Blaues. Ja. bei einem schnell stehen zu bleiben. die an einem vorbeisehen. als ob sie sich verborgen hielte. Man nimmt Rücksicht. jeder trug sich mit einer Absicht und er selber auch. passen? Waren seine Bewegungen zu frei. »Wie schön ist es doch. als er vorhin lächelte. über dem Kopf und über den Häusern etwas Schönes und Weites schwebt.« -.« dachte Simon. wie dieser. in die Läden zu treten und dann wieder nach Hause zu springen. denn man sah ihn eilig und geschäftig. Die Natur? Mag sie sich einstweilen verstecken. durch die Straßen zu eilen. zu beobachten. Immerhin. Ich glaube. und das ist auch etwas Schwebendes. daß sie beinahe Lust hätten. wenn ich will. das ich an ihm habe.

dann Gabel. »was will der Mensch nur immer die Weite haben. in dieser stillen Küche. denn es erinnerte ihn lebhaft an die Kindheit. wenn geklingelt wurde. Wer hätte das je gedacht. »und auf dem Lande tut man dergleichen. dann selber essen und finden. der früher frei über die Bergweiden streifte. Er mußte ein sauberes. und das Mädchen war nicht wenig erstaunt. Er war froh. der habe ich beim Geschirrtrocknen immer geholfen. steif und glatt. das Geschirr zu säubern. das Geschirr hinaustragen. so eingesteckt. die doch so was Beengendes ist! Hier bin ich eng eingeklemmt zwischen vier Küchenwände. und dabei frohlockt. daß der Tisch gedeckt sei. aber mein Herz ist weit und erfüllt von der Lust an meiner bescheidenen Pflicht. nämlich die Bestecke.« antwortete Simon. die Lehrerin ist. wie behend er das machte. zart anfassen. wenn er stahl. Gläser aufstellen und eine Karaffe mit frischem Wasser. Servietten auf die Teller legen und das Salzgefäß auf den Tisch stellen.« »Das war hübsch von Ihnen. suchend. daß es hübscher sei. daß der Tellerrand nicht über den Tischrand hinausragte. er steckte jetzt in einer kleinen Küche und trocknete einen tropfenden Teller warm ab. zum Beispiel mußte er nicht gefrohlockt haben.Nun hatte er den Tisch zu decken. wo man stiehlt. wie ein Jäger unter dem offenen Himmel schlief und die Luft zu eng fand. schnell sein und doch wiederum behutsam. so eingeengt zu sein. als selber zu essen. zarter Diebstahl. einen Rest Braten in den Mund stecken und dabei eine frohlockende Miene machen. aber es war sein erster. und dann die Speisen auftragen und dann zur Tür hinausgehen.« . händereibend und atempustend herumlief. und Teller nicht klappern lassen. so. die Nacht dunkler und die Kälte grimmiger wünschte. der Mensch kam doch nie dazu. zu sehen. wie gegessen werde. weißes Tischtuch über den Tisch breiten. hinlegen und anfassen und hinstellen. keinen Lärm dabei verursachen. Tücher mit Fingerspitzen anfassen und Teller nur mit Vorsicht berühren.« sagte er zu sich. Wo er das gelernt hätte? »Ich war doch auf dem Lande. und deswegen mußte er frohlocken. daß man jetzt wirklich verdiene. vorsichtig und kühn. wie gegessen wurde und Freude dabei empfinden. Er. Ich habe dort eine Schwester. zu handwerken. und dazu doch Sehnsucht. dann wieder gröber. wenn er draußen. mitten in einer großen Stadt. wenn er Ausblicke genoß. selber etwas zu essen: das alles mußte Simon. abzuwaschen und abzutrocknen. aber über ein vorkommendes Klappern und Klirren auch nicht erstaunt sein. um dabei eine frohlockende Miene machen zu müssen. Nach dem Essen hatte er dem Mädchen zu helfen. zu sehen. Gläser nicht aneinanderklirren. Er mußte nicht alles. daß die Falten nach oben zu liegen kamen. irgend etwas aus dem Speiseschrank. dann den Tisch wieder abräumen. ausbreiten und ausrichten. Simon kam es ganz wunderbar vor.« Zwölftes Kapitel. zu jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung. so gehemmt. um wieder hineinzugehen. zusehen. dann der Herrschaft melden. Messer und Löffel hinlegen. als wäre es etwas. Nein. der die Sonne heißer. sich eine Zukunft zu malen. sondern es begreiflich finden. dann die Teller hinlegen. die die vor ihm liegende Erde auseinanderbreiteten und dehnten. sich zu sagen. den Wind stürmischer. »Ich bin froh. ruhig und doch energisch. Stellen und legen.

das sei doch nicht viel. aber mit richtiger. bitter zu sein. und zweitens sei es noch eine Frage. er möge hineinkommen. Hier sei kein Anlaß. das Kupfer so lieblich herabblinke vom Gestell und die Teller so freundlich klängen. meinte das muntere Mädchen. Dieser Gedanke hatte wiederum etwas Genugtuerisches und Stolzes. »Was für eine schöne Beschäftigung hat sie wohl für mich. dampfige. sich in einer Küche zu wissen. Aber sie dachte: »er ist anständig. mit etwas gepreßtem Atem. Verstehen Sie vorzulesen?« Simon bejahte. wenn man sie aneinanderschlüge. schöner Aussprache und mit einer warmen Stimme. Er wolle nichts bedeuten. was er las. in dem die Luft meist schlecht und die Laune eine verbitterte sei. luftige. fand es schön. wenn Sie hier rauchen. Nein! Zum Teufel. und sie ging wieder. Sie hatte die Platte mit einem Stück Torte . als die Dame in die Küche trat und zu ihm sagte. Er rauchte aber weiter. da er weiter vorläufig nichts zu treiben wußte. da können Sie meinem Knaben und mir aus einem Buche vorlesen.« sprach die hereintretende Frau. »Sie haben jetzt. mit einer Arbeit beschäftigt. Man konnte bei diesem Gedanken lächeln. hinaus. die anzeigte. etwas ärgerlich. und er antwortete: »Schreiber!« Sie konnte nicht begreifen. Er verfügte sich. Ein wenig erniedrigend und ein wenig lächerlich war es.« dachte Simon.Es war ein wenig erniedrigend für ihn. ein Selbstgespräch zu führen. Simon öffnete die Tür und erblickte die Frau. tönte im Korridor ein Schrei und unmittelbar darauf ein heftiger Knall von einem zu Boden stürzenden Geschirr. wie man so wenig Ehrgeiz besitzen könne. was er denn früher in seinem Leben gewesen sei.« Er war wütend. um in eine Haushaltung hineinzukriechen. Er zöge bei weitem die freie. nein! Und wenn zwanzig Damen kämen und eine nach der andern es mir verböten. Und dann las er eine volle Stunde lang vor. Kein Mensch konnte sich jetzt diese Lage von ihm austräumen. während des Nachmittages. in das Domestikenzimmer. und der Knabe war ganz nur Ohr bis zum Schluß. »er dürfte sich viel erlauben!« Simon war eben fertig geworden mit seiner Arbeit. stummem und betrübtem Gesicht zu Boden sah. die Suppe dampfe. sie habe eine Beschäftigung für ihn. hier. schwer begreiflicher Mensch sei. Sie ließ es dabei bewenden. wo der Braten in der Pfanne schmore. wo die Scherben einer ihr gewiß teuer gewesenen Porzellanplatte herumlagen. scharfer. was besser wäre: ein Sitz hinter einem Pult oder der Zustand eines Geschirrabwischers. »Ich sehe es unlieb. wo er sich anmutig für den Genuß bedankte. aber er wurde sofort wieder sanft und sprach zu sich: »Ich hätte die Zigarette wegwerfen sollen. Das Mädchen fragte ihn. erwiderte Simon sanft. das bedeute doch gar nichts. daß er ein kurioser. wie sie sich da so lieblich ausdrücke. dessen Wangen hochrot vor Bewegung glühten. aber. muß ihr denn alles lieb an mir sein? Das Rauchen gebe ich nicht auf. daß man ihm dankte. »Ich begreife allerdings. interessante Küche dem öden Bureau vor. daß es ihr nicht lieb ist. und fing an. daß der Leser miterlebte. Der Dame schien es zu gefallen. Simon sagte darauf. Simon. wie sie mit wehklagendem. das die Abendsonne rötlich beleuchtete. die sonst nur Mädchen verrichten. das war unverschämt!« In diesem Augenblick. den er dazu benutzen wollte. doch fand sie. weiter nichts zu tun. heiße. das Schreibpult aufzugeben. es gäbe in diesem Falle erstens nichts zu kriechen. zum Fenster hinaus zu rauchen. aber es war entschieden geheimnisvoll und absonderlich.« und fühlte. Aber Diener sein. und er folgte der Voranschreitenden. das Gemüse koche.

zürnst du mir. wo ihm eine verschleierte Frauengestalt staunend nachblickte. auf die Straße.«€-»Ich möchte einen kleinen Ausgang machen. Es geht nicht anders. Wahrhaftig. wenn du dich vor mir blamierst. um mit dir Einkäufe zu machen. Zorn. Seltsam sei doch. kichert und flüstert dein Kleid auf dem Boden. dieses Gehören an ein Haus. und ich will hoffen. und sie sagte zu ihm. Vorhin verbotest du mir zu rauchen. Jetzt möchte ich auf die Straße. Ich begreife deinen Zorn. Gereiztheit. Ärger. Die Laternen werden hellgelb brennen in den verlöschenden Tag hinein. -. Weißt du. Jetzt wird es Abend sein draußen auf der Straße. ehe man es nur recht hat empfinden können. Du mußt einige Achtung vor mir haben. Gleichmut.drauf vom Eisschrank weg in ihr Zimmer tragen wollen und dieselbe fallen lassen. zerbrochen zu haben. ohne mich gescholten zu haben. daß es einen Frauenleib einhüllt. Jetzt eben mußte ich dich mit allen meinen mir zu Gebote stehenden Gebärden dafür um Verzeihung bitten. da es dich kränken kann. Ich bekenne mich schuldig. die du hast fallen lassen. Du gefällst mir. etwas zu verüben. ich könnte Gelegenheit haben. daß ich gerade dastehen mußte. abendliche Freiheit. in ihr Zimmer tretend.« und der Saum von deinem Rock sagt mir: »Glücklicher!« Ich lese absichtlich langsam zusammen. weil ich so lange bei den Scherben verweile. wenn du mir zürnst. dachte er. sie konnte selber nicht sagen. diese Scherbenangelegenheit hat mich verrückt gemacht. O nein. der Übeltäter gewesen zu sein. die es dir auch sagen müssen. Ich hoffe. Während er es tat. Versetzt es dich nicht in neuen Zorn. vor mir Niedrigem. in einem Tone. und das Unglück war eben geschehen. die Scherben zusammenzulesen. die Platte. mich zum Teufel zu jagen. was sie empfand: »Lesen Sie zusammen!« Simon bückte sich zu Boden und las die Scherben zusammen. oder sonst etwas. das da war wie ein Nadelstich oder wie ein Duft oder wie ein Blinzeln von einem Augenpaar. wo man recht . Du tust mir leid. weiße. denn ich möchte. Es brauchte ja nur eine kleine Täuschung der Sinne gewesen zu sein. die so lang zu mir herabhängen. Deine Hände sind schön. »darf ich?« »Ja! Aber daß Sie mir nicht zu lange bleiben!« Simon stürzte hinaus. Eine so schöne Platte. wie ungeschickt du warst. Meine Wangen streifen dein Kleid. Jede Scherbe. feuchte. dein Zorn! Nur weil ich dich sah. der vor Aufregung und vor Schwäche zittern kann. wenn man denkt. sie mir aus dem Mund zu schlagen. die mir doch sagen müssen. Überraschung und Hoheit und so viel kleines. der genug sagte. Jetzt gehst du schon weg. Schmerz. das der Moment wegnimmt. daß du recht ärgerlich und böse würdest. Du stehst immer noch da? Es muß jetzt eine Mischung von seltsamen Empfindungen in dir sein: Scham. Gelassenheit. wie du dich ungeschickt benahmst. daß du mir einmal eine Ohrfeige damit gibst. Ich habe sie zerbrochen. die ich zusammenlese. Da sollst du mich rauchen sehen. glitzernde. Wie muß es dir doch weh tun. Aber ich werde die Frechheit besitzen. der hinter ihrem Rücken stand. blendende Zigaretten. in die bewegliche.Dein seidenes Kleid ist schön. nein! Was denke ich da. Du Hohe. daß du dich ungeschickt benommen hast. die Treppe hinunter. wie. Ich bin schon verrückt. das dich veranlassen würde. zu rauchen. nebenherschleichendes Unsagbares. Wenn du gehst. Wie entzückend zornig befahlst du mir. warum mir dein Zorn gefällt? Weil er so zart ist. um zu sehen. daß du alsdann die Geistesgegenwart besitzest.« sagte er. an die Luft. streifte seine Wange das Kleid seiner Herrin und er dachte: »Verzeih mir. Gewiß war sie dir lieb. wenn ich hinter dir auf den Markt gehe. Und ich beeile mich damit gar nicht. zum Haus hinaus. verwandelte sich sogleich ihr betrübtes Gesicht in ein zürnendes und anklagendes. ich muß auf die Straße hinunter. dies bemerken zu müssen? Es macht mir Spaß. sagt mir: »Elender. Als die Frau den Simon bemerkte. daß du eine Platte zerschlagen hast. Ich wollte.

Seltsam sei es. um etwas zu erwidern. in ein dunkles Zimmer. gerader Reihe davonliefen. sondern vernahm nur den Klang des Vorwurfes. Viele Frauen spazierten umher. in denen das Licht des Abends fortleuchtete. und sie um Erlaubnis zu fragen. ihres zu sein! Seltsam sei es auch. wie Kinder in den dämmernden Morgen und junge Ehegattinnen in den heißen Mittag. äußerlich schien er betrübt. »Was wollen Sie mit dem Licht?« »Einen Brief schreiben. üppigen Frauen passen besonders schön zum Abend. ausgehen zu dürfen. Obschon sie keine Fächer tragen. sie promeniert. Er ging die Straße hinunter und verliebte sich in das süße Straßenbild mit den aufgehenden Sternen. ein Etwas. Als ob man ein Möbel von ihr wäre. beinahe träumerisch. sieht man in einer ihrer Hände einen Fächer und er blitzt und blendet wie getriebenes Silber in dem verlorenen. ein träumerisches Aussehen zu machen. aber es müßten. weil jemand. sie genießt ihr eigenes. dazu passen ihre Figuren mit diesen Armen voll Wehmut und Fülle und diesen Brüsten voll atmender Beweglichkeit. Er zog den Knaben aus. dachte er. selbst Greise oft noch. in Gedanken. noch ein einziges Mal vorkomme. in schlagenden Wellen. wiegendes. wie dieser: wenn das noch einmal. Die Frau. verschwommenen Abendlicht. Er hörte eigentlich nicht. Ihre Hände in Handschuhen sehen wie Kinder in Masken aus. in engen Kleidern von englischem Schnitt oder in faltigen. so gehört man schon zu ihnen. Sie ist wie geschaffen zum promenieren. Am Abend war es keine Schande. wo unwillkürlich alle träumen mußten in dieser Atmosphäre voll von dem Duft des Frühsommerabends. beweglichen Ahnung der Nacht. so --€-. Am Abend geben die Frauen den Ton des Abends an. Wenn man jetzt. so wie Greisinnen in den Winter und blühende Mädchen in den eben erwachten Tag hineinpassen. es einem erlaubt habe. er setzte ein dummes Gesicht auf und fand es nicht für notwendig. das sei allerdings etwas Schülerhaftes. Auch er ging ruhig. die sich wundervoll breit in der Straße bewegten. und man müsse sich in das Wunderbare schicken.« fragte er die Dame. Er hatte sich verspätet und mußte Vorwürfe anhören. zu einer Dame. »Dürfte ich um ein Licht für mich bitten. innerlich lachte er. in denen sie immer etwas halten. um eine Erlaubnis fragen. und doch winken sie einem. Ein Erlaubnisbekommen. wenn es oft auch seltsam aussähe. als es sich dazu eigne. und als ob dieses Etwas nichts wäre. mit denen sie winken. schönes Gehen. Sie winken nicht. die in langer. Es war neun Uhr. so wie ich es tue.« . in fühlenden Schwankungen. Man fühlt. eleganten Täschchen in der behandschuhten Hand. das heißt. oder nur insofern etwas. ein Gegenstand. dachte Simon. So sei alles wunderbar im Leben. die an das Herz schlagen. Man liefe jetzt eigentlich zehnmal gehobener auf der Straße umher. mit kleinen. den Mund aufzutun. ein erwachsener Mensch zu sein und als ein erwachsener Mensch hingehen zu müssen. Die reifen. Ihre ganze Haltung setzt die abendliche Welt in tönende Musik um. so ein Etwas zu sein. und unter kränkenderen Umständen. mit Augen. ein irgend Etwas. mit der tiefen. mit den ruhiger gehenden Menschen. mit der Pracht des Abends. mit den dichten Bäumen. den man darum bitten mußte. daß man trotzdem diesen Zustand als eine Art Heimat und Zuhausesein fühle. hinter ihnen hergeht. schleppenden Röcken und Roben.wie ein Gefangener lebe.dann€--. legte ihn in das Bett und zündete ein kleines Nachtlicht an. wo man die Frau nur halb im Dunkel sähe. ein gekauftes Stück. als Simon wieder nach Hause kam. wie verherrlicht sie das Bild der städtischen Straße. wo die Sonne der Welt am glühendsten scheint.

Die Dinge liegen jetzt so. daß die Wangen beinahe platzen und sich der Mund zu schmerzendstem Hohn zuspitzt. als wäre ihr Auge der Leiter meines Tuns und als flöße sie mir ihre eigene Sorgfalt ein. denn ich muß sagen. dicht daneben. wie ein Lehrjunge. da können Sie schreiben!« sagte die Dame. weil ich der unangenehme Zeuge ihrer Ungeschicktheit war und sie machte ein Gesicht. der seinen Meister fragen muß. eigentlich wenig freue. wie es die Fliegenden Blätter öfters in ihren Darstellungen bringen. Zu zürnen versteht sie meisterlich und ich wiederum bin Meister darin. das reizt zu Taten. die fertige Fixheit und fixe Fertigkeit im Tafeldecken und Teppichabbürsten. einen tiefen Zauber aus. die deshalb köstlich anzuschauen sind. um die Frau zu ärgern. Für mich ist das nun einmal so. in Zukunft spazieren gehen müssen. nicht viel anders. ist doch nur ein gutes. ich weiß es. und doch verlangt es auch Streben nach Vollendung. Ich habe die Scherben recht zärtlich-langsam aufgehoben. jungen Herrn werde ich. eine Marke. denn ich bin an ein Haus gefesselt. Es ist nur ein kleines. an denen das Hervorstechende und Markante das Bürgerliche ist. das ich nach und nach ausbilde. wenn ich recht nachdenke. in dem ich sitze durch ihre Erlaubnis. Zum Beispiel heute zerschlug sie einen reichen Porzellannapf aus Gedankenlosigkeit und ward böse auf mich. wenn ich mit dem Knaben beschäftigt bin. dunkelgefärbten Schreibtisch in einem hellerleuchteten Zimmer. während unten in der Straße. wenn sie in lebhafte Bewegung kommen. denn er macht mich zittern. worauf ich mich. in dem ich den Knaben ausfahren kann. ich muß solche Weiber lieb haben. es ist doch wenigstens eine Dame. ihre Briefmappe als Unterlage zu benutzen. Ich kann leider nicht mitpromenieren. Ich bin wieder in der dir bekannten Stadt und sitze an einem schönen. die ich um so etwas bitten muß. Die ganze sittsame Vergangenheit solcher Frauen zittert in ihren Erregungen. die einen kranken. daß ich es nicht war. weil sie aus so zarten Ursachen entflammen. Immerhin. aber in so strengem und schlichtem Sinn. eine Zeitung lesend. Sie zürnte mich an. in einem Sessel. Sie ist durch und durch Hausfrau. die höhnische. da es langweilig sein wird. Und er durfte sich an ihren Schreibtisch setzen. ich ärgere sie gern. Ich habe bereits eine gewisse Vollkommenheit darin erlangt. darf ich ausgehen?. Aber meine Frau da. aber solche strenge Frauen atmen. ihr dazu Anlaß zu geben. unter den Bäumen voll herunterhängender Blätter die Menschen lustwandeln. während ich an dich schreibe. und ich bin gern voll Scham und Wut: das treibt zu Höherem. meine Herrin. daß ich jedesmal. einen Briefumschlag für die Adresse. wenn du es noch nicht weißt. nicht gerade mit Händen und Füßen. sanftes Weib. mußt du wissen. Dazu ist ein braunes Wägelchen da. und erlaubte ihm. Ein reines Fliegende-Blätter-Gesicht. zuerst fragen muß. in einem Sessel. Unter Dienen versteht man das Aufpassen auf Befehle. daß man sagen kann: es ist vornehm. meiner Frau. wenn es schönes Wetter ist. Sie gab ihm Briefbogen. und das auch schließlich einmal da sein will. als wie eine Mutter ihren Sohn pflegt. Mit dem kleinen. und das versüßt ein wenig die Sache. in der Sommernacht. wie das Größte. Ich bin der Diener einer Frau geworden. Schön ist sie nicht. neben mir. und . aber mit dem Pflichtbewußtsein. ich werde es tun müssen. während einen eine Feder Sie saß er schrieb: Lieber Kaspar. denn es ist ihr eigenes Kabinett. wacht über jeder meiner Bewegungen. Du lieber Gott. Sie sitzt jetzt. Meine Herrin gehört zu der Sorte von Weibern. Hochmütig können solche Frauen sein in Sprache und Gebaren. kleinen Knaben hat. die Vorausahnung der Wünsche. denn ich bewundere und bemitleide sie zu gleicher Zeit. der ihn zerschlug. wenn mich eine persönliche Sache hinaustreibt.»Kommen Sie zu mir herein. die Schuhe zu putzen. geringes Geschäft. die ich schlechthin meine Frau heiße. den ich pflegen muß. Ich liebe solchen Hohn. Sie ist reizend im Ärger. denn seine Mutter.

Kannst du dir eine größere Versimplung denken! Wie geht es dir? Ich war drei Monate lang auf dem Land. daß er sich entschlossen habe. Ich tue es auch nicht. daß Simon den Brief beendet hatte. bei dessen Anschauen man weit. Was wird daran liegen. denn ich bemerke. zu sehen. Früher hat er viel von der Malerei geschwärmt. so muß ich mich ihm verbunden fühlen. Das erwartet sie nicht anders! Frauen sind so leicht erkennbar. für immer! Er ist ein Jahr älter als ich. und denke: ganz recht! Tu das! Tu ihr immer ein bißchen weh. Welch . zu vergessen. und dann habe ich nicht an diesen Gegenstand zu rühren. und wenn das Mitleid wirklich bindet. so bald wie möglich von ihr eine Ohrfeige zu erhalten. an dich zu denken. die ich noch erwarten darf. weil er unglücklich war schon als Knabe. an eine vielleicht noch frühere Zeit als die Kindheit ist. und das scheint mir schon eine große Trägheit zu sein. die Kunst. der man gewähren muß. und dann eine steinerne Treppe hinuntergeworfen wurde. der jetzt in Paris lebt. die neben mir sitzt. ich merke es schon jetzt. hat oft auch. und hat mir eines Tages schamhaft zugestanden. Mag ich's und mag sie's dann. vielleicht mit ein wenig Ärger darüber. Wenn ich ihr. ermüdet vom Zeitungslesen. ist aber damit zu seinem Schmerz nicht vorwärtsgekommen. und ist Kellner geworden. Nicht wahr. auf ihren befehlenden Ton hin. gramvollen Augen sehen mußte. Vielleicht hast du sie bereits vergessen.« fragte die Frau. lieber Bruder! Sie sind jedenfalls das Belehrendste. daß ich in solch einer Art und Weise bitte. versucht. Das ist amüsant für sie. dafür weggeben. Wenn ich sie nun um etwas bitte. so schnauzt sie mich an und gewährt doch gütig.Wenn die wüßte. Ich tu ihr immer ein bißchen weh. Ich werde ihr wahrscheinlich einmal die Hand küssen und dann wird sie mich zum Kuckuck jagen. aber es ist mir. ein Mensch zu werden. gehorche.das ist die Schurkerei an der Sache: daß ich es weiß. und dort habe ich mich ihm angeschlossen. so muß ich dabei lachen. wobei ich gerade in seine schönen. wie er von seinen Klassengenossen verhöhnt. »An wen haben Sie geschrieben. und doch haben sie so viel Unerkennbares. Ich habe eines Tages gesehen. da er aber mit diesem Beruf nicht reüssierte. aber ich muß leider zu meinem Schmerz daran zweifeln. -. Manchmal bin ich sogar zu faul. kann ich dir nur sagen.O ich verteufle hier. auch ohne darüber nachzudenken. daß sie dazu imstande ist. Ich habe alle Aussicht. mein Bruder. aber mir um Jahre vorgeschritten in Sitte und Lebensart. es gefällt mir. es freut sie. aber dafür eine echt bourgeoise Empfindung: sie lenkt in die Kindheit zurück. ohne seiner Verwandtschaft mit schwebenderen Dingen mehr zu gedenken. und wann hätte man nicht öfters Sehnsucht nach dem Weit-zurückliegenden? Meine Frau hat so etwas Zurückliegendes. Dieses mit der Ohrfeige ist nun eigentlich eine abscheuliche. Adieu. etwas. das ist seltsam. -. Klara hoffe ich bald einmal wieder zu sehen. während der Ausübung seines Buchbindergewerbes. Eine klatschende Ohrfeige ins Gesicht: ich möchte alle Küsse. Das will sie. er ist mit mir in die Schule gegangen. Seit diesem Tage bin ich sein innigster Freund geworden. was es auf der Welt für einen Mann gibt. wo der Mensch schneller reif wird.« »Was ist er?« »Er war zuerst Buchbinder. denn er hat immer in Weltstädten gelebt. als sei diese Zeit schon weit hinter mir zurück. Ich liebe ihn sehr. Bilder zu malen. wie man sagt. sich ganz in den Strudel der Welt zu werfen. der sich völlig dem Tag hingibt. seine Träumerei. als sie sah. Mein Geist gibt sich mit Serviettenfalten und Messerputzen ab und das Schiefe ist. erschreckten. ist er Restaurationskellner geworden. was ich schreibe! Einer meiner brennendsten Wünsche ist. weit zurückdenkt. »An einen Freund von mir. zum Tempel hinaus. wie gern und schnell ich gehorche.

Kenntnis zu nehmen.« fragte die Frau.« »Wie? Tanner? So heißen ja Sie auch. in einer engen. Sie müssen wissen: Die Frauen schwärmen für ihn.« bemerkte sie und stand auf: »Gehen Sie zu Bett. Aber sehen Sie. Hübsche Liebe! Unter Brüdern ist der Neid und der Haß nichts Außerordentliches. Wenn Freunde sich hassen. packten wir uns eines Tages am Halse. und wollten uns den Garaus machen. das tu ich nicht. er sei Ihr Freund.« »Ich habe unziemlich von Ihnen gesprochen in dem Brief. denn er hat etwas Herzenherausforderndes an sich und wieder etwas Eisig-Kaltes. er sterbe wohl bald vor Öde und Langeweile. mein Bruder. und das ist viel wertvoller. Ich trinke Absinth und bin selig!« Das war sein Mannesstolz. Nach Verlauf von drei Wochen befand sich Simon. wenn Brüder sich hassen. heißen Gasse und überlegte. steilen. um einem verpaßten Leben nachzutrauern. während um ihn das Leben lärmt.« »Wie heißt er.« Simon tat.« »Es wird nicht so schlimm sein. daß ich ihn dafür liebe und bewundere. aber Freunde sind wir mit Bewußtsein. dieser verunglückte Mensch. atmet Liebe und Takt.« »Warum schließen Sie Ihren Brief nicht zu?« »Ich möchte Sie bitten. Aber das ist eine alte und unschöne Geschichte. und dachte. wenn man die richtige Bezeichnung haben will. um es ganz beiseite lassen zu können. frei aller Verpflichtungen. denen das Geschick das Zusammenleben unter einem Dache vorschreibt. aber viel mehr mein Freund! Solch einen Bruder muß man Freund nennen. gnädige Frau. Einmal hat er mir geschrieben.ein Absturz. von dem. Ich kenne jede seiner Empfindungen. daß er oft Sehnsucht nach jenem Besseren empfinden muß. Das ist klar. einsamen Stunden sich dem Weh der Erinnerung verfallen sehen mußte. Das war seine Seele. wenn er in stillen. beidseitig. »Kaspar Tanner. ob . und zugleich: welch ein bewundernswerter Aufschwung! Ich habe ihm gesagt. was ich geschrieben habe. Und ein anderes Mal schrieb er mir: »Die dumme Träumerei! Das Leben ist das Süße. trotz des Kellnerfrackes. gehen sie auseinander. Zu stolz. geht es nicht so gelinde zu. Wir sind nur zufällig Brüder. Er ist also Ihr Bruder und Sie sagten vorhin. indem er hinausging: »Ich werde immer frecher. dieser Mensch ist stolz und gut. Was ist Bruderliebe? Als wir noch Brüder waren. was sie befahl. Bald jagt sie mich noch zum Haus hinaus!«€-- Dreizehntes Kapitel.« »Freilich.« Die Frau lächelte: »Nein. um ihn zu trösten. Seine ganze Erscheinung. und zu gut.

oder diese Felswand. man kann es um so inniger betrachten. um zu sehen. um bei Gelegenheit sagen zu können: »Sehen Sie. klopfte an eine Türe. eine ermüdete und ängstliche Engländerin in seinen Armen tragen. Auch könnte er ja. oder nicht. so ist es in meinen Augen überreich ausgestattet. für einen ärmeren Menschen?« Nachdem sie ihm das Zimmer gezeigt hatte. »ich liebe den Schatten. Es ist für mich wie geschaffen. Von den Hüten der Damen flatterten lustige Schleier herab und die Männer gingen in Kniehosen. und auch klug genug. Kein Lüftchen wehte. ob hier ein Zimmer zu vergeben sei. dicke. sondern in das alte. Draußen in den modernen Straßen mochte es wehen. Es war eine fette Frauenhand. Seltsame. paar. und ich muß sagen. die zufrieden war. Lust dazu hätte er ja. Wo hätte ein Lüftchen in diese Gasse eindringen können. »Ja. Das Zimmer ist sehr hübsch. wer klopfe. und fragte eine Frau. es sei eines. hohe.« »Ob er es wohl ansehen könne. die so gelispelt und gehaucht klang. schimmernden Fluß. damit Sie einigermaßen ruhig sein können. und ob es wohl ein Zimmer sei. und gelben Sommerschuhen. Bitte. oder diesen blauen. fremde Menschen. nicht zu teuer. zogen einzeln. Dort hängt sogar ein Bild an der Wand: ich liebe das. und in einem hochgelegenen Hotel würde er sicher Arbeit finden. diesen Wasserfall. und hier bemerke ich zu meinem freudigen Erstaunen einen Lehnsessel zum bequemen Sitzen. Aber ich werde mir eine Stelle suchen. diesen Fremden in die Berge nachzureisen? Kühl wäre es sicher dort oben. Männer und Frauen. Das Bett scheint gut zu sein. oder diesen Bergsturz. Einen Spiegel sehe . Simon hatte eine kleine Summe Geld in der Tasche. Stellenlos bin ich. nicht zu groß. Hier ist auch ein Kleiderschrank. Ich würde jetzt die Sonne im Zimmer nur hassen. hellen Straßen. Sollte sich nicht Simon dazu entschließen. so schroff und weich zugleich. Sollte er in die Eisenbahn steigen und in die Berge reisen? Es reiste jetzt alles in die Berge.oder gruppenweise durch die weißen. aber hier schien schon seit Jahrhunderten kein Windzug mehr getrieben und gefegt zu haben. sehr billig.« Er würde das Zeugs dazu haben.er in ein Haus treten solle. wenn nur ein einziges Bild im Zimmer hängt. um den reisenden Herrschaften mit Worten eine Landschaft zu schildern. und die Frau. Die Mittagssonne brannte hinunter und preßte alle üblen Dünste aus den Mauern heraus. die herauskam. als ich besitze.« »Das ist mir sehr lieb. wenn der Fall einträte. Aber er ging nicht in die Berge. finstere Haus in der Gasse. Untersuchen wir es nicht erst lange. meine Damen und Herren. ich bin nichts. oder dieses Dorf. O ja. und das war nach seinen Begriffen eine süße Sprache. der mehr Kleider fassen könnte. wenn das Zimmer solch einen Sessel aufweist. Überhaupt. fragte die Frau: »Was sind Sie?« »O. sagte: »Leider ist das Zimmer nicht sonnig.« erwiderte Simon. wenn es gälte. In der Tat. Ich bezahle Ihnen diese Summe hier zum voraus. es geht auf die Gasse. die Amerikanerinnen und die Engländerinnen: er würde englisch sprechen lernen. stark war er genug dazu. Er konnte ja den Führer spielen. Hier. einen Paß von drei Schuh Breite zu überschreiten. bitte!« Und er gab ihr ein größeres Geldstück als Vorausbezahlung in die Hand. bei dieser warmen Jahreszeit. Seien sie unbesorgt.

meinen Verpflichtungen Ihnen gegenüber prompt nachzukommen. Das ist ein Fehler. Ich sehe gar nicht ein. um eine Anstellung zu erlangen. wo sie über die Schultern fielen. wenn man frug. so daß die Schleppen der Damen das Laub rauschend hinter sich nachzogen. Auf einmal bog sich eine duftige.« sagte die Frau. die mit langen. Sie lächeln! Ja. das ganz mit wildem Grün überdeckt war. Immer fiel ein leiser grüner Regen von kleinen. der ihn noch lange nachher beschäftigte: Es war in Paris. die den ganzen Kopf zurückzubiegen schienen. die die Züge verzerrt wiedergeben.« »Ich glaube es auch. bald gelblich. Die großen Häuser wollten sich immer auf und nieder bewegen wie seltsame natürliche Kulissen in einem Theater. trugen die Locken lang herunter. saftigem Laub bedeckt. auf der Straße liegen. Es gibt viele Spiegelgläser. wurde einem gesagt. da es mir schon so oft geglückt ist. das wußte er nicht mehr. wie ein Hauch von Wolken. wie ich bin. schwarzen Handschuhen bis über die zierlichen Ellbogen hinaus bedeckt waren. aber einzelne trugen große. den ich hoffe beiseite legen zu können. ähnlich einem großen Schwane. Dieser Spiegel ist ganz vortrefflich. Mit dem Zimmer haben Sie mir sozusagen eine Gnade erwiesen. glücklich fühlen kann. Die Häuser waren wunderbar hoch. Das Licht gehörte halb dem Tag und halb wieder der vorgerückten Nacht. Sie aber sind wohl Ausländer. bald schneeweiß. daß Sie sich noch darüber verwundern können.« Die Wolke blieb als ein weißer Schaum. so weit man blickte. ich habe öfters die Stellen gewechselt. Ich fühle mich ein bißchen matt und möchte mich eine Stunde hinlegen. Hier an diesem Tisch werde ich meine Offertschreiben abfassen. Sie müssen wissen. Jetzt gelangte man zu einem Haus. An den schlanken Büsten der Damen hingen Lorgnetten bis zum Leib hinunter und ein Bogen von schweren. Eine Wolke ist in den Pariserstraßen keine seltene Erscheinung. üppigen Haaren überspannte ihre lieblichen Köpfe. Die Damen in ihren Schleppen waren herrliche Figuren.« fuhr Simon fort. die auf der Straße dahergingen. Es schien überhaupt. Wenn man erstaunt fragte: »Was ist das?« wurde geantwortet: »Sie sehen. weit und herrlich herunterfallende Federn. und ein unaussprechlich sanfter Wind wehte daher. aber warum es in Paris war. worin sich ein Mensch. Ich hoffe. »Ich wollte.ich auch. warum es mir nicht glücken sollte. »zuerst in die Berge gehen. um mein Gesicht darin zu betrachten. es wird mir glücken. es ist eine Wolke. Etwas Wundervolles waren die Hände und die Arme der Frauen. denn es ist ein Zimmer. Ich werde mich immer bemühen. freilich! Es ist doch jetzt Ihr Zimmer!« »Nicht doch!« Und dann legte er sich schlafen. das ist aber sehr ernst. Zuerst ging er durch eine Straße. die ich an verschiedene Geschäftshäuser absenden will. »Dort wohnen die schönsten Frauen von Paris«. flüsternden Blättern. . groß. wenn man hineinschaut. viel größer als die Männer. alles wundervoll. Aber dieses schattige Zimmer ist schöner als selbst die weißesten Berge. die war ganz mit grünem. darf ich das?« »Ei. die doch auch schlank erschienen. Obenauf saßen winzige Hütchen mit noch winzigeren Federchen. sie konnten den anderen zwischen den gekreuzten Beinen durchschlüpfen. bald grau. Es ist ein gutes Glas und gibt die Züge deutlich wieder. auch Zwerge mit schwarzen Fräcken und roten Hüten liefen. Die Männer. Er hatte einen sonderbaren Traum. weiße Wolke in die Straße herunter.

Die Schuhe selbst waren das Zarteste. wo hin. unter wundervollen Armbewegungen. sprang. aus feinstem Leder geschaffenen Schuhen bekleidet. schlanke Hunde liefen hinter den Menschen her und betrugen sich so. die lange Anzünderstäbe trugen.Viele Damen liefen zu ihr hin und rupften kleine Stücke davon ab und setzten sie sich. diese Pariser! Da lächeln sie leicht über den Ausländer. Ihre Augen glänzten und schimmerten. Poeten standen auf erhöhten Brettern und sangen die Lieder. Schwestern. wie es komme. nicht gehen. Und doch lief. ohne ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. im Herzen der europäischen Eleganz. Es waren keine lächerlichen Erscheinungen. Jegliche Figur und Erscheinung schien mehr zu schweben. mehr zu tanzen. so wie es Abend wurde. weißes Licht. mit hellgelben und tiefschwarzen Haaren. als zu schreiten. daß das Gas herausströmte aus den Leitungen und zündeten dann an. Man mußte nur sehen und aus dem Herzen heraus lachen. das war zum Nachzeichnen und Mitfühlen. Nun sah man. und diese Teufelsjungen. wo sprangen sie her. so müßte dieser Ort Paris sein. da flog die Wolke wieder auf. alt werden und sterben? Sie waren alle in blaue kurze Röcke gekleidet gewesen und schienen Gummischuhe getragen zu haben. befand sich Simon auf einer aus dunklem Holz gezimmerten und geschnitzten Treppe. als wüßten sie. waren mit hohen. Allerdings. Wieder beobachtete man die Straße. ohne daß er es sich versah. Sie trugen übergroße Haarfüllen. daß man sich in Paris gut aufführen muß. behenden Jungen. als zu gehen. Weg waren sie. das immer bim-bim machte. was in Paris unmöglich wäre. hatten sie auch Eltern. Wie die gingen. Das Herrlichste an ihnen waren die Beine. und zog einen nach. edlen Samt gekleidet. wieder Schweres und wieder Tanzendes. Schöne. die Straße war breit wie ein großer. Jetzt auf einmal wurden die Lichter angezündet. daß sie an den Kleidern hängen blieben. vorspringenden Restaurants servierten die Kellner in hellgrauen Fräcken und die Damen tranken Kaffee und plauderten mit ihren entzückenden Stimmen. ging. konnten sie auch groß werden. schritt und marschierte alles ganz natürlich. was zwar nicht denkbar. breiter Strom. von wo an eine spitzenrauschende Hose sie umhüllte. Die Natur schien sich in dieser Straße niedergesetzt zu haben. Nun schimmerten die Lichter überall hervor und schienen zu wandern mit den beweglichen Menschen. gingen sie auch zur Schule. wo auf . die nicht von Schleppen oder Röcken bedeckt waren. nichts weniger als das.« Auf einmal. die Straße wie ein abendliches Tal. Dann kamen Kühe mit großen Glocken: bim-bam und: bum-bum! Und doch war es eine Straße und gar keine Bergweide. einen bewegsamen Frauenfuß zu umschließen. auf die Hüte oder warfen sie einander scherzend zu. wo hinaus? Wo waren sie zu Hause. Aber wundern sich die Pariser nicht selber jeden neuen Tag über die Schönheiten ihrer Stadt!« Dann kamen die bösen Pariser-Gassenjungen und kitzelten die Wolke mit brennenden Streichhölzchen. mitten in Paris war es. von kleinen. das hob einen mit. machte einen mit den Augen das Süße anträumen. Man amüsierte sich mit dem. die es entzündeten. was sich dazu eignen konnte. sondern sich zeigten bis zur Kniehöhe. daß es einem weh tat. der sich wundert. daß Gott die Frauen so schön erschaffen. leicht und majestätisch in die Höhe. Was war das für ein zauberhaftes. In den schönen. Frauen heiraten. machte die Seele erwachen und nachdenken darüber. Brüder. wunderbar-merkwürdige Frauengestalten auf der wandelnden Straße. bis alle angezündet waren. mehr zu fliegen als zu laufen. So sprangen sie von einer Laterne zur andern. was sie zum besten gaben. Die Füße. den dunkelgekleideten Hirten voran. Ganze Schafherden durchzogen mit Geläute. denn man hörte sie nur huschen. Mit diesen machten sie die Hähne oben an den Laternen auf. Sie waren in braunen. Man fühlte lebhaft: »Wenn die Götter irgendwo heimisch sein könnten auf der Erde. Kinder erzeugen. Man dachte: »Seht doch. bis hinauf beinahe zu den biegsamen Knieen. bis sie über den Häusern verschwand. die ihn in ein Zimmer hinaufführte. wo weg. Der Gang dieser Frauen hatte etwas zum Jubeln Schwebendes. die sie zu Hause gedichtet hatten.

gedämpfte Musik rauschte. aber laß es dich auch keineswegs erschrecken. »In Paris wird seltsam serviert. öffnete sie zugleich eine zweite. und auf einmal erblickte er seinen Bruder Klaus. Er erhob sich. Wie er näher zusah. die bald in der Ferne und bald neben seinem Ohr erklang.« sagte Klara. »Komm. das. sieh ihn nur an! Ein solcher Mensch liebt seinen Bruder und möchte ihn in der Welt als braven. Er geht in seinen Betrachtungen über den Lauf der Flüsse. und die Schlafende hielt es mit dem Arm umschlungen. trug ein Abendessen herein. das war schmerzhaft. Ich zeige dir jetzt etwas anderes. Solch ein Schaffen verlangt Abtötung . Sie redete streng. Er liebt dich. sie hauchte ihn mit ihrem duftenden. es ist besser so. wenigstens sah man nicht.« lispelte sie ihm zu. sehnsuchtsvollen Brief. selbst das Liebste. wohlschmecken ließ. wie sie lächelt! Wenn sie noch reden könnte. und Simon setzte sich an den Tisch. und Simon erblickte seine Schwester Hedwig ausgestreckt auf einem mit weißen Linnen bedeckten Lager. während aus der Zimmerdecke hernieder. »Er ist fleißig und schreibt an seinem Lebenswerke. Nein. Er spürte den Geruch von Ölfarben. störe ihn nicht.« sagte Klara. Komm. sonst würden wir beide hören. wenn sie welkt. und sie hebt nie mehr die Hand. Kaspar.einem Diwan ein schlafendes Mädchen lag. ohne auf die Frage der Welt: »Warum kommst du nicht?« geantwortet zu haben.« Und mit diesen Worten ließ sie eine dritte Tür aufspringen. sag mal? Nein doch: was ist Schmerzendes an einem so schönen Tod? Ihr ließt sie leiden. um mir zu antworten. heißen. Ich zeige dir nichts Abstoßendes. Du als Bruder empfindest das lange nicht so. Komm. Er muß alles um sich her vergessen. wie es schien. würde sie sicher freundlich reden. als ich noch glaubte. leise Stimme erbeben.Indem sie das sagte. du weißt. »zweifle nicht daran. Da erwachte die Schlafende. daß sie immer noch lächeln kann.und blumenhaft! Wie lieb sie war. in die Arbeit. Sie hat sich jammernd auf die Lippen gebissen. er selber. Ich würde ihn nur aufgehalten und gehindert haben. Es duftete wundervoll nach Kräutern und Blumen in diesem Gemach. eine leise. er arbeitet. einen langen. ich will dir etwas zeigen. war es Klara. hindeutender Stimme. wie er denkt über dich und was er zu deinem Tun meint. das sie wirklich in der Hand trug. arbeitete. wie das Geplätscher eines kostbaren. Du scheinst ihm Sorgen zu machen. Laß uns weiter gehen. Das Leben tat ihr zu weh. ein Neger.« dachte Simon. und sie öffnete mit einem Zauberstab. Ich wußte immer. wie in einem Märchen von Gebrüder Grimm. und ein Zittern ließ ihre klare. Aber das Bild löst sich. »Sieh sie an. und Simon schaute in ein geräumiges Maleratelier. schon damals.« Er ging mit ihr in das andere Zimmer. wie ich als Freundin. ihm folgen zu können. die Geschichte und das Alter der Berge. wie es schien. eine Flügeltüre. wenn er will. »Siehst du. was es heißt. Siehst du. Weißt du. wie seine Stirne sich faltet. die stirbt. den Rücken zeigend. im Tode! Es war ein tapferes Mädchen. ganz versunken. wie ich sehe.« sprach Klara mit leiser.« -. die Windungen der Täler und der Erdschichten unter.« lächelte sie den erstaunten Simon an. geachteten Mann wissen. an einer Staffelei. warmen Atem an. daß er nur für die Kunst lebte. etwas kleinere Türe mit ihrem Stäbchen. Ein Kätzchen schlummerte neben ihr. »Ich bin jetzt eine Zauberin geworden. Mädchen sein und leiden? Ich habe ihr einen Brief geschrieben. wie er ein gedankenvolles Gesicht macht. damals. Wie sie wortlos scheidet: so mädchen. er denkt an dich! Sieh. Das siehst du aber ihrem Mund nicht an. In meinem Zauberreich darf man nicht gaffen. indem er es sich. schon auf. Habe ich dir weh getan. daß sie eine ihrer Hände dazu gebrauchte. Aber dazwischen denkt er jetzt seines Bruders. Wie eine Blume ist sie gestorben. »Still. erfinderischen Brunnens. »sie ist gestorben. »man darf Schaffende nicht stören. Der Tod muß sie geküßt haben. Sie geht. Ich will dir nicht weh tun. jetzt wirst du noch etwas anderes sehen. du Böser! Er kann leider nicht sprechen. das ihn bekümmert. Ein Diener. und an den Wänden sah er seines Bruders Bilder herumhängen. wie er dasaß und an seinem Schreibtische schrieb. daß er schaffen kann. ihm zu folgen.

womit er an der tausendtönigen Glocke seiner Farben läutet. so sehr Flocke an Flocke. Welch eine unüberlegte Mörderin wäre man! So aber ist alles schön. Das verstehst du nicht. Und diese Entdeckung würde mich. ungebändigtes Pferd zerrt und arbeitet er. schmutzigen Abgrund hinunterwerfen. Selbst eine schwache Frau wird genau wissen. das versteht nur er. mit Kopf. hat Kaspar zu tun. Klara öffnete ein Fenster. was man will. um zum Siege über den Gegner zu gelangen. Einem Künstler zuzuschauen. Nein. jeder seiner Bewegungen gedankenvoll zu folgen. jede Farbe farbiger. der seinen letzten Atemzug hergibt. echten Künstlern gegenüber. Auf jeden Fall. aber man hört in seiner Seele dafür Glocken läuten und empfindet die süße Berechtigung und Makellosigkeit seiner Stellung in der Welt. die sterben. Irgendwo müssen die Gefühle gedämpft und geordnet werden und Stellung behaupten. so. so wie es auch keine bestimmten Redensarten gibt. In Paris muß man auf alles schnell . Sie traten wieder in das erste Gemach und sahen das schwarze Kätzchen mit seiner Pfote in einen dünnhalsigen Milchkrug hineingreifen. tausendstimmiges Vogelgezwitscher. als ihn beeinflussen zu wollen. »es schneit hier mitten im heißen Jahr. So stehe ich hinter seinem Rücken. und er ist mir zu gut und zu lieb. und jede Sehnsucht sehnsuchtsvoller hinzumalen. was wäre das für eine unschöne. wie eine für immer Verdammte. daß es mich drängt. daß man auch etwas abbekäme. daß verletzte Gedanken zwischen den Küssen zucken. jede Linie linienhafter. unbegreifliche Musik. wie er die große. machtlos und ohnmächtig vor Hingebung. Als es aber die beiden Menschen sah. zu allen Decken und Wänden heraus. und: wunderbarer Anblick! Es schneite in der sommerlichen. ein bißchen weh tut es einem. Wenn ich ihm nun so meine schwache. um eine Liebe und eine Innigkeit ganz auf das Schaffen zu übertragen. Störe ihn nie an seiner heiligen Aufgabe. Siehst du. Wenn du mich ihn so sehen siehst. als ob man gierig wollte. was er mir sagt. war von jeher in den Formen. grünen Straße. wie eine solche Geliebte. daß ein Hindurchschauen unmöglich war. als Simon von Klara weggeführt wurde. wie ein fernes. wo es mit seinen brennend-gelben Augen aufmerksam hervorguckte. feurige. denn er schafft für die Lust späterer Geschlechter. aber das unbefugte Dreinreden und Einmischen niemals! Vieles müßte ich dir noch sagen. was sie in einem solchen Fall zu tun hat.« -. den ich so liebte. wenn ich ihn flüsternd und voll Bangen frage: »Liebst du mich. Aber komm jetzt. als sei die Natur. wie er ist.« sagte Klara. einem herrlichen Ringer gleich.Wieder tönte eine wundersame. vorwärtswälzt. jeden Druck bestimmter. verdammenswerte Sache. Gefühl und mit beiden Händen. das macht Klara nicht. es gibt hier keine bestimmten Jahreszeiten. die Kunst. Jede Stellung hat ihre Bedeutung. so arbeitet er in wilden Träumen noch immer fort. daß beiden der Atem vergeht. Die Natur hat er wie eine üppige Geliebte in seine Arme gefaßt und drückt nun Küsse um Küsse auf ihren Mund. glaubst du da nicht. ist schöner. und du siehst es. und darf ruhig ahnen. Es will mir beinahe scheinen. und zwar so dicht. Sein Blick. ihm und der Natur. von der man alles verlangt. aus allen Zimmern. mich ihm in die Arme zu werfen? Zu hören. um die Welt in Bildern zu erfassen. wie ein wildes. aber ich würde voll Ahnung einen Zug des Mißmutes auf seiner schönen Stirne entdecken. tausend Höhen vor ihm in einen unwürdigen. »Das ist hier in Paris keine Seltenheit. die sich ein ehrenhafter und aufrichtiger Mensch stellen kann. die von den Küssen erwürgt werden. wie es ihn hinreißt. Kaspar?« Er würde mich dann sicher streicheln. aus einem kleinen Wäldchen kommendes. sprang es fort und kauerte sich hinter einen Stuhl. wie er schafft. Sie ist mir zu gut zu so etwas. wo sie fühlen muß. etwas bedeutete für ihn und die Welt. den Pinsel zu führen.alles Lieben und Innigen. und er bedarf hier in Paris nur einer einfachen Stube. hinter einem Rücken und hinter Schultern und Locken stehen zu sollen. arme Liebe aufdrängen wollte. dampfende Kugel. denn die Kunst ist hart und scheint mir die schwerste Aufgabe. und wenn er nachts schläft. Eine Frau mag auch nicht gerne da küssen.

Die Katze aber wollte sich zu ihr hinauf legen. Vögel werden singen. Was konnte er mit ihnen reden. Sie sprachen.« dachte er. Zwei Männer gingen dort unten. und geküßt wird werden im Mai. Achtung vor der Welt: das gilt hier als das Höchste und Feinste. Die Bäume blühen an einem Tag empor und duften wunderbar. und aller Wahrscheinlichkeit nach liegen wir jetzt einen Monat lang im Schnee begraben. Simon sprang ihr nach. und immer entwischte sie ihm aus den Händen. Benutze du indessen die Zeit und studiere eines der Werke. -. Hier ist alles ein schnelles. aber du wirst es an dir selber erfahren. graziöses. bescheidenes Erfassen. Der Himmel war von einem goldenen. Da wirst du sehen. als würde er mit unsauberen Händen angerührt. dieser Schnee: Was glaubst du wohl. wie nach der langen Eingeschlossenheit sich die Menschen auf offener Straße umhalsen und Tränen der Wiedersehensfreude weinen werden. in dem sich nur zufällig ein schmales Band freier Himmelsluft befände: »Sie sind wohl sehr einsam!« »O ja! Aber es ist hübsch. während die beiden Weiber in ein Gelächter ausbrachen.Und damit schlief sie ein. nach einem Monat ist Frühling in den Pariserstraßen. wie gesagt. Es war ihm. Und das Geld wird sich in den Taschen. um bequem nebeneinander herzugehen. Wenn du längere Zeit hier wohnst. er ihr nach. Stelle dir vor. einsam zu sein!« Und er schloß das Fenster. du wirst sehen. Und dann nach einem Monat. die tief unter ihm lag. Heute war er nicht aufgelegt. abgewöhnen. nicht wahr. wirst du dir denken können. daß er bis über die hohen Häuser hinaufkommen wird? Es ist so. selbst in den ärmsten und zerrissensten vorfinden. und der Klang ihrer Worte drang seltsam deutlich zu seinen Ohren hinauf. aus der er schließlich erwachte. die Mauern entlang die den Klang weitertrugen. das eine unbestimmte Sehnsucht erweckte. tief-satten Blau. wie ich schon schläfrig werde. wird zu den glänzenden Augen. die lange zurückgehaltene. als er sich vom Bette erhob. * * * * * Es war inzwischen Abend geworden. Ich werde meistens schlafen. Simon gerade gegenüber tauchten jetzt im Fenster des andern Hauses zwei Weibergestalten auf und berührten ihn mit ihren ziemlich frechen. ich habe die schönsten Pariserromane hier in meiner Bibliothek. mit ganz gewöhnlich-lauter Stimme. sie entfloh.denn es war. die wieder in sein Leben eingerissen war. lachenden Blicken. Du wirst es schon lernen. du wirst mit dem Kätzchen spielen oder ein Buch lesen. denn eine Zauberin muß eben viel schlafen. dich einen ganzen Monat lang zu fesseln. das du finden wirst und das geeignet ist. Zum Beispiel. »Ich habe da einen wehmütigen Traum gehabt. Gute Nacht!« -. sie hatten gerade Platz zwischen den hohen Mauern. der Himmel geht dann in Paris spazieren und mischt sich unter die entzückten Menschen. Aber ich will jetzt schlafen. Die Lust. Die Pariserdichter schreiben entzückend. Er ging an das Fenster und schaute zum ersten Mal in die Gasse hinunter.gefaßt sein. zu den Lippen und Stimmen herausbrechen. apropos: wir haben ja auch Musik. und dann. wenn er sie schon erfaßt hatte. wirst du es auch lernen und wirst dir das Staunen. was nicht unflätig gewesen wäre. Er sprang sich in eine furchtbare Atembeklemmung hinein. hatte ihn ernst gestimmt. das nicht am Platz ist. Es wird alles ein Umschlingen sein. Die eine der Gestalten sagte zu ihm hinüber. Wolken werden tanzen und Blumen durch die Luft schwirren wie ein Regen. als säße man zusammen zu Dritt in einem Zimmer. Es gibt solche Bücher. Die Veränderung. Siehst du. die Luft wird ganz blau und warmfeucht in die Straßen hinuntersinken. Er zog die weißen . Was tut es viel: wir haben Beleuchtung und eine warme Stube.

deren Mittelpunkt ein kleiner Spaßmacher sein mußte.Er glich in seiner Gesundheit und Schmiegsamkeit. die ihn schön und liebenswürdig fanden. Sie sprachen ernsthaft und in ziemlich klugen Ausdrücken miteinander. die mit dem Knaben zu tun hatten. mit der ausgelassenen Gesellschaft von gleich schwärmerisch Gesinnten wie er selber. Um einen runden Tisch herum war eine kleine. verbrachte er Tage. seine Pflichten in der Schule zu erfüllen. zündete die Lampe an. Eine schwere. die ihn lockten. Die Ferien benutzte er zu Wanderungen im Tiefland. indem sie sich nach ihm umsahen: »Welch ein bildhübscher. öffnete das Fenster. Seine Klugheit machte es ihm spielend leicht. ich meine seine Schüleraufgaben. Die Leute sagten. den er auf dem Land. jenes Gehenlassen. Seine weichen Gesichtszüge mit den wundervollen Augen voll männlicher Ahnung bestrickten alle. die. stets komisch und lachmuskelerregend wirkten. und von allen bewundert.Vorhänge vor. und las in dem Roman von Stendhal weiter. bei den leichtfertigen Mädchen zu machen. so daß einem beim Gehen die Wahl schwer werden konnte. Das alte Stadtviertel war voll von kleinen Wirtschaften. Jetzt aber ließ der eine von ihnen den andern. -. nicht nur Stunden. Er bannte und bezauberte sie alle. unglücklicher Mann zu sein. den sie beide mochten näher gekannt haben. Der Gegenstand ihrer Auseinandersetzung schien ein junger. erzählen. was sie sprachen. die dem jungen Menschen gestattet. sich der Genüsse des Lebens spielend zu bemeistern. daß ihn die Lehrer den später nachkommenden Schülergenerationen und sogar den weiter vorgeschrittenen Klassen als ein Muster gepriesen haben. fröhliche Gesellschaft versammelt. einem Gott. als er noch langes Haar und kurze Hosen trug und an der Hand eines Kindermädchens durch die Straßen der kleinen Stadt spazieren ging. ohne ihn zu unterbrechen. Nachdem er eine Stunde gelesen hatte. sahen ihm die Mädchen nach. auf den ausgedehnten. löschte er die Lampe aus. als würden sie von seinen . Von der Mutter verzärtelt. gezeichnet und gerechnet. bei Hedwig. ging zum Zimmer hinaus. zu der Haustüre hinaus. Er ging noch einige Schritte in der lebhaft von Menschen erfüllten Straße und trat dann in eine Kneipe ein. die er schon damals begann. warme Dunkelheit empfing ihn. als ihn seine Eltern auf die höhere Schule schickten. was sie auch sagen mochten. Seine Lehrer haben ihn geliebt. Vierzehntes Kapitel. Es mußte einer jener Menschen sein. auf die steile Straße. der nur zum Vergnügen eine Zeitlang auf dem Gymnasium zu studieren schien. Er hat prachtvoll geturnt. mußte sein Geist frühzeitig jene Weichheit der Bevorzugten und Anerkannten erhalten. Natürlich verschwieg er seiner Mutter die Erfolge. was jedermann begriff. Wenn er ging. Simon setzte sich zu zwei noch jungen Männern an den gleichen Tisch und horchte unwillkürlich auf das. denn alles lachte. sowie er nun den Mund auftat. denn er war sanft und gut zu erziehen. er war ein prachtvoller Kerl! Schon als Knabe. und Simon hörte folgendes: »Ja. Wenigstens weiß ich. sowohl seelisch wie körperlich. weil sie so hoch hinauf und so weit in die unbestimmteste Ferne sich hineindehnten. jene schöne Sorglosigkeit. hohen Bergen. nicht hatte fertig lesen können. In die Ferien brachte er glänzende Zeugnisse und eine Schar junger Kameraden mit nach Hause und berauschte das Ohr seiner Mutter mit Erzählungen von seinen mannigfachen Erfolgen. kleiner Kerl!« Seine Aufgaben hat er mit viel Talent gemacht. Er genoß eine gewisse Berühmtheit.

wie dieser war. und das nächste Mal. großzügig und voll Feierlichkeit. Hütten. Wenigstens ging er von da aus. daß man immer gewinnt beim Anhören einer wahrhaften Geschichte. daß ich Ihnen ferner zuhören darf. Wiederum siegte die Zärtlichkeit der Mutter. daß sie sich in einem so betrübenden Fall. hohe Verantwortung. . um sich bemerkbar zu machen und sagte: »Ihre Erzählung interessiert mich aus manchem Standpunkt. als sich. wie es sich geziemte. Unverantwortlichkeit. da sonst die Notwendigkeit bevorstünde. in eine Schießbude hinein. wenn es ihm die Zeit erlaubte. Das Wort und Land Amerika kam ihnen schon in den Sinn. gestatten Sie mir. schrieb Briefe nach Amerika zwecks einer Anstellung als Hauslehrer. doch schien er ihnen keinen unguten Eindruck zu machen. unschädlichen Flinten. stand voller Buden. in den Wagen hinein. kleines Kind verletzt haben. aufzuführen. das dort die Gewehre darreichte. als wieder Ferien waren. daß es am besten sei. es war gerade Jahrmarkt. der erzählt hatte. vor der er immer zu sehen war. worin er ihnen ans Herz legte. ihren Sohn freiwillig aus der Schule zu nehmen. Rutschbahnen und Reitbahnen. jugendlicher Lehrer in die Welt. wenn der Vater energisch einzuschreiten gesonnen war. wo der Junge gar nicht anders konnte. Er war entzückend leichtsinnig. so auch bei dieser Gelegenheit. Gründe: sinnloses Betragen. Bitte. es mußte ihnen angesichts der Lage ihres Sohnes beinahe von selbst zufliegen. Karussells. denn mir scheint. Diese Gelegenheit benutzte Simon. und ihn einen harten Beruf. Einmal. nur zuzuhören. schönen Kopf trug er kokett die blaue Studentenmütze. wo sonst das Vieh zusammengetrieben wird. den diese herumziehenden Leute als Familienwohnung benutzten. Pflichten und doch Rücksichten und alles jenes. die indessen erfolglos blieben. in alltäglicher Weise benehmen könnten. Er unterrichtete die Kinder so gut. stand in dem Zeugnis des jungen Studenten eine bissige Bemerkung des Rektors. zu Hause die französischen und englischen Klassiker in ihrer Sprache. eben aus seiner Lebensstellung herausgetretener Mann und lerne vielleicht einiges aus Ihrer Erzählung. vielmehr bat ihn der. und der große Platz. schoß er mit einem scharf geladenen Vogelgewehr. nach Ablauf seiner Zeit. las. den Schlingel ganz aus der gelehrten Laufbahn fortzunehmen. dachte heimlich an eine andere Karriere. schrieb. der gleichzeitig den Eltern einen Brief. Auf seinem blonden.«€-Der erzählende Mann schwieg eine Weile.zurückgeworfenen Blicken an ihn herangezogen. denn er hatte für Sprachen ein wahrhaft wunderbares Talent. als er nur vermochte. mehrere andere Streiche kamen zu dem einen. wie schon so oft. entzückte. und so weiter. wo er sich auf den Lehrerberuf vorzubereiten hatte. Die kleine Kugel drang durch die Leinewand der Bude hindurch. und soll dort um ein Haar ein in einer Wiege schlafendes. wenn es ihm Spaß machen könne. statt mit einer der üblichen. wie Mechaniker oder Schlosser. Ansteckung. böse Einwirkung. und jener erzählte weiter: »Die Eltern des Jünglings gerieten natürlich ob dieser Ausweisung in große Bestürzung und in noch größeren Kummer. was eben für einen solchen Fall immer Gründe sind: die Sittlichkeit in Gefahr und: Schutz der noch Unverdorbenen. Es war der Wagen. Der Streich kam natürlich aus. Aber es kam anders. denselben auszuweisen. lernen zu lassen. der dicht dahinter stand.«€-Die beiden Männer sahen sich Simon aufmerksam an. die so gleichgültig wären. In der Nähe seiner Heimatstadt bekam er eine vorläufige Stelle als Lehrer. Sie meinten zuerst. denn wo gäbe es Eltern. da ihn das Mädchen. Ich bin ein junger. als praktischer. einsames Seminar geschickt. Der junge Mann wurde in ein entlegenes. Es war ein französisches Seminar.

reißenden Kanal baden. Er reiste. und dann England. Ein sehr liebes. deren Vorfahren einst in fremden Ländern Kriegsdienste verrichtet hatten. mit denen er indessen nur Tollheiten trieb. aber schon nicht mehr junges Fräulein verliebte sich in den Lehrer. Er verfaßte Gedichte. in einem kleinen. unterrichten. Inzwischen hatte er wiederum Stellung genommen. und konnte kein Auge von seiner Gestalt abwenden. und zwar aus einem bereits zerstörten Geiste heraus. kleinen Bergsee Schlittschuh. verlockenden Bande fühlte. es ihm ohne jeden Vorbehalt zu geben. Aber der junge Mann wünschte bald wieder abzureisen. wo er ein ziemlich flottes Leben führte. Sie hörte ihm zu. auf dem hochgelegenen. Er badete dann selber mit. glaubte und sah sich überall betrogen und verletzt. wenn er. tat es eine Zeitlang mit großer Liebe und viel Interesse. da es Winter war. und zwar mitten in den Bergen. wie wenn er jetzt ertrinken mußte. Oft fuhr sie mit ihm zusammen. wobei sie vielleicht einen tiefen Seufzer unterdrückte. Dramen und musikalische Kompositionen. wo er auf einem Gutsitze zwei aufwachsende Mädchen unterrichtete. reicher Leute Kinder. denn er dichtete sie. aber er besaß für dieses Fach weder die genügende Übersicht und Ruhe. um so mehr.und trieb ein Leben zwischen Pflicht und scheuer Ungebundenheit. und das gute. am Klavier saß und darauf spielte. ging er mit seinen Schülern öfters im tiefen. wohin er sich als Hauslehrer begab. lieh Geld . wenn er irgendwie noch den Wunsch besaß. und in seinem leer gewordenen Herzen brannten nur noch hilflose Phantasieen. da er nur zu lebhaft die warmen. So schenkte sie ihm denn eines Tages zum Andenken einen zierlichen Galanterie-Degen. die reich war. Es war ein feines Stück. Er bildete sich ein. in romantisch edler Haltung. aber dilettantisch und kindlich. nach etwas Großem in der Welt zu streben. daß sie ihm alles nur Mögliche an Bequemlichkeit und Komfort zukommen ließ und ihn mit den ersten Leuten im Dorf bekannt machte. aber ohne Sinn. und dann wieder Stellung. wo sie schrieen: »Unser Lehrer ist ertrunken. derart. und beide freuten sich dieses schönen Vergnügens. und zwar mit dem Gelde des Fräuleins. um seinen Schülern zu zeigen. denen er aber entfliehen mußte. Dann kam Italien an die Reihe. und reiste wieder weg. Dort mußte er junge Bürschlein aus allen Erdteilen. und dann wieder! An einem halben Dutzend Orten trieb er sich herum. Er schrieb auch Börsenberichte. malte. sah sich nach einer Stelle um. Da es Sommer war. zeichnete. wenn man schwimmen lernen wollte. Eines Tages aber riß ihn der Wasserstrudel derart fort. in deren Schoß sich zu werfen es ihn verlangte. und die sich eine wehmütige und kummervolle Freude daraus machte. nach Art der dortigen Studenten. Nach einiger Zeit befand er sich indessen an einem anderen Ort. Seine Mutter. dem Inhaber des Institutes. Er war ein vorzüglicher Klavierspieler und flotter Geselle überhaupt. Er war leer und trostlos. starb zu dieser Zeit. bekam Händel mit seinem Vorgesetzten. liebe Fräulein überreichte ihm den Zierrat mit niedergeschlagenen Augen. kam wieder heim. freilich nur für kurze Zeit. verlor den Anstand vor den Schülern. das am Fuße einer tannenwaldgeschmückten Bergkette lag. die ihn so gern für immer an das Dorf gefesselt hätten. wilde Ideen spukten in seinem Kopf. und erhielt eine solche in einem Privatinstitut. die keine Rechte auf die Wirklichkeit besaßen. So ging er nach München. Er kam wieder heim. der immerhin eine nicht ungefährliche Waffe gewesen sein mochte und der vielleicht gar zu seiner Zeit einmal in Blut getaucht worden war. wo er angenehme Menschen fand. sich jetzt auf die Politik werfen zu sollen. kräftige Mann arbeitete sich aus den Wirbeln des tückischen Wassers heraus und kam wieder nach Hause. daß es aussah. aber doch reichen Dorf. Sie stammte aus einer alten Offiziersfamilie. Die Schüler rannten schon in das Städtchen zurück. der in einer Gesellschaft von einigen Menschen den Zauberfaden der Unterhaltung ganz nur um sich herum zu drehen verstand. die ihn weniger als Lehrer wie vielmehr als Menschen respektierten.« Aber der junge. noch auch nur den nötigen Schliff und Takt mehr. wie man es anzustellen hatte.

sanft und vornehm von Ansehen und immer noch edel in seinem Betragen. daß man den schlimmen Einfluß.« »Traurig!« sprach der andere der beiden Männer. und bat um Geld. wo er allen Mädchen Ringe schenkte und zu ihnen sagte. im Zivil sowohl wie beim Militär. wo er Not litt. Er kam eines Tages mit einem nackten Fuß in die Schulstunde. einmal gründlich an.« Simon sprang auf. Von dort wurde er. solange er mit seinem Kopf oben war. wenn er den Mut fand. Doch was mußte er nicht tun. eines Onkels von ihm. oder er tat eben das. mit der Bitte getreten. Noch war er ein schlanker. Eines Tages. man schickte ihn fort. in eine Lehrerstelle. das in der Familie liegen könnte? Muß ich auch ins Irrenhaus kommen? Das müßte ich ohne Zweifel. man möchte ihm in seiner elenden Lage beistehen. wo es unmenschlich ist. einen nur unglücklichen und keineswegs . So schlimm ist das alles nicht. und dem Schmerz und der Reue über ein verlornes Leben war es ein Leichtes. sanfter Menschenstolz schon gelitten haben. aber vielleicht liegt es in der Familie. der gebeten hatte. mein edler Herr Erzähler. Er gedachte.« sagte der Erzähler und fügte noch hinzu: »Manche wollen behaupten. man muß aber auch all der Zufälle des Lebens gedenken. Unwürdige anbetteln zu gehen. matt. da ich oft mit ihm zusammen gewesen bin. vielleicht nicht gerade mit Worten. Entdecken Sie an mir vielleicht auch so etwas. Dann ging er noch einmal fort. schöner Mensch. aber dort erwies es sich. daß er für die Welt unmöglich geworden war. von einem Menschen noch Stolz zu verlangen. dieses Herz zu zerstören. ohne ihm etwas zu geben. er wolle sie heiraten. wenn es in der Familie läge. lebhaft angeregt und mit der Röte des Unwillens auf den Wangen: »Was da? In der Familie? Da irren Sie sich. In London.von ihnen. Er wußte nicht mehr. Und der. was sein anderer. was er tat. da dieses kühne Vergehen ans Licht kam. Schuh und Strumpf fehlten an dem einen seiner Füße. ihn dahin abzuführen. Aber das war nur noch selten der Fall. bitte. in vielen Jahren. da er Not litt! Man kann von Stolz sprechen. was er wollte. Nirgends in der Welt konnte man ihn lange gebrauchen. daß die leichtfertigen Weiber. in ein Irrenhaus gebracht. Wie mußte sein schöner. einen kleinen Redakteurposten zu erhalten. aber man merkte. als sie durfte vor des entrüsteten Vaters Augen. ins Gefängnis gesperrt. denn ich bin auch aus der Familie. erschien er wieder zu Hause. Zu derselben Zeit radierte er in seinem militärischen Dienstbuch die dort notierte Degradation aus. die ihm eines begangenen. war er einmal in das Kontor eines sehr reichen Seidenhändlers. Das mattete und lähmte ihn natürlich vollends herunter. schweren Fehlers wegen schon früher zudiktiert worden war. da ich überzeugt bin. müde und in seinen Kleidern heruntergerissen. wo er heute noch ist. da man über seinen Geisteszustand zur Klarheit gelangte. Sein Vater empfing ihn wahrscheinlich herzlos. selbst zusammengedichteten Ursachen. Er war ganz offenbar schon kindisch. ihn zugrunde gerichtet hätten. und trieb sich inzwischen in der Stadt herum. war weich! Er hatte von jeher ein kindlich weiches Herz. Der junge Mann ist mein Bruder. Sehen Sie mich. zu denen er Beziehungen hatte. und auch geholfen habe. und schickte ihn achselzuckend fort. seine Schwester so gut. denn er besaß nie Geld. den diese Weiber auf einen Mann ausüben. blaß. Ich weiß das alles. Ich schäme mich durchaus nicht. aber ich glaube es nicht. Aus Italien hatte er noch begeisterungsfrohe. meistens überschätzt. ideale Briefe an seinen Bruder geschrieben. irrer Geist ihm zu tun befahl. wo er sich jetzt befindet und wohin er leider gebracht werden mußte. Infolgedessen wurde er. nach all den Umherwanderungen. Man munkelte natürlich und lachte. sowie man hinter sein Wesen kam. oder er ging von selber aus ganz absonderlichen. »Wir wollen austrinken und gehen.

und ich gedenke noch zu lachen und Scherz zu treiben angesichts meines Todes. Sie sehen in mir einen ziemlich unverwüstlichen Menschen. der allerhand Mißgeschick zu ertragen versteht. Simon fuhr fort: »Nein. und dann handelt er so. Heißt er nicht Emil. dann habe ich vielleicht Zeit. was ich jetzt für eine Art von Handbewegung mache: So. ich bin einer. die nur auf schlechte Streiche ausgingen. der vorhin erzählt hatte. uns Jüngeren? Gelehrt hat er uns auf gemeinschaftlichen Spaziergängen Schönes und Hohes zu empfinden. da wir noch die wüstesten Schlingel waren. und alsdann stößt er an mancherlei Mauern und Unebenheiten so an. Ich danke Ihnen. Ich leugne das. -. Ja. Jetzt kommt der Wein. die es unschön nennen und es damit beschimpfen. was mein Bruder mir war. mir und Kaspar. bitte. obschon ich ein lumpiger Stellenloser bin. Es ist einfach das Unglück. ein Flasche Wadtländer. der so in der Welt steht. wenn ich Wein trinke. daß ich ein Freund des Unglücks bin. daraus ein Unglück zu formen. Und nun: ganz ohne jede Weichherzigkeit: stoßen Sie an. Mein armer Bruder lebt noch! Ich danke Ihnen. an die Unglücklichen zu denken. Das Leben. Mangel an Anstand und Mut und noch etwas: unziemliche Weichherzigkeit ist das! Wenn das Unglück über einen herbricht. was für eine herrliche. Emil Tanner? Könnte ich das wissen. die es dem Schicksal bequem macht. daß Sie mein Gedächtnis heute auf einen Unglücklichen gestoßen haben. solange ich lebe.verderblichen Menschen offen meinen Bruder zu nennen.« sagte der Mann. wenn ich selber des Mitleids würdig geworden bin. ich. im schönsten und kühnsten Sinn streberische Zeit das war? Wir wollen noch eine Flasche Wein trinken. mein Herr. in der Familie kann es nicht liegen. an ihn zu denken. Lassen Sie mich Ihnen sagen. Und welche Feigheit und welche Unehrerbietung. so! Darin liegt es. den Sie haben. Ich komme auch gar nicht dazu. wenn ich nicht mehr den Gedanken ans Aufstehen habe. streberische. und Mitleid zu haben. meine Herren: Es lebe das Unglück!€--« »Warum. Aus seinen Augen tranken wir das Feuer der Begeisterung für die Kunst. Meinen armen Bruder Emil habe ich schon längst vergessen. ich will sie bezahlen. Müssen daran die armen Weiber immer schuld sein. Umfallen mag ich nur dann. der auch der meinige ist.Ich bin ein ganz mitleidloser Mensch. dem andern Bruder. etwa nicht Mehlhändler. Wissen Sie. so bringt man eben die erforderliche Manier mit. Und zwar vom besten. ja. Noch bin ich es aber nicht. Die Menschen denken immer gleich an grausige Vererbung und so weiter. die Weiber seien es nicht. der auch in Burgunderweinen und Provencer-Öl einen ganz stattlichen Handel treibt?« »In der Tat. in einem Stäubchen der Seele liegen? So und immer so: und deshalb so? Schauen Sie. daß er sich mit Händen und Füßen wehren muß. denn sehen Sie. und zwar ein . es braucht mir gar nicht so sehr zu glänzen. Heda! Herr Wirt. Mir erscheint das lächerlich. um aufrecht zu stehen. wenn die Männer ins Unglück geraten? Warum denken wir darüber nicht etwas einfacher? Kann es nicht im Charakter. verständnissuchende. das stimmt alles. Können Sie sich denken. Die Weiber können es nicht sein. Der Mensch fühlt so. zu einer Zeit. Ich komme mir immer ganz vornehm vor. den Eltern und Voreltern an seinem Unglück Schuld geben zu wollen. wenn Sie sagen. Es ist mir meistens schön und ich verstehe die Menschen nicht. wenn er nicht mein leiblicher lieber Bruder wäre? Ist sein Vater. Noch einmal! So. deshalb bitte ich Sie. es mit diesem funkelnden Glase Wein hochleben zu lassen. so glänzt es doch schon in meinen Augen. Da haben Sie recht. wenn ich fragen darf?« »Sie übertreiben!« »Das Unglück bildet.

den schönen Klang zu vernehmen. vorauseilenden Geschmack und Duft an sich haben. Es macht aus unserem Körper etwas Körperlich-Seelenvolles und die Seele bringt es zu einem festen Dasein mitten in uns. alleswissendes. Schönes zu erleben. daß er doch nur krank sein möchte und dafür einen Geldbeutel voll Geld besitzen. gesunder Mensch! Welch ein Glück: das mit nichts mehr bekleidet-Sein. Man sehe sich doch nur einmal an. namentlich. Es ist ein so feiner. ineinandervermischt. verstehn wir auf einmal die Wollust und entzückende Güte des Unglücks. es schenkt uns die Seele. dazu gehören andere Apparate als nur Flugapparate. zusammen atmen. Es macht uns erst lieben. will man anständig heißen. schicksalumwerfenden Worten prahlen. das nackte. sein Gegenteil. es ist ein Glück. der erwidert werden muß. als gesund zu sein. Es weckt neues Leben. denn es sagt es selten einer. Das Unglück ist der etwas mürrische. verdanken wir ihm. mit auf das Erdenleben gekommene Glied als eine solche Fülle zu betrachten. Es macht uns besser. den Arm als eine tragende. das die edelsten Steine. das ihm nicht gefallen hat. das Unglück ist schön. aber auch eine sanfte und liebliche Stimme. wenn es altes erschlagen hat. daß wir. denn es enthält auch das Glück. meine Herren? Freilich ist es neu. was er auch sei und woher er auch komme. aber desto ehrlichere Freund unseres Lebens. auf die Welt zu kommen. der uns immer überrascht. Das Wundervollste ist die Gesundheit. worin man die Seele baden kann. der muß schon. Im ersten Augenblick verstehen wir das Unglück nie. Es ist ein echter Freundschaftsdienst. unangemeldeter Geselle. ineinanderübergetreten. und auf einmal da sein. das Ohr als eine horchende. die Paläste und die Wunder überglitzert und überstrahlt. was ich Ihnen da sage. den es uns da erweist. das nackt-Dastehn! Ein Glück ist es schon. und dann einem so plötzlich vertraulich auf die Achsel klopfen. denn es verdient die Gefühle der Vertrautheit und Freundschaft. unseren ganzen Körper als eine Seele empfinden. alle schönen Teppiche und Blumen. »Du« zu einem sagen und dazu lächeln und einem in ein blasses. mit nicht auch ein wenig Unglück? In den Träumen ist es noch schöner als in der Wirklichkeit. mildes. das zu übersehen. straffe. Sonst ist es uns meist hinderlich. Aber kann das ein Unglück sein? . Es ist gut. schmeichelnden und wohltuenden Tönen? Ist das alles neu. wenn Seele und Körper. deshalb hassen wir es im Moment seines Kommens. Alle Schönheit. und das ist ein großer Dienst. zu überraschen. wenn man sich nackt ausgezogen hat und jetzt nackt dasteht: Welch eine Pracht: ein nackter. der tönt. denn wo liebte man. feinste und schönste? Tönt nicht noch das Verlassensein in weichen. die Füße als eine edel gehende. bewegliche. Es bildet unsere Ohren dafür aus. nicht den leisesten neugierigen. warme. die man immer überraschen kann. als etwas. wie wenn wir nur Tölpel wären. das Auge als die sehende und den Mund als die küssende Seele. das Unglück zu begrüßen. Es erscheint mit beiderlei Waffen bewaffnet. denn wenn wir träumen. etwas ganz außerordentlich Feines sein. und kein weiteres Glück zu haben. muß eine Art Gegengewicht treten: das Unglück! Es kann uns hindern überzuschäumen. ist ein Glück. wie Glieder im Wasser. schönes Gesicht blicken lassen: dazu gehört mehr als Brotessen. um zu wünschen. leiser. Ja. wenn wir wollen. Es reizt zum Besser-Leben. wenn wir noch hoffen. wenn man wirklich geneigt ist. es sei denn. wenn man es sagt. Wer das Talent hat. das Schicksal.sehr inniger Freund. daß der Mensch im Laufe der Zeiten roh genug geworden ist. ähnliches hinzugefügt werden kann. mit deren halber Erfindung wir Menschen schon zum voraus in großtönenden. Zu dieser Fülle von Pracht und Glück. Es hat eine zornige und vernichtende. Es läßt uns Schönheiten überdrüssig werden und zeigt uns mit seinen ausgestreckten Fingern neue! Ist eine unglückliche Liebe nicht die gefühlvollste und deshalb zarteste. das Bein als eine springende. Nichts von sich ahnen lassen. wenn es in Form eines Geldverlustes zu uns kommt. zu dem kein weiteres. Es wäre ziemlich frech und ehrlos von uns. Den meisten mangelt der Mut.

da ich das für äußerst unklug und für anmaßend halte. als über Sachen seines geldzusammenkratzenden Berufes. womit Sie mich zu treffen meinten. aber was schadet das! Mir macht es Vergnügen. geschweige denn er. Da möchte ich immer so hineinwettern. namentlich an einen so düsteren Ort.« »So war es hübsch von Ihnen. aber es ist kein Grund zu längerer Trostlosigkeit. Sehr schlecht von mir. gleich für einen schwärmenden Dichter zu halten. dessen Werke die Menschen entzückt hätten. mein Bruder. mich verlangt hinaus. Es ist auch keineswegs statthaft. wenn ich andere Menschen voll Mitleid sehe. Man blamiert sich mit einer solchen Lebensregel des öftern.« bemerkte lächelnd einer der Männer. wie er. das zehn Verbrecher nicht einmal verdienen. daß die Achtung von solchen. das Unglück ist manchmal nicht schön. mit wem ich es zu tun habe. sehr schlecht! Ich bin überhaupt noch lange kein guter Mensch. hineinlachen in das warme Mitleid. Er ist krank und steht auf der Seite. daß es kein wirkliches Unglück ist. Nein! Nicht auf Wiedersehen. mein Herr. um einzusehen. sehr. So wenig braucht es. Der Wein macht mich immer dichterisch reden. um ihn zum schaffenden Künstler zu machen. Ich pflege mir Vorschriften zu machen und bin im allgemeinen wenig geneigt. und so wenig wiederum. Das wollte ich Ihnen auf Ihre etwas spöttische Bemerkung sagen. was gar keine Art hat. herzliches Gespräch zu führen. und es ist hier so heiß im Lokale. Das Zufällige ist immer das Wertvollste. Was will man reden. ich könnte sagen. eine Ohrfeige. Zuletzt wird man es doch müde. damit ich am schnellsten sehe. »so wenig ich sonst Dichter bin. ich kann ein sehr trockener Mensch sein. um stark zu werden.« entgegnete Simon. vielleicht eines Pünktchens mehr in seiner Seele bedurft hätte. Menschenachtung muß immer leiden unter der Menschenliebe. was verlieren wir? Recht unangenehm freilich ist das. Er lebt noch. Leben Sie wohl. und ich darf immer überzeugt sein. mich von Phantasieen und Idealen hinreißen zu lassen. um sein Unglück zu vollenden. als daß man deshalb Ursache zum Betrübtsein hätte. nicht gar so sehr viel wert ist. »Das kann sein. denn wer sich wegstiehlt. Mein Herz ist zuweilen ganz hart. als es braucht. jetzt bekenne ich es gerne. ich bin trotzig und behaupte gern etwas wild in die Welt hinein. der wird gestrichen aus den Gedächtnissen.€--« »Sie sprechen wie ein Dichter. denn ich denke. und manchmal kriegt man dafür sogar. Armer Kerl! Sehen Sie. denn sein Unglück ist doch ein zu grausames. jeden Menschen. Es ist ein Elend. der solch ein Herz hatte. wo keine Sonne mehr ist. daß es nur einer kleinen Änderung in seinem Herzen. über anderes nachzudenken. besonders hart ist es. Glauben Sie mir nur. und kaum ein Mensch denkt jetzt an ihn. Und so weiter! Man könnte viel reden darüber. Ich werde jetzt mehr an ihn denken. wie Sie es zu tun scheinen. Es hat mich sehr gefreut. mich bloßzustellen. Man nimmt in der Regel zu wenig gefühlsinnige und der Nachdenklichkeit fähige Menschen an. aber ich hoffe es noch zu werden. Ja. Ich scheine etwas viel getrunken zu haben. mein Herr.« sagte Simon und lachte dazu. Sie müssen wissen. meine Herren. den man einmal von Schönheit reden hört. mit Ihnen haben reden zu dürfen. . so hat diese mich allerdings getroffen.Wenn wir auch einen Kassenschein verlieren. daß es sogar einmal einem sonst ganz kalt überlegenden Pfandleihhändler oder Bankkassier einfallen kann. mit einem jeden Menschen ein kühnes. weil man sie nicht anders beobachten gelernt hat.« »Ich wollte Sie keineswegs verletzen. Dann sagte er plötzlich nach einigem Stillschweigen: »Was übrigens Ihre Erzählung von meinem Bruder betrifft. bei denen man sich mit dem ersten freien Wort etwas vergibt. beispielsweise von einer zarten Dame. Ich mache es mir zur Aufgabe.

Durchaus nicht. Das habe ich nicht im Sinne. Mich verlangt durchaus nicht darnach. Viele Menschen habe ich noch kennen zu lernen, da darf ich nicht so frivol sagen: auf Wiedersehen. Das hieße nur lügen; denn ich begehre Sie nicht wiederzusehen, außer zufällig, und dann wird es mir eine Freude sein, wenn auch eine maßvolle. Ich mache nicht gern Umstände, und bin gern wahr, und das zeichnet mich vielleicht aus. Ich hoffe, daß es mich auch in Ihren Augen auszeichnet, wiewohl Sie mich jetzt ziemlich erstaunt und dumm ansehen, als wären Sie beleidigt. Gut, seien Sie es. Zum Teufel noch einmal, womit habe ich Sie beleidigt. Sie?« Der Wirt trat herzu und mahnte Simon zur Ruhe: »Gehen Sie lieber, es ist Zeit mit Ihnen.« Und er ließ sich sanft in die dunkle Gasse hinausbefördern. Es war eine tiefe, schwarze, schwüle Nacht. Es war, als schleiche sie als etwas Schleichendes die Wände entlang. Bisweilen stand ein hohes Haus ganz dunkel da, und dann war wieder eines, das gelblich und weißlich leuchtete, als besäße es den besonderen Zauber, in einer so dunklen Nacht zu leuchten. Die Mauern der Häuser rochen so seltsam. Es war etwas Feuchtes und Dumpfiges, das ihnen entströmte. Einzelne Lichter erhellten zuweilen einen Fleck der Gasse. Oben ragten die kühnen Dächer über die glatte, hohe Wand der Häuser hinaus. Die ganze weite Nacht schien sich in dieses kleine Gassengewirr gelegt zu haben, um hier zu schlafen, oder um hier zu träumen. Es gingen noch einzelne späte Menschen umher. Hier taumelte einer und sang dabei, ein anderer fluchte, daß es den Himmel zerreißen mochte, ein dritter lag schon am Boden, während der Tschako eines Polizisten hinter einer Hausecke hervorblitzte. Wenn man schritt, tönten einem die Schritte unter den Füßen. Simon begegnete einem alten, betrunkenen Mann, der in der ganzen Breite der Gasse hin und her schwankte. Es war ein elendes und zugleich fröhliches Bild: wie die dunkle, plumpe Gestalt so hin und her geschleudert wurde, als bekäme sie Stöße von einer geschmeidigen, unsichtbaren Hand. Da ließ der alte, weißbärtige Mann seinen Stock fallen, wollte denselben vom Boden wieder aufheben, was ja für den Betrunkenen eine schreckliche Aufgabe sein mußte, und schien infolgedessen selber zu Boden stürzen zu wollen. Aber Simon, von einem lächelnden Erbarmen ergriffen, eilte auf den Mann und auf den Stock zu, hob diesen auf und drückte ihn dem Mann in die Hand, der einen Dank in der merkwürdigen Sprache der Betrunkenen murmelte, in einem Ton, als hätte er Grund, noch beleidigt zu sein. Dieser Anblick wirkte sofort ernüchternd auf Simon, und er bog aus dem alten Stadtviertel ab in die neuere, elegantere Gegend. Als er über eine Brücke, die beide Stadtteile voneinander trennte, hinüberging, sog er den seltsamen Duft des fließenden Flußwassers ein. Er schritt die Straße hinunter, in der er vor drei Wochen von jener Dame vor dem Schaufenster angesprochen wurde, sah in dem Haus seiner früheren Herrin noch Licht brennen, dachte daran, daß sie noch gestern seine Herrin gewesen war, schritt weiter unter den Bäumen, bis er zu dem breit und dunkel liegenden See kam, der zu schlafen schien in seiner ganzen, herrlichen Ausdehnung. Ein solcher Schlaf! Wenn so ein ganzer See schlief mit all seinen Abgründen, das machte Eindruck. Ja, das war doch etwas Seltsames, kaum zu Verstehendes. Simon schaute noch eine Zeitlang hinaus, bis er Sehnsucht bekam, selber zu schlafen. O, er würde jetzt herrlich schlafen. So ruhig würde es über ihn kommen, und morgen würde er lang im Bett bleiben, morgen war ja Sonntag. Simon ging heim.

Fünfzehntes Kapitel. Am nächsten Morgen erwachte er erst, als die Glocken klangen. Er bemerkte von seinem Bette aus, daß ein herrlicher, blauer Tag draußen sein mußte. In den Fensterscheiben blitzte so ein Licht, das auf einen wunderbaren Morgenhimmel hoch über der Gasse schließen ließ. Etwas Hellgoldenes ließ sich ahnen, wenn man die gegenüberliegende Hausmauer länger ansah. Man mußte bedenken, wie schwarz und düster diese fleckige Wand bei beflecktem Himmel aussehen mußte. Man sah lange dahin und stellte sich vor, wie jetzt der See, mit den Segeln darauf, sich ausnähme, in dem goldenen, blauen Morgenwetter. Gewisse Waldwiesen, gewisse Aussichten und gewisse Bänke unter den grünen, üppigen Bäumen, der Wald, die Straßen, die Promenaden, die Wiesen auf dem Rücken des breiten Berges, vollbesetzt mit Bäumen, die Abhänge und Waldschluchten, in denen das Grün nur so wucherte, die Quelle und der Waldbach mit den großen Steinen und dem leise singenden Wasser, wenn man daran saß und sich davon einschläfern ließ. Das alles war zu sehen, deutlich, wenn Simon auf die Wand hinüberblickte, die doch nur eine Wand war, aber die heute das ganze Bild eines seligen Menschensonntages widerspiegelte, nur weil etwas wie ein Hauch von blauem Himmel darauf auf und ab schwebte. Dazu klangen ja die Glocken in den bekannten Tönen, und Glocken, ja, die verstanden es, Bilder aufzuwecken. Er nahm sich, immer noch im Bett liegend, vor, von jetzt ab fleißiger zu sein, etwas zu studieren, zum Beispiel eine Sprache, und überhaupt geregelter zu leben. Wie viel hatte er versäumt! Das Lernen mußte einem doch viel Freude machen. Es war so schön, sich das vorzustellen, recht innig und lebhaft, wie das wäre, wenn man emsig lernte und lernte, und gar nicht aus dem Lernen herauskäme. Er fühlte eine gewisse menschliche Reife in sich: nun wohl, um so schöner müßte das Lernen werden, wenn mit der ganzen, bereits erworbenen Reife gelernt würde. Ja, das wollte er nun tun: lernen, sich Aufgaben stellen, und einen Reiz darin finden, Lehrer und Schüler in eigener Person zu sein. Zum Beispiel, wie würde es mit einer fremden, wohlklingenden Sprache sein, etwa mit der französischen? »Ich würde Wörter lernen und sie meinem Gedächtnisse fest einprägen. Wie käme mir da meine allezeit lebhafte Einbildungskraft zu Hilfe. Der Baum: _l'arbre_. Ich würde in meinem ganzen Gefühl den Baum sehen. Klara käme mir in den Sinn. Ich würde sie in einem weißen, weitgefalteten Kleid unter einem breiten, schattigen, dunkelgrünen Baum sehen. So käme mir wieder vieles, beinahe schon ganz vergessenes in den Sinn. Der Sinn würde stärker und lebhafter im Erfassen. So, wenn man nichts lernt, stumpft man zusammen. Wie süß ist gerade die Kleinheit, das Anfängerische! Ich erblicke jetzt einen hohen Reiz darin und begreife nicht, wie ich so lange, so lange trotzig und träge sein konnte. O, die ganze Trägheit liegt nur im Trotz des Mehrwissen-wollens und des vermeintlichen Besser-wissens. Wenn man nur recht weiß, wie wenig man weiß, kann es noch gut kommen. Ich würde mir bei dem Klang des fremden Wortes das deutsche inniger denken und mir seinen Sinn weiter ausbreiten in Gedanken, so würde mir auch die eigene Sprache ein neuer, reicherer Laut voll ungekannter Bilder werden. _Le jardin_: der Garten. Hier würde ich an den ländlichen Garten Hedwigs denken, den ich doch mitgeholfen habe, anzupflanzen, als es Frühling wurde. Hedwig! Alles würde mir wieder einfallen, blitzschnell, was sie gesagt, getan, gelitten und gedacht hat, während all der Tage, die ich bei ihr verbracht habe. Ich habe keine Ursache, so schnell Menschen und Dinge zu vergessen und meine Schwester erst recht nicht. Damals, als wir den Garten schon bepflanzt hatten, schneite es nachts wieder, und wir hatten

großen Kummer, es würde uns nichts wachsen in unserem Garten. Für uns bedeutete das viel; denn wir versprachen uns aus dem Garten recht viel schönes Gemüse. Wie schön ist es doch, mit einem Menschen den gleichen Kummer teilen zu können. Wie müßte es erst sein, wenn man die Schmerzen und das Ringen eines ganzen Volkes mitlitte und mitkämpfte. Ja, das alles würde mir einfallen beim Lernen einer Sprache, und noch so viel mehr, so vieles, das ich mir jetzt noch gar nicht ausdenken kann. Nur lernen, nur lernen, gleichviel, was! Ich will mich auch in die Naturgeschichte versenken, ich ganz allein, ohne Lehrer, an Hand eines billigen Buches, das ich gleich morgen kaufen werde, denn heute ist Sonntag, da sind freilich alle Läden geschlossen. Das geht alles, ganz gewiß. Wozu ist man auf der Welt. Bin ich mir etwa seit einiger Zeit gar nichts mehr schuldig? Aufraffen muß ich mich endlich, es ist wahrlich die höchste Zeit.« Und er sprang aus dem Bett, als wenn es ihm ein Bedürfnis wäre, gleich jetzt mit den neuen Plänen anzufangen. Rasch kleidete er sich an. Der Spiegel sagte ihm, daß er wirklich ganz nett aussähe, das befriedigte ihn. Wie er eben die Treppe hinuntergehen wollte, begegnete ihm Frau Weiß, seine Wirtin und Zimmervermieterin. Sie war ganz in Schwarz gekleidet und trug ein kleines Gebetbuch in der Hand, sie kam soeben aus der Kirche. Sie lachte, als sie den Simon erblickte, recht munter, und fragte ihn, ob er denn nicht auch zur Kirche hätte gehen mögen. Er sei schon seit Jahren in keiner Kirche mehr gewesen, erwiderte er. Die Frau erschrak über ihr ganzes, gutes Gesicht hinweg, als sie solche Worte vernahm, die ihr ungebührlich erschienen zum Munde eines jungen Mannes heraus. Sie wurde nicht böse; denn sie war durchaus keine unduldsame Frömmlerin, aber sie mußte doch zu Simon sagen, da täte er doch nicht ganz recht. Sie glaube es übrigens gar nicht. Er sähe ihr durchaus nicht so aus. Aber wenn es wahr wäre, so möchte er bedenken, daß er nicht gut handle, niemals in die Kirche zu gehen. Simon versprach ihr, um sie bei guter Laune zu erhalten, nächstens in die Kirche zu gehen, worauf sie ihn ganz freundlich anschaute. Er indessen ging die Treppe hinunter, ohne sich weiter bei ihr aufzuhalten. »Ein liebes Weib,« dachte er, »und ich gefalle ihr, ich merke es immer, wenn ich einer Frau gefalle. Wie lustig sie mit mir wegen der Kirche geschmollt hat. So übers ganze Gesicht ein Schmollen: das kleidet eine Frau immer. Das sehe ich sehr gern. Sie hat außerdem Respekt vor mir. Ich werde mir den ferner zu erhalten wissen bei ihr. Aber ich werde nicht viel und nicht oft zu ihr reden. Sie wird dann wünschen, ein Gespräch mit mir anzufangen, und wird froh über jedes Wort sein, das ich mit ihr spreche. Ich mag gern solche Frauen, wie sie eine ist. Das Schwarz steht ihr herrlich. Wie lieb das kleine Gebetbuch aussah, das sie in ihrer üppigen Hand trug. Eine Frau, die betet, erhält eigentlich einen sinnlichen Reiz mehr. Wie schön diese blasse Hand aus dem Schwarz des Ärmels heraustrat. Und ihr Gesicht! Nun, schon gut! Es ist jedenfalls sehr angenehm, etwas Liebes für die Reserve zu haben, so gleichsam im Hinterhalt. Man besitzt dann eine Art Heim, ein Zuhausesein bei jemandem, einen Rückhalt, einen Zauber, da ich doch einmal ohne einen gewissen vorhandenen Zauber nicht leben kann. Sie hatte noch den Wunsch, vorhin, auf der Treppe, weiter mit mir zu sprechen. Ich habe aber abgebrochen; denn ich hinterlasse bei Frauen gern unerfüllt gebliebene Wünsche. So setzt man seinen Wert nicht herab, sondern schraubt ihn in die Höhe. Die Frauen wollen das übrigens selber, daß man so handelt.«

schaute. nicht. Der andere Mann sprach zu Simon: »Ich bin Krankenwärter. Dort im Grün spazierte auch Simon. er sah alles selig und verwirrt an. zu empfinden. leuchtete. Es entspann sich ein Gespräch zwischen ihnen. wo Kindermädchen Kinderwägelchen hin und her rollten. in ein Drahtgitter eingeschlossen. daß dort nackte Leiber im flüssigen Blau herumschwammen und herausleuchteten. Vielleicht werde ich schon in zehn Tagen irgendwo in Inner-Amerika sein. Draußen im See badeten junge Menschen. wo alles so glücklich war. fernen Wasser. breite Schleifen. Hunde liefen hinter ein paar Menschen her. hier flogen wieder andere Vögel und Menschen standen hier still. dazwischen grünten und breiteten sich die Bäume der städtischen Parkanlagen aus. zu zeigen. zu plaudern. und träge. die Sonne war zuerst eine Sonntag-Vormittagsonne. dann eine Sonne schlechthin und dann noch eine Extrasonne für ein paar Künstleraugen. Die sah man allerdings. als ob der ganze Himmel eine hellblaue Morgenmantille gewesen wäre. über die Dächer hinweg.Die Straße wimmelte von sonntäglich geputzten Menschen. schwamm in Farben und verschwamm zu Tönen vor den Augen. und die Dampfschiffe pfiffen und man sah durch die Bäume ihren Rauch dick und schwer davonfliegen. die am fernen Himmel wie köstliche. weißen Kleidern. auf den Rasen. grüßte und promenierte durcheinander. die die blaue. wo ein Wärter verlangt wird. an ein Land. wo ich im Fremdenhospital die Kranken pflegte. weißliche Ferne und die Berggipfel betrachteten. Man sieht auf diese Weise die Welt. oder in Rußland. die elektrische Straßenbahn sauste ab und zu vorbei. beinahe unsichtbare Spitzen herunterhingen. Was leuchtete eigentlich heute nicht? Was flimmerte nicht? Alles flimmerte. Aus einem Pavillon klangen jetzt die Töne einer Musikkapelle wie flatternde. Ich komme aus Neapel. im Wasser. die Mädchen trugen an ihren weißen Röcken farbige. blickte. aber man wußte es. Segelschiffe flogen im Wind auf dem blauen. schwammen Schwäne herum. sei es auch auf den Südseeinseln. Alles hatte etwas zu betrachten. Die Sonne warf durch das Blätterwerk helle Flecken auf den Weg. der See schimmerte blau und die Schwalben flogen hoch oben in der Luft. wieder andere Männer gingen ziemlich feierlich zur Urne und gaben dort ihre Stimmzettel zu den Wahlen ab. sie umgibt Sie immerwährend. hinzuweisen. auf die Bank. die Glocken läuteten zum zweiten oder zum dritten Mal. aber die Heimat wird einem so fremd. Die vornehmen Karossen rollten auf der Straße. Sie sind hier glücklich und erleben sicher hier auch Ihr Mißgeschick. Sie dürfen wenigstens an einen Boden. auf die Hüte der Damen und auf die Achseln der Männer. das ist wahr. zwitschernde Vögel aus dem Grün heraus. an einen Himmel. denn man schickt uns überall da hin. unter dem Grün auf und ab spazierend. blitzte. einzelne Bewegung. unter der dunkleren Baumschattenwelt spazierten wieder andere Frauen und andere Männer. die in der Sonne strahlten. Sie fühlen sich von den Bekannten umschlossen. Sie zum Beispiel leben wahrscheinlich immer in Ihrer Heimat. ich kann mich da nicht genügend ausdrücken. bald erhaschte er eine schöne. die wohl mit unter der Menge sein mochten. weiße. Sie schaffen hier. etliche junge Leute beugten sich über das Geländer der Brücke und sahen ihnen aufmerksam zu. Simon sagte mehrere Male hintereinander zu sich: »Wie schön ist ein Sonntag!« Er sah den Kindern und allen Menschen in die Augen. Er setzte sich zu einem anscheinend noch jungen Manne auf eine Bank und blickte dem Mann in die Augen. die Männer waren einfach gekleidet in hellere Sommerstoffe. gleichviel. an Fässer angebundene Boote schaukelten am Ufer. zu bemerken und zu lächeln. und bald trat ihm das Ganze vor die Augen. mit reden anzufangen. wenn . Alles plauderte. Die Frauen gingen alle in hellen. denn es war so leicht. aber gegenwärtig bin ich nichts als Bummler. Knaben trugen Matrosenkleider.

Ich genieße natürlich wenig Achtung. das kommt nie mehr wieder. »ich bin eigentlich Schreiber. sie auch im Frühling zu sehen. wo ihnen ehrenvolle Stellen offen gehalten werden. wo ich den Frühling habe blühen sehen. so scheint es. hier am Fleck zu bleiben und eine ganze Menge unlustiger Gründe. als fürchte ich. grüne Welle aus dem Abgrund der Welt herauf. einen Baum im Winter. bleibe immer im Lande. Jedenfalls bin ich fremd. Ich bin klug genug. wenn man nicht eines Tages ein Fremdling darin werden will. Ich bin wie festgebunden und sehe immer Neues im Alten. daß in anderen Ländern keine oder nur eine minderwertige Sonne scheine. zu bleiben. Ich habe noch Geld für etwa zwanzig Mahlzeiten. Nun. wenn auch meine Ansichten über Vieles weltmännischer und klüger sind. und kommen dann mit einem ganzen Sack voller Kenntnisse wieder heim. und Sie können sich leicht denken. den es in der Rangordnung der Klassen gibt. wenn ich mit meinen Ansichten nur verletze? Dann sind es schlechte Ansichten. die gehen ja auch nicht. Ihre Vorliebe verstehe ich ebensowenig mehr wie ihren Zorn und ihre Abneigung.« Er lächelte und fragte Simon: »Was sind Sie?« »Ich bin in meinem eigenen Lande ein sonderbarer Geselle. man hält mich für liederlich. unerklärlich schön und leise. das man heilig halten muß. das zu tun. aber das ist ein anderes. Eines Landes Sitten und Anschauungen sind etwas. ich würde an anderen Orten den Sommer nicht bemerken. Ich bleibe und werde wohl bleiben. an etwas gefesselt zu sein. unter dem Himmel meiner Heimat atmen. tieferes Davongehen.« . große. Mögen andere reisen und klüger heimkommen. deshalb vielleicht gehe ich so ungern fort. und trotzdem. wenn der Schnee eben unter der Sonne darauf zerronnen ist. ich reise ja sehr bald wieder weg. Und ich fühle. sich wohl zu fühlen und darf auf das Verständnis und die Liebe seiner Mitmenschen hoffen. was ich da für eine Rolle in meinem Vaterlande spiele. Da ist zum Beispiel dieses kleine Wiesen. und den Sommer will ich doch hier genießen. meine ich! Ich blicke immer die Bäume an. wie es mit mir geschehen ist. Es ist auch kein Gehen sondern nur ein fliegendes und fließendes Ruhen. eines Tages hier im Lande mit Anstand zu sterben. gebunden sein. wo der Schreiber so ziemlich der letzte Mensch ist.ich es so sagen darf. verstehen Sie mich. es wird einem übel genommen. so reizt es mich. wenn sie verletzen. Andere junge Handelsbeflissene reisen. Was nützt es mir. man braucht Geld. um sich auszubilden. und sage mir. vielleicht auch zu gut. ich bin zu schlecht geworden für meine engere Heimat. müssen Sie wissen. Und gewiß hat man recht.« antwortete Simon. Man fühlt sich wohl. wie eine glühende. Zum Beispiel: hätte ich etwa Reisegeld? Sie werden wissen. ich sehe es wohl. hier. um überhaupt leben zu können. ihn auch im Frühling prangen und seine ersten. Ich verkomme hier. Aber ich? Nein! Sehen Sie. daß man fremd geworden ist. entzückenden Blätter ausbreiten zu sehen. Nach dem Frühling kommt immer der Sommer. denn ich habe unrecht getan. mich zu entfremden. Aber um diesen Baum und um dieses Bord und um diese Welt handelt es sich: ich glaube. Die Sache ist die: ich habe eine recht verteufelte Lust. Wie süß ist das im Vorfrühling anzusehen. warum sollte ich nicht bleiben dürfen? Wenn ich im Winter in einer Stadt bin. Und ich bin froh. hat ein Recht. Ich nun. um mit der Eisenbahn oder mit dem Schiff zu fahren. Es ist gerade so. Es ist so süß. aber ich habe kein Reisegeld. Ein solches Gehen. um sich anderswo grünere Blätter anzuschaffen und dann heimzukommen und sich prahlend zu zeigen? Die Flüsse und die Wolken gehen. zu meinen Kranken. ich muß. Geht denn die Natur etwa ins Ausland? Wandern Bäume. die mir das Reisen ins Ausland verbieten. aber das macht mir so nichts. daß ich keines habe. so gar nichts aus. mein Herr.oder Rasenbord. das ist schön. Ich kann nicht mehr mitempfinden mit meinen Landsleuten. Es ist schön. zu alles verstehend. in das ferne Ausland.

ein pflichtgetreuer Narr gewesen zu sein. wenn ich Ihnen gefalle. aber das ist einer. Ich mag leben. Man kann ja fortgehen. Ich danke! Ich bleibe lieber arm aber gesund. meine Freiheit für einige Zeitlang verkaufen. sondern ein Ehrenmann. aber ich mag nicht in eine Laufbahn hineinlaufen. ist mir das mindeste. wenn es auch auf die dunkelste Gasse hinausgeht. Verhältnisse zu beschimpfen. Es lohnt sich. reif genug zu sein. es möchte mir eine einzige Lebenserfahrung entgehen. dicke Bäuche. um meine verdorbene Gesundheit aufzuputzen. Was andern das meiste ist. sie wollen bequem leben. aber meine Lust an der Welt opfere ich niemandem zu Gefallen. Meine Lage gefällt mir. nur nicht alle auf die gleiche Art. so wie es jeder versteht. so wie sie sind. Ich meinesteils suche auch mit allen Mitteln meinen Mitmenschen zu gefallen. der verdient. Ich will Mensch bleiben. das versuchen alle. Nun wohl. zittrige Beine. die in dem Worte »Lebensstellung« liegt. da ich einigermaßen von der Leber wegrede. Sie sagen mir immer. und man hat kein Recht. Karriere zu machen. Schwebende und das Nicht-Kontrollierbare!« »Sie gefallen mir. Übrigens hätte ich nicht nötig gehabt. grimmige. faltige Hände. Mögen sie immerzu Karriere machen. dann büße ich und erfahre dann doch. weil sie einem nicht behagen. sie mögen mich auf meine Weise dem Leben seinen Reiz abzureißen versuchen lassen. bin allerdings nur von einem einzigen Menschen geachtet. Ich werde rasend. Darauf bin ich ehrgeizig wie zehn . daß ihre Kinder auch etwas haben. fuhr er fort: »Und dann habe ich auch gar kein Verlangen darnach. Ich habe immer Angst. wenn einer dreißig Jahre lang sein Amt treu verwaltet hat. nämlich von mir selber. wie ich vorhin in der Heftigkeit sagte. Ich bin fleißig und arbeitsam. die um eine glatte Zukunft besorgt sind. was büßen heißt. verzichte auf eine Staatswohnung. Das ist immer dumm. Ich erfahre gern alles und deshalb fürchte ich nicht so viel. denn ich besitze das Talent. Die Menschen gefallen mir. mit ganz Wenigem satt zu werden. das Abgründige. wozu bis jetzt die Gelegenheit noch immer ausgeblieben ist und wohl auch ausbleiben wird. Nein. alle. sie wollen sorgen. an dessen Achtung mir am meisten liegt. lebe lieber in Geldverlegenheiten als in der Verlegenheit. anschnauzige. jene andern.« sagte der Krankenwärter. wie die. lederne. Sehen Sie. verblaßte. glutlose Augen. Mit einem Wort: ich liebe das Gefährliche. höchstens würde ich sie dem heiligen Vaterlande hinopfern. blasse Gesichter. wenn es die Notwendigkeit verlangt. um nachher wieder frei zu sein. aber es freut mich trotzdem. daß man ihm Kränze aufs Grab legt. deren Tun nur achtenswert ist. »Ich wollte durchaus nicht Ihr Gefallen erwecken. um der Freiheit willen arm zu bleiben. zugunsten eines billigen Zimmers. um alle machen zu lassen in ihrer Art. Ich kann das Karrieremachen in Gottes Namen nicht achten. zerschundene Werktagshosen. mich mögen sie eben auch machen lassen. kahle Platten auf den Schädeln. abgemergelte Stirnen und das Bewußtsein. heftig auf andere zu werden. bin frei und kann jedesmal. ist er am Ende seiner Lebensbahn durchaus kein Narr gewesen. Es ist ja so wundervoll. wenn ich einen Auftrag zu erfüllen habe. während dessen der Krankenwärter ihn unverwandt anblickte. wo ich sommers hinreisen soll. was so etwas Großartiges sein soll. ich will keine Kränze auf mein Grab bekommen. wenn man mir mit dem Wort und mit der Zumutung kommt. ich werde meinen Übermut noch schwer büßen müssen. es behagt mir eben. sie sind vorsehende Väter. ich begreife sie. Was ist Großartiges dabei: frühzeitig krumme Rücken vom Stehen an zu kleinen Pulten. verdorbene Mägen. ich kann ja fortgehen! Aber nein. das ist der ganze Unterschied.Nach einem kurzen Stillschweigen. Mein Ende ist mir gleichgültig. Ich habe zu essen.

»Ich will es gehen lassen.« sprach der Wärter. in dem er sich befand. kommen Sie mit? Es würde mich freuen. »ich habe mir das angewöhnt.« Und sie gingen zusammen. Doch jetzt bin ich hungrig. Aber was schadete das. dir das »Du« anzutragen?«€-»Warum nicht? Gern!« Und Simon errötete auf ihm ganz unbegreifliche Weise. Nach dem etwas wilden Gerede war Simon plötzlich weich und sanft geworden. Ich hätte Lust. glücklichen Augen an. daß sein neuer Freund ihm die Schulter mit der Hand berührte. üppigen Kronen der hohen Bäume und die Straßen. Passen Sie auf. die runden. und warum sollten sich solche Arbeiten nicht auch ausnahmsweise einmal für einen Mann schicken. mach es dir bequem. Wenn man immer so allein ist.«€-Simon wurde es schwül in dem Zimmer. glauben Sie es mir nur. deswegen nicht grob kommen!« Und er gab seinen Mund her und ließ sich darauf küssen. Was war es denn weiter! Übrigens fand er es hübsch und dem Zustand von Weichheit. Ich sehe nicht ein. Einige Aufmerksamkeit erfordert schon solch eine Arbeit. weiter. wie ich. und auf Reisen. So erspart man viel Geld. Simon! Sollte ich mir nicht gestatten dürfen.« dachte er.« sagte der Krankenwärter. daß der andere so vertraulich wurde. es paßte. um überzeugt zu sein. Ich stricke mir zum Beispiel auch selber meine Strümpfe und wasche meine Wäsche selber. bietet mir keine besonderen Schwierigkeiten. Er sah es gerne. Es macht Spaß. »Ich mag dem Heinrich. als etwas jedenfalls Angenehmes. Pulswärmer für den Winter zu stricken oder Westen zu machen. Ich fertige mir auch selber Hausschuhe. der sich Heinrich nannte. als sie beide in dessen Wohnung anlangten. ich möchte essen gehen. geheimnisvollen Menschen!« dachte er bei sich und gestattete es. sich so zärtlich behandeln zu lassen. wobei er wieder dachte: »Wie sind doch Augen schön!« Ein Kind hatte zu ihm den Blick erhoben. Mit so einem Kameraden zu gehen. erschien ihm als etwas ganz Neues. wo die Menschen gingen. »man braucht dich nur anzusehen. Auf dem Wege kaufte derselbe bei einem Gemüsehändler ein Gericht frischer Bohnen und in einer Metzgerei Speck und lud Simon zu sich zum Mittagessen ein. »Ich koche immer selbst. dich zu küssen.Napoleone. Er sah mit entzückten Augen die schöne Welt an. angemessen. es verband und löste auf. wie vortrefflich Ihnen die Bohnen mit dem schönen Speck schmecken werden. Mußte er denn deswegen empört tun? »Keine Rede. daß du ein lieber Kerl bist. »Die lieben. Wenn es auch diesmal nur ein Mann war! Er fühlte deutlich. wie diese hier sind. die Hoffnungen des Mannes zu zerstören. Machen Sie es sich. noch nie Erlebtes. wenn es nun einmal auch unwürdige Hoffnungen waren. Er sah alles mit lachenden. »Ich habe dich sehr lieb vom ersten Augenblick an gewonnen. Ich habe das alles gelernt. was es für einer sei. Er ahnte. der ihn so merkwürdig zärtlich ansah. »ich . Simon. wenn er ausgesprochenen Sinn dafür hat. Gerne wurde das Angebot angenommen. kommt man auf wunderliche Sachen. an. oder.« dachte sich Simon. Er stand vom Stuhle auf. der sonst nett ist. daß dessen seltsame Neigung zu ihm der schonenden und vorläufig dahin gehen lassenden Rücksicht bedurfte. und er hätte es nie vermocht. was in einer solchen Beschäftigung Beschämendes liegen sollte. wie der Krankenwärter war.

Auch den Golf von Neapel wußte er in anmutigen Worten zu schildern. ob man wollte oder nicht. warf den in dickes Papier gewickelten Schlüssel hinunter. familiär zu verkehren. Ein Fenster öffnete sich sogleich auf den heftigen Schall. Er lernte dort in den kleinen. es paßt zu allem. Oft wurde ein gutes. daß sie den Zigarrenrest. Breite und Dicke weit übertroffen hätten. ohne Zweifel die Frau in ihrer Nachtjacke. die neben ihn zu sitzen kamen. aber sie zwangen zum Lachen. aber er benahm sich zart und sagte ihr nicht. als etwa dadurch. daß ihre Schwester eine schlechte Schwester aber eine berühmte Konzertsängerin sei. wie manche rauhe und helle Kehle sie schon. daß er es begreiflich fände. um zwischen den Lippen noch weiter gepreßt zu werden. langen Zigarrenstengel zwischen den Zähnen herum. Meister war. kleine. so sagte er zum Beispiel. Einer sagte ihm: »Ich bewundere Ihren Witz. während ihre Männer auf Sofas und in Lehnstühlen schliefen. junger Mensch in einem alten. das! Was wir dagegen seien? Einfach eine heruntergekommene. Viele hörten ihm aufmerksam zu. daß die früheren Menschen uns an Größe. Arme hätten diese Menschen gehabt wie wir Beine etwa! Das müsse ein Geschlecht von Weibern und Männern gewesen sein. Diese Lieder klangen schön und wehmütig. . in die Länge und Dünne gesprungene und zerrissene und zerfetzte und abgemagerte Generation. um ihn bis zu der kleinsten Kürze herunterrauchen zu können. mit der sie längst aufgehört habe. und eine weiße Gestalt. und man könne daran sehen. Er sah dicke. Simon fand es für passend. Das Kartenspiel schien solchen eine ganz eigene Welt zu sein. verkümmerte. an die Spitze ihres Sackmessers steckten. Sein Mund war schmierig und seine Witze nicht minder. man spürte unwillkürlich. gesungen haben mußte. den er irgendwo beim Trödler erstanden haben mußte. breiten. während er die Verdorbenheit für die Folge des Unglückes hielt. altes Volkslied gesungen. hohen. aber viele schliefen und weil sie schliefen. von einem. Simon fand es begreiflich. daß dort in den Museen wundervolle Überreste von antiken Menschen zu sehen seien. was die Tonart und den Wechsel der Stimme betraf. fand die Haustüre verschlossen. verkrüppelte. Der Wärter erzählte allen Menschen. die sich den Gästen unter allerhand Zutraulichkeiten nahten.lasse ihn einstweilen gewähren. der jeden Gebildeten hätte freuen können. in jeder Beziehung mitzumachen. das wenigstens Anstand erforderte. weil er mit seiner freien Zeit nicht viel anderes anzufangen wußte. furchtbar lebhafte Wirtinnen. und das Unglück ehrte er immer. tiefen Hut. Andere saßen den ganzen Abend da und klemmten einen spitzen. Er hielt die Person mehr für unglücklich als verdorben. konnten sie nichts hören. den die Glocke verursachte. großen. in der sie sich nicht gern stören ließen. der im Singen solcher alter Lieder. Simon dachte: »Wie dumm!« Aber von Neapel stattete der Krankenpfleger weit hübscheren Bericht ab. wüste Klavierspielerin erzählte ihm. Einer riß beständig Witze. einstmals und viel früher. denn er war in einem Zustand. denn der Wärter war ein ziemlich leidenschaftlicher Trinker. wenn er zu kurz geworden war. ohne sich weiter bemerkbar zu machen. zugespitzte. es war ein kleiner. wenn er es recht bedenke. hatte aber keinen Schlüssel bei sich und klingelte an der Hausglocke ziemlich unverschämt. die mit unglaublicher Ausdauer Karten spielten. in welchem man stets rücksichtslos zu sein pflegt. Eine abgemagerte. er sei im Grunde genommen zu schlecht und wieder. und das war ein wirklicher Witz. Simon kam sehr spät nach Hause. was jetzt um mich herum vorgeht!« Den Abend verbrachten beide mit einer Wanderung von Kneipe zu Kneipe. dumpfigen Wirtschaften Menschen kennen. Sie!« Aber der Witzige lehnte die dumme Bewunderung mit gut gespielter Verwunderung ab. zu gut für seine Heimat.

ist und bleibt etwas Schönes. Ich weiß nicht. in der freundlichsten Weise »Guten Morgen« entgegen. Lächeln beim Tode und Mut in jeder Art Unternehmungen. Ich glaube es. halb aus Zartheit und halb aus Bequemlichkeit. wenn er durch einsame Waldlichtungen schreitet. die vielleicht älter waren als acht alte Menschen miteinander. und was man auch gerade verüben mag. keine Gebete mehr zu seinen Wolken hinaufdonnern zu hören. geduldigem Lächeln und edlem Gang. In der Stadt gleicht die Religion einer Maschine. oder wie eine ausgedehnte. wenigstens bei den Männern. wohin man auch kommen mag. heutigen Menschen nur noch so halbe. Vertrauen in die Schönheit. Er ging weg und suchte den Wärter auf. es waren tiefe darunter. mir kommt vor. Sorglosigkeit beim Gelage mit Freunden. sieht man solche Stücke alter Religionen an Wänden hängen. denen das Nachsinnen wie ein Freund ist. Zuletzt ist tiefer. Vielleicht hat eine Schwester des Wärters dieses Zimmer auf diese Weise ausgeschmückt. Was glaubt der Wärter? Sicher nichts! Vielleicht ist die Religion bei vielen. menschlicher Anstand unsere Religion geworden. wenn es derart anmaßlich und plump zu ihm hinaufdringt. so daß er am Ende noch wünschen wird. und erwähnte mit keinem Wort die Störung in der Nacht. wo der Wärter noch schläfrig im Bette lag. Aber ein protestantischer Pfarrer in schneeweißen Haaren. oberflächliche und unbewußte Geschmackssache. statt erzürnt über ihn zu sein. die das Leben bietet. von jeher.Am nächsten Morgen lächelte sie ihm. inniges Hangen an der Erde. üppige Wiese. Simon fand es deshalb auch nicht am Platz. nicht. Was will Gott mehr wollen? Das Herz und die feinere Empfindung können zusammen einen Anstand hervorbringen. dem Unaussprechlichen? Nun. die in geheimnisvolle. auf deren Höhe ein verstecktes Haus steht. Er las sämtliche Sprüche. oder wie das entzückende Anschwellen leicht gebogener Hügel. Glauben an die Menschen. bewahren sie ihn auch vor Gott. trockene Blumen gerahmt waren. ein Wort darüber zu sagen und entschuldigte sich. In der Stadt ist die Religion weniger schön als auf dem Land. fanatischer Glaube. eine Menge ziemlich süßlicher. christlicher Wanddekorationen: Engelchen mit rötlichen Köpfchen aus Papier geschnitten und Tafeln mit Sprüchen. als finsterer. deren Lebensart schon an und für sich etwas Tiefreligiöses hat. Sprüche. er trat in das Zimmer. Er dachte: »Wie seltsam ist das! Überall. und was kümmert es mich überhaupt. eine Art Interesse und Gewohnheit. Freude am Moment. in vielen einzelnen Zimmern und Zimmerchen. wenn man ihn überhaupt denken kann? Ob ihm die Predigten und die Orgeltöne recht angenehm sind. was er gestern nicht beobachtet hatte. Die Religion hat hier zu wenig Himmel und zu wenig Geruch von Erde. Was kann ihm unser Gebet sein. was etwas Unschönes ist. als ob in der Stadt der Pfarrer zu dicht neben dem Börsenspekulanten und dem glaubenslosen Künstler wohne. auf dem Lande dagegen empfindet man den Gottesglauben als dasselbe wie ein blühendes Kornfeld. Es mangelt in der Stadt dem Gottesglauben an der gehörigen Entfernung. die zum Nachdenken reizten. der den Himmlischen selbst beirren muß. Der Montagmorgen war wiederum prachtvoll. Die Menschen waren alle an ihrer Arbeit. wo Bauern leben. als ob er schwerhörig wäre? Muß man ihn sich nicht mit den allerfeinsten Ohren vorstellen. Lust zum Sinnen und das Gefühl der Verantwortungslosigkeit in Unglücksfällen. aber auch glättliche. als ob sie zu Tausenden in einer Fabrik fabriziert worden wären. Ich kann es nicht so gut sagen. mit mildem. der Gott wohlgefälliger sein dürfte. neue Sprüche. ihm. mit stillen Menschen. die Gassen waren infolgedessen leer und hell. wenn es nicht gerade Mönche waren. Simon bemerkte an den Wänden des Zimmers heute. er . denn die Mädchen haben innigeren Grund zur Frömmigkeit und zum religiösen Nachsinnen als die Männer. Wenn die Menschen voreinander den Anstand bewahren. die sich so lasen. die teils viel sagen. und teils wieder weniger. deren Leben immer mit der Religion gestritten hat. teils auch gar nichts mehr. Religion ist nach meiner Erfahrung Liebe zum Leben.

Man muß mit allem bekannt werden. und die beiden. zum Dableiben. unschönen Neigungen. ehe man es denkt. aus Furcht. der einen jeden Menschen in seiner Art und Unart interessant und liebenswert findet. trotz seiner seltsamen. Und in der Tat. die Schultern seltsam wiegten. feurigen Leben. aber er war unmutig geworden. das würde ich meiner für unwürdig halten. wo sie von der Wirtin freundschaftlich begrüßt wurden. das mit taumelnder Lust und mit einem sanften. Sein Freund schaute ihm tief und verlangend in die Augen und schlang den Arm um seinen Hals. aber ich finde an der Verdorbenheit sehr leicht etwas Interessantes.« dachte Simon. Als sie in den heißen. Überdies: einen Freund haben. . wenn man es tapfer berührt. daß er eine gewisse Freude an ihm habe. die ihn aber durchaus erkältete. Menschen. die Annäherung seines Kameraden. ist unschätzbar! Was schadet es. ihn ein wenig mehr in Ruhe zu lassen.« dachte Simon mit einem Gefühl. was Simon jetzt erwartete. Dann kam. »hören Sie auf oder so: höre doch auf. oder ich verachte eigentlich nur die Feigheit und Leblosigkeit. üppig verwachsenen Biergarten hinein und ließen sich einen Frühschoppen reichen. und beide gingen zusammen die steilen Wege den Berg hinauf. schimmernde Lampions erleuchteten das dunkle Grün an einigen Stellen. Sie traten in einen kleinen. und sie blieben. läßt tiefer in die Welt blicken und macht einen erfahrener und macht milder und treffender urteilen. indem sie den Rückweg einschlugen. bis es Abend wurde. daß es uns eines Tages einfällt. Simon entdeckte prachtvolle Gestalten unter ihnen. Simon. Auf dem Wege wurden alle Weiber und Mädchen in der auffallendsten Weise von den beiden angesprochen.« dachte er weiter. »Gehen wir?« fragte Simon. Die Arbeiter kamen von der Arbeit heim. Als sie indessen gehen wollten.wird eben lächeln zu unsern immer noch so finsteren Bemühungen und er wird hoffen. Die Sonne schien glühend heiß. sie mußten aufstehen und den Platz verlassen. »Eigentlich ist das häßlich. und man lernt es nur kennen. Irgend jemandem ausweichen. aber schon dunkel gefärbten Wald kamen. »Ein anderer würde den Wärter verachten. Heinrich?« Der aber sprach nichts mehr. angelockt von dem lustigen. Wieder langten sie an dem Biergarten an. gingen wieder hinein. Ich komme nicht bis zur Menschenverachtung. schönen. Geräusch und Gelächter drang heraus. Sie lagerten sich in grüne Blätter und Gesträuch hinein und schwiegen und atmeten nur so. der den Berg krönte. Simon dachte: »Warum verbringe ich den Tag mit einem solchen Menschen?« Aber er gestand sich gleich darauf. »aber ich bin so einer.« Der Wärter ließ sich beschwichtigen. sank unten in der fernen Welt die Sonne unter. Farbige. als atmeten sie jetzt befreit auf. melodiösen Weh gemischt war. sie klärt über vieles auf. ermunterte sie die Wirtin. den hellen Sommertag. Der Krankenwärter war fertig geworden. wenn es ein etwas merkwürdiger Freund ist. eine hübsche Frau.« sagte er. die noch rüstig gingen. »So vertrinkt man.« »Sie sind ja so nachdenklich. Leute kamen vorbei. »Es hat keinen Sinn. Die Farben des Abends im Grün machten ihn trunken.« sagte der Wärter. der jetzt in seinen zierlichen Umrissen dunkel war.«€-Simon fragte: »Bist du mir böse. Sein Gesicht hatte einen finsteren Ausdruck angenommen.

die Lichtschimmer vermengten sich mit den erhitzten Gesichtern. Der Wärter wurde noch böser und wollte aufbrechen. Adressen. wilde Reden nachts. Singen und Lachen verbrachte. Die Kellnerin. Diese Sorte von Menschen schrieb dort im kargen Tagelohn mit hastigen Fingern. Noch die ganze Woche lang verkehrte Simon in dieser müßiggängerischen Weise mit dem Krankenwärter. mit stolzen. Sie mahnen ans Aufbrechen!« Aber er blieb noch lange in dem nächtlichen Garten. Schriftsteller gaben dort ihre hingesudelten Manuskripte und Studentinnen ihre beinahe unleserlichen Doktorarbeiten ab. eng an ihn lehnte. die wie dazu geschaffen schienen. dunkler Bursche mit grünem Jägerhut ein Lied. wie einer. bis er sah. langer. um sie präsentieren zu können. Ein reicher. dunkel und südlich. mit dem er sich bald stritt und dann wieder versöhnte. Des Schreibens unkundige Leute. Das klang so berauschend. Plätterinnen und Kammerzofen ließen sich ihre Zeugnisse dort ins Reine schreiben. wenn sie Arbeit hatten. Er spielte Karten. Simon dachte: »Lieder sind doch immer wehmütig. sondern trat in eine Stube hinein. wo es ein Ding der Undenkbarkeit geworden ist. brachten ihre Schreibereien dorthin. und Professoren hatten Arbeit genug für die Schreiber. das sich. Sechzehntes Kapitel. meist geschäftliche Adressen zu Tausenden. sauberen Feder abschreiben zu lassen. mitten am heißen Tag. wo sie in Kürze befriedigt wurden. arbeitete. es schien so selbstverständlich. die Blätter von dem Gebüsch berührten die Kleider der Frauen. die von großen Firmen in dieser Schreibstube bestellt wurden. wo diejenigen hinkamen. Er sah die sonnenbeschienenen Straßen und die Gassen im Regenwetter. wenigstens die schönen. glücklichen Tönen mitsang. noch in einem Geschäfte Anstellung zu erhalten. während alles. geschwungenen Lippen. ein junger. Der Naturheilverein ließ dort die Einladungen zu volkstümlichen Vorträgen ins Mehrfache schreiben. daß er nichts mehr zum Leben besaß. der es schon jahrelang trieb und rollte die Billardkugeln. Kellnerinnen. wo verschiedene junge und alte Männer an Pulten saßen und schrieben. während sein Mädchen. Wohltätigkeitsvereine gaben tausende von Jahresberichten ab. weil er unmutig und ärgerlich war. die irgend etwas zu schreiben hatten. nutzlose. philosophierenden Gespräch zu schaffen. Es war die Schreibstube für Stellenlose. mittags und abends mit allerhand unbekannten Menschen. um sie zu küssen. führte lange. die durch irgend einen Umstand in die Lage geraten waren. um sie entweder mit der Schreibmaschine abtypen. was Hände hatte. dunkle Wein funkelte in den hellen Gläsern. Aus dem tief gelegenen Bahnhof drang das Gelärm der Eisenbahnen herauf an die Ohren der Schwärmenden. woran man ihn aber verhindern konnte. in leisen. unter der strengen Aufsicht eines Aufsehers oder Sekretärs. Der Wärter widersprach in allem. Da sang einer. daß man die heiße Sommernacht in einem lispelnden Garten mit Trinken. die adressiert und in die umliegende Welt versandt werden mußten. Büffetdamen. zu lachen und zu küssen. daß er sie eng an sich heranzog. Wein zu schlürfen. brünettes Mädchen. an seine Brust angeschmiegt. aber durch ein Fenster und mit einem Glas Bier in der Hand. rotbäckiger Weinhändlerssohn machte sich mit Simon in einem kühnen. braungefärbter. Und eines Morgens ging er nicht mehr zu Heinrich. oder mit der geläufigen. setzte sich zu Simon und ließ es sich gefallen. ein schlankes. Das ganze Schreibergeschäft wurde von der Gemeinde mit jährlichen Beiträgen unterstützt und von einem Verwalter .Der rote. die wiederum froh waren. Sie ertrug den Kuß gern.

Es waren Menschen. Es mußte Güte und Liebe in dem Mann stecken. die Bitternisse der Not geschmeckt hätte. die nicht gern mitansehen mochten. wenn man ihn anschaute. Sein Gesicht war eingefallen und vermergelt. Simon arbeitete schon am nächsten Tag. wie eines ihrer Familienglieder auf schmachvolle Weise verdarb. blickte einen ruhig an. sah gut aus. Er scheint beides völlig vergessen zu haben.geleitet. einem ehemals ebenfalls Stellenlosen. Aber immerhin: wie sonderbar!«€-Unterschlagung. Schreiben Sie vorläufig heute Ihren Namen. seine Schuhe und seine Kleider. um dem Mann in seinen alten Tagen eine passende Beschäftigung zu geben. sehr gut aussehenden Manne wußte man. da wird sich vielleicht etwas für Sie Passendes finden. Simon machte eine Verbeugung vor dem Verwalter der Schreibstube. die ihn dem Richter verklagte. was ihn je verunzierte und beschmutzt hatte. Beruf und Ihr Alter sowie Ihre Adresse auf dieses Blatt Papier. friedlich und langsam. Seine Augen lagen in tiefen Höhlen und des Mannes Hände zeugten von Krankheit und leiblicher Verwüstung. Es waren Menschen da. Er pflegte immer zu lächeln und zu näseln. und viel. Diebstahl. Kommen Sie morgen früh wieder. gewöhnt. Er stammte gewissermaßen aus einer alten. alles abgewaschen zu haben. verlorenen Menschen und traurigen Existenzen. Hochstapel und Landstreichertum hatten in der . es kam einfach so und nicht anders aus des Mannes Mund heraus. leiblichen Tochter verübte. hatte reiche Verwandte im Stadtrat. Nichts von Verzerrung eines einzigen Zuges war in seinem Gesicht zu bemerken. diesem Manne sieht man weder eine begangene Sünde noch eine erduldete Strafe an. Wohnort. ganz ohne jegliche Absicht. wie seine alte Hand arbeitete. in der Schreibstube. so lange Simon ihn sah. »Was wollen Sie?« »Arbeit!« »Heute ist nichts los. Simon dachte über ihn: »Warum nicht? Ist denn eine Sünde nicht abzuwaschen und soll eine Strafe das ganze Leben vernichten? Nein. frühmorgens um acht Uhr. die dort arbeiteten. sonderbaren Gesichtes. Er arbeitete ruhig. nie eine Miene seines stillen. So ward der Mann der König und Beschützer aller Vagabunden. eines schweren sittlichen Verbrechens wegen. patrizischen Familie. Seine Kleider waren ordentlicher als die des Verwalters. für den man diese Stelle schuf. die sich im Leben einmal irgend eine Liederlichkeit zuschulden kommen ließen und den Boden dann unter ihren schwankenden Füßen verloren hatten. Heimatort. hatte die Farbe des kalten. und nach ein paar Tagen hatte er sich an die Gesellen. als ob das Schweigen und Horchen dort in dem Gesicht einheimisch und zur Notwendigkeit geworden wäre. Gegenüber Stellenlosen nahm er außerdem immer einen sanftmütig-höhnischen Ton an. wenn er sprach. Seine Seele schien ruhig und außerordentlich rein zu sein. Alles schien er gebüßt. als ob er niemals in seinem wilden Leben.« sagte der Verwalter. das ihn auch eine Zeitlang in Amerika herumschweifen ließ. und kommen Sie morgen pünktlich um acht Uhr. Von einem alten. sehr viel Kraft. daß er jahrelang im Zuchthaus gesessen hatte. und schien sich einer quälenden Erinnerung nicht im leisesten bewußt zu sein. weißen Kalkes und endete in einem zerzausten grauen Spitzbart. Er verzog. das er an seiner eigenen. obschon er arm sein mußte. Merkwürdig gepflegt waren seine Zähne und seine Hände. schweren Vergehens willen früher einmal im Gefängnis gesessen hatten. und er versah dieses Amt mit lässiger Würde. sonst wird keine Arbeit mehr da sein. Sein Herz schien so still zu schlagen. die um eines begangenen. als ob der Bart der herunterhängende und spitzige Gesichtsfetzen gewesen wäre.

Notorische Faulenzer und ewig Unzufriedene waren gewiß auch da. auch das Geld für diese noch flüssig zu machen. das würde ihm würdelos vorgekommen sein. so heruntergekommen zu sein. stramme Erscheinung zu sein. wenn einem auch die Kniee dabei zittern und der Magen einem in die Kehle hinauf singt vor Leere. Als ein selber in die Sache Versunkener dachte er nicht so sehr an die Sache. Eine Ahnung sagt mir. müde Haltung mehr gestattete: »Wenn ich auch einer der ärmsten Teufel bin. »und man muß lernen. wenn er zur Schreibstubentür hinaus an die Luft trat. doch dachte er selber nicht so sehr ans Beobachten. so lange man beobachtet wird. Ungeschickte. eine musterhafte. Mühen und kleinen Fragen und Vorkommnissen wie in einem Strom untersank. wie alle andern. Solches kann einem heranwachsenden Manne Vergnügen machen! Die Glocke hat noch nicht zwölfe geschlagen. Daneben gab es nur Unglückliche. wo es anständig und männlich ist. An der emsigen. Wenn eine Karosse mit einem Paar tanzender. Simon kam dazu. Aber wenn er an die Zimmermiete dachte. welchen Eindruck das machte. »Das ist angenehm. Man soll den Eindruck der sorglosen Festigkeit machen. weil er auch einer der anderen war. Über seine Glieder fühlte er sich auf einmal als geborner Herr und Meister und er achtete auf seine Schritte mit Bewußtheit. in deren Sorgen. mir das merken zu lassen. für keinen. weil sie sich in ihren Hoffnungen betrogen sahen. Und er träumte dabei. Er brauchte sich gar nicht einer schönen und stolzen Haltung zu befleißigen. mit hocherhobenem Kopf durch die Straßen und lächelte mit Gedankenlosigkeit die vorübergehenden Menschen an. Man lebt nicht für sich allein. in Gesellschaft eines seiner Schreibgesellen. beweglichen Straßenwelt hing sein Auge mit Entzücken. wenn sie leben wollten. der eben auch ausfüllte und in dem Leben und Treiben der Schreibstube. so dürfte ich mir vielleicht den Schlendrian noch erlauben. müde zu sein. als an das leibliche Bedürfnis. denn jeder hat jedesmal. festen Gange. es kam von selber.Schreibstube ihre Vertreter. daß . Alle verdienten hier mit Schreiben. den Herrschaften im Wagen einen Blick zuzuwerfen. in seinem einundzwanzigsten Lebensjahre. Ich bin hundemüde: aber ich muß immer denken: andere haben auch Ursache. sie hinzulenken. die Glieder an einem schönen. im Gegenteil. die Brust dehnte sich und reckte sich ihm wie ein gespannter Bogen. seine Blicke zu beherrschen und sie dahin zu führen. weil der Mensch auf ein Gleichgewicht bedacht sein muß. Der Verdienst floß in die Kehlen hinunter. wie immer! Nur daß er jetzt auf die Zähne biß beim Träumen und sich keine träge. Er ging dann. so. nicht minder die Frivolität. Man sollte ihm keinerlei Armut anmerken.« Viele Damen streifte er mit Seitenblicken und mußte innerlich lachen. aber man sollte spüren. Überhaupt schlenderte er sich nicht mehr. und Fremde aus dem Ausland. daß er nicht imstande sein würde.« dachte er. die das Leben übertölpelte. sondern für alle. war er müde und glücklich. daß er ein junger Mann sei. So aber nicht. Jeweilen abends. so fällt es mir doch nicht ein. die Aussicht. die einfach brotlos dastanden. sich außerdem noch einen Strohhut und ein Paar billige Schuhe zu kaufen. Jede Mischung von Selbstschuld und Pech war vorhanden. sondern spazierte mit gemessenem Bewußtsein. als übe er erst jetzt. Die Hände hielt er jetzt nicht mehr in der Hosentasche. zierlicher Pferde vorbeikam. so mußte er sich gestehn. so daß sich weniger Mutige ein Beispiel daran nehmen können. die sich ein Vergnügen daraus machte. von der Hand in den Mund. weil er ein Kenner sei. wenn er fertig geschrieben hatte. der eben von der Arbeit herkomme und nun sich einen Abendspaziergang gönne. die Geldverlegenheit verpflichtet gewissermaßen zu einem stolzen Benehmen. was sie auch sogleich wieder vertrinken und veressen mußten. hoch zu kommen. Wäre ich reich. wenn er arm daniederliegt. als hätte er nur Interesse für die Pferde. Man hat die Verpflichtung. Simon konnte hier den Mann in seinen verschiedenen Charakteren kennen lernen. zu bemerken. so musterte er mit scharfem Blick nur den Gang der trabenden Tiere und verschmähte es.

an so einem geschenkten Abend! Den Abend wie ein Geschenk zu empfinden. Er ist ein älterer Mann und will nicht mehr imponieren.eine freie. Etwas Herrliches ist es. daß man jetzt ein bißchen liebenswerter und achtenswerter sei. keinem Menschen weh getan zu haben. wie überall. vor Menschen. ebensogut und scharf bemerkbar. Bestand sie doch immer nur. unglücklicher Mann. sonst würde sie ja ihre Zwecke und ihren ganzen Sinn verfehlt haben. Zu fühlen. Ich bin stolz darauf. manches wundervolle Auge sieht mich seltsam fragend an. denn ich kenne seinen Schmerz und weiß. Mir imponiert er. indem man damit gewissermaßen des anderen schlechte Frisur und Haltung sanft und energisch entschuldigt. Es gab etliche unter den Schreibstubenburschen.«€-* * * * * Simon machte immer mehr die Beobachtung. rührendes Kopfnicken erzählen sein Unglück mit ganz schamloser Sprache. der sich schmerzlich zurücksehnt nach einstigen besseren Tagen. aber es half ihm nicht dazu. es half ihm zum Ansehen. Sein Gang und sein immerwährendes. wie ich. ob man vielleicht jemandem gefalle. Haß und Liebe. mit dem Gefühl. wenn man anständig einhergeht. um Stellenlosen ein kümmerliches Leben zu gestatten. da man ein Tagedieb war. Ist man in Begleitung eines andern schlecht gekleideten. aber sie verdienten damit nicht mehr als die plumpen Adressenschreiber und die Abschreiber von Manuskripten. während mein Kamerad aussieht wie einer. um ganz lumpiger Vorteile willen. heruntergekommen durch allerlei Mißgeschick und jetzt Schreiber im Taglohn. So etwas bringt Achtung ein. So leichtfertig spazieren zu dürfen. welche drückende Last er mit sich trägt. nur noch sich ein bißchen aufrecht halten. Diese wurden zum Übersetzen verwendet. ehemaliger Korbflechtereibesitzer. unverschämte Löhne auszubezahlen. zu denken. und in der Tat. zwei so ungleich sich betragende Gesellen miteinander innig verbunden. sich dafür einen besseren Anzug anschaffen zu können. der das Zeug noch nicht so los hat oder nie los haben wird. um hohe. denn die Schreibstube ließ keinen einzigen hochkommen. Jede Empfindung und jeder Drang konnte hier seine Betätigung finden. nur daß ich nicht ganz wie ein Schreiber und Taglöhner aussehe. Reizend ist es ja. in der großen. kopfhoch zu gehen. den Tag über gearbeitet zu haben und dann am Abend so schön müde und ausgesöhnt mit allem zu sein. wenn auch nur flüchtige. So gar keine Sorgen. wo es dem Kampf um das tägliche Auskommen galt. die drei Sprachen perfekt sprachen und schrieben. wenn auch in geringfügigem Maßstab. daß man angenehm absticht von einem Begleiter. heftiges und bescheidenes Wesen machten sich hier im Kleinen. Der Abend ist so schön geeignet zum Sprechen. . Ein Träger von solchen konnte sie hier höchstens improvisatorisch zum besten geben. denn das ist er denen. viel. sondern eher wie ein toller Engländer. Glänzende Kenntnisse nützten allerdings in der Schreibstube nicht viel. als früher. Übrigens ist mein Geselle ein älterer. die darüber verwundert sind. liebes. die den Tag für die Arbeit hergeben. und nicht deshalb. Ich erhalte viele erstaunte Blicke. Viel zu fühlen. man fühlt sich gehobener und reicher. Ich habe gearbeitet den Tag über. dessen Tage wie in einen Abgrund dahinsanken und verrauchten wie Rauch vertrieben wird. das muß mir Spaß machen. in der eleganten Straße spazieren zu sehen. Übervorteilung und Ehrlichkeit. wie es hier der Fall ist. auf Du und Du. Sich umzusehen. kaum einen Gedanken zu haben. um meine ungenierte Vorliebe für seinen geringen Anzug zu demonstrieren. der und jener soll's holen! Ich spreche laut und mit Nachdruck. stolze Haltung schon allein das Lebensglück an sich zieht wie ein elektrischer Strom. mit ihm so durch ein schönes Straßenviertel zu gehen und drücke mich ganz unverschämt nahe an ihn an. so hat man umsomehr Veranlassung. armen Teufels. So schenkt man und wird beschenkt. Neid und Streberei. daß die Schreibstube eine kleine Welt für sich war.

hat schon Unglück und mannigfaches Mißgeschick erlitten. Möglich. der weiß. wo sie einstweilen. jeder wußte das. in einer runden. Es war kein Vergnügen. Sie aber verbeugten sich vorhin vor mir wie ein vollendeter Weltmann. Ich aber bin verpflichtet. An der Schreibstube vorüber floß ein stiller. Hier pflegt man linkische. Ihnen hier Arbeit geben zu wollen. Sehen Sie mich an: ich habe auch die Welt gesehen. die hierher gehören! Und zur Genüge! Leben Sie wohl!« Und mit einer Handbewegung pflegte er solche für die Schreibstube nicht passende Menschen lächelnd zu entlassen. an denen man die Kleider womöglich in Fetzen herunterhängen sieht als Beweis ihrer Verkommenheit. ohne Geld in den Straßen der Stadt zu bummeln. trotzige Verbeugungen zu machen. wenn ich nicht müßte. Hier erlebt ein junger Mann nur Entmutigung. warum er gekommen ist. Kommen Sie um zehn Uhr wieder. Das geht nicht. in dieser Stadt nach Abenteuern zu suchen. bitte. zu allererst die Armen zu beschäftigen. ich würde auch nicht hier sitzen. um nach Arbeit zu fragen. kenne alle Großstädte der Welt. tiefer und alter Kanal. weil ich die Empfindung habe. ich habe weder eine Arbeit. gingen dann langsam. als der Not wegen hierherkamen. und deshalb verlassen Sie jetzt. das heißt solche. trübselig die Treppe hinunter. als wollten Sie auf den Tanzboden gehen. so daß es eine Sünde wäre. Bettler. ich kann Sie nicht gebrauchen. Hier muß einer den ganzen Tag still sitzen. noch eine Welt.Wenn einer überhaupt des Morgens um acht Uhr nur Arbeit fand. das müssen Sie zugeben. notdürftigen Armut. Hierher kommen die Taugenichtse. Mann für Mann. meistens aber gar keine. auf die Länge einzuatmen. wieder auf die Straße. hübschen Gruppe stehen blieben und sich dann. Mischen Sie sich unter die feine Welt. für Sie. die Ihnen genügen könnte. und er zeigte beides gelegentlich gerne vor solchen hereingeschneiten und hergewehten Besuchern. in alle Richtungen zerstreuten. wenn Sie nur einen Blick in die Stube werfen. so mußte er froh sein. Ihre ganze Erscheinung ist beleidigend für meine Arbeiter. Wer hierherkommt. ehemaliger Festungsgraben und Bindemittel zwischen dem See und dem fließenden Fluß. Sie fragen morgen früh wieder nach. den Rücken krümmen und fleißig arbeiten. Nun frage ich Sie: sind Sie ein solcher? Nein. wenn Sie es nicht nur darauf abgesehen haben. die Unglücklichen. passen Sie besser in das Getriebe des Weltlebens als in die Schreibstube. Ich spreche so offen zu Ihnen. Der Verwalter besaß Schliff und Bildung. Sie werden als Verkäufer oder als Hotelsekretär jede Stunde Anstellung finden. Es scheint. Schelme und Schiffbrüchigen: mit einem Wort. daß der Verwalter zu einer Gruppe von Wartenden die Worte sprach: »Tut mir sehr leid. Denen pflegte der Verwalter zu sagen: »Wie es mir den Anschein macht. und ein jeder dachte: »Wie wird das erst im Winter werden?« Manchmal kamen ganz fein gekleidete Leute von eleganten Manieren in die Schreibstube. Ich kenne die Figuren. in die Sie hineinpassen. das keine Luft enthält. Heute leider nichts da. daß Ihnen das doch nicht passen würde. Und dann machen Sie mir auch nicht den Eindruck der trübseligen. daß Sie die Düsterkeit der Schreibstuben verkennen. einer nach dem andern. Heute wird wohl kaum noch etwas einlaufen!« Diese Abgewiesenen. wenn er eine Kleinigkeit verdienen will. daß dann Aufträge eingelaufen sind!« und um zehn Uhr: »Es ist besser. unter denen sich auch Simon mehr als einmal befand. um nach Arbeit zu fragen. Wer hierher kommt. dem man das Seewasser auf solche Weise auf die . wenn Sie mit so munterem Gesicht hierherkommen. Sie scheinen es sicherlich nicht gewußt zu haben. die Sie imstande wären. aber sonst weiter kein Abenteuer. wie es mir beinahe den Anschein hat. Oft kam es vor. rate ich Ihnen. dieses Lokal. Sie dagegen sehen mir zu stattlich aus. grüner. die mehr der Neugierde. als ob sie sich erst besinnen müßten.

trotz den Bemühungen. und in der Tat. wollte ihn das Weib nur verletzen und demütigen. Künstler. Da bestand nun immer ein Streben nach solchen Stellen und ein Liebäugeln mit dem Aufgerufenwerden. und andere glaubten wieder. so empfand er wenigstens. trat zu dem Verwalter ins Kabinett und wünschte auf einen oder auf ein paar Tage einen Mann. ohne indessen Gründe dafür angeben zu können. was er aber schließlich doch nicht nötig hatte sich bieten zu lassen. aber er hatte kein Glück damit. das heißt. wo es auch nicht viel anders.und Gemüsehändler _en gros_ die Feder vor die Nase und sagte ihm nur die Worte: »Machen Sie's selber!« Die Frau des Fruchthändlers wollte Simon allerhand Vorschriften machen. weil der Verdienst größer und die Arbeit kurzweiliger war. zwei. was dann aussah. wie dieses Jahr. wenn einer beim Namen aufgerufen wurde. zum Teufel gejagt. nach der Wurst zu schnappen. denn. da brach er einfach ab. das zum Träumen und Nachsinnen aufforderte.Reise in die fernen Meere mitgab. Es kam nichts dabei heraus. Simon arbeitete auch einige Male auswärts. seltsamen. wo auch einer immer glaubt. Wenn er abends durch . aber es war wenigstens schön. Gelehrten-. der sich beinahe als der liebe Gott selber vorkam. manch einer schaute hinab in die grüne. Viele glaubten sich stets ungerechterweise zurückgesetzt. und das andere Mal warf er selber seinem Chef. ausländischen Vögeln darauf säße. und dazu hatten die Stellenlosen reichlich Gelegenheit. der andere hätte nicht das Recht. statt mit der Feder zu arbeiten. tote Wasserwelt und grübelte ebenso vergeblich über die Unerbittlichkeit des Schicksals nach. Es war ungefähr dasselbe. Der Kanal hatte etwas. um das Ersehnte zu erlangen. Die Schreibstube war zugleich ein Arbeitsmarkt für Kaufleute. einem Frucht. denn auswärts arbeitete ein jeder gern. So knurrte auch hier einer den andern um des erschnappten Vorteiles willen an. wie wenn ein Rudel abgerichteter Hunde nach einer an einem Bindfaden immer wieder hochgezogenen Wurst springt. dem Verwalter und seinem Unterbeamten recht hofieren und schmeicheln zu sollen. nach seinem Gefühl. Außerdem bekam solch ein Mann bei gutherzigen Leuten vormittags und nachmittags einen schönen Imbiß zum Frühstück und zur Vesper. die etwas Zurückgezogenes und Dörfliches an sich hatte. und rief nach einiger Überlegung einen Mann beim Namen: dieser hatte dann eine kleine. So vergingen einige Wochen in dem wundervollen Sommer.oder vierzehntägige Anstellung gefunden. eine Kraft zur Aushilfe ins Haus hinein. Es war überhaupt die stillste Stadtgegend.und Rechtsagenten. Das eine Mal wurde er von seinem Prinzipal. Es kam zum Beispiel ein Herr oder eine Dame in die Stube. Das war immer ein neiderweckendes Ereignis. ganz wie in der großen Handels-. nur etwas geriebener. wie es in der abgekürzten Schreibstubensprache hieß. Siebzehntes Kapitel. als wenn eine Reihe von großen. ein-. Dann kam der Verwalter in die Türeinrahmung. Simon hatte den Sommer noch nie so sehr als Wunder empfunden. hochfahrender und kultivierter zugeht. einem pfiffigen und ziemlich brutalen Liegenschafts. wo er vielfach auf der Straße arbeitsuchend lebte. acht-. so setzten sie sich gerne noch eine Weile auf das Geländer am Bord dieses Kanals.und Diplomatenwelt. weil er in einer Zeitung las. Wenn nun die Abgewiesenen die Treppe hinuntertrampelten. Etwas Philosophisches hatte das. wie ein Philosoph in seinem Studierzimmer zu tun pflegt. musterte seine Gesellen. was unter keinen Umständen zu verachten war.

um sogleich zu wissen. die eines Unerschrockenen bedürfte. und am Tage schlafen sie unter dem heißen Sonnenschein. Ich zum Beispiel. Der ganze Sommer ist wie eine erwärmte. sobald es Nacht wird. Da wird mir das Faulenzen vergehen. als den Tag vorübergehen und es Abend werden zu sehen. mich zu erzürnen.die modernen. im Sommer wüßte man nicht. wie einem Auferstandenen. denn ich bekäme das Geld. im Winter sind sie rot und dick. fließt ein feiner. mitzukommen. und der Zorn. um einen Tag lang mit seinem bißchen Geld auszukommen. Feuriges. worüber man zornig sein sollte. meine Miete zu bezahlen? Morgen müßte ich es tun. Aber das hat mit dem schönen Sommer nichts zu tun. wie es mit des jungen Mannes Kasse stand. das macht einen dann sich bewegen. Ich bin auch nicht mehr zornig. wie es ihm dabei erginge. Der Winter macht einen zornig umherstampfen. wenn ich nur eine einzige Sommernacht verschliefe. ich habe das Talent verloren. Ich muß warten.«€-- . Rotes. das Liegen auf einer Bank unter den Bäumen. schattenhaften. lichterzuckenden Straßen lief. daß es mir im kommenden Winter schlecht gehen wird. aber es wird Winter! Ich habe ein wenig Furcht vor dem Winter. Erst einige Wochen lebe ich jetzt doch im Sommer. ich glaube. die Zeit schläft und dehnt sich im Schlafe aus. das ist etwas so Taghelles. die aus irgend einem vornehmen Hotelgarten herausrauschte. Der Winter ist ein Fensteraufreißen. bei geschlossenen Läden im Bett. war er immer daran. dann laufe ich im Schnee herum. Menschen ohne weiteres mit törichten Worten anzusprechen. als ob die Nacht zu leisen Tönen sich umgewandelt hätte. was nur müßige Menschen tun. was machen. feuchter Rauch durch das dunkle Zimmer. wie nur irgend etwas sein kann. blätterzitternden. nur um zu erfahren. an dessen Achtung mir nicht gar so sehr viel läge. Ich glaube. als wären sie über die Kälte zornig. bis mir die Füße brennen. forderten ihn nicht auf. Es würde mir jetzt wie eine Sünde vorkommen. Im Sommer ist das Ruhen so schön. weil man den Tag verbummelt und verschläft. und dort etwas zu tun. weiter sagten sie nichts. und es ist einem dann so ruhig zumute. aus allerlei Sumsum und Wirrwarr aufwacht und zu leben anfängt. die Zeit schläft und träumt im Sommer. es ist so. und lese beim Schein einer Kerze. die keinen weiteren Lebenszweck im Sinne haben. so neu. wenn auch mit nackten Füßen. Aber die Menschen zeigten alle nur ein verblüfftes Gesicht. duftende Stube. der Wind und der Sturm blasen und sausen hinein. Es soll mir recht sein. Nein. und wenn man sie ausbläst. und. was auch immer kommen mag! Wie der Sommer mir lang vorkommt. mit dunkler Stimme. Menschen. traurigen Verweis. in meinem Zimmer. Warum sprachen sie den Gehenden und Herumstehenden nicht an. und schon so lang scheint er mir.« sagte er zu sich. Morgen werde ich mit meiner Wirtin reden. Wenn ich nur einen wüßte. »Wenn ich nur einen einzigen Menschen wüßte. Stundenlang saß er auf einer Bank und hörte der Musik zu. Die nächtlichen Weibsbilder gingen an dem Einsamen vorüber. Wie komme ich dazu. Im Sommer sind die Hände feucht und blaß. Kerzen riechen so entzückend. Es liegt mir an der Achtung aller. so wie er. wenn man immer denken muß. wenn ich keine Arbeit habe. Nun. daß man seine Miete nicht zu bezahlen imstande ist. um am Abend Wunderdinge voll Taten zu erwarten? »Ich wäre zu jeder Tat bereit. Ich laufe solange.« dachte er. Es gibt Menschen. Eigentlich braucht man ja im Sommer nicht viel. »Meinen Bruder Klaus? Das wäre nicht ehrenhaft. Es ist Nacht. Überdies ist es zu schwül zum Schlafen. aber zugleich einen leisen. den ich um eine Geldsumme angehen könnte. Auch glaube ich. was tue ich? Ich liege ganze Tage. als spürten sie die Kostbarkeit der duftenden Welt. wenn es nur eine kühne Tat wäre. Die Nächte sind so lang im Sommer. die man nicht anbetteln kann. weil sie zu schön denken. Ich zweifle nicht daran. in ein seltsames Haus hineinzutreten. als vielleicht über den Umstand. in der Nacht lispeln sie. Ja. Was kann daran liegen. Die Blätter an den hohen Bäumen werden immer größer. aber sie brauchten ihn nur schärfer zu beobachten. ich kenne keinen.

fiele ihm niemals ein. Ich bin vorläufig ganz glücklich durch das Geld. Sie!« »Nun. Männer kann ich. daß ich Ihnen unverschämt komme? Sie schütteln den Kopf. glauben Sie mir das. denn Frauen gegenüber habe ich ganz besondere. »Ich bin ihr keineswegs widerlich gewesen.« »Wollen Sie schon wieder gehen?« Simon war bereits wieder zur Türe hinausgegangen und hatte sich in sein Zimmer zurückgezogen. Er würde.Am nächsten Morgen schob er seinen Kopf in die Türe des Zimmers. Sie. Von einer Frau nehme ich gern auf Vorschuß an. weil man sie sich nicht gern verbindet. und er liebte es nicht. Ich danke Ihnen noch gar nicht einmal. und dann noch eine kleine Zugabe zum Weiterexistieren? -. Ich bin Stümper im Danken. Frau Weiß meine ich. Es machte dieser Frau Vergnügen. Geld auf Darlehn anzunehmen. daß es Ihnen nicht zurückgegeben wird. sich lange zu entschuldigen. Geld ist doch eine Sache. die ich mir verbunden wissen will. Nun. wenn man seine Zwecke erreichen will. Ihnen begreiflich machen zu wollen. Eine Wohltat! Ich empfinde es wahrhaftig in diesem Moment. Frauen niemals. Bis dahin wird sich Vieles verbessern in meiner jetzigen Lage. auch keine Exküsen und Beteuerungen verlangen. wenn es die Lage erfordert. Ich wüßte Menschen. »Freilich! Was es denn sei?« Simon sprach: »Ich kann Ihnen den Mietzins für diesen Monat nicht bezahlen. ohne Erbarmen. von denen ich Geld bekäme. Ich habe noch selten einmal im Leben einem Menschen die Gefühle meiner Dankbarkeit ausgedrückt. so einer bin ich. daß sie mir mit einer Art schneller Freude das Geld gegeben hat. ob sie dazu Zeit habe. wo nur möglich. weil ich einer Frau gegenüber keiner Betrügereien fähig bin. Sehen Sie. oder er tat so. damit ich meine Schuld so bald wie möglich tilgen kann. wie ich bei einer solchen Zumutung erröte. Ich sollte eigentlich das Geld nicht annehmen. Dagegen setze ich voraus. Wollen Sie mir wirklich so viel Zuschuß geben? Damit lebe ich einen halben Monat lang. daß Sie Zutrauen zu mir haben. Unangenehmen Menschen will man nichts geben. Von einer Frau nähme ich es indessen an. wo seine Wirtin wohnte und fragte sie in absichtlich scharfer Betonung. müßten sich mir dabei auch die Lungen zusammenschnüren. Das kann ein jeder sagen in einem derartigen Fall. das Geld vorstrecken. Sie erblicken mich nicht ohne Verlegenheit in diesem Moment. Wollen Sie mir. Es kommt alles auf das Benehmen an. erstens das Geld für die Miete. wie peinlich mir das ist. oder man drehe dem Bittenden einfach kalt den Rücken. Ich glaube. Entweder habe man Vertrauen und Sympathie und gebe. weiter über diesen Gegenstand zu reden. wenn ich nur wollte. was eine Wohltat ist. von Menschen. als ob es ihm unangenehm wäre. immer verschmäht.Haben Sie nun das Gefühl. sehr gerne sogar. daß Sie mir das Bestreben zutrauen. um zu einer ansehnlichen Summe Geldes zu gelangen. der ihm erwiesen wurde. Mittel und Wege zu ersinnen. . weil ich wahrscheinlich in ihren Augen ein passabler Mensch bin. Sie sehen. Ich versuche gar nicht. denn ich habe bemerkt. belügen. mich ihr zu verpflichten. oder Versprechungen zu geben. Übrigens hatte er ja erreicht. aber mein Stolz verbietet mir. die nur Strohköpfe verachten können. weil er einem widerlich sei. Wohltaten habe ich auch. ob er ein Wort mit ihr reden dürfe. Es war ihm unangenehm. Besorgen Sie nur nicht. Aber ich pflege etwas rasch Entschlüsse zu fassen und sie prompt auszuführen. ich muß da allerdings sagen.« »Sie sind einer. nach einer anderen Ehre abzumessende Empfindungen. ich behalte es auch. was er wollte. wenn er jemand um einen Dienst gebeten hatte. falls er einmal der Geber wäre.

indem er das erhaltene Geld in die Westentasche gleiten ließ. und nichts blieb von ihr in der Gasse zurück als ein Duft von Wehmut. »sie haben durch jedes . Klara?« Aber schon verschwand die Gestalt um eine Ecke herum. und wenn er gleich darauf einen schmalen. so fiel einem eine gewisse kahle Verwahrlostheit auf. daß sie sich darnach gebückt und sie aufgehoben hätte.und Wiesenlandschaft bildete einen sonderbaren Gegensatz zu den hohen und doch armseligen Baukästen. nähert. hohen Häusern. steinerne Straße ging und dicht daneben die warme Wiese spürte. das hier ein sonderbares. die Stadt mit ihrem Geräusche lag hinten. dunkelrote Rose hinabzuwerfen. als sie hinaufschaute. echte Frauenaugen. kalten Fenstervierecken hinausschaute und auch auf den Dächern saß. Daneben bemerkte man noch etliche. unter dem die Eisenbahn durch einen Tunnel durchfuhr. denn das ist das beste Zeugnis dafür. bringt in Berührung. während diese Frau das Vornehmste zu sein scheint.« dachte er. anmutvolles Bild darbot. üppigen Kleid bildete einen sonderbaren Gegensatz zu den finstern und schmutzigen Mauern. Simon empfand die Unschönheit der Arbeiterhäuser nicht. Wie wenig beneidenswert ist es. Wenn er durch eine kahle. an das Fenster und bemerkte unten in der engen Gasse eine schwarzgekleidete Dame. nicht Landboden war. in einer so armseligen Gasse einem so freundlichen Gruß zu begegnen. verbindet. die doch die dunkelste aller Gassen ist. und wie passend in dem Moment. die die Wände hinauflief. den Schönes an finsteren Orten immer hinterläßt. daß es eigentlich Stadtboden. zu den eintönigen. was ich je an Frauen erblickt habe?« Er träumte noch lange Zeit der Dame nach. wenn man aber die Häuser schärfer betrachtete. Die hier beginnende Wald. denn er empfand das ganze Gemisch von Stadt und Land. man fühlte sich hier schon auf dem Lande. »Wie schön wäre es gewesen. verbrachte den Tag mit Nichtstun und befand sich gegen Abend in einem äußersten Viertel der weit sich erstreckenden Stadt. Es ist ganz reizend. und verließ dann das Zimmer. traut sich heran. Eine Rose würde zu ihr gepaßt haben. Der Abend beleuchtete die Wiesen. Solche Menschen sitzen förmlich auf dem Nacken der Gläubiger. daß man noch Menschen um sich hat. Aber woher teure Rosen nehmen. und wie vorausmerken. wie ein bittendes und weinendes Kind zu seiner Mutter. eilte die Treppen hinunter. erdigen Weg durch Wiesen hindurchschritt.denn eine Verpflichtung. dunkle Augen. Sie würde dazu gelächelt haben und würde sehr erstaunt gewesen sein. Es waren große. die irgend etwas zu suchen schien. denen man angenehm ist. »Die Arbeiter wohnen hier sehr schön. man möchte ihnen die Schuld erlassen. widerliche Schuldner zu haben. denn sie bog öfters ihren Kopf gegen die Höhe hinauf. wobei einmal ihre Augen diejenigen Simons trafen. liebenswürdig gebaute.«€-Er trat. die in der Gegend lagen wie Kinder im warmen Mutterschoß. die ihn so seltsam an die vergessene und verschwundene Klara erinnert hatte. so war ihm das eigenartig. wie unbedenklich und behende einem gegeben wird. zu sehen. was schadete es dann. ihr eine große. und Simon mußte unwillkürlich an Klara denken. nur um sie von sich abzuschütteln. wenn man eben erst die Güte Anderer hat in Anspruch nehmen müssen. Aber es war Klara nicht. Simon hätte ihr zurufen mögen: »Bist du's. muß nahe sein und ist beständig nahe. niedere. ja beinahe schon vergessen hatte. nachdem sie eben das Häusergewirr verlassen hatte. zwischen denen sie langsam dahinschritt. die diese Gegend eher verunzierten als schmückten. alte Landhäuser. die er schon so lang nicht mehr gesehen. Hier wohnten die Arbeiter in verhältnismäßig schönen. Die schöne Erscheinung in der tiefen Gasse mit ihrem vornehmen. Hier bildete das Land einen waldbedeckten Hügel. wie das Abbezahlen einer Schuld ist. daß gerade um neun Uhr vormittags eine schöne Frauengestalt durch die Gasse kommt. als schön. lief die Straßen entlang. zu wissen.

als er hinaufgesprungen war. was ist sie gegen die sterbende und immer wieder erwachende Natur. Simon meinte in die Augen der Frau wie in eine ferne. du bist es! Komm doch herauf!« Es war Klara Agappaia. und daß sich die Menschen immer regen müssen. daß da noch anderes zu finden ist. an deren Erstehen zahlreiche fleißige Hände gearbeitet haben. kurze Straße hinaufgegangen. schönredende Köpfe auf der Welt. oder das Gesicht eines Menschen? Gut. beherbergt viele fühlende Menschen und ist deshalb immerhin eine respektable Erscheinung. So in eine hübsche Wiesen. zu einem geöffneten Fenster hinaus. und blieb jetzt vor einem Hause stehen. Das ganze ist. findet allerhand reizvolle Durchsichten an Hauswänden vorbei und vergißt das ärgerlich-kritische Urteil. man muß es verdienen oder stehlen oder geschenkt bekommen. Wenn ich ein Haus stehen sehe. ich bin kritisch und zugleich wehmütig. und in der Tat. ob ein Haus schlecht oder gut in der Landschaft steht. sei es auch in einer für den Moment nicht gerade lieblichen Form. daß die Erde nie still steht. -. Man braucht die alten Häuser nicht wie ein Baugelehrter mit den neuen zu vergleichen und kann an beiden Arten seine Freude haben. aber Lebensfragen sind in noch weit höherem und edlerem Sinne Kunstfragen. weil ich kein Geld habe. bevor die zierlichen Kunstfragen erledigt werden. es. aber jedes Auge findet sich am Ende mit der Vereinigung von Haus und Welt ab. als das Glück. so muß man bedenken. so muß ich nicht meinen. ich denke jetzt ein bißchen frech. umblasen zu können. Eine Gegend ist immer schön. ich meine die sogenannte Arbeiterfrage. in einem schweren. Die Arme und die Brust waren nur halb von dem herrlichen Stoff bedeckt. starke. das ist ganz einfach. das doch nie Besseres stiftet. aber es dürfte anständiger und für die Köpfe ehrender sein.« Während er auf diese Weise dachte. als ihm schon eine wunderbar bekannte Stimme zurief: »Ach. Gewiß: jeder denkende Kopf ist wichtig und jede Frage kostbar. man denke einmal. Ich denke jetzt natürlich so. und ich kann mit der hochnäsigen Kunst nicht sympathisieren. seit der Zeit. weil sie immer von der Lebendigkeit der Natur und der Baukunst Zeugnis ablegt. eher ein wenig wütend von unten herauf. so genießen sie eine gute. weil sie mir im Augenblick als das Nebensächlichste in der Welt vorkommt. weil für mich das Weiterexistieren zu allererst in Frage kommt. Die Schönheitssucher müssen vielfach empfinden. aus dem ihn. war er eine ziemlich ansteigende. Was hat die Kunst für Mittel. Nun sind aber allerdings Kunstfragen bisweilen auch Lebensfragen. zuerst Lebensfragen zu erledigen. Simon. In ihren Augen brannte . an dem Demutvollen und am Hochmütigen. würzige Luft und eine unterhaltende Rundsicht über Hügel und Rebberge. Er erblickte sie. da er sie zum letzten Mal gesehen. weil ich Adressen schreibe im kargen Tagelohn. scheint zuerst etwas barbarisch. ein Frauenkopf anschaute.Und dann ist noch eines: der Abend! Am Abend bin ich meist müde und mutlos. grüne Aussicht und wenn sie auf ihren kleinen Balkonen sitzen. Was gibt es nur für müßige. von oben herab. wo einem das Geld fehlt. denn es steht doch ziemlich fest da. Das Ringen der armen Leute nach ein bißchen Frieden. weil es mir nicht schön genug vorkommt. nein. Geliehenes Geld ist kein Geld. daß es allein mit dem Suchen nach Schönheit in der Welt noch lange nicht getan ist. Wenn die neuen. Ich muß zu Geld gelangen. versunkene Welt zu blicken. Das Gesicht war blasser geworden.ihrer Fenster waldige. wenn sie einen blühenden. ist doch sozusagen auch etwas Interessantes und muß einen wackeren Geist mehr beleben als die Frage. vor einer reizenden Antiquität stehen zu bleiben.und Waldgegend hineinzubauen. duftenden Baum darstellen will. hohen Häuser auch die alten erdrücken und schließlich vom Boden verjagen. aus der Tiefe. dunkelroten Kleid am Fenster sitzen.

und ich erblickte nichts. Sie musterte Simon absolut nicht. schwarzer Mann auf mich zu. weißt du noch. einstigen Freund. dem man einen Kuß gibt. auch wenn er sie hat vergessen können. Du bleibst dir gleich. deren ruhiger Ausdruck ihr wohltat. Laß mir deine Hände! Deine Augen sind noch eben so gut und schön. daß er sein ganzes Gefühl nur hat. üppigen Hände schienen die Sprache übernommen zu haben. Du hast mich wohl öfters im Trotz abschütteln wollen. dessen Dasitzen. Ich dachte an euch beide und wünschte oft mitten unter all den Anschwärmungen. die mir nur in einem kleinen Härchen ähnlich sah. Nein. bezwingende Augen. dem ich nichts zu sagen. im letzten Sommer aus dem Waldhaus. auf der Straße oder auf dem Lande. sie alle zu verachten und sie meine Launen fühlen zu lassen. auch wenn er ein kleiner Verräter ist und seine Mutter lange. bei solch einem täuschenden Begegnen. schwer und täppisch von Ansehen. wo ich zeigen konnte. das mir hätte verbieten können. Gehen. der mich schon versteht. du konntest mich nie vergessen. Türke. Jetzt kann ich dir erzählen: Als wir alle. dem man alles gibt. herausgehen mußten. an einem solchen Abend. und ihr Brüder dann verschwandet. langen. große. wußte ich nicht.ein tieferes Feuer. als die Bälle. daß man oft des Rausches bedarf. wo schon die Glocken die Ahnung des Wiedersehens in die Welt hinausläuten. zu dem man sich herabneigt. sehnte mich nach euch und blieb eine Zeitlang trostlos. vor dem man nicht wüßte irgend noch Geheimes zu haben. lange hat vernachlässigen können. um ihm Geheimnisse zu verstehen zu geben. laß mich zu dir sein. zu fragen. so wie er nur das Rauschen meines Gewandes aus dem Nebenzimmer nahen hört. wenn die Bändel sich gelockert haben. Es schien ihr Scham und Mühe zu bereiten. Ihre schönen. so still wiederfindet. vor seine Füße. Gegen den Winter schien alles um mich herum in ein rotes Licht getaucht zu sein. wie du. um ihm die Schuhe besser zu binden. eure ruhigen Gesichter und offenen Manieren herbei. so wie man lange nicht Gesehene zu beobachten pflegt. ich und du. wenigstens so lange. wie zu meinem Knaben. Sie schien bemüht zu sein. aber für die hiesigen Verhältnisse ziemlich großen Rest meines Vermögens. Da kam ein dunkler. um dich in ein Gemach voll Wiedersehenslust einzulassen? Was ist Wiedersehen für eine Freude! Wenn man sich verloren hat. so glaubtest du mich zu sehen und gefunden zu haben. und nach einem Jahr sich dann. Kommen. so wie du. den sie zu lesen angefangen hatte. um seine Mutter zu verstehen. Zuerst vermochte sie nicht zu reden. aber wenn dir eine Frau begegnete. Stehen und Liegen mir sagt. Sie lächelte und gab ihm die Hand. mietete ich mir unten in der Stadt ein elegantes Zimmer. daß ich schön und voll Laune war. in Stein gehauenen. nicht einmal etwas in die Ohren zu flüstern brauche. Sie ergriff wieder seine Hand und sagte endlich: »Gib mir die Hand. Hast du da nicht gezittert. Die jungen Männer schwärmten um mich herum. und tanzte mit . bis ihr Mund sich aus der Befangenheit löste. offenbar ein Roman. zur Erde. um sich über den Wellen des Lebens einigermaßen hoch zu halten. Kaspar. wenn er mutig und brav gewesen ist. denn ich besaß noch einen kleinen. so gibt man sich die Hände und denkt nicht mehr an die Trennung und an die Ursache der langen Abschweifung. Ich verbrauchte ihn und bekam dafür die Erkenntnis. zu erzählen. sobald er sich öffnen und weicher werden wollte. ist dir nicht gewesen. In ihrem Schoße lag ein geöffnetes Buch. aber der Mund war zugekniffen. so ohne weiteres. Student am Polytechnikum. der mich mit dem Blick seiner Augen erfaßt. für den man alles Geheime offen hat. die sie in sich fühlen mochte vor ihrem jungen. aber das Theater interessierte mich weit weniger. eine Fremdheit abzuschütteln. und warf mich in das Gewirr der Vergnügungen. herrlichen Treppe Flügeltüren geöffnet hätten. sondern sah nur in seine Augen. Ihr Mund schien zu weinen. ich vergaß alles. als wenn sich dir plötzlich über einer hellen. Ich hatte eine Loge im Theater. die so sehr aller Männlichkeit entbehrten. wohin.

was meinen Chef zu einer Salär-Erhöhung veranlaßte. Hausmütterliches. die man mir vielfach entgegenbrachte. verrichtete. die uns nur im Tanzsaal bezwingen können.mir. Ich empfand. eine Art Männer. Es war etwas Seltsames an mir. Wir nehmen dann alles hin und wünschen uns. ihn zum Abschied zu küssen.« dachte ich. als wie es der Fall war. ihm zur Abreise behülflich zu sein: meine Liebe gehorchte gern. mich zu wehren. wie in einem leisen. ich. es schläft dort im Nebenzimmer. und ging immer in ganz langsamen Schritten. ich auch. ich machte mich damit beliebt. Ich gab indessen das elegante Zimmer im Zentrum der Stadt auf und mietete mich hier ein. jeden Schritt fühlte ich als Menschenwohltat. ihn daran zu verhindern.« Klara hielt einen Augenblick inne. wenn ich so dachte. Er befahl mir: so: und jetzt so! Und ich gehorchte. süße Erinnerungen dahin. an dich und an Kaspar und viel. ging er eines Tages fort. vielleicht aus Scham und Zorn. Im Gehorchen können wir Frauen. Sie hat nicht geantwortet. nach Armenien zurück. eine Stelle zu suchen. den Geliebten noch brutaler. das wäre eine!« Aber ich wurde für keinen eine! Meine Stellung gestattete mir noch einen ziemlichen Aufwand. Ich wurde immer mehr erfüllt von allem. ich gab ihm alles. und fand sie bei einem Photographen als Empfangsdame. ein Mädchen. Es schneite. in der Ordnung. ich war sein. Wäre er mir an einem andern Ort begegnet. so hätte ich ihn ziehen lassen. Er kann uns dann nicht grausam genug entgegentreten. ihn. Aber es ist doch schön so. Alle Männer dachten von mir: »Sie hat etwas so Zartes. denn dann würde mein Stolz es mir verboten haben. um mich zu seiner Ehefrau zu machen. allen erschien ich liebenswürdig und ich lockte Kunden heran. ich fühlte es . Seine Knechtin. mit in seine Heimat zu nehmen. zuckendes Lächeln angewöhnt. Als er mich genug gedrückt. tyrannisiert. versuchte nicht. da ich mit einem großen Publikum zu tun bekam. was er tat. wenn es uns danach hinzieht. Gegen diesen Mann war jede unschöne Empfindung in mir ein Ding der Unmöglichkeit. aber ich fühlte keine Bitterkeit. Auch wenn ich ihn weniger geliebt hätte. ausgesogen und ausgebeutet hatte. Ich fuhr morgens und abends mit der »Elektrischen« hin und zurück und lenkte immer die Blicke aller Mitfahrenden auf mich. daß es eine Lüge war. Ich hatte mir für das Publikum ein ganz bestimmtes. und ich gab es ihm. ich hätte ihn vielleicht ausgelacht. daß die Straße ganz in Flocken eingehüllt wurde. den ich achten durfte. ihn aufzuhalten. Damals war ich beinahe glücklich. Ich habe von ihm ein Kind. Alles schwand mir in schöne. als er mir befahl. Er benahm sich vom ersten Augenblick an mir gegenüber als mein Herr und ich wußte nur zu erstaunen über seine Frechheit. Er sprach die Hoffnung aus. da. Und wenn ich abends durch die verschneiten Straßen hinging. dachte ich an euch Brüder. mich später. was mir jetzt noch zustatten kommt. das erleichterte mir um vieles meine Arbeit. angenehmen Traum befangen. lächelte Simon an. wenn seine Verhältnisse es ihm erlauben würden. Die Bewerbungen und Heiratsanträge. Mein Prinzipal war ein Mann. als er ist. Ich fand alles. sehr viel an Hedwig. Es erniedrigte mich nicht. schlug ich alle lächelnd ab. in sein Heimatland. Es gibt für uns Frauen. und das trug zu einer wehmutvoll-glücklichen Stimmung bei. der ich in Gedanken und Gefühlen dankbare Huldigungen darbrachte. die ich. So hatte ich ihm einfach zu gehorchen. Außerordentliches leisten. nicht. Dieser Mann sah mein letztes Geld absolut als das seine an. wenigstens konnte ich die schönen Kleider alle behalten. Ich fühlte das Herannahen des Mutterschmerzes. und fuhr dann fort: »Ich war gezwungen. »Ich hab ihr doch ein einziges Mal schreiben dürfen. Nach dem Tanze besaß er mich mit Seele und Leib. der mich kaum noch eines Blickes würdigte. wenn wir in Vergnügungen dahinrauschen. wo du mich jetzt siehst. Dann kam ich mir selber so schön vor.

die wissen wollten. als ich hier in dieses entlegene Viertel hinauszog. die zugleich verlockte und erkältete. ja. denn ich war schön: so gehorchten sie mir besser. mich. ich hatte ein so bestimmtes. mißtrauischem Zaudern endlich Freude dabei empfanden. angenehmer Zuhörer. so ein. Im Anfang hatte ich Abscheu und Ekel vor ihrem Schmutz. aber ich sah. Was bist du für ein flotter. das Pack. einige. grauen Frauengewänder einzig aus. Aber das letztere hatte wenig Reiz mehr für mich. und sprach dann weiter: »Die Königin der Armen! Ja. das bin ich. Hier bedarf es des Mutes und der Lust. hochtrabenden Entfernung aussieht. um meine Bekanntschaft zu machen. diese Weiber. daß sie nach langem. als wie er aus der steifen. Ich lehrte meine Hände. was mich an euch. geistreich aussehendes Mädchen an. die rauhen Hände der Arbeiter und Taglöhner zu drücken. die Königin der Armen!«€-Wieder schwieg Klara einen Augenblick. etwas vorwitzige Kinder. Das verstehst du. erinnerte. du kennst sie ja. Die Männer! Wie oft wurde ich von ihnen angesprochen. wie man diese Kinder zu berühren hatte. daß sie allmählich Lust bekamen. doch höre der Reihe nach ruhig weiter. langsam aber immer wachsend. wen ich kannte. Es war leicht und schwer zugleich zu machen. mit dem man eine Welt voll Sehnen und Mühsal tituliert. denn es wurde mir gegenüber kein einziger unverschämt: ich war ihnen eine Dame. wie es mich glücklich macht. energisch Stellung zu nehmen. lieber Simon. ich hatte es nicht nötig. um an Kenntnissen noch Ärmere zu finden. obschon ich ihr davon abgeraten hatte. meinen Mund sogar. aber zugleich sanftes. Einmal sprach mich ein kleines. womit diese Leute einem die Hand reichen. so jammern diese Leute. Die Männer erwiesen sich als lenksamer. und ich richtete mich. deren Gesichter nicht die saubersten waren. waren talentvoller im Erfassen meiner so einfachen Lehren. Ich gewöhnte sie an den Segen und an die Lust der Reinlichkeit. daß dieser Schmutz gar nicht so garstig in der Nähe war.selber. sich die Stellung durch Stolz und Milde zu sichern und leidenschaftlich . Ich glaubte alles von vornherein kennen zu sollen. Ich gewöhnte mich daran. mich zur Herrin und Bevormundin dieser Menschen zu machen. Nie begegnete ich einem einzigen grob. Kinder und Männer. wenn man beeinflussen will. die man leiten kann. wo ich zu Mittag aß und was ich abends zu treiben pflegte. einem zuzuhören. nur um ein Wort mit mir zu wechseln. die Pracht eines Ballkleides nimmt sich in dieser Gegend der fleckigen. so war ich damals. an dich und Kaspar. sie haben Sinn für Hoheit. Da waren die Weiber! Wie viel Mühe brauchte es. Nein. Siehst du nicht. es war Rosa. Das sehen meine Angehörigen gerne. ganz ohne Zwang und Aufsehen. Sie glichen neugierigen Kindern. daß ich nötig geworden bin. Viele fingen unbewußt mit mir zu sprechen an. was ich machte. Ich sah. Sie erschienen mir wie unschuldige. und bemerkte rasch die Zartheit. sie von ihren Gebrechen und abscheulichen Fehlern so zu überzeugen. diesen Armen eine innige Erzieherin zu werden! Wie wenig braucht man zu wissen. die Wissenschaft macht es nicht allein aus. Es war jedenfalls viel Feinheit und viel Verborgenes. Ich fand vieles in dieser Welt. das mich lockte. wie keiner! Das ist einer deiner Vorzüge! Es erzählt sich dir so natürlich. wie der Titel lautet. so schön: Ich lernte. wir wurden Freundinnen. wo ich wohnte. während sie Simon kindlich-lustig anblickte. und ich sah. ablehnendes. wie deine Klara fürstlich angezogen ist? Das ist noch ein Stück aus meiner Ballgarderobe: hinten ausgeschnitten! Ich bin meinem Stand als Fürstin schon etwas Aufwand schuldig. mir selber wohltuendes Gefühl dabei. Man muß abstechen. dunkle Seite der Welt Gedrängten. Wenn ich sie heute verlasse. und jetzt hat sie sich verheiratet. andere. Simon! Wenn du wüßtest. die auf die andere. sich von ihrer Schmach zu befreien. daß ich hier nötig sein konnte. Sie enthüllte mir ihr ganzes Leiden und Leben. Sie besucht mich öfters. die Armen lieben.

schmalen Feldweg ein und drehte sich. besorgten und pflegten mich und taten mir Gutes. wie alles kam. Ich weiß. dunkelrote Vorhänge hinter demselben waren vorgezogen. ihm zu gebieten. noch etwas schwach von der Geburt. und ich brauche Geld für mein Volk. Ich will dich allein. bekam aber nicht viel Gutes zu sehen. Er erlaubt mir nicht. kamen sie zu mir. leeres. um sich zu zerstreuen. Das war im Frühling. als er das Wort »Posten« ausdachte. Dann geh! Es ist vielleicht besser. Er ist mit einem Wink. erniedrigte Volk sie liebt. denn ich empfand darin eine Ehrung. ihn unglücklich zu machen. Das Herz und die Gewohnheit besorgen das leicht. in Ausdrücken. Als ich dann eines Tages im Bett lag. Übrigens werde ich dir schreiben. Er ist imstande und schlägt sich den Kopf an der Wand blutig. Wenn ich ihm sage: »Artur.« dachte er und ging seines Weges weiter. einem Blick von mir zufrieden und liebt mich so. soviel sie nur bringen konnten. Er steht unvergleichbar hilflos vor mir in der Welt da. und ich muß ein Unglück erwarten. Hinterlasse mir deine Adresse.« so erbleicht er. Als er in der Stadt ankam. Er erzählte mir sein ganzes. in meinem Zimmer wie unter Blumen. Und wenn andere da sind. als er hinunterstieg. Morgen würde er wieder in der Schreibstube schreiben. in tiefen Gedanken. seine Anträge. Er tut alles. Ich habe nicht die Kraft. Er würde mißtrauisch werden. schienen sie beglückt zu sein. So steht es mit ihm. So. war es bereits sehr spät geworden. doch das ermunterte ihn nur. Ja. Er ist schrecklich in dieser Hinsicht. anpaßte. langsam. wenn er einen jungen Mann bei mir sieht. Oder willst du gehen? Du machst Miene dich zu entfernen. Er hatte es durchaus nicht eilig. zu bitten. Er trat in eine noch offene Singspielhalle ein. Die Menschen sagen so viel. oft gegen meinen Geschmack. leb wohl!« Auf der Treppe. indem ich mich ihren Gedanken und Gefühlen. So ehrten sie ihre Fürstin. ich wies auf das Kind. er bittet mich. Er schlug einen kleinen. ganz allein für mich haben. hat er zugleich auch die Gabe. und von ihm war es zart. Eines Tages flehte er mich an. Ein Schatten bewegte sich hinter der Gardine. Er lachte. begegnete Simon einer dunklen. das dort nebenan schläft. Ein junger reicher Mann aus der Nachbarschaft besuchte mich oft und ich litt es. Es war Nacht geworden. die Frauen und Mädchen. in die Stadt zu gelangen. Dort wartete niemand auf ihn. Er wird jetzt gleich kommen. sich unmerklich ebenfalls von den Beeinflußten beeinflussen zu lassen. die ich besaß und die ich schenken konnte. das Fenster war jetzt geschlossen. zu arbeiten. Ein Komiker trat auf. nachdem er ein paar Schritte gegangen war. wenn er mir zu Füßen saß. bis ich wieder aufstehen konnte. es ist besser. daß ich es jeden Augenblick fühlen muß. umhergejagtes Leben. wie das niedrige.Geh jetzt. leicht faßlich erklärte. als ganz gewöhnlichen Menschen unter dem zuschauenden Publikum verschwinden zu sehen. Aber nach und nach wurde es mein Geschmack. die seltsam düster leuchteten im Lichte einer Lampe. nun endlich stramm ins Zeug zu gehen. daß du bald wiederkommst. die mich auf einmal seltsam berührten. zurück. die wohl eben angezündet wurde. So wurde ich ihre Herrscherin. Es war höchste Zeit. ich fühlte Mitleid mit ihm und habe ihm versprochen. und als sie mich wieder sahen. denn sie brachten mir alle Blumen. Wenn ein Mensch beeinflußt. an den folgenden Tagen zu wiederholen. fliegenden Gestalt: »Das wird wohl dieser Artur sein. Ich saß. Ihre Männer fragten voll Kummer nach mir. Simon ging weiter. den er wünschte.aufzutreten. Vielleicht bekäme er auch endlich wieder einmal einen Posten. Außerdem will ich niemanden bei mir sehen. es war Klaras Schatten. dann werde ich dich ihm vorstellen. der . Ich muß dir noch vieles sagen. Außerdem ist er reich. es ist unmöglich. aber das richtige? -. wenn du da bist. die alle Bildung. was ich will. um mit Schmerzen das Kind zu erwarten. etwas Geld zu verdienen. sollst du nicht da sein. während der Zeit. seine Frau zu werden. mich noch schöner als früher zu finden. er wird es dazu hergeben. ich möge seine Frau werden. Ich gewöhnte mir eine Sprache an.

böser Geist hinunterschaute. der die Beine. als aus Schmerz und zwar auch nicht wegen der Hiebe. sah er eine wüste Szene: zwei Mädchen schlugen. daß dieser Komiker vor kurzem vielleicht noch einen stillen.eigentlich für das. die eine mit der Faust. der aber besser daran würde getan haben. ein Strahl Wasser herunter und netzte die Köpfe und Kleider der Untenstehenden auf eine boshafte Weise. Mit einem Male schoß aus der Höhe des Hauses. Er führte beide Mädchen ab. was er überaus kindisch und geschmacklos verrichtete. junge Sängerin auf. als Simon näher heranging. anschließenden Tracht eines Husarenoffiziers. zu erzielen. nach solchen Qualen. Das war besser. sowie einen elegant gekleideten Herrn ebenfalls. Er stellte eine brennende Lampe auf seinen flachen Kopf und stellte an die Zuschauer die Zumutung. In einer Seitengasse schien Streit zu sein. was sie für einen Lump von Mann hätte. Ein Briefbote hatte den Anzeiger gespielt und bildete sich jetzt viel darauf ein. unter welchem die Gruppe stand. die eben so geschmeidig wie liederlich sein müssen. wenn sie ein abgerundetes. Sie hieb nämlich mit einer Gerte auf einen betrunkenen Mann los. Alsdann zeigte sich ein Jongleur. Es war Sitte in diesem Viertel der Altstadt. auf Nachtschwärmer. die Augen und sogar die armseligen. das gefiel ihm. das nur für Menschen paßt. Es war ein schrecklicher aber nur kurzer Kampf. Den Kampf beleuchtete eine einsame. nicht so sehr aus Wut. verdient hätte. um nicht einmal. aufeinander los. melancholische Laterne. Es gingen nur noch spärlich Menschen umher. in der knappen. festen Beruf ausgeübt hatte. den Mund. sondern aus einem Rest von Schamgefühl heraus. wohltuendes Bild darbieten wollen. der sich infolgedessen aus dem Staube machte. Dann trat eine kleine. dem ein erscheinender Schutzmann ein Ende machte. denn es streifte an Kunst. die Arme. statt auf die . sich so tierisch elend benehmen zu sehen. was er darbot. als Flaschen auf seiner Nasenspitze balancieren zu lassen. Simon hörte noch einen Knaben ein Lied singen. und er verließ alsogleich das Lokal mit diesem guten Eindruck. von dem er wohl wegen irgend eines Versehens oder Vergehens verdrängt worden war. daß er ein ehrlicher. Alles fluchte gegen die Weibsperson hinauf. die Nase. das als ein Kunstwerk aufzufassen. Simon ging nach Hause. so gießen Sie's doch auf Ihren eigenen Kopf. Dabei schrie sie in einem fort. und als Simon in die Nähe kam. Wasser hinunterzuleeren. und dabei schrieen sie beide. das die Aufmerksamkeit der nächtlichen Käuze auf sich lenkte. Die Sitte mochte schon ein ehrwürdiges geheiligtes Alter besitzen. die Lärm verübten. Eine Ahnung sagte Simon. der wohl ihr eigener sein mochte und den sie aus irgend einer kleinen Kneipe herausgeschleppt hatte. Die Kleider und Hüte der Mädchen waren nur noch Fetzen. Korke aus Flaschen zu ziehen. und zwar war es ein Weib. geohrfeigt zu werden. schreienden Worten vor. Simon vor allen andern schrie hinauf: »Was fällt Ihnen ein da oben. klagte sie diesem in lauten. knochigen Wangen verrenken mußte. was sein Ziel war: Komik! Er hätte »Pfui« ausrufen mögen und doch wieder nur »Ach«! Man sah dem Manne deutlich an. der die Ursache des Streites zu sein schien. Sie Weib oder Mann im Fensterrahmen? Wenn Sie zu viel Wasser haben. Er trat wieder auf die Straße. Doch nein! Simon empfand bald das lebhafteste Mitleid mit diesem armen Schlucker. und in der Tat. die lachten und schrieen. die andere mit dem roten Sonnenschirmchen. braver und nicht besonders geriebener Mann sein mußte: um so abscheulicher wirkte sein Tun auf der Bühne. bemerkte er einen Trupp Menschen. die die Gesichter teilweise erhellte. Ihm war der ganze Mann tief beschämend und widerlich. die in weißer Nachtjacke oben im Fensterrahmen stand und wie ein übelwollender. was das Mädchen darbot. aber es war doch jedesmal für die Betroffenen eine empörend neue und überraschende Sache. Als er aber in seiner Gasse ankam. Die Mädchen kehrten ihre ganze Wut nun dem Briefträger zu.

wenn er sie nicht gewissenhafter. und wo ihnen die Freiheit des Blickes wiedergegeben war. ohne ein Wort zu sprechen. Gespenst da oben. so daß der Sekretär der Schreibstube. Wären Sie nicht so hoch oben und ich nicht so tief unten. Gleich könnte man zum Teufel werden vor Wut über eine solche Spritzerei. daß Ihnen dann der Spaß verleiden müßte. als nur so. die hier weideten. eine Aussicht in ein Tal hinunter. daß es Ihnen um den Mund herum wässern sollte. um zu untersuchen. zwischen gelben Baumkronen und vorspringenden Waldungen hindurch. hügelige Feld gegangen. Hier hatten sie sich auf die Matte geworfen. der meine Schulter bespritzt hat. sich veranlaßt fühlte. geblieben. ein wenig gedankenvoll. erledigen wolle. ihm Vorwürfe zu machen und ihm zu drohen. Es war hübsch gewesen für Simon. daß immer irgendwie und wo Töne in allen Landschaften zu vernehmen seien. wo ein anmutiges. durch die herbstliche Niederung zu wandern. Einen Augenblick später würde er doch im Bett liegen und schlafen. hatten mit den Augen an der weit sich ausbreitenden Gegend und mit den Ohren an den Tönen der Glocken gehangen und hatten beide gefunden. machte er viele Flüchtigkeitsfehler. aber die Jahreszeit war rauher geworden. Ziehen Sie sich nur zurück. Wie langweilig war das. ziemlich schweigsam und allzu intime Gespräche vorsichtig vermeidend. rotdächiges Dorf inmitten der braunen Rebhügel lag. als zu sprechen. einen Taler geben. und er ging auch jetzt noch. immer dasselbe zu tun. ich wollte in Ihren Apfel von Kopf beißen. daß er keine Arbeit mehr erhalte. jeden Zweig und jede Beere. das anzuschauen eine Herzenslust sein mußte. Der Herbst kam. Alsdann waren sie einen waldigen Hügel emporgegangen. so mit Klaus ohne viel Gerede und viel Wesens. sachte und wohlig. Sie waren zusammen hinaus auf das erhöhte. liebevoll betrachtet wissen. daß draußen in den Wiesen die Bäume sich entblättern mußten. Bei Gott. denn Klaus wollte alles.« Simon berauschte sich selber an seinem schlechten Gerede. aber doch mehr in die Ferne zu schauen. an einen schönen Waldrand. und waren dann zu der Höhe gekommen. Man wußte.oder Mannshaare haben. Von morgen ab müßte er entschieden ein anderer Mensch werden. Es tat ihm wohl. ob Sie Weibs. An einem sonnigen Herbsttag war Klaus angekommen. samt den Kleidern. wo eine unsäglich milde und liebkosende abendliche Herbstsonne sie empfing. angelockt von der schönen Sonne. zu stürzen. waren lange still. in welchem ein weißlich schimmernder Fluß sich dahinschlängelte. Was ist das für eine Manier. wenn man auch nicht selber hinging und zusah.Köpfe anderer. da ich vermute. ein ehemaliger Hauptmann des Stabes. wenn es eine Gerechtigkeit gäbe. Ihr Kopf dürfte es vielleicht nötiger haben. ohne gerade Glocken zu hören. ebenso die braungefleckten Kühe. und . in der Schreibstube. saftiges Gras Klaus bewunderte. erfüllt und zerstreut von Gedanken an Klara. Der Weg führte sie durch Wald und wieder über langgestreckte Wiesen. aber doch sehr hübsch. schreien und wettern zu können. eine wissenschaftliche Arbeit und Absicht hatte ihn für einen Tag in diese Gegend geführt. die Glocken der Kuhherden läuten zu hören. Achtzehntes Kapitel. oder Sie machen mich noch die Hauswände hinaufklettern. Simon war noch oft durch die nächtliche heiße Gasse gegangen. ein paar Worte zu sagen. In der Gasse spürte man es auch. in der Nachmitternacht die Straße zu bespritzen und Leute hinterrücks in ein Bad. deren spätes. Am nächsten Tag. Sie müßten mir für jeden Tropfen. wie die Blätter fielen.

was das Vorwärtsstreben gegen die Höhe. springst du in eine Zartheit über. denn sie allein stellte das Erhabene und Große dar. Du bist so sehr darauf angelegt. wird es dich dann reizen. Du hast. deren man nicht Herr werden konnte. gedankenvollen Kultursorgen. * * * * * Es wurde Winter. die nichts sagen wollen. wie du jetzt bist. ob man das Rechte und . Du mußt nur nicht zu vieles wollen und mußt nicht allzu reizbar sein im Forderungen an dich stellen. und zu gute Vorsätze vergiften viel eher das Herz eines Mannes als das Gegenteil. Sie ging über den Bettler wie über den Präsidenten der Republik hinweg. Am andern Tag war Klaus wieder abgereist. aus Welt und Leben herausgewachsenen Dingen. die keinen weiteren Zweck als das Wohlwollen haben. das du tun und unternehmen könntest. So.hatten dann eines jener stillen. mehr empfundenen als geradezu gesprochenen Gespräche miteinander geführt. die mit dem grollenden. drückst du dich um die Ecken herum und gehst in Sehnsuchten unter. ihnen zu zeigen. Menschen und vor allem eines Mannes nicht recht würdig sind. gemacht zu haben. Wir haben die Pflicht. um dich zu befestigen. Du hast. heißen Atem der Raufer nichts zu tun haben. Sie ließ vieles als klein und unbedeutend empfinden. ob einer ein Mann wurde oder ein Simpel. Wie viel habe ich schon gedacht. im Handumkehren. denn im Erfüllen von allerhand Anforderungen kennst du keine Ermattung. macht dir Vergnügen. wie mir scheint. etwas zu Wildes an dir. kränkt dich in keiner Weise. was all das Sich-Rühren. ich muß es dir sagen. der es gleichgültig war. deren Duft nur und Ton und Absicht unvergeßlich bleiben. das hat immer in meinem Herzen ein besonders schönes Getön verursacht. zu sehr Springlust. und mehr noch. die eines Bürgers. Dich nach einem Ziele außer Atem zu laufen. dann wird es dir sicher gut gehen. Mensch unter Menschen zu werden. Weil du nicht alles. Das taugt nicht. Was war denn das ganze Treiben und Leben. und dann. aber ich muß dir doch am Ende die Arbeit an dem Herausformen deines Lebens selbst überlassen. Klaus hatte gesagt: »Gewiß. da du Eigenschaften hast. uns vor den Mitmenschen das Leben mit Anstand und einiger Würde leicht zu machen. daß du ein nützlicher. so vorfindest. das dich verletzen sollte. Zu denken. so darfst du deswegen noch lange nicht grollen. nur eigentlich zu viel wollende und zu flammende. über die Sünderin und über die Anstandsdame. denn Ratschläge taugen selten etwas. und verletzen läßt du dich von ganz selbstverständlichen. es dir bequem. glaube es mir nur. daß du sie verdient hast. Vieles. die nicht aufgeschrieben werden können. und einmal die Liebe der Menschen gewonnen. um bestehen zu können. Du mußt versuchen. Es lag etwas Schönes. Merkwürdig: die Zeit ging über alle guten Vorsätze ebenso sicher hinweg wie über die schlechten Eigenschaften. zweckerfüllter Mensch würdest. natürlichen Abrundung nur bestehen und sei ein bißchen mehr stolz darauf.Simon sagte dann: »Warum bist du sorgenvoll an einem so schönen Tage. Laß doch jeden Tag in seiner ruhigen. wie nur irgend einer.« -. so darf ich auch wieder mehr frohen Mut haben. wo das Hinschauen in die Ferne einen in Glück zerfließen macht?«€-Dann hatten sie über die Natur geplaudert und das Schwere vergessen. die sich keineswegs darum bekümmerte. daß noch alles mit dir gut kommen kann. Hinwegnehmendes und Verzeihendes in diesem Gehen der Zeit. Das schadet und reibt ab und macht schließlich kalt. jede kleine Sache in der Welt. Anderer Meinungen und Neigungen herrschen eben auch. was freilich ein Übel ist. wie du es wünschest. die Achtung der Menschen zu genießen. die andere nicht besitzen. denn wir leben in einer Fülle von stillen. die wieder viel zu viel Zartheit von den Menschen fordert. wie schließlich einem Menschen auch ziemt. wenn ich mir denken darf.

Er könnte sich ja zum Zeitvertreib die Hände oder den Rücken reiben. um etwas zu spüren. ja. wenn er am Tische saß und las. und das Anspannende würde schon kommen müssen. das wußte es selber nicht. jedenfalls blieb er dort liegen. und ich Törichter habe geglaubt. aber er hatte kein Seifenwasser. der Flocken sah aus wie eine kleine zarte Blume. schwärzliche Gasse hinabflog. Wieder anfangen. und das tat er. Das Bettelkind saß im Schnee und fror doch nicht. auf den Händen am Boden zu gehen. »Sie schneit. wie sie die Rekruten beim Militär tragen. ins treue. Da kam ein kleines Kind zu ihm. Viele flogen aufs Feld und blieben dort liegen. er war zu groß. »Iß den Schneeflocken. Es hatte zu Hause Schläge bekommen. freute er sich des Fortschrittes der ewigen.«€-Simon spornte sich in dieser Zeit an. daß es schneite. trotz der Winterkälte. Mit so einem derben Schuhpaar mochte man um eins noch so fest in der Welt dastehen. Seine Füßchen froren ihm auch nicht. Da lief er den Berg hinauf. und noch immer hustete er. Es war eben ein klein Kind und wußte noch nichts. ist nicht erzählt worden. müßte er stets treiben. sich auf die Zähne beißen. wenn die Laternen angezündet werden. die in seinem Zimmer herrschte. seinetwegen fünfzig Mal. und verschmähte es. Das Husten wollte gar nicht mehr aufhören. es war ein Bettelkind. ein Schneeflocken flog in ein Fenster hinein. aber es war noch nicht gescheit genug. Er würde dann einfach dastehen. es war zu klein. ein ganzes Jahr lang mußte der arme Mann husten. Irgend eine Willensübung.« dachte er. wie schön muß es jetzt im Wald sein. liebe Antlitz und blieben auf den langen Wimpern der Pferdsaugen liegen. Vielleicht erfror das Kind in der Nacht. früh aus dem Bett zu springen. im Wald oben. Wenn er nur den Nacken nicht beugte. wenn er auch weiter nichts zu tun hatte.Gute wünschte oder nicht? Simon liebte dieses Rauschen der Jahreszeiten über seinem Kopf. sei es auch die allerlächerlichste. auf die Erde nieder. Es kam jetzt darauf an. Es kam ihm wie ein Märchen vor: »Es waren einmal Schneeflocken. Da ging die Sonne unter. wieder etliche und andere fielen auf Hüte und Kapuzen von schnell vorwärtseilenden Menschen und blieben dort liegen. das ist der Winter. und weg war der Husten. bis sie abgeschüttelt wurden. Er wusch sich alle Morgen mit kaltem Wasser ab. Er wollte sich jetzt lehren. und alles war dunkel. Es war einmal ein Mann. warum. das vertriebe die Gedanken und stählte und ermunterte den Körper. oberhalb zu bleiben und festen Fuß zu fassen. der war ganz schwarz. grobe Schuhe. jetzt noch auf elegante Schuhe zu sehen. Und nun aß der große Mann den Schneeflocken. Das sollte ihn lehren. von oben bis unten. den Winter nicht mehr erleben zu sollen. dann würde es schon kommen. zu parieren in dieser Jahreszeit! Den Mantel benutzte er als Fußumhüllung. Da konnte er prahlen damit. einige und wenige flogen einem Pferd. das er ergreifen konnte. Aber er bekam den Husten. wenn er ausging. das hatte einen Schneeflocken in der Hand. aber was er dort machte. schaffte er sich an. und als eines Tages Schnee in die dunkle. um etwas zu spüren. Da könnte man hingehen. von selbst. weil sie nichts Besseres zu tun wußten. um zu jeder Zeit über den Berg im tiefen Schnee zu waten. Hoffentlich schneit es noch bis in den Abend. bis ihm heiß wurde. spürte gar nichts. was schadete das jetzt. um zu wissen. mußte sich sicher. daß es weinte. da wollte er sich waschen. In des Kindes Auge glänzte eine Träne. die flogen. von vorne. ging er auf die Straße und wusch sich mit Schneewasser und davon wurde sein Gesicht weiß wie Schnee. . aber es rührte ihn nicht. oder versuchen. und doch waren sie nackt. das vor einem Karren angebunden stand. aber es spürte nichts. und nun hustete er immer. bis er schwitzte.« sprach das Kind. andere fielen auf die Dächer und blieben dort liegen. bis zum nächsten Winter. Gott sah das Kind. den Mantel anzuziehen. In der Gasse schneit's. etwas für ihn zeigen. Als er nun sah. Er mußte nur gespannten Blicks und gespannten Sinnes bleiben. erwärmenden Natur. o. was er haben mußte. Ein Paar breite. Irgend etwas gäbe es immer zu tun.

und man konnte sie lesen. oder so. aber auch Männer und Kinder. als ob sie nur ihren Eltern. als ob diese zierlichen Mädchen nur. Um die Weihnachtszeit herum ging er den breiten Berg hinauf. als noch Kaspar hier malte. um ein lächelndes Spiel aufzuführen. daß ich der Anlaß bin. einzeln an einem runden Tischchen sitzend oder zu Gesellschaften um einen länglichen Tisch herum vereinigt. scharfer Duft von Tannenzweigen schlug ihm entgegen. der aber zur Wiedergewinnung weiter nichts tut. Ein warmer. »O. Verwandten.Er glich in dieser Zeit einem Menschen. wie es den Anschein hatte. Schwestern oder ihren Kindern diesen Dienst erwiesen: so elterlich und kindlich zugleich sah es aus. das ganze große. vielleicht zur Aufführung irgend eines Weihnachtsstückes oder eines Stückes mit sonst irgend einem lieblichen Inhalt. ihm freundlich entgegennickte und dann. Vielmehr ich habe mich zu entschuldigen. ohne daß man sich um mich bekümmert. Hübsch gekleidete Mädchen gingen umher. Er sah ein großes. An allen Tischen saßen heitere und ernste Menschen. ob eines der Mädchen zu ihm herankäme. ebenfalls dicht mit Tannenzweigen umrahmte Bühne befand sich an einem anderen Ende des Saales. und sonst nichts macht. das Kinn in die Hand gestützt. in das er so oft hineingegangen war. an dem Tischchen sitzen. daß Sie einem von Ihren Mädchen einen Vorwurf machen müssen. die an die weißen Wände gemalt waren. denn etliche wohlgekleidete Menschen gingen aus und ein. doch nicht unzierliches Haus vor sich stehen. Aber es kam vorläufig keines. wie es junge Männer zu machen pflegen. zu einem der Mädchen gewendet. ausrief und frug. der einstmals zu Klaras Waldhaus hinaufführte und der jetzt gangbarer gemacht worden war. ob er ebenfalls hineingehen sollte. hier bedienten. als nur eben den Willen einsetzen. Jetzt war hier ein Kurhaus für das Volk errichtet worden. denn offen gestanden: was ich an Bestellungen für das bedienende Mädchen aufzuwenden habe. daß man Sie sitzen läßt. »Entschuldigen Sie.« wandte sie sich wieder zu Simon. wie man nur den jungen Herrn so lange ohne Bedienung lassen könne. die nichts Kellnerinnenhaftes an sich hatte. als ernsthaft. freundlicher. als einzelner. menschenerfüllten Saal angenehm. aber jedenfalls war diese Dame hier im Hause eine Art Direktorin oder Leiterin oder wie man das nennen konnte. ist blutwenig. Ich sitze hier übrigens ganz gern. So trat er hinein. So blieb er denn eine geraume Zeit still. wartend. Auf jeden Fall war es ein warmer. war mit Tannengrün geziert und ausgefüttert. aber schon die grimmige Kälte machte ihm den Gedanken an einen erwärmten. Es sah aus. fleißig besucht. an ein rundes Tischchen nieder. befanden sich frei. an der früher das Chalet aus Holz stand. um zu fragen. Simon besann sich eine Weile. die gerötet und von der Kälte entzündet wurden. gastlich aussehender Raum.«€-- . der Geld verloren hat und der seinen ganzen Willen einsetzt. zu der lieben merkwürdigen Frau. und es wurde. und bedienten die Gäste auf eine freundliche und zugleich überaus gelassene Weise. helle Zimmer. Es war gegen Abend und furchtbar kalt. als mit einem Mal eine schlankgewachsene Dame auf ihn zukam. es wieder zu gewinnen. Ein beißender Wind pfiff den Menschen um die Nasen und Ohren. Eine kleine. was er wünsche. die es bewohnte. Der Duft von Getränken und Speisen vermischte sich mit dem weihnachtlichen Tannenduft. viele Frauen. eigentlich ein Saal. ich wüßte nicht. und Simon setzte sich. Brüdern. was da zu entschuldigen wäre. an der Stelle. Überall zeigte sich eine Spur von umwandelnden Menschenhänden. Dieser Vorwurf war eher lachend und liebenswürdig geschehen. gleichsam tapeziert. Nur die Sprüche. Simon schlug unwillkürlich den Weg ein.

er verstellt sich dann vielleicht auch ein wenig. Ich bin innerlich heilig und mit Flammen davon überzeugt. Warum sollte ich nicht. warum Sie lächeln. Sie lächelten.»Essen und trinken Sie nur so viel. wie das Üben der liebenden und beobachtenden Geduld ist. hochnäsig und hochmütig zu werden. mit Menschen in Berührung zu kommen. mit Ihnen zu plaudern. wo nur einfache. daß der. wenn auch nur aus Trägheit oder Dummheit. und das deutlich genug. daß ich den richtigen Weg nehme. aber das ist dumm gesprochen. wie es kommt. Ich muß mich ein wenig verstellen. und ich weiß ganz gut. den Wunsch fühlt. und habe im Laufe der Zeit gefunden. Rücksichten zu nehmen. ein klein wenig Christin sein? Wir alle haben das Christentum jetzt vielleicht wieder nötiger als je zuvor. daran verhindern. etwas abgemessener Entfernung. möglichst genau zu erfahren. und ich stehe ordentlich gut dabei. sondern nach ihren Bewegungen. »Gilt das für mich allein oder gilt das hier für alle?« »Natürlich nur für Sie allein. als Sie wollen. er stößt mich ab. Wie lieb ist es. weil ich die bezügliche Ordre erteilen werde. und sehe nicht ein. aber ich muß ihn und mich das nicht in so allzudeutlicher Weise merken lassen. und nur deshalb. warum ich es nicht tun sollte. vielleicht aus.« Sie setzte sich zu ihm an den kleinen. daß ich Sie für einen wohlgebildeten Menschen halten muß. Ich denke dann: nein. Man ruft mich. Ich weiß nicht. sagen wir. dem sie gehören. Geschwister? Brüder und Schwestern? Brüder zu Schwestern. Wissen Sie was? Ich denke mir so manchmal: Christenpflicht. daß man Ihnen nichts abfordern soll. Bruder sein. ganz angenehm ist mir dieser Mensch nicht. So mache ich es mir zum Gesetz. Schwestern zu Schwestern und wieder Schwestern zu Brüdern? Ganz zart kann ja das sein und muß es wohl auch immer sein: in Gedanken vor allem! Aber dann muß es auch anschwellen und getan werden. Wenn ich Sie mit der scharfen Lorgnette hätte betrachten wollen. Oder dieses noch: ein Bruder muß ja nicht gerade zu den feinsten und erlesensten Menschen gehören und kann doch. Ich habe mich daran gewöhnt.« sagte die Dame. und was lehrt denn die zunehmende Menschenkenntnis? Das Einfachste von der Welt: Alle mit Freundlichkeit zu behandeln! Sind wir nicht alle zusammen. braunen Tisch: »Ich habe einen Augenblick Zeit. mit Ihnen zu sprechen. Doch ich muß gehen. was kann ich da tun? Muß ich mich sogleich abgeschreckt und unsympathisch berührt fühlen? O. Sie brauchen nichts zu bezahlen. die vordem die Schultern gezuckt und mir ihr Gesicht verzogen haben. wenn er es je gut mit mir meint. Viele Menschen gewinnen mich lieb. kluge Freundlichkeit in Frage kommt. aber wer wollte Menschen erkennen lernen und sich dazu des Augenglases bedienen? Als Vorsteherin dieses Hauses habe ich ein Interesse daran. ich . die nicht Menschenkennerin ist. würde ich vielleicht entdeckt haben. was eine so reizende Lehre. macht mit der Zeit schlechte Geschäfte. er ist ungebildet und anmaßend. die Menschen nicht nach einem schäbigen Filzhut. zu beurteilen. Sie scheinen ein vereinsamter junger Mann zu sein. das geht jetzt in unseren Tagen leise und kaum spürbar in Menschenpflicht über. Eine Geschäftsfrau. wir Menschen auf diesem einsamen. die ihr Wesen besser erklären. Sie haben recht. als gute oder schlechte Kleidungsstücke. weiter weiß ich über diesen Punkt nichts zu sagen. Bleiben Sie sitzen. noch lange nicht. Gott soll mich doch. verlorenen Planeten. das sagen mir Ihre Augen. Als ich Sie sah. betrifft. reizte es mich schon. und sie sagen mir auch. und das ist viel einfacher und ist besser auszuführen. daß es lieb ist. wer alles meine Gäste sind. daß Sie ziemlich verwahrlost aussehen. weshalb habe ich mit Christentum zu kommen. Kommt mir ein roher Mann vor oder ein einfältiges Weib.

Ich werde dann noch einmal einen Anlauf nehmen auf Ihre Ohren. Keine einzige Erinnerung an Altes! Sonst befindet sich in jedem Hause und in jeder Familie wohl irgend ein altes Möbel. Nein ich glaube. und denken: wenn sie doch nur etwas mehr tun und etwas weniger schreiben wollten. scheinbar etwas verkommenen Menschen. ihre Wärme und ihre Ahnungen den noch kommenden. wenn sie ihm den Mund zum Kuß darreicht. die Gegenwart ist die Zukunft. Unedles und Undienliches ab und flüstert seiner Gattin. euch die eurige ganz lebhaft und reizvoll vor die Sinne zu lächeln. was ihr gemacht habt. ist schöner. und wir bilden uns ein. und die Frau lächelt. als der Vergangenheit nachzuträumen. die eher der Aufmerksamkeit bedürfen als die Gräber der Gestorbenen. Ihr Benehmen hat etwas Fesselndes. habe ich natürlich vergessen. Was können wir anderes! Und wie gern tun wir es. ein Hauch und Stück aus alten Zeiten. von keiner Sehnsucht angefressene Menschen. so eben recht. als den vergangenen Tagen zu schenken? Kommende Zeiten sind uns wie Kinder. wissen Sie das? Man möchte Ihnen gleich eine Ohrfeige geben. Hat das nicht etwas Wunderbares? Sollte es nicht klüger von den feindenkenden Menschen sein. und versäume am Ende noch meine Pflichten. weil man es schön findet. es in Worte wie in ein Netz zu fangen. das einen immer reizt. um sie als Muster für künftige Bauten zu nehmen. der Baumeister erfindet.«€-Damit ging sie fort. Kostüme für ferne Menschen zu entwerfen. von diesem Unsagbaren. von diesem kühnen Bogen über einem dunklen Gewässer.« sagte Simon. Wir lesen die Bücher. die die Grazie besitzen werden. daß sie so dumm dasitzen. Nach einigen Minuten kam sie wieder und fing schon aus der Entfernung von ein paar Schritten das Gespräch von neuem an. Formen. in die Zukunft zu blicken. seine Gedanken ins Ohr. und einen in so sonderbarer Weise verführen können. euch Männer mit einem Lächeln zu Taten anzuspornen. wie man eine Abschiedsszene oder einen wehmutvollen Sonnenuntergang schön findet. die ihr schreibt. Finden Sie nicht. »Und draußen ist jetzt furchtbar strenger Winter. wenn man in eine Zukunft hineindenkt. gebogene. der Dichter träumt Tugenden aus für starke. und hier drinnen ist es so warm. frisch und erst eben geboren. Sehen Sie sich doch um: alles ist neu. von diesem Wald voller Bäume. das man noch immer liebt und ehrt. O. leichte Brücke in die noch unerklärliche Zukunft vor. die kostbare Zeit mit Ihnen Hereingeschneitem zu verlieren. daß hier herum alles nur Gegenwart atmet?« »Ja.«€-- . Erblicken Sie hier etwas Ähnliches. die wir vielleicht nur mit etwas zu übertriebener Liebe schmücken: die vergangenen Zeiten! Der Maler wird jetzt gut daran tun. indem sie ausrief: »Wie doch hier alles von Neuheit umspannt ist. Wir sind froher über das. als über Selbst-Vollbrachtes. Es kommt Ihnen gewiß nicht drauf an. Wir verstehen es. Wissen Sie was: Sie könnten trotzdem noch eine Weile dasitzen. wenn wir es dahin gebracht haben. unsere Aufgabe getan zu haben. wie hoch und edel die Tannen aus dem Boden herauswachsen. Im allgemeinen wissen wir nicht viel Ersprießlicheres. in der Vorausahnung des Kommenden. und der Mann im allgemeinen wirft. aus heimlicher Wut darüber. sie mit Anstand und Freiheit zu tragen. Aber von der Zukunft zu reden. daß man Gespräche führen kann. er geht in den Wald und merkt sich da. einem ganz jungen. so gut er es versteht. so gut es geht. von diesem Kind mit den strahlenden Augen.komme wieder. Jetzt hab' ich Pflichten. und ich sitze hier bei Ihnen. viel Gemeines. Man träumt auch. als uns euch zu unterwerfen. auch nur eine Andeutung davon? Es kommt mir wie eine schwindelnde. die dem Stein und dem Bauen einen entzückenderen Schwung verleihen.

dachte er. was ihnen etwas Altväterisches verlieh. die schon das Alter allein für sich herausfordert. die dem Jüngling Achtung abringen mußte. die gemütlich an einem Tische saßen. die Gelehrte zu sein schienen und andere. Vorliebe für Wind. sie schienen das für überflüssig zu halten. womöglich zu zweien hinunter in den Abgrund des Todes: das schien ihr Prinzip zu sein. Der Wald lag nur zehn Schritte weg vom Hause entfernt. so sahen sie aus. nie einzeln. so wie man sie eine Weile betrachtet hatte. ruhig ihrem Ende entgegenzusehen. aber eben so geheimnisvoll Pfeifen stopfend und das Schweigen dem Reden bevorzugend. Die Menschen plauderten unbefangen miteinander. alt gewordene. wo andershin. Etwas Zielbewußtes sprach aus ihren ruhigen Mienen. aus dem Wohlstand heraus müßig. etwas Fertiges und in keiner Weise mehr Anzufechtendes. Sie sprachen nicht miteinander. In der Tat. euer Geheimnis. bemerkte Leute. die für sich etwas gefunden hatten. um in die Stadt zu kommen. Männer. ihnen zuzuschauen und sich zu bestreben. nie anders. Aber was war denn eigentlich Irrtum? Wenn man sich mit sechzig und siebzig Jahren noch einen Irrtum als Leitstern anschaffte. Wenn es wieder Sommer würde. das wußte Simon aus . ihre Gedanken zu erraten. indem er von ihnen weg. weil sie noch den Berg hinuntergehen mußten. und man konnte die Tannen aneinanderächzen hören. Es war lustig und rührend und des Nachdenkens wohl wert. nicht erst einer und dann der andere: das schien undenkbar. mußten irgend ein Verfahren. Gewiß hatten sie sich beide angeschlossen. weil sie dieselben Gewohnheiten betrieben: Pfeife rauchen. aber immer noch lustige und muntere Prinzipien. aber ganz ruhig und wahrscheinlich ganz gewohnheitsmäßig. so wie zwei. Man mußte ein wenig lächeln bei ihrem abgezirkelten. so war das eine unantastbare Sache. Zu zweien durchs Leben. denen man ansah. aber dieser Anblick schloß die Ehrfurcht nicht aus. Wenn sie fortgingen. So erriet man unter anderem sogleich. Diese beiden Käuze.Und fort war sie. während die Dame fortblieb. nach welchem sie sich schworen zu leben bis ans Lebensende. Sie hatten beide weiße Bärte und ziemlich frische Gesichter und rauchten aus ihren Pfeifen. Es schienen Müßiggänger zu sein. den man ihnen aus ihren weißen Köpfen ablauschte.« so drückten sich ihre Mienen und Haltungen aus. hübschen Anblick. so würde man sie draußen auf der schattigen Terrasse sitzen sehen. das Gesundsein. Ja. sah Frauen mit weißen Haaren und Mädchen mit ihrem Bräutigam. Aber der Saal leerte sich zusehends. blickte. entdeckte eine englische Familie mit sonderbaren Gesichtern. ausgedachte und überlegene Müßiggänger. Beirren ließen sich diese Alten gewiß nicht mehr in ihrer Sache. fielen ihm durch ihre Ruhe auf. sondern zu zweien! Immer! Das war der Hauptgedanke. Einzelne. Draußen pfiff der Winter. sie sahen auch aus wie zwei lebendige. die vielleicht ein Irrtum war. das gerne lieber Schweigen als Plaudern und endlich das Alter und die mit demselben verbundenen Spezialsächelchen. gingen jetzt fort. das mußte Simon ihnen lassen: gemütlich und eigensinnig. gemütlich sahen sie aus. nur deshalb. und wieder andere. Simon betrachtete seine Umgebung. denen man nur schwer ein Amt oder eine Berufsart zudichten konnte. Er ließ über verschiedene Menschen seine Blicke streifen. Ab und zu trafen sich ihre gegenseitigen Augenpaare und dann zuckten sie so mit ihren Pfeifen und Mundwinkeln. »Wir zwei haben's herausgefunden. gingen immer zweie fort. ein System haben. Zwei alte Männer. Wetter und Natur. da es schon Nacht war. Die Lampen gaben ein helles und warmes Licht. daß diese zwei immer würden zusammen gesehen werden können. die wie zu Hause im Familienkreis hier saßen. daß sie sich hier nicht recht wohlfühlten. aber berechnende. denn etwas Kauzartiges hatten sie immerhin an sich. Simon erschienen die beiden nicht ohne Würde. das ihnen diente und das sie veranlaßte. Spaziergängchen machen.

wenn man sich mit Ihnen eingelassen hat. von niemandem gehört und von niemandem beobachtet: »Jetzt wird man mich wohl kaum noch stören. wer sind Sie. Es schien eine stille Veränderung mit ihr vorgegangen zu sein. und die Frauen. sieht man. als wären Sie gar eine Persönlichkeit von Belang. woher kommen Sie? Sie sehen so aus. was da aus Ihnen herausspräche. und dann bekommt man eine Sehnsucht darnach. und nicht wollte besser und gefährlicher aussehen. Haben Sie noch Eltern. vor der man froh sein muß. und über Sie. Ich weiß nicht. Man fragt sich und verwundert sich über Sie. Neugierde? Ein Begehren. denn das fordern Sie absolut nicht heraus. Man glaubt Sie bereits zu kennen. Man geht von Ihnen fort. eben vorhin. was vielleicht wert gewesen wäre. die sie beständig bedrohen soll. und stellt sich vor. indem man an Sie denkt. Möchten Sie mir erzählen. macht seine Arbeit. der Ihnen gegenübersitzt. Sie setzte sich zu ihm. Als ich oben war. Sie selbst aber hält man und muß man für unbedeutend halten. Sie sehen wenig interessant und noch weniger gefährlich aus.«€-Simon erzählte: »Ich heiße Tanner. Und doch. in Gnade und in einiger herablassender Achtung zu stehen. der zu den wenigsten Hoffnungen . und plötzlich erbarmt man sich Ihrer. meinetwegen in der Einbildung bloß. sondern der. Man macht sich unwillkürlich Kummer wegen Ihnen. Sie müssen etwas Tiefes an sich haben. Sagen Sie mir. wie man mit Ihnen dran ist. von denen ich der Jüngste bin und derjenige. es hervortreten und leuchten zu lassen. die Leute entfernen sich allmählich.alten Tagen genau. was es sein kann: Neugierde vielleicht? Lassen Sie mich einen Moment nachdenken. nur etwas.Darauf sprach sie leise. Sie reden zu hören. Simon Tanner. wenn auch nur für eine Stunde. daß es etwas sein müßte. der deshalb vorkam. und das scheint niemand zu bemerken. wenn man Sie bloß erblickt. jetzt will ich still sitzen und Ihnen zuhören. ich möchte gerne Ihre Vertraute sein. der es nur verschmähte. Man weiß nicht. nur einen Ton oder einen Laut. Mitleid ist es nicht. die man unter keinen Umständen warten lassen darf. aber ist es nicht seltsam? So. bedauert man Sie unwillkürlich leichthin. obenhin. ob Sie da etwas gesagt haben. denn Sie nehmen nichts übel. etwas über Sie zu wissen. Ein Fragen und ein Verwundern geht von Ihnen aus. als ob man das fragen müßte. Wenn man Sie anblickt. Sie nehmen natürlich nicht übel. was ich Ihnen soeben gesagt habe. daß man einen jener Fehler begangen hat. nicht ein Verwundern. Wie kommt das? Man fühlt sich Ihnen gegenüber leicht als Überlegener. weil man es mit einem durchaus gelassenen Menschen zu tun gehabt hat. findet Sie nicht sehr interessant und lauscht und lauscht doch. das Sie selbst haben. und habe vier Geschwister. und Erbarmen schlechtweg ebenfalls nicht. das ist so ein Gemengsel von Zartheitsbedürfnis und Lust an der rohen Gefahr. von oben herab. als er ist. erschien die Vorsteherin wieder. ich bin so gespannt darauf! Wissen Sie. wie heißen Sie. noch einmal zu Ihrem Mund heraus vernommen zu werden. wenn ich daher zu springen komme! Welch eine Verwechslung. Sie erfaßte Simons Hand: das war etwas Unerwartetes. dessen Wangen höher glühen. zu Ihnen hinunterzueilen. Indem er sich so seinen Gedanken überließ. Und sitzt da einer. bei Ihnen zu sitzen. -. daß Sie bedeutende Menschen zu Geschwistern haben müssen. weil Sie sich keinerlei Mühe geben. hatte ich einen solchen Drang darnach. und haben Sie Geschwister? Von Ihnen vermutet man. sich in Position zu werfen. Ich möchte Sie erzählen hören.

die er verdiente. und ein anderes Mal schrieb er mir. weiter nichts. es ist über ein Jahr her. zierliche achtzehnte Jahrhundert hineingepaßt haben würden. Früher einmal hat er mir in einem Briefe etwas von einem Adler geschrieben. was die Erinnerung von ihm an seine früheren Tage einem erzählen kann. er liebt überhaupt die Menschen und hat eine sonderbar schüchterne Achtung vor ihnen. daß ich Sie schon ziemlich kenne. und . Er hat uns Jüngere aufwachsen und uns unsern Begierden und Leidenschaften nachhängen sehen. aber ich denke. und ich halte ihn für den besten und bedachtsamsten Menschen auf der Welt. und Talente besaß er. Ein Bruder ist Maler. daß man um seinetwillen Torheiten begehen kann. er trägt jetzt lange Locken. Obschon er eine bedeutende Stellung in der Gelehrtenwelt einnimmt. bisweilen ein Wort der Sorge und des Rates gesprochen. umsinken müsse er und sogleich wieder aufstehen und frisch ans Werk gehen. Er wurde früh aus der Schule genommen. einigermaßen entfalten konnte. nicht wahr! Sie nicken und sagen mir damit. wie ein Pferd. daß nur seine Gewissenhaftigkeit. etwas von der Kunst verstehe. der lebt in Paris. daß niemand jemals hinter seine bescheidene. glauben Sie das nur. die immer mit Schüchternheit verbunden ist. daran schuld ist. er bestrickt. Das ist einer meiner Brüder. Es ist nicht ohne Gefahr. wenn ich den Mut habe. sonst lieber gar nichts. aber die Locken stehen ihm so natürlich. aber er hat immerfort eingesehen. von Ihnen anzunehmen. denn erstens würde ich Sie damit verstimmen. wenn Sie nun schon dasitzen und mir mit so aufmerksam lauschendem Ohr zuhören. so tüchtig. und er begehrt auch. und dann kam er aus der Heimat fort und lernte dort draußen. -. denn er verdiente die höchste und verantwortungsreichste. der Mensch und Künstler müsse arbeiten. wie einem Offizier der kurzgeschorene Kopf. angezogen von ihm. man findet es nicht auffällig. umsinken sei noch gar nichts. und nur deshalb. bekämen Sie den Eindruck von einem bedeutenden und in sich abgeschlossenen Menschen. und das in einer Weise. das sich nur. daß Sie eine tapfere und zugleich herzensgütige Frau sind. Unter den Menschen verschwindet er. Er war damals noch ein Knabe. verborgene Tüchtigkeit kommen wird. und er lebt dort stiller und zurückgezogener als in einem Dorf. den Menschen die Achtung. mit ihm zu tun zu haben. daß ich ihn zuletzt gesehen habe. das Bedenkentragen und das Nachdenken schauen ihm zu den Augen heraus. Lassen Sie mich über sein Unglück schweigen. wird er auch kaum noch leben. denn er liebt mich. als in unsere Zeit mit den viel härteren und trockneren Anforderungen. Dieser ist der Älteste. ich weiß das ganz genau. und mußte Schachteln und Kisten herumschleppen. Er heißt Kaspar und ist als Schulknabe in der Schule und im elterlichen Hause fortwährend für einen faulen Bengel angesehen worden. um ruhig arbeiten zu können. sein Bruder. unter ihnen zu verschwinden. er hat geschwiegen dazu und gewartet. Ich glaube. Hören Sie weiter. der nur unglücklich ist. Nun habe ich noch einen dritten Bruder. alles der Wahrheit gemäß zu erfahren. wenn Sie ihm begegnen würden. abzunötigen. bin ich doch überzeugt. Dieser unglückliche Bruder war wohl. und das Gute an einem hat er stets mit sonderbarem Scharfblick herausgefunden. und wenn ich. Er ist im Irrenhaus. daß er eine nicht noch höhere bekleidet. Dieser Bruder macht sich wegen mir stille Sorgen. Er ist ein tüchtiger Mensch. und jetzt malt er Bilder. daß jeder seinen eigenen Weg gehen muß. weil er darin nicht reüssierte. er hat nur Schlimmes zu verhüten gesucht. der seine Schwingen breite über Felsenkanten und der sich über Abgründen am wohlsten fühle. ein anderer heißt Klaus.berechtigt.Sollte ich das vielleicht vor Ihnen nicht offen haben heraussagen dürfen? Sie haben sicher ein Interesse daran. Wenn er nicht mehr wird malen können. Die Nachsicht. weil sein ganzes Wesen ein gelassenes und mildes war. ich darf es ruhig sagen. die eher in das galante. Er ist ganz und gar Künstler. und der nur noch das ist. Jetzt muß er sich schon ein wenig verändert haben. das Ideal eines jungen schönen Mannes. die wir Jüngere nicht besitzen. denn er malt. nicht mein Verständnis. so ist er daran schuld.

eine einsame. träumte ich von ihr. Sie hat immer den Eindruck des Ländlichen und zugleich Vornehmen gemacht. wie das Kleid unserer Mutter auf dem Zimmerboden rauschte. Sie war mir fern aus Ehrfurcht und nahe aus Liebe. besorgt und gepflegt. es tritt jetzt ein Mädchen auf. wenn wir abends zusammensaßen. daß sie allein in der Verlassenheit zurückbleiben und die Aufgabe vorfinden würde. wenn man der Tage gedenkt. Als ich. Denken Sie: ein Kind sieht seine Mutter zum Kinde werden und wird Mutter an der Mutter. sah ich sie mir mit der Hand nachwinken. Wie scharten sich die Damen in unserer Stadt um sie. daß ich mich wie geliebkost geglaubt habe. der sich nur seiner Schwester einmal erinnerte. Welche seltsame Verschiebung der Gefühle. Da saß sie. ich war damals vierzehn Jahre alt. als ich mich bei ihr wohlgefühlt und eingenistet hatte. wußte sie jeden Ungehorsam und jede Lieblosigkeit zu dämpfen. nur von ihr. wo man die Gesunde und ringsumher Achtunggebietende gesehen hat. schrieb sie eines Mittags einen Brief: »Mein lieber Sohn!« Aber glauben Sie. Dann. Sie hat sich nur gefreut. die man ihr allgemein entgegenbrachte. Es gibt kein stolzeres Geschöpf als sie auf der Erde. Und doch wußte sie. und die Hochachtung. in einem Dörfchen mit Strohdächern vergrabene Schullehrerin. sie wäre mit ihrer wunderlich-schlanken Handschrift weiter gekommen als über die Anrede hinaus? Nein. ob ich mich am Kinn oder hinter den Ohren kratzen sollte. wenn man schweigt über solches. weil er dachte: »da kannst du hingehen. Sie war so stolz. die Falten des Unglücks auseinander zu ziehen. nicht abzuwehrende Verachtung hege. Hedwig hat die Mutter. So etwas kann man niemals vergessen.Aber wir haben die drei Monate hindurch wie in einem heiteren Lustgarten voll Laubengänge zusammen gelebt. als sie krank wurde. wie viele Herrenhüte wurden vor ihr gelüftet. Ich lebte drei volle Monate lang als Müßiggänger bei ihr auf dem Lande. wissen Sie. daß sie für mich nur eine leise. meine Schwester Hedwig. was immerhin eine Aufgabe und ein Stück innerlicher Arbeit war. Fortgejagt hat sie mich und mir zugleich einen Kuß gegeben. verschleierte Trauer. fiel sie in Vergessenheit und wurde der Gegenstand der Sorge und der Scham. die nur dann ist. so freundlich und einfach. Meine Mutter war eine hochgeachtete Frau. als ich ankam und mich ausgelacht. Sie hat mir gesagt. -. Man schämt sich eben kranker Familienglieder wegen und ist beinahe zornig. den Abschied schnitt sie mir einfach vom Munde weg. zärtlich Abschied nehmen wollte. bettelhafter und frecher als ein aufdringlicher Landstreicher. in dem Vorausgefühl. Ich habe Ihnen nun leise und skizzenhaft meine Brüder gezeigt. alle Feierlichkeit wegzunehmen. sie hat geweint. Kurz vor ihrem Tode. murmelte etwas und war gezwungen. und wenn sie spazieren ging. Wenn ich ausging und im Walde spazierte und nicht wußte vor Trägheit. Das dauerte bis zu der letzten Stunde. als ginge ich nur bis zum nächsten Dorfschuhmacher und käme nach einer Stunde wieder zurück. alle schöne. aber sie hat es so schön gesagt. als diese krank wurde. da lag der . als von dem Nächsten und dem Fernsten zugleich. bis du wieder auf zwei Füßen stehst«.zweitens und drittens und meinetwegen auch sechstens schickt es sich nicht. war rein und kam aus dem Herzen heraus. hinter mich den Hügel herabblickte. daß sie mich niemals fühlen ließ. sie hat mich bei ihr geduldet. als ich zu ihr kam. wenn sie den Kindern entgegenkam. wie lumpig ich ihr vorkommen mußte. Demutvoll und zugleich abweisend. das Leben erzählt und haben die Flügel der Kindheit wieder rauschen hören. schon weggegangen. die Feder wieder wegzulegen. als ich. Meine Mutter und meine Schwester Hedwig ergeben in meinem Kopf immer ein innig verbundenes und zusammengewobenes Bild. Der Ausdruck ihres Gesichts bat und gebot zu gleicher Zeit. Möchten Sie sie kennen lernen? Sie würden mit Ihrer ganzen Empfindung Freude an dem Mädchen haben. wie man ein kleines Kind pflegen muß. daß ich nur Kränkendes und Dummes sagen würde. mit dem Reisekoffer in der Hand. Denken Sie. sich eines Gesellschafters zu entwöhnen. Wir haben uns. sie lächelte müde und irr.

denn wir sahen es selten. in die Stadt. eines Tages an ein Brückengeländer angelehnt und dachte darüber nach. und ihre Schulaufgaben machte sie in einer kleinen Stube. aber auch zum Wohlleben verführte. Meine Mutter war als Mädchen unglücklich und schlecht bestellt gewesen. Mutter sowohl wie Vater. vor dem wir uns fürchteten und zurückscheuten. arbeitete er ein paar Tage und verdiente soviel. gedankenloses Leben. eine Natur. meiner Tante. tief mit Schnee bedeckten Weg in die Schule. und wenn er sterben wird. und mit ziemlich rüstigen Beinen. Die Industrie blühte damals wie eine feurige Pflanze auf und gestattete ein leichtes. während ich zum Bett hinaussprang. Mutter sei gestorben! Ein dünner Lichtstrahl fiel durch die Türritze zu mir hinein. kamen aus rauhen. handliche und wirkliche Abstrafung nur noch süßes. Der Arbeiter lag tagelang am sonnigen Flußufer und angelte Fische. viel Geld wurde verdient. Unsern Vater fürchteten wir alle lange nicht so. so von der ängstlichen. wir fürchteten nur immer. und ich beobachtete das alles. stillen Gebirgsgegenden her. Die Stadt schien in einer Nacht zehntausend Einwohner mehr bekommen zu . die das Energische nicht so sehr liebte wie das Sich-wohl-sein-lassen. bei einem armseligen Lichtstümpfchen. mit der sie einen schon aus der Entfernung strafte. die alten Leute werden ihren Kopf bedenklicher und müder schütteln. und dann die Stimme der Mutter. die einen im Nu den begangenen Fehler bereuen und einen wünschen ließ. so kann es den Wohlhabenden um so weniger fehlen. wie die Mutter. daß er etwas gesagt oder getan haben mochte. so galt das als fleißiges Wesen. Ihre Sanftheit hatte etwas wunderbar Sanftes für uns. geheimnisvollen Ehrfurcht ins Mitleid überspringen zu müssen. hin und her geschoben und auf diese Art mißhandelt haben. Als Kind ging sie einen weiten. Eines Nachts dann klopfte Hedwig an meiner Kammertüre: ich solle aufstehen. den das Stadtleben allmählich abschliff. als sie krank im Geist wurde. Ihre Eltern waren nicht gut zu ihr. Der Handwerker verdiente vom Arbeiter. Als ich als Knabe einmal von ihrer bösen Jugend hörte. als sie Mädchen war. Gereizt und allzu empfindlich war meine Mutter immer. worüber Mutter in Zorn geraten konnte. etwas beinahe Majestätisches. die heftig Gekränkte so schnell wie nur möglich wieder besänftigt zu sehen. was uns dann eigentlich sie um so inniger bemitleiden ließ. Sie kam aus dem abgelegenen Gebirge zu ihrer Schwester. zum Weiterleben. In seiner Jugend war er ein ziemlich wilder Geselle gewesen. da die Feder. so stirbt ein Stück Stadtgeschichte mit ihm. wenn sie den alten Mann nicht mehr sehen seinen Geschäften nachgehen. Sobald er Geld nötig hatte. viel ausgegeben. lächerliches Zuckerzeug dagegen war. wo sie beinahe Magdsdienste verrichten mußte. es war ein Geschenk. ob es nicht besser wäre. Als munterer Gesellschafter war er gerne gesehen. Er war ihr gegenüber machtlos. schoß mir der Zorn ins Gesicht. tut. daß unser Mitleid mit einem unsäglichen Bedauern über das Nie-Empfundene stark gemischt wurde. Man muß sie vernachlässigt. so lernte sie früh die Schwermut kennen und stand. Alle Flegeleien fielen mir wieder ein und alles unehrerbietige Betragen. Was dazwischen lag: die Zärtlichkeit und Vertraulichkeit zu ihr. Sie hat solch eine Stimme anzuschlagen gewußt. Jetzt ist er achtzig Jahre alt. Für uns Kinder hatte die Mutter. die Sonne schien draußen.angefangene Sohnesbrief. bemitleideten wir sie. Wenn in der Woche fünf bis sechs Tage gearbeitet wurde. ich bebte vor Empörung und haßte von nun an die unbekannten Gestalten meiner Großeltern. So kam es. was er immer noch. Es war ein toller Sprung. aber zu schweren Geschäften war er nicht der Mann. als sie noch gesund war. daß ihr die Augen weh taten. daß er wieder müßig gehen konnte. Beide Eltern. in eine Stadt. wenn er nichts Schlimmeres trieb. so daß die nachher erfolgende. denn wenn die armen Leute Geld haben. war uns unbekannt geblieben. in den Fluß hinab zu springen. die schon damals ihrer Großzügigkeit und Lebensfreude wegen im ganzen Lande einen gemischten Ruhm genoß. weil sie die Buchstaben im Buch kaum lesen konnte.

zu träumen. daß es Zeit war. Was mich betrifft. Sie wissen das übrigens besser. daß mir alles. rosenbestreuten Boden der Lust und Oberflächlichkeit mit fortzubewegen. Liebliche und Leichte. am liebsten nie mehr wieder heftig gebärden. allerdings mit wenig Ungestüm. Weiden. der mag sich später nur noch selten. In solche Verhältnisse hinein kamen meine Eltern. der von mir aussagen könnte. sich auf dem schwankenden. folgsames Kind zu sein. was ihr zu Gebote stand. aber diese. Wer heftig in der Jugend gelebt hat. Ich bin nichts als ein Horchender und Wartender. wie Felsen. desto sanfter lebt man. Niederungen. Man suchte mir eine Stelle in einer entfernten Stadt. Die Kaufleute konnten unter solchen Umständen nicht klagen. um sich überall als die beste Feststadt rühmen zu lassen. die gerne Schlupfwinkel. die ich nicht für würdig befand. ob jemand komme. das mir begegnete in dieser Welt. sobald sie nur äußerlich das fertige Aussehen hatten. daß es ein Bettler ist. Ich besinne mich. jedes Möbel. Je mehr man gelebt hat. die schon besetzt und bewohnt wurden. Die Fabrikanten ritten zu Pferd und ihre Damen fuhren in Kaleschen. und . bis man aus der Schule kam. jagte mir Furcht und Scheu ein. denn Sie sind eine Frau. mochten sie innen feucht und schmutzig sein. Mutter mit ihrer empfindlichen Reizbarkeit und mit ihrem Sinn für das Einfach-Vornehme. Ich war so scheu geworden. wie keine andere. So ein Riegel ist etwas schwer. Das zweite Jahr sah mich als Muster-Lehrling. aber im dritten Lehrjahr jagte mich der Direktor in Forma zum Teufel und behielt mich nur gnadenshalber aus Rücksicht auf meinen Vater. durch den Irrtum und durch die jähe. oberflächliche Phrase. der mir den Riegel zurückschieben möchte. als die Mutter starb. der frühen Jugend entronnen zu sein. sie brauchten nur immer bauen zu lassen. und daß das alle Kinder der Erde müssen. denn ich habe es gelernt. denn sie ist doch eine kostbare Erinnerung. denn das Neue. Es ist etwas Wunderbares. Wenn ich so denke. Ich wurde. auch nicht mehr sprechen davon. und Vater mit seinem Anpassungstalent an alles Bestehende. als es nur anging. sondern oft schwerer und gedankenvoller als manches alten Mannes Leben. die uns empfing. Im ersten Jahr hielt ich mich vortrefflich. Höhlen. Die Bauunternehmer hatten eine prachtvolle Zeit. während ich warte. war ihrer Lage nach für Kinder. So kam ich fort. Sie erblicken nichts an mir. so möchte ich die Kindheit nicht so voreilig als etwas Süßes preisen. so bin ich bis jetzt noch der untüchtigste aller Menschen geblieben. nur um mich loszuwerden. gute und behütende Eltern zu sein. die Schulkinder ebensowenig. die nicht den Mut fanden. so viel sie wollten. Schluchten und Waldstürze zu ihren Spielen haben. und tut wohl. als solcher allerdings vollendet. in eine Bank als Lehrling gegeben. jedes Wort weh tat. während der alte Stadtadel die Nase dazu rümpfte. wie geschaffen. schnelle Empfindung hindurch. das ist für die meisten Kinder nur eine billige. Wie schwer wird es oft Eltern gemacht. Das geht Hand in Hand.haben. so durch mußten. mich fortzuschicken. in die Häuser. klopfe und klopfe. hervor und entfaltete bei solcher Gelegenheit alles. Ich stehe noch immer vor der Türe des Lebens. wenn er die Empfindung hat. mit dem doch nichts anzufangen war. -. und es kommt nicht gern jemand. wie wir Kinder. Für Kinder ist eine jede Gegend lieblich und reizvoll. jeder Gegenstand. Es war etwas mir jetzt Unbegreifliches in mir. daß ich einigermaßen mein Leben geordnet hätte. alles strömte aus dem umliegenden Lande herbei. und doch preisen. und ein artiges. denn sie ist nicht das gar nur Schöne. Ich war unlustig geworden zu jeder Arbeit und frech zu den Vorgesetzten. So genoß man die ganze Gegend spielend und Spiele erfindend. und sie taten es so liederlich. der draußen steht und anklopft. und horche nur gespannt. Flüsseufer. Ich besitze nicht einmal einen Anzug am Leibe. und man tat es. immer eines dem andern nach. dem er seit vielen Jahren ein guter Bekannter war. mir Befehle zu erteilen. mit so viel jugendlicher Gefahr. An Festtagen tat sich die Stadt. nur einige Einsichtsvolle.Aber jetzt will ich nicht mehr an all das Frühere denken. das auf eine bestimmte Wahl im Leben hindeutete.

Es kommt einer und sagt zu mir: »Du da! Komm! Ich brauche dich. um fester aufzutreten und den Menschen schon mit meinen Schritten zeigen zu können. das wäre trostlos für mich. breite Schuhe anmessen lassen. worüber ich jedesmal lachen muß. was Glück ist! Glück und Schmerz sind vollständig verändert. Da müßte ich mich ja in Stumpfheit und Abneigung und Bitternis versteifen. Ob ich meinen Beruf etwa verfehlt habe. unter die Soldaten zu gehen. daß ich der Welt gegenüber als tief belasteter Schuldner dastehe. wie ich jetzt bin. der mit ein paar energischen Strichen abgeholfen werden kann. meine Kraft. Kraft und Lebenslust aufs Spiel zu setzen. daß. sie erklären sich mir. ohne. das ist nur eine kleine Verzeichnung in der äußeren Komposition. sie gestatten mir. sie steht glänzend. Sie steht mir gegenüber wie eine erzürnte. Die ganze Welt saust mit. Als ich noch eine bestimmte Sehnsucht trug. Ich kann dir Arbeit geben!« Der macht mich glücklich. Ich wäre mit jedem Beruf so weit gekommen. um sie zu werben. meine Gesundheit. den Atem endlich anzuspannen. was heißt das? Das will gar nichts heißen. beleidigte Mutter: wundervolles Antlitz. so wie der Wind pfeift. die Sache steht anders. Und dann sollte das besser von selber. sie sind mir deutlicher und ersichtlicher geworden. weil ich sie brauche und weil ich mich zum Verbrauchen ihnen anbiete. sehen Sie. Was kümmert mich das! Ich bin mir meiner Tugenden und Schwächen bewußt und verhüte es. daß ich einer bin. der mir immer noch sehr munter erscheint. um sich in der Liebe der Welt hinaufzuarbeiten. aber ich traue diesem romantischen Gedanken nicht mehr recht. der die Welt gekränkt hat. daß man es gerade beabsichtigte. Erprobt zu werden. einer schönen. Dazu ist man da. jetzt liebe ich sie. so weise ich immer auf meine Brüder und deute an. der alle Ursache hat. versäumt und verbrochen habe. meine Gedanken. Es setzt höchstens einen gesunden Menschen in Verlegenheit. der Lust. mütterlichen Erde! Ich zahle ab.man bleibt dabei anständig. Eine Zeitlang war es immer mein Gedanke. was ich vernachlässigt. Sie lachen. wenn er einen Gebrauch davon machen kann. verspielt. wie ich es . der vielleicht in einem solchen Falle heranhumpeln würde. Ich biete einem jeden mein Wissen. aber mich endgültig formen möchte ich so spät als nur möglich. ich vielleicht auch noch zu gebrauchen sei. aber der Mann nicht. wenn diese sich als nützliche und schaffensfreudige Menschen erwiesen haben. Ich kenne keine Sehnsucht mehr. Nein? Sie wollen nicht gelacht haben? Dann wäre es schade. so ist einer. Ich werde die Beleidigte zufriedenstellen und meinen Geschwistern dann einmal. Warum nicht bleiben. der etwas will und wahrscheinlich auch etwas kann. unterzugehen? Ich kann hier einen würdigeren Anlaß finden. Es ist mir keineswegs bange. aber in keine Aufregung. das ganze Leben! So ist es schön. ich bin es. Daß ich augenblicklich arm bin. Dann weiß ich. meine Leistungen und meine Liebe an. Streckt er den Finger aus und winkt mir. in einigen Kummer vielleicht. Nun habe ich mir vorläufig ein paar grobe. mit der Tugend sowohl. in das ich vernarrt bin: das Antlitz der Sühne fordernden. denn Ihr Lachen ist etwas Schönes. meine Beine und Arme nach Belieben zu gebrauchen. verträumt. Wenn ich jemandem eine Dienst-Offerte einzureichen habe. und überschlage und trete achtlos auf alle Erinnerungen. das ist mir eine Lust! Kaum eine höhere kenne ich. und ich verabscheute sie bisweilen. aber ich sehne mich auch nach nichts mehr. Ich bin gern Schuldner! Wenn ich mir sagen müßte. das fragt sich der Jüngling. wenn ich Gelegenheit haben will. kommen. darnach frage ich mich nicht mehr. traulichen Abendstunde erzählen. daß mich die Menschen gekränkt hätten. ich aber springe. in Liebe und Weh mit ihnen zu buhlen. Nur so! Nichts in der Welt ist mein. dann endlich des aufreizenden Bewußtseins. als mit der Schwäche zu prahlen. daß aus mir nicht auch noch eine Form wird. Nein. dann meines Geistes. wo man ist! Kann sich mir hier im Lande etwa keine Gelegenheit bieten. Zunächst bin ich meiner Gesundheit froh. wie sie glänzender für einen angehenden Mann nicht stehen kann: ich. nur um noch ungehinderter laufen zu können. waren mir die Menschen gleichgültig und hinderlich.

gemacht habe.« »Gewiß. Nein. Sie müssen in ein Ohr hineinflüstern und Zärtlichkeiten erwidern lernen. Er wußte es weil sie Gutes von mir sagten. Sie achten sich zu wenig und andere zu hoch. es auch. oder nicht. wobei jeweils zuerst die Zeile wie im Original. oder nicht. danach die geänderte Zeile steht. schade für Sie. Wir gehen hinaus in die Winternacht. er stört mich. Jetzt kennen Sie mich einigermaßen.€H. Wissen Sie. gegen sich selber so allzustreng vorzugehen. um Erde zu schaufeln den Lorber.« gehe. Hier kann ich den Frühling nicht empfinden. Nein. erschien in dem dumpfigen. Ich will Sie lehren. Ich muß Ihnen so viel sagen. was Ihnen fehlt? Sie müssen es eine Zeitlang ein bißchen wieder gut haben. um mich gesund zu arbeiten..« es? es?« erblickte.« sagte sie. daß ich Ihre arme. Roitzsch. verehrter Herr. wenngleich . Kommen Sie nur.« Die Dame küßte ihn. Er wußte es sprach. »Sie werden nicht untersinken. Gewiß. aber eine Arbeit ist mir nur um so viel entzückender. den sie in den Händen trugen. »Nein. wenngleich Indem der alte Mann das sagte. Ich will Sie davor behüten. kein Wort mehr. den sie in den Händen trugen. mein Herr. um Erde zu schaufeln gehe. wäre es schade. denn ich genieße das Wenige stürmischer meine Kultur eine delikatere. verehrter Herr. denn ich genieße das Wenige stürmischer »Indem der alte Mann das sagte. Sie dürfen niemals wieder so verbrecherisch. Sie werden sonst zu zart. G. daß es gekommen ist. In den brausenden Wald. erblickte. Hier kann ich den Frühling nicht empfinden. will ich Sie lehren. Überhaupt schon: hinhorchen uud beinahe im Dunkel steht und hinhorcht. einen guten Eindruck auf ihn mache. je längere und je schwerere Anspannung der Kräfte sie fordert. wenn Sie gedenken. wenn das geschähe. mein Herr. so sündhaft über Sie selber aburteilen. einmal auf ein Haupt fallen im Dunkel steht und hinhorcht. was Ihnen fehlt. wäre. einmal auf ein Haupt fallen den Lorbeer. weil sie Gutes von mir sagten. wenn sie gedenken. sprach einen guten Eindruck auf ihn mache.€b. Sonst. [ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt. Kommen Sie. erschien in dem dumpfigen. das alles. Überhaupt schon: hinhorchen und beinahe meine Kulter eine delikatere. er stört mich. daß ich den Kopf so hoch trage. glückliche Gefangene bin? Kein Wort mehr.«€-Buchdruckerei Roitzsch.€m. Es kann Jahre dauern. wäre es auch. um mich gesund zu arbeiten. Wissen Sie.

Ein Veilchen. liebes Mädchen.« In der Tat. er ließ die Hälfte davon stehen. sie. man begangen hat. Ich sehe die Fische schwimmen. sie möchten in ihm stecken. gesungen haben muße. Im Feuer der Rede redetete sich wünschte. Der Streich kam herumziehenden Leute als Familienwohnung benutzten. und Simon nahm sich im stillen vor. Die vornehmen Karossen rollten viel früher. es war ein viel früher.« aus der er schließlich erwachte.« sagte die Frau. bis die Zukungen allmählich sich ihr nieder. sie möchten in ihm stecken. gesungen haben mußte. bezahlte und umgehe. fröhlich miteinander. Das war immer ein ein-. nur noch Fehler offener Straße umhalsen und Tränen der Widersehensfreude weinen werden. denn er stieß immer wieder an Steine. Ein Veilchen.oder vierzehntätige Anstellung gefunden. und setzte sich mit der größen Freude neben ihn gedrückt?« sagte sie. Dennoch Sie. umgehe. Ich bin ganz still. Der Streich kam grüßte und promenierte durcheinander.« In der Tat. Ich sehe die Fische schwimmmen. Schwester meines Kaspars. liebes Mädchen. und wenn man ihre Vorwürfe machte. Schritte auf.oder vierzehntägige Anstellung gefunden. was an Erfahrung das Leben Bettstelle wurde auf einem breitem Schlitten in der Nacht vom nächsten Bettstelle wurde auf einem breiten Schlitten in der Nacht vom nächsten fröhlich miteiander. Im Feuer der Rede redete sich namentlich in Augenblicken des Wiedersehens seit langer Zeit. Ich hätte alles erfahren. ich muß Ihnen schreiben. zwei. Vater hatte nie in den Sinn. Ich bin ganz still. Einer riß beständig Witze. Simon. Schwester meines Kaspars. die im Wege lagen. Vater hatte sie. herumziehendie Leute als Familienwohnung benutzten. Simon. hielten ihre Arme fest. bezahlte und »Sie müssen meine Schuhe besser putzen. es war ein ein-. ich muß Ihnen schreiben. noch viel mehr. ihr nieder. bis die Zuckungen allmählich sich mehr.« sagte die Fau. offener Straße umhalsen und Tränen der Wiedersehensfreude weinen werden. »Sie. er ließ die Häfte davon stehen.gedrückt?« sagte sie. noch viel mehr. Ich hätte alles erfahrene was an Erfahrung das Leben nie in den Sinn. Das war immer ein . Einer riß beständig Witze. »Sie müssen meine Schuhe besser putzen. und wenn man ihr Vorwürfe machte. mehr. nur noch Fehler man begangen hat«. und setzte sich mit der größten Freude neben ihn wünschte. zwei. aus der er schließlich erwachte. dem er stieß immer wieder an Steine. die im Wege lagen. hielten ihre Arme fest. und Simon nahm sich im stillen vor. Schritte auf. Dennnoch namentlich in Augenblicken des Wiedersehens seit langer Zeit. Die vornehmen Karrossen rollten grüßte und promenierte durcheinander.

An kann Streckt er den Finger aus und winkt mir. nicht war! Sie der Wahrheit gemäß zu erfahren. sonst lieber gar nichts. und er verließ alsogleich das Lokal mit diesem guten vermute. nicht wahr! Sie Kaleschen. den man ihnen aus der Wahrheit gemäß zu erfahren.txt or 36172-0. Streckt er den Finger aus und winkt mir. einem ganz jungen. Am Kaleschen. so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United States without permission and without paying copyright royalties.« wandte sie sich wieder zu hier bei Ihnen. einem ganz jungen. Ziehen Sie sich nur vermute. was er wünsche Aber es kam vorläufig keines. by Robert Walser *** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK GESCHWISTER TANNER *** ***** This file should be named 36172-0. Von einer Frau nähme ich es indessen will. während der alte Stadtadel die Nase dazu rümpfte. der kann.will. der ] End of the Project Gutenberg EBook of Geschwister Tanner. daß man Sie sitzen läßt.pgdp. set forth in the General Terms of Use part of this license. Aber es kam vorläufig keines. sonst lieber gar nichts. scheinbar etwas vorkommenen Menschen. sondern zu zweien! Immer! Das war der Hauptgedanke den man ihnen aus sondern zu zweien! Immer! Das war der Hauptgedanke.gutenberg. so ist einer. während der alte Stadtadel die Nase dazu rümpfte. hier bei Ihnen. so ist einer. Von einer Frau nähme ich es indessen das gefiel im. and may not be used if you . Geld auf Dahrlehn anzunehmen. daß Ihnen dann der Spaß verleiden müßte.zip ***** This and all associated files of various formats will be found in: http://www. So blieb er denn fragen. Ziehen Sie sich nur fragen. daß man Sie sitzen läßt.net Updated editions will replace the previous one--the old editions will be renamed. Creating the works from public domain print editions means that no one owns a United States copyright in these works. Project Gutenberg is a registered trademark. was er wünsche. Special rules. apply to copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark.« wandte sie sich wieder zu »Entschuldigen Sie.org/3/6/1/7/36172/ Produced by Jana Srna and the Online Distributed Proofreading Team at http://www. So blieb er denn Entschuldigen Sie. Geld auf Darlehn anzunehmen. und er verließ alsogleich das Lokal mit diesem guten das gefiel ihm. daß Ihnen dann der Spaß verleien müßte. scheinbar etwas verkommenen Menschen.

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"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1. 1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. 1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that - You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has agreed to donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60 days following each date on which you prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation." - You provide a full refund of any money paid by a user who notifies you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm License. You must require such a user to return or destroy all copies of the works possessed in a physical medium and discontinue all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm works. - You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the electronic work is discovered and reported to you within 90 days of receipt of the work. - You comply with all other terms of this agreement for free distribution of Project Gutenberg-tm works. 1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below. 1.F. 1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain works in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or

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Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life. UT 84116. old. S.000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS. email business@pglaf. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort.org. Newby Chief Executive and Director gbnewby@pglaf.. Section 3.org Section 4.electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete. Gregory B.org. see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at http://www. AK. Salt Lake City. Its 501(c)(3) letter is posted at http://pglaf. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U. The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. are critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. (801) 596-1887. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Many small donations ($1 to $5. Fairbanks. much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. middle-aged and new computers. federal laws and your state's laws.S. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help. In 2001. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at http://pglaf. the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. Its business office is located at 809 North 1500 West.org For additional contact information: Dr. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any .org/fundraising. 99712.pglaf.

online payments and credit card donations.org/donate Section 5. he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. To donate. Professor Michael S. and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.org This Web site includes information about Project Gutenberg-tm.S. but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions. we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate. we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition. including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation. how to help produce our new eBooks. all of which are confirmed as Public Domain in the U. For thirty years.org While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements. unless a copyright notice is included. .S. Thus. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works. Most people start at our Web site which has the main PG search facility: http://www. Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. laws alone swamp our small staff. please visit: http://pglaf. Donations are accepted in a number of other ways including checks.gutenberg.particular state visit http://pglaf. International donations are gratefully accepted. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. U.

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