Die Acht Brokate

Herkunft

Ba Duan Jin

Die „Acht Brokate“ sind Übungen aus dem Qi Gong, die seit mehr als 800 Jahren in China praktiziert werden. Es gibt allerdings viele verschiedene Ausführungen und auch die Reihenfolge der Übungen wird nicht in allen Schulen gleich gehandhabt. Ältere Formen sind kraftvoll und kämpferisch, neuere weicher und entspannter. Neben der üblichen Form, die im Stehen ausgeübt wird, gibt es ebenfalls Varianten im Sitzen und Liegen, die auch von körperlich geschwächten Menschen ausgeführt werden können.

Name
Der Name „Brokat“ (wertvoller, gemusterter Seidenstoff) weist auf die Wertschätzung hin, die man diesen Gesundheitsübungen entgegenbrachte. Bei regelmässigem, konzentriertem Üben erfolgt eine wohltuende, harmonisierende Wirkung auf Körper und Geist.

Spezielles zur hier dargestellten Übungsform
Die Übungen, wie sie auf den folgenden Seiten beschrieben sind, sind eine mögliche Variante, die ich so bei Chen Jumin gelernt habe. Wenn man sie mit andern Formen vergleicht, fällt auf, dass vor jeder eigentlichen Hauptübung ein „Vorspann“ und nach der Übung ein „Nachspann“ folgt. In der Vorlage sind diese Phasen als „Vorspeise“ und „Dessert“ bezeichnet. Ihr Ablauf ist am Anfang beschrieben und bleibt für alle Übungen gleich. Die eigentlichen Hauptübungen („Hauptgang“). folgen auf den nächsten Seiten. Ebenfalls speziell an dieser Art Ausführung der Acht Brokate ist, dass sie einmal mit einem Schritt nach rechts erfolgen, und danach mit einem Schritt nach links. Auf diese Weise sind die Beine vermehrt beteiligt, was besonders für Ungeübte von Vorteil ist, die langes Stehen noch nicht so gewöhnt sind.

Atmung
Die Atmung erfolgt immer ruhig, leicht, fliessend und entspannt, durch die Nase ein, und durch die Nase wieder aus. Dort, wo die Ein- und Ausatmung eindeutig zugeordnet werden kann, ist sie markiert. An den Stellen, wo die Atmung nicht genau mit den Übungen „aufgeht“, ist „frei“ markiert. Das heisst, man findet für sich selber heraus, wie es am Harmonischsten geht, ob man bei sehr langsamem Üben einmal zwischendurch atmet, oder ob man die Übung mit der Ausatmung koordiniert. Auf jeden Fall darf die Atmung nicht forciert werden, sondern wird den Umständen angepasst!

Ausführung
Wichtig ist ein ruhiges, konzentriertes Arbeiten. Der Grundhaltung mit dem gelösten Kreuz kommt primäre Bedeutung zu. Jede Brokatübung kann mehrmals hintereinander praktiziert werden.

Hinweise / Bilder
Die vorliegenden Übungsanweisungen sind nicht zum Selbststudium geeignet; es handelt sich lediglich um Vorgaben zur mechanischen Abfolge der Übungen und sie sind gedacht als Gedankenstütze für die im Training erarbeiteten Grundlagen! Das Wesentliche von Qi Gong und Taiji kann nicht aus schriftlichen Unterlagen gelernt werden, sondern nur durch regelmässiges Üben und unter sorgfältiger Anleitung. Die Bilder-Nummern nehmen auf die in meinem Unterricht am Unisport Bern verteilten Blätter Bezug, die aus Gründen des Copyright hier nicht veröffentlicht werden können.

Weitere Informationen
Beim „Googeln“ unter „Acht Brokate“ ist allerhand Interessantes an Text oder Bildern zu finden.

 Suzanne Arnold, CH-3052 Zollikofen 11.2.2008

1

Aus dem Ausbildungskurs 2005 - 2007 in Winterthur bei Chen Jumin aus AT-Salzburg

Die Acht Brokate
Ausgangsstellung Füsse zusammen, Zehen nach vorne gerichtet (oder nur ganz wenig „V“-förmig auseinanderstrebend) Knie gelöst (nicht durchgestreckt) Kreuz gelöst Wirbelsäule aufrecht Schultern entspannt, Hände seitlich neben dem Körper Kinn leicht Richtung Brust gezogen Der Kopf schwebt, wie an einem Seidenfaden am Himmel aufgehängt Der Atem fliesst ruhig, leicht, entspannt und regelmässig durch die Nase ein und aus Der Geist kommt zur Ruhe Der erste Teil , die „Vorspeise“ ist bei allen Übungen gleich. Schritt links zur Seite Das Gewicht auf den rechten Fuss verschieben, im rechten Knie nachgeben und ganz leicht einsinken, während der linke Fuss einen Schritt schulterbreit zur Seite geht; die Zehen sind nach vorne gerichtet, Füsse parallel. Das Gewicht wieder gleichmässig auf beide Füsse verteilen, die Knie sind wieder fast gestreckt (nie durchgestreckt!), das Kreuz gelöst. Gleichzeitig schweben die Arme weit vor dem Körper hinauf bis etwa auf Schulterhöhe, die Handflächen sind locker und zueinander gerichtet, die Ellenbogen leicht gebeugt. Auf Schulterhöhe beugen wir die Ellenbogen stärker und ziehen die Arme mit den Handflächen zum Boden zeigend näher zum Körper, Fingerspitzen zueinander. Nun drücken wir die Arme vor dem Körper langsam nach unten, wie wenn wir Watte oder ein Wollvlies sanft zusammendrücken würden. Der ganze erste Teil mit dem Heben und Senken der Arme erfolgt ruhig, entspannt, rund, fliessend und koordiniert mit einer sanften Atmung. Er bleibt sich bei allen folgenden Übungen gleich. Als zweiter Teil folgt nach der „Vorspeise“ der „Hauptgang“, das heisst die eigentlichen acht Brokat-Übungen (siehe folgende Seiten). Der dritte Teil, das „Dessert“ ist ebenfalls bei allen Übungen gleich. Der linke Fuss ist von der Hauptübung her schon beim rechten und wir stehen mit gebeugten Knien. Die Hände kommen aus der jeweiligen Hauptübung unten vor den Körper, die Handflächen werden nach oben gedreht, die Fingerspitzen zeigen zueinander, die Ellenbogen werden gebeugt und wir heben die Hände ziemlich nahe am Körper vor dem Bauch und der Brust nach oben bis etwa auf Höhe des Schlüsselbeins. Bis hierher bleiben wir mit den Knien gebeugt! Nun werden die Handflächen wieder dem Boden zugedreht und erst währenddem wir die Hände sanft nach unten auf das imaginäre Wollvlies drücken, strecken wir langsam die Knie und belasten beide Füsse gleichmässig. Achtung: die Abläufe koordinieren! Wir stehen ganz langsam auf und sind erst aufgerichtet, wenn die Hände unten angekommen sind! (gleich wie 2b). Zuletzt gleiten die Hände wieder zurück in die Ausgangsposition seitlich neben den Körper. Der Unterschied von der Vorspeise zum Dessert besteht in der Armstellung beim Heben, also darin, dass die Arme bei der Vorspeise weiter weg vom Körper gehoben werden, beim Dessert mit zur Seite abgewinkelten Ellenbogen nahe beim Körper. Nach dieser Übung mit dem Schritt zur linken Seite erfolgt das ganze (Vorspeise, Hauptübung, Dessert) mit einem Schritt nach rechts!

Ba Duan Jin
Atmen Bild-Nr. 0

Einatmen

1 2a Ausatmen 2b

3 4

Einatmen

5 (6) 6a

Ausatmen 6b

0

 Suzanne Arnold, CH-3052 Zollikofen 11.2.2008

2

Aus dem Ausbildungskurs 2005 - 2007 in Winterthur bei Chen Jumin aus AT-Salzburg

1.

Den Hi m m el m i t b eid en H änd en ha lten, um d en Dreif ac h erw ä rm er zu reguli eren

Shuang shou tuo tian li san jiao

Nach dem ersten Teil, mit Grundhaltung und „Vorspeise“ (wir stehen schulterbreit, die Hände unten vor dem Körper) drehen wir die Handflächen nach oben und heben die Hände langsam vor dem Bauch zur Brust; dabei gehen die Ellenbogen zur Seite. Etwa auf Brusthöhe drehen wir die Handflächen allmählich um: erst nach vorne, dann nach oben und strecken dabei die Arme weiter, wie wenn wir den Himmel tragen würden. Die ganze Bewegung des Arme-Hebens dauert so lange wie die Einatmung: beides aufeinander abstimmen. Nun ziehen wir die Hände von oben seitlich nach aussen und lassen sie neben dem Körper in einem grossen Bogen nach unten sinken. Gleichzeitig schliessen wir die Beine wieder. Das heisst: währenddem die Hände den oberen Teil des Kreises beschreiben, verschieben wir das Gewicht auf das rechte Bein, was bewirkt, dass wir rechts im Knie etwas einsinken; wenn sich die Arme ungefähr auf Schulterhöhe befinden und wir das Gewicht auf dem rechten Fuss haben, können wir den linken Fuss langsam zum rechten ziehen. Dabei bleiben wir mit beiden Knien etwas eingesunken! Erst beim jetzt folgenden dritten Teil, dem „Dessert“, richten wir uns während des Ausatmens wieder auf. Nun folgt das Ganze mit einem Schritt nach rechts.

Einatmen

0 - 2b 3 4

Ausatmen

5

Ein Aus

6(a) (6b)

2. Den Bo gen sp ann en , als o b m an au f ein en Ad ler sc hi ess t

Liangbi wanggong shi shedian

Nach dem ersten Teil, der „Vorspeise“ (nach dem Schritt nach links stehen wir schulterbreit, die Hände unten vor dem Körper) drehen wir die Handflächen nach oben und heben die Hände langsam vor dem Bauch zur Brust; dabei gehen die Ellenbogen zur Seite (bis hierher genau wie bei „Den Himmel halten“). Nun bilden wir rechts eine Faust (die Finger schauen zur Brust, der Daumen ist oben) und links eine so genannte Schwerthand: das Nagelglied des Daumens legen wir auf die Nägel des gebeugten Ringfingers und des gebeugten kleinen Fingers, Zeige- und Mittelfinger sind gestreckt und zeigen nach oben. Wir stellen und vor, dass wir einen Bogen spannen: die Rechte spannt die Sehne und zieht nach rechts, die Linke spannt den Bogen und drückt nach links. Der Blick folgt der linken Hand und „zielt“ auf den imaginären Adler. Währenddem wir den Bogen spannen, sinken wir in den Knien ein: beide Füsse werden gleich stark belastet. Wir achten beim Bogen spannen und Einsinken darauf, dass die Arme in einer Linie und parallel zum Boden bleiben: der rechte Ellenbogen darf nicht nach hinten oder nach unten ausscheren. Beide Füsse gleichmässig belasten! Nun lösen wir die Faust und führen den rechten Arm nach rechts, öffnen die linke Schwerthand, so dass die Arme auf beide Seiten ausgebreitet sind; die Handflächen zeigen zum Boden, wir sind immer noch eingesunken, der Blick geht wieder nach vorne. Nun führen wir beide Arme seitlich zum Körper zurück, verschieben das Gewicht nach rechts und ziehen den linken Fuss zum rechten zurück, die Knie sind aber immer noch gebeugt! Danach folgt das „Dessert“. Nun folgt die Übung seitenverkehrt mit einem Schritt nach rechts: Faust links, Schwertfinger rechts, Blick nach rechts.

Einatmen

3

Ausatmen 4

!
frei 5a

5b Ein Aus 6a 6b

 Suzanne Arnold, CH-3052 Zollikofen 11.2.2008

3

Aus dem Ausbildungskurs 2005 - 2007 in Winterthur bei Chen Jumin aus AT-Salzburg

3. Den Hi m m el s tü tz en u nd di e Erd e s tem men, (oder: mit einer Hand nach oben heben) u m M a gen und Milz zu regu li eren Tiaopi liwei xu danju
Nach dem ersten Teil, der „Vorspeise“ (wir stehen schulterbreit, die Hände unten vor dem Körper) drehen wir die Handflächen nach oben und heben die Hände langsam vor dem Bauch bis zur Brust; dabei sind die Ellenbogen zur Seite (bis hierher genau wie bei „Den Himmel halten“ und „Den Bogen spannen“). Nun drehen wir die linke Handfläche nach unten, die rechte nach oben, sinken in den Knien ein und führen die beiden Hände vor dem Körper voneinander weg, wie wenn wir mit der linken Hand gegen den Boden stemmen und mit der rechten den Himmel stützen würden. Dabei drehen wir den Kopf und der Blick geht nach links. Alles gleichzeitig und koordiniert: Hände auseinander, einsinken, Kopf drehen. Der rechte Arm sinkt seitlich aussen nach unten (Handfläche zeigt erst nach aussen, etwa auf Schulterhöhe zum Boden), bis dahin ist auch das Gewicht auf den rechten Fuss verschoben und das Knie leicht gebeugt; nun den linken Fuss zum rechten ziehen, während der rechte Arm wieder zum Körper kommt. Während der Zeit, in der die rechte Hand den langen Weg von oben bis unten geht, macht die Linke nur eine räumlich wenig ausgedehnte Bewegung, indem sie bloss wenig ausholt, sich ganz langsam dreht und dann gleichzeitig mit der rechten Hand bereit ist fürs „Dessert“. Die Linke bleibt aber nicht stehen, sie bewegt sich einfach viel langsamer als die Rechte! Danach folgt das „Dessert“. Nun folgt die ganze Übung seitenverkehrt mit einem Schritt nach rechts: rechte Hand stemmt gegen den Boden, die linke stützt den Himmel, Blick nach rechts.

Einatmen Ausatmen

3

4

frei 5a

!
Ein Aus 6a 6b

4. Na ch hin ten b li ck en, u m di e Wulao qishang wang hongqiao fün f Kü mm erni s se un d si eb en Betrü bni s se zu h ei len
Nach dem ersten Teil, der „Vorspeise“ (wir stehen schulterbreit, die Hände unten vor dem Körper) öffnen wir die Arme mit nach oben gerichteten Handflächen seitlich weit vom Körper weg bis Schulterhöhe und führen sie dann in einer grossen Rundung vor den Körper und drehen die Handflächen zu uns, wie wenn wir einen stattlichen Baum umarmen würden. Nun erfolgt eine Rumpfdrehung nach links, Kopf und Blick folgen dem Rumpf und gleichzeitig sinkt die linke Hand auf Hüfthöhe (die Hand wird abgewinkelt und die Handfläche zeigt zum Boden) währenddem die rechte Hand auf Schulterhöhe bleibt und sich die rechte Handfläche nach vorne dreht. Achtung: dies ist in erster Linie eine Rumpfdrehung, und auch eine Drehung in den Hüften, aber KEIN Abdrehen in den Knien! Die Arme bewegen sich nicht selbständig, sie folgen lediglich im Rahmen der Rumpfbewegung mit! Das Gewicht bleibt gleichmässig auf beide Beine verteilt! Nun den Rumpf mit den Armen und dem Kopf wieder zurück nach vorne drehen, dann erst Gewichtsverschiebung auf das rechte Bein, gleichzeitig die Arme in einem sanften Bogen zurück zum Körper führen, linkes Bein zum rechten ziehen, Knie bleiben gebeugt. Danach folgt das „Dessert“. Nun die ganze Übung seitenverkehrt mit einem Schritt nach rechts wiederholen: die rechte Hand nach unten zur Hüfte, linke Handfläche nach vorn, Rumpfdrehung (mit Armen, Kopf und Blick) nach rechts (Gewicht bleibt in der Mitte!). 1, 2a/2b Einatmen 3a 3b Ausatmen 4

!
frei

Ein/Aus

 Suzanne Arnold, CH-3052 Zollikofen 11.2.2008

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Aus dem Ausbildungskurs 2005 - 2007 in Winterthur bei Chen Jumin aus AT-Salzburg

5. Mi t d em Kopf n ick en un d d em Sc h wanz w ed eln, um da s H erzf eu er zu b eru hi gen

Yao tou bai wei qu xinhuo

Nach dem ersten Teil, der „Vorspeise“ (wir stehen schulterbreit, die Hände unten vor dem Körper) führen wir die Arme in einem kleinen Bogen vor den Körper (viel kleiner als bei „den Baum umarmen“ in der vorherigen Übung) und dann seitlich neben den Rippen nach hinten und legen die Handrücken (oder auch die Kanten von Daumen und Ziegefinger, das so genannte „Tigermaul“) seitlich neben der Wirbelsäule auf den Rücken. Gleichzeitig beugen wir den Oberkörper etwas nach vorn, indem wir in der Hüfte abknicken und das Gesäss leicht nach hinten verlagern. Nun machen wir eine bogenförmige Bewegung mit dem Kopf samt Oberkörper nach links unten und wieder rauf, währenddem das Gesäss (Steissbein) etwas nach rechts ausweicht. Während dieser ganzen Bewegung gleiten die Handrücken oder das Tigermaul auf dem Rücken neben der Wirbelsäule nach unten über die Nieren und das Gesäss. Achtung: das Gewicht bleibt auch bei dieser Drehung auf beide Füsse gleichmässig verteilt! Nun kommen Oberkörper, Kopf und Steissbein wieder in die Mitte, wir richten uns auf, verlagern das Gewicht aufs rechte Bein, führen den linken Fuss zum rechten und die Arme kommen nach vorne in die Ausgangsstellung (alles koordiniert und gleichzeitig!) zum „Dessert“. Nun erfolgt die ganze Übung seitenverkehrt mit einem Schritt nach rechts Kopf und Oberkörper gehen nach rechts, das Steissbein nach links (Gewicht Mitte!)

Einatmen 3

Ausatmen 4

!
frei 5a Ein Aus 6a 6b

6. Mi t b eid en Hän den di e Füs s e u m fas s en , um Nieren un d K reuz zu stä rk en

Shuang shou panzhu liu shenyao

Nach dem ersten Teil, der „Vorspeise“ (wir stehen schulterbreit, die Hände unten vor dem Körper) führen wir die fast gestreckten Arme schulterbreit vor dem Körper nach oben, bis die Fingerspitzen zum Himmel zeigen, die Handflächen schauen jetzt nach vorne. Nun beugen wir mit geradem Oberkörper und gerader Halswirbelsäule und fast gestreckten Knien den Oberkörper so weit wie möglich nach unten, indem wir in der Hüfte beugen, lassen dann den Kopf entspannt hängen, fassen mit den Händen die Fussgelenke und ziehen den Kopf mit dieser Bewegung noch etwas Richtung Knie. Vorsicht bei Kreislaufproblemen! Nicht üben bei Wirbel- oder Bandscheibenschäden! Das Aufrichten erfolgt mit gebeugten Knien, rundem Rücken (Wirbel für Wirbel) und hängendem Kopf. Dabei drehen wir die Handflächen nach oben, die Fingerspitzen zeigen zueinander, wie wenn wir Energie schöpfen würden. Wenn die Hände etwa auf Kniehöhe sind und wir ein stabiles Gleichgewicht haben, verlagern wir das Gewicht aufs rechte Bein und ziehen langsam den linken Fuss zum rechten. Die Knie sind immer noch leicht gebeugt. Dann gleich weiter mit dem „Dessert“. Nun erfolgt die gleiche Übung mit einem Schritt nach rechts.

Einatmen Ausatmen

3

4

!
Einatmen

5a Ein Aus 6a 6b

 Suzanne Arnold, CH-3052 Zollikofen 11.2.2008

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Aus dem Ausbildungskurs 2005 - 2007 in Winterthur bei Chen Jumin aus AT-Salzburg

7. Fäu ste bild en und di e Au gen vergrö ss ern, um K ra f t zu gewi nn en

Zhuang guan numu zengliqi
1, 2a/2b Einatmen 3a 3b Ausatmen frei Ein/Aus 4

Nach dem ersten Teil, der „Vorspeise“ (wir stehen schulterbreit, die Hände unten vor dem Körper) öffnen wir die Arme mit nach oben gerichteten Handflächen seitlich weit vom Körper weg bis Schulterhöhe und führen sie dann in einer grossen Rundung vor den Körper und drehen die Handflächen zu uns, wie wenn wir einen stattlichen Baum umarmen würden. (Bis hierher also gleich wie bei 4. „Nach hinten blicken...“) Nun bilden wir Fäuste und drehen Arme und Hände um, so dass die Finger nach aussen zeigen und die Daumen nach unten. Dabei machen wir die Augen gross und weit auf. Danach die Arme in einem Bogen seitlich wieder sinken lassen und weiter zum „Dessert“. Nun erfolgt die gleiche Übung mit einem Schritt nach rechts.

8. Di e Fers en fallen las s en , um di e hu nd ert K rank h ei ten zu v erni ch ten

Bei hou qi dian baibing xiao
1, 2a/2b Einatmen 3 Ausatmen 4

Nach dem ersten Teil, der „Vorspeise“ (wir stehen schulterbreit, die Hände unten vor dem Körper) winkeln wir die Hände vor dem Körper noch stärker ab, die Fingerspitzen zeigen zueinander. Nun schieben wir die Hände zur Seite, wie wenn wir etwas mit Kraft auseinander ziehen müssten; gleichzeitig heben wir die Fersen und verlagern dadurch unser Gewicht auf die Fussballen. Dann lassen wir die Fersen auf den Boden fallen und entspannen die Hände. Dadurch entsteht eine Erschütterung im ganzen Körper und wir stellen uns vor, wie alles Überflüssige so aus dem Körper geschüttelt wird und entweicht. Vorsicht bei allfälligen Rücken- oder Gelenkproblemen! Danach folgt das „Dessert“. Diese Übung wird mit einem Schritt nach rechts wiederholt.

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 Suzanne Arnold, CH-3052 Zollikofen 11.2.2008

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Aus dem Ausbildungskurs 2005 - 2007 in Winterthur bei Chen Jumin aus AT-Salzburg