Skript zur

Einführung in die Musiktherapie
Musikpsychologische und klinische Grundlagen des Helfens und Heilens mit Musik
Universität Siegen
Univ.-Prof. Hartmut Kapteina
Musikpädagogik Musiktherapie 57068 Siegen Hölderlinstr.3 Raum H-D 7203 Tel. 0271/740-3212 Email: kapteina@musik.uni-siegen.de

April 2009

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Inhaltsübersicht
1 2 3 Gesamtdarstellungen unterschiedlicher musiktherapeutischer Arbeitsansätze......................................... 4 Literaturdienst ................................................................................................................................................. 6 Definition der Musiktherapie ......................................................................................................................... 8

3.1 Kasseler Thesen zur Musiktherapie .................................................................................... 11 3.2 Kasseler Thesen zum Berufsbild der Musiktherapeuten 2005............................................ 14 3.3 Zur Abgrenzung zwischen Musiktherapie und Musikpädagogik........................................ 17
4 Was geschieht, wenn wir Musik hören? ........................................................................................................ 18

4.1 Anmerkung zur Anatomie des Hörvorgangs....................................................................... 19 4.2 Anmerkung zur Musikwirkung bei Pflanzen ...................................................................... 21 4.3 Anmerkung zur Musikwirkung auf Tiere............................................................................ 23 4.4 Anmerkungen zum Thema: Schädliche Wirkungen von Musik beim Menschen............... 25 4.5 Biophysik des Musikerlebens.............................................................................................. 28 4.6 Neurophysiologische Prozesse beim Musikerleben ............................................................ 39 4.7 Körperliche Reaktionen beim Musikerleben ...................................................................... 46 4.8 Anmerkungen zur emotionalen Wirkung von Musik.......................................................... 54 4.9 Kulturspezifische Aspekte des Musikerlebens.................................................................... 57 4.10 Wahrnehmungspsychologische Aspekte des Musikerlebens.................................... 58 4.11 Anmerkungen zum Thema „Musikerleben als Zeiterleben“ .................................... 59 4.12 Tiefenpsychologische Aspekte des Musikerlebens................................................... 63 4.13 Lerntheoretische Aspekte des Musikerlebens........................................................... 67 4.14 Anmerkungen zur sozialen Dimension des Musikerlebens...................................... 68 4.15 Anmerkungen zur Ästhetik des Musikerlebens ........................................................ 75 4.16 Kognitive Aspekte des Musikerlebens ..................................................................... 80 4.17 Politische Aspekte des Musikerlebens...................................................................... 82 4.18 Anmerkungen zum religiösen/spirituellen Charakter von Musik............................. 84
5 Hörerfahrungen in Grenzbereichen............................................................................................................... 90

5.1 5.2 5.3 5.4
6 7

Hören vor der Geburt .......................................................................................................... 91 Erfahrungen mit dem „Pränatalraum“................................................................................. 97 Die Hörerfahrung von Gehörlosen und Ertaubten .............................................................. 98 Musiktherapie mit Koma - Patienten .................................................................................. 101

Schlaglichter auf die historische Entwicklung der musikalischen Heilkunst ............................................. 102 Musiktherapie in der Psychiatrie ................................................................................................................... 106

7.1 Musiktherapie bei Schizophrenie........................................................................................ 110 7.2 Musiktherapie bei Depression............................................................................................. 114 2

7.3 Musiktherapie bei Abhängigkeitserkrankungen.................................................................. 124 7.4 Musiktherapie mit alten und demenzkranken Menschen.................................................... 135
8 9 Musiktherapie und Sozialpädagogik.............................................................................................................. 141 Musik und Musiktherapie in der Sozialen Arbeit......................................................................................... 145

9.1 Zwanzig Jahre Musiktherapie Ausbildung an der Universität Siegen ................................ 149
10 Neue Musik, Improvisation und ganzheitliche Musikpädagogik ................................................................ 165

10.1
11 12

Ökologie der Gruppenimprovisation ........................................................................ 174

Weitere Themen der Vorlesung...................................................................................................................... 180 Anschriften, bei denen musiktherapeutische Weiterbildung, fachlicher Austausch und Interessenvertretung möglich ist:................................................................................................................... 184

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München) enthält neben allgemeinen Beiträgen zum Berufsbild und zu Ausbildungsmöglichkeiten Praxisschilderungen von der Kinder. Eine neue Gesamtdarstellung von Hans Helmut Decker-Voigt (Hrsg.Szene. Ein Beitrag zur Ausbildung an der Wiener Hochschule und über außereuropäische Heilmusik beschließt den Bogen den dieses Werk umspannt. einem theoretischen Grundlagenbeitrag zur Methodik der Musiktherapie von Christoph Schwabe und Praxisbeiträgen aus der Psychiatrie. Droh: Musik in der Medizin (Berlin und Heidelberg 1987) und Musik-Medizin (Stuttgart 1992) informieren über die medizinisch orientierten Ansätze der Musiktherapie. wobei heil. Herbert Bruhn: Musiktherapie. Geschichte – Theorien – Methoden. entwicklungsgestörten Kindern. bei psychosomatischen Erkrankungen. Weinheim 1998 bietet einen Überblick über die weltweite Musiktherapie .bis zu geriatrischer Therapie ebenso das 1997 von Lotti Müller und Hilarion G. Spintge und R. Göttingen 2000 bietet ebenfalls einen umfassenden Überblick. die stark an der Diagnostik orientiert ist. Wolfgang Strobel/Gernot Huppmann: „Musiktherapie“ (Göttingen 1978) ist stark historisch orientiert und die Bücher von R. Henk Smeijsters: Musiktherapie als Psychotherapie (Stuttgart 1994) stellt die verschiedenen aktuellen Richtungen der Musiktherapie dar. Bern 1999 stellt „Forschungsstrategien und praktische Erfahrungen“ heraus und bearbeitet auch die ästhetischen Aspekte der Musiktherapie. bei Depression und im Strafvollzug. mit Psychotikern und Neurotikern. Henk Smeijsters: Grundlagen der Musiktherapie. Praxis und Theoriestand. Petzold herausgegebene Buch „Musiktherapie in der klinischen Arbeit“ (Fischer. Göttingen 1999 hat eine Theorie und Forschungspraxis vorgelegt. Stuttgart). David Aldrige: Musiktherapie in der Medizin. das keine andere Psychotherapie leisten kann. Eine Einführung in die Musiktherapie“ (Beck. Schließlich ist in der Reihe der Gesamtdarstellungen zu nennen: der von Gerhard Harrer 1982 herausgegebene Sammelband „Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie“ (Stuttgart) mit einigen musikpsychologischen Beiträgen. München 2001 4 . Arbeit mit hirngeschädigten. einem geschichtlichen Überblick. Eine Einführung in psychosoziale und medizinische Berufe.1 Gesamtdarstellungen unterschiedlicher musiktherapeutischer Arbeitsansätze Leslie Bunt: Musiktherapie.und sonderpädagogische Aspekte besonders berücksichtigt sind. Der 1998 von Werner Kraus herausgegebene Band „Die Heilkraft der Musik. Heilpädagogik. Er geht von der Frage aus. warum bei welcher Krankheit oder Störung Musiktherapie etwas leistet.) informiert über die Schulen der Musiktherapie.

theoretische Grundlagen.2009 erscheint die Neuauflage des „Lexikon Musiktherapie“ (Hogrefe Verlag Göttingen) erschienen.musiktherapie. Clinical Practice. die in der ehemaligen DDR entwickelt wurde und heute noch maßgebliche Bedeutung besitzt (Jutta Brückner). Richtungen und Methoden (Göttingen 2007) gibt einen aktuellen Gesamtüberblick über die in Deutschland vertretenen bedeutenden kindermusiktherapeutischen Schulen vor: Entwicklungspsychologisch orientierte Kindermusiktherapie (Karin Schumacher und Claudine Calvet). 100 Beiträge von „Abwehr“ bis „Trance“ und ist das zur Zeit aktuellste Kompendium zur Musiktherapie. Kindermusiktherapie. Analytische Musiktherapie (Wolfgang Mahns und Natalie Hippel). Anwendungsgebiete. Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft informiert über Musiktherapie auf einer Internet Homepage: „www.de“ 5 .und Forschungsmethoden zur Feststellung der Wirksamkeit. Der von Stiff und Tüpker herausgegebene Sammelband Kindermusiktherapie. es enthält in alphabetischer Reihenfolge ca. eine Darstellung des jeweiligen methodischen Behandlungsprinzips (anhand von Fallbeispielen) und eine Erörterung der jeweils angewandten Evaluations. Das von Wigram. Morphologische Kindermusiktherapie (Rosemarie Tüpker und Bernd Reichert). Forschungsansätze und Ausbildungsformen der Musiktherapie in Europa. Research and Training. Richtungen. Inge Nygaard Pedersen und Lars Ole Bonde herausgegebene Lehrbuch zur Musiktherapie (A Comprehensive Guide to Music Therapy. Jeder Beitrag liefert eine theoretische Grundlegung. Musiktherapie nach Paul Nordoff und Clive Robbins (Lutz Neugebauer) und die OrffMusiktherapie (Melanie Voigt und Christine Plahl). London 2002) liefert einen kompletten Überblick über Geschichte.

Meditation. Depression. Musikalische Gestaltung. Frauen. Islam.und Jugendpsychiatrie. morphologische Musiktherapie. Instrumentenbau. Musikmalen. Artikel aus Fachzeitschriften und „graue Literatur”. Bei mehr als sechs Stichwörtern schicken Sie uns bitte eine Diskette. Neben den Bibliographien nach DIN-Norm umfasst die Recherche bei einem Teil der Veröffentlichungen eine Kurzzusammenfassung. Für sie entstehen keine Kosten. Didgeridoo. musikalische Früherziehung. Mutismus. Computermusik. Dialyse. Geige. Berufsbild des Musiktherapeuten. Wenn Sie unsere Dienstleistung der Literaturrecherche nutzen möchten. unter Verwendung nachfolgender Stichworte an: Prof. Ästhetik. Musikwirkung. Komposition. Bulimie. Hypnose talspiel. Ekstase. elektronische Musik. Gruppentherapie. Bewußtseinsstruktur. Dyskalkulie. Anorexia nervosa. Gesprächsführung. I Identifikation. Anthroposophische Musiktherapie. Melodie. Geriatrie. Multimorbidität. ästhetische Erziehung.-. Gestaltung. Niederlande. Anthropologie der Musik. InstrumenJ Japan. Free Jazz. Autoaggression. Lese-Rechtschreibschwäche. Multiple Sklerose. Familientherapie. Belgien. Krankheitsbewältigung. Morphologie. Gestaltungstherapie. Entwicklungspsychologie. Jazz. Evaluation. 57068 Siegen. Klavier. Diplom-. H Hauterkrankungen. Sonstige Interessenten können dieses Angebot gegen eine Gebühr in Höhe von 5. Autismus. Krebs. Folteropfer. Gesetze. Assoziation. Klang. klassische Musik. Geburtsvorbereitung. Lehrmusiktherapie. Manipulation. Conga.€ (bitte als Schein der Literaturanfrage beifügen) in Anspruch nehmen. Australien. Kanada. Kontakt. Frankreich. Anthroposophie. Intermusiktherapie Inzest. Neuseeland. Ehe. Blasinstrumente. Musiksoziologie. Neurologie. Das Literaturverzeichnis umfasst mehr als 7000 Titel und wird ständig aktualisiert und erweitert. Körperbehinderung. interkulturelle Arbeit. Ausdruckstherapie. Indianer. Cerebralparese. Katathymes Bilderleben. Forschung. Genuß. Kommunikation. Heilritual. Heimerziehung. Mutter-Kind-Interaktion. Hospiz. Gesundheit. L Lautstärke. Gitarre. Kriegstrauma. Emotionalität. Heilpädagogische Musiktherapie. Drogenabhängige. Afrikanische Musik. Dialog. Grundschule. Neurose. Eskimo. Frühgeborene. Linkshändigkeit. Motivation. feministische Therapie. Jugendpsychiatrie. Musikpädagogik. richten Sie bitte einen schriftlichen Auftrag mit der genauen Beschreibung Ihrer Suchanfrage. Körpererfahrung. Musikwissenschaft. MusikerInnen-Krankheiten. Flöte. Herz. die sich in einen speziellen Bereich der Musiktherapie intensiver einarbeiten oder darüber eine Seminar-. Kunst. Hölderlinstraße 3. Lieder. Musikinstrumente. archetypische Klänge. Kreativität. Adorno. Notation. Jugendarbeit. forensische Psychiatrie. Atem. Narzissmus. Nordoff-Robbins-Musiktherapie. Bibliographie. Karibik. Jugendliche. M Malen. E F G Gamelan-Musik. Entspannung. initiatische Musiktherapie. Freizeitpädagogik. Gruppenimprovisation. Hypermotorik. Immunsystem. Indonesien. Bewegungserziehung. Ethik. Amusie. Musikhören. Aggression. Neue Musik. Keyboard. Indien. Gegenübertragung. aktive Musiktherapie. Heilpädagogik. Geburtsprozess. Aids. Mallet-Instrumente. D Dänemark. Gestalttherapie. Erwachsenenbildung. Kunsttherapie. frühe Störungen. Gruppenpädagogik. Körpertherapie. Bachelor. Frühförderung. Blutdruck. Kinder. Massenmedien. Adipositas. Kindergarten. Diagnostik. Chaos. Märchen. Kindertherapie. Ligeti. Autogenes Training. Kontrabaß. Monocord. Logopädie. Lernbehinderung. Audio-Psycho-Phonologie. Koma. Drogenabhängigkeit. Erziehung. Mädchenarbeit. Kurzzeitmusiktherapie. Musikerleben. Improvisation. Hartmut Kapteina. Epilepsie. Eßstörungen. Hören. Musikästhetik. Gewalt. Klangschalen. Dramatherapie. Es enthält Bücher (Artikel aus Sammelbänden werden einzeln aufgeführt). Brasilien. multimediale Arbeit. Indikation. Kuba. Glocken. Berimbao. Einzelmusiktherapie. Afrika. Alzheimer. Dokumentation musiktherapeutischer Prozesse. Musikgeschichte. N Nachsorge. Geschichte der Musiktherapie. Körperkontakt. Flüchtlinge. Leier. Geburtshilfe. graphische Notation. Eltern. Medizin. Universität Siegen. Asthma. Demenz. Gehemmtheit. Autonomie. Morbus Huntington. 6 . Intensivmedizin. Beziehung. Hirnphysiologie. Ausbildung. integrative Musiktherapie. intermediale Arbeit. geistige Behinderung. Konsum. China. Manie. Großbritannien. Altorientalische Musiktherapie. Kopfschmerzen. Hirnschädigung. fernöstliche Medizin. K Kalimba. Bilderleben. Alkoholabhängige. Anaesthesiologie. Behinderung. Gong. Israel. Bratsche. NLP. Gerontopsychiatrie. Erotik. Angst. Gruppenmusiktherapie. Musikschule. Behinderte Kinder. Musikethnologie. Esoterik. Imagination. Hörgeschädigte. Altenarbeit. Musikpsychologie. Down-Syndrom. Norwegen. Borderline.2 Literaturdienst Die Universität Siegen hat einen speziellen Literaturdienst für Musiktherapie und Soziale Arbeit eingerichtet: Dieser Service richtet sich zum einen an Studierende der Universität Siegen und die Teilnehmer der Musiktherapeutischen Zusatzausbildung. Kindermusiktherapie. Bewegungstherapie. A B C Cello. Griechenland. Italien.oder Masterarbeit verfassen möchten. Neid. DMVO.

Sehbehinderung. therapeutische Beziehung. Südafrika. Psychomotorik. Ocean-Drum. Sonderpädagogik. Rhythmik. Stress. Ritual. Schlitztrommel. S T U Ungarn. Strafvollzug. Polen. Trommel. Verhaltensauffälligkeit. Spiritualität. Spiel. Shruti-Box. systemische Therapie. rezeptive Musiktherapie. Theater. Pogrammusik. Obertöne. Spielesammlung. Politik. Psychotherapie Q Qualitätssicherung. Schwangerschaftsabbruch. Y Yoga. Sozialarbeit/Sozialpädagogik. Z Zahnmedizin. Sozialpsychologie. R Rassel. Türkei. Sozialmusiktherapie. Sozialpsychiatrie. X Xylophon. Sterbende. Symbol. pränatal. Transzendenz. W Wahrnehmung. Widerstand. Verhaltenstherapie. Religion. Psychiatrie. Tomatis. Psychologie. Sprachstörung. psychische Krankheit. Übertragung. V Vegetativum. Schwirrholz. Posaune. Rockmusik. Psychopathologie. Schizophrenie. Regression. Sprachentwicklung. Rollenspiel Sansa. Orff. Poesie. Säuglinge. Suchttherapie. Singen. TZI. Selbstmanagement-Therapie. Utopie. Parkinson. Singeleitung. Supervision. Schule. Psychoanalytische Musiktherapie. Sucht. Wahrnehmungsförderung. Tibet. Schlaganfall. Skandinavien.O Obdachlose. Prozesse. USA. Psychose. Schmerz. Zwangserkrankungen. Tinnitus. Vorschulerziehung. Zeit. Rheuma. Schamanismus. Tod. Psychodrama. Suizid. Regulative Musiktherapie. Streichinstrumente. szenisches Spiel Tamtam. Schlagzeug. Rhythmus. Selbstwahrnehmung. Trauer. Unterhaltungsmusik. Psychoanalyse. Vibration. Suchtprävention. Tanztherapie. Theorie der Musiktherapie. Philosophie. Stimme. Videofilme zur Musiktherapie. Rehabilitation. Schweden. Schweiz. Psychosomatik. Trance. Tanz. sexueller Missbrauch. Perkussionsinstrumente. Ostdeutschland. Videoarbeit. Sexualität. Österreich. 7 . Werbung. Stille. Vibraphon. P Paartherapie. Schwerst-Mehrfachbehinderung. Trauma. Prävention. Volkstanz. Traum. Synthesizer.

82). 1989. Aspekte des Unbewussten zum Vorschein zu bringen. Improvisation wird total frei behandelt. gilt (vgl. ebd. wie Klienten die Musik benutzen.Vereinigung im Vordergrund (1980. Tony WIGRAM. Inge NYGAARD PEDERSEN und Lars Ole BONDE (A Comprehensive Guide to Music Therapy.). Auf diese Weise kommen sie in Kontakt zu ihren eigenen Ressourcen und Stärken.4).3 Definition der Musiktherapie Für viele Menschen ist die Verbindung zwischen “Musik“ und “Therapie“ offensichtlich.Vereinigung: Musiktherapie sei der gezielte Einsatz von Musik. atonalen Klängen und asymmetrischen Rhythmen „die Tür für die Entwicklung der Freien Improvisationstherapie öffnete. S. bei dem die Therapie an Kindern und Erwachsenen vollzogen wird. wie Musik zur eigenen psychischen Stabilisierung beiträgt. Diese verschiedenen Schwerpunkte bestimmen die Diskussionen weiterhin auf nationaler und 8 . über Musik Kontakt zu anderen Menschen herzustellen.130-134) beschreiben die Musiktherapie von Juliette ALVIN. Andere Definitionen heben Verhaltensänderungen hervor. Clinical Practice. der mit den überlieferten musikalischen Gesetzen der Harmonielehre. vor allem wenn sie neben ihrem Unterhaltungswert entdeckt haben. die an physischen. 59) und die sich innerhalb des kreativen Verlaufs einer therapeutischen Beziehung entwickeln. nach der Musiktherapie als der gezielte Einsatz von Musik bei Behandlung. sodann wurde die Musik zugunsten der therapeutischen Beziehung vernachlässigt. der amerikanischen Musiktherapie . die durch Musiktherapie bewirkt werden (vgl. Für sie ist der Komponist Strawinsky einer der bedeutendsten Komponisten des 20ten Jahrhunderts. 1): Musiktherapie ist der Einsatz von Musik. Therapeutische Ziele stehen auch Definition des NAMT. um Probleme in der Kommunikation zu überwinden. und Erziehung von Kindern und Erwachsenen. die bestimmte soziale. weil Musik die Kraft besitze. psychischen und emotionalen Störungen leiden. psychische und physische Gesundheit wieder herzustellen. Sie hebt die Bedeutung der Psychoanalyse von Sigmund Freud für die Musiktherapie hervor. Über viele Jahre galt als Standard der britischen Musiktherapie die Definition von Juliette ALVIN. FLESHMAN & FRYREAR 1981. Klient und Therapeut bestimmen gleichberechtigt über die musikalische Situation. (NORDOFF & ROBBINS 1986). BUNT 1998). Rehabilitation. des Kontrapunktes und der Formenlehre brach und mit der Akzeptanz von Dissonanz. und schließlich pendelte sich das Selbstverständnis der Musiktherapie irgendwo zwischen den beiden Extremen ein (vgl. zu erhalten und zu verbessern. dass zunächst die Betonung auf der Musik lag und die Rolle des Therapeuten vernachlässigt wurde. Auch ALVIN betont: “Erfolg oder Versagen der Musiktherapie hängen sowohl von menschlichen wie musikalischen Faktoren der Beziehung ab” (1975. um die geistige. Wie in den USA so verlief die Entwicklung der Musiktherapie auch in den europäischen Ländern so. In der Musiktherapie versuchen wir. Der Mensch könne sich selbst in seinen musikalischen Produkten erkennen.172). Wir können beobachten. London 2002. musikalische Vorkenntnisse und instrumentale Fähigkeiten werden nicht vorausgesetzt und der Therapeut gibt keine wie auch immer geartete Regeln oder musikalische Strukturen vor (vgl. emotionale. Jede denkbare Art von musikalischer Aktivität kann verwendet werden. um therapeutische Ziele bei Kindern und Erwachsenen zu erreichen.Die Definition verfolgt insgesamt einen eher therapeutenzentrierten Ansatz. einer der modernen MusiktherapiePioniere als „Free Improvisation Therapy“. in der Klienten und Therapeuten ohne vorgegebene Regeln frei spielen und ihren persönlichen Charakter zum Ausdruck bringen können“ (131). 1975. Ähnlich orientiert ist BRUSCIAS Definition der Australischen Musiktherapie . Research and Training. körperliche oder intellektuelle Probleme haben (vgl.

Ressourcen zu aktivieren und individuell bedeutsame Erlebniszusammenhänge zu konkretisieren. APMT 1990). dem Enkulturationsprozess und der aktuellen Situation stehen.6). Erlebnis-. Hinzu kommt die Fähigkeit. “die im Zusammenhang der Menschheitsgeschichte. “die in enger Wechselbeziehung zu verschiedenen Wissenschaftsbereichen steht. dass sich sowohl aufseiten des Klienten als auch im therapeutischen Prozess selbst Veränderungen ereignen (vgl. dass ein Musiktherapeut als solcher besonders ausgebildet sein muss. der “den Prozess des Wiedererkennens interiorisierter Erfahrungen” ermöglicht. Insofern stellt Musiktherapie einen Kontext her. International bestehen unterschiedliche Ausbildungsstandards mit unterschiedlichen akademischen und berufsrechtlichen Abschlüssen. etwa im Rahmen der Europäischen Union.und Kulturgeschichte unterschiedliche Definitionen für Musiktherapie entwickeln und die jeweiligen Besonderheiten ihres Gesundheitswesen berücksichtigen. An ihm können sich Wahrnehmungs-. 17f. eher als Teil eines übergeordneten Behandlungsansatzes denn als eigenständige therapeutische Intervention angesehen (vgl. die ermöglicht.3). Die Vertreter der wichtigsten musiktherapeutischen Vereinigungen in Deutschland haben 1998 in den sog. In anderen Ländern wird Musiktherapie von Musikpsychologen. die ihrem Wesen nach als psychotherapeutische zu charakterisieren sind” und insofern “an die Entwicklung einer therapeutischen Beziehung gebunden” sind.” Sie ist “Gegenstand und damit Bezugspunkt für Patient und Therapeut in der materialen Welt. 1998). auch KENNY 1982. Rezeption. in dem sich über gemeinsame musikalische Erfahrungen eine gegenseitige Beziehung zwischen Klienten und Therapeuten bildet. Manche Studiengänge lassen nur Musiker mit Hochschulabschluss und langjähriger Praxiserfahrung zu. Musiktherapie kann also als gezielter Einsatz von Klängen und Musik in einer sich entfaltenden Beziehung zwischen Klient und Therapeut definiert werden mit dem Ziel. systemischen.1981. Ärzten und Pädagogen ausgeübt. Der brasilianische Musiktherapeut BENENZON meint. der Musikwissenschaft und der Pädagogik. Literatur: 9 .” Die verschiedenen “musiktherapeutische Methoden folgen tiefenpsychologischen. 50).internationaler Ebene. KASSELER THESEN MUSIKTHERAPIE als “eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin“ gekennzeichnet. Symbolisierungs. verhaltenstherapeutisch-lerntheoretischen. 18).und Beziehungsfähigkeit des Individuums entwickeln. das körperliche. die Musik wird von ihnen eher als Mittel einer anderen psychotherapeutischen Methode. musikalisch und emotional zu begleiten und differenzierte Interaktionen im klanglichen und psychischen Geschehen zu gestalten (vgl. der Psychologie. gemeinsame Grundlagen und international anerkannte Standards zu entwickeln. In Großbritannien standen Musik und Musiker als Musiktherapeuten immer im Mittelpunkt der Überlegungen. soziale und emotionale Wohlergehen zu fördern (BUNT 1998. Das musikalische Material eignet sich. insbesondere der Medizin. wird es immer wichtiger. Dabei werden verschiedene Länder entsprechend ihrer jeweiligen Musik. was zum Ausgangspunkt für weitere Bearbeitung genommen wird. andere bilden Studenten direkt nach der Schule aus. Jedenfalls aber liegt die besondere Leistung der Musiktherapeuten in der “Bereitschaft und Fähigkeit zuzuhören” (STEELE 1988. Produktion und Reproduktion von Musik setzen intrapsychische und interpersonelle Prozesse in Gang und haben dabei sowohl diagnostische als auch therapeutische Funktion. den Gesellschaftswissenschaften. Mit der internationalen Ausweitung des Berufes. S. BUNT 1998. nicht aber notwendigerweise ausgebildeter Musiker sein muss (vgl. anthroposophischen und ganzheitlich-humanistischen Ansätzen” (KASSELER KONFERENZ.). In der musiktherapeutischen Beziehung wird Musik als subjektiver Bedeutungsträger verstanden. geistige.” Der Begriff Musiktherapie wird verstanden als “summarische Bezeichnung für unterschiedliche musiktherapeutische Konzeptionen.

: Schöpferische Musiktherapie. C. P. June Boyce Tilman: Constructing Musical Healing. Pennsylvania 1989 BUNT. J. O.: A Comprehensive Guide to Music Therapy. R. B. The Magic of Music Therapy. P.ALVIN. Weinheim 1998 FLESHMAN. L. Research and Training. Chicago 1981 KASSELER KONFERENZ MUSIKTHERAPEUTISCHER VEREINIGUNGEN IN DEUTSCHLAND: Thesen zur Musiktherapie. Stuttgart 1986 WIGRAM. und BONDE. Springfield.: Musiktherapie..: Forward. Eine Einführung für psychosoziale und medizinische Berufe. K.: Musiktherapie bei Neurosen und funktionellen Störungen. Jena 1969 STEELE. & ROBBINS. London 1975 BENENZON. L. Spring City.: Defining Music Therapy. London 2002.: Music Therapy Manual. I. 2/1988 MUSIC THERAPY IS POSSIBLE THE ONLY IMPROVISATORY TRADITION IN THE WORLD THAT ENCOURAGES TOTAL MUSICAL FREEDOM AND HAS NO UNDERLYING MUSICAL STRUCTURES TO UNDERPIN IT. SCHWABE. NYGAARD PEDERSEN. Illinois 1981 BRUSCIA. 232-235 KENNY. London 2000. 246 10 . J.: Music Therapy.: The Arts in Therapy. Musiktherapeutische Umschau 1998. & FRYREAR. Clinical Practice.L. T. The wounds that Sing. C. C.O.: The Mythic Artery. Journal of British Music Therapy. Atuscadero.E. California 1982 NAMT (National Association of Music Therapy): Broschüre zur Berufslaufbahn 1980 NORDOFF.

in Abgrenzung zu pharmakologischer und physikalischer Therapie. Dieser Prozess markiert den Beginn einer auf Integration und Kooperation ausgerichteten Entwicklung zwischen den VertreterInnen der unterschiedlichen Musiktherapierichtungen in Deutschland. den Patienten solche Anpassungsprozesse zu erleichtern. konzeptionellen Voraussetzungen und Anwendungsbereichen. Die darin enthaltenen Festlegungen lassen Raum für die unterschiedlichen musiktherapeutischen Konzeptionen und geben gleichzeitig eine verbindliche Basis für die Qualitätssicherung. Crossen 2005. der Psychologie. insbesondere der Medizin. Das bio-psycho-soziale Menschenbild und Krankheitsverständnis verdeutlicht David Aldridge in seinem Aufsatz „Leben als Jazz“ (in: Haase. Musiktherapie bietet als kreativ gestaltendes Therapieverfahren „die Möglichkeit.3. „dass der Mensch gleich einem Musikstück komponiert ist. Ausbildungsschwerpunkten. und nach entsprechender Behandlung ist der Defekt behoben. psychologische und soziale Organismen. einen schulenübergreifenden Konsens zur Musiktherapie herbeizuführen. der Musikwissenschaft und der Pädagogik. Gleichzeitig implizieren sie eine Abgrenzung zu anderen therapeutischen Verfahren. die ihrem Wesen nach als psychotherapeutische zu charakterisieren sind. Dieser besteht in Aussagen zu theoretisch-wissenschaftlichen Grundlagen der Musiktherapie. oder auch ein neues Repertoire zu entwickeln. These 3 Ausgehend von einem bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnis1 ist Psychotherapie wissenschaftlich fundierte Behandlung mit psychologischen Mitteln. Wir sind in der Welt als biologische. welche in einem ständigen Energiefluss improvisierend auf innere und äußere Anforderungen des täglichen Daseins treffen.“ Diesem „iatromechanischen Menschenbild“ setzt Aldridge entgegen. wird dieser Körper zur Reparatur gebracht. 473-487) mit dem Vergleich zwischen einer Symphonie und einer Maschine: „Eine geläufige Metapher für Heilung in der modernen Kultur setzt den Körper mit einer Maschine gleich. wenn das Leben durch einen unglücklichen Umstand erheblich gestört wird“ (474). die in enger Wechselbeziehung zu verschiedenen Wissenschaftsbereichen steht. auf dynamische Weise das Individuum als ganzheitliches Selbst. da die einzelnen Aussagen einander bedingen und ergänzen. Die Thesen können nur in ihrer Gesamtheit verstanden werden. Jeder von uns hat ein kompositorisches Thema – seine Identität – und diese stellt ein Repertoire an Möglichkeiten des Seins dar. Musiktherapie näher zu definieren erfordert Aussagen zum zugrunde liegenden Psychotherapiebegriff und Musikbegriff. Mit diesem Repertoire gehen wir in die Welt und passen es immer wieder improvisierend den augenblicklichen Erfordernissen des Lebens an. auch in Be1 11 . um so auf umwälzende Veränderungen zu reagieren. den Gesellschaftswissenschaften.und westdeutschen Fachtraditionen. Die Dynamik der fachlichen und verbandspolitischen Auseinandersetzung zur Erarbeitung der Kasseler Thesen wurde maßgeblich vorangetrieben durch die Begegnung der historisch gewachsenen ost.1 Kasseler Thesen zur Musiktherapie Präambel Mit den vorliegenden Thesen haben die VertreterInnen der oben genannten acht musiktherapeutischen Vereinigungen in Deutschland den Versuch unternommen. Antje (Hrsg. in denen ebenfalls Musik eingesetzt wird. Die Kasseler Thesen dienen einem gemeinsamen berufspolitischen Vorgehen zur Schaffung der gesetzlichen Grundlagen für die Ausübung von Musiktherapie. These 1 Musiktherapie ist eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin.) Improvisation – Therapie – Leben. Sie gehört zum Bereich der Medizin und hat dort eine integrative Funktion.“ Daraus würde sich für die Musiktherapeuten die Aufgabe ableiten. Ist jemand krank. These 2 Der Begriff „Musiktherapie” ist eine summarische Bezeichnung für unterschiedliche musiktherapeutische Konzeptionen. Ulrike und Stolz. indem sie „– im übertragenen und wörtlichen Sinne – dieses ‚Improvisations-’ Repertoire erweitern.

Ressourcen zu aktivieren und individuell bedeutsame Erlebniszusammenhänge zu konkretisieren. mit dem sie sich auf die therapeutischen. Mukarowský. Wir können hören. die im Zusammenhang der Menschheitsgeschichte. Klänge und Geräusche in übergreifende rhythmische. Rezeption. den dynamischen Prozessen der Dyade. Keine psychotherapeutische Methode oder Technik folgt einem monokausalen Wirkprinzip. Die Wirksamkeit der Psychotherapie entfaltet sich im Wahrnehmen. Zu „Artikulation”: Diese Artikulation ist nonverbal und präverbal. Erlebnis-. Verstehen und im Handeln des Patienten. andere Zugänge sind aber ebenfalls abgedeckt. melodische und harmonische Strukturzusammenhänge gebracht. sofern diese vom Rezipienten als bedeutsam wahrgenommen werden. An ihm können sich Wahrnehmungs-. wie semiotische (Christoph Schwabe: Methodik der Musiktherapie.und kontextabhängig insbesondere im Bezug auf die Indikationsstellung.B. 12 . Erkennen. Zu „Schall”: Schall ist die Bezeichnung für alle hörbaren Schwingungsvorgänge und schließt die Begriffe Ton und Klang als Phänomene universaler harmonikaler Gesetzmäßigkeiten und den Begriff Geräusch mit ein. das Aussagen zum Menschenbild. indem er oder sie eine Beziehung in der Zeit aufbaut“ (485). Lucács). These 4 Musik ist vom Menschen gestalteter Schall. Das musikalische Material eignet sich. Dieser Vorgang ist Grundlage aller künstlerischen Schaffensprozesse in der Musik. dem Enkulturationsprozess und der aktuellen Situation stehen.und Sozialwesens einzustellen vermag.und Kommunikationsfunktion. die Zielsetzung. den Umgang mit der Gruppendynamik bzw. Somit ist das Erscheinungsbild psychotherapeutischer Methoden theorie.1 Sie befindet sich im dialektischen Spannungsfeld individueller – körperlicher. 1 Zu „gestaltet”: Bei der musikalischen Gestaltung werden Töne. Musik wird zum subjektiven Bedeutungsträger über den Prozess des Wiedererkennens interiorisierter Erfahrungen. das methodischdidaktische Therapeutenverhalten. These 6 ziehung zu einer anderen Person zu hören. zur Ethik und zum Krankheitsverständnis beinhaltet.kultureller Bedingungen und ist dort wirksam und bedeutsam.Psychotherapie beruht auf einem jeweils zu definierenden theoretischen Konzept. rehabilitativen und präventiven Gebiete des Gesundheits. Symbolisierungsund Beziehungsfähigkeit des Individuums entwickeln. Gestaltung schließt auch unbeabsichtigte Schallereignisse ein. spiritueller. Daraus ergibt sich ein System von Methoden. Als akustisches. Auch das Verständnis der Musik als präsentatives Symbolsystem ist darin enthalten (Maria Becker in: Lexikon der Musiktherapie 1996. wie die Person in ihrem Dasein zutage tritt. Psychotherapie begründet sich in der Konstituierung des therapeutischen Settings und ist an die Entwicklung einer therapeutischen Beziehung gebunden. 230). Produktion und Reproduktion von Musik setzen intrapsychische und interpersonelle Prozesse in Gang und haben dabei sowohl diagnostische als auch therapeutische Funktion. Erleben. was zum Ausgangspunkt für weitere Bearbeitung genommen wird. Zu „zeitstrukturierend”: Musik beinhaltet Erfahrungen von und mit Zeit. psychischer. zeitstrukturierendes Geschehen ist sie Artikulation menschlichen Erlebens mit Ausdrucks. These 5 In der Musiktherapie ist Musik Gegenstand und damit Bezugspunkt für Patient und Therapeut in der materialen Welt. sozialer – und gesellschaftlich . Leipzig 1978) oder ästhetische (z.

B. Jugendliche und Erwachsene. in der prophylaktischen und metaphylaktischen Arbeit bei Kindern.und Gesundheitswesens durchgeführt: • im klinischen Bereich (z. anthroposophischen und ganzheitlich-humanistischen Ansätzen. in psychotherapeutischen Spezialkliniken für Kinder. 232 .1 These 7 Musiktherapie wird in Institutionen des Sozial . musikwissenschaftliche. in stationären und semistationären Kliniken. • • • These 8 Voraussetzung für die Anwendung von Musiktherapie ist eine syndromatologische und eine therapieprozessbezogene musiktherapeutische Diagnostik. 13 .V. Daraus leiten sich Indikationsstellung und Zielformulierung ab. (BKM) Deutsche Musiktherapeutische Vereinigung Ost e. Theorie und Methodik musiktherapeutischer Konzepte und deren anthropologische.V. medizinische.V. (DBVMT) Berufsverband Klinischer Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten e. geistig und/oder körperlich behinderte Kinder. in ambulanten psychiatrischen Nachsorgeeinrichtungen) im präventiven Bereich (z. verhaltenstherapeutischlerntheoretischen. Kassel.V. Jugendlichen. S. seelischen und sozialen Vorgängen. in Fördereinrichtungen für psychisch. und Erwachsenen in allen Lebensabschnitten) und in freier Praxis. der eigenen Emotionalität und interaktionellen Prozessen.235 1 Der Begriff „Ansätze” beinhaltet Theoriebildung und zugehörige Handlungskonzepte. systemischen. supervidierte Praktika im Berufsfeld. Das Wesen der musiktherapeutischen Diagnostik liegt in der Beschreibung der musikalischen Phänomene und ihrer Verbindung zu körperlichen.Musiktherapeutische Methoden folgen tiefenpsychologischen.B. (DGMT) Deutscher Berufsverband der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten e.B. Bundesarbeitsgemeinschaft der staatlich anerkannten Musiktherapieausbildungen (AMA) Ständige Ausbildungsleiter-Konferenz privatrechtlicher musiktherapeutischer Ausbildungen (SAMT) Veröffentlicht in Musiktherapeutische Umschau 1998. (DMVO) Sektion des Berufsverbandes für Anthroposophische Kunsttherapie (BVAKT) Verein zur Förderung der Nordoff/Robbins Musiktherapie e.V. These 10 Die Ausbildung von MusiktherapeutInnen umfaßt: • • • • einen Schwerpunkt in musiktherapeutischer Selbsterfahrung in Bezug auf den Umgang mit Musik. in somatischen Fachkliniken) im rehabilitativen Bereich (z. erziehungswissenschaftliche und andere Grundlagen Musikpraxis (therapeutisches Handeln mit musikalischen Mitteln). Juli 1998 Deutsche Gesellschaft für Musiktherapie e. These 9 In der Musiktherapie werden spezifische Dokumentationsverfahren zur Therapieevaluation und zur wissenschaftlichen Forschung verwandt. den 04. Jugendliche und Erwachsene.

2 Kasseler Thesen zum Berufsbild der Musiktherapeuten 2005 Erste Konsensbildung zum Berufsbild Eine verbandsübergreifende Arbeit der Kasseler Delegierten Wegen seiner zentralen Bedeutung widmeten 15 Verbandsdelegierte unter der Gesprächsleitung eines Moderators dem Thema "Berufsbild für Musiktherapeuten" nach längerem Vorlauf eine eintägige Diskussion am 6.B.B. Psychotherapie und sozial-rehabilitative Sachverhalte musiktherapeutische Fertigkeiten und Wissen o theoretisch. SAMT und den Verbänden möchten mit diesen Konsensformulierungen einen konstruktiven Beitrag in alle musiktherapeutischen Felder hinein leisten. Entwicklungspsychologie. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus AMA. Grundlage waren die vorher formulierten Sichtweisen aller Verbände anhand von vierzehn (14) für wesentlich gehaltenen Stichpunkten. Erkennen von Möglichkeiten. Personelle Voraussetzung für die Berufsausübung Voraussetzung für die Ausübung des Berufes des Musiktherapeuten ist eine abgeschlossene Ausbildung auf der Grundlage konsensualer Standards.3. November 2004.und methodische Ansätze der Musiktherapie allgemein und in verschiedenen Praxisfeldern Wissen über musiktherapeutische Interventionsmöglichkeiten eingehende Kenntnisse in der Theorie und Methodik der gelehrten musiktherapeutischen Konzeption interdisziplinäre Teamfähigkeit einschließlich Dokumentation und Repräsentation o o o Förderung persönlichen Wachstums in Form von fundierter Selbsterfahrung auf der Basis verschiedener psychotherapeutischer Konzeptionen o Vermittlung von Kenntnissen über den musiktherapeutischen Prozess durch eigenes Erleben (z. psychologische und soziale Lehrinhalte / Kenntnisse in Medizin. Behinderungen und Grenzen der eigenen Handlungskompetenz Umgang mit Musik in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen o o klinisches Training / Praktika und supervidierte praktische musiktherapeutische Arbeit ethische Prinzipien und Forschung / Weiterentwicklung der musiktherapeutischen Konzeptionen 14 . der zur Anerkennung des Berufes noch zu leisten ist. Angesichts des Weges. Psychologie. methodenbezogene Selbsterfahrung) persönlichkeitsbezogene Selbsterfahrung (z. Die "Thesen der Kasseler Konferenz zur Musiktherapie" erwiesen sich in der Diskussion erneut als wertvolle grundlegende Verständigungsbasis. Folgende inhaltliche Schwerpunkte sind verbindlich für alle Ausbildungen: musikalische Fertigkeiten und Wissen / professionelle Verfügbarkeit musikalischer Mittel in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen biologische. sind den Delegierten Rückmeldungen innerhalb des nächsten Jahres willkommen! 1.

und Gruppentherapien statt.a. Ethik MusiktherapeutInnen sind der Einhaltung des Ethikkodexes der KK verpflichtet (worüber eine gemeinsame Ethikkommission wacht). angemessene Selbstdarstellung. 6. Tätigkeitsfelder Musiktherapeuten sind im kurativen. Therapien finden in Einzel. 7. sowie Nähe-Distanz-Regulierung. Fähigkeit zu Selbstreflexion. 4. Netzwerke) in Forschung. psychotherapeutisch. Wirtschaft). 8. Fortbildung kann verlangt werden und ist in vielen Arbeitszusammenhängen sogar verpflichtend. Evtl. medizinisch. erlebniszentriert/kreativ und konfliktzentriert-aufdeckend.2. Evaluation. Spezifische Merkmale Musik als zentrales Wahrnehmungs-. Flexibilität und Spontaneität bei eigener Kontinuität. 9. Berufsentwicklung Der Beruf entwickelt sich zu Eigenständigkeit durch qualitätssichernde Maßnahmen (Dokumentation.h. Ausgehend davon werden Handlungsziele und –Konzepte entwickelt. Begegnungs-. Frustrationstoleranz. künstlerisch) als auch in ergänzenden Bereichen (menschenkundlich. Erlebnis. Berufsfelder Musiktherapeuten arbeiten institutionell gebunden oder selbständig in den Berufsfeldern Gesundheitsund Sozialwesen. Umgang mit Aggressivität.) stattfinden. Motivation zur Arbeit an sich selbst. musiktherapeutisch. Vorgaben der Berufsverbände sind zu beachten.und Gestaltungsfeld ermöglicht Veränderung. Rollenflexibilität.und Beratungswesen (z. Auch das soziale Umfeld kann mit einbezogen werden. 15 .B. rehabilitativen und präventiven Bereich tätig. und arbeiten übungszentriert/funktional. Empathiefähigkeit o 3. Evaluation und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Eingangsvoraussetzungen für die Ausbildung Mindestvoraussetzung 3-jähriger Fachschulabschluss mit Berufstätigkeit / Fachhochschulreife musikalisch-musiktherapeutische Eignung o musikalische Eignung: musikalische Fähigkeiten im Sinne persönlich und freier Ausdrucksmöglichkeit mit differenzierter ausbildungsbezogener Orientierung musiktherapeutische Eignung: psychische und physische Belastbarkeit. Weiterbildung ist nicht verpflichtend und liegt im Bereich der eigenen Entscheidung. Begründung: Fortbildung und Weiterbildung sind zwei grundverschiedene Sachverhalte. Dabei muss das Handlungskonzept reflektiert und dem Entwicklungsprozess angepasst werden. Organisation. Bildungs. Aufgaben In Abhängigkeit vom Handlungsauftrag wird der Ist-Zustand benannt. Reifung und Wachstum. sozial u. Fortbildung Fortbildung soll regelmäßig sowohl fachspezifisch (d. Lehre und klinischer und beratender Praxis und in Wechselwirkung mit äußeren Rahmenbedingungen. Weiterhin sind sie in Forschung. 5.

16 . als Team. Erkennen von Möglichkeiten. 13. Selbsterfahrung Für den Bereich „Selbsterfahrung“ s.und EMTC-Vorgaben statt. Menschenbild Musiktherapie versteht den Menschen in einem humanistischen Sinne als bio-psycho-soziales Wesen in einem ökologischen und gesellschaftlichen Kontext.und Ausbildungssystems Der Beruf wird verstanden als eigenständiger Heilberuf.B. Sie setzt das Erkennen der eigenen Grenzen und Respekt vor Arbeitsweisen anderer sowie Transparenz im Darstellen der eigenen Tätigkeit voraus. Der Berufsabschluss. der dem B. 12.und/oder Gruppensupervision. Supervision Supervision soll regelmäßig in Form von Einzel. Bildungs. 11. methodenbezogene Selbsterfahrung) persönlichkeitsbezogene Selbsterfahrung (z. inhaltlicher und institutioneller Fragen sowie der Reflexion der Therapeutenpersönlichkeit und seiner Handlungskompetenzen zum Zwecke der Sicherstellung einer qualifizierten musiktherapeutischen Behandlung. 14.und Sozialwesen. Interdisziplinäre Kooperations-Kompetenz Interdisziplinäre Kooperations-Kompetenz zeigt sich in der Teamfähigkeit mit kooperierenden Fachdisziplinen (Gesundheits. Sie dient der Reflexion konzeptioneller. Evaluation und Öffentlichkeitsarbeit).B. Behinderungen und Grenzen der eigenen Handlungskompetenz Umgang mit Musik in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen o o Realisation in Dyade und / oder Gruppe Die Quantifizierung findet unter Berücksichtigung der Berufsverbands. auch Punkt 1: Förderung persönlichen Wachstums in Form von fundierter Selbsterfahrung auf der Basis verschiedener psychotherapeutischer Konzeptionen o Vermittlung von Kenntnissen über den musiktherapeutischen Prozess durch eigenes Erleben (z. Forschung.und /oder klientenbezogene Supervision wahrgenommen werden.und Bildungswesen um den nonverbalen und kreativtherapeutischen Ansatz bereichert.A. didaktischer. Evtl. Vorgaben der DGSv und/oder der Berufsverbände sind zu beachten. wird erreicht in privatrechtlichen Ausbildungen und staatlichen Studiengängen. mindestens vergleichbar ist.10. der das bestehende Gesundheitswesen sowie das Sozial. Standortbestimmung innerhalb des Gesundheitswesens und innerhalb des bundesweiten Berufs.und Beratungswesen.

3.3 Zur Abgrenzung zwischen Musiktherapie und Musikpädagogik Björn Tischler schlägt die folgende Übersicht vor. um das Schnittfeld zwischen Musiktherapie und Musikpädagogik zu erfassen: 17 .

Musikwirkung bei Pflanzen .. 8. und Tieren schädliche Wirkungen beim Menschen Biophysik des Musikerlebens neurophysiologischephysiologische Vorgänge beim Musikhören Körperreaktionen emotionale Reaktionen wahrnehmungspsychologische Aspekte 10.4 Was geschieht. 6. kognitive Aspekte 15. wenn wir Musik hören? Überblick 1. 4. Musikhören als Akt ästhetischer Aneignung 14. 3. religiöse und spirituelle Aspekte 18 .. 7. 9. musikspezifische Zeiterfahrung 11. politische Aspekte 16. 5. Zur Physiologie des Hörvorgangs 2. tiefenpsychologische Aspekte 12. soziale Aspekte 13.

21). im Gegensatz biochemisch aktivierten Sinneskanälen z. Die asymmetrische Verarbeitung von Geräuschen. die inneren machen nur ein Viertel aus „und doch sind vor allem sie es. Augustin 2007. Diese Auffassung scheint die Erkenntnis von Zucarelli zu stützen.u. sie erzeugen selber Töne. S. Dabei nutzten sie das Phänomen der otoakustischen Emission (OAE). Details der Untersuchung sind im Wissenschaftsmagazin Science vom September 2004 veröffentlicht (MU 2005. über die Stanislav Grof (Abenteuer der Selbstentdeckung. die das Gehör über Nervenzellen mit dem Gehirn verbinden. Michael H.B. 49-56) hebt die die erstaunliche Reaktionsschnelligkeit der „mechanisch empfindlichen Haarzellen des auditorischen Systems“ hervor: „Sie antworten im innerhalb von Mikrosekunden. Bei der genauen Untersuchung von 3000 Säuglingen während sechs Jahren haben Forscherinnen der University of California in Los Angeles und der University of Arizona herausgefunden. geht Tomatis (s. 19 . Bedeutung und Möglichkeiten musikmedizinscher und musiktherapeutischer Ansätze. S. Dieser ‚Rückschall’ erlaubt heute die präzise Messung der Hörfunktion. der zufolge „das menschliche Ohr nicht nur als Empfänger sondern auch als Sender“ von Klängen fungiert. im visuellen System. dass im linken Ohr Musik stärker verstärkt wird als im rechten und dass umgekehrt im rechten deutlich Sprache stärker verstärkt werde. S. Funktion der äußeren Haarzellen ist: „sie erzeugen die mysteriösen Emissionen. Die Emissionen spiegeln exakt die Sinnesverarbeitung im Innenohr wider.): Musik im Gesundheitswesen. Steigbügel) übertragen werden und von dort über das ovale Fenster die Innenohrflüssigkeit in Schwingung versetzen. dass die Vibrationen des Trommelfells auf die Gehörknöchelchen (Hammer. wobei Trommelfell und Gehörknöchelchen die Funktion eines Anpassungs. die in Millisekunden-Bereichen ansprechen“ (51). München 1987. „Tief aus dem Schneckengang schallt es in Richtung Trommelfell. Nervensyst.4. Amboß.1 Anmerkung zur Anatomie des Hörvorgangs Der Hörvorgang kann als vierfacher Transformationsvorgang schwingender Moleküle beschrieben werden: Akustische Vibration Außenohr Ohrmuschel Gehörgang Mechanische Vibration Mittelohr Trommelfell Ohrknöchelchen Flüssige Vibration Innenohr Cochlea Vestibulärsystem Neuronale Energie Hörnerv Gleichgewichtsnerv Zentr. Diese Theorie ist neuerdings durch Forschungen an der Technischen Universität München belegt worden. bei der das im Ohr vorverarbeitete akustische Material teilweise ins Außenohr wieder abgestrahlt wird. 137).) davon aus. wonach die Ohren von Wirbeltieren und den Menschen nicht einmal bei völliger Stille ihre Ruhe haben. 1989.) berichtet. Während man generell davon ausgeht. Sprache und Musik im Gehirn habe daher bereits im Ohr seinen Ursprung. 233 f.“ In der Schnecke gibt es innere und äußere Haarzellen (Corti-Zellen).und Ausgleichssystems erhalten (Alfred Tomatis 1987. Thaut (Wie lassen sich die Wirkungen von Musik auf das Nervensystem therapeutisch nutzen? In: Ralph Spintge (Hrsg. 101). St. verstärken eintreffende Schallwellen und übertragen sie auf die inneren Haarzellen“ (Bild der Wissenschaft Heft 12. dass der Schall im wesentlichen über die Vibration der Schädelknochen übertragen wird.

WEBER (2001, 422) weist darauf hin, dass Basilarmembran auf der dem ovalen Fenster zugewandten Seite schmal und unelastisch ist und im weiteren Verlauf breiter und elastischer wird. Daher müssen die Wanderwellen, die sich in der Cochlea bilden, vom Beginn der Schnecke an bis zu ihrem Ende eine bestimmte Form annehmen, die jeweils an einer Stelle eine maximale Amplitude aufweist. Dort ist die Reizung der Haarzellen am stärksten. Das Gehirn wertet diese Information aus, indem es Lautstärke, Tonhöhe und Dauer des Schallreizes rekonstruiert. Joachim Ernst Berendt schreibt dazu: „Wir haben etwa zweimal 18000 Haarzellen in unseren Innenohren. Prof. Spreng von der Universität Erlangen hat unter dem Elektronenmikroskop erkannt: Sie stehen da ausgerichtet nebeneinander in mehreren Reihen (...). Wenn eine Zelle durch den Ton angesprochen wird, richtet sie sich auf“ und leitet den Impuls an das Gehirn weiter. „Das interessante ist dies: Nicht nur die Zelle des Grundtones richtet sich auf, sondern auch die Zellen der Obertöne (...). Spreng sagt: Es sieht so aus als warteten sie schon darauf, dass auch sie angesprochen werden. Als machten sie sich bereit –in den Tausendstel Mikrosekunden, auf die es hier ankommt-, weil sie wissen: Jetzt komme ich an die Reihe. Das heißt also: Unser Ohr will harmonikal hören.“ Es sei „etwas Muskelartiges“ in den Hörzellen, und „H.P. Zenner von der Universität Tübingen und andere Forscher haben diese kleinsten Muskeln nachgewiesen. Muskeln haben mit Willen zu tun, in diesem Fall deutlich mit Willen zum Aufnehmen der Schwingungen möglichst in harmonikalen Abläufen. Es ist ein „Wille“ von immerhin fast 30000 kleinsten mikro-Muskeln im Kern unseres Hörvorgangs“ (1996, 368 f). Die neuro-physiologische Verarbeitung von Hörreizen beschreibt auch Juliane Ribke in ihrem Buch „Elementare Musikpädagogik. Persönlichkeitsbildung als musikerzieherisches Konzept“ (Regensburg 1995, S. 67-90); es würden sich im Laufe der prä- und postnatalen Kindesentwicklung eine „sensorische Urmatrix“ entwickeln, die eng mit einer psychischen verbunden ist; aus dieser neuro-physiologischen Gesamtschau entwickelt sie das Konzept einer ganzheitlichen Musikpädagogik (s.S.96). Weitere Informationen in dem Beitrag von Karl Heinz Plattig im Handbuch Musikpsychologie, herausgegeben von Herbert Bruhn u.a. (Reinbek 1993, S. 613 ff) Eine umfassende und grundlegende Einführung in die vielfältigen Aspekte des Hörens gibt das Buch: Jürgen Hellbrück: Hören. Physiologie, Psychologie und Pathologie, Göttingen 1993; interessant zu lesen und etwas populärwissenschaftlich und esoterisch geprägt ist das Buch: Joachim-Ernst Berendt: Das dritte Ohr. Vom Hören der Welt, Reinbek 1985 ders.: Das Leben – ein Klang, München 1996 Die ersten Kapitel aus dem Buch Robert Jourdain: „Das wohltemperierte Gehirn. Wie Musik im Kopf entsteht“, Heidelberg 1998 beschreiben sehr detailliert den Hörprozess und vor allem auch die äußerst komplexen Steuerungsmechanismen, mit denen sich das Ohr vor Schallüberflutung schützt. Muskeln an den Gehörknöchelchen versteifen sich bei zu hoher Schallenergie und verhindern so die Überlastung des Innenohrs (S. 29 f). Diese Muskeln dämpfen auch die Wahrnehmung der eigenen Stimme (S. 34 f). Im Innenohr gewährleisten Nervenbahnen, die vom Hörzentrum zur Cochlea zurückführen, das Zustandekommen von Feedbackschleifen, durch die wir störende Geräusche beim Zuhören ausblenden können (S. 35).

20

4.2

Anmerkung zur Musikwirkung bei Pflanzen

Lore Auerbach berichtet, wie unter dem Vorspiel von Ragas (25 Minuten pro Tag) Balsampflanzen nach ca. einem halben Jahr 72% mehr Blätter entwickeln und 20% höher gewachsen waren als Kontrollpflanzen ohne Musikvorspiel. Stoffwechselprozesse der Pflanze würden unter dem Reiz von Musikklängen oder rhythmischen Erschütterungen beschleunigt und um mehr als 200% zunehmen; durch Beschallung mit Hochfrequenzwellen wird Wachstum derart beschleunigt, dass eine zweimalige Ernte möglich erscheint. (Lore Auerbach: Musik als Massendroge, intervalle, Heft 4, 1982, S. 43); sie bezieht sich dabei auf: Peter Tomkins/Christopher Bird: Das geheime Leben der Pflanzen, Berlin/ München 1973, S. 137 - 139 ff). Über die Wirkung von Musik auf Pflanzen berichtet ebenfalls Joachim-Ernst Berendt in "Nada Brahma. Die Welt ist Klang", Reinbeck 1985, auf den Seiten 102 ff. Tonius Timmermann schreibt in seinem Buch „Die Musik des Menschen. Gesundheit und Entfaltung durch eine menschennahe Kultur“ (München 1994) - übrigens auch eine gute Gesamtdarstellung der Musiktherapie -: „In die Natur noch integrierte Menschen singen für die Pflanzen, weil sie überzeugt davon sind, dass sich dieser Kontakt zum Wohle ihres Wachstums auswirkt“ (125f) und merkt dann an: „Wie die Hopi - Indianer erfolgreicher waren als staatliche Agrarspezialisten mit modernster Ausrüstung kann man nachlesen in Duerr 1983“ (Duerr, Hans-Peter: Der Wissenschaftler und das Irrationale, Band 1, Frankfurt a. M. 1983 und ders.: Traumzeit, Frankfurt a. M. 1983) Neuerdings werden eigens zur Wachstumsförderung komponierte Musiken als Patent angemeldet. Der französische Physiker Joel Sternberger hat die Vibrationen, die beim Zusammensetzen des Proteins aus einzelnen Aminosäuren entstehen, durch vielfaches Oktavieren so weit transponiert, dass sie als Musik in unseren Hörbereich gelangen.

Bei der Beschallung mit diesen Melodien von drei Minuten pro Tag sollen Tomaten zweieinhalb mal schneller wachsen und auch süßer schmecken. (Bild der Wissenschaft 8/94, S. 12)

21

1988 untersuchte der chinesische Biophysiker Z. X. Zhu die Verteilung der Intensität und Leitfähigkeit von Schallwellen auf der Oberfläche von Pflanzen, wie Wassermelonen, Bananen und Kürbissen. Dabei zeigte sich in überraschender Deutlichkeit, dass sich die akustische Energie in gleicher Weise auf dem Pflanzenkörper verteilte, wie die elektromagnetische.

(Zhang und Kapteina: Biophysik und Musiktherapie, Siegen 2002)

22

Die Walgesänge reichen ebenso über sieben Oktaven und basieren ähnlich auf Skalen wie die menschliche Musik. Rimland und Edelson 1995). 1993. 23 . aber keineswegs im Wettstreit und auch nicht in aggressiver Absicht" (S. Sexual Behaviour) zwangsläufig weniger Zeit. Gähnen und Federstreichen bei sieben Tage alten Küken nach Musikbeschallung beobachten (146 f. obwohl unsere evolutionären Wege sich seit über 60 Millionen Jahren nicht kreuzten. wie auf den ursprünglich konditionierten Ton" (S. Sobald jedoch diese Veränderung das Schwingungsverhältnis 1 zu 2 (Oktave) betrug. insbesondere beim Vogelgesang besteht eine enge Beziehung zwischen Gesang und Sexualtrieb. S. Behavioural Process 60 / 2002. dass "Ratten auf die Oktave eines bestimmten Tones genauso konditioniert reagierten. der komplizierter Lieder trällert“ (Bild der Wissenschaft. erkannten die Ratten offensichtlich den Ton wieder. 4-9) wie folgt: "Bei Klassik waren die Mäuse besonders freundlich. die für die Steigerung der Aufmerksamkeitshaltung maßgeblich sind (vgl. 9). dass AIT (Auditory Integration Training. sozial und sexuell aktiv." (S.). Auf Rock bzw. bei einem bestimmten Ton eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Frösche benutzen den Resonanzraum von Baumhöhlen. Stuttgart 1992. reagierten die Ratten nicht. dass bei Kanarienvögeln (Serinus canaria) „neben der Größe und Stärke des Männchens auch sein Gesang großen einfluss auf die Beschaffenheit des Nachwuchses“ hat. berichtet über musikalische Aktivitäten bei Tieren: bei Fischen insbesondere den Buckelwalen. the neuro-affective foundations of musical appreciation. 133-155) konnten nachweisen. Auch konnten sie die Zunahme von gegenseitigem Kopfnicken. 23 ff). Der Die Virtuosität Vogelgesang zeigt sich in hoher Variationsbreite (z. drängt sich der Gedanke auf. wenn sie sich mit einem Vogel paaren. dass Ratten gelernt hatten. 147 f. die ähnliche Rhythmen wie menschliche Musiker verwenden und deren Gesängen ähnliche zeitliche Ausdehnungen aufweisen. Anschließend konnten in den Gehirnen der Tiere vermehrt bzw. Ihnen wurde an zehn aufeinander folgenden Tagen morgens und nachmittags jeweils 30 Minuten lang Musik aus Mozarts Krönungskonzert vorgespielt. Norderstedt 2005) . 19). 6) Spintge und Droh berichten in ihrem Buch "Musik-Medizin“. 2006. um ihren Gesang zu verstärken. vermindert Botenstoffe nachgewiesen werden. Wolfgang Bossinger (Die heilende Kraft des Singens. das bedeutet.3 Anmerkung zur Musikwirkung auf Tiere Die unterschiedlichen Formen des Sozialverhaltens bei Mäusen unter Einwirkung von klassischer Musik und Rockmusik kommentiert Klaus-Ernst Behne in seinem Aufsatz "Wirkungen von Musik" (Musik und Unterricht Heft 18. ein musikalisches Behandlungsprinzip für Autistische Kinder.4. Er zitiert die Walforscherin Patricia Grey mit den Worten: „In Anbetracht.B. dass Walmusik und menschliche Musik so viel gemeinsam haben. Rock 'n Roll reagierten sie "ausgesprochen aggressiv" und hatten für andere Tätigkeiten (Huddling. Weichen bekommen größere Eier und kräftigere Junge. Wir sind also nicht die Erfinder der Musik. sondern eher „Latercomers“ in der Musikszene“ (Gray übersetzt von Bossinger. steckten oft die Köpfe zusammen.). 23). 5). Forscher des Max Planck Instituts für Ornithologie haben herausgefunden. wenn dieser Ton in seiner Tonhöhe verändert wurde. (etwa so wie wir sagen das ist ein c und das ist ein hohes c) und reagierten Jaak Panksepp und Günther Bernatzky (Emotional sounds and the brain. auch bei Küken wirksam ist:. dass Musik der menschlichen Rasse vorausging. formalen Aufbau haben und musikalische Themen und Phrasen enthalten wie menschliche Kompositionen. bis zu 700 Töne pro Minute) hoher energetischer Intensität (vgl. 9.

24 .Gesang hat die Funktion von „Sozialem Kitt“. was insbesondere bei Affenpopulationen beobachtet wurde ((28).

Drei hatten vorher ein Rockkonzert besucht. als Musik Streß und Hörschäden bewirken kann sowie als süchtiges Verhalten schädlich sein kann. Wie Musik im Kopf entsteht“.. er kann aber unter Umständen erst nach einer halben Sekunde seine volle Wirkung entfalten. Das Mädchen hatte sich nahe bei den Lautsprecherboxen aufgehalten. dass ihnen selbst in Lautsprechernähe keine gesundheitlichen Schäden drohen (AZ 5 U 1324/00)“. Auf die Gefahren des süchtigen Musikverhaltens haben wir in unserem Buch „Musik und Malen in der therapeutischen Arbeit mit Suchtkranken“." (in: Musik und Unterricht Heft 18/1993) in der Fachliteratur berichtete pathogene Wirkungen von Musik zusammen.DM Schmerzensgeld. Im einzelnen heißt es: „Wem nach einem Konzert noch Wochen später die Ohren dröhnen.. Die Richter verurteilten den Veranstalter zu 9000. Sie können auch therapeutisch genutzt werden. Zu ergänzen wären diese Hinweise insofern. Das entspricht einer Schädigung. 1 25 . 1989. dass „’hochenergetische Niedrigfrequenzen’1 – also lautes Bassgedröhne – auch die feinen Bläschen in der Lunge zum Platzen bringen kann. Heidelberg 1998. insbesondere das Hören lauter Musik.Schäden behandelt haben. wie sie bei Industriearbeitern mit einer Dauerbelastung von 90 Dezibel und 40 Stundenwoche nach 10 Arbeitsjahren festgestellt wurde. Ein 4-stündiges Popkonzert etwa entspricht in seiner Belastung für das Ohr einer ganzen Woche Arbeit am Preßlufthammer (Sozialmagazin Heft 5. S. Zwar verfügt das menschliche Gehör über äußerst komplexe Steuerungsmechanismen. sieht man im Düsseldorfer Arbeitsministerium als Schadensquelle das Freizeitverhalten der Jugendlichen.4 Anmerkungen zum Thema: Schädliche Wirkungen von Musik beim Menschen Stefan Evers trägt in seinem Aufsatz "Wenn Musik krank macht. Da angeborene oder krankheitsbedingte Ursachen ausgeschlossen werden konnten.. Außerdem erschöpfen sich die Muskeln. S. beidseitiges Ohrenrauschen und Schwindelanfälle. S. dass belgische Lungenspezialisten vier Patienten mit Pneumothorax . Das Oberlandesgericht Koblenz gab einer 13-jährigen Besucherin Recht. weisen Einstellungsuntersuchungen von Berufsanfängern in Nordrhein-Westfalen nach. Bezüglich der Hörschäden. die durch das Hören lauter Musik verursacht werden. 6-9). Dieser Reflex wird eine hundertstel Sekunde nach Auftreten des Impulses ausgelöst. musikalische Halluzinationen und durch Musik ausgelöste Herzanfälle. Tiefe Frequenzen verändern den Schwingungszustand des Körpers. S. 10 f. es handelt sich dabei um musikogene Epilepsie. wenn das Ohr ständigem Lärm ausgesetzt wird. mit denen es sich vor Schallüberflutung schützt (Robert Jourdain: „Das wohltemperierte Gehirn. um bis zu zwei Drittel. 29 f). Gesundheitsmagazin 1/96. Deswegen nutzt er wenig bei plötzlich auftretenden Geräuschen wie Schüssen..-. dazu im Kapitel körperliche Reaktionen beim Musikhören. dass rund 100 von 4000 Jugendliche einen durchschnittlichen Innenohr-Verlust von etwa 30 Dezibel aufweisen. Der Ohrenarzt attestierte ihr eine Innenohrschädigung. da Besucher eines Rockkonzertes davon ausgehen dürften. Stuttgart 1993.“ Einer Notiz in der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ zufolge (3/2002.39 ausführlich hingewiesen.. die stationär behandelt werden mussten. die nach einem Konzert der Boy-Group NSYNC unter Hörschwierigkeiten litt. Muskeln an den Gehörknöchelchen ziehen sich „bei gefährlich lautem Schall reflexartig zusammen und vermindern damit die Schwingungsenergie . 32) erfüllt der Lärm bei Rockveranstaltungen den Tatbestand der Körperverletzung. S. Dazu wird erläutert. Ebenfalls aus dem Magazin „Bild der Wissenschaft“ (4/2005) stammt die Information. der vierte hatte eine extrem laute Stereoanlage in seinem Auto installiert.4. der hat Anspruch auf Schmerzensgeld. 32 .

und: im Buch „Musik und Malen in der therapeutischen Arbeit mit Suchtkranken“ befindet sich ab S. Opladen 2002 Ders. (Hg): Praxishandbuch Rockmusik in der Jugendarbeit. Münster. hier aus sozialpädagogischer Sicht anzusetzen habe ich im Aufsatz „Musik im Jugendhaus . Eva Frank-Bleckwedel (Musikhören. wie sie auch unter 100 Dezibel einen optimalen Sound erreichen können (MU 2006. 2004. Berlin 1995 Wolfgang Hering u. Allein in 2005 werden dadurch in Europa etwa 106 Milliarden Euro Kosten entstehen: www. und der betroffenen Lungenflügel kollabiert wie ein undichter Fußball (33). sozialtherapeutischen und musiktherapeutischen Arbeitens mit Rockmusik beschrieben. www. außerdem werden ihnen technische Finessen gezeigt. Opladen 1993 Elmar Nordmann: Musik in der Arbeit mit Jugendlichen. Wilfried Grüßinger: „Happy Nation?!? Jugendmusikkulturen und Jugendarbeit in den 90er Jahren. Hamburg 1994 Christian Spatscheck. Sie werden über die gesundheitlichen Folgen lauter Musik informiert. Neuere Literatur zum Thema Musik und Sozialpädagogik mit Jugendlichen: Hans Peter Jantzer und Wolfgang Krieger: Rockmusik in der sozialpädagogischen Gruppenarbeit. ein sehr mächtiges Stimulationsmedium“ dar (159).pdf Burkhard Hill: „Musik-Machen” in Gleichaltrigengruppen als sozialpädagogisches Angebot. die sich besonders darum bemühen. besonders. Möglichkeiten. Münster.a. wenn sie in hoher Lautstärke gehört wird. www.pdf Ders. Hamburg 1993 Elmar Nordmann und Thorsten Heimann: Rockmusik und Jugend. Im Rahmen einer bundesweiten Kooperation zwischen den Gesundheitsbehörden der Länder. 123-145 beschrieben.pdf Das EARACTION Projekt an der FH München unter der Leitung von Bernhard Kurz tritt der Gefahr von Hörschädigung entgegen. um junge Menschen besser gegen Hörschäden zu schützen. dem Bundesverband Deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe sowie der Techniker Krankenkasse können in Bayern Discjockeys einen Führerschein machen. Jedenfalls stelle „jugendzentrierte Populärmusik. 219 f) nennt folgend Initiativen. Hörschäden sind die Berufskrankheit Nummer 1. heben in ihrem Buch „Happy Nation?!? Jugendmusikkulturen und Jugendarbeit in den 90er Jahren (Frankfurt am Main 1997) lediglich die aktivierende Wirkung von sehr lauter und rhythmischer Musik hervor.: (2003). 103).musiktherapiesasp. Markus Nachtigall. Robert Lehenherr.de/material/forum/3. in: Theo Hartogh und Hans Hermann Wickel (Hrsg) Handbuch Musik in der Sozialen Arbeit.1.de/material/forum/3.de/material/forum/3. Siegen). S.: Punkmusik als Musik sozialpädagogischer Arbeit (Forum Musiktherapie und Soziale Arbeit. Frankfurt am Main 1997 Dieter Baake (Hrsg. präventiv auf das Hörverhalten junger Menschen einzuwirken: 26 .de (MU 2005. 89).4. Jeder vierte Jugendliche ist von Schwerhörigkeit bedroht.das Beispiel der pädagogisch initiierten Diskothek“ in: Klaus Finkel (Hrsg. unter anderem werden dort neuere Ansätze des sozialpädagogischen. Regensburg 1979.earaction. 253 ein Kapitel über suchtpräventive Musikpädagogik.).musiktherapie-sasp. www.Schuld sind die rhythmisch wechselnden Luftdruckwerte. Weinheim und München. Rockmusik-Machen mit straffällig gewordenen Jugendlichen zur Förderung sozialer Kompetenzen (Forum Musiktherapie und Soziale Arbeit. Rockmusikpraxis und Lebensbewältigung. Spatscheck u. Handbuch Musik und Sozialpädagogik. Siegen).musiktherapie-sasp. In Extremfällen kann das zu einem Pneumothorax führen: die Atemluft entweicht in den Brustraum.3.a.) Handbuch Jugend und Musik. die zu rauschartigen Zuständen führen kann. Opladen 1998 Karl Heinz Dentler: Party time.

Kampagne des Berufsverbands der HNO-Ärzte: “Take care of your ears“, www.fgh-gutes-hoeren.de/web/fgh_content/de/takecareofyourears.htm Wanderausstellung des Gesundheitsamts des Rhein-Neckar Kreises ;na HÖR mal“ Fortbildungsprojekt der Universität München: „Ganz Ohr Sein“. http://www.ganzohrsein.de/ Hessischer Rundfunk: Produktionen wie „ear-sinn“. http://www.br-online.de/br-intern/thema/earsinn/ Netzwerk Zuhören e.V. http://www.hr-online.de/website/extern/zuhoeren/ „Menschen, vor deren Schlafzimmer ein mittlerer Schallpegel von 55 Dezibel herrscht (etwa Zimmerlautstärke des Fernsehers), sind doppelt so oft wegen hohen Blutdrucks in Behandlung, wie Mitbürger, bei denen die Lärmbelästigung unter 50 Dezibel liegt (etwa Brummen des Kühlschranks)“ (Bild der Wissenschaft 7/2003, 50). Das ist das Ergebnis einer Studie des Robert Koch Instituts mit über 1700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (s. auch: Musiktherapeutische Umschau 3002, 191) „...das Risiko, an einem durch Lärm verursachten Herzinfarkt zu sterben, ist höher als die Gefahr, die von krebserzeugenden Autoabgasen ausgeht“ (Sonntag, Jan Peter: Akustische Lebensräume in Hörweite der Musiktherapie. Über das Sonambiente stationärer Betreuung von Menschen mit Demenz, MU 2005, 264). R.M. Schafer (Soundscape und akustische Ökologie. In: Akademie der Künste Hrsg.: Klangkunst, Katalog des Festivals Sonambiente. München 1996, 209-212) berichtet: „In China glaubte man an die magische Kraft der Klänge, und so gab es sehr früh ein gut durchdachtes System, das den Zustand der Musik mit dem des Universums gleichsetzte. Kaiser Wuudih (141-87 v. Chr.) gründete das „Amt für Musik“, dem die Beaufsichtigung sowohl der Riten als auch der musikalischen Unterhaltung oblag. Da eine wesentliche Aufgabe dieses Amtes in der Überwachung der musikalischen Stimmung aller Klänge bestand, gehörte es zum Kaiserlichen „Amt für Gewichte und Maße“ ... In einem Lieg etwa sollte mit jedem aufsteigenden Intervall ein absteigendes Intervall gleicher Größe einer „friedlichen und freudigen Tonfolge korrespondieren, um eine geregelte Regierung sicherzustellen“ (209 zit. bei Sonntag s.o.). Sonntag kennzeichnet die klangökologische Misere unserer Lebenswelt folgendermaßen: „Aufgrund einer zunehmend lauten, gleich klingenden Umwelt und dem daraus folgenden Mangel an „Hörenswürdigkeiten“ (Schafer) hat der Mensch allmählich das Ohr aus dem alltäglichen Wahrnehmungszusammenhang ausgekoppelt (267). Einem Bericht der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ (3/2006, 10) zufolge, überschreitet der Geräuschpegel mit etwa 60 Dezibel (laut geführtes Gespräch) deutlich die von der WHO empfohlene Höchstgrenze von 30 bis 35 Dezibel (lautes Flüstern): „Türen knallen, Schuhe quietschen auf den Kunststoffbelägen der Stationsflure, Telefone klingeln und moderne medizinische Geräte piepen und Surren. Da dies oft im Frequenzbereich der menschlichen Stimme geschieht, ist das Krankenhauspersonal gezwungen, lauter zu sprechen. Stefan Willich, ein Sozialmediziner an der Berliner Charité, befürchtet, „dass sich der hohe Geräuschpegel auf die Konzentration der Ärzte bei Operationen auswirken und auch die Gesundung der Patienten verzögern könnte.“

27

4.5

Biophysik des Musikerlebens

Indem die Musiker auf ihren Instrumenten spielen, bringen sie die Moleküle der sie und die Hörer umgebenden Luft in eine ganz bestimmte Ordnung, die wir als „Musik“ bezeichnen. Beim Hören wandeln wir die Vibrationen der Luft um; zuerst in mechanische Bewegungen des Mittelohrapparates, sodann in die auf- und ab brandenden Wellen der Innenohr - Flüssigkeit und schließlich zu neuronalen Energieflüssen im zentralen Nervensystem. Am Ende steht dann die Wahrnehmung: „Ich höre Musik“. Die Auffassung von Musik als geordnetem System, das die in Unordnung geratene, sprich die erkrankte Seele oder den Körper des Menschen wieder herstellt, wieder „in Ordnung“ bringt, geht u.a. auf die Forschungen des griechischen Philosophen Pythagoras zurück. Er fand in den Tonsystemen seiner Zeit den Aufbau des damals bekannten Planetensystems wieder. Diese als „harmonikal“ bezeichneten Abb. Strukturen sind durch das mathematische Verhältnis kleiner ganzer Zahlen bestimmt. Die Frequenzen (Obertöne), die den einzelnen Ton bilden, sind nach diesem Prinzip angeordnet. Und unser Gehör, ob musikalisch gebildet oder nicht, erkennt spontan, ob in dem gehörten Ton diese Ordnung gestört ist oder nicht. Im ersten Fall registriert es eine Trübung, Rauschen oder Unreinheit. Die auf diesen Erkenntnissen beruhende Ansicht, Musik sei ein Abbild der kosmischen Ordnung, wurde weitgehend als esoterisch abgetan. Sie hielt dem modernen Wissen über die planetarischen Gegebenheiten und das Weltall insgesamt nicht Stand. Jedoch Vertreter der Teilchenphysik haben harmonikale Verhältnisse im Mikrokosmos der Atome aufgezeigt, so dass Musikhören durchaus wieder als Vorgang mikrostruktureller Ordnung und Umordnung aufgefasst werden kann. Daraus resultiert die Idee, die umfangreichen Forschungen über die physische, psychosomatische und psychische Wirkung der Musik auf den Menschen in Beziehung zur Biophysik lebender Systeme zu bringen. Dabei konnten wir zeigen, dass sich die Charakteristik der Energieverteilung im elektromagnetischen Feld des menschlichen Körpers im Sinne der durch die Musik gegebenen Verhältnisse ändert. Lebende Systeme und Musik sind dissipativ strukturiert. Das heißt, sie verlaufen im Prinzip wie ein Wasserfall oder eine Quelle. Die dissipative Struktur kann nur bestehen, so lange die Wasserzufuhr von oben anhält. Mit anderen Worten: der Wasserfall verströmt - „dissipiert“ständig Energie. Auch die Flamme einer Kerze hat eine dissipative Struktur, die nur bei ständig andauernder Energiezufuhr besteht und ständig Energie verströmt. Demgegenüber sind statische Strukturen Merkmal ganz gewöhnlicher Dinge, wie etwa ein Gebäude, ein Berg, auch ein Auto, ein Zug oder eine Rakete. Auch sie können in schneller Bewegung sein und Energie verbrauchen. Jedoch im Gegensatz zu dissipativen Strukturen können sie Ruhezustände einnehmen, die sie nicht in ihrem Fortbestand gefährden. Man kann das Auto in eine abgeschlossen Garage stellen, ohne dass es dadurch seine Existenz verlöre. Solche Isolierung wirkt sich auf alle dissipativen Strukturen katastrophal aus: der Wasserfall etwa würde augenblicklich verschwinden, wenn er von seinem Fluss getrennt würde. Dissipative Strukturen sind also „vital“, während die statischen Strukturen „tot“ sind. 28

Dissipative Strukturen finden sich nicht nur im molekularen, zellulären und organischen Bereich des lebenden Organismus sondern auch in den psychischen und sozialen Wechselwirkungen seines Umfeldes. Sie machen auch das Wesen musikalischen Spiels, insbesondere der musikalischen Improvisation aus, welches Drewer als „Suchbewegung“ zwischen Chaos und Ordnung bezeichnet, die besonders in den musikalischen „Polaritäten von Konsonanz und Dissonanz, Harmonie und Disharmonie“ u.s.f. zum Ausdruck kommt (2000, 83). Ein Sonderfall im Bereich der dissipativen Strukturen sind stehende Wellen. Die nebenstehende Abb. 2 zeigt, wie der zwischen zwei Polen gespannte Faden durch einen Motor in Schwingung gebracht wird. Je nach Energiezufuhr bilden sich einfachste stehende Wellen, welche die Länge des Fadens im Verhältnis kleiner ganzer Zahlen (1:2:3) einteilen. Das ist das Prinzip, nach dem alle Saiteninstrumente funktionieren. Beim Musizieren wird die Länge der Saite durch die Finger des Musikers gesteuert (Abb. 3) Der Musiker bewegt ständig seine Finger, um besondere stehende Wellen in verschiedenen festgelegten Frequenzen in bestimmter Zeit aufzubauen und so die gewünschte Musik hervorzubringen. Jede der abgegriffenen Saitenlängen bringt neben der Grundfrequenz f1 die Frequenzen des Obertonspektrums f2-n hervor. Bei den verschiedenen Instrumenten treten Abb. unterschiedliche Kombinationen und Stärken dieser Obertöne auf, was wir als „Timbre“ oder „Klangfarbe“ wahrnehmen und woran wir den Klang einer Violine von dem einer Gitarre unterscheiden können. Abb. Bei Blasinstrumenten bilden sich die stehenden Wellen durch die vom Bläser mit seinem Atemstrom erzeugte Energie, welche auf die im Resonanzhohlraum des Instruments 29

Abb.

Gewissermaßen ist es so. Von dem Phänomen. sich die Addition beim Vorgang der Überlagerung vorzustellen und zu verstehen. Abb. In diesem Fall ist die Folge der Überlagerung eine neue Welle mit Nullamplitude. 4 zeigt. und sie werden e i n Fleisch sein“ (Genesis 2. Ein weiteres extrem ungewöhnliches Beispiel in der Welt der Wellen ist die Überlagerung zweier Wellen Abb. sondern auch bei mehreren Wellen möglich. Vielleicht so. zu einer einzigen Person von doppelter Größe verschmelzen. die zusammen auf einem Sofa sitzen. entsteht als Folge der Überlagerung eine neue Welle mit größerer Amplitude als Summe der beiden Ausgangswellen. wie die Bibel die Vereinigung von Mann mit seinem Weib beschreibt: „. In der Realität liegen die meisten Überlagerungen und Interferenzen irgendwo zwischen diesen beiden Extremfällen. 30 . war bereits bei den musikalischen Obertönen die Rede. ganz anders als das gewohnte 1 + 1 = 2 in der Welt der Teilchen. In der Sprache der Mathematik haben die beiden Wellen einen Phasenunterschied von genau 1π (180°). Natürlich ist die Überlagerung von Wellen ist nicht auf zwei Wellen beschränkt. Grundsätzlich gibt es dabei die Möglichkeit. Sie können sich „überlagern“. Sie bilden eine „konstruktive Interferenz“. Abb.befindliche Luft einwirkt. als ob zwei Personen. wie die die jeweilige Länge des Rohres die Grundfrequenz der darin befindlichen stehenden Welle bestimmt. Wenn zwei Wellen mit gleicher Wellenlänge in gleicher Phase denselben Platz einnehmen(Abb. obgleich es ein wenig befremdend ist. Dabei entstehen komplizierte periodische oder auch aperiodische Kurven. so dass sie sich gegenseitig auslöschen. 5). dass sie sich zu einer neuen Welle addieren oder einander auslöschen und ganz und gar in nichts auflösen können.. denn die Wellenberge der einen treffen genau auf die Wellentäler der anderen Welle.. 25). dass die Arithmetik in der Welt der Wellen 1 + 1 = 1 lautet. Physikalisch ausgedrückt: sie bilden eine „Interferenz“. 6). Abb. Die arithmetische Darstellung lautet 1 + 1 = 0. mit gegensätzlichen Phasen (vgl. Es ist nicht schwierig. dass zwei Wellen denselben Platz einnehmen können.

welches sich aus der Viel31 Abb. Diese Herangehensweise hat beträchtliche Erfolge auf dem Gebiet der Medizin hervorgebracht. wenn man die Energieverteilung innerhalb des Körpers misst und graphisch darstellt. Dem gemäß ist die übliche Herangehensweise an den lebenden Organismus die des Sezierens. die durch die Komposition bestimmt ist. diese wiederum bilden die festen. also die Energiequellen akustische Schwingungen erzeugen. Das ändert aber nichts daran. umgekehrt eine komplizierte Welle als Überlagerung mehrerer einfacher Wellen dargestellt werden kann.Abb. Isolierens und des Katalogisierens. flüssigen und gasförmigen Bestandteile des Körpers. So wie sich bei einem Klarinettenton eine Vielzahl von einzelnen sich überlagernden Frequenzen eine schwingende Einheit bilden. Sie ist so lange vorhanden. aus denen sich Zellen und Organe zusammenfügen. Ähnliche Kurven entstehen. bzw. oder Substanzen oder Enzyme oder Gene u.s. Das heißt. insbesondere auf dem Gebiet der Bekämpfung von Krankheitserregern und der Chirurgie. diese aus Knochen. nämlich den Ton der Klarinette. Muskeln. man zerlegt das System in seine kleinsten Teile. Gleiches geschieht in jedem lebenden System. die sich in äußerst vielschichtiger Komplexität zur charakteristischen unsichtbaren und unhörbaren dissipativen Struktur eines elektromagnetischen Feldes verbinden. Die heterogene Verteilung akustischer Energie im Konzertsaal ist eine unsichtbare dissipative Struktur. Außerdem gibt es innere Organe. so dass schließlich der ganze Körper vorhanden ist. die für diese Störung verantwortlich sind. Wir sind gewohnt. 7 zeigt. Sinnesorgane etc. welches von den Erkenntnissen der modernen Physik über die Elementarteilchen längst überholt ist. Sehnen etc. wie die Musiker spielen. Danach ist Materie ebenfalls dissipativ und nicht statisch strukturiert. bzw. Diese Sichtweise entspricht der traditionellen naturwissenschaftlichen Auffassung von Materie als statischer Struktur. das Ganze als Addition von materiellen Einzelteilen zu verstehen: der Körper besteht aus Gliedmaßen. Atome. Die daraus resultierende Ausfassung vom lebenden System als einem elektromagnetischen Feld. Um die Funktion. . die Störung eines lebenden Systems zu verstehen. als vermeintlich kleinste Bausteine der Materie bilden die elementarsten und energiereichsten dissipativen Strukturmuster. wie bei Überlagerung vieler sinusförmiger Wellen eine komplizierte neue Kurve entsteht. um es zu verstehen. Die Energie wird im Konzertsaal auf diejenige charakteristische Weise verteilt. so verbinden sich viele verschiedene Töne der Klarinette zur Melodie und viele Melodien und Töne einer Vielzahl von anderen Instrumenten zu einer Sinfonie. also auch im menschlichen Körper: Eine nahezu unendliche Vielzahl von Oszillatoren erzeugt Schwingungsmuster. werden Organe identifiziert. die kombinieren sich in molekularen Gruppen zu übergeordneten Strukturen. dass sie auf einem Materieverständnis beruht. Bei jedem einzelnen Ton wird Energie in komplexe akustische Schwingungsmuster umgesetzt.f. welches wir als den „Zustand des Systems“ wahrnehmen. Es handelt sich hierbei um die graphische Darstellung des Tones einer Klarinette.

Den zweiten Zustand verkörpern Soldaten einer Ehrengarde. die nicht sezierend sondern als ganzheitlich kommunikativ interagierend bestimmt ist. Demzufolge kann ein komplexes System mit allen seinen Untersystemen sich in drei verschiedenen Zuständen befinden: Der erste Zustand kann mit einer Gruppe Kinder im Kindergarten ohne Aufsichtsperson verglichen werden. Wäre die Kombination der Frequenzen in einem Musikstück so perfekt chaotisch wie die Kinder im Kindergarten. noch in so perfekter Ordnung wie die Soldaten in der Ehrengarde. und wir können sehen. im Idealfall „weißes Rauschen“. vergleichbar mit den Soldaten in der Ehrengarde. obwohl das Zustandekommen ihrer Wirksamkeit bisher nur unzureichend verstanden wird. Um die sich so vielfältig und vielschichtig beeinflussenden Interferenzmuster im lebenden System zu verstehen. 8). Auf die Musik übertragen wäre bei der höchsten Ordnung nur eine akustische Frequenz vorhanden. nämlich zur selben Zeit alle dasselbe zu machen. Das Bild ist dynamisch und harmonisch zugleich. Die Tänzer sind weder so chaotisch wie die Kinder im Kindergarten. In einem solchen „Zustand perfekter Ordnung“ haben einhundert Soldaten nur einen Grad der Freiheit. Das wäre lediglich ein ausgezeichneter Frequenzgenerator. so entstünde Abb. Das wäre aber keine harmonische Musik. Den dritten Zustand verkörpern die Tänzer in einem Ballett (Abb. wie zum Beispiel bei Homöopathie oder Akupunktur. die im Verlauf der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts im Bereich der Chaosforschung entwickelt wurden. wie das Verhältnis zwischen den Tänzern in einem Ballett. Im ersten Fall werden Schwingungsmuster als Informationsträger verstanden. Diese Soldaten befinden sich in perfekter Ordnung. sie gleichen einander genau und sind wie eine Person. der Schwingungszustand des Organismus beeinflusst. das weiterer Konkretisierung bedarf. die als besonders relevant für die Charakteristik des Interferenzmusters bekannt sind. 32 . in dem alle hörbaren Frequenzen ähnlich laut hörbar vertreten sind. wie man gemeinsam spielt. hat eine andere Herangehensweise zur Folge. Diese Behandlungstechniken haben sich über Jahrhunderte bewährt und werden auch in der westlichen Medizin zunehmend anerkannt. Daher herrscht im Kindergarten ein fast perfekt „chaotischer Zustand“. Die Ehrengarde befindet sich daher im „Zustand höchster Ordnung“ (Kristallzustand). um zu wissen.zahl unterschiedlichster Schwingungsmuster zusammensetzt. die durch die in Heilsubstanzen enthaltenen Informationen beeinflusst werden. Das Bild des Balletts ist dynamisch. Harmonie gibt es also weder in der perfekten Ordnung. Wissenschaftler sprechen von einem „Kohärenzzustand“. so muss das Verhältnis zwischen den verschiedenen Tönen und zwischen den einzelnen Frequenzen kohärent sein. In einem solchen chaotischen Zustand haben einhundert Kinder einhundert Grade der Freiheit. haben sich holistische mathematische Prozeduren als hilfreich erwiesen. Soll Musik „harmonisch“ klingen. sie bewegen sich aber noch auf einem theoretischen Niveau. Unsere bisherigen Ausführungen machen ihr Funktionieren zwar plausibel. dass Kohärenz schlicht Harmonie ist. ein Geräusch. noch im Chaos. Die Kinder sind zu klein. Bei der Akupunktur wird durch mechanische oder auch elektrische Manipulation an bestimmten Stellen des Körpers.

Abb.. Ihr liegt die Hypothese zu Grunde. sodann wie Tänzer 1 und 2 ihren gemeinsamen Freiraum gestalten (=1).703.600.205.750...229. 33 .1 Bei sechs Tänzern: 1 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 = 127 = 26 . 9 befindet sich eine Gruppe von Tänzern......1 Bei drei Tänzern: 1 + 1 + 1 = 7 = 2³ ........228. wenn sie sich in perfekter Harmonie befinden.401. 10 nochmals anhand von drei Tänzern graphisch verdeutlicht werden: Abb..228.Mathematisch formuliert bedeutet der chaotische Zustand: 1 + 1 = 2..600. Interessanterweise haben die Mathematiker früherer Generationen wichtige Methoden zur Beschreibung der drei markanten Zustände ... Der höchst mögliche Kohärenzgrad für drei Tänzer kann folglich mit „3+1+1+1+1=7“ dargestellt werden....205.Chaos.750...1 Und bei einhundert Tänzern: 1 + 1 + 1 + ..750..229.....375 Grade der Freiheit haben.. dass die 100 Tänzer 126.. würde mathematisch folgendermaßen darzustellen sein: Bei zwei Tänzern: 1 + 1 = 3 = 2² . der Kristallzustand: 1 + 1 = 1 und der Kohärenzzustand: 1 + 1 = 3.....401. lange bevor die Wissenschaft sich mit der Harmonie befasst hat..205.....375 verschiedene Kombinationen einnehmen können oder 126.. Das.. noch ein wenig weiter entwickeln. interagierenden oder sonst wie miteinander in Beziehung stehenden Systeme übertragen werden...... Auf Abb..... ebenso wie Tänzer 2 und 3 dies tun (=1) sowie Tänzer 1 und 3 (=1) und schließlich wie alle drei gemeinsam zusammenwirken (=1).. Kristall und Harmonie gefunden. 11) entspricht der sog..401. + 1 + 1 = ? | | 100 2100 -1 = 126. was das Wesen des Tanzes ausmacht..703.. Der Chaos Zustand (Abb......... Gauß-Verteilung. Die Zahl der möglichen Kombinationen bei drei Tänzern ergibt sich aus der Art wie jeder einzelne Tänzer seinen Freiraum gestaltet (=3).....375 Das bedeutet.228.229. Dieses „Wunder der Harmonie“ soll mit Abb... dass die Messwerte durch unendlich viele voneinander unabhängige Faktoren beeinflusst werden.1 Bei vier Tänzern: 1 + 1 + 1 + 1 = 15 = 24 ......703... wollen wir die entsprechende Arithmetik Abb.. Diese Berechnungsmethode kann nun auf alle kooperierenden..... Da wir es in der Musik ebenso wie im lebenden System vorwiegend mit kohärenten Zuständen zu tun haben..1 Bei fünf Tänzern: 1 + 1 + 1 + 1 + 1 = 63 = 25 ..... der die einzelnen Personen miteinander verbindet.600.

1 34 . Es ist klar. aus einem ideal chaotischen System mit unendlich vielen Elementen stammt. Sie entspricht einer asymmetrischen Kurve. Die Darstellungen auf dieser Seite setzen das zuvor beschriebene mathematische Prinzip zur Feststellung des Kohärenzgrades um. Die Koordinaten weisen in der Horizontalen die an Elektroden gemessenen Stromflüsse aus und in der Vertikalen die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens.Die Gauß-Verteilung geht also von einem Zustand aus. denn sie bezieht sich auf lebende Systeme und auf das Konzept der Harmonie. Im Vergleich zur symmetrischen GaußVerteilung ist der Gipfel ausgeprägt und nach links verschoben. 13): Abb. wie wir ihn mit den Kindern ohne Aufsichtsperson beschrieben haben. 14). dass die Messwerte vieler physiologischer Systeme nicht in die Gauß-Verteilung. dass eine Gruppe von beispielsweise einhundert Messwerten. die Abb. Die Logarithmische NormalVerteilung wurde zunächst kaum beachtet. Praktisch gilt. Sachs 1969 herausfand. Erst als der deutsche Mathematiker L. 121) passen. Demgegenüber wird der Kristallzustand auch als Delta-Verteilung beizeichnet und als Kurve mit einem einzigen Messwert dargestellt. in das wir den Zustand eines Patienten einordnen können. Wir benötigen aber eine solche Verteilung zur Berechnung. also grundsätzlich immer auftritt (Abb. dass dies auf ein lebendes System nicht zutreffen kann. von Messwerten ist jedoch die Logarithmische Normalverteilung (Abb. Die wichtigste Wahrscheinlichkeitsverteilung Abb. der mit höchster Wahrscheinlichkeit. perfekt in die Gauß-Verteilung (Abb. als Koordinatensystem.

1994 hat Chang Lin Zhang den mathematischen Beweis geführt. Rezeption von monochromen Klängen (Monochord). Damit können Schönheit und Harmonie in der Musik. Gauß-Verteilung (Chaos-Zustand) schwarz und Logarithmische Normalverteilung (harmonischer Kohärenzzustand) grün dargestellt. Bei gegenläufigen Ergebnissen machten Interviews mit den betroffenen Personen individuelle. wurde sie vermehrt herangezogen. um den Zustand von lebenden Systemen darzustellen. Abb. 15 Abb.sondern in die Logarithmische Normalverteilung passen. Klangmassage mit Klangschalen. sondern auch von Wissenschaftlern mit streng mathematischen Formeln. Auf den Abb. praktischen Messungen und quantitativen Berechnungen beschrieben werden. Singen (Chanten von Vokalen. verändern. 15 und 16 sind Delta-Verteilung (Kristallzustand) rot. in einem Ballett und in Lebewesen nicht mehr nur von romantischen Poeten mit Worten. In verschiedenen Messreihen haben wir untersucht. Weitere Messreihen wurden nach dem Vorher – Nachher . Fast alle bisherigen Ergebnisse zeigen mehr oder weniger deutliche Verschiebungen der Daten in Richtung Logarithmischer Normalverteilung (wie in Abb. Die musikalische Erfahrung bestand in der aktiven Teilnahme an einer Folkloretanz Gruppe (vgl. Obertongesang). das sich aus unendlich vielen Elementen zusammen setzt. dass die Beziehung der Elemente dieses Systems 1 + 1 = 3 ist. Am ausgeprägtesten sind die Veränderungen beim Tanzen und Obertonsingen. wie musikalische Situationen den Körperzustand Abb. Die Software analysiert die Ergebnisse nach den zuvor geschilderten mathematischen Prinzipien. Kapteina 2000 und 2004). 15 und 16 dargestellt. Das Messgerät bringt einen elektrischen Strom in den Körper ein und misst an 128 Elektroden Frequenz und Stärke des austretenden Stroms. die ein schönes Ballett beschreibt. 16 den Zustand nach der Erfahrung. Wenn also die Messwerte aus einem System in die Logarithmische Normalverteilung passen. bildet des Zustand der Versuchsperson vor der musikalischen Erfahrungen ab. Das ist die ungewöhnliche Arithmetik. Abb. unabhängig zu bleiben und doch alle Möglichkeiten zur Kooperation mit den anderen Elementen besitzen. biogra35 . Improvisation mit Trommelrhythmen in der Gruppe. die alle die Fähigkeit haben. Die blauen Balken geben die gemessenen Werte an. die unterschiedliche musikalische Erfahrungen machten: Rezeption von Musikaufnahmen.Prinzip mit Teilnehmern durchgeführt. dass die Logarithmische Normalverteilung einem System entspricht. zeigt das.

den Klang des Monochords als bedrohlich erlebt zu haben. in denen die Versuchsperson den Klängen zuhört. So waren zum Beispiel die Daten von zwei Personen bei insgesamt 20 nach dem Anhören des Monochords auf einer Klangliege überdeutlich in Richtung Gauß-Verteilung gewandert. das sie aus ihrer Kindheit kannten. Zur Zeit wird die Hardware des Messinstruments neu gestaltet. Er erinnerte sie an das Geräusch von herannahenden Bombern. Generell müssen die biophysikalisch gewonnenen Daten durch Interviews mit dem psychosozialen Kontext der untersuchten Personen in Beziehung gebracht werden. Beim anschließenden Interview gaben beide an. Hier sehen wir das Messergebnis vor dem Hören von Klängen des 26-saitigen Monocords: Dieser Verteilung entspricht die Verteilung der Frequenzen eines geräuschhaften Klanges: Nach ca. so dass in Zukunft auch offline und prozessbegleitend gemessen werden kann. wird die folgende Verteilung der Stromflüsse gemessen: 36 . fünf Minuten.phisch bedingte Bewertungen der musikalischen Situation deutlich.

Die Abbildung des Frequenzspektrums etwa eines Altsaxophon Tones macht das deutlich: 220 Hz Lautstärke 440 Hz Das Prinzip der harmonikalen Anordnung von Frequenzen.Aus anderen Untersuchungen ist bekannt. etwa nach Meditationsübungen. dass die Anordnung der Stromflüsse nach der Log-normal Verteilung große Ähnlichkeit mit der Anordnung der Frequenzen des reinen Tones aufweist. Wirklich überraschend war für die Biophysiker. dass das erste Messergebnis bei Stresszuständen auftritt. das zweite bei entspannter Aktivität. schematisch dargestellt für den Ton „a“ 660 Hz 880 Hz 1100 Hz 1320 Hz 1540 Hz Frequenz 37 .

In: Hartogh.): Schwingung und Gesundheit. Schreiber. wie das in der Musik der Fall ist. C. Die Wellen können nach stehendem Prinzip angeordnet sein.) (1996) : Current Development of Biophysics. die sich zu vielschichtig kombinierten Wellen verbinden. L. Der Hintergrund der ältesten Heilverfahren und das jüngste Kapitel der modernen Biologie. 18-21 Zhang. 15-25 Zhang. C. Hans Hermann (Hrsg): Handbuch Musik in der Sozialen Arbeit. Literatur: Drewer. Klug. (2007): Der unsichtbare Regenbogen und die unhörbare Musik. Hartmut (2000): "Im Tanz das Leben spielerisch gelingen lassen". In: Wolfgang Bossinger und Raimund Eckle (Hrsg. Der Energieverlust bei solchen stehenden Wellen ist wesentlich geringer als bei Wellen. C. Wickel. (2002): Invisible Rainbow and Inaudible Music: The Dissipative Structure of Electromagnetic Field in Living Systems Zhang. Hangzhou. L. Weinheim. Hangzhou University Press. Theo. Frontier Perspectives 11 (2). Hartmut. Hartmut. Traumzeit Verlag 2008.Die Idee. 415-426 Kapteina. Ingeborg Hrsg. C. (2001): Dissipative Structure of Electromagnetic Field in Living Systems. Hans-Dieter (2004): Musik in der stadtteilorientierten Sozialen Kulturarbeit. L. Changlin Zhang Forschungen über Biophysik und Musiktherapie. Body Conductivity (On the Background of Electromagnetic Measurement on Skin). die unsymmetrischer Anordnung auf die Raumgrenzen treffen. basiert auf der Vorstellung. Crossen. dass alle Materie aus vibrierenden Teilchen besteht. welche der Biophysik des Hörens zugrunde liegt. welche Schwingungsform im Organismus überwiegt und sie zeigen gleichzeitig. Die dissipative Struktur des elektromagnetischen Feldes in Lebewesen. München 38 . Martin (2000): Gestalt – Ästhetik – Musiktherapie. Die nebenstehende Abbildung zeigt diesen Schwingungszustand. (2002): Skin Resistance vs. L.): Ressourcenorientierte Musiktherapie. et al (Hrsg. Beim Musikhören gilt dieses Prinzip sowohl in akustischer Hinsicht (die schwingende Luft im Raum) als auch in körperlicher Hinsicht (schwingende Moleküle in den einzelnen Organen). Bettina. 131-145 Zhang. Christoph. MISAHA Newsletter #32-35. L. ( in English ) Zhang. Münster Kapteina. bei dem die einzelnen Frequenzen in symmetrischer Anordnung von den Begrenzungen des Raumes reflektiert werden. Stein. In: Schwabe. Folkloretänze in Therapie und Prävention. wie die musikalischen Klänge die Schwingungsverhältnisse in den Zellen und Organen des Körpers verändern. 394-414 Kapteina. Die oben dargestellten Stromflussmessungen geben darüber Auskunft. C.

4.6

Neurophysiologische Prozesse beim Musikerleben

Den aktuellen Stand der Forschungen fasst Stefan Koelsch in einem Artikel der Musiktherapeutischen Umschau (2005, 365-381) wie folgt zusammen: Bei der Wahrnehmung von Musik laufen komplexe Handlungsfunktionen ab: 1. akustische Analyse 2. auditorisches Gedächtnis 3. auditorische Gestaltbildung sowie Verarbeitung musikalischer Syntax und Semantik;außerdem: 4. Effekte auf Emotionen 5. das vegetative Nervensystem 6. das Hormon- und das Immunsystem und schließlich kann 7. Aktivierung (prä-)motorischer Handlungspräsentationen (vgl. 365). Spintge und Droh weisen in ihrem Buch: Musik - Medizin, Stuttgart 1992, darauf hin, dass zentrale Musikverarbeitungsprozesse in beiden Hirnhemisphären ablaufen. „Linkshemisphärische Leistungen sind dabei vor allem die Verarbeitung von Lautstärke, Klangfarbe, musikalischen Intervallen, Akkorden, Tondauer, Tonhöhe, Takt, Rhythmus. Rechtshemisphärische Leistungen sind insbesondere die Wahrnehmung von Tempoänderungen und der Ausdrucksmodalität von Tonhöhen“ (S. 17, ebenfalls s. S. 243 ff und Christoph Fassbender in Handbuch Musikpsychologie, hrsg. v. Bruhn u.a. 1993 S. 622 ff.). Geschlecht, Händigkeit, Spielen eines Instruments haben entscheidenden Einfluß auf die Lokalisation der Hirnaktivität beim Musikerleben. Helmuth Petsche hat nachgewiesen, dass beim Musikhören Frauen ihre linke und rechte Hirnhälfte wesentlich intensiver verschalten als Männer (Bild der Wissenschaft, Heft 12/1989, S. 17; auch 5/1996, S.46 ff: Bei Frauen arbeiten während des Redens beide Gehirnhälften, Männergehirne steuern das Sprechen nur im linken Hinterkopf; ebd. 10/2002, S. 72: beim Zuhören von vorgelesenen Geschichten arbeitet bei Männern „nur das Areal zur Sprachverarbeitung im linken Schläfenlappen. Bei weiblichen Testpersonen arbeiteten zusätzlich die Bereiche der rechten Hemisphäre, die für nichtsprachliche Höreindrücke zuständig sind, etwa für Musikverarbeitung und damit verbundene Vorstellungen). Auch interkulturelle Unterschiede spielen eine Rolle: "So findet die musikalische Verarbeitung westlicher Musik bei Japanern bevorzugt in der rechten Hirnhemisphäre statt, wohingegen japanische Musik bevorzugt linkshemisphärisch verarbeitet wird. Bei westlichen Probanden ist die Lateralität genau umgekehrt." Die Ursache dafür wird vor allem in der "durch Vokale geprägten japanischen Sprache" gesehen. (Spintge/Droh, S. 18) Helga de la Motte-Haber fasst im Handbuch der Musikpsychologie (Laaber 1985, S. 21 - 23) den Stand der Forschung so zusammen, dass für das Musikhören „beide Verarbeitungsmodalitäten der Hemisphären von Bedeutung sein“ können. „Denn deren grundsätzlich verschiedene Arbeitsweisen - rechts findet eine mehr holistisch-ganzheitliche Gestalterfassung und links ein mehr analytisch-begriffliches Denken in der Reihenfolge statt ist in vollem Umfang zumindest für das Verständnis jener Musik nötig, deren syntaktische Bedeutung den analytisch zergliedernden Verstand voraussetzt“ (S. 23).

39

Ein Musikstück aktiviert das Gehirn bei jedem Hören anders, fanden ameri• Intelligenz • Intuition kanische Wissenschaft• Rationalität • Gefühl ler. Ihre Beobachtung sei • Yang (männlich) • Yin (weiblich) gleichzeitig der erste • Bewusste Vorgänge • Unbewusste Vorgänge • Intellektuelle Einsicht • Emotionale Verarbeitung handfeste Beweis für die • Analytisches Denken • Ganzheitliche Betrachtung schon lange gehegte • Abstrakte Begabung • Künstlerisch, kreativ Vermutung, dass das Ge• Zeit • Raum hirn auch gleiche Infor• Aktivität • Passivität • Digital • Analog mationen auf eine dyna• Analyse von Worten • Sprach- u. Sinnerkennung mische Weise immer • Sprache • Musik wieder neu verarbeitet, • Zeitliche Abläufe • Zeitlosigkeit schreiben sie im Magazin "Science" (Bd. 298, S. Quelle: http://www.medicrossover.de/abhoer.htm 2167). Die Forscher vom Dartmouth-Zentrum für kognitive Hirnforschung haben verschiedenen Testpersonen ein kompliziertes Musikstück vorgespielt, das innerhalb von acht Minuten alle Tonarten der westlichen Musik durchläuft. Gleichzeitig beobachteten sie die Aktivität im Gehirn der Probanden mit einem bildgebenden Verfahren. Die musikgeübten Versuchspersonen sollten während der Sitzungen eine bestimmte Melodie und einen Instrumentenwechsel aus dem Stück heraushören. Zur Überraschung der Forscher aktivierte das gleiche Musikstück bei den Testpersonen bei jedem Hören andere Areale im Gehirn. Mit Hilfe statistischer Methoden konnten die Wissenschaftler dennoch ein Zentrum im Gehirn ausfindig machen, das sich offenbar mit der Analyse von Musik beschäftigt. Während Melodien zunächst in Hirnregionen hinter den Schläfen verarbeitet werden, befindet sich das höhere Analysezentrum direkt hinter der Stirn, im so genannten rostromedialen Stirnhirn. Dieses Zentrum ist Wissenschaftlern schon länger bekannt als eine Region, in der das Gehirn emotional bewegende Eindrücke mit vernünftigen Erwägungen in Einklang bringt. Warum ausgerechnet diese Region auch Musik analysiert, konnten die Forscher jedoch nicht klären (Bild der Wissenschaft 12, 2002).
Linke Gehirnhälfte Yang (männliches Prinzip) Rechte Gehirnhälfte Yin (weibliches Prinzip)

Bei der genauen Untersuchung von 3000 Säuglingen während sechs Jahren haben Forscherinnen der University of California in Los Angeles und der University of Arizona herausgefunden, dass im linken Ohr Musik stärker verstärkt wird als im rechten. In rechten werde deutlich Sprache stärker verstärkt. Die asymmetrische Verarbeitung von Geräuschen, Sprache und Musik im Gehirn habe daher bereits im Ohr seinen Ursprung. Details der Untersuchung, die unter Verwendung der otoakustischen Emission (OAE) durchgeführt wurden, bei der das im Ohr vorverarbeitete akustische Material teilweise ins Außenohr wieder abgestrahlt wird, sind im Wissenschaftsmagazin Science vom September 2004 veröffentlicht (MU 2005, 101). Klaus-Ernst Behne u.a. kamen in ihrer Untersuchung „EEG-Korrelate des Musikerlebens“ in: Musikpsychologie, Heft 4, 1987, S. 49-63 und Heft 5, 1988, S. 95-105, zu dem Ergebnis, dass bestimmte Musik, nach Tempo, Dynamik und Stil ausgewählt, nicht zu systematischen Veränderungen in den EEG-Befunden führt. Dieses insgesamt negative Ergebnis erklären die Autoren dahingehend, „dass sich Unterschiede zwischen den Musikstücken nicht im oberen, kortikalen Bereich auswirken, sondern in tieferen Schichten, in denen verschiedene Aktivierungssysteme vermutet werden“ (S. 105). Mit diesen tieferen Schichten sind die Funktionen der Formatio retikularis bzw. das Limbische System im Zwischenhirn gemeint, über die Sinnes40

wahrnehmungen zuerst und vor allem emotionale, vegetative, d.h. körperliche Reaktionen auslösen.
Ablauf der neuronalen Prozesse im Gehirn während des Musikhörens (Aus bild der Wissenschaft 7/2003)

Boris Luban-Plozza weist in diesem Zusammenhang auf die Funktion des linksseitigen Ammonshorn1 hin, einer Schaltstelle für Gedächtnis und Gefühl. Es sei das „Tor zum Gedächtnisspeicher“, und beim Hören der Konsonanzen und Dissonanzen der Musik träten „verborgene, verschüttete und gefühlsbetonte Inhalte aus dem Unbewussten hervor. („Das Dritte Ohr - Musik und innere Harmonie“, Zeitschr. Musik-, Tanz- und Kunsttherapie, 3/1990, S. 119-124)
Neurophysiologische Prozesse bei Musikhören

Musikhören; Reizung der Sinnesorgane

linke Hemisphäre
operiert linear, sukzessiv, schrittweise nacheinander, wie die Sprache, bei der wir Gleichzeitiges in ein Nacheinander auflösen

rechte Hemisphäre
leistet das prompte gleichzeitige Integrieren vieler Informationen, beherbergt Fähigkeiten, wie Kreativität und Intuition und ist für das Hören von Musik, auch für das Nicht - Hören von Klängen verantwortlich

Ammonshorn
Langzeit Gedächtnis

Formatio retikularis

Limbisches System
Prüft, ob die Wahrnehmung eine Chance oder eine Gefahr beinhaltet; setzt musikalische Informationen in Emotionen um, löst vegetative Reaktionen aus

Vegetativum
Herz- Atem-, Darm- Blasen-, Haut- und andere Reaktionen
(vgl. auch Elisabeth Haselauer: Berieselungsmusik. Droge und Terror, Wien 1986, S. 29 ff)

Diese spezielle Verarbeitung von Hörreizen hat sicherlich ihren Grund in der Funktion des Gehörs als „Frühwarnsystem“. „Die Schnellverbindung zwischen Wahrnehmen und Handeln
Cornu Ammonis, ein wulstartiger Gehirnabschnitt am Boden des Seitenventrikels, der wichtige Rindengebiete des Riechhirns enthält, Brockhaus 1966
1

41

. Die Großhirnrinde. der zusammen mit Gollwitzer 1990 den Forschungspreis der Max-Plank-Gesellschaft erhielt.. ‚rationale’ Elemente enthält – ein auf Musik und Bewegung bezogener neurophysiologischer Beleg für Piagets These von der ‚sensumotorischen Intelligenz’“ (233). In der Rinde selbst trifft der Höreindruck auf drei benachbarte Areale: die sensorischen und motorischen Rindenfelder sowie das Hörzentrum (233).. der sowohl Bewegungs. Eine wichtige Station ist das Kleinhirn.. Im Mittelhirn (vor allem im Limbischen System.. im Innenohr sitzt nicht nur ein extrozeptives Organ. 231-244) weist darauf hin.. Maas (Hrsg. sondern auch die linke deutlich beeinflusst. Amrhein stellt den neurophysiologischen Ablauf der Musikverarbeitung bei gleichzeitiger Akzentuierung der sensumotorischen Verarbeitung folgendermaßen dar: „Was wir hören.h. Musikverarbeitung in der Darstellung kortikaler Aktivierungspotentiale. „D. ob sich ein Bär heranpirscht“ (Bild der Wissenschaft 11/2001. in: Hartogh. ob das Gehörte von Interesse ist. Über die Aktivierung der beiden Hemisphären haben Altenmüller und Gruhn (Das Bild der Musik im Kopf.. Verarbeitens und Verhaltens (Forum Musikpädagogik. „dass musikalische Bewegung. Es ist besser vor einem Hasen Reißaus zu nehmen. die ‚Musiksensomotorik’. auch strukturierende. zunächst in tiefere Regionen zur weiteren Verarbeitung transportiert. Thalamus und Hypothalamus) erfolgt die gefühlshafte Wertung. das Informationen von außen aufnimmt. was wir letztlich hören. Amrhein sieht darin das „neuronale Korrelat“ für die Tatsache gegeben.): Handbuch Musik in der Sozialen Arbeit. Das. Weinheim 2004. 1996. Gembris. erreicht die Botschaft aus dem Ohr erst. Franz Amrhein (Musik und Bewegung. während „bei praktischer musikalischer Tätigkeit.) nicht nur die rechte Seite aktiv“ ist. schützt vor Reizüberflutung und entscheidet. dem Nervus vestibulocochlearis. Gehirnnerv. Hermann (Hrsg. 11-40) bei musikalisch tätigen Kindern und Jugendlichen herausgefunden.und Gleichgewichtssinn (das vestibuläre System) und der Gehörsinn (das cochleare System)“ verbunden sind.-D. Theo und Wickel. Bewegungs. es werden Verbindungen zum vegetativen System (.) vom 8. sondern auch ein mit diesem verbundenes propriozeptives. dass „bei einer mehrtheoretisch-analytischen Beschäftigung mit Musik“ die linke Seite aktiver ist als die rechte. 21) Augsburg: Wissmer. Bd. das „Wachzentrum“. In: H.als auch akustische Informationen aufnimmt. ist bereits mit Bewegungs.. das Zentrum für Bewegungsempfindung und –Koordination. wenn es im Gebüsch raschelt.und Gefühlseindrücken ‚aufgeladen’. R.existiert wahrscheinlich aus guten Gründen der Anpassung’ argumentiert Bargh.): Physiologische und neurophysiologische Aspekte musikalischen Wahrnehmens. das über den inneren Zustand informiert“ (232). G. . als erst einmal abzuwarten. bei Bewegung und Spiel (. 42 . 232) und zu Zentren der visuellen Wahrnehmung hergestellt. das Zentrum des Bewusstseins. 74). dass im Innenohr „in derselben Flüssigkeit: der Körper-. Kraemer. Das Stammhirn. wird (. nachdem sie die für Bewegungsempfindung und Gefühle zuständigen Zentren durchlaufen hat.

Dieses Aktivierungsmuster entspricht exakt demjenigen. das sind nämlich die Potenzen von 28 – 212 Herz. die „eine starke Beteiligung des limbischen Emotions.) Menschenfreundliche Musik. das menschliche Ohr hat sich in Jahrtausenden physiologisch dazu entwickelt. Eckart Altenmüller u. o. in Großhirn zu leiten und dort zu decodieren. Therapeutische und pädagogische Aspekte der Verwendung von Musik bei gehörlosen Menschen unter besonderer Berücksichtigung des angloamerikanischen Forschungsgebiets. der auf Grund einer Krankheit die wichtigsten Tastnerven in der Haut fehlten. Neuropsychologica 40 (13) 2002. Forscher vom Sahlgranska-Krankenhaus in Göteborg um Hakan Olausson hatten eine Patientin untersucht. n. Bei gleichzeitigem Scannen des Gehirns wurde deutlich. in einer Unzahl von Kombinationsmöglichkeiten herauszufiltern. Klavierkonzert (d-moll) oder Barbers Adagio für Streicher hervorgerufen. diejenigen Frequenzen.: Hits to the left. 2001) mit bildgebenden Untersuchungen.und Schläfenregion“ einhergeht (vgl. Musik als Mittel politischer Identitätsbildung im 20. ferner zu motorischen Bahnen. (Hrsg. das bei Einnahme starker Rauschdrogen wie Heroin und Kokain entspricht“ (16). Köln-Rheinkassel 2001. Katzen. Hirnnerv) zum Gehirn geleitet.und Selbstbelohnungssystems tief im Inneren des Gehirns“ belegen. Nachtvögel hören z. 13-22) erwähnen neuere Untersuchungen mithilfe von bildgebenden Verfahren zeigten. ultrahohe Frequenzen wesentlich besser als der Mensch). während negativ bewertete Musik „mit stärkerer Aktivierung der rechten Stirnhirn. VIII. 2242-56). S. 9-20) führt aus.Michael Grossbach und Eckart Altenmüller (Musik und Emotion – zu Wirkung und Wirkort von Musik. der inneren Anteile der Schläfenlappen und der unteren Stirnregion. die nicht der Willkür unterliegen. i ergeben. „Es kam zu einer Aktivierung des endogenen limbischen Selbstbelohnungssystems im Bereich der tief gelegenen Hirnregionen der Mandelkerne. in: Tillmann Bendikowski u. dass bei Jugendlichen von diesen als schön empfundene Musik stärker die linke Hirnhälfte aktiviert wird.a. e.“ wohingegen „sich das menschliche Gehör in eine ganz andere Richtung“ weiterentwickelte. In: Kölner Studien zur Musik in Erziehung und Therapie. PRAUSE.B. die wir beim Sprechen ausstoßen. Gütersloh 1993. Proc Nat Acad Sci USA 98 (20)(2201). von Rachmaninoffs 2.): Die Macht der Töne. die Signale nur sehr langsam transportieren.B. Im Hirnstamm bestehen Verbindungen zu den vegetativen Zentren. Erste Umschaltungen erfolgen im Hirnstamm. Manuela Carmen. dass sich bei Tieren die Funktion des Gehörs „als Gefahrenindikator noch weiter perfektioniert hat (Hunde. Münster 2003. a. Kurz. hier finden auch die Verknüpfungen mit der Hörbahn der anderen Seite statt. Auch das Richtungshören und das Erkennen von Signalen in Störgeräuschen werden als perzeptive Prozesse im Hirnstamm und dem ihm nachgeschalteten Mittelhirn geleistet“ (zit. Jahrhundert. die wir Konsonanzen nennen. Es spezialisierte „sich darauf. Plath formuliert: „Die im Rezeptor des Innenohrs durch Schallschwingungen ausgelösten Nervenpotentiale werden über den Hörnerv (Nervus statoacusticus.a. 1181-23. Allerdings war das System der C-Fasern noch intakt. in: Peter Bubmann (Hrsg. und die Anzahl von Mundgeräuschen. die die Vokale u. Besonders intensive Reaktionen wurden z.“ Sie konnte Streicheln mit einem weichen Pinsel spüren und fand es angenehm. flops to the right: different emotions during listening to music are reflected in cortical lateralization patterns. Reinhard Flender (Vom Dreifachen Ursprung der Musik. „Sie sind verantwortlich für Streicheleinheiten an das Gehirn. Band 5. des Mittelhirns. „dass beim Streicheln vor allem diejeni- 43 . 58 f). Musik und Gehörlosigkeit. Eine ähnlich direkte Verbindung zu den vegetativen Zentren besteht auch zwischen bestimmten Nervenzellen in der Haut. Des weiteren zitieren sie Anna Blood und Robert Zatorre (Intensely pleasurable response to music correlate with activity in brain regions implicated in reward and emotion. Sprache zu verarbeiten“ (10).

Weitere Literatur: Manfred Spitzer: Musik im Kopf. Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk. dass Musik verschiedene Seiten des Gehirns aktiviert. 392. die Emotionen auslösen. Nr. weil an den Versuchen nur wenige Frauen teilnahmen. insbesondere auch die motorischen Zentren bei musizierenden Männern vergrößern sich sogar manche Hirnteile. welches mit einer Frequenz von 4 – 7 Schwingungen pro Minute schwingt“ erzeugt vermehrtes Auftreten von sehr langsamen Gehirnwellen (4 – 8 Hertz). Hören. 811. 41) Das beim Singen entstehende „natürliche Vibrato. 64). die Tastreize verarbeiten. aus dieser Tatsache erscheint Musizieren als geeignetes Mittel zur Therapie neurologischer Schäden. Dieser Tatbestand kann für die Wiederherstellung von beschädigten Gehirnfunktionen genutzt werden (nature Bd. 11).und Erinnerungsfähigkeit sowie assoziatives und kreatives Denken erhöhen (vgl. Wolfgang Bossinger: Die heilende Kraft des Singens.C. dass ausgebildete Musiker aufgrund ihres hervorragenden Gehörs mehr Nervenzellen für die Verarbeitung von Tönen der Tonleiter mobilisieren als andere Menschen. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren haben Forscher des Gesellschaft für Neurologische Wissenschaften nachgewiesen. Washington D. das Kleinhirn von Musikern ist im Durchschnitt 5% größer als das von Nichtmusikern. sondern tatsächlich auch die Zahl der Anfälle senkte. Insofern würde durch die Musik „gewissermaßen der natürliche Takt des Gehirns aufgegriffen und stabilisiert“ (Bild der Wissenschaft 8. Leah Ariniello. 2003. 6678. reagierten auf die Zärtlichkeiten nicht“ (Bild der Wissenschaft 10/2002. Genau diese Regelmäßigkeiten aber – die sich in geringerem Maß beispielsweise auch in der Musik Haydns und Bachs fanden – gingen parallel mit manchen im Gehirn selbst auftretenden rhythmischen Aktivitätsschwankungen“. dass in der Mozartschen Musik die Lautstärke offenbar in besonders regelmäßigen Perioden an. Christo Pantev vom Institut für experimentelle Audiologie an der Universität Münster hat mit einem Magneto-Encephalographen nachgewiesen. Society for Neuroscience.gen Hirnareale aktiv sind. S. S.und abschwillt und zudem Melodielinien häufig wiederholt werden. Hirnareale. welche die Kommunikation mit der rechten Gehirnhälfte verbessern und so die Lern. Stuttgart 2002 44 . Musizieren. Das Gehirn passt sich durch die jahrelange Musikpraxis an. „dass eine Sonate für zwei Klaviere von Mozart nicht alleine die im EEG gemessene Hirnstromaktivität normalisieren konnte – selbst bei Patienten im Koma -. 100 f). Bei anschließenden Computeranalysen zeigte sich. (für Musikerinnen können keine gesicherten Aussagen gemacht werden. Musiker werden mit dieser Eigenart nicht geboren. Musiktherapeutische Umschau 1999.) Der Chicagoer Neurologe John Hughes hat „bei Epilepsie-Patienten festgestellt. Norderstedt 2005.

Stefan Koelsch: Ein kognitives Modell der Musikrezeption. In: Hrsg.: BVM (Berufsverband der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten in Deutschland): Jahrbuch Musiktherapie. Wiesbaden: Reichert. Die Wirkungen des Singens auf das das Gehirn: neuronale Harmonisierung und Synchronisation. 137-156) Im Internet: www. Gerald (2006): Die Wirksamkeit musiktherapeutischer Interventionen aus entwicklungspsychologischer Sicht. Musiktherapeutische Umschau 2005. the neuroaffective foundations of musical appreciation. Melodie und Rhythmus sind Schlüssel zur Sprache. Hüther. 2004 der Musiktherapeutischen Umschau ist der Beziehung zwischen Musiktherapie und den Neurowissenschaften gewidmet.hmt-hannover. Wie Musik im Kopf entsteht. 2003. Heidelberg 1998 und: Robert J. 133-171 45 . 133-155 Nöcker-Ribaupierre.): The biological foundations of music. Aktivierung emotionaler Netzwerke und Neubahnung.cns. S.de www. New York (Academy of Science) 2000 Das Themenheft 1. beschreibt Wolfgang Bossinger in seinem Buch über die „Heilende Kraft des Singens“. Heilmittel nach Schlaganfall“ ist Titelthema des Zeitschrift Bild der Wissenschaft 8. Zatrone und Isabelle Peretz (Hrsg.immm. dort sind weitere Quellen angegeben. Norderstedt 2005. 365-381 Jaak Panksepp und Günther Bernatzky: Emotional sounds and the brain. Gisela M..mpg.de „Das Gehirn giert nach Musik. Lenz. Behavioural Process 60 / 2002. Monika.Robert Jourdain: Das Wohltemperierte Klavier.

7 Körperliche Reaktionen beim Musikerleben Musik bringt das Vegetativum zum Mitschwingen. 36 ff. dass der Mechanismus dem Gehirn hilft. München 1985. M. wird die folgende Fallgeschichte der ParkinsonPatientin Alice H. nicht nur die rhythmischen.H. sagt Thaut. Die Forscher ließen Freiwillige zum Takt eines Metronoms mit einem Finger klopfen. Hautwiderstand. unsere Bewegungen an Geschehnisse in der Umwelt anzupassen. 17-18). Veränderung von Blutdruck.: Thaut. dass Musik auch willensgesteuerte Armbewegungen verbessern kann.: Neue Entwicklungen der neurologischen Musiktherapie und ihre Bedeutung für Alterspatienten. so dass sie das dargebotene Musikstück nicht einmal bewusst wahrnimmt. Atmung. 2002. Habe ein Zweig geknackt oder das Laub geraschelt. Was Tänzer schon immer wussten. das Lösen von Rechenaufgaben z.“ Rhythmische Musik lässt Muskelpotentiale im Bein ansteigen. S. sagt Thaut. Die Vertreibung der Stille. musikalische Vorbildung. konnten sie ohne lange zu zögern wegrennen. die Bewegungen steuern. „wenn die Aufmerksamkeit der Versuchsperson abgelenkt ist. Musik und Gesundheit. 3. meint der gebürtige Hamburger. Änderte sich dabei der Rhythmus leicht. Sensibilität. Bachs Musik steigert Muskelpotentiale sowohl im Beinals auch im Stirnbereich. So konnten Schlaganfallpatienten nach einer Musiktherapie zielgerichteter nach einem Gegenstand greifen als zuvor. Dabei hilft Musik nicht nur beim Erlernen von rhythmischen Bewegungen wie Gehen. In Bild der Wissenschaft 8. „Einstellung zur Musik.4. und zwar auch dann. weitergegeben: 46 . Kürzlich konnte das Team zusammen mit Volker Hömberg von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf zeigen.und Huntingtonkranke in seinem Zentrum das Gehen mit Musik. individueller Geschmack. Thaut vermutet. aktiviert Muskelpotentiale im Stirnbereich. passten die Probanden die Bewegungen ihrer Finger sofort an. die eigene Gestimmtheit. Das sei für unsere Vorfahren überlebenswichtig gewesen. 42) „Das Team um Thaut vom Zentrum für biomedizinische Musikforschung untersucht seit Jahren die Wirkung von Musik auf das Gehirn. konnte Thaut in Experimenten nachweisen: Rhythmen dringen direkt und ohne Umweg über das Bewusstsein in die Glieder. Heute dagegen helfe die Direktverbindung im Gehirn Patienten beim Erlernen von Bewegungen. Dabei entdeckten sie eine direkte und nach Thaut „erstaunlich schnelle" Verbindung zwischen den Hörzentren im Gehirn und den Bereichen. 2003.B. Neben Schlaganfall-Patienten üben auch Parkinson. Hormonhaushalt. (Vgl. dazu: Rüdiger Liedtke. Offenbar unterstütze Musik alle Aspekte einer Bewegung. obwohl sie die Taktänderung bewusst gar nicht wahrgenommen hatten. Stoffwechsel und Verdauung.“ (s.“ Körperreaktionen beim Musikhören sind: Pulsbeschleunigung. Mitbestimmend für die Körperreaktionen sind.

sowie „tiefe Körperentspannung. Akustische Reize sind daher in der Lage. ebenso wie das Kleinhirn – ein ganzes Netz von Nervenzentren also.“ Die Autorin betont in positive Imagination und diesem Zusammenhang vier wichtige Gedankenklarheit. Untersuchungen der Zusammensetzung des Speichels haben ergeben. nachzudenken und neuen Mut zu schöpfen. der das Konzert der Neuronen koordiniert“ (41). Musik und Gesundheit 4/2002. die on mit unklaren Befürchtungen unvereinbar Maureen P. klebten ihre Füße am Boden. ihr Körper wackelte und zitterte. 47 . 1994). die bekanntermaßen bei der Koordination motorischer Abläufe im Spiel sind.und Schmerz. dass durch Musikhören in Verbindung mit katathymem Bilderleben. Daraus folgt. positive emotional-positives Erleben einer SituatiImagination und Gedankenklarheit. „Wenn die zeitlich hochkomplexen motorischen Abläufe im Gehirn nicht mehr ausreichend abgestimmt würden. könnte rhythmische Musik die Funktion eines Zeitgebers übernehmen – und gewissermaßen den Takt geben. Doch nun trägt Alice bei all ihrem Tun einen Walkman. Herzfrequenz. als gehorchten sie dem Willen nicht mehr. Selbst die Aktivität von motorischen Nervenzellen im Rückenmark scheint durch akustische Reize beeinflusst zu werden. Reilly (Über den Einsatz von Musik gegen Operationsstress bei Alters-Patienten. Blutdruck. „sondern auch eine Vielzahl sogenannter senso-motorischer Rindenareale. (Anne Müller: Aktive Musiktherapie: Stimmungen. besonders aber durch Improvisation auf Instrumenten in Musiktherapie-Sitzungen das Immunsystem deutlich gestärkt wird. die Weiterleitung von Schmerzsignalen zu hemmen. musste sie wie angewurzelt auf der Schwelle verharren. Musizieren und bewusstes Zuhören ermöglichen Schmerz-Patienten zu entspannen. Die Forschungen von Michael Thaut und seinem Team zeigen. die mit unklaren BeWirkebenen der Musik: fürchtungen unvereinbar sind. M. und wenn die Ampel auf Grün sprang. Reaktionen führte.„Immer wieder hatten die Krankheitsattacken sie überfallen. dass schmerzleitende und akustische Nervenbahnen im Körper dicht beieinander liegen.und Schmerzempfindens bei Katarakt-Augen-Operationen in Lokalanästhesie durch Musik nachweisen.) konnte die positive Beeinflussung des vegetativen Nervensystems und des Stress. Singen. dass rhythmische Reize nicht nur die Hörrinde stimulieren. schienen sie zu Eis zu erstarren.tiefe Körperentspannung. Wenn Alice eine Zimmertüre öffnen wollte. wie Blutspiegel des Stresshormons Cortisol. Frankfurt a. Bei einer Gruppe von 32 Patienten im Lebensalter über 65 Jahren wurde vor und während der Operation vom Patienten selbst gewählt Musik per Kopfhörer angeboten. Musik gibt ihr die Gewalt über ihren Körper zurück.“ „Die Verbindungen zwischen Musik und Motorik funktionieren teilweise sogar unterhalb der Bewusstseinsschwelle“ (38). Musik und Gesundheit 4/2002 15 f.“ Wenn sie den aufsetzt. dass sich mit rhythmischen Reizen motorische Prozesse im Gehirn von außen steuern lassen. Ihr Gesicht zuckte dann. Maureen P. einer Situation“ (16). dass die Musikanwendung vor und während des nicht ganz angenehmen Eingriffes in 4 Wirk-Ebenen der Musik: Lokalanästhesie zu einer signifikanten Senkung der Stress. Offenbar fließen akustische Informationen direkt in das motorische System ein. Sowohl psychologische Tests als auch Messungen der biologischen Parameter. „werden ihre Bewegungen fließend und frei. REILLY: Über den Einsatz von Musik gegen Operasind. Das bestätigen Forscher vom Memorial SloanKettering Cancer Center in New York. ergaben. und springt die Ampel auf Grün. und kaum dass sie ihre Glieder bewegen wollte. sowie emotional-positives Erleben tionsstress bei Alters-Patienten. überquert sie mit sicherem Schritt die Straße. Therapieerleben und immunologisch relevante Speichelparameter. Der schmerzlindernde Effekt von Musik beruht darauf.

Karajan z. schafft eine Verarbeitung dieser Gefühle Erleichterung und verringert dadurch das Leiden (aus: „Hören heute“. 46). dass Patienten beim Musizieren negative Gefühle ausleben können. deren Leben häufig nur noch vom Schmerz bestimmt wird. zeigte vegetative Körperreaktionen. löst Tiefenentspannung bei gleichzeitiger geistiger Leistungssteigerung aus. die stärker waren als bei höchst riskanten Flugmanövern. dass immer. wobei die Messung der Gehirnwellen ein ähnliches Bild zeigten wie bei meditierenden Personen“ (trophotrope Wirkung) (Vgl. Wenn das nicht polyphon homophon geschieht. Aufstellen der Haare und ähnlichen zeigt. von denen er selbst meinte.B. durch leichtes Schwitzen. Ein weiterer schmerzlindernder Aspekt liegt darin. 304). S. handelt es sich zugleich immer auch um Indikatoren für emotionale Einflüsse durch Musik. Beim Hören von sehr lauter Musik entstehen Stressphänomene. sind Kreislaufstaccato legato großer Ambitus kleiner Ambitus und Herzüberbelastung akzentuierter Rhythmus melodischer Rhythmus die Folge. Elisabeth Haselauer. MediBlutdruck steigt fällt zin und elektronische Atmung steigt fällt Musik aus der Sicht eines Herzfrequenz steigt fällt Hautwiderstand steigt fällt Münchner Arztes. das langsam wieder zur Norm Dur Moll zurückgeführt werden dissonant konsonant muss. Michael Schreiber: Körperreaktion: Sympathische parasympathische Musik . S. die Radfahrer schneller fuhren. Da beispielweise Trauer und Angst die Schmerzintensität steigern.. S. Heft 18/1993. Für Menschen. 44) innere Sekretion (Drüsen) gehemmt angeregt Stefan Evers gibt eine Muskelspannung steigt fällt Zusammenfassung aller weit Pupillen eng nachgewiesenen Körperreaktionen beim Musikhören in seinem Aufsatz „Was geschieht bei Musikhören im 48 . dass sie ihn besonders emotional berührten (Liedtke 1985. Berieselungsmusik. dramatisch lyrisch (Vgl. bei der Veränderung des Hautwiderstandes etwa. der Blutdruck sank. Zur ergotropen und trophotropen Wirkung von Musik: Nach einer bulgarischen Untersuchung wirkt klassische Musik mit dem Grundschlag 60 pro Min. Oktober/ Verdauungsmobilität fällt steigt November 1988. Ein Beispiel für ergotrope Musikwirkung gibt Klaus-Ernst Behne in seinem Artikel: Wirkungen von Musik (Musik und Unterricht.Ouvertüre Nr. „Der Herzschlag verlangsamte sich um durchschnittlich 5 Schläge pro Min. der sich im berühmten „kalten Schauer“. Neue periphere Durchblutung fällt steigt Musikzeitung. Bei diesen Körperreaktionen sind Emotionalität und Körper nicht voneinander zu trennen. die Behandlung aktiv mitzugestalten. während des Dirigierens der Leonoren . das geschieht durch das musikalische Antistresshormon Eigenschaften: (ACTH). 7): in einer Untersuchung aus dem Jahre 1911 wurde bei einem 6-Tage-Rennen festgestellt. beruhigend auf Körperrhythmen.Trostspenderin Tonuslage: Tonuslage: oder Nervensäge. die Beschleunigung steigerte sich bis zu 14%. der Blutdruck kann bis zu 240 Millimeter/Quecksilbersäule steigen. bedeutet das wieder ein Stück Selbstbestimmung. Droge und Terror. während er normalerweise bei 120 liegt.Die Musiktherapie bietet darüber hinaus dem Patienten durch eigenes Musizieren die Möglichkeit. Wien 1986). 3 bei Stellen. feuchte Handflächen. Musiktherapeutische Umschau 2002. wenn die Band Musik spielte.

Louis 1993. Bei der Gestaltung rezeptiver Musikbehandlungen müssen diese Faktoren neben der Beschaffenheit der gewählten Musik berücksichtigt werden (Applications of music in medicine. dass neben den Eigenschaften und Elementen der Musik auch der Vertrautheitsgrad. indem die Muskulatur entspannt wird. s. 157).). melodischem Rhythmus und lyrischem Charakter eine „parasympathische Tonuslage“ hervorruft.und Herzschlagfrequenz sowie Muskelspannung steigen. 105). 3-54) konnte nachweisen. Es gilt kein mechanistisches Verständnis.hmt-hannover.menschlichen Körper? Zur Physiologie des Musikerlebens“ (Musik und Unterricht 7/1991. Stuttgart 1992. Heal and T. die miteinander Dialoge improvisieren hoch signifikante Übereinstimmungen zwischen der Herzfrequenz der beiden Musiker und dem Rhythmus der von ihnen gestalteten Musik feststellen. . den Darm. 107-120 ausführlich dargestellt.) Music Therapy in Health and Education. S.. außerdem unter www. dass es darüber hinaus noch mit mehr Sauerstoff versorgt wird (vgl. abfallendem Muskeltonus. Blutdruck und Herzfrequenz senkender Wirkungen. So kommt etwa Cheryl Dileo Maranto in einer Untersuchung über rezeptive Musiktherapie zum Ergebnis. MU 1998.herzharmonie. sie können allerdings nicht verallgemeinert werden. bei der Blutdruck. in : ders. Singen stärkt das Immunsystem (vgl. die mit fallendem Blutdruck und Hautwiderstand. dessen Mangel bei vielen schweren Erkrankungen festgestellt wird (vgl. die zeitlichen Abstände der Herzschläge kontinuierlich zu verändern. dass Singen die Herzratenvariabilität. Des weiteren wirkt des Singen positiv auf den Magen. Bei eigenen Patienten konnte er nachweisen. Dennoch kann folgendes grobe Reaktionsschema festgestellt werden: Polyphone Musik in Dur. die Sexualität. Lutz Neugebauer (Musik als Dialog – eine Untersuchung zu physiologischen Veränderungen während der Musiktherapie. dass zwischen dem Rhythmus regelmäßiger Klicks und Pulsfrequenz ein von ihm als „Magneteffekt“ bezeichneter Anpassungsprozess entsteht. der musikalische Geschmack sowie biographische Erfahrungen und Assoziationen für die Wirkung von Musik verantwortlich sind. wichtig zur Vermeidung von Schlafstörungen) und des Dehydroepiandrosteron aus der Nebenniere. geringerer Atem. beim Gesang kommt noch hinzu. während homophone. Bossinger zeigt auf. Atem.und Herzschlagfrequenz.pdf Gerhard Harrer (Das Musikerlebnis im Griff des naturwissenschaftlichen Experiments. die periphere Durchblutung.: Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie. in: M. ein optimal harmonisches Frequenzspektrum im EKG (ebd. akzentuiertem Rhythmus und dramatischem Charakter ruft eine „sympathische Tonuslage“ hervor. Hrsg. 120 ff) und fördert die Ausschüttung von körpereigenen Endorphinen und insbesondere des Hormons Melatonin aus der Zirbeldrüse (u. angeregter Drüsen. „die Fähigkeit des Herzens. bei der das Herz sich regenerieren kann. mit Dissonanzen und Staccato-Klängen..“ zu stabilisieren vermag (ebd.de ). Die Wirkungen der Musik auf das Herz bestehen nach Wolfgang Bossinger (Die heilende Kraft des Singens. Norderstedt 2005. Vgl. kleinem Tonumfang.16-18): Körperliche Reaktionen sind stark von der individuellen Disposition des Menschen abhängig. 29-43) konnte bei Versuchspersonen. http://www. Norderstedt 2005) in entspannender. St. mit großem Tonumfang.immm. 128 ff). dass beim Singen verbesserte „Herzkohärenz“ auftritt. hierzu auch: Wolfgang Bossinger: Die heilende Kraft des Singens. Die körperlichen Reaktionen auf Musik stellen sich allerdings nicht automatisch ein. die Verdauungstätigkeit und Drüsensekretion abnehmen und sich die Pupillen weiten.de/pages/presto0505. konsonante Musik in Moll mit legato geführter Melodiebildung.und Verdauungstätigkeit und Verengung der Pupillen einher geht. Wigram (Hrsg. 49 .a. löst Angst und Schmerz. 94.

50 . n. dass durch Musik und einzelne Klänge der Schwingungszustand des Körpers sowohl auf der Haut als im Körper verändert wird. Töne zwischen 80 und 130 Hz in der Brust. Fallbeispiele belegen. 2/91. Aus diesen Erkenntnissen wurde eine "Vibrations-Akustik-Therapie" (VAT) entwickelt.pdf Singen führt zur Verbesserung des Atemvolumens. 68). Töne zwischen 130 und 250 Hz im oberen Brustbereich und Töne zwischen 250 und 500 Hz in der Kehle empfunden (zit. Dabei werden Töne zwischen 40 und 80 Hz im Bauch. Östrr. 3-12) von britisch . Die heilende Kraft der Obertöne in der Musiktherapie mit schwer behinderten Kindern (Forum Musiktherapie und Soziale Arbeit. d. Berufsverb. Schmerzlinderung. Töne zwischen 80 und 130 Hz in der Brust. Band 5.Unabhängig von diesen Faktoren lösen tiefe Frequenzen vibratorische Tonempfindungen im Körper aus. Töne zwischen 40 und 80 Hz im Bauch. 68). Aufgrund dieser Beobachtungen kann davon ausgegangen werden. Klänge versetzen den Körper in Schwingung. Töne zwischen 130 und 250 Hz im oberen Brustbereich und Töne zwischen 250 und 500 Hz in der Kehle (Kölner Studien zur Musik in Erziehung und Therapie. dass Niederfrequenzklänge mit 30-40 Hz. Münster 1997). 179. www. bei spastischen Reaktionen. VAN UHDEN weist darauf hin.15. Schenkeln und Unterleib. mit 40-50 Hz in Knien. Siegen). Manuela Carmen. Musik und Gehörlosigkeit. S. Steigerung der Gedächtnisleistung und des psycho-physischen Gesamtzustandes (Hans Sittner: Musikerziehung zwischen Theorie und Therapie. Köln-Rheinkassel 2001.a. Mthp. Therapeutische und pädagogische Aspekte der Verwendung von Musik bei gehörlosen Menschen unter besonderer Berücksichtigung des angloamerikanischen Forschungsgebiets. Band 5. In: Kölner Studien zur Musik in Erziehung und Therapie.und Das U im Gesäßbereich Inge Kritzer: Atem und Stimme. KölnRheinkassel 2001. Wien 1974. Karl Adamek: Singen als Lebenshilfe. Tony Wigram berichtet in seinem Aufsatz "Die Wirkung von tiefen Tönen und Musik auf den Muskeltonus und die Blutzirkulation" (Zeitschr. dass Hilfe u. die krampflösende Effekte.musiktherapie-sasp. d. Berufsstress und bei Neurosen eintreten. dass der ganze Körper als vibratorsicher Rezeptor dient. S. Besserung bei Rheumatismus und verlängerte Schlafdauer herbeiführt. mit 50-60 Hz im Bereich des Brustkorbs und mit 60-75 Hz in Kopf und Nacken gespürt werden.norwegischen Untersuchungen. die ergaben. PRAUSE. in Knöcheln und Waden.de/material/forum/2. Auch die Obertöne der verschiedenen Vokale bringen Zentren im Körper zum Schwingen: Das I schwingt im Kopfbereich Das E im HalsDas A im BrustDas O im Bauch.

es verlängert den Prozess des Ausatmens. die beim Singen gesteigerte Zwerchfellaktivität stimuliert alle Organfunktionen in der Bauchregion.: Vokalspirale). Karl Adamek (Singen als Lebenshilfe. das Atemvolumen wird vergrößert 8. welches mit einer Frequenz von 4 – 7 Schwingungen pro Minute schwingt“ erzeugt vermehrtes Auftreten von sehr lang51 . 21 Männer) im Alter von 16 bis 60 Jahren (Durchschn. 4. Adamek spricht dem Singen eine Energie kanalisierende. die zweite Gruppe erreichte bei ihrem zweiten Durchlauf ohne Singen lediglich nur 56% ihrer zuvor singend erbrachten Leistung. löst muskuläre Verkrampfungen und Verspannungen. 95). Die besonders intensiv belebende und/oder entspannende Wirkung des Singens entsteht aufgrund der direkten Verbindung zwischen „Kehlkopfmuskulatur und dem parasympathischen Vagusnerv“. Entschlackung und Entsäuerung des Körpers. steigert die Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus’. Durchschn. Wolfgang Bossinger (Die heilende Kraft des Singens. S. „Eine körperliche Belastung. an waagerecht seitlich ausgestreckten Armen Gewichte von 500 Gramm so lange wie möglich zu halten. S. die zweite Gruppe (48 Personen. 37) bewältigten die Aufgabe ohne Singen. 6. 23 Männer. 97 f).Im „Readers Digest (Sept 1987. die einen ersten Testdurchlauf ohne Singen und einen zweiten nach einer halben Stunde Pause singend absolvieren sollte. kann singend länger ausgehalten werden als nicht singend“ (185). 34) sollte zuerst die Aufgabe singend und nach der Pause nicht singend erledigen. Münster 1996. Norderstedt 2005. 7. - Die erste Gruppe konnte ihre Leistungen allein durch Singen um 132 % steigern. 29 Frauen und 23 Männer im Alter von 16 bis 59.o. insbesondere auch das Rosenkranz – Beten aktivieren Selbstheilungskräfte und befreien von Stress und Verspannungen (vgl. die Vokaltöne fördern die Durchblutung in verschiedenen Körperregionen (s. Erstere betrifft das Abreagieren von Spannungen. dass „durch Singen temporär die physische Leistungsfähigkeit erhöht“ wird. 35). Adamek untersuchte drei verschiedene Gruppen: die erste Gruppe bestand aus 51 Personen (30 Frauen. 180 ff) wies in einer empirischen Untersuchung nach. Singen von Mantren. 3. Weiterhin beeinflussen die beim Singen beteiligten Vorgänge wie Atmung und Muskeltonus direkt vegetative Prozesse im Gehirn“ (Wolfgang Bossinger: Die heilende Kraft des Singens. ebd. Alter 16 bis 64. 6) wird eine amerikanische Untersuchung zitiert. sie bildet „eine ‚Hotline’ zum vegetativen Nervensystem. Rezitieren und Beten. Durchschn. 25 Frauen. fördert damit die Entgiftung. die nicht singende Gruppe lediglich um 73%. die gleichzeitiges Singen nicht ausschließt. trainiert die Atemmuskulatur und Lungengewebe. ebenfalls in zwei Abschnitten mit einer halben Stunde Pause dazwischen. Norderstedt 2005) beschreibt ausführlich die Wirkung des Singens auf die Atemtätigkeit: 1. zweites die Mobilisierung von Körperkräften und drittes die Umwandlung von psychischen Spannungen in Kräfte des Wachstums und der Genesung im musiktherapeutischen Prozess. eine Kontrollgruppe (52 Personen. das beim Singen entstehende „natürliche Vibrato. eine Energie generierende und eine Energie transformierende Funktion zu. 2. 5. Die Aufgabe bestand für alle darin. der zufolge Opernsänger ein größeres Lungenvolumen und eine effektivere Herzfunktion und eine deutlich höhere Lebenserwartung besitzen.

Singen weckt physische Kraftreserven (vgl.201). S.und Erinnerungsfähigkeit sowie assoziatives und kreatives Denken erhöhen (vgl. Früher halfen dazu die Arbeitslieder. Bossinger 2007. (Hier ist allerdings auch an aggressionssteigernde Kampflieder zu denken. Singen stimuliert das Knochensystem und unterstützt die Beweglichkeit der Gelenke (vgl. Rittner. fand bei Chorsängern eine Steigerung der Immunglobulins A auf bis zu 240% des Ausgangswertes. Die Resonanzen von Vokalen (und auch von Strömungskonsonanten wie »sss« oder »mmm«) lösen Durchblutungsverbesserungen in ganz bestimmten Körperregionen aus. Speziell das wiederholte Rezitieren von tradierten Lautformeln. Aktive Sänger (z. 5. Singen kann überschüssige Magensäure reduzieren und die Durchblutung der Magenschleimhaut verbessern (vgl. 5. die schmerzstillend und stimmungsaufhellend wirken). Singen steigert die Endorphinproduktion (Endorphine sind körpereigene Opiate.): - - - - - - - - - „Singen intensiviert die Körperinnenwahrnehmung »durch die Vibrationen in den Hohlräumen des Skeletts und durch die Schwingungen der Körperflüssigkeiten« (Cramer 1998. 201). 52 . gesungenen Gebeten oder einigen spezifischen Mantras kann die Atmung auf 6 Schwingungen pro Minute einschwingen. 132)“. Adamek 1999). S.130f).157f). Cramer 1998. regenerierende Pulsationen herbeiführt (Herzkohärenz) (vgl. Er entdeckte auch Zusammenhänge zur inneren Beteiligung der Sänger: »Je leidenschaftlicher und hingebungsvoller die innere emotionale Beteiligung beim Singen. Hervorhebungen H. Opernsänger) und Menschen. Singen stärkt das Immunsystem. S.) Singen verbessert die Herzratenvariabilität (ein wichtiger Indikator für die Gesundheit des Herzens).B. sind gesünder und leben länger als der Durchschnitt der Bevölkerung (L. der durch Rückkoppelungseffekte harmonische. Sabine hat in ihrem Aufsatz „Der Wirkfaktor Stimme in der Psychotherapie / in der Musiktherapie (MU 2008.K. der diese Zusammenhänge an der University of California erforschte. Beck. 201-220) die Ergebnisse von Forschungen über die Wirksamkeit des Singens in der folgenden Liste zusammengestellt (215 f.148f). welche die Kommunikation mit der rechten Gehirnhälfte verbessern und so die Lern. vertrauensvoller und liebevoller bezogen sein). 100 f).samen Gehirnwellen (4 – 8 Hertz). umso stärker ist die heilende Wirkung« (in: Bossinger 2007. Bossinger 2007. S. Bygren et al in: Bossinger 2007. Singen stimuliert die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin (es lässt Menschen friedfertiger. die viel und lustvoll singen. Hierdurch wird ein Resonanzeffekt mit endogenen Rhythmen des Blutdrucks und des Herzschlages ausgelöst.O. Durch die Atemintensivierung und verstärkte Zwerchfellaktivität wird eine Stimulation sämtlicher Organfunktionen in der Bauchregion angeregt und die Verdauung reguliert.

Mthp. „dass das Spielen des australischen Didgeridoo krankhaftes Schnarchen mildern kann. (nicht. Schweizer Forscher um Milo Puhan von der Universität Zürich und Otto Brändi von der Züricher Höhenklinik Wald weisen in einer Studie nach. weiche Musik. Umgekehrt lässt ein hektischer Mensch im Auto. Berufsverb. Es besteht also eine Tendenz. weichen. Lebenslagen zu perpetuieren .“ Brändi erklärt sich den Effekt folgendermaßen: „Bei krankhaften Schnarchern sind die Muskeln. dass Menschen ihre gerade statthabende Befindlichkeit durch Musikwahl noch verstärken. träumerischen Situationen wählen die Leute auch entsprechende ruhige. Isabelle Frohne-Hagemann (Fenster zur Musiktherapie. die über vier Monate das Didgeridoo spielten. wie wir beim Einkaufen unbewussten Abläufen zum Opfer fallen. Und genau diese Muskeln werden durch die spezielle Atemtechnik beim Spielen des Didgeridoos stark beansprucht und intensiv trainiert“ („Bild der Wissenschaft“. d. der wir sind. In Bild der Wissenschaft 11/2001 wird von einem Versuch berichtet .3/88. waren danach „tagsüber deutlich wacher und schliefen nachts besser. „Der ganze Leib“. d. In ruhigen. Barbara Haselauer schreibt in ihrem Aufsatz „Leise rieselt der Beat“ (Zeitschr. Wiesbaden 2001) hebt die enge Verbindung des Musikerlebens mit der Leiblichkeit hervor. das ohnehin schon vibriert. Teilnehmer an der Studie. Wir sind Leib. Sie „ließen in einem Supermarkt jeden zweiten Tag französische Akkordeon-Weisen erklingen – prompt wurde dreimal mehr französischer wein als deutscher verkauft. schwächer ausgebildet. den wir haben) sei „als totales Sinnesorgan“ bei der Wahrnehmung aktiv. das geeignet ist. durch den Psychologen der Universität Leicester nachweisen. der im „Wahrnehmen und Empfinden von Tonverhältnissen und Tonbewegungen“ mitschwingt (266 f). 11). 3/2006. 53 .Die enge Verbindung zwischen Musik und unbewussten psycho-physischen Vorgängen nutzen Werbestrategen in großem Stil. An den anderen Tagen beschallten sie den Laden mit bayerischer Blasmusik – schon griff die Kundschaft verstärkt zu Flaschen aus Deutschland“ (72). die die oberen Atemwege offen halten. Östrr. aus dem Autoradio Musik in einem Tempo dröhnen. die Körperrhythmen auf ihre doppelte Frequenz zu treiben. 21-27): „Wir beobachten. statt sie herabzusetzen.grundsätzlich und daher auch vermittels Musik.

um die Trauer zu intensivieren.): Jugend. Wut. dass insbesondere im Limbischen System lokalisierbare Neuronen . Jung 1907 hinwies). Ein Vergleich zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. in Vorb. R. Melancholie. Liebe. Das Ergebnis zeigt. Musik und Unterricht.8 Anmerkungen zur emotionalen Wirkung von Musik Spintge und Droh (Musik-Medizin. Frauen sind bei dieser Gruppe stärker vertreten Ältere Personen greifen bei Melancholie und Trauer eher zu fröhlicher Musik Jugendliche hören dann vorzugsweise traurige Musik.“ Sie sollten angeben. Herma Petri-Wolde kommt in ihrer Dissertation „Wesen und Erscheinungsformen musikalischer Tagträumereien“ aus dem Jahre1958. Stuttgart 1992) weisen darauf hin.einfallen. Neid. Ein Drittel dieser Personen gibt an. Vorderer (Musikpräferenzen im Alltag.) Diese Beziehungen zwischen emotionalem Erleben und Musikwahl korrespondieren mit Gesetzmäßigkeiten bei musikalischen Tagträumereien (Melodien. auf deren tiefenpsychologische Bedeutung übrigens bereits C.Schaltkreise angelegt sind. dass die Musik ihnen helfe. (Hrsg. einer guten Freundin enttäuscht worden seien und nun stinksauer seien.in 80 % der Fälle Melodien mit Text . 4 . zu letzterem eher die Knaben. 271 ff. Musik und Medien. in: Müller. Eifersucht. schlechtes Gewissen etc.a. S. Musik kompensatorisch. durch die von allen Menschen "anscheinend gleich" verschiedene Emotionen wie Angst. welche Art von Musik sie wählen würden. Aufgrund von Leitfadeninterviews mit 21 Personen und einer repräsentativen teilstandardisierten Telefonbefragung von 150 Personen kommen H. Heft 18/1993. 20) Klaus-Ernst Behne (Wirkungen von Musik. dass Kinder in einer solchen Situation entweder Musik einsetzen. erlebt werden (S." (S. um sie zu kompensieren.) zu folgenden Ergebnissen: Ein Drittel der Befragten geben an. aktivierende Musik.9) ist der Frage nachgegangen.“ Impulse des nervus acusticus beeinflussen direkt die im Limbischen System "lokalisierten emotional aktivierenden Strukturen. um sich abzureagieren Bei Freude. Musikalische Fähigkeiten scheinen bei diesen emotional motivierten Musikpräferenzen kaum eine Rolle zu spielen (Musiktherapeutische Umschau 2002. Zu ersterem neigen eher die Mädchen. Weinheim und München.sogenannte „neurophysiologische patterns. u. Wut oder Ärger (auch bei monotoner Hausarbeit) wird kontrastierende Musik nach dem Kompensationsprinzip gewählt. Freude. G.4. die Trauerarbeit zu intensivieren und somit zu verkürzen. darunter sind keine Jugendlichen Jugendliche benutzen bei Wut und Ärger primär aggressive Musik. die einem im Alltagsleben unvermittelt und unwillkürlich in den sinn kommen. wie Heavy Metal. etwa zur Bewältigung unangenehmer Stimmungen und Gefühle einzusetzen. oder um in ihre Rachegefühle auszuleben. bei Wut und Ärger keine Musik hören zu wollen. Schramm und P. 22) . einige. 164 ff. während die andere Hälfte traurige Musik hört. Trauer. Jedoch produzieren wir diese Melodien nicht immer richtig in Tempo und Tonlage son54 . beispielsweise beruhigende Musik in Zuständen des Ärgers (überwiegend ältere Personen) Bei Trauer und Melancholie wählen 50% der Befragten nach dem Kompensationsprinzip lieber fröhliche. Ruhe und Gelassenheit wird stimmungskongruente Musik gewählt („IsoPrinzip“) Bei Trauer. wenn sie von einem guten Freund bzw. in welchem Ausmaß Kinder im Alter von 11 bis 17 Jahren „über Strategien verfügen. zu dem Ergebnis dass uns Menschen in bestimmten Stimmungslagen „unbeabsichtigt“ und scheinbar ohne ersichtlichen Grund Melodien . um sich mit ihr zu trösten.

Trauer und Freude ausdrücken und als Zuhörer erkennen können. Trauer und Wut durch. die ihnen in den Sinn kamen und während derer sie nach jeweils zehn Minuten erneut ihre Stimmungslage angaben. in Behne u. Musikpädagogische Forschung 1982. 1998. Petri-Wolde hat bei ihren Versuchspersonen herausgefunden. Behavioural Process 60 / 2002. bei positiver Ausgangsstimmung bewirke die Melodieproduktion gleichbleibende oder gesteigerte positive Stimmung. oder es fallen ihnen beschwingte Melodien ein. bei negativer Stimmung Aufhellung. Freude. bestimmten Gefühlen entsprechen bestimmte Körpergesten. also „stimmungsaffin“ produzieren. dass auch musikalische Laien in spontanen Improvisationen auf Xylophonen die Grundgefühle Wut. 125-145). S. Anhand von Handzeichnungen zu bestimmten Gefühlen konnte Behne diesen Zusammenhang auch kulturübergreifend nachweisen (Musik . the neuro-affective foundations of musical appreciation. Jahrbuch der Musikpsychologie 13. Im Verlauf der folgenden 20 Minuten. Wie zu erwarten hellten sich verstärkten sich die Gefühle von Freude und Trauer nach dem zehnminütigen Anhören der jeweiligen Musik signifikant. Hrsg. In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden. die die Studierenden selbst zu den Sitzungen mitbrachten (hauptsächlich populäre amerikanische Titel der frühen 1990er Jahre. B. Handbewegungen.Kommunikation oder Geste?. während derer die Versuchspersonen Sachen aufschreiben konnten.improvisatorischer Ausdruck und Erkennen von Gefühlsqualitäten. Mergl. wenn Liedauswahl sowie Tempo und Lage von den Patienten selbst bestimmt werden. Als musikalischer Stimulus diente die zufällige Auswahl aus Titeln.B.a. Ärger und Angst waren nach dem Anhören der Musik deut55 . 133-155) berichten von einer Untersuchung der Stimmungsveränderung bei 16 Studenten im Alter von 19 bis 23 durch Musik. Dabei würden den Personen. Jaak Panksepp und Günther Bernatzky (Emotional sounds and the brain. die von ihnen als traurig oder fröhlich eingeschätzt wurde. zu schnell oder zu langsam. 69-81) konnten in einer Studie mit 20 Gymnasialschülern im Alter von 17 bis 20 Jahren sowie mit 74 Studierenden und Bediensteten einer Behörde nachweisen. Ärger und Angst angeben. 205-214) Das allgemein menschliche Vermögen. Eine ähnliche Untersuchung führten Cordelia Volland und Gabriele Hofmann mit Erwachsenen sowie Kindern mit und ohne psychischer Behinderung anhand der Gefühle Freude. Freude. pendelten sich die Gefühle wieder im Bereich der Ausgangslage ein. die sie aber zu tief und/oder zu langsam. An vier Messzeitpunkten der insgesamt vierzigminütigen Musik-Sitzungen sollten die Versuchspersonen auf einem siebenstufigen Selbsteinschätzungsbogen ihre jeweiligen Gefühlslage in Bezug auf Trauer. wenn sie traurig sind. zu hoch oder zu tief. entweder traurige Melodien einfallen. Trauer. führt Klaus Ernst Behne auf das Phänomen der Geste zurück. wobei es zur Stimmungsaufhellung komme. dass die Melodieproduktionen stets einen positiven Effekt auf die Stimmungslage haben. z. dass Berufsmusiker Kompositionen so interpretieren können.dern. Ärger und Feierlichkeit weitgehend identifizieren können. Piesbergen und Tunner (Musikalisch . je nach Gestimmtheit. wobei der Therapeut nur insoweit behutsam begleitend mitwirkt. Dabei zeigte sich unter anderen. insbesondere auch diejenigen mit psychischer Behinderung Darstellungen von Gefühle besser erkennen können als Erwachsene (Darstellung und Erkennen des emotionalen Ausdrucks in musikalischen Improvisationen bei Kindern und Erwachsenen. Musiktherapeutische Umschau 2003. dass der Gesang überhaupt zustande kommt. Solche psychodynamische Selbststeuerungsmechanismen können musiktherapeutisch genutzt werden. dass Kinder. die kathartisch entlasten. mittels Musik Gefühle zu kommunizieren zu können. dass Zuhörer die jeweils auszudrückenden Gefühle wie z. S. die in den Bewegungen der Klänge wiedererkannt werden. Im weiteren Verlauf würden sie das Tempo beschleunigen und die Tonlage anheben.

Verachtung. Münster 1996) GL + B + K + L Bi = ( 1 + S Trauma ) X (H + W + Ref + Bef) Bi Bewältigungspotential erste Klammer: Elemente der Ontogenese GL Die Erfahrung der Gestaltungsmöglichkeit durch Lautgebärden im Säuglingsalter B Intensität und Häufigkeit des frühkindlichen Singens mit der Mutter oder einer anderen Bezugsperson K Intensität und Häufigkeit von vergangenen und aktuellen Erlebnissen in der persönlichen Lerngeschichte. Mitleid. Wut. bis 26. blieben aber unter dem Ausgangniveau (vgl. Neugier. Trauer. Allerdings hängt es sehr von den musikalischen Vorerfahrungen ab. Auf diesem Hintergrund erklärt er beispielhaft soziopsychologische Phänomene wie z. 144-146). in welchem Umfang Gefühle wie Freude. die beim Hören von Musik empfunden wurden. Karl Adamek bezeichnet in diesem Zusammenhang Singen als die Möglichkeit zur Bewältigung von emotionalen Spannungen und schwierigen Lebenssituationen und Lebenslagen. Angst. Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse aber eine sehr signifikante Beschränkung des Gefühlsausdrucks durch Musik auf die Gefühle von Freude. Töne und Tonfolgen frei hörbar oder auch im Stillen vor sich hinsingt. 113-119). Ekel. Tanz und Kunst-Therapie 2004. stiegen anschließend wieder an. die während der symbiotischen Entwicklungsphase. Überraschung. Bei diesen Gefühlen handelt es sich um diejenigen.h. die über B und K hinausgehen S Trauma Traumatische Verletzungen in Bezug auf das Singen in der persönlichen Lebensgeschichte zweite Klammer: Elemente der Aktualgenese H aktuelle physiologische Hörfähigkeit W aktueller Grad der erlernten Ausschöpfung der Fähigkeit zur Wahrnehmung Ref aktueller Grad der erlernten Ausschöpfung der Fähigkeit zur Reflexion Bef aktuelle physische und psychische Befindlichkeit 56 . Es ergaben sich keinerlei Unterschiede zwischen dem Ausdruck von Gefühlen in der Improvisationsgruppe und den Gefühlen. ob und in welchem Maße der Mensch diese Möglichkeit der emotionalen Regulation nutzen kann: Die„Formel des individuellen. Schuldgefühle und Scham musikalisch ausgedrückt werden können. also in der 4. die Beeinflussung interpersoneller Beziehungen im Sinne von Nähe und Distanz (Ist Musik die Sprache der Gefühle? Musik.B. Trauer und Wut. Dabei spielt es keine Rolle. erscheinen und in dieser Zeit bestimmend sind. Lebenswoche der Entwicklung des Menschen. In einem geringen Maße gab es auch einen musikalischen Bezug zu Angst und Überraschung. ob der betreffende Mensch Lieder singt oder nur „intonisiert“.lich reduziert. Harm Willms führte Befragungen bei psychiatrischen Patienten durch. in denen durch Singen kritische Lebenssituationen bewältigt wurden L Summe der Intensität und Häufigkeit aller vergangenen und aktuellen positiven Erlebnisse mit dem eigenen Singen in der persönlichen Lerngeschichte. durch Intonisation (Singen) erreichbaren Bewältigungspotentials“ macht das Zusammenspiel der dabei wirksamen Faktoren deutlich: (Singen als Lebenshilfe. d.

Springfield 1993) spielte Hörproben aus Europa und Asien verschiedenen Gruppen von kaukasischen Testpersonen vor: Studenten. London 2000. Warum auch immer: Schüler sind deutlich weniger bereit. erkannten in unvertrauter Musik keine Ausdrucksqualität und hielten sie für dumm und bedeutungslos. in asiatischer Musik einen Stimmungsausdruck wahrzunehmen als Erwachsene (vgl. In einem Fall hielten die meisten Hörer eine Musik für traurig.9 Kulturspezifische Aspekte des Musikerlebens Ruth Bright (Cultural aspects of Music Therapy. 226). War die Musik unvertraut. Viele Teilnehmer. die in ihrem Herkunftsland als fröhlich gilt. vor allem die Schüler. June Boyce Tilman: Constructing Musical Healing. Sie kam zu folgenden Ergebnissen: Vertraute Musikstücke wurden von den Testpersonen ähnlich wie von den Komponisten beabsichtigt aufgefasst. wurde sie weniger differenziert beurteilt als vertraute Musik. Arbeitern und alten Menschen.4. The Wounds that Sing. 57 .

wie wir sie wahrnehmen. d. Mthp. Reinbek 1985 Auf das Hören als kreativen. Wittgenstein zitiert in seinem Aufsatz „Kunst .G. Hören als „höchst aktive und individuelle Tätigkeit“ ist „von Anfang an bereits als interpretierender Akt zu verstehen“. Abmessungen und Proportionen mit unfehlbarer Zuverlässigkeit zu erkennen und zu beurteilen. Berendt: Das dritte Ohr. mit "schwebender Aufmerksamkeit" (Freud) Wahrnehmen als "Innewerden" = dialogisch. Eine kognitionspsychologische Beschreibung des Hörvorgangs verdeckt eher. „Alle Antworten auf die Frage ‘was ist Hören?’ müssen unvollständig bleiben und führen immer zu neuen Fragen. alle Bildnerei gilt einem Auge. S. was eben nur in dieser Sprache sagbar ist.“ ( Paul Hindemith: Unterweisung im Tonsatz. Mainz 1940. sondern immer auch gleichzeitig um die Lebensmethode und das Selbstkonzept. . dass das Phänomen des Hörens letztlich ein Geheimnis bleibt (so wie das Leben)“." Kunst sei von ihrem Ursprung her wesenhaft dialogisch: "alle Musik ruft einem Ohr. Östrr. 20-25) hin.. der mir etwas sagt.Therapie und Kunst – Therapeuten“ (Zeitschr.E. schöpferischen Vorgang weist Werner Pütz in seinem Aufsatz „Auf der Suche nach der verlorenen Ganzheit“ (Zeitschrift für Musikpädagogik. 10-14) Martin Buber. unsere Erfindung und für diese Wahrnehmung seien wir selbst verantwortlich. Sie alle sagen dem Empfangenden etwas. 3. Wie Musik unser unbewusstes Handeln beeinflusst. Das Ohr nimmt eine kreative Rolle „als ein Informationen suchendes Wesen“ ein. 40) Zu diesem Phänomen siehe auch das Kapitel „Das Ohr rechnet“ in: J. Das Ohr hingegen erweist sich als das einzige Sinnesorgan. Es gehe nicht nur um die Art des Musikerlebens. S. An den anderen Tagen beschallten sie den Laden mit bayerischer Blasmusik – schon griff die Kundschaft zu Flaschen aus Deutschland“ (Bild der Wissenschaft 11/2001. „aus der Fülle der uns umgebenden Geräusche und Klänge wählt unser Ohr“ aus. 66-82) diesen Gedanken weiter: Musik sei.. sondern ein wahrgenommenes Geheimnis.“(72. das der musikalischen Erfahrung und „ihrer Art und Weise der Wahrnehmung zugrunde liegende Selbstkonzept“ also den „Erlebenden selbst. Jörg Harries führt in seinem Aufsatz „Musikerleben als Herausforderung“ (in: Hermann J. Kaiser (Hrsg. Berufsverb.73) O." (S. S. was er hört als ein Zusammenspiel in ihm liegender Fähigkeiten mit einem äußeren akustischen Angebot“.4. "wenn mir ein Mensch begegnet. das die Fähigkeit besitzt. 1/89.nicht ein Gefühl. konnten Psychologen der Universität Leicester zeigen: Sie „ließen in einem Supermarkt jeden zweiten Tag französische AkkordeonKlänge erklingen – prompt wurde dreimal mehr französischer Wein als deutscher verkauft. Auch das Gefühl für die zeitliche Ausdehnung erlaubt uns nur Urteile von ungefährer Treffsicherheit. „Der Mensch hört nicht etwas.. 12) 58 . sondern er schafft aktiv und individuell das. Essen 1992. das von außen auf ihn eindringt. d.): Musikalische Erfahrung.. der 3 Arten der Wahrnehmung kennzeichnet: Wahrnehmen als Beobachter = katalogisch 1. das nicht das eigene des Bildners ist. Heft 49/1989.10 Wahrnehmungspsychologische Aspekte des Musikerlebens Paul Hindemith weist auf die besondere Beschaffenheit des Ohres hin: „Das Auge und das Tastgefühl können Größenverhältnisse und Mengen nur aufgrund der Erinnerung und des Vergleichens mit anderen Größen annähernd genau abschätzen. Wahrnehmen als Betrachter = analogisch. 72). 2. das nicht das eigene des Musikers.

. die vom Kurzzeitgedächtnis noch als psychologische Gegenwart erlebt wird.“ (Verschmelzung/Auflösung) Nach Martin Drewer (Gestalt. In der Therapie versucht man heute zumeist.. um es sodann auf dem effizientesten Weg schnell zu erreichen. & Goldberg. Anfang und Ende hat. die Phasen der Beschleunigung und Beruhigung. „in gleicher Zeit etwas zu erleben. 482) bezugnehmend auf: Gerstner. die gemeinsame Einteilung von Zeit zu akzeptieren. Ulrike und Stolz.ein musikalischer Prozess ist eine Art Zeitreise.K. Musiktherapie. geradezu als eines ihrer Grundmerkmale angesehen werden können. David Aldridge: „Leben als Jazz“ (in: Haase. 1994: Evidence of a time constant associated with movement patterns in six mammalian species. eine ganz besondere Bedeutung zu. immer Spannung. 181-205). Heft 14.. also gerade Ertönendes und noch zu Erwartendes. „Ein einmal erklungener Ton verschwindet unwiederbringlich im Medium Luft. die gleiche Identität anzunehmen“ (Willms s. Crossen 2005. S. die Messung und Planung von Zeit.. an der gemeinsamen Zeit teilzunehmen. in der Evolution. So geht es auch in der Musik um beides. Harm Willms hat in seiner Arbeit „Umgang mit der Zeit und musikalisches Verhalten bei Zwangsneurotiker“ (in: Klaus-Ernst Behne (Hg. die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit.. Um trennen. Antje (Hrsg. Musik ist geordnete Zeit. 4-11) an diese Kennzeichnung der Musikerfahrung als Zeiterfahrung den Hinweis auf die enge Beziehung zwischen Musik und den elementaren Grunderfahrungen des Lebens an: „Da der spezifische Umgang mit der Zeit . In: Ethnology and Sociobiology 15. Und gemeinsam musizieren (oder Musik hören. modellhaft dafür 59 . Münster 1998. L.. Das Schema der Gravitation. So gibt es immer gegenläufiges. immer beides: die Zeit aufhalten und das Verrinnen der Zeit.. 157-166) die Zeiterfahrung in der Musik auf musiktherapeutische Problemstellungen angewandt. das Eintauchen in die gleiche Zeit. also bereits Verklungenes. ein Ziel zu avisieren. also strukturieren.u. und verschmelzen. eine musikalische Gestaltung bleibt damit streng genommen einmalig und unwiederholbar. „dass sie in das Zeitgefühl und in das Zeitbewusstsein des Menschen eingreift und es durchgreifend modelliert. sie löst sich auf in der Zeit (Musikpädagogik in der Sozialen Arbeit. aber bereits innerlich Vorgehörtes zusammensetzt. deren Inhalt die Zeit ist.4.. „Das Leben bedeutet auf den Tod zuzugehen also sterben. 1992. Im Leben. S. Regensburg 1991. des technischen Zeitalters.. kommt einer Kunst. Gegenwart und Zukunft. . also wiedervereinen. die ihr eigenes Tempo.“ Für Wickel erschließt sich Musik „als Zeitkunst“ und als „gestaltete Zeit“ in ihrer „Ganzheit.) Improvisation – Therapie – Leben. dass die Zeitdauer. 141). S. im Ästhetischen ist häufig der Umweg die in Wahrheit kürzeste Verbindung. G. etwa drei Sekunden beträgt (vgl. die Wirksamkeit von Musik besteht darin.die Unterscheidung von Vergangenheit.. H.) bedeutet. Die Frage nach der zeitlichen Seinsweise der Musik lässt sich nicht trennen von der Frage nach der Seinsweise des Menschen. bedeutet Vereinigung und nähert sich dem Zustand vor dem Bewusstsein von Zeit. weil „Prozesse der Durchdringung von Gegensätzen .“ Reinhard Schneider knüpft in seinem Aufsatz „Musikzeit“ (Musik und Unterricht. Münster 2000) hat Musik mit „ökologischer Zirkularität“ zu tun. Ästhetik. Wenn man bedenkt. 161). Eine eigene Zeiteinteilung zu haben sei Ausdruck des autonomen Selbst (Individuation). indem Vergangenes.11 Anmerkungen zum Thema „Musikerleben als Zeiterleben“ „Musikzeit ist eine intensiv erlebte Zeit“. Gegenwärtigen. des Lebens und des Todes ein Hauptmerkmal der menschlichen Existenz ist.): Musikwissenschaft als Kulturwissenschaft.

unv. haltlose Chaos? Oder ist Rhythmus ganz einfach ein biologischer oder überhaupt stofflicher Grundfaktor? Auch eine Zelle hat ja ihren Lebensrhythmus. und Rhythmus selbst ist strukturierte Zeit. Puls. 473-487). ist dadurch knapp geworden. dass sich Musik besonders hinsichtlich ihrer rhythmischen Qualität „als wirkungsvolles und dabei subtiles Kommunikationsmittel“ darstellt. das Gleiche. das sich „isomorph“ zum Lebensprozess verhält Aufsatz „Leben als Jazz“ (in: Haase. Zeiteinteilung. Bei Luis Zett heißt es: „Was gibt uns der Rhythmus? Ist es das Gefühl des Versichert seins – versichert gegen die dumpfe Angst.unser Verkehrswesen: Die schnellste Verbindung zwischen Hamburg und Berlin sind eine gerade Autobahn. Melodie.Ton. sondern wie schnell. ein Flugzeug oder die Hochgeschwindigkeitstrasse.) Improvisation – Therapie – Leben. Planetenphasen etc Mikrorhythmen in der Materie MUSIK Makrorhythmen in der Materie David Aldridge hebt hervor. Weder die biologische und die menschliche Evolution noch die Sozialgeschichte scheint dergestalt verlaufen zu sein. Umwege verstärken die Spannung und erzeugen so erst die Sehnsucht nach ihrer Entladung. Crossen 2005. zu einer schnellen Lösung zu gelangen. auch ein Elektron schwingt im Takt. Ms. Verläufe werden gedehnt. auch in der Musik bestimmt nicht der Wunsch. Tag und Nacht. 54) Alle Musikalischen Parameter1 Klangfarbe. Hätte der Weg noch Erlebniswert. installierte den Wechsel. übereinstimmen. so reichte eine einfache Landstraße. Was sagt uns der Mythos? Schon am Beginn der Genesis schied Gott Tag und Nacht. aus der Ordnung von Raum und Zeit ins konturlose. wir könnten aus der Welt herausfallen. Lautstärke 1 60 . Vom Standpunkt eines konservativen Unternehmers wäre das pure Verschwendung“ (108 f). etc Kosmische Rhythmen. Tonhöhe. Entscheidend ist aber nicht mehr wie wir irgendwohin gelangen. Jahreszeiten. Zeit. Ulrike und Stolz. Auflösungen verzögert und verschoben. 2003. denn es ist jedes Mal ein anderer Tag und eine andere Nacht. Entwicklungsphasen.Rhythtarteiltöne höhe mus chen Klangfarbe Form Lebensrhythmen Atem. das niemals gleich ist.Atome Moleküle Ober. (stimmen. einstimmen.“ Musikalische Parameter: die Eigenschaftsmerkmale der Musik Klangfarbe. Harmonie. Melodie (als Abfolge verschiedener Tonhöhen) und Harmonie (als gleichzeitiges Erklingen verschiedener Tonhöhen) stellen Quantensprünge des Rhythmus dar. Elemen. die Wiederkehr. „Beim Zuhören bewegen wir uns synchron zu der Artikulationsstruktur des Sprechenden. Rhythmus. Antje (Hrsg. heute nicht mehr zirkulär begriffen.

welche während der pränatalen Entwicklung „durch den mütterlichen Herzschlag und ihre Schritte vermittelt werden. aus welchem Fachbereich sie kommen.) ein wirksames Mittel darstellt. bei dem die Person in ihren Möglichkeiten eingeschränkt ist. der dynamisch und von musikalischer Struktur ist. Wenn das überleben des Menschen bestimmt wird von dem Repertoire an flexiblen Reaktionen. erhält man eine Zeitstruktur. sie hören. dass eine Therapie mit improvisierter Musik (. Durch die Förderung der Entwicklung von kreativen Reaktionsformen ließen sich dann die Möglichkeiten für eine Genesung schaffen“ (485). Auf diesem Wege könnten die Künste wie auch die Wissenschaft die medizinische Praxis bereichern“ (485). „in dem sich Menschen als gegenwärtig erleben und ihre Bewegungen dadurch koordinieren. sondern um einen Ausdruck dafür. kreativ zu improvisieren (d.) Dabei handelt es sich nicht nur um „eine strukturelle Eigenschaft des Gehirns. mit der eine Person diese Anforderungen bewältigt. Vielleicht kann man Krankheit als einen Zustand beschreiben.“ Diese Erfahrungen von Periodizität bilden sind die Grundlagen jeglicher Art von Kommunikation. Das wir besonders bei der Arbeit mit Menschen im Koma deutlich. Singenden bzw. Sie bieten den Ausgangspunkt für die Musik des Therapeuten. „Eine kreativ gestaltende Musiktherapie bietet die Möglichkeit. Menschliche Aktivitäten sind grundlegend als Hierarchie rhythmischer Anpassungsprozesse organisiert.“ dienen entscheidend „zur Konditionierung der Wahrnehmung von Rhythmen. wie wir mit unserer Umgebung interagieren.) musikalischer Natur. kreative Dialoge innerhalb der einzelnen Person gefördert werden.“ Beim „Zusammenbruch der Synchronisation des Verhaltens tritt das Pathologische hervor“ (484). dann wird vielleicht beim musikalischen Improvisieren auf akustischem Weg Kreativität vermittelt. im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr Schlüssel ist die Periodizität der Vitalrhythmen Puls und Atmung. Dennoch sind Verstehensprozesse Möglich.h. 61 . die einen solchen Kontext bietet“ (482).. Wir können hören. Zudem sollten Kliniker unabhängig davon. Darüber hinaus sind alle „grundlegenden Elemente menschlicher Kommunikation (. So kommt es zu gemeinsamen Bewegungsmustern die nicht nur eine gemeinsame Hirnaktivität darstellen sondern gleichzeitig „eine Interaktion zwischen Person und ihrer Umgebung. auf dynamische Weise das Individuum als ganzheitliches Selbst. um Kommunikation im Sinne einer personellen und interpersonellen Integration zu fördern. den musikalischen Komponenten der Kommunikation Beachtung zu schenken.. Indem man mit dem Patienten singt oder musiziert. sich konkret in der Zeit zu erfahren.. wie die Person in ihrem Dasein zutage tritt. indem er oder sie eine Beziehung in der Zeit aufbaut. um innere Bedürfnisse und äußere Anforderungen zu bewältigen.“ Maschinengeräusche können einen solchen Kontext nicht herstellen. ihr Selbst im Sein. Demzufolge kann man annehmen. neue Lösungen für ein Problem zu entwickeln) oder nur ein begrenztes Repertoire an Bewältigungsformen besteht. Es könnten alternative.. Spielenden ein“ (478).„Jeder synchronisiert die Rhythmen erst für sich. die zu verbaler Kommunikation nicht fähig sind. und zwar innerhalb des Individuums als Selbstsynchronisation und in Beziehungen als interaktionale Synchronisation.. Physiologische. psychologische und soziale Aktivitäten finden in einem zeitlichen Kontext statt.“ (. dazu angeregt werden. auch in Beziehung zu einer anderen Person zu hören. dann geht der Zuhörer auf die rhythmische Struktur des Sprechenden. damit sie nicht von sich selbst oder von anderen Personen entfremdet werden. Durch die Musiktherapie erhalten die beteiligten Personen außerdem die Möglichkeit. Die Klänge..

was die Autorin an der „Analyse des Melodischen“ veranschaulicht: Im Moment hört man immer nur einen Ton. Die Musik kann in diesem Zusammenhang als Zerdehnung des Augenblicks verstanden werden. wodurch ihm „eine andere Sichtweise auf seine Probleme und sein Leiden“ eröffnet werden kann (106). Jahrbuch Musiktherapie. Indem man ihn aber mit den jeweils folgenden in einen sinnvollen Zusammenhang bringt. Dadurch hat der Patient die Möglichkeit während der Improvisation sowohl die problematischen Formenbildungen als auch Lösungschancen (. in dem er nur seine Probleme wahrnimmt“ (105).. Diesen Augenblick müsse man „zerdehnen“. so folgert Shushanik Sukiasyan. die ganze Melodie als Gegenwart zu empfinden. Gleichzeitig bringt die musikalische Improvisation „das Typische der Lebensmethode“ hervor und ermöglicht durch den Prozess der Zerdehnung..) gleichzeitig in der Gegenwart wahrzunehmen. 101-117) kennzeichnet Shushanik Sukiasyan das seelische Befinden des Patienten als „eingeengten Zustand.In ihrem Aufsatz über „die Zerdehnung des seelischen Augenblicks und den zerdehnten Musik-Augenblick am Beispiel psychosomatischer Patienten“ (in: BVM (Berufsverband der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten in Deutschland) Hrsg. so dass mit dem veränderten Zeitempfinden auch veränderte Bewusstseinszustände möglich sind. zu benennen und sich damit auseinander zu setzen“ (112). deren sinnvolle Eingliederung in die sich vollendende Gesamtgestalt der Hörer erwartet. „in der musikalischen Improvisation der Musiktherapie eine unmittelbare Möglichkeit der Zerdehnung des seelischen Augenblicks erleben“ (111).Die Patienten können. Wiesbaden 2006. wird es möglich. Das lässt sich auch auf die Erfahrung des formalen Geschehens übertragen: Formteile oder Motive werden wiedererkannt und fügen sich im Erleben des Hörers zu übergeordneten Strukturen zusammen. der im musikalischen Augenblick geschieht. . „dass die in dieser Lebensmethode kristallisierten Stockungen und Probleme einen breiteren Ausdruck bekommen. 62 . Auf diese Weise kann sich die subjektiv erlebte Gegenwart des Musikerlebenden weit in Vergangenheit und Zukunft hinausdehnen.

. 63 .“ Feuerbach schrieb 1851: „Das Ohr ist das Organ der Angst. Zeitschr.. 73) Für Sigmund Freud ging es bei der „Verbindung der Hörsphäre mit der Angst“ um die Angst „vor dem Über-Ich. d. 32) Er weist auch auf die zwiespältige Erfahrung beim kindlichen Spracherwerb hin. dass auditive Patienten (insbesondere Frauen). Die irrationalen Grundlagen der Musik. Dem Geräusch gegenüber besteht jedoch eine gewisse Wehrlosigkeit.hätte der Mensch nur Augen. Östrr..“ (Felix de Mendelssohn: Von der Musik der Psychoanalyse zur Psychoanalyse der Musik. dass er mit Hilfe seiner eigenen klanglichen Äußerung die bedrohliche klangliche Außenwelt beeinflußt. Etwas später macht der Säugling auch noch andere akustische Erfahrungen. dass die ursprüngliche Übereinstimmung mit der Mutter im frühkindlichen Zustand der Symbiose vor und jenseits aller sprachlichen Verständigungsbemühungen verloren gegangen ist. die angenehmer sind: die beruhigende Stimme und das Singen der Mutter. gehorchen und Hörigkeit. Er macht die Erfahrung. dem Geräusch. denn all jene Sinnesorgane sind Organe der Kritik und des Skeptizismus.“ (Harm Willms: Musiktherapie bei psychotischen Erkrankungen.und Musikerlebnisse des Menschen mit der Erfahrung von Angst und ihrer Bewältigung. Guten und Sinnhaften. Mthp. in der der Säugling Geräusche im Gegensatz zu anderen Reizen erlebt: „Bei optischen Reizen kann er die Augen schließen. S.B. S. (S. vor den Stimmen der magisch-allmächtigen Eltern. nimmt der Klagegesang „den erlebten Schmerz auf und bindet ihn ein in die im Gesang körperlich nah vergegenwärtigte Erfahrung des Geordneten. sich zu entziehen. S. 20-40). dann hätte er keine Religion.12 Tiefenpsychologische Aspekte des Musikerlebens Viele Autoren verbinden frühste Klang. beruft sich auf sie und hält an ihr fest. Und Luther sagte: In der Kirche Gottes wird nichts verlangt außer hören . mit Befriedigung verbunden. Hände. d. indem sie ihn einzuordnen versucht in einem größeren Sinnzusammenhang. dass der Schmerz die „ursprüngliche Quelle der Musik“ sei (Dezsö Mosonyi. S. 207). 25 ff. in: IMAGO. denn im Schmerz werde die Musik als wirksame Kraft erlebt. So z. die als Ausgeliefertsein oder ausgesetzt Sein erlebt werden muss. dass sein Schreien die Mutter herbeiruft. verändert und mit diesem akustischen Eingriff in die ihn umgebenden Klangwelt seine Lebensumstände verändert (die Mutter kommt herbei und wendet sich ihm zu). dass das Kind an der sprachlichen Verständigung teilhaben kann. Leipzig 1935. De Mendelssohn hat beobachtet. die ihn füttert und trocken legt usw. S.) Umgekehrt schreit der Säugling bei Erfahrungen von Unlust und lernt bald. auf der einen Seite sei die Erfahrung. 21.wir denken auch an gehorsam. und einer als bedrohlich erlebten Außenwelt. gleichzeitig enthalte sie aber auch den Schmerz darüber.“ (Frieder Harz: Musik. gleichfalls hohe Sensitivität für autoritäres Vatergehabe zeigten. Sowohl Luther wie Beethoven litten an quälendem Ohrensausen. Das Wiedererkennen bedeutet außerdem ein Lusterlebnis da es möglicherweise entstandene Angst wegen des Nichtvorhandenseins der Mutter wieder löst. Geschmacksund Geruchssinn. bei taktilen Reizen ist es ihm nach wenigen Tagen bereits möglich. Das Kind erkennt die Stimme der Mutter wieder und wirkt durch die konstante Zuwendung beruhigt. Kind und Glaube. die schreckhaft auf Geräusche reagieren. Harm Willms weist auf die Besonderheit hin. 3/1989. Stuttgart 1975.4. So kommt es zu einer frühen Verbindung zwischen dieser präverbalen akustischen Erfahrung. Berufsverb. Stuttgart 1982. prägt. Insofern kann man auch sagen.

die beim Musikhören wirksam werden: die Projektion und die Identifikation. 31) Nach Stanislav Grof (Das Abenteuer der Selbstendeckung. die Freud für Identifikation (wir erleben die musikalischen Prozesse. Beide psychischen Aktivitäten. 231) (wir gehen auf frühere Überhaupt kann Musikhören mit der Phantasietätigkeit. (S. Klausmeier (1984) hat die Prozesse des Musikerlebens mit den neun Gesetzen. Jung: „Das eröffnet eine ganz neue Forschungsrichtung. Basel 1988 folgendes Zitat von C. belegt nicht nur die zuvor ausgeführten neurophysiologischen Vorgänge. symbolhafter Form. als wären sie seine eigenen seelischen Bewegungen. Reinbek 1978) nennt als psychische Aktivitäten. 224) Friedrich Klausmeier (Die Lust. stellt man fest. München 1987) kann das Musikerleben alte Emotionen mobilisieren. ohne das Tor des Verstandes passieren zu müssen.Boris Luban-Plozza bringt in seinem Buch „Musik und Psyche“. Dann träumen die Versuchspersonen von ihr als solcher. die Projektion und die Identifikation vollziehen sich im Zustand der Regression im Dienste des Ich. Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie. bei der Identifikation erlebt der Hörer sich. was Sie mir heute gezeigt haben. die Musik wird zur Projektionsfläche. sondern lässt die besondere Bedeutung der Musikerfahrung für tiefenpsychologische Prozesse aufscheinen. bei der Projektion legen wir etwas in die Musik herein. Sie gelangt zu tiefem archetypischem Material. er erlebt musikalische Prozesse. Traumtätigkeit verglichen Tagträumerei) werden. dass Musik „einzigartig mit der psychischen Energie“ korrespondiert. Freiburg 1982) sind musikalische Erfahrungen „mit Erlebnissen oder Erinnerungen aus meist sehr frühen Stadien der individuellen Entwicklung“ verknüpft. sozusagen direkten Eingang in die für die Steuerung der Emotionen und vegetativen Vorgänge verantwortlichen Hirnstrukturen findet“ (32).. Das legen auch Untersuchungen von Träumen nahe. auf der sich psychisches Geschehen abbildet. Erfahrungen intensivieren und vertiefen und psychische Abwehrmechanismen durchbrechen. zu dem wir in unserer analytischen Arbeit mit Patienten nur selten gelangen. Das. Regression Gefühlszustände zurückgeht. dass gerade die zum Teil aus primitiven Kulturkreisen stammende Musik. der sie hört oder ausübt. Die Erfahrung.in verschlüsselter. in denen Musik als Trauminhalt auftaucht (vgl. Die Musik wird also ohne die sonst übliche Übersetzung in die Traumsprache direkt in den Trauminhalt übernommen. Wenn man dem energetischen Modell Freuds folgend beim seelischen Geschehen zwischen Primärprozessen (Prozessen des Unbewussten) und Sekundärprozessen (bewusste Prozesse) ausgeht. bei der der Hörer auf Projektion frühere Erlebnisweisen und (Wir „legen etwas in die Musik hinein“. eine ganz individuelle Bedeutung. von der ich mir nie hätte träumen lassen. sich musikalisch auszudrücken. Stuttgart 1992).“ (S. die Musik wird zu einer Projektionsfläche. Harrer. Teile von sich in der Musik wieder. (S.lässt mich fühlen. Insofern hat die Musik „für jeden einzelnen. 64 . dass Musik von jetzt an ein wesentlicher Bestandteil einer jeden Analyse sein müßte. 154) Nach Claudia Schumann (Musiktherapie und Psychoanalyse. als wären sie unsere eigenen seelischen Bewegungen) Erlebnisweisen und Gefühlszustände zurück.“ (S. (im Dienste des Ich) auf der sich innerpsychisches Geschehen Phantasietätigkeit und Tagabbildet) träumerei. „nicht aber –wie man annehmen würde.. als wäre es außerhalb des Hörers. Gerhard Hrsg. bzw.G.

Ich und Über-Ich (Vitalität. Opladen 1998) erläutert die Entstehung von Musikpräferenzen als Ergebnis tiefenpsychologischer Prozesse im Spannungsfeld zwischen Es. verschiedener Klänge. 4. Die neun Gesetze im einzelnen können folgendermaßen auch im musikalischen Geschehen wiedererkannt werden: 1. Wille) drückt sich in der Beherrschens beinhaltet. 115-129). Musik ist (im Gegensatz zur Sprache) präsentative Symbolik. selbst Klänge hervorzubringen Klänge hervorzubringen und sie geordnet wahrzunehmen).Funktion insofern. (Überwindung von Geräuschangst aus (die Freude spendende Fähigkeit. Eine Bestandsaufnahme. verglichen und dabei viele Übereinstimmungen entdeckt. 2. In Teilen zeigt sich das Prinzip das Ganzen (Verdichtung) (vgl.Ich .Funktion psychischen Funktionen Es. Sie existiert nur in der Gegenwart. Es gibt keine Konditionalia oder einschränkende Negationen 6. Ich und Über-Ich. S.243). 3. gung. 1977. Frankfurt/M. insbesondere in der Melodie Melodiebildung. Arbeiten über psychoanalytisches Verständnis von Musik beziehen sich nach Bernd Oberhoff (Psychoanalyse und Musik. 218 . Es gibt keinen Ausdruck von Abwesenheit und Negation 5.Funktion Unterwerfung unter eine Reihe ästhetischer Regeln (Moral) drückt sich in der (Harmonielehre) oder auch in kreativem Umgang Harmonie mit ihnen (Rebellion). 8. Nach Heinz Kohut ist das Musikerleben mit den ES .den seelischen Primärprozess festgestellt hat. nach den Regeln der „das verwandt ist mit der moralischen Befriediästhetischen Konvention oder dem bewußten Verstoß gegen diese). Zunächst verläuft die primärseelische Logik wie „alle Musik in der Zeit als Energiestrom ab und korrespondiert damit einzigartig mit der psychischen Energie“ (123). Sexualität) drückt sich im verbunden. indem Musik sinnliche Lust verschafft. Friedrich Klausmeier. Sexualität in Beziehung steht (Es-Funktion). Rhythmus insbesondere in der Rhythmuserfahrung. Gießen 2002) in der Zeit von 1910 bis 1950 auf die sexuelle Triebdynamik. Ob etwas positiv oder negativ gemeint ist. Der Zuhörer wiederum entschlüsselt diese musikalischen Symbole und erlebt dabei eine ähnliche Ersatzbefriedigung wie der Musiker (347 f). ergibt sich nur aus dem Zusammenhang. Gegensätze können friedlich nebeneinander stehen. Rainer Dollase (Musikpräferenzen und Musikgeschmack Jugendlicher.) Handbuch Jugend und Musik. Musik wird als „Ersatzbefriedigung der Triebe in der Phantasie“ bezeichnet. selbst durch die Fähigkeit. die Beziehung zur Über-Ich-Funktion vollzieht sich in der Über . von 1950 bis 1975 auf die Bewältigungsmechanismen 65 . Empathie und Psychoanalyse. Es kann mehreres gleichzeitig geschehen. Der psychische Primärprozess und die musikalische Interpretation. in Beziehung zum Ich steht das Musikerleben Ich . Gegenstände können stellvertretend füreinander stehen. als es eine Freude spendende Form des (Verstand. wobei der Musiker oder Produzent seine Triebproblematik in musikalische Symbole verschlüsselt und sich dadurch von seinem Es-Über-Ich-Konflikt befreit. die mit aus (Ausagieren motorischer Impulsivität). In: Dieter Baake (Hrsg. 9. Musiktherapeutische Umschau 1984. recht gehandelt zu haben“ (Heinz Kohut: Introspektion. 7. und geordnet wahrzunehmen). wodurch der Musiker ein aus (im „richtigen“ Zusammenklang Gefühl von Befriedigung und Sicherheit erhält.

des Ichs und in der Zeit danach auf die präverbalen Prozesse der Mutter-Kind-Beziehung (vgl. Das Übergangsobjekt darf seitens der Patientin im musiktherapeutischen Geschehen von der Therapeutin und den Gruppenteilnehmern meist nicht verwendet (gespielt) werden. erlaubt der Patientin ein Regredieren auf eine frühkindliche Ebene. Ludger Kowal-Summek. Es verliert im Laufe des Therapieprozesses an Bedeutung. Die Objektbeziehung muss nicht an Regression gebunden sein und kann sämtliche Entwicklungsstufen mit ihren jeweiligen Objektbeziehungen repräsentieren. 2005. Diese Sphäre. 403). ob es sich bei Musik und beim Instrument um ein Übergangsobjekt oder um ‚bloße’ Objektbesetzung handelt: Das Übergangsobjekt ist durch den intermediären Raum gekennzeichnet. Musiktherapeutische Umschau 2003. Das Übergangobjekt hat Anfang und Ende. 39-49) auf die Bedeutung und musiktherapeutische Relevanz von Objektbeziehungen hin. Die Objektbesetzung ist dynamisch und kann innerhalb des Therapieprozesses ‚kommen und gehen’“ (49). Edith weist in ihrem Aufsatz „Zum Umgang mit den Begriffen Übergangsobjekte und Objektbesetzungen in der Musiktherapie“ (Musiktherapeutische Umschau. die von der Therapeutin respektiert und geschützt wird. Anhand von Übergangsobjekten und Objektbesetzungen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet und anhand von Therapiebeispielen beschrieben: „Im musiktherapeutischen Prozess sollte die Therapeutin wissen. Wiesmüller. Bei Objektbesetzungen dürfen seitens der Patientin andere die Musik und das Instrument verwenden und verändern. Das an Regression gebundene Übergangsobjekt tritt nur in solchen Zuständen in Erscheinung. 66 .

349 67 . die in erfreulichen Situationen gehört wurde.) Handbuch Jugend und Musik. Musik. wird negativ bewertet. In: Dieter Baake (Hrsg. Opladen 1998. die in unerfreulichen Situationen gehört wurde.4. wird positiv bewertet Beim operanten Konditionieren wirkt die Anerkennung von Gleichaltrigen für den Kauf einer bestimmten Platte oder den Besuch eines „richtigen“ Konzerts als Verstärkung Rainer Dollase: Musikpräferenzen und Musikgeschmack Jugendlicher.13 Lerntheoretische Aspekte des Musikerlebens Beim klassischen Konditionieren Musik.

wie sie sich akustisch . 3/1989. dass schon der Embryo "spezifische Reaktionen auf akustische Reize" zeigt. von Lebzeit. dass es vor allem auch das Medium Schall ist. Die Musik als vor.kommunikativ verhält . aufgehoben." reagieren. dass "die Reaktionsstärke des menschlichen Organismus auf akustische Reize erheblich größer als die auf optische und taktile Berührungsreize" ist. (Felix de Mendelssohn. Östrr. Musiktherapeutische Umschau. folgendermaßen: „Die musikalische Zeit. indem sie jedoch verklingt.kurz. 3 (2007). (Hermann Rauhe.Helfen . Trauer und Schmerz die uns nicht sprachlos machen dürfen.Heilen. wenn auch nur für kurze Zeit. indem es spürt. d. "erlebt im rhythmischen Wiegen des Ganges. dass "die Hörzellen schon auf Reizenergien. d. welches dem Individuum jene ersten . die bei Menschen entsteht. Von der Musik der Psychoanalyse zur Psychoanalyse der Musik. aber auch im Musikhören erleben wir die Abwesenheit von Missverständnissen. was die Mutter hört oder spricht .und außersprachliches Geschehen." Deshalb erfordert musikalisches Erleben immer wieder die sprachliche Vergewisserung." so kann zusammengefasst werden. in: Musik und Bildung. die die Herausbildung eines sozialen Selbstverständnisses entscheidend prägen. dass Klänge in der Lage sind. der in Musikerfahrung symbolisch für kurze Zeit gekittet zu werden scheint. Im gemeinsamen Singen oder Musizieren. Jede Musik hat ihre speziellen Versammlungs. S. Der musikalische Raum wird in der Musik zum gemeinsamen Raum. gekittet. Bilden . Räume zu überschreiten und die Ohren und den Körper von anderen Menschen als Vibration zu erreichen. des Auf-sich-aufmerksam-machenKönnens und des angenommen Werdens sind soziale und zugleich akustische Erfahrungen. die 68 . wenn man berücksichtigt. im rhythmischen Auf und Ab der geräuschvollen Atmung und im rhythmischen Schlag des Herzens.passiven wie aktiven Kommunikationserfahrungen ermöglicht. Später tritt die Sprache in die Sozial. die rund 10 Millionen mal kleiner sind als die beim Berühren. Wir formieren uns zu einer hörenden Gemeinschaft oder einem singenden Chor. Zur anthropologischen Begründung und Ausrichtung eines ausgewogenen Musikunterrichts für alle Stufen der allgemeinbildenden Schule. die miteinander Musik erleben. "als Gefühlsausdruck von gelebter Zeit. oder einem spielenden Orchester oder einer Improvisationsrunde. sich also "gegenüber dem. 4) Jene sozialen Urerfahrungen des ausgesetzt Seins." In der Musikerfahrung ist dieser „Riß in unserem Dasein“. in: Zeitschr. Heiner Gembris („Wie der Flügelschlag eines Engels“ -Anmerkungen aus der Musikpsychologie. 27 f. sie wirkt wie ein Riß zwischen Mutter und Kind.14 Anmerkungen zur sozialen Dimension des Musikerlebens Wenn man bedenkt. Berufsverb. "kann sie uns Trauer und Schmerz nicht ersparen.einerseits werden durch das Verhandeln von Bedeutungen zwischen Eltern und Kind die Gefühle von Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit bereichert.und wohl intensivsten . 201-204) beschreibt die besondere Verbundenheit. Das hängt schon damit zusammen. ist geteilte Zeit." verbindet uns auf dieser ursprünglichen Ebene des Gleichklangs und Gleichschwingens mit der Mutter. Musikerleben ist auch immer mit sozialen Gesellungsformen verknüpft. Sprache wirkt wie ein "zweischneidiges Schwert . und 38) Musikalisches Geschehen ist immer auch ein soziales Ereignis. dass seine vorsprachlichen Erfahrungen nicht durchgängig in Sprache übersetzbar sind. S. sei es gewollt oder ungewollt.nicht neutral verhält. die ich mit anderen verbringe. 28." und dass "das entscheidende pränatale Erlebnis Mutter ein akustisch . Heft 1/1978. Mthp. andererseits verliert das Kind seine Ganzheit. Für die Dauer dieser geteilten Zeit ist das.und Gesellungsformen.4. was uns im Alltag voneinander trennt.und Kommunikationserfahrung hinein.rhythmisches" ist.

dieselben Inhalte und Themen. in einer dritten Situation wurde Musik vom Band gehört (Musik/Passivität) und in der letzten Gruppe wurde gemeinsam ein Film betrachtet (nicht Musik/Passivität). Sie lenkt die Kognitionen und kanalisiert die Gedanken in die gleiche Richtung. den Grad des Vertrauens zu ihrem Nachbarn in einem Fragebogen angeben und danach in dem berühmten Gefangenendilemma-Spiel demonstrieren. ein andermal wurden gemeinsam Gedichte rezitiert (nicht Musik/Aktivität). wird synchronisiert. und zwar gerade dann. die sich vorher noch nicht kannten. So hat Musik auch friedensstiftendes Element. Die Ausdrucksmotorik derer. wir erleben Geborgenheit in der Musik. Nach diesen unterschiedlichen Erfahrungen sollten die Teilnehmer. die wir teilen. zu wieviel Kooperation sie bereit wären. führt zu einer Synchronisierung mit anderen Menschen. Das emotionale Erleben fokussiert sich auf den gleichen Gegenstand. Wenn wir uns aber nahe sind. der zufolge Versuchspersonen "eine Stunde lang in sehr verschiedene Situationen gebracht wurden: einmal wurde gemeinsam gesungen (Musik/Aktivität). Das gemeinsame Singen ist auch Ausdruck gemeinsamer Identität und Orientierung. Und als Mitfühlende sind wir einander nahe. Die gemeinsam erlebte oder musizierte Musik wird so zur Brücke zum anderen Menschen. Anshel & D. Klaus-Ernst Behne berichtet über eine israelische Studie. bei manchen Krankheitsbildern sogar das letzte und einzige Kommunikationsmittel sein kann. (A. die wir hören oder die wir selbst erzeugen. die singen oder musizieren oder auch nur Musik hören. Auf diese Weise vermittelt Musik uns Sicherheit. das eine Verbindung zu anderen schafft. können wir nicht einander Feind sein. Of music therapy 3/88.uns voneinander trennen und das Miteinander im Alltag oft erschweren. Die Musik erzeugt Gefühle und Emotionen. wenn alle anderen Möglichkeiten der Kommunikation nicht mehr funktionieren. 145-155 Soziale Wirkungen des Musikerlebens „Vertrauen“ „Kooperation“ Film Betrachten Gedicht Rezitieren Musik Hören Singen 69 . Sie bewirkt eine gemeinsame Fokussierung der Aufmerksamkeit. Die Musik. den wir auf andere Weise vielleicht nicht erreichen könnten. Journ. warum Musik in der Therapie ein einzigartiges.A. Das ist auch der Grund. Kipper: The influence of group singing on trust and cooperation.

der als Helfer in einer Suppenküche für Wohnungslose mitarbeitete. sich zu synchronisieren“ (34). als er sich an seine eigene Zeit im Chor erinnerte – an seine damaligen Gefühle der Freude und Zufriedenheit. in: Musik und Unterricht. Sobald wir kommunizieren und ganz besonders beim gemeinsamen Singen. Heft 18/1993. Alkoholismus und/oder Drogenabhängigkeit. S. dass „Vertrauen“ und „Kooperationsbereitschaft“ die relevanten Aspekte in dieser Studie waren. gegründet1996 in Montreal. Außerdem kommt es zur Synchronisierung „von gemeinsamen Atemmustern über synchronisierte Herzfrequenzen und Blutdruckschwankungen bis zur Synchronisation und Harmonisierung neuronaler Netzwerke in unseren Gehirnen. „dass Gesang ein ideales Mittel zur Schaffung sozialer Verbundenheit darstellt und er kann sogar eine Resonanz auf der Ebene biologischer Körperrhythmen bewirken“ (35). „wir schwingen uns also auf ‚gleiche Wellenlänge’ ein. MU.Den Versuchspersonen war nicht bewusst. Diese Männer waren soziale Außenseiter. jemals ein produktives und erfülltes Leben zu führen“ (74). Kanada. Insgesamt ergaben sich für die beiden Aspekte beim Singen in der Gruppe die höchsten Werte (Klaus-Ernst Behne. Einige von ihnen hatten viele Jahre auf der Straße gelebt. vertrauensvoller und liebevoller bezogen sein“ lässt“ (in: „Der Wirkfaktor Stimme in der Psychotherapie / in der Musiktherapie (2008. Außerdem verbinde Singen in Gemeinschaft die Menschen untereinander und wirke „krankmachender Vereinsamung entgegen“ (ebd. Norderstedt 2005) weist darauf hin. Die Idee hierzu bekam der junge Mann und spätere Chorleiter. „dass Singen in Chören und Gruppen Gefühle der Verbundenheit und Gemeinschaft stärken kann und sogar teilweise therapeutische Effekte hat“ (65). einige zeigten Verhaltensweisen. 29. dass Singen die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin stimuliert. Er „ging ursprünglich zurück auf die Initiative eines jungen Mannes.). als auch unsere Frequenzspektren dazu. Decker-Voigt et al Göttingen 1996) S. Die Ergebnisse zeigen ganz eindeutig. 215). Rittner. 359-368) beschreibt unwillkürliche wechselseitige neuromuskuläre Übertragungsvorgänge zwischen Gesprächspartnern. Wirkungen von Musik. und ihnen war auch nicht bewusst. weil der Nervus Vagus und über ihn das gesamte vegetative Nervensystem mit der Kehlkopfmuskulatur verbunden ist. In der Säuglingsforschung spricht man von hochwirksamen „Bindungs-Duetten“ zwischen Müttern und Kindern. dass bei erfolgreich miteinander kommunizierenden Menschen die Frequenzspektren ihrer Stimmen einander annähern. 216). Sabine berichtet. das „Menschen friedfertiger. die belegen. tendieren sowohl unsere physiologischen Zustände durch wechselseitige ‚organismische Resonanz’1. dass sie sich jeweils in einer von vier unterschiedlichen Situationen kennengelernt hatten. Besonders eindrucksvoll der Bericht über den Chor der Wohnsitzlosen („Homeless-Choir“). 1 70 . die auch im Tierreich beobachtet werden können (ebd. Bossinger berichtet über einige Studien. mehr Vertrauen zu einem Nachbarn zu haben als in einer nicht musikalischen Situation.“ Später heißt es in der wissenschaftlichen Begleitstudie zu dem Projekt: „Viele der wohnsitzlosen Chorsänger litten an emotionalen Problemen. die konsistent mit Symptomen von depressiven. 7 f. die wenig Hoffnung hatten. 35 f). von denen der gesamte Organismus betroffen ist. manisch-depressiven und schizophrenen Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen waren. dass hingegen Aktivität (Singen oder Rezitation) die Bereitschaft zur Kooperation erhöht. Wolfgang Bossinger (Die heilende Kraft des Singens. diskfunktionalen Beziehungen und unglücklichen Lebensumständen. Die Interview der Teilnehmer des Chores ergab: Sabine Rittner (im Lexikon Musiktherapie (Hrsg. dass ein musikalischer Kontext (Singen oder Hören) uns dazu veranlaßt. Er erhoffte sich ähnliche Auswirkungen auf die Wohnsitzlosen.“ Deshalb kann geschlossen werden.

Eine Fanomenologie. welches wiederum das Erreichen von Gruppenzielen ermöglicht und 4. in welchem die Kluft überbrückt werden kann. (Hrsg. 13-22) erinnern daran. Michael Grossbach und Eckart Altenmüller (Musik und Emotion – zu Wirkung und Wirkort von Musik.1. Kopiez / G. was ihm möglicherweise im Feld erwartet – ein ähnliches Phänomen wie bei dem pfeifenden einsamen Spaziergänger. Während dieser Zeiten ist die Aufmerksamkeit abgelenkt von störenden internalen Gedankenreflektionen und kann helfen. S. Brink: Fußballfangesänge. war Ziel der ‚chain-gang’-songs der Gefangenen in nordamerikanischen Gefängnissen bis weit ins 20. Bei politischen Liedern kann zunächst eine Meinungsbeeinflussung vermutet werden. Eine Langzeitstudie an Berliner Grundschulen. 71 . Jahrhundert hinein. Beschimpfungen der gegnerischen Mannschaft und Spielkommentierungen wechseln (vgl. aktive Teilnahme am Gruppensingen verringert depressive Stimmungen und fördert emotionale und körperliche Gesundheit. „das oft als auf einer anderen Ebene lokalisiert oder intensiver wahrgenommen wird als alltägliche Interaktionen mit Mitmenschen. R. dass. Die Autoren vermuten auch. „ein starkes Gefühl der zumindest vorübergehenden Verbundenheit“ empfinden.a. welche erforderlich ist. emotional ausgeglichenere Gedankenprozesse zu etablieren“ (75). Mainz 2000.B. fungiert als ein Stimulus für geistige Beschäftigung. Hans Günther Bastian weist in einer 1999 veröffentlichten Studie nach. in: Tillmann Bendikowski u. Der Chor bietet den Chormitgliedern eine familiäre Atmosphäre. Münster 2003. der im Wald von der Dunkelheit überrascht wurde-. die sie von den normalöen Netzwerken getrennt hat. Letzteres führt wiederum zu einer Selbstbelohnung“ (18). 2. Würzburg 1998). wie z. Die Wirkung beispielsweise von Marschliedern wird dem Umstand zugeschrieben. die Synchronizität der marschierenden Mitkämpfer unterstreicht möglicherweise beim Individuum den Eindruck des einheitlichen Handelns und stärkt so das Gefühl der Geborgenheit in der Gruppe mit einem gemeinsamen Ziel. und „erhöhte Bereitschaft zum gemeinsamen Singen (Grunzen. Einen noch stärker manipulativen Charakter haben Nationalhymnen. Jahrhundert. des Straßenbaus. häufig monotone und manchmal sogar gefährliche Tätigkeit erleichtert durch emotionale Aufhellung und verstärktes Zusammengehörigkeitsgefühl. „Auf diese Weise wird eine anstrengende. Musik als Mittel politischer Identitätsbildung im 20. wie auch ein Milieu zu schaffen. also keine Angst davor bekommen kann. Die Wechselwirkung zwischen dem Chor und dem Publikum scheint den Chorsängern sowohl ein Gefühl von persönlicher Bestätigung zu geben. also Schaffung einer Stimmungskongruenz einander persönlich häufig unbekannter politisch Ähnlichdenkender. dass sich die genetische Verankerung der Fähigkeit. Die Studie selbst hat den Titel: Musikerziehung und ihre Wirkung. keine Zeit zum Nachdenken hat.): Die Macht der Töne.) bei den Frühmenschenvorteilhaft auf die Überlebenskraft und kulturelle Entwicklung der Frühmenschen ausgewirkt hat. um der Repertoire zu erlernen und auszuführen. sowohl bei der Zivilbevölkerung als auch bei der kämpfenden Truppe“ (17). die aus Schulklassen mit Musikgruppen (Chor oder Orchestergruppen) sozialer eingestellt sind als Kinder ohne solche besondere Förderung (Musiktherapeutische Umschau 1999. dass Kinder. die allerdings je nach aktueller Spielsituation zwischen Unterstützung des Vereins. Schreien etc. dass Menschen die miteinander musizieren. Die Synchronisierung der gemeinsamen Arbeit. in der sie ein angemessenes interpersonelles Verhalten entwickeln können. 3. Die Konzentration. die gerade in Kriegszeiten die Loyalität gegenüber den Herrschenden sowie die Opferbereitschaft erhöhen sollen. 64 f). Letzteres spielt wahrscheinlich ebenfalls eine Rolle bei den Stadiongesängen von Fußballfans. wer singt.

Bericht an den Schweizer Nationalfonds über den Schulversuch „ Bessere Bildung durch mehr Musik“.a. 1993. Beide Studien werden ausführlich diskutiert in dem Sammelband Gembris. Freiburg/CH. Heiner u. (Hrsg.Eine ähnliche Langzeitstudie ist in der Schweiz durchgeführt worden und unter dem Titel Patry.) Macht Musik wirklich klüger? Musikalisches Lernen und Transfereffekte. die Situation im Elternhaus etc. Transfereffekte zwischen Musik und sozialem Verhalten sind nicht leicht sicher nachzuweisen. Jean-Luc u.a. die nicht nur ausschließlich etwas mit Musik zu tun haben. Augsburg 2001. (Hrsg): Musik mach Schule. 72 . An ihrem Zustandekommen sind immer viele Faktoren beteiligt. wie etwa die Einstellung und das Verhalten der Lehrer.

Ich spiele mit dir und du mit mir.In seiner frühen Entwicklung stellt der Mensch unterschiedliche Beziehungsqualitäten im Kontakt mit sich selbst. warum Musik als nonverbales Medium auf besondere Weise heilsam wirken kann: „Die Erfahrungsstufen des Säuglings in der Entwicklung vom auftauchenden Selbst zum verbalen Selbst und synchron im Bereich seiner Bezogenheit zur Mutter und anderen Bezugspersonen. Musiktherapeuten verwenden diese Modi auch als Diagnose. Kontaktlosigkeit Kontakt-Reaktion Funktionalsensorischer Kontakt Kontakt zu sich Kontakt zum Anderen Beziehung zum Anderen Begegnung Hans-Helmut Decker-Voigt (Schulen der Musiktherapie. Du bemerkst etwas.). Stern hat Karin Schumacher in ihrer Arbeit mit autistischen Kindern 6 Modi der Beziehung beschrieben. dass du der Urheber des Spiels bist. und ich achte darauf. bedeuten das Erlernen von Kompetenzen und Ausprägen erster Potentiale im auditiven.und Evaluationsinstrument für jede Musiktherapie: Einschätzung der Beziehungsqualität aus Sicht des Kindes: Modus 0 Modus 1 Modus 2 Modus 3 Modus 4 Modus 5 Modus 6 Ich ohne mich Ich bemerke etwas Ich verwende Personen oder Instrumente für meine Bedürfnisse Ich höre mich und bemerke. mit deren Hilfe sie die Entwicklung des behandelten Kindes und den Fortgang der Musiktherapie einschätzt (Musiktherapie und Säuglingsforschung. Un73 . ob der Andere mein Spiel wahrnimmt Ich höre dich und mich Kontaktlosigkeit Kontakt-Reaktion Funktionalsensorischer Kontakt Kontakt zu sich Kontakt zum Anderen Beziehung zum Anderen Begegnung Ich höre uns und freue mich über das gemeinsame Spiel s. Hörens. 249 f). In Anlehnung an Daniel N. aktiv wie rezeptiv. über weitestgehend mediale Ebenen des Fühlens.. München 2001) sieht in diesen entwicklungspsychologischen Erkenntnissen Begründungen dafür. Lautlallens. Folie: Beziehungsqualität in der Musiktherapie Einschätzung der Beziehungsqualität aus Sicht des Therapeuten: Modus 0 Modus 1 Modus 2 Modus 3 Modus 4 Modus 5 Modus 6 Du bemerkst mich und meine Angebote nicht. Frankfurt am Main 1999. Ich verfolge mit großer Aufmerksamkeit dein Spiel und zeige die meine Anteilnahme. wir spielen zusammen. Singens. dass ich der Urheber des Spiels bin Ich höre mich und will wissen. den ihn umgebenden Dingen und mit seinen Bezugspersonen her. Wir erfreuen uns am gemeinsamen Spiel. Bewegens.. Du verwendest mich wie einen Gegenstand und die Instrumente als wären sie ein Teil deiner selbst. Sehens. dass du bemerkst. Du hörst dir zu. elementar-musikalischen Bereich (. die wir bereits mit in diese Welt aus der des Uterus bringen.

sofern dieser anwesend ist. (Funktion der Auseinandersetzung) Durch die Erforschung der äußeren Natur der Gegenstände erfahren Menschen ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen (301).und elementar musikalischen Ein. Musik dient der Auseinandersetzung mit der äußeren Natur. 2.sere lebenslange Dialogfähigkeit mit uns selbst und anderen haben wir im Uterus und in früher Kindheit im prä.) 4. In: Musiktherapeutische Umschau. 74 . Indem ich auf meinem Instrument spiele.). lassen sich nach Wolfgang Mahns (Das Musikkonzept in der Musiktherapie. und diese Disposition ist Basis für sämtliche verbalen und nonverbalen Kompetenzen des gesamten Lebens.K. werde zu zwei „Personen“: Körper-Ich und musikalischer Symbolausdruck. In Interaktionszusammenhängen betrachtet. Auf symbolischer Ebene findet Berührung statt (.. verschaffe ich mir ein Gegenüber. (.und Ausdruck disponiert.. der – sich selbst einhüllend – sich in den Schlaf singt. (Funktion der Selbstverdoppelung). 295-305) vier übergeordnete Funktionen für Musik benennen: 1.. (Kontaktfunktion) Im Singen oder Spielen eines Tons berühre ich einen anderen Menschen. (Funktion der Einhüllung) Beispiel: Lallmonologe des Säuglings. Musik dient der Abkapselung von der Umwelt.. Musik dient der Verdoppelung des eigenen Selbst. Musik dient der symbolischen Berührung mit den anderen Menschen. 1984.) 3. bis es uns verlässt“ (31) (Hervorhebung H.

Ästhetik. was besonders in den musikalischen „Polaritäten von Konsonanz und Dissonanz.. München 2001. so wie er denken und erkennen. 294). um dem.“ (Vorlesungen zur marxistisch-leninistischen Ästhetik. Und die Art. zum Ausdruck kommt. so wie er sich sozial entwickeln kann. Harmonie und Disharmonie“ u. In diesen Symbolen kommen auch Utopien zum Ausdruck. Ist dieser Ausdruck gestört. (Alltagsästhetik). Das gesamte Leben vollzieht sich in solchen Bewegungen.). was ihn emotional in seinem Sein bewegt. S. Münster 2000. so vermag er seine „immateriellen Emotionen und Phantasien“ in Symbolen zu kodifizieren (Martin Drewer. Im Laufe der Geschichte wurde Ästhetik zur „Lehre vom Schönen“ verkürzt und lediglich auf die Bewertung künstlerischer Produkte bezogen. 83 f. Neben Logik (Erkenntnislehre.s. es ist „integraler Bestandteil“ der Entwicklung der Menschheit wie des einzelnen Menschen. Musikstücke etc. das ist auch die je spezielle Art. 80 ff).15 Anmerkungen zur Ästhetik des Musikerlebens Alexander Gottlieb Baumgarten (1717-1762) gilt als Begründer der deutschen wissenschaftlichen Ästhetik. Münster 2000. etwas in seinem Leben verändert. Während Wissenschaft die Gesetze sowie die Ordnungen dieser Welt entwerfe und Philosophie sinnstiftende Zusammenhänge herstelle. In archaischen Kulturen sei der 2künstlerische Ausdruck nicht von dem direkten Gefühlsausdruck abgespalten (Sabine Bach. wie der Mensch sich wohnlich einrichtet. Damit ist die Brücke geschlagen von der Kunst zum Leben. was ist hässlich?) gilt sie als eine der drei Fundamentaldisziplinen der Philosophie. Gestalt. „Das Ästhetische stellt einen festen Bestandteil des gesamten Lebens dar“. Drewer charakterisiert das Ästhetische auch als „Suchbewegung“ zwischen Chaos und Ordnung. erlaubt Kunst. der Notwendigkeit von Ausdruck und dem Bedürfnis nach Mitteilung eine Weg zu bahnen. Ästhetik definiert Moissej Kagan „als die Wissenschaft von der ästhetischen Aneignung der Wirklichkeit durch den Menschen. Auch Paolo Knill. das meint die Vorstellung davon. gleichzeitig liegt hier die eigentliche Begründung der Musiktherapie. das Ästhetische transzendiert die bloße Zweckdienlichkeit. zur Welt“ (Gestalt – Ästhetik – Musiktherapie. was ist falsch?) und Ethik (Morallehre. kleidet etc. um seiner Selbst und der Welterfahrung äußere Gestalt zu geben und es in dieser Veräußerung mitteilbar zu machen“. Musiktherapie. Es gehört zur Grundausstattung der Gattung Mensch. die der Patient in der Musiktherapie macht. Das sind nicht nur Bilder.4. sondern Methode zugleich“ (ebd. Berlin 1974. Sie betreffen nicht nur die Kunst. „wie wir Musik wahrnehmen und einordnen. 13) Ästhetische Aneignung ist gebunden an die Voraussetzung eines sinnli75 . was ist Wahrheit? Was ist richtig. „Der ursprüngliche Gefühlsausdruck ermöglicht dem Menschen eine gesunde regulierende und sinnstiftende Kommunikation mit sich und der Welt. zum Anderen. Musik in der Ausdruckstherapie. der Begründer der Ausdruckstherapie vertritt eine „nicht-restriktive Kunstauffassung“. Die Phänomene des Ästhetischen hingegen sind wie denken und wollen als Empfindung von schönem und hässlichem im gesamten Leben des Menschen gegenwärtig. bringe der Mensch in der Kunst „seine kreative Wahrnehmung der Dinge und seiner selbst“ zum Ausdruck. 295). der zu Folge Kunst „nach dem direkten unmittelbaren Gefühlsausdruck das ursprünglichste Ausdrucksmittel des Menschen ist. was ist gut. ob als schön oder hässlich.“ Insofern seien Kunst und Heilkunst öriginär miteinander verknüpft und sei „künstlerischer Ausdruck nicht nur Medium. dass sich durch die musikalische Erfahrung. sagt etwas aus über das Verhältnis einer Person zu sich selbst. in: Hans Helmut Decker-Voigt: Schulen der Musiktherapie.f. Die ästhetische Auseinandersetzung ermöglicht erst die Vorstellung des Transfers zwischen Musikerfahrung und Alltagsleben. was ist böse?) als Lehre von der sinnlichen Erkenntnis (was ist schön.

weil Sinnlichkeit Teil der Physis ist. des zeitweiligen Steckenbleibens und Resignierens. Als „ästhetische Konstruktion“ seien sie „eine ständige Suchbewegung und Auseinandersetzung mit Erfahrungen. der ganze Leib totales Sinnesorgan ist (vgl.. weil es die Unwahrheit der Gesellschaft ans Licht bringt“ (Th. Leichte und Erleuchtete. Auch Drewer bemüht sich um eine solche ästhetische Begründung der Musiktherapie und warnt vor einer bloßen Orientierung an den etablierten Therapierichtungen (Psychoanalyse.s. Nietzsche und Adorno und hebt dabei den metaphysischen Charakter der verschiedenen Auffassungen hervor. 2001. sondern die Wertschätzung des Mühsamen. Und wenn dies dazu beiträgt. Sie plädiert deshalb für eine „Ästhetik vom Leibe aus“ (289).w. Aristoteles. So kann Neues. Ihr ästhetisches Handeln sei „Erzeugung. Stimmige. 289) sei „auch in der Musiktherapie die Kakophonie legitimiert. Individuen. dann soll 76 . Zuversicht und Liebe bei der Begleitung. Verqueren. Impulsen. weil sie nicht zweckgebunden sind und deshalb Zugänge zu Möglichkeiten eröffnen. Platon. bzw.) Für den psychotherapeutischen Prozess sind ästhetische Erfahrungen deshalb so bedeutsam. der Therapeutin Kraft. Gestalt oder Verhaltenstherapie). Frohne-Hagemann. als der Lehre von der sinnlichen Wahrnehmung seien die metaphysischen Richtungen eigentlich als „anästhetisch“ zu betrachten. 45 .B. Darstellung. „dass musikalisch-improvisatorische Prozesse primär der (Organ-)Logik folgen“ und dass Erkenntnis nicht nur im Organischen wurzelt.): Fenster zur Musiktherapie. Der Ästhetik Adornos folgend. mehr noch. zit. Ich habe diese Dinge in unserem Buch „Musik und Malen in der therapeutischen Arbeit mit Suchtkranke“ unter dem Kapitel „Musiktherapie als besondere Form der ästhetischen Aneignung“ (S. Erkenntnis. Auch Isabelle Frohne-Hagemann (in: Decker-Voigt (Hrsg. sondern bereits dort stattfindet (z. sondern sie zuzulassen und auszudrücken. Ängsten. dass die Patienten beim Spielen und Experimentieren mit Klängen ihre Wirklichkeit ästhetisch hervorbringen. auch tief in die Abgründe hineinzuschauen und sie nicht zu verdrängen. 53. u. 105 ff. „die dem zielgerichteten Verhalten aufgrund dessen Einengung verschlossen sind“ (Drewer 91). die Organ-Logik bei Drewer). Vor dem Hintergrund der ursprünglichen Bedeutung von aisthesis. Romantik bis Kant. noch nicht Gedachtes. Das ist für den/die Klienten/in oft schambesetzt. Das Ästhetische ist für ihn ein „auf allen körperlichen und geistigen Ebenen vermittelter Austausch von Systemen. Barock. Erkenntnis und Gestaltung von Wirklichkeit“ und habe „existentielle Bedeutung“. weil das alles ebenso zur Ästhetik gehört wie das Schöne. die auf dissipativen Strukturen im molekularen. noch nicht Erkanntes entstehen und erfahren werden.chen Kontaktes. die durch die vorfindliche Gegenwart ausgelöst werden“ (ebd. Erfreuliche. Isabelle Frohne-Hagemann betont. mit Möglichkeiten. Wiesbaden 2001. als im Artifiziellen zu transzendieren erscheint. 287). „das weh tut. (S. an Geistestätigkeit und an „Uneigennützigkeit“. So betont er . Adorno. Vorstellungen. Hässlichen. zellulären und organischem Bereich basiert. Damit ist nicht nur ein in Kauf nehmen missklingender oder chaotischer Musik gemeint. Subjekt und Mitwelt“. die das Hässliche umschließt. Ästhetische Theorie. Wünschen. die Leiblichkeit als zentrale Instanz für künstlerische Verstehensprozesse anerkennt. schmerzvoll und unerträglich und verlangt vom Therapeuten bzw. Pythagoras. Frankfurt am Main 1973. Heraklit. n. Ausgewogene. des Haderns und Trotzens. W. als Engrammierung in den Zellen) (96 f). Heilung bedeutet unter ästhetischen Gesichtspunkten nun.52) im einzelnen erläutert. dass das sich öffnende Bewusstsein für die tieferen und höheren Dimensionen unseres Seins auch die Dimension der Spiritualität einbezieht. ausgehend von den alten Griechen. Reflexionen. in Mittelalter. Renaissance. 259-294) hält die Untersuchung der von vielen Theoretikern vernachlässigten ästhetische Dimension der Musiktherapie für hilfreich bei der Entwicklung einer musiktherapeutischen Metatheorie. bei dem Leiblichkeit zugunsten von Bewusstseinsleistungen vernachlässigt wird.

des Körpers. Deshalb müssen die Improvisationen der Musiktherapie hermeneutisch interpretiert werden. 287). aber sie „bedeutet“ zunächst einmal nichts.“ Jede Wahrnehmung sei bereits eine Interpretation. die Fähigkeit des Menschen. Diese Auffassungen basieren auf semiotischen Analysen zu Musik und Sprache von Peter Faltin. Gedanken.). welches „von den Bedingungen. was er selbst in das Werk hineingelegt hat (Frohne-Hagemann 2001. Grundlage der Ästhetischen Situation ist die „Wechselwirkung zwischen Subjekt und Objekt“.. sowohl im Blick auf die Musik als auch im Blick auf den Körper. der Situation und den ablaufenden Konsensprozessen in sie hinein. unter denen wir es betrachten.h. bevor in einem elevatorischen Vorgang von dieser aisthesis zur ästhetischen Sinngebung fortgeschritten wird“ (ebd..). wie jedes Musikstück sind auch die Improvisationen der Patienten „ein komplexes Symbol“. Aachen 1985). des Denkens. nach dem Bild der Einheit des Subjekts unifiziert d.: sie provozieren Bewegungen der Sinne.. erlebt wird 77 . und jeder hört nur dann und nur das aus der Improvisation heraus“. die Wirklichkeit ästhetisch zu erleben. 264). Der tschechische Philosoph Jan Mukarovský kennzeichnet die ästhetische Aneignung.: zuerst wahrnehmen.: in ihnen können prinzipiell alle Aspekte der Wirklichkeit enthalten sein .. Einfällen. 291). Daraus resultiert die besondere Qualität der therapeutischen Beziehung in der Musiktherapie. d. die verdeutlichen. die von unseren „eigenen ästhetischen und therapietheoretischen Vorannahmen“ bestimmt ist (ebd. abhängt. Bedeutungen legen wir in Abhängigkeit von unserem Vorwissen. .B. Emotionen. sich der Wirklichkeit gegenüber zu verhalten. dass die Bedeutung musikalischer Gestalten sich auf völlig anderem Wege ereignet als die von Sprache (Bedeutung ästhetischer Zeichen.. d.h... sondern willkommen geheißen“ sein(289 f. denn „das ästhetisch Empfundene haftet den Gegenständen nämlich nicht an. ästhetische Zeichen sind z. dh. Wahrnehmungen beschreiben.... Musik ist zwar auch „sinnvolle Struktur. als die Fähigkeit. Gruppenprozessen.h.das Irdische und Sinnliche nicht ausgeklammert werden. in denen eine bestimmte Art. „ästhetische Zeichen“ herzubringen und zu rezipieren.h. 290 f. dass man „sowohl von der gegenstandsnahen Wahrnehmung als auch von der leiblichen Empfindung und Resonanz auf die ästhetischen Phänomene ausgeht. bilden die Wirklichkeit als Ganzes ab . sondern es entwickelt sich erst in der Beziehung zum Subjekt“ (ebd. zielen auf eine vereinheitlichende Verhaltensweise d. (auch Vorurteilen).: sie enthalten die Wirklichkeit als Ganzes nach der subjektiven Sichtweise des einzelnen vereinheitlicht . Musikstücke: ästhetische Zeichen . das heißt. Atmosphären. Wie jedes Kunstwerk. Musik und Sprache. und erst dann nach Bedeutungen fragen und Bedeutungen finden.

und Wiedergabegeräte“ betrieben.. und das drängt die Atmosphären immer in den Hintergrund . dass in Ungewohntem Beziehungen zu bekannten Klangelementen erkannt werden.. das heißt auch affektiv neutral zu machen. fortsetzt.. das musikalische Werk.Unwandlungen. Wiederholtes Hören führt jedoch allmählich dazu.. Alle Menschen müssen sich ja sehr funktional und cool verhalten. Musik besteht nicht aus Tönen. unsere ganzen Bewegungs. zu einer Form der Umwandlung der Energie des Komponisten. so dass durch die Musik.. 34 f.. sondern sie wird in unseren Ohren Musik durch ein sinnenhaftes Wahrnehmen und Empfinden von Tonverhältnissen und Tonbewegungen..“ Um ein musikalisches Werk zu verstehen.“ Das geht nur..“ (Die musikalische Form als Prozess." (S.. also zwischen einerseits völlig rational begründeten Klangverbindungen und andererseits einstweilen unerklärbar.. Ein ähnlicher Prozess des Anklammerns an gewohnte Klangverbindungen oder deren Zurückweisung. „wenn wir uns dafür öffnen und leiblich mitschwingen“ (Frohne-Hagemann 2001. seit eh und je befestigten Klangverbindungen einerseits. Musik ist eigentlich das mächtigste Mittel zur Erzeugung von Atmosphären . bald konstatierend. und "noch nicht bewältigtem Material" andererseits... . Zwischenräumen.. sondern aus ‚Kraftfeldern’. wobei sie besonders ungewohnte Verbindungen ablehnen. . dann wird die konkrete Form dieser Arbeit. Beim Hören jedes neuen Musikwerkes vergleichen die Menschen die unbekannten Klangkomplexe mit den bekannten und treffen eine Auswahl. „angefangen von ihrem ersten Keimen in der Vorstellungskraft des Komponisten unter dem Einfluss seiner Umwelt bis hin zur ihrer Rezeption durch den aufmerksamen Hörer. Jan: Kapitel aus der Ästhetik. eine „Theorie des Empfindens“ .) Eine Musik zu verstehen bedeutet für Assafjew: „Die Zweckdienlichkeit der Vorwärtsbewegung des gehörmäßig wahrgenommenen Klangflusses erfassen und sich darüber klar zu sein. hierzu auch John Diamond: Lebensenergie in der Musik.. . bald ausdehnend. s. Atmosphären sollten auch klanglich und damit in zeitlicher Dimension begriffen werden und nicht immer nur räumlich (letzteres sein geradezu eine Berufskrankheit der Architekten).Erleben (das Anhören einer Musik) als Prozess der Umwandlung von Energie: „Wenn ein Komponist bei seinem Schaffen eine Arbeit durchführt und dabei ein Teil seiner Lebensenergie aufwendet. Trägheit oder Aktivität im kompositorischen Schaffen hängt mit ab von einer solchen Wahl zwischen den passiv im Gedächtnis gespeicherten. vergleichen die Menschen instinktiv die Momente der vorbeifließenden Musik miteinander und prägen sich im Gedächtnis ähnliche und häufig wiederkehrende Klangkomplexe ein. 57 f. weil ja die technische Zivilisation im Grunde darauf abzielt.“ Es geschieht eine Reihe von Energie . Georg Böhme. 267). . Wenn wir Musik ästhetisch hören. atmosphärische Erfahrung sei zugleich eine Erfahrung der eigenen leiblichen Anwesenheit .. betont in einem Interview mit Eckhard Weymann und Martin Deuter die Notwendigkeit einer ökologischen Ästhetik . Berlin 1976.) „Musik klingt nicht als Summe einzelner hörbarer Töne.. Vergleich und Auswahl vollzieht sich auch beim Komponisten während der schöpferischen Arbeit. bekannten und angenehmen gebildet.. aber auch 78 . Frankfurt am Main 1971 Boris Assafjew beschreibt das Musik . irrational erscheinenden Einfällen.. hören wir Beziehungsgefüge und dieses er-fahren wir mit dem Leib als totalem Sinnesorgan. Zürich 1981. Aus dem Grundbedürfnis nach Musik ist heutzutage „ein Kompensationsbedürfnis geworden. Allmählich fixieren sich diese Klangkomplexe im Bewusstsein und werden zu leicht erkennbaren.. S. warum sich die Bewegung. Die Industrie hat ungefähr seit den 1950er Jahren eine „Eskalation der Speicher.Mukarovský.und Kommunikationsformen sind technikvermittelt.. das Normalleben möglichst ereignisarm.. Beziehungen.

die sich ständig erneuern müssen. 246 79 . so ähnlich wie das Atmen. gegenwärtig zu sein (Die Musik modifiziert mein Gefühl. The wounds that Sing. im Raum zu sein. Es wird von der Kulturindustrie ein systematischen Veralten geplant. London 2000. die Möglichkeit. June Boyce Tilman: Constructing Musical Healing. den Menschen die Erfahrung zu vermitteln.die Fernsehindustrie eine Kompensationsleistung erbracht wird: es wird ein harmloser Bereich des Auslebens von Gefühlen bereit gestellt.“ So müsse „das Bewusstsein vom Lebensvollzug wieder gewonnen werden“ und „die Musik hätte. Musiktherapeutische Umschau 2005 307-313 MUSIC THERAPY IS POSSIBLE THE ONLY IMPROVISATORY TRADITION IN THE WORLD THAT ENCOURAGES TOTAL MUSICAL FREEDOM AND HAS NO UNDERLYING MUSICAL STRUCTURES TO UNDERPIN IT. Die Industrie entwickelt hier die Steigerungsmöglichkeiten über die Geräte und auch über die musikalischen Moden. sowohl der Geräte als auch der Musik.

80 . „dass Jungen und Mädchen mit musikalischer Begabung. 33-36. S.wieder einholen.4. einen deutlichen Entwicklungsvorsprung in nichtmusikalischen Bereichen haben.a. S. Eine Dissertation an der Universität Washington (D. Jean-Luc u. die in der Schweiz durchgeführt wurde. 128. S. vor allem das räumliche Vorstellungsvermögen steigerten („Mozart Effekt“). verglichen mit ihren Freunden. Und obwohl die Nichtmusiker nach Eintritt der Pubertät dank eines großen Entwicklungsschubes die Musiker . Eine Langzeitstudie. S. Überhaupt ist fraglich. 4-22). Die Studie zeigte auch. S.. Dennoch verbesserten sich ihre Leistungen in diesen Fächern (Ernst Weber. S. dass Kinder in Klassen mit regelmäßigem Musikunterricht zwei Stunden pro Woche und zusätzlicher Musikpraxis im Chor oder Musikgruppen verbunden mit Instrumentalunterricht in allen übrigen Schulfächern deutlich bessere Lernfortschritte machen. 396. die alle zum Ergebnis kommen. Freiburg/CH. Mainz 2000. Ihre eigene Untersuchung in Tübingen mit 60 Jungen und Mädchen ergibt. die überwiegend musikalisch ausübend sind.T. Bericht an den Schweizer Nationalfonds über den Schulversuch „ Bessere Bildung durch mehr Musik“.. Die komplette Studie trägt den Titel: „Musikerziehung und ihre Wirkung. inwieweit solche „Transferleistungen“ überhaupt einzig auf die Musikerfahrung zurückzuführen sind und wie lange sie Bestand haben. 307-320) nach. 28) Helmut Moog weist in einer Untersuchung "Transfereffekte des Musizierens auf sprachliche Leistung" (in Kemmelmeyer / Probst: Quellentexte zur pädagogischen Musiktherapie.. kommt zu ähnlichen Ergebnissen. An diesem Versuch nahmen 2400 Schüler aus Berliner Stadtteilen teil. Regensburg 1981. werden von Sozialwissenschaftlern bisher noch mit Skepsis betrachtet. Psychologen der Universität Hongkong fanden heraus. 64) In einem Schulversuch von 1972 bis 1979 in der Schweiz erhielten die Schüler 5 Stunden Musik. 64 f. Sie ist erschienen unter dem Titel Patry.und Gesangsunterricht wöchentlich und dafür je eine Stunde weniger Unterricht in den sprachlichen Hauptfächern Deutsch und Französisch sowie Mathematik. Eine Studie zu diesem Thema von Hans-Günther Bastian zeigt. 23/1983. 1993.die musikalisch nicht ausübend sind. f. wonach regelmäßiges Anhören von Mozart Musik Intelligenzleistungen. Amerikanische Studien. insbesondere gab es in diesen Klassen weniger Außenseiter. 22 . 1986) kommt zu demselben Ergebnis. Musiktherapeutische Umschau 1999.zumindest teilweise . kann in einer Schülerlaufbahn in der Zeit vor der Pubertät schon einiges geschehen sein. Eine Langzeitstudie an Berliner Grundschulen“. die zu großen Teilen auch aus sozialen Brennpunkten kamen (Musiktherapeutische Umschau 1999. Musikpäd.“ (S. S. Lu. als Kinder in Klassen ohne Musikgruppen. Bastian: Beeinflusst intensive Musikerziehung die Entwicklung von Kindern? Zwischenbilanzen einer Langzeitstudie an Berliner Grundschulen. bei dem die Musiker einen Vorteil hatten. Heft 40. Musikforum 86/1997. (Hrsg): Musik macht Schule. dass Kinder mit mehr Musikerfahrungen in besseres Sozialverhalten zeigten.28) referieren Arnold Feil und Marianne Hassler die Ergebnisse vieler Untersuchungen.16 Kognitive Aspekte des Musikerlebens In ihrem Aufsatz „Musikalität und Leistungen in nichtmusikalischen Bereichen“ (Zeitschrift für Musikpädagogik. 1987. dass musikalisch praktizierende Menschen im allgemeinen höhere Intelligenz aufweisen als andere. Intelligenter durch Musik? Zeitschr. dass frühzeitiger Musikunterricht die sprachlichen Fähigkeiten eines Menschen dauerhaft verbessere (Nature Bd.und Lesevermögen von sprach.und lernbehinderten Kindern sehr deutlich verbessert werden konnte. dass durch regelmäßiges tägliches Singen das Sprach.

Interview mit Luc Ciompi in: ringgespräch über gruppenimprovisation LXIX. Kommunikation. Kampf. Wahrnehmungen oder Gedanken bestimmte Gefühle aus.49-68) sowie Luc Ciompi: Die emotionalen Grundlagen des Denkens. Naheliegend erscheint der positive Einfluss des Musikerlebens auf die kognitive und soziale Entwicklung besonders. 81 . findet!“ Das Phänomen aus Sicht der Affektlogik.und den entsprechenden Denk. Sexualität. 33). 411). „In praktisch allen menschlichen Sprachen werden bestimmte Tonhöhen lauter gesprochen als andere“. Die emotionalen Grundlagen des Denkens: Entwurf einer fraktalen Affektlogik.S.w. Sie „sind evolutionär gekoppelt mit wichtigen Verhaltensweisen wie Flucht. Göttingen 1997 und: Die affektiven Grundlagen des Denkens . und andererseits beeinflussen diese Gefühle dann ihrerseits das Denken und Wahrnehmen in einem viel höheren Ausmaß. So bilden sich funktionell integrierte ’Fühl – Denk Verhaltensprogramme’.): Wie wirkt Soteria. Heidelberg 1998). weil sie physikalisch den Mustern der Schallenergie ähnlich sind.): Gefühle und Systeme. die den Hörern von der Sprache her vertraut sind (ebd. (Hrsg. Bern 2001. zur Affektlogik im einzelnen das Kapitel „Das Schizophrenieverständnis der Affektlogik und seine therapeutischen Implikationen“ (in: Luc Ciompi u.63). die in ähnlichen Situationen immer wieder aktiviert werden“ („Wer nicht sucht. Norderstedt 2005. Welter-Enderlin und B. 59 . Hildenbrand (Hrsg. Göttingen 1997 Neuerdings stellt man enge klangliche Beziehungen zwischen Sprachklang und Musik fest. als wir gemeinhin für wahr halten“. denn es handelt sich bei Affekten „um bestimmte biologisch sinnvolle Energieverteilungen sowohl im Körper wie in der Psyche und im Gehirn.Kommunikation und Psychotherapie aus der sicht der fraktalen Affektlogik. 2003. s. wenn man das von Luc Ciompi beschriebene Phänomen der fraktalen Affektlogik zu Grunde legt (vgl. Dem zufolge wirken Fühlen und Denken zirkulär zusammen: „Einerseits lösen bestimmte Erlebnisse. Geselligkeit.“ Sie „koppeln sich erlebnis. 409 f. Die hohe affektive Qualität des Musikerlebens erscheint in diesem Zusammenhang als „Energielieferant“ für kognitive Entwicklung. in: R. S.a. Nahrungssuche u. welche die Grundlage fast aller Formen von Musik darstellt (Musiktherapeutische Umschau 2003.).und Verhaltensweisen.s. Gewaltprävention und Intelligenzförderung bei Wolfgang Bossinger (Die heilende Kraft des Singens.und situationsabhängig mit bestimmten Wahrnehmungs. Andererseits erscheinen manche Tonfolgen „dem Menschen harmonischer als andere. und diese hervorgehobenen Frequenzen bilden genau die chromatische Tonleiter. hierzu auch die zusammenfassende Darstellung über die Musikpädagogische Forschung zur Steigerung sozialer Kompetenz.

anarchistisch. Fluktuationen. Form als Zusammenhang alles Einzelnen vertritt im Kunstwerk das soziale Verhältnis. Dissipative Strukturen sind allgegenwärtig. die ein System bestürmen. Sie wird in solchen musikalischen Freiheits. Dieses letztere zu untersuchen. So unterstützt Musik zunächst auf indirekte Weise die Bemühungen um eine menschenfreundlichere Gesellschaft“ (ebd. Frankfurt am Main 1973. neue.) eher Wunschtraum denn Wirklichkeit (Peter Bubmann. wie die Musizierenden sich zueinander verhalten. Versammlungen etc. S. 1979. abgeschafft werden und ein utopischer (noch nicht realisierter) gesellschaftlicher Zustand dargestellt wird. in ders. ermöglicht eine ganzheitliche Persönlichkeitsentfaltung“.) Und natürlich in der Musik. Musik kann spielerisch Erfahrungen der Freiheit und Gemeinschaft für die Dauer des Erklingens stimulieren. 35-57. Ästhetische Theorie. ästhetisch anspruchsvolle und fortgeschrittene Kunstmusik transportiere automatisch positive politische Grundwerte (. Adorno. Politisches kann also in Musik einmal insofern enthalten sein. Nun können diese Beziehungen hierarchisch. 50). wie im musikalischen Kunstwerk die Töne zueinander gefügt sind. „Er hat gezeigt. miteinander umgehen. Auch in der Gesellschaft (zum Beispiel bei der Bildung von Lichterketten. Ästhetische Theorie.und trostloser als sie es ist.17 Politische Aspekte des Musikerlebens „Politisches impliziert Kunst jedenfalls insofern.4. könnte durchaus ein paar Generationen von Musikwissenschaftlern in Atem halten. Gütersloh 1993..: Menschenfreundliche Musik. die Art und Weise. 82 . als bestehende gesellschaftliche Verhältnisse sich in ihr abbilden oder insofern. „Das spielerische Musizieren fördert die Konzentration und die Geduld. ohne selbst diese Hoffnungen einlösen zu können“ (ebd. Einen historischen und politischen Kontext zwischen Musik und Politik sieht Joachim Ernst Berendt (Das Leben – ein Klang. solange sie nicht über eine bestimmte Grenze hinausgehen. Nicht nur in der Physik und Chemie. das alles ist ein Abbild eines gesellschaftlichen Zustandes. Überschreiten sie diese Grenze.und Kommunikationsprozessen zum Hoffnungszeichen des politischen Ethos. nach dem Muster von Herrschaft organisiert sein oder demokratisch bzw. als in ihr ein formaler Zusammenhang zwischen einzelnen Teilen hergestellt wird. Das heißt. W. allerdings garantiert es „noch keine politische Mündigkeit. denn chaotische Systeme tendieren dazu. Sie tun das in – dies wurde ein Schlüsselwort – ‚Selbstorganisation’. dieses eher befestigen und kräftigen. das aber kreativ ist. Es entsteht Chaos. Theodor W.“ „Ohne diesen sozialisierenden Beitrag der Musik zur Gesellschaft jedoch wäre die Welt sicher fried. noch ‚höhere’ Ordnungen und Strukturen aus sich heraus neu zu erschaffen. ‚kippt’ das System um. bei einem sich auflösenden Verkehrschaos. wie sie für die Improvisation in der Musik typisch sind. Tönend bewegte Freiheit. politisches Ethos und ästhetische Kunst zehren von der kommunikativ begriffenen Freiheit der Handelnden und Hörenden. 54). „Beide. Turbulenzen.letzteres ist „Neue Musik“ (die bestehende gesellschaftliche Zustände überwindet). weil es die Unwahrheit der Gesellschaft ans Licht bringt“ (Th.. dass Störungen. was der Musikwissenschaft bisher am Herzen lag“ (371 f). Ersteres ist „Alte Musik“ (die bestehende gesellschaftliche Zustände lediglich abbildet) . 379). Es gibt kein Formales ohne inhaltliche Implikate und diese reichen bis zur Politik“ (Vgl. „das weh tut. Adorno. in Sitzungen. bei einem sich herausschälenden Konsens. München 1996) in den von Ilya Prigogine beschriebenen dissipativen Strukturen und Prozessen der Selbstorganisation. Selbstorganisation ist auch hier ein sehr viel stärker herausforderndes Konzept als alles. Hrsg. Allerdings ist „die Vorstellung. als diese bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse transzendiert. 55). Für Adorno gehört auch zur Ästhetik das Hässliche. Frankfurt/M.

(vgl.“ 83 . „Der schöpferische Akt ist für die Emanzipation des Einzelnen bekanntlich von entscheidender Bedeutung. Produktion. Investition und Wachstumsrate als Triebfeder der Volkswirtschaft sehen. Die großen Theorien sind überholt. „nicht nur die Erscheinungen und Hintergründe. wird ihre Schwierigkeiten meistern.“ Allein bereits „die Tatsache. selbstbewussten Menschen zusammensetzt. Die Improvisation ‚bedeutet’ in ihrer ästhetischen Gestaltung also nur etwas vor diesem Hintergrund“ (Frohne-Hagemann. denen zufolge „Faktoren wie Rohstoff. bedeutet ja. Fenster zur Musiktherapie. Wiesbaden 2001. Kapital. Denn nur eine Gesellschaft. die das Individuum stigmatisieren. 290). Alain Peyrefitte: La Société de confiance. dass wir über den Tanz nachdenken. 65 f) „Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines Landes hängt nicht allein von Geld und Arbeit ab“. 1995) Gerade „die immateriellen Werte“ prägen „die Mentalität eines Volkes“. sondern auch im gesellschaftlichen Kontext. doch muss diese immer vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen.“ Stattdessen sind „kulturelle Werte.53). sondern die Bedingungen für bestimmte gesellschaftlich determinierte Lebenswirklichkeiten aufzuspüren. Zum Verhältnis von wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung eines Volkes und seiner Tanzkultur: (Interview mit dem Choreograf und Theoretiker Alphonse Tiérou von Jasmina Sopova in: UNESCO-Kurier 7/8. dass wir uns selbst zu akzeptieren beginnen. Musiktherapie befasst sich ja mit dem Unerhörten und Ungehörten auch nicht nur im Seelenleben. Deshalb ist es auch Aufgabe der Musiktherapie. als entscheidender Katalysator des Fortschritts“ hervorzuheben. Arbeit. sozialen und politischen Geschehnisse gesehen werden. Man muss vorsichtig sein mit ‚rein’ klinischen Diagnosen.“ „Der Tanz kann in der Gesellschaft etwas bewegen. Eine musiktherapeutische Improvisation kann zwar das Weben und Walten einer sich im Individuum manifestierenden Störung sozialer und gesellschaftlicher Genese hinweisen. die bislang nur eine Nebenrolle spielten. 2000. die sich aus freien.

könnte man es. Wittgenstein. S. Musik belebt wie Sauerstoff. emotionale Erfahrungen mit religiösen zu verwechseln. 84 . Sie ist der Bogen. das man sieht. worüber man nur dichten oder eben schweigen kann. dem Unsichtbaren und Vergänglichen zu tun. es gibt nichts 'Genaueres' als das „ästhetische Zeichen“ selbst. in: Peter Faltin: Bedeutung ästhetischer Zeichen. sie spricht von der Folge der Dinge. 28. dass trotz der immer noch sehr schwierigen Kommunikation zwischen Therapeuten und Patienten über Spiritualität“ insbesondere „im Bereich der künstlerischen Therapien“ eine „auch die Spiritualität umfassende Patientenversorgung“ aufgegriffen werden und „nicht als eine zu delegierende Aufgabe aus der Therapeuten-Patienten-Begegnung herausgelöst werden“ sollte.“ Man kann ein Musikstück mit den Mitteln der Sprache nicht durchdringen. Das Musikerleben konfrontiert uns unausweichlich mit der Tatsache. Aachen 1985. Gütersloh 1993.“ (Susan Munro. 84-99) Das Musikerleben hat es mit dem „Unaussprechlichen“ zu tun: „Die Grenzen der Sprache sind nicht die Grenzen der Welt. Musik und Sprache. fühlt oder riecht. 293-301) zitiert Lucanne Magill: „So viel von dem. und dass man nicht über alles.eine transzendentale Sichtweise von Musik in der Therapie. an die Grenze des Lebens zu treten und wieder zurück zu kommen. sondern auch das. dass hier kein Erklären möglich ist. 28. Thomas Ostermann.4. Musiktherapie ist für ihn einer „ökologischen Sichtweise“ verpflichtet. was wir tun. hört. (s. Musiktherapeutische Umschau. 3 (2007). 88) Musik hat es mit dem Unsagbaren. um es genauer zu fassen. zu der Auffassung zurückzukehren. Musik und Transzendenz. und gerade wegen dieser transzendierenden Natur der Musik können wichtige Heilungsprozesse in der Musiktherapie überhaupt stattfinden und finden überhaupt statt“ (294). 3 (2007). worüber man streng logisch sprechen kann.etwa von der Verstandeswelt . 217-230) fordern. können weder richtig noch unrichtig sein.18 Anmerkungen zum religiösen/spirituellen Charakter von Musik „Musik gestattet es uns." Wenn überhaupt: man beschreibt den tönenden Prozess.) David Aldridge (Über den Sinn hinaus . der sich von der Vergangenheit durch die Gegenwart in die Zukunft spannt. Die spirituelle Qualität ist damit nicht unbedingt gegeben. in: Peter Bubmann. S. Hrsg.“ (L. S. einen Moment der Veränderung und Transzendenz. „dass es auch jenseits der beschreibenden Sprache eine Welt gibt. geht über Worte hinaus. unbedingt schweigen muss.: Menschenfreundliche Musik. 149 ff. Die Welt des Ästhetischen unterscheidet sich von anderen Welten . dass es hier nicht nur das gibt. Durch Musik herbeigeführte Ausnahmezustände sind zunächst nur psychologischer Natur. einen Übergang zu erleben. dass „menschliche Wesen und menschliche Natur als etwas Heiliges zu sehen“ sind (295). Studienergebnisse. Außerdem: Aussagen des Gefallens oder Mißfallens. Die Verwechslung von Emotionen mit Spiritualität kann zur Entwicklung von Abhängigkeiten führen (298 f). es besteht nur eine Möglichkeit: haltmachen und hinnehmen. Stuttgart 1986. Er sieht auch die Gefahr. Musiktherapie bei Sterbenden. da wir am Ursprung des 'Denn' sind. Denn im Bereich des Ästhetischen gibt es kein 'Weil' oder 'Denn'. weinen oder stöhnen. wäre Musik damit überflüssig. nicht aber die Musik.eben dadurch. Operationalisierung. deren Teil die ästhetische Welt ist. deshalb plädiert er dafür. Musiktherapeutische Umschau. Arndt Büssing (Spiritualität und Gesundheit: Konzepte. Dabei könnte auch auf die „Möglichkeiten der Krankenseelsorge und der psychologischen Beratung“ zurückgegriffen werden (226). was man nicht beschreiben kann. dazu auch: Hartmut Handt: Vorspiel der Ewigkeit.

Ich konnte ehrlich sagen.h. welcher das Leid. Bilder zu gestalten und ähnlichem. In: Hubble. sondern willkommen geheißen“ (289 f. der zufolge Schizophrenie nicht heilbar ist. aus dem Hingabe und die Akzeptanz der anderen folgt und die Erfurcht vor der Heiligkeit des Lebens“ (Bonny. die hoffnungslose medizinische Prognose zu annullieren? In meinem Inneren spürte ich. fuhr sie fort zu fragen: „glauben Sie. Heilung bedeutet für Isabelle Frohne-Hagemann auch. 271). auf was sie sich einlassen. „Für MusiktherapeutInnen bedeutet dieser Aspekt von Ästhetik. in der Zeit eingebetteten Ausdruck zu ermöglichen. Von diesem Tag an habe ich begonnen. Einmal fragte mich eine Patientin: „Glauben Sie an mich?“ Und. 272). 293). von dem es heißt er sei eine „Zuversicht auf das. nach tieferem Wissen über sich selbst. Sie orientiert sich an den Stärken des Patienten und an dem. dem Trauma einen musikalischen. dass es um noch etwas anderes ging. d. wenn man den schulmedizinisch – psychiatrischen Befund kennt und die Auffassung der psychiatrischen Fachleute. und ein Nichtzweifeln an dem. The wounds that Sing. Empirische Ergebnisse und praktische Folgerungen. M. H. die mir den Mut geben. dass ich gesund werde?“ Schwierig.und Begriffsvermögen mit dem netzlosen Hier und Jetzt konfrontieren“ muss. 2001. Das war noch aus der Rolle des Musiktherapeuten gesprochen. destruktive und neurotische Handlungs. 193-219).K. Der Aufbau von Hoffnung ist Grundvoraussetzung jeder Therapie. und projiziert das in die zu erwartende Zukunft (vgl. die Angst und die Trauer so bindet. wo „der Horizont des Erwartbaren durchbrochen wird“ und wo „sich das Gefühls.) in FrohneHagemann 2001. nach einem Prozess von etwa vier Jahren.“ Für Carolyn Kenny „Wird spirituelle Weisheit als „embodied spirituality“ erfahrbar (ebd. Aber würde dieses Potential ausreichen. schmerzvoll und unerträglich und verlangt vom Therapeuten bzw. Hoffnung ist wie der Glaube. Sie zitiert Helen Bonny mit der Definition von Spiritualität als innere und äußere Suche nach dem Sinn des Lebens. was man nicht sieht“ (Bibel. Ich will damit nicht behaupten. die mich an sie glauben lassen. sondern sie zuzulassen und auszudrücken. als ich mit der Antwort zögerte. und die Ärzte haben ihre Diagnose korrigiert. 85 . nach Antworten über Leben und Tod. Glaube und Hoffnung waren gefragt und die Zuversicht. immer wieder Ansatzpunkte gefunden. dass die Erlebnisse intersubjektiv geteilt werden und dadurch verarbeitet werden können“ (ebd. et al. Dortmund: verlag modernes lernen. 60 (übers. (2001): Grundlage des gemeinsamen Faktors Placebo und Erwartung. damit Patienten wissen. Und wenn dies dazu beiträgt. ehrlich zu antworten. ihre Träume zu bearbeiten.“ Sie führt uns in Situationen. dass es keine richtigen und falschen Antworten auf musikalisches Geschehen gibt und dass die Improvisation als ein Spiel in sicherem und geschütztem Rahmen erlebt wird (June Boyce Tilman: Constructing Musical Healing. dass sich ein traumatisierter Mensch nach dem ersten Schock nicht vom Fühlen abspaltet. In der Musiktherapie kann Hoffnung entstehen. 219). London 2000. „tief in die Abgründe hineinzuschauen und sie nicht zu verdrängen. der Therapeutin Kraft. weshalb Musiktherapeuten ihre eigene Haltung zur Entwicklung von Bewusstsein und Spiritualität reflektieren sollten. dass auch Unerwartetes geschehen kann. dass das sich öffnende Bewusstsein für die tieferen und höheren Dimensionen unseres Seins auch die Dimension der Spiritualität einbezieht. sind die psychotischen Symptome verschwunden. mich auf ihre Selbstheilungskräfte zu verlassen. was man hofft. Zuversicht und Liebe bei der Begleitung.). Musik und ästhetisches überhaupt konfrontiert uns mit „dem Gefühl für das Unbegreifliche des Seins. Heute. was bereits in seinem Leben funktioniert. dass ich in ihrem musikalischen Spiel so viele „gesunde Anteile“ erkenne.A. Das ist für den/die Klienten/in oft schambesetzt. die Patientin sei durch das Gebet geheilt worden. 1).Für Isabelle Frohne-Hagemann (Fenster zur Musiktherapie. dann soll das Irdische und Sinnliche nicht ausgeklammert werden. indem konsequent und verlässlich die Auffassung gilt. (Hrsg): So wirkt Psychotherapie. In der Tat habe ich in ihren musikalischen Aktionen. für diese Patientin zu beten. Wiesbaden 2001) vermittelt Musik „sozusagen zwischen Himmel und Erde“. auch in ihrer Fähigkeit. Synder et al. sondern dem Leibe die Möglichkeit gibt. Heb 11.und Denkmuster zu überwinden.

dass den Helfern die spirituelle Sinngebung für ihr Handeln fehlt. Fragment über Musik und Sprache. gibt mir bereits etwas vom Gegenstand meiner Sehnsucht. Für das therapeutische Selbstverständnis scheint mir wichtig zu sein. 1986) Eine andere Untersuchung von Platon J. Unvorhersehbares ist die wörtliche Übersetzung von Improvisation. der uns berührt. Musiktherapeutische Umschau. aber eben auch nicht zu leugnendes Phänomen“ (ebd. dass es in künstlerischen Therapien zu echten Begegnungen im zwischenmenschlichen Bereich kommt. in Decker-Voigt. Zynismus und Resignation. in Musik und Religion gleichermaßen zu finden ist. Der gesungene oder mit Instrumenten musizierte Ausdruck dessen. Sie ist entmythologisiertes Gebet. Ich könnte auf eine empirische Studie mit 191 Testpersonen und einer Kontrollgruppe mit 201 Personen aus den USA verweisen. deren Qualität sich dadurch auszeichnet. Collipp kommt ebenfalls zu positiven Ergebnissen (Medical Times. und die flüchtige Anwesenheit von etwas Größerem fühlen lässt. S. Vielfach wird die Wirksamkeit des Glaubens des Patienten an die Wirksamkeit eines Medikaments bestätigt. 252). das dem Patienten hilft. haben auch darin ihre Ursache. dass es bei den Patienten.B. In ihm liegt ihr theologischer Aspekt. das Element der Hoffnung. Ihre Idee ist die Gestalt des göttlichen Namens. Medical Tribune. befreit von der Magie des Einwirkens. ges. wenn in der therapeutischen Beziehung Offenheit für Unvorhersehbares besteht. das uns über die Grenzen unserer Befangenheit in der Welt hinausträgt“ (204). Neues ereignen. den Namen selbst zu nennen. die belegt. Schulen der Musiktherapie. alles nachzulesen in der Zeitschrift „esotera essenz. Wenn man ein Bild gebrauchen wollte. dass ihm „sein Glaube“ geholfen habe. Band 16. auch wenn das Medikament objektiv nicht wirksam ist. nicht Bedeutungen mitzuteilen“ (Theodor W. Bedürfnisse und Sehnsucht lässt mich (203) ein Stück von dem empfinden. findet ihren Ausdruck nicht nur in der Religion. was ich in der Realität entbehre. denen wir bei Therapeuten allzu oft begegnen. ohne die wir nicht leben können. dass das „Element der Utopie. mit mir und mit Gott (sprich: im Gebet) möglich. dass solche Dinge nicht instrumentalisiert werden können. Bedarf an Antibiotika und Todesfälle gab (Randy Byrd. Was sie sagt. ist als Erscheinendes bestimmt und zugleich verborgen. um die therapeutische Beziehung fortsetzen zu können. kann sich etwas für alle Beteiligten Überraschendes. Der SPIEGEL berichtete in seiner Ausgabe 45/1994 zusammenfassend über Ergebnisse der Placebo .. wonach ich mich sehne. was die Heilung in diesem Symptombereich bewirkte. S. signifikant weniger Komplikationen. Der musikalische Ausdruck meiner Wünsche. Es fassendes. Adorno. die der Philosoph Max Horkheimer als das Wesen der Theologie beschrieben hat. Diese »Sehnsucht nach dem ganz Anderen«. sondern auch in der Musik . Jan. „dass die beteiligten Menschen unter Verzicht auf ein Machtgefälle ganz bewusst und offen für Unbestimmtes.Ich weiß es im Letzten nicht. München 2001. Unvorhersehbares in der Begegnung eintreten“ (Musik in der Ausdruckstherapie. der Arzt ohne es zu wissen ein Placebo verabreicht. Auch wird über die Wirksamkeit des Glaubens des Therapeuten berichtet. Sabine Bach hebt hervor. die er heilte darauf hin. 48-51). Jesus wies viele der Patienten. „Gegenüber der meinenden Sprache ist Musik eine von ganz anderem Typus. 86 .. S. der wie immer auch vergebliche menschliche Versuch. wenn z. 201-204) stellt ebenfalls heraus. und das war für mich in diesem Falle nur auf dem Wege der seelsorgerlichen Auseinandersetzung mit der Patientin..Forschung. 28. könnte man sagen: Die Musik ist wie der Flügelschlag eines Engels. aber dass man in seinem Gegenübertragungserleben an einem bestimmten Punkt der Therapie die „Energie der Hoffnung“ benötigt.). Schr. 299). Im Zusammenhang mit therapeutischen Prozessen stellt sich immer auch die Frage nach dem Glauben. 3 (2007). Heiner Gembris („Wie der Flügelschlag eines Engels“ -Anmerkungen aus der Musikpsychologie. für die gebetet wurde.

vielversprechenden Mittels bekommt. Keine veränderte Hirnaktivität fanden die Ärzte bei Patienten. Sicherheit und Geborgenheit. sich zu entspannen". S. dessen Asthma auf erprobte Medikamente nicht anspricht. und geschehe sie auch nur auf dem Wege der Medikation. für die gebetet wurde. Etliche Male wiederholt er den Wechsel vom Wirkstoff zum Placebo und zurück. war ein bestimmtes Areal der Großhirnrinde – der präfrontale Kortex – besser durchblutet als vor der Studie. S. Nunmehr sicher. Die Symptome verschwinden umgehend. wussten dabei weder die Ärzte noch die Patienten.Effekt“ (Bild der Wissenschaft 4. 28. kommen aber. Einige Patienten bekamen zusätzlich unkonventionelle Behandlungen. Musiktherapeutische Umschau. sagt Krucoff (Bild der Wissenschaft 11. Alle Patienten erhielten eine Standardtherapie. Die Wirkung von Placebos untermauert eine im Journal of Psychiatry (Nr. jedesmal hilft nur das Mittel. 33). Gebetet haben bei den Versuchen Buddhisten. synchronisiert die Ausdrucksmotorik und die Emotionen. Orientierung. davon überzeugt zu sein. bei denen weder das Placebo noch der echte Wirkstoff erfolgreich war. bittet der Arzt die Herstellerfirma um Nachschub. Er versucht es mit Placebo. schreiben sie in der angesehenen Fachzeitschrift "American Heart Journal".das behaupten zumindest amerikanische Mediziner. probiert er es gleich bei dem Asthmatiker aus. "heilende Berührungen" oder fürsprechende Gebete. das bedeutet also. auf der psychischen Aktivität des Patienten." Warum die Gebete den stärksten Effekt zu haben scheinen. Katholiken. die alle für eine Herzoperation vorgesehen waren. dass Placebos den Stoffwechsel im Gehirn beeinflussen. auf der spirituelle Dimensionen und Inhalte zum anderen Menschen getragen werden. vermittelt Identität. 3 (2007). 122-129) veröffentlichte Studie der Universität von Kalifornien. können sie jedoch nicht erklären. dass die Zuwendung des Arztes. Zu seinem Erstaunen erfährt er. wie aktiven Stressabbau. „Bei depressiven Patienten. Vermutlich beruhen 50 bis 75 Prozent der Wirkung von Antidepressiva auf dem Placebo . Die Forscher um Mitch Krucoff vom medizinischen Zentrum der Duke Universität beobachteten 150 Patienten mit akuten Herzproblemen. 87 . doch die Krankheitszeichen bleiben. sondern nur Placebos geschickt. ein wirksames Pharmakon für den Asthmatiker gefunden zu haben. fokussiert die gemeinsame Aufmerksamkeit. zu einer Brücke. S. „Auf die gleiche Weise kann Musik. In weiteren Studien wollen die Mediziner das Phänomen genauer erforschen. Ihre Studie lege außerdem nahe. Sie starben nicht so oft und litten seltener unter Herzversagen oder Herzattacken als die anderen Patienten. dass sich Patienten sehr für diese Art der Behandlung interessieren – vor allem für den Einfluss von Spiritualität und Gebet auf die Gesundheit". 2001). 159. Nach dem Abschluss des Versuches zeigte ein Vergleich: Die besten Heilerfolge hatten Patienten. 2002. Diese Brückenfunktion. Ob für einen Patienten gebetet wurde oder nicht. Sie enthält den Nachweis. Juden und Vertreter anderer Religionen. Für Herzkranke zu beten hat eine nachweisbar heilende Wirkung . das gemeinsam gesungene Lied im theologischen Sinne zur Brücke des religiösen Glaubens werden. "Wir wissen. "Das unterstützt die Genesung. als Wolf das Medikament stoppt. Als der Arzt von einer Pharmafirma Proben eines neuen. dass streng wissenschaftliche Untersuchungen über den Nutzen ungewöhnlicher Behandlungen wie etwa das Beten möglich seien.„Stewart Wolf von der Oklahoma University berichtet über einen Patienten. sie ist geteilte Zeit im geteilten Raum. sofort zurück. Heiner Gembris („Wie der Flügelschlag eines Engels“ -Anmerkungen aus der Musikpsychologie. ihm helfen werde. vermuten die Forscher. "Geistige Unterstützung wie Stressabbau oder heilende Berührungen helfen den Leuten. die positiv auf die Scheinmedikamente reagierten. das Unternehmen habe ihm vorher wegen fälschlich gemeldeter Bedenklichkeiten gar keine Arznei. 201-204) hebt hervor. 2002. dass gemeinsam erlebte und gespielte Musik eine Brücke zum anderen Menschen schlägt.

“ Bei der diakonische Musik gehe es „um den Protest gegen Ungerechtigkeit. sei allerdings „keine selbstgenügsame oder gar egoistische Freiheit. kann prinzipiell jede Art von Musik besitzen. John Diamond und andere an (vgl. Das spirituelle Potenzial ist nicht ein Privileg dieser oder jener Musik. Herder) . „Der Mensch ist befreit von vollständiger Instinktsteuerung und damit von vielen Zwängen der Natur. 172 ff). auch in seiner musikalischen Tätigkeit befreit von der Knechtschaft kosmischer Gesetzmäßigkeiten.. Die christlich begründete Anwendung von Musik ergebe sich aus der Tatsache.G.). Die aus der Funktionalisierung unserer Welt herausgelöste freie Musik wird damit auch zum Symbol für die voraussetzungslose Annahme der Menschen durch Gott“ (ebd. auf eine ganzheitliche Lebensweise und auf mehr Lebensfreude“ (ebd. sondern allein geschichtliche Erfahrungswerte sowie Ergebnisse der musikwissenschaftlichen Wirkungsforschung bestimmen die Wahl der für Heilungsprozesse geeigneten Musik und Techniken. Der Mensch sei „als ‚der erste Freigelassene der Schöpfung’ (J.diese spirituelle Dimension. die sich durch ihre Nähe zu kosmischen oder psychisch-archetypischen Strukturen als heilsam-ordnend für den Menschen erwiesen hat. welche Musik unter welchen Bedingungen spirituelle Funktionen erfüllen kann und wie sie dabei mit heilenden Wirkungen verbunden sein kann.B. Als Christ und Christin jedoch ist sie und er gleichzeitig ‚Knecht’ Christi und damit allen und allem in Liebe und Verantwortung ‚untertan’. Steven Halpern. sie spreche die universale Schöpfungssprache und ermögliche die Erfahrung der Urtöne des Lebens. archetypische) Bewusstseinsschichten (Heilender Klang II. Marianne Kawohl. John Beaulieu.). Norderstedt 2005. 130). sondern es kann jeder prinzipiell jeder Musik oder jedem Musikstil eigen sein.“ Therapeutische Musik ziele auf die „Heilung von Schädigung aller Art. dass der Mensch sowohl Teil der Schöpfung als auch „in die Freiheit gesetzt und mit der verantwortlichen Kultivierung des Erdkreises beauftragt“ ist. Dazu können sie sich durchaus solcher Musik bedienen. so kann der Mensch mit Tönen. Die Freiheit der Christen. Christ/innen/en sind befreit zum therapeutischen Dienst am anderen Menschen.) Wolfgang Bossinger berichtet von Transzendenzerfahrungen beim gemeinsamen Singen (Die heilende Kraft des Singens. In diesem Zusammenhang führt er insbesondere Joachim-Ernst Berendt. Der Kirchenmusiker 1993. kosmologisch begründen: Die Musik könne die Ordnung des Kosmos und dessen Harmonie widerspiegeln. Der Kirchenmusiker 1993.. Rassismus etc. Von diesen kosmologischen Theorien abgesetzt entwickelt er eine christlich-theologische Begründung des therapeutischen Musikeinsatzes. Auch Peter Bubmann setzt sich mit der Frage auseinander. Wie bereits die Vögel ein über die rein signalhafte Verständigung hinausgehendes zweckfreies Singen kennen. Die Freiheit der Totalbestimmung durch Naturgesetze findet im musikalischen Spiel.“ In ihrem Kontext ist „Musik für und mit anderen“ . Weder Rockmusik noch Zwölftonkompositionen sind daher prinzipiell auszuschließen“ (ebd. dass „nahezu alle Theorien zur Verbindung von Musiktherapie und Religion den therapeutischen Wert der Musik schöpfungstheoretisch bzw. Kein kosmo-religiöser ideologischer Überbau.). auf Stabilisierung der Identität.. Dabei transzendiere sie die Möglichkeiten des rationalen Verstandes und führe in tiefere (z. Entscheidend ist nicht der einzelne Ton. sondern sein Kontext“ (203). so Bubmann weiter. „diakonische und therapeutische Musik. in freier Improvisation wie in der Ästhetik der autonomen Kunstmusik (des l’art pour l’art) einen charakteristischen Ausdruck. Sexismus. Unterdrückung. Heilender Klang I. Zum Beispiel könnte hierbei eine 88 . Ingo Steinbach. Er konstatiert. 91).. Klängen und Rhythmen im freien Spiel zielund zweckfrei umgehen. Peter Michael Hamel. Dabei wird die transpersonale Qualität der Musiktherapie nicht mit einer spekulativen Kosmologie erfolgen begründet sondern „von dem durch das Evangelium ergriffenen geschichtlichen Menschen und damit letztlich von Jesus Christus her“ (130 f.

Letztlich macht er die Unsterblichkeit des Lebens erfahrbar. die der Erfahrung einer bedingungslosen Liebe und eines unbedingten Selbst(wert)gefühls im Wege stehen. denen er „spirituelles Potential“ zuschreibt: ihr gleichmäßiges „Rauschen der Oceandrum thematisiert das Tao.erfahrbar (und immer auch dessen Störungen). Das Monocord macht das (noch vorbewusste) Einssein mit der Schöpfung . der sie rezipiert“ und der sie anbietet (288) 89 . der sie erzeugt . dem Geliebten . Das Herzmetrum auf der Rahmentrommel fokussiert auf die Entstehung der Ichheit in der Begegnung mit einem Du und vermag jene narzisstischen Störungen zu bereinigen. alles Erreichte wieder hinzugeben. sondern Dein Wille geschehe!« geht er mit nun entwickeltem Bewusstsein wieder ein in die Einheit. Es vermag alle Beeinträchtigungen aufzulösen. der Natur. Das Didgeridoo. sondern „immer nur in Verbindung mit dem Bewusstsein dessen.morphische Resonanz mit den „Gesangsfeldern aller Kulturen und Zeiten der Menschheit entstehen und ozeanische Gefühle transpersonaler Verbundenheit erlebt werden (vgl. die Fülle des Nirwana. das Lied von Körperlichkeit und Sinnlichkeit. dass die Klänge keinesfalls an sich wirken. Der gleichmäßig fließende Klang des Gongs Chau Lou führt über die Schwelle von Geburt und/oder Tod in die Welt und in transzendente Bereiche.dem einen SELBST.“ Einschränkend betont der Autor. aus dem alle Form (auch der Mensch) hervorgeht und in die sich alles wieder auflöst. Die Shrutibox lenkt das Bewusstsein auf die Qualitäten der Beziehungen der Menschen untereinander und auf die transformierende Kraft seiner Beziehung zu Gott. der Welt. 286-289 führt verschiedene Musikinstrumente an. 184 f).also mit der Mutter. singt das Lied der Erde. und dem Entwicklungsstand und der Offenheit dessen. 2007. dass auch diese Ebene heilig ist. In seiner Entscheidung »nicht mein. Die Klangschale schließlich lädt den in seiner Ichheit gefestigten und in seinem Willen gestärkten Menschen dazu ein. den nicht manifestierten Urgrund der reinen Potentialität allen Seins. Damit kommt er am ersehnten Ziel der inneren Heimat an . der Materie. »untere Oktav« des OM. Wolfgang Strobel (Klänge als Wegbereiter zu Spirituellem Erwachen Musiktherapeutische Umschau. die der Erkenntnis im Wege stehen.

Hören vor der Geburt 2. Zum Hören von Gehörlosen und Ertaubten 4. Musiktherapie bei Patienten in komatösen Zuständen 90 . Erfahrungen im „Pränatalraum“ und zum „Snoozelen“ 3.5 Hörerfahrungen in Grenzbereichen Überblick: 1.

B.“ Der französische Hals-Nasen-Ohren-Arzt Alfred A. Die Mutter informiert das Kind unbewusst mittels der Variationen ihres „Hormonspiels“ „über die reale Lage in der Welt um sie herum“. Er berichtet.die Anfänge der seelischen Entwicklung“ (Reinbek 1987). Hören bedeutet insofern auch: Aufnehmen von Energie.und Kommunikationserfahrungen berichtet u. dass der Embryo in dieser frühen Entwicklung bereits Reaktionen zeigt. mechanische.also bin ich“ (Berendt) . Kreativität. Harmonikal strukturiert sind aber auch die Vokale der Sprache sowie die Töne der Musik. die imstande ist. die eine wahre Aufladung. Bewusstseinsprozesse wie Denken. 28 . in fernöstlichen Meditationstraditionen wird die Aufmerksamkeit gezielt auf diese Urerfahrung gerichtet.“ (Gela Brüggebors. d. Engrammierung (Gedächtnis). während er sich sonst ganz still verhält(58). heraus.) seines Buches „Lebensraum: Musik“ (Stuttgart 1991). molekularen Schwingungsprozesse harmonikale Struktur haben. da die atomaren bzw. Bernd Vogel im Kapitel „Pränatale Psychologie“ (S. indem z.Ausführungen über die Ursprünge des Hörens. Harmonikal bedeutet Schwingungen im Verhältnis kleiner ganzer Zahlen. Intrauterines Hören. Vorgeburtliche Kommunikation . dort sei es die Corti-Zelle. die über die Fortbewegung der Mutter erworben werden. dass er genau die Cellostimmen bei seinen Konzerten auswendig kannte. 29). mit Hilfe derer sich alle weiteren sensorischen und neurologischen Prozesse beim Wachstum des Embryos entfalten. auf denen neue Erfahrungen aufgebaut werden können“ (Peter Brünger: Singen im Kindergarten. Hohe Frequenzen setzen sich somit in eine unverhältnismäßig größere Zahl von Impulsen um. „Die Wahrnehmung der Mutterstimme in Verbindung mit rhythmischen Erfahrungen. Die Welt ist Klang“ (Reinbek 1983. das Hören vor der Geburt. chemische und molekular/atomare Prozesse mit Hilfe feinster Zilien in der sie umgebenden Umwelt zu registrieren und als Information aufzunehmen.h. dass der Embryo in den ersten Tagen seines Lebens mit dem Stoffwechsel der Mutter verbunden ist und so „permanent Anteil an ihrer Gefühlswelt“ hat. 57 ff.36).1 Hören vor der Geburt Anmerkungen zum Thema: „Ich höre . Dieser Urklang wird von Tomatis als „Klang des Lebens“ bezeichnet.5. Dieses Urhören wird als harmonikales Ereignis angenommen. jene erste spezialisierte Zelle des Embryos. in einem „zellulären Gedächtnis“ zu speichern und in neuronale Energie umzuwandeln. Dortmund 1992. S. „sein Herz schneller schlägt. 92). dass entgegen der bisherigen Ansicht. siehe dazu auch die entsprechende Schilderung von Joachim-Ernst Berendt in „Nada Brahma. Vitalität. Augsburg 2003. eine Belebung der kortikalen Tätigkeit bewirken. mit deren Hilfe die Hirntätigkeit aktiviert wird.a. haben hohen Anteil an der Bildung des neuronalen Netzes und hinterlassen Spuren. Tomatis stellt in seinem Buch „Der Klang des Lebens. erste Hörerfahrungen eher im Bereich um 4000 Herz anzunehmen sind. S. Man hat nachgewiesen. Emotionen. Der Dirigent „Brott berichtete. „In der Schnecke befinden sich im Bereich der Wahrnehmung hoher Frequenzen vielmehr Sinneszellen als im Bereich der tiefen. zuerst würden vom Fötus die tiefen Klänge gehört. Einführung in die Holistische Sensorische Integration (HSI). welche seine Mutter – wie er später herausfand – als Berufscellistin einstudiert 91 . Tonfall und emotionale Prägung im Obertonbereich der mütterlichen Stimme werden über das Knochengerüst in die Flüssigkeit des Uterus als subtile Information eingegeben. Über erste intrauterine Hör.

Sänger berichten. 61). Parncutt: Pränatale Erfahrung und die Ursprünge von Musik.und Innenohr angelegt. dass es u.4 % der Zeit. kurz nach dem Spielen – insbesondre während der letzten drei Schwangerschaftsmonate (BUNT 1994.8 %. Papa. als nur der bloße Herzschlag. dass auf der ganzen Welt die ersten Kinderworte eine zweisilbige Rhythmik besitzen: Mama. in: L. 72/min hat auf Säuglinge beruhigende Wirkung (Die Untersuchung von Lee SALK.). die während der ersten fünf Monate ihrer Schwangerschaft 92 . Bei diesen Kindern schien ein oder mehrere Kinder während 38. Mittel. auch Folie „Das Klangspektrum der Mutterstimme“ „Pulsschläge während der Schwangerschaft“ „Mutterleib musikalisches Milieu“ In der sechsten Woche sind äußeres. MUROOKA fand heraus. Die Reaktionen sind sehr eindeutig: die meisten Säuglinge beginnen zu schreien. auf die linke Schulter (SALK 1973. Näheres hierzu in: R. Norderstedt 2005. Läuft das Tonband wieder weiter. Die meisten Säuglinge schlafen ein bzw. und gewöhnen sich an sie. und 8. Reflexe. Instrumentalisten beobachten größere Aktivität des Fetus während bzw. welche Informationen von Zelle zu Zelle weiterleiten (Vogel. Woche nimmt das Hautsinnesorgan „als erstes Wahrnehmungssystem“. Bei einem anderen Versuch wurde 102 Säuglingen von Geburt an bis zum vierten Tag rund um die Uhr der 72/min Herzschlag vorgespielt. Haibach (Hrsg. Kinder prägen sich Geräusche und Klänge ein. 58). Den Kontrollgruppen wird bei gleicher Lautstärke ein Herzschlag mit 128/min und ein Galopprhythmus vorgespielt. 76). Woche hat sich der Hörnerv so weit ausgebildet. linkshändige zu 78% ihre neugeborenen Kinder an die linke Brust bzw. sanften Bewegungen bei ruhiger Musik. Ab der 24. Tempowahrnehmung scheint ein sehr früh angelegtes Vermögen und eine angeborene Musikkompetenz zu sein (BUNT. die sie während der Schwangerschaft aufgenommen haben. als sie mit ihm schwanger war“ (Wolfgang Bossinger: Die heilende Kraft des Singens. 1960: „Einer Gruppe von Neugeborenen wird ein gleichmäßiger Herzschlag von 72/min vorgespielt. ANDO und HATTORI (1970) stellten fest. die bereits schlafen. Woche ist das Corti-Organ reaktionsfähig. fetale Bewegungsabläufe und Muskeltonus steuert“ (59). s.): Seelisches Erleben vor und während der Geburt. beruhigen sie sich spontan.hatte. Vogel a. In der zehnten Woche ist der Fetus etwa vier Zentimeter groß. in der Kontrollgruppe während 59. Rechtshändige Mütter nehmen zu 83%.a. 225-240). dass das Gehör funktionstüchtig ist. Wird das Tonband abgeschaltet. zwischen 6. dass 13 % der Säuglinge von Müttern.a. kantigen und aufgeregten Bewegungen bei stimulierender und mit fließenden. Sein Vestibularsystem („Labyrinth“) „ist dann so weit differenziert. werden sehr ruhig. Außerdem zeigten die „Herzschlag-Kinder“ deutlich stärkere Gewichtszunahme. In der 18. dass Ungeborene während des Singens ruhiger sind. Dieser Rhythmus hat prägende Bedeutung. In der siebten Woche bilden sich die Synapsen.O. Ein Puls von ca. damit sind die anatomischen Voraussetzungen für das Hören vollständig gegeben. 51). s. ebd. wachen auf“. Neu-Isenburg 1997. Feten reagieren mit scharfen. die man darin erkennen mag. dass die Beschallung mit dem gesamten intrauterinen Klanggeschehen stärkere beruhigende Wirkung besitzt. wachen die meisten Säuglinge auf und fangen an zu weinen. auch Folie „Pränatale Entwicklung des Gehörs“ Mehr als 25 Millionen Mal ereignet sich während der Schwangerschaft der Pulsschlag der Mutter. Janus und S. in Vogel).

leise beruhigender als laute Bereits intrauterin werden akustische Zeichen mit bemerkenswerter Genauigkeit wahrgenommen.). höher organisiertes und artikuliertes Sprachvermögen besitzen (BUNT ebd. zu tönen und Musik zu genießen. s. auch Folie „Das Klangspektrum der Mutterstimme“ Durch eine geschickte Versuchsanordnung wurde Säuglingen „die Möglichkeit gegeben. bei Fluglärm aufwachen. welches ihnen schon aus der vorgeburtlichen Lebenszeit heraus bekannt war“ (Wolfgang Bossinger (Die heilende Kraft des Singens. S. Eine auf sieben Jahre angelegte Untersuchung von Donald SCHELTER hat ergeben. 1992. und unmittelbar nach der Geburt besteht eine ausgeprägte Präferenz für die mütterliche Stimme: Eine Geschichte. die sie aufgrund ihrer prosodischen Struktur als solche wahrnehmen“ (Brünger a.). Das Ergebnis verwundert eigentlich nicht: Alle Kinder auf das Märchen ein. während 85 % der Säuglinge von Müttern aufwachen. Martin DORNES berichtet in seinem Buch „Der kompetente Säugling“ (Frankfurt am Min 1994 (41 f. 90-98 dargestellt. Sie setzt gezielt Tonbandaufnahmen mit der Mutterstimme bei Frühgeborenen ein. Monika Nöcker-Ribaupierre berichtet in der Musiktherapeutischen Umschau (Heft 4. aus einem vorgegebenen Pool von Grimmschen Märchen ein Märchen auszuwählen und es ihrem Ungeborenen im Verlauf der Schwangerschaft öfter vorzulesen. Dabei bezieht sie sich u. insbesondere.). ebd. dass die intrauterinen Erfahrungen den Fötus noch vor der Geburt in die Lage versetzen. in der Schwangerschaft zu singen. 53). männliche und weibliche Stimmen zu unterscheiden. 239-248) und in ihrem Buch „Auditive Stimulation nach Frühgeburt“ (Stuttgart 1995) über die pränatale Wahrnehmung akustischer Phänomene. Diese und weitere Untersuchungen werden bei Otto H. die einer großen vorgeburtlichen musikalischen Stimulation ausgesetzt waren. auf die Entdeckung. MU 1993.O. Hans Helmut Decker-Voigt fasst in seinem Buch „Mit Musik ins Leben“ (Kreuzlingen 1999) viele Erkenntnisse über das pränatale Hören zusammen. dass pränatal gehörte Texte wieder erkannt werden können. Darüber hinaus zeigen Neugeborene schon zwei Tage nach der Geburt eine Präferenz für die Muttersprache. Bern 1997. Papousek: „Anfang und Bedeutung der menschlichen Musikalität“. Norderstedt 2005. Sie erzeugen mehr Geschrei bei echtem Säuglingslärm als bei synthetischem. in: H. 93 .a. Säuglinge erkennen ihre Mutter am Geruch und bevorzugen den Geruch der Mutter. Schon wenige Tage nach der Geburt kann der Säugling die Klangstruktur der Mutterstimme wiedererkennen.). Schon Neugeborene bemerken den Unterschied zwischen synthetisch erzeugten Geräuschen und der menschlichen Stimme. Während der Schwangerschaft waren die Mütter der Kinder gebeten worden. dass Kinder.a.in unmittelbarer Nähe eines Flugplatzes wohnten. Weniger als 24 Stunden alte Babys orientieren sich bereits zur Mutterstimme hin (BUNT.): Hohe Töne sind beruhigender als tiefe. die erst während der letzten vier Schwangerschaftswochen in das gleiche Wohngebiet gezogen sind (Vogel ebd. die ihnen von unterschiedlichen Tonbändern vorgespielt wurden. mittels Saugfrequenz an ihrem Schnuller zwischen mehreren Angeboten von Märchen zu wählen. Schuppan: Frühe Erfahrungen – frühe Prägungen. Keller: Handbuch der Kleinkindforschung. wird einer neuen vorgezogen. Er empfiehlt. die intrauterin gehört wurde. wenn sie mit der mütterlichen Stimme vorgetragen wird. Siehe dazu ebenfalls: H. „Studien haben ergeben.

welche während der pränatalen Entwicklung „durch den mütterlichen Herzschlag und ihre Schritte vermittelt werden. Robert: Das fetale Hören: Implikationen für das Neugeborene Suzanne Maiello stellt fest. Antje (Hrsg. Monika 2003. Forschung und klinische Praxis“ (Göttingen 2003) sind Beiträge zur Entwicklung des intrauterinen und postnatalen Hörens. dass mit ihnen geredet wird. Ulrike und Stolz. der Traumatisierung durch Frühgeburt und zur musiktherapeutischen Arbeit im Kontext der Neugeborenen-Intensivmedizin enthalten. Die Hebamme ermutigt die Mutter.“ entscheidend dazu dienen. wie wir mit unserer Umgebung interagieren“ (in: Haase. Bei zu früh geborenen Säuglingen ist diese Entwicklung unterbrochen und muss durch geeignete auditive Stimulation gefördert werden (vgl. Kenneth J. dass die Klänge. „Die Bedeutung pränataler auditiver Wahrnehmung und Erinnerung für die psychische Entwicklung – eine psychoanalytische Perspektive. dass zu viel Krach und laute Hintergrundgeräusche Kleinkindern das Erlernen von Sprache schwer machen (Development Psychology 41/2. Das doppelte Trauma des frühgeborenen Kindes“.O. und tatsächlich fing. Ist zu viel Krach im Raum. Musiktherapie mit früh. 2005).) Improvisation – Therapie – Leben.a. Dabei scheinen tiefe Signale eher das Hörvermögen zu erreichen als hohe. der präund postnatalen Mutter-Kind-Interaktion. in: M: Nöcker-Ribaupierre. Der Überblick über Forschungen zum pränatalen Hören ergibt. Norderstedt 2005) die folgende Begebenheit: Bei der Geburt kommt es zu einem Herzstillstand beim Kind. 482). dass die ausgeprägten rhythmischen und klanglichen Hörerfahrungen des Fetus. a. Bei geringem Hintergrundgeräusch konnten 5 Monate alte Kinder noch gut ihren Namen heraushören: sie wandten den Blick Richtung Stimme. insbesondere auch im Bezug auf die Mutterstimme psychoanalytische Entwicklungsspuren bis in die vorgeburtliche Zeit hinein zu verfolgen erlauben. Zum Thema Singen für Frühgeborenen und bei der Geburt berichtet Wolfgang Bossinger (Die heilende Kraft des Singens.000 Hz liegt und seine größte Empfindlichkeit im Bereich von 300-3000 Hz aufweist. sondern um einen Ausdruck dafür. das Herz des Kindes wieder zu schlagen an und das Kind konnte bald darauf zur Welt gebracht werden“ (55). Während das erwachsene Hörvermögen im Bereich von 20-20. aus voller Kehle zu singen. dass Feten über Knochenleitung und aus der akustischen Außenwelt unterschiedlich hören und auf akustische Signale reagieren. Abrams.In dem von Monika Nöcker-Ribaupierre herausgegebenen Buch „Hören – Brücke ins Leben. Gerhardt.. Bei höherem Geräuschpegel ging das schon nicht mehr (vgl. 85-108). Sie werden durch das flüssige Medium in der Gebärmutter modifiziert. eine „studierte Opernsängerin. 94 . David Aldridge betont. die aus der Umgebung der Mutter stammen.und neugeborenen Kindern. Dabei handelt es sich nicht nur um „eine strukturelle Eigenschaft des Gehirns. Kinder lernen Sprache vor allem durch Zuhören. bemerken die Kinder nicht. die Wahrnehmung von Rhythmen zu koordinieren. Lärm scheint die Entwicklung des Hörvermögens bereits im Uterus zu beeinträchtigen. Auf einer Intensivstation für Frühgeborene müssen schädliche Wirkungen durch das akustische Milieu besonders beachtet werden (vgl. Crossen 2005. Forscher um Rochelle Newman von der Universität von Maryland haben herausgefunden. hört der Fetus in einem wesentlich eingeschränkteren Bereich. in dem Moment als sie zu singen begann. Was hört der Fetus tatsächlich? Die fetale Geräuschwelt besteht aus einer Vielzahl im Körper erzeugter Geräusche und aus Lauten. MU 2005. 333 f).

Nach G. betonen Nöcker-Ribaupierre. Streicheln und Bewegen. was wir letztlich tun oder nicht tun. All die damit einhergehenden Körpererfahrungen werden mit der von der Mutter ausgehenden Stimme. „Auf diese Weise werden gewissermaßen als ‚Gesamtbild’ im Gehirn in form miteinander verkoppelter neuronaler Netzwerke und synaptischer Verschaltungsmuster verankert. Handeln. Die Chance von Psychotherapie ist es. Lenz und Hüther betonen aber. dass die unser Denken.: Jahrbuch Musiktherapie.“ Sie kann in ihrer komplexen Verknüpfung von Rhythmus. neue kompensatorische Netzwerke aufzubauen. Denken. Sprache dient allein der verbalen Kommunikation. Von dort steuern und beeinflussen sie (uns nicht bewusst) unser gesamtes späteres Leben. Leicht nachweisbar sind hierbei Koppelungen von Sprache. aber sie werden – das belegt die Hirnforschung heute – in den tiefen Schichten unseres Gehirns (in den teilen des limbischen Systems. d. Gisela M.. taktilem. „In der Zeit nach der Geburt werden solche Koppelungsphänomene vielfältiger und nun auch deutlicher beobachtbar. In: BVM (Berufsverband der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten in Deutschland) Hrsg. vor allem der Amygdala) gespeichert und komplex verschaltet. Frankfurt 2003) könne die Wirkung der Psychotherapie darin bestehen. Gehörten. Die vor der Geburt stattfindenden physiologischen Austauschprozesse erlauben es. Diese Stimme ist also mit sich verändernden rhythmischen Erfahrungen durch Sprache und Herzschlag verbunden. dann nur über die gleichzeitige Aktivierung der emotionalen Zentren im limbischen System veränderbar“ ist (vg.. treffen wir auf der Grundlage unserer unbewussten emotionalen Erfahrung. Lenz und Gerald Hüther (Die Wirksamkeit musiktherapeutischer Interventionen aus entwicklungspsychologischer Sicht. sondern auch mit dem dadurch ausgelösten Gefühl“ verknüpft. Gerochenen oder Gespürten“ (144). dass das vorgeburtliche Hören beispielsweise der Stimme der Mutter gleichzeitig über mehrere Sinne erfolgt und über diese Verschaltungsmuster als eine Gesamterfahrung im Gehirn verankert wird“ (143). Das bedeutet.Monika Nöcker-Ribaupierre. und gleichzeitig auch ihr Herzschlag. Fühlen und Handeln verantwortlichen Strukturen „nur schwer und. Lenz und Hüther. Die gilt es in unserem Fall mithilfe von Musik zu erreichen. sie sind auch nicht in der Lage. „Einsichten verändern nichts grundlegend. zusätzlich zu Vibrationen über das taktile Erleben und den Auswirkungen der hormonalen Veränderungen. Auf das Hören bezogen bedeutet dies: über die Stimme der Mutter vermittelt sich dem Ungeborenen (142) ihr emotionaler Zustand. 137-156) führen aus: „Das ungeborene Kind ist über die physiologische Einheit mit seiner Mutter gleichzeitig mit ihrem psychischen Zustand verbunden. diese unbewussten frühe Erfahrungen zu erreichen“ (149). Wiesbaden.). Sättigung und Befriedigung basaler Bedürfnisse. „von einem psychosomatischen Gedächtnis“ zu sprechen.) in der Amygdala ‚Ersatzschaltungen’ angelegt werden“ (439 f. Roth (Fühlen. wenn überhaupt. mit einzelnen Wörtern oder ihrem Gesang verbunden“ (143). Gesang oder Musik mit bestimmten. ihre Atmung und der Hormonspiegel im Blut. desto intensiver wird die entsprechende Verkoppelung mit den in dieser Situation besonders eindringlich wahrgenommenen Sinneseindrücken. Durch solche Koppelungsphänomene werden die vom Kind über verschiedene Sinneseingänge gemachten Wahrnehmungen nicht nur miteinander. damit einhergehenden und gleichzeitig ausgelösten Körpererfahrungen: im positiven Fall mit Wiegen und Schaukeln. Klang. ihre Stimme verändert sich. auch Gerald Hüther: Ebenen salutogenetische Wirkungen von Musik auf das Gehirn. Worte allein wirken nicht. Je stärker die emotionalen Zentren im limbischen System dabei miterregt werden. dem jeweils Geschehenen. 21). Entscheidungen darüber. Nöcker-Ribaupierre. motorischem und emotionalem Erleben 95 . „Diese Erfahrungen sind dem Bewusstsein nicht zugänglich. Musiktherapeutische Umschau 2004. ihrer Sprachmelodie.h. „dass im Laufe einer Therapie aufgrund andersartiger Erfahrungen (.

96 .zugleich als Reinszenierung frühester basaler Beziehungserfahrungen angesehen werden und mit dieser Qualität „eine Wandlung einschränkender impliziter Muster“ anregen „und sie in ihrer eingefrorenen Dynamik wieder in Schwingung“ versetzen“ (152).

Die Anschrift von Berndt Vogel: Feldbusch 2. Ein Therapieansatz für schwerst und mehrfach Behinderte. ähnliche sensorische Erfahrungen wieder zu machen. S. wie er sie aus seiner pränatalen Existenz kennt“ (Einführung in die Musiktherapie.beschrieben im Aufsatz „Der Pränatalraum. Musiktherapeutische Umschau 1987. Benonzon hat Kinder während des Spielen oder Malens mit Uterusgeräuschen beschallt und die therapeutische Wirkung beschrieben. 74934 Reichartshausen. Stuttgart 1991. 97 . 25). „Die Musik ist wie die Erinnerung an die Mutter und ein Wiederaufnehmen der Beziehung zu ihr und zur Natur“ (25).2 Erfahrungen mit dem „Pränatalraum“ Zugrunde liegt die Idee des argentinischen Musiktherapeuten Rolando O. 26). S.5. 1985. Die Weiterentwicklung und konsequente Umsetzung dieses Ansatzes finden wir in der Pränatalraum – Therapie von Berndt Vogel . München 1983. Benonzon.224) und außerdem im Buch: Lebensraum: Musik. Frank Rotter bezeichnet Musik als „Mutterersatz“ (Musik und Kommunikation 10. der ausgehend von den frühsten intrauterinen Klangerfahrungen Musik und Tanz versteht als „unbewusste Versuche des Menschen. 204 .

000 Hz menschlicher Hörbereich Klangbereich der Musik 98 .man fühlt sich "von innen her massiert“ und berichtet über eine „angenehme Wärme im Rumpfbereich“. Vitalität. Musik zu erleben ist auch zu berücksichtigen. Labyrinth und Schnecke vereinen sich zu einem Nerven (vestibulo cochlearis) und bilden sozusagen eine Funktionseinheit. 16 Hz 80 Hz 380 Hz Sprachklangschwerpunkt 800 Hz 1.3 Die Hörerfahrung von Gehörlosen und Ertaubten Auch Gela Brüggebors (Einführung in die Holistische Sensorische Integration (HSI). fortfallen.. von 16 bis 380 Hz ausgehend als Vibrationen von Becken an aufwärts beginnend bis in den Kopf im Körper zu spüren sind. Diplomarbeit Siegen 1993) Bei der Frage.) unterstellt Apathie und Depressivität bei Gehörlosen mit zunehmender Schwerhörigkeit. Die Konsonanten sind in einem höheren Frequenzbereich zu finden.h.. 45) Gehörlose beschreiben z. die Vibration des Tamtams (Gongs) „als Prickeln auf und unter der Haut. der von 16 bis 20. Musiktherapie mit Gehörlosen. Dortmund 1992. Mit Hilfe von Hörresten können manche als gehörlos diagnostizierte Menschen beträchtliche Teile der Musik (die ja über das gesamte Hörspektrum reicht) wahrnehmen. liegt. inwiefern „Gehörlose“ fähig sind. liegt bis zu 500 Hz. Hohe Frequenzen setzen sich somit in eine unverhältnismäßig größere Zahl von Impulsen um. (S. 92 f. also einem relativ kleinen Ausschnitt des gesamten Hörbereichs. der über den Vibrationssinn aufgenommen wird.mehr rechts als links.. indem sie fortführt: „Direkt neben der Cochlea (Schnecke) sitzt der Vestibularis-Apparat.“ Auf die Bedeutung des Vibrationssinns bei Gehörlosen weist Antonius van Uden hin." Bei Gehörlosen würde diese energetische Aufladung des Gehirns nachlassen bzw. das Gleichgewichtsorgan. Sie begründet dies folgendermaßen: "In der Schnecke befinden sich im Bereich der Wahrnehmung hoher Frequenzen vielmehr Sinneszellen als im Bereich der tiefen.B. Heidelberg 1980) Der Frequenzumfang. Bewusstseinsprozesse wie Denken. S. die eine wahre Aufladung.000 Hz. Der Klangschwerpunkt der Sprache liegt allerdings nur im Bereich von etwa 80 bis 380 Hz.“ (Gerd Treschhaus. Die Cochlea ist nach Schätzung von Tomatis mit ca. Engrammierung (Gedächtnis). (Das gehörlose Kind. Sprache zu vernehmen. die Wirkung der großen Baßtrommeln wird als "Vibrieren der Knochen des Skeletts" beschrieben. Kreativität. 60 % an der energetischen Hirnaufladung (= 90 % aller Prozesse) beteiligt. dass tiefe Töne.600 Hz 20. Emotionen. 30 % und das Labyrinth mit ca. Als satter tiefer Ton wird die Baßtrommel eher im Beckenbereich gespürt. Demnach ergibt sich. eine Belebung der kortikalen Tätigkeit bewirken. „Die Muskulatur scheint sich in der Folge um die Knochen zu lockern. Im Kopfbereich sind die hohen Frequenzen zu spüren. dass die Hörtests sich im allgemeinen auf die Fähigkeit beziehen.. d. Der Frequenzbereich der Lautsprache beginnt erst bei der Obergrenze dieser Körperrezeption mit den Vokalen.5. Jedoch schränkt sie diese Auffassung zugleich wieder ein.

Email: DLA-Fredeburg@t-online. 16-4608 Hz. wird folgende Übung eingesetzt: Die Schüler stehen mit dem Rücken zum trommelnden Lehrer.116) beschreibt folgendes Beispiel aus der afrikanischen Musikpädagogik mit Gehörlosen: „Um den Vibrationssinn zu sensibilisieren. Trotz des Zementbodens in den Klassenräumen konnte eine Reihe von Schülern die Aufgabe erfüllen. Die Betroffenen sollten deshalb schon im Kindesalter regelmäßig diese Fähigkeiten schulen. Münster 2001.V. 02974 9110). 28. dass bei allen Personen die für Vibration zuständige Hirnregion aktiviert wurde. der auditive Kortex.. Therapeutische und pädagogische Aspekte der Verwendung von Musik bei gehörlosen Menschen unter Berücksichtigung des angloamerikanischen Forschungsgebiets. 113) Die Musikpädagogik mit Gehörlosen von Claus Bang wird im Heft 2. S. der eigentlich Töne verarbeitet. eröffnet aber Gehörlosen zusätzlichen Sinnesreize. die vom Sprachklang nicht erfasst werden.11. Johannes Hummel Weg 1 57392 Schmallenberg (Telefon-Nr. Danach können Gehörlose mit jenem Teil des Gehirns. Rosemarie. 1984 der Zeitschrift Hörgeschädigtenpädagogik sehr ausführlich beschrieben. Nun dürfen sie nicht mehr zum Lehrer schauen.): Musik bis ins hohe Alter. in: Hörgeschädigten Pädagogik Heft 2. S. Claus Bang kommt jährlich einmal nach Deutschland und hält Weiterbildungen in Musiktherapie und musikalische Sprachtherapie bei Hörgeschädigten und mehrfach behinderten Kindern in der Deutschen LandjugendAkademie in Fredeburg. jenseits der musikalischen Förderung zum Sprachtraining und Sprachentwicklung unter Ausnutzung von Vibrationssinn. Köln Rheinkassel 2001) hebt Ansätze und Möglichkeiten hervor. das der Sprache mit ca. Jutta Polzius (Afrodance in der Schule. 177-197) schreibt Manuela-Carmen Prause: „Der besondere Vorteil der Musiktherapie in der Arbeit mit altersschwerhörigen Menschen besteht 99 . Manuela-Carmen Prause (Musik und Gehörlosigkeit. die es auszunutzen gilt“ (440). Die Gehörlosen sollen das Fehlen der Trommelrhythmen wahrnehmen und aufhören zu tanzen. Hirnstrommessungen zeigten. 110 . Bei den Gehörlosen wurde aber zusätzlich auch die Hörrinde.Das Frequenzspektrum der Musik gibt Prause mit ca. Die Region ist eigentlich auf die Verarbeitung von Tönen spezialisiert. 1992. Die Wissenschaftler hatten verglichen.2001) veröffentlicht wurden. wie zehn Gehörlose und elf hörende Testpersonen auf Vibrationen an den Händen reagierten. Vibrationen wahrnehmen. raten die Forscher.de Die Musiktherapeutische Umschau (2002. 180) Jedenfalls erreicht die Musik Hörreste. Beispiele aus Tansania. Wickel. Die Verarbeitung von Vibrationen ist nicht mit dem Hören identisch. Hans Hermann (Hrsg. dass das Gehirn brach liegenden Bereichen neue Aufgaben zuweisen kann. angesprochen. In ihrem Aufsatz: „Hörschädigungen im Alter und ihre Konsequenzen für das Musikerleben und die musiktherapeutische Arbeit“ (in: Tüpker. 200-2000 Hz an (2001. als Kulturgut zu vermitteln“.93) berichtet von Forschungsergebnissen. Auf ein optisches Zeichen hin beginnen die Schüler zu tanzen. Bewegung und Visualisierung die „Musik (auch) als Wert an sich. Kontaktadresse: Internationale Gesellschaft für musikpädagogische Fortbildung IGMF e. Deshalb können von Hörminderung betroffene Menschen über noch bestehende Hörreste von Musik eher erreicht werden als durch Sprache. die an der University of Washington (Neuroscience Letters. Die Versuche mit Gehörlosen zeigen. Dann stoppt der Lehrer seine Tätigkeit. „welche vielfältige „Möglichkeiten der Teilhabe eröffnet." (S. Die Hörrinde ist aber offenbar nicht von Geburt an auf diese Aufgabe beschränkt.

des Unterscheidens. g) auf das Pfeifen von Hörgeräten einfühlsam hingewiesen wird damit die Einstellung korrigiert werden kann. e) man das von anderen Gesagte wiederholt.) und man sich nicht als „Opfer der Hörschädigung betrachtet“ sondern sich ihr gegenüber stellt. Im Gegensatz zur verbalen Situation. und in der Musiktherapie „ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. Alt. Bei der Improvisation können „von der Hörminderung verursachte psychosoziale Konflikte“ aufgegriffen werden. Gitarren und mittelgroße Trommeln“. wie die z. d) man ruhig und etwas langsamer als normal.darin. Metallophone. dass a) möglichst nur eine Person spricht und zu allen Blickkontakt hat. dass es letztlich um die Versöhnung mit sich selbst gehe (vgl. Therapie und Selbsthilfe.B.). bei der der altersschwerhörige Mensch stets unterlegen ist. „’sie als Begleiter zu betrachten und mit ihr ins Gespräch zu kommen. auch ist bei der Instrumentenauswahl an die „vibratorische Ergänzungsinformation“ zu denken (193). Verlierens und Wiederfindens’ sind“ (Fengler ebd. dass der Betroffene alles Gesagte versteht (keine Zensur im Sinne von „egal. dass nur wenige und ausgewählte Instrumente zum Einsatz kommen sollten. von manchen Personen mit Tinnitus berichtet wird’“ (Fengler ebd. b) der altersscherhörige Mensch beim Sprechen angeschaut wird und c) nicht von hinten und von der Seite angesprochen wird. besonders geeignet sind „einfache Rhythmus. Stuttgart 1990). h) Störgeräusche und Lärm weitestgehend ausgeschaltet wird (194 f. bei der er gleichwertig mit seinem Gegenüber (bzw.). Hörgeschädigte Menschen. nicht zu laut spricht. den Mitspielern) agieren und kommunizieren kann“ (191). findet er hier eine autonome. dass zum einen die nach der Hörminderung dringend erforderliche psychologische Betreuung erfolgen kann und zum anderen die sich in der rein verbalen Therapie ergebenden Kommunikationsprobleme aufgrund der im Vergleich zur Sprache besseren Zugänglichkeit von Musik ausgeschaltet werden können. dass das Hören und die Hörschädigung ‚Prozesse der Aneignung und des Verlernens.und Melodieinstrumente wie Sopran-. Es kann „zum Entstehen eines Gemeinschaftsgefühles“ beigetragen „und damit einem weiteren Rückzug Altersschwerhöriger in die Isolation“ entgegengewirkt werden (ebd. ist nicht so wichtig“).und Bassxylophon. Zur Realisation der Musiktherapie mit Hörgeschädigten und Gehörlosen empfiehlt Prause. Beratung. Bei der Musiktherapie mit altersschwerhörigen Menschen in Gruppen ist darauf zu achten.) 100 . f) dafür zu sorgen. stressfreie Handlungsmöglichkeit. „Frauenstimmen werden von Altersschwerhörigen häufig als ‚schrill’ empfunden (194). In Anlehnung an Fengler hebt sie hervor.

insbesondere die Gefühle Schmerz und Wut ausleben können. 101 . die auf eine Auswertung warten. Musiktherapie mit komatösen Patienten auf der Intensivstation. um den Prozess der Trauerarbeit zu führen. herausgegeben vom „Schädel-Hirnpatienten in Not e. 23566 Lübeck (Tel.5. dass mit Koma Patienten über die Musik Kommunikation hergestellt werden kann und sie die Musik nutzen können. 4/1996. das sie zusammen mit Hans-Joachim Hannich herausgegeben hat: Jenseits des Wortes.“. Bayreuther Straße 33 in 92224 Amberg wichtige Arbeiten auch von Silke Jochims unter anderem in der Musiktherapeutischen Umschau. sowie das Buch.Stunden mit Patienten im sog Wach . Silke Jochims. Silke Jochims hat viele Musiktherapie .V. Die Aufnahmen belegen. Claudiusring 4i. und Fax: 0451/6110238) Man beachte auch die Arbeiten von Dümpelmann (Musiktherapie mit Patienten auf der Intensivstation) und Klettke-Drawert (Musiktherapie mit Menschen im Wachkoma) im FORUM MUSIKTHERAPIE UND SOZIALE ARBEIT. Göttingen 2000 außerdem ein Gutachten zur Wirksamkeit der Musiktherapie in der Zeitschrift „not“.Koma auf Video aufgenommen.4 Musiktherapie mit Koma .Patienten Musiktherapie mit komatösen Patienten Dissertation von Dagmar Gustorff (Universität Witten Herdecke).

Tanz und Öffentlichkeit. Gegenbewegungen gegen das iatromechanische Menschenbild. Chr. Bei den Naturvölkern ist die Behandlung von Krankheiten an die Anwesenheit der musizierenden und tanzenden Stammesangehörigen gebunden. Chr. Chr. Aristoteles Das Element der Katharsis ca.und Säftelehre ca. 500 n. 280 v. Krankheit als göttliche Fügung Psalmodie und Krankenheilung pneumatische und Säfte . Psychologie und Musikwissenschaft. Körper – Seele . 102 . Medizin. Jahrhundert „musica mundana . Korpus Hippocratium Elemente.und Tonartenlehre ca.musica humana musica instrumentalis“ ca. 550 v. Boethius Mittelalter Renaissance Aufklärung Romantik 20. 1500 n. Chr. Chr. 1000 v. 300 v. Chr. Ablösung der musikalischen Kosmologie durch Affektenlehre ca. Plato Das harmonikale Prinzip in Wille.Ganzheit statistische Empirie in Medizin. Es besteht eine unauflösliche Einheit von Religion.Beziehung ca. 24000 v. Chr. Stoiker Lehre vom Pneuma ca. um zu heilen bzw. 0 v. 180 v. Charakter. Ausführlich dokumentiert sind der Einsatz von Musik bei den Naturvölkern und in den Hochkulturen des Altertums. „iatromechanisches Menschenbild“.Lehre in Verbindung mit Intervall. Chr.6 Schlaglichter auf die historische Entwicklung der musikalischen Heilkunst Felsmalerei ca. Revolution des Musikbegriffs. Pythagoreer mathematische Ordnung in Kosmos. Körper und Seele ca. Vitalismus. Neue Musik und Gruppenimprovisation als Ausgangspunkt für neue Konzepte der Musiktherapie Geschichte und gegenwärtiger Entwicklungsstand der Musiktherapie Musik wurde während aller Epochen der Menschheitsentwicklung und in allen Kulturräumen umfassend genutzt. 1650 n. Heilungszeremonien bei „Naturvölkern“ Frühgeschichte Musiktherapie in der altjüdischen Tradition David und Saul. Krankheit und Not zu lindern. Moral und Gesellschaft ca. Chr. zwei musiktherapeutische Modelle einer Therapeut – Patient . Chr. Musik. Natur.

d. Außerdem wurden auch Tanzspuren entdeckt. die auf den körperlich oder seelisch “in Unordnung geratenen“ also erkrankten Menschen einwirkt. 12 oder 24 Grundschläge. Heraklit. Romantik bis Kant. MÖLLER 1971. Genau das tun wir im sogenannten temperierten Tonsystem“ (17). Eine Differenz. Norderstedt 2005)weist darauf hin. bzw. kleiner als ein Halbton. Berühmt und immer wieder angeführt werden die Behandlung des an einer schweren Depression erkrankten König Saul durch David im alten Israel (ca.B.“ FLENDER 1993. FROHNE-HAGEMANN beschreibt die Entwicklung ästhetischer Positionen in der Geschichte.. gibt es „die Symbiose von Musik und Zahl. Pythagoras.Die Musik besteht aus der Wiederholung von immer gleichen übereinandergeschichteten Rhythmen (patterns). mal wird mehr die expressive Funktion der Musik hervorgehoben. in Mittelalter. die es dem Menschen erlaubt. seit dem 5. Ebenso müssen wir jedem Monat ein paar Tage hinzufügen. Barock. erreichen wir nicht genau den Ausgangston. 10. In allen Hochkulturen. (2001. Die ewige Wiederkehr der Sternenkonstellation wird entdeckt“ und die Musik gilt als Wiederspiegelung der kosmischen Ordnung. an denen die stärksten Resonanzphänomene auf die Singstimme auftreten. Chr. 14).und Makrokosmos).h.B. Plato und Aristoteles angeregten musikalischen Praktiken zur Heilung und Prävention von körperlichen und seelischen Krankheitszuständen (vgl.. („Alle rhythmischen Figuren in der afrikanischen Musik beziehen sich auf durch 2 oder 3 teilbare Perioden von z. bei dem Leiblichkeit zugunsten von Bewusstseinsleistungen vernachlässigt. Aristoteles. Platon. 2-12). KÜMMEL 1977. Jahrtausend v. die das Sonnenjahr dauert. Wolfgang Bossinger (Die heilende Kraft des Singens. „die besondere Resonanzphänomene hervorrufen“ und „sich genau an den Stellen befinden. 1000 v. sich von Emotionen und sprachlich nicht oder nur schwer fassbaren Erlebnisinhalten zu befreien und sie mit anderen zu teilen. durch die sich die Menschen. .“ Solche „Periodizität ist aber genau das Element. Mondjahr (=Quintenzirkel) und Sonnenjahr (=Oktavzirkel) müssen aufeinander abgestimmt werden. Sind jedoch diese Quinten rein. Der Blick in die Musikgeschichte offenbart zwei unterschiedliche Ansätze bei der Verwendung von Musik im therapeutischen Kontext: Mal steht stärker die der Musik innewohnende Ordnung im Vordergrund (Musik gilt als Abbild der natürlichen Strukturen des Mikro. „die auf kultische Tänze hindeuten“ (39). Babyloniern oder Ägyptern. das sogenannte pythagoreische Komma. 275-288) Auch in der modernen Musiktherapie wird die Frage nach den Wirkfaktoren der Musikthera103 . Renaissance. genau im Verhältnis 2/3 gestimmt.. z. dass viele Höhlenmalereien an Stellen angebracht sind. bleibt als Differenz. bei den Chinesen. ausgehend von den alten Griechen. um auf 365 Tage zu kommen. LINKE 1977. das bewusstseinsverändernde Wahrnehmung hervorruft.) oder die von Pythagoras. Chr. Nietzsche und Adorno und hebt dabei den metaphysischen Charakter der verschiedenen Auffassungen hervor. SPINTGE & DROH 1992. transzendiert wird. 1974. oft noch mit zusätzlichem Gebrauch von psychotropen Substanzen in Trance oder Ekstase versetzen. FLENDER sieht noch in unserem heutigen Tonsystem frappierende Verbindungen zur modernen westlichen Zeitrechnung: „Die zwölf Töne werden abgeleitet aus der Abfolge von 12 Quinten. Pythagoras war „das letzte Glied in der Kette“ von Vertretern der Einheit von Kosmologie und Musik.

Bremen 1994 ders. Eine Einführung für psychosoziale und medizinische Berufe. Jahrhunderts datiert werden. Wiesbaden 2001 Harrer. Gütersloh 1993. gelegentlich auch von promovierten und habilitierten Medizinern oder Psychologen. Israel. HE: Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie. Der Beginn der neuzeitlichen Musiktherapie . an fast allen psychiatrischen Landeskrankenhäusern. S.): Schulen der Musiktherapie.Entwicklung kann auf den Anfang des 20. so auch in Deutschland werden Musiktherapeuten im Rahmen von privatrechtlichen Vereinbarungen tätig. Sammelbänden. STERN 1987). (Hrsg. China und in osteuropäischen Ländern vertreten und erscheint als eine global vernetzte Wissenschaftsdisziplin. BUNT 1998). in den Siebziger Jahren in Ost. C. SCHWABE 1969). wirkt die Musik oder wirkt die therapeutische Beziehung? Inzwischen werden Verfahren. in: Peter Bubmann: Menschenfreundliche Musik. Weinheim 1998 Decker-Voigt. München 2001 Flender. Japan. Südafrika. Dort wird sie unter der Verantwortung habilitierter Chefärzte angewandt und evaluiert bzw. Jena 1971 Kümmel.13). 1992. 1944 in den USA. Musiker und Musiklehrer wurden als reguläre Teammitglieder in Krankenhäusern eingestellt. Freiburg 1977 Linke. & Escher. 9-20 Frohne-Hagemann. an Universitätsklinken und an den verschiedensten Fachkliniken.: Musik gegen Wahnsinn.: Geschichtlicher Abriss der Musiktherapie in der BRD – aus höchst persönlicher Sicht. Theorie und Methodik. Isabelle: Fenster zur Musiktherapie. In Londoner Krankenhäusern spielten Gruppen von Sängerinnen und Instrumentalisten den Patienten beruhigende Musik vor (vgl.H. wie etwa in der Anästhesie oder bei chirurgischen oder zahnmedizinischen Behandlungen. L. Periodika und Fachzeitschriften sowie auf regelmäßigen nationalen und internationalen Konferenzen ihren Niederschlag. BUNT 1998. Reinhard: Vom Dreifachen Ursprung der Musik.: Musiktherapie. In anderen Ländern.: Musiktherapie. SPINTGE & DROH 1987. in Südamerika. H.: Neue Klänge in der Medizin. jedenfalls von gründlich ausgebildeten Musiktherapeuten durchgeführt. als “Musik Medizin“ und nicht als Musiktherapie bezeichnet (vgl. in ders. Stuttgart 1982 Kohler. J. In Großbritannien gibt es eine eigene gesetzlich geregelte Berufs. Eine umfassende wissenschaftliche Fachdiskussion findet in vielen Monographien. G.pie immer wieder aufgeworfen.und in den Achtziger Jahren in Westdeutschland. 1958 in Großbritannien (vgl. Musiktherapie ist von der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen als förderungswürdiges Verfahren der Psychotherapie anerkannt. Stuttgart 1971 104 . Musiktherapie ist heute fester Bestandteil des Psychotherapieangebots an vielen Allgemeinkrankenhäusern. HARRER 1982. Hrsg. Die Qualität der musiktherapeutischen Leistungen wird durch Berufsverbände sichergestellt. Gleichzeitig wurde es erforderlich. musiktherapeutische Behandlungen indikationsspezifisch zu systematisieren und Musiker oder Mediziner für die spezielle musiktherapeutische Arbeit auszubilden. bei denen ausschließlich die Beeinflussbarkeit des Organismus’ durch Klänge genutzt wird. Im angloamerikanischen Bereich beeinflusste der hohe Anteil an Veteranen des 2. Literatur zur Geschichte der Musiktherapie Bunt. Wie in solchen frühen angloamerikanischen Projekten entwickelten auch in Deutschland Therapeuten Konzepte für solchen eher unspezifischen Einsatz der Musik (vgl. Weltkriegs in den Krankenhäusern die Entwicklung der Musiktherapie nachhaltig. Heute ist Musiktherapie als wissenschaftliche Disziplin an Universitäten und Hochschulen in fast allen europäischen Ländern in den USA. DECKER-VOIGT & ESCHER 1994. KOHLER 1971. die ihre Fähigkeiten im therapeutischen Gebrauch von Musik weiterbilden wollten. Norbert: Heilung durch Musik? Wilhelmshaven 1977 ders. Australien. So entstanden die ersten Schulungskurse für Musiker. Werner Friedrich: Musik und Medizin.und Besoldungsstruktur für Musiktherapeuten. Hrsg.

Düsseldorf 1974. Christoph: Aktive Musiktherapie für erwachsene Patienten. 217-222 105 .J.): Neue Wege der Musiktherapie. Rolf: Musik-Medizin. Revers u. R. Christoph. Stuttgart 1983 Spintge. & Droh. Rolf & Droh.a. Hrsg.: Musik in der Medizin.Möller. Berlin 1987 Spintge. in: W. R.a.: Musiktherapie bei Neurosen und funktionellen Störungen.O. a. R. R. & DROH. in: SPINTGE. 51-160 Schwabe. 2-12 Stern.: Musiktherapie in der zahnärztlichen Praxis. (Hg. Hrsg. Jena 1969 Schwabe. Hans-Jürgen: Psychotherapeutische Aspekte der Musikanschauung der Jahrtausende. R. Stuttgart 1992.

und Lebensmuster.sofern möglich. die sich sprachlich kaum oder gar nicht artikulieren können oder die nur sehr schwer und auf sprachlichem Wege gar nicht Zugang zu ihren Gefühlen bekommen. Aber auch in verhaltenstherapeutischer Hinsicht liefert sie über das gemeinsame Spiel an Musikinstrumenten wertvolle Beiträge zur Modifikation pathologischer Einstellungs. 1. Darüber hinaus werden in der Musiktherapie Patienten mit frühen Störungen erfolgreich behandelt. Belebung oder Abreaktion werden zugelassen. Die auf der Klangwirkung und den Aktionen an und mit den Instrumenten beruhenden Effekte psycho-physischer Beruhigung. 3. Im allgemeinen spielen wir den Patientinnen und Patienten keine Musik vor. in denen wir musikalische Gruppenspiele mit Instrumenten oder auch mit der Stimme durchführen.s. Das führt zum Einstieg in eine weitere Musikphase. über die anschließend wieder gesprochen wird u.7 Musiktherapie in der Psychiatrie Aus dem Merkblatt einer psychiatrischen Klinik: Musiktherapie ergänzt und vertieft das psychotherapeutische Angebot der psychiatrischen Abteilung. auf leicht spielbaren Musikinstrumenten miteinander zu musizieren. in der neue Handlungsmöglichkeiten ausprobiert werden können.reflektiert. da klangliche Erfahrungen und Musik früheste und pränatale Erlebnisschichten ansprechen. Aufgrund ihres nonverbalen Charakters (Improvisation und Interaktion mit Musikinstrumenten) wird sie tiefenpsychologisch genutzt. weil die Erfahrung lehrt. Sie verfolgt den bio-psycho-sozialen Ansatz einer ganzheitlichen Psychotherapie. Wirkung der Musiktherapie Je nach praktizierter Arbeitsweise treten folgende drei Wirkungsbereiche der Musiktherapie in den Vordergrund: a) vorbewusste psycho-vegetative Regulation 106 . begleitet und . Bewegungsspiele oder Musik-Mal-Aktionen durchführen. in denen wir das Erlebte beschreiben und in Beziehung setzen zu unseren sonstigen Lebenserfahrungen.f. Musiktherapie erreicht besonders Patienten. dass die Patientinnen und Patienten intuitiv die Instrumente wählen. um den Patientinnen und Patienten zu introspektiven Verstehensprozessen verhelfen. je nach Wunsch der Patientinnen und Patienten auch Lieder singen und instrumental begleiten. Ablauf der Musiktherapie-Sitzungen In den Musiktherapie-Sitzungen wechseln Musikphasen. 2. die ihnen in der jeweiligen Situation gut tun und auch entsprechend auf ihnen spielen. mit Gesprächsphasen ab. Was geschieht in der Musiktherapie? In der Musiktherapie leiten wir die Patientinnen und Patienten an.

Physiologische Reaktionen beim Musik-Erleben sind durch vielfältige Forschungen belegt und beschrieben. wie uns heute zu Mute ist und versuchen dabei. in Beziehung zu den Mitgliedern der Gruppe und zu den Therapeutinnen und Therapeuten symbolisiert und thematisiert sinnfällig Verhaltensmuster. Wir bearbeiten Lebensthemen. Ängste. oder wir machen ein musikalisches Rollenspiel etc. Der Einfluss auf Vitalfunktionen wie Atmung und Blutdruck bedingt verändertes Körpergefühl und Ich-Bewusstsein. sich bewusst zu machen.. wie sie mit sich selbst. in denen neben psycho-vegetativer Regulation auch an pathogenen Lebenserfahrungen und Verhaltensweisen. Hemmungen und schädliche Reaktionsweisen bei der Gestaltung von sozialen Beziehungen und auch im Umgang mit sich selbst können erkannt und im musikalischen Spiel verändert werden. Grenzen. kurze Gesprächsphasen dienen als Feed-back-Möglichkeit. indem wir weiterführende Musikaktionen (z. c) Bewusstwerden pathogener Verhaltensweisen Das Handeln am und mit dem Instrument. die musikalischen Aktionen sind vorstrukturiert (Spiele mit Instrumenten nach vorgegebenen Regeln. Assoziationen. Diese neuen musikalischen Erfahrungen werden anschließend wieder im Gespräch aufgearbeitet werden usf.B. Das musiktherapeutische Behandlungsprinzip ist hier die freie musikalische Improvisation (z. die die Informationen über den Therapieverlauf bei den Stationsbesprechungen weitergibt. wobei soziale Kompetenzen entdeckt und auf das Leben außerhalb der Therapie angewandt werden. sofern sie von Patientinnen und Patienten thematisiert werden.) anbieten.“ oder: „wir führen ein Gespräch ohne Worte. nur mit Klängen“). Erinnerungen etc. Psychische Erlebnisbereiche können im Spiel symbolisch und vorbewusst verarbeitet werden.: „wir spielen. die Musikerfahrung zu beschreiben (d. können unbewusste Erlebnisinhalte ins Bewusstsein treten. 107 . ich spiele einmal nach dem Motto „ich lasse mich nicht mehr bevormunden“. b) 2. gearbeitet wird. mit unseren Klängen Kontakt zueinander herzustellen. An den Gruppen nimmt stets eine Vertreterin/ein Vertreter des Personals in Co-TherapeutenFunktion teil.h. die von den Patientinnen und Patienten genannt werden. in der der Wirkungsbereich der psycho-vegetativen Regulation im Vordergrund steht. Bewusstwerden pathogener Lebenserfahrungen Die Patientinnen und Patienten werden dazu angeregt. bei der verbalen Aufarbeitung leiten wir die Patientinnen und Patienten dazu an.B. Maximale Gruppengröße: 6 Patientinnen und Patienten. Indem sie das musikalische Geschehen beschreiben oder mit ihm verbundene Einfälle mitteilen. oder: „wir spielen Angst“. die dann mit gesprächspsychotherapeutischen und mit musikalischen Mitteln bearbeitet werden. Lieder singen und mit Instrumenten begleiten). die auch das sonstige Leben bestimmen. Bei erkennbarer Introspektionsfähigkeit und -bereitschaft und einer absehbaren Verweildauer von mindestens vier Wochen bieten wir für Patientinnen und Patienten in post-akut psychotischen Phasen und bei reaktiven Depressionen. sie tun es auch von sich aus. mit den Musikinstrumenten und der Gruppe umgegangen sind und wie das Handeln der anderen auf sie eingewirkt hat). Indikationsstellung für die Musiktherapie Für Patientinnen und Patienten in chronischen oder akuten psychotischen Zuständen bieten wir eine Gruppe an. was sie gespielt haben. Neurosen und psychosomatischen Störungen Gruppen an. über ihre musikalischen Erfahrungen zu sprechen (sofern das möglich ist) bzw. 4.

um über die Therapien zu berichten und mit dem therapeutischen Team das weitere Vorgehen zu beraten. 108 . 6. meditativen Tänzen und Sitztänzen vermittelt das Erlebnis von Genuss und Lebensfreude in der Gemeinschaft. Zur Wahrnehmung der ergänzenden musiktherapeutischen Angebote wird die Teilnahme an Gruppen außerhalb der Klinik empfohlen. Entspannung und Stärkung sowie emotionale Aktivierung und positive soziale Erfahrungen unterstützen den Heilungsfortschritt und helfen. Die Musiktherapie wird in den Pflegeakten dokumentiert.oder Gruppenmusiktherapie treffen. mit denen die psychiatrische Abteilung des Kreiskrankenhauses zusammenarbeitet. von wo aus zurückgemeldet wird. 7. Tanz Das Erleben von einfachen Folkloretänzen. die musiktherapeutische Behandlungen zu verschreiben beabsichtigen. Ärztliche Anordnung und Evaluation Die Musiktherapie wird nur auf Anordnung der Ärzte und Psychologen durchgeführt. Ergänzende musiktherapeutische Angebote Ergänzende Angebote der Musik haben präventiven Charakter und steigern die Lebensqualität während der psychiatrischen Stationärbehandlung und sowie in der nachstationären Zeit. sollten einige Sitzungen in der Musiktherapie hospitieren. Ärzte und Psychologen.und Kreislauffunktionen und belebt durch die Vibration des Stimmorgans den gesamten Körper. dass sie die Patienten über die Musiktherapie informieren und sich insbesondre mit ihnen über die Behandlungsziele verständigen. zu anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Es aktiviert positive Gefühle und die Bereitschaft.und Psychologengesprächen sollen auch die Erlebnisse aus der Musiktherapie thematisiert werden. an die Station. können mit den Musiktherapeuten entsprechende Vereinbarungen über ambulante Einzel. auf dem er die erforderlichen diagnostischen und indikationsspezifischen Angaben einträgt und sich über mögliche Behandlungsziele äußert. Außerdem vermitteln wir an niedergelassenen Musiktherapeuten weiter. die von niedergelassenen Musiktherapeuten geleitet werden. Der jeweils behandelnde Arzt oder Psychologe gibt ein dafür vorgesehenes Formular. Die Musiktherapeuten sind bei den großen Übergaben zugegen. Von den Ärzten und Psychologen. Sie bestehen aus regelmäßigen offenen Gruppenangeboten in folgenden Bereichen: a) Musik und Bewegung.. b) offenes und geselliges Singen Singen aktiviert Atem.5. um die Möglichkeiten dieser Behandlungsform sicher einschätzen zu können. Bei Demenzstörungen aktiviert das Singen bekannter Lieder Fähigkeiten des Gedächtnisses und der Sprache. in den Arzt. ob und ab wann die Musiktherapie möglich ist. Ambulante Anschlussbehandlung Patientinnen und Patienten. wird erwartet. den Rückfall in pathogene Verhaltensweisen zu vermeiden. Körperliche Lockerung. die musiktherapeutische Behandlungen verschreiben. die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus die Fortsetzung der Musiktherapie wünschen.

z. 177-208 und im READER MUSIKTHERAPIE. Wege zum Verständnis. Wiesbaden 1999. S. in Musiktherapeutische Umschau 1993. Didgeridoo. in Musik und Kommunikation 6 / 1981 Wolfgang Strobel: Musiktherapie mit schizophrenen Patienten. Weinheim 1998 Peter Hess (Die Rolle archaischer Musik in der Musiktherapie.Literatur Musiktherapie bei Depression Jürgen Preckel: Das Erscheinungsbild der Depression. Musiktherapie. 25-64 Harm Willms: Musiktherapie bei psychotischen Erkrankungen.und Fremdwahrnehmung Entwicklung von Verhaltensalternativen Förderung von Ressourcen Morgen-Musikgruppe Trommel-Gruppe Instrumentenbau Förderung von Instrumentalspiel. 80) 109 . Stuttgart 1975 Außerdem: die entsprechenden Kapitel in Leslie BUNT. in: Einblicke 13. 2002.B. 72-86) fasst die Organisation der Musiktherapie in der Psychiatrischen Abteilung des Städtischen Allgemeinkrankenhauses in Frankenthal in folgender Tabelle zusammen: AufBehandlung von Krankheitsursatrag chen Setting Gongtherapie Tischtrommelkonferenz Behandlung von Krankheitsfolgen Musiktherapie auf der Akutstation „offene“ Musiktherapiegruppe „Freitags-„ Musiktherapiegruppe Märchen & Musiktherapiegruppe Loslösen aus der Isolation Zurückkommen in das Hier und Jetzt Schaffung einer angstfreien Begegnungsebene Aufbau basaler Beziehungsstrukturen Reflexion der Eigen. in Musiktherapeutische Umschau 1985. Gitarre Ziele Verständnis für die Erkrankung gewinnen Herausarbeiten von Vulnerabilitätsfaktoren Entschlüsselung pathologisch wirkender innerpsychischer Systeme Traum-Bearbeitung „Korrigierende Erfahrung“ Reinstallierung innerer Grenzen Entdecken von Ressourcen Kreativitätsförderung Spielfreude (Hess 2002. 126-133 Musiktherapie bei Psychosen Wolf Schmidt: Mit der Mundharmonika gegen den Wahnsinn.

Begriffsverschiebung. Begriffszerfall. deren wichtigste die Schizophrenie ist.B. die Zusammengehörigkeit von Gefühl und Ausdruck ist aufgehoben. Wortneuschöpfungen Bei der Wahrnehmung erhalten Wesens.Störungen Depersonalisation Desintegration Akzessorische Symptome der Schizophrenie Wahnerleben (Beziehungs. wie es im „normalen“ nicht möglich ist Autismus Ich . die den Pat. Stimmen. Wesens. Eifersuchts-. Störungen des Denkens und der Wahrnehmung im Vordergrund. Kontaminationen. optische Halluzinationen. Grundsymptome der Schizophrenie Störungen des Denkens zerfahren.B. Stiche. sexuelle Manipulationen an Genitalien etc.Versunkenheit und Verlust der Realitätsbeziehungen Passivität Wahnerleben Ich . dabei karikaturhaft. unvereinbare Erlebnisqualitäten stehen beziehungslos nebeneinander. Störungen des Körperschemas akustische Halluzinationen. gespreizt. elektrischer Strom im Körper. läppisch (Hebephrenie). 110 . Verfolgungs-. Einer richtigen Wahrnehmung wird eine abnorme Bedeutung beigelegt. zusammenhanglos. seinen Namen rufen. stehen bei den psychotischen Störungen. Gedanken abreißen. z. Größenwahn u. Ansprechen.). albern. laut. verschroben.a. Eigenschaften der Struktur und Beschaffenheit treten in der Wahrnehmung zurück Halluzinationen akustische Halluzinationen. Handlungen kommentieren etc. Ambivalenz. ferngesteuerte Schläge. bei denen Probleme im Bereich der Emotionalität vorrangig sind. Wahrnehmung von ausströmendem Gas etc.Beeinträchtigungs-. die Wahnidee gehört der Vorstellungswelt des Kranken an. Handlungen kommentieren etc. Symboldenken (Gespräche unter gesunden Angehörigen klingen nicht selten wie der zerfahrene Gedankengang eines Schizophrenen) geordnetes und zerfahrenes Denken nebeneinander Die Sprache wirkt manieriert.und Ausdruckseigenschaften am wahrgenommenen Gegenstand erhalten Übergewicht. daneben: depressive Verstimmungen Angst ist sehr häufig vorherrschendes Gefühl inadäquate Affektivität (Parathymie). enthemmt.und Ausdruckseigenschaften ein Übergewicht gegenüber Struktur und Beschaffenheit der Gegenstände Störungen der Affektivität Verstimmungen verschiedenster Art. seinen Namen rufen. die den Pat. gustatorische Halluzinationen. Stimmen. Zönästhetische Halluzinationen. Trugwahrnehmungen des Geschmacks taktile Halluzinationen.1 Musiktherapie bei Schizophrenie Im Gegensatz zu den neurotischen Störungen. z. ausgelassen. Stimmungslage und gegenwärtige Situation passen nicht zusammen. Trugwahrnehmungen des Gesichtssinns olfaktorische Halluzinationen.7. die Einheit des Erlebens. Ansprechen.

geborgenheitsvermittelnden Atmosphäre. Die Sitzungen werden von wiederkehrenden Eingangs. gehen wir davon aus. weiche Behandlungsmethoden erfolgreich sind. Gongs. seien es Gefühle der Übertragung. Pat. geeignete Symbole für Emotionen zu finden. unter denen eine solche intensive Therapie mit schwer gestörten Patienten überhaupt möglich ist“ schreibt er: (Einblicke. die belegen. Die alte Psychiatrie hielt eine Heilung. dass eine kausale Therapie und echte Heilung möglich ist. 61 zit. Hanne Mette Kortegaard: Music Therapy in Psychodynamic Treatment of Schizophrenia. n. Monocord. Während des Akutstadiums der Psychose wird „großer Wert gelegt auf die Schaffung einer schützenden. Gerade wenn Patienten sprachlich nicht erreichbar sind. The wounds that Sing. Tölle 71985. 222). Es gibt aber Erfahrungen. Peter Hess arbeitet als Oberarzt und Musiktherapeut an der Psychiatrischen Abteilung eines Städtischen Allgemeinkrankenhauses (Frankenthal) mit rezeptiven und aktiven Methoden unter Verwendung von archaischen Klängen von Trommeln. besonders. Mundt. Bei schizophrenen Patienten sollte zuerst einmal ein sicherer. Wenig Instrumente. Einfache Improvisationsspiele oder auch Lieder und Tänze finden Verwendung. ohne sprachliche Äußerung wichtig: Patienten haben auch in dieser Verfassung ein völlig waches Bewusstsein und können später ihre Erlebnisse genau schildern Katatonismen. London 2000. die es noch zu entdecken gilt. die nur durch drastische Mittel. in Faust 1995. relativ reizarmer therapeutischer Rahmen hergestellt werden. für nicht möglich und aufdeckende Therapie und Entspannungsverfahren seien besonders bei Psychosen contraindiziert. Wir dagegen sind der Auffassung. Klangschalen. 72-86) „Entgegen den alten Dogmen der Psychiatrie. 2002. meist pentatonisch und dienen vor allem dazu. wieder auf die Erde zurückzu111 . Berimbao und anderen. wenn man spirituelle transpersonale Dimensionen der Psychose mit ein bezieht. Leerlaufstereotypien und Dyskinesien. die in der Improvisation mitgeteilt werden können. dass die Psychose von Erfahrenen einfühlbar und unter Einbeziehung aller Bewusstseinsschichten auch voll erklärbar ist. außer mit biologischen Methoden. Vielfach wird bei akuten Zuständen von Musiktherapie abgeraten.und Abschiedsritualen umrahmt. Bei längerer Therapiedauer können auch freie Improvisationen hilfreich sein. 13. 96 f Hinweise zur Musiktherapie: Schizophrenie kann man verstehen als die Unfähigkeit. Ist weitgehend reglos Mutismus. in Heal and Mead (eds) Music Therapie in Health and Education.Katatone Symptome psychomotorische Phänomene der Schizophrenie Stupor. der Gegenübertragung oder neu geschaffene Symbole der therapeutischen Beziehung (vgl. Auch die musikalischen Erfahrungen sollten überschaubar und vertraut sein. Echophänomene Quelle: Schulte. ihre Gefühle auszuagieren und sich in einer basal stimulierenden Atmosphäre zu entängstigen. dass hilfreiche Therapieschritte gerade in akuten Phasen mit Musik gemacht werden. können Klänge helfen. wie Neuroleptika und Elektrokrampftherapie zu beeinflussen sei. June Boyce Tilman: Constructing Musical Healing. dass die Psychose uneinfühlbar sei und unverständlich und nach eigenen Gesetzen ablaufe. In der Therapie wird der musikalische Ausdruck zur Symbolisierung bedrängender Gefühle. Die Instrumente sind gut aufeinander abgestimmt. Didgeridoo. nämlich. London 1993. Selbstverständlich sind psychodynamische und familientherapeutische Therapiemethoden unverzichtbar“ (79). Über die „Bedingungen.

kommen und Wege aus der Isolation zu eröffnen. Je gesünder der Patient wird. München 2001. in: Einblicke 13. Es geht aber auch um Eröffnung neuer Handlungsspielräume in der freien Gruppenimprovisation. unter Kapitel 7. Im Remissionsstadium der Psychose geht es dann mehr um die Entdeckung und Ausbau kreativer Fähigkeiten mit gemeinsamen Musizieren mit leicht spielbaren Instrumenten. 78): Einstimmen der Instrumente und der Teilnehmer Verbale Trance-Induktion mittels geführter Meditation Klangtrance Monocord Monocord und Obertongesang Tanpura und Gesang (Wiegenliedähnlich) Tanpura und Tabla Tanpura.“ „Eine besondere Behandlungschance ergibt sich immer dann. sondern vor allem als affektive Störung. wenn akustisch gespeicherte Traumata vorliegen“ (83). „wie sie als Phänomen im ICD 10 und DSM IV als ein notwendiger Faktor beschrieben wird. Indikationen und Kontraindikationen ergeben sich „weniger aus dem Krankheitsbild an sich. sich auf körperorientierte Therapie einzulassen. 72-86) Einzelheiten zur Organisation der Musiktherapie bei Hess s. Die Skalen sind dann nicht mehr begrenzt. Als weiteres Argument gegen die Auffassung des Primats einer Denkstörung bei Schizophrenen führt Thomas Wosch Ergebnisse von Untersuchungen mit dem Integrierten Psychologischen Therapieprogramm (ITP) an. bei dem der angenommene kognitive Symptomkomplex (Denkstörungen) mit kognitiver Therapie durch Training von semantischen Bezügen und Re112 . um so mehr Chaos kann in den Gruppen dann wieder zugelassen werden. dass die Affektlabilität Folge einer Grundstörung im Bereich der Kognition sei.“ Die beschriebene Auflösung des Denkens und der Sprache sei eine Folge der Affektstörung und nicht umgekehrt. Didgeridoo und Oceandrum Gong Stille Rücknahme der Trance Koto oder Flöte und Tabla unterstützt von der Shrutibox Aktive Gruppenimprovisation Spontanes Maler und/oder Gedicht Verbale Integration mittels Kreisritual mit zweimaliger Runde Schriftliche Integration mittels Eigenprotokoll 1-2 Tage nach der Sitzung Thomas Wosch (in: Hans-Helmut Decker-Voigt (Hrsg): Schulen der Musiktherapie. Aufbau der Gongtherapie (Ritual mit Life-Musik) nach Hess (2002. Außerdem geht es dann in der Gongtherapie auch um einen kausalen Behandlungsansatz“ (81). dass „die schizophrene Störung nicht primär als Denkstörung“ zu verstehen ist. dass bei „Menschen mit akuten schizophrenen Störungen eine intensive Überlagerung der Gefühlslandschaft mit dem Affekt Angst“ gegeben ist (195). 2002. Mit Hilfe von EEG-Untersuchungen konnte nachgewiesen werden. sondern eher an der individuellen Bereitschaft. wie allgemein beschrieben. (Peter Hess: Die Rolle archaischer Musik in der Musiktherapie. 183-207) beschreibt musiktherapeutische Einzelmusiktherapie mit schizophrenen Patienten in der Akutpsychiatrie auf Grundlage von „verstehender Psychiatrie“. Dieser Ansatz geht auf antipsychiatrische Reformbewegungen der sechziger Jahre zurück und basiert auf der Erkenntnis.

H. sich aber im Bereich der sozialen Wahrnehmung und Problemlösung keinerlei Veränderungen zeigten. und Burti. „die pharmakologische Behandlung nur gering zu halten und der Klientin eine Möglichkeit des Ausagierens und Verstehens ihres Zustandes zu geben“ (201).aktionsfähigkeit beeinflusst werden sollte. L. a. Dabei zeigte sich. L. In diesen Fällen erwies es sich auch als sinnvoll. Psychiatrie in der Gemeinde. Hier „wird dem gestörten überdimensionalen Affekt Angst mit den Mitteln zwischenmenschlicher Beziehungen und einer Wohngemeinschaft begegnet. Das Setting ist: zweimal wöchentlich jeweils eine Zeitstunde in der verlässlichen Dyade mit Methoden der musikalischen Improvisation auf Instrumenten und anderen vom Patienten angeregten musikalischen Aktivitäten. denn es seien „starke emotionale Blockaden im späteren Verlauf des Erlernens sozialer Fertigkeiten zu beobachten“ gewesen (196).a. L. 113 . Hansen.R. Die beiden Autoren (Roder und Brenner.) kamen auf diesem Wege „zu der Annahme. dass zu Beginn der Therapie ‚an eine stärkere Beachtung psychophysiologischer und emotionaler Prozesse’“ zu denken ist.: Soteria im Gespräch. Zu dem besonderen Milieu gehört für die verstärkt akuten Erscheinungen von Schizophrenie ebenfalls das ‚weiche Zimmer’ mit der 1:1-Begleitung rund um die Uhr“ (196). Bonn 1992) und Schweiz (Aebi. Die positiven Erfahrungen im Bereich der Soteria Projekte in Amerika (Mosher.. Bonn 1994) erhalten durch diese Untersuchungen zusätzliche Begründung und Bestätigung. deren Wirksamkeit er an Hand von zwei stilisierten Fallbeispielen nachweist (198-204). E.. Ciompi.O. dass die Patienten zwar neue Denkmuster lernen konnten. Aus alledem folgert Wosch die Indikation einer musiktherapeutischen Einzelmusiktherapie für Patienten in akuten schizophrenen Zuständen.

2 Musiktherapie bei Depression 114 .7.

148). musikalische Symbiose“ (149). Lautstärke zuzulassen. Das beinhaltet die Auseinandersetzung mit biographischen Situationen. durch Analogien. wie sich im Verlauf der Therapie die Bereitschaft. „z. und eigenständig zwischen musikalischer Verschmelzung und Übereinstimmung (Symbiose) sowie Abgrenzung und Kontrast (Individuation) entwickelt (vgl.zum Thema Depression“ aus Henk Smeijsters: Grundlagen der Musiktherapie. haben sich „die Psychoanalyse und Interpersönliche Therapie (Klerman)“ insofern bewährt. weil musikalische Erleben einerseits eng mit primärpsychischen Prozessen. „die in der Musiktherapie noch nicht spezifisch musikalisch sind“. innerhalb eines begrenzten melodischen Umfanges spielen.B. nicht auswählen können oder keine Initiative ergreifen 2. Theoretisch wäre zu erwägen. dass es bei der Therapie darum gehen muss. zu wählen und Initiative zu ergreifen. die in der Behandlung einzelner musikalischer Parameter durch die Patienten erkennbar werden. in denen die natürlichen Gefühle nicht ausgelebt wurden und in denen persönliche Kränkungen nicht wahrgenommen und verarbeitet wurden. Schlagzeug). monotones und nicht rhythmisches Spiel. Die bei Depressiven zu beobachtenden „disfunktionellen Kognitionen beeinflussen Emotionen“ und „negative Ereignisse“ werden „dem eigenen Unvermögen“ zugeschrieben. bewährt. In der Therapie haben sich emotionale Äußerung. in denen Verlusterfahrung nicht ausreichend betrauert wurde. kognitive und verhaltenstherapeutische Zugänge nicht voneinander trennen. Sie leiden unter einem „Defizit an Verstärkung“.: leise klingende Instrumente auswählen (Xylophon). mit Emotionen und präverbalen Erfahrungsinhalten verbunden ist und andererseits interaktive Handlung und symbolischer Ausdruck von sozialen Beziehungsmustern ist. Göttingen 1999 Versteht man „abnorme Trauer“ als Ausgangspunkt depressiver Erkrankungen. als sie „durch Äußerung der nach innengekehrten Aggressionen einen Trauerprozess in Bewegung“ bringen. sowie neue Erfahrungen im Bereich der sozialen Beziehungen zu finden. Die nachfolgende Fallgeschichte verdeutlicht einen solchen Therapieprozess: 115 . durch Analogien. extrem empfindlich sein für Dynamik (sich abwenden von Klavier. Bei der Musiktherapie lassen sich tiefenpsychologische. insbesondere von gegen sich selbst gerichteten Aggressionen. ebenso der „Ersatz von disfunktionellen Kognitionen durch funktionelle Kognitionen“ (kognitive Therapie). einen Zugang zu abgespaltenen und nicht mehr zugänglichen Emotionen zu öffnen. Melodien zu entdecken und zu gestalten. z. Die depressiven Symptome zeigen sich im musikalischen Verhalten der Patienten 1. die Verhinderung von Hilflosigkeit und die Vermehrung von angenehmen Aktivitäten (Verhaltenstherapie) (147).B. Rhythmen und Tempi bewusst und abwechslungsreich zu gestalten. Die oben dargestellte Symptomübersicht verdeutlicht. in einem langsamen Tempo spielen.

die ich auf der Handtrommel musikalisch darstellen soll. die sie verspotten. zu leben. dass dieses Bild über ihrem Kinderbettchen hing. die einzelnen Rollen werden mit Musikinstrumenten dargestellt.Fallbeispiel Frau N. es kommt daraufhin zu drei wilden Aggressionsausbrüchen auf der Trommel./S. ein kleines Mädchen auf einer Wiese. sie hätte am liebsten das Instrument (Glockenspiel und Flöte) in die Ecke geworfen. ___________________________________________________________________________ 4. dass sie beim Klang der großen Klangschale und den Glockeninstrumenten Angstgefühle und eine „Friedhofsstimmung“ erlebt hat sowie starke Unruhe. mit den Fingern auf sie zeigen und ihr sagen. wie das geht. will auf der Mundharmonika Lebensfreude spielen aber sie wisse nicht. Mitte 30. Sitzung (26. was sie sieht. den Impuls verspürte „Raus! Nichts wie weg hier!“. Jetzt komme sie an einen Bach. wie ein vierjähriges Kind das machen würde. Sie hat die Augen geschlossen. macht ihm Vorwürfe und läuft dann wieder fort. ___________________________________________________________________________ 116 .. auf der Conga weiterzutrommeln. ___________________________________________________________________________ 3. Der habe sich vor sieben Monaten das Leben genommen. und ich frage sie. Frau W.11. 81): In dieser Sitzung ist das Thema die Familien der Patientinnen. sie stehe wieder am Abgrund.12. dabei ist sie sehr aufgeregt und presst ihre Fäuste in den Nacken. was sie in den Händen spürt. dass sie sich so habe gehen lassen. um darauf zu spielen. die an einen Abgrund stößt. und hinter ihm ihr Schutzengel. Sitzung (19. der Ehemann ist Stahlarbeiter. Frau W. die aus zwei Planken besteht.. kurze Tonfolgen auf dem Glockenspiel mit Filzschlegel. die Beziehung zu ihrem Ehemann. auch einmal so aus sich herauszukommen. wie sie den Kontakt bestimmt und dass ihr Mann dabei durchaus nicht immer in der stärkeren Position ist. erkennt. Eine Mitpatientin (Frau W. ich halte ihr die Handtrommel hin und bitte sie. ich gebe ihr die Hilfe. sagt. Frau N. das seien „klagende Hilferufe“. sie wirft plötzlich das Glockenspiel auf den Boden. Dort entschließt sie sich. Ich bitte sie. Ich stelle die Instrumente vor und lasse sie von Patientin zu Patientin weitergeben und ausprobieren. sie sei „ganz unten“. sie wünschten sich.63): Es sind sechs Patientinnen gekommen. ich frage: „wer klagt da?“.“ Sie spielt. eine Tochter. Austausch sagt Frau W. es gehe ihr schlecht. Am Ende schlägt sie deutlich und für alle vernehmlich gegen das hintere Ende des Instruments. Wir spielen die Wiese. ich beschreibe ihr Spiel. auf die sie mit den Fäusten einschlägt. sie so einfach im Stich zu lassen.11.) berichtet. 96): Frau N. sie spielt mit leisen Schlägen und sanftem Reiben. zusammen mit Frau S. verheiratet. am Rand des Abgrundes steht ein kleines Mädchen./ S. mir weist sie die Rolle des Ehemannes zu. Ich frage. berichtet von einem Bild. sie wählt für ihre Rolle die Klanghölzer. Sie sehe ein Haus. die ihr zuwinkt und sie zu sich ruft./S. sie sehe jetzt auch Blumen und Schmetterlinge. schließlich sinkt sie an der Conga zusammen und kauert am Boden. jede solle sich ein bis zwei Instrumente wählen. Sitzung (3. Die anderen spielen die Wiese. ___________________________________________________________________________ 2. sie sagt dem Tod und dem Vater: „Ich will leben. wobei sie mich zu äußerst leisem Spiel zwingt. das verzweifelt ist. sie solle sich zusammenreißen. Anschließend ist Frau W.f. was sie auch tut. unerledigte Trauerarbeit.) Frau W. dort stehe eine Gestalt. den sie mit Hilfe einer schmalen Brücke. ___________________________________________________________________________ 1. Im Verlauf der Arbeit thematisiert Frau N. wobei es ihr allerdings zunehmend schwerer fällt zu stehen. Frau N.“ Sie erzählte dann noch über die näheren Umstände des Suizids ihres Vaters. keinen Weg sieht. das sie irgendwo einmal gesehen habe. was er ihnen angetan habe. Danach sagt sie. und ebenso Frau S. wird während des Erzählens unruhig. Sie setzt sich auf einen Stuhl. um sie nicht zu übertönen. das Mädchen. im Kreis herum läuft und weint. Am Ende der Sitzung sprechen wir über Ursachen der Depression. der Tod hinter ihr her. bis das Trommelfell reißt. Sie sehe ihre Mutter und Schwester vor sich. darauf zu spielen. jetzt trete sie allmählich zurück. kommt nicht zur Musiktherapie. (Am Ende der Sitzung fällt ihr ein. sie wisse aber nicht mehr wo. z. und Frau W. Dabei wird viel gelacht. Frau N. wie sie sich fühlt.67): Ich bitte die drei Patientinnen. was sie jetzt tun wolle. Wir spielen dann alle gemeinsam mit ihr „Lebensfreude“.. den Weg zurück. vorne leise und sanft spielen und von hinten einen Schubs geben. Beim anschl. über die Beerdigung. überquere. Anschließend sprechen wir darüber. ledig. äußert aber auch Schuldgefühle. Daraufhin sagen Frau N. jetzt drehe sie sich um und laufe über die Wiese einen Weg entlang. Frau N. sich nicht so gehen lassen u./S. Wir beschließen nach dieser Sitzung. an der sie nicht teilgenommen habe. sie sagt ihm. Diagnose „Depression“ (endogen?) Alter: 62 Jahre. in einer Musiktherapiegruppe zu behandeln. sie befinde sich „in einem Loch.s. Sitzung (12. erleichtert. nimmt sich eine Handtrommel. wir stellen die musikalisch dar.11.B. es sei ihr Vater. Sie geht nicht zu ihm. es zeige eine abschüssige Wiese. sie solle sich vorstellen. bis sie wieder vor dem Abgrund steht. wie es ihnen geht.

heraus. der sie sich gern überlässt. Wir betrachten die Beziehung Wut . In diesem Zusammenhang berichtet sie über ihre Kindheit und ihren jähzornigen und frommen Vater. Ein farbenfroher Kreis von vielen Gefühlen./S. Sitzung (9. die eigentlich so schön hell sein könnte./S./S. Bei Unterstützung mit der Stimme kommt der Kloß heraus. Frau W. spielt die Traurigkeit mit Klanghölzern. der sie mit einem Riemen verprügelte. ist erleichtert und Gesicht und Schultern entkrampfen sich. von denen sie sich schlecht behandelt fühlt.12. sie wirft ihn symbolisch hinter sich. vielleicht aber nicht konsequent genug. solange zu spielen bis sie den Wunsch spürt. Sitzung (21. wir. der sie nun auch ihrer Berechtigung zuspricht. Wut empfindet gegen die Männer. dass sie ihren Mann sehr liebt. andererseits aber ist er eifersüchtig.sie hat ihn irgendwann einmal vor die Alternative gestellt: „entweder die Kneipe oder ich“) . er liebt mich nicht.). etc. sie habe an scheinbar kleinen Dingen (Adventskranz. dass die verhüllte Wut auch die Liebe verhüllt. die Aufgabe. Frau N. Sitzung 28. 103): Frau W. bisher habe sie diese nur abgewehrt bzw. Frau N. ___________________________________________________________________________ 6. es entsteht „eine richtige Melodie“ (Frau N. nagendes Geräusch auf der Handtrommel./S. gegenüber den Mitpatienten). Xylophon).12. anhaltend klagende Spiel fortsetzt. dann kommt die Wut gegen ihren Schwager zum Ausbruch. die andere. stimmen in diesen Rhythmus ein (Tabla. wenn sie sich mit ihren Angehörigen auseinandersetzt. Wut zu zeigen wo sie entsteht in den einzelnen Situationen (z. begleitet den ganzen Prozess und erkennt die Parallelen zu ihrem eigenen Leben. Die Notwendigkeit. dreckig.B. malt zur Musik von Jade Warrior mit Wachsmalstiften eine Bildergeschichte. spürt einen spitzen. Musikmalen (18. dieses Gefühl drückt sie mit Rasseln aus. der aber schwarz eingerahmt ist („da bekomme ich immer eins auf den Hut“). kommt sehr bald zum Thema. Sie bringt im Gespräch den Kloß mit den permanenten „Sticheleien und Verletzungen durch den Ehemann“ in Beziehung. vor und zurück. die sich nach diesem Erleben aber auflöst.“ Diese alte Angst ist jetzt noch spürbar.12.127): 117 . die Herzschlagkurve mit unterschiedlichen Phasen. keine Symptome seien aufgetreten. Im Akzeptieren dieser Seite empfindet sie zugleich die Wut gegen ihren Mann. als Ausdruck für die „Sehnsucht nach einem natürlichen Leben“. 1. dass es ihr zu Hause wesentlich besser gegangen sei. sie berichtet dann. Es kommt zu einem Dialog zwischen 2 Seiten in ihr: Die eine die sich abgrenzt. indem sie sehr lange das monotone. „mein Mann würde mich auf der Stelle verlassen wenn ich ihm offen meine Wut zeigen würde.. 122): Frau N. er liebt mich wohl doch. führt sie aus. Über diese Thematik kommt sie an die Wut gegen ihren Ehemann. 124): Frau N. wobei Frau N. eine Art „klagender Kreislauf“ . schwarzen Kloß mit vielen Zacken im Magen. die sich nach Zärtlichkeit und sexueller Befriedigung sehnt. spürt sie die Verlassenheitsangst und.12.5. zugleich empfindet sie Schuldgefühle und macht sich Vorwürfe wegen ihres Wunsches nach Zärtlichkeit und sexueller Befriedigung.12. Wir spielen dann „Streit“. sich anschließend nicht erleichtert fühlt.Hass . sich ihrer geschämt oder sie moralisch abgewertet („schmutzig. zunächst äußert sie Wut auf eine Mitpatientin.. dass die ihr immer dazwischen kommen. betont ihre Schwierigkeiten Konflikte konsequent auszutragen. Zum Abschluss spricht sie ihre Angst an. die Herzschmerzen (ein rotes Herz).sie hat deswegen Schuldgefühle. die anderen in der Gruppe. mit den Fingernägeln macht sie ein kratzendes. insbesondere dass sie seit 2 Jahren nicht mehr bei (und mit) ihm schläft („wegen Alkohol“. Ein Baum und eine grüne (Hoffnung) und eine dunkle (traurige) Blume. ihrem Ehemann in diesen Prozess mit einzubeziehen und zu lernen. ich antworte ebenfalls mit Rasseln. von dem sie sich vernachlässigt fühlt.vor und zurück. Sitzung (16. ein „Schwänzchen von den Gefühlen“ ragt aus dem schwarzen Kasten.kalte Wut . als sie die ausagiert (in Form eines tätlichen Angriffs gegen mich). Plätzchen. h. beschreibt die Beziehung zu ihrem Ehemann. sie spürt Angst („das dicke Ende kommt nach“)./S. sie könne „zum Triebtäter werden“.. etwas zu verändern. . Andererseits ist diese Abgrenzung notwendig gewesen. Schellenring. das dann ganz allmählich in einen anapästischen Rhythmus einmündet. in dem sie sich ganz wohl fühlt.“). zum Kaffeetrinken fahren) Freude gehabt.Entladung nach innen oder außen. 116): Frau N. zugleich ihr aber in Form von Selbstbefriedigung oder Nachgiebigkeit dem Schwager gegenüber Raum gegeben. ___________________________________________________________________________ 8. an dessen Ende sich eine Schnalle mit der Aufschrift befand: „Gott mit uns.“ Die Problematik besteht darin. ___________________________________________________________________________ 7. d. der rechts unten leicht durchbrochen ist.

Ich rege an. Sitzung (13. (was wünschst du dir von mir?) und zu entscheiden (was will ich. hat sie nicht den Mut. „ausdauernd“ (Frau W.“ ___________________________________________________________________________ 118 . zu fragen („vielleicht später. was kann ich von dem Wunsch erfüllen?) und Rückmeldung geben und es dann tun. K. Ich frage ob sie sie denn verstehen wolle und wie sie das bewerkstelligen wolle. „ob man das hier dürfe. Frau W. spricht von Schuldgefühlen (weil sie Frau N. Es muss etwas neues gefunden werden. dass Frau W. dass sie sich nicht zu schämen braucht. ihrem Mann nicht ihre schwache Seite zumutet. sich besser durchsetzen könne etc. die laute (aus Plastik). so meine Anweisung. sie malt sich alles mögliche aus. wir spielen dieses Märchen mit den Instrumenten. dass sie sich ihrer Familie gegenüber schuldig fühle. in Wahrheit sei sie schwach und sehr traurig (weint). sie benennt ihre Schwierigkeit. wenn sie schwach sind. Frau W. was sie mit der Angst machen wolle? Sie versucht sie zu verharmlosen. im Spiel findet eine Auseinandersetzung statt. Solange Frau N. Frau N. wird er auf seine schwache Seite festgelegt. wo sie sich noch unfähig fühlt. Sie weint. sie solle sich entscheiden was sie nun anschauen wolle.) ___________________________________________________________________________ 9. Das aber kann sie nicht. dass sie bereits nun schon entlassen werden soll. beschreibt ein „Feuer“ in sich. Frau N. sie selbst habe sich zuerst von Frau N’s Tönen (langsames Drehen der Rassel) bedrängt gefühlt. ob sie sie auch als schwaches Gegenüber mögen würde. beim abschließenden musikalischen Gespräch spielt Frau W. war. als ich sie darauf hinweise. Sie könne Frau N. weil sie nun schon solange weg sei etc. dass sie stärker und sicherer geworden sei. als tatsächlich der Fall sei.1. wir üben detailliert wahrzunehmen (ist traurig).1. dass Frau W. die Beobachtung gemacht habe. auch nie so schwach gesehen./S. Frau W. meint. sie in den nächsten Tagen üben: Einander Schwachheit zuzugestehen und sich zu sagen. dass sie es darf. Ich richte die Frage an Frau N. schließlich fasst sie allen Mut zusammen und fragt. sehe und was sie machen wolle. dass sie sie anschaut und sich klarmacht.) leise. aber dreht das Instrument beständig. das sollen. oder ihre Schuldgefühle.das ist als wenn ständig jemand um mich herumschleicht!“). was sie sieht. zu Hause könne sie sich (insbesondere vor ihrem Mann) nie schwach zeigen. kann dieser nicht auf eigenen Füßen stehen. nicht mehr verstehen. kurzzeitig heftig spielt. sie wegzuerklären. wiederum hat Frau N.“ Außerdem. dieselbe Musik. dass sie wohl auch daran gedacht habe aber nicht wisse. wenn ich sie mal zufällig treffe. und dann erst auf sie zugehen.12. 28. kann diese Fremdbeobachtung nicht annehmen und teilt mit. 133): Frau W. was ich aber verhindere. sagt sie. dann fragen. soweit kommt sie.): Holzrassel leise umdrehen. Frau W. nehmen an der Sitzung teil. aufgeregt hat und die sie unter keinen Umständen mehr hatte hören wollen („hör auf damit. wenn sie es will. beide Patientinnen wählen Rasseln als „ihr“ Instrument. Nun spüre sie ihre eigene Schwachheit. sie berichtet. anschließend fühlt sie sich „um 6 Zentner erleichtert“. Frau N. dann will sie sie trösten. äußert Angst. das Abladen (des schweren Korbes) sei Stück für Stück in der Musiktherapie geschehen. in deren Verlauf Frau W. frage ich ob sie mal Zeit für mich hätte“). Zusammenfassend gesehen war es ein nachträgliches Erledigen der Weisung vom letzten Mal (wahrzunehmen wie es dem anderen geht und was er wohl auch tatsächlich braucht). sie komme ihr ganz fremd vor. sagt sie könne nicht „schreien. etwas anderes in ihr sehen will. dass sie sich ausgesprochen schwach und elend fühle. am dicken Ende müsse sie doch immer wieder alles ausbügeln. Frau N. dass dies nur so scheine. Es gelingt ihr auch. der allen Halt gibt.Frau N. außerdem eine Schülerin und Frau Dr. Dann spürt sie ihre Schuldgefühle und schaut nach innen. das ist als ob jemand um mich herum schleicht und was von mir will!“. sie solle langsam Schritt für Schritt auf sie zugehen. Frau N. sie zuerst anschauen. _________________________________________________________________________________________ 10. Nun habe sie hier ihre schwache Seite gezeigt und fühle uns gegenüber Scham. gesagt. nur handeln tut sie nicht und die zuständige Ärztin fragen./S. nun kann die Beziehung in der alten Weise nicht mehr fortbestehen. bereits musikalisch beantwortet. Angstgefühle (auf der Brust) spüre. und Frau W. was sie brauchen. Damit hat Sie Frau N’s Frage. die ja (als Co-Therapeutin) neben ihr sitzt (!). Sie holt sich Feedback von jedem aus der Gruppe. da wo das Bild der starken Frau N. Frau W. ist es nun leer. als klar ist . zu fragen. sie habe bei Frau N. als Co-Therapeutin. es sei alles in ihr verwirrt (früher hat Frau W. was sie an Frau W. das ihr sagt. Blickkontakt zu haben. so dass Frau W. wenn sie wirklich ihr Schwachsein zur Kenntnis nähme. Sitzung (6. sie weint. sie nicht mehr mögen würde. sie müsse die Starke sein. sie (Frau N. ist zuversichtlich und teilt mit. die sie bei der schwachen Frau N. Frau N. ihr Mann habe sie wohl noch nie schwach gesehen. Ich frage.) sei die stärkere. ob sie zu ihr kommen solle. Frau N. Im weiteren Verlauf erzähle ich das Märchen von der Frau mit dem schweren Korb. die Kränkung zurückzumelden darüber. wenn sie wütend ist. Sie spricht die Angst aus. Sie habe Mühe mit einem schwachen Gegenüber umzugehen. sei der ruhende Pol. schließlich „aufgibt“ („hör auf damit . sie solle weiter vorangehen und nicht zurück oder seitwärts ausweichen. 147): Frau N.. (sie sagt sie sei sehr müde) die hölzerne (leisen). verletzt habe) und von Verwirrung und innerer Leere („ich spüre nichts in mir“). sagt.

aber dazu ihre Bedingungen und Wünsche formulieren solle. auch die Aggressionen anzunehmen. 154): Frau N. Ich gebe ihr zum Schluss der Sitzung die Mundharmonika mit. das wäre so als wenn sie die Schale allein auf dem Schoß hätte. Damit endet die Therapie. mit Aggressionen umzugehen. obwohl sie einen habe malen wollen. Sinfonie von Beethoven einen Wildwasserfluss. malt zur Musik von „Rondo Veneziano“ ein „Meer von Traurigkeit“ mit einem einsamen schwarzen Raben und einer kleine roten Sonne (Fingerfarbe). In der jetzigen Therapiephase sei es wichtig./S. wenn sie Angst hat. ein Kanu. die Schale beiseite zu schaffen. Kummer (Plastikrassel). sich damit auseinander zu setzen. sie übe das Spiel auf der Mundharmonika. Sitzung (27.2. Sitzung (20. die Schale steht zwischen ihnen. Ich empfehle ihnen zum Abschluss. ich frage Frau N. die Erfahrung. eine Wiese. Musikmalen (22..aber (im Bild) die Klangschale ist beiden im Weg. Musikmalen (15. Bei der Darstellung des Gefühls Wut sind alle hinterher sehr erheitert. keinen Berg (!). Satz der 6. dass sie wohl gerne mit ihm schlafen wolle.1. nahe bei ihr ist . malt (mit Fingerfarben) zum 2. sie solle sich zusammenreißen etc. spielt danach das Lied „An der Saale hellem Strande“. damit sie für sich selbst üben kann. dann hätte sie aber nicht mit dem Boot bei den Steinen ans Ufer gehen und der Gefahr ausweichen können./S. Letztere legt sie nicht in die Klangschale (Klangschale gleich Krankheit). 168): Frau N. Verzweiflung (Holzrassel). die entlassen wird. 175): Es ist die letzte Musiktherapiesitzung vor der Entlassung aus der Klinik. ___________________________________________________________________________ 3. den Berg und die Felsen zu malen. Thema Abschiednehmen. nachdem sie die Traurigkeit zulassen könne./S.1.. um selbst zu spielen. sie sei dazu noch nicht weit genug. die er ihr nicht zu geben gelernt habe. diese (als Klangschale symbolisiert) enthält: Angst (Trommel). was sie sich von ihm wünsche. uns wieder in den Raum: Sie hätten den Weg zueinander freigemacht. Frau N. zum Thema Freude. Vorschlag meinerseits: zu sagen. sie würde seine Unsauberkeit (lange Fingernägel und zotige Witze) ekeln./S.1. Ich lade sie ein. Ich sage. 164): Auf Wunsch der Patientin eine Einzelsitzung. Das Bild zeigt deutlich Möglichkeiten. die das verhindert hätten. aufgrund technischer Unzulänglichkeiten (?!) sei es ihr nicht gelungen. sondern legt sie neben sich. Sie sitzen nebeneinander auf der Couch und haben die Mundharmonika zwischen sich liegen. sie wünsche sich vielmehr Zärtlichkeit. Traurigkeit (Melodie „Die alte Kapelle“ auf der Mundharmonika. sie wünscht sich von ihm.. danach holt Frau N. es sei ihre gemeinsame Aufgabe. dass er. bis sie uns wieder herein holt. 119 . mit dieser Aufgabe lassen wir sie eine Weile allein im Raum und warten.1. was sie mitnimmt und was sie hier lässt. später kommt ihr Mann in der Sitzung dazu und setzt sich ihr gegenüber. ___________________________________________________________________________ 12. mit der Therapeutin ihrer Tochter Kontakt aufzunehmen und eine psychotherapeutische Weiterbehandlung anzustreben. die Schale steht zwischen ihnen wenn er etwa zu ihr sagt. _________________________________________________ 13./S. Sitzung (21. Was sie mitnimmt. doch ihr Mann nehme sie ihr immer wieder weg. 159): Heute nehmen wir Abschied von Frau W. Er hat zwei Wünsche zu seinem Geburtstag: eine Mundharmonika und mit ihr zu schlafen (nach 2 Jahren). Verständnis und Geduld von uns bekommen zu haben außerdem: ihre Krankheit. Wir spielen alle Gefühle des Zauberspruchs. sei das Gefühl bzw.1. _________________________________________________ 11.

2. wie der therapeutische Prozess zwischen Themen aus dem Bereich der Emotionalität und des Beziehungsgeschehens hin. kein Berg gemeinsame Sitzung mit dem Ehemann Klanghölzer Schwäche zeigen.und herpendelt. 8. Wildwasserfuß. Neue Zugänge zur Emotionalität ermöglichen Veränderungen auf dem Gebiet der Beziehungsgestaltung. Musik. MusikMalen 12. Musik. Angst vor Entlassung 2. „ich kann nicht wütend sein“. 9. Hoffnung. Malen froher Kreis von Gefühlen in schwarzem Kasten. 3. 4. Abgrenzung gegen Mitpatientinnen Mut gegenüber der Ärztin Rassel Rassel Mundharmonika Trommel Ekel gegenüber Ehemann. Sitzung Nr.„Ein Meer von Traurigkeit“ Malen 10. 5. Traurigkeit. Erlebnisse mit dem prügelnden Vater Trommel 1. Boot. kein Sex. aus klagendem Kreislauf wird eine richtige Melodie 7.Die nachfolgende Übersicht zeigt. Bedürfnisse äußern. Lied mit der Mundharmonika Wut spielen erheitert 11. mit „Schwänzchen“ 6.Herzschmerzen. Unterschiedliche Instrumente dienen hierbei als emotionale Katalysatoren.: 1. Wiese. 3. Sehnsucht nach Liebe Angst Ereignisse im Bereich der Emotionalität „ich möchte aus mir herauskommen können“ Lebensfreude als Ziel klagendes Mädchen am Abgrund Ereignisse im Bereich der Beziehungen Musikinstrument Mundharmonika Kontakt zum Ehemann: „zurückziehen und einen kleinen Schubs von hinten“ Klanghölzer Ehebeziehung: Alkohol. erotische Wünsche (Integration von emotionaler und sozialer Thematik) Alle Instrumente in der Klangschale 120 .

Neid und Schuldgefühle Realitätsflucht Rücksichtnahme und unterdrückte Selbstbehauptung Kontaktvermeidung Markus Münsterteicher: Musiktherapie mit einer depressiven Patientin. „dass eine Depression für sich alleine nicht behandelbar sei. 168-176 Es geht dem Autor darum. Sie war zu dieser Zeit Patientin der gerontopsychiatrischen Abteilung einer psychiatrischen Landesklinik und bereits das dritte Mal wegen einer depressiven Erkrankung in Behandlung (168). 121 .“ In ihrer langjährigen Praxis an der psychosomatischen Klinik in Bad Saulgau hat sie festgestellt. musiktherapeutische Prozesse und Behandlungsmethoden vorzustellen und an einer konkreten Behandlungssituation beispielhaft zu verdeutlichen und zu erklären. Verlässlichkeit und Überprüfbarkeit der Patientin gegenüber zu gewährleisten (169) Außerdem würden die Patienten in der Klinik nur allzu oft erfahren. dass sich in den musiktherapeutischen Gruppen mit Frauen „depressionsspezifische Themen“ zeigen die besonders sinnvoll mit musiktherapeutischen Mitteln. 120-133) Gruppenmusiktherapie für „in der Regel indiziert“ (122). Bedürftigkeit „Hinter dem scheinbaren Altruismus depressiver Patienten stehen unbewusste überhöhte Erwartungen an die Umwelt gegenüber“ (127). sich abzugrenzen und eigene Bedürfnisse wahrzunehmen“ (125). Zum Behandlungsprinzip des Autors gehört. Unterwürfigkeit.„Aufgrund der oft massiven Kontakt. in dem sie ihre psychosozialen Prozesse autonom gestalten können. von vornherein eher zu vermeiden“ (126). 2001. „gemeinsam einen Behandlungsauftrag schon im ersten Vorgespräch miteinander zu entwickeln“ . Nun sollen sie einen Raum erleben. Die musiktherapeutische Behandlung bezieht sich dabei auf eine 62-jährige Patientin. Abhängigkeit.): Musik bis ins hohe Alter. die über einen Zeitraum von 2 Monaten einzel. Münster: Lit. bearbeitet werden können: - - - - Leistungsorientierung Aggression und Aggressionshemmung Außenorientierung „Die Fähigkeit zu verschmelzender Einfühlung in die tatsächlichen oder vermeintlichen Ansprüche und Gefühle des Anderen. Harmoniestreben Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein „Depressive haben gelernt. „dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird“ (170). die das Risiko des Scheiterns und der Enttäuschung in sich birgt. In Anlehnung an Yalom folgt sie der These. insbesondere der freien Improvisation. die häufig mit der Unfähigkeit einhergeht.und gruppentherapeutisch behandelt wurde. Yalom übersetzt den Begriff ‚Depression’ in ihre interpersonalen Elemente: Passivität. in: Rosemarie Tüpker. Überempfindlichkeit gegenüber Trennung und Unfähigkeit.und Beziehungsschwierigkeiten“ bei depressiven Patienten hält auch Cornelia Tonn (Musiktherapeutische Umschau 2003. Wut auszudrücken. „schmerzliche Situationen hilflos zu ertragen und eine aktive Bewältigung ihrer Situation. Hans Hermann Wickel (Hrsg. Isolierung. Er sieht darin „den Vorteil.

. das Spiel der Patientin kommt ihm wie ein „Festhalten an einer Idee“ vor. weil man ihre depressive Stimmungslage nicht sieht. es erklingen Melodiefragmente aus Kinder. 173). Verändertes Zeiterleben: dass die Musiktherapiesitzung so schnell um sei (174) auch Spaß taucht auf (175) Lebensthemen: Zu Anfang gilt ihre Sorge „fast ausschließlich der Sorge um ihren Ehemann. 122 . der die eigentlichen Probleme „nur sehr oberflächlich berührt“. und spielte sie so leise. der zu respektieren ist (172).“ (169). die aber ihre starre Eingebundenheit zu Gunsten flexibler gehandhabter Rhythmik verändert. Sie wählte die Harfe. entschied sie sich für den Umgang mit ihrem Leiden. Der Autor versteht die als „Nebenschauplatz“... Variationen und größere Melodiebögen enthält. „unvollständig verarbeitete Tod der Mutter und häusliche Konflikte“ (174). wohingegen die Schmerzen im Arm ihr Ausdruck verleihen. Kindheitserinnerungen Szenen aus Kindheit und Jugend werden zur Musik assoziiert. ohne dass von Schmerzen im linken Arm die Rede ist. sie nicht zu übertönen (vgl. über Gefühle und inneres Erleben zu sprechen. stattdessen thematisiert sie somatische Beschwerden: Schmerz im linken Arm. die sie beim Ausrichten des Geburtstags ihres Ehemannes vollbracht hat (174). von dem sie sich auch nicht abbringen lässt. neue musikalische Ideen: z. als er sie durch größere Melodiebögen und vielseitigere Motive zu musikalischer Weiterentwicklung animieren wollte. bei der Abschiedsimprovisation am Xylophon gleichbleibende Struktur. Indem sie sich für die Harfe entschied. die ganze Improvisation über an einer Idee festzuhalten zeigt sie auch in der zweiten Sitzung.und Volksliedern.B. Mit der Harfe in der zweiten Improvisation findet sie eine Möglichkeit. .. dennoch aber für die Patientin wichtig ist. Die Abschlussimprovisation findet wieder am Xylophon statt. was aber bei der Patientin nicht verfing (171). für die es aber keine physische Erklärung gibt. das Ausblenden von eigenen Erfolgen oder Fortschritten (Leistungen. Beim Spielen waren die Schmerzen nun kein Thema mehr“ (173). fällt ihr schwer. der „ohne sie zu Hause zurecht käme“ (169). akkordisch und ruhig“ das Spiel der Patientin untermalt. „ihre körperlichen Schmerzen nicht zum Handicap werden zu lassen.Musikalisches Verhalten Die erste Improvisation über spielt sie auf dem Xylophon durchgängig denselben Rhythmus: (170) Therapeut spielt dazu auf dem Klavier stützend und „Halt gebend“.(176) Emotionen: Über sich selbst sagt sie: „Ich muss immer weinen und weiß nicht warum . Harfe mit Schlägeln spielen anderen Instrumente Das starre Motiv wird flexibler ausgeführt. indem er „langsam. Während der weiteren Sitzungen: Das musikalische Prinzip. dass der Therapeut Mühe hatte.

Ein Forscherteam am Centre Hospitalier Université Laval in Quebec hat ein Gen („P2RX7“) identifiziert. wenn man ihnen Substanzen verabreichte. verbesserten sich erheblich. dessen Inaktivität sie für die Auslösung schwerer Depressionen verantwortlich machen. die die Aktivität des Gens erhöhten. „wie etwa Umwelteinflüsse oder die Lebensumstände“ (Bild der Wissenschaft 11 / 2006. Daraus schließen sie. 14).“ wobei es allerdings „auch auf weitere Faktoren“ ankommt. dass Stress einen Mechanismus auslösen kann. der Depressionen zur Folge hat. „Der Zustand von Mäusen. 123 . dass Stresshormone die aktivität von P2RX7 reduzieren. Umgekehrt stellten die Wissenschaftler fest. die an depressionsähnlichen Symptomen litten.

Pulsschlag. 1975. 2002. 1986. 1994.) fixiert. nämlich: Regression in den primären Zustand. So wird kurzzeitig im Rauscherlebnis der existentielle Mangel aufgehoben „die Sehnsucht nach Verschmelzung der Gegensätze und der Gegenüber“ gestillt. „Musik ist Mutterersatz“ (Rotter. 1985. 231 ff). ohne damit aufhören zu können.und Rhythmusereignis der Musik die frühe prä. 45. Willms. wie sie eine gute Mutter bietet. ohne sich dem entziehen zu können. 25). Verlässlichkeit. 2000. 1978. Koelsch 2005). B. der Abhängigkeit von Musik nicht nur bei Hörern von populärer Musik. Spitzer. erzählt Märchen und Phantasiegeschichten (etwa Haschisch oder LSD). indem sie am Ende die Rauschwirkung entzieht und den Süchtigen sich selbst überlässt. Ewers. 219ff. sie ermuntert. 1984. wenn die Person sich zwanghaft auf die unablässige Einnahme eines Stoffes oder die Wiederholung bestimmter Handlungen (spielen. Klang. Müller. Der Abhängige sucht diesen Ort frühen seelischen Geschehens immer wieder auf. dass sich im nichtsprachlichen Melodie-. spornt an und bestätigt (Kokain und Ecstasy). Bei musikogener Regression fühlt man sich verstanden und aufgehoben vor und jenseits des sprachlichen Begriffs. Heroin) oder sie wiegt in Träumen. sondern auch bei Klassikfans: Die Rauschfunktionen von Wagner-Opern werde in den „sich immer wieder erhebenden Entrüstungsstürmen bei zeitgemäßen Neugestaltungen“ deutlich.und postnatale Mutter-Kind-Symbiose re-inszeniert. galvanischer Hautwiderstand. 1981. Status des Immunsystems und anderes verändern sich (vgl. um letztendlich doch wiederum dem Trauma ausgesetzt zu sein und so fort. B.30). indem er den Glückszustand gelungener Symbiose im erneuten Rausch erlebt. Bolin. Auch das Musikerleben ist mit Regression verbunden und basiert auf Projektion und Identifikation (Klausmeier. dem sie ihr erhebendes Gefühl verdanken. Die Wirksamkeit der Musiktherapie bei Suchtkranken resultiert aus der Tatsache. sie erlebt dabei den Verlust sozialer Bindungen. sucht das Verlassenheitstrauma zu überwinden. arbeiten etc. 85. befreit von Angst (z. 1994. die Sehnsucht gestillt. hinwegtäuschen. & Bernatzki. 32). unter denen sich „Urvertrauen in diese Welt“ nicht entwickeln konnte (Jores. Kompensation struktu124 . Liedtke. essen. das „Absolute“ verwirklicht „ohne Weg dorthin" (Dörner. die Wünsche werden erfüllt. Haselauer. 247). die das Zusammenleben mit anderen Menschen bringt. Claudia Schumann sieht die Gefahr der Sucht.3 Musiktherapie bei Abhängigkeitserkrankungen Eine Abhängigkeitserkrankung liegt vor.7. Hormonhaushalt. sie gibt das Gefühl von Wärme und Geborgenheit (z. „die die Voraussetzung zur Suchtentwicklung darstellen.und Atemfrequenz. Blutdruck. indem man sich in eine musikalische Welt illusionären Verständnisses flüchtet“ (ebd. Auch die Droge kann die frühe Mutterbeziehung symbolisieren: Sie bietet Trost. Scheytt. Unterdessen verarmt sein Wirklichkeitsbezug immer mehr. 222 ff. Die Psychodynamik der Sucht ist zwanghafte Regression mit der Folge der Auflösung der Ich-Funktionen. 1982. 86). 1984. Jourdain. 1998. verlangt der Regredierende von der Droge wie von der Musik. Musik erfüllt die Kriterien. Neugebauer. 162) gesehen. 1994. Stoffwechsel. beraubt“ (1982. was sich in psychophysischer Resonanz bemerkbar macht (vgl. 1983. Die Krankheitsursache wird in „frühen Störungen der mitmenschlichen Kommunikation“ (Tölle. So könne man sich etwa „über Probleme. 25). Auerbach. wie sich der Säugling einer guten Mutter. da sie eine Art von Gefühlsersatz zu bieten vermag. 1998. Aber auch bei der Musikausübung kann es zu suchtähnlichem Verhalten kommen. die Protestierenden fühlten sich „des Wiedererkennungswertes. Auch in anderer Weise ist die Droge „Mutterersatz“: Sie re-inszeniert traumatische Verletzungen. Einschränkung der Ich-Funktion. 1985. den eigenen psychischen und physischen Zusammenbruch. Wie die intrauterine Flüssigkeit oder die zärtlichen Berührungen der Mutterhände umgibt und stimuliert Klang als vibrierende Luft die Haut und dringt wie nahrhafte Muttermilch ins Innere des Menschen. Panksepp. so kann sich der Konsument der Droge überlassen: Ihre Wirkung tritt zuverlässig ein. 32 ff. Muskelpotentiale. bis sein Denken und Handeln schließlich nur noch um die Droge kreist. Alkohol). Verdauung.

Meskalin)“ bei ambulanter Therapie zu.169 und 179) und Hartgenbusch (1993). später auch elektronische Musik oder Aufnahmen mit Naturgeräuschen eingespielt. Aus dieser wesensmäßigen Spezifik des Musikerlebens wurden musiktherapeutische Vorgehensweisen abgeleitet.und Gruppenarbeit. Akustische Erfahrung basiert nämlich nicht nur auf frühen Verschmelzungszuständen mit der Mutter. In Anlehnung an Kayser wird ein „Akkordbad“ empfohlen. (vgl. die zunehmend in der Arbeit mit Suchtkranken angewandt werden. 75 ff). Zur Anwendung kommen psychoanalytische Therapie.und Triebbereich direkt ansprechenden Methoden“. 29. die i. Das zunächst lockere Spiel lasse bei immer mehr Leuten den Wunsch entstehen. Smeijsters 1994. Verhaltenstherapie und systemische Therapie (Fuchtmann 1994. Musiktherapie in der ambulanten Suchtkrankenberatung und –behandlung Ambulante Behandlung Suchtkranker setzt nach einer intensiven Beratungsarbeit ein (Motivationsphase). „den Kick“ zu 125 .B. wie z. um mit anderen Rockmusik zu machen. Der entscheidende Unterschied liegt in dem ihr innewohnenden Appell an die Ich-Funktionen. 1978. in denen „Tiefenentspannung durch Musikhören" praktiziert wird. Neben solchen rezeptiven Arbeitsweisen finden wir Hinweise auf aktive Musiktherapie bei Marx (1985. sie öffnet nicht nur den Weg in die Regression. Dennoch ist sie in ihrer psychotropen Wirksamkeit der Droge nicht vergleichbar. 149). 1986. Es besteht aus Einzel. Während Entspannungs. sondern auch den in die Progression. sondern ebenfalls auf frühen Trennungserfahrungen: Geräuschangst gegenüber der akustischen Umgebung (vgl. 26) wehrt der Säugling in seinem Schreien ab und verändert damit die ihn umgebende und beunruhigende Umwelt.und Meditationsübungen werden leise Zen-Meditationsmusik. sich zur Entgiftung entschließt. 1985. durch die der Patient in Kontakt zu frühen Traumata kommt. Musiktherapie wird in diesem Kontext relativ selten praktiziert. jedoch in anderer Art als die Droge. Ideen oder Visionen erhält. gestaltet. Hamel 1976. 89). mit denen er sich gestärkt und motiviert der ihn umgebenden Wirklichkeit zuwendet (vgl. deren unterschwellige Wirkung den Vorgang der Entspannung und Versenkung verstärken sollen. Edda Klessmann schlägt als Therapiemöglichkeit bei jüngeren Drogenabhängigen in Erziehungs. 246). 539). a.401). während welcher der Klient Kontakt zu einer Beratungsstelle aufnimmt. sie ermöglicht Regression im „Sinne vorübergehender Rekreation“. suchtmittelfrei zu leben.T. Angst und Wut. die sonst mit Hilfe der Droge umgangen wurden. 1975. bearbeitet und integriert werden. zu lernen. Die dabei erlebten Gefühle von Schmerz. durch Musik unterstützte Meditation lasse sich „verhältnismäßig rasch ein Ausgleich für den Verzicht auf die Räusche schaffen“ (1981. um dann auf Grundlage eines Behandlungsvertrages. ein Instrument zu erlernen.und Beratungsstellen katathymes Bilderleben mit z. Dabei wird gezielt die regressionsfördernde Qualität des Musikerlebens eingesetzt. den Gefühls. Peter Michael Hamel berichtet von Gruppen des Würzburger Klarinettisten und Psychotherapeuten Ernst Flackus. Willms. obwohl die in der Literatur berichteten Praxisbeispiele positive Wirkungen aufzeigen. Haselauer. Adressaten dieses Behandlungsangebotes können auch Angehörige von Suchtkranken sein. „Gute Prognosen“ sprechen Schmidtbauer/vom Scheidt „Konsumenten von Cannabis und anderen auch stärkeren Halluzinogenen (LSD. psychedelischer Musikbegleitung vor. Auch das Musikerleben reinszeniert frühe Traumata. stationär erfolgt.“ Durch die „Arbeit mit Träumen und anderen. bei der der Mensch neue Kräfte sammelt. dessen regelmäßiger Genuss tief angelegte libidonöse Mangelerfahrungen auszugleichen vermöge (vgl. wie die Droge. können jetzt in gemeinsamer Improvisation und verbaler Reflexion erlebt. 197 ff. Dabei werde Musikmachen als Möglichkeit entdeckt.reller Mängel durch narzisstische Ersatzbefriedigung“ (Frohne. „wenn die Persönlichkeit noch nicht zu sehr verändert ist.

vgl. nach dem Prinzip der Themenzentrierten Interaktion (Cohn 1975). 2006a und b. 4) und die Bereitschaft. Häufig wird aktiver Musikpraxis suchtpräventive Bedeutung zugesprochen.) oder Isabelle Frohne & Maria-Magdalena Maack (1976). Die Musiktherapie ist eingebunden in den Gesamtplan der Beratungsstelle. 85. wird mit 50% angegeben (Merkt 1986. Die Arbeit wendet sich gleichermaßen an Suchtkranke wie an deren Angehörige und Familien. Musiktherapie geschieht je nach Therapieverlauf im Gruppen. stehen tiefenpsychologisch orientierte Arbeiten. emotionaltherapeutisch orientierten Prozessen nach Cassriel (1975).oder Einzelsetting als integrierter Bestandteil der Gesprächstherapie.U. Der Ausstieg aus der Sucht bei einem Familienmitglied hat eine Umstrukturierung des gesamten Familiensystems zur Konsequenz. wobei die Aufmerksamkeit aller Beteiligten in der Balance zwischen „der Einzelperson mit ihren Gedanken. Bei vielen sei diese Erfahrung „so sensationell. RockmusikPraxis wirke auf gefährdete Jugendliche „stabilisierend und befriedigend". akzeptable Lösungen in konfliktbesetzten Sozialbeziehungen zu finden. wächst bei dieser Arbeit nachweislich (Butzko 1979. Kapteina und Kröger (2004) beschreiben eine musiktherapeutische Arbeit mit Kindern aus Suchtfamilien. 126 . Harald Butzko folgt in seiner Behandlung dem Prinzip der freien Gruppenimprovisation als eines regulationsfreien Erfahrungsraumes. Hartgenbusch 1993. Dabei werden durch Schreien Gefühle aktiviert und frühe traumatische Lebenssituationen aktualisiert. sich mit der eigenen Sozialisation auseinander zu setzen und das Alltagsleben bedürfnisgerecht zu gestalten. 29). 159 f). gestalttherapeutisch inspirierte Therapie mit Suchtkranken bei Fritz Hegi (1986.finden ohne Droge. dem Wir.158. Der Anteil derer. geregelt kriegen" (161). ästhetisches und konsumtives Verhalten kann sich neu organisieren (1985. den die Gruppenmitglieder aufgrund ihrer gemeinsamen psychosozialen Erfahrungen in einer Weise eingrenzen. ihren Gruppenprozessen“. die durch sie aktualisierten Konflikte und Lebensprozesse beinhaltet. poststationäre sowie präventive Behandlungsphasen umfasst. dabei gelten die Partnerinnen von Suchtkranken als gleichermaßen schwer belastete Personen.bzw. Dentler 1993. die von ambulanten Hilfsangeboten naturgemäß besser begleitet werden kann als von stationären. dem Ich. um eigene. eine stationäre Entwöhnungsbehandlung aufzunehmen. die ihnen sinnvoll erscheint: Das Vermögen. fördere „Beständigkeit und Initiative" und trage zur Entwicklung sozialer Kompetenz bei (Fey 1993. 2001. Bedürfnissen und Schwierigkeiten“. Auch Haardt und Klemm (1982) arbeiten in ihrer ambulanten Therapie mit Suchtkranken auf der Grundlage musikalischer Improvisation. 21 ff). Kapteina & Hörtreiter dokumentieren in ihrem Buch „Musik und Malen in der therapeutischen Arbeit mit Suchtkranken“ langjährige musiktherapeutische Erfahrungen in einer Suchtkranken Beratungs. entsprechende Fallbeispiele bei Kapteina & Hörtreiter 1993. bei denen die Betroffenen quasi „einen gesunden Ersatz für die Drogen" und zugleich ein „Lernfeld für das Leben ohne Drogen“ (Butzko 1979. dass sie ihre Drogenproblematik u. mit Instrumenten oder der Stimme. auch Barthel & Fierlings 1985. Durch gemeinsames Musizieren können die Kinder neue soziale Erfahrungen machen. die den Suchtkranken brauchen. das hier die Musik bzw. wird zunächst musikalisch und als symbolhaftes Handeln für Änderungen im Alltag gelernt. 148) kennen lernen. gestalttherapeutischen Übungen und primär. der „Gruppe mit ihren speziellen Gruppenstrukturen. Sie verbinden bei ihrer Arbeitsweise Improvisation mit Gruppenkompositionen (Haardt & Klemm 1982. die Abstand von der Drogenszene nehmen und den Entschluss fassen. und auch wieder aus dem erreichten Ausnahmezustand herausgeführt (vgl. meist depressive Persönlichkeitsanteile abzuwehren. 132f. Gefühlen.und Behandlungsstelle. insbesondere beim Malen nach Musik können sie belastende Erfahrungen in ihren Bilddarstellungen verarbeiten. 139f und 141 t) Bei diesem Konzept werden die Möglichkeiten des Musikmalens besonders genutzt. Neben solchen sozialpädagogisch orientierten Ansätzen. Die regredierende Person wird von der Gruppe musikalisch begleitet. sowie dem Thema.

Anregungen und Materialien für solch ganzheitlichen Musikunterricht sind bei Auerbach (1971). Rieger 1992. dass es lohnend erscheint.27). Meyer-Denkmann (1970. bei dem eine übergreifende musikpädagogische Konzeption für alle denkbaren schulischen. ohne auf die Konsumartikel der Musikindustrie angewiesen zu sein. Des weiteren solle man sich bewusst Ruhephasen im Alltag schaffen für diesen Musikgenuss und unter der Masse der Genussmöglichkeiten einiges wenige aussuchen. nicht „nebenbei" hören. bei der rezeptive Verfahren mit Bewegungsimprovisationen verbunden werden (2003). außerschulischen Lernsituationen entwickelt wurde. Friedemann (1971. welche Musik einem gut tut. ob mit jugendlichen Aussiedlern. Wahl 1987.Arnold beschreibt eine ambulante Musik. Peter. hebt hervor. den Jugendlichen den Zugang zu Instrumenten und Probenraum zu ermöglichen und sie zu beraten. Genuss und Ekstase ohne Drogen möglich sind (Kapteina 1994). Geplantes pädagogisches Vorgehen lässt den Prozess von Vornherein scheitern (2001. Schwabe (1992). Lutz (1987) schlägt eine „Kleine Schule des Genießens“ für das Musikhören vor. Von 1983 bis 1989 führte Christoph Schwabe an der Hochschule für Musik „Karl Maria von Weber“ in Dresden ein Forschungsprojekt durch. dass die Rolle des Pädagogen und Therapeuten darin bestehen.und Tanztherapie. suchtmittelfrei oder zumindest von Suchtmitteln unabhängig zu leben. in der Lebensfreude. der mit delinquenten und gewaltbereiten Jugendlichen gearbeitet hat. 1987. die über den musikpädagogischen Prozess gefördert werden sollen. ob in der Justiz-Vollzugsanstalt. bei der alle Beteiligten von Musik als einem Ereignis sprechen. sich Anforderungen und Belastungen ohne Gefahr von Behinderungen. 1982. wenn sie auf ihn zukommen. Man solle sich „Zeit schaffen und Zeit lassen“ zum Hören. ob in Kinderheimen oder Jugendhäusern: Das kathartische Ausagieren intensiver aggressiver und lebensbejahender Gefühle in Lautstärke und Rhythmus. 2006 a und b). Fähigkeit zum differenzierten Umgang mit Emotionalität und Fähigkeit zur spontanen und ausdauernden Handlungsfähigkeit“ (Schwabe & Rudloff 1997. das sie persönlich angeht. 49). als nur der Musik zuzuhören und zu genießen und dabei das internalisierte Verbot des genussvollen Müßiggangs bewusst für sich aufheben. die erfahrene Wertschätzung und Anerkennung in der Gruppe und von Seiten des Publikums und die Genugtuung darüber. ebenfalls Pütz 1987. 1973. (Literatur: Mthp. in der sich die Person als Ganzes erlebt (vgl. Man solle sich der Erfahrung des Klanggeschehens überlassen. ästhetische und emotionale Bedürfnisse autonom zu befriedigen. sind „Fähigkeit zum differenzierten Wahrnehmen. Holthaus (1993). dass im Unterricht Musik praktiziert wird. Als Alternative zum Konsum gilt neben der Eigenaktivität die aktive Aneignung genießenden Hörens. Als Zielbestimmung dieser„musikalischen Elementarerziehung" wird die „stabile und ‚reiche’ Persönlichkeit angegeben. Fähigkeit zur sozialen Kommunikation. dass die Lehrenden eine Unterrichtsatmosphäre schaffen. Dentler. Der Süchtige kann nicht genießen.Merkt 1984. sich die Erlaubnis geben. für sich selbst herausfinden. 21. Pleiner & Müller 1997. Suchtprävention bedeutet hierbei. 1972). Auch der Musikunterricht in der Schule kann sich die „Erweiterung und Vertiefung des Erlebens und Wahrnehmens“ sowie „der ästhetischen Genussfähigkeit“ zum Ziel setzen. Tischler (1990) und anderen zu finden. beim Kapitel Musiktherapie bei Abhängigkeitserkrankungen) Musiktherapie in der Stationären Behandlung von Suchtkranken 127 . die in der Lage ist. Anselm Ernst fordert. sich ihr uneingeschränkt zuwenden.1983). 1989). Die vier „psychischen Eigenschaften“. entfalten offensichtlich die Perspektive. Seidel (1976). Genuss zu lernen ist folglich auch Gegenstand der Suchtprävention. 29. In diesem Zusammenhang kann auch das Entspannungstraining nach Christoph Schwabe Anwendung finden (1987). einmal nichts weiter zu tun. aber auch von Schädigungen und frühem Verschleiß stellen zu können“. Küntzel-Hansen (1993). 32. ohne auf den allgemeinen Musikgeschmack zu achten.

Schulz. Deshalb muss die 128 . desto eher beginnen. Mobilisierung des Pflicht. Förderung der Fähigkeit zur Teilnahme an einem echten Leistungswettbewerb. 5). auch Lecourt 1979. Musikmalen. 58.“ Das aktive Musikzieren biete besondere Möglichkeiten.B. so dass „Gefühle wie Wut. Roth. Anregung zur Mit. Singen und Tanzen in therapeutischen Gruppen zur Anwendung. In den psychiatrischen Klinken kommt es in Abeilungen für stationäre Entgiftung i. Vielmehr würden die Jugendlichen. die unmittelbar mit der Suchterfahrung zusammenhängen. wobei die Mitarbeiter zuweilen auch die Musikauswahl vornehmen (vgl.und Selbstgestaltung sowie Förderung der Wissensbildung“ bei Formann-Radl & Kryspin-Exner (1976. die bis dahin oft mühsam mit den Rauschmitteln unterdrückt oder reguliert wurden. zumal bestimmte Musikarten mit Orten und Situationen assoziiert werden können. Rollenspiel und Musiktheater. durch Rockmusik-Praxis werde die Rückfallgefahr erhöht. Erweiterung des Interessenhorizontes. Aufbau mitmenschlicher Kontakte. Rothenbacher & Truöl.Eine nicht repräsentative Untersuchung aus dem Jahre 2000 bei 25 Fachkliniken und Suchtabteilungen in Landeskliniken ergab. Bei diesem aktiven Musizieren sei die emotionale Beteiligung sehr groß.und Verantwortungsbewusstseins. kann sich doch im Hörerlebnis süchtiges Konsumverhalten wiederholen. auch Formann-Radl & Kryspin-Exner. 1976. wenn Doppeldiagnosen vorliegen. wie z. 1993. Das Handlungsrepertoire besteht aus „Musik hören. Bullinger & Will. Damit werde der Wunsch vieler Jugendlicher. bei Doris Sondermann beschrieben (2003. wobei die Musikerfahrung „Ersatzbefriedigung gegenüber der Droge" vermitteln solle (92. Aggression oder Trauer" aufbrechen. Es orientiert sich an der bewussten Einbindung musikalischer Erfahrungen in das therapeutische Milieu der Suchtstation mit dem Ziel ästhetischen Genuss anstelle von süchtigem Konsum zu stellen. Hinsichtlich der therapeutischen Ausrichtung stehen bis etwa Mitte der 1980er Jahre eher freizeit. gemeinsamem Singen und Musizieren. 101).und Auffassungsvermögens. Ein Konzept für den Einsatz von musikalischen Erfahrungsmöglichkeiten. Ärger. der als Gegenentwurf zur Praxis des Drogenkonsums zu sehen“ sei. Steigerung der Lern.und Merkfähigkeit. so dass psychotherapeutisch ausgerichtete Maßnahmen selten angezeigt sind. Die Skepsis. sieht Munderloh durch seine therapeutischen Erfahrungen nicht bestätigt. Statt dessen kommen Musikzeiten für die gesamte Station und Hörübungen. wird bei Kapteina (2004. 1981. die das Angebot der Qualifizierten Entgiftung hilfreich begleiten. dass in 41% der stationären Einrichtungen Musiktherapie vertreten ist (Mehlmann 2000). Wolfgang Munderloh berichtet über die Wirksamkeit von Rockmusik-Praxis in der Therapie mit Drogenabhängigen. zu sehr kurzen Therapieaufenthalten. wie Depression oder Angst mitbehandelt. wie etwa „Erziehung zur Selbstdisziplin. 255 ff) beschrieben. Vermittlung von Gemeinschaftserlebnissen. 1982. 1977. „Spannungen zu entladen und den Stimmungen Ausdruck zu verleihen. Hinführung zu kultureller Tätigkeit. wodurch Rückfallängste und -phantasien ausgelöst werden können. Verbesserung des Konzentrations.“ Es soll das Gemeinschaftserlebnis fördern und zum Gespräch über persönliche Probleme anregen (v. 88 f). Dann werden Abhängigkeitsstörungen im Zusammenhang mit anderen Diagnosen.“ Große Lautstärke und Rhythmus erzeugen eine Art „High-Zustand.und kulturpädagogische Zielstellungen im Vordergrund. langfristige Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln (vgl. auch Breitenfeld. 201 ff). 91). Die Anwendung rezeptiver Musiktherapie-Verfahren ist umstritten. Auch in anderen Kliniken darf Musik nur im Aufenthaltsraum gehört werden. Improvisation. 101. Der unkontrollierte individuelle Konsum von Musik über private Abspielgeräte wird untersagt. 1981. je länger sie aktiv musizieren. 154f). ein Instrument zu spielen und sich musikalisch auszudrücken aufgegriffen.a. vgl. Längere musiktherapeutische Behandlungen in psychiatrischen Kliniken sind möglich. 141 f. 1971. Blueskadenzen und Rockriffs ermöglichen schon bei relativ geringem Instrumentalkönnen Erfolge im Zusammenspiel. Stattdessen werden die Patienten zur aktiven Teilnahme an der Musikkultur und zu eigenem musikalischen Ausdruck ermutigt.

die vom Therapeuten vorgegeben werden. Bilderleben. Kapteina & Hörtreiter. 228 f. Malaktionen. a. 194 und 199). 1993. Sie ist eingebunden in ein psychotherapeutisches Konzept. Die improvisierte Musik als Drogensubstitut ermögliche einerseits als Verhaltensspiegel neue Orientierung. 193). Konzentrations. Stimmungen und Atmosphären.und Entspannungsübungen mit Musik. auf Nachspielen z. Bei Schwabe wird zusätzlich zur instrumentalen Improvisation in der Gruppe jeweils einmal pro Woche Bewegungsimprovisation nach „klassischer" Musik als musiktherapeutische Intensivtherapie sowie einmal pro Woche Gruppensingtherapie als Training geselligen Miteinanders ohne Droge empfohlen (vgl. 247).. Zentrale Behandlungsmethode ist die Improvisation nach Spielregeln. 1983) oder mit tänzerischer Improvisation (Arnold 2003). die musikalischen Beziehung der PatientInnen untereinander sowie auffallende Mi129 . das neue Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und sozialem Kontext enthält (vgl. Kapteina & Hörtreiter 1993. die individuellen Ausdrucksmöglichkeiten und -bedürfnisse der Patienten berücksichtigt werden und das Prinzip der Improvisation als auf andere Erlebnisbereiche übertragbar und schließlich als Lebensprinzip erfahren werden. Prozessuale Diagnostik und Evaluation geschieht über differenzierte Dokumentation „der musikalischen Parameter Tempi. Bewegungsimprovisationen u. Lautstärke. 53 ff u. das die Patienten zu aktiver Hörhaltung führt. bei dem Puppen-. Außerdem soll „durch musikalische Betätigung aus dem Stegreif Spannungs. tritt mit stärkerer psychotherapeutischer Betonung bei den neueren Therapiekonzepten die freie Improvisation in den Vordergrund. nach Spielregeln. 237f. 1983. Beziehungsstörungen.und Schattenspiel hinzutreten. Annette Golomski (2007) beschreibt eine Musiktherapie auf der Akutstation für Suchtpatienten an einem Psychiatrischen Krankenhaus. oder bei der Kombination mit instrumentaler (vgl. 211 ff. Während die Musiktherapie.Hörerfahrung in ein psychotherapeutisches Setting integriert sein. emotionale Erlebnisse.m. a.werden. Intensität. Struktur und Dynamik. dass die Patienten in die angstbesetzte Situation geführt werden. 1991) verknüpft sie mit musikalischem und szenischem Rollenspiel. anderseits könne sie aber auch zur „Ersatzdroge“ werden. wie etwa beim Musikmalen (vgl. Ihre Hauptmethode ist die musikalische Improvisation. Purdon & Hutschenreuter. Durch diese vielfältigen Handlungsanreize sollen die Risikobereitschaft gefördert . Timmermann u. die sie situationsgemäß themenorientiert. Kontaktspielen. Masken. nach vorgegebenen Klangbildern oder Gefühlszuständen oder auch frei gestaltet und im therapeutischen Gruppengespräch reflektiert. das sich ausschließlich auf nonverbale Methoden stützt: Autogenes Training. Volkstänzen und Improvisation in Verbindung mit bekannten Instrumentalstücken oder über Dreiklängen (vgl. Arnold 2003). Ursula Jetter (1986. an Gegensatzpaaren orientiert. 1981). B. wie etwa bei Purdon & Hutschenreuter (1983).und Minderwertigkeitsgefühle sowie Zukunftsprojektionen und Verhaltensmodelle im Vordergrund. 1986.). die das suchtspezifische Verhalten bestätigt und den Musiktherapeuten zum „Dealer“ macht (vgl. In der Musiktherapie stehen die Entwicklung von Phantasie und Aktivität. Pausen. 1986. Holger Ehrhardt beschreibt die Musiktherapie innerhalb eines Modellversuches an der Abteilung für Abhängigkeitskranke der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Berlin. die Bullinger & Will dokumentieren noch eher als freizeitpädagogische Animation akzentuiert ist . von kleinen Beat-Stücken. etc sowie Instrumentenwahl und die Gestaltung von Anfang und Ende der Improvisation. Elemente des Psychodramas und verschiedene kunsttherapeutische Verfahren (1985.und Affektabfuhr ohne Suchtmittel erlebt" werden (252). Schuld. 175 f).sie basiert auf gemeinsamem Gesang. Fritz Hegi hebt für seine Musiktherapie in einer Drogenklinik hervor. Bei Klaus Finkel wird die Verbindung von Musikimprovisation und Psychodrama dargestellt (1979. mit dynamischen Elementen. sich ohne Drogen auf Gefühle und Beziehungen einlassen zu müssen. Pfeiffer.

Rückfall. Begründung. „brüchiger Bindung an Spiel.und Tanztherapie in der ambulanten Rehabilitation Drogenabhängiger. Timmermann. 360 f und Flögel 2005. Malen mit Musik. Nach langer Behandlungszeit wird erkennbar. eindeutige.Musik erleben. 19-31 und 100-117 Auerbach. Deshalb trage „Instrumentalimprovisation mit dazu bei. Entspannungsübungen und Instrumentenbau“ angewandt (14).und Kommunikationsregeln“. Literatur Arnold. wenn sie insbesondere nicht akzeptierte Gefühle zulassen können. L. Wolfenbüttel: Möseler Auerbach. 353). das aus einem Patienten-Fragebogen und einem Beurteilungsbogen besteht (2000. vertieft und intensiviert werden kann (1993. L. 1983) und scheinen in der stationären Suchttherapie entsprechend wenig durchgeführt zu werden. 232ff). Langenberg. Kapteina & Hörtreiter beschreiben. In dieser soziotherapeutisch ausgerichteten Gruppenarbeit werden die Methoden „Lieder singen. Einzeltherapien werden selten beschrieben (vgl. Leideckers Studie „Klänge der Betäubung“ (2002) dokumentiert musiktherapeutische Gruppen. „Bildern. 356 und 2005. wenn die Patienten flexible. autonome und sichere Beziehungen aufnehmen und gestalten können (2000. Musiktherapie in einem „Wohnheim für chronisch mehrfachbelastete alkoholabhängige Menschen“ beschreibt Anna Maria Unz (2007). indem der gesprächstherapeutische Prozess durch musikalische Spiele oder thematisch orientierte Improvisationen zu gerade aktuellen Themen wie z. auf der „Ebene der Emotionen“. Musikspiele. rascher Ermüdbarkeit oder „’tröpfelnder’ Motivation“ können eigene Töne der Patienten „als ihr ureigenes“ und „unverwechselbar erlebbare Klangaussage“ erfahren werden und als „Ausgangspunkt für neue seelische Beweglichkeit“ gelten (147). 343). Tanz. Abschied oder körperlichen Empfindungen etc.“ die von einer Studentengruppe zusammengetragen werden (121). und auf der „Ebene der Beziehungsgestaltung“. Gedanken. Veränderungen während der stationären Therapie in der Klinik für Suchtkranke wie in der forensischen Therapie Abhängigkeitskranker konstatiert er auf der „Symbolebene“. Bewegung. Überhaupt wäre die Ansiedlung der Musiktherapie im stationären Setting zu problematisieren. Erinnerungen. (1971): Hören lernen . dass Musiktherapie auch bei diesem Klientel die Möglichkeit bietet. Mund hebt hervor.und Einzeltherapie auf Grundlage der morphologischen Psychologie bei chronisch alkoholkranken Männern mit Korsakow Syndrom. die während der Reflexion aufkommen (9).mik und Körperhaltungen. 1983. instrumentale und vokale Improvisation. Wegen ihrer hohen Effizienz und Wirkungsdynamik sollte sie nicht als Begleittherapie durchgeführt werden. Trotz massiver Gedächtnisstörungen. wenn Patienten ihr musikalisches Handlungsspektrum erweitern und differenzieren. Zeitschrift für Musik-. dass bei auf Instrumenten gemeinsam improvisierter Musik „durch die symbolische Gestaltung musikalischen Materials und musikalisch-improvisatorisches Probehandeln“ „pathologische Affektivität und Beziehungsgestaltung sowohl vermittelt zugänglich als auch vermittelt wandelbar“ werden. wie Musiktherapie in die psychotherapeutische Gesprächsgruppe integriert werden kann. Zum Nachweis solcher Therapieerfolge hat er ein verlaufsdiagnostisches Messinstrument entwickelt.“ Außerdem werden die Themen erfasst. Erstellung und Umsetzung eines wissenschaftlichen Konzepts am Beispiel einer ambulanten Suchtberatungsstelle in Baden Württemberg. Die Untersuchung einzelner Therapieausschnitte erfolgt „im Stile morphologischer Beschreibungen“ nach dem Anhören von Tonaufzeichnungen anhand von Assoziationen. in sicherem Rahmen „neue Erfahrungen auf sich wirken zu lassen und daran wachsen zu können“ (23).und Kunsttherapie. Intervalle 4. (2003): Musik. 357 f. Tanz. 347 f). 41-48 130 . O. dass der Suchtkranke pathologische Objektbeziehungen zugunsten größerer Autonomie korrigieren kann und die Fähigkeit zur Sublimation“ erwirbt (2000. (1982): Musik als Massendroge unserer Zeit. B.

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Zeit Schaffen und Zeit Lassen Nichts anderes tun.Runden.und Cotherapeut) “MUSIK UND BEWEGUNG” (1 x wöchentlich verpflichtende Teilnahme an der offenen Tanzgruppe mit Musik. 9. offene Hörstunden. die in einen psychotherapeutischen Behandlungsprozess eintreten wollen. offene Therapiegruppe. mit Musik. 3. 6.Musiktherapie als Element der Qualifizierten Entgiftungstherapie ERSTE STUFE: MILIEUTHERAPIE (Keine Abspielgeräte auf den Zimmern. 5. 7. Lutz 1987.Suchtverhalten Abbauen Der Unterschied zwischen Sucht und genießendem Verhalten liegt im Wechsel von Askese und Befriedigung (R. 2-3 x wöchentlich mit einführenden Erläuterungen und kurzen Feedback . 415) Voraussetzung für musikalischen Genuss ist das Zulassen von Stille (Liedtke 1985. und die dritte Stufe können Patienten nutzen. Personal) ZWEITE STUFE: “GENUSSTHERAPIE” (ärztl. verordnet. sich der Musik uneingeschränkt zuzuwenden Die Eigenschaften der Musik beschreiben Eigene Bewertungskriterien herausfinden (was tut mir gut.40 min. mit thp. 8.und Cotherapeut) Das Angebot der Qualifizierten Entgiftung richtet sich an suchtkranke Patienten. Musik Erleben . 214) Grundsätze für den genußvollen Umgang mit Musik: 1. wegen einer Doppeldiagnose) längere Verweildauern haben. die bei einer Verweildauer von maximal 18 Tagen die Entgiftung in einer Suchtstation mit dem Einstieg in eine psychotherapeutische EntwöhnungsBehandlung verbinden wollen. 4. 30 min.und Cotherapeut) DRITTE STUFE: MUSIKTHERAPIE (Sensibilisierung für Klang und Körpererfahrung.. musikalische Kommunikation in der Gruppe mit Musik. Die Erste Stufe gilt für alle Patienten der Entgiftungsstation und bestimmt das therapeutische Klima der Einrichtung. offene Hörprogramme für die ganze Station 30 . Die zweite Stufe gilt für Patienten. 2 x wöchentlich an den neun Kriterien für das genussvolle Musik Erleben orientiert. 2. die aus besonderen Gründen (z.B. als nur der Musik zuhören Das Verbot des genußvollen Müßiggangs aufheben Nicht nebenbei hören Der Wahrnehmung gestatten. Für diese Form der Entgiftung habe ich im Team der psychiatrischen Abteilung eines Allgemeinkrankenhauses das nebenstehende Konzept einer begleitenden Musiktherapie entwickelt. 2-3 x tägl.und Cotherapeut) “SINGTHERAPIE” (1 x wöchentlich verpflichtende Teilnahme an der offenen Singgruppe mit Musik. was nicht?) Bewußt Ruhephasen für den Genuß von Musik im Alltag schaffen Einiges Wenige aus dem Angebot musikalischer Genussmöglichkeiten auswählen 134 .Genießen Lernen .

Musiktherapeutische Umschau 2003. Klavierunterricht mit Erwachsenen zwischen 60 und 84 Jahren erwies sich als erfolgreich. Die Korrektur der Hördefizite mit einem Hörgerät verändert den subjektiven Höreindruck gravierend. wie ältere Menschen im Konzertsaal ein anderes (möglicherweise älteres) Hörgerät verwenden oder den Apparat sogar vollständig ausschalten“ (Herbert Bruhn: Musikalische Entwicklung im Alter. „Das Hören von Evergreens aus der Jugendzeit aktiviert signifikant wirksam die Erinnerung an frühere Lebensereignisse“. 139). 135 . 135 f).). „ergeben sich Probleme für das Musikhören. Hördefizite mit Hörgeräten auszugleichen. „sondern führt im Gegenteil zu Verzerrungen.“ Das hat mit den Hörgewohnheiten zu tun. 134-149. wenn die Teilnehmer daran interessiert sind. „Grundsätzlich spricht nichts dagegen. dass die für das Langzeitgedächtnis zuständigen Speicherareale mit den Sinnesorganen verbunden sind. „In Institutionen für ältere Menschen wie Pflegeheimen und Tagesstätten lässt sich Musik nicht einfach verordnen. Der Lernfortschritt übertraf die Erwartungen der Teilnehmer oft.“ Trotz der Möglichkeiten. „dass Männer schlechter hören als Frauen.4 Musiktherapie mit alten und demenzkranken Menschen Zum Hören bei älteren Menschen: Mit zunehmendem Alter nimmt die Lautstärkewahrnehmung ab. Es gibt keine signifikanten Korrelationen zwischen den Ergebnissen von Begabungstests und dem Alter. obwohl sie bedauerten. wenn sie auf den individuellen Musikgeschmack eingehen kann. Rhythmus scheint als „motorische Repräsentation“ in einer Art Körper-Gedächtnis unabhängig von gestörten kognitiven Fähigkeiten lange funktionstüchtig zu bleiben (ebd. 143). Effekte hat Musik nur. die als unangenehm empfunden werden“ (ebd. dass berichtet wird. zu wenig Zeit zum Üben einsetzen zu können“ (ebd. 142). „Auch der emotionale Gehalt von Musik wird in dieser Gehirneinheit verarbeitet (ebd. Ein alternder Mensch hat trotz des Nachlassens seines Gehörs eine Präferenz für ein Klangspektrum von Musik. Auch die Lernfähigkeit scheint mit dem Alter nicht nachzulassen.7. 143 f. „Bei Demenz bleiben die rhythmischen Fähigkeiten bei Musik am längsten erhalten“. Bei den über 50-Jährigen kann man feststellen. erst Verstärkeranlagen der letzten zwanzig Jahre geben Musik laut und unverzerrt wieder. obwohl sie schlechter hören. Vor Hintergrundmusik ist im Allgemeinen abzuraten“ (ebd. noch in hohem Alter mit dem Musizieren zu beginnen. „Ältere Menschen hören Musik lieber leiser als jüngere. Das resultiert daraus.). So ist es nicht verwunderlich. Außerdem gibt es auch physiologische Gründe: höhere Lautstärke verbessert nicht den Höreindruck bei Schwerhörigen.

116). Brotons: An overview of the Music Therapy Literature Relating to Elderly People. 33-62) belegt. den sozial-emotionalen Fähigkeiten. dass durch Musik in der Pflege von an Demenz erkranken alten Menschen Verbesserungen in folgenden Bereichen herbeigeführt werden können: der Beteiligung an musikalischen Aktivitäten überhaupt. 2003. in: David Aldrige (Hrsg. schnelle Musik ist eher ohne Effekt Musikhören reduziert unruhiges Verhalten bzw. Susanne Landsiedel-Anders: Ein Triptychon: Fallstudie eines schwer dementen Altenheimbewohners. Ängstlichkeit und Depression Musiktherapie in Verbindung mit Verhaltenstherapie verbessert die Orientierung. Nachgewiesene Effekte aktiven Musizierens und Musikhörens auf das Verhalten von Demenzkranken: Musikhören verringert Verwirrtheit. Einblick 14. der physische Begleitsymptomatik sowie bei den kognitiven Fähigkeiten.): Music therapy in dementia Care. agitiertes Reden beim Essen Musikhören beim Essen veranlasst alte Menschen. so dass die Dementen kooperativer erscheinen. mehr zu sich zu nehmen Musikhören beim Waschen und Baden verzögert den Ausbruch aggressiver Abwehr. London and Philadelphia 2000. (vgl. Musikhören vermindert das unvermittelte Schreien von dementen Klienten Tägliches Musikhören hat positiven Einfluss auf die Länge und Ruhe des Nachtschlafs zusammengestellt von Herbert Bruhn 2000 (121) Ziele musiktherapeutischen Handelns mit alten Menschen: Emotionale Aktivierung Erinnerungsaktivierung Förderung sozialer Verhaltensweisen und Kommunikation Freude Gedächtnistraining / Realitätsorientierung Musikalische Kreativität / Ausdrucksfähigkeit / Fantasie Steigerung des Selbstwertgefühls Trauerarbeit nach Grümme (1997) zusammengestellt von Herbert Bruhn 2000 (121) 136 . die soziale Kommunikation und das Schlafverhalten Musikhören und aktive Musiktherapie reduzieren zielloses Herumirren und agitiertes Verhalten Das Anhören von ruhiger Musik wirkt beruhigend.Eine Besprechung von 38 klinisch empirischen Studien im Zeitraum von 1986-1998 aus dem angloamerikanischen Raum (M.

menschlicher Begleitung oder intellektueller Ansprache. Skalp-Elektroden. dass die „Patienten sehr stark auf die eingesetzten musikalischen Stimuli reagieren. ½ Stunde) den Tagesablauf strukturieren gemeinsames Musikhören in regelmäßig gestalteten Musikstunden (Höratmosphäre schaffen. Musik und Gesundheit 4/2002. ohne Erwartungen auszudrücken. bevorzugte Hörzeiten berücksichtigen musikalische Aktivitäten Singen Biographie des Singens erstellen Liedpräferenzen ermitteln Gesangssituationen ermitteln Singen in Sondersituationen (Singstunde) Alltägliches Singen Musizieren Mit Alltagsgeräuschen Tätigkeiten begleiten Mit Perkussionsinstrumenten Lieder begleiten Fantasieren am Klavier An musikalischen Kompetenzen anknüpfen Bruce Barber (Musik im Alter. Kommentare. Auf Anfrage schildert Dorothy. wobei aus früheren Lebensabschnitten bekannte Musik die größten Reaktionen hervorruft. 12-14) berichtet von Forschungen aus dem nationalen Alterns-Forschungsinstitut in Melbourne. beginnt ihre linke Hand. Gedichte etc. den Jahresablauf markieren im häuslichen Umfeld: welcher Sender. wie sie früher mit ihren drei Freundinnen samstags zum Tanzen ging. ohne Wünsche zu äußern.“ Im Labor verhält sie sich völlig passiv. Trotz der im Labor gegebenen beeinträchtigenden Rahmenbedingungen (Messinstrumente. Nach dem Anhören eines Stückes von Edward Elgar äußert sie sich mit einem einzigen Wort: „Liebe“ und lächelt.“ Er schildert exemplarisch den Fall von Dorothy.Konsequenzen für die Pflege ein passendes musikalisch – klangliches Milieu herstellen Stille Phasen herstellen Naturklänge ermöglichen Vertraute Geräusche zulassen. den Beat der Musik zu klopfen.) mit Konzerten. Soziale Kontakte finden nicht statt. bei denen „hirnelektrophysiologische Untersuchungen (EEG) über musikinduzierte funktionale Veränderungen in verschiedenen Strukturen und Regionen des Neokortex“ bei Alzheimer-Patienten durchgeführt werden. Choreinladungen etc. fremde Geräusche meiden Biographie der musikalischen Präferenzen (wann und in welchen Zusammenhängen wurde welche Musik gehört) ein Musikprogramm herstellen (zusammen mit Bewohnern und Angehörigen) mit kurzen Musikzeiten (max. „Für die folgenden 5 Minuten sprach Dorothy im Wechselgespräch 137 . duldet aber das Anlegen der Untersuchungsinstrumente. einer Alzheimer-Patientin: „üblicherweise sitzt sie in ihrem Krankenzimmer mit dem Blick ins Leere gerichtet. sie lächelt und der Ausdruck der Gleichgültigkeit schwindet aus ihrem Gesicht. sie hat keine besonderen Bedürfnisse nach Komfort. Druckmesskammer am Arm) zeigen die Untersuchungen. bevorzugte Sendungen. Als ihr aber eine Aufnahme von Art Tatum „Gone with the wind“ aus dem Jahre 1938 vorgespielt wird. Versuche sprachlicher Kommunikation scheitern an entweder fehlenden Antworten oder an Antworten ohne jeden erfassbaren Sinn.

Anschließend führt Barber aus. in dem neue Pfade geöffnet werden. dass limbische.maßgeblich für die Verbesserung der Wirtherapeutische Methodik Demenz-Patienten kung? auch längerfristig auf einer höheren neurofunktionalen Leistungsebene halten? Kann nur autobiographisch bedeutsame Musik wirken. wie wir sie bei Musikwirkung? Dorothy beobachten konnten. 138 . Dennoch scheint es bei der Musikwirkung zu zeitlich begrenzten. dass bei der zunehmenden Pharmakologisierung der Demenz-Behandlung auch Raum sein muss für nicht-pharmakologische Interventionen. die ihrerseits zuvor beeinträchtigte Funktionen des ZNV wieder möglich machen. Zum Beispiel tragbar? ist die Frage zu klären. emotionalen Störungen und sozialer Isolation führen.ohne erkennbare Beeinträchtigungen über Erinnerungen aus ihrem Leben. „In Dorothys Fall hat die Musik eindeutig ihren Bewusstseinszustand auf ein höheres Niveau anheben können. Fragen der Forschung: In jedem Fall sind derartige Veränderungen Auch anhaltende Veränderungen durch des Bewusstseinszustandes. Möglicherweise kann Musik so intensiv als Stimulus einwirken. ob derartige Ist nur autobiographisch bedeutsame Musik Veränderungen auch anhaltend sein können wirksam? und auf andere Personen übertragbar sind. mit denen man die Wirksamkeit verbessern kann? Sicher ist. subkortikale und kortikale Strukturen des Gehirnes auf ein quasi normales Aktivitätsniveau vorübergehend angehoben werden können. will man dem Menschen als Ganzem gerecht werden“(14). ein wichtiges Musikwirkung auf andere Personen überZiel für zukünftige Forschung. oder gibt es spezifische musikalische Strukturen. aber nachweisbaren Überbrückungen der gestörten Verbindungen zwischen Primärbewusstsein (Formatio Reticularis und Limbischem System) und den Funktionen des Neokortex zu kommen. dass die fortschreitenden und irreversiblen pathologischen Veränderungen der Alzheimer Demenz zu Störungen des Gedächtnisses. Sind spezifische musikalische Strukturen Kann eine noch zu entwickelnde musik. zu Verhaltensabweichungen. Danach fiel sie in ihren alten Zustand zurück“ (13).

Frequenzspektrum der Musik: ca. 16 bis 4608 Hertz) verglichen mit Sprache 250 bis2000 Hertz) ist ein Zugang über das Ohr selbst dann noch möglich. bei der der altersschwerhörige Mensch stets unterlegen ist. wenn Sprache nicht mehr auditiv wahrgenommen werden kann“ (180). Wickel. 2001.): Musik bis ins hohe Alter. 200-2000 (180) Therapeutische Aspekte: .). Alt. Es kann "zum Entstehen eines Gemeinschaftsgefühles" beigetragen "und damit einem weiteren Rückzug Altersschwerhöriger in die Isolation" entgegengewirkt werden (ebd. 139 .. Manuela-Carmen Prause: Hörschädigungen im Alter und ihre Konsequenzen für das Musikerleben und die musiktherapeutische Arbeit. von manchen Personen mit Tinnitus berichtet wird’“ (Fengler ebd. Gitarren und mittelgroße Trommeln“. Im Gegensatz zur verbalen Situation. 177-197 "Der besondere Vorteil der Musiktherapie in der Arbeit mit altersschwerhörigen Menschen besteht darin. wie die z.und Bassxylophon.. Metallophone.B. so kann grundsätzlich gesagt werden. in: Tüpker. Therapie und Selbsthilfe. der Sprache: ca. 177-197 Prause. 16-4608 Hz. dass das Hören und die Hörschädigung ‚Prozesse der Aneignung und des Verlernens. Hans Hermann Wickel (Hrsg.. Münster 2001. dass Musik für sie besser zugänglich ist als Sprache: Aufgrund des erheblich größeren Umfangs des Frequenzspektrums von Musik(ca.) und man sich nicht als „Opfer der Hörschädigung betrachtet“ sondern sich ihr gegenüber stellt.letztlich geht es um die Versöhnung mit sich selbst (vgl. Hans Hermann (Hrsg. den Mitspielern) agieren und kommunizieren kann" (191). Verlierens und Wiederfindens’ sind“ (Fengler ebd. Rosemarie. in der Musiktherapie „ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. Es sollten wenige und ausgewählte Instrumente zum Einsatz kommen. . dass zum einen die nach der Hörminderung dringend erforderliche psychologische Betreuung erfolgen kann und zum anderen die sich in der rein verbalen Therapie ergebenden Kommunikationsprobleme aufgrund der im Vergleich zur Sprache besseren Zugänglichkeit von Musik ausgeschaltet werden können.und Melodieinstrumente wie Sopran-. Fengler. Stuttgart 1990). „’sie als Begleiter zu betrachten und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Hörgeschädigte Menschen. Bei der Improvisation können "von der Hörminderung verursachte psychosoziale Konflikte" aufgegriffen werden.): Musik bis ins hohe Alter. Münster: Lit. Beratung. „Frauenstimmen werden von Altersschwerhörigen häufig als ‚schrill’ empfunden (194). findet er hier eine autonome. auch ist bei der Instrumentenauswahl an die „vibratorische Ergänzungsinformation“ zu denken (193).„Was das Musikerleben von Altersschwerhörigen betrifft. in: Rosemarie Tüpker. Manuela-Carmen: Hörschädigungen im Alter und ihre Konsequenzen für das Musikerleben und die musiktherapeutische Arbeit. bei der er gleichwertig mit seinem Gegenüber (bzw. besonders geeignet sind „einfache Rhythmus. des Unterscheidens. stressfreie Handlungsmöglichkeit.).

dass 1.“ Die Entwicklung der Wahrnehmungskompetenzen derer. man das von anderen Gesagte wiederholt. wenn die Betreuenden ihre eigenen Sinne einsetzen. das auf demente Bewohner von Pflegeheimen einwirkt. auf das Pfeifen von Hörgeräten einfühlsam hingewiesen wird damit die Einstellung korrigiert werden kann.. Einhüllung von Klängen“ Verwendung klanglicher Stimuli Klangquellen. man ruhig und etwas langsamer als normal.) Jan-Peter Sonntag (MU 2005. im klingenden Miteinander zu experimentieren (272 f): Anbindung an vertraute Klänge Verwendung von geräuschdämpfenden Stoffen Anpassung an veränderte Hörfähigkeit Berücksichtigung des Bedürfnisses nach Sicherheit und Geborgenheit . 2. z. nicht zu laut spricht. für die wir sensibel werden müssen. dass manch aggressives Verhalten oder auch Zustände von Apathie der Pflegeempfangenden besser verstanden werden können. die zu Begegnung und Interaktionen einladen Unterstützung zeitlicher und räumlicher Orientierung 140 .“ Man kann mit „Musikeinspielungen als Klangkulisse“ experimentieren. „Wir sind aktiv an der Gestaltung der Soundscapes beteiligt. möglichst nur eine Person spricht und zu allen Blickkontakt hat. Bei seinen Vorschlägen für die Entwicklung einer „ambientalen Perspektive“ am Beispiel des Altenpflegeheims betont Sonntag. 7. „Anregungen. auch wenn wir „Stille in die Klanglandschaft hinein“ komponieren (271). Störgeräusche und Lärm weitestgehend ausgeschaltet wird (194 f. ist nicht so wichtig“). ob sie ihren Bedürfnissen entspricht. „Nähern wir uns dem Lebensraum Pflegestation aus musiktherapeutischer Perspektive. Es sei „leicht vorstellbar. während der gemeinsamen Mahlzeiten.Bei der Musiktherapie mit altersschwerhörigen Menschen in Gruppen ist darauf zu achten. um die verursachenden (Schall-) Quellen auszumachen. ist dafür erforderlich (267).B.. dafür zu sorgen. 261-274) weist auf die Bedeutung der Hörwelt (das Sonambiente) hin. „dass Klänge eine Beziehung zwischen uns und unserer Umwelt herstellen“. 4.“ . 8. 6. nicht von hinten und von der Seite angesprochen wird. die mit der Betreuung dementiell Erkrankter tätig sind.. 5. der altersscherhörige Mensch beim Sprechen angeschaut wird und 3. dass der Betroffene alles Gesagte versteht (keine Zensur im Sinne von „egal.. Hierbei müssen wir uns auf unsere Beobachtungsgabe und intaktes Einfühlungsvermögen verlassen können. so wrid sich an dem Wohlbefinden der dort lebenden und arbeitenden Menschen einschätzen lassen müssen.

a. Humanistischer Ansatz Musiktherapie wird als ein kreativer Prozess beschrieben. Psychoanalytischer Ansatz Analytische Arbeit ist biographisch orientiert. 154). Musiktherapie für Kinder.a. dass in unserer Art des Musikmachens unsere verborgenen Seiten und damit verbunden unsere frühesten Erfahrungen zum Klingen kommen. Alvin 1988). weshalb im musikalischen Dialog zwischen Kind und Therapeut/in frühe Erfahrungen. Robbins 1986. arrangiert sein. welche die Persönlichkeitsentwicklung bzw. L. Diese Beziehung bietet den Rahmen für Kommunikationserfahrungen. Traumatisierungen und Konflikte des Kindes bear141 . ggf. Bunt 1993. Musiktherapie nach Paul Nordoff und Clive Robbins (Lutz Neugebauer) und die Orff-Musiktherapie (Melanie Voigt und Christine Plahl). Stuttgart 1997 Stiff und Tüpker (Hrsg. die das positive oder negative Erleben von Musik und der sich daraus ergebenden Situation nutzen. Kindermusiktherapie. der von der Beziehung zwischen Therapeut/in und Kind lebt.und Forschungsmethoden zur Feststellung der Wirksamkeit. Jeder Beitrag liefert eine theoretische Grundlegung. Verhaltenstherapeutischer Ansatz Hierbei handelt es sich um therapeutische Verfahren.musiktherapie.de/forum/kinder/vortraege/219_grewe_heitfeld. Morphologische Kindermusiktherapie (Rosemarie Tüpker und Bernd Reichert). den kindlichen Wachstumsprozess fördern. „Musik sollte so beschaffen bzw. J. Arbeitsfelder sind beispielsweise die Schmerztherapie und die Arbeit mit Frühgeborenen. dass sie die Vorgänge hinter den Symptomen oder die Symptome selbst beeinflussen kann“. Es biete einen aktuellen Gesamtüberblick über die in Deutschland vertretenen bedeutenden kindermusiktherapeutischen Schulen: Entwicklungspsychologisch orientierte Kindermusiktherapie (Karin Schumacher und Claudine Calvet).8 Musiktherapie mit Kindern Standardwerke sind: Jutta Brückner u. Sie geht davon aus. Zugrunde liegt die Annahme einer psychophysischen Wirkung von Musik auf den Menschen. Analytische Musiktherapie (Wolfgang Mahns und Natalie Hippel). Kathrin Grewe-Heitfeld beschreibt in ihrem Beitrag „Musiktherapie mit Kindern und präventive Methoden der Musiktherapie in Musikschule und Frühförderung“ (http://www. Richtungen und Methoden. Nordoff / C. Zwischen dem musikalischen Dialog und dem Dialog zwischen Mutter und Säugling werden Analogien gesehen.): Kindermusiktherapie.pdf) im Forum Musiktherapie und Soziale Arbeit folgende musiktherapeutischen Ansätze: Medizinischer Ansatz Hierbei geht es insbesondere um die Beeinflussung von Krankheitssymptomen wie Schmerzen oder Schädigungen. um unangemessenes Verhalten zu verringern bzw.uni-siegen. Göttingen 2007. Vertreter dieser Arbeitsweise sind eher in den USA als im deutschsprachigen Raum zu finden (vgl. eine Darstellung des jeweiligen methodischen Behandlungsprinzips (anhand von Fallbeispielen) und eine Erörterung der jeweils angewandten Evaluations. die in der ehemaligen DDR entwickelt wurde und heute noch maßgebliche Bedeutung besitzt (Jutta Brückner). auch Grenzerfahrungen. Wolfgang Mahns in: Musiktherapeutische Umschau 1998. P. erwünschtes Verhalten zu verstärken. (Monika NöckerRibaupierre). Der Focus liegt somit mehr auf der Entfaltung der individuellen Möglichkeiten als auf der Behandlung der Symptome (Vertreter sind u. Berlin 1991 Beate Mahns: Musiktherapie mit verhaltensauffälligen Kindern.

Wuppertal 1988. dass jedes Kind hat ein individuelles Entwicklungstempo hat. Sie arbeitet vor allem mit autistischen Kindern und verbindet dabei Musik-. mit der Bezugsperson in Beziehung zu sein.und Sprachspiele. Praxisberichte. München 1989. Frankfurt am Main 1999. Die Therapie soll ganzheitlichere Erfahrungen ermöglichen. Deshalb ist das Spiel mit verschienenen Materialien und mit allen Sinnen gleichbedeutend wie das mit Klängen und Musikinstrumenten. Musiktherapie bei verhaltensauffälligen Kindern. Musiktherapie für Kinder.beitet werden können (vgl. Eigenarten. dass Musik und Klänge bereits früh auf das Kind einwirken. Musik als erlebte Menschenkunde. über welche die „Beziehungsqualität“. Stuttgart. Zwischen Hören und Bewegen. (vgl. Musikalische Prozesse werden als seelische Prozesse verstanden. Spielarten.): Musik und Gestalt. Vertreter sind z. Niedecken. Heiner Ruland. psychoanalytischem Denkhintergrund und musikalischer Improvisation (vgl. Stuttgart 1989. Während der Behandlung tritt je nach ärztlicher Diagnose (besonders in Medizin und Heilpädagogik zu finden) entweder Melodie. Ein Buch für Psychologen und Eltern. nur den Hörsinn anzusprechen.) Erziehen und Heilen durch Musik. Klinische Musiktherapie als integrative Psychotherapie. und so die Möglichkeit bieten. hierzu: Gertrud Orff. d. Gerhard Beilharz (Hrsg. bei denen der Wichtigkeit des kindlichen Spiels Rechnung getragen wird. Paderborn 1990. kann man davon ausgehen.B. Häufig ist die Kombination von nicht direktvier Spieltherapie. Geistig Behinderte verstehen. Tonarten. 37-48 und Christine Plahl: Entwicklung fördern durch Musik. Sie verbindet analytische Musiktherapie mit der Morphologischen Psychologie Salbers. Als kombiniertes Verfahren gilt auch die Musiktherapie von Karin Schumacher. Isabelle (Hrsg. Schumacher. Kunst Therapie Kreativität. 1997). dass die 142 . Julius Knierim. die mit allen Sinnen erlebt werden.B. Musiktherapie und nondirektive Spieltherapie Häufig werden Verfahren angewandt. an den altersspezifischen Möglichkeiten und Fähigkeiten des Kindes anzusetzen. Da das Hörorgan früh entwickelt ist. Dietmut. Evaluation musiktherapeutischer Behandlung. Münster 2000). Musiktherapie und Entwicklung von Gestaltbewußtsein beim Kind. Einerseits mögen Kinder nicht immer Musik machen.h. Rhythmus oder Harmonie in den Vordergrund vgl. Musiktherapie und Säuglingsforschung. Ingrid Mederacke und Christel Ulbrich. Intervalle und Rhythmen) und die Auswahl bestimmter Instrumente( z. 249 f). Stuttgart 1990). Kombinierte Verfahren Hier wäre die Orff Musiktherapie als eine multisensorische Therapie zu nennen. Göttingen. 2001 sowie auch: Jutta Brückner. Münster 1996). Namenlos. Leier. Bestandsaufnahme und Versuch einer Neuorientierung. Barbara Irle und Irene Müller (Raum zum Spielen – Raum zum Verstehen. wobei zu berücksichtigen ist. erlebt und weiter entwickelt werden kann (vgl. Verschiedene Forschungsarbeiten lassen sich dahingehend zusammenfassen. die davon ausgeht. Die musikalische Entwicklung beginnt bereits im Mutterleib. Dieses Wissen ermöglicht es. Musiktherapie mit Kindern impliziert das Wissen um die Entwicklungspsychologie des Kindes allgemein und um die musikalische Entwicklung im Besonderen. Streichpsalter). Beate Mahns.: Dietrich Petersen und Eckhard Thiel. die jeweils vorhandene Fähigkeit des Kindes. andererseits – und dies ist entscheidender – ist das Spiel die dem Kind eigentlich entsprechende Ausdrucksform. Bewegungs. dass Defizite in einem Sinnesbereich durch Förderung anderer Sinne kompensiert werden (s. Ein weiteres kombiniertes Verfahren stellt die morphologische Musiktherapie dar. Musiktherapie mit Kindern. in: Frohne-Hagemann. dass es insbesondere für behinderte Kinder nicht ausreichend ist. Anthroposophischer Ansatz Kennzeichen des anthroposophischen Denkmodells ist die Arbeit mit den „musikalischen Urelementen“ (dies sind Einzeltöne. Berlin 1991).

Das Musikerleben des vorschulpflichtigen Kindes. Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung. Music. Das Kind möchte die Natur des Klanges. Sie entwickeln Lieder. Klangbezogene Aufmerksamkeit In der frühen Kindheit stehen die geäußerten Klänge eines Babys in Zusammenhang mit seinem seelischen Befinden. Mainz 1968. Mind and Education. zunächst im Tonumfang der Quart und Quint. herrscht im zweiten Lebensjahr die motorische Aktivität als Antwort auf Musik vor. 86-144).oder Unwohlsein drückt es klanglich aus. vol. Geburtstag beginnen Kinder zu singen. London: Routledge. was man z. Augsburg 1998. sein Entstehen untersuchen. d.).h. Ab dem 2. 3. 3. als anregend und positiv eingeschätzt werden (Helmut Moog. daran erkennt. bevorzugen aber auch gerne eine dissonante Begleitung. Mit 4 Jahren singen Kinder mehr oder weniger genau. harmonische Veränderungen wahrzunehmen (s. 1988) 1. Sensorische Entwicklungsstufe 0-3 Jahre Das Kind befasst sich mit Klangeindrücken. sondern alles was klingt. Bevorzugen von dissonanter Begleitung Kinder im Vorschulalter empfinden Harmonien offensichtlich anders als Erwachsene. Bereits in den ersten Monaten können Babys Melodien auseinanderhalten. No. Einführung in die Musiktherapie. 1986. Die musikalische Entwicklungsspirale nach Keith Swanwick und June Tillman (The Sequence of Musical Development. Leslie Bunt. Umgekehrt reagiert ein Baby in der Regel beruhigt auf Wiegenlieder und interessiert auf Klangquellen allgemein. K. die Mischungen aus Bekanntem und Eigenem enthalten. sechsmonatige Kinder halten inne. wenn in eine Melodie ein unpassender Ton eingeflochten wird. mit 5 Jahren halten sie ungefähr ein Tempo ein. Weinheim 1993. außerdem: Swanwick. Heiner Gembris. ist besonders fasziniert von Klangformen und dynamischen Abstufungen. Sein Wohl. Erstes Singen Während das erste Lebensjahr musikalisch gesehen durch die Aufmerksamkeit auf Klänge geprägt ist. Rhythmische Fähigkeiten entwickeln sich vor metrischen. Kinder sind zwar in der Lage.B. Erst mit 5einhalb bis 6 Jahren beginnt eine stetig ansteigende Bevorzugung einer harmonischen Begleitung. später in der Oktav. Bausteine für Musikerziehung und Musikpflege. British Journal of Music Education.Auswirkungen des Hörens allgemein und insbesondere des Hörens von Musik in größerem Ausmaß.o. Es erforscht nicht nur Musikinstrumente im engeren Sinn. 143 .

wie Glissandos. Die zuvor entwickelte Fähigkeit zu phantasievollen Musikformen wird nun weniger genutzt. der man sich zugehörig fühlt. dem Stil der sozialen Gruppe. Oft scheint es aber auch noch so zu sein. Mit Bedeutungen besetztes imaginatives Spiel 13 – 14 Jahre Allmählich werden kompositorische Einfälle stärker in einen bestimmten Stil integriert. 6. Improvisationen sind häufig lang und „wirr“ und eher durch die Gegebenheiten der Instrumente als durch Absichten des Kindes geprägt. Dieser Umgang mit Musik wird in der Musiktherapie mit Kindern nicht anzutreffen sein bzw. die sich nicht in den übrigen Stil einfügen. nicht reflektierten Gefühlserlebnis des Kindes bestimmt. weil der inzwischen der Jugendliche in erkennbare musikalische Gemeinschaften eintreten will. Dieser ist meist von Popmusik beeinflusst. Musikalische Stilmittel. Phantastisch imaginatives Spiel ca 10 – 13 Jahre Das Kind ist experimentierfreudig. 2. Der individuelle Wert von Musik einschließlich dessen Reflektion ist somit für diesen Abschnitt bestimmend. Mit der Entwicklung von übergeordnetem systematischem Verständnis ist die musikalische Reife voll ausgebildet. Personal gerichteter Ausdruck 4 – 9 Jahre Individuelle Ausdrucksfähigkeiten werden zuerst im Lied deutlich. Sie ist vom unmittelbaren. hat Spaß am Verändern musikalischer Formen. Insgesamt ist das. in Instrumentalstücken besonders durch Tempoveränderungen und Dynamik. Tonleitern oder Trillern. Meta-Kognition symbolischer Bedeutung Ab 15 Jahre Hier ist die Identifikation mit einzelnen Musikstücken wichtig. dass musikalische Formen im Kopf des Kindes zwar vorhanden sind. werden harmonisch weiterentwickelt und gestaltet. nur auf der Seite der Therapeuten. bzw. Einfache musikalische Phrasen sind zu erkennen und die Tendenz zu beginnender Strukturierung. Höhepunkte werden durch Schneller. Variationen in der Musik entstehen eher zufällig. Die improvisierte Musik wirkt spontan und unkoordiniert. 5. 3.und Lauterwerden gestaltet. aber noch nicht ganz umgesetzt werden können. Es existiert wachsendes Bewusstsein für die emotionale Kraft der Musik und damit einhergehend wachsende Fähigkeit entsprechende Erfahrungen musikalisch ausdrücken zu können. auch ist die Tendenz zu regelmäßigerem Metrum zu erkennen. das Kind intendiert damit noch keine Aussage. Manipulative Entwicklungsstufe 4-5 Jahre Das Kind hat mehr Kontrolle in der Handhabung der Instrumente erworben. 144 . Materialien zu beherrschen und ggf. die im vorigen Muster sozial wichtig erschienen. Es testet Möglichkeiten des musikalischen Spiels aus Es gibt musikalische „Überraschungen“. 4.dass Fell und Holz einer Trommel bespielt werden oder verschiedene Teile der Hände genutzt werden oder verschiedene Instrumente gegeneinander geschlagen werden. Die zunehmenden Fähigkeiten des Kindes werden deutlich und damit einher geht das Bedürfnis. Das Interesse an Klangfarben und -effekten verändert sich in Richtung Interesse an besonderen Spielweisen. auch das gemeinsame Spiel zu bestimmen.

Instrumentenbau oder Malen nach Musik. Hörspiel. Kindermusical. Für soziale Arbeit gilt wie für soziale Berufe generell der Grundsatz der Personenbezogenheit. soziales. Rockmusikpraxis. Sie ist nicht nur eine bewährte musikalische Methode in der Sozialpädagogik. Projektionen sowie direkte Gefühlsäußerungen der Teilnehmer anzunehmen und für die Entwicklung der Einzelnen und der Gruppe zu nutzen (vgl. Musik oder Folkloretanz mit Senioren.oder personenorientierte Ideen zu Grunde gelegt werden.9 Musik und Musiktherapie in der Sozialen Arbeit Die Durchsicht von Vorlesungsverzeichnissen der Studiengänge für Sozialpädagogik und Sozialarbeit an Hochschulen in Deutschland ergibt ein vielfältiges Professionalisierungsangebot auf dem Gebiet musikalischer Kompetenzen. ästhetisches und politisches Lernen bilden dabei im Einklang mit psychischer Entwicklung und spiritueller Orientierung eine sozialökologische Einheit (Kapteina 2001). wie Rockmusik mit Jugendlichen. „Gruppenimprovisation“ ist ein schöpferisches musikalisches Vorgehen. bei dem musikalisches Handeln und Lernen mit seelischem und sozialem Erleben unauflösbar verknüpft entwickelt und reflektiert wird. szenischem Spiel. Musikalisches.. Der Prozess wird in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen sinnlichem Erleben und Reflexion gestaltet. über Verbindungen mit anderen Ausdrucksformen.und Videopraxis.und Entwicklungschancen wahrzunehmen“ (Leidecker 2002.. wobei die ästhetischen Erfahrungen zum Alltagsleben in Beziehung gebracht werden (vgl. gesellschaftlichen und ästhetischen Fragestellungen bis hin zu adressatenspezifischen Reflektionen über „Jugend und Musik“. Die Ergebnisse werden grundsätzlich nicht nach den Kategorien richtig oder falsch bewertet. Singen und Instrumentalspiel mit Blockflöte. Tanz. Musik in der Sozialen Arbeit befindet sich somit im Schnittfeld zwischen Musikpädagogik. bis hin zu musikalischen Selbsterfahrungsgruppen und Einführung in die Orff-Musiktherapie. Sprache. die Universalität ästhetischer Erfahrung anzuerkennen und Sachaussagen. Radiosendungen. wie Bewegung. „Geschlechterrollen in musikalischen Jugendkulturen“ und allgemeine didaktische Grundlagen der Musikpädagogik oder der Musiktherapie in Sozialarbeit und Sozialpädagogik sowie für einzelne Praxisprojekte. kommunikativer Flexibilität und inhaltlicher Ungewissheit“ (Rauschenbach 2005. einen Rahmen. als Partner. Mehrfach begegnet uns in den Vorlesungsverzeichnissen die musikalische Gruppenimprovisation. 805). Assoziationen.). Erinnerungen. Mann et al 1995). Erfahrungs. ästhetische Erfahrungen anzuregen. sie repräsentiert vielmehr ein ganzheitliches ästhetisch-didaktisches Prinzip im Umgang mit Musik. Die Merkmale der Gruppenimprovisation sind auf soziale Gruppenarbeit übertragbar: es muss. Gitarre. auch Musik mit digitalen Medien. Es reicht von speziellen musikalisch handwerklichen Angeboten. wie Musiktheorie. Darüber hinaus erhalten Studierende in Methodenseminaren und Übungen das methodische Rüstzeug für die musikpädagogische Arbeit mit den verschiedenen Klientengruppen. Die Kompetenz des Sozialpädagogen besteht darin. Dabei werden implizit die lebensweltlichen Beziehungen des Menschen und die grundlegenden Bedingungen seiner Existenz thematisiert. Er ist in der Lage. Neben Vorlesungen und Seminaren mit theoretischen Einführungen reicht das Spektrum von allgemeinen historischen. Kinderkunstwerkstatt. ausgehend von den vorhandenen ästhetischen Fähigkeiten der Adressaten. Rhythmusarbeit. dass er über ein großes Repertoire an Möglichkeiten verfügt. Sie ist „Beziehungsarbeit“ und dementsprechend „geprägt von situativer Offenheit. als Gruppe. musikalische Spielgruppen und Konzerte mit Kindern. Gehörbildung. ebd. Die Gruppenimprovisation bietet als „elementare Musik . emotionales. Identifikationen. „de145 . ausreichend Raum und Zeit zur sinnlichen Erfahrung gegeben werden. Dabei können Spielregeln oder freie situations. der es möglich macht. sondern jede subjektive Lösung wird gewürdigt. als Einzelner. welches in der Sozialen Arbeit als verbindlich anzusehen ist. Festund Feiergestaltung. 28).

Im Rahmen des Gruppen übergreifenden Dienstes organisieren Sozialpädagogen Singrunden.und Rockmusik eine zentrale Bedeutung. wenn der verbale Diskurs die eigentlichen psychosozialen Problemstellungen nicht hinreichend erreicht. Bass. Dentler 2001). 10). 146 . Klug und Schreiber 2004. In stationären Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe bietet Musiktherapie in den Händen von Sozialarbeitern und -pädagogen mit entsprechender Zusatzausbildung wichtige Beiträge zur wirksamen Bearbeitung vermiedener Emotionen und verdrängter Erlebnisinhalte. Familienwochenenden etc. 2004a und b. Soziale Berufskarrieren verlaufen nach drei unterschiedlichen Orientierungen: Entweder werden die in der Ausbildung erhaltenen Kompetenzen in das professionelle Beziehungsgeschehen mit einem bestimmten Klientel integriert oder es werden künstlerische und musikpädagogische Fähigkeiten im Rahmen von gemeinwesenorientierter Kulturarbeit und -management umgesetzt oder sie kommen in therapeutischen. 2000. 2006. unterstützen die familiäre Sozialisation (vgl. Forum Musiktherapie und Soziale Arbeit. Zeuch beschreibt und evaluiert rezeptive Musikanwendungen im Strafvollzug (2001 und 2004). Musik und Soziale Arbeit mit Kindern wird von Sozialpädagogen in Vorschuleinrichtungen. und Tanznachmittage. Kapteina. Auch in der Ehe. Keyboard-. Frühförderstellen und im Rahmen schulbegleitenden Sozialen Arbeit praktiziert. Dabei kommt vor allem dem gemeinsamen Singen herausragende Bedeutung zu. Das wurde für die ambulante Beratung und Behandlung von Suchtkranken und ihren Angehörigen von Kapteina und Hörtreiter exemplarisch dargestellt (1993). Des weiteren leistet Musik bei der Altenhilfe in Heimen und Pflegeeinrichtungen einen wichtigen Beitrag zur psychophysischen Gesundheit. „Mobile Musikschulen“ stellen lebensweltbezogene Projekte der Gemeinwesenarbeit dar (vgl. Rockmobile sind fahrende Musikstudios. Schulen oder abgelegene ländliche Ortschaften anfahren und dort Musikworkshops für Jugendliche und Unterricht im Gitarren-. Sie werden meist in übergeordnete sozialpädagogische Zielstellungen eingebunden. Auch in der Jugendarbeit haben sich kommunalorientierte mobile Projekte bewährt. Spielgruppen für Kinder und ihre Eltern sowie familienorientierte Angebote. problematische Konstellationen im musikalischen Rollenspiel deutlich erkennbar und Lösungen erarbeitet werden. Komponieren und Improvisieren von Musik ist. Schlagzeugspiel und Gesang durchführen (vgl.und Familienberatung können Rollenkonflikte. dem Verstehen von Musik und der Erlangung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Interpretieren. Entwicklungsbedingt spielen in der Jugendarbeit musikpädagogische Maßnahmen auf dem Gebiet der Pop. oder entwickeln zusammen mit Bewohnern Konzepte für die Gestaltung des akustischen und musikalischen Milieus in den Einrichtungen.ren Ziel die Befähigung zum bewussten Umgang mit Musik. „Musiktherapeutische Momente“ (Leidecker 2004. 222 f). Rieger 2006)) oder Prävention. Neben den bereits erwähnten bei Mann et al. Spezielle Angebote für gefährdete Kinder werden als begleitende Fördermaßnahmen in Kindergarten und Kinderhort. um die Entwicklung ästhetischer sowie sozialer Kompetenz zu fördern und um bei der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten vorbeugend oder korrigierend einzugreifen.“ auf der einen Seite und Musiktherapie als Psychotherapie auf der anderen Seite (Wickel 1998. rehabilitativen oder präventiven Maßnahmen des Gesundheitswesens zum Tragen. Kapteina 2006). 21 ff) sind dabei implizit. Sie bestimmen auch in stationären Jugendhäusern unter kommunaler oder kirchlicher Trägerschaft die musikalische Praxis. Seidel 1992. Entsprechende Zusatzund Weiterbildungsangebote sind auf dem Markt (vgl. wie Gewaltprävention und Entwicklung von sozialer Kompetenz und Basisqualifikationen (Dentler 2001. Hill. beschriebenen musikalischen Angeboten in der Erwachsenenbildung kommt Musik im Bereich der Sozialen Arbeit bei der Beratung von Erwachsenen immer dann zum Tragen. 1996. in Kapteina 2006). wie Musikfreizeiten. auch Tüpker. die soziale Brennpunkte. Tageseinrichtungen und Schule eingeführt. zum Beispiel ausrangierte Linienbusse.

orientiert sein müssen: Erweiterte Programme. und schließlich sollen die Handlungen und ihre schöpferischen Ergebnisse mit breiterer Bedeutung belegt werden: von der Funktion der Musik als Bedeutungsträger und Medium zum Verständnis der Musik als sozialökologische Veranstaltung (2005. impliziert neue musikalische und psychosoziale Sensibilisierung im Alltag. Übertragung ins deutsche. Schnittmengen liegen in präventiven und rehabilitativen Funktionen. Hier setzen gemeindeorientierte Konzepte an.und Gruppenmusiktherapie anbietet. in denen sich Musiktherapie und Sozialpädagogik begegnen. bei denen sich der Fokus von individuellen Veränderungen hin zum aktiven Interesse an gesellschaftlicher Veränderung und der Beziehung zwischen Individuum und sozialem Umfeld verlagert. 2006). die Musiktherapie und Soziale Arbeit miteinander in Beziehung bringen. Mager 2006. Für Almut Seidel begegnen sich Sozialpädagogik und Musiktherapie in ihrer Alltagsorientierung. (2006): Community Music Therapy – Ein neuer alter Gedanke. bei der Funktionen und Verantwortlichkeit der handelnden Personen flexibel ausgehandelt werden. Ein Vorbild bietet auch das Konzept „MUSICSPACE“ von Leslie Bunt (1998). Musikmachen und Lebensbewältigung.). Tagesfortbildungen und Workshops über den Einsatz von Musik im Gesundheitsdienst für Kinder und Erwachsene sowie Forschung über die Wirkungen und Prozesse der Musiktherapie koordiniert und Proben und Aufführungen eines möglichst breiten Spektrums unterschiedlicher Musikarten fördert“ (189).K. Leidecker 2002) sowie der „Sozialmusiktherapie“ (Schwabe & Haase 1998) orientiert. oder dass sie nach musiktherapeutischen oder psychiatrischen Behandlungen zur psychosozialen Stabilisierung beitragen. therapeutische Beziehung sowie räumlich und zeitlich angepasstes Setting. bevor Probleme eskalieren. die beteiligten Akteure orientieren sich neu: an die Stelle der Expertenzentrierung tritt Teilhabe. Konzeptionell sind solche Projekte an der „Musikalischen Elementarerziehung“ (Schwabe & Rudloff 1997. H. G. Es kann sein. Der schöpferische und improvisierende Umgang mit Musik. ein seit vielen Jahren bestehendes offenes sozialräumlich orientiertes Gemeinschaftsprogramm von Universität und Kirchengemeinde an Menschen. Die Abgrenzung zwischen Musik und Sozialer Arbeit und Musiktherapie verläuft über Diagnostik. dass Musik und Soziale Arbeit bei gefährdeten Personen wirksam wird. 348). Opladen Hill. So richtet sich zum Beispiel das Projekt „Folkloretanz für Jung und Alt“. die im Alltag auftauchen (1996. auf der Linie der Agenda 21. Zugleich ist es Anlaufstelle für ehemalige Patienten der örtlichen Psychiatrie. In: Musiktherapeutische Umschau 227-238 Dentler. die von Vereinsamung und Verelendung bedroht sind. Stige formuliert die Prinzipien. die Soziale Arbeit mit Musik und Musiktherapie verbinden. einer effizienten Wirtschaft und einer solidarischen Gesellschaft im 21. (1996): „Rockmobil“ . 852). das auf kommunaler Ebene für „Menschen jeden Alters Einzel.: (2001): Partytime. Die Mitarbeiter sind sozialpädagogisch und musiktherapeutisch qualifiziert. Literatur: Ansdell. Indikationsstellung.In der ambulanten Pflege und Betreuung alter Menschen gewinnen mobile MusiktherapieAngebote zunehmend Bedeutung (vgl. Johannes Pluto1997. Öffnung der Handlungsräume vom diskreten klinischen Setting hin zum öffentlichen oder semi-öffentlichen Angebot. Jahrhundert“ (Wendt 2005.eine ethnographische Studie aus der Jugendarbeit. B. Eine lebensgeschichtlich orientierte Fallstudie der Jugendarbeit. K. Muthesius 2005. Damit stehen Konzepte. H. 128. bei der Ausbildung von Musiktherapiestudenten mitwirkt. Seit 2000 werden gemeinwesenorientierte Projekte der Musiktherapie als „Community Music Therapy“ beschrieben und diskutiert (Ansdell 2006). dem „Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung hin zu einer gesunden Umwelt. Schließlich ist es auch ein Beitrag zur kommunalen Kulturarbeit (Kapteina 2000). Opladen 147 . beide wollen einen Beitrag zur Lösung von Problemen leisten. den Patienten in der Musiktherapie erleben.

(1998): Die Sozialmusiktherapie. (Hrsg. A. Hasselberg. Verbesserung der häuslichen Pflegesituation gerontopsychiatrischer Patienten unter Einsatz von Musiktherapie. Tanz und KunstTherapie. D.unisiegen. H. 298-306 Stige. F. C. und Mielenz. Kassel: Bosse Kapteina. G. W. H. & Rudloff. W. 16-23 148 . 5. 107-134 Tüpker. Chr. In: Musiktherapeutische Umschau 261-264 Mann. T. vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage. H. 83-100 Hill. Handbuch Musik in der Sozialen Arbeit. Weinheim: Juventa. et. Chr. B. In: Musiktherapeutische Umschau 239-248 Schwabe. In: Kreft. vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage. Eine Einführung. (1995): Selbsterfahrung durch Kunst. 5. T.de Hill. Musiktherapie zuhause. Wiesbaden Mager. I. (2006): Neue Wege der Musiktherapie. Köln: Kuratorium Deutsche Altenhilfe Rauschenbach. In: Schwabe. (1997): Musik praktisch erfahren. (2005): Toward an Notion of Community Music Therapy. Crossen: Akademie für angewandte Musiktherapie Schwabe. A. Pfaff. (2001): Rezeptive Musiktherapie im sozialtherapeutischen Strafvollzug. al (2005): Balsam für die Seele: Hausmusik. Burkhard.Hill. & Haase. (2005): Sozialökologie. und Wickel. von Grüner. Schreiber. und Stein. 35-44 Kapteina. H. H. Essen: Die Blaue Eule Leidecker. Musikinterventionen in der Sozialpädagogik. Anmerkungen zu einem Praxis. Weinheim: Juventa. B. Weinheim: Juventa. H.musiktherapie. In: Musiktherapeutische Umschau. H. (1992): Sozialpädagogische Musiktherapie. D.de Kapteina.: (2002): Musik als Begegnung. Wiesbaden: Reichert. H. H. B. Klug. http://www. Chr. Folkloretänze in Therapie und Prävention. Siegen: Universität.-D. In BVM (Berufsverband der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten in Deutschland (Hrsg. Musik. Münster Zeuch.. In: Musiktherapeutische Umschau. D. A.. (2000): “Musik-Machen” in Gleichaltrigengruppen als sozialpädagogisches Angebot..) Jahrbuch Musiktherapie. (1993): Musik und Malen in der therapeutischen Arbeit mit Suchtkranken. 394-414 Kapteina. Stuttgart Kapteina. B. K. und Wickel. 175-181 Johannes-Pluto. H. 216-226) Wendt. A. http://www.) Wörterbuch Soziale Arbeit. Weinheim: Juventa. T. (Hrsg. K. In Hartogh. 801-806 Rieger. I. (2000): "Im Tanz das Leben spielerisch gelingen lassen". al. T. H. Handbuch Musik in der Sozialen Arbeit. st.uni-siegen. (2006): Musiktherapie und Gemeinwesenarbeit. 851-852 Wickel. (2004): Musik in der stadtteilorientierten Sozialen Kulturarbeit. In Hartogh. Ein Elementarkurs für Erwachsene. (1997): Die Musikalische Elementarerziehung. & Hörtreiter.) Wörterbuch Soziale Arbeit. und Mielenz. H. Musik. Tanz und Kunst-Therapie. H. H. Crossen: Akademie für angewandte Musiktherapie Seidel. Crossener Schriften zur Musiktherapie.musiktherapie. U. In: Ringgespräch über Gruppenimprovisation LXVII. R. Crossen. und Wickel. (2004): Ergebnisse musiktherapeutischer Entspannung im sozialtherapeutischen Strafvollzug. I. Weinheim: Juventa 415-426 Leidecker. Ressourcenorientierte Musiktherapie. (2001): Gruppenimprovisation als Element des Qualifikationsprofils helfender Berufe. In: Kreft. I. 13-20 Zeuch. B. (2004b): Bandworkshop. (2007): Musiktherapeutische Zusatzausbildung für Helfende Berufe.und Ausbildungskonzept. R. H. H. Weinheim Muthesius. In Hartogh. B. Handbuch Musik in der Sozialen Arbeit. (1998): Musikpädagogik in der sozialen Arbeit. (2004a): Soziale Kulturarbeit mit Musik.. (2004): Das Leben klingen lassen. (2005): Soziale Berufe.

und Bezugspunkt für die musikpädagogische. die gesamte Person sich einbringen kann und die im musikalischen Handeln zum Ausdruck kommenden psychosozialen Inhalte bearbeitet werden (vgl. b.und Jugendmusikschulen. Musikpädagogik. Musik im Ausbildungsfach „Ästhetik und Kommunikation“ Wie für jedes der Teilgebiete wurden dem entsprechend auch für die Musikpädagogik erziehungswissenschaftliche. in dem die musikpraktischen Erfahrungen als Ausgangs. wenn Studierende sich zuvor spezielle Musikkenntnisse und Fähigkeiten angeeignet haben.und Literaturpädagogik. Wrisch 1978). Seidel 1976. 1973) stand damals bereits ein Konzept ästhetischer Erziehung zur Verfügung.9. Bewegungspädagogik und Pädagogik der Massenkommunikation enthält. musikalische integrative Förderprojekte mit Der Studiengang Sozialwesen (Sozialpädagogik und Sozialarbeit) wurde 1971 an der damaligen Fachhochschule Siegen-Gummersbach eingerichtet. Die Studierenden sollen in diesem neuen Studienfach ihre ästhetische Wahrnehmungs. 1 149 . musikpsychologische. 301). zur Entwicklung von Interessenbewusstsein leitet und in befreienden Aktionen mündet“ (Kapteina 1977. -psychologische und –soziologische Theoriebildung dienten und gleichzeitig exemplarisch als Modelle für die Anwendung in der sozialpädagogischen Praxis gelten konnten. Mit der Musikalischen Gruppenimprovisation (Friedemann 1969a. Seit 2002 ist die Siegener Hochschule Universität. das die Teilgebiete: Kunstpädagogik. bei denen alles was klingt als Musik akzeptiert wird. Kapteina 1977. das im tertiären Bildungsbereich sonst nur dann offen steht. Studierenden auf dem Gebiet Musik einen Professionalisierungsprozess zu eröffnen. Spiel. Leidecker 2002). 1976 in die neu gegründete Gesamthochschule Siegen integriert. Demgegenüber setzt die Musikpädagogik im Sozialwesen bei der „Aktivierung originärer Musikfähigkeit“ (Ernst 1982. wie zum Beispiel Mobile und stationäre Kinder. später wurde die Bezeichnung Universität-Gesamthochschule eingeführt. 20% des Lehrangebots im Studiengang Sozialpädagogik und 10% im Studiengang Sozialarbeit sollten durch das Fach Ä&K abgedeckt werden. musiksoziologische sowie handlungsorientierte Studieninhalte definiert. Sprach. Kapteina 1977). Der durch diesen Studienbereich ausgelöste Professionalisierungsschub im Bereich der Sozialen Arbeit schlug sich in vielen soziokulturellen Initiativen nieder. das weiterentwickelt werden konnte und mit dem die didaktische Herausforderung bewältigt werden konnte. Musikpädagogik wurde „neben ihrer erzieherischen und therapeutischen Funktion auch als politisches Handlungskonzept begriffen. 47) an und entwickelt Konzepte.und Gesamthochschulen in den 1970er Jahren wurden die künstlerischen Ausbildungsinhalte im Zuge einer damals äußerst intensiv geführten hochschuldidaktischen Diskussion in dem neuen Fach „Ästhetik und Kommunikation“ zusammengefasst (vgl. Kernstück der Musikpädagogik im Sozialwesen an der Universität Siegen1 war (bei einem Gesamtstudium im Fach Ästhetik und Kommunikation von 18 Semesterwochenstunden) von Anfang an ein dreisemestriger Kurs über musikalische Gruppenimprovisation im Umfang von jeweils vier Semesterwochenstunden. das zur Einsicht in gesellschaftliche Widersprüche führt. 1971.1 Zwanzig Jahre Musiktherapie Ausbildung an der Universität Siegen Hochschuldidaktischer Kontext Bei der Einführung der Studiengänge Sozialarbeit und Sozialpädagogik („Sozialwesen“) an den Fach.und Theaterpädagogik.und Kommunikationskompetenz auf wissenschaftlicher Grundlage reflektieren und weiterentwickeln sowie ästhetische Erfahrungsmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis nutzen können (Ministerium für Wissenschaft und Forschung 1976. für jedes Teilgebiet wurden zwei Professorenstellen eingerichtet.

Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung oder Sucht. die wir von 1985 bis 1987 durchführten. wie die musikalische Improvisation als eine Musikpädagogik im Sinne der „Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit“ (Friedemann 1973. Lehrveranstaltungen im Fach Ästhetik und Kommunikation wurden weit über den durch die Studienordnung vorgegebenen Rahmen nachgefragt. Das dritte Gebiet. wie der Drogenberatung. die weniger an hochschuldidaktischen als an fiskalischen Zielen orientiert waren. dass gerade bei der Arbeit mit Menschen aus der gesellschaftlichen Unterschicht nonverbale und handlungsorientierte Verfahren von großer Wichtigkeit sind. 4). auch psychotherapeutische Funktionen zu. Heute werden originär sozialpädagogische Praxisfelder. Anfang der 1990er Jahre ein eigenes musiktherapeutisches Fortbildungsinstitut. auf dem in der Sozialarbeit psychotherapeutische Methoden Anwendung finden. Lutz von Werder weist darauf hin. ermittelte den Bedarf an Sozialpädagogen. zur sukzessiven Verringerung der Anteile des Studienfachs Ästhetik und Kommunikation.V. die grundsätzlich allen Studierenden der Universität Siegen zugänglich ist. Andererseits fallen der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund wachsender sozialer Verelendung und gesundheitspolitischer Engpässe neue. Immerhin wurde die Soziale Arbeit an der Universität Siegen in einen wissenschaftlichen Studiengang integriert. An dieser Stelle greifen die Möglichkeiten der Musiktherapie (1977). Ende der 1970er Jahre gründeten Absolventen ihren eigenen Trägerverein für Fortbildungen1. wie Prävention. Im entsprechenden Master Studiengang ist es gar nicht vertreten. schulbegleitende Förderung. eine seit langem überfällige Maßnahme. FrühDie Bezirksarbeitsgemeinschaft für Freizeitkulturelle Jugendarbeit e. die musiktherapeutische Arbeitsweisen beherrschen (Kapteina 1989).2 Didaktisches Profil der Musiktherapeutischen Zusatzausbildung Im Verlauf der 1980er Jahre führten einige „Studienreformen“. Im neuen Bachelor Studiengang „Bildung und Soziale Arbeit“ an der Universität Siegen umfasst er 4%. Der Studienanteil des Faches Ästhetik und Kommunikation wurde sukzessive von ursprünglich achtzehn Semesterwochenstunden auf zwölf und schließlich auf sechs verringert. Nach einer dreijährigen Erprobungsphase wurde die Musiktherapeutische Zusatzausbildung im Februar 1989 vom damaligen Senat der Universität Gesamthochschule Siegen eingeführt.und anderen psychischen Erkrankungen. nicht nur Bereiche der politischen und persönlichen Bildung sondern auch solche der künstlerischen Psychotherapien erreichen. Eine Pilotstudie. (BAG) ist anerkannter Träger der Freien Kinder. usw. 1 150 . Ansonsten ist Psychotherapie in der Sozialen Arbeit insofern wichtig. dass der wissenschaftliche Nachwuchs sich auch aus den Reihen der Sozialpädagogischen Profession rekrutieren kann. wenn er selbst dergleichen nicht anbietet.V. Diese zusätzlichen Studienleistungen können seit Mitte der der 1990er Jahre auf eine kulturpädagogische Zusatzausbildung angerechnet werden. dass ästhetische Aneignungsprozesse. Davon unberührt blieb allerdings das Verhalten der Studierenden.Kindern. ist die Supervision. Sie führt Projekte auf dem Gebiet der ästhetischen Bildung für Kinder und Jugendliche durch sowie Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiter.und Jugendhilfe. durch die sicher gestellt werden kann. so dass er seine Klienten entsprechend informieren und beraten kann. Sie trägt neben der geschilderten hochschulpolitischen Entwicklung auch der inhaltlichen Tatsache Rechnung. dass der Sozialarbeiter psychotherapeutische Angebote kennen muss. werden psychotherapeutische Methoden schon länger angewandt (Lutz von Werder 1977). der Familienberatung. Mit der stärkeren „Verwissenschaftlichung“ ging allerdings auch die Vernachlässigung handlungsbezogener Professionalisierungsanteile einher. In der sozialpädagogischen Beratungstätigkeit. Altenarbeit. 2 Das Musiktherapeutische Institut für Kreative Kommunikation e. (MIK) veranstaltet auf Grundlage eines Kooperationsvertrags mit der Universität Siegen die Seminare und Übungen der Musiktherapeutischen Zusatzausbildung für die postgraduierten Teilnehmer.

Ausbildungsstufen I. wenn er dem Entwicklungsprozess“ des einzelnen „und der Gruppe entspricht und aus ihm heraus entstehen darf“ (Frohne-Hagemann und Petzold 2006. Die Siegener Ausbildung ist wachstumsorientiert. Psychologen und Ärzten musiktherapeutischer Fortbildungsbedarf besteht. 100 Stunden Einzel-Lehrmusiktherapie sowie musiktherapeutische Berufspraxis nach der Erwerb des Hochschulzertifikats zur Aufnahme in den Berufsverband BVM. Die einzelnen „Bausteine“. wir bilden nicht nur in einem therapeutischen Verfahren aus. Aufwand und Umfang dieses Vortrages entsprechen den Abschlussarbeiten anderer Ausbildungen.Juni 2002 von der Mitgliederversammlung des DBVMT beschlossene Anerkennungsvereinbarung zwischen Berufsverband und Universität Siegen. d.oder Gesundheitswesens zur Geltung bringen kann. Bei dieser Vorgehensweise erübrigt sich die übliche Kontrolle durch Prüfungen. sondern wir begleiten die individuelle Entwicklung und Reifung von „Musiktherapeutischen“ Persönlichkeiten. musiktherapeutische Selbsterfahrung. Er dokumentiert darüber hinaus aber auch. 1998 und 2006). der zu Folge Lernen „ein ganzheitlicher Prozess ist. welches bestätigt. heute spricht man von „Modulen“. Die Absolvierung der gesamten Ausbildung wäre frühestens in dreieinhalb Jahren möglich. psychosoziale Beratung und Supervision neu als Tätigkeitsbereiche für Musiktherapeuten entdeckt (Tüpker 2006). Vor dem Hintergrund. Qualität. die jeweils auf ein halbes Jahr terminiert sind und nacheinander studiert werden müssen.1 Nach dem Studium der Module 1 und 2 kann das Zertifikat der Universität verliehen werden. wie Lehrern. individuelles Konzept vor und schildern. dass die Kompetenz von Musiktherapeuten auf den vier Säulen Musikpraxis. Sechs Zusatzseminare. der besonders dann gelingt. in welcher Fachwissen und Kenntnisse abgefragt würden. wobei zwischen den einzelnen Stufen beliebig lange Pausen eingelegt werden.förderung. dass Sozialpädagogen mit musiktherapeutischen Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt gute Arbeitsmöglichkeiten haben und auch bei anderen Berufsgruppen. musiktherapeutisch im Rahmen seines Berufes zu arbeiten. Es besteht ein Konsens unter allen Ausbildungsstätten an Hochschulen in Deutschland. Statt dessen stellen unsere Absolventinnen im Rahmen einer öffentlichen Fachtagung ihr jeweils eigenes. Praxiserfahrung mit Klienten und medizinisch-therapeutischem Wissen stehen muss (Kasseler Konferenz der Musiktherapeutischen Vereinigungen in Deutschland. dass der Inhaber berechtigt und befähigt ist. Am Ende des Studienganges steht demnach keine ritualisierte Prüfung. können die Teilnehmer ihrer jeweiligen beruflichen Situation oder auch ihrer persönlichen Entwicklung gemäß in weitgehend beliebiger zeitlicher Abfolge studieren. Therapeuten. 1 151 . konzipierten wir eine Zusatzausbildung nach dem Baukastenprinzip für Studierende und praktizierende Angehörige von Helfenden Berufen. Elf Begleitseminare. Dieser Richtlinie folgt die Ausbildung an der Universität Siegen mit dem Angebot der im folgenden genauer dargestellten drei „Module“: Sechs Hauptstufen. dass und in welcher Weise der Absolvent die erworbenen Kompetenzen in einem Feld des Sozial. die in beliebiger Reihenfolge absolviert werden können. wie sie dessen Grundlage mit Klienten mindestens ein Jahr lang erfolgreich gearbeitet haben. 15). Die methodische Gestaltung der Ausbildungselemente folgt den Erkenntnissen der aus neurowissenschaftlicher Sicht elaborierten Lerntheorie. An ihre Stelle treten intensive Beratungen während der gesamten Studienzeit. Jugendarbeit.h. Gemäß einer am 8.

entdecken wir in der ersten Ausbildungsstufe der Musiktherapie Ausbildung unser „music child“ (Nordoff und Robbins 1986). und ihre Wirkung auf Körper. am Körper usw. wenn sie durch das Spiel und in der anschließenden Reflexion zur Sprache kommen. miteinander musikalisch in Kontakt zu kommen. Seele und Gruppengeschehen erforscht. II In einer zweiten Ausbildungsstufe steht die Bearbeitung der durch die musikalischen Erfahrungen aktualisierten Lebensthemen und biographischen Materialien im Vordergrund (Musiktherapeutische Selbsterfahrung. Stille und Klang als unerschöpfliche Erfahrungsräume erleben zu können. bieten wir geeignete musikalische Spiele an. die bio-psycho-sozialen Dimensionen musikalischer Ausdrucksphänomene zu erfassen (vgl. Der Lernprozess orientiert sich an den persönlichen Bedürfnissen der Gruppenmitglieder. horchen und lauschen zu können.So wie die Sozialpädagogische Musikpädagogik am „musikalischen Nullpunkt“ beginnt (Ernst 1982). Rassel-. In Phasen der Meta-Kommunikation erhalten sie Feedback von der Gruppe. Das können Episoden aus der Kindheit sein oder aktuelle Konflikte. der Stimme oder von schallfähigen Materialien im Raum. Lehrmusiktherapie). weiterentwickeln. die sie der Gruppe vorschlagen. wie Therapievereinbarungen. Damit werden Begriffe zur Verfügung gestellt. das heißt die Fähigkeit. Jenseits von musikkulturellen Bewertungen werden die Klänge von Fell-. teilen selbst mit. die Entwicklung von Introspektionsfähigkeit und Sensibilität in der Gruppe sowie Konfliktfähigkeit steht im Vordergrund. genau zu hören. Im permanenten Wechsel zwischen musikalischer und Selbsterfahrung und methodischer Reflexion werden die für wichtigsten Aspekte der psychotherapeutischen Arbeit mit Musik erfasst. sie führen die reflektierenden Gruppengespräche und machen weiterführende Vorschläge. wie sie sich in der Leiterrolle erlebt haben und bekommen Feedback vom Dozenten. indem die Teilnehmer ihre Fähigkeit. staunend und versunken hören.m. Die Bandbreite geht von musikalischen Rollenspielen über die musikalische Reinszenierung einer bestimmten Familienszene bis hin zur musikalischen Darstellung eines Gefühlszustands oder eines Körpersymptoms u. die Instrumente sicher zu handhaben und sich musikalisch auszudrücken. diese Themen weiter zu bearbeiten. der die Ausbildungsstufe leitet. bei denen wir „spielen. die der betreffenden Person helfen. Die Teilnehmer übernehmen zeitweise die Leitung der Gruppe. Abstinenzverhalten u. Rollenklarheit. die die differenzierte Beschreibung musikalischer Erfahrung ermöglichen. treten in der zweiten Stufe „freie“ Improvisationen in den Vordergrund. Spiele von Lilli Friedmann (1973) oder Fritz Hegi (1997) erweisen sich als besonders geeignet. im Wald. Da Musik direkt auf die subkortikalen Funktionen des limbischen und vegetativen Systems wirkt. Der zweite Schwerpunkt in dieser Ausbildungsstufe ist die Erfahrung und Beschreibung von musikalischer Kommunikation. Damit einher geht die intensive Auseinandersetzung mit den musikalischen Parametern Rhythmus.und Saiteninstrumenten.a. sich von den Klängen faszinieren zu lassen. Kapteina 2007). Übertragungs.und Gegenübertragungsprozessen. Metall-. Zusammenklang und Klangfarbe. Während in der ersten Stufe vorrangig Improvisationsspiele angeboten werden. ist neben den allgemeinen psychotherapeutischen Kriterien in der Musiktherapie der 152 . wie wir uns im Moment fühlen“. Musikalische Lerneffekte ereignen sich dabei als beiläufige Zugabe. Melodie. Blas. Dabei werden dann mehr oder weniger zwangsläufig die Lebensthemen aktualisiert. oder „was uns gerade einfällt“ oder „wonach es uns gerade ist“ und versuchen.a.und Kommunikationserfahrungen eingegrenzt ist. die sie anleiten und mitspielend und beobachtend begleiten. deren Erfahrungsraum durch Spielregeln auf elementare Klang. bei der ästhetische Ereignisse als nicht sprachliche Bedeutungsträger erfasst werden. III In der dritten Ausbildungsstufe soll das Leiterverhalten gelernt werden. überlegen sich geeignete Spielangebote.

um einfühlendes Verstehen bemüht. Er ist engagiert. Dieses musikästhetische Prinzip der generellen Akzeptanz impliziert. Er stellt ein seinem therapeutischen Verständnis entsprechendes Untersuchungsdesign her. Anhand von musiktherapeutischen Improvisationsübungen werden unterschiedliche therapeutische Vorgehensweisen. Inhalte sind Indikationsstellung und Therapieplanung.oder Videoaufzeichnungen werden Praxissituationen analysiert. bemüht und interessiert. 132-168). ermutigend. dass jeder Klang und jedes musikalische Ereignis gleich wichtig ist (vgl.B. Dabei werden sie durch intensive Ausbildungssupervision begleitet. Die Supervision bedeutet 153 . Feedback. Zielentwicklung. Vereinbarte Therapieziele. festgestellte Krankheiten oder Störungen sind die Faktoren. IV Bei einer Zusatzausbildung für Helfende Berufe (Sozialpädagogen. Pädagogen. Hilfreiche Fragen. Sie bilden gleichzeitig den Bezugs. Sie ist freundlich. Die therapeutische Haltung ist partnerschaftlich. Bewertungen und Beurteilungen. konfrontativ. sagt was er denkt und fühlt. wie z. epileptischen Anfällen. Ein geeignetes Evaluationsverfahren muss eng auf das Selbstverständnis. Therapeuten. probeweise durchspielen. mit der Supervisionsgruppe nachspielen. Während der vierten Ausbildungsstufe sollen sie bei der musiktherapeutischen Profilbildung unterstützt werden. akuten psychotischen und anderen Ausnahmezuständen usw. soweit das nicht störend für den Prozess oder die Beziehung ist. und Gegenübertragungsgefühle werden mit der Methode der musikalischen Improvisation bearbeitet. erlebnisorientiert. Folglich sind Therapiekontrakt und die Anamnese nicht nur die Grundlage der jeweiligen Therapie. Suizidgefährdung. ob und inwiefern sie geplante Vorhaben modifizieren sollten. Persönliche Themen. Fachliche Defizite werden aufgearbeitet. 40). B. sich beraten lassen. verständnisvoll. Sie können nachträglich Interventionen. Ärzte und Psychologen) wird vorausgesetzt. Informationen und Hinweise bestimmen den Dialog zwischen Therapeut und Klient. dass die Teilnehmer bereits therapeutische Vorkenntnisse und Erfahrungen mitbringen und die spezifisch musiktherapeutischen Inhalte auf eine Weise vermittelt bekommen. dass Beschreiben und Verstehen den verbalen Diskurs bestimmen und nicht Interpretationen. an denen die Evaluation die Bewertung des therapeutischen Prozess ausrichtet. integrierend. verändert es nach Maßgabe der prozessualen Diagnostik und passt es neuen Erkenntnisse an. aggressivem Verhalten. So wie in der freien musikalischen Improvisation gilt. Spiele und musiktherapeutische Inszenierungen. zeigt Gefühle. nährend. Kontraktvereinbarung. anerkennend. sie in ihre bereits vorhandene professionelle Identität zu integrieren. Des weiteren werden während der vierten Ausbildungsstufe geeignete Methoden der Erfolgskontrolle und Qualitätssicherung vermittelt. hierzu Kapteina und Hörtreiter 1993. Charles 1984. aufdeckend. Er ist (selektiv) echt. Er macht Vorschläge. Problemanalyse. hier können sie zusammen mit ihren Kollegen Interventionen. das Konzept und die Arbeitsweise des jeweiligen Therapeuten abgestimmt sein.Umgang mit Emotionen und Affekten besonders zu beachten (vgl. etc. stabilisierend. erörtert. die durch die Arbeit mit den Klienten aktualisiert werden. akzeptierend. übungszentriert. Autoaggression. Die erarbeiteten Therapieverfahren werden auch unter Gesichtspunkten der Risikoplanung bei z. offen.und Orientierungsrahmen für deren Evaluation. V und VI In der vierten und fünften Ausbildungsstufe wenden die Lernenden mindestens ein Jahr lang ihre Fähigkeiten in der selbständigen Arbeit mit Klientengruppen an. die sie mit ihren Klienten durchgeführt haben. erarbeitet. sind auch die der Musik zu Grunde liegenden Emotionen wert zu schätzen. die es ihnen ermöglicht. Er stellt die erforderlichen Methoden und Materialien bereit. um sich Feedback über ihr Leiterverhalten zu holen. Der Therapeut geht nicht direktiv vor. lässt dem Gegenüber aber die Entscheidungsfreiheit. Anhand von Tonband. die sie mit ihren Klienten durchführen wollen.

Sozialpädagogen und Dipl. Bewegung. 154 . Hebamme. Erziehungswissenschaft.außerdem die Verankerung von musiktherapeutischen Konzepten und Evaluationsverfahren in das eigene berufliche Konzept. Verlaufsanalysen. Selbstständiger Arbeit in eigener Praxis. Ziele der musiktherapeutischen Intervention. die Entwicklung der therapeutischen Rolle in der Auseinandersetzung mit der bisherigen beruflichen Tätigkeit. Gerontotherapeut. Ergotherapeut. präventive Methoden mit einzubinden in Form von Begleitseminaren zu Themen wie Rock. Verknüpfung musiktherapeutischer Kompetenzen mit einem sprachlich orientierten psychotherapeutischen Auswertungs. Liedersingen und arrangieren sowie Musik. Sozialarbeiter. Diese Dokumentation wird als öffentlicher Fachvortrag vor einem Fachpublikum gehalten. Psychoanalyse. Gemeindepädagoge. Seelsorger. die diagnostische Angaben zum Klientel. Dipl. Am Ende der sechsten Ausbildungsstufe wird eine Praxisdokumentation erstellt.und Popmusik. Personen aus dem medizinisch-therapeutischen Bereich wie Ärzte. freier Mitarbeit in einer Praxis.v. Unter der Position „Sonstige“ (10%) sind die übrigen Berufsgruppen zusammengefasst. sind mit 10% vertreten. und die der Zusatzausbildung beigemessene Bedeutung wurde nach Möglichkeiten. Umgang mit Atem und Stimme. Krankenschwestern u. Singen u. Weitere Ausbildungselemente In den 11 Begleitseminaren des zweiten Moduls wird die musiktherapeutische Basiskompetenz durch zusätzliche musikpraktische Erfahrungen ergänzt: Elementare Musiklehre.und Popmusikstücken. die derzeitige berufliche Beschäftigung. Tanz. 200 Teilnehmer pro Jahr betreut. Pädagogen sind mit 49% die weitaus größte Berufsgruppe ist. zur Musikpsychologie und die theoretischen Grundlagen der Musiktherapie vermittelt.a. Ergebnisse der musiktherapeutischen Praxis darstellt. Tanzen in der sozialen Gruppenarbeit. Im Jahre 2006/07 fand eine Absolventenbefragung mittels Fragebogen statt.und Integrationsverfahren. Dabei soll auch gelernt werden. etc. 1 2 von 176 versandten Fragebögen kamen bis Juni 2006 139 zurück Eine Besonderheit der Siegener Ausbildung ist es. auf den die Zusatzausbildung aufbaut.und Instrumentalpädagogen stellen mit 16% die zweitgrößte Gruppe dar. musiktherapeutische Kompetenzen wirksam auf dem Arbeitsmarkt zu präsentieren. Umfang und Bedingungen musiktherapeutischen Wirkens im Rahmen eines Arbeitsplatzes (im Grundberuf) und zusätzlich oder ausschließlich in einem anderen Kontext. weitere therapeutische Qualifikationen. Eine weitere stark vertretene Gruppe sind Erzieherinnen (12%). die ihre Qualifikation durch die Musiktherapeutische Zusatzausbildung erweitert hat. Das Baukastenprinzip impliziert. wie Honorartätigkeit in einer Einrichtung. wodurch der Erfolg der Zusatzausbildung evaluiert wurde1. Lehrer. Heilpädagoge.).a. Außerdem muss sich jeder Teilnehmer eine Methode der Gesprächsführung angeeignet haben. Des weiteren werden Informationen erhoben über die musiktherapeutischen Schwerpunkte der Absolventen. Die Datenerhebung ergab. dass viele Teilnehmer die Absolvierung der einzelnen Ausbildungsteile zum Teil über mehr als zehn Jahre verteilen. je nach Grundberuf und vorherigen Ausbildungen (TZI. Gestalt. Instrumentenbau und akustische Klangerkundung.B. das Arrangement von Rock. Logopäde. Psychologen. sowie nach Präventionsarbeit2 in pädagogischen und sozialtherapeutischen Feldern. wie z. Basiswissen wird in Seminaren zur Sozialmedizin. dass Dipl. Altenpfleger. Gesprächsführung. Musik. Neben Informationen über den Grundberuf. Evaluation Die Universität hat in im Rahmen der Musiktherapeutischen Zusatzausbildung ca.

Dies ist noch bei 8 weiteren Personen der Fall. Einsatzorte 36 Personen setzen Musiktherapie freiberuflich ein. Päd. als Honorarkraft 49 Pers. Soz. Musiktherapie dort jedoch nicht integrieren können und deshalb zusätzlich eine Honorartätigkeit in geringem Umfang (1-3 Stunden/Woche ) in einer anderen Einrichtung ausüben. Auch die Gründe für den Nicht-Einsatz wurden erfragt. teilweise gibt es Kombinationen. in eigener Praxis 33 Pers. 3 auf der Suche nach einer Honorarstelle. Pädagogen Lehrer Musik. 105 Absolventen erbringen institutionell eingebettete Angebote1. In 13 der 23 Fälle lässt sich Musiktherapie nicht in den derzeitigen Aufgabenbereich integrieren. 5 Personen waren zum Zeitpunkt der Erhebung in Familienpause. Musiker Kirchenmusiker Erzieherinnen Krankenschwester/-Pfleger Ärzte 12% 3% 6% 10% 6% Dipl. Dipl.Grundberuf 10% 2% 2% 6% 43% Dipl. 10 in Kombination Honorarstelle und freiberufliche Tätigkeit in einer Praxis und 17 kombinieren Beschäftigung im Grundberuf und zusätzlich Honorartätigkeit Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Einsatzorte von Musiktherapie 1 teilweise Überlappungen 155 .und Instrumentalpäd. Arb. bei einer Person steht die Dissertation über Musiktherapeutische Arbeit im Vordergrund. integriert im Grundberuf 78 Personen zur Zeit nicht 23 Pers. in einem Fall ohne Angabe. die in ihrem Beruf tätig sind. davon: 78 integriert am Arbeitsplatz bei Beschäftigung im Grundberuf. 49 Absolventen haben eine Honorarstelle. 33 sind in eigener Praxis tätig. Psychologen Sonstige Eingesetzt wird Musiktherapie von 78 Personen in ihrem Grundberuf. Soz. 22 als Honorarkraft.

Dipl. Diplompädagogen. Die Behandlungs. schwerpunktmäßig mit Erwachsenen. andere 43 Die Frage nach dem präventiven Einsatz musiktherapeutischer Methoden ergab. 62 schwerpunktmäßig mit Kindern. die Präventionsarbeit in Form von 1 Mehrfachnennungen möglich 156 . dass 93 von 139 Absolventen zum Zeitpunkt der Befragung Präventionsarbeit leisteten.Selbstständig/Freiberufl. in eigener Praxis als freier Mitarbeiter in einer Praxis Div. Heime Kliniken (stat. Sozialarbeiter und Lehrer bzw.und Arbeitsschwerpunkte1 Geistige Behinderung 12 Entwicklungsverzögerungen 5 Behinderungen allgemein 9 Sprachstörungen 4 Autismus 9 Down Syndrom 4 Psychische Erkrankungen 8 Rettsyndrom 3 Psychosomatische Störungen 6 Mutismus 3 Persönlichkeitsstörungen 4 Traumata 5 Trennung und Scheidung 4 Wachkoma 3 div. 12 davon ausschließlich.) Schulen/ Sonderschulen Tageskliniken/-stätten Musikschulen Kindergarten/Kitas Beratungsstellen Förder. Bei diesen handelt es sich zu ungefähr gleichen Teilen um Dipl. Sozialpädagogen.bzw. 7 speziell mit Frauen und 10 mit Familien zu arbeiten. Arbeitsschwerpunkte Die Angaben wurden durch Multiple-Choice-Auswahl ermittelt Verhaltensauffälligkeiten 61 Ängste / Angststörungen 60 Depression 54 Aggression 53 Musiktherapie bei Trauer 38 ADHS 37 Demenz 24 Schmerz 21 in offener Form erfragte sonstige Behandlungs. 40 mit Jugendlichen und 27 mit Senioren.und Therapieeinrichtungen Hospize Fortbildungsinstitute Ambulante Pflege Kichengemeinde Werkstätten Familienhilfe 33 3 23 22 16 10 8 7 6 5 2 2 1 1 1 1 Bezüglich des Klientels geben von 116 musiktherapeutisch tätigen Absolventen 68 an.

und Weiterbildung In: Marchal. dass ihre berufliche Perspektive durch diese Zusatzausbildung erweitert wurde. Hartmut (1989): Musiktherapie in der Sozialarbeit. dass immer weniger Institutionen sich einen hauptberuflichen Musiktherapeuten leisten können oder wollen. kann sie als Binnenqualifikation in einem pädagogischen. Wien Friedemann. Lilli (1969a): Musikalische Bewusstseinsbildung ohne Noten. 39 Personen haben sich auf Grund der Zusatzausbildung beruflich umorientiert. 157 . Siegen. Lilli (1973): Einstiege in neue Klangbereiche durch Gruppenimprovisation. Berlin Ernst. die Zusatzausbildung als persönliche Bereicherung zu erleben. 123 gaben an.und Kommunikations. Literatur: Charles. soziale und professionelle Aspekte. Singen. Ramona (2005) Die Bedeutung der Musiktherapeutischen Zusatzausbildung für Studium und Praxis. Hilarion (2006): Lehrtherapie in der Ausbildung von Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten – personale. „Die Erfahrungen in der Ausbildung sind eine Bereicherung für das gesamte Leben. Zeitschrift für Musikpädagogik 18: 44-49 Friedemann. Fritz (1997): Improvisation und Musiktherapie. den Rahmen musiktherapeutischer Arbeit durch klare Abgrenzung zu anderen Aufgaben der Institution sicher zu stellen. 500-502 Friedemann. bis die Voraussetzungen für die berufspolitische Anerkennung der Musiktherapie gegeben sind. Bandarbeit. Archiv für angewandte Sozialpädagogik 289-302 Kapteina. Trommeln. Anselm (1982): Musik und Sozialpädagogik – Zur Neuorientierung der Schulmusik. Peter (Hrsg. Hartmut (1977) Anmerkungen zum derzeitigen Stand der Musikpädagogik im Sozialwesen. Ein weiterer Gewinn des Siegener Modells ist der Nutzen der Musiktherapeutischen Ausbildung als Erweiterung und Bereicherung des Sozialpädagogikstudiums oder Lehramtsstudiums hinsichtlich Wahrnehmungs. Lilli (1971): Kinder spielen mit Klängen und Tönen. Siegen: Universität Kapteina. Möglichkeiten und Wirkungen von freier Musik. so ein Absolvent in einem Interview über die Bedeutung der Zusatzausbildung (Hesse 2005). Klangmassage anbieten. dass der Zusatzausbildung eine erheblich Bedeutung seitens der Absolventen beigemessen wird. machten diese Angabe. pflegenden oder anderen helfenden Beruf so lange dem Gesundheitsund Sozialwesen als Ressource zur Verfügung zu stehen. Lilli (1969b): Kollektivimprovisation als Studium und Gestaltung neuer Musik. Allerdings ist es oft schwierig. Persönlichkeitsentwicklung und Erweiterung des methodischen Handlungsrepertoires. Hartmut (2007): Zur Ästhetik der musikalischen Improvisation in der Musiktherapie.Musizieren. Gegenwärtiger Stand und Konsequenzen für die Aus. Befragt danach gaben 1341 Personen an. Wolfenbüttel Friedemann. 100-118.): Einführung in das Fach Ästhetik und Kommunikation. Wien Frohne Hagemann. Paderborn Hesse. und damit Angehörige anerkannter Professionen mit musiktherapeutischer Zusatzausbildung hervorragende Beschäftigungsmöglichkeiten bekommen. SIEGEN:SOZIAL 68-70 Kapteina. Der Ausbildung beigemessene Bedeutung Der signifikante Einsatz von Musiktherapie (116 von 139 Absolventen) lässt bereits vermuten. die dazu führt dazu. Tanzen. Musikmalen. Musiktherapeutische Umschau 517 Hegi. die Musiktherapie derzeit nicht ausüben. Fazit Unabhängig von der derzeitigen Arbeitsmarktsituation. Isabelle und Petzold. Die musiktherapeutische Spezialisierung in einem anerkannten Grundberuf ermöglicht den Zuwachs an Methoden und Handlungsrepertoire und damit einen besseren Zugang zum Klientel. denn sie dienen mir auch heute noch zur Psychohygiene“. Musiktherapeuti1 auch Absolventen. Musik und Bildung. Improvisation. Daniel (1984): Musik und Vergessen.und anderer pädagogischer Basisqualifikationen sowie Selbsterfahrung.

Sozialpädagoge. Musiktherapeut mit Heilerlaubnis der Psychotherapie (HPG). Düsseldorf Nordoff. Sozialpädagogin mit Musiktherapeutischer Zusatzausbildung und Zusatzstudium Kulturpädagogik. Dipl. Hans (1993): Musik und Malen in der therapeutischen Arbeit mit Suchtkranken. *1951. Wiesbaden Ministerium für Wissenschaft und Forschung. Rosemarie (2006): Neue Wege der Musiktherapie. Musikschullehrer. Supervisor DGSv. Hartmut. 26-37 Wrisch. Nr. Wolf (1978) Der Lernbereich Ästhetik und Kommunikation. Dipl. Sozialarbeiterin. Musiktherapeutische Praxis an einer akutpsychiatrischen Klinik. Musiktherapeutische Umschau 232 – 235 Kasseler Konferenz der Musiktherapeutischen Vereinigungen (2005): Erste Konsensbildung zum Berufsbild.sche Umschau 5-16 Kapteina. Individuelle Behandlung für das behinderte Kind. Wiesbaden Tüpker. Materialien zur Didaktik und Methodik des Musikunterrichts. Leitender Dozent in der musiktherapeutischen Zusatzausbildung an der Universität Siegen Ramona Hesse. *1957. Stuttgart Kasseler Konferenz der Musiktherapeutischen Vereinigungen (1998): Thesen zur Musiktherapie. Almut (1976): Musik in der Sozialpädagogik. Lehrbeauftragte für Msuik und Bewegung. Supervisorin DGSv. Lehrbeauftragte und Lehrmusiktherapeutin der Universität Siegen. Musiktherapeutische Umschau 77-79 Leidecker. NW (1976): Erlass von September 1976. Ausbildungsleiterin der Musiktherapeutischen Zusatzausbildung der Universität Siegen Karl Heinz Wortmann. Clive (1986): Schöpferische Musiktherapie. *1944. Stuttgart Seidel. Gestaltberater. Musiktherapeutische Umschau 216-226 von Werder. Lutz (1997): Psychotherapeutische Sozialarbeit am Ende des Sozialstaats. Hörtreiter. Dipl. Schöpferisches Handeln zwischen Pädagogik und Therapie. Betr. Lehrbeauftragter und Lehrmusiktherapeut der Universität Siegen. Ästhetik und Kommunikation. Paul und Robbins. Tanz an der Universität Siegen Hartmut Kapteina. Sozialmagazin 5. IV A 2 6406. Musiktherapeutin (BVM) mit Heilerlaubnis der Psychotherapie (HPG) in eigener Praxis und an der Musikschule der Stadt Siegen. Professor für Musikpädagogik und Musiktherapie an der Universität Siegen 158 . Seevetal Die Autoren des vorstehenden Textes sind: Inge Kritzer. Klaus (2002): Musik als Begegnung. Musiktherapeut (BVM) mit Heilerlaubnis der Psychotherapie (HPG) in eigener Praxis mit erwachsenen Patienten. *1946.

Musik und allen anderen Fächern“ versehen sein könnte: Methodik ästhetischer Aneignung in der Sozialpädagogik 1. über großes Repertoire an Möglichkeiten. ästhetische Erfahrungen anzuregen. es gibt kein richtig und falsch. ausreichend Raum und Zeit geben zur sinnlichen Erfahrung 2. jede subjektive Lösung würdigen 3. Methoden der Gesprächsführung beherrschen und anwenden clientzentrierte Gesprächsführung (Rogers) themenzentrierte Interaktion (Cohn) 159 .Aus dem Titel: Christine Mann u. Assoziationen. Identifikationen. ausgewogenes Verhältnis zwischen sinnlichem Erleben und Reflexion anregen 4.a. die auch mit der Überschrift „ganzheitlicher Unterricht in Kunst. Projektionen. Beziehung zwischen ästhetischer Erfahrung und Alltagsleben herstellen 5. direkte Gefühlsäußerungen der Teilnehmer annehmen 7. Erinnerungen. verfügen 6.: „Selbsterfahrung durch Kunst“ (Weinheim 1995) gebe ich nachfolgend unter dem Stichwort „Methodik ästhetischer Aneignung in der Sozialpädagogik“ eine kleine Zusammenfassung. Vielschichtigkeit (Universalität) ästhetischer Erfahrung anerkennen: Sachaussagen.

Kreuzrhythmen etc. z. psychologisches und medizinisches Wissen (psychosoziale Konfliktfelder. (Wolfgang Jaedke: Popmusik als Epochenstil. Siegen 1989.) Praxiserfahrung (musiktherapeutische Settings kennen. Gesang und ggf. in: Marchal. konsequentes Verhalten C.und Jugendalters.. sich selbst annehmen und einbringen können . Singen. Keyboard. Besetzung“.. Musiktherapie in der Sozialarbeit. die für die Szene seit den 50er mit geringfügigen Abweichungen unverändert gültig sind: das Schlagzeug grundiert ein Stück von Beginn bis zum Ende das Instrumentarium besteht aus Schlagzeug. Keyboard1). Improvisation nach Regeln B. für die Arbeit mit Heimkindern: A. Begeistern können A. ein Soloinstrument diese „spezifische Klangfarbe“ wird durch hinzukommende elektronisch erzeugte Klangeffekte modifiziert.) Je nach Klientel werden verschiedene Kompetenzen zusätzlich genannt. improvisieren können . Frustrationstoleranz. singen können. 1 Zur Frage der „Neuheit“ im Bereich der Rock. C. Musikpraxis (Instrumente spielen können.. Refrain) Rhythmisch dominiert der 4/4 Takt. Formales Kompositionsprinzip ist die Liedform (Strophen. C. Instrumentenbau. 2000.. die Ergebnisse zeigten Kompetenzbedarf auf den vier „Säulen der Musiktherapeutischen Ausbildung“ (Kasseler Konferenz): A. Versuch einer musikhistorischen und musiktheoretischen Aufarbeitung. bestimmte Instrumente mit geringem Schwierigkeitsgrad spielen können (Gitarre. Gruppen leiten können. Rock. D. Interaktionen gestalten können.und Weiterbildung. wissen. B. Liederrepertoire beherrschen.B.): Populäre Musik im kulturwissenschaftlichen Diskurs. Tanzen.. Kreativität. 201-206) 160 . E-Bass. A. Schwerpunkt-Antizipationen. In: Helmut Rösing und Thomas Phleps (Hrsg. Schlagzeug. „Tempo und Lautstärke variieren fast nie. Varianten sind bei der Behandlung gesellschaftlicher Themen gegeben.und Popmusik ist Vokalmusik mit lyrischer Grundhaltung (Ausdruck eines fühlenden Subjekts).und Popmusik belegt Wolfgang Jaedke eine ganze Reihe musikalischer Konstanten. einer oder mehreren Gitarren.. Jugendsoziologie Bei der Arbeit mit Behinderten: Selbst eine enge persönliche Beziehung zur Musik haben B. Beiträge zur Popularmusikforschung 25/26. Synkopen. Peter (Hg): Einführung in das Fach Ästhetik und Kommunikation. Praxis reflektieren können.) Soziologisches. wie Musik auf einen selbst wirkt. Gegenwärtiger Stand und Konsequenzen für die Aus. Tanz und Bewegung Reflexion der eigenen Jugendphase Sensibilität für die Geschichte und die besondere Entwicklungssituation der Jugendlichen Entwicklungspsychologie des Kinder. D. Krankheitsbilder. Einfühlungsvermögen. Karben: CODA Musikservice + Verlag. höchstens in Abhängigkeit von Schlagfolge bzw. musikalische Hörstunden veranstalten können. Musikpsychologie . die Rhythmische Gestaltung ist den bekannten afroamerikanischen Merkmalen verpflichtet: Offbeat... außerdem wird verlangt: Singen. damit man den Jugendlichen eigene Rockmusik – Praxis ermöglichen kann. Supervision . Realitätssinn. 100-118).) Selbsterfahrung (sich selbst kennen. In der Jugendarbeit: Sich musikalisch ausdrücken können.In den Jahren 1987 und 1988 haben wir im Kreis Siegen Wittgenstein eine Befragung bei allen Trägern sozialer Arbeit über den Bedarf an musikbezogenen Kompetenzen bei Sozialpädagogen und Sozialarbeitern durchgeführt (vgl.

Geduld Alterseinschränkungen und -krankheiten kennen A. z. B. 161 .B. begleiten und auswerten können Persönliche Ausstrahlung. D. in denen man mit Musik besser weiter kommt als mit Gespräch In der Altenarbeit Musik flexibel einsetzen können (im Krankenzimmer. A. C. Verständnis für alte Menschen. C. Eine positive Einstellung zu Behinderungen haben Abgestimmte Einstiegesmöglichkeiten kennen und anwenden können. Tod. D. C. auf die Geschichte und die behinderungsbedingten Besonderheiten eingehen können Krankheiten und Behinderungsarten kennen In der Beratungsarbeit: Offene musikalische Spielsituationen personenbezogen gestalten. die Mut macht zu musizieren Sensibel sein für Situationen. in der Gruppe. bearbeitet haben Liebe.B. bei offenen Veranstaltungen) Existenzfragen. Glaube. B.

wie Rockmusik mit Jugendlichen. „Geschlechterrollen in musikalischen Jugendkulturen“ und allgemeine didaktische Grundlagen der Musikpädagogik oder der Musiktherapie in Sozialarbeit und Sozialpädagogik sowie für einzelne Praxisprojekte. Kindermusical. In 14 Veranstaltungen werden Praxisprojekte begleitet. ausgehend von den vorhandenen ästhetischen Fähigkeiten der Adressaten. Es reicht von speziellen musikalisch handwerklichen Angeboten. welches in der Sozialen Arbeit als verbindlich anzusehen ist. soziales.. Im Wintersemester 2002/2003 werden von den untersuchten Hochschulen 17 Vorlesungen und Seminare mit theoretischen Einführungen angeboten. 28). welche die Studierenden befähigen. Sprache. Seminare und Übungen gehören. Mehrfach begegnet uns in den Vorlesungsverzeichnissen die musikalische Gruppenimprovisation.und Videopraxis über Verbindungen mit anderen Ausdrucksformen. ist noch heute die Fähigkeit. sie repräsentiert vielmehr ein ganzheitliches ästhetisch-didaktisches Prinzip im Umgang mit Musik. auch Musik am Computer und digitale Medien. Instrumentenbau oder Malen nach Musik.und Feiergestaltung. Rockmusikpraxis. Hörspiel. Sie ist nicht nur eine bewährte musikalische Methode in der Sozialpädagogik. Die Gruppenimprovisation bietet als „elementare Musik . In 52 Methodenseminaren und Übungen erhalten die Studierenden das methodische Rüstzeug für die musikpädagogische Arbeit mit den verschiedenen Klientengruppen. ästhetisches und politisches Lernen bilden dabei im Einklang mit psychischer Entwicklung und spiritueller Orientierung eine sozialökologische Einheit (Kapteina 2001). Tanz. Gitarre. Rhythmusarbeit. Das Spektrum der Themen reicht von allgemeinen historischen. Bestandteil des sozialpädagogischen Qualifikationsprofils. ausreichend Raum und Zeit zur sinnlichen Erfahrung gegeben werden.Text zum Stichwort MUSIK aus dem Wörterbuch „Soziale Arbeit“. „Gruppenimprovisation“ ist ein schöpferisches musikalisches Vorgehen. bis hin zu musikalischen Selbsterfahrungsgruppen und Einführung in die Orff-Musiktherapie. als Einzelner. dass zur sozialpädagogischen Ausbildung zwingend auch Vorlesungen. Die Merkmale der Gruppenimprovisation sind generell auf kreative soziale Gruppenarbeit übertragbar: es muss.. szenischem Spiel. einen Rahmen. Kinderkunstwerkstatt. Dabei werden implizit die lebensweltlichen Beziehungen des Menschen und die grundlegenden Bedingungen seiner Existenz thematisiert. Erfahrungs. Fest. Singen und Instrumentalspiel mit Blockflöte. der es möglich macht. 162 . Dabei können Spielregeln oder freie situations. Obwohl der damals festgelegte Umfang des Lehrangebots nie erreicht wurde. wie Musiktheorie. als Partner. emotionales. wie Bewegung. Musikalisches. Die Ergebnisse werden grundsätzlich nicht nach den Kategorien richtig oder falsch bewertet.oder personenorientierte Ideen zu Grunde gelegt werden.und Entwicklungschancen wahrzunehmen“ (Leidecker 2002. musikalische Spielgruppen und Konzerte mit Kindern. Musik reflektiert und methodisch anzuwenden. Musik oder Folkloretanz mit Senioren. ästhetische Gegenstände differenziert wahrzunehmen und in den kommunikativen Prozessen des beruflichen Handelns schöpferisch zu nutzen. Gehörbildung. gesellschaftlichen und ästhetischen Fragestellungen bis hin zu adressatenspezifischen Reflektionen über „Jugend und Musik“. als Gruppe. Das belegt ein Blick in die aktuellen Vorlesungsverzeichnisse: Von 22 Hochschulen mit sozialpädagogischen Studiengängen in Deutschland erbringen lediglich zwei kein musikpädagogisches Angebot. Weinheim 2003: Mit einem Erlass zum Studienfach „Ästhetik und Kommunikation“ legte 1976 das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein Westfalen fest. bei dem musikalisches Handeln und Lernen mit seelischem und sozialem Erleben unauflösbar verknüpft entwickelt und reflektiert wird. Radiosendungen.

Musikpädagogisch qualifizierte Sozialpädagogen führen in Stadtteilen oder in abgelegenen ländlichen Gebieten Musikkurse durch. Mann 1995). Komponieren und Improvisieren von Musik ist“. 1996. 163 . Keyboard-. (vgl. Musik in der Sozialen Arbeit befindet sich somit im Schnittfeld zwischen Musikpädagogik. Frühförderstellen und im Rahmen von Schulsozialarbeit praktiziert. Entwicklungsbedingt spielen in der Jugendarbeit musikpädagogische Maßnahmen auf dem Gebiet der Pop. Seidel. Forum Musiktherapie und Soziale Arbeit. dass er über ein großes Repertoire an Möglichkeiten verfügt. Auch bei der Jugendarbeit haben sich mobile Projekte bewährt. Dentler 2001). Er ist in der Lage. Sie werden meist in übergeordnete sozialpädagogische Zielstellungen eingebunden.- Jede subjektive Lösung wird gewürdigt. Schreiber 2003). dem Verstehen von Musik und der Erlangung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Interpretieren. ästhetische Erfahrungen anzuregen. zum Beispiel ausrangierte Linienbusse. 10). Sie bestimmen auch in stationären Jugendhäusern unter kommunaler oder kirchlicher Trägerschaft die musikalische Praxis. Schulen oder abgelegene ländliche Ortschaften anfahren und dort Musikworkshops für Jugendliche und Unterricht im Gitarren-. die Konzepte für die musikalische Breitenbildung aus der Nachkriegszeit für die Jugendmusikschule aktualisieren. die Vielschichtigkeit (Universalität) ästhetischer Erfahrung anzuerkennen und Sachaussagen. unterstützen die familiäre Sozialisation (vgl. Soziale Berufskarrieren verlaufen dementsprechend nach drei unterschiedlichen Orientierungen: Entweder werden die in der Ausbildung erhaltenen Kompetenzen in die Sozialpädagogik mit einem bestimmten Klientel integriert oder es werden künstlerische und musikpädagogische Fähigkeiten im Rahmen von gemeinwesenorientierter Kulturarbeit und –Management umgesetzt oder sie kommen in therapeutischen. auf der einen Seite und Musiktherapie als Psychotherapie auf der anderen Seite (Wickel 1998. al. die sich explizit an Kinder aus benachteiligten Familien richten (vgl. „Mobile Musikschulen“ stellen Projekte der Gemeinwesenarbeit dar. Projektionen sowie direkte Gefühlsäußerungen der Teilnehmer anzunehmen und für die Entwicklung der Einzelnen und der Gruppe zu nutzen (vgl. rehabilitativen oder präventiven Maßnahmen des Gesundheitswesens zum Tragen. wie Musikfreizeiten. Kapteina 2003) Musik und Soziale Arbeit mit Kindern wird von Sozialpädagogen in Vorschuleinrichtungen. um die Entwicklung ästhetischer sowie sozialer Kompetenz zu fördern und um bei der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten vorbeugend oder korrigierend einzugreifen. Erinnerungen. Mann et. Entsprechende Zusatz. Familienwochenenden etc. „deren Ziel die Befähigung zum bewussten Umgang mit Musik. Spielgruppen für Kinder und ihre Eltern sowie Familienorientierte Angebote. 1995) Die Kompetenz des Sozialpädagogen besteht darin. Rockmobile sind fahrende Musikstudios.und Weiterbildungsangebote sind auf dem Markt (vgl. Der Prozess wird in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen sinnlichem Erleben und Reflexion gestaltet. Spezielle Angebote für gefährdete Kinder werden als begleitende Fördermaßnahmen in Kindergarten und Kinderhort. Hill. 1992. in Kapteina 2003). Bass. die soziale Brennpunkte. Tageseinrichtungen und Schule eingeführt. wie Gewaltprävention und Entwicklung von sozialer Kompetenz und Basisqualifikationen (Dentler 2001) oder Prävention. wobei die ästhetischen Erfahrungen zum Alltagsleben in Beziehung gebracht werden.und Rockmusik eine zentrale Bedeutung. Identifikationen. Assoziationen. Schlagzeugspiel und Gesang durchführen (vgl.

Das wurde für die ambulante Beratung und Behandlung von Suchtkranken und ihren Angehörigen von Kapteina und Hörtreiter exemplarisch dargestellt (1993). Hartmut: Gruppenimprovisation als Element des Qualifikationsprofils helfender Berufe.: Musik zum Erleben. Opladen 1996 Kapteina. al. Heilen.: Partytime. Opladen 2001 Hill. H. Sie organisieren Kulturprogramme oder entwickeln zusammen mit Bewohnern Konzepte für die Gestaltung akustischen und des musikalischen Milieus in den Einrichtungen. Eine lebensgeschichtlich orientierte Fallstudie der Jugendarbeit.uni-siegen. B.Neben den bereits erwähnten bei Mann et.und Ausbildungskonzept.: Musik und Malen in der therapeutischen Arbeit mit Suchtkranken. Literatur: Dentler. H. Wiesbaden 2002 Mann. http://www. 35-44 Kapteina. K.musiktherapie. Musikmachen und Lebensbewältigung. problematische Konstellationen im musikalischen Rollenspiel deutlich erkennbar und Lösungen erarbeitet werden. In: Ringgespräch über Gruppenimprovisation LXVII 2001. K. B. Stuttgart 1993 Kapteina. beschriebenen musikalischen Angeboten in der Erwachsenenbildung kommt Musik im Bereich der Sozialen Arbeit bei der Beratung von Erwachsenen immer denn zum Tragen. C. In stationären Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe bietet Musiktherapie in den Händen von Sozialarbeitern und –Pädagogen mit entsprechender Zusatzausbildung wichtige Beiträge zur wirksamen Bearbeitung vermiedener Emotionen und verdrängter Erlebnisinhalte.: Musik als Begegnung.de 2003 Seidel. Auch in der Ehe. Im Rahmen des Gruppen übergreifenden Dienstes organisieren Sozialpädagogen Singrunden und Tanznachmittage. H. Des weiteren leistet Musik bei der Altenhilfe in Heimen und Pflegeeinrichtungen einen wichtigen Beitrag zur psychophysischen Gesundheit. A.: Selbsterfahrung durch Kunst. : „Rockmobil“ . Eine Einführung.eine ethnographische Studie aus der Jugendarbeit. H. et. H.): Handbuch Musik in der Sozialen Arbeit.: Musikpädagogik in der sozialen Arbeit. Dabei kommt vor allem dem gemeinsamen Singen herausragende Bedeutung zu. H. H. 298-306 Wickel. / Hörtreiter.und Familienberatung können Rollenkonflikte. Weinheim 1995 Schreiber. (Hrsg. Helfen. wenn der verbale Diskurs die eigentlichen psychosozialen Problemstellungen nicht hinreichend erreicht. Weinheim 2004 164 . Schreiber@momu. H. die Mobile Musikschule. Anmerkungen zu einem Praxis. Münster 1998 Wickel.de/musiktherapie/ Leidecker. in: Musiktherapeutische Umschau 1992.: Sozialpädagogische Musiktherapie. al.: MOMU.

wie man es bei gestressten Eltern oder Lehrern tut. etwas von der schöpferischen Begeisterung. bei denen ich die Freiräume jenseits von Metrik und Tonalität genoss. Crossen 2005: Akademie für angewandte Musiktherapie. Die Geburt der Gruppenimprovisation aus der Neuen Musik Mein Studium finanzierte ich mit Musikunterricht an einer Fachschule für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen. das erste Studio für elektronische Musik am WDR und später auch an der Hochschule. welche Bedeutung dem ästhetischen Zugang in der musiktherapeutischen Praxis und Theoriebildung zukommt. die man beim Komponieren erlebt.und Kompositionsstudiums an der Musikhochschule in Köln für mich selbst als Möglichkeit entwickelt. 2 1 165 .und anderen Kompositionstechniken. Ich fühlte mich bedauert. nämlich von Patient und Therapeut. Immerhin war es ihr gelungen. Improvisation und ganzheitliche Musikpädagogik Improvisation als ästhetische und gesellschaftliche Zumutung in der Musiktherapie1 Am Beginn einer Musiktherapie Sitzung sprach eine Patientin Sitzung zu mir: „Wie kann man diesen Krach den ganzen Tag aushalten!“ Ich deutete ihn als Impuls auf mehreren Ebenen: Ich sah etwas wie Stolz in ihren Augen. Ligeti. Sie entwarfen Modelle Erschienen in: Haase. Stockhausen. denen sie zum Teil exzessiv in der Musiktherapie Ausdruck verlieh. Die Schülerinnen kamen in Kontakt zu ihren schöpferischen Fähigkeiten. Musikalische Freiheit jenseits von Metrik und Tonalität Der Weg dahin verlief über kompositorische Erfahrungen mit der Zwölfton.): Improvisation – Therapie – Leben. 64-75 Ich verwende in diesem Beitrag die Begriffe Improvisation und Gruppenimprovisation synonym. werde ich am Ende meines Beitrags berichten. Das war wie ein musikdidaktischer Quantensprung. Ich habe die musikalische Gruppenimprovisation2 in den Sechziger Jahren während meines Schulmusik. lauten und aggressiven Anteilen zu bekommen. in den Musikunterricht einzubringen. elektronischen und aleatorischen Kompositionsexperimenten im Aufbruchklima der Sechziger Jahre und an einer Musikhochschule. weil der musiktherapeutische Kontext die therapeutische Beziehung von mindestens zwei Personen voraussetzt. Sie äußert Klärungsbedarf einerseits. in denen wir zusammen mit unseren Lehrern lernten. Stolz. Hier entstand bei mir die Idee.10 Neue Musik. Cage. eigene Ordnungsprinzipien zu entwerfen und musikalische Zusammenhänge zu stiften. anderseits aber auch eine deutliche Abwertung des musikalischen Handelns – sowohl des der Patientin selbst als auch des ihrer Mitpatienten. mit Schülern in einen schöpferischen und sinnvollen Prozess des Musik Lernens zu kommen. Wie ich darauf eingegangen bin. wo die Avantgarde der damaligen Zeit zu Hause war: Bernd Alois Zimmermann. Kagel. dass es doch möglich sein müsste. Antje (Hrsg. Vor allem aber hörte ich eine ästhetische Anfrage: Was machen wir hier eigentlich? Musiktherapie oder Krachtherapie? Die ästhetische Anfrage berührt die theoretischen und ethischen Rahmenbedingungen der Therapie. deren Kinder außer Rand und Band geraten sind. im Verlauf ihrer Depressionsbehandlung Kontakt zu ihren wilden. Ein spannendes Abenteuer mit seriellen. wie es damals hieß. Ulrike. Zuvor möchte ich nach einer historischen und zum Teil auch biographischen Einleitung eine ästhetische Theorie der musikalischen Improvisation darlegen und anhand einer kurzen Szene aus der Behandlung der zitierten Patientin aufzeigen.

Jahrhundert. Wolfgang Longardt. zur Mitbestimmung. schallfähige Materialen aus dem Wald. bei dem keiner den anderen überflügelt“ (1969). eben auch den sog. Gerd Lisken. Diese Entwicklung von der avantgardistischen Komposition zur Gruppenimprovisation war von intensiven gesellschaftspolitischen Reflexionen begleitet. Das äußerste Stadium dieser Entwicklung ist erreicht. 160). sind sie von der radikalen Erweiterung des musikalischen Materials bestimmt. So entstehe „ein Zusammenspiel. die sie mit graphischen Zeichen darstellten und gemeinsam umsetzten. müssen sie mit psychothe166 .für Kompositionen. den Kompositionsprozess neu zu definieren. dass ich nicht allein auf diese Idee gekommen war. Den Interpreten und auch dem zuhörenden Publikum wird immer mehr Verantwortung für die Realisation des Werkes zugewiesen. Sie liegen auch abseits der musikalischen Vermarktungswege und außerhalb der in der Gesellschaft geläufigen Konsumgewohnheiten. um nur einige zu nennen. gleichzeitig hatten Kolleginnen wie Gertrud Meyer-Denkmann. Hier genau ist die Gruppenimprovisation entstanden. Gruppenimprovisation als gesellschaftlicher Gegenentwurf Insofern gilt die Gruppenimprovisation als musikalische Subkultur und Entwurf einer Gesellschaft. In diesem Zusammenhang fungiert die Gruppe als Minigesellschaft. Ich kennzeichnete sie als vorläufigen Endpunkt der Entwicklung von Kompositionstechniken im 20. dass das musikalische Verhalten in der Gruppenimprovisationen auch von den individuellen Lebenserfahrungen jedes einzelnen bestimmt ist. Die Produkte der Gruppenimprovisation liegen nicht nur jenseits herkömmlicher musikästhetischer Kategorien (ein führender Musikwissenschaftler bezeichnete Anfang der Siebziger Jahre bei den Darmstädter Tagen für Neue Musik Gruppenimprovisation als „musikalischen Dreck“). Peter Ausländer. Eine erste ästhetische Beschreibung der Gruppenimprovisation unternahm ich 1974 in der Zeitschrift „Archiv für Angewandte Sozialpädagogik“. die von gleichberechtigter Teilhabe aller ihrer Mitglieder bestimmt ist. 1972 stellte ich die Gruppenimprovisation in meiner Probevorlesung an der damaligen Fachhochschule Siegen . Das liegt inzwischen nicht nur jenseits von Metrik und Tonalität sondern umfasst Alltagsgeräusche. Interpret und Hörer in ein und derselben Person vereinigt sind. diskutierten die Ergebnisse. innerhalb derer die Eigeninitiative der Ausführenden das klangliche Ergebnis bestimmt. ähnliche Entwicklungen vollzogen. Sie entwickelten große Musikaktionen. Ich behauptete. Helmut Schaarschmidt. dass die Beteiligten in der Gruppenimprovisation Verhaltensmuster bei sich selbst und bei den anderen erkennen können. wenn die Rollen von Komponist. Die Komposition enthält mehr oder weniger umfangreiche Spielräume. „Krach“. Lore Auerbach. Frank Grootaers. die bei Schulfeiern zur Aufführung kamen. Franco Evangelisti formulierte „kritische Einstellung und Bescheidenheit aller Mitglieder“ als maßgebliche Kriterien für den gemeinsamen Schaffensprozess in der Gruppenimprovisation. zur Wahl“ gefordert (Loos 1986. Zum Einsatz kommen Alltagsgegenstände. Jeder ist „in jeder Sekunde zur Entscheidung.Gummersbach (heute Universität Siegen) im Fachbereich Sozialwesen als Methode politischer Bildung in der Sozialen Arbeit vor und erhielt den Ruf auf die Professur im Fach Musikpädagogik. Das musikalische Verhalten der Mitglieder bildet bestehende gesellschaftliche Verhältnisse ab und offenbart deren Veränderbarkeit. verglichen sie mit Werken neuer Musik. Bei der Arbeit mit ihnen entdeckte ich die Gruppenimprovisation. Mit der Zeit merkte ich. Damit einher geht eine neue Rollenflexibilität der am musikalischen Prozess beteiligten Personen. aus Fabrikhallen etc. Herkömmliche Instrumente werden unüblich bedient mit der menschlichen Stimme werden die unüblichsten Artikulationen hervorgebracht. entstehen viele Varianten. Allerdings zeigte sich bald. Wenn dabei Traumata und ungelöste Lebenskonflikten zum Ausdruck kommen. Lilli Friedemann.

Den zweiten Weg markierte zum Beispiel Paolo Knill mit seiner Forderung.“ (1979.w. auch. Handhabung. dass musiktherapeutische Theoriebildung grundsätzlich musikimmanent zu betreiben sei. 149). altorientalische Musiktherapie und viele andere mehr. wenn sie im klinischen Rahmen stattfindet. was „bedeutet“ die Improvisation. das man sieht. Das bedeutet also. Zwei Wege von der Gruppenimprovisation zur Musiktherapie: Improvisation als musiktherapeutische Spielart einer etablierten Psychotherapie oder Improvisation als Musiktherapie Für viele Vertreter der Gruppenimprovisation begann an dieser Stelle ihre Entwicklung zum Musiktherapeuten. Im Gegensatz zum öffentlich anerkannten „Kunstwerk“ haben diese musikalischen Zusammenhänge unmittelbar mit den musikalisch handelnden Personen zu tun. verhaltenstherapeutische. Sozialtherapie u. was ist falsch?). Das ändert aber nichts daran. So präsentiert sich die Musiktherapie in Deutschland. Das geschah auf. dass die Gruppenimprovisation. welche Inhalte transportiert sie? Nach Adorno. Form als Zusammenhang alles Einzelnen vertritt im Kunstwerk das soziale Verhältnis. und das auch mit ihren gesellschaftspolitischen Implikationen. als Disziplin mit verschiedenen Varianten: psychoanalytische. Die meisten stellten die Gruppenimprovisation in den Rahmen unterschiedlicher psychologischer und psychotherapeutischer Theorien und Verfahren. morphologische. wie Psychoanalyse.f. Die eingehenden Diskussionen in der Kasseler Konferenz zu diesem Thema sowie jüngste Publikationen von Martin Drewer (2000) und Isabelle Frohne-Hagemann (2001) lassen hoffen. die Adorno zufolge soziale Verhältnisse „vertritt“. Was „meint“ Musik. wenn auch seit 1998 unter der Klammer einer einheitlichen Definition ihres Begriffs (Kasseler Konferenz). und es nichts ‚Genaueres’ gibt. was ist 167 . dem das Werk entstammt. integrative. fühlt oder riecht“ (1985.s. Zur ästhetischen Theorie von Jan Mukarovský Adornos „Zusammenhang alles Einzelnen“ wird über die eingehende musikalischen Analyse der Improvisationen erfasst: Instrumentenwahl. als in ihr ein formaler Zusammenhang zwischen einzelnen Teilen hergestellt wird. was außerhalb ihrer selbst liegt. die Ethik oder die Moraltheorie (was ist gut. und Peter Faltin führte weiter aus. Schallverläufe. dass es in Zukunft zu einer stärkeren Orientierung an den ästhetischen Grundlagen kommt. Verhaltenstherapie. die etwas meint. dass die Improvisation etwas wie ein Symbol. wie im musikalischen Kunstwerk die Töne zueinander gefügt sind. die klassische Philosophie umfasst drei Disziplinen: die Logik oder Erkenntnistheorie (was ist richtig. Das Verständnis der Improvisation solle sich „direkt aus der Bedeutung der Musik in der therapeutischen Begegnung und nicht aus der Umdeutung in die psychologisch-reduktive Sprache psychotherapeutischer Modelle“ ergeben (1990. Intensitätsverhältnisse (Dynamik) u. die Art und Weise. Spielweise. 11 f) ist Musik keine Sprache.rapeutischen Mitteln aufgearbeitet werden. Damit haben wir die Matrix erfasst. 1963. Mukarovský diskutiert zunächst den Standort der Ästhetik. leibtherapeutische. oder andersherum formuliert: Die Musiktherapien erscheinen jeweils als musikalische Spielart einer mehr oder weniger etablierten Psychotherapie. ist ein Abbild des gesellschaftlichen Zustandes. anthroposophische. Das heißt.s. dass „die Grenzen der Sprache nicht die Grenzen der Welt sind. Gruppenimprovisationen stiften in ihrer jeweiligen formalen Gestalt ebenfalls einen Zusammenhang zwischen den musikalischen Einzelaktionen und stellen auf diese Weise soziale Verhältnisse dar. hört. dessen ästhetische Theorie (1971) ich hier kurz skizzieren möchte. 57). (vgl. Den Begriff des ästhetischen Zeichens hat Mukarovský eingeführt. eine Metapher. ein Zeichen für etwas ist. als das ‚ästhetische Zeichen’ selbst. was ist böse?) und die Ästhetik (was ist schön. Zeitstruktur (Rhythmus und Form). sozialtherapeutische. Form und soziales Verhältnis Adorno formulierte in seiner „Ästhetischen Theorie“: „Politisches impliziert Kunst jedenfalls insofern. 379). eine ästhetische Angelegenheit ist.

Der Hausarzt weist sie in die akutpsychiatrische Klinik ein. nach dem Bild des Subjekts unifiziert) und dynamisch (. Freundeskreis.. die Wirklichkeit in das Bewusstsein des Subjekts zu projizieren (vgl. sondern sie spiegeln „in sich die Wirklichkeit als Ganzes wider“ (129). an deren Analysen er seine Ästhetische Theorie entwickelte.). die dem beteiligten Subjekt eigentümlich ist. dass Menschen etwas als schön oder hässlich bewerten können.. Zu den unmittelbaren gehört die praktische Funktion wenn er mit Körperkraft oder Werkzeugen die Wirklichkeit zu seinem Vorteil umgestaltet (vgl. bezeichnet Mukarovský als „Funktion“ und definiert: „Funktion ist die Art und Weise des Sichgeltend-Machens des Subjekts gegenüber der Außenwelt“ (125). Ebenfalls zu den unmittelbaren Funktionen gehört die theoretische.) Zu den zeichenhaften Funktionen zählt Mukarovský neben der symbolischen die ästhetische. Nun zur Szene: 1 Der Name ist geändert 168 .. erzeugt eine Verhaltensweise) charakterisieren. während die ästhetische eine vereinheitlichende Verhaltensweise ihr (der Wirklichkeit. der zu Beginn zitierten Patientin.) gegenüber erzeugt“ (ebd. ist integriert in Nachbarschaft. wo sie in meine Musiktherapie Gruppe kommt.h. Der Mensch verfügt nach Mukarovský über unmittelbare und zeichenhafte Funktionen. Im Nachhinein sagt sie. dass sie „nach außen“ eine glückliche Kleinfamilie darstellten. bei der der Mensch semantische Zeichen (Sprache. In einer solchen Situation fällt sie „wie aus heiterem Himmel“ in eine schwere Depression. von der sie sich aber darin unterscheidet. Zusammenfassend können wir den Inhalt des ästhetischen Zeichens als global (spiegelt die Wirklichkeit als Ganzes).h. des Körpers. D. dass die theoretische Funktion sich um ein zusammenfassendes Bild von der Wirklichkeit bemüht. was die drei Eigenschaften von ästhetischen Zeichen in der musiktherapeutischen Praxis bedeuten. „dass sie auf keine singuläre Wirklichkeit“ verweisen.Vf. die sich ästhetischer Zeichen bedient. erlebt wird. D. wenn ihr Mann und die Kinder außer Haus waren. dass ihr Mann bereits seit vielen Jahren eine Geliebte hat. Bei dem Besuch einer Freundin erfährt sie nebenbei.) mit dem Ziel verwendet. Sohn und Tochter.: Die Vielfalt der Elemente. möchte ich verdeutlichen. Zum Ersten: „Ästhetische Zeichen spiegeln in sich die Wirklichkeit als Ganzes“ Fallbeispiel: Frau Berger mit Flexaton Frau Berger ist Mitte vierzig. umsorgt als umsichtige Hausfrau und Mutter Ehemann.: in ihnen können prinzipiell alle Aspekte der Wirklichkeit enthalten sein. d.: das ästhetische Zeichen provoziert Bewegungen der Sinne. Sie lebt in einer typischen kleinbürgerlichen Familie. Verdeutlichung anhand eines Fallbeispiels Anhand einer kleinen Szene aus der Therapie mit Marion Berger1. ebd. wird nach der Art und Weise in einen Zusammenhang gebracht. Bildende Kunst oder Filme von Charley Chaplin. Mit der „Vereinheitlichung der Wirklichkeit“ erinnere „die ästhetische Funktion an die theoretische. 127). subjektiv (. in denen eine bestimmte Art. Theater. Musik. aus denen sich bei der Improvisation oder einer anderen Musik zu einem ästhetischen Zeichen zusammenfügen. Tanz. Zahlen. dass sie immer große Unruhe überfiel. des Denkens. obwohl es zwischen den Eheleuten nur wenig Austausch gab. Hinweisschilder etc. verheiratet.hässlich?). Auffällig war lediglich. Eigentlich hätte sie keine Unzufriedenheit empfunden. Ästhetische Zeichen Ästhetische Zeichen unterscheiden sich von symbolischen dadurch. Die Tatsache.). sich der Wirklichkeit gegenüber zu verhalten. Allerdings: die durch das ästhetische Zeichen „als Ganzes widergespiegelte Wirklichkeit ist im ästhetischen Zeichen nach dem Bild des Subjekts unifiziert“ (ebd.h.. D. hat zwei Kinder im Alter von fünfzehn und siebzehn Jahren.

ich höre eine wimmernde helle Stimme und denke ein jam169 . Ihr fällt dazu nichts mehr ein. sie habe das immer noch mal wiederholen müssen. Während die semantische Kommunikation über die Szene mit ihrem Mann und ihre Mordphantasie eindeutige Inhalte transportierte. wobei die beiden Schlägel schnell aufeinanderfolgende. die sie in solchen Stresssituationen bekommt. mit Bauchschmerzen und Durchfall zu tun. Empathie. Allerdings. Sie wiederholt einige Mal die Klangaktionen von zuvor. ergreift das Flexaton. Decrescendo-Klänge erzeugen. Dann kommt sie auf Bauchschmerzen und Durchfall zu sprechen. Die vereinheitlichende Verhaltensweise. Das zeigen die Äußerungen der Patientin. und im übrigen sei die Beziehung auch gar nichts ernstes . und ihren Mann habe das sicher auch genervt. wird im Klangerleben unmittelbar erfahrbar. öffnet das ästhetische Zeichen den Mitteilungsraum zur „Wirklichkeit als Ganzes“ hin. Die dritte Bestimmung. Die Patientin nimmt ihn als schneidendes Gefühl an ihrem Daumen wahr. Andere Hörer mögen andere Inhalte empfunden haben. Ich komme nochmals auf ihr Spiel zu sprechen und frage.“ Ich frage. In dieser Situation hätte sie ihm „ein Messer in den Bauch rammen können. nach dem sie die Wirklichkeit unifiziert. dann lässt die das Instrument auf den Schoß sinken und atmet tief durch. das ihre Wirklichkeitsbeziehung prägt. zu beschreiben. Ich bitte sie. die das ästhetische Zeichen erzeugt. wo die besagten Klänge entstehen. hatte sie von einem „schneidenden Gefühl an der Daumenkuppe“ gesprochen. fast nicht hörbare hell klingende Glissando am Ende zwischen den Klangaktionen. sie solle sich nicht so anstellen. oder in Mukarowskýs Terminologie ausgedrückt. Wir spüren die nerverzerreißende Anspannung und die unbefriedigende Entladung ins Leere hinein. um immer wieder aufs Neue dasselbe Muster zu wiederholen. „Abwehr“ oder „Widerstand“ sind die psychologischen Begriffe. sie wiederholt die Aktion mehrere Male. für sie hat die Musik mit Stress. aber ihr fällt nichts weiter auf. Das wäre eigentlich ein typisches Eifersuchtsinstrument. Sie lässt kurz ihren Blick über die Instrumente schweifen. Fortsetzung Fallbeispiel Frau Berger: Eifersucht mit Flexaton Frau Berger schaut auf das Instrument herab und wiegt es hin und her. Gegenübertragung oder welchen psychologischen Begriff er auch immer verwendet.Frau Berger schildert die Begegnung mit ihrem Ehemann. ihr ureigenstes Bild. Der Therapeut erlebt es mit in seiner Resonanz.. der zufolge das ästhetische Zeichen eine vereinheitlichende Verhaltensweise der Wirklichkeit gegenüber erzeugt. wenn ein Mann eine Geliebte hätte. Er ist jedenfalls mit hineingenommen in die vereinheitlichende Verhaltensweise. Dort. was sie während der Musik erlebt hat. Eifersucht zu spielen. ob sie ihre Musik vollständig beschrieben habe. Freundschaften seien daran zerbrochen. Dann kommt sie auf das Thema „Eifersucht“ zu sprechen. das sei doch nichts ungewöhnliches. ob sie vielleicht noch einmal hinhören wolle. und ich frage. den sie noch nicht thematisiert hat: jenes leise. wenn sie das Blech wieder anspannt.. Fortsetzung Fallbeispiel Frau Berger: Zorn und Verlassenheitsangst mit Flexaton In der therapeutischen Szene mit Frau Berger ist meine Aufmerksamkeit von Beginn an auf einen Teil des Klanggebildes gerichtet. Die währenddessen entstehenden Klänge nimmt sie nicht wahr. die das ästhetische Zeichen erzeugt. dass sie seit eh und je diese Eifersucht hat. Ich selber spürte eine fast quälende Anspannung. und nun kommt die zweite Bestimmung: die Wirklichkeit als Ganzes ist in dem ästhetischen Zeichen widergespiegelt nach dem Bild des Subjekts unifiziert. enthält in unserem Beispiel die Auseinandersetzung mit Schmerz. Sie spielt nochmals. während des erneuten Dehnens hört man leise ein helles Glissando. Dann erzählt sie. „dieses Anklammern“. Jedenfalls ist die Wahrnehmungsgrenze zu respektieren. ob sie zu dem Satz „ich möchte ihm ein Messer in den Bauch rammen“ eine Musik machen könne. die sich ins Leere entlud. das ihr Bild von der Wirklichkeit bestimmt. Sie dehnt die Blechplatte bis zum äußersten Punkt und lässt sie dann los. schneidende Gefühl an der Daumenkuppe beim Anspannen der Blechplatte. In diesem Schritt der Therapie erforscht die Patientin ein Motiv. Ich bitte sie. wie sie ihn zur Rede stellen will und er abblockt mit der Bemerkung. . und potentiell wäre tatsächlich alles nur denkbare in diese Klangaktion projizierbar. Sie erinnert das kalte. dann das „schnackelnde Geräusch“. Es würde sich innerlich alles zusammenkrampfen.

Die Produkte der Gruppenimprovisation liegen nicht nur jenseits herkömmlicher musikästhetischer Kategorien. Insofern muss Gruppenimprovisation heute ebenso wie zur Zeit ihrer Entstehung als subkulturelle Mu170 . die die unmittelbare Verbindung des Hörsinns mit den für das emotionale Erleben zuständigen neuronalen Mustern des Limbischen Systems beschreibt (vgl. Kagan 1974. sie waren kalt und nur darauf bedacht. für die sie (noch) keine Sprache hat. In der Musik dagegen können sich Emotionen „ohne Gegenstandsgebundenheit ausleben“ (ebd. die für uns Musiktherapeuten von besonderem Interesse sein dürften.merndes Kleinkind. sie liegen auch abseits der musikalischen Vermarktungswege und außerhalb der in der Gesellschaft vorhandenen musikalischen Kommunikationsräume. Ich meine. damit man sie nicht hörte . Gruppenimprovisation liegt extrem außerhalb des geläufigen Musikgeschmacks Gruppenimprovisation als Ergebnis der avantgardistischen Entwicklungen der Neuen Musik liegt extrem außerhalb des Mainstreams des gegenwärtigen Musikgeschmacks. dass er nicht zurückkommen würde und sie völlig den strengen und lieblosen Frauen ausgeliefert wäre. und wieder entsteht ein ästhetisches Zeichen. Von den drei Frauen fühlte sie sich ständig schikaniert. Abend für Abend habe sie in ihr Kissen hinein geweint. .a. der sie mal in den Arm oder auf den Schoß nahm. Ich begleite sie an Xylophon und Metallophon mit Terzparallelen und verändere ihr Bild von der Wirklichkeit in dem Sinne. 2. Der Vater war der einzige.). wie sie mit Mutter und zwei Tanten zusammen aufwuchs. zärtlich zu ihr war und ihr das Gefühl gab. 1. Zu Grunde liegt ein völlig anderer Begriff von Musik als der bei den Patienten gebräuchliche. das sie lange Zeit. 1972. wiederholte es mehrmals und begann heftig zu weinen. Ästhetisches Erleben ist an sinnlichen Kontakt und geistiges Erleben gebunden Sinnlicher Kontakt und geistiges Erleben sind die Voraussetzungen für ästhetisches Erleben (vgl. Er war aber meistens weg. dass die Patienten Anspruch auf Musiktherapeuten haben. nahm auch noch ein letztes Mal das Flexaton zur Hand und sagte: „Das hört sich wie ein jammerndes Kind an“. Unter Tränen holt sie sich das Glockenspiel. Sie erzählte.) zu bezeichnen. geliebt zu sein.w. in der Musik können sich Gefühle ohne Gegenstandsgebundenheit ausleben Georg Lukács hat in seiner Ästhetik das einzigartige Verhältnis zwischen Musik und Emotionen hervorgehoben (vgl. hatte sie Angst. In einer späteren Sitzungen kam sie auf das Thema Eifersucht zu sprechen. 4). sich mit einem solchen Singsang in den Schlaf zu singen und das schlimme Verlassenheitsgefühl zu bewältigen. Hier beende ich das Fallbeispiel und auch meinen Beitrag mit einigen Bruchstücken aus der ästhetischen Theorie. das Hin und Her zwischen ästhetischer und semantischer Ebene. alles im Haus sauber und steril zu halten. Daraus resultiert zum einen der Wechsel zwischen Spiel und reflektierendem Gespräch in der Musiktherapie. ist für sie naheliegend. So weit sie zurückdenken kann. 110). Von Natur aus würden Emotionen grundsätzlich Gegenstände der Wirklichkeit widerspiegeln. Diese Ansicht findet sich in der neurophysiologischen Forschung bestätigt. Spintge und Droh 1992.. weil er es in diesem Frauenhaus nicht aushielt.. Sie als „Krach“ (oder Geklimper oder Katzenmusik u. Ingarden 1969. nicht nur in dieser sondern auch in den folgenden Sitzungen wiederholt: Irgendwann habe sie begonnen. 105 f. Das ästhetische Zeichen der Patientin und ihre Verhaltensweise weist in Erlebnisräume hinein. die die ästhetischen Implikationen ihres Handwerks verstehen. u.s. Zum anderen macht die Betonung des sinnlichen Kontakts die Berücksichtigung des Körpererlebens und neurophysiologischer Zusammenhänge beim Erleben von Musik zwingend erforderlich. 20 ff). 3.. Sie bricht plötzlich ihre Erzählung ab. dass sie jetzt nicht alleingelassen ist.

die von gleichberechtigter Teilhabe aller ihrer Mitglieder bestimmt ist.B. die diese Bezeichnung im vollen Sinne ihrer Bedeutung verdient. 1 171 . wenn sie nicht den allgegenwärtigen Verlockungen und Verführungen erliegen wollten.und Konsumwelt Not. Paul Nordoff und Clive Robbins (vgl. 160). Zur theoretischen Fundierung der Musiktherapie reichen sie nicht hin. 1790) täte den Menschen der totalen Waren. für Medienkonsum eher atypisch. erfordert von einer Therapie. Die ästhetischen Kategorien bewahren die Ganzheit Musik als Verwirklichung des menschlichen Vermögens. Anderseits fragt die ästhetische Wissenschaft nach den Bedeutungen der Kunst. die sich ihrer bedient. ästhetische Zeichen hervorzubringen und zu erleben. die heute mehr denn je aktuelle „Kritik der Warenästhetik“ von Wolfgang Fritz Haug (1971): Um das Interesse der Gewinnmaximierung zu gewährleisten.sik gelten. Denn im Gegensatz zu allen Musiken um uns herum hat die Musik. zur Wahl“ gefordert (Loos 1968. Ansprüchen und Zumutungen der Gesellschaft gescheitert sind und deshalb nach den Standards der allgemein anerkannten Kultur als behandlungsbedürftig definiert werden. Bei der Gruppenimprovisation ist jeder „in jeder Sekunde zur Entscheidung. die ich mit den Patienten täglich erleben kann. Probleme der Diagnose. Hinsichtlich des sinnlichen Kontakts liegt in der Musiktherapie zusätzlich ein besonderer Fokus auf Körperreaktionen und neurophysiologischen Wirkungen der Musik. entsteht beim Konsumenten nach jedem Warengebrauch ein unbefriedigtes Restbedürfnis (Warenhunger).1 Die ästhetische Wissenschaft erfasst einerseits die Charakteristika der ästhetischen Situation: Sinnlicher Kontakt und geistiges Erleben (vgl. wie ich denn diesen Krach den ganzen Tag über aushalte. zur Mitbestimmung. die in diesem Musiktherapieraum entsteht und die ich keineswegs für Krach halte. Henk Smeijsters (1999) und andere belegen. Als subkulturelle Kunst aber hat sie in der Musiktherapie große Bedeutung erlangt. Die ästhetischen Kategorien bewahren die Ganzheit des Menschen und enden nicht an den Grenzen der etablierten Psychotherapien. dann wären es für mich die Improvisationen. 4. mit der folgenden ästhetischen Stellungnahme antwortete: „Wenn es auf der Welt Musik gäbe. Widerspiegelung oder Abbildung von Wirklichkeit. 1986). versehen Warenproduzenten ihre Produkte mit einem „Gebrauchswertversprechen“. ästhetische Theoriebildung. um Einzelheiten des musiktherapeutischen Prozesses zu überprüfen und zusätzlich zu verstehen. welches mit ästhetischen Mitteln dem Warenkörper hinzugefügt wird (Verpackung. Mit diesem gesellschaftlichen Kontext befinden wir uns bereits auf dem Gebiet der allgemeinen Ästhetik (griechisch: aisthesis). uns. z. Leslie Bunt (1998). Nachzutragen wäre noch. Ingarden 1969. Von Beginn wurde Gruppenimprovisation als Entwurf einer Gesellschaft verstanden. 4). Werbebotschaften und –Kampagnen etc. dass ästhetische Kategorien sehr wohl in der Lage sind. bei dem keiner den anderen überflügelt“ (1969). Jenes Hin und Her zwischen sinnlicher und semantischer Ebene ist für Gruppenimprovisation typisch. ihrer Qualität als Mimesis. Franco Evangelisti formulierte „kritische Einstellung und Bescheidenheit aller Mitglieder“ als maßgebliche Kriterien für den gemeinsamen Schaffensprozess in der Gruppenimprovisation. Was wundert’s: ist doch die Musiktherapie selbst Teil der Subkultur von Menschen. die an den Normen.. Kagan 1974. welches ihn zur Fortsetzung und Steigerung des Konsums antreibt.) Da Gebrauchswertversprechen und Ge-brauchswert mehr oder weniger eklatant divergieren. Daraus resultiert der Wechsel zwischen Spiel und reflektierendem Gespräch in der Musiktherapie und in der pädagogischen oder künstlerischen Gruppenarbeit. diese kaum beachtete Wissenschaft von der sinnlichen Wahrnehmung und der „Urteilskraft“ (Immanuel Kant. die ja allenthalben mit ästhetischen Inszenierungen einhergehen. der Indikation und der Evaluation zu erfassen. So entstehe „ein Zusammenspiel. Markenzeichen. dass ich auf die ästhetisch gemeinte Frage von Frau Marion Berger. Gleichwohl sind die verschiedenen psychotherapeutischen Theoreme hilfreich. Der Musikmarkt bestimmt das musikalische Bewusstsein der Menschen und nicht ihre schöpferischen Potentiale. 105 f.

in dies. Günter (Hrsg. Aachen Friedemann. wenn sie „selbstbestimmt an Bedürfnissen und Interessen orientiert verwirklicht wird“ (2004.“ die gelingt. was uns dort begegnet. Tagungsberichte. Alles. Rolf-Dieter: Kleine Ethik der Improvisation. Theodor W. 245).): Fenster zur Musiktherapie. Theodor W. Band 1.: Quasi una fantasia. Musiktherapeutische Umschau. Archiv für Angewandte Sozialpädagogik.Tanzen – Tönen. und Gruppenimprovisation hat dort ihren Ort. Wien: Universal Frohne-Hagemann. Musiktherapie. in: Otto. Lilli Friedemann hat das an den Begriffen: „Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit“ und „Wachstum nach allen Seiten hin“ festgemacht. Literatur Adorno. Hans Helmut (Hrsg. Essen 1991 Kagan. 17 ff). Isabelle (2001): Ästhetik und Leiblichkeit. Lilienthal: Eres. 232 – 235 Kerbs. Frankfurt am Main 1971 Ingarden.bedingt und aktuell mit nichts anderem als mit uns selbst zu tun und mit unserer Art in der Welt zu sein. ringgespräch über gruppenimprovisation März 1998. Ästhetik. (1979): Ästhetische Theorie. In ästhetischen Bildungsprozessen. der über das Musikalische hinaus Seelisches. Begleittext zur Schallplatte DGG 643541 Faltin. Lilli (1983): Trommeln . Tübingen 1969 Jörgensmann. also auch die alltäglichen Gegenstände. Wien: Universal Friedemann. Gruppenimprovisation erfüllt die Kriterien der Ästhetischen Erziehung Gruppenimprovisation erfüllt auf idealtypische Weise die vier Funktionen welche Diethard Kerbs der Ästhetischen Erziehung zugesprochen hat (vgl. Berlin Kapteina. Wiesbaden. 37-67 Haug. Hartmut (1974): Gruppenimprovisation – eine musikpädagogische Methode. ist neben seinen praktischen Verwendungszwecken immer auch als ästhetisches Zeichen zu verstehen und als solches wirksam. 5. Diethard: Zum Begriff der ästhetischen Erziehung. nämlich: gesellschaftlich vermittelte Manipulation zu durchschauen. 6-10 Bunt. Leslie(1998): Musiktherapie. 247-268 Kasseler Konferenz (1998): Kasseler Thesen zur Musiktherapie. in: Decker-Voigt. 259-294 Grootaers. Musiktherapeutische Umschau. Kunstwerk und Wert. so Stefanie Marr „erschließen sich Menschen Lebenswirklichkeit“. Braunschweig 1975. 1975. Theo und Weyer. Franco (1969): Improvisationen der Gruppe Nuova Consonanca. Erkenntnisse in konkrete ästhetische Handlungen umzusetzen (die Pragmatische Funktion) und die Sinne zu befreien und vom Konsumieren zum Genießen zu kommen (die Hedonistische Funktion). Moissej (1974): Vorlesungen zur marxistisch-leninistischen Ästhetik. Lore (1972): Hören lernen – Musik erleben. Gelingendes Leben als Ziel ästhetischer Bildung kann gleichermaßen für Therapie und ganzheitlich orientierte Pädagogik gelten. (Hrsg. Ideologien und ökonomische Interessen zu erkennen (die Kritische Funktion). Roman: Erlebnis. 12-24 Knill. Wolfenbüttel: Möseler Ausländer. 172 . Gegenstand ästhetischer Erziehung ist nicht nur Kunst sondern der gesamte lebensweltliche Kontext. Wolfgang Fritz: Kritik der Warenästhetik. (1963): Fragment über Musik und Sprache in ders. Ziel ist die Entwicklung von „Gestaltungskompetenz. Martin (2000): Gestalt. die zu eigener Lebensführung befähigt. Soziales und Gesellschaftliches umfasst. Lilli (1973): einstiege in neue klangbereiche durch gruppenimprovisation. ästhetische und soziale Phantasie zu entwickeln und schöpferisch verändernd zu leben (die Utopische Funktion). Peter: Vokalimprovisation. Peter(1985): Bedeutung ästhetischer Zeichen. Paolo (1990): Wissenschaftliche Betrachtungen zur Musiktherapie unter ethischen Gesichtspunkten. 9-16 Adorno. Frankfurt/M: Suhrkamp.): Texte zur ästhetischen Erziehung. Frankfurt am Main: Suhrkamp Auerbach. Weinheim: Beltz Drewer. Frank (1985): Gruppenmusiktherapie aus ganzheitlicher Sicht. Münster: LIT Evangelisiti. Musik und Sprache.): Musik und Kommunikation.

in: Hopf. Siegen: Universität. Darmstadt 1972 Marr. Wolfgang (1968): Musikerziehung braucht Phantasie. Helmut (Hrsg. Gertrud (1972): Struktur und Praxis neuer Musik im Unterricht.): Lexikon der Musikpädagogik. Experiment und Methode. Jan: Kapitel aus der Ästhetik. Wien: Universal Meyer-Denkmann.39-58 Lisken. Wien: Universal Mukarovský. Regensburg 1994.): Einführung in das Fach Ästhetik und Kommunikation. in: Marchal. März 1998. Göttingen 1999 Spintge. Clive (1986): Schöpferische Musiktherapie. Neue Wege einer musikalischen Grundausbildung. Stuttgart: Fischer 173 . Essen Loos. Rolf und Droh. 232-248 Meyer-Denkmann. Helmut: Gruppenimprovisation. 102 ff Smeijsters. Stefanie: Lernziel Lebenskunst. 2004. Paul und Robbins. Rolf (1992): Musik-Medizin. Gertrud (1986): Spiel-Räume. Georg: Ästhetik III. Beiträge zu einem Studienfach und seinen Teilbereichen. Gertrud (1970): Klangexperimente und Gestaltungsversuche im Kindesalter. Frankfurt am Main 1971 Nordoff. Gerd: Einige neue Überlegungen zur vokalen Gruppenimprovisation. Stuttgart. Fischer Schaarschmidt. ringgespräch über gruppenimprovisation. Peter (Hrsg. Henk: Grundlagen der Musiktherapie. Ästhetik heute. 10-11 Longardt. Stuttgart: Fischer Lukács.

die sich die Spieler bei der Gruppenimprovisation aneignen. und die grundlegenden Bedingungen seiner Existenz thematisiert werden. Das besondere am musikalischen Lernprozess bei der Gruppenimprovisation kommt jedoch in der besonderen Charakteristik der Baum – Metapher zum Ausdruck. „Ökologie“ bedeutet in diesem Zusammenhang die ausgewogene und gleichrangige Berücksichtigung aller Aspekte menschlichen Erlebens. Er lernt.1 Ökologie der Gruppenimprovisation Hartmut Kapteina „Gruppenimprovisation“ ist ein schöpferisches musikalisches Arbeitsprinzip. So entfaltet der improvisierende Mensch seine musikalischen Fähigkeiten. Die musikalischen Kompetenzen. soziales. ästhetisches. er lernt Klänge differenziert wahrzunehmen. mit seinen musikalischen Beiträgen auf den musikalischen Gestaltungsprozess der Gruppe einzuwirken. Das Bild des Baumes veranschaulicht den musikalischen Lernprozess. die seinen Vorstellungen entsprechen. in der er lebt.und Blattwerk dem Licht entgegen. politisches Lernen bilden im Einklang mit psychischer Entwicklung und spiritueller Orientierung eine sozialökologische Einheit. bei dem musikalisches Handeln und Lernen mit seelischem und sozialem Erleben unauflösbar verknüpft entwickelt und reflektiert sowie die Beziehung des Menschen zur Gesellschaft. zu beschreiben und zu benennen. auf ihnen die Klänge und die musikalischen Verläufe zu realisieren.und Blattwerk 174 . können mit den Begriffen Musikalische Sensibilität Musikalische Phantasie und Kreativität Musikalisches Differenzierungsvermögen Musikalische Kritikfähigkeit zusammengefasst werden.10. entsprechend der aktuellen Situation der beteiligten Personen im Sinne bedürfnisund situationsorientierter Pädagogik. Sein Ast. Musikalisches. Der Baum entfaltet sich mit seinem Ast. musikalische Formbildungen zu erfassen und die Musik der Gruppe zu analysieren. Lernen erfolgt nicht nach einem vorgegebenen Lehrplan sondern orientiert sich an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der betroffenen Personen sowie ihrer Lebenslage. er lernt die verschiedenen Instrumente kennen und entwickelt die Fähigkeit.

Klänge rufen. Das gemeinsame Gespräch über die Improvisationen offenbart.w. also neue gik: Verhaltensweisen auszuprobieren. bevor sie von den Instanzen des Bewusstseins verarbeitet werden. Sie sind nicht organeuer Einstellungen zu und Umgangsweinisch im Inventar der Persönlichkeit implantiert. ernsthaft mit ihnen über die bei der Musik erlebten Gefühle zu sprechen. dass Spieler mit frühen traumatischen Erlebnissen in Kontakt kommen. diesem oder jenem mit einem Kontrast zu begegnen. es gibt schlechterdings keine Instanz für sein musikalisches Verhalten in der Gruppe als nur seine ureigensten Intentionen. so kann es immer wieder bei der Gruppenimprovisation vorkommen. deutung der Gruppenimprovisation ist damit unterstrichen. Die präventive Beangemessen.vermag sich nur insoweit zu entfalten. tenzen der Selbsterkenntnis und des UmZumindest für die Schulmusik ist diese Einstellung ungangs mit sich selbst. parallel zur musikalischen Kompeledigung der technischen Funktionen des Musizierens tenz entwickeln sich psychische Kompeempfunden.s. als ihnen das lieb ist. dass jeder Spieler selbst entscheiden muss. Es ist zum Beipenimprovisation also immer zugleich spiel nicht möglich. wann er was wie spielt. so reagiere ich auf andere. dass bei der Verkann es zur Erweiterung es Verhaltensrenachlässigung der psychosozialen Implikationen des Musikerlebens die musikalischen Kompetenzen sich nur pertoires kommen und zur Entwicklung unzureichend entwickeln können. wie sich gleichzeitig sein Wurzelwerk unter der Erde entwickelt. Das hat zur Folge. diese oder jene Klänge seiner Mitspieler zu übergehen oder wahrzunehmen und sein Spiel an diesem oder jenen Klängen zu orientieren. diese oder jene Klänge zu bevorzugen oder zu vermeiden. Dabei wird implizit deutlich. Es werden aber auch Grenzen der Wahrnehmung und des Verhaltens deutlich. es Kritische Anmerkung zur herkömmlichen Musikpädagoeinmal ganz anders zu machen. wie unterschiedlich die Intentionen der einzelnen Mitspieler während der verschiedenen Situationen des Spielverlaufs waren. wer wann was wie zu spielen hat. Dann Die Metaphorik des Baumes legt nahe. wie sich Unterschiede in Charakter und Temperament im Spiel dargestellt haben. in den Steuerungszentren des Limbischen Systems in vegetative und emotionale Reaktionen hervor und verknüpfen sich mit Inhalten des Langzeitgedächtnisses. In gleicher Weise „wurzeln“ bei der Gruppenimprovisation die musikalischen Kompetenzen in seelischen Entwicklungen der Introspektion. Schüler sollten Musik als Bereicherung ihrer Persönlichkeit erleben. Die veranlasst ihn. die Beachtung Auseinandersetzung mit der eigenen Perder emotionalen Beteiligung wird als störend bei der Erson. Die Analyse der eigenen musikalischen Beiträge und der Musik der Gruppe wird so zum Prozess der Introspektion: So bin ich. Bei der Gruppenimprovisation ist nicht vorgegeben. so verhalte ich mich. Woher aber nimmt er die Kriterien für diese Entscheidungen? Nun. Vielen sen mit sich selbst und anderen. Dann erhält die Gruppenimprovisation tiefen175 . Und die kommen einzig aus seiner persönlichen Disposition. sich hier oder dort anzuschließen. ja. dass sie die Menschen oft tiefer und nachhaltiger berühren. Musikern dienen die Musikalischen AusdrucksmöglichDie musikalische Arbeit ist in der Grupkeiten zu Verdrängung und Eskapismus. Gleichzeitig können solche Prozesse der Selbsterkenntnis Neugier und Lust wecken. kennen und nutzen lernen. Nun haben es aber musikalische Ereignisse an sich. so werde ich von anderen wahrgenommen. mit diesem oder jenem zu beginnen oder aufzuhören u. der biographischen Verarbeitung und des emotionalen Ausdrucks. dieses oder jenes Instrument zu wählen.

dass sie sich häufig in Parteien und Verbänden engagieren. Die Spieler erkennen. die Musik und die gesamte Gruppensituation erhalten symbolische Bedeutung. Bei einer guten Kanalisation der darin gebundenen Energie kann er zu einer warmen Quelle werden. unzufrieden werden. sich Geltung und Aufmerksamkeit verschafft. dass die Prozesse der Gruppen Improvisation immer auch Prozesse der Auseinandersetzung mit anderen. Damit soll angedeutet werden. ein Gespür für unhaltbare politische Zustände entwickeln und den Mut. wie sie sich im Spiel an den allgemeinen Trend anpassen. wie erfolgreich ihre Versuche verlaufen. Andere Pflanzen stehen mit ihm in Konkurrenz oder Kooperation. 80 Personen. wie sich der einzelne Spieler im sozialen Kontext verhält. mit der eigenen Rolle und dem sozialen Verhalten sind. Eine Untersuchung bei ca.psychologische Qualität. die jeweilige Art es zu spielen sind zugleich Darstellungen der jeweiligen Eigenarten. Die differenzierte Wahrnehmung auf dem Gebiet der Musik übertragen sie als allgemeine ästhetische Kompetenz auf alle Bereiche der sinnlichen Erfahrung. ihre Unzufriedenheit in Protest oder Resignation ummünzen. Regression auf frühere Phasen der Entwicklung. seine Interessen geltend macht und realisiert. Das Spiel der Gruppenimprovisation wird zum gesellschaftspolitischen Planspiel. insbesondere bei ihrem musikalischen und sonstigen Konsumverhalten die Strategien der Werbung und der Massenmanipulation durchschauen. damit die betreffende Person die durch die Klänge aktivierten Erinnerungen mitteilen und die mit ihnen verbundenen Gefühle ausdrücken kann. An dieser Stelle wird die Gruppenimprovisation zur Musiktherapie. Die Gruppe als „Mini – Gesellschaft“ ist nicht nur Ort des sozialen sondern auch des politischen Lernens. die mit ihrem Mineralienreichtum das Wachstum des Baumes zusätzlich zu fördern vermag. Zeit und Zuwendung gegeben sein. dagegen vorzugehen (Kapteina 1976). die längere Zeit die musikalische Gruppenimprovisation praktizierten. die Klänge. Es muss Raum. sich einzurichten oder die eigenen Interessen zu vertreten. Ästhetische und insbesondere die musikalischen Erfahrungen der Gruppen 176 . dass diese Personen kritischer beim Umgang mit den Gegenständen des täglichen Lebens werden. Die Wahl des jeweiligen Instruments. In der Horizontalen ist der Baum mit seinem ökologischen Umfeld verbunden. Dieselbe Untersuchung ergab. Die Instrumente. Das Spiel der Klänge wird zur Stimmabgabe. wählerisch und genussfähig werden. das ganze zu verändern. Prozesse der Übertragung und Gegenübertragung werden wirksam. zeigte. Im Bild ist dieser Bereich als unterirdischer Vulkan dargestellt.

Göttingen 1996 (Hrsg.): Musik und Kommunikation. in: Hans Helmut Decker Voigt (Hrsg. S. Literatur: Hartmut Kapteina: Musikpädagogik und Alltagsleben. Vortrag über Musiktherapie zwischen Improvisation und Ritualen Mai 1999 Fritz Hegi: Improvisation und Ritual. mit Erfahrungsräumen vor und jenseits der Begrifflichkeit. in denen sie zeit. Schaubild aus „Komplex Welt der Sinne“. Die Musik hat es mit dem Unaussprechlichen zu tun. Menschen erleben bei der musikalischen Improvisation Momente. nach der Flüchtigkeit des Lebens und der Beziehungen und danach. ebd. Beiträge zu einem Studienfach und seinen Teilbereichen. ebd. außerdem Literatur im Lexikon Musiktherapie. Wilhelmsdorf 2000 177 . Musiktherapie als Fachgebiet der „Ästhetik und Kommunikation“ und als Element des Qualifikationsprofils helfender Berufe. Decker-Voigt): Hartmut Kapteina: Improvisationsbewegung. 133-137 Gesundheit / Leben Ausgeglichenheit RITUAL Regelmäßigkeit Ordnung Gewöhnung Abhängigkeit Zwang Erstarrung Krankheit / Tod Vitalität IMPROVISATION offenes Spiel Chaos Entgrenzung Zerfall Verwahrlosung Zerstörung Fritz Hegi. in Decker-Voigt (Hg). Siegen 1999 s.): Ästhetik und Kommunikation heute. 141-143 Eckhard Weymann: Improvisation.und raumvergessen den Ursprung ihrer Existenz erahnen und erspüren. Seevetal 1988. in: Peter Marchal (Hrsg. in: Archiv für Angewandte Sozialpädagogik 1976 Hartmut Kapteina: Dimensionen der Gruppenimprovisation. 137-139 Tilmann Weber: Improvisationsgestalt. 73-94 Hartmut Kapteina: Heilendes und Heilsamens Musikerleben. Musik als gestaltete und vergehende Zeit wirft implizit die Fragen nach der Vergänglichkeit der Lebenszeit. was jenseits dieser Grenzen liegt.Improvisation aktualisieren immer auch transzendente Themen der Spiritualität.

Einiges zur Improvisation in der Musiktherapie MUSIC THERAPY IS POSSIBLE THE ONLY IMPROVISATORY TRADITION IN THE WORLD THAT ENCOURAGES TOTAL MUSICAL FREEDOM AND HAS NO UNDERLYING MUSICAL STRUCTURES TO UNDERPIN IT.
June Boyce Tilman: Constructing Musical Healing. The wounds that Sing, London 2000, 246

Auszüge aus Tilmann 2000 in der Übersetzung von H. Kapteina: Die Verantwortung des Therapeuten besteht darin, musikalische Strukturen zu finden, in denen die Ideen des Patienten aufgehoben sind (Tilman 2000, 217). Der Fähigkeit des Klienten, sich frei auszudrücken, mitzuteilen und zu entfalten, entspricht die Fähigkeit des Therapeuten, auf diese Freiheit mit den passenden stilistischen Mitteln einzugehen (216). Irving Yalom, dem Vater der Gruppenanalyse, folgend ist die Grundvoraussetzung jeder Therapie der Aufbau von Hoffnung. In der Musiktherapie kann Hoffnung entstehen, indem konsequent und verlässlich die Auffassung gilt und erlebt wird, dass es keine richtigen und falschen Antworten auf musikalisches Geschehen gibt und die Improvisation als ein Spiel in sicherem und geschütztem Rahmen erlebt wird (219). Zur Musiktherapeutischen Arbeit mit Gefühlen Smeijsters und van den Hurk (in: M. Heal and T. Wigram (eds): Music Therapy in Health and Education, London 1993) haben Vorschläge für die Behandlung von Gefühlen in der Musiktherapie vorgelegt. 1. Bei Aggressionen: Ermutige zum Ausdruck der Wut, bis sie „verraucht“ ist, das heißt, bis die Vehemenz nachlässt –hörbar in Lautstärke, Rhythmus und Tempo. Nach nicht allzu langer Zeit soll ein Ausgleich zwischen musikalischer Entspannung und Erleichterung entstehen. Ein solcher Vorgang nur einmal pro Sitzung.
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Wenn die Vehemenz des musikalischen Ausdruck nicht nachlässt und zu erwarten ist, dass der Gefühlsausdruck eskaliert und in unkontrolliertes regressives Verhalten abgleitet, soll der Prozess gestoppt werden, indem man das musikalische Spiel in eine andere Richtung lenkt. Wenn das nicht gelingt, muss der Klient bei seinem Spiel auf dem gewählten Instrument gestoppt werden und ihm ein anderes angeboten werden. Nach dem Prozess des Zulassens rege den Klienten an, „eine Linie zu ziehen“, das heißt zu erkennen, wie weit man den Affektausdruck zulassen kann, ohne die Kontrolle zu verlieren. Hierbei ist es hilfreich, den Wechsel von musikalischer Spannung und Lösung im Zusammenhang mit emotionaler Entwicklung zu üben. Das Zulassen von Aggressionen sollte man unterlassen, wenn kein Verständnis entsteht zwischen dem Gefühl und der Lebenserfahrung und wenn der Gefühlsausdruck kein neues Material hervorbringt (255). 178

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2. Bei Trauer Rege den Patienten an, symbolisch Abschied zu nehmen und zu geben, musikalisch in der Musiktherapie und nicht musikalisch außerhalb der Musiktherapie, z.B. mit einem geeigneten Ritual. Schätze den emotionalen Ausdruck vor dem Hintergrund ein, welche Möglichkeiten des emotionalen Ausdrucks der Patient in der Vergangenheit hatte (255). 3. Bei Gefühlen der Nutz- und Wertlosigkeit ist die Haltung des „musikalischen Nährens und Pflegens“ erforderlich. Drücke die Gefühle musikalisch aus. Wenn der Therapeut das mit dem Patienten und für ihn tut, soll er empathischen Techniken und seiner Gegenübertragung folgen. Wenn erforderlich, mache dem Klienten ein musikalisches Geschenk, das Eigenschaften besitzt, die ihn emotional berühren. Nimm symbolisch die Rolle der frühsten Pflegeperson des Patienten ein. Versuche die Gefühle des Patienten zu kompensieren, indem du die Improvisation so gestaltest, dass der Patient wahrnimmt, wie notwendig sein eigener musikalischer Beitrag ist (256). 4. Für den Aufbau von Selbstvertrauen Unterstütze den Patienten in einer weise, dass er sein eigens Spiel als einen wichtigen Beitrag für das Zustandekommen der Musik erlebt. Räume dem Patienten zur rechten Zeit die Rolle ein, selbst initiativ zu werden und den musikalischen Prozess zu bestimmen. Konfrontiere den Patienten mit abweichendem Material, wenn er sich wiederholt und auf ein und dieselbe Ausdrucksweise festgelegt hat (257). 5. Zur Beeinflussung von Verhaltensweisen Verbreitet ist die Auffassung, dass Verhaltensmuster mit musikalischen Mitteln beeinflusst werden können. Mit anderen Worten: Wenn sich musikalische Verhaltensmuster verändern, ändern sich die entsprechenden allgemeinen Verhaltensmuster. Hierbei ist das Konzept der „Integration“ zu Grunde gelegt: Nicht gelebte Möglichkeiten des Verhaltens werden erkannt, musikalischerlebt und auf generelles (Alltags-)verhalten übertragen. Dieser Vorgang kann durch folgendes therapeutisches Vorgehen gefördert werden: Rege den Patienten in der Improvisation zu Formen an, die verschiedene Elemente enthalten. Ermutige den Patienten, Motive zu variieren. Beziehe Ausdrucksweisen in das Spiel ein, die der Patient vermeidet. Lade den Patienten ein, andere Personen musikalisch darzustellen, auf die er Teile von sich projiziert hat. Ermutige den Patienten, über unbekannte und unverständliche Anteile von sich selbst zu improvisieren. Finde Instrumente, die entgegengesetzte Verhaltensmuster und Gefühlsäußerungen zum Ausdruck bringen (257 f).

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11 Weitere Themen der Vorlesung
Rezeptive Musiktherapieverfahren Christoph Schwabe (Hg): Regulative Musiktherapie, Jena 1996 ders.: Entspannungstraining mit Musik, Leipzig 1987 Hermann Rauhe: Musik hilft heilen, München 1993 Musiktherapie bei Autismus Juliette Alvin: Musik und Musiktherapie für behinderte und autistische Kinder, Stuttgart 1988 Paul Nordoff, Clive Robbins: Musik als Therapie für behinderte Kinder, Stuttgart 1975 dies.: Schöpferische Musiktherapie, Stuttgart 1986 Karin Schumacher: Musiktherapie mit autistischen Kindern, Stuttgart 1994 dies.: Musiktherapie und Säuglingsforschung, Frankfurt am Main 2000 Musiktherapie mit Kindern Jutta Brückner u.a. Musiktherapie für Kinder, Berlin 1991 Beate Mahns: Musiktherapie mit verhaltensauffälligen Kindern, Stuttgart 1997 Das Buch „Kindermusiktherapie. Richtungen und Methoden“ (herausgegeben von Stiff und Tüpker (2007) Göttingen 2007 gibt einen aktuellen Gesamtüberblick über die in Deutschland vertretenen bedeutenden kindermusiktherapeutischen Schulen: Entwicklungspsychologisch orientierte Kindermusiktherapie (Karin Schumacher und Claudine Calvet), Kindermusiktherapie, die in der ehemaligen DDR entwickelt wurde und heute noch maßgebliche Bedeutung besitzt (Jutta Brückner), Analytische Musiktherapie (Wolfgang Mahns und Natalie Hippel), Morphologische Kindermusiktherapie (Rosemarie Tüpker und Bernd Reichert), Musiktherapie nach Paul Nordoff und Clive Robbins (Lutz Neugebauer) und die Orff-Musiktherapie (Melanie Voigt und Christine Plahl). Jeder Beitrag liefert eine theoretische Grundlegung, eine Darstellung des jeweiligen methodischen Behandlungsprinzips (anhand von Fallbeispielen) und eine Erörterung der jeweils angewandten Evaluations- und Forschungsmethoden zur Feststellung der Wirksamkeit. Im FORUM MUSIKTHERAPIE UND SOZIALE ARBEIT (www.musiktherapie.unisiegen.de) finden sich praxisnahe Beiträge zu:

MUSIKTHERAPIE MIT KINDERN
Armbrust, Wolfgang: „Zeige mir was du brauchst“ - Musiktherapie mit verhaltens-auffälligen, behinderten und schwerst- mehrfach behinderten Kindern Brockhaus-Albrecht, Katja: Musikalisch-therapeutische Arbeit mit Kindern in der Sozialpädagogik Drews, Ingrid: Der Klang der Sinne. Integration der Musiktherapie in das Konzept eines Kindergartens. Fraaß, Katja: Musiktherapie bei Kindern mit ADS Frings, Anke: „Begegnung durch Musik“ - Entwicklungsförderung durch Musiktherapie für Kinder im Vorschulalter Garthe, Susanne: Musiktherapie mit verhaltensauffälligen und traumatisierten Kindern in einem Montessori – Kinderhaus 180

Musiktherapie mit verhaltensauffälligen Grundschulkindern Schönich. Musiktherapeutische Einzelförderung in einem Kindergarten Medek. Aus der musikalisch-therapeutischen Arbeit mit autistischen Kindern und Jugendlichen Schmidt-Poschinski. Die heilende Kraft der Obertöne in der Musiktherapie mit schwer behinderten Kindern Kröger. Julia: Musiktherapeutische Einzelarbeit mit verhaltensauffälligen Kindern in einer Kindertagesstätte Heymann-Röder. Karl. Christiane: Musiktherapeutische Arbeit mit Kindern an einer Grundschule Kolb. Kathrin: Musiktherapie mit Kindern und präventive Methoden der Musiktherapie in Musikschule und Frühförderung Hennen. Ursula: Musiktherapeutische Begleitung von Kindern innerhalb der Familienberatung Schicha. Susanne: Musiktherapie mit systemischen Therapieansätzen als Arbeitsweise in einer Erziehungsberatungsstelle Knickel. Marietheres: Musiktherapeutische Prozesse in der Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern Schreiber. Elisabeth: Musiktherapie mit Kindern an einer Schule für Sprachbehinderte Hövelmann. Ursula: Musikalisch-therapeutische Maßnahmen im Förderunterricht der Grundschule Vetter. Beate: Musikalisch-therapeutische Gruppen. dass du nicht auf einen Vulkan stößt!“ Musiktherapie mit Vorschulkindern dokumentiert anhand des Beispiels eines emotional verhaltensauffälligen Kindes in einem Kindergarten Kowald.Heinz: Rockmusik .Machen mit straffällig gewordenen Jugendlichen zur Förderung sozialer Kompetenzen 181 .. Daniela: Musiktherapie mit verhaltensauffälligen Kindern Reukauf. Susanne: Beziehung – Klang – Resonanz. Bettina: Musiktherapie mit krebskranken Kindern Strietzel..und Einzelarbeit in einem Kindergarten Mayerle-Jarmer. Ein präventives Gruppenangebot Rogmann. . Doris: Musiktherapie bei sexuellem Missbrauch Mayerle-Jarmer. Inge: Atem und Stimme. Beate: „Ich schenke Dir einen Klang“. Dorothea: Zum Einsatz von Musik während der Dialyse von Kindern und Jugendlichen Tietke-Martel. Annja: Musiktherapie mit Flüchtlingskindern AUS DER ARBEIT MIT JUGENDLICHEN Dentler. Mareile: Musiktherapie mit Kindern eines Schulkindergartens in einem sozialen Brennpunkt Ufer. Margrit und Kapteina. Ingrid: „Pass auf. (macht noch lange nicht Musik) . Helmut: Grenzerfahrungen... Ursula: Musik mit Kindern nach Trennung und Scheidung. Musiktherapie mit 3 Jungen mit dem „Hyperkinetischen Syndrom“ Kritzer.Grewe-Heitfeld. Hartmut: Musik in der Therapie und Prävention bei Suchterkrankung und –Gefährdung am Beispiel von Kindern suchtkranker Eltern Marnach. Renate: Möglichkeiten und Grenzen musikalisch-therapeutischer Arbeit mit „verhaltensauffälligen Kindern Kranz. Angela: Kann ich dir begegnen? Musiktherapie mit ungewöhnlichen Kindern an einem Sonderpädagogischen Zentrum in Österreich Münch. Saskia: Ein Ton allein.

in meinem Leib. Angelika: Musikalisch-therapeutische Selbsterfahrung in einem Müttergenesungsheim Hoffmann.ach . Elisabeth: Musikalisch-therapeutische Arbeit mit lernbehinderten Jugendlichen Regenbrecht.. Michael: Musiktherapie mit Patienten auf der Intensivstation Fleischer. Nicole: Begegnungen für den Augenblick .Heinz: Punkmusik als Musik sozialpädagogischer Arbeit Hill.“ Folkloretänze in Therapie und Prävention Kletke-Drawert. Hartmut: „Im Tanz das Leben spielerisch gelingen lassen. Musiktherapie mit Patienten einer Akutpsychiatrischen Station Hillingshäuser. Monika: Musiktherapie mit alten Menschen im klinischen Bereich Brucherseifer. Validierende Musiktherapie mit dementen Menschen 182 . Maria: Musiktherapie im Behandlungskontext einer psychosomatischen Klinik Bartlau. Ingrid: Die Relevanz einer musikalisch-therapeutischen Frauen . Bettina: Musiktherapeutische Einzelarbeit bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung Fliegner. Musiktherapie in der Palliativmedizin Behr. Beate Erinnerung durch vertraute Klänge Kapteina. Katrin: Musiktherapie bei Menschen mit geistiger Behinderung und Autismus Golomski. Hartmut: Liedersingen mit Psychose-Patienten Meier.und drogenabhängigen Erwachsenen in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Heinzen. Ulrike: Musiktherapie mit chronisch kranken Menschen im Ambulanten Hospiz und in der Onkologie eines Akutkrankenhauses Hesse. Petra: Möglichkeiten und Grenzen der musikalischen Gruppenimprovisation mit psychose-erkrankten Erwachsenen in einem sozial-psychiatrischen Zentrum Dümpelmann. Burkhard: „Musik-Machen” in Gleichaltrigengruppen als sozialpädagogisches Angebot Hürkamp. Vassilios und Kapteina. Astrid: Musiktherapie mit Menschen im Wachkoma Lingenfelder.. Andrea: Wirkungschancen von musiktherapeutischen Prozessen für Menschen mit Behinderungen am Beispiel eines Mannes mit Autismusdiagnose Derks.und Jugendpsychiatrie Wolf. Musiktherapie bei Menschen mit geistiger Behinderung Liolios. Katharina: „Zwei Seelen wohnen .Momente der Freude und des Glücks. Ramona: Wohin die Reise geht. Ulrike: Musiktherapie als integraler Bestandteil in der tagesklinischen Betreuung psychisch Kranker Biewald. Annette: Musiktherapie mit alkohol.Dentler. Sabine: Aus den Quellen der Erinnerung die Gegenwart speisen. Martina: Kontakt – Begegnung – Beziehung. Karl.“ Musiktherapeutische Arbeit mit einer bulimischen Jugendlichen in der Kinder.. Anita: Die Integration musiktherapeutischer Interventionen in gemeindepsychiatrische Angebote der Gelben Villa Cremer.Selbsterfahrungsgruppe für eine Frau mit depressivem Syndrom Döhler. Simone: Musiktherapie mit Menschen mit Behinderung und mit Menschen mit Autismus MUSIKTHERAPIE MIT ERWACHSENEN Alm.

Werner: Musiktherapie mit alten verwirrten Menschen Rau-Krüger. Eta: Ich spiele.und schwerkranken psychiatrischen Patienten Partner. Rigulf: Musiktherapie mit PatientInnen in der Akut-Psychiatrie im Niedersächsischen Landeskrankenhaus Hildesheim Nolte. Gerd: Erfahrungen mit einer neuen Form von Tiefenentspannung und der rezeptiven Musiktherapie mit onkologischen Patienten einer stationären Rehaklinik Vanegas. Bärbel: KON-TAKTE.Musiktherapie in einer Tagesstätte für psychisch erkrankte Menschen 183 . Musiktherapie: Ein neuer Weg? Schwarz. Peter: „Schläft ein Lied in allen Dingen …“ Biografieorientierte Musiktherapie mit BewohnerInnen einer Gerontopsychiatrie Scheu.Bewegung. Uta: Musiktherapie mit einer depressiven Klientin im Mutter-KindKurheim „Emmi Welter“ Werbick. Elisabeth: Kirchenmusik im Spannungsfeld zwischen Seelsorge und Psychotherapie. Barbara: Musiktherapie mit Patientinnen einer Abteilung für Akutpsychiatrie Werbick. Oliver: Musiktherapie bei geistig behinderten Menschen mit psychischer Störung Schubarth. Die Bedeutung der musikalischen Improvisation in einer Selbsterfahrungsgruppe mit Männern in der Suchtprävention Weber. Wolfgang: Musiktherapie bei Depression Soost. Beispiele aus der musikalisch-therapeutischen Arbeit mit Erwachsenen Schneider. Barbara: Musik und Bewegung mit Patientinnen einer Abteilung für Akutpsychiatrie Ziebarth. Musiktherapie in der Rehabilitation psychisch kranker Menschen Treschhaus. Manuel: Männer unterwegs.Nemitz. die unter chronischen Schmerzen leiden Spörer. Musikalisch-therapeutische Arbeit mit Patienten der gynäkologischen Rehabilitation Sandte. Eva-Maria: Gruppenmusiktherapie mit chronisch. Erfahrungen mit Musiktherapie in einer psychiatrischen Tagesklinik Reitz. Kristin: Beziehung gestalten und sinnhaftes Leben erfahren – musiktherapeutische Anregungen zur Erhöhung und Verbesserung der Lebensqualität im Alter Soost.Beziehung . Musiktherapeutische Einzelarbeit bei Menschen mit mehrfacher Behinderung Schrade. Wolfgang: Arbeit mit Erwachsenen. was ich nicht sagen kann. Heike: Einige grundlegende Gedanken über die Stimme in der Psychotherapie und dem Schnittfeld von Musiktherapie und Musikpädagogik aus der Sicht des Gestaltansatzes. Friedhelm: Einzelmusiktherapie mit dementen alten Menschen im Spannungsfeld zwischen Gedächtnistraining und Psychotherapie Schmidt-Rath. Gabriele: Fermate. Cornelia: Berührung . Andreas: “Ich komme meiner Seele nahe” .

4 Hefte pro Jahr im Gesamtumfang von ca. freie Stellen für Musiktherapeuten. 370 Seiten. Aus. Literatur.de Für einen Mitgliederbeitrag von DM 200. fachlicher Austausch und Interessenvertretung möglich ist: Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft (DMTG e. Berechtigung. Diplom-Musiktherapeut / Diplom-Musiktherapeutin“ der Bundesanstalt für Arbeit. 184 . Ismaninger Str. sogenannten Landesarbeitsgemeinschaften. (IGMF) Postfach 14 43 in 57319 Bad Berleburg Informationen über Gruppenimprovisation erhält man als Mitglied im Ring für Gruppenimprovisation Matthias Schwabe Wilskistr. die Musiktherapeutische Umschau.und Weiterbildungsmarkt informiert die Broschüre 2-II-A 3 „Blätter zur Berufskunde. Die Landesarbeitsgemeinschaften für Musiktherapie und die Sektionen veranstalten Weiterbildungsveranstaltungen. Projektwochen etc. Weitere Institutionen.de http://www. Gestalttherapie und Kreativitätsförderung Wefelsen 5 in 42499 Hückeswagen und Internationale Gesellschaft für Musikpädagogische Fortbildung e. zuständig.. Ebenfalls ist die DMTG für Fragen der berufsrechtlichen Anerkennung. Praktikumplätze. ungefähr entsprechend den Bundesländern. Ressourcen und vieles andere mehr.V. Für jeden. bei denen musiktherapeutische Weiterbildung. 29 in 81675 München 80 Fritz Perls Institut für Integrative Therapie.) Libauer Straße 17 10245 Berlin Telefon 030/29 49 2493 Fax 030/29 49 2493 Email: DGMT. und schließlich: über den aktuellen Berufs-. außerdem zweimal im Jahr den „Info-Dienst“ mit aktuellen Insider-Informationen.Berlin@t-online.musiktherapie. In der Deutschen Gesellschaft für Musiktherapie gibt es eine Sektion Studenten. ist eine Mitgliedschaft in der DMGT sehr zu empfehlen.V. Die DGMT gliedert sich in Regionalverbände. den Titel Musiktherapeut/Musiktherapeutin zu führen und selbständig als Musiktherapeutin zu arbeiten. 56 14136 Berlin 37 Hier erhält man auch die sehr lesenswerte Fachzeitschrift „ringgespräch über Gruppenimprovisation“.im Jahr (Studierende unserer Ausbildung bekommen Ermäßigung) erhält man das meiner Meinung nach wichtigste musiktherapeutische Fachorgan in deutscher Sprache. Über die Deutsche Gesellschaft für Musiktherapie erhält man aktuelle Informationen über den gesamten Musiktherapiemarkt.12 Anschriften. zu beziehen über die Arbeitsämter. die musiktherapeutische Fortbildungen durchführen sind: Freies Musikzentrum e. der sich langfristig im Bereich der Musiktherapie engagieren und weiterentwickeln will.V.

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