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Emanuel Swedenborg | Himmlische Geheimnisse, Band 15

Emanuel Swedenborg | Himmlische Geheimnisse, Band 15

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Bahnbrechende Auslegung des inneren Sinnes der ersten beiden Bücher der Bibel
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– 497–

oder Glauben daran haben. Solche vernünfteln auch darüber, ob es wahr
sei oder nicht; ja sie wollen nicht einmal, daß man es mit einem inneren
Anschauen oder Verständnis inne werde. Sie sprachen so, weil die
Wahrheiten bei ihnen kein Licht aus dem Himmel haben. Denen aber,
die ohne Licht aus dem Himmel sehen, kann solches als wahr und Wah-
res als falsch erscheinen. Daher sind viele dort mit so großer Blindheit
geschlagen, daß sie behaupten, wenn der Mensch auch die Wahrheiten
nicht tue oder danach lebe, so könne er doch durch den Glauben allein
selig werden.

10787. Nachher redeten wir mit ihnen vom Herrn, von der Liebe
zu Ihm, von der Liebe zum Nächsten und von der Wiedergeburt, näm-
lich: Den Herrn lieben heiße, die Gebote lieben, die von Ihm sind, d.h.
aus Liebe danach leben; Liebe zum Nächsten sei, Gutes wollen und
daher Gutes tun dem Mitbürger, dem Vaterland, der Kirche, dem Reich
des Herrn, nicht um seiner selbst willen, um den Schein oder ein Ver-
dienst zu haben, sondern aus Neigung zum Guten.
In betreff der Wiedergeburt sagten wir, daß diejenigen, die vom
Herrn wiedergeboren werden und die Wahrheiten alsbald ins Leben
übergehen lassen, in ein tieferes Innewerden derselben kommen, hinge-
gen diejenigen, welche die Wahrheiten zuerst ins Gedächtnis und her-
nach in den Verstand und zuletzt in den Willen aufnehmen, seien solche,
die im Glauben stehen; denn sie handeln aus dem Glauben, der alsdann
Gewissen genannt wird. Sie sagten, sie würden inne, daß es so sei, mit-
hin auch, was der Glaube sei.

10808. Die Geister, mit denen ich soeben geredet hatte, waren von
der nördlichen Seite ihrer Erde. Hierauf wurde ich zu anderen versetzt,
die von der westlichen Seite her waren. Als auch diese mich ausforschen
wollten, wer ich wäre und wie gesinnt, sagten sie sogleich, bei mir sei
nichts als Böses. Sie dachten, dadurch würde ich vom näheren Hinzu-
treten abgeschreckt. Ich bemerkte, daß sie zu allen Ankömmlingen zu-
erst so sagen; aber ich durfte ihnen antworten, ich wisse wohl, daß es so
sei, aber ebenso sei auch bei ihnen nichts als Böses, weil ein jeder in das
Böse geboren wird, und ebendarum sei alles, was von einem Menschen,
Geist und Engel als von dem Seinen oder Eigenen kommt, nichts ande-
res als Böses, weil alles Gute, was bei einem jeglichen sich findet, vom
Herrn sei. Daraus merkten sie, daß ich in der Wahrheit sei, und ich
wurde zugelassen, mit ihnen zu reden; und dann zeigten sie mir ihre Vor-
stellung vom Bösen beim Menschen und vom Guten, das vom Herrn
stammt, wie sie voneinander getrennt werden. Sie setzten das eine neben
das andere, beinahe wie einander berührend und doch getrennt, aber auf
unaussprechliche Weise so gebunden, daß das Gute das Böse führt und

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