medizin

Cannabis

eine (Unbekannte
Nervenwurzelausriss erlitt und dadurch l zum Schmerzpatienten wurde. Plexusaus- l riss bedeutet bei mir eine schlaffe Lähmung l des gesamten linken Armes einschließlich der Hand. Mich plagen unter anderem l starke neuropathische Schmerzen. Früher l wurde meine Erkrankung auch mit Phantomschmerzen erklärt. grow! Wie alt warst du damals? Uwe: 34 Jahre. grow! Welche Medikamente oder Therapien hast du schon ausprobiert und mit welchem Erfolg? Uwe: Über die Jahre wurde ich mit allen zur l Verfügung stehenden Medikamenten und l Therapien behandelt. Es wurden Medika- l mente wie z. B. Durogesic (Fentanyl), l-Po- l lamidon, Trileptal, Tavor, Opiate, Morphine, l Ketanest, Cassadan, Phenetoin, Neurontin, l Timox, Lyrica, Nexium, Remergil, Dormicum l eingesetzt. Ich hatte Nerventransplantationen, einen Versuch mit SCS (Spinal Cord l Stimulation), einen Versuch über Drezlä- l sion in mehreren Wirbelkörpern, schulme- l dizinische Behandlungen und Therapien im l In- und Ausland, die aber leider alle nicht l den gewünschten Erfolg brachten. grow! Und es gab nichts, was deine l Schmerzen lindern konnte? Uwe: Naja, einige Medikamente und Therapien brachten nur vorübergehende Linderung, ließen mich aber dafür unter den Nebenwirkungen leiden. Alles in allem brachten diese Versuche aber keine zufriedenstellende Lösung. Niemand konnte mir so richtig helfen. Oft wurde mir beim Verabschieden mit gesenktem Blick die Hand auf die Schulter gelegt und gesagt, kümmere dich um Linderung. Wir können nichts tun.

In der letzten Zeit hören und lesen wir in den Medien vermehrt über das Thema „Cannabis in der Medizin". Leider aber noch nicht genug, denn hört man sich in der Gesellschaft mal ein wenig um gibt es viele Missverständnisse. Einige Personen, darunter auch Ärzte, glauben z. B., dass Cannabis keine medizinischen ja Eigenschaften besitzt. Andere wissen nicht, dass es in Deutsch- grow! Das istvon Horror. Wie oder wann hast du dann der medizinischen Wirland schon seit einigen Jahren wieder verschreibungspflich- kung von Cannabis erfahren und wie hilft tige Cannabis-Präparate gibt. Wiederum andere glauben, dass es dir? Cannabis-Patienten nur auf Kosten des Staates Riffen wollen. Uwe: Ein Hinweis auf die Möglichkeit der Linderung durch Cannabisprodukte kam Es quälen sich Tqusende Menschen (und auch Tiere) jeden Tag direkt von einem erfahrenen Schmerzthevor Schmerzen, Übelkeit, Depressionen u. v. m., ohne zu wissen,rapeuten, wenn auch nicht „offiziell". AnFreunde ein dass es eine Pflanze gibt, die ihnen vielleicht helfen könnte. Der schließend schenktenberichteten mir von Buch zum Thema und mir Schmerz treibt laut der Schmerz-Suizid-Statistik mehr als SOOO anderen Schmerzpatienten, die sich mit Meine Menschen jährlich in den Selbstmord. Wir haben uns mit Uwe Cannabis Linderung verschafften.anderen Phantomschmerzen, die vielen Ciecor aus Langebrück (Sachsen) getroffen. Uwe ist chronischer Problematiken und die starken NebenwirSchmerzpatient und leidet seit über 15 Jahren an unerträglichen kungen meiner damaligen Medikamente mich Schmerzen. Auch er musste jahrelang wahnsinnige Schmerzen veranlassten Themadazu, mich intensiver mit diesem zu beschäftigen. Ich ertragen, nur weil man ihm nicht glaubte, dass Cannabis ihm sprach auch mit all meinen Ärzten und Therapeuten von Beginn an offen über meine besser hilft als Opiate. Unglaublich aber wahr, lest selbst. Erfahrungen mit Cannabis, die ich mittlerweile gemacht hatte. Ich berichtete ihnen growlHallo Uwe, danke dass du dir etwas Zeit für uns genommen hast. Wie geht es dir grow! Kannst du uns und unseren Lesern von der Möglichkeit einer Therapie mit Cannabis und oder mit dem ab 1998 verwendenn heute? erklären, wie es zu deinem Leiden kam? dungsfähigen THC-Wirkstoff Dronabinol. Uwe: Danke, es geht im Moment. Ich habe Uwe: Ich hatte 1997 einen schweren Unfall, Aber nichts passierte in dieser Richtung. bei dem ich unter anderem einen Plexusschon schlimmere Tage gehabt.

medizin grow! Sie haben dir kein Dronabinol verschrieben? Uwe: Nein, stattdessen bekam ich einen Cannabis-Abusus vorgeworfen, ich wäre nur auf Cannabis fixiert, Abhängigkeit usw. Obwohl die behandelnden Ärzte wussten, dass der medizinische Einsatz von Cannabis/Dronabinol bei Schmerzpatienten angezeigt ist und es durchaus helfen könnte. Da ich aber schon zugegeben hatte, dass ich Cannabis, wenn verfügbar, einsetze und die Ärzte wohl zu wenig Erfahrung diesbezüglich hatten, verweigerten sie erst einmal eine Cannabis/Dronabinol- Therapie. Das heißt, solange die Kostenübernahme nicht geklärt war und andere „Verwehrungs- Gründe" vorlagen, bekam ich kein Dronabinol. Zehn Jahre wurde mir eine mögliche Therapie verweigert. Zehn Jahre wurde mir so ein schnell wirkendes Schmerzmittel gegen meine einschießenden Schmerzen verweigert. Wohl auch, weil mir meine Schmerzen nicht geglaubt wurden und die Ärzte wohl eine „weitere Abhängigkeit" vermeiden wollten. Ich fühlte mich in den ganzen Jahren nie ausreichend behandelt, sondern eher un- und missverstanden, sowie oft nicht ernst genommen von meinen Ärzten. grow! Das kann doch nicht sein, dass ein Patient erst mal eine Palette verschiedener Medikamente einnehmen muss, bis er Cannabis verwenden darf. Was hast du denn in der Zwischenzeit gegen deine Schmerzen unternommen? Uwe: In dieser Zeit nahm ich Cannabis nur zum schnellen Einsatz bei furchtbar starken Schmerzattacken. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich ohne Cannabis heute nicht mehr leben würde. Es hat mir in vielen sehr verzweifelten, schmerzhaften Situationen die Möglichkeit gegeben, weiterzumachen. Depressionen linderte es genauso gut wie meine Schmerzen. Ohne eine Handvoll Pillen mit den dazugehörigen Nebenwirkungen. grow! Wie und wann kam dann endlich die positive Wendung? Uwe: 2007 bekam ich die Möglichkeit eines Dronabinol-Therapieversuches und mit dem zusätzlichen Einsatz von natürlichem Cannabis fand ich dann endlich echte Erleichterung. Von dem Moment an ging es langsam bergauf. 2009 bekam ich dann die Ausnahmegenehmigung zur legalen Nutzung von natürlichem Cannabis. grow! Musst du jetzt außer Cannabis noch andere Medikamente einnehmen? Uwe: Nein, zurzeit nicht. Ich habe einen erfolgreichen Entzug aller mir verordneten Medikamente gemacht und nutze seit zweieinhalb Jahren nur noch ölige Dronabinol-Lösung und natürliches Cannabis. grow! Das ist ehrlich schön zu hören. Aber wie wir von anderen Patienten erfahren haben, wird Dronabinol nicht von den Krankenkassen erstattet. Ist das auch bei dir der Fall? Uwe: Nein, die Kosten für das Dronabinol übernimmt mein Zahlungsträger auf Grund der schweren Erkrankung, dafür bin ich auch sehr dankbar. Ihr habt Recht, andere Patienten kämpfen verzweifelt seit Jahren für eine Kostenübernahme. grow! Wie viel Cannabis brauchst du zusätzlich zum Dronabinol am Tag und was kostet dich das im Monat? Oder übernimmt das auch dein Zahlungsträger? Uwe: Nein, leider nicht. Mein täglicher Verbrauch bewegt sich um die drei Gramm Cannabisblüte aus der Apotheke. Die Kosten für eine Tagesdosis liegen bei ca. 50,00 Euro. Ich möchte aber noch erwähnen, dass ich die Dosis seit Jahren nicht steigern musste, wie es bei anderen Medikamente der Fall war. grow! Interessant, das haben wir schon oft von Cannabis-Patienten gehört. Hast du dir schon mal ausgerechnet, wie viel Geld du bisher für deine Medizin investieren musstest? Uwe: Von der Erlaubnis-Erteilung 2009 bis Anfang 2011 habe ich für Cannabis aus der Apotheke ca. 20.000 Euro bezahlt. grow! Was 20.000 Euro? Das muss man sich mal vorstellen! Hattest du wegen Cannabis auch schon mal Probleme mit der Polizei? Uwe: Ja, in Verbindung mit der Polizeiaktion „Sativa" hatte ich 2006 auch eine Hausdurchsuchung. Diese führte wegen Auffindens meiner kleinen Grow-Anlage plus meiner Bevorratung auch Franz-Josef Platz 2 • A-6330 Kufstein Tel. 00 43-(0)53 72-61 1 72 • Fax 00 43-(0)53 72-61 235 info@ganzheitlich.at • www.fein-kost.com

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Körper. Für Patienten, die gesundheitlich! nicht dazu in der Lage sind, sollte ein Pati-l entenvertreter den Anbau übernehmen dür-| fen. growiWas hat sich bei dir geändert, jetztj wo du Cannabis als Medizin bekommst?

Herr Uwe Ciecior

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Uwe: Alles, nun da es mir wieder so gutl geht, kann und möchte ich auch am öffentli-j chen/gesellschaftlichen Leben wieder teil-| nehmen. grow! Wäre es möglich zu beschreiben, l wie dir Cannabis hilft? Nimmt es dir zu| 100 % den Schmerz? Uwe: Nein, das macht es nicht. Mir hilft! Cannabis nicht immer ausreichend gegen) meine starken Durchbruchsschmerzen. Jedoch kann ich sofort Einfluss nehmen und habe keine belastenden Nebenwirkungen mehr. Mir hilft Cannabis, zur Ruhe zu kommen, mir Zeit zu nehmen etwas zu unter-j nehmen, und so wieder am Leben teilzunehmen. Ohne Angst vor der gesundheitlichen | Zukunft zu haben. grow! Lebst du alleine? Uwe: Ja, ich lebe zwar seit 5 Jahren in einer glücklichen Beziehung, wohne jedoch | allein. grow! Kannst du mit diesen Schmerzen! überhaupt einer geregelten Arbeit nachge-1 hen? Uwe: Nein, ich bin schon seit Jahren in] Rente. Im letzten Gutachten von 2010 wurde die Erwerbsunfähigkeit auf Grund meiner Schmerzen auf 100 % gesetzt. Ich arbeite, wenn ich dazu in der Lage bin. Wenn ich mich danach richte, komme ich gut zurecht, j grow! Was wünscht du dir für die Zukunft? Uwe: Einsicht und Mitgefühl bei den Ver-1 antwortlichen in den Behörden und der Regierung. Ich wünsche mir, dass Cannabis mehr und vor allem früher eingesetzt wird,, bevor schwere Abhängigkeiten und Nebenwirkungen der oft schnell verschriebenen Medikamente auftreten und erlitten werden l müssen. Patienten sollte ihre Einschätzung über die Wirksamkeit von Cannabis auf ihre Befindlichkeit geglaubt werden. Den Patienten ist es egal, ob die Linderung ihrer Leiden in den letzten Jahren auch wissenschaftlich bestätigt wurde. Ihnen geht es; schlecht und sie erfahren Linderung bis Heilung, das ist die Hauptsache. Ärzte sollten vorurteilsfrei über den Einsatz von Dronabinol und natürlichem Cannabis nachdenken. grow! Möchtest du unseren Lesern noch etwas mitteilen? Uwe: Ja, gerade Patienten möchte ich etwas mitgeben. Sprecht mit eurem Arzt oder Apotheker. Informiert euch z. B. auf der Webseite der „Arbeitsgemeinschaft Cannabis Medizin" oder „Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin" über die Möglichkeiten des medizinischen Einsatzes von Cannabis. Nutzt das ACM-Forum zum Austausch, werdet Mitglieder des ACM und unterstützt mit euren Erfahrungen Patienten und Ärzte. grow! Uwe, danke dass du uns und unseren Lesern deine Erfahrung mit medizinischem Cannabis erzählt hast. Wir wünschen dir für deine Zukunft viel Glück und wenige (besser gar keine) Schmerzen. Text: C. Bedeeh

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IMmeMn Nr. 505 vom 14.04.200» 6 Cannabis ftos Bedrocan GfiA 5g 4 Cannabis Ftos Bedrobinot GBA 5g 7 Cannabis Ftos BsdW QRA Sg

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zur Anzeige. Nach fast sechs Jahren und vielen Verhandlungen wurde ich wegen gerechtfertigtem Notstand freigesprochen. Das Urteil ist auch ein Jahr später noch immer nicht rechtskräftig. Ansonsten wurde ich niemals auf meine Nutzung von Cannabis angesprochen. Ich verwende es auch in der Öffentlichkeit, versuche aber dabei niemanden zu belästigen.

grow! Du sagtest gerade, dass du bei der Polizeiaktion „Sativa" auch eine Hausdurchsuchung hattest. Kannst du unseren Lesern kurz erzählen, was diese Aktion „Sa- grow! Uwe, kannst du uns sagen, wie groß die Anlage war und wie viele Pflanzen die tiva" war? Polizei bei dir gefunden hat? Uwe: Die Aktion „Sativa" am 28.01.2008 war eine europaweit angelegte Aktion der Uwe: Ich hatte meine blühenden Pflanzen Behörden. In insgesamt fünf europäischen in einer kleinen Kammer auf einem QuaLändern wurden früh um 6.00 Uhr Haus- dratmeter stehen. Im Schlafzimmer standurchsuchungen durchgeführt. Allein in den noch zwei Mutterpflanzen und einige Deutschland waren damals 1600 Beamte kleine Pflänzchen, die ich zum Verfüttern abgestellt, um 235 Wohnungen zu durchsu- an meine Leguane aussortiert hatte, gab es chen. Zu der Aktion kam es durch die Über- auch noch. wachung des „Catweazel"-Growshops und grow! Welche Sorten sind für dich besser, deren Kunden. Ich hatte damals eine auto- Indica oder Sativa? matische Steuerung für mein kleines Gewächshaus und ein „Grow-Zelt 80x80x160" Uwe: Das kann ich so nicht sagen, es stebestellt. Völlig legale Artikel, völlig legaler hen mir ja keine reinen Sativa- oder IndicaKauf ohne irgendwelche Verschleierung, Sprten zur Verfügung. Ich benutze meist unter meinem Namen an meine Adresse. eine Mischung aus mehreren Sorten mit Den Behörden war lt. Ermittlungsakte be- unterschiedlich hohen Sativa- oder Indicakannt, dass ich austherapierter Schmerz- Anteilen. Gegen meine Schmerzdurchbrüpatient bin. Es folgten Überwachungen che hilft oft ein höherer Indica-Anteil, bzw. und es wurde festgestellt, dass ich ein Ge- starkes Haschisch wirkt sogar noch beswächshaus habe, meine Rollos unregelmä- ser. Aber welche Sorten ich am Ende nutze, ßig hoch und runter ziehe, ich eine Sitze- hängt natürlich von der Verfügbarkeit ab. grow! Glaubst du, dass der Eigenanbau in Zukunft für Patienten in Deutschland erlaubt wird? Uwe: Daran glaube ich fest. Auch wenn sich von staatlicher Seite noch mit den unglaublichsten Gründen dagegen gewehrt wird. Für sehr viele Patienten wäre das eine sehr gute Lösung. Patienten könnten sich über ihre Erfahrungen mit den von ihnen angebauten Sorten austauschen. Ich finde den Austausch von direkt Betroffenen am sinnvollsten. Wir erleben doch die Verbesserung unserer Lebensqualität am eigenen

cke „blickdicht" gemacht habe usw. Zu der Hausdurchsuchung bei mir möchte ich noch sagen, dass bei besserer Vorbereitung ein Beamter völlig gereicht hätte, um festzustellen, was Sache ist. Nachdem mich die leitende Beamtin gesehen hatte und ich auf meinen Gesundheitszustand aufmerksam gemacht habe, wurde zwar konsequent weiter durchsucht, aber ich wurde freundlich und mit Rücksicht behandelt. Ich glaube, so einigen Beamten und der mitgebrachten Zeugin war bewusst, dass hier mit Kanonen auf kranke Spatzen „geschossen" wird.