MittLer – DienstLeister – entscheiDer

Die LanDesbeauftragten
NiedersachseNs küNftige struktur der LaNdesverwaLtuNg

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wie eS Jetzt iSt
Die schwarz-gelbe Landesregierung hat mit ihrer Verwaltungsreform und der Abschaffung der vier Bezirksregierungen im Jahr 2005 eine ganze Reihe von Kollateralschäden verursacht. Der aktuelle Verwaltungsaufbau zeigt nach der Zerschlagung der Mittelinstanzen nicht nur zahlreiche Systembrüche, sondern auch unübersichtliche, zum Teil kompliziertere und aufwändigere Strukturen als vor der Reform. n n n n n n Die Führung der Polizei besteht aus sechs regionalen und einer zentralen Polizeidirektion. Die Landesschulbehörde hat vier Regionalabteilungen und neun Außenstellen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der die Umweltbehörden des Landes bündelt, verfügt über drei Direktions- und 15 Betriebsstellenstandorte. Das Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung hat elf Regionaldirektionen. Die Gewerbeaufsicht teilt sich in zehn staatliche Gewerbeaufsichtsämter. Die Straßenbauverwaltung teilt sich in 13 regionale Geschäftsbereiche auf.

Nimmt man nur diese Zahlen (4 – 6 – 10 – 11 – 13 – 15), denkt man an eine Lottoziehung, nicht aber an funktionierende Verwaltungsstrukturen. Die als „Ersatz“ für die abgeschafften Bezirksregierungen eingerichteten - zunächst vier, jetzt drei - Regierungsvertretungen als Serviceeinrichtungen für den ländlichen Raum haben in dieser Un-Systematik ihren Platz bis heute nicht gefunden. Die Überlegung, dass das Land über die Regierungsvertretungen in der Fläche präsent sein will, ist im Ansatz stecken geblieben. Die Regierungsvertreter als unselbständige „Außenstellen“ der Landesregierung haben keine wesentlichen Kompetenzen und kaum Möglichkeiten, eine Abstimmung von Fachbehörden zu bewirken. Im Ergebnis werden sie von den Kommunen im ländlichen Raum ignoriert. Sie sprechen direkt die Ministerien in Hannover an. Die Folge: Die Ministerien in Hannover werden mit exekutiven Aufgaben überfrachtet und die Kommunen müssen jeweils für sich alleine in Hannover kämpfen. Alle Entscheidungsfunktionen sind bei der Landesregierung gebündelt. Die ländlichen Regionen und ihre Zentren wurden erheblich geschwächt.

e So Sieht Schwarz-gelbe regionalpolitik in der praxiS auS.

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waS wir wollen

Die neue Landesregierung wird sich der Aufgabe stellen, diese groben Fehler der Verwaltungsreform von CDU und FDP zu korrigieren. Deshalb muss u u u u u die Entscheidungskompetenz wieder stärker in die Regionen des Landes zurückverlagert werden, die Repräsentanz der Landesregierung in der Fläche wieder verstärkt werden, die Koordination der staatlichen Aufgaben in den Regionen verbessert werden, die Unterstützung der Kommunen durch staatliche Behörden gestärkt werden und die Entlastung der Ministerien zur Erledigung ihrer eigentlichen Aufgaben greifen.

Die Kraft der neuen Landesregierung wird also in erster Linie benötigt, um die eigenen staatlichen Strukturen wieder voll funktionsfähig zu machen.

e der SachverStand in niederSachSenS regionen bekommt wieder eine chance.

1. kurze wege

Die künftige Neuordnung wird sich darauf konzentrieren, die staatliche Präsenz und Entscheidungskompetenz der Landesregierung in der Fläche zu stärken. Die künftige Landesregierung muss deswegen wieder mit eigenen entscheidungsfähigen Repräsentantinnen und Repräsentanten in den Regionen präsent sein. Diesen Beauftragten der Landesregierung werden Koordinierungsstäbe als Regionalabteilungen der Landesregierung zur Seite gestellt. Sie werden ihren Sitz haben in Braunschweig, Hildesheim, Lüneburg und Oldenburg. Die vier Landesbeauftragten genießen das Vertrauen der Landesregierung und haben direkten Zugriff auf wichtige Behördenteile des Landes in ihrem Zuständigkeitsbereich. Dabei geht es vor allem um die Umweltverwaltung (insb. Wasser und Naturschutz), die Gewerbeaufsicht, die Agrarstruktur- und Landentwicklung, den Straßenbau, die Raumordnung sowie einzelne Genehmigungsfunktionen. Kreis- und/oder ressortübergreifende Konfliktlagen vor Ort müssen dann nicht mehr mühselig der Zentrale in Hannover zur Lösung angedient werden. Die Landesbeauftragten haben die Aufgabe, die Behördenvertreter der dezentralen Landesverwaltung zusammenzurufen und verbindliche Entscheidungen herbeizuführen. Sie haben in den von ihnen koordinierten Projekten eine abschließende Entscheidungskompetenz gegenüber den Verwaltungsteilen ihrer Zuständigkeitsräume, die ihnen entsprechend zuzuarbeiten haben.

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entScheidungSkompetenz kehrt wieder in die Fläche zurück.

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2. Schnelle entScheidungen
Die Landesbeauftragten sollen vor allem koordinieren und konzentrieren, dezentrale Entscheidungen ermöglichen und die Entwicklung der Regionen fördern. Ihre Arbeit ist dort gefragt, wo aus kommunaler Sicht oder Landessicht Bedarf besteht, Projekte möglichst zielstrebig zu fördern und unnötige Behinderungen zu vermeiden. Es geht dabei vorrangig sowohl um staatliche und kommunale als auch private Projekte, bei denen Beteiligungs- und/oder Entscheidungskompetenzen der Landesverwaltung (auch als Fachaufsicht) bestehen und die mehrere Landesressorts und/oder mehrere Landkreise berühren. Konkret sind dies Aufgaben n n n n n n n der Bauaufsicht, des Naturschutzes, des Gewässerschutzes und der Wasserwirtschaft, des Immissionsschutzes mit der besonderen Thematik der Gewerbeaufsicht, der Landentwicklung und Agrarstruktur, der Raumordnung und Landesplanung sowie des Straßenbaus.

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kommunen und wirtSchaFt haben wieder einen anSprechpartner.

3. anwälte der regionen
Die Landesbeauftragten werden eine Scharnierfunktion haben. Sie tragen die Informationen und Forderungen aus den Regionen an die Landesregierung heran. Damit kann die Landesregierung wieder eine Politik machen, die die Belange der Teilräume Niedersachsens ernst nimmt und in die Überlegungen einbezieht. Die Landesbeauftragten übernehmen zudem die Rolle regionaler Entwicklungsagenturen und sorgen so in ihren Regionen für eine positive Dynamik. Insbesondere sollen bei den Landesbeauftragten angesiedelt werden u die Erarbeitung regionaler Entwicklungskonzepte, die als Klammer und Abstimmungsinstrument von förmlichen Raumordnungsprogrammen und Fachplänen dienen sowie zur besseren Koordination der Förderpolitiken von Land, Bund und Europäischer Union, die Aufstellung agrarstruktureller Entwicklungsplanungen und integrierter ländlicher Entwicklungskonzepte sowie die Wahrnehmung der inhaltlich mit diesen Planungskompetenzen übereinstimmenden Förderaufgaben aus sämtlichen Bereichen der EU- und Landesförderung.

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regionaLe entwickLung wirD wieDer Mit Den Partnern vor ort gePLant.

4. ein neuer weg
Die Landesbeauftragten sind organisatorisch Teil des neuen Ministerium für Europa, Regionale Entwicklung und Landwirtschaft. Sie bilden mit ihren Koordinationsstäben keine eigene Behördenebene oder Instanz, sondern arbeiten als Regionalabteilungen der Landesregierung. Sie werden als politische Beamte durch den Ministerpräsidenten bzw. das Kabinett ernannt und unterstehen direkt der Ministerin/dem Minister. Bei den Landesbeauftragten handelt es sich um profilierte, politisch besetzte Leitungspositionen mit Vortragsrecht gegenüber den Kabinettsmitgliedern. Sie haben das Recht zur Teilnahme an Kabinettssitzungen.

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die regionen haben wieder mitSpracherecht auF augenhöhe.
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5. Schlank und eFFektiv
Ziel der Neuorganisation ist es, einerseits staatliche Kompetenz in die Regionen zu bringen. Andererseits sollen die Regionen ihre Interessen in Hannover kompetent vertreten wissen. Deshalb ist beim Personal von einem deutlichen Anteil von Beschäftigten im höheren Dienst auszugehen. Insbesondere werden Spiegelreferentinnen und -referenten für die oben genannten einschlägigen Aufgabenbereiche benötigt, die den direkten Kontakt zu den Ministerien und den jeweiligen regionalen Verwaltungsteilen halten. Die Koordinationsstäbe der Landesbeauftragten werden aus dem Personalbestand der bisherigen Regierungsvertretungen gebildet. Das darüber hinaus erforderliche Personal wird aus der sonstigen Landesverwaltung rekrutiert. Eine Personalrotation von Landesbediensteten in die Regionalabteilungen ist obligatorisch. Allerdings werden für die Koordinationsstäbe der Landesbeauftragten auch Neueinstellungen in den Landesdienst erforderlich sein. Um die genannten Aufgaben zu erfüllen, brauchen die Regionalabteilungen jeweils eine personelle Ausstattung von 40 bis maximal 50 Personen, die sich ungefähr wie folgt zusammensetzen: Da die Landesbeauftragten einen direkten Zugriff auf sämtliche Behördenteile des Landes in ihrem Zuständigkeitsbereich sowie eine abschließende Entscheidungskompetenz haben sollen, übernehmen die Landesbeauftragten in einzelnen, ihrem sachlichen und örtlichen Umfang nach zu definierenden Projekten die Funktion einer übergeordneten Behörde gegenüber allen Dienststellen des Landes in ihren jeweiligen regionalen Zuständigkeitsbereichen. Darüber hinaus können den Landesbeauftragten durch Kabinettsbeschluss weitere Projekte und Aufgaben übertragen werden. Alle anderen laufenden Vorgänge, Verfahren und Vollzugsaufgaben sind von dieser Regelung nicht betroffen.

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die regionen erhalten wieder SchlagkräFtige intereSSenvertretungen.

6. der preiS der verbeSSerung
Um den Maximalbedarf von 50 Stellen für jeden der vier Landesbeauftragten mit ihren Regionalabteilungen zu decken (insgesamt bis zu 200 Stellen), soll das benötigte Personal wie oben ausgeführt aus den Ministerien, den bisherigen Regierungsvertretungen und anderen Bereichen der Landesverwaltung rekrutiert werden. Allein die bisherigen Regierungsvertretungen dürften zwischen 25 und 50 Prozent des erforderlichen Stellenpools ergeben. Aufgrund der Stellung und Bündelungsfunktion der Landesbeauftragten sind darunter überdurchschnittlich viele Mitarbeiter des höheren Dienstes. Es ist davon auszugehen, dass die Landesbeauftragten mit ihrer Tätigkeit andere Behörden entlasten und insbesondere den wechselseitigen Abstimmungsaufwand bei Großvorhaben reduzieren. Durch die Abgabe der Stellen an die Regionalabteilungen soll daher andernorts kein zusätzlicher Personalbedarf entstehen. Es wird angestrebt, ihre Einrichtung für das Land insgesamt kostenneutral vorzunehmen.
Herausgeber: SPD-Landesverband Niedersachsen, Odeonstraße 15/16, 30159 Hannover

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den Steuerzahlern entStehen keine neuen koSten.

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