Kirchenfinanzierung Schweiz/Wallis

Die Kirchensteuer verletzt Menschenrechte

Arbeitsbezeichnung, Modul: Arbeit ‚Menschenrechte‘ Im Modul B6 – Professionalität und Praxisfelder

Eingereicht von: Marcel Theler Bachelor Studiengang Soziale Arbeit 2011 2. Semester

Institution: HES∙SO Wallis Fachhochschule Westschweiz

Datum: 21. Juni 2012

HES∙SO Wallis

Fachhochschule Westschweiz

Studiengang Soziale Arbeit

Inhaltsverzeichnis
1 2 Einleitung ....................................................................................................................... 3 Begriffe........................................................................................................................... 3 2.1 Menschenrechte...................................................................................................... 3 Freiheitsrechte ................................................................................................. 3 Der Staat .......................................................................................................... 4 Private Akteure................................................................................................. 4

2.1.1 2.1.2 2.1.3 2.2

Religionsfreiheit....................................................................................................... 4 Allgemeines ..................................................................................................... 4 Schweiz und Wallis .......................................................................................... 5 Schutzobjekt und Einschränkungen des Rechts ............................................... 6

2.2.1 2.2.2 2.2.3 3

Ausgangssituation .......................................................................................................... 7 3.1 3.2 3.3 Privilegien für die Kirchen ........................................................................................ 7 Relativierung der Privilegien .................................................................................... 7 Sonderfall Wallis ..................................................................................................... 8

4

Verletzte Grundrechte ...................................................................................................10 4.1 4.2 4.3 4.4 Recht auf Freiheit ...................................................................................................10 Recht auf Privateigentum .......................................................................................10 Religionsfreiheit......................................................................................................11 Schlussfolgerung ....................................................................................................11

5 6 7

Folgen ...........................................................................................................................11 Was soll verändert werden und warum?........................................................................12 Die Soziale Arbeit ..........................................................................................................13 7.1 7.2 7.3 Rolle und Begründung des Handelns .....................................................................13 Ressourcen ............................................................................................................14 Handlungsmethoden ..............................................................................................14

8 9

Kritische Würdigung, Resümee .....................................................................................15 Literaturverzeichnis .......................................................................................................16

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1 Einleitung
Um mich bei der Einleitung kurz zu fassen, möchte ich nur ein paar allgemeine Anmerkungen zum Aufbau der Arbeit machen. Es geht in der vorliegenden Arbeit nicht nur um den Umgang der Sozialen Arbeit mit der Thematik Kirchensteuer, sondern vor allem auch um die Erörterung, ob es sich hierbei tatsächlich um eine Verletzung der Menschenrechte oder um eine anderweitige Rechtsverletzung des Staates handelt. Das zweite Kapitel (Begriffe) gehört zur Beschreibung des Problems, weil nur auf dieser Grundlage das Problem später geschildert und erklärt werden kann. Nicht immer sind alle Punkte (W-Fragen) nur in einem Kapitel beantwortet, manchmal erstrecken sie sich über mehrere Kapitel oder es gibt Überschneidungen.

2 Begriffe
2.1 Menschenrechte

Hier stütze ich mich vor allem auf die genannte Quelle von Amnesty International. 2.1.1 Freiheitsrechte

Gemäss der Informationsplattform humanrights.ch (2011) werden die Menschenrechte unterteilt in Freiheitsrechte, Sozialrechte und Kollektivrechte. Da sich diese Arbeit mit den Freiheitsrechten befasst, werde ich in der Folge nur auf diese eingehen. Menschenrechte sind demnach laut Amnesty International Schweiz (2006) rechtliche Ansprüche von Individuen gegenüber dem Staat, sie dienen „dem Schutz […] der Person und ihrer Würde“. Sie schützen also die menschliche Würde vor der Willkür des Staates. Diese besonderen Individualrechte stehen jeder Person aufgrund ihres Menschseins zu, sie gelten deshalb „als angeboren, unverletzlich, unveräusserlich und unabhängig von der Staatsangehörigkeit“. Menschenrechte sind jedoch nicht zeitlich absolut, sondern „das Produkt einer historischen Entwicklung, die auch heute noch nicht abgeschlossen ist“. Einige sehr wichtige Menschenrechte besitzen uneingeschränkte Gültigkeit, wie das Folterverbot, doch die meisten gelten nicht absolut. Hier kann der Staat „zur Wahrung des öffentlichen Interesses oder in Notstandssituationen“ Einschränkungen vornehmen (zum Beispiel Beschränkung der Meinungsfreiheit). Menschenrechte schützen Individuen. Neben dem Schutz der körperlichen Unversehrtheit gehören zu den Freiheitsrechten etwa: • • • Das Recht auf Freiheit Das Recht auf Eigentum Die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit

Bei der Religionsfreiheit ist das Individuum zwar der Träger des Rechts, doch verweist dieses auf ein Kollektiv, auf eine spezifische Gemeinschaft (Religionsgemeinschaft). Somit ist die Religionsfreiheit ein Individualrecht mit einer kollektiven Dimension.
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2.1.2

Der Staat

Um die Freiheit und Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, hat der Staat das Gewaltmonopol inne (Wikipedia1: „[…] die ausschliesslich staatlichen Organen vorbehaltene Legitimation, physische Gewalt auszuüben oder zu legitimieren.“). Dieses Gewaltmonopol des Staates birgt aber auch die Gefahr, dass er seine Macht missbraucht oder seiner Verantwortung nicht nachkommt. Die Menschenrechte setzen nun diesem Gewaltmonopol Grenzen, indem sie den Staat gegenüber seinen Bürgern verpflichten und so die Gefahren reduzieren, „welche den Menschen von Seiten der souveränen Staatsmacht potentiell drohen“. Die Menschenrechte verpflichten den Staat unter Wahrung des Diskriminierungsverbotes (kein Ausschluss aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, Religion usw.) auf drei Stufen: 1. Unterlassungspflicht: Der Staat darf seine Bürger nicht an der Ausübung ihrer Menschenrechte hindern. Er anerkennt die Menschenrechte, indem er Eingriffe unterlässt. 2. Schutzpflicht: Menschenrechtsverletzungen werden auch von Privaten begangen (zum Beispiel häusliche Gewalt). Der Staat muss deshalb mittels Gesetzen und Interventionen „die Menschenrechte gegen die Übergriffe durch Dritte schützen“. 3. Erfüllungspflicht: Der Staat muss im Rahmen seiner Möglichkeiten allen Bürgern die menschenrechtlichen Mindeststandards garantieren. 2.1.3 Private Akteure

Private (zum Beispiel Individuen, Organisationen wie die Kirchen oder Konzerne) „können für Menschenrechtsverletzungen nur dann zur Verantwortung gezogen werden“, wenn sie im Namen des Staates handeln (Polizisten, Beamte usw.). Ansonsten können sie nur indirekt vom Staat zur Rechenschaft gezogen werden (Schaffung gesetzlicher Grundlagen zur Wahrung der Menschenrechte, polizeiliche Interventionen). Nur für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozid können Individuen direkt vom Internationalen Strafgerichtshof bestraft werden.

2.2
2.2.1

Religionsfreiheit
Allgemeines

Wie wir gesehen haben, gehört die Religionsfreiheit zu den Menschenrechten. Sie bezieht sich nicht bloss auf (religiöse) Glaubensüberzeugungen, sondern allgemein auf weltanschauliche Bekenntnisse und sollte daher vielleicht eher Freiheit der Weltanschauung heissen, wobei religiöse Weltsichten im Begriff Weltanschauung enthalten sind (Oberbegriff). In erster Linie garantiert die Religionsfreiheit dem Individuum, seine Weltanschauungsüberzeugung frei zu bilden sowie die freie Ausübung seiner Weltanschauung oder Religion. Zur Religionsfreiheit gehört aber auch die Freiheit keiner

1

http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltmonopol_des_Staates

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Religion angehören zu müssen. Es wird unterschieden zwischen positiver und negativer Religionsfreiheit2. 1. Positive Religionsfreiheit: Jeder kann eine Religionsgemeinschaft gründen, sich einer solchen anschliessen, an religiösen Handlungen teilnehmen, nach religiösen Gesetzmässigkeiten leben und für seine Anschauung werben. 2. Negative Religionsfreiheit (Freiheit von Religion): Keiner muss einer Religionsgemeinschaft angehören, jeder kann eine solche jederzeit verlassen, niemand darf zu religiösen Handlungen gezwungen werden. Dort wo der Staat in irgendeiner Form Privatpersonen gegenübertritt (Zum Beispiel ein Primarlehrer einer öffentlichen Schule oder eine Szenerie in einem Gericht), kollidiert die positive Religionsfreiheit mit der Neutralitätspflicht des Staates. Auf internationaler Ebene ist die Religionsfreiheit in folgenden ‚Gesetzen‘ festgehalten: • • • • 2.2.2 Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Artikel 18 des UN-Zivilpakts Artikel 14 der Kinderrechtskonvention Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention Schweiz und Wallis

Da die internationalen Bestimmungen nur von grundsätzlicher Natur sind, müssen wir uns zusätzlich mit der nationalen Gesetzgebung auseinandersetzen. Artikel 15 der Bundesverfassung garantiert die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Absatz 3 spricht von der positiven und Absatz 4 von der negativen Religionsfreiheit: „3 Jede Person hat das Recht, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören und religiösem Unterricht zu folgen.
4

Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.“ Hierbei handelt es sich ebenfalls um sehr grundlegende Regelungen und in Artikel 72 BV (in dem auch das Minarettverbot festgeschrieben ist) übergibt der Bund die Verantwortung über die Ausgestaltung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirchen ausserdem den Kantonen: „1 Für die Regelung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat sind die Kantone zuständig.“ Somit scheint es geboten auch einen Blick in die Verfassung des Kantons Wallis zu werfen. Dort ist es dann mit der religiösen Neutralität aber bald einmal vorbei. Artikel 2 fördert bereits erste Ausführungen über das Verhältnis des Kantons Wallis zu den Kirchen zutage, die Passage über die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz folgt dabei erst in Artikel 3.

2

http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsfreiheit

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„3 Die römisch-katholische Kirche und die evangelisch-reformierte Kirche werden als öffentlich-rechtliche Institutionen mit eigener Rechtspersönlichkeit anerkannt. Die anderen Konfessionen unterstehen den Vorschriften des Privatrechts, können aber nach Massgabe ihrer Bedeutung im Kanton durch Gesetz öffentlich-rechtlich anerkannt werden.“ Der Kanton Wallis privilegiert also spezifisch zwei christliche Konfessionen gegenüber allen anderen Weltanschauungen. Dies ist juristisch unbedenklich da der öffentlich-rechtliche Status zumindest theoretisch auch den anderen Konfessionen offensteht. Der Begriff Konfession (Duden3: „religiöse Gemeinschaft mit einer bestimmten Konfession“) lässt hingegen darauf schliessen, dass nur religiösen Gruppierungen diese Anerkennung zuteilwerden kann, womit andere nicht-religiöse Weltsichten ausgeschlossen würden. 2.2.3 Schutzobjekt und Einschränkungen des Rechts

Wenn wir nun den Abschnitt zur negativen Religionsfreiheit in der Bundesverfassung etwas genauer ausleuchten, sprich die herrschende Rechtslehre zu Rate ziehen, dann können wir zum ersten Mal eine konkrete Aussage zum eigentlichen Gegenstand dieser Arbeit machen, also zu den Kirchensteuern. Laut Häfelin (2005, 124ff) darf niemand am Austritt aus einer religiösen Gemeinschaft gehindert, zu religiösen Handlungen genötigt oder zur Bezahlung von Kultussteuern an eine Religionsgemeinschaft gezwungen werden, wenn er bei dieser kein Mitglied ist. Eine frühere Version der Bundesverfassung erwähnte die Kultussteuern noch separat im damaligen Artikel 49. Näher ausgeführt wurde der Grundsatz jedoch nie. „6 Niemand ist gehalten, Steuern zu bezahlen, welche speziell für eigentliche Kultuszwecke einer Religionsgenossenschaft, der er nicht angehört, auferlegt werden. Die nähere Ausführung dieses Grundsatzes ist der Bundesgesetzgebung vorbehalten.“ Nun aber gibt es wie bei allen Rechten und Gesetzen natürlich auch im Bereich der Religionsfreiheit gewisse Einschränkungen, deren ‚Urheber‘ in unserem Fall vornehmlich das Bundesgericht ist. Dazu ist einmal die schweizerische Ausnahme der Kirchensteuerpflicht für juristische Personen zu nennen, welche das Bundesgericht als verfassungskonform einstufte (BGE 126 I 122, 125ff.). Des Weiteren sind natürliche Personen verpflichtet kantonale Steuern auch dann zu bezahlen, wenn hierin Beiträge an Kirchen enthalten sind. Bezüglich Gemeindesteuern kann die Entrichtung gemäss Bundesgericht im Umfang des Beitrages zu Kultuszwecken jedoch verweigert werden (BGE 107 Ia 126, 130). Diese Kultuszwecke werden in der Rechtsprechung ‚eigentliche Kultuszwecke‘ genannt und verkomplizieren die Sache weiter. Demnach wird bei Kultussteuern unterschieden, ob es sich um Steuern an eine Religionsgemeinschaft für eigentliche Kultuszwecke handelt oder ob sie zur Finanzierung anderer Aufgaben dieser Kirche eingesetzt werden, die im allgemeinen Interesse liegen (bürgerliche Zwecke), also allen Bewohnern einer Gemeinde zugutekommen. Hier geht es also um die Debatte, welchen Nutzen eine Religionsgemeinschaft für die Allgemeinheit erbringt, wie zwischen bürgerlichen- und Kultuszwecken zu unterscheiden ist und inwiefern Andersgläubige und konfessionsfreie Menschen zur Bezahlung derartiger Steuern für bürgerliche Zwecke der Kirchen herangezogen werden können. Dies zu vertiefen würde aber in der vorliegenden Arbeit zu

3

http://www.duden.de/rechtschreibung/Konfession

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weit führen. Zudem erscheint es dem Autor, dass diese Fragen in der Rechtsprechung noch keineswegs letztgültig geklärt sind. Ein Eingehen auf diese juristischen Wortklaubereien ist zudem in unserem Fall nicht dringlich, denn wie wir gleich sehen werden, sind im Kanton Wallis andere Problematiken in diesem Zusammenhang vorrangig zu betrachten.

3 Ausgangssituation
3.1 Privilegien für die Kirchen

Durch die öffentlich rechtliche Anerkennung der Kirchen, welche nicht nur im Wallis verankert ist, werden den anerkannten Kirchen (im Wallis die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche) einige Privilegien zuerkannt. Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ4) begründet diese Sonderrechte mit der Übernahme wichtiger Aufgaben „in Erziehung, Diakonie und weiteren Bereichen“. Die RKZ schreibt weiter: „Mit der öffentlichrechtlichen Anerkennung würdigt der Staat dieses Engagement der Kirchen. […] Ihr einzigartiger Charakter ist nur unter Berücksichtigung ihrer ethisch-religiösen sowie ihrer sozialen Dimension zu verstehen“. Durch dieses der Allgemeinheit zugutekommende Engagement stünden den Kirchen nun gewisse hoheitliche Rechte zu, „insbesondere das Steuerbezugsrecht und der erleichterte Zugang zu öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Spitäler, Gefängnisse etc.)“. Weiter seien mit diesen Privilegien aber auch bestimmte Voraussetzungen verbunden: Rechtsstaatlichkeit, demokratische Organisationsform und finanzielle Transparenz.

3.2

Relativierung der Privilegien

Die Autonomie und Nichteinmischung des Staates in kirchliche Angelegenheiten ist den Kirchen überaus wichtig, deshalb schreibt die RKZ, dass die Kirchen keine staatlichen Einrichtungen und auch keine staatlichen Organe seien, „sondern historisch gewachsene gesellschaftliche Institutionen“. Dieses Pochen auf Nichteinmischung birgt nach Meinung des Autors das Potential in sich Spannungen mit der oben erwähnten Voraussetzung der Rechtsstaatlichkeit zu verursachen. So wurde beispielsweise 2008 eine Motion5 betreffend Anpassung des Gesetzes über das Verhältnis zwischen Kirche und Staat (GVKS) vom Staatsrat mit folgenden Begründungen abgelehnt: „Eine Prüfung der obigen Motion zeigt, dass diese insofern unzulässig ist, als dass sie eine Änderung des kanonischen Rechts fordert.“ „Allerdings ist in unserer Kantonsverfassung (Art. 2 Abs. 2) ausdrücklich vorgesehen, dass die Religionsgemeinschaften — also auch die Pfarreien — selbstständig über ihre Organisation und Verwaltung befinden können. Es ist also nicht Sache der kantonalen Gesetzgebung, die Finanzhaushaltsführung der Pfarreien «neuzeitlich zu gestalten» oder über «widersprüchliche Auslegungen des kanonischen Rechts» zu befinden, wie dies die Motionäre fordern.“

4 5

http://www.rkz.ch/index.php?PHPSESSID=r69nl9b3gqpemn6olffffhihs1&na=2,1,0,0,d#Öffentlichrechtliche Anerkennung http://www.vs.ch/vos_files/2008.06_MO_1.201_Verhältnis zwischen Kirche und Staat_ANT.pdf

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Es scheint also tatsächlich fraglich, ob die Rechtsstaatlichkeit im Falle der Kirchen immer gegeben ist. Was die demokratische Organisationsstruktur betrifft, so bleiben zumindest bei der vom Vatikan ‚gesteuerten‘ katholischen Kirche ebenfalls einige Fragen offen. Dem Autor sind keine Mitbestimmungsrechte von Kirchgängern bekannt. In Bezug auf die finanzielle Transparenz wird allgemein Kritik an den Kirchen geübt. So gibt Michael Marti im Walliser Boten vom 2. September 2011 (Seite 2 unten) bezüglich Glaubensgemeinschaften zu bedenken, dass „eine grössere Transparenz der Finanzströme, der Kosten und des Nutzens in den verschiedenen Kantonen wünschenswert“ wäre. „Diese Transparenz sei im Vergleich zu anderen Politikbereichen (z.B. Strassenrechnung, Finanzstatistik) nur beschränkt vorhanden“. Alle drei Pfeiler, welche die kirchlichen Privilegien überhaupt erst legitimieren sollen, scheinen also grundsätzlich in Frage gestellt. Sind diese Sonderrechte also tatsächlich gerechtfertigt? Denn wenn sie es wären, könnte man trotz der Besteuerung Andersgläubiger wohl nicht leichtfertig von einer Menschenrechtsverletzung sprechen, da die Kirche dann einen wichtigen sozialen Zweck erfüllen würde, der allen Bürgern zugutekommt. Und hier sind wir wieder bei der Frage um den Nutzen der anerkannten Religionsgemeinschaften. Auf diesem Nutzen basiert, wie wir gesehen haben, ein Grossteil der Rechtfertigung kirchlicher Privilegien, doch ist solch ein Nutzen gegenwärtig schwer zu beurteilen, weil es keine Daten dazu gibt. 2010 wurde eine Studie6 (Dienstleistungen, Nutzen und Finanzierung von Religionsgemeinschaften in der Schweiz) des nationalen Forschungsprogramms NFP 58 veröffentlicht. Dazu einige Zahlen aus dem Ergebnis der Studie: 1.35 Mia. Franken erhalten die Kirchen mittels Kirchensteuern von ihren Mitgliedern. 300 Mio. Franken bezahlen die Kantone an die Kantonalkirchen und 260 Mio. Franken kommen von den juristischen Personen. Betreffend Nutzen erfasst die Studie nur den subjektiv empfundenen Nutzen der Bürger für sich und andere. Die Studie sagt also nichts über die konkrete Zweckdienlichkeit der Kirchen aus. Letztendlich stützen die Kirchen ihre Privilegien also auf Mythen, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Den Tatbeweis der Nützlichkeit müssen sie erst noch antreten, doch fast niemanden scheint es zu stören, dass die Religionsgemeinschaften trotz ungeklärter Nützlichkeit diese Sonderrechte beanspruchen. Zudem fragt sich, ob die Kirchen diese vom Staat ausgelagerten Bereiche (vor allem Soziales) wirklich effizienter und effektiver ausführen als staatliche oder andere private Institutionen. Dies wird zwar oft behauptet, ist aber noch nie untersucht worden. Hier wäre auch die Soziale Arbeit gefragt, weil sie im Gegensatz zu den Kirchen klare Leistungsverträge hat, die einen konkreten Nutzen aufzeigen können und weil sie religiös neutral agiert, was im Sozialbereich gemäss meiner persönlichen Auffassung von enormer Wichtigkeit ist.

3.3

Sonderfall Wallis

In diesem Kapitel beziehe ich mich u.a. auf die Quelle der RZ und der RA sowie auf die im Text genannten Quellen wie beispielsweise die Verfassung des Kantons Wallis.

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http://www.nfp58.ch/files/downloads/SNF_Wissenschaftliche_Ergebnisse_def2.pdf

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Bisher habe ich aufgezeigt, weshalb etwa das Steuerbezugsrecht der Kirchen (um welches es hier ja in erster Linie geht) allgemein und auf nationaler Ebene ernsthaft in Frage gestellt werden kann, weshalb also die Besteuerung von Andersgläubigen unter diesen Umständen bereits eine Verletzung der Menschenrechte darstellen könnte (weil sie keine wirkliche Rechtfertigungsgrundlage hat). Diese Argumentation kann natürlich auf die ganze Schweiz, also auch auf den Kanton Wallis angewandt werden. Eine solche Besteuerung geschieht – wie wir gesehen haben – auch auf nationaler Ebene, beispielsweise bei kantonalen Beiträgen oder bei Beiträgen von juristischen Personen. Auf Gemeindeebene kann sie dort vorkommen, wo es sich um die so genannten bürgerlichen Zwecke handelt. Zumindest aber findet in den anderen Kantonen eine solche Trennung von den eigentlichen Kultuszwecken statt. Zudem wird hier der Steuerbeitrag an Kirchensteuern auf der Steuerrechnung ausgewiesen, ist also für alle klar ersichtlich. Befassen wir uns nun aber konkret mit der Handhabung im Kanton Wallis. Das Wallis ist ein Sonderfall, weil hier die politischen Gemeinden und die Pfarreien in gewisser Weise (vor allem hinsichtlich der Finanzierung) eine Einheit bilden. Die kirchlichen Belange werden aus dem Haushalt der Gemeinden bezahlt. Die Grundlage dieses Vorgehens bildet Artikel 2 der Verfassung des Kantons Wallis: „4 Soweit die Pfarreien der römisch-katholischen Kirche und diejenigen der evangelischreformierten Kirche die ortskirlichen Kultusausgaben nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, kommen dafür unter Wahrung der Glaubens- und Gewissensfreiheit die Munizipalgemeinden auf. Der Kanton kann den öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen Beiträge gewähren.“ Dieser Artikel kann getrost als Defizitgarantie der Gemeinden gegenüber den Pfarreien gesehen werden. Die Gemeinde hat also in jedem Fall das Defizit der Kirche zu übernehmen. Dieses wird dann aufgeteilt und allen Steuerpflichtigen (allen, die Gemeindesteuern bezahlen) in Rechnung gestellt (ohne Unterscheidung von bürgerlichenund Kultuszwecken). Ausser in einigen wenigen Gemeinden gibt es im Wallis keine offiziellen (transparent und für alle ersichtlich) Kirchensteuern. Wenn man mit den Leuten spricht, meinen deshalb viele im Wallis gäbe es keine Kirchensteuer. Kein Wunder, im Gegensatz zu anderen Kantonen sieht man in unserem Kanton nur in der Urversammlung oder auf der Gemeinderechnung, dass die Gemeinde Beiträge an die Kirchen überweist. Was aber meint der Artikel mit dem Teilsatz „unter Wahrung der Glaubens- und Gewissensfreiheit“? Es gibt für Andersgläubige und Konfessionsfreie eine (‚versteckte‘) Möglichkeit einen Teil der Kultussteuern zurückzufordern und zwar in dem man nachweist, dass man kein Kirchenmitglied ist und dann jedes Jahr ein Gesuch um Rückerstattung an die Gemeinde stellt. Nach Erfahrungen der Freidenker Wallis weisen jedoch die Gemeinden nicht auf dieses Instrument hin oder sie scheinen es manchmal nicht einmal zu kennen. Es mangelt im Wallis also an Transparenz und es wird oft Desinformation betrieben. Zudem kann die jährliche Rückforderung durchaus als Schikane angesehen werden. Auch widerspricht das Bezahlen und spätere Zurückverlangen der Kultussteuer dem oben genannten Bundesgerichtentscheid, nach dem das Bezahlen von Steuern zu Kultuszwecken verweigert werden kann. Es gäbe hier noch einiges mehr zu bemängeln (vor betreffend Berechnung der Kultussteuer und des Rückerstattungsbetrages), aber das würde wohl zu weit führen.
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4 Verletzte Grundrechte
Kommen wir nun zurück zu den Menschenrechten oder genauer ausgedrückt zu den Freiheitsrechten. Dazu erinnern wir uns zurück an das Recht auf Freiheit, Privateigentum und natürlich an die Religionsfreiheit. Ich gehe hierbei gezielt nicht auf den Sonderfall Wallis ein, sondern nur auf die grundsätzlichere Argumentationslinie gegen Kirchensteuer für alle, welche die gesamte Schweiz betrifft. Da es im Wallis noch massivere und weitergehende Einwände gegen diese Steuer gibt, werden die Rechte der Bürger hier natürlich noch mehr beschnitten. Wenn aber schon die nationale Handhabe unrechtmässig ist, dann ist ein Eingehen auf die Besonderheiten in unserem Kanton gar nicht mehr nötig.

4.1

Recht auf Freiheit

Wenn der Staat für gewisse religiöse Institutionen – deren Nutzen noch nicht einmal bewiesen ist – von jedem Steuern einzieht, egal welchen Glauben er hat, dann grenzt das schon an Bevormundung. Der Bürger wird so daran gehindert frei und eigenverantwortlich zu entscheiden wie er soziale Anliegen unterstützen und welchen Organisationen er sein Geld zukommen lassen will. Viele möchten vielleicht weltanschaulich neutrale oder areligiöse Organisationen unterstützen, aber durch den Steuerzwang des Staates und die Bevormundung werden diese Möglichkeiten geschmälert, weil weniger Geld zur Verfügung steht. Ist der Zwang gerechtfertigt, weil viele Menschen ohne diesen für Soziales gar nichts mehr ausgeben würden? Erst einmal darf die Kirchensteuer nicht mit Spenden für soziale Zwecke verwechselt werden, denn wie wir gesehen haben, wurde der soziale Nutzen nie untersucht. Und zweitens sprechen auch die Zahlen gegen diese Behauptung. Laut der NFP58-Studie beliefen sich die Kirchensteuererträge 2007 auf 1.3 Mia. Franken. Die FreidenkerVereinigung der Schweiz7 schreibt hierzu: „Verteilt auf 3’324’300 Privathaushalten (BfS 20078) machen sie 391 Franken pro Haushalt und Jahr aus, das sind rund 3 Promille der Steuerausgaben der Haushalte. […] Über 70% der Schweizer Haushalte spenden. 2009 im Durchschnitt pro Jahr 458 Franken, das sind 3.4 Promille der Steuerausgaben der Haushalte.“ Diese Zahlen stammen von einer Studie von swissfundraising9.

4.2

Recht auf Privateigentum

Wenn wir über Steuern diskutieren, flammt auch öfters eine grundsätzliche Debatte um das Privateigentum auf. Nach Meinung von Anarchokapitalisten10 sollten beispielsweise überhaupt alle unfreiwilligen Steuern abgeschafft werden, weil sie das Recht auf Freiheit und Privateigentum verletzen. Wenn wir nun in unserem Fall noch von Steuern für spezifisch religiöse Gemeinschaften sprechen, deren sozialer Nutzen ungeklärt ist, dann liegt vielleicht tatsächlich eine Verletzung des Rechts auf Privateigentum vor, vor allem dann, wenn die Kirchensteuern auch für Kultuszwecke eingezogen werden, wie im Wallis.

7 8 9

http://www.frei-denken.ch/de/2012/05/ohne-zwang-–-schweizer-haushalte-spenden-heute-schon-grosszugig/ http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/publikationen.html?publicationID=3410 http://www.swissfundraising.org/de/news/243/Spendenmonitor:-Schweizer-Spendende-so-grosszuegig-wie-noch-nie.htm

10

Wikipedia: Der Anarchokapitalismus ist eine politische Philosophie, die für eine vom freien Markt, freiwilligen Übereinkünften und freiwilligen vertraglichen Bindungen geprägte Gesellschaft ohne staatliche Institutionen und Eingriffe eintritt.

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4.3

Religionsfreiheit

Im zweiten Kapitel haben wir gesehen, dass laut Bundesverfassung niemand zu religiösen Handlungen gezwungen werden darf. Gemäss Kraus (1993, 113) ist „die (Mit)Finanzierung der Tätigkeit einer Religionsgemeinschaft eine religiöse Handlung […] zu der niemand gegen seinen Willen herangezogen werden darf“. Wenn nun national kein bewiesener Nutzen vorhanden ist und wenn im Wallis nicht zwischen bürgerlichen- und eigentlichen Kultuszwecken unterschieden wird, dann würde ich hier von einer Verletzung der Religionsfreiheit sprechen, wie sie in der Verfassung garantiert wird. Schauen wir einmal in den UN-Zivilpakt, dort steht in Artikel 18:
2

Niemand darf einem Zwang ausgesetzt werden, der seine Freiheit, eine Religion oder eine Weltanschauung seiner Wahl zu haben oder anzunehmen, beeinträchtigen würde. Die Mitfinanzierung einer Kirche ist eine religiöse Handlung, somit wird in gewisser Weise ein Zwang ausgeübt, eine bestimmte Religion anzunehmen (man wird dazu gebracht eine religiöse Handlung zu vollziehen), und zwar weil man gezwungen wird, diese zu unterstützen.

4.4

Schlussfolgerung

Aus all diesen Gründen schliesse ich, dass Menschenrechte zumindest solange verletzt werden, wie der soziale und der Allgemeinheit zugutekommende Nutzen nicht erwiesen ist. Im Wallis liegt eine Menschenrechtsverletzung auch ohne diesen Tatbeweis vor, weil keine Transparenz herrscht, weil die Menschen nicht informiert werden und weil jeder Steuerpflichtige das Defizit der Kirchen mitträgt, egal ob dieses auch durch Kultuszwecke zustande kommt.

5 Folgen
Welche Folgen haben nun diese Umstände und Rechtsverletzungen oder was für Folgen sind absehbar? 1. Die Kirchen prägen oft ein religiöses und veraltetes Moralverständnis. Religiöse Institutionen begehen noch heute Menschenrechtsverletzung, wie der Fall11 einer in einer Frauenbeziehung lebenden Kaderfrau der Heilsarmee zeigt (Leiterin einer Zürcher Behinderteneinrichtung), die wegen ihrer Beziehung entlassen wurde. Durch die staatliche Unterstützung solcher Organisationen wird deren Einfluss auf die Gesellschaft noch gestärkt (Machtmissbrauch etc.) und deren Verhalten wird vom Staat legitimiert. 2. Meiner Ansicht nach kann nur eine saubere Entkoppelung von Staat und Religion (staatliche Neutralität in Weltanschauungsfragen) zur Gleichberechtigung aller Weltanschauungen führen. Diese Gleichberechtigung wiederum ist wichtig für den Erhalt des religiösen Friedens. Die jetzige Situation hat zur Folge, dass auch andere Religionen staatliche Zuwendungen fordern. Damit kann der religiöse Friede gestört
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http://www.frei-denken.ch/de/2012/05/religiose-sozialarbeit-–-parallelgesellschaft-am-steuertropf/

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werden, wenn nicht alle damit einverstanden sind. Solange nicht einmal der Nutzen der anerkannten Kirchen geklärt ist, sollten keine neuen Religionsgemeinschaften ‚ans Steuersystem angeschlossen werden‘. 3. Der Zwang dieser Steuern kann zur Abnahme freiwilliger Spenden führen, weil viele Menschen glauben, dass sie durch die Kirchensteuern schon genug für Soziales tun. Sie unterstützen den Erhalt von krankenden Religionsgemeinschaften und auf der anderen Seite könnte mehr getan werden für tatsächliche soziale Zwecke. 4. Je nachdem kann diese zusätzliche Steuerlast natürlich auch dazu führen, dass es gewissen Schichten finanziell nicht gerade leichter gemacht wird.

6 Was soll verändert werden und warum?
Neben den Gründen die im vorangehenden Kapitel indirekt genannt werden sollen natürlich in erster Linie die Menschenrechte eingehalten werden und zwar in dem die Kirchen nur von ihren Mitgliedern finanziert werden. Der Berufskodex für die Soziale Arbeit in der Schweiz von AvenirSocial verpflichtet Sozialarbeiter sich an den Menschenrechten zu orientieren. Als zentraler Wert ist hier das Menschenbild der Sozialen Arbeit zu nennen. Zwei Grundwerte, welche im Berufskodex angesprochen werden sind der Grundsatz der Gleichbehandlung und der Grundsatz der Selbstbestimmung. • • Gleichbehandlung: „Menschenrechte sind jeder Person zu gewähren“. Selbstbestimmung: „Das Anrecht der Menschen, im Hinblick auf ihr Wohlbefinden, ihre eigene Wahl und Entscheidung zu treffen, geniesst höchste Achtung […]“.

Auf dieser Grundlage würde ich vorschlagen den Nutzen kirchlicher Institutionen zu untersuchen, damit man überhaupt eine Argumentationsgrundlage erhält und abschätzen kann, inwiefern Religionsgemeinschaften sozialdienlich sind. Des Weiteren sollten im Sinne der religiösen Neutralität staatliche und private Institutionen gefördert werden, anstatt einfach blindlings die Kirchen zu finanzieren. So könnte meines Erachtens die ‚soziale Nachfrage‘ effektiver und erst noch religionsneutral bewältigt werden. Im zweiten Kapitel haben wir zudem von den drei Verpflichtungen des Staates gesprochen, welche ihm durch die Menschenrechte ‚auferlegt‘ werden. Kommen wir deshalb an dieser Stelle noch einmal auf die Unterlassungs- sowie auf die Schutzpflicht zurück. Einerseits zieht der Staat die Steuern für die Kirchen ein und andererseits fliessen diese Gelder an die Kirchen. Hierbei können wir also von zwei involvierten sprechen: Dem Staat (Unterlassungspflicht) und den Kirchen (Schutzpflicht). Die Unterlassungspflicht besagt, dass der Staat die Menschenrechte anerkennt, in dem er Eingriffe unterlässt. Zwangssteuern an eine religiöse Organisation sind nach meinem Dafürhalten ein nicht geringer Eingriff des Staates. Die Schutzpflicht verpflichtet den Staat, dafür zu sorgen, das Dritte keine Menschenrechtsverletzungen begehen. Je nachdem wie man es sieht, könnte man sagen, dass der Staat gerade dazu beiträgt, dass die Kirche als private Institution eine solche Verletzung überhaupt begehen kann. Auch Nichteinmischung des Staates in kirchliche Angelegenheiten könnte dazu führen, dass dieser nicht dazu beiträgt Menschenrechtsverletzungen innerhalb der staatlich finanzierten Kirche zu verhindern (etwa
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der gleiche Zugang für Frauen zu allen Positionen der katholischen Kirche). Derlei ist nur durch den Sonderstatus der Religionen zu erklären, in anderen Bereichen wäre so etwas kaum möglich.

7 Die Soziale Arbeit
Da die internationalen Richtlinien (UNO) zu wenig genau ausformuliert sind, mussten die nationalen Gesetze genauer unter die Lupe genommen werden. Dies habe ich mit dieser Arbeit versucht. Zudem habe ich im Ansatz auch den Versuch unternommen, eine direkte Verbindung zwischen den hiesigen Umständen und den Menschenrechten aufzuzeigen. Diese Recherchen könnten nun wiederum die Grundlage sein, um auf internationaler Ebene genauer zu prüfen, ob unsere Gesetzgebung und die Umsetzung der Kirchensteuer den internationalen Richtlinien genügt. Wie man dabei vorgehen könnte, welche Möglichkeiten der Sozialen Arbeit zur Verfügung stehen und weshalb gerade die Soziale Arbeit sich auch einmal einem solchen Anliegen widmen sollte, darauf gehe ich in diesem Kapitel kurz ein. Da wir uns während des bisherigen Studiums schon mehrfach mit der Rolle, den Ressourcen und Handlungsmethoden der Sozialen Arbeit befasst haben (zum Beispiel Modul A2), war es mir wichtig, vor allem eine Grundlage für das weitere Vorgehen in dieser Thematik zu liefern. Deswegen gehe ich auf die folgenden Punkte nur ansatzweise ein.

7.1

Rolle und Begründung des Handelns

Der Gegenstand dieser Arbeit hat direkt nicht viel mit Beratung, Unterstützung, Begleitung, oder Pflege von Klienten, mit Pädagogik oder Animation zutun, trifft also auf den ersten Blick nicht unbedingt einen klassischen Bereich der Sozialen Arbeit. Er hat aber sehr wohl mit Politik zu tun, mit Demokratie und gewiss auch mit den Menschenrechten. Ich spreche also nicht direkt einen Sozialpädagogen an, der einen psychisch beeinträchtigen Menschen begleitet, wenn ich sage, dass die Soziale Arbeit in Zukunft auch solche Themen aufgreifen sollte. Aber ich spreche die Fachhochschulen und Universitäten an, die Studenten, die Institutionen, den Berufsverband oder allgemein politisch engagierte Professionelle der Sozialen Arbeit. Also in gewisser Weise doch auch den erwähnen Sozialpädagogen, der einen Teil seiner Arbeitszeit vielleicht in die Mitgestaltung der Sozialpolitik unseres Landes steckt, weil seinem Arbeitgeber das wichtig ist oder er engagiert sich bei AvenirSocial oder anderweitig privat. Konkret das Thema der Kirchensteuern könnte die Soziale Arbeit (neben der Verpflichtung zu den Menschenrechten) deshalb interessieren, weil sie ja anscheinend in direkter Konkurrenz zu den Kirchen als soziale Institutionen steht. Nehmen wir die Herausforderung an und zeigen auf, dass wir effizienter und effektiver sind als Religionsgemeinschaften. Damit würde die Soziale Arbeit einen Beitrag leisten zu religiös neutraler sozialer Hilfe. Die Kirchen weisen in ihren Zahlen vor allem Freiwilligenarbeit aus, wenn wir die Herausforderung annehmen, könnten wir also auch die Profession stärken, in dem wir aufzeigen, weshalb gerade Professionelle wichtig sind für die Soziale Arbeit. Dazu sollten wir aber auch die Dienste der Kirchen in Frage stellen und sie auf ihre Zweckdienlichkeit überprüfen lassen.

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Je nachdem in welchem Feld wir arbeiten, handelt es sich bei einem Grossteil unserer Klienten um Migranten und/oder um Andersgläubige. Das Thema Religion spielt immer wieder eine Rolle. Gerade deshalb sollte sich die Soziale Arbeit für die Gleichberechtigung der Religionen einsetzen, welche ganz sicher nicht gegeben ist, so lange gewisse Konfessionen ein Steuerbezugsrecht haben und teilweise Andersgläubige diese mitfinanzieren.

7.2

Ressourcen
1. Die Soziale Arbeit verfügt über eine Vielzahl von Tätigkeitsfeldern und somit auch über verschiedene Sichtweisen, welche sie bezüglich dieser Debatte einbringen könnte. Sie verfügt über Sichtweisen, die zu diesem Thema wohl noch selten vorgebracht wurden (Sicht der Klienten, Menschenrechte usw.). 2. Die soziale Arbeit ist nah am sozialen Geschehen und verfügt über Expertenwissen beispielsweise hinsichtlich sozialer Brennpunkte und sozialer Systeme. Dieses könnte sie einbringen um in der Diskussion um die Kirchensteuern die Sicht ihrer Klienten zu vertreten. 3. Die Soziale Arbeit hat Erfahrung im Umgang mit Migranten und anderen Religionen und sie könnte ihre Klienten direkt befragen und einbeziehen. 4. Der Berufskodex der Sozialen Arbeit als Ressource, weil er ein Menschenbild vertritt, welches allen Menschen dieselben Rechte zugesteht und gerade den Schwachen eine Stimme gibt. 5. Die Fachhochschulen, der Berufsverband, die Institutionen als Ressource, weil diese gut vernetzt sind. Im Sinne der Profession sollten sie fähig sein, nach aussen mit einer Stimme aufzutreten.

Ein solches Projekt wäre zudem eine Chance für die Soziale Arbeit gemeinsam mit vielen verschiedenen Akteuren die Profession zu vertreten und nach aussen zu tragen (Werbung). Zudem könnte man so für einmal auch mit anderen Kreisen zusammenarbeiten, etwa mit Liberalen (FDP, SVP), die sich teilweise auch gegen die Kirchensteuern engagieren. So könnte man die Menschen einmal ein anderes Bild der Sozialen Arbeit vermitteln und gleichzeitig selber einen besseren Einblick in das Denken der anderen erhalten. Wer weiss, vielleicht lassen sich da ja auch Allianzen für die Zukunft schmieden oder es wird zumindest dafür gesorgt, dass man sich in Zukunft vielleicht etwas weniger bekämpft, weil man mehr Verständnis für die Gegenseite hat. Einige Professionelle der Sozialen Arbeit fordern ja ein wirtschaftlicheres Auftreten und Handeln für ihr Berufsfeld, vielleicht könnte man hier mit einem Engagement für dieses teils auch ‚wirtschaftliche Anliegen‘ auch weiterkommen.

7.3

Handlungsmethoden

Es sollte hier ja nicht darum gehen, bekannte Handlungsmethoden, die wir schon behandelt haben und die man überall nachschlagen kann, nochmals aufzuzeigen und trotzdem möchte ich kurz auf zwei mögliche konkrete Ansätze hinweisen. Zuvor möchte ich jedoch erwähnen, dass für ein solches Projekt natürlich auch Medienkompetenz gefragt ist sowie eine

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abgeklärte interne Kommunikation, vor allem dann, wenn es verschiedene Akteure einschliesst. Es geht darum, sich optimal zu vernetzen und zu verständigen und geschlossen nach aussen aufzutreten. Um ein solches Projekt zu planen und durchzuführen, könnten beispielsweise Aspekte des Case Management angewandt werden. Zu Beginn sollte der Initiant sicher eine übersichtliche Faktensammlung zusammenstellen und sich gute Argumente überlegen, mit denen er Mitstreiter für das Projekt gewinnen kann. Nach diesem Schritt geht es auf die Suche nach geeigneten Interessenten, die das Projekt unterstützen möchten (Institutionen, Private, Schulen usw.). Zusammen mit diesen wird dann die Situation noch genauer analysiert um eine gute Grundlage zu schaffen. Vielleicht reichen die Ressourcen sogar aus, um eine spezifische Studie in Auftrag zu geben oder um gemeinsam mit einer Fachhochschule eine solche durchzuführen. Nach dieser Vorarbeit wird ein Konzept kreiert, nach welchem man dann konkret vorzugehen gedenkt. Es werden also wohl verschiedene Arbeitsgruppen definiert, zum Beispiel eine, die verantwortlich ist für die Medienarbeit. Sicher sollte man auch daran denken, mit den Vertretern der Kirchen Kontakt aufzunehmen und eine gute Zusammenarbeit anzustreben. Eine mögliche Gruppe könnte sich mit den verschiedenen Klienten befassen, um auch deren Willen angemessen zu berücksichtigen usw. Der zweitletzte Schritt vor der Evaluation ist die Durchführung. Für die Evaluation könnte man eine Universität beauftragen, die am Projekt beteiligt war. Es wird untersucht, ob man etwas bewirken konnte, welche Arbeitsbereiche weshalb gut funktionierten oder nicht. Und vielleicht schaut man auch, ob das Projekt noch weitergeführt werden sollte und was man bei der Fortsetzung besser machen könnte. Eine weitere Methode könnte auch das Empowerment sein. Dazu müsste man aber zuerst die Klienten (vor allem Andersgläubige) befragen, um sicherzustellen, ob eine solche Intervention überhaupt gefragt ist, ob ihnen das Thema überhaupt wichtig ist. Die Haltung der Schweiz in Sachen Kirchensteuern wird sich wohl nur ändern, wenn sich Mehrheiten bilden lassen. Durch Empowerment könnte allenfalls bewirkt werden, dass sich diese nach einem Anstoss nach und nach selber bilden. Stimmberechtigte, die an diesem Prozess teilnehmen, könnten dabei direkt Einfluss nehmen. Diejenigen, welche in der Schweiz nicht stimmberechtigt sind, könnten auf sich aufmerksam machen und so mit anderen offenen Bürgern in einen Dialog treten und diese vielleicht anregen für die Sache zu stimmen oder sich für diese stark zu machen, damit es überhaupt zu einer Abstimmung kommen kann.

8 Kritische Würdigung, Resümee
Natürlich bin ich als Mitglied der Freidenker Wallis in Fragen der Kirchensteuer vorbelastet, trotzdem habe ich versucht neutral zu argumentieren und meine Argumente mit Fakten zu unterlegen. Dass der konkrete Nutzen der Religionsgemeinschaften noch nie untersucht worden ist, ist nun einmal eine Tatsache, die sich nicht so einfach wegleugnen lässt. Deshalb kann ich darüber letztlich auch gar keine Aussage machen, ich kann nur anregen, dass eine solche Untersuchung angestrebt werden sollte. Solange hier keine Resultate vorliegen, kann ich nur diesen Fakt kritisieren, dass also Steuergelder bezahlt werden ohne über die Zweckdienlichkeit Bescheid zu wissen. Kritisch zu betrachten ist auch die religiöse Färbung der sozialen Tätigkeiten der Kirche, hier spreche ich mich – solange die
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Allgemeinheit mitfinanziert – klar für mehr Neutralität aus. Zudem sind als Problem auch noch die nicht professionell ausgebildeten Freiwilligenhelfer der Kirchen zu nennen, jedenfalls dann, wenn wir es mit der Professionalisierung der Sozialen Arbeit ernst meinen. Doch nicht umsonst habe ich unter den Methoden auch die Zusammenarbeit angesprochen. Es ist wichtig nicht einseitig und böswillig eine Seite zu kritisieren, sondern den Kontakt zu suchen und den Versuch zu starten, zusammenzuarbeiten. Die Kritik soll nicht trennen und einen Graben zwischen zwei Parteien schlagen, die ja schon heute öfters zusammenarbeiten und einander ergänzen. Kritik und der Wille zur Veränderung sollte jedoch vorhanden sein, dann können am Ende vielleicht beide Seiten etwas voneinander lernen. Diese Arbeit war auch nützlich für mein Privatleben, vor allem für die Arbeit bei den Freidenkern. Es ergab sich im Verlaufe der Arbeit eine Wechselseitigkeit, in dem ich einerseits von meinem bisherigen Wissen profitierte und andererseits mein Wissen vertiefen konnte. Bezüglich der Fakten habe ich zwar nicht viel Neues dazugelernt, aber ich habe mir viele Gedanken gemacht, was zu neuen Ideen führte, die ich in meiner zukünftigen Arbeit für diesen Verein gut gebrauchen kann.

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