D EU TSCH C H I N ESI SCH E A N SI CH TEN

Ein interkulturelles Mosaik aus 20 Interviews gesammelt von Sarah Buch

Layout/ Gestaltung: S. Buch Redaktion: S. Buch Bilder: Privat Unterstützt von Erschienen als E-Brochüre, 201 2. und

D EU TSCH C H I N ESI SCH E A N SI CH TEN
Ein interkulturelles Mosaik aus 20 Interviews gesammelt von Sarah Buch

Schon während der Vorbereitung auf meinen Aufenthalt im Rahmen meines sechsmonatigen Freiwilligendienstes in Shanghai, habe ich gemerkt, wie sehr mich das deutsche China-Bild prägt. Vielen Menschen, denen ich damals erzählte, wo ich das halbe Jahr verbringen werde, reagierten alles andere als enthusiastisch - was sich widerum auf meine Motivation ausgewirkt hat.

kommunziert habe. Die mündlichen Interviews habe ich aber transkripiert und in Texten zusammen gefasst. Die Befragungen fanden auf Englisch und auf Deutsch statt, im wissenschaftlichen Kontext könnte man "narrative Interviews" dazu sagen.

Warum habe ich aber außer Deutschen auch Chinesen über ihr Deutschlandbild befragt? Ich wollte Schließlich habe ich beschlossen, zeigen, dass im Gegensatz zu auch wegen meines Studiums der Deutschland viele Chinesen einen wesentlich positiveren Eindruck von Kommunikationswissenschaften, diese Bilder "einzufangen". Die Idee diesem Land haben als umgekehrt war anfangs noch, dass die Menschen und so eventuell zum Überlegen in einer Pose ihre Vorstellung anregen. Gleichzeitig hat sich aber darstellen- möglichst kreativ, möglichst gezeigt, dass auch von chinesischer individuell. Außerdem sollte jeder Seite viele Stereotype über Deutsche mithilfe ein paar Fragen sein Portrait bedient werden - was nicht zuletzt der erklären. Ab und zu werden diese reduzierten Frage nach der EINEN Fragen in den Texten auftauchen, Assoziation mit dem jeweiligen Land besonders wenn ich schriftlich geschuldet ist.

Bei der Umsetzung musste ich schließlich feststellen, dass die Bilder gar nicht so individuell werden und viele der Chinesen mit meinem Wunsch, einen Ausdruck zu verdeutlichen nichts anfangen konnten. Aber vielleicht zeigt gerade das, worauf es mir am Ende ankommt: Wie viel wir doch gemeinsam haben. Schließlich haben auch die Deutschen ein seriöses Portrait der Pose vorgezogen.

diese Bilder wahrgenommen werden. Außerdem würde ich mich freuen, wenn es den einen oder anderen zum Nachdenken über sein oder ihr ChinaBild beziehungsweise über jegliche verallgemeinernde Bilder im Kopf anregt.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich trotz aller Widrigkeiten die Chance hatte, in Shanghai zu leben. Auch wenn diese unglaublich globalisierte Megacity kaum China repräsentiert, Als Medium habe ich mich für eine habe ich dennoch die Möglichkeit über dieses Land Broschüre im PDF-Format genutzt, entschieden, weil ich schon immer nachzudenken und sehr viele lieber schriftlich und gestalterisch Vorurteile zu revidieren. Vielleicht gearbeitet habe. Momentan gibt es gelingt Ihnen als Leser Ähnliches, nur diese deutsche Version. Je nach wenn Sie die nächsten Seiten dem können die Texte aber auch durchblättern. sicher ins Englisch und ins Chinesische übertragen werden. Shanghai, 3. August 201 2 Daher wünsche ich mir als Ergebnis viel Feedback und Meinungen, wie die

M ATTHIAS F RANK kommt aus dem Schwarzwald und arbeitet als Arzt für Geratrie in einer Baseler Klinik. Dort wird chinesische Medizin und Akupunktur ergänzend zur westlichen Medizin angewendet.

1 . Welches Bild kommt dir als erstes in den Sinn? Die chinesische Mauer; Reisfelder; die verbotene Stadt (in den Bildern von Bertoluccis "Letztem Kaiser").

von Japan teilbesetzten China aus Sicht einer Jugendgang schildert; und "China nach dem Sturm" von Klaus Mehnert, das die Öffnung des Landes nach und die Jahre der Kulturrevolution beschreibt (und 2. Würdest du nach China reisen oder immer wieder die unvergleichlich gute chinesische Küche preist!). eher lieber nicht? Fernreisen sind nicht meine Sache, nicht nur weil ich ungern fliege. So 4. Was zeichnet für dich China aus? habe ich zur Zeit keine entsprechende Grösse; eine uralte Kultur, die sich Reise im Sinn - und auch keine sehr lange selbst genügt hat; die Partnerin, deren Fernweh weitere Verbindung von oder zumindest der Kreise zöge als meines. Wenn mich Versuch, sehr starke Gegensätze zu (Sozialismus und aber eine Weltregion besonders verbinden Wirtschaften; anzieht, so ist es sicher der - aus marktwirtschaftliches unserer Sicht so genannte - Ferne Überwindung von Hunger und Osten mit seinen Metropolen und Unwissenheit und riesiger Reichtum; Abschottung und Öffnung; usw.) seinen besonderen Landschaften. Wie wurde dein China-Bild zu allererst geprägt? Drei Bücher haben an meinem Chinabild mitgewirkt, als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener: Jim Knopf (und seine Prinzessin Li Si) von Michael Ende; "Schanghai '41 " von E.F. Lewis, ein Jugendbuch, das die Situation im zweiten Weltkrieg im 5. Welche Gemeinsamkeiten siehst du zwischen China und Deutschland? Da fallen mir v.a. die üblichen Stereotype ein: Fleiss, Tatkraft und Lernfähigkeit; auch sind beide Länder - in verschiedenem Maßstab - die "Großen" in ihrem Umfeld und werden für ihren wirtschaftlichen Erfolg bewundert aber auch gefürchtet.

Meine erste Assoziation mit Deutschland sind deutsche Produkte, Küchengeräte. Gibt es nicht diese Firma – AMC oder so in der Art ? Oft sind die Produkte teuer aber von sehr guter Qualität.

besuchten. Wir haben seine Familie H IANG QUNYING ist und seine Eltern kennen gelernt und Englischlehrerin an sind mit ihm zusammen sogar nach einer Universität in Frankreich und Italien gefahren.
Shanghai und

Später hat er sich aber verändert, weil außerdem er hier in China eine junge Frau Vermieterin von Ansonsten kann ich nicht viel über die getroffen hat. Er hat sich dann Deutschen generell sagen. Ich denke, scheiden lassen und hat mit ihr heute diversen das hängt ganz stark von der eine zwei Jahre alte Tochter. Als wir Wohnungen. Sie ist Persönlichkeit ab. In China lernen die davon erfahren haben, rieten wir ihm Kinder, ehrlich zu sein und später sind von der Hochzeit mit der Chinesin ab. etwa 40 Jahre alt viele ehrlich. Aber viele auch Denn normale Mädchen aus guten unehrlich. Das gilt wohl auch für Familien gehen abends nicht allein in und kann sich nicht Deutschland wie überall auf der Welt. einen Pub. Aber er hat nicht auf uns mehr genau gehört. erinnern, ob sie Zum Beispiel der Deutsche, den ich schon zwei oder zu allererst getroffen habe: Das war der Chef meines Mannes. Er war sehr drei Mal in nett und großzügig zu uns, als wir ihn Deutschland war. das erste Mal in Deutschland

F LORIAN ZWERG ist 22 Jahre alt und studiert BWL an der TU Bergakademie Freiberg. Bisher war er noch nicht in China. Der gebürtige Dresdner plant aber, ein Praktikum in Hongkong zu absolvieren.

Wenn ich an China denke, erinnere ich mich an eine fantastische Olympiade vor vier Jahren, einen immensen Reichtum an Kultur und den industriellen Fortschritt, der diesem Land widerfahren ist. Man denkt aber auch an einen Militärstaat, an Unterdrückung des einzelnen Individuums und an die Ausbeutung von Arbeitern.

die Mauer auch zu einem Massengrab für viele Arbeiter wurde.

Ohne da jetzt eigene Erfahrungen gemacht zu haben, denke ich, dass durch Berichterstattungen einem der Eindruck vermittelt wird, China weise ein hohes Maß an Disziplin und Organisation auf. Wahrscheinlich noch mehr als es in Deutschland der Fall ist. Ich denke, in China bleibt auch China wäre für mich ein sehr wenig Spielraum für Querdenker. Man interessantes Reiseziel. Man kann könnte meinen, das Volk wird soweit in den Süden fliegen, dass standardisiert im Sinne der Regierung, man schon tropische Temperaturen um Proteste zu verhindern. China ist erreicht und dem Sommerurlaub auch ein sehr stolzes Land. Dieser nichts mehr im Wege steht oder man Nationalstolz wird mit militärischer besteigt das Dach der Welt, welches Präsenz und politischen Alleingängen für mich etwas Magisches an sich hat, regelmäßig veranschaulicht. da es doch so unerreichbar ist. Ich glaube, dieses Zusammenspiel Als Kind, im Alter von sieben oder aus jahrhundertelanger Tradition und acht Jahren, habe ich das erste Mal industriellem Wachstum macht dieses von der Chinesische Mauer gehört. Land wirklich sehr interessant. Und Mein Opa besaß ein Buch über die letztendlich sind diese riesigen Weltwunder unserer Erde. Dazu Millionenstädte nicht zu vergessen, zählte auch dieser Schutzwall der die doch so ganz anders sind als gegen die Invasion der Mongolen Berlin, Hamburg oder München. errichtet wurde. Als Kind wird einem da natürlich noch nicht erzählt, dass

Das bewundere ich auch an XU J IAXUAN nennt Deutschland, dass sich das Land sich im Deutschnach dem zweiten Weltkrieg so schnell entwickelt hat. Ich denke, Unterricht Andreas China entwickelt sich auch so schnell, und geht in die wir haben die richtige Politik, weil wir uns öffnen. Aber wir müssen noch von neunte Klasse. Im Vielleicht denke ich deswegen an die anderen Ländern lernen, zum Beispiel Sommer wird er an Industrie und den Fortschritt, wenn ich von Deutschland. einem Deutschland höre. Aber ich muss auch an die Flagge und an Angela Denn beide Völker sind sehr clever Schüleraustausch Merkel denken. Wenn ich mal dahin und haben eine lange Geschichte. nach komme, möchte ich auf jeden Fall Beide sind im 21 . Jahrhundert immer nach Berlin und nach Köln, weil der noch starke Mächte, aber Deutsche Süddeutschland Dom so berühmt ist; außerdem nach denken eben strenger als Chinesen. teilnehmen. Stuttgart wegen Porsche. Ich weiß auch, dass vor dem zweiten Weltkrieg Ich hoffe, China wird auch mal so die Mehrzahl der wissenschaftlichen stark wie Deutschland. Nicht, weil wir Werke auf Deutsch erschienen ist, eine so große Bevölkerung haben, vielleicht ist deswegen die deutsche sondern wegen unserer Kultur und Wirtschaft besser. Deutsche sind unserer Wissenschaft. strenger und arbeiten mehr. Mein Vater erzählt mir immer von den deutschen Maschinen, weil jeder weiß: Das sind die besten in der Welt. Er träumt davon, auch einmal eine für seine Firma zu kaufen, aber sie sind zu teuer.

F ELICITAS VOGT ist 1 2 Jahre alt und besucht ein Gymnasium in Görlitz. China ist vor allem durch die Reiseberichte ihrer großen Schwester geläufig.

Wenn ich an China denke, kommt mir sofort in den Sinn: China, ein sehr großes Land mit großen Städten und kleinen Dörfern, wo nur Reisbauern wohnen. Leute, die im Luxus leben und wieder welche, die in Häusern ohne Heizung leben und die Kinder nicht in die Schule können, weil sie den Eltern auf dem Feld helfen müssen. Natürlich denke ich auch dann an das Essen. Reis, Hünchenfleisch, Frühlingsrollen, Sprotten und, sagen jedenfalls viele, Hundefleisch. Jeden Montag denke ich an China, wenn ich zum Ninjutsu gehe, dies ist zwar nicht Chinesisch, aber Kungfu kommt aus China und andere Kampfsportarten auch. So kommt

man wieder auf den Gedanken, dass es dort viele abgelegene Klöster gib, wo denn Jungen und Mädchen unter sehr hartem Training eine Kampfsportart beigebracht wird. Im Himalaya gibt es auch Klöster wo buddhistische Mönche leben und ihre Götter verehren.So wiederum fällt mir ein, dass im Himalya auch der Yeti leben soll und viele andere Tiere, von denen man aber weiß, dass sie existieren. Insgesamt ist mein Eindruck von China, dass dieses Land sehr viele Gegensätze hat, aber trotzdem sehenswert ist. Ich würde also gerne mal hin fahren und das heißt, dass ich das Land toll finde.

Die Besonderheit der Deutschen ist ihr Qualitätsbewusstsein, das liegt ihnen sozusagen im Blut. Nicht nur die Produkte, sondern auch im Studium merkt man das.

so komisch geredet hatten. Inzwischen würde ich meine Deutschland-Erfahrung als „ein neues Leben“ bezeichnen. Sonst wusste ich immer, was ich tun soll. Aber in Deutschland wusste ich, was ich tun will. Außerdem hätte ich vor meinem Deutschland-Aufenthalt niemals daran gedacht, an einer Uni zu unterrichten. In China lernen wir die Kenntnisse, aber in Deutschland habe ich eine andere Vermittlungsmethode erlebt.

Als ich eigentlich mehr durch Zufall in Tübingen mein Studium begann, hatte ich vor, nur drei Monate zu bleiben, weil es in Deutschland so schwer sein sollte. Nach meinem ersten Schein habe ich aber gedacht: Dann kann ich auch zwei oder drei Scheine schaffen. Negative Erfahrung wie Neonazis oder Rassismus gehörten auch dazu, Die Lebensphilosophie in beiden aber ich bin diesen Phänomenen sehr Ländern ist sehr unterschiedlich. selten begegnet. Obwohl beide auf eine lange Geschichte zurückblicken, sind sie Früher dachte ich natürlich an doch grundverschieden: Deutschland Deutschland wie an Frankreich oder hat trotz der zwei Weltkriege einen Amerika: exotisch, auf der anderen Hochsprung, China ist auf dem Seite der Welt. Aber meine Eltern Abstieg. Dabei meine ich vor allem die unterrichteten Deutsch, daher kam ich alte, traditionelle chinesische Kultur. früh mit diesem Land in Kontakt. Ich Wir leben nun in einer zu rasch weiß noch, wie beeindruckend ich es entwickelten Welt. Die Konkurenz ist fand, als meine Mutter in den 70ern sehr stark, es geht deswegen ums einen deutschen Film synchron Ueberleben. Die Kulturen sind einfach übersetzte und ich am Ende alles unvergleichbar! verstanden hatte – obwohl die Leute

P ROFESSOR LIU WEI ist 1 972 in Peking geboren und ging für ein Studium 1 996 nach Tübingen. Heute ist er außerordentlicher Professor an der Fudan Universität in Shanghai und unterrichtet deutsche Literatur und Sprache.

U RSULA KÜHNEL ist 1 939 geboren und in der DDR aufgewachsen. Heute lebt die ehemalige Lehrerin in Dresden und singt immer noch gern im Chor.

Wenn ich „China“ höre, denke ich zuerst an einen Chinesen mit dem typischen Reishut auf dem Kopf und an den Platz des himmlischen Friedens. Außerdem steigt in mir sofort die Erinnerung an ein Lied auf: „China ist rot, China ist jung, goldne Sonne über Maotse Tung.“

Ich denke, obwohl der Unterschied zwischen Arm und Reich in China heute noch recht groß ist, hat das Land sich von einem armen zu einem enorm industrialisierten Land mit beeindruckenden Hochhäusern entwickelt. Den Unterschied gibt es zwar in Deutschland auch, aber nicht Besonders zwischen Land Das haben wir damals im Schulchor so krass. ist die Schere am größten, und Stadt gesungen. Früher haben wir auch was möglicherweise an der Masse der noch gelernt, dass Mao Tsetung die Menschen liegt? Schließlich ist China Lebenshaltung den Menschen größer Deutschland und verbessert hat, aber das war in der auch viel herrscht alsdort noch eine zudem DDR. Später hatte ich mehr Kontakt komische Mischung aus Sozialismus zu Asiaten, die bei meinem Mann und Kapitalismus. Aspiranten im Labor waren. Bis heute bewundere ich deren Fleiß und die Aber leider bin ich nicht so gut Strebsamkeit sehr; ihre informiert, weil aus den aktuellen Sprachkenntnisse haben mich damals Tagesmedien nur wenig über China zu schon beeindruckt. erfahren ist. Wenn man ernsthaft man Heute würde ich gern einmal nach etwas wissen möchte, mussdirekte direkt danach suchen – China reisen. Ich denke mit einer Mitteilungen sind kaum in der Presse. Schiffahrt auf den Yangtse-Fluss sieht man viel, denn landschaftlich hat das Land unglaublich viel zu bieten. Natürlich hat es sich in den letzten 40 Jahren sicherlich unglaublich verändert.

Für mich liegt der größste Unterschied zwischen Deutschland und China in der Denkweise. Die Chinesen denken in einem weiteren abstrakten Sinn, während die Deutschen sich auf konkrete Punkte konzentrieren. Mein Vater spielte mir Bach und Schumann vor, als ich drei Monate alt war. Diese Musik gibt mir noch heute ein Gefühl von Vertrauen. Insgesamt würde ich meine Assoziation mit Deutschland als „Leidenschaft und Logik“ beschreiben, ich möchte nach Deutschland, um das logische Denken zu erleben. Der Bauhaus-Stil ist zum Beispiel typisch deutsch für mich: sehr nützlich aber auch schön, modern. Außerdem möchte ich sehen, wo Bach und Beethoven lebten.

ZHU H E ist 21 Wenn ich nun China und Deutschland vergleichen müsste, dann sind beide Jahre alt und wird große Nationen. Den größten von Herbst an, Unterschied sehe ich eben im Denken: Das Chinesischen denken in Kunst in Hangzhou einer weiten abstrakten Weise, symbolhaft. Deutsch ist für mich eher studieren. Innerhalb konkret, auf einen Punkt konzentriert. der vier Jahre an Kurz: China würde ich als einen Kreis einer der besten darstellen, Deutschland als eine Raute – wie in dem BMW-Zeichen. Kunstakademien

Warum will ich in Deutschland studieren? Die logische Denkweise, die die Deutschen in Architektur, Maschinenbau und anderen Industrien gezeigt haben, ziehen mich an. Auch möchte ich mit meinen eigenen Augen sehen, in welchem Land Komponisten wie Beethoven und Bach gelebt haben.

Chinas wird er ein Jahr an der Universität der Künste in Berlin studieren.

F RIEDERIKE AUGUSTIN ist 1 9 Jahre alt und stammt aus Freital. Sie lebt seit Februar in Wulumuqi, die Hauptstadt Xinjiangs, der westlichsten Provinz Chinas und absolviert dort für ein Jahr einen Freiwilligendienst an einer Fremdsprachensch ule. Es ist ihr zweiter Aufenthalt in China.

China besteht für mich aus Unterschieden. Bevor ich hierher kam, hab ich niemals an Minderheiten gedacht und jetzt lebe ich nur zwischen Minderheiten. Früher habe ich also gedacht, dass dieses EINE China aus den Menschen heraus existiert, inzwischen weiß ich, dass sie dieses eine China annehmen müssen, es zum Teil also aufgedrückt bekommen. Darin sehe ich aber auch die Besonderheit des Landes. So viele Menschen aus unterschiedlichsten Regionen kommen in China zusammen und müssen diese eine Vorstellung von diesem Land teilen, trotzdem begegnen sie sich untereinander mit Toleranz. So lässt sich wohl auch der Unterschied zwischen meinem Gefühl zu China vor meiner Ankunft in Xinjiang und jetzt beschreiben: Der Eindruck von Allmacht und Harmonie wurde von Chaos abgelöst, in dem Menschen sehr willkürlich hin- und hergeworfen werden.

Der frühere Eindruck stammt vermutlich aus den klassischen Klischees und Redewendungen, aus der Symbolik und Geschichte über Drachen, Dynastien und Kaiser. Mein erstes Bild habe ich aus einem Kinderbuch, in dem die Helden ein Drachenfest beobachten; das war für mich faszinierend, auch wenn ich das Fest nicht genau verstanden habe. Dieses Nicht-Verstehen prägt mich auch jetzt noch. Ich kann die Sachen, die ich nicht verstehe und auch nicht mag, von denen, die ich gut finde, nicht wirklich abgrenzen. Das Gefühl der Skepsis dorminiert nach wie vor. Dabei gibt es natürlich auch Gemeinsamkeiten mit Deutschland, die vor allem der Globalisierung geschuldet sind; wie die englische Sprache. Mich beeindruckt aber immer wieder, wie die Chinesen den gleichen alltäglichen Umgang mit H&M und KFC pflegen wie wir.

Ich denke, Kommunikation ist dabei DU CAIFANG ist 1 4 sehr wichtig. Wenn wir mit einander Jahre alt und ihr reden, können wir Ähnliches entdecken. Obwohl die deutsche deutscher Name ist Sprache die schwierigste der Welt ist, Nina. Sie geht in Aber sie sind auch offener, der so viel Grammatik! Suzhou an eine Unterricht schein entspannter zu sein. Fremdsprachensch Wir in China haben immer nur Hausaufgaben, Hausaufgaben, ule und besucht Hausaufgaben. Ich denke auch, dass momentan die die deutschen Schüler in ihrem Beruf später eine viel größere Wahlfreiheit achte Klasse. In haben, als wir hier. Deutschland ist für mich ein ernstes Land. Die Deutschen nehmen ihre Arbeit sehr ernst; sie wollen auf keinen Fall einen Fehler machen. Unsere Eltern wollen vor allem, dass wir einen wissenschaftlichen Grad haben oder Manager werden, damit wir viel Geld verdienen. In Deutschland gibt es keine so harte Konkurrenz, weil es nicht so viele Menschen sind. Trotzdem gibt es bestimmt Gemeinsamkeiten.
Deutschland ist sie noch nicht gewesen, aber an das Essen in dem deutschen Restaurant wird sie sich nie gewöhnen.

P HILIPP B ORMANN wurde 1 976 in Hildesheim geboren und ist in den Bereichen Kulturmanagement und Kultur- und Politikberatung tätig. Er ist begeisterter Vater zweier Söhne und leidenschaftlicher Rockmusiker. Falls ihm daneben noch Zeit bleibt, reist er gern. In China war er leider noch nicht.

1 . Wenn du an China denkst, welches Bild kommt dir als erstes in den Kopf? Größe in jeder Hinsicht: das Bild eines unüberschaubaren Gebietes, einer uralten Kulturlandschaft, sehr vieler Menschen - und einer unendlichen Mauer. 2. Würdest du gerne ein Mal nach China reisen? Warum oder warum nicht? Ich würde gerne ein Mal nach China reisen. Am besten mit sehr viel Zeit im Gepäck. Denn die braucht man sicherlich unbedingt, um das Land ausführlich und in seinen vielen Facetten kennen zu lernen. Am spannendsten wäre für mich, die gleichzeitige Gegenwart von Vergangenheit und Zukunft in ihren großen Kontrasten zu erleben. 3. Wann hast du das erste Mal von China (als Geschichte in einem Buch, Lied, Reportage im TV) gehört? Begrifflich war es mit hoher Sicherheit in dem Lied "Drei Chinesen mit dem Kontrabass". Danach aber auf jedem Fall im Tim-und-Struppi-Band "Der Blaue Lotos". Später habe ich dann

aus vielen verschiedenen Quellen immer wieder viel über China gehört, gelesen und gesehen. 4. Was zeichnet für dich China aus, welche Besonderheiten verbindest du mit China? Prägend ist sicherlich die in unserer Zeit unwahrscheinliche Entwicklungsdynamik Chinas, die den Außenstehenden faszinieren muss, die aber auch Besorgnis erregt. 5. Denkst du, dass es auch Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und China gibt? Welche oder warum gibt es sie deiner Meinung nach bzw. warum gibt es sie nicht? Natürlich gibt es sie: Zwei sehr große Volkswirtschaften mit großem Innovationsgeist und großer Kulturtradition.

Als ich noch ein kleines Kind war, las ich die Gebrüder Grimm. Aber es ist nicht immer ein guter Eindruck, den ich von Deutschland habe. Im Lehrbuch habe ich auch gelesen, dass Deutschland den erstem und den zweiten Weltkrieg begonnen hat. Inzwischen ist das Deutschlandbild für mich wahrscheinlich folgendes: Ein Bayer in Lederhosen und mit einem Glas Bier in der Hand. Ich möchte auch viel mehr von Deutschland sehen, deshalb habe ich an einem Austauschprogramm teilgenommen. Ich bin also schon ein Jahr in Deutschland gewesen und denke, dass es viele positive Dinge gibt, z.B. mag ich die schöne Landschaft in Deutschland und Deutsch als Sprache. Außerdem ist Machinebau immer eine Stärke Deutschlands, viele Ausländer studieren auch Machinebau

in Deutschland, natürlich inklusive vieler chinesischer Studenten. Als eine Gemeinsamkeit zwischen Deutschen und Chinesen glaube ich, dass die Deutschen und die Chinesen beide fleißig arbeiten, sie möchten beide erfolgreich Karriere machen.

GUAN Zhihua ist 26 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Hefei. Jetzt arbeitet der PatentAnwalt in eienr Shanghaier Kanzlei. Während seines Studiums in Elektro- und Informationstechnik war er ein Jahr in Deutschland an der Technischen Universität. München.

J ANINE P RÜFER hat Grundschullehramt studiert wurde 1 986 in Zeitz in SachsenAnhalt geboren. Während ihres Studiums betreute sie chinesische Studenten an ihrer Universität und lebte selbst ein Semester lang in Peru.

Ich würde auf jeden Fall gerne nach China reisen, um mir ein Bild von dem Land und dem Leben dort machen zu können. Mich interessiert, wie die vielen unterschiedlichen Volksgruppen in einem so riesigen Land zusammenleben. Besonders reizen mich die Gegensätze zwischen Tradition und Moderne, Megacities und Landleben.

Land stammen. Die Chinesen waren die ersten, die Schwarzpulver und Porzellan erfunden hatten.

Ich verbinde China aber auch mit dem Kommunismus, Mao, Unterdrückung, Niederschlagung des Protestes auf dem Platz des Himmlischen Friedens, Hausarrest oder Haft für politisch anders Denkende, Turbokapitalismus Ausbeutung natürlicher Ressourcen So kommen mir viele Bilder und Umweltverschmutzung, gleichzeitig in den Kopf. Zum einen Ausbeutung der Arbeiter/innen der die klassischen Sehenswürdigkeiten Textilindustrie durch europäische und wie die chinesische Mauer und US-amerikanische Unternehmen, buddhistische Tempel, zum anderen Enteignung von Hausbesitzern in das politische China mit politischen Rahmen der olympischen Spiele 2008 Häftlingen und Zensur. und neuer riesiger Absatzmarkt für deutsche Autohersteller. Aber das erste Mal hab ich von China gehört, weil M ADE IN CHINA oft auf Die Frage nach den meinem Spielzeug geschrieben stand, Gemeinsamkeiten lässt sich schwer so dass mir auch schon als Kind beantworten, da ich noch nie in dem China als Wirtschaftsmacht ein Begriff Land war und daher nicht einschätzen war, obwohl es damals bei weitem kann, wie die Leute da so ticken. Auf noch nicht so mächtig war wie jeden Fall haben wir wirtschaftliche heutzutage. Des Weiteren habe ich im Beziehungen gemeinsam und das Geschichtsunterricht gehört, dass Interesse an technischen China schon sehr früh weit entwickelt Innovationen. war und viele Innovationen aus dem

Bevor ich jemals in Deutschland war, hab ich mit diesem Land alte, historische Schlösser mit Rittern verbunden. Wenn ich heute das Wort höre, taucht auch immer wieder das Motiv der bayrischen Flagge auf – wie man es beim BMW-Zeichen sehen kann.

habe ich die gut organisierte Art der Deutschen vorgefunden, weil ich bei wirklich jeder E-Mail eine schnelle Antwort auf meine Frage bekommen habe.

Wenn ich nun nach Deutschland für meinen Doktor ziehe, kenne ich eigentlich schon vieles. Am meisten Dabei fuhr mein Vater früher einen mache ich mir Sorgen, eine Wohnung alten, schwarzen Golf; mein Vater zu finden und im Alltag mit der fährt immer Volkswagen. Ich glaube, Sprache zu Recht zu kommen. Aber das war auch der erste Kontakt zu ich habe mich bewusst für Deutschland. Oder „Made in Deutschland entschieden, weil es ein Germany“ im Waschmittelschieber gut entwickeltes Land ist und meine unseres alten Geschirrspülers von chinesische Universität schon Siemens. Kontakte nach Deutschland hat. Was Deutschland für mich ausmacht, ist die Sauberkeit. Alles ist ordentlich und gut organisiert, das war mein Eindruck, als ich am Münchner Flughafen ankam. Davor habe ich mich mit dem Visa-Antrag auseinander gesetzt und auch da Gemeinsamkeiten zwischen hier und Deutschland sehe ich im Alltag: Hier wie dort mögen die Menschen draußen sein. Wenn Sommer ist, gehen Deutsche wie Chinesen in Parks und genießen das Wetter. Außerdem mögen beide Autos.

DAI N AIEN ist gebürtig aus Shanghai und hat an der Tongji Universität studiert. Die 25-Jährige wird nun in Tübingen promovieren; dafür lernt sie momentan Deutsch. Allerdings kennt sie das Land schon ein bisschen, weil sie schon ein halbes Jahr in Deutschland gelebt hat.

M AREIKE RÖNCKE kommt aus der Nähe von Hamburg und studierte sechs Jahre Germanistik bzw. Linguistik in Hanover. Nach ihrem Jahr als DAADSprachassistentin in Shanghai möchte sie im Bereich Deutsch als Fremdsprache in Deutschland promovieren.

Im Erdkundeunterricht in meinem letzten Schuljahr am Gymnasium haben wir die Diskrepanz zwischen der Wirtschaft im Westen und Osten Chinas durchgenommen. Zufällig war dies dann auch das Thema meiner mündlichen Abiturprüfung, weshalb man sagen kann, das China dadurch einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Inzwischen gibt es für mich nicht das eine Bild, das China repräsentiert – dafür bin ich vielleicht schon zu lange hier gewesen. Von den Orten, an denen ich gelebt habe, also Peking und Shanghai, sind mir am besten die lebendigen Straßen und Plätze in Erinnerung geblieben, mit denen ich den normalen, „chinesischen“ Alltag assoziiere. Das Besondere an China für mich besteht in den ambivalenten Gefühlen, die es auslöst: Einerseits die Bewunderung für ein Land, dass sich mit unglaublichen Anstrengungen zur Wirtschaftsmacht hochkämpft; andererseits Unverständnis angesichts der Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Wohlergehen des Individuums und der Natur. Die Chinesen betonen gern ihre Einzigartigkeit und Erhabenheit, sind aber gleichzeitig verrückt nach westlichen Gütern und Moden, die aus den USA oder Europa herübergeschwappt kommen. Diese Widersprüchlichkeit empfinde ich als typisch für China.

Ich denke, dass Deutschland von China zum Teil als Vorbild gesehen wird, was die wirtschaftliche Entwicklung angeht. In seinen sozialen Normen ist China dem Deutschland von vor 50 oder 1 00 Jahren nicht unähnlich; in der Familie beispielsweise sollte der Mann Haus und Auto zur Verfügung stellen und der Hauptverdiener sein, während die wichtigsten Tugend der Frau nach wie vor ihre Schönheit und ihr Liebreiz sind. Eine wichtige Gemeinsamkeit zwischen Deutschen und Chinesen ist meiner Beobachtung nach, dass sie Fremden erst einmal mit Zurückhaltung begegnen und sich langsam anfreunden, gegenüber Freunden jedoch ein starkes Verantwortungsgefühl besitzen. Mich verbindet inzwischen vieles mit China: die Erinnerung an Orte, die ich besucht habe, an Erlebnisse und an Menschen, die ich liebgewonnen habe. Aus dieser Perspektive mag ich China sehr. Gleichzeitig gibt es vieles, was mich stört: die Umweltverschmutzung, politische Unterdrückung und der Straßenverkehr, um nur einige zu nennen. Um China wirklich zu mögen, muss man wohl sehr gelassen sein und die Dinge hinnehmen können, die sich nicht ändern lassen.

Ich würde gerne öfter nach Deutschland reisen, weil ich mein Deutsch „wecken“ möchte. In China habe ich wenig Chance, Deutsch zu sprechen, zu schreiben. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann ich das erste Mal von Deutschland gehört habe. Aber ich kann mich genau an den Text erinnern, als ich im Jahr 1 982 Deutsch zu lernen anfing (mehrere Städte entlang des Rheins, Köln, Bonn, Koblenz).

Deutschland steht für LI QINGHAI wurde Vertrauenswürdigkeit. Ich kenne viele 1 966 in der Freunde, Institutionen, Unternehmen, die einfach auf Deutschland nördlichen Provinz vertrauen, sie bevorzugen Kontakt Shanxi geboren. und Kooperation mit deutschen Während seines Partnern. Gemeinsamkeiten zwischen DAAD-Stipendiat Deutschland und China bestehen bestimmt, wie zum Beispiel Streben und reist nun aller nach Gerechtigkeit oder das Mitleid zwei Jahre nach mit der schwachen Schicht. Solche Deutschland. In Gemeinsamkeiten lassen sich auf die Kultur und Religion beider Länder China lebt der zurückführen. Lehrer arbeitet an
der School of Economics and Management der Tongji Universität in Shanghai. Studiums war er

B IANCA CREUTZ ist geborene Pfälzerin und studiert normalerweise in Mainz Politik und Soziologie. Momentan lebt die 21 -Jährige aber in Slowenien und unterrichtet Deutsch im Rahmen ihres Freiwilligendienstes. In China war sie noch nie.

Wenn ich an China denke, muss ich als erstes an einen Blitz denken. Genauer gesagt, an den Blitz eines Fotoapparates mit dem der chinesische Tourist gekonnt jedes einzelne Detail festhält. Wenn ich auf eine Reisegruppe Chinesen mit Fotoapparat und Videokamera treffe, bin ich oft irritiert und frage mich, warum fotografieren diese Menschen jetzt einen slowenischen Busfahrer beim Kreuzworträtsel lösen? Ich weiß nicht genau, wann ich das erste mal von China gehört habe, aber ich denke vielleicht aus einem Kinderbuch. Vielleicht bekam die Tiegerente ja mal Besuch aus dem fernen Osten. Es könnten aber auch Frühlingsrollen, also chinesisches Essen, gewesen sein.

und ich gerade die Welt aus einem Land betrachte, in dem einfach alles klein ist. Ich glaube, ich hätte Angst, in der Masse unter zu gehen. Allerdings bin ich auch neugierig, wie es dort wirklich aussieht und ich habe auch schon viele nette Chinesen kennengelernt. Es sind sehr höfliche, zurückhaltende, angenehme Menschen. Ich denke, wenn sich die Gelegenheit bieten sollte, dann sehr gerne – Reiseziel Nummer 1 ist China für mich aber nicht.

China zeichnet besonders die uralte Kultur aus, zum Beispiel Kalligrafie. Ich denke die Strebsamkeit zeichnet sowohl Chinesen als auch Deutsche aus (und bestimmt noch ein paar andere Dinge). Sonst gibt es aber recht viele Unterschiede. Meiner nach sind die Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich Meinung Lebensweisen einmal nach China reisen möchte. unterschiedlichen und Bisher habe ich diese Frage immer geografischer mit einem klaren "Nein" beantwortet. kulturgeschichtlicher Natur. Nein, weil China sehr sehr groß ist

Zu allererst muss ich an schöne Landschaften, das Biertrinken und die gute Fußballmannschaft denken. Als ich in der Grundschule war, in den achtziger Jahren, war das Team sehr gut und ich erinnere mich noch, wie viele Menschen die Deutschen in der Weltmeisterschaft unterstützt haben. Dann war ich selbst neun Jahre in Deutschland und am meisten hat mich die Genauigkeit geprägt. Während meines ersten Jahres habe ich in den Ferien gearbeitet. Oft habe ich Sätze mit "Ich glaube..." oder "Ungefähr..." angefangen, aber es gab nur genau eine Antwort. Damals habe ich gelernt: Wenn man also eine Arbeit macht, sollte man auch auf die Kleinigkeiten achten. Sie spielen manchmal die wichtigste Rolle.

LI YIQIAN ist 35 Persönlich verbinde ich inzwischen mit Deutschland seine Jahre alt und Rechtsstaatlichkeit. In anderen arbeitet heute beim Ländern findet man immer wieder Ausnahmen, aber ich habe die DAAD in Shanghai. Erfahrung in Deutschland gemacht: Wenn es eine Regelung gibt, dann gilt Sie absolvierte ihr sie für alle Leute. Das gefällt mir sehr VWL- und BWLgut. Die harmonische, soziale Diplom in Leipzig Gesellschaft, der Umweltschutz - all das macht Deutschland für mich zum und lebte neun Traumstaat. Jahre in Deutschland. Heute bekommt sie noch immer Post von ehemaligen Kommilitonen und vertraut auf "made in Germany".

Zwischen China und Deutschland gibt es vor allem ökonomische Gemeinsamkeiten, beide Länder sind stark im Export. Aber der größte Unterscheid liegt für mich im Politischen. Ich habe mal eine Beschreibung gehört, dass es in China eine große Regierung und eine kleine Gesellschaft gibt. Alles ist von Schlechte Erfahrungen gab es auch, der Regierung abhängig; wenn sie aber nur einmal: Während meines nicht da ist, stürzt alles ins Chaos. In Praktikums in München bin ich auf Deutschland ist es genau andersrum, einen sehr unfreundlichen, da hat jeder Beamte seinen eigenen ausländerfeindlichen Hausmeister Bereich. Wenn Frau Merkel krank wäre, funktionierte trotzdem alles gestoßen. ordentlich.

M ARKUS RIMMELE hat zuerst von der chinesischen Mauer gehört und bezeichnet sich in Bezug zu seinem Asieninteresse als „Spätzünder“. Seit September 2011 ist der 38 Jahre alte Korrespondent für den ARD-Hörfunk in Shanghai und arbeitete vorher mehrere Jahre in Hongkong als freier Journalist.

China ist für mich keine Liebe auf den ersten Blick. Aber nach einer Weile lernt man das Land und die Leute zu schätzen. Deswegen kommt mir auch ‚schwierig‘ als erstes in den Kopf. Zuerst habe ich die mangelnde Schönheit und die fehlende Gesellschaft gesehen. Aber bis heute bin ich noch immer von der Größe, der Macht und der Dynamik hier überwältigt. Die Chinesen machen immer etwas und sind sehr geschäftstüchtig. Das finde ich sympathisch, und ich schätze auch, dass ich das später vermissen werde.

Gerade das ist es auch, was die Chinesen so ausmacht, wie ich finde. Sie vereinen viele gegensätzliche Dinge, beispielsweise Kommunismus und Kapitalismus. Es geht eben um das Ergebnis, da kann der Weg auch ein bisschen anders, ein bisschen krumm sein. Die Deutschen haben es deswegen hier schwer; sie sind sehr orthodox und wollen sehr nach ihrem – gut begründeten – System arbeiten.

Daher sehe ich auch kaum Ähnlichkeiten zwischen Chinesen und Deutschen. Vielleicht sind beide nicht so sinnlich, im ästhetischen Sinne. Aber klar, am Anfang hatte ich ein Also die Lebensqualität steht wie bei sehr mediengeprägtes Bild von China. den romanischen Kulturen nicht so im Kommunismus und Polizeistaat wie in Vordergrund. Für Deutsche sind es der DDR oder in der Sowjetunion die soliden funktionierenden Dinge, spielten da vielleicht, gerade als die wichtig sind. Die Chinesen gucken junger Journalist, noch mit hinein und vielleicht nicht so auf das Solide, aber als ich in Hongkong war, wurden diese es geht ihnen auch um das Ergebnis. Ängste von den Hongkongern sogar Heute versuchen erst die neuen weiter geschürt! Aber während einer Reichen diese Lebensqualität zu Reise wurden mir dann die Augen lernen. geöffnet: Alles funktionierte besser als erwartet und die Chinesen waren viel moderner und mit der Welt vertraut.

Irgendwie habe ich immer das Bild von Benz in Erinnerung, also dem guten und auch teuren Automarke. Mein Vater fährt gerne Autos und ist auch sehr von der deutschen Qualität begeistert. Ich glaube, das ist schon die erste Verbindung zwischen Deutschland und mir.

WANG D ANDAN , ein bisschen über das negative Deutschland sagen. Ich kann es gut auch Kerstin nachvollziehen, warum in Deutschland Integration von Migranten ein Problem genannt, war 2009 ist. Natürlich ist das ein großes und im Rahmen des kompliziertes Problem. Es gibt dahinter auch viele Gründe. Die MedienbotschafterMigranten sollten in die deutsche Programms der Gesellschaft integrieren. Aber in wie Robert-BoschWenn ich nun heute an Deutschland weit sollten sie sich integrieren? Und was heißt Integration überhaupt? Stiftung bereits in denke, sehe ich einen weißen, schlanken Mann in schwarzem Anzug, Vielleicht wollten die Migranten Deutschland und der auf einer ordentlichen, ruhigen integrieren, aber sie werden einfach studiert nun mit Straße läuft. Für mich ist Ordnung, nicht von der deutschen Gesellschaft Sauberkeit und das kühle Gefühl das wahrgenommen und aufgenommen. einem Symbol für Deutschland. Ein weißer Auch das Problem von Neo-Nazi, also BundeskanzlerMann ist das Gesicht für Westen. die Ausländerfeindlichkeit macht das Stipendium an der Schlank ist eine Besonderheit für Deutschland-Image komplizierter. Deutsche. Schwarzer Anzug bedeutet, Bauhausdass die Deutschen sich immer Dennoch sehe ich die Gemeinsamkeit Universität in ordentlich anziehen. Ruhige Straßen zwischen Deutschland und China in ist schon der allgemeine Eindruck von den Menschen. Sie sind überall Weimar. Deutschland. Es ist allgemein viel gleich. Gierig, Liebe, schlau, dumm. ruhiger als in China. Was ich sagen möchte, das Grundprinzip, wie man in einer Was ich über Ordnung, Gesellschaft überlebt, oder überhaupt Gewissenhaftigkeit und Qualität die Grundmotive von Menschen sind gesagt habe, sind alles Beispiele für überall gleich. das positive Deutschland. Ich möchte

Ein BESONDERER D ANK gilt an dieser Stelle allen Beteiligten, die mir geduldig Rede und Antwort gestanden haben. Außerdem dem Team des DAADInformationszentrums in Shanghai, das mich so herzlich in seinen Kreis aufgenommen hat und natürlich dem "kulturweit"-Team, dessen Langzeitmotivation mich inspiriert hat. Danke auch an Mama und Papa, die mich immer unterstützen, auch wenn ich immer etwas überstürze.

© Sarah Buch