SPORT

Sportkommentar
Es hat weniger mit Geiz, sondern mehr mit Vernunft zu tun, wenn man nur das ausgibt, was man auf der hohen Kante hat. Und in dieser Hinsicht verhält sich der Karlsruher SC seit einiger Zeit in der Tat recht tugendhaft, hat seine Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Man will Großes mit kleinen Mitteln leisten. Der einzig gangbare Weg für den Aufsteiger, der mit Mini-Etat schließlich auch nicht im Konzert der Spitzenclubs mitmischen will, sondern sich seine Konkurrenz nach einem anderen Kriterium sucht. Es geht einzig und alleine darum, am Ende mindestens drei Vereine hinter sich zu lassen – nicht mehr und nicht weniger. Deshalb sind auch die bisherigen Verpflichtungen durchaus mit dem Prädikat „vernünftig“ zu versehen – finanzielle

DER

Planstellen im Sturm besetzt
„Da bekommt ihr einen sehr sympathischen Zeitgenossen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass er sportlich passen wird“, lobte Martin Braun, seines Zeichens Pressesprecher beim SC Freiburg, am Rande eines Benefizfußballspiels zwischen den KSC-Allstars und der Traditionsmannschaft des SC Freiburg den aktuellen KSC-Neuzugang Alexander Iaschwili. Der Georgier, der ablösefrei vom SC Freiburg kommt, unterschrieb am vergangenen Mittwoch beim KSC einen Drei-Jahresvertrag. Iaschwili war auch von anderen Clubs heftig umworben. Arminia Bielefeld, der französische Erstliga-Aufsteiger Racing Straßburg und Zweitliga-Neuling TSG Hoffenheim wollten Iaschwili haben. Dabei war vor allem die Hoffenheimer Offerte finanziell äußerst lukrativ, aber Iaschwili wählte die sportlich attraktivere Adresse Wildpark, statt des Hopp-Stadions. Mit der Verpflichtung des 29-jährigen Stürmers ist die Offensiv-Abteilung des KSC komplett, zumal mittlerweile auch die letzte noch offene Baustelle in diesem Mannschaftsteil geschlossen werden konnte. Edmond Kapllani, dessen Vertrag der KSC vorzeitig verlängern wollte (der SONNTAG berichtete) hat dem Sportclub jetzt die mündliche Zusage gegeben, bis 2010 zu verbesserten Konditionen im Wildpark zu bleiben. Nach der Rückkehr aus seinem Urlaub will der 25-Jährige Dribbelstark und ablösefrei: Alexander Iaschwili (hier gegen Rostocks Kai Bülow) ist der fünfte Neuzugang dann seine Unterschrift unter den Kont- beim KSC. Unterddessen hat Edmond Kapllani (kleines Foto) vorzeitig bis 2010 verlängert Fotos: GES rakt setzen. An Kapllani, dessen aktueller Vertrag bis 2008 datiert ist, war zuletzt der fi- reich Planungssicherheit und können uns darauf kaufstour der Bayern vermutlich keine Chance, nanzkräftige Erstliga-Absteiger Mönchenglad- konzentrieren, die noch offene Position auf der sich dort einen Stammplatz zu erobern und läuft bach interessiert. Eine diesbezügliche Anfrage rechten Abwehrseite zu besetzten“, so Dohmen. Gefahr, in die Regionalliga-Mannschaft abgevom Bökelberg bestätigte KSC-Manager Rolf Und hier ist nach wie vor Andreas Görlitz von schoben zu werden, was für den 24-Jährigen, der Dohmen. Allerdings machte Dohmen deutlich, Bayern München die erste Option. „Ich habe nie bereits zwei A-Länderspiele absolviert hat, ein dass er Kapllani keinesfalls vorzeitig gehen las- gesagt, das wir unsere Bemühungen um Görlitz großer sportlicher Rückschritt wäre. In diesem sen werde und sagte den Borussen ab. Mehr eingestellt haben“, widerspricht Dohmen ent- Sinne soll sich jedenfalls Bayern-Coach Otmar noch, beim KSC verstärkte man die Bemühun- sprechenden Meldungen. „Allerdings haben wir Hitzfeld nach Informationen des SONNTAG gegen, den albanischen Nationalstürmer langfri- zurzeit keinen Kontakt zu dem Spieler, weil der genüber Görlitz und dessen Berater geäußert hastig zu binden, was jetzt auch gelang. „Ich bin sich in Urlaub befindet. Aber wenn es eine Mög- ben. So könnte es möglicherweise doch noch etsehr froh, dass uns Edmond zugesagt hat, bis lichkeit gibt, ins Gespräch zu kommen, werden was mit einem angestrebten Ausleihgeschäft 2010 zu bleiben. Damit haben wir in diesem Be- wir diese nutzen“. Görlitz hat nach der Ein- werden. Harald Linder

Ottostr. 5a -7, 76227 Karlsruhe Tel. 07 21/9 44 76-0 und Tel. 07 21/79 43 57-0

FUSSBALL
Bierofka zu 1860: Mittelfeldspieler Daniel Bierofka kehrt vom deutschen Fußballmeister VfB Stuttgart zu seinem früheren Club 1860 München zurück. VfB-Teammanager Horst Heldt bestätigte gestern Stuttgarter Medien den Wechsel Bierofkas zum Zweitligisten, fügte aber an, dass „noch einige Details“ zu klären seien. So will der VfB offenbar kei- Daniel Bierofka ne Ablöse für Bierofka, der in Stuttgart noch bis 2008 unter Vertrag ist, sich aber stattdessen die Dienste von Löwen-Talent Christian Träsch sichern. ❖❖❖ Fenerbahce will Ronaldo: Nach seinem Landsmann Roberto Carlos (von Real Madrid) wechselt nach einem Bericht der türkischen Sportzeitung „Fanatik“ von gestern auch Brasiliens Stürmerstar Ronaldo für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro vom AC Mailand zum türkischen Meister Fenerbahce Istanbul. Ronaldo soll bei Fener, das vom einstigen brasilianischen Weltstar Zico trainiert wird, einen Zwei-Jahres-Vertrag erhalten und angeblich vier Millionen Euro pro Jahr verdienen. ❖❖❖ Arsenal holt 16-jährigen Norweger: Der englische Renommierclub Arsenal London hat den erst 16 Jahre alten norwegischen Verteidiger Havbard Nordtveit vom norwegischen Zweitligisten FK Haugesund unter Vertrag genommen. Der Teenager kostet rund drei Millionen Euro Ablöse und erhält bei den Londonern einen VierJahres-Vertrag bis 2011. sid/SO

präsentiert das

Telegramm

Einwurf

Vernunft regiert
Abenteuer kann man sich im wahrsten Sinn des Wortes nicht mehr leisten. Und will dies offensichtlich auch nicht. Der letzte Neue heißt Alexander Iaschwili. Ablösefrei, erfahren, technisch beschlagen – nur leider vor dem Tor nicht mit der Effektivität gesegnet, die aus ihm einen Torjäger machen würde. Wäre er aber auch in dieser Beziehung perfekt, würde er wohl kaum in der kommenden Runde das KSC-Trikot tragen. So aber ist ein Iaschwili zu finanzieren. Oder auch Hajnal, Timm, Reinhard und Buck. Und demnächst vielleicht ein Andreas Görlitz oder ein René Klingbeil? Wenn es finanziell passt, warum nicht? Alles andere wäre ein Wagnis, dass man im Wildpark definitiv nicht eingehen wird. Hier hat die Vernunft inzwischen Vorfahrt und Träume sind nur in bescheidenen Dimensionen erlaubt. So gesehen ist der KSC vielleicht sogar ein Vorbild für die Bundesliga, in der Größenwahn noch immer nicht bei allen Clubs auf dem Index steht. Peter Trebing

Bremen hat bei Diarra wohl das Nachsehen
Werder Bremen, dessen Sportdirektor Klaus Allofs in der vergangenen Woche das Interssse der Hanseaten an einer Verpflichtung von Alou Diarra vom französischen Meister Olympique Lyon bekräftigte, hat im Rennen um die Verpflichtung des 25-Jährigen wohl das Nachsehen. Gestern erklärte Lyons Präsident Jean-Michel Aulas, dass der Mittelfeldspieler eventuell zum englischen Erstligisten FC Portsmouth wechselt. „Portsmouth hat die beste Chance. Diarra könnte schon in den nächsten Tagen wechseln“, sagte Aulas. Die Ablösesumme für Diarra, der zwischen 2000 und 2002 in der RegionalligaMannschaft von Bayern München spielte, beträgt neun Millionen Euro. sid/SO

Katar zahlt für Zarate15 Millionen
Die nach Fußball verrückten Scheichs aus Katar haben offenbar ein Auge auf den argentinischen Jungstar Mauro Zarate geworfen. Nach eigenen Angaben unterschreibt der 20Jährige in den nächsten Tagen einen Zweijahresvertrag beim Landesmeister Al Sadd. Die Ablösesumme für den argentinischen U-20Nationalspieler soll bei rund 15 Millionen Euro liegen. Die Clubs des Staates am Persischen Golf hatten in der Vergangenheit eher durch die Verpflichtung von altgedienten Stars für Aufsehen gesorgt. So ließen sich unter anderem schon die einstigen Nationalspieler Stefan Effenberg, Mario Basler und Gabriel Batistuta von den Öl-Dollars in die Wüste locken. sid

Heftige Schelte für Fifa-Boss Blatter
Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Joseph S. Blatter, hat mit einer umstrittenen Entscheidung gegen das Nationalteam Malis zu Gunsten spanischer Erstligisten möglicherweise einen Präzedenzfall geschaffen. Der Fifa-Boss entschied in einer schriftlichen Anordnung, dass die Profis Mahamadou Diarra von Real Madrid und Frederic Kanoute vom FC Sevilla am Sonntag nicht für ihr Land in der Qualifikation zur Afrika-Meisterschaft gegen Sierra Leone antreten dürfen. Stattdessen sollen sie zur gleichen Zeit ihren Klubs am letzten Spieltag der Primera Division zur Verfügung stehen. Damit hat Blatter gegen Statuten der Fifa entschieden, wonach die Termine offizieller Wettbewerbs-Länderspiele vor den Interessen der Clubs zu schützen seien. Vorausgegangen waren Beschwerden der beiden Vereine, die sich bei einem Verzicht auf die genannten Profis gegenüber ihrem Rivalen FC Barcelona im Kampf um den Meistertitel in Spanien im Nachteil sahen. Diarra und Kanoute wurden bereits aus dem Trainingslager Malis zurückbeordert. Auch Reals Stürmerstar Ro- Umstrittene Entscheidungen: Fifa-Boss Joseph S. Blatter binho kann von den „Königlichen“ weht zurzeit der Wind heftig ins Gesicht. Foto: AP eingesetzt werden. Robinho, der eigentlich an der Vorbereitung der brasilianischen sche Mannschaften auf Druck europäischer Nationalmannschaft auf die Copa America teil- Spitzen-Vereine benachteilige. Blatter, der sich nehmen sollte, erhielt die Freigabe vom brasilia- derzeit in Südafrika aufhält, hat immerhin versinischen Verbandspräsidenten Ricardo Texeira. chert, dass sich ein solcher „Irrtum“ nicht wieIn der Vergangenheit hatten sich europäische derholen wird. Spitzenclubs immer wieder – meist aber vergebAls Irrtum des Fifa-Bosses betrachtet man in lich – geweigert, ihre Spieler zu offiziellen Län- Südamerika auch das am 27. Mai vom Weltverderspielen abzustellen. Blatter hatte in diesen band aus gesundheitichen Gründen ausgesproFällen häufig mit der harten Hand der Fifa ge- chene Verbot von Ländesrspielen in Orten über droht – umso überraschender kommt seine Ent- 2 500 Meter über dem Meeresspiegel. So haben scheidung im Fall Diarra/Kanoute. Zumal Blat- sich jetzt die zehn Fußballverbände Südamerikas ters Rückrufaktion Malis Nationalspieler Mous- in einem offenen Brief an Blatter für eine Aufhesa Coulibaly und Oumar Dabo, die bei bung dieses Höhenlimits ausgesprochen. Dafür algerischen Vereinen unter Vertrag stehen, sowie müssten aus Sicht der medizinischen KommissiAdama Tamboura (Helsingborg/Schweden) on der betroffenen Verbände umfangreichere nicht betraf – obwohl deren Clubs am Wochen- wissenschaftliche Studien vorliegen. Demnach ende ebenfalls im Einsatz sind. sollten alle Extreme untersucht werden, die die Malis Nationaltrainer, der Franzose Jean- Gesundheit von Spielern angreifen könnten, wie Francois Jodar, hat deshalb beklagt, dass die Fi- beispielsweise Hitze, Luftfeuchtigkeit, Kälte und fa mit zweierlei Maß messe und zudem afrikani- Schnee, so das Schreiben an Blatter. sid/SO

50 Jahre

• Küchenhersteller • Möbelwerkstätte • Wohnstudio

Telefon (07 21) 49 03 60 · Karlsruhe-Grünwettersbach · www.moebel-freiburger.com

Intern

Kartenkäufer brauchen Geduld
Die „Schattenseiten“ des Erstligaglieder nicht abgeschlossen haben, Aufstiegs des KSC bekommen zurzeit müssen wir alle weiteren Interesviele Fans zu spüren, die sich eine senten bis zum 2. Juli vertrösten. Dauerkarte für die neue Spielzeit siDas betrifft auch die Wünsche von chern wollen. Denn für diejenigen, Dauerkartenbesitzern, die vieldie bisher noch keine Dauerkartenleicht noch ein oder mehrere besitzer waren, heißt es warten, bis Tickets für Freunde oder Familiendie beiden ersten Phasen des Ticketmitglieder dazu kaufen wollen. Das verkaufes beendet sind, ehe sie zum geht erst, wenn Phase eins und zwei Zug kommen können. des Verkaufs abgeschlossen sind. In Phase eins haben zunächst AnDanach werden selbstverständlich hänger, die auch in der vergangen alle Kartenwünsche, die bei uns Spielzeit eine Dauerkarte erworben eingegangen sind, entsprechend behatten, die Möglichkeit, sich ihr arbeitet“, erläutert KSC-VizepräsiTicket erneut zu sichern. Diese Akdent Michael Steidl das Verfahren tion ist bis Freitag, 22. Juni, befrisund bittet in diesem Zusammentet. Wer bis dahin seinen Anspruch hang auch all die um Geduld, die ab nicht angemeldet hat, sei es durch dem 2. Juli im freien Verkauf eine Abholung in der Geschäftstelle Am 2. Juli beginnt beim KSC der freie Dauerkartenverkauf. Dann Dauerkarte erwerben wollen: „Wir oder durch Überweisung des ent- müssen sich die Fans auf Wartezeiten einrichten. Foto: GES haben leider nur zwei Verkaufssprechenden Betrages, verliert seischalter in der Geschäftstelle zur nen Anspruch und muss sein Ticket im frei- zu sichern. Das gilt natürlich auch für die über Verfügung und das bedeutet Wartezeiten, en Verkauf erwerben. Dieser beginnt am 2. 400 Vereinszugänge, die nach dem Aufstieg in auch wenn wir mit allem verfügbaren PersoJuli, denn in der Woche zuvor haben erst noch den KSC eingetreten sind. Insgesamt hat der nal arbeiten“, so Steidl. Um die Wartenden die Vereinsmitglieder ein Vorverkaufsrecht, Verein derzeit rund 3 600 Mitglieder. entsprechend zu versorgen, soll vor der Gedie bislang noch keine Dauerkarte hatten, sich „Solange wir den Verkauf für die bisherischäftsstelle ein Getränkewagen installiert maximal ein solches Ticket für die Erste Liga gen Dauerkartenbesitzer oder unsere Mitwerden . Harald Linder