You are on page 1of 2

Zen wurde einst auf einem See gefunden.

Dick umwickelt in Leinen, trieb er auf einem Stück


Holz auf dem See, bis er von jemandem gerettet wurde. Im Dorf, nähe des Flusses erzählt man
sich Geschichten. Geschichten von einem Monster, einer schrecklichen Kreatur, die das Kind
gerettet haben soll.

Der Alte des Dorfes erzählt von einer Legende. Er spricht mit einer Spur von Angst in Gesicht
und Stimme. Wovor hat er solche Angst?
Er sagt vor langer Zeit wäre ein Kind geboren worden. Die Eltern: normale Bürger. Doch das
Kind, welches geboren wurde trug in den Augen etwas vom Tode selbst. Grüne Haare und rote
Augen hatte es… und Hörner! Hörner wie der Teufel. Noch waren sie klein, aber mit der Zeit
wuchsen sie. Das Dorf hatte Angst. Das Neugeborenen erinnerte sie an Jinai, ein Verstoßender.
Auch er war anders als andere Kinder gewesen. Und heute schlich der durch die Wälder, lebte
mit den Tieren.
Das Dorf setze sich gegen Zen, den Neugeborenen. Die Eltern hatten die Wahl: Sie konnten ihr
Kind behalten, mussten aber fort gehen … oder… sie blieben hier. Ohne Kind!
Sie entschlossen sich gegen das Kind.

Mit Tränen im Gesicht steht die Mutter am Fluss. Das Dorf fürchtete sich, sie wollten ihren Sohn
töten. Natürlich war er anders, einzigartig, dennoch liebte sie ihren Sohn. „Sie kommen! Mach
schnell…“ sagt der Mann. Die Mutter weint, küsst ihren Sohn auf die Stirn und lässt ihn zu
Wasser. „Sei still. Bitte schreie nicht!“ flüstert sie, stößt das Päckchen mit Kind von sich. „Leb
wohl.“
Kurze Zeit später kommen die Dorfbewohner. Mit Fackeln, Messern und Steinen in den
Händen. „Wo ist er?“ Man sieht ihnen an, sie haben Angst. Angst vor einem kleinen Kind. „Wir
haben ihn bereits ertränkt.“ sagt der Vater.

Eine Ewigkeit stehen Vater und Mutter am Ufer, schaun aufs Wasser hinaus. Worauf warten sie?
Auf ihren Sohn?

Mitten in der Nacht, am Ufer raschelts. Das Baby schreit! Das Päckchen treibt zum Ufer, bleibt
an einem Ast hängen. Es fürchtet sich nicht. Es ist nur alles anders… und unbekannt.
Plötzlich blickt es in rote Augen. Augen wie des seinen. Wollige Hände greifen nach ihm und
fischen ihn aus dem Wasser. „Dir wird nichts geschehen.“ eine tiefe, rauchige Stimme spricht zu
ihm. Doch dann wird alles schwarz. Zu viel Aufregung, zu viel Stress- das Baby schläft ein.

Das nächste an das sich Zen erinnern kann, ist Jahre später. Von dem Tag an dem er von Jinai
gefunden wurde lebt er bei ihm und seiner Frau, sie zogen ihn groß. Jinai war eine Art Wolf…
ein Wolf auf zwei Beinen, der etwas von einem Mensch hatte. Als er verstoßen wurde fand er in
den Wäldern Artgenossen. Wölfe!
Kairuhnah, eine Wölfin mit menschlicher Stimme und er beschlossen gemeinsam ihre eigenen
Wege zu gehen. Kurze Zeit später fand Jinai dann Zen. Sie hatten sich immer einen Sohn
gewünscht. Und in diese Rolle schlüpfte Zen.

Zen wuchs nicht wie ein liebes, nettes Kind auf, sondern eher als böses. Zwischen Kind und
Eltern herrschte zwar immer ein netter Umgangston, dennoch lernte er viele eher schlechte
Sachen. Sie überfielen die Dörfer der Menschen, mordeten, stielen.

Seine Eltern erzählten ihm von den Menschen, wie sie sie verstoßen hatten und wie immer in
100Jahren ein verfluchtes Kind zu Welt kommt. Für Zen waren Kairuhnah und Jinai seine
wahren Eltern, er liebte sie. Irgendwann ging er aber fort, in die Stadt. Weil seine Eltern und er
ein langes Leben haben und dieses ihm zu langweilig wurde, lief er in die Stadt, in der Hoffnung
etwas spannendes zu erleben. Meist folgen sie ihm in die Stadt, um ihn zu treffen. Auf Grund
seiner Fähigkeit des Formwandelns, kann er sich in der Stadt frei bewegen und sich als ‚einer
von ihnen’ tarnen. Es kommt jedoch auch vor, dass er dies nicht tut und viel Aufmerksamkeit
mit seinem Äußeren auf sich zieht.
Im Großen und Ganzen war er eine schreckliche Kreatur, genau die, von der die Dorfbewohner
immer sprachen. Dennoch hatte er das Herz am Rechten Fleck… auch wenn dieses gut versteckt
lag.