Arbeitskreis Alternative Energien Odenwald Eckhard Raabe Dorfstr. 110 64720 Michelstadt Email: ak-altenerg@gmx.

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01.09.2012

Rundbrief vom 1. September 2012
Inhaltsverzeichnis: Desinformationen der Pressestelle des Odenwaldkreises CDU Odenwaldkreis gibt ihre Funktion als politische Alternative auf Seite 1 Seite 2 Hainhaus: Leitungskapazität für die beiden größten Windräder voraussichtlich bis Jahres- Seite 2

ende um 25% reduziert
Wie erfolgreich sind die Windräder der HSE in Frankreich? Lautertal: Initiative will die Pläne für den Bau von Rotoren in der Gemeinde stoppen I OLG München erkennt Impulshaltigkeit von Windrädern als berechtigten Klagegrund an Neodym: Windräder produzieren Atommüll Juwi in gedrückter Stimmung Brüderle erwägt Moratorium für Öko-Energie Zur Verfassungswidrigkeit des EEG Lesenswert: Klaus Ermecke: Rettung vor den Klimarettern Seite 3 Seite 3 Seite 6 Seite 7 Seite 8 Seite 9 Seite 10 Seite 11

Desinformationen der Pressestelle des Odenwaldkreises
Mit Datum vom 31.07.2012 hatte die Pressestelle des Odenwaldkreises folgende Falschmeldung verbreitet (wir berichteten): „Wie Dietrich Kübler den 26 Fach- und Führungskräften sowie Projektentwicklern, Forschern und Spezialisten aus Beratungsfirmen berichtete, werden im Odenwald Investitionen in Erneuerbare Energien durch Kapital örtlicher Interessenvertreter finanziert, unter ihnen auch öffentliche und private Akteure wie Bürger und Kommunen..Mit der Umsetzung von Energieprojekten werden ausschließlich Firmen aus der Region beauftragt.“ Von einem unserer Mitstreiter war umgehend zu einer eine Richtigstellung aufgefordert worden: „Diese Aussagen sind zum allergrößten Teil falsch – es wird hauptsächlich mit überregionalem Kapital gearbeitet, und die Anlagen werden von überregionalen Firmen projektiert und errichtet. Oft gehören die Grundstücke nicht einmal Odenwälder Anliegern! Falls Sie nicht den Eindruck einer zugunsten der Windradlobby einseitigen Berichterstattung erwecken wollen, bitte ich nachdrücklich, diesen Bericht im folgenden Newsletter richtig zu stellen, wie dass die Ethik einer korrekten und objektiven Berichterstattung verlangt.“ Auf diese Aufforderung hat die Pressestelle bislang nicht reagiert. Mit mit öffentlichen Geldern bzw. Schulden finanziert, fühlen sie bzw. ihr Vorgesetzter sich nicht zu einer wahrheitsgemäßen und objektiven Berichterstattung verpflichtet.

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Odenwälder Echo 31.08 2012

Christdemokraten freuen sich über ÜWG - Landrat
Kommunalpolitik – Kreis-CDU findet zweite Kandidatur von Dietrich Kübler gut Die Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Judith Lannert und der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Harald Buschmann, zeigen sich erfreut, dass Landrat Dietrich Kübler in einem Bericht des Odenwälder Echos öffentlich kundtat, dass er über eine weitere Amtszeit nachdenke. Judith Lannert erklärt dazu in einer Presseverlautbarung: „Die CDU im Odenwaldkreis würde eine erneute Kandidatur des Landrats, sofern es seine Gesundheit zulässt, aus heutiger Sicht befürworten.“ Sie begründet dies auch mit der fruchtbaren Zusammenarbeit: „Mit Unterstützung des Landes Hessen und meiner Person als Landtagsabgeordnete konnte eine Vielzahl von wichtigen Projekten im Odenwaldkreis umgesetzt werden.“ Fraktionsvorsitzender Harald Buschmann äußert sich abschließend: „Die Zusammenarbeit mit Landrat Kübler auf Kreisebene ist gut und funktioniert einwandfrei. Die CDU-Kreistagsfraktion hat sinnvolle Maßnahmen und Projekte der Kreisverwaltung stets befürwortet. Eine Fortsetzung um weitere sechs Jahre würde die Kreistagsfraktion daher sehr begrüßen Anmerkung: Mit dieser Position hat die CDU im Odenwaldkreis ihre Funktion als Alternative zur jahrzehntelangen ÜWG/SPD- Herrschaft aufgegeben. Noch bei den letzten Wahlen hatte sie mit der öffentlich bekundeten Gegnerschaft zu Windrädern um Wählerstimmen geworben. Die FDP ist jetzt die einzige demokratische Gruppierung im Odenwaldkreis, die eine Alternative bietet.

Hainhaus: Leitungskapazität für die beiden größten Windräder voraussichtlich bis Jahresende um 25% reduziert
In einem Artikel des Odenwälder Echos vom 03.01.2012 wurde berichtet: „Wie Gert Blumenstock (einer der Pressesprecher der HSE) informiert, speisen zwei der älteren Anlagen den dort erzeugten Strom nach Süden ins Netz ein, die beiden anderen nach Norden. In diese Richtung soll auch die Energie der beiden neuen Rotoren abfließen, und eben deswegen baue die HSE aktuell dort ihr Netz aus, sagt deren Sprecher. Konkret wird eine 20-Kilovolt-Freileitung demontiert und durch ein Erdkabel mit größerem Durchmesser ersetzt – ein Vorhaben, das aller Voraussicht nach im Verlauf dieses Jahres abgeschlossen werden dürfte. Vor dem Hintergrund dieser Baumaßnahmen ist demnach auch der Schritt zu verstehen, die Leistung der beiden neuen Rotoren vorübergehend auf 75 Prozent der Maximalleistung zu beschränken. ... Allerdings, so betont Blumenstock, entstünden dem Anlagenbetreiber daraus keine finanziellen Einbußen: Die wegen der Leistungsbeschränkung entgangene Einspeisevergütung werde nämlich dennoch ausgezahlt. Dabei sei sichergestellt, dass die nach den Windverhältnissen größtmögliche Strommenge angenommen wird. Am Hainhaus würden dazu die vorliegenden Messdaten der älteren Anlagen verwendet und auf die neuen Rotoren umgerechnet.“ Nachdem geraume Zeit vergangen ist, hat sich der Arbeitskreis mit folgenden Fragen an die HSE gewandt: 1. Welche der beiden Altanlagen sind als Referenz genommen worden? Nach unseren Informationen gab es damals erhebliche Differenzen in den Erträgen der beiden Anlagen. 2. Gilt diese Beschränkung auf 75% immer noch? Falls nicht, wann ist die Begrenzung aufgehoben worden? 3. Wie hoch ist die Strommenge insgesamt, die seitdem vergütet worden ist, obwohl sie nicht erzeugt wurde?

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Die Antwort: Die Fragen 1. und 3. betreffen vertrauliche Daten Dritter. Der VNB kann deshalb dazu keine Stellung nehmen. Bitte wenden Sie sich an den Anlagenbetreiber. zu 2.: Die Beschränkung gilt voraussichtlich noch bis Ende des Jahres, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Schlussfolgerung: Bei allen Erfolgsmeldungen, welche Strommengen am Hainhaus erzeugt worden sind, muss von vornherein ein erheblicher Prozentsatz abgezogen werden, weil es sich um fiktiven Strom handelt, der zwar nicht erzeugt, aber bezahlt wird – und zwar von den privaten Verbrauchern. Die HSE versteht sich als Vorreiter der Windrad-Industrie und wird nicht müde, ständig Erfolgsmeldungen herauszuposaunen. Für Informationen, die mehr als bloße Propaganda sind, wäre es aber wesentlich, präzise Angaben über tatsächlich erzeugten und fiktiven Strom zu erhalten. Übrigens nicht nur infolge Abschaltungen infolge Leitungsüberlastung, sondern auch, wenn mehr erzeugt wird, als gebraucht wird. So konnte man mehr als einmal beobachten, das an einem sonnigen, windigen Tag alle sechs Räder am Hainhaus stillstanden, d.h. fiktiven Strom erzeugten, weil z.B. gleichzeitig mehr Solarstrom erzeugt wurde, als gebraucht wurde.

Ein weiteres Detail aus dem Geschäftsbericht 2011 der HSE:

Wie erfolgreich sind die Windräder der HSE in Frankreich?
http://www.hse.ag/fileadmin/user_upload/downloads/konzern/hse_geschaeftsbericht_2011.pdf

Seite 73: Anteilsbesitz der HSE Energie France SAS, Strasbourg/Frankreich KapitalanteilEigenkapital (in T€) Jahresergebnis (T€) Parc éolien Baudignécourt S.A.S. 100% 284 - 522 Parc éolien La Lande de Carmoise 100% 291 -518 S.A.S. Parc éolien Le Charmois S.A.S. 100% -335 -350 Parc éolien Les Douves des Epinettes 100% 1.125 -538 S.A.S. Parc éolien Montafilant S.A.S. 100% -274 -288

Bergsträßer Anzeiger vom 27.08.2012

Lautertal: Initiative will die Pläne für den Bau von Rotoren in der Gemeinde stoppen
Windkraftgegner sehen Landschaft bedroht

Großes Interesse herrschte an der Informationsveranstaltung der Initiative gegen Windwahn.

Experten erläuterten auf Einladung der Initiative gegen Windwahn die Auswirkungen beim Bau von Windkraftanlagen in Lautertal.

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Reichenbach. "Windräder bedeuten deutliche Einschnitte in die Landschaft und erzeugen teure Energie. Bei viel Wind gibt es mehr Energie als aktuell gebraucht wird, bei Flaute wird zu wenig Energie erzeugt. Außerdem sind die Anlagen im Aufbau teuer. Im Betrieb ist nicht auszuschließen, dass sie eine Gefahr für die Gesundheit der ortsnahen Bewohner darstellen". Mit wenigen Sätzen fasste ein Zuhörer die Diskussionsrunde der Initiative gegen Windwahn im Lautertal (IGW). Er zeigte sich dankbar für die aufklärenden Informationen und versprach, sich erst ein komplettes Urteil zu bilden, wenn er auch von den Befürwortern des Baus von Windenergieanlagen mehr erfahren hat. Weit über 100 Besucher aus Lautertal und Umgebung waren zu der Informationsveranstaltung gekommen. "Wir sind Bürger aus dem Lautertal", betonten die beiden Sprecher Markus Bormuth und Florian Lühnsdorf, die durch den Abend führten und die zahlreichen Zuhörer und Referenten sowie Bürgermeister Jürgen Kaltwasser und Vertreter des Gemeindeparlamentes willkommen hießen.

"Natur wird zerstört" „Anlagen wären unwirtschaftlich“
"Der Odenwald mit seinen Höhenzügen gehört zu den willensschwächsten Regionen Deutschlands", stellte Sven Johannsen fest. Johannsen kennt Daten aus seiner Heimatgemeinde Mörlenbach, die in einem Drei-Jahres-Zeitraum aufgenommen worden. Er ist Mitarbeiter einer Fachfirma für weltweite Windpark - Rentabilitätsprüfungen. Sven Johannsen bedauerte, dass bislang keine verwertbaren Zahlen aus Lautertal veröffentlicht wurden. Er vermisst die Daten einer international anerkannten sogenannten LIDAR-Messung. Der zuständige Gutachter und Planer Jürgen Simon widersprach dem und informierte darüber, dass man "seit Jahren Windmessungen" durchführe. Diese würden veröffentlicht, "wenn alle Daten vorliegen". Anhand der Messwerte des Regierungspräsidiums Darmstadt und von Messungen aus Birkenau kommt Sven Johannsen zu dem Ergebnis, dass "ein wirtschaftlicher Betrieb von Windkraftanlagen an den vorgesehenen Standorten und in der vorgesehenen Planungsgröße in Lautertal in keiner Weise gegeben ist". Auch Anlagen mit der technisch derzeit maximal möglichen Nabenhöhe von 143 Metern könnten maximal weniger als 20 Prozent des möglichen maximalen Wirkungsgrades erreichen. „Wald ist wertvoller als ein Windrad“ Fritz Richter, Studiendirektor a. D. für Biologie, Chemie und Geografie und langjähriger Kreistagsabgeordneter, ist in Südhessen seit 50 Jahren bekannt für seine Naturschutzarbeit. In vielen Gremien ist sein Fachwissen gefragt. Alle drei in der Region vorkommende Lebensraum-Typen wie der Orchideen-Buchenwald bei Elmshausen im Westen und der Waldmeister-Buchenwald im Osten, sowie der Hainsimsen-Buchenwald genössen den Schutz der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU. Es sei geplant, die Windkraftanlagen nicht auf eine Wiese oder einen Acker zu stellen, sondern mitten in den Wald mit seinen vielfältigen Lebensstrukturen. Die Wälder sind vergleichbar mit denen der Nationalparke Kellerwald in Nordhessen, Hainich in Thüringen oder Jasmund auf Rügen. Die Wertigkeit der Buchenwälder sei durch die intensive forstwirtschaftliche Betreuung entstanden. Die Waldpflege lege bei Buchenwäldern den Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit; ein gepflegter Buchenwald habe einen hohen betriebswirtschaftlichen Wert. "Insgesamt kann ein Windrad diesen Gewinn nicht erbringen", betonte Fritz Richter. Hinzu komme der volkswirtschaftliche Wert einer ausgewachsenen Buche. Fritz Richter zitierte das BUNDGründungsmitglied Frederic Vester zu den Aufgaben der Buche: Der Baum hat einen großen Wasserspeicher und dient der Lufterneuerung mit der Umwandlung von 6,3 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Mit einer Wasserverdunstung von 400 Litern pro Tag trage eine einzige Buche zur Temperaturdämpfung bei. Darüber hinaus sei der Baum Nahrungslieferant für viele Lebewesen und biete im Boden Platz für je 40 Kilogramm Bakterien und Pilze sowie für Regenwürmer und Käferarten. Pro Windkraftanlage müsse Wald in einer Größe von 7500 Hektar eingeschlagen werden. Auf einem Hektar stünden in einem erwachsenen Buchenbestand zwischen 90 und 150 Buchen. 4/11

„Gefahren durch den Infraschall“
Dr. Holger Repp, Facharzt für klinische Pharmakologie aus Gießen - Mitglied in der Ethik-Kommission und Strahlenschutzbeauftragter, informierte über den Diskussionsstand bei den Risiken für die Gesundheit. Kontrovers werde seit vielen Jahren das Thema Infraschall diskutiert. Je näher Menschen an Windkraftanlagen lebten, um so deutlicher träten gesundheitliche Veränderungen bestimmter Art auf: durch Schlafstörungen hervorgerufene Symptome wie Nervosität und Reizbarkeit bis hin zu Angstzuständen, Konzentrationsproblemen und Kopfschmerzen. Auch Herz und Kreislauferkrankungen seien registriert worden. Infraschall ist Schall im nicht hörbaren niederfrequenten Bereich. Diese Art von Schall kennt man von Erdbeben, als Vorboten des hörbaren Donnergrollens und auch bei Föhnwind. Er kann auch durch Flugzeuge, LkwMotoren und Windkraftanlagen ausgelöst werden. Infraschall wird von Menschen unterschiedlich wahrgenommen, bedingt wohl durch den Zustand der Haarzellen in der Innenohrschnecke. "Hier sind weitere Forschungen nötig", so Dr. Repp. "Auf europäischer Ebene wird für schwangere Arbeitnehmerinnen in einer Rahmenrichtlinie festgelegt, dass sie keine Tätigkeiten verrichten sollen, die zu starker niederfrequenter Vibration führen können." Im Jahr 2007 veröffentlichte das Robert-Koch-Institut einen Artikel zum Thema. Diskussionen und Beiträge zum Infraschall fänden sich in anerkannten wissenschaftlichen Publikationen in den USA, aber auch im British Medical Journal, wo im März festgestellt worden sei: "Lärm durch Windkraftanlagen scheint die Gesundheit nachteilig zu beeinflussen; eine unabhängige Bewertung der Belege ist notwendig." Schon heute gebe es "eine breite Datenbasis, die darauf hinweist, dass Windkraftanlagen Schlafstörungen verursachen". Nötig sei noch eine aussagekräftige unabhängige Forschung über die Einflüsse auf die Gesundheit durch bestehende Windkraftanlagen, genauso wie eine unabhängige Bewertung der existierenden Daten und die Erstellung von Richtlinien für akzeptable Lärmpegel.

„Nicht am Bedarf orientiert“
Eberhard Wagner, Diplom-Ingenieur und ehemaliger Mitarbeiter der Technischen Universität Darmstadt, informierte über das Energieangebot und den zur selben Zeit bestehenden Energiebedarf. Der Referent beschäftigt sich - auch aus beruflichen Gründen - seit 1970 mit der Stromwirtschaft und dem Kraftwerksbau. "Bei den regenerativen Energien wird der Windkraft durch deren Möglichkeit der Stromerzeugung eine dominierende Rolle zugeschrieben", so Wagner. Hinzu kämen die Photovoltaik und die Wasserkraft, aber auch die Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Alle Anlagen erzeugten Energie und hätten per Gesetz Vorrechte bei der Einspeisung in das Netz. Dabei gebe es jeweils eine Kraftwerksleistung, die zeitweise hoch sei. Dennoch könnten die Anlagen nicht immer den Leistungsbedarf der Verbraucher decken. In Spitzenzeiten würden traditionelle Kraftwerke zusätzlich gebraucht. So verbrauche die Bevölkerung Deutschlands in den Monaten Dezember und Januar an einem Hochlasttag insgesamt etwa 76 000 Megawatt Strom. Im Sommer dagegen liege der Bedarf pro Tag bisweilen nur bei 45 000 Megawatt. Das Problem sei nun, dass die Anlagen, die regenerative Energien nutzten, oft nicht am Bedarf orientiert Strom produzieren könnten. Konventionelle Kraftwerke müssten zum Ausgleich vorgehalten werden und immer sofort reagieren können, also dauerhaft laufen. Die Gewinnung von Energie über Wind oder Sonne sei nicht berechenbar. Speichermedien zur Vorratshaltung gebe es nur wenige. Werde zu viel Strom produziert, müssten die Windräder abgeschaltet werden, wie auch bei Sturm. Bei wirtschaftlichen Einbußen werde auch der "Nicht-Strom" vergütet, das heißt: Auch hier müssten die Verbraucher bezahlen. Und schließlich gebe es Wind-Flauten, wo kein Strom produziert werden könne. "Wir sind eine außerparlamentarische Opposition", sagte Bormuth "und wollen heute abend der Frage nachgehen, wem Windkraftanlagen nutzen und wem sie schaden". Die Vertreter der IGW betonten, dass sie "weder parteipolitisch noch wirtschaftlich abhängig sind". Es sei erschreckend, "wie leicht sich die politischen Entscheidungsträger für die Windenergie aussprechen, ohne zu bedenken, dass sie damit auf dem Weg sind, den Charakter der Landschaft zu verändern und die unberührte Natur zu zerstören." Auf die Bürger werde ebenfalls keine Rücksicht genommen. Dabei gebe es vor einer Entscheidung der politisch Verantwortlichen vieles zu bedenken und zu überlegen. 5/11

"Politik entscheidet zu schnell" Viele Fragen wurden in der abschließenden Diskussionsrunde beleuchtet. Sie zeigten, wie sehr sich die Bürger wünschen, von der Politik in die Überlegungen eingebunden zu werden. "Mich stört die schnelle Vorgehensweise der Gemeindevertreter", so eine Zuhörerin. Dem widersprach Frank Maus, der Vorsitzende des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses der Gemeindevertretung. Maus erläuterte, das Parlament habe Anfang des Jahres in einem einstimmigen Beschluss den Auftrag erteilt, die Möglichkeiten der Nutzung von Windenergie in Lautertal von einem Heppenheimer Planungsbüro überprüfen zu lassen. Bürgermeister Jürgen Kaltwasser fragte, warum sich die Vertreter der IGW nicht gegen die Errichtung von Windanlagen im Ried aussprechen. Dem entgegnete Florian Lühnsdorf, dass dieses nicht die Sache der Interessenvertretung gegen Windwahn in Lautertal sei. "Wir sind Lautertaler Bürger und leben hier." "Ich bin neutral hierher gekommen", so ein Zuhörer. "Aber jetzt frage ich mich, ob sich die Politiker vor ihren Entscheidungen intensiv mit den Risiken beschäftigt haben." Zumindest sind die Auswirkungen der modernen Anlagen weitaus umfassender als die der deutlich kleineren Anlagen, die vor 30 Jahren gebaut wurden. Durch die schnellere Drehung der Rotoren verursachen sie mehr Lärm, Infraschall und Schlagschatten. © Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 28.08.2012

OLG München erkennt Impulshaltigkeit von Windrädern als berechtigten Klagegrund an
Donaukurier-Online, 14.08.2012
http://www.donaukurier.de/lokales/neuburg/Neuburg-mobilartikel-wochennl332012-Prozess-verloren;art1763,2643384

Prozess verloren
Neuburg (r) Im Endlos-Streit um das Windrad von Kienberg haben die Beschwerdeführer einen markanten Erfolg erzielt. Das Oberlandesgericht München gab am Dienstag ihrer Klage statt und verurteilte Betreiber Herbert Kugler zur strikten Einhaltung des nächtlichen Grenzwertes von 45 Dezibel. Das Windrad von Kienberg mit 140 Metern Nabenhöhe ist Gegenstand von Prozessen Das Urteil des 27. Zivilsenats des OLG könnte für Hersteller Enercon Folgen haben. Die Richter gehen in ihrem Urteil nämlich davon aus, dass die betreffende Windkraftanlage impulshaltig ist. Enercon hat über 3000 Anlagen des Kienberger Typs verkauft und Impulshaltigkeit strikt zurückgewiesen. Unter diesem Schallphänomen versteht man ein amplitudenartiges Geräusch. Es steige schnell an und falle rapide wieder ab „wie ein Hammerschlag“, so die Richter. Daraus wird ein Zuschlag von drei Dezibel zu dem gemessenen Wert von 42,8 dbA gefolgert. Besonders in Herbst- und Winternächten könnte deshalb (bei 10 Meter Windgeschwindigkeit pro Sekunde) eine Überschreitung auf 45,8 dbA möglich sein, so der OLG - Senat. Die Richter übernahmen voll das Gutachten des vom Landgericht Augsburg eingesetzten Gutachters Ulrich Möhler (München). Die Messungen der vom Landratsamt Neuburg und von Hersteller Enercon beauftragten Sachverständigen werden als unzureichend zurückgewiesen. Wie das Urteil in der Praxis umzusetzen ist, können die Richter allerdings auch nicht präzisieren. Die Kläger aus der Gemeinde Burgmannshofen (Kreis Donau-Ries) müssen dem Windradbetreiber jede Grenzwertverletzung nachweisen. Herbert Kugler hat die nächtliche Nutzung bereits freiwillig auf maximal 18 Umdrehungen pro Minute gedrosselt. Die vom Landratsamt Neuburg 2009 immissionsschutzrechtlich genehmigte Anlage läuft seit Oktober 2010. Betreiber Kugler hat mittlerweile seine 14. Gerichtsverhandlung hinter sich. Die Berufung zum OLG wird ihn voraussichtlich 50 000 Euro kosten, weil ihm als Beklagtem alle Kosten auferlegt worden sind. „Die Sache nimmt kein Ende“, reagierte der Betreiber entnervt auf das neue Urteil. Wenn man derart bekämpft werde, so Kugler, sei kein Einsatz für erneuerbare Energien und schon gar keine Energiewende im Lande mehr möglich.

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Jetzt zum Bundesgerichtshof? Neuburg (r) Die Firma Enercon, Europas größter Windradhersteller, hat ein Problem: Das Urteil des Oberlandesgerichts München zum Windrad in Kienberg schreibt der Anlage E 82 sogenannte Impulshaltigkeit zu. Damit müsste jedem tatsächlich gemessenen Schallwert drei Dezibel dazugerechnet werden Dieser Zuschlag könnte Standorte von Windkraftanlagen nahe von Siedlungen stark in Frage stellen. ... „Für uns ist dieses Urteil völlig unverständlich“, sagt Felix Rehwald, Sprecher des größten europäischen Windradherstellers Enercon. Der Marktführer mit Sitz in Aurich, Niedersachsen, verkauft seine Anlagen mit dem Prädikat „nicht impulshaltig“. Die von Enercon beauftragten Sachverständigen „haben Impulshaltigkeit bisher nicht bestätigt“, so Unternehmenssprecher Rehwald. Nun beschäftigt das Urteil aus Bayern die Juristen von Enercon. Man werde sich „weitere Schritte vorbehalten“. Intern steht so gut wie fest, dass das Unternehmen eine Revision beim Bundesgerichtshof anstrebt. In diesem Fall würden die Urteile des Landgerichts Augsburg und des Oberlandesgerichts München auf Rechts- und Verfahrensfehler überprüft. Die Annahme des Falles durch den Gerichtshof in Karlsruhe gilt jedoch als nicht unerhebliche Hürde. … Vom Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen hört man in der Sache kaum mehr etwas. Die Aufsichtsbehörde hatte die Anlage mit 140 Metern Nabenhöhe (seit Oktober 2009 in Betrieb) nach einem umfangreichen immissionsschutzrechtlichen Verfahren genehmigt. Die Beschwerdeführer aus der Gemeinde Burgmannshofen, Kreis Donau-Ries, haben in Schreiben an Behörden, Ministerien und Abgeordnete erneut die „unerträgliche Situation“ durch die Geräusche des Kienberger Rotors beklagt. Mittlerweile nennt auch Betreiber Herbert Kugler den Dauerkampf gegen seine genehmigte Anlage „unerträglich“.

Auch der Odenwald ist betroffen:

Windräder produzieren Atommüll
Der Grund ist das in den Anlagen der neuesten Generation verbaute (zu den Seltenen Erden gehörende) Metall Neodym, bei dessen Gewinnung neben anderen Giftstoffen radioaktiver Abfall entsteht. Näheres in folgendem Artikel:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/greenpeace_uebernehmen_sie_windraeder_produzieren_atommuell/

sowie in einem Beitrag des Fernseh-Magazins „Panorama“ vom 28.04.2011:
http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=hMeg-mnIqgE

Beim Hainhaus sind zwei Vestas V 112 3 MW aufgestellt und für weitere die Baugenehmigungen erteilt oder beantragt. In jeder sind rund 82 kg Neodym verbaut:
http://www.vestas.com/en/about-vestas/sustainability/sustainable-products/life-cycle-assessment/rare-earth-elements.aspx

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Mainzer Rhein-Zeitung 19.08.2012 - Gedrückte Stimmung bei Juwi - Einweihungsfest
http://www.mainzer-rhein-zeitung.de/mainz/region_artikel,-Gedrueckte-Stimmung-bei-Juwi-Einweihung-_arid,471534.html

Wörrstadt - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat Juwi, der Wörrstädter Spezialist für Erneuerbare Energien, am Samstag sein neues Zentralgebäude mit einem bunten "Energie-Erlebnis-Tag" eingeweiht. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) war zur offiziellen Einweihung des Gebäudes eigens aus Berlin angereist. Die Freude darüber, dass der viergeschossige Holzskelettbau in nur knapp einem Jahr Bauzeit steht ist bei den Firmengründern Fred Jung und Matthias Willenbacher gedämpft: Zum ersten Mal der 16-jährigen Firmengeschichte müssen sie sich von etwa 150 Mitarbeitern trennen. Grund dafür sind die seit Juni stark gekürzten Solarstrom-Vergütungen und die damit einhergehende Entscheidung des Vorstands, diese Sparte stark zu verkleinern und keine Solarstrom-Dachanlagen mehr zu bauen. Harter Schnitt "Wir mussten gestern einen harten Schritt machen und 150 Mitarbeitern aus der Solarsparte mitteilen, dass sie sich intern woanders bewerben müssen. Diese Entscheidung bedauern wir sehr", teilte Matthias Willenbacher mit. Sie sei jedoch im Hinblick auf das Gesamtunternehmen nicht zu vermeiden gewesen und notwendig, damit Juwi auch in Zukunft Zugpferd der Energiewende bleibe. Willenbacher geht im MRZ-Gespräch davon aus, dass etwa die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter innerhalb der Juwi -Gruppe entsprechend ihrer Qualifikation unterkommen könne, möglicherweise auch an Standorten im Ausland. Für die andere Hälfte bedeutet die Kündigung das Aus bei Juwi. Job futsch So wohl auch bei Andreas Wolf. Er stand beim Tag der offenen Tür inmitten der Menschenschar, die den Grußworten von Bundesumweltminister Peter Altmaier lauschte und hält ein selbst gemaltes Schild in die Höhe: "Mein Job ist futsch", steht da zu lesen. Der MRZ erklärte Wolf: "Ich bin als Experte für Fotovoltaik-Dachanlagen im Projektmanagement tätig und gehe davon aus, dass ich in der nächsten Woche die Kündigung in den Händen halte". Das treffe ihn zwar auch hart, denn er sei erst vor einem halben Jahr näher an seine Arbeitsstelle gezogen. Aber weniger hart als andere Kollegen, die Familie hätten. "Ich bin daher flexibler, mir etwas Neues zu suchen - auch im Juwi-Ausland, darüber habe ich aber noch nicht nachgedacht." Haben er und seine Solarkollegen die Kündigung kommen sehen? Wolf verneint: "Seit einem Dreivierteljahr war schon eine Unsicherheit da, aber mit solchen Einschnitten hat keiner gerechnet." Im Anschluss an Altmaiers Grußworte nahm der Minister die Einladung des Juwi - Vorstands an, im kleinen Kreis die politischen Kürzungen bei der Solarstromvergütung und ihre Auswirkungen auf die Branche zu diskutieren. Willenbacher betonte: "Wir waren damit einverstanden, das die Förderungen gekürzt werden, aber nicht mit dem Weg. Wir haben finanzierbare Vorschläge und hoffen, dass der Minister gut zuhört." Der wiederum versprach, "jeden vernünftigen Vorschlag mit meinem Team in Berlin zu diskutieren." Anmerkung: Nach Ralos ein weiteres Beispiel dafür, dass Arbeitsplätze in Sparten, deren Geschäftsmodell auf das Abgreifen von Subventionen beruht, auf Sand gebaut sind. Die Tatsache, dass Altmeier extra gekommen ist, um Juwi zu feiern und mit dessen Inhabern ein intensives Gespräch zu führen, weist auf einen gravierenden Grund für die Fehlentwicklungen im Energiesektor hin: Wie würde Altmeier reagieren, wenn ihn zum Beispiel unser Arbeitskreis zu einem Gespräch einladen würde? Abgesehen davon, dass gegen Juwi - Mitarbeiter seit Ende Februar wegen Korruption ermittelt wird:
http://regionales.t-online.de/ermittlungen-wegen-korruption-gegen-juwi-mitarbeiter/id_54407844/index

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Während im Odenwald im Odenwaldkreis versucht wird, nach dem Motto „Augen zu und durch“ zu verfahren:

Brüderle erwägt Moratorium für Öko-Energie
Spiegel-Online 30. August 2012
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bruederle-erwaegt-moratorium-fuer-windraeder-a-853042.html

Rainer Brüderle will den Ausbau erneuerbarer Energien notfalls mit drastischen Mitteln drosseln. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE erwägt der FDP-Fraktionschef die Forderung nach einem Neubaustopp für Windräder und Solaranlagen. Die Betreiber sollen zudem mit einer Sonderabgabe belegt werden. Berlin - Zu viele Anlagen, zu wenig Netze, zu teurer Strom: Die Energiewende in Deutschland steuert auf gewaltige Probleme zu. Führende Regierungspolitiker wollen deshalb das Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien drosseln. Wenn es nach FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle geht, könnten künftig erst mal gar keine neuen Solar- und Windkraftanlagen gebaut werden. Das geht aus einem für ihn erstellten Papier der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Doch damit nicht genug: Da "ein Moratorium nur zusätzliche Anlagen betreffen könnte", sollten die Betreiber von Solaranlagen und Windrädern außerdem mit einer Sonderabgabe belegt werden. Auf diese Weise würden die Ökostromerzeuger an den Kosten des Netzausbaus beteiligt. "Eine solche Sonderabgabe würde damit auch bei den Anlagenbetreibern, die einen unbegrenzten Einspeisevorrang genießen, einen Anreiz setzen, sich marktkonform zu verhalten", heißt es in dem Papier. Im Detail sieht der Plan vor, durch die Sonderabgabe ein "Nationales Sondervermögen Energiewende" aufzubauen, dessen Mittel dann "zur Refinanzierung des Netzausbaus beitragen". Auch der Einsatz von neuen Speichertechnologien könnte mit dem Geld bezahlt werden. Die Stromverbraucher würden dadurch nicht zusätzlich für den Netzausbau zur Kasse gebeten; dementsprechend hoch sei die "politische Attraktivität" des Konzepts. Die Förderung schafft Überkapazitäten Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien ist zuletzt in die Kritik geraten. Als größtes Problem werden die rasant steigenden Strompreise wahrgenommen. Vor allem der Ausbau der Netze ist teuer und verläuft zudem schleppend. Laut Umfragen ist die Mehrheit der Deutschen gegen den Bau neuer Strommasten. Dabei sind die Netze dringend notwendig, um zum Beispiel den Strom aus Windkraftanlagen in der Nordsee in das gesamte Bundesgebiet zu transportieren. Der Anreiz, neue Windkraft- und Solaranlagen zu bauen, ist für die Betreiber dagegen bisher sehr hoch. Grund ist die starke staatliche Förderung. Die Betreiber bekommen einen festen Preis für den von ihnen produzierten Strom garantiert - über einen Zeitraum von vielen Jahren. Der Fixpreis liegt deutlich über dem tatsächlichen Preis, zu dem Strom verkauft wird. Die Differenz zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung. Die hohe Förderung schafft zudem Überkapazitäten. Wenn die Bundesländer ihre Pläne verwirklichen, würde das auf eine Ökoenergie-Leistung von 147.000 Megawatt bis zum Jahr 2022 hinauslaufen. Der Ökostromanteil läge dann 2020 bundesweit bei rund 50 Prozent. Das Ziel der schwarz-gelben Bundesregierung liegt aber nur bei 35 Prozent. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte deshalb bereits eine Deckelung beim Anlagenausbau ins Spiel gebracht. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) macht sich zudem für eine rasche Abkehr vom Fördersystem für erneuerbare Energien stark. Die FDP wolle noch im Herbst einen eigenen Vorschlag für eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vorlegen. Röslers Parteifreund Brüderle prescht nun mit seinem Vorschlag eines Moratoriums vor. In dem von ihm bestellten Papier heißt es: "Der weitere Zubau von Erneuerbare-Energien-Anlagen würde vermutlich sehr drastisch zurückgehen, bis die Netzsituation so weit stabilisiert ist, dass die Abgabe von allein obsolet wird."

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Aus gegebenem Anlass:

Zur Verfassungswidrigkeit des EEG (Raymond Dequin, Berlin)
http://www.huegelland.net/eeg_verfassungwidrigkeit.htm

Thesen 1. Die Verpflichtung zur Zahlung von Einspeisungsvergütungen für Strom gemäß EEG durch die Netzbetreiber und im Wege der Überwälzung letztlich durch die Stromkunden ist ein enteignungsgleicher Vorgang, für den die deutsche Verfassung keine Rechtsgrundlage kennt. Ein privater Wirtschaftsteilnehmer kann nicht dazu gezwungen werden, einen anderen privaten Wirtschaftsteilnehmer zu bereichern. 2. Die Verpflichtung zur Zahlung solcher Einspeisungsvergütungen kann nicht mit Zielen des Umweltschutzes gerechtfertigt werden, da Umweltschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist, die die Gesamtheit der Staatsbürger betrifft und von diesen durch Steuern zu finanzieren ist. Ohnehin ist die unmittelbare Wirkung des EEG nicht umweltschützend z.B. durch technische Auflagen im Sinne des Verursacherprinzips. Das EEG ist vielmehr eine Industrieförderung, deren Auswirkung auf die Umwelt kritisch untersucht werden muss. 3. Es ist im übrigen umstritten, ob die Bilanz der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in jedem Falle umweltfreundlich ist. Dies ist z.B. für Windkraftwerke im vergleichsweise windschwachen Binnenland zu verneinen. 4. Die Überwälzung der Einspeisevergütung auf die Stromkunden verletzt die Grundsätze der Gleichbehandlung und der sozialen Ausgewogenheit, weil Stromkunden mit einer starken Marktstellung die Überwälzung durch Abschluss entsprechender Verträge abwenden können. Um so mehr müssen die Tarifkunden zahlen. 5. Schließlich ist die Überwälzung auch deshalb problematisch, weil das Volumen des Transfers nicht begrenzt ist. So liegt z.B. die Entscheidung über das Volumen des Transfers an die Betreiber von Windkraftwerken in den Händen der Windindustrie und ihrer Planer. Ein Ende des Zubaus z.B. der Windkraftwerke im deutschen Binnenland ist nicht absehbar. Eine wirksame parlamentarische Kontrolle fehlt. 6. Netzbetreiber und Stromkunden, die Preiserhöhungen aufgrund des EEG für verfassungswidrig halten, sind berechtigt, die von ihnen verlangten Zahlungen nicht zu leisten 7. Sollte das Bundesverfassungsgericht Einspeisungsvergütungen aufgrund des alten Stromeinspeisungsgesetzes oder des EEG für verfassungswidrig erklären, gäbe es keinen Bestandsschutz für Gedanken 1. Das EEG verletzt das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gemäß Art. 2 Abs. 1 GG, das Grundrecht der Berufsfreiheit gemäß Art. 12 Abs. 1 GG und das Grundrecht auf Eigentum gemäß Art. 14 GG. Berührt sind insbesondere die Preisfreiheit und die Vertragsfreiheit. Die Abnahme- und Vergütungspflicht belastet die Netzbetreiber und mittels der in der Ausgleichsregelung angelegten Überwälzung die Allgemeinheit der Stromverbraucher, die als solche keine besondere Finanzierungsverantwortlichkeit für die Aufgabe trifft, im Interesse des Klima- und Umweltschutzes die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu fördern. Die Zahlungen, die die Netzbetreiber und letztlich die Allgemeinheit der Stromverbraucher an die Betreiber der begünstigten Kraftwerke gemäß EEG leisten, stellen enteignungsgleiche Vorgänge zugunsten privater Dritter dar. Obwohl das EEG eine Staatsaufgabe erfüllen soll, die eigentlich Gegenstand eines aus Steuern und Abgaben finanzierten Subventionsprogramms hätte sein müssen, hat der Gesetzgeber für Einziehung und Verteilung der Zahlungen gemäß EEG nicht etwa staatliche Einrichtungen bestimmt, sondern versucht, diese durch bestimmte Regelungen den Wirtschaftsteilnehmern unmittelbar aufzubürden. Er hat die durch das EEG verursachten Zahlungen damit bewusst den Kontrollmechanismen entzogen, die die verfassungsmäßige Ordnung dafür entwickelt hat, die Vielzahl der Rechte und Pflichten der Wirtschaftsteilnehmer insbesondere unter Berücksichtigung der Grundsätze der Gleichheit, der Verhältnismäßigkeit und der sozialen Ausgewogenheit zu einander in Beziehung zu setzen. Nicht zuletzt ist die parlamentarische Kontrolle der durch das EEG ausgelösten Vorgänge ungenügend. 10/11

2. Da das EEG verfassungswidrig ist, ist es von vornherein nichtig. Wer Zahlungen, die mit dem EEG begründet werden, nicht leistet, begeht keinen Rechtsbruch. Er hat allerdings nur dann einen Anspruch auf Rückzahlung bereits geleisteter Zahlungen, wenn er diese vorbehaltlich ihrer Verfassungsmäßigkeit geleistet hatte. Es empfiehlt sich daher, alle Zahlungen, in denen durch das EEG verursachte Kostenbestandteile vermutet werden, unter dem Vorbehalt der Verfassungsmäßigkeit zu leisten. 3. Die Bundesregierung trifft die Verantwortung, den gefährdeten Vertrauensschutz so schnell wie möglich durch Überführung der Zahlungen gemäß EEG in den Bundeshaushalt wieder herzustellen.

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http://www.ke-research.de/downloads/Klimaretter.pdf

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