TTIME

Tiefe Verbindung
Der längste Unterwassertunnel der Welt ist Teil der neuen HongkongZhuhai-Macao-Verbindung.

Nr. 1-2012
DAS MAGAZIN DER TRELLEBORG GRUPPE. LÖSUNGEN ZUM DICHTEN, DÄMPFEN UND SCHÜTZEN

Hitzeschild für eine Marslandung

Die Welt kann sich so schnell verändern, dass man es nicht einmal schafft, eine Vorstandssitzung einzuberufen. Deshalb muss man vorausplanen.
Patrick Dixon, Zukunftsforscher

Robuste Reifen für den Superkick Öl und Gas aus den tiefsten Tiefen des Meeres
STOSSDÄMPFER FÜR LAMBORGHINI TRIP INS HERZ FRANKREICHS

INHALT 1-2012

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Tiefe Sorgen
Immer größere Tiefen und Sicherheitsfragen stellen die Offshore-Öl- und Gasindustrie vor Herausforderungen.

Verbesserter Lamborghini
Stoßdämpfer sorgen für Fahrkomfort in allen Fahrzeugen, nicht zuletzt in Sportwagen.

Hot Spot: Clermont-Ferrand
T-Time stellt Ihnen die Industriestadt mitten im französischen Zentralmassiv vor.

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Weiche Bewegungen
Innovative Schwingungsdämpfungstechnik sorgt für einen runden und ruhigen Motorbetrieb.

IN JEDER AUSGABE
Going Blue 14 Leute & Trends 19 News/Update 22

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Konstante Entwicklung
Willkommen in einem Unternehmen, das sich durch seinen Fokus auf rasch wachsende Märkte und ausgewählte Segmente kontinuierlich weiterentwickelt. Das Jointventure von Trelleborg mit Freudenberg zur Herstellung von schwingungsdämpfenden Lösungen für leichte und schwere Fahrzeuge ist nur ein Beispiel dafür. Lesen Sie mehr darüber auf unserer Website und in einer der nächsten Ausgaben von T-Time. Unser Ziel bleibt die Bereitstellung von innovativen und kundenorientierten Lösungen für anspruchsvolle industrielle Anwendungen. Einige diespruch ser Lösungen wollen wir Ihnen in dieser Ausgabe Lö vorstellen, so etwa Tunneldichtungen für den vorste längsten Unterwassertunnel der Welt. Bei diesem längst Infrastrukturprojekt in China leisten unsere Lösungen Infras einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Viel Spaß beim Lesen!
Verantwortlich nach dem schwedischen Pressegesetz: Patrik Romberg patrik.romberg@trelleborg.com Chefredakteurin: Karin Larsson karin.larsson@trelleborg.com Redaktion: Rosman Jahja rosman.jahja@trelleborg.com Donna Guinivan donna.guinivan@trelleborg.com Produktion: Appelberg Publishing Redaktionsgruppe: Erik Juhlin, Linas Alsenas, Maggie Hård af Segerstad Deutsche Sprachredaktion: Johannes Wendland Design: Fredrik Andersson, Erich Blunck Druck: Trydells Tryckeri Coverfoto: Arup Abonnement: www.trelleborg.com/suscribe Adresse: Trelleborg AB (Hrsg.) Box 153, S-231 22 Trelleborg, Schweden Tel.: +46-(0)410-670 00 Fax: +46-(0)410-427 63 www.facebook.com/trelleborggroup www.twitter.com/trelleborggroup www.youtube.com/trelleborg www.trelleborg.com T-Time erscheint vierteljährlich. Die in dieser Publikation veröffentlichten Ansichten sind die des Autors oder der befragten Personen und entsprechen nicht in jedem Fall den Ansichten von Trelleborg. Wenn Sie Fragen über Trelleborg haben oder uns einen Kommentar über T-Time senden möchten, schreiben Sie bitte an karin.larsson@trelleborg.com

Peter Nilsson President und ceo

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EDGE [LOCKHEED MARTIN]

Reiseziel Mars
Wenn das Mars Science Laboratory in diesem Jahr den roten Planeten erreicht, werden Mikrokugeln von Trelleborg den Rover Curiosity beim Eintritt in die Marsatmosphäre schützen.
TEXT: NICOLA POYSER FOTOS: LOCKHEED MARTIN

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Die durchschnittliche Entfernung zwischen dem Mars – dem roten Planeten – und der Erde beträgt 78 Millionen Kilometer.

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ie bisher ehrgeizigste Marsmission der NASA nähert sich ihrem Höhepunkt: der geplanten Landung auf dem roten Planeten im August dieses Jahres. Im November 2011 brachte die US-Raumfahrtbehörde die Sonde des Mars Science Laboratory (MSL) auf den Weg. Kernstück der Mission ist der Rover Curiosity, ein großes mobiles Labor, das die Oberfläche des Planeten erforschen soll. Dafür muss die Sonde zunächst jedoch den Sinkflug und die enorme Hitze und Reibung beim Eintritt in die Marsatmosphäre überstehen. Und hier kommt Trelleborg ins Spiel. Lockheed Martin schrieb für den Bau der Kapsel zum Schutz der Curiosity-Sonde HochleistungsGlasmikrokugeln von Trelleborg vor. Die von Lockheed Martin Space Systems konstruierte Verbundstoffkapsel hat die Form eines abgestumpften Kegels, der den Rover auf dem Flug zum Mars vor den Einflüssen des offenen Weltraums und während des Eintritts in die Marsatmosphäre schützt. Mit ihrem Durchmesser von 4,50 Metern ist sie die größte Kapsel, die bei einer Marsmission je eingesetzt wurde. Die Kapsel ist mit einer Trägerkonstruktion und einem Hitzeschild versehen. „Wegen seiner hohen Hitzebeständigkeit, dem geringen Gewicht und seiner flexiblen Eigenschaften ist das Eccospheres®-System von Trelleborg seit den Anfängen des US-Weltraumprogramms ein wesentlicher Bestandteil von Ablations-, Isolations- und Haftsystemen für Raumfahrzeugkonstruktionen“, erklärt Will Ricci, Aero-

Hochleistungs-Glasmikrokugeln von Trelleborg wurden für die kegelförmige Kapsel verwendet, die den Rover Curiosity vor der enormen Hitze und Reibung beim Eintritt in die Marsatmosphäre schützt.

space Sales Manager für Eccospheres®. „Wir waren auch ein wichtiger Lieferant des Space-Shuttle-Programms der NASA. Bei der MSL-Mission war es entscheidend, dass die Konstruktion der Kapsel den Eintritt in die Marsatmosphäre schadlos überstehen würde.“

Lockheed Martin lieferte die Kapsel an das Jet Propulsion Laboratory der NASA, das die MSL-Mission steuert und für Konstruktion und Bau des Rover Curiosity verantwortlich war. Und welche wissenschaftlichen Ziele verfolgt die Mission? Zunächst soll geklärt werden, ob ein Leben auf dem Mars jemals möglich war. Außerdem sollen die klimatischen und geologischen Verhältnisse des Planeten untersucht und eventu-

elle bemannte Forschungsmissionen vorbereitet werden. Der Hitzeschutz der Kapsel umfasst zwei Teile. Der vordere Teil besteht aus einem Material, das Phenolic-Impregnated Carbon Ablator (PICA) genannt wird und die Hauptlast beim Eintritt in die Marsatmosphäre tragen soll. Der hintere Teil ist aus einem extrem leichten, ablativen Material (SLA561V), das unter anderem Eccospheres® von Trelleborg enthält. SLA561V wurde bei allen bisherigen Marssonden der NASA eingesetzt. Eccospheres® von Trelleborg sind dünnwandige Hohlkugeln aus natriumarmem Borosilikatglas. Für das bloße Auge sehen sie wie ein feines weißes, luftiges Pulver aus, aber un-

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ter dem Vergrößerungsglas erkennt man nahezu perfekte Kugeln. Durch ihren Einsatz lassen sich Konstruktionskosten senken, Materialeigenschaften verstärken und die Verarbeitbarkeit verbessern.

Die exklusive Zusammensetzung des Materials und die spezielle Fertigungstechnik der Eccospheres® ergeben ein chemisch besonders träges, natriumarmes Glasprodukt, das sich durch überlegene thermische Eigenschaften auszeichnet und Temperaturen bis zu 900 Grad standhält. Im Vergleich zu anderen Glasfüllstoffen beeinflussen Eccospheres® kaum die Eigenschaften von Harzen. Gleichzeitig erlaubt das Eccospheres®System einen sehr hohen Volumen-

anteil in flüssigem Harz. Hinzu kommt, dass Eccospheres® infolge ihrer geringen Auswirkung auf die Harzviskosität und ihrer interaktionsfreien chemischen Reinheit ein Höchstmaß an Flexibilität bei der Stoffzusammensetzung zulassen. „Die Kapsel ist als Schutz für den Rover auf dem acht Monate langen Flug zum Mars ein wesentlicher Bestandteil der Mission“, erklärt Rich Hund, MSL Aeroshell Program Manager bei Lockheed Martin. „Ihre Hauptaufgabe ist es, den Rover und die Abstiegsstufe am Tag der Landung vor der intensiven Hitze beim Eintritt in die dünne Marsatmosphäre zu schützen, damit die wichtige Mission auf dem Mars erfüllt werden kann.“

ÜBER LOCKHEED MARTIN SPACE SYSTEMS
Lockheed Martin Space Systems, ein Unternehmen der Lockheed Martin Corporation, befasst sich mit Konstruktion, Entwicklung, Prüfung, Herstellung und Betrieb einer breiten Palette von Hightech-Systemen für den Verteidigungsbereich sowie für zivile und kommerzielle Anwendungen. Zu den Hauptprodukten zählen bemannte Raumflugsysteme, ein breites Angebot an Satelliten und Instrumenten für Fernerkundung, Navigation, Wetterbeobachtung und Kommunikation, Laserradar und ballistische Interkontinentalraketen. Für weitere Informationen: www.lockheedmartin.com/ssc

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FOKUS [ÖL & GAS]

Ölförderung in immer größeren Tiefen und die verstärkte Sorge um die Sicherheit stellen die OffshoreErdöl- und Erdgasindustrie vor neue Herausforderungen. Die Entwicklung geeigneter Lösungen ist ein lohnendes Geschäft.
TEXT: DAVID WILES FOTOS: GETTY IMAGES

DIE JAGD NACH
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rotz aller Bemühungen um höhere Energieeffizienz und der wirtschaftlichen Turbulenzen zeigt die weltweite Nachfrage nach Erdöl und Erdgas keine Anzeichen der Abschwächung. Der Verbrauch in den westlichen Industrieländern mag leicht rückläufig sein, aber China wird seinen Erdölverbrauch in der Zeit von 2000 bis 2015 mehr als verdoppelt haben und Indien wird es auf einen Nachfrageanstieg von rund 75 Prozent bringen. Während sich die Fachwelt über den Zeitpunkt von „Peak Oil“ weiterhin streitet, besteht kein Zweifel, dass es immer noch gewaltige Erdölvorräte gibt, die – so schätzen die meisten – auf Jahrzehnte hinaus den Bedarf decken werden. Allerdings sind die leicht zugänglichen Ölquellen größtenteils erschöpft. Um unseren Energiehunger zu stillen, gilt es nun, Ölvorkommen in immer extremeren geografischen Regionen unter schwierigsten klimatischen Bedingungen zu erkunden. Der auf Tiefseebohrungen (500 Meter und tiefer) und Ultra-Tiefseebohrungen (1500 Meter und tiefer) spezialisierte Energiesektor ist einer der bedeutendsten Wachstumssparten der Erdöl- und Erdgasindustrie, aber die Ölförderung in diesen Regionen stellt die Branche vor große technische Herausforderungen. „Das ist ein schwieriges Umfeld“, sagt John Drury, Business Group Director für das Offshore-Industriegeschäft von Trelleborg. „Die Risiken nehmen exponentiell mit der Tiefe zu und die Betreiber suchen nach ausfallsicheren Lösungen.“ Ein Problem bei immer tieferen Bohrungen besteht darin, dass das heiße Öl auf seinem Weg an die Oberfläche abkühlt und dickflüssiger wird, was den Durchfluss verlangsamt und zu Verstopfungen führen kann. Ein wichtiges Produkt aus dem umfangreichen Angebot von Trelleborg für die Erdöl- und Erdgasindustrie ist wärmedämmendes Material zur Verhinderung der Abkühlung. „Unsere Materialien sind auf die Bedingungen in extremen Tiefen sowie auf Temperaturen von weit über 100 Grad zugeschnitten“, erklärt Drury. In der Offshore-Erdöl- und Erdgasindustrie hat Sicherheit seit langem einen hohen Stellenwert, aber mit der Explosion der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko, die den Tod von elf Menschen und die größte Ölkatastrophe aller Zeiten verursachte, ist das Thema noch weiter in den

Die Risiken nehmen exponentiell mit der Tiefe zu und die Betreiber suchen nach ausfallsicheren Lösungen.
John Drury, Trelleborg

Mittelpunkt gerückt. „Die Betreiber versuchen, mit Strategien zur Risikominimierung Unfälle dieser Art in Zukunft zu vermeiden“, so Drury. „Im Zuge der Einführung strengerer gesetzlicher Auflagen dürften sich weitere Einsatzmöglichkeiten für unsere sicherheitsbezogenen Produkte ergeben.“ Zum breiten Trelleborg-Sortiment an Sicherheitslösungen für die Offshore-Industrie gehören das BrandschutzRohrleitungssystem für Sprinkler- und Sprühflutanlagen Elastopipe, Mikrokugeln zum Ersticken von Bränden und flexible feuerhemmende Beschichtungen. Um die Belastung der langen Rohrleitungen zu reduzieren, die das Erdöl oft über mehr als einen Kilometer vom Meeresboden an die Wasseroberfläche transportieren, arbeitet Trelleborg außerdem an innovativen Auftriebslösungen, die die Sicherheit erhöhen.

Mit der Ölförderung in neuen Tiefseeregionen wie etwa vor der Küste Vietnams, Brasiliens und Westafrikas wird die Offshore-Erdöl- und Erdgasindustrie, die bei Trelleborg rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, seit einigen Jahren immer globaler. Um die sich daraus ergebenden Geschäftsmöglichkeiten auszuschöpfen, errichten Zulieferer wie Trelleborg Produktionsstätten in diesen neuen Märkten. Mit dem wachsenden Marktpotenzial nimmt allerdings auch die Konkurrenz deutlich zu. „Trotz zahlreicher laufender Bauprojekte kämpfen die Unternehmen mit harten Bandagen und jeder feilscht um seine Gewinnspannen“, erklärt Thor Hegg Eriksen, Business Unit President für das Offshore-Industriegeschäft von Trelleborg. „Trelleborg hat jedoch keinen echten Wettbewerber, der ein so breites Produktangebot an so vielen Standorten bieten kann.“ Branchenkenner sagen der Industrie eine ereignisreiche Zeit voraus: Veränderungen bei den Sicherheitsbestimmungen, nationale Erdölgesellschaften, die ihren Blick über die eigenen Grenzen hinaus richten, der Aufstieg Asiens zum Lieferanten und Verbraucher, verstärkte Investitionen in Tiefseebohrungen. „Es ist ein interessanter Sektor, in dem sich ständig etwas verändert“, sagt Eriksen. „Aber Trelleborg ist sehr gut aufgestellt, um die Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und Möglichkeiten auszunutzen, sobald sie sich ergeben.“  

SCHWARZEM GOLD
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FOKUS [ÖL & GAS]

Zwei neue Fabriken haben Trelleborg ins Zentrum der boomenden Offshore- Erdöl- und Erdgasindustrie Brasiliens gerückt.
TEXT: DAVID WILES FOTOS: ISTOCKPHOTO

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Vor dem Aufstieg
ie Vorkommen, die vor Brasiliens Atlantikküste entdeckt wurden, machen weltweit ein Drittel der gesamten Erdölfunde der vergangenen fünf Jahre aus. Brasilien wird damit als nächste Ölgroßmacht gehandelt. Petrobras, derzeit das Erdöl- und Erdgasunternehmen mit dem drittgrößten Marktwert der Welt, wird bis 2014 rund 224 Milliarden US-Dollar investieren, vor allem in Plattformen, Bohrinseln und sonstige Infrastruktur. Als Zulieferer für diesen boomenden Markt investiert auch Trelleborg massiv in Brasilien. Eine vorhandene Fabrik wurde aufgekauft, eine weitere Fabrik völlig neu errichtet. „Brasilien wird äußerst wichtig“, sagt Brian McSharry, der bei Trelleborg in den USA für das Offshore-Industriegeschäft verantwortlich ist. „Wir haben die Marktbedingungen analysiert und das beträchtliche Potenzial erkannt. Das hat uns veranlasst, unsere Präsenz hier zu verstärken.“ Die neue Produktionsstätte unweit der Erdölmetropole Macaé soll eine breite Palette von polymerbasierten Lösungen für Offshore-Anlagen über und unter der Wasseroberfläche zur Gewinnung von Erdöl und Erdgas fertigen. „Es gibt in diesem Land keinen anderen Hersteller dieser Größenordnung“, meint McSharry. „Wir werden relativ schnell in der Lage sein, unsere Kapazität auszulasten, und die Fabrik ist so gebaut, dass wir bei Bedarf expandieren können.“ Die andere Fabrik in Santana de

Brasilien wird äußerst wichtig.
Brian McSharry, Trelleborg

Parnaiba wurde im April 2011 zusammen mit einer speziellen Schlauchtechnologie für den Transport von Erdöl zwischen den schwimmenden Produktions- und Lagerungsplattformen (FPSO) und den Terminals an Land erworben. „Dieses Produkt vervollständigt unser Sortiment“, erklärt der Geschäftsführer Xavier Alexandre Delineau. Petrobras legt bei seinen Projekten größten Wert auf lokale Zulieferer, weshalb die Fabriken für Trelleborg besonders wichtig sind. „Unser Ziel ist es, zwei Fabriken auf Weltklasseniveau zu haben, die die globale Offshore- und FPSO-Industrie beliefern können, und wir haben auch schon einen Plan, wie wir unsere führende Stellung erhalten und ausbauen können“, sagt Delineau. 

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FOKUS [ÖL & GAS]

BESTÄNDIGKEIT GEGEN EXPLOSIVE DEKOMPRESSION

Bei der Spezifikation eines Dichtungswerkstoffs für eine bestimmte Anwendung müssen Aspekte wie Betriebstemperaturen, Druckverhältnisse und Chemikalienverträglichkeit berücksichtigt werden. Bei Anwendungen in der Erdöl- und Erdgasindustrie kommen weitere wichtige Kriterien hinzu, so etwa die explosive Dekompression (ED). Elastomer enthält grundsätzlich Hohlräume. Gas oder Gasgemische, die während der Öl- oder Gasverarbeitung mit Elastomeroberflächen in Kontakt kommen, können in das Dichtungsmaterial eindringen. Das unter hohem Druck absorbierte Gas befindet sich in einem komprimierten Zustand. Lässt der externe Systemdruck nach, dehnt sich das komprimierte Gas in den Hohlräumen des Elastomers aus. Dies kann zur Bildung von Bruchstellen oder Rissen führen. Kein Elastomer kann völlig ED-resistent sein. Trelleborg hat jedoch mit XploR™ eine Reihe von Dichtungswerkstoffen entwickelt, die eine sehr hohe Beständigkeit gegen explosive Dekompression aufweisen.

INNOVATIVES SYSTEM
Trelleborg hat eine neue stapelbare Version seines innovativen RiserGuard®-Systems entwickelt, die das Platzproblem auf Bohrinseln mit begrenzter Lagerfläche löst und dennoch denselben hohen Schutz bietet wie das Original. „Ursprünglich sollte unser RiserGuard®Produkt freiliegende Riser-Verbindungen bei der Handhabung der Riser auf der Bohrinsel
schützen“, erklärt Alan McBride, Vice President Drilling für Trelleborgs Offshore-Industriegeschäft. „Außerdem konnte damit der Riser schneller betätigt werden, was wertvolle Zeit einspart.“ Die neuen Verbindungen können mit den Auftriebsverbindungen zusammen gestapelt werden. Dank intelligent angeordneter Schutzelemente, die in die RiserGuard®-Teile eingesetzt sind, reduziert sich die Last zwischen den Verbindungen und dem Deck. „Da wir stets bemüht sind, den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden, haben wir erkannt, dass ein echter Bedarf nach einer stapelbaren Version unseres Produktes besteht“, meint McBride.

LUCAS-GUSHER
Den Anstoß für das Milliarden Dollar schwere Erdölgeschäft gab der polnische Apotheker Ignacy Łukasiewicz, als er in den 1850er Jahren in einem Destillationsverfahren klares Petroleum aus Erdöl herstellte. Seit Jahrhunderten hatten die amerikanischen Ureinwohner im heutigen Gebiet von Texas Krankheiten mit Teer aus Oberflächenaustritten von Erdöl behandelt. In der jüngeren Geschichte stießen Siedler beim Bohren nach Wasser auf Ölvorkommen. Das Öl war aber nicht überall gern gesehen, bevor sein Potenzial erkannt wurde.

Die Bohrtürme von Spindletop Hill in Beaumont (Texas). Mit der Ölfontäne von 1901 begann der Erdölboom in Texas.

Da die Vorkommen dort unter einer gewaltigen Sandschicht begraben waren, erwies sich die Gewinnung als schwierig. Das Öl floss nur langsam und die Bohrlöcher brachen immer wieder ein. Um 1900 verwendeten Ingenieure im Spindletop-Ölfeld in Beaumont (Texas) zur Spülung der Bohrlöcher erstmalig Schlamm statt Wasser. Der Schlamm setzte sich an den Seiten des Bohrlochs ab und verhinderte so das Einbrechen. Das Ergebnis ging in die Geschichte ein. Am 10. Januar 1901 schoss nach einem gewaltigen Knall Schlamm, Erdgas und dann Öl in einer über 45 Meter hohen Fontäne aus der Erde. Aus der Lucas 1 genannten Quelle sprudelte das Öl anfangs mit fast 100.000 Barrel pro Tag. Das war mehr, als alle anderen Ölquellen in den USA zusammen zu bieten hatten.

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Wie bereits frühere LamborghiniModelle trägt auch der Aventador den Namen eines Kampfstiers. Der legendäre Aventador war ein preisgekrönter spanischer Bulle.

hohes Tempo
In einem hochklassigen Sportwagen wie dem neuen Lamborghini Aventador sind alle mechanischen Teile sorgfältig aufeinander abgestimmt. Einen optimalen Fahrkomfort gewährleisten jedoch nur die Stoßdämpfer.
TEXT: ALEXANDER FARNSWORTH FOTOS: SIMON HAMELIUS

Fit für

ÖHLINS IM ÜBERBLICK
• 245 Mitarbeiter • 1987 veräußerte Kenth Öhlin 50 Prozent des Unternehmens an Yamaha. 2007 kaufte er die Anteile zurück und besitzt heute 95 Prozent. • Sitz: Stockholm • Tochterunternehmen in den USA: Hendersonville (North Carolina), 23 Mitarbeiter • Tochterunternehmen in Deutschland: Nürburgring, fünf Mitarbeiter • Jahresproduktion: 130.000 Stoßdämpfer • 97 Prozent der Produktion gehen in den Export • Jahresumsatz: rund 53 Millionen Euro • Jährliche Wachstumsraten von 15 bis 20 Prozent in den vergangenen zehn Jahren • Fokus auf F&E, Erstausstattung und Rennsportanwendungen von hochentwickelter Federungstechnologie für Motorräder, Autos, Schneemobile und Geländefahrzeuge (ATV). Neben Lamborghini finden sich im Öhlins Kundenregister so berühmte Hersteller wie Ferrari, Pagani, Audi, Mercedes, Volvo, Ford und Volkswagen.

S

toßdämpfer nehmen die Schwingungen auf, die von den Rädern auf die Karosserie übertragen werden. Für den Supersportwagen Lamborghini Aventador, der auf dem Genfer Autosalon 2011 vorgestellt wurde, lieferte Öhlins Racing diese wichtigen Bauteile. Sie sind mit Dichtungsprodukten von Trelleborg, darunter Kolbendichtungen vom Typ Skirted Piston, ausgestattet und garantieren noch bei Geschwindigkeiten von 350 Kilometern pro Stunde äußerste Fahrpräzision. Wie die meisten erfolgreichen schwedischen Unternehmen basierte auch die Gründung von Öhlins auf einer brillanten Idee. Abgesehen vom Lamborghini-Logo ist nur noch Öh-

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CASE [ÖHLINS]

Der Lamborghini Aventador ist weltweit das einzige seriengefertigte Auto mit dieser Stoßdämpferlösung.
Rade Catovic, Öhlins

Zwei Stoßdämpfer befinden sich vorn unter der Frontscheibe und zwei hinten nahe dem Motor.

DER AVENTADOR
Der Lamborghini Aventador wurde im März 2011 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt und setzt nach dem Urteil der Motorsportpresse neue Maßstäbe für Sportwagen. Der leichtgewichtige Italiener mit exquisitem Design und überlegenem Fahrverhalten hat einen Zwölfzylinder-Motor mit 6,5 Liter, der ihn bei einer Leistung von 700 PS in 2,9 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde bringt. Spitzengeschwindigkeit: 350 km/h. Preis: rund 324.000 Euro.

lins als weitere Marke auf dem Aventador sichtbar – ein Beweis für das überlegene Fahrverhalten des Wagens. Der Motocross-Fan Kenth Öhlin stellte in den 1970er Jahren fest, dass sich die Leistung durch eine verbesserte Radaufhängung steigern ließe. Seither haben Stoßdämpfer von Öhlins einen Beitrag zu 200 Weltmeisterschaftstiteln im Motorsport geleistet. „Wir können das Fahrverhalten eines jeden fahrbaren Untersatzes verbessern“, sagt Rade Catovic, Projektleiter für die LamborghiniStoßdämpfer bei Öhlins Racing. „Der neue Aventador hat ein Federungs- und Dämpfungssystem nach dem aus der Formel 1 bekannten Pushrod-Prinzip. Mit Hilfe der Dichtungen von Trelleborg konnte es perfekt auf die Anforderungen eines Hochleistungs-Straßenfahrzeugs abgestimmt werden.“ Die Feder-Dämpfer-Elemente sind nicht am Radträger, sondern innenliegend an der Karosseriestruktur befestigt. Die Stoßdämpfer

sind in Querrichtung positioniert – zwei vorn unter der Frontscheibe und zwei hinten nahe dem Motor. Druckstangen (Pushrods) und Umlenkhebel übertragen die Kräfte vom Radträger auf die Feder-/Dämpferelemente. Dadurch reagiert der Wagen schneller und besser bei allen Geschwindigkeiten. „Der Lamborghini Aventador ist weltweit das einzige seriengefertigte Auto mit dieser Stoßdämpferlösung“, erklärt Catovic. Ein weiteres Plus ist das System zur Anhebung der Vorderachse, das sich schon bei Ferrari bewährt hat. Dank eines hydraulischen Hebesystems steigt auf Knopfdruck die Bodenfreiheit vorn um 40 Millimeter, damit kleinere Hindernisse zum Beispiel bei der Einfahrt in die Garage, beim Befahren von Rampen oder bei der Fahrt über Temposchweller keine Probleme bereiten. Dieses ÖhlinsSystem mit Trelleborg-Dichtungen ist auch in den Ferrari-Modellen 458 und FFT eingebaut.

DER BEITRAG VON TRELLEBORG
Öhlins Racing entwickelte gemeinsam mit Trelleborg die Stoßdämpfer für den neuen Lamborghini Aventador. Trelleborg stellte alle Dichtungskomponenten bereit, darunter O-Ringe, Stützringe, Skirted Piston und X-Ringe. Der Skirted Piston ist eine PTFE-Endlosfolie, die formschlüssig mit dem Kolben des Stoßdämpfers verbunden ist und zwei Funktionen erfüllt: die einer Dichtung und die einer Führung. „Trelleborg ist der größte Dichtungslieferant von Öhlins“, erklärt Verkaufsingenieur Josef Johansson. „Wir freuen uns, mit einem so renommierten Hochleistungsunternehmen zusammenzuarbeiten.“ Und Rade Catovic, Projektleiter für die Lamborghini-Stoßdämpfer bei Öhlins Racing, fügt hinzu: „Es war ein prestigeträchtiges Projekt, bei dem Qualität und Leistung absolut im Vordergrund standen. Statt Standardprodukte zu verwenden, arbeiteten wir eng mit Agge Tonndorff und Pär Utterström von Trelleborg zusammen, manchmal sogar am Wochenende, an der Entwicklung des optimalen Stoßdämpfers. So möchten wir auch in Zukunft mit unseren besten Zulieferern zusammenarbeiten.“ Für weitere Informationen: josef.johansson@trelleborg.com

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HOT SPOT [CLERMONT-FERRAND]

CLERMONTFERRAND
Von Clermont-Ferrand aus erreicht man in der gleichen Zeit den Atlantik, die Alpen, das Mittelmeer und Paris.
TEXT: WENDY SACK FOTOS: GETTY IMAGES

Willkommen in

C

lermont-Ferrand im Herzen Frankreichs ist allgemein als historische Industriestadt bekannt. Sie ist der Sitz des Weltunternehmens Michelin, obwohl im Lauf der Jahre die Produktion größtenteils in andere Länder verlagert wurde. Inzwischen hat sich Clermont-Ferrand auf andere Industriezweige verlegt. Besucher verbinden den Namen der Stadt zwar auch heute noch mit dem Reifenriesen, aber die Einwohner wissen, dass Clermont-Ferrand weitaus mehr zu bieten hat.

jährlich stattfindende Internationale Kurzfilm-Festival, das wichtigste Kinoereignis in diesem Genre. Seit 1979 lockt das Festival Filmfans aus aller Welt an – mittlerweile fast 140.000 Besucher pro Jahr. Die auf 40 Minuten begrenzten Filme sind in drei Kategorien unterteilt: international, national und „Lab Competition“ (experimentelle Filme, die von Künstlern mit einer Leidenschaft für Bild und Ton produziert werden).

Wo Stars geboren werden Einer der besten Gründe für einen Besuch in Clermont-Ferrand ist das

Ausbildung an erster Stelle Clermont-Ferrand hat zwei Universitäten, an denen über 30.000 Studenten eingeschrieben sind. Die Université d’Auvergne, auch Clermont-Ferrand I genannt, gilt als eine

der besten französischen Hochschulen und ist unter den Eliteuniversitäten in Frankreich führend. Die für ihre Forschung bekannte Universität hat sich vor allem auf Medizin spezialisiert. Darüber hinaus gibt es noch die Université Blaise Pascal (Clermont-Ferrand II), die nach dem berühmten, in Clermont-Ferrand geborenen Mathematiker, Physiker und Philosophen benannt wurde. Pascal war auch der Erfinder der Pascaline, der ersten mechanischen Rechenmaschine. Er widmete außerdem einen großen Teil seiner Studien den Phänomenen Druck und Vakuum, die in der Gummiindustrie eine wichtige Rolle spielen. Verpassen Sie auf keinen Fall die kulinarische Seite. Das beste Restau-

Clermont-Ferrand ist die Hauptstadt der zentralfranzösischen Region Auvergne, die zum großen Teil zum Zentralmassiv gehört. Die Region ist für ihren delikaten Käse wie zum Beispiel Salers und Fourme de Montbrison bekannt. Mit ihren Seen, Wäldern, riesigen Weideflächen und Vulkanen bietet sie ausgezeichnete Wandermöglichkeiten. In der Auvergne gibt es außerdem mehr als 50 Schlösser, mehrere Kurorte und unzählige romanische Kirchen.

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Fans feiern das Rugbyteam ASM Clermont Auvergne nach seinem Sieg gegen Perpignan im Finale der französischen Meisterschaft 2010.

EINE STADT FÜR JUNGE LEUTE
Olivier Libes, Marketing- und Produktentwicklungsleiter bei Trelleborg in Clermont-Ferrand, lebt seit 20 Jahren in dieser Stadt, davon sieben Jahre mitten im Zentrum. Ich würde es nicht empfehlen, in der Innenstadt zu wohnen. Im Sommer ist es zu heiß und im Winter sehr kalt. Ich I persönlich ziehe die umliegenden Städte vor. Ist I die Stadt eher etwas für junge oder für ältere Leute? L Definitiv eine Stadt für junge Leute, schon wegen der großen Universität, der Université Blaise Pascal. g Gibt G es Sportmannschaften, deren Anhänger Sie sind? s Oh ja, den Rugby-Club ASM Clermont Auvergne! Er gewann 2010 die französische Rugby-Meisterschaft. Der Verein hat sich schon elfmal für die französische Meisterschaft qualifiziert, und 2010 kam dann der Sieg – endlich! Was kann man an einem Samstagnachmittag in der Stadt unternehmen? Natürlich ein Rugby-Spiel besuchen! Man kann aber auch an der Place de Jaude und in den umen liegenden Straßen shoppen gehen. n Gibt es Vorurteile gegenüber über Clermont-Ferrand? Einige glauben, die Stadt sei dunkel und trostlos, weil die aus Vulkans gestein gebauten Häuser schwarz chwarz sind. Andere denken, hier würde es ständig regnen oder schneien, neien, aber das stimmt nicht. Die Stadt ist wirklich nett!

Man diniert bei Kerzenlicht auf der Terrasse mit Blick auf die Kathedrale aus Lavagestein. Wer seine Kochkünste verbessern will, kann hier einen Kochkurs besuchen. Jeden Samstagmorgen weist der Chefkoch persönlich jeweils vier Aspiranten in seine Geheimnisse ein.

Definitiv eine Stadt für junge Leute.
Olivier Libes, Trelleborg

rant der Stadt ist nach Ansicht der Einheimischen das Restaurant Emmanuel Hodencq in Alt-Clermont. Seine klassische französische Küche basiert nur auf lokalen Produkten.

Schönes Wetter Die Stadt liegt in einer der trockensten Regionen Frankreichs. Die besten Chancen auf schönes Wetter bei angenehmen Temperaturen hat man von Juni bis September. Erforschen Sie die über 200 heißen Quellen von Clermont-Ferrand oder suchen Sie den Flohmarkt an der Place des Salins nach Raritäten und wertvollen Schnäppchen ab. 

DIE PRÄSENZ VON TRELLEBORG
Das Trelleborg-Werk in Clermont-Ferrand ist eine der größten Fabriken des Konzerns. Hier werden Industrieschläuche für eine Vielzahl von Anwendungen produziert, insbesondere für die Lebensmittelverarbeitung und den Offshore-Sektor. Bei Schläuchen für marine Anwendungen gehört das Werk in Clermont-Ferrand sogar zu den weltweit führenden Produktionsstätten. Aber die Produktpalette in Clermont-Ferrand ist noch breiter: Schläuche für Tauchgeräte, für Flugzeugtreibstoff oder für Zement sind nur einige Beispiele. Auf den ersten Blick gleicht ein Schlauch dem anderen, aber die Technologie auf der Innenseite macht diese Produkte zu wesentlichen Bestandteilen aller Prozesssysteme. Das Spektrum der Schlauchgrößen reicht von drei bis 1000 Millimeter Durchmesser. Sämtliche Schlauchprodukte sind auf anspruchsvolle industrielle Einsatzbedingungen zugeschnitten. Für weitere Informationen: olivier.libes@trelleborg.com

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GOING BLUE* [INFRASTRUKTUR]
Die Hongkong-Zhuhai-Macao-Verbindung beeindruckt – allein der Unterwassertunnel hat die Rekordlänge von fast sieben Kilometern.
TEXT: JAN HÖKERBERG FOTOS: GETTY IMAGES, ARUP

* Going Blue spiegelt den Anspruch von Trelleborg wider, seinen Kunden Lösungen mit großem Nachhaltigkeitswert zu bieten, in diesem Fall zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Transportwesen.

DER LÄNGSTE TUNNEL DER WELT

D

UNTER WASSER

ie 8.850 Kilometer lange Chinesische Mauer, erbaut während der Qin-Dynastie vor 2.200 Jahren, gehört zu den Weltwundern. Aber auch heute boomt der Infrastrukturbau in China. Das 2009 begonnene Vorhaben zum Bau einer festen Verbindung zwischen Hongkong, Macao und der Stadt Zhuhai auf dem chinesischen Festland ist eines der komplexesten technischen Projekte, das je in dieser Region realisiert worden ist. Es umfasst eine 30 Kilometer lange sechsspurige Autobahn mit einer 23 Kilometer langen Brücke, einem fast sieben Kilometer langen Tunnel und zwei künstlichen Inseln. Der Tunnel wird der weltlängste Unterwassertunnel für den Straßenverkehr sein. Die Idee, eine feste Verbindung zwischen Hongkong, Zhuhai und Macao zu bauen, brachte der bekannte Hongkonger Geschäftsmann Gordon Wu 1983 auf. Das

Projekt, dessen Fertigstellung für 2016 geplant ist, soll die wirtschaftliche Vernetzung von Hongkong und dem südchinesischen Perlflussdelta verdichten. Im Oktober 2011 unterzeichnete Trelleborg einen Vertrag mit China Communications Die neue Verbindung reduziert die Reisezeit von Construction Co. Ltd. Hongkong nach Macao oder Zhuhai von drei Stunden (CCCC) für das Dichauf eine halbe Stunde. tungssystem des Tunnels. Man entschied sich für Trelleborg-Produkte, weil sie durch ihre innovative Konstruktion auch bei seismischer Aktivität Wasserdichtheit gewährleisten. Vorgesehen sind Gina- und Omega-Dichtungen, die WaterstopFügetechnik und andere Dichtungslösungen. Angesichts der Größe des Projekts und der enorWELTMARKTFÜHRER BEI DICHTUNGEN men technischen Herausforderungen wollte CCCC ein Trelleborg ist Weltmarktführer bei Dichtungsprodukten. In Tunneln werden GinaHöchstmaß an Qualität sicherstellen. Dichtungen als primäre und Omega-Dichtungen als sekundäre Dichtungen eingesetzt, um eine 100-prozentige Wasserdichtigkeit sicherzustellen. „Wir waren in der Lage, ein komplettes DichtungsFür das Tunnelprojekt der Hongkong-Zhuhai-Macao-Verbindung sind 34 Ginasystem zu präsentieren, was kein anderer Wettbewerber Dichtungen mit einem Umfang von rund 90 Metern vorgesehen. Die Dichtungen konnte“, erklärt Ruud Bokhout, Leiter der Geschäftswerden in einer Form gegossen und wiegen neun Tonnen. Für ihren Transport beentwicklung in der niederländischen Trelleborg-Fabnötigt man einen zwölf Meter langen, oben offenen Container. rik zur Herstellung von Tunneldichtungen. „Außerdem Darüber hinaus werden 34 große und 219 kleinere Omega-Dichtungen sowie konnten wir eine große Liste an Referenzprojekten vordas Waterstop-System aus Gummi und vulkanisierten Stahlstreifen zum Einsatz legen, darunter zahlreiche Tunnelprojekte in China, und kommen, um die Betonsegmente gegen eindringendes Wasser abzudichten. CCCC unser technisches Know-how anbieten.“

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Shenzhen

Perlfluss

Hongkong Zhuhai

Macao

Hongkong

BRÜCKE TUNNEL

Trelleborg hat in den vergangenen Jahrzehnten Dichtungsprodukte für zahlreiche Tunnel in China geliefert: in Ningbo, Schanghai, Guangzhou, Tianjin und Hongkong.

Ein Unterwassertunnel besteht aus mehreren langen Betonröhren, die an Land vorgefertigt werden. Zwischen den einzelnen Segmenten werden Dichtungen eingesetzt, die das Eindringen von Wasser verhindern. Jedes Segment wird von Leichtern zu seinem Bestimmungsort geschleppt und dann ins Wasser abgesenkt. „Die größeren Dichtungen werden in den Niederlanden hergestellt, während die kleineren Dichtungen und das Waterstop-System im Trelleborg-Werk in Qingdao gefertigt werden“, sagt Bokhout. Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt ist die Wassertiefe von über 40 Metern. Der Tunnel wird auf weichem Meeresgrund errichtet. Durch Bodenverstärkungen soll vermieden werden, dass die Tunnelseg-

Wir waren in der Lage, ein komplettes Dichtungssystem zu präsentieren, was kein anderer Wettbewerber konnte.
Ruud Bokhout, Trelleborg

mente in den Boden einsinken, denn die offene See oberhalb des Tunnels ist rau und die Fahrrinnen werden von den größten Schiffen der Welt genutzt. Die geografische Lage weist viele Ähnlichkeiten mit der 2010 eröffneten Busan-Geoje-Verbindung in Südkorea auf, für die Trelleborg Omega-Dichtungen lieferte. Bei der Tunnelkonstruktion musste auch hier das Erdbebenrisiko berücksichtigt werden. Mit 33 großen Tunnelsegmenten in über 40 Metern Wassertiefe stößt das Projekt an die Grenzen des technisch Machbaren. „Sicherheit ist äußerst wichtig, und unsere Produkte spielen dabei eine entscheidende Rolle, insbesondere da Reparaturen nach der Installation des Tunnels praktisch nicht mehr möglich sind“, so Bokhout. „Die Wahl von Trelleborg als Lieferanten demonstriert unsere Innovationsfähigkeit und unser Engagement für den Schutz von Mensch und Umwelt sowie für den Erhalt der Investitionen in die Infrastruktur.“ 

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TECHNOLOGIE [AUTOMOBILBAU]

GUTE SCHWING G
Sparsame und umweltbewusste Autofahrer setzen auf neue Start- und Stopptechnologien. Schwingungsdämpfungslösungen von Trelleborg für Doppelkupplungsgetriebe sorgen trotz kraftstoffsparendem Motorbetrieb für eine ruhige Fahrt.
TEXT: LINAS ALSENAS FOTOS: TRELLEBORG

roße Motoren wie Acht- und Zwölfzylinder laufen relativ ruhig und schwingungsarm. Ständig steigende Kraftstoffpreise und das zunehmende Umweltbewusstsein veranlassen jedoch immer mehr Autofahrer, auf kleinere, leichtere und kraftstoffeffizientere Motoren umzusteigen. Um einen ähnlichen Fahrkomfort bei diesen Motoren zu erzielen, bedarf es einer verbesserten Schwingungsdämpfungstechnik. „Die Einführung von Doppelkupplungsgetrieben war ein wichtiger Entwicklungsschritt bei Automatikgetrieben für Pkw“, sagt Arvid Norberg, Produktleiter bei Trelleborg. „Sie ermöglichen einen weicheren automatischen Gangwechsel und vor allem einen geringeren Kraftstoffverbrauch.“

In einem Doppelkupplungsgetriebe hält die Schwungscheibe die Drehzahl der Kurbelwelle bei Veränderungen in der Getriebeübersetzung. Das bedeutet geringeren Verschleiß und weniger Energieverlust. Eine runde Scheibe aus bearbeitetem Stahlguss ist allerdings auch eine extreme Schallbrücke, erklärt Norberg. „Die von der Kurbelwelle ausgehenden Schwingungen werden wie bei einem Lautsprecher übertragen“, meint er. Die Frequenzen der Schwingungen, die über den Fahrzeugrahmen weitergeleitet werden, reichen von 200 Hertz bis mehrere Kilohertz. Der Bereich ein bis zwei Kilohertz bereitet besondere Sorgen, weil diese Frequenzen deutlich hörbar sind. Die Lösung von Trelleborg ist ein Dämpfer, der direkt auf der Schwungscheibe befestigt wird und die von der Kurbelwelle und den Kolben ausgesendete Schwingungsenergie absorbiert. Der Dämpfer besteht aus ei-

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1. Schwungscheibe komplett mit einem Trelleborg-Dämpfer 2. Kupplungsscheibe 3. Kupplungsfeder 4. Druckplatte

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nem Gummi-Stahl-Verbund in Sandwichbauweise. Die Schichten werden unter Druck zusammenvulkanisiert, um eine Delaminierung zu verhindern. Der flache ringförmige Dämpfer nimmt etwa ein Fünftel der Schwungscheibenfläche ein und hat eine Stärke von einem bis zwei Millimetern. Er wird auf die Schwungscheibe aufgenietet oder zunächst aufgeklebt und dann genietet. „Durch die sorgfältige Abstimmung der Platzierung, der Werkstoffe und der Stärke des Dämpfers haben wir eine Vielzahl von Daten gewonnen, die uns einen ausgezeichneten Einblick in die Leistung von Schwingungsdämpfungssystemen vermitteln“, berichtet Norberg. Die kupplungsgesteuerte Stopp-/Starttechnik, ein weiterer Fortschritt auf diesem Gebiet, minimiert den Kraftstoffverbrauch im Leerlauf. Wenn der Startmotor durch Betätigung der Kupplung in Gang gesetzt wird, greift ein Zahnrad in die Verzahnung am Außenrand der Schwungscheibe ein und dreht sie. Da sowohl der Neustart als auch der normale Betrieb des Motors Schwingungen und Geräusche verursachen, ist die Schwingungsdämpfung für den Fahrkomfort sehr wichtig.

„Einzigartig an unserem Produkt ist, dass es sofort rt funktioniert, sobald die Zündung eingeschaltet wird, wenn also das Fahrzeug noch kalt ist, und dann bis zum Ende der Fahrt.“
Erik Gustavsson, Trelleborg g

KEIN QUIETSCHEN
Das leidige Problem niederfrequenter Bremsgeräusche hat mit den steigenden Ansprüchen der Autofahrer und höheren Umweltanforderungen erneut an Aktualität gewonnen.
Je leichter die Fahrzeugkonstruktion, desto stärker die strukturellen Schwingungen und desto hörbarer die niederfrequenten Bremsgeräusche. Branchenstandard für die Beseitigung von quietschenden Bremsen war bisher die Verwendung von Dämpfungsblechen oder Isolatoren. Niederfrequente Quietsch- und Schleifgeräusche erfordern jedoch andere Lösungen. Bis vor kurzem gab es allerdings nur sehr wenige ausgereifte Alternativen. Die Reqill Tuned Absorbers von Trelleborg sind die Antwort auf Geräuschemissionen, die bei niedrigen Drehzahlen und geringem Bremsdruck auftreten. Typisch für sie ist eine Resonanzfrequenz von 100 bis 500 Hertz. Reqill Tuned Absorbers wirken auch niederfrequenten Bremsgeräuschen im Bereich von 800 bis 3000 Hertz entgegen. „Einzigartig an unserem Produkt ist, dass es sofort funktioniert, sobald die Zündung eingeschaltet wird, wenn also das Fahrzeug noch kalt ist, und dann bis zum Ende der Fahrt“, sagt Erik Gustavsson, Vertriebs- und Marketingleiter in der Fabrik für Automobiltechnik in Forsheda. „Sein äußerst breites Temperaturspektrum ist der besonderen Konstruktion und Materialwahl von Trelleborg zu verdanken.“ Niederfrequente Bremsgeräusche fallen je nach Konstruktion und Modell unterschiedlich aus. Deshalb arbeitete Trelleborg mit verschiedenen Fahrzeugherstellern und Lieferanten von Bremssystemen zusammen, um optimale Lösungen zu entwickeln.

Die von der Kurbelwelle ausgehenden Schwingungen werden wie bei einem Lautsprecher übertragen.
Arvid Norberg, Trelleborg

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CASE [MAJESTIC]

FÜR DEN SUPERKICK

Dank robuster Reifen von Trelleborg drehen sich die Fahrgeschäfte von Majestic das ganze Jahr.
TEXT: STEFFAN HEUER FOTOS: ISTOCKPHOTO

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enn Sie sich gern in der Luft herumwirbeln lassen, ist das Catch’N Air von Majestic Rides genau das Richtige für Sie. Das knallbunte Karussell mit seinen acht Gondeln, die sich in alle Richtungen drehen und manchmal unvermittelt auf und ab springen, gehört zu den Hauptattraktionen vieler Jahrmärkte in den USA. Rick Steed, verantwortlich für Einkauf und Kundendienst bei Majestic in New Waterford (Ohio), lobt die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit von Catch’N Air, was zu einem nicht geringen Teil den Reifen von Trelleborg zu verdanken sei. „Wir konstruieren, testen und bauen alle Karusselle selbst“, erklärt

TRELLEBORG INDUSTRIEREIFEN
Trelleborg bietet eine Vielzahl von Reifen für Karussellbauer in aller Welt. Aufgeschrumpfte Reifen werden in der Regel für Gabelstapler verwendet, aber ihr flaches Profil und ihre Zusammensetzung machen sie zur idealen Wahl für Karusselle, weil sie hier hohen Lasten und heftigen Stößen ausgesetzt sind. Für weitere Informationen: mike.schrader@trelleborg.com

er. „Wenn sie dann in Betrieb genommen werden, müssen sie stabil, sicher und zuverlässig sein und einwandfrei funktionieren. Die Reifen unter jeder Gondel müssen viel aushalten, denn alle fünf Minuten startet eine neue Runde. Da kommen pro Saison leicht bis zu 10.000 Fahrten zusammen. Reifen, die nicht robust genug sind, verschleißen sofort.“ Während einer Fahrt tragen die Gondeln Lasten bis zu 500 Kilo, wenn die Insassen hin und her geschleudert werden und die Gondeln immer wieder Sprünge machen, bis die Fahrt schließlich in einem Aufprall auf einen Airbag endet. Reifen zur Beschleunigung von Achterbahnen nach dem Start oder um Gondeln eines Karussels auf ihrem Rundkurs zu halten (wie beim Catch’N Air), müssen außerdem intensive Sonneneinstrahlung und Hitze aushalten, denn im Sommer ist Hochsaison für Jahrmärkte. „Trelleborg-Reifen, ob aus der weicheren Gummimischung DualService oder der festeren Premiummischung Lion, sind nicht speziell für Vergnügungsparks konzipiert“, sagt Bill Cummins, Forschungs- und Entwicklungsleiter bei Trelleborg Wheel Systems Americas. „Für Fahrgeschäfte werden Industriereifen verwendet, die sonst für Gabelstapler und andere industrielle Verladegeräte

MAJESTIC-FAHRGESCHÄFTE
Majestic baut schon seit über 30 Jahren Fahrgeschäfte. Das Familienunternehmen mit 18 Mitarbeitern hat seinen Sitz in New Waterford (Ohio) südöstlich von Cleveland. Hier werden alle Modelle entwickelt, getestet und gebaut. Majestic hat über 400 Fahrgeschäfte weltweit verkauft.

gedacht sind. Ziel ist, dass die Reifen die gesamte Saison über problemlos funktionieren – einfach installieren und los geht’s.“ Die aus Vollgummi gefertigten Reifen halten auf einem Karussell bis zu zwei Saisons. Dann werden sie bei der im Winter vorgenommenen Wartung ausgetauscht. „Wir arbeiten schon seit langem mit Trelleborg zusammen“, sagt Steed. „Wir haben Empfehlungen für die richtigen Reifen und Tipps für unsere Tests bekommen. Zum Schluss haben wir uns für den Reifentyp entschieden, der am längsten hält und den wenigsten Schaden an der Konstruktion des Karussells anrichtet. Es war eine ausgezeichnete Wahl.“  

Die Gummimischung Lion für die Reifen von Majestic ist mit Glasfaser verstärkt, um den Reifen noch mehr Stabilität und Festigkeit zu verleihen.

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LEUTE & TRENDS [PATRICK DIXON]

Die Welt kann sich so schnell verändern, dass man es nicht einmal schafft, eine Vorstandssitzung einzuberufen. Deshalb muss man vorausplanen.
Patrick Dixon, Zukunftsforscher

BLICK IN DIE ZUKUNFT
Der Zukunftsforscher Patrick Dixon, einer der begehrtesten Redner auf Firmenevents, erklärt uns seine Sicht auf die technologischen Trends von morgen.
TEXT: NANCY PICK FOTOS: ED MILES

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enn Patrick Dixon einmal Urlaub machen will, wirft er sein Handy in einen Eimer Wasser. Wirklich! „Ich lebe in einer sehr virtuellen Welt“, sagt Dixon, als wir ihn via Skype in London interviewen. Der promovierte Mediziner arbeitet heute als Zukunftsforscher, der sich in seiner Beratungstätigkeit auf Strategien zum globalen Wandel spezialisiert hat. Für seine Prognosen braucht der Autor von 15 Büchern über Management und Trends weder eine Kristallkugel noch Teeblätter. „Ich analysiere kontinuierlich die Wahrnehmungen, Gefühle und Reflexionen, die ins menschliche Bewusstsein einfließen“, erklärt er. In seinem ständigen Bemühen, der Entwicklung voraus zu sein, durchforstet Dixon traditionelle Medien ebenso wie soziale Netzwerke, darunter Twitter, YouTube, die Financial Times, Blogs, das New Scientist Magazine und sogar LinkedIn-Updates, und beobachtet so aktuelle Themen wie ökologische Nachhaltigkeit und Innovationen in der Wirtschaft. Dixon hebt eine weitere wichtige Informationsquelle hervor – die Unternehmen, für die er arbeitet: „Ich halte jedes Jahr in vielen Ländern und Branchen Vorträge und führe Beratungsaufträge durch. Dabei habe ich es immer mit Menschen zu tun, die die

Zukunft und Innovation entscheidend mitgestalten. Durch sie erhält man eine wesentlich klarere Sicht auf die Dinge als durch andere Quellen.“ Und was hält nun die Zukunft für uns bereit? Dixon sagt große Fortschritte bei umweltfreundlichen Technologien voraus. Derzeit bietet sich eine außergewöhnliche Chance, weil das Umweltbewusstsein die Politik ebenso prägt wie die Forderungen der Verbraucher. „Die Verbraucher erwarten von den Unternehmen, dass sie umweltfreundlichere, nicht aber teurere Produkte herstellen. Und sie bekommen solche Produkte, weil heute durch Innovation beides möglich ist.“ Was die Polymerindustrie betrifft, ist Dixon überzeugt, dass hier CO2Reduktionen durch eine verbesserte Transporteffizienz möglich sind. Einer aktuellen Untersuchung zufolge fahren 30 Prozent der britischen Lkw völlig leer durch die Gegend.

INNOVATION & NACHHALTIGKEIT
Innovation ist einer der Kernwerte von Trelleborg und ein Baustein in der Wachstumsstrategie des Konzerns. Die Innovationstätigkeit des Unternehmens konzentriert sich auf Lösungen und Anwendungen in enger Zusammenarbeit mit den Kunden. Aktuelle und potenzielle Kunden achten bei der Wahl ihrer Geschäftspartner immer öfter auf Nachhaltigkeit als eine Art Mehrwert. Das langfristige Engagement für Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung von Trelleborg ist für viele Kunden der ausschlaggebende Faktor, wenn sie sich für eine Zusammenarbeit mit dem Konzern entscheiden. Für weitere Informationen: www.trelleborg.com

Noch schockierender sei laut Dixon, dass die gleichen Polymere auf denselben Straßen von Tausenden von Lkw in unterschiedliche Richtungen transportiert werden. Polnisches Polyethylen wird nach Großbritannien und britisches nach Deutschland verfrachtet. Würden die Chemikalienlieferanten ihre Routen koordinieren, könnten allein in Europa bei Straßentransporten über 100 Millionen Kilometer pro Jahr eingespart werden. Dixons jüngstes Buch Sustainagility: How Innovation and Agility Will Save the World (2010) beschreibt Dutzende von Wegen, die Unternehmen gefunden haben, um umweltfreundlicher zu werden. „Selbst die gewinnorientiertesten Unternehmen haben festgestellt, dass sich Wachstum am schnellsten durch stärkeres Umweltengagement erreichen lässt“, meint er. „Es spart Geld, die Erderwärmung zu reduzieren. Deshalb schreitet die grüne Technologie so rasch voran.“ Überall tauchen neue kraftstoffsparende

Erfindungen auf – von Winglets an Flugzeugtragflächen bis zur Nanotechnologie in Fahrzeugmotoren zur Verringerung der Reibung. „Die meisten interessanten Innovationen sind jedoch unsichtbar“, so Dixon. Innovationen werden heute anders gehandhabt. Früher schlossen sich Entwicklungsteams von Unternehmen in ihr Labor ein, bis sie ihre Innovation zum Patent anmelden konnten. „Heute geht man offener damit um“, weiß Dixon. Unternehmen wie Hewlett-Packard, GlaxoSmithKline und IBM arbeiten mit offenen Innovations-Tools, beispielsweise indem sie verschiedene Universitäten mit der Lö-

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Ein Plan B reicht nicht aus. Jeder weitsichtige Unternehmensleiter hat mindestens zwei Reservestrategien.
Patrick Dixon, Zukunftsforscher

Nach einer weltweiten Umfrage von „Thinkers 50“ gehört der Autor und Physiker Patrick Dixon zu den 20 einflussreichsten Wirtschaftsdenkern unserer Zeit.

sung eines Problems beauftragen oder sich sogar an soziale Netzwerke wenden. „Viele der größten Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, sind einfach zu kompliziert, als dass sie von der Forschungsabteilung eines einzigen Unternehmens bewältigt werden könnten.“ So könnte die Erderwärmung die Menschheit vor völlig neue Probleme stellen. Dixon ist jedoch überzeugt, dass pfiffige Unternehmen mit gutem Geschäftssinn daraus einen Vorteil schlagen werden: „Die Welt kann sich so schnell verändern, dass man es nicht einmal schafft, eine Vorstandssitzung einzuberufen. Deshalb muss man

vorausplanen. Jede Krise birgt auch Chancen. Das haben wir aus der Geschichte gelernt. Einige der größten Vermögen wurden in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen oder in Kriegszeiten gemacht. Unternehmen brauchen eine Führung, die bereit ist, einen großen Sprung zu wagen.“

PERSÖNLICHES
Name: Patrick Dixon Alter: 54 Lebt in: London Familie: Ehefrau Sheila, vier Kinder. Ausbildung: Cambridge University und Charing Cross Hospital Medical School. Publikationen: Neben Sachbüchern hat Dixon auch einen Thriller über biologische Kriegsführung herausgebracht – The Island of Bolay. Hobbys: Spritztouren aufs Land in seinem MG-OldtimerSportwagen zusammen mit seiner Frau, Zelten in einsamen Gegenden. Soziales Engagement: Gründete 1988 AIDS Care Education and Training (ACET), eine Organisation, die sich für die AIDS-Bekämpfung in einigen der ärmsten Ländern der Welt einsetzt.

„Wer sich der Zukunft erfolgreich stellen will, muss beweglich sein“, stellt Dixon fest. „Man muss immer einen Plan C bereit haben. Ein Plan B reicht nicht aus. Jeder weitsichtige Unternehmensleiter hat mindestens zwei Reservestrategien.“ Und vielleicht auch zwei Handys.  

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NEWS [UPDATE]

LEICHTE WAHL
Das optimale Drucktuch für eine bestimmte Anwendung
zu finden, ist jetzt einfacher denn je. Trelleborg bietet für seine innovative Rollin- und Vulcan-Drucktuchreihe eine zeitsparende Auswahlhilfe an. „Die Wahl des falschen Drucktuchs kann Auswirkungen auf Druckqualität, Kosten, Verschleiß, Effizienz und CO2-Ausstoß haben“, meint Thomas Linkenheil, Geschäftsleiter für Drucktücher. „Unsere beiden neuen Auswahlhilfen stellen alle Informationen und Tools bereit, die man braucht, um für die jeweilige Anwendung das richtige Drucktuch zu finden.“ Drucktücher der Rollin-Reihe von Trelleborg können auf verschiedenen Oberflächen drucken und bieten eine herausragende Knautscherbeständigkeit. Vulcan- und Rollin-Drucktücher sind speziell für konstant hohe Qualität über eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Für weitere Informationen oder ein Exemplar der neuen Auswahlhilfen wenden Sie sich bitte an: printing@trelleborg.com.

Die Geräteträger C250 und C270 von Max Holder erreichen eine Geschwindigkeit von 40 km/h und haben eine Hubkapazität von 1100 kg. Sie lassen sich mit einer Vielzahl von Geräten und Zubehörteilen kombinieren.

Trelleborgs Cushyfloat®-Dämpfer bieten Stabilität und eine gute Schwingungsdämpfung.

Maximale Leistung
Die knickgelenkten Geräteträger C250 und
C270 von Max Holder sind rund ums Jahr im Einsatz – ob als Schneeräumgerät auf winterlichen Wegen, zur Straßenreinigung, als Rasenmäher oder Heckenschneider. Beide Modelle haben mit einer Breite von 1,10 Metern und einer Höhe von weniger als zwei Metern eine äußerst kompakte Konstruktion. Im sehr begrenzten Raum für die Drei-Punkt-Aufhängung bieten Cushyfloat®-Dämpfer von Trelleborg, kombiniert mit Dämpfungsbuchsen zwischen dem Fahrgestellrahmen und dem hydrostatischen Fahrantrieb, Stabilität und eine sehr gute Schwingungsdämpfung. „Für unsere Anwendungstechniker war es eine interessante Herausforderung“, sagt Michael Rösler, Vertriebsleiter für industrielle Schwingungsdämpfungslösungen von Trelleborg. Cushyfloat® ist ein robuster Gummi/Metall-Niedrigprofildämpfer, der speziell für zuverlässigen Betrieb und lange Nutzungsdauer bei schwierigen Einsatzbedingungen entwickelt wurde. Seine Schwingungs-, Stoß- und Rückpralldämpfungseigenschaften verbessern deutlich den Fahrkomfort - ein wichtiges Kriterium.

Respekt vor
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der Umwelt

Nach dem großen Erfolg des Blue-Power-Traktorprojekts haben Trelleborg und New Holland Agriculture ihre Partnerschaft ausgebaut. In einer gemeinsamen Anzeigenkampagne werben die beiden Unternehmen mit dem Titel „The blue butterfly“. Die Botschaft lautet: Wer den Boden schont, schützt auch die Umwelt. Symbolisiert wird diese Botschaft durch den empfindlichen Schmetterling und den Traktor T7 Blue Power, der behutsam mit dem Boden umgeht. „Das Ergebnis der ersten

T7000 Blue-Power-Kampagne hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen“, sagt Pierre Lahutte, der Product Management Director von New Holland Agriculture. „Unsere gemeinsamen Bemühungen um höhere landwirtschaftliche Produktivität und Effizienz sowie um den Umweltschutz werden von unseren Kunden positiv aufgenommen. Mit unserer Kooperation können wir dem Agrarsektor Spitzenprodukte anbieten, die der Forderung nach einer nachhaltigen Landwirtschaft gerecht werden.“ Die Vorteile der von Trelleborg und New Holland bereitgestellten Lösungen sind auf einer neuen gemeinsamen Website zusammengefasst, www.trelleborg-newholland.com.

NET VALUE

NÜTZLICHES UNKRAUT

Die Spreu vom Weizen trennen
Das Internet ist eine
schier unerschöpfliche Informationsquelle und lässt sich für alle Bereiche des Lebens nutzen – von der Ahnenforschung bis zur Beantwortung der Frage, warum der Himmel blau ist. Die alles beherrschende Macht von Google hilft bei der Suche nach dem nächstgelegenen Ort für die Ausübung von transzendentaler Meditation oder dem besten Weinproduzenten in Aserbaidschan. Von den geschätzten 7,96 Milliarden Websites im Internet ist eine ganze Reihe durchaus nützlich, wie zum Beispiel www.worldwidewebsize.com, auf der ich diese Zahl gefunden habe. Viele sind aber schlichtweg sinnlos. Es gibt sogar welche, die nutzlose Websites auflisten, wie etwa www.pointlesssites. com. Manche davon sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind. Zu meinen Favoriten gehören www.sudftw. com, auf der man das Abblättern von Farbe live beobachten kann, www. boohbah.tv mit ihren psychedelischen Farbklecksen und seltsamen Figuren und www.jacksonpollock.org, die Website, auf der man sich sein eigenes Jackson-Pollock-Gemälde kreieren kann. Auf www.mrbreakfast. com kann man eine eigene Müsliverpackung entwerfen und auf www. toaster.org erfährt man alles über Toaster. Unter den unzähligen Websites im Internet die seriösen mit relevanter Information herauszufinden – ob für private oder berufliche Interessen –, ist wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Websites, die Hilfe zu allen technischen

Der Gewöhnliche Löwenzahn
(Taraxacum officinale), oft als „nützliches Unkraut“ bezeichnet, ist reich an den Vitaminen A, B complex, C und D und wird traditionell zur Herstellung von Tee und Wein oder zur Behandlung von Leber- und Hauterkrankungen verwendet. In Zukunft könnte das Potenzial des Löwenzahns als Quelle für die Kautschukgewinnung wieder interessant werden – als Ergänzung zum Gummibaum (Hevea brasiliensis). Im Zweiten Weltkrieg wurde auf diesem Gebiet intensiv geforscht, und viele verschiedene Gewächse wurden als mögliche Quellen zur Gewinnung von Naturkautschuk untersucht. Dem am nächsten kam der so genannte Russische Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz). Trelleborg stellte rund zehn Jahre lang Fahrradreifen aus Kautschuk von Russischem Löwenzahn her. Heute stehen bessere Forschungs- und Entwicklungsmethoden zur Veredelung solcher Gewächse zur Verfügung. Ein aktuelles Forschungsprojekt befasst sich mit der Frage, wie man Naturkautschuk von optimaler Qualität und Verarbeitbarkeit aus Russischem Löwenzahn gewinnen kann. Das Projekt wird von der Universität Lund in Südschweden in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern geleitet. Trelleborg wird sich als erfahrener Verarbeiter von Naturkautschuk mit umfassenden Kenntnissen über die Bedürfnisse der Endverbraucher an der Forschungsgruppe beteiligen.

Das Internet ist eine schier unerschöpfliche Informationsquelle.
Fragen in jedem erdenklichen Sektor versprechen, tauchen überall auf und verschwinden oft schneller, als Sie in der Lage sind, sie als Favorit abzuspeichern. Einige Websites sind jedoch sehr hilfreich, vor allem Blogs oder technische Seiten, die nicht nur wertvolle Informationen liefern, sondern auch Diskussionen zu wichtigen Themen ermöglichen. www.designnews.com, www.engineeringdaily.net und www.engineersedge. com sind nur einige Beispiele. Wer in der Schifffahrts- oder Grafikindustrie tätig ist, sollte www.marineinsightsblog. trelleborg.com beziehungsweise www. printinginsightsblog.trelleborg.com von Trelleborg testen. Falls Sie umgehend einen Rat brauchen, bietet www.tss.trelleborg.com registrierten Mitgliedern die Möglichkeit, rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zu chatten.

Trelleborg ist ein globaler Industrieund Handelskonzern, dessen führende Stellung auf moderner Polymertechnologie und umfassendem Anwendungs-Know-how basiert. Trelleborg entwickelt qualifizierte Lösungen für alle Bereiche, in denen ein Bedarf nach Dämpfung, Abdichtung und Schutz unter anspruchsvollen industriellen Bedingungen besteht. Die Trelleborg Group erzielt mit rund 21.000 Mitarbeitern in über

40 Ländern einen Jahresumsatz von rund 3,3 Milliarden Euro. Der Konzern umfasst vier Geschäftsfelder: Trelleborg Engineered Systems, Trelleborg Automotive, Trelleborg Sealing Solutions und Trelleborg Wheel Systems. Die Trelleborg-Aktie ist seit 1964 an der Stockholmer Börse sowie an der NASDAQ OMX Nordic Large-CapListe notiert. www.trelleborg.com

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