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Marktreport

Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle  31. August 2012

Die Rufe, Amerika zurück zum Goldstandard zu bringen, werden lauter.
Die Vereinigten Staaten von Amerika sollen zurückgeführt werden auf den Goldstandard – darauf drängen zumindest einige in den Reihen der Republikanischen Partei. Die Forderung hat Gehör gefunden. Im angelaufenen US-Präsidentschaftswahlkampf will die Republikanische Partei eine „Gold-Kommission“ beauftragen, um eine mögliche Rückkehr des USDollar zum Goldstandard zu untersuchen. Die Initiative wurde vom (eigentlich ganz und gar nicht republikanischen, sondern vielmehr durch und durch libertären) Kongressabgeordneten Dr. Ron Paul auf den Weg gebracht. Ron Paul war es auch, der öffentlichkeitswirksam dafür eintritt, die US-Zentralbank einer laufenden Kontrolle zu unterwerfen (die Überschrift dafür lautet: „Audit the Fed“). Amerikanische Goldreserven, Millionen Feinunzen, 1878 bis Juli 2012
800 700 600 500 400 300 200 100 0 1878

USD per Feinunze Gold
2000 1900 1800 1700 1600 1500 1400 1300 Jan 11 Jul 11 Jan 12 Jul 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

USD per Feinunze Silber
50 46 42 38 34 30 26 Jan 11 Jul 11 Jan 12 Jul 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

EURUSD
1,50 1,45 1,40 1,35 1,30 1,25 1,20 Jan 11 1894 1911 1928 1944 1961 1978 1994 2011 Jul 11 Jan 12 Jul 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Quelle: NBER, Thomson Financial, eigene Berechnungen.

IN DIESER AUSGABE Seite 1: Die Rufe, Amerika zurück zum Goldstandard zu führen, werden lauter. Seite 6: Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 3) Seite 8: Edelmetallmarkt-Bericht: Investitionsnachfrage nach Edelmetall steigt Seite 14: Marktdaten

Das Vorhaben, Amerika zurück zum Goldstandard zu bringen, klingt vermutlich für viele – vor allem wohl für diejenigen aus dem Lager der unbedingten Papiergeldbefürworter in der Banken- und Finanzbranche und der MainstreamÖkonomik – geradezu abenteuerlich. Doch in historischer Perspektive scheint das ganz und gar nicht revolutionär zu sein.

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Der US-Dollar ist nämlich sprichwörtlich auf Gold und Silber gebaut. 1 Er wurde US-Präsident Richard Nixon, Fernsehansprache am 15. August 1971
Address to the Nation Outlining a New Economic Policy: "The Challenge of Peace."

nach dem Münzgesetz vom 2. April 1792 in Gold- und Silbergewicht definiert. Darin wurde festgesetzt, dass 371,25 Gran (480 Gran = 1 Feinunze = 31,1034 Gramm) Feinsilber und 24,75 Gran Feingold einem US-Dollar entsprechen. Mit der Reform des Münzgesetzes im Jahr 1873 wurde der US-Dollar dann jedoch nur noch in Gold definiert. Silber wurde „entmonetisiert“. Die Anhänger des Silbergeldes beklagten sich über das „Verbrechen von 1873“, doch der Protest blieb ohne Erfolg. Anders als die meisten europäischen Länder blieben die Amerikaner im Ersten und Zweiten Weltkrieg mit ihrer Währung am Gold, wenngleich sich auch die amerikanische Prinzipien- und Regeltreue in der Handhabung des Goldstandards nach und nach eintrübte.

“In the past 7 years, there has been an average of one international monetary crisis every year. Now who gains from these crises? Not the workingman; not the investor; not the real producers of wealth. The gainers are the international money speculators. Because they thrive on crises, they help to create them.” “In recent weeks, the speculators have been waging an all-out war on the American dollar. The strength of a nation's currency is based on the strength of that nation's economy--and the American economy is by far the strongest in the world. Accordingly, I have directed the Secretary of the Treasury to take the action necessary to defend the dollar against the speculators.” “I have directed Secretary Connally to suspend temporarily the convertibility of the dollar into gold or other reserve assets, except in amounts and conditions determined to be in the interest of monetary stability and in the best interests of the United States.” “The effect of this action, in other words, will be to stabilize the dollar.”

Die endgültige Ablösung des US-Dollar vom Gold ereignete sich am 15. August 1971, als US-Präsident Richard Nixon (1913 – 1994) in einer Fernsehansprache verkündete, der Greenback sei nunmehr „vorrübergebend“ nicht mehr in Gold eintauschbar. Aus dem Hinweis „vorübergehend“ wurde „bis auf den heutigen Tag“. Mit dem unilateralen Beschluss Amerikas, die Goldeinlösepflicht des US-Dollar aufzukündigen, gingen übrigens auch alle wichtigen Währungen der Welt auf einen nicht einlösbaren Papier- oder Fiat-Geldstandard über, der nun weltweit vorherrscht. Die nachfolgend einsetzende hohe Inflation in den frühen 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts brachte dann jedoch eine Gegenbewegung in den Vereinigten Staaten hervor: die Forderung zur Rückkehr zu einem goldgedeckten US-Dollar. US-Präsident Ronald Reagan (1911 – 2004) ernannte 1981 eine 17 Mitglieder umfassende Kommission, die „U.S. Gold Commission“, der auch bereits Dr. Ron Paul angehörte. Die Kommission stellte ihren Bericht im März 1982 dem US-Kongress vor, verwarf darin jedoch mehrheitlich die Idee, den US-Dollar

“Die Goldwährung macht die Gestaltung der Kaufkraft von dem Einfluss der Politik und der schwankenden wirtschaftspolitischen Anschauungen wechselnder Majoritäten unabhängig. Das ist ihr Vorzug.“
―Ludwig von Mises (1940), Nationalökonomie, S. 431.

wieder an das Gold zu binden. Die „neue“ Gold-Kommission der Republikanischen Partei hat also eine Vorgeschichte. Sie wird sich mit einer Reihe höchst relevanter Fragen zu beschäftigen haben, die sich bei einer Rückkehr zur Golddeckung der US-Währung notwendigerweise stellen würden.

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Siehe hierzu zum Beispiel Vor 40 Jahren schloss Amerika das "Goldfenster".

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Wie sollte ein Goldstandard überhaupt technisch funktionieren? Die „ReinZur Frage der Rückkehr des US-Dollar zum Gold, Auszug aus dem Report der „U.S. Gold Commission“ vom März 1982: “The majority of us at this time favor essentially no change in the present role of gold. Yet, we are not prepared to rule out that an enlarged role for gold may emerge at some future date. If reasonable price stability and confidence in our currency are not restored in the years ahead, we believe that those who advocate an immediate return to gold will grow in numbers and political influence. If there is success in restoring price stability and confidence in our currency, tighter linkage of our monetary system to gold may well become supererogatory. The minority of us who regard gold as the only real money the world has ever known have placed our views on record: the only way price stability can be restored here (indeed, in the world) is by making the dollar (and other national currencies) convertible into gold. Linking money to gold domestically and internationally will solve the problem of inflation, high interest rates, and budget deficits.”
Quelle: Report to Congress of the Commission on the Role of Gold in the Domestic and International Monetary Systems, March 1982.

form“ des Goldstandards wäre, dass das Geld Gold ist. Umlaufende Münzen wären Goldmünzen, und Giroguthaben, die bei Banken gehalten werden, sind jederzeit in Gold eintauschbar; gleiches gilt für umlaufende Banknoten. Die USFed würde geschlossen, Geldpolitik gäbe es nicht mehr. Eine „kompromittierte“ Version eines Goldstandards könnte zum Beispiel so aussehen, dass die ausstehende US-Dollar-Geldmenge teilweise oder ganz mit den offiziellen Goldbeständen der US-Zentralbank gedeckt wird. Gleichzeitig wird dabei aber die physische Auslieferung bis weiteres nicht ermöglicht. Grundsätzlich wäre bei einer Rückkehr zum Goldstandard vor allem der „Konvertierungspreis“ von entscheidender Bedeutung: also der US-DollarBetrag, der aufzuwenden ist, um eine Feinunze Gold zu erhalten. Zurück zum Goldstandard. – Eine Beispielsrechnung für die USA und den Euroraum
Bargeld I. USA (in Mrd. US-Dollar) Hypothetischer Goldpreis (US$ pro Feinunze) 100% Deckung 40% Deckung II. Euroraum (in Mrd. Euro) Hypothetischer Goldpreis (Euro pro Feinunze) 100% Deckung 40% Deckung Hypothetischer EURUSD-Wechselkurs 2.482,7 993,1 1,6 14.109,0 5.643,6 0,6 11.626,3 4.650,5 0,4 28.625,7 11.450,3 1,3 5.117,1 2.046,8 2,0 2.634,4 1.053,7 2,3 4.005,3 1.602,1 861,0 8.833,9 3.533,6 4.893,0 4.828,6 1.931,4 4.032,0 38.175,6 15.270,2 9.927,4 10.087,9 4.035,2 1.774,6 6.082,6 2.433,0 913,6 1.051,4 M1 2.318,9 M1 exkl. Bargeld 1.267,5 M2/M3 Monetäre Basis 10.021,1 2.648,1 Monetäre Basis ohne Bargeld 1.596,7

Quelle: Thomson Financial, OENB, eigene Berechnungen. Offizielle Goldreserven der USA 261,50 Millionen Feinunzen, Euroraum insgesamt 363,83 Millionen Feinunzen (Juni 2012). *Ermittelt aus den hypothetischen Goldpreisen in USD bzw. Euro bei 100% bzw. 40% Deckung.

Die Bestimmung des Konvertierungspreises wäre eine (höchst) politische Entscheidung. Der Konvertierungspreis ist maßgeblich davon abhängig, (1) welche Geldmenge „gedeckt“ und (2) wie hoch das Deckungsverhältnis gewählt wird, und (3) wie groß die verfügbaren Goldreserven sind, die zur Deckung zur Verfügung stehen. Würde man zum Beispiel davon ausgehen, dass die verfügbaren Goldreserven der US-Zentralbank 261,5 Millionen Feinunzen betragen (und dass keine Aufstockung dieser Bestände durch Konfiskation erfolgt), und wäre die Geldmenge M1 zu 100 Prozent zu decken, so würde sich ein Goldpreis in Höhe von mehr als 8.800 USD pro Feinunze errechnen (siehe obige Tabelle). Aufschlussreich ist zudem, wie sich der Wechselkurs des US-Dollar gegenüber anderen Währungen durch eine Golddeckung verändern könnte. Würde zum Beispiel der Euroraum (so er denn bestehen bleibt) ebenfalls die Geldmenge M1 zu 100 Prozent mit den offiziellen Goldreserven decken, so würde dies einen Wechselkurs von 0,6 US-Dollar pro Euro bedeuten.

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Natürlich ließe sich auch ein Konvertierungspreis festsetzen, der nahe am aktuMit der Abkopplung des US-Dollar vom Gold setzte eine Inflationierungspolitik ein. Die offizielle Inflation der Konsumgüterpreise zog ab Mitte der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stark an und erreichte im März 1980 mit einer Jahresrate von 14,8 Prozent seinen (bisherigen) Hochpunkt. Offizielle Konsumgüterpreise (% J/J) in den USA, 1951 bis 2012
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ellen Marktpreis für Gold liegt (derzeit etwa 1660 USD pro Feinunze). Allerdings wäre dann nur ein recht kleiner Teil der unmittelbar abrufbaren Bankdepositen gedeckt – und dies würde absehbar eine große Pleitegefahr der Banken durch einen „Bank Run“ bedeuten. In solch einem Falle würde der Marktpreis für Gold vermutlich den offiziellen Konvertierungspreis hartnäckig übersteigen: Denn angesichts der drohenden Unfähigkeit von Banken, Depositen in Gold umzuwandeln, werden die Marktakteure versuchen, ihre Papiergeldstände, die ausfallgefährdet sind, in andere Güter (vermutlich vor allem auch Edelmetalle) einzutauschen und Gold zu halten. Die Folge wären (drastisch) steigende Geldpreise für Güter, also eine Entwertung der Kaufkraft des Papiergeldes. Natürlich stehen dem Vorhaben, einen Goldstandard zu (re)etablieren, überaus große Widerstände gegenüber: allen voran von der Banken- und Finanzwirtschaft, aber auch dem Politikapparat selber, für den das heutige Papiergeld na-

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0 50 -5
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

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70

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türlich ein Selbstbedienungsladen par excellance zur eigenen Bereicherung ist. Aber auch Wähler, gewohnt, dass die von ihnen gewählten Politiker das kreditfinanzierte Füllhorn über ihnen ausschütten, werden nicht ohne weiteres auf die „Wohltaten“ des Papiergeldes verzichten wollen. Dass in „guten Zeiten“ eine Rückkehr zum Goldstandard erfolgt, erscheint daher auch unwahrscheinlich. Ein Wiedererstarken der Forderung, das Gold wieder als Anker des Währungssystems zu nutzen, wird aber wahrscheinlicher in einem Umfeld wachsender monetärer, sozialer und politischer Zerrüttung – also der Symptome, die sich im Zuge des voraussehbar chaotischen Niedergangs des Fiat-Geldsystems zeigen werden. Ob ein staatlich verordneter Goldstandard überhaupt wünschenswert ist, sei an dieser Stelle nicht weiter diskutiert. Und es soll hier auch nicht weiter diskutiert werden, ob eine Rückkehr zum Gold als Währungsanker letztlich durch staatlich-politische Initiative eingeleitet oder gewissermaßen durch die Marktkräfte erzwungen werden sollte. Bedeutsam ist vielmehr: Die aktuelle Diskussion in Amerika zeigt, dass das Gold seine Bedeutung für das (internationale) Währungssystem keinesfalls verloren hat. Im Gegenteil: Die „neue“ Goldkommission könnte durchaus ein wichtiger

Das Betrachten der Jahresveränderungen der Preise kann jedoch missverständlich sein. Aufschlussreicher ist es, sich die Wirkung vor Augen zu führen, die Jahre der Preissteigerungen anrichten: Allein in der Zeit von Mitte 1965 bis Ende 1984 verlor der US-Dollar, gemessen anhand er Konsumentenpreise, etwa 70 Prozent seiner Kaufkraft! In der Zeit 1951 bis 2012 hat der US-Dollargut 89 Prozent seiner Kaufkraft eingebüßt.

Entwicklung der Kaufkraft des USDollar
120 100 80 60 40 20 0 50 60 70 80 90 00 10 1965 - 1984 1951 - 2012

-70% -89%

Meilenstein sein, durch den das Gold wieder ins Zentrum des internationalen Geldsystems zurückgeführt wird.

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. Kaufkraft auf Basis der Konsumentenpreise. 1965 beziehungsweise 1951 = 100.

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Der wirtschaftspolitische Kommentar
von Geld nachfragt, ist ein Geldanbieter. Wer in einer Geldwirtschaft ein Die Güterpreise, die aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage resultieren, bestimmen folglich die Kaufkraft des Geldes.
Wie die Kaufkraft einer Geldeinheit von den Güterpreisen abhängt
Anzahl der Güter, die sich für eine Geldeinheit kaufen lassen

Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten ... (Teil 3)

Gut anbietet, ist ein Geldnachfrager.

Die besondere Rolle der Geldmengenvermehrung Eine Marktwirtschaft zeichnet sich durch beständige Veränderung aus: Konsumenten ändern fortwährend ihre Neigungen und Kaufgewohnheiten, Produzenten bringen immer neue Produkte auf den Markt. Mit anderen Worten: Die Güternachfrage und das Güterangebot ändern sich fortlaufend – und damit natürlich auch das Geldangebot und die Geldnachfrage und damit auch die Kaufkraft des Geldes. Die Idee von der konstanten Kaufkraft des Geldes ist irreführend. Besondere Bedeutung für die Veränderung der Kaufkraft des Geldes kommt jedoch der Vermehrung der Geldmenge zu. Um die Bedeutung der Geldvermehrung für die Kaufkraft des Geldes zu verstehen, ist es zunächst wichtig zu erkennen, dass Geld weder ein Produktionsgut noch ein Konsumgut ist. Ein Produktionsgut wird eingesetzt, um andere Güter (letztlich Konsumgüter) zu erstellen. So ist zum Beispiel Mehl ein Produktionsgut, wenn es gilt, Brot und Kuchen zu produzieren. Konsumgüter sind solche Güter, die verbraucht und wahrsten Sinne des Wortes verzehrt werden.

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 100 200 300 400

Quelle: Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama

Geld ist das allgemeine, universell akzeptierte Tauschmittel. Man kann es überall zu Käufen verwenden: Geld hat Kaufkraft. Die Kaufkraft des Geldes ist zu verstehen als die Menge der Güter, die man gegen Hingabe einer Geldeinheit erhält. Beträgt zum Beispiel der Preis eines Apfels ein Euro, so ist die Kaufkraft eines Euro ein Apfel (ein Euro dividiert durch den Preis (hier ein Euro pro Apfel)). Steigt der Preis des Apfels auf zum Beispiel zwei Euro, so ist die Kaufkraft des Euro nur noch ein halber Apfel. Wie aber bestimmt sich die Kaufkraft? Sie bestimmt sich durch das Angebot von Geld und die Nachfrage nach Geld – also durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, wie in jedem anderen Markt auch. In einer Geldwirtschaft werden bekanntlich Güter gegen Geld getauscht. Wer ein Gut gegen Hingabe

Höhe der Güterpreise (in Euro)

Die obige Graphik zeigt beispielhaft, wie sich die Kaufkraft einer Geldeinheit verändert, wenn die Güterpreise steigen. Klar erkennbar ist: Nehmen die Güterpreise zu, nimmt die Kaufkraft des Geldes ab. Eine Verdopplung der Preise (von zum Beispiel 100 Euro auf 200 Euro pro Gut) senkt die Kaufkraft des Geldes um 50 Prozent. Würden die Güterpreise sich vervierfachen (also von 100 auf 400 steigen), so fällt die Kaufkraft des Geldes um 75 Prozent.

Mit anderen Worten: Das Geldangebot entspricht der Güternachfrage, und die Geldnachfrage entspricht dem Güterangebot. Die Güterpreise bilden sich aus Angebot und Nachfrage – also aus dem Zusammenspiel von Güternachfrage und Güterangebot, oder, was in einer Geldwirtschaft das gleiche ist, aus dem Zusammenspiel von Geldangebot und Geldnachfrage.

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Geld ist weder ein Produktions- noch ein Konsumgut. Es ist ein Tauschgut. Die einzige Funktion des Geldes ist die Tauschfunktion; Recheneinheitsund Wertaufbewahrungsfunktion sind lediglich Unterfunktionen der Tauschfunktion des Geldes. Das Gesetz des abnehmenden

im Austausch erhältlichen anderen Gütern. Je größer die Geldmenge ist, über die man verfügt, desto geringer ist auch (und zwar notwendigerweise) der Nutzen, den man den verfügbaren Geldeinheiten zumisst. Beispiel: Wächst der verfügbare Geldbestand von 99 Euro auf 100 Euro, so kann durch den Zuwachs in Höhe des einen Euro nur ein Unbefriedigtsein abgestellt werden, das als weniger lästig empfunden wird als das Unbefriedigtsein, das mit Hilfe des Vorrates von 99 Euro Einheiten abgestellt wird. Anders ausgedrückt: Steigt die verfügbare Menge des Geldes, so nimmt der Grenznutzen der Geldeinheit ab (also der Nutzen der zusätzlich erhaltenen Geldeinheit). Je mehr Geld in die Taschen der Handelnden gerät, desto geringer wird auch der Nutzen (Wert), den eine zusätzlich erhaltene Geldeinheit stiftet. Die Folge ist, dass die erhöhte Geldmenge gegen andere Güter eingetauscht wird, die höher wertgeschätzt werden – mit der Folge steigender Güterpreise und sinkender Kaufkraft des Geldes.

Grenznutzens Das (Tausch)Gut Geld unterliegt, wie jedes andere Gut (sei es ein Produktions- oder Konsumgut) auch, dem Gesetz des abnehmenden Grenznutzens. Dieses Gesetz, das kein psychologisches, sondern ein logisches Gesetz ist, ist heute allgemein anerkannt zur Wert- und Preisbestimmung der Güter. Das Gesetz besagt im Kern, dass der Nutzen des zusätzlich erhaltenen Gutes (also der Grenznutzen) abnimmt, weil es nur zur Befriedigung eines weniger dringlichen Bedürfnisses eingesetzt werden kann – im Vergleich zum Nutzen, den das zuvor verwendeten Gut gestiftet hat. Nutzen ist dabei stets eine individuell (subjektiv) empfundene Größe. Das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens erklärt, warum ein Anwachsen der Geldmenge den Tauschwert des Geldes notwendigerweise schwinden lässt. Geld – das allgemein akzeptierte Tauschmittel – hat die Besonderheit, dass es „nur“ ein Tauschgut ist. Wer es hält, wird es (früher oder später) gegen andere Güter tauschen. Und weil das Geld „nur“ ein Tauschgut ist, besteht der Nutzen des Geldes in den

subjekte sinkt. Das muß ihr Verhalten auf dem Markte beeinflussen. Sie sind „tauschfähiger, „kaufkräftiger“ geworden. Sie müssen nun auf dem Markte ihre Nachfrage nach den Gegenständen ihres Bedarfes stärker zum Ausdruck bringen als bisher; sie können mehr Geld für Waren anbieten, welche sie zu erwerben wünschen. Es wird die selbstverständliche Folge davon sein, daß die betreffenden Güter im Preise steigen werden, daß der objektive Tauschwert des Geldes ihnen gegenüber sinkt.“
Ludwig von Mises (1924 [1912]), Die Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, S. 151.

Nächste Woche Teil 4: Wie es kommt, das Papiergeld und nicht Sachgeld verwendet wird

„Die Vermehrung des Geldvorrates der Volkswirtschaft bedeutet also stets eine Vermehrung des Geldbesitzes, des Vermögens einer Anzahl von Wirtschaftssubjekten (…). Überdies wird bei diesen Personen das Verhältnis zwischen Geldbedarf und Geldvorrat verschoben; sie haben verhältnismäßig Überfluß an Geld, verhältnismäßig Mangel an anderen wirtschaftlichen Gütern. Die nächste Folge beider Umstände ist die, dass der Grenznutzen der Geldeinheit für die betreffenden Wirtschafts-

Thorsten Polleit
++49 (0) 69 860 068 287 thorsten.polleit@degussa-goldhandel.de

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Gold (USD pro Feinunze)
1680 1660 1640 1620 1600 1580 1560 1540 Jun 12 Jun 12 Jul 12 Aug 12 Sep 12

Edelmetallmarkt-Bericht
Investitionsnachfrage nach Edelmetallen steigt. Besonders Platin erscheint nunmehr relativ attraktiv. Das nun beginnende Treffen der Zentralbank-Planwirtschaftlicher im amerikanischen Jackson Hole, Wyoming, das vom 30. August bis zum 1. September 2012 stattfindet, hat die Phantasien über weitere geldpolitische Lockerungen (in Form eines „QE3“) bereits beflügelt – und den Edelmetallpreisen in den letzten Tagen Unterstützung verliehen. Doch wie so häufig schon ist wieder einmal ein Enttäuschungspotenzial nicht auszuschließen: Die Ankündigungen der Zentralbankverantwortlichen könnten (wieder einmal) die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen. Sollte die Aussicht auf ein weiteres Ausweiten der (Basis)Geldmenge ausbleiben oder nicht die erwartete Höhe aufweisen, könnte ein Abwärtskorrektur die Folge sein.
Entwicklung in der letzten Woche Gold
In USD (pro Feinunze) Aktuell Änderung gegenüber Vorwoche: in USD in % Höchster Preis Niedrigster Preis In Euro (pro Feinunze) Aktuell Änderung gegenüber Vorwoche: in Euro -5,3 -0,4 1329,9 1322,3 -0,2 -1,0 24,6 24,3 -32,1 -2,6 1234,3 1202,2 -26,6 -5,1 519,9 493,2 in % Höchster Preis Niedrigster Preis 1324,6 24,3 1202,2 493,2 -6,7 -0,4 1666,9 1655,6 -0,3 -1,0 30,9 30,4 -40,3 -2,6 1544,5 1504,3 -33,4 -5,1 650,5 617,1 1657,4 30,4 1504,3 617,1

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Gold-ETFs (Mio. Feinunzen)
79 77 75 73 71 69 67 Jan. 11 Mai. 11 Sep. 11 Jan. 12 Mai. 12
Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Silber

Platin

Palladium

Silber (USD pro Feinunze)
31,0 30,0 29,0 28,0 27,0 26,0 Jun 12

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen auf Basis der Schlusskurse.

Überschussreserven der US-Banken (US$ Mrd.), S&P 500 und Goldpreis (USD pro Feinunze)
2000 Jul 12 Aug 12 Sep 12 1500 1000 500 0 07 08 09 10 11 12 S&P 500 Gold Überschussreserve (RS) Jul. 11 Jan. 12 Jul. 12 Quelle: Thomson Financial. 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Silber-ETFs (Mio. Feinunzen)
600 590 580 570 560 550 540 530 Jan. 11

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Wie eng vor allem der Goldmarkt derzeit an der Geldpolitik hängt, zeigt die obige Graphik. Seit Ende 2008, als die US-Zentralbank mit dem Geldmengen-

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Platin (USD pro Feinunze)
1550 1530 1510 1490 1470 1450 1430 1410 1390 1370 Jun 12

ausweiten begann, zeigt sich ein recht enger Verbund mit der Basisgeldmengenerhöhung und dem Goldpreis (in USD, aber auch in anderen Währungen wie insbesondere Euro). Das Interesse an Edelmetall als Investitionsgut steigt weiter an. So sind die Bestände der Gold Exchange Traded Funds (ETFs) jüngst weiter angestiegen. Sie erreichten am 29. August 79,1 Millionen Feinunzen nach 78,7 Millionen Feinunzen Ende letzter Woche. Bei den Silber-ETFs beträgt der Bestand nun 585,9

Jul 12

Aug 12

Sep 12

Millionen Feinunzen nach 584,1 Millionen Feinunzen in der Vorwoche. Ein ganz deutlicher Zuwachs stellte sich bei Platin-ETFs ein: Die Bestände stiegen auf 1,44 Millionen Feinunzen gegenüber noch 1,40 Millionen Feinunzen am Freitag letzter Woche. Der Zuwachs dürfte vermutlich vor allem auch aufgrund der Gewaltereignisse um die südafrikanische Lonmin Mine zu erklären sein. Sie haben einmal mehr die Produktions- und Knappheitsproblematik verdeutlicht mit der Folge einer deutlichen Höherbewertung der Platinmetalle. Entsprechend dieser Entwicklung nahm auch das Interesse an Palladium leicht zu. Die ETF-Bestände stiegen auf 1,94 Millionen Feinunzen gegenüber 1,92 Millionen Feinunzen in der Vorwoche.

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Platin-ETFs (Mio. Feinunzen)
1,5

1,4

1,3

1,2 Jan 11

Jul 11

Jan 12

Jul 12 1,2 1,0 0,8 0,6 0,4 0,2

Goldpreis relativ zu Platinpreis (jeweils USD pro Feinunze)

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Palladium (USD pro Feinunze)
660 640 620 600 580 560 Jun 12

Jun 12

Jul 12

Aug 12

Sep 12

00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Quelle: Bloomberg.

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Palladium-ETFs (Mio. Feinunzen)
2,4

Vor allem angesichts der deutlichen Verteuerung des Goldes relativ zu Platin (und Palladium) erscheint uns Platin derzeit als relativ vorteilhaft: Markttechnische, aber auch fundamentale Überlegungen geben Argumente, dass in den kommenden Monaten der Platinpreis durchaus schneller in die Höhe steigen könnte als der Goldpreis; handelsorientierte Investoren sollten einen Tausch von Gold in Platin erwägen.

2,2

2

1,8

Mit Blick auf den Goldpreis (und den Silberpreis als dessen schwankungsanfäl1,6 Jan 11 Jul 11 Jan 12 Jul 12

liges Anhängsel) scheint die Korrekturphase, die seit Anfang September 2011 in Gang ist, ihren Abschluss zu finden (siehe nachstehende Graphik). Wir emp-

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

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Volatilität Gold- und Silberpreise (jeweils USD pro Feinunze)
90 80 70 60 50 40 30 20 10 Aug 11 Nov 11 Feb 12 Mai 12 Aug 12 Gold Silber

fehlen weiterhin, die Goldbestände (schrittweise) in die auslaufende Korrektur aufzustocken. Die Marke von 1.660 USD pro Feinunze sollte gehalten werden. Goldpreis in USD pro Feinunze
2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Quelle: Bloomberg.

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Nicht zuletzt könnte die Gemengelage um den Europäischen Stabilitätsmechanismus eine neue Bedeutung für den Edelmetallmarkt erfahren. Ein Rechtsgutachten sieht markante Unvereinbarkeit mit deutschen Rechtsgrundsätzen. Sollte das Bundesverfassungsgericht am 12. September 2012 den vom Bundestag bereits ratifizierten ESM-Vertrag in Frage stellen, wird die Europäische Zentralbank (EZB) unter der Führung von Mario Draghi wohl zur Tat schreiten: In der Not der Stunde müsse die EZB nun eingreifen, um den Euro zu erhalten. Das könnten nicht nur vor allem den Goldpreis noch einmal zusätzlich in die Höhe treiben, sondern auch den Euro-Außenwert schädigen – so dass Goldinvestoren in Euro gerechnet wohl einen Preissprung zu erwarten hätten.

Bundestag hat ESM Banklizenz verliehen Rechtsgutachten im Vorfeld der BVerfG-Entscheidung am 12. September 2012 über die Verfassungskonformität des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), angefertigt von Professor Kube, Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Universität Mainz, kommt zum Ergebnis: Der ESM kann sich über die EZB refinanzieren, sofern auf den, in Deutschland inzwischen schon fast ratifizierten, ESMVertragstext abgestellt wird. 2 Dieses Ergebnis steht in Gegensatz zur bisherigen Behauptung der Bundestagsabgeordneten, der ESM sei keine Bank, könne sich also nicht direkt bei der EZB finanzieren. Der Deutsche Bundestag hatte am 30. Juni 2012 mit einer zweidrittel Mehrheit dem Ratifizierungsgesetz zugestimmt. Mit dem ESM soll ein dauerhafter Finanzierungstopf für Pleitestaaten (und –Banken) geschaffen werden. Der ESM wäre eine internationale Finanzinstitution mit einem Stammkapital von 700 Milliarden Euro. Davon sollen 80 Milliarden Euro bar eingezahlt werden, 620 Milliarden Euro sollen aus abrufbarem Kapital bestehen. Der Anteil der Bundesrepublik Deutschland soll 21,72 Milliarden Euro an Bareinlagen und 168,3 Milliarden Euro an abrufbarem Kapital betragen. Rechtsexperten hatten bereits im Vorfeld der Bundestagsentscheidung den ESM; er ist im Grunde ein „Trojanisches Pferd“. 3

2 3

Für das gesamte Gutachten in Pdf-Form, bitte hier klicken. Siehe hierzu zum Beispiel Degussa Markreport, 29. Juni 2012.

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31. August 2012

Goldpreis (pro Feinunze) in nationalen Währungen
Aktuell US-Dollar Euro Chinesischer Renminbi Japanischer Yen Britisches Pfund Schweizer Franken Indische Rupie Russischer Rubel Australischer Dollar Kanadischer Dollar 1.657,30 1.324,60 10.521,78 1.049,77 1.590,69 92.269,00 53.938,51 1.607,08 1.643,29 Vor einer Änderung Woche in % 1.670,55 1.335,06 10.621,97 1.056,54 1.603,19 92.545,48 53.178,34 1.605,86 1.657,34 -0,8 -0,8 -0,9 -1,0 -0,6 -0,8 -0,3 1,4 0,1 -0,8 Vor einem Änderung Monat in % 1614,30 1312,96 10281,49 126263,47 1031,14 1576,98 90009,55 52008,47 1.536,93 1619,97 2,7 0,9 2,3 1,8 0,9 2,5 3,7 4,6 1,4 Vor drei Änderung Monaten in % 1.560,43 1.267,38 9.985,78 1.016,99 1.522,45 88.353,34 52.354,21 1.610,02 1.619,03 6,2 4,5 5,4 5,8 3,2 4,5 4,4 3,0 -0,2 1,5 Vor sechs Änderung Monten in % 1696,85 1289,20 10838,20 139490,83 1080,40 1553,85 84556,15 50306,84 1.597,86 1698,67 -2,3 2,7 -2,9 -2,8 2,4 9,1 7,2 0,6 -3,3 Vor einem Änderung Jahr in % 1.825,72 1.273,24 11.699,53 1.127,20 1.475,39 84.542,90 52.838,86 1.712,77 1.791,93 -9,2 4,0 -10,1 -6,9 7,8 9,1 2,1 -6,2 -8,3 Vor zwei Änderung Jahren in % 1.247,45 983,81 8.502,57 814,20 1.269,39 58.764,55 38.518,91 1.403,04 1.331,67 32,9 34,6 23,7 23,8 28,9 25,3 57,0 40,0 14,5 23,4

129.995,25 131.367,39

3,0 122.857,92

-6,8 140.407,63

-7,4 105.004,02

Quel l e: Bl oomberg, ei gene Berechnungen.

Gold Forward Offered Rates (%)
6 5 4 3 2 1 0 07 08 1-Monat 09 3-Monate 10 6-Monate 11 12 12-Monate

Silber Forward Offered Mid-Rates (%)
6 5 4 3 2 1 0 07 08 1-Monat 09 3-Monate 10 6-Monate 11 12 12-Monate

Gold Lease Rates* in Basispunkten
350 300 250 200 150 100 50 0 -50 -100 07 08 1-Monat 09 3-Monate 10 11 6-Monate 12 12-Monate

Silber Lease Rates* in Basispunkten
300 250 200 150 100 50 0 -50 -100 07 08 1-Monat 09 3-Monate 10 11 6-Monate 12 12-Monate

*Libor-Zins abzüglich Gold Forward Offered Rates.

*Libor-Zins abzüglich Silber Forward Offered Mid-Rates.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

Aktien ausgewählter Goldproduzenten Währung

Preis

Barrick Gold Freeport McMoRan Goldcorp Newmont Mining Newcrest Mining AngloGold Ashanti Polyus Gold Kinross Gold Gold Fields Agnico-Eagle Mines IAMGOLD Harmony Gold Hui Index S&P 500 Quelle: Bloomberg.

USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD

37,1 34,7 39,5 48,6 25,8 31,2 2,9 8,5 12,3 46,0 12,8 8,4

Marktkapitalisierung, Mrd. 37,1 32,9 32,2 24,2 19,7 12,0 8,9 9,7 9,0 7,9 4,8 3,6 189,2 12935,3

% 1-Monat

% 3-Monate

% 1-Jahr

Kurs-GewinnVerhältnis 8,6 9,6 23,5 12,0 16,9 8,1 13,5 11,7 9,1 32,6 13,5 12,0 14,7 14,2

DividendenRendite (%) 1,7 3,2 1,3 2,8 1,4 2,1 … 2,4 3,7 0,9 2,0 0,0 1,5 2,1

12,8 3,0 9,6 9,2 5,0 -8,4 -5,8 2,4 -4,5 5,0 14,6 -14,2 7,9 1,5

-5,0 8,3 9,0 2,9 7,6 -13,6 18,7 6,8 -7,0 23,2 19,7 -14,5 6,0 6,8

-26,9 -26,4 -23,9 -22,5 -39,4 -30,5 -17,7 -50,8 -25,6 -33,4 -38,0 -36,9 -26,2 14,8

USD 441,5 USD 1399,5 Stand: 31. August 2012.

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Edelmetallpreise, aktuell und Schätzungen (pro Feinunze)
In US-Dollar Gold I. Aktuell II. Gleitende Durchschnitte 5 Tage 10 Tage 20 Tage 50 Tage 100 Tage 200 Tage III. Prognosen Q3 2012 Q4 2012 Q1 2013 Q2 2013 In Euro Gold I. Aktuell II. Gleitende Durchschnitte 5 Tage 10 Tage 20 Tage 50 Tage 100 Tage 200 Tage III. Prognosen Q3 2012 Q4 2012 Q1 2013 Q2 2013 1463 1694 1877 2065 28 36 40 45 1303 1454 1520 1593 566 638 667 698 1325,4 1324,3 1315,1 1300,6 1278,3 1277,2 24,5 24,2 23,4 22,7 22,8 23,6 1212,6 1217,8 1181,2 1165,4 1163,2 1181,2 504,4 506,4 489,9 478,8 485,2 496,4 1324,6 Silber 24,3 Platin 1202,2 Palladium 493,2 1755 1948 2065 2168 34 41 44 48 1563 1672 1672 1672 679 733 733 733 1660,1 1655,5 1633,5 1608,1 1607,9 1642,2 30,6 30,2 29,1 28,1 28,6 30,3 1518,8 1522,2 1467,5 1441,1 1463,9 1519,8 631,8 633,1 608,7 592,1 610,8 638,8 1657,4 Silber 30,4 Platin 1504,3 Palladium 617,1

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen und Prognosen (jeweils für das Quartalsende).

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Weitere wichtige Wirtschaftsdaten, aktuell und Schätzungen
Aktuell
I. Notenbankzinsen (%) US Federal Reserve EZB Bank von England Bank von Japan II. Staatsanleihen (%) US Treasury 10-J Bund 10-J UK Gilts 10-J JGBs 10-J III. Währungen EURUSD EURJPY EURGBP IV. Öl Ölpreis (Brent, Fass)* 113,7 112,7 118,4 124,3 Quelle: Bloomberg, eigene Prognosen. Stand: 31. August 2012 1,25 98,2 0,79 1,20 101,0 0,86 1,15 98,0 0,84 1,05 108,0 0,84 1,63 1,33 1,45 0,80 1,80 1,50 1,70 0,90 1,80 1,60 1,80 1,00 1,90 1,70 1,90 1,00 0,00 0,75 0,50 0,10 0,00 0,75 0,50 0,10 0,00 0,25 0,50 0,10 0,00 0,25 0,50 0,10

Q3 12

Q412

Q2 13

Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen seit Jahresanfang in Prozent
-15 S&P 500 Nasdaq Euro STOXX 50 FTSE 100 DAX Swiss MI Nikkei Hang Seng Bovespa Russia CRB Index Gold Silber Rohöl EURUSD USDJPY EURGBP EURCHF USDCAD USDGBP USDJPY US-Staatsanleihe 7-10 J. US-Staatsanleihe 1-3 J. Euro-Staatsanleihe 1-3 J. Euro-Staatsanleihe 7-10 J. UK-Staatsanleihe 7-10 J. UK-Staatsanleihe 1-3 J. Japan-Staatsanleihe 7-10 J. Japan-Staatsanleihe 1-3 J. -10 -5 0 5 2,8 2,5 5,4 10 15 20 17,0 17,0 25 30

-6,7

0,9 0,4

7,2 4,5 5,6

6,0 5,7

9,2

-3,4 -1,5 -4,9 -2,9

1,3 1,6 2,0 1,8 0,3 3,0 0,8 2,4 0,2 5,8

8,7

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen. Stand: 31. August 2012.

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31. August 2012

Marktdaten
Investoren bevorzugen liquide Anlagen in der Krise; Banken schränken Kreditvergabe ein
Geld- und Kreditaggregate im Euroraum, Jahresveränderungsraten in Prozent
14 12 10 8 6 4 2 0 -2 99 00 01 M1 02 03 04 M3 05 06 07 08 09 10 11 12 Kredite an Nichtbanken (exkl. Staat)

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

Gefahr des „Bank Run“: Euro-Banken haben nur wenig Kasse relativ zu ihrer Bilanzsumme
Aggregierte Bankbilanz im Euroraum und Zentralbankgeld der Banken bei der EZB, Mrd. Euro
35000 30000 25000 20000 15000 10000 5000 0 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Gesamte Bankverbindlichkeiten Basisgeld in den Händen der Banken

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

Bundesbank Forderungen im Eurosystem betrugen 727 Mrd. Euro im Juli
„Target-2-Salden“, in Mrd. Euro
800 600 400 200 0 -200 -400 -600 99 00 01 02 03 Deutschland Spanien 04 05 Italien 06 07 08 Irland Frankreich 09 10 Portugal 11 12 Griechenland

Quelle: Universität Osnabrück.

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31. August 2012

Beiträge in bisher erschienen Ausgaben
Ausgabe
31. August 2012

Inhalt
Die Rufe, Amerika zurück zum Goldstandard zu führen, werden lauter. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 3) Edelmetallmarkt-Bericht: Investitionsnachfrage nach Edelmetall steigt weiter Der EZB-Rat liebäugelt mit einer Zinskontrollpolitik – einer Politik, die die Ersparnisse entwertet. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 2) Edelmetallmarkt-Bericht: Gold und Silber werden im Zuge der weltweiten Konjunkturabschwächung steigen Staatsschulden, die niemand zurückzahlen kann und will Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 1) Edelmetallmarkt-Bericht: Das Umfeld begünstigt die Aussicht auf wieder ansteigende Edelmetall-preise Die EZB macht ernst. Die „Lirarisierung des Euro“ hat begonnen. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Zentralbankräte werden immer mehr Geld drucken Edelmetallmarkt-Bericht: Bodenbildung bei der Preiskonsolidierung; über das „Gold-Alpha“ Über das Geldvermehren, den Goldpreis und den Euro-Wechselkurs Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Fehler der EZB Edelmetallmarkt-Bericht: Preiskonsolidierung dauert weiter an „Depression“ – die unentrinnbare Folge eines Papiergeldbooms Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Krise des Interventionismus Edelmetallmarkt-Bericht: Aufbruch, aber noch kein Ausbruch Wie die Zentralbanken die Zinsmärkte manipulieren Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Inflation wirklich ist Edelmetallmarkt-Bericht: Erstarkender US-Dollar macht Edelmetallpreisen zu schaffen Die Zentralbanken sind auf Inflationskurs Wirtschaftspolitischer Kommentar: Kollektive Korruption Edelmetallmarkt-Bericht: Kein Grund zur Euphorie Gold versus Aktien – ein kurzer Blick auf die Periode 1920 bis 2012 Wirtschaftspolitischer Kommentar: Aus dem Ruder gelaufen Edelmetallmarkt-Bericht ESM: ein Trojanisches Pferd zur finanzpolitischen Entmachtung der nationalen Parlamente Die EZB wird die Zinsen senken. Die Politik der Euro-Entwertung schreitet voran Das Fiasko des Fiatgeldes Edelmetallmarkt-Bericht Im Euroraum spielt sich eine „fast unsichtbare“ Währungskrise ab „Target2“-Salden ganz einfach erklärt 100 Jahre „Die Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“ Edelmetallmarkt-Bericht Ein Ausscheiden Griechenlands wird die Euro-Krise nicht beenden Renaissance der Kapitalverkehrskontrollen? Zur Euro-Krise – ein Diskussionsbeitrag Edelmetallmarkt-Bericht Deutsche Reichsbank 1923: ein Lehrstück über eine politisch unabhängige Zentralbank Die Zeichen stehen auf Abschwächung der internationalen Konjunktur Die Gefahr der Inflation Edelmetallmarkt-Bericht Die Bedeutung der Bankbilanzen für die Edelmetallpreise Kredit und Geld im Euroraum: Deflatorischer Druck baut sich auf Ein Fiatgeldboom endet in einer Depression Edelmetallmarkt-Bericht Banken und Staaten vereinnahmen die EZB – weitere Zinssenkungen sind zu erwarten Geldvermehren: still und heimlich mit „ELA“ Über die wahre Ursache der Finanz- und Wirtschaftskrise Edelmetallmarkt-Bericht

23. August 2012

17. August 2012

10. August 2012

3. August 2012

27. Juli 2012

20. Juli 2012

13. Juli 2012

6. Juli 2012

29. Juni 2012

22. Juni 2012

15. Juni 2012

8. Juni 2012

1. Juni 2012

25. Mai 2012

Der wöchentliche Degussa Marktreport ist zu beziehen unter: www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx Alle bisherigen Ausgaben des Degussa Marktreports stehen dort auch zum Download zur Verfügung.

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31. August 2012

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Impressum Der Marktreport erscheint wöchentlich freitags und ist eine kostenlose Serviceleistung der Degussa Goldhandel GmbH Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 31. August 2012 Herausgeber: Degussa Goldhandel GmbH Kettenhofweg 29, 60325 Frankfurt Tel.: (069) 860068-0, Fax: (069) 860068-222 E-Mail: info@degussa-goldhandel.de Internet: www.degussa-goldhandel.de Redaktion: Dr. Thorsten Polleit, Julia Kramer Druck: Degussa Goldhandel GmbH Degussa Marktreport ist im Internet abrufbar unter: http://www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx Bildnachweis: Degussa Goldhandel GmbH

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