Zehn Jahre DuIdung, zehn Jahre Verweigerung des FIüchtIingsschutz, zehn Jahre QuaI

GENUG IST GENUG!
ALI SAFIANOU TOURÉ gegen die Bundesrepublik Deutschland
Freitag, 22. 1uni 2012 ab 11°° Uhr
Verwaltungsgericht Schwerin, Wismarsche Strasse 323 a, 19055 Schwerin
Im Jahr 2002 kam AIi SaIianou Touré nach DeutschIand. AIs poIitischer
Aktivist musste er nach unmitteIbarer Bedrohung durch das Eyadema-
Regime aus Togo IIiehen. Sein AsyIantrag wurde 2004 abgeIehnt. Im
gIeichen Jahr hatte die Kampagne der togoischen FIüchtIinge gegen die
Diktatur in Togo und die deutsche KoIIaboration mit dem Regime
begonnen. Ungeachtet der Verweigerung des AsyIs durch die deutschen
Behörden war AIi SaIianou Touré einer der präsentesten Aktivisten in
der Kampagne und bis heute entschIossener Gegner des Eyadema-
Regimes. AIs 2005 die Macht des verstorbenen GeneraIs mitteIs bIutiger GewaIt vom Sohn übernommen
wurde, intensivierten die togoischen FIüchtIinge ihre Kampagne und versuchten Unterstützung Iür die in
Togo vom Regime verIoIgten FamiIien zu organisieren. AIi SaIianou Touré stammt aus BaIiIo, einer kIeinen
Stadt im Norden, die besonders stark unter der Repression des Regimes zu Ieiden hatte.
Durch die IataIe PoIitik DeutschIands ÷ der Verweigerung des
poIitischen AsyIs ÷ sah sich AIi SaIianou Touré wie vieIe andere
togoische FIüchtIinge der zweiten VerIoIgung ausgesetzt ÷ der
Bedrohung durch die Abschiebung nach Togo, Iaktisch eine
AusIieIerung an den VerIoIgerstaat.
Wir erinnern an die Nacht und NebeI Aktion der
meckIenburgischen Behörden gegen AIassane Moussbaou, der in
der Krankenstation der JVA Bützow nachts aus seinem Bett
gehoIt und unter GeheimhaItung nach Togo abgeschoben wurde.
AIassane Moussbaou wurde bereits am FIughaIen in Lomé
bedroht. Er konnte sich nur durch seine umgehende FIucht nach
Ghana retten. MittIerweiIe hat das Regime in Togo geschaIIt,
einen TeiI der Opposition einzukauIen und damit den Anschein
der Überwindung der Diktaturzeit erweckt. Der AusverkauI der
Ressourcen und die Abgabe der nationaIen Souveränität an Frankreich gehen
heute genauso weiter, wie die hohe ArbeitsIosigkeit, die extreme Armut, die
sehr schIechte Gesundheitsversorgung sowie die StraIIreiheit Iür die Mörder
und FoIterer des Regimes. Eine Opposition, die eine tatsächIiche
Überwindung des Regimes und Unabhängigkeit anstrebt, wird zur Zeit
erIoIgreich unterdrückt.
AIi SaIianou Touré hat seine prinzipieIIe HaItung gegen Ungerechtigkeit nie
auIgegeben. In DeutschIand setzt er sich seit vieIen Jahren gegen
MenschenrechtsverIetzungen ein und seine SoIidarität und SeIbstIosigkeit
haben FIüchtIinge und Nicht-FIüchtIinge in ganz DeutschIand kennen geIernt.
Seit Sommer Ietzten Jahres wird seine Lebensgeschichte im Theaterstück
,AsyImonoIoge vorgetragen. Bei zahIreichen AuIIührungen hatte das
PubIikum GeIegenheit AIi SaIianou Touré persönIich kennenzuIernen. VieIe
Iragten nach MögIichkeiten die QuaIen des Iangjährigen ungesunden,
unsicheren und erniedrigen Leben aIs geduIdeter FIüchtIing zu beenden.
Das 5. Lager als er:wungener hohnort in 10
Jahren Deutschland liegt in Parchim M-J
Preisverleihung für ,die Bühne für
Menschenrechte`, v.l.r. Regisseur
Michael Ruf. Berlins Bürgermeister
Klaus howereit. Ali Safinaou Toure
AIi SaIianou Toure ist körperIich schwer behindert - ÷ eine PoIiomyeIitis hat ein Bein in einem stark
unterentwickeIten, deIormierten Zustand geIassen. AIs er Togo verIieß,
war es ihm noch mögIich, ohne GehhiIIe zu IauIen. Nach mehreren
Stürzen ÷ die erste Unterbringung war in dem abgeIegenen SammeIIager
Tramm, was mittIerweiIe geschIossen ist ÷ musste er an Krücken IauIen.
Ab 2006 hat sich die gesundheitIiche Situation stetig verschIechtert.
Heute kann er nur noch kurze Strecken mit Krücken zurückIegen, dabei
muss er oIt Pausen einIegen. ALI SAFIANOU TOURE hat seit Jahren
mit starken Schmerzen zu kämpIen. BIuthochdruck und SchIaIstörungen
sind FoIgen des Iangen Lebens in SammeIunterkünIten, den
beschränkten SoziaIIeistungen durch das AsyIbewerberIeistungsgesetz
und des ungesicherten AuIenthaIts bzw. die Drohung der Abschiebung.
Die Posttraumatische BeIastungsstörungen sind massiv. Freunde Iaden
ihn so oIt wie mögIich nach Hamburg ein und haben im Ietzten Jahr
einen EIektro-RoIIstuhI gekauIt, um ihm mehr MobiIität zurückzugeben.
Das poIitische AsyI wurde irrsinniger Weise abgeIehnt, seit Jahren wird über einen AuIenthaIt aus
gesundheitIichen/humanitären Gründen vom Landkreis Parchim nicht entschieden. Seit Ietztem Jahr ist ein
WiederauIgreiIungsantrag beim Bundesamt anhängig. Nach Intervention der Bühne Iür Menschenrechte
und des KARAWANE-Netzwerks beim Bundesamt wurde eine vorgezogenen Bearbeitung zugesagt ÷ es ist
erschreckend und inakzeptabeI, dass FäIIe von gravierender gesundheitIicher Beeinträchtigung jahreIang
nicht bearbeitetet werden. Überraschend kommt nun die Ladung in dem VerIahren gegen den Landkreis
LudwigsIust/Parchim, wo AIi SaIianou Touré vor IünI Jahren den Antrag auI AuIenthaIt aus humanitären
Gründen steIIte.
Wir rufen Euch auf, zum Prozess zu kommen und Ali in Solidarität zur Seite zu stehen!
Wir rufen Euch auf, ein Zeichen zu setzen, dass ihm nicht nochmal das Recht auf einen
sicheren Aufenthalt und auf den Beginn einer neuen Lebensplanung geraubt werden kann!
Wir werden nicht zulassen, dass die deutschen Behörden oder Gerichte sein Leben in Gefahr
bringen!
Stoppt Abschiebungen ~ Abschaffung des deutschen Lagersystems
KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, The VOICE Refugee Forum
Kontakt: 0176 303 66 55 9 KARAWANE Hamburg Brigittenstrasse 5, 20359
www.thecaravan.org www.thevoiceforum.org

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