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Theologisches Seminar BERÖA Industriestraße 6-8 D-64390 Erzhausen

Exegese zu
I Korinther 3.10-17

Jahresarbeit im Fachbereich Neues Testament

eingereicht bei Dr. Rudolf Fichtner vorgelegt von Jonatan Gustavo Krüger MST 2011/12 Erzhausen, Januar 2012

Inhalt 1.   1.1.   1.1.1.   1.1.2.   1.2.   1.2.1.   EINLEITUNG................................................................................... 1   LITERARISCHE GATTUNG UND LITERARISCHER KONTEXT.................... 1   Literarische Kontext ........................................................................... 1   Literarischer Gattung ......................................................................... 2   HISTORISCHE EINORDNUNG DES TEXTES ............................................. 3   Situationsanalyse ................................................................................ 3  

1.2.1.1.   Verfasser ............................................................................................. 3   1.2.1.2.   Abfassungsort und Zeit....................................................................... 4   1.2.1.3.   Adressat .............................................................................................. 5   1.2.2.   1.3.   2.   2.1.   2.1.1.   Nachforschungen über die Verhältnisse der Umwelt ......................... 5   TEXTKRITIK ......................................................................................... 8   TEXTANALYSE ............................................................................ 11   SYNCHRONE ANALYSE ....................................................................... 11   Analyse des Textzusammenhangs ..................................................... 11   1.2.2.1.   Politische, religiöse, kulturelle, soziale Verhältnisse ......................... 5  

2.1.1.1.   Kontext und Abgrenzung ................................................................. 11   2.1.1.2.   Entstehungssituation ......................................................................... 12   2.1.2.   Textinterne Analysen ........................................................................ 12   2.1.2.1.   Lexikalisch - grammatische Analyse (LGA) .................................... 12   2.1.2.2.   Semantisch - kommunikative Analyse (SKA) ................................. 12   2.1.2.3.   Ergänzende sprachliche Untersuchungen ......................................... 12   2.1.2.3.1.   Wortstudium ..................................................................................... 12   2.1.2.3.2.   Grammatikalische Analyse ............................................................... 14   2.1.2.4.   Stilanalyse......................................................................................... 14   2.1.2.5.   Form- und gattungsgeschichtliche Analyse...................................... 14   2.1.3.   Analyse auf Textebene ...................................................................... 15   2.1.3.1.   Kohärenz und Struktur ..................................................................... 15   2.1.3.1.1.   Textgliederung .................................................................................. 16   2.1.3.2.   Pragmatische Analyse ...................................................................... 16   2.1.3.3.   Rhetorische Analyse ......................................................................... 17   2.1.3.4.   Narrative Analyse ............................................................................. 18   2.2.   DIACHRONE ANALYSE ....................................................................... 18  

2.2.1.   2.2.2.   2.2.3.   2.2.4.   2.2.5.   3.   3.1.   3.2.   3.3.   3.4.   4.   5.   5.1.   5.2.  

Synoptischer Vergleich ..................................................................... 18   Religionsgeschichtlicher Vergleich .................................................. 18   Literarische Analyse ......................................................................... 19   Traditionsgeschichtliche Analyse ..................................................... 20   Redaktionsgeschichtliche Analyse .................................................... 22   ZUSAMMENFASSUNG ................................................................ 22   DEFINITIVE ÜBERSETZUNG ................................................................ 22   TEXTAUSLEGUNG (FORTLAUFENDE) .................................................. 23   THEOLOGISCHER ERTRAG (SKOPUS) .................................................. 26   BEITRAG ZUR BIBLISCHEN THEOLOGIE............................................... 26   LITERATURVERZEICHNIS ...................................................... 28   ANHANG ........................................................................................ 32   LEXIKALISCH-GRAMMATISCHE ANALYSE ......................................... 32   SEMANTISCH-KOMMUNIKATIVE ANALYSE ........................................ 32  

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1. EINLEITUNG
Die vorliegende Ausarbeitung führt eine exegetische Untersuchung zu 1. Korinther 3.10-17 durch. Im ersten Teil der Exegese werden zunächst die sogenannten Einleitungsfragen wie literarischer Zusammenhang (Kontext) und literarische Gattung (1.1) bearbeitet, eine historische Einordnung des Textes (1.2) vorgenommen und textkritische Untersuchungen (1.3) der Perikope durchgeführt. Im zweiten Teil werden die einzelnen Textanalysen durchgeführt. Im dritten Teil werden die theologischen Zusammenfassungen der Exegese bearbeitet.

1.1. LITERARISCHE GATTUNG UND LITERARISCHER KONTEXT
1.1.1. Literarische Kontext Der 1. Korintherbrief ist im Ganzen schwer zu gliedern, da kein durchgehender Gedankengang zugrunde liegt. Zusammenhängende Themen werden mehrfach durch Exkurse unterbrochen. Trotzdem scheint eine grobe Einteilung in zwei Teile sinnvoll: 1,10 bis 6,20 als erste Teil und 7,1 – 15,58 als zweiter. In Kap. 1,1-3 findet man Angaben zu Verfasser, Empfänger und einen Gruß. Die Verse 4-9 des selben Kapitels beinhalten das Proömium wo Paulus sich bei Gott bedankt, dass er die Korinther mit Gnade und Reichtum an Lehre und Erkenntnis reich beschenkt hat. Der Briefkorpus (1,10-15,58) teilt sich in zwei große Bereiche. Im ersten Teil, Kap. 1,10 bis 6,201, nimmt der Autor Stellung zu den mündlichen Berichten2, die ihm „durch die Hausgenossen der Chloe“3 bekannt geworden sind. Am Anfang des Teils erwähnt Paulus die Spaltungen in der Gemeinde (1.10-17). Danach spricht er von der Botschaft vom Kreuz, welcher entgegen menschlicher Weisheit ist und identifiziert er sich selbst als Botschafter des Kreuzes (1,18-2,5). Weiter schreib Paulus über die verborgene Weisheit Gottes (2,6-16). Danach (3,1-4,21) schreibt Paulus, dass die Christen in Korinth keine Erwachsene, sondern nur kleine Kinder sind, da sie in verschiedene Parteiungen gespalten sind und so werden sie dann mit dem „sich rühmen eines Menschen“ in
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Carson meint, dass der erste Teil im Kap 4,21 endet, denn es ist nicht klar ob die Themen, die die Kap. 5-6 beinhalten, immer noch Teil vom Bericht von Chloes Hausgenossen sind oder aus anderer Quelle. Vgl. Carson S. 504-505 2 Hörster (S. 185) erkennt eine Zweiteilung des Briefes. Sie ist darauf zurückzuführen, dass während des Verfassens der Kap. 1-6, eine Abordnung der Gemeinde, welche ihm Brief aus Korinth mitgebracht hatten, ankam. Die Fragen die in diesem Brief standen beantwortete Paulus in den Kap. 7-15. 3 1Ko. 1.11

2 Verbindung gesetzt. So muss Paulus ihnen über die Aufgaben der Leiter und die Bedeutung der Lehrer in der Gemeinde schreiben. Genau hier gliedert sich nun meine Perikope (Kap. 3,10-17) ein, wo Paulus durch eine Metapher zeigt, dass niemand mehr als ein anderer in der Gemeinde gilt und weder Apollos noch er selbst nur Mitarbeiter Gottes sind. Danach nimmt er Stellung zu verschiedenen moralischen Missständen (5,1 – 6,20) wie Unzucht und notwendige Gemeindezucht (5,1-13), Rechtsstreitigkeiten unter Christen (6,1-11) und Prostitution (6,12-20). Der zweite Teil, Kap. 7,1-15,58, ist eine Stellungnahme des Paulus zu schriftlichen Fragen der Gemeinde. Zunächst geht er auf Fragen über Ehe, Scheidung und Ehelosigkeit (7,2-40) ein. Danach schreibt er über Götzenoper (8,1-11,1) und macht einen Exkurs über die Freiheit des Apostels (9,1-27). Anschließend schreibt er über verschiedene Gottesdienstfragen (11,2-14,40) - die Kopfbedeckung der Frau (11,2-16), das Liebesmahls und Herrenmahl (11,17-34) und die Rolle der Geistesgaben in der Gemeinde (12,1-14,40) mit einem Exkurs zu Agape Liebe (13,1-30). Am Schluss des Teils erörtert er die Auferstehung der Christen (15,1-58). Im Briefschluss (16,1-23) gibt Paulus Anweisungen für die Kollekte (16,1-4), erläutert seine Reisepläne (16,5-9) und gibt Mitteilungen über andere Mitarbeiter (16,10-18). Der Verfasser schließt der Brief mit Grüßen und dem Schlusswunsch (16,19-24). 1.1.2. Literarischer Gattung Der 1. Korintherbrief gehört der Rahmengattung eines Briefes an. So ist er einer der 21 Briefe des Neuen Testaments. Der Autor bedient sich aber der antiken Briefform mit orientalischer Form4. Er benutzt ein Präskript welches Angaben über die Schreiber, die Adressaten und einen Eingangsgruß enthält (1,1-3), ein Proömium, was eine briefliche Danksagung ist (1,4-9), einen Briefkorpus (1,10 – 15,58) und einen Briefschluss (16,1-24), welcher sich aus der Schlussparänese5 und dem Postskript zusammensetzt. Das Postskript beinhalte das Eschatokoll mit Grußbestellungen und persönlichem Segensgruß (16,19-24). Bei dem 1Kor. handelt es sich nicht um einen reinen Gelegenheitsbrief oder einen
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Vgl. Conzelmann S. 32 Paränetischen Charakter: παρακαλω = ich ermahne, ermahnenden Charakter

3 Privatbrief, sondern um ein apostolisches Sendschreiben6, denn hier geht der Verfasser, als Gründer der Gemeinde in Korinth, auf die konkrete Situation der Gemeinde ein.

1.2. HISTORISCHE EINORDNUNG DES TEXTES
1.2.1. Situationsanalyse 1.2.1.1. Verfasser Der namentlich genannte Verfasser war ein Jude und hieß Paulus. Paulus war von Tarsus in Zilizien, jedoch wuchs er in Jerusalem auf. Er war von Beruf Zeltmacher und nebenbei auch „Schüler des gelehrten Rabbi Gamaliel, eines Enkels und Nachfolgers des berühmten Rabbi Hillel“7. Die Korintherbriefe stehen bei den Paulusbriefen selbst im Kanon Muratori ganz vorne.8 „Die paulinische Verfasserschaft des 1. Korintherbrief steht [somit] außer Zweifel“9; dies glauben auch die meisten Theologen. Paulus wird schon im Präskript (Kap 1,1) als Verfasser genannt, neben ihm Sosthenes als Mitverfasser. Sosthenes war höchstwahrscheinlich der ehemalige Synagogenvorsteher Korinths (Apg. 18,17). Nach seiner Bekehrung schloss er sich der Gemeinde an. Es ist davon auszugehen, dass er Paulus und sein Team von Korinth aus begleitete und in der Gemeinde anerkannt war.10 Weitere innerbriefliche Aussagen, wie 1Kor. 1,13 wo der Verfasser rhetorische Fragen stellt oder 1Kor. 3,4 wo der Name „Paulus“ zu „ich“ wechselt als er über „Apollos und Paulus“ schreibt und bei den Briefschluss (16,21), mit eigenem Hand geschrieben, verweisen auf Paulus als Verfasser. Auch die frühkirchlichen Schriften kannten die paulinische Verfasserschaft des 1Kor an. Der 1. Klemensbrief erinnert an die korinthischen Briefe (1Klem 47,13). Auch Ignatius von Antiochia erwähnte den 1. Korintherbrief (IgnRöm 5,1; IgnEph 18,1)11 in seinen Schriften. 1Kor. 1,2b wurde als unpaulinisch angesehen, weil „der sehr konkret an die Korinther gerichtete Brief nicht außerdem für die gesamte Christenheit bestimmt

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Vgl. Hörster S. 188; vgl. Schnabel S. 44 Drane S. 14-15 8 Vgl. Kümmel S. 238-239; vgl. Schnelle S. 74, vgl. Conzelmann S. 12 9 Schnelle S. 74 10 Vgl. Schrage S. 101 11 Vgl. Schnelle S. 74

4 sein könne“12. Aber Kümmel kommt trotzdem zu folgendem Schluss: "Man muß vielmehr festhalten, daß Paulus in 1,2b die Adresse erweitert durch eine liturgisch formulierte Kennzeichnung der gesamten Christenheit.“13 Außerdem existieren auch verschiedene Teilungshypothesen. Darüber schreibt Kümmel: „die Begründungen für die Zerlegung des 1 Kor in 2 oder mehr Briefe sind nicht überzeugend“14. Ich schließe mich Schmellers Schluss an:
Die gewichtigeren Argumente sprechen m. E. aber für die Einheitlichkeit des 1 Kor. Allerdings sind bei einer solchen Gewichtung immer Faktoren im Spiel, die teils subjektiv, teils durch den gegenwärtigen Trend der Forschung beeinflusst sind. Was plausibel ist, ändert sich. Mit diesen Vorbehalten kann man gegenwärtig die Einheitlichkeit des 1 Kor annehmen.15

1.2.1.2. Abfassungsort und Zeit Über der Abfassungsort steht im 1. Kor. 16,8, dass Paulus in Ephesus war. Ein weiterer Beleg für diesen Ort ist 1. Kor. 16,19, wo Paulus Grüße von den Gemeinden aus Asien übermittelt. So ist Ephesus von den meisten Autoren als Abfassungsort anerkannt.16 Über die Abfassungszeit weiß man, dass der Brief vor dem Pfingstfest (1. Kor. 16,8) und kurz vor dem Osterfest17 (1. Kor. 5,7f) geschrieben wurde. Nach Kümmel verfasste Paulus den Brief im Frühjahr, wobei es sich wahrscheinlich um das Frühjahr 54 oder 55 handelt, welches das Frühjahr vor Beendigung des ephesinischen Aufenthalts von Paulus wäre.18 Darin stimmt Schnelle überein, wobei er aufgrund der Reisepläne des Apostels zu dem Frühjahr 55 tendiert.19 Hörster datiert den Brief ein Jahr früher als Kümmel, also auf das Jahr 53 oder 54, was zur Zeit der dritten Missionsreise wäre20. Hörster, den ich zustimme, stütz sich auf den 2. Korintherbrief im Bezug auf die bereits im 1. Korintherbrief (Kap. 16,1-14) erwähnte Kollekte, welche in das vorhergehende Jahr datiert ist (Kap.8,10; 9,2). Da der 2. Korintherbrief nach dem Verlassen von Ephesus (2. Kor. 2,12; 7,5-7), also im Jahre 54, verfasst wurde, bedeutet das für den 1. Korintherbrief, dass dieser im Jahre 53 geschrieben sein

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Kümmel S. 238 Kümmel S. 238 14 Kümmel S. 240 15 Schmeller S. 311 16 Vgl. Hörster S. 185; vgl. Schnelle S. 75; vgl. Kümmel S. 241 17 Vgl. Schnelle S. 75; vgl. Hörster S. 199 18 Vgl. Kümmel S. 242 19 Vgl. Schnelle S. 75 20 Vgl. Hörster S. 199

5 muss. Damals aber, galt die orientalisch-julianische Zeitrechnung und das neue Jahr begann jeweils im Herbst. So ist es sehr wahrscheinlich, dass das Frühjahr 54 der Zeitraum der Abfassung ist.21 Weißenborn kommt zu einem ähnlichen Ergebnis wie Hörster und datiert den Brief aufs Jahr 54.22 Es ist klar, dass der genaue Zeitpunkt der Abfassung des Briefes nicht zu klären ist, aber die Verfasserschaft des Paulus und der Abfassungsort Ephesus sind unumstritten. 1.2.1.3. Adressat Die Adressaten des Briefes werden in 1Kor 1,2 mit „Gemeinde Gottes, die in Korinth ist“ benannt, welche von Paulus im Jahr 50 gegründet worden war (vgl. 1Kor 3,6; 4,15). Nachdem Paulus die Gemeinde gründete, verweilte er dort ca. 1,5 Jahre und später unterstützten Timotheus und Silvanus die Gemeinde.23 Korinth war eine multikulturelle Stadt, was sich auch in der neuen Gemeinde widerspiegelte, sodass in der Gemeinde Judenund Heidenchristen, Gottesfürchtige und Proselyten, Arme und Reiche waren.24 So stand die neue Gemeinde unter den Einfluss der hellenistischen Gesellschaft in Korinth was auf das Gemeindeleben wirkte, sodass es verschiedene Missstände, wie zum Beispiel das Praktizieren von Prostitution und das Teilnehmen an kultischen Festen gab.25 Paulus Herz für diese Gemeinde kann man gut erkennen (1Kor 4,14ff) und wie ihn eine besondere Nähe mit der Gemeinde verband. Paulus schrieb, außer die beiden von uns bekannten, noch mindestens einen Brief (1Kor 5,9ff) an die Korinther. 1.2.2. Nachforschungen über die Verhältnisse der Umwelt 1.2.2.1. Politische, religiöse, kulturelle, soziale Verhältnisse 1.2.2.1.1. Politische Verhältnisse Das antike Korinth lag inmitten der Landbrücke zwischen dem griechischen
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Vgl. Hörster S. 199 Vgl. Weißenborn S. 92 23 Vgl. Schnelle S. 76 24 Vgl. Schnabel S. 27f; vgl. Schnelle S. 78; vgl. 1. Kor. 1,22-24; 26-29; 7,18; 8,7; 9,20; 10,32; Röm. 16,21; Apg. 18,4-7 25 Vgl. Schnelle S. 77; vgl. Weißenborn S. 79; Hörster S. 198; 1. Kor. 12,2

6 Festland und der Halbinsel Peloponnes. Durch ihre Lage auf der Ost-West Verbindung, kam die Stadt zu Reichtum, denn wegen häufig auftretender Stürme, war das Umfahren der Peloponnes bei den Seefahrern gefürchtet. Im Osten und Westen der Landbrücke hatte sich Häfen herausgebildet, wozwischen sich ein reger Verkehr entwickelte, sodass die Waren vom einen zum nächsten Hafen transportiert werden konnten. 146 v.Chr. wurde Korinth von Rom erobert und zerstört und 44 v.Chr. durch Julius Cäsar neu gegründet, dieses mal aber als römische Kolonie. Man kann aus Apg. 18,12-17 entnehmen, dass zur Zeit der Gemeindegründung, Gallio der Statthalter in Korinth war und zur Zeit der Briefabfassung, entweder Claudius oder Nero Kaiser von Rom war.26 In der Regierungszeit des Kaisers Augustus (29 v. Chr.), wurde Korinth zur Hauptstadt der römischen Provinz Achaja27 und seitdem hatte der Prokonsul von Achaja seinen Sitz in Korinth.28 1.2.2.1.2. Soziale Verhältnisse Laut Schnabel hatte Korinth zur Zeit des ersten Jahrhundert ca. 80.000 Einwohner und bei einer Weltstadt wie Korinth waren die gesellschaftlichen Verhältnisse von extremsten sozialen Gegensätze geprägt.29 Die Gesellschaftsstruktur lässt sich in zwei Hauptklassen teilen: die Menschen mit und ohne Einfluss oder in Herrscher und Beherrschte. Aber „das Sozialprestige war nicht allein abhängig von Reichtum oder Armut, sondern auch von der Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Ständen und ihrem jeweiligen politischen Einfluss.“30 Der Kaiser mit seinem Hof, seinen Beamten und seinen Behörden, stand an der Spitze dieser Gesellschaft und die Senatorenschicht schlossen sich dicht ihnen an. Alle Positionen, Ämter und Funktionen die entscheidend waren, innerhalb dieser Schicht weitergegeben. Danach kam die Ritteradelsschicht, die aus Landbesitzen bestand und von den örtlichen reichen Aristokraten gefolgt wurde. Handwerken, kleinen Landbesitzern,
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wurden

Dies hängt von dem Zeitpunkt der genauen Datierung des Briefes, denn Claudius regierte von 41-54 n. Chr. Und Nero von 54-68 n. Chr. Wie schon gesagt wurde, liegt die Verfassung des Briefes zwischen 53 und 54 n. Chr. 27 Vgl. Conzelmann S. 26-31; vgl. Kümmel S. 234; vgl. Mauerhofer S. 84; vgl. Weißenborn S. 7476; vgl. Schrage S. 25-29 28 Vgl. Kümmel S. 234 29 Vgl. Mauerhofer S. 84 30 Neudorfer S. 164

7 Armeeangehörigen der mittleren Dienstgrade und Krämern waren als

Mittelschicht gesehen. Die Unterschicht stellten Hafen- und Bauarbeiter, Besitzlose und Tagelöhner in der Landwirtschaft dar. Die Sklaven hatten also den absolut niedrigsten Sozialstatus31 und konnten sogar wie Ware behandelt werden. Die Privilegien für diejenigen, die zu den oberen Schichten gehörten, waren zum Beispiel rechtlicher Schutz, mildere Bestrafung bei Vergehen und Empfang staatlicher Versorgung. So, verteidigten diese Leute ihren Status gegenüber den niedrigeren Schichten. 1.2.2.1.3. Kulturelle Verhältnisse „Die hellenistisch-römische Welt entwickelte eine hohe Stadtkultur.“32 Diejenigen die konnten, zogen in eine große Stadt oder die reichen Bürger zum Beispiel, hatten mindestens ein repräsentatives Domizil in solchen Metropolen. Märkte, Bäder, Heiligtümer, und große Bauwerke prägten das Stadtbild33 und sportliche Aktivitäten im sog. Gymnasium, Schauspiele im Theater und Gladiatorenspiele im Amphitheater waren die kulturellen Zentren und Anlaufstellen der damaligen Städte. Die Isthmischen Spiele, die etwa alle zwei Jahre stattfanden, waren von große Bedeutung. Sie boten nicht nur sportliche Wettkämpfe sondern, auch Vorträge, Malerei und Wettbewerbe in musikalischen Darbietungen.34 Durch die Vermischung der Kulturen, gab es in jener Welt jegliche Art von Musik, sodass die Musik den Gästen der Reichen als Unterhaltung diente, aber auch als religiöse Begleitung wurde sie gebraucht.35 Obwohl Korinth eine römische Kolonie war und so die lateinische Sprache herrschen sollte, sprach die Mehrzahl der Einwohner Griechisch.36 Es gab auch unzählige Prostituierte, wie auch in den anderen Hafenstädten, und der gang zu diesen wurde nicht unbedingt als Ehebruch angesehen.37 Die Korinther waren also eine sehr offene Bevölkerung - dies hat Einfluss auf die Gemeinde gehabt. 1.2.2.1.4. Religiöse Verhältnisse
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Vgl. Neudorfer S. 164-165 Neudorfer S. 171 33 Vgl. Neudorfer S. 172 34 Vgl. Schnabel S. 16; vgl. Schrage S.29 35 Vgl. Tenney, S. 74. 36 Vgl. Schnabel S. 16; vgl. Tenney S. 74-75 37 Vgl. Schrage S. 12

8 Viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen kamen nach Korinth und erhielten ihren alten Glauben, sodass die Stadt ständig unten Einfluss vieler verschiedenen religiösen Strömungen war. Das Resultat war, dass verschiedene griechische Götter angebetet wurden und gleichzeitig gab es auch der Kaiserkult, verschiedene Mysterienreligionen und den Okkultismus in Form von Zauberer und Magier auf öffentlichen Straßen.38 Das Zentrum der Stadt bestand aus einem überregional bekannten Markplatz, in welchem im Normalfall ein Tempel für die Schutzgottheit der Stadt gebaut war39, aber Korinth hatte verschiedene Tempel wie zum Beispiel den Apollotempel, Aphroditentempel, das Demeter und Koreheiligtum, sowie das Poseidonheiligtum und das Asklepieion.40 Von Apg. 18,4 weißt man, dass es in Korinth auch eine Jüdische Synagogengemeinde gab, wo Paulus, bis er die christliche Gemeinde gründete, das Wort verkündigte.
Das Christentum wuchs zu Beginn keineswegs in ein religiöses Vakuum hinein, in dem die Menschen etwa nur auf einen Glaubensgegenstand gewartet hätten. Der neue Glaube an Christus mußte sich im Gegenteil seinen Weg gegen eingewurzelte religiöse Vorstellungen erkämpfen.41

1.3. TEXTKRITIK
Im folgenden Punkt werden die wichtigsten textkritischen Stellen von 1Kor. 3,1017, anhand des Apparates von Nestle-Aland42, aufgezeigt und besprochen. Die Jahreszahl und die Qualität der Textzeugen, falls vorhanden, werden in Klammern angegeben. 1.3.1. Vers 10:
Hier befindet sich Auslassungen von den folgenden Wörter:

1.3.1.1. τοῦ θεοῦ
Diese Wörter werden von Handschriften ∏46 (ca. 200 n. Chr./I), 81 (1044 n. Chr./II), 1505 (7. Jh./II), pc (wenige), b (8./9. Jh./altlateinisch), f (9. Jh./altlateinisch), vgmss (Einzelhandschriften der Vulgata) und Cl (Kirchenvater Clemens Alexandrius († ca. 215)] ausgelassen. Ein Grund für die Auslassung dieser Wortgruppe bei ∏46 (200 n. Chr./I) wäre, dass dies erst nach der Abfassung von ∏46 eingefügt wurde. Auch Schrage argumentiert gegen den Verbleib im Text, „da es kein anderes Beispiel für sekundäre Auslassungen gibt (vgl. 1,4; 2Kor 8,1; Eph 3,2.7), wohl aber ein solches für Auffüllung (Röm 12,3).“43 Keine Zeuge erster Ordnung belegt das Fehlen
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Vgl. Tenney S. 87ff Dieser Markplatz war der wichtigster Ort im Stadt, und sehr oft fand sich dort das Rathaus und das Stadthaus. Öffentliche Gerichtsverfahren wurden dort abgehalten und politische Volksversammlungen stattfanden. Vgl. Neudorfer S.172 40 Vgl. Erlemann S. 160f 41 Tenney S. 87 42 Novum Testamentum Graece S.444-445 43 Vgl. Schrage 1991: S. 296

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dieser Wortgruppen. Das Auslassen des Wortes, in Betracht der inneren Kriterien, ergibt keinen Sinn, denn es wird nicht deutlich, von wem Paulus die Gnadengabe bekam. So habe ich mich für den Verbleib von τοῦ θεοῦ im Text entschieden.

1.3.1.2. ἔθηκα
Dies wird in einigen Handschriften auch mit τεθεικα wiedergegeben. ἔθηκα wird von ∏46 (200 n. Chr./I), ‫ .4(*א‬Jh./I - *ursprüngliche Lesart), A (5. Jh./I), B (4. Jh./I), C* (5. Jh./I - *ursprüngliche Lesart), 0289vid (7./8. Jh./I - vidnicht ganz sichere Lesart), 33 (9. Jh./I), 1175 (10. Jh./II), 1739 (10. Jh./I), l 249 (9. Jh./Lektionar) pc (wenige) und Did [Didymus Alexandrinus (†398)] bezeugt. τεθεικα wird von ‫4( 2א‬Jh/I - 2verschiedene Korrekturen unterlaufen), C3 (5. Jh./II - 3verschiedene Korrekturen unterlaufen), D (5. Jh./II), Ψ (9./10. Jh./III), 1881 (14. Jh./I), (*) (ständige Zeugen 2. Ordnung), !  (Mehrheitstext) und Cl [Kirchenvater Clemens Alexandrius († ca. 215)] benannt. Erklärung: Ich schließe mich der Meinung des Nestle Aland an, weil ἔθηκα von den wichtigsten Textzeugen der Kategorie I nachgewiesen wird, wie zum Beispiel ∏46 (200 n. Chr./I), ‫4(*א‬Jh/I), A (5. Jh./I), B (4. Jh./I) und C* (5. Jh./I). Die Handschrift, die τεθεικα zeugt ist ‫ ,2א‬aber dies ist die Version des zweiten Korrektors. Die erste bezeugt ἔθηκα. Dasselbe liegt bei C* (5. Jh./I) vor, welche im Gegensatz zu der Version des dritten Korrektors C3 (5. Jh./I), ἔθηκα bezeugt.

1.3.2. Vers 12: 1.3.2.1. τοῦτον
Dieses Wort wurde von die Handschriften ‫4( 2א‬Jh/I - 2verschiedene Korrekturen unterlaufen), C3 (5. Jh./II - 3verschiedene Korrekturen unterlaufen), D (6. Jh./II), Ψ (9./10. Jh./III), 33 (9. Jh./I), 1739 (10. Jh./I), 1881 (14. Jh./II), !  (Mehrheitstext), lat (altlateinisch und Vulgata Handschriften) sy (die gesamte syrische Überlieferung), samss (Einzelhandschriften der sahidische Überlieferung), bo (die bohairische Überlieferung) und Epiph [Kirchenvater Epiphanius Constantiensis († 403)] eingefügt. Gegen eine Einführung sprechen ∏46 (ca. 200/I), ‫4(*א‬Jh/I - *ursprüngliche Lesart), A (5.Jh./I), B (4.Jh./I), C* (5.Jh./II - *ursprüngliche Lesart), 0289 (7./8.Jh.), 81 (1044 n. Chr./II) pc (wenige), vgmss (Einzelhandschriften der Vulgata Überlieferungen), samss (Einzellhandschriften der sahidischen Überlieferung) und bomss (Einzelhandschriften der bohairischen Überlieferung). Die Mehrheit der Zeugen bietet die Einfügung, um den Sinn zu verdeutlichen, bzw. zu erklären. Nestle-Aland verfolgt die Variante ohne die Einsetzung des Pronomens. Ich schließe mich ihm an.

1.3.2.2. χρυσόν, ἄργυρον
Εs gibt mehrere Schreibweisen der Endungen in verschiedenen Textzeugen für die Schreibweise χρυσον, αργυρον. Die Endungen −σιον, −ριον wurden von Nestle Aland in seiner frühere Lesart25 gebraucht und sind von den Handschriften ‫ .4( א‬Jh./I), Cvid (5. Jh.?/II - vidnicht ganz sichere Lesart), 630 (12./13. Jh./III), 1175 (10. Jh./I), 1506 (1320/II), 1739 (10. Jh./I), l 249 (9. Jh./Lektionar), pc (wenige). −σον και −ρον ist auch eine Möglichkeit und wird von ∏46 (ca. 200/I) bezeugt. σιον, και −ριον bezeugen B (4. Jh./I), 0289vid (7. 8. Jh.?/I - vidnicht ganz sichere Lesart), syp (Peschitta), Cl [Kirchenvater Clemens Alexandrius († ca. 215)]. Die aktuelle Lesart von Nestle, -σόν -ρον, wird von A (5. Jh./I), D (5. Jh./I), Ψ (9.10. Jh./I), 33 (9. Jh./I), 1881 (15. Jh./II), !  (Mehrheitstext), latt (alle lateinischen Handschriften) und co (gesamte koptische Überlieferung) bezeugt. Die ursprüngliche Version von Nestle Aland mit der Endung ιον „entspricht der späteren Tendenz“44. Cvid und 0289vid drücken aus, dass es eine nicht ganz sichere Lesarten sind, so stimme ich mit der Version von Nestle Aland zu.

1.3.3. Vers 13:

44

Schnabel, S. 184

10 1.3.3.1. ἑκάστου τὸ ἒργον φανερὸν γενήσεται
Für diese Wortgruppe gibt es die Lesart „ο ποιησας τουτο το ερ. φανερος γενηται.“ Diese ist in weniger wichtigeren Schriften wie D* (5. Jh./I - *ursprüngliche Lesart), ar, b (einzelnen altlateinischen Handschriften), Ambst (Ambrosiaster [366-368]) vorhanden. Sowohl in Quantität als auch in Qualität gibt es hier nicht genügend Handschriften, sodass die Lesart zu wenig bezeugt ist.

1.3.3.2. ὅτι
Für dieses Wort gibt es, bei Lisco cj (Lisco vorgeschlagene Verbesserung) die Lesart „ο τι“, aber wegen der mangelnden Bezeugung kann diese Lesart nicht die ursprünglich sein.

1.3.3.3. αὐτὸ
Dieses Wort wurde ausgelassen, da es wahrscheinlich unbedeutsam ist45. In den wichtigen Handschriften ∏46 (ca. 200/I), ‫4( א‬Jh/I), D (5. Jh./I), Ψ (9.10. Jh./III), 0289 (7. 8. Jh.?/I), 1881 (15. Jh./II), !   (Mehrheitstext), latt (alle lateinischen Handschriften) und Cl [Kirchenvater Clemens Alexandrius († ca. 215)]. Die Handschriften A (5. Jh./I), B (4. Jh./I), C (5. Jh./I), P (9. Jh./II), 6 (8. Jh./IV), 33 (9.Jh./I), 81 (1044/II), 1175 (10. Jh./II), 1739 (10. Jh./I), l 249 (9. Jh./Lektionar), pc (wenige) und Or [Origenes († 254)] fügen αὐτὸ ein. Allerdings, diese Handschriften sind nicht bezeugenden genug und liefern keine stichhaltigen Argumente für die Aufnahme in den Text. Wegen des schreibt Nestle-Aland dieses Wort zwischen Klammern.

1.3.4. Vers 14: 1.3.4.1. µενεῖ
Die Handschriften B2 (4. Jh./I - 2verschiedene Korrekturen unterlaufen), D2 (5./6. Jh./I 2 verschiedene Korrekturen unterlaufen), Ψ (9. 10. Jh./I), 1739 (10. Jh./I) und !  (Mehrheitstext) bezeugen die Lesart „µένει“ Die Lesart von Nestle-Aland, welcher ich zustimme, ist die Ursprünglichere von µενεῖ. Dies bezeugen die Handschriften 81 (1044 n. Chr./II), 1505 (7. Jh./II), al latt (alle andere lateinischen Handschriften) [∏46 (200 n. Chr./I), ‫ .4( א‬Jh./I), A (5. Jh./I), B* (4. Jh./I - *ursprüngliche Lesart), C (5. Jh./I), D* (5. Jh./I - *ursprüngliche Lesart), P (9. Jh./II), 0289 (7. 8. Jh.?/I), 33 (9. Jh./I), sine acc (ohne Ausprachenzeichen)], [1881 (14. Jh./II), om (auslassen) vs (Vers) 14]. Ein Grund für diesen Fall wäre, dass das Futur µενεῖ in den Kontext besser passt als das Präsens µένει.

1.3.5. Vers 16: 1.3.5.1. οἰκεῖ ἐν ὑµῖν
In der frühere Lesart des Nestle Aland25 wird diese Wortgruppe um gestellt und von den Handschriften B (4. Jh./I), P (9. Jh./II), 0289 (7. 8. Jh.?/I), 33 (9. Jh./I), 630 (12./13. Jh.?/?), 1175 (10. Jh./II), 1739 (10. Jh./I), pc (wenige), Tert [Tertullianus († ca. 220)] bezeugt. Die aktuelle Meinung von Nestle-Aland ist aber in den Handschriften ∏46 (200 n. Chr./I), ‫א‬ (4Jh/I), A (5. Jh./I), C (5. Jh./I), D (6. Jh./II), F (9. Jh. /I), G (9. Jh./I), Ψ (9.10. Jh./I), 1881 (15. Jh./II), !   (Mehrheitstext), latt (alle lateinischen Handschriften), Irlat [Irinaeus, lateinische Übersetzung (ca. 395)], Ambst [Ambrosiaster (366-384)] und Epiph [Epiphanius Constantiensis († ca. 403)] bezeugt.   Weil die Version von Nestle Aland so gut bezeugt ist (die meisten Texte haben Kategorie I), gehe auch ich davon aus, dass diese die ursprüngliche Version ist.

1.3.6. Vers 17: 1.3.6.1. φθερεῖ
Für dieses Wort, das im Futur steht, gibt es die Präsensformlesart φθείρει. Es wird bezeugt von den Handschriften D (6. Jh./II), F (9. Jh. /I), G (9. Jh./I), L (9. Jh./V), P (9. Jh./II), 0289 (7. 8.
45

Vgl. Schnabel, S. 184

11
Jh.?/I), 6 (8. Jh./IV), 33 (9.Jh./I), 81 (1044/II), 614 (13. Jh./III), 1175 (10. Jh./II), 1241 s (12. Jh./III - s Ergänzung in einer Handschrift), 2464 (9.Jh./II), l 249 (9. Jh./Lektionar), pc (wenige), vgmss (Einzelhandschriften der Vulgata) und Ir [Kirchenvater Irinaeus (II)]. Für das Futur zeugen ∏46 (200 n. Chr./I), ‫4( א‬Jh/I), A (5. Jh./I), B (4. Jh./I), C (5. Jh./I), Ψ (9.10. Jh./I), 1739 (10. Jh./I), 1881 (15. Jh./II), !   (Mehrheitstext), lat (altlateinische und Vulgata Handschriften), co (gesamte koptische Überlieferung), Irlat [Irinaeus, lateinische Übersetzung (ca. 395)], Tert [Tertullianus († ca. 220)] und Ambst [Ambrosiaster (366-368)]. Also die Futurform φθερεῖ ist besser bezeugt denn die Handschriften sind der 1. Ordnung und auch früh entstanden. Wie Paulus schon vorher vom „kommenden Gericht“ spricht, auch in diese Stelle ist das Futur sinnvoller.

1.3.6.2. τοῦτον
Die Handschriften A (5. Jh./I), D (5. Jh./I), F (9. Jh./I), G (9. Jh./I), pc (wenige), syp.hmg (Peschita und Randlesart) und Ir [Kirchenvater Irinaeus (II)] zeugen, statt τοῦτον ein αυτον. Wie Nestle-Aland lehne ich den Austausch ab, denn die Zeugen sind zu wenig. Deswegen wäre es auch nicht gut begründet.

2. TEXTANALYSE 2.1. SYNCHRONE ANALYSE
2.1.1. Analyse des Textzusammenhangs 2.1.1.1. Kontext und Abgrenzung Um den Kontext meiner Perikope (3,10-17) besser zu visualisieren, kann man sie in vier Teile gliedern. Im großen ersten Teil des Briefes (1,10 bis 6,20)46, wo Paulus auf die mündlichen Berichte von den „Leuten der Chloe“ eingeht, kann man einen neuen Teil (1,10-4,21) vorstellen, in welchem es um Spaltungen und Parteiungen in der Gemeinde geht. In diesem letzten Teile isoliert man Kap. 3, der den Schwerpunkt „Parteiungen“ hat. Die Worte „Κἀγώ, ἀδελφοί“, am Anfang des Kapitels, lassen erkennen, dass ein neuer Sinnabschnitt beginnt. Kap. 3 kann nochmals zwischen Versen 1-4 und 517 abgegrenzt werden, denn beide Teilen unterscheiden sich inhaltlich. Während Paulus im ersten Teil (3,1-4) erklärt, dass die Korinther noch zu fleischlich sind (die Gründe dafür sind die Streitigkeiten untereinander bzw. die Gruppenbildung); behandelt die Perikope (5-17) das Problem dieser Gruppenbildung. In dem letzten Teil des Kapitels, ist noch eine inhaltliche Veränderung erkennbar. Paulus greift ab dem Vers 18 zunächst nochmal die Thematik von Kap. 1,18-30 über Weisheit und Torheit auf und schließlich rundet die Thematik der Gruppenbildung ab, indem er sagt, dass alle zu Christus gehören und Christus zu Gott gehört.

46

Die gesamte Abgrenzung des Briefes wurde schon im Punkt 1.1.1 spezifiziert.

12 2.1.1.2. Entstehungssituation Wie schon erwähnt wurde47, war zur Zeit der Abfassung war Paulus in Ephesus. Er bekam Besuch von den Chloe-Leuten, von denen er mündlich über die Problematik bzw. die Streitigkeiten in der Gemeinde in Korinth informiert wurde. Während des Verfassens der Kap. 1-6, kam eine Abordnung der Gemeinde zu ihm. Diese Abordnung hat einen Brief, mit vielen Fragen, aus Korinth mitgebracht. Paulus beantwortet die Fragen in den Kap. 7-15.48 Paulus thematisiert in seinem Brief Themen, die er aus zwei verschiedenen Quellen bekam. Die bestimmte Situation zur Zeit der Entstehung war, dass die Gemeindemitglieder noch „Kinder“ im Glauben waren und wegen Streitigkeiten und Eifersucht, zu fleischlich sind. Sie hatten ein falsches Bild von Paulus und Apollos und so drohte eine Gemeindespaltung. Durch diesen Brief versuchte Paulus das falsche Bild über ihn und Apollos auszuräumen und etwas gegen die Gruppenbildung zu unternehmen. 2.1.2. Textinterne Analysen 2.1.2.1. Lexikalisch - grammatische Analyse (LGA) Siehe Anhang 2.1.2.2. Semantisch - kommunikative Analyse (SKA) Siehe Anhang 2.1.2.3. Ergänzende sprachliche Untersuchungen 2.1.2.3.1. Wortstudium θεµέλιον - θεµέλιος
θεµέλιον kommt in diesem Perikope, (in Verse 10, 11 und 12) vor. Es ist ein substantivierteS Adjektiv und seine lexikalische Form ist θεµέλιος. Nach Bauer ist θεµέλιος mit „Grundlage“49 (wovon der maskuline Gebrauch am häufigsten im NT ist) übersetzt. Eigentlich auch mit „Fundament eines Gebäudes“ oder „Grundstein“50. Das Wort ist auch als Bild für die grundlegenden Anfänge einer Sache (wie z.B. eine Gemeindegründung oder eine Anfangslehre), für die unentbehrliche Voraussetzung für die Entstehung von etwas (z.B. Gottes Wille begründet die Ordnung in die Schöpfung und die Grundlage der christliche Gemeinde, die ist nämlich Christus).51 In der Bibel ist diese Vokabel in der Parabel vom Turmbau, vom Haus auf dem Felsen, von den Grundfesten des Gefängnisses in Philippi und den Grundlagen der himmlischen Stadt in der
47 48

Im Punkt 1.1 Vgl. Hörster S. 185-186 49 dieses Wort wird auch, im Singularform, in 2Tim. 2,19, Offb. 21,19b, 1Kl. 33,3 und im Pluralform im Hb. 11,10 und Offb. 21,14 und 19a. 50 Vgl. Bauer S. 722-723 51 Vgl. Bauer S. 723

13
Offenbarung gebraucht.52 Paulus gebraucht es bildlich im 1Kor 3 für den Aufbau und die Lehre der Gemeinde Jesu wo auch Jesus die Grundlage ist. Im Profangriechischen ist dieser Begriff im wörtlichen Sinne für das Fundament eines Hauses, einer Stadt usw. gebraucht. Das Wort als Adjektiv kommt 16-mal im NT vor und als Verb 5-mal.53

ἔργον
Dieses Substantiv kommt 169-mal im NT vor. 43-mal wurden bei Paulus verwendet, davon 4-mal in meiner Perikope, genauer in Vers 14, 15 (2-mal) und in Vers 13. Bauer übersetzt es als Tat, Handlung, Betätigung, Leistung, Arbeit, Beschäftigung, Aufgabe, Amtstätigkeit und auch als Ding oder Sache, in einer abgedämpfter Bedeutung.54 In der LXX bezeichnet ἔργον meistens (590 Belege) das Handeln Gottes (wie z.B. in Dtn. 32,4), und es steht auch für „das in seiner Bundestreue gründende Heilshandeln an Israel“55 (wie z.B. in Ps. 110; Jos. 24,31; Jes. 60,21).56 Im Neuen Testament kann ἔργον „zur Bezeichnung des Werkes, das der Glaubende hervorbringt“57 gebraucht werden. Es stellt somit ein synonym zu καρπος (Frucht) dar.58 Dieses Wort wird auch im Spätjudentum oft in Verbindung mit dem Empfangen des Lohns der Werke durch das Gesetz gesehen. Paulus greift diesen Gedanken auf und stellt sicher, dass Christus das Gesetz zu Ende erfüllt hat. Aus den Geboten ist es also unmöglich gerecht zu werden - nur durch den Glauben an Christus.59

φθείρω
Die Grundform dieses Verbes bedeutet „verderben“ und „in der Gräzität seit Homer, aber auch bei Philo und in anderen griech.-jüd. Schriften im Akt. zugrunderichten, vernichten, zerstören, töten.“60 Im Passiv bedeutet φθείρω „zugrundegehen, verderben, umkommen, scheitern“61 und im Medium „sich selbst zugrunderichten“62. In der LXX bezeichnet φθείρω das Verwüsten einer Stadt (wie z. B. in 1. Samuel 23,10) oder eines ganzen Landstrichs (wie z. B. in 1. Chronik 20,1) und steht auch für das Töten von Menschen (wie z.B. in 1. Samuel 24,16).63 In Genesis 6,11 und in Hosea 9,9 wird φθείρω verwendet, um die sündige und gefallene Welt zu beschreiben. Nur Gott kann den Menschen aus dem Verderben erretten. Im Neuen Testament komm das Wort 9-mal vor64. Im Corpus Paulinum ist es 6-mal davon verwendet, 5 davon in den Korintherbriefen (1.Kor. 3,17; 1.Kor. 15,33; 2.Kor. 7,2; 2.Kor. 11,3). In meiner Perikope kommt das Verb 2-mal vor, beide im gleichen Vers (Vers 17). Die anderen 4-mal befinden sich in Epheser (Kap. 4,22) und auch, außerhalb des Corpus Paulinum, im 2. Petrus 2,12, im Judas 10 und in Offenbarung 19,2.65 Anhand der Häufigkeit dieses Wortes im ganzen Korintherbrief erkennt man wie wichtig dieser Begriff für die Perikope ist. Das erste φθείρω in 1. Korinther 3,1766 bedeutet „da es um ein Bild für die Gemeinde geht, im Rahmen dieses Bildes ein wirkliches Zerstören, allenfalls ein Ruinieren eines Hauses“67. Das Wort bedeutet auch die “Vernichtung von Menschen als Folge göttlicher Verurteilung“68. Diese Bedeutung ist in Offenbarung 11,18 bezeichnet und genau das druckt auch das zweite Mal das

52 53

Vgl. Petzke S. 344 Vgl. Petzke S. 343-344 54 Vgl. Bauer S. 623 55 Avemarie S. 57 56 Vgl. Avemarie S. 57 57 Hahn S. 59 58 Vgl. Hahn S. 59 59 Vgl. Avemarie 56-62 60 Merkel S. 1734 61 Id. 62 Id. 63 Vgl. Merkel S. 1735 64 Vgl. Gruyter S. 1867 65 Id. 66 ναὸν τοῦ θεοῦ φθείρει 67 Harder S. 103 68 Id.

14
φθείρω in meinem Perikope gebraucht wurde, bzw. in 1. Korinther 3,17.69

2.1.2.3.2. Grammatikalische Analyse
In meiner Perikope befinden sich 32 Nomen, 28 Verben, 19 Pronomen, 17 Konjunktionen, 6 Adjektive, 6 Präpositionen, 1 Adverb, 1 Komparativpartikel und 1 Interrogativpartikel. Paulus verwendet noch 2 Partizipien: ein in Vers 10 (τὴν δοθεῖσάν) und in Vers 11 (τὸν κείµενον). Von den 19 Pronomen sind 4 Indefinitpronomen: in Versen 12 und 17 das Pronomen τις und in 14 und 15 das Pronomen τινος und dadurch drückt er die Allgemeingültigkeit seiner Aussagen aus. Paulus benutzt 17 Konjunktionen, um die Satzglieder miteinander zu verbinden, wie z.B. οὖν, δέ, ὡς, ἀλλὰ, ὥστε, οὔτε, γάρ, εἴ, καὶ und ὅτι. Von 28 Verben, stehen 14 im Präsens (durativen Aspekt), 9 im Futur (zukünftige Handlung), 4 im Aorist (punktuellen Aspekt, durch End- oder Anfangspunkt abgegrenzt) und 1 im Perfekt (resultative Bedeutung). Man könnte also sagen, dass Paulus durch die Aorist Formen verdeutlichen will was schon getan wurde; mit dem Präsens, will er zeigen was man tun soll und mit dem Futur will er eine Hinblick auf der noch kommenden Gericht Gottes geben, Zeit wo alle Werke geprüft sein werden.

2.1.2.4. Stilanalyse
„Paulus gehört nicht zu den Homer zitierenden Gebildeten der Oberschicht. Aber er verfügt über einen großen Wortschatz und beherrscht souverän die gehobene Umgangssprache der Koine mit all ihren Feinheiten.“70 Er schreibt seinen Lesern immer sehr persönlich und leidenschaftlich. „Er kann den Ton herzlicher Wärme wie schneidender Ironie anschlagen.“71 Für seine Aussage benutzt Paulus bildliche Elemente. Diese literarische Gattung heißt „Bildrede“, sie wird auch als „Metapher“ bezeichnet. Metapher ist ein Art „Tropen“ und „der Tropos [...] eines Wortes oder Satzes ist die kunstvolle Änderung von der ursprünglichen Bedeutung in eine andere“72. „In der Metapher [...] wird eine Größe (z.B. König) mit einer andern (z.B. Löwe) stillschweigend identifiziert, weil man in beiden die gleiche Mächtigkeit wahrnimmt: Der König ist ein Löwe.“73 Der Text hat einen paränetischen Apell-Charakter (V.10f). „Ein paränetisches Wort ist ein solches, durch das wir jemandem zureden (παραινοῦµεν), indem wir ihn ermuntern bzw. anregen (προτρέποντες), auf etwas loszugehen oder etwas zu vermeiden“74. Der paränetische Briefstil ist auch als symbuleutisch genannt. Die Unterschied zwischen beide ist, „dass Paränese keinen Widerspruch gestatte [sic] [...] und auch Paulus bedient sich zweifellos beider Formen, d.h. der 1. Korintherbrief ist paränetisch und symbuleutisch zugleich“75. In 1. Kor 3,12, indem Paulus die Begriffe von der Wertigkeit heruntersteigen aufzählt76, verwendet Paulus ein Asyndeton.77 Die Asyndeta werden bei Paulus auch gerne mit Anaphern verbunden.78

2.1.2.5. Form und gattungsgeschichtliche Analyse Wie schon in Punkt 1.1.2 (Literarischer Gattung) beschrieben wurde, ist die Gattung des 1. Korintherbriefes ein Brief, oder besser gemeint, ein apostolisches Sendschreiben. Paulus benutzt einen Argumentationsstil, damit er rechte Einstellungen und Praktiken beeinflusst und auch um zu verändern, stabilisieren oder motivieren.79
69 70

φθερεῖ τοῦτον ὁ θεός Reiser S. 70 71 Reiser S. 69 72 Bühlmann S. 68 73 Id. 74 Schrage S. 87 75 Schrage S. 87-88 76 χρυσόν, ἄργυρον, λίθους τιµίους, ξύλα, χόρτον, καλάµην (Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh) 77 Vgl. Blass S. 390 78 Vgl. Reiser S. 74 79 Vgl. Schrage S. 78-79

15 „Das meiste Gewicht, wiederum für die einzelnen Texte und nicht für den Brief als ganzen, kommt darum im Blick auf den 1. Korintherbrief der inventio und der argumentatio zu.“80 Wie schon geschrieben wurde81, hat diese Perikope einen „paränetischappellhaften“ Charakter. Man kann es sehr gut an den Warnungen und Mahnungen, die im Vers 10 anfangen erkennen.82 In dieser Perikope befindet sich auch „Schelte“ Elemente und durch diese Schelte, manchmal in Verbindung mit Argumentationen, zeigt wie Paulus darum bemüht ist, in dieser Gemeinde positives aufzubauen83. In den Versen 16 und 17 findet man diese Schelte mit Mahnrede als bedingte Unheilsankündigung84. Diese Unheilsankündigung kann zugeordnet werden der Gruppe der „Vaticinien über das kommende Gericht“.85 86 2.1.3. Analyse auf Textebene 2.1.3.1. Kohärenz und Struktur Die behandelte Perikope hat einen kohärenten Text. Das ganze Kap. 3 ist verbunden. Am Anfang des Kapitels schreibt Paulus über die „Fleischlichkeit“ der Korinther. Dies offenbart sich durch Neid und Streitereien, die es in der Gemeinde gab. In den nächsten Versen, betrachtet Paulus den Grund von Neid und Streit, der Spaltungen und Parteiungen war. In Vers 5 fängt das Problem ganz direkt zu betrachten indem er eine rhetorische Frage stellt. Von Vers 6 bis 9 benutzt Paulus ein Bild aus der Landwirtschaft um diesen Problem zu repräsentieren und ab Vers 10, mit einem Bild aus einem Bauwerk. Er erläutert genau was das Fundament ist, wie man bauen kann und was am Tag des Gerichts passieren wird. Eine genaue Struktur meiner Perikope kann folgendermaßen aussehen. In Vers 10 sagt Paulus, dass er der Baumeister ist, der den Grund schon gelegt hat und die einzige Sache, die jemand machen kann ist weiter zu bauen, denn kein anderen Grund kann gelegt werden (V. 11). In Vers 12 bezieht Paulus sich wieder auf Vers 10. In Vers 12 macht er eine Liste mit Materialen, die jeder benutzen kann
80 81

Schrage S. 78 im Punkt 2.1.2.4 „Stilanalyse“ 82 Vgl. Schrage S. 287 83 Berger S. 255 84 Vgl. Berger S. 255 85 Berger S. 352 86 „Als Vaticinien bezeichnen wir Texte zumeist kürzeren Umfangs, die sich auf künftiges Heil oder Unheil beziehen, d.h. Heils- und Unheilsansagen, sofern sie außerhalb des Tat-FolgeZusammenhanges stehen.“ (Berger S. 347)

16 und in Vers 13 erklärt er wie die verwendeten Baumaterialen bewertet werden. Die Versen 14 und 15, eine Fortsetzung von V. 13, beinhalten den Lohn der Arbeit, die entweder gut oder schlecht sein kann. Nachdem Paulus in Vers 16 fragt, ob sie nicht wussten, dass sie der Tempel Gottes sind, fordert er sie in Vers 17 auf, heilig zu leben. So merkt man, dass der Text einen logischen Aufbau hat. 2.1.3.1.1. Textgliederung
10-12: Das Bild vom Bauwerk V.10a: Durch die Gnade Gottes, die Paulus geschenkt wurde... V.10b: ... hat er den Grund bzw. das Fundament gelegt... V.10c: ... andere können nun weiterbauen V.10d: Jeder soll aber darauf achten wie er nun darauf baut V.11a: Niemand kann ein anderes Fundament legen... V.11b: ...als das, das bereits gelegt ist... V.11c: ...welches Jesus Christus ist! V.12a: Jeder hat die Freiheit zu bauen was er will... V.12b: Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh 13-15: Es wird offenbar werden wie jeder gearbeitet hat V.13a: ...Doch alle Arbeit wird offenbar werden... V.13b: ...am Tag des jüngsten Gerichts V.13c: ...das Feuer wird offenbaren... V.13c: ...das Feuer wird prüfen... V.14a: Wenn die Arbeit bleiben wird (nicht verbrennen wird) ... V.14b: ...bekommt der Arbeiter Lohn V.15a: Wenn die Arbeit nicht bleiben wird (verbrennen wird) ... V.15b: ...leidet der Arbeiter Schaden V.15c: Er aber, wird gerettet V.15d: ...doch wie durchs Feuer 16-17: Die Gemeinde ist ein Tempel Gottes V.16a: Die Gemeinde ist der Tempel Gottes V.16b: Der Geist Gottes wohnt in diesem Tempel V.17a: Wer dem Tempel Gottes verdirbt... V.17b: ...den wird auch Gott verderben V.17c: Denn der Tempel Gottes ist Heilig

2.1.3.2. Pragmatische Analyse Wie schon gesagt wurde, hatte Paulus starke Gefühle für die Gemeinde in Korinth. Als er hörte, dass es in der Gemeinde Spaltungen und Parteiungen gab, schrieb er sofort einen Brief, womit er die ganzen Fragen der Gemeinde beantwortete und die Gemeinde zur Einheit ermahnte. Die behandelte Perikope ist ein Bild, das Paulus benutzt um seine apostolische Berufung und Rolle in dem Gemeindebau deutlich zu machen. Das sagt er schon in Vers 10 klar: „Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt“. Im gleichen Vers versucht er zu sagen, dass in es der Gemeinde verschiedene Aufgaben gibt und niemand versuchen soll

17 nochmal zu machen was er, Paulus, schon gemacht hat87; jeder hat also eine eigene Arbeit, einen Platz und spielt einen Rolle88. So zeigt er, dass jede Parteiung sinnlos ist. Paulus will zeigen, dass Jesus der Grund der Gemeinde ist und alles was weiter gebaut werden wird, soll auf Jesus sein. Er sagt noch, dass jeder achten soll wie und mit was er bauen wird89, denn am Ende wird das Feuer die Materialen, die gebraucht wurden prüfen90 und alle werden die Qualität eines jeden Werk sehen91. Paulus macht ganz deutlich, dass die Gemeinde in Korinth kein Spaltungen und Gruppierungen haben soll, denn solche Sachen würden am Tag des Gerichts im Feuer verbrennen und so würde die Gemeinde nur Schaden leiden92. Sie sollen also guten und wertvolle Materialen benutzen und somit Lohn empfangen.93 Zusammengefasst, in diesem Text will Paulus die Gemeinde in Korinth zum mitbauen ermutigen und auch sie ermahnen, keine wertlose Material dafür zu benutzen. 2.1.3.3. Rhetorische Analyse Die gesamte Perikope bedient sich einer bildlichen Sprache. Das an dieser Perikope betrachtete Bild, ist von Paulus gebraucht um die Gemeinde in Korinth zu einem richtigen Denken und Handeln zu überzeugen. Er wollte der Gemeinde zeigen, dass Gott die Hauptsache ist und, dass jeder für Gott arbeiten soll, nicht als Konkurrenten, sondern als Mitarbeiter. Man kann die Redegattung dieses Textes als politische Rede (genus deliberativum/symbouleutikon; γένος συµβουλεθτικόν) einordnen und diese „verfolgt das Ziel, die Zuhörer im Blick auf zukünftige Handlungen zu überzeugen. Die beiden Grundtypen sind Überzeugen (protreptische Argumentation) und Abraten (apotreptische Argumentation.)“94. Schrage schreibt:
Inhaltlich ist der Abschnitt stark von der paulinischen Charismenlehre und Eschatologie bestimmt, doch ist auch implizite Kritik unverkennbar, speziell an der bei der korinthischen Gruppenbildung sichtbar werdenden Verkennung der wahren Funktion von Verkündigern
87 88

V. 11 „Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, [...]“ V. 10b „[...] ein anderer aber baut darauf.“ 89 V. 10c „[...] jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut.“; V. 12 „Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber kostbare Stein, Holz, Heu, Stroh baut [...]“ 90 V. 13b „[...] weil es durchs Feuer geoffenbart wird [...] Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben [...]“ 91 V. 13a „so wird das Werk eines jeden offenbar “ 92 V. 15a „wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden [...]“ 93 V. 14 „Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen;“ 94 Neudorfer S. 341-342

18
und Lehrern.95

Auffallend sind in Vers 13 die Verben „offenbar werden“ (φανερὸν γενήσεται), „zu erkennen geben“ (δηλώσει), „offenbart“ (αποκαλύπτεται) und „prüfen“ (δοκιµάσει), denn sie stellen eine „apokalyptische Epiphanie“ dar.96 Am Ende der Perikope schreibt Paulus direkt zu den Leuten aus der Gemeinde, indem er die folgende rhetorische Frage stellt: „Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid?“97. Durch diese Frage wurde eine Überleitung vom Thema „Bauwerk“ hin zum Thema „heiligen Tempel Gottes“ geschaffen, welches verdeutlichen will, dass „Gemeindebau“ etwas heiliges ist und Gott, durch seinen Geist, in diesem Tempel wohnt. Dieses Bild bezieht sich auf die Gemeinde und nicht auf den einzelnen Gläubigen.98 2.1.3.4. Narrative Analyse Da es sich in der Perikope (1Kor. 3,10-17) nicht um einen narrativen Text handelt, bedarf es keiner Ausführung dieser Analyse.

2.2. DIACHRONE ANALYSE
2.2.1. Synoptischer Vergleich Da es sich in der Perikope (1Kor. 3,10-17) um keinen synoptischen Text handelt, bedarf es keiner Ausführung dieser Analyse. 2.2.2. Religionsgeschichtlicher Vergleich Wie schon in 1.2.2.1.4 gesagt wurde, war Korinth von verschieden Religionen beeinflusset. Man weiß nicht wie vielen Religionen und Strömungen es in Korinth gab, aber verschiedene Hypothesen behaupten, dass die Gemeinde von Philo, die Stoa, der Judaismus oder verschiedene gnostische Lehren die Gemeinde beeinflusst. Viele dieser Hypothesen wurden schon widergelegt99, sodass ich nur auf drei eingehen werde. Die erste ist, dass die Korinther durch die Gnosis beeinflusst wurden. Dies wurde von Theologen wie z.B. W. Schmithals, Lütgert und Schottroff gesehen100. Das wird damit begründet, dass „die Betonung der γνῶσις (Erkenntnis) durch manche
95 96

Schrage S. 287 Vgl. Schnabel S. 208 97 V. 16a 98 Vgl. Schnabel S. 213 99 Vgl. Schmeller S. 316 100 Vgl. Schnelle S. 84; vgl. Schmeller S. 316

19 Gemeindemitglieder (8,1), der Dualismus zwischen πνεῦµα (Geist) und ψυχή (Seele) (2,14f) und ein als Hintergrund der Adam-Christus-Typologie (15,21f.4549) vermuteter Urmensch-Mythos“101 von der Gnosis die Korinther beeinflusst hatte. Diese Hypothese ist, nach aktuellem Wissenstand, kaum noch vertretbar, da man glaubt, dass zur Zeit des Paulus die Gnosis noch nicht von Bedeutung war, da diese erst später auftauchte und sich verbreitete102. Schnelle sagt auch darüber: „Eine dualistische Anthropologie reicht aber noch nicht aus, um einen gnostischen Einfluss zu postulieren“103. Eine zweite Hypothese ist, dass die Korinther durch eine frühjüdische Weisheitslehre beeinflusset worden sind. Schmeller zitiert den folgenden Teil von G. Sellin:
Die esoterische religiöse Weisheitslehre (insbesondere 2,6-16), der Dualismus von πνεῦµα (Geist, T. Sch.) und ψυχή (Seele, T. Sch.), Verachtung des σωµα (Leib, T. Sch.) (6,12-20), das Charismaverständnis (Kap. 12-14), die Hochschätzung von γνῶσις (Erkenntnis, T. Sch.) (8,1-6; 13,2) und die Vorstellung von zwei Urmenschen (15,45) – all dieses deutet auf den Einfluss alexandrinisch-jüdischer Weisheitstheologie hin, wie sie aus Sap Sal, Aristobul und vor allem Philo bekannt ist104

Schmeller meint, dass es ein Möglichkeit ist, dass Apollos der Vermittler dieses Einfluss wäre, was schwer anzunehmen ist, denn Paulus zeigt ein Positive Meinung gegenüber Apollos. Paulus hätte es mitbekommen, wenn Apollos so was gemacht hätte, aber Paulus betrachtet ihm als Mitarbeiter Gottes und nicht als einen Gegner. Eine letzte Hypothese ist die Beeinflussung durch das Streben nach Weisheit der griechisch-römische Philosophie und Rhetorik.105 Diese Philosophie brachte ein falsches Verständnis von Weisheit und prägte eine Schüler-Lehrer-Beziehung, wo geglaubt wurde, dass man sich Weisheit selbst aneignen müsste, aber mit Hilfe von verschiedenen Lehrern.106 Außerdem führte das Interesse an diese Philosophie und Rhetorik die Gemeinde zur konkurrierende Interessengruppen. Diese Interessgruppierung ist auch das Thema meiner Perikope. 2.2.3. Literarische Analyse In der behandelten Perikope wurden keine AT-Zitate verwendet und die
101 102

Schmeller S. 316 Vgl. Schmeller S. 316 103 Schnelle S. 84 104 Sellin S. 3021 zitiert nach Schmeller S. 317 105 Vgl. Schmeller S. 317 106 Vgl. Schmeller S. 317

20 literarische Integrität ist in 1.2.1.1 geklärt. Die von Paulus gebraucht Bilder vom Hausbau und Tempel, so wie das Thema „Gerichtsfeuer“ werden in 2.2.4 behandelt werden. 2.2.4. Traditionsgeschichtliche Analyse Wegen seiner schulischen Ausbildung in Jerusalem kannte Paulus sowohl das Christentum als auch das Judentum. So wusste er genau was er sagen sollte und wie sich ausdrucken musste um verstanden zu werden. Der von Paulus verwendete Vergleich mit einem Bauwerk ist in der Gnosis, sowie im Judentum, Griechentum und Christentum verwendet. Dies ist ein DiatribenBild vom Fundamentieren und Weiterbauen.107 Ein Bild von einem Hausbau war etwas was jeder verstehen konnte108, denn Hausbau und Pflanzen waren die beiden konstitutiven Arbeiten den Lebensverhältnissen der damaligen Zeit. In der Antike wurde ein Vertrag mit den Arbeitern geschlossen. Die einzelnen Arbeiter waren von einem Bauhandwerker oder einem Zimmermann (τέκτων) koordiniert und beaufsichtigt gewesen. Dieser τέκτων hatte mehr Erfahrung und Kenntnisse im Vergleich zu den Arbeitern und wurde deswegen als ἀρχιτέκτων bezeichnet. Obwohl solche Architekten begehrte Fachleute waren und ein weit höheres Ansehen besaßen, waren die Bauten überwiegend immer mit dem Namen der Auftraggeber verbunden und nur selten mit dem eines Architekten. 109 Die selbst Benennung Paulus als „Weiser Baumeister (σοφός ἀρχιτέκτον)“ in Vers 10, ist auch in Jes. 3,3 zu sehen und „sowohl V. 10 als auch Jes 3,3 sprechen von Weisheit und von Gericht in Bezug auf die führenden Leute des Volkes Gottes“110. In Ex. 31,2-5; 35,31-35 wird Bezaleel, einen von Gott berufener Mann, „mit dem Geiste Gottes erfüllt, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit Geschicklichkeit für jede Arbeit [...], damit sie jegliche Arbeit ausführen und Kunstwerke ersinnen können“111. Noch in Vers 10 benutzt Paulus das Bild von einem Fundament, und dazu schreibt Schrage:
Daß θεµέλιος auch in Qumran im Anschluß an Jes 28,16 und Ps 118,22 >>ekklesiologisch<< im Bildkreis der Gemeinde als Bau gebräuchlich ist, schließt jüdisch107 108

Vgl. Conzelmann S. 94 Vgl. Conzelmann S. 94 109 Vgl. Schnabel S. 203 110 Beale S. 247, zitiert nach Schnabel S. 204 111 Ex. 35, 31-35

21
hellenistische Einflüsse für Paulus nicht aus, zumal in Qumran die Gemeinde selbst das Fundament ist.112

In Vers 13 beschreibt Paulus wie die Werke im Feuer offenbar werden. Ein ATBeleg dafür ist Mal. 3,2-3. Beide Texte reden über ein Gericht, welches die Materialien durch Feuer prüfen wird und über die Leute, die für den Tempel verantwortlich sind.113
Das Ziel der Prüfung durch Feuer ist hier nicht Bestrafung (Jud 7; Offb 18,8; 19,20; 21,8), Vernichtung (Mt 3,10; 13,40.42.50; Hbr 10,27) oder Reinigung bzw. Läuterung (1Petr 1,7), sondern die Offenbarlegung der Qualität der Beteiligung an der Auferbauung der Gemeinde.114

Paulus geht es in diesem Text um die göttliche Beurteilung des Wirkens von jedem Mitarbeiter und nicht um das Gericht über den einzelnen Menschen.115 In Vers 15 benutz Paulus die Wendung „οὕτως δὲ ὡς διὰ πυρός“. Dies hat der Tradition große Schwierigkeiten gemacht, denn oft verwendet wurde um die Fegefeuer lehre zu Belegen. Laut Schrage wird diese Verwendung in der neueren Exegese bestritten, denn „beim Feuerpurgatorium wird vorausgesetzt, daß der Schuldige im Feuer geläutert wird, hier dagegen wird er dem Feuer entrissen“116. „ὡς διὰ πυρός“ ist von den Meisten als sprichwörtliche Redensart verstanden und es heißt, „daß der Betreffende nur mit knapper Not dem Feuer entkommt“117, wie es auch in Am. 4,11, Sach. 3,2 und Jud. 23 steht.118 Das hat also viel mehr mit Rettung zu tun als mit Bestrafung, man kann es leicht merken, weil es ja heißt „er selbst aber wird gerettet werden“119. Der Arbeiter wird sein Heil nicht verlieren, nur seinen Lohn120, denn „das persönliche Heil ist von dem ‚Werk’ der Mitarbeit am Bau der Gemeinde unabhängig“121 und dies steht fest „aufgrund des Glaubens an Jesus Christus“122. In Schnabel heißt es, dass der Verantwortliche „einen Verlust davontragen, Einbuße erleiden, Schaden davontragen“123 wird, wo “die Aussagen [...] einen Verlust davonträgt’, [...] die Gegenaussage zum Lohn empfangen’“ ist.124 Letztendlich verwendet Paulus das Bild von der Gemeinde als Tempel des
112 113

Schrage S. 297 Vgl. Schnabel S. 208 114 Schnabel S. 208-209 115 Vgl. Schnabel S. 209 116 Schrage S. 304 117 Id. 118 Vgl. Schrage S. 304 119 1Ko. 3,15b 120 Vgl. Schnabel S. 212 121 Schnabel S. 212 122 Id. 123 Schnabel S. 211 124 Id.

22 Heiligen Geistes. Laut Merklein, verbirgt dies Folgende Vorstellung: „[Es] hat Parallelen in der alttestamentlichen (Jes 28,16-17; Ez 40-48) und frühjüdischen Erwartung eines endzeitlichen Tempels (Tob 14,5; äthHen 90,28-29; 91,13; Jub 1,17 [...])“125. Die Quramgemeinde, die sich als das wahre Israel verstand, beschrieb sich im Sinne des endzeitlichen Tempels, als “Heiligtum in Aaron”, als “Haus der Wahrheit in Israel” und als “Ort des Allerheiligsten für Aaron“126. Laut Schnabel bezeichnet der Begriff ναός (Tempel) in den Evangelien den Jerusalemer Tempel; in der Apostelgeschichte steht, dass Gott nicht in von Menschen gemachten Tempeln wohnt und in der Offenbarung bezeichnet er das himmlische Heiligtum.127 „Der Grund, weshalb die Gemeinde als Tempel Gottes bezeichnet werden kann, ist die Gegenwart Gottes in der Gemeinde der Jesusbekenner durch seinen Geist.“128 2.2.5. Redaktionsgeschichtliche Analyse Kein Zitat aus dem AT oder anderen Quellen wurden von Paulus in dieser Perikope verwendet. So ist keine redaktionelle Arbeit zu erledigen.

3. ZUSAMMENFASSUNG 3.1. DEFINITIVE ÜBERSETZUNG
10

Wegen der Gnade, die ich von Gott bekommen habe, konnte ich, als ein weiser

Baumeister, den Grund legen; ein anderer aber baut darauf weiter. Jeder aber muss achten wie er darauf weiterbaut, 11 denn niemand kann einen anderen Grund legen als den gelegten und der ist Christus.
12

Wenn jemand aber auf den Grund
13

Gold, Silber, wertvolle Steine, Holz, Heu oder Stroh aufbaut,

diese Arbeit, die

jeder gemacht hat, wird sich kennbar machen, denn der Tag wird es zeigen, denn im Feuer wird es offenbar werden und das gleiches Feuer wird das Qualität jeder Arbeit erproben und zeigen was für ein Art Werk jeder gemacht hat. 14 Wenn das Werke, das jemand darauf gebaut hat, bleiben wird, dann wird er Lohn empfangen;
15

wenn aber einen Werke verbrennen wird, dann wird der Arbeiter
16

Schaden leiden. Er selbst aber wird gerettet werden, doch mit knapper Not wird er dem Feuer entkommen.
125 126

Wisst ihr nicht, dass ihr, die Gemeinde, der Tempel

Merklein I S. 271 zitiert nach Schnabel S. 214 Vgl. Bruce S. 44-45 zitiert nach Schnabel S. 214; vgl. Gärtner, Temple S. 58 zitiert nach Schnabel S. 214; vgl. Klinzing, Kultus S. 51-93 zitiert nach Schnabel S. 214. 168-172.210-213 zitiert nach Schnabel S. 214. 127 Vgl. Schnabel S. 213-214 128 Schnabel S. 214

23 Gottes seid und, dass der Geist Gottes in euch wohnt?
17

Wenn jemand den

Tempel Gottes verdirbt, welcher die Gemeinde ist, diesen wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig und dieser Tempel seid ihr, die Gemeinde.

3.2. TEXTAUSLEGUNG (FORTLAUFENDE)
Vers 10: Wegen der Gnade, die ich von Gott bekommen habe, konnte ich, als ein weiser
Baumeister, den Grund legen; ein anderer aber baut darauf weiter. Jeder aber muss achten wie er darauf weiterbau

Paulus zeigt ganz am Anfang, dass Gott derjenige ist, der die Aufgabe zu den Menschen schenkt und dazu gibt er auch die Fähigkeit um dies zu tun. Paulus lässt erkennen, dass er für Gott arbeitet und nicht für sich selbst.129 Das von Paulus verwendete Adjektiv „σόφος“ bedeutet „sachverständig“ und er will damit unterstreichen, dass er seine Aufgabe so erfüllt hat130, dass es „die höchsten Ansprüchen entspricht“131. Schnabel hat es sehr gut ausgedrückt wie es praktisch aussehen soll:
Er [Paulus] ist Pioniermissionar – er zieht von Stadt zu Stadt, von Region zu Region und verkündigt das Evangelium von Gottes Heilshandeln im Tod und in der Auferweckung Jesu Christi vor Juden und Heiden, die diese Botschaft noch nicht gehört haben; er führt sie zum glauben an Jesus Christus und führt die Jesusbekenner in der neu entstehenden Gemeinde zusammen.132

Paulus hat die Gemeinde in Korinth gegründet, er hat Jesus und seinen Evangelium als Fundament gelegt und sagt, dass auf diesem Grund weitergebaut werden soll. Um zu zeigen wer weiterbauen soll, benutzt Paulus „ἄλλος“ (ein anderer), womit im Sinn des Wortes „ἕκαστος“ (jeder) zu verstehen ist. „Es geht nicht um bestimmte Personen, sondern um jeden, der am Gemeindeaufbau beteiligt ist.“133 Als „weiterbauen“ meint Paulus das Wort Gottes in der Gemeinde weiter zu verkündigen und zu lehren.134 Am Ende des Verses sagt Paulus, dass jeder darauf achten soll, wie er weiterbauen wird. Der Verb „ἐποικοδοµεῖ“ im Präsens drückt aus, dass der Bau noch nicht fertig ist, und alle, die von Gott in der Gemeinde gestellt wurden sollen mit dieser Arbeit ernst machen.135 Vers 11: denn niemand kann einen anderen Grund legen als den gelegten und der ist Christus. Mit der Konjunktion „γάρ“ begründet Paulus warum jeder aufpassen soll wie er weiterbaut. Er hat Jesus als Fundament gelegt, und alles was weiter gemacht sein

129 130

Vgl. Schnabel S. 204 Vgl. Konradt, Gericht S. 260 zitiert nach Schnabel S. 203 131 Konradt, Gericht S. 260 zitiert nach Schnabel S. 203 132 Schnabel S. 203 133 Hollander S. 92 zitiert nach Schnabel S. 205 134 Vgl. Schnabel S. 205 135 Id.

24 soll, soll auf Jesus und seinen Evangelium sein. Alles was eine andere Richtung oder Ziel hat außer Jesu Christi Evangelium zu verkündigen, ist ein Versuch ein anderes Fundament zu legen. „Jesus Christus der Gekreuzigte ist das fundamentum essentiale der Gemeinde. Authentische Gemeinde ist und bleibt Gemeinde Jesu Christi.“136 Vers 12: Wenn jemand aber auf den Grund Gold, Silber, wertvolle Steine, Holz, Heu oder Stroh
aufbaut

Hier will Paulus sagen, dass alle diejenigen, die auf den gelegten Fundamente weiterzubauen sich entschieden haben, zwischen guten oder schlechten Materialien auswählen können, d. h. etwas gutes aufzubauen ist so wertvoll und haltbar wie Gold, Silber oder wertvolle Steine, oder etwas nicht so wertvolles und gar nicht haltbares wie Holz, Heu oder Stroh. Diese Materialien sind im Sinne der Feuersaktion zu verstehen, denn Gold, Silber und Steine sind Materialien, die mit hohen Temperaturen nicht vernichtet werden können. Das Gegenteil passiert mit Holz, Heu und Stroh, da sie brennbar sind. Vers 13: diese Arbeit, die jeder gemacht hat, wird sich kennbar machen, denn der Tag wird es
zeigen, denn im Feuer wird es offenbar werden und das gleiches Feuer wird das Qualität jeder Arbeit erproben und zeigen was für ein Art Werk jeder gemacht hat.

Mit „der Tag“ ist hier das zukünftige Endgericht gemeint. An diesem Tag werden alle sehen was für Materialien jeder gebrauchen hat, der weitergebaut hat. Nichts wird verstecket bleiben, denn das Feuer wird alles anbrennen137 und alles was brennbar ist wird verbrennen, sodass nur das, was aus Gold, Silber oder Steine gemacht wurde, bleiben wird. D.h. Gott wird am Tag des Gerichts das Wirken von Aposteln, Lehrern und anderen Verkündigern und Mitarbeitern, das auf den Aufbau bzw. den Weiterbau der Gemeinde bezogen ist beurteilen.138 Vers 14: Wenn das Werke, das jemand darauf gebaut hat, bleiben wird, dann wird er Lohn
empfangen;

Paulus zeigt hier das positive Resultat der Bewertung. Der Verantwortliche für ein Werk, welches die Feuerprüfung bestanden hat, wird Lohn erhalten. „Bestanden“ sollt dabei so verstehen werden: Das Werk „wird vom Feuer des Gerichts nicht vernichtet werden, sondern es wird in die Zeit der Neuen Welt Gottes hinein bestehen bleiben und Bedeutung haben“139. Vers 15: wenn aber einen Werke verbrennen wird, dann wird der Arbeiter Schaden leiden. Er
136 137

Meyer S. 84 zitiert nach Schnabel S. 206 Wie in Punk 2.2.4 „Traditionsgeschichtliche Analyse“ zu beobachten ist, dieses Feuer ist nicht um zu bestrafen, vernichten oder reinigen, sondern nur um zu prüfen. 138 Vgl. Schnabel S. 209 139 Schnabel S. 210

25
selbst aber wird gerettet werden, doch mit knapper Not wird er dem Feuer entkommen.

Natürlich gibt es auch eine negatives Resultat und zwar dann, wenn das Werk vernichtet wird, der Verantwortliche wird Schaden leiden.140 „Es geht hier [...] um die Art und Weise der Mitarbeit an der Auferbauung der Gemeinde.“141 D.h., „dass es nutzlose Gemeindearbeit gibt, deren Wertlosigkeit sich im Endgericht herausstellen wird.“142 Wie schon in 2.2.4 bereits dargestellt wurde, macht Paulus hier deutlich, dass der Arbeiter sein Heil nicht verlieren wird, sondern nur seinen Lohn. Vers 16: Wisst ihr nicht, dass ihr, die Gemeinde, der Tempel Gottes seid und, dass der Geist
Gottes in euch wohnt?

Paulus erinnert die Gemeinde daran wer sie eigentlich sind. Er versucht zu zeigen, dass sie als Gemeinde, vielmehr als eine Versammlung sind, nämlich der Tempel Gottes, wo auch sein Geist wohnt. Damit will er auch etwas über die Autorität Gottes über die Gemeinde in Korinth sagen, wie Schrage ausgedruckt hat:
In diesen Tempel der Gemeinde aber zieht das Pneuma nicht nur dann und wann ein, es wirkt in ihr nicht nur sporadisch und punktuell in vorübergehenden Augenblicken, sondern „wohnt“ in ihr, und zwar als regierender Herr und schöpferische Macht. Der Geist nimmt in der Kirche nur als Herr Wohnung.143

Vers 17: Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, welcher die Gemeinde ist, diesen wird Gott
verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig und dieser Tempel seid ihr, die Gemeinde.

Wichtig um diesen Vers zu verstehen ist, dass mit „τις“ (jemand) nicht irgendein Bewohner aus Korinth, sondern die Leute, die weitergebaut haben, also Lehrern, Verkündigern und Mitarbeitern in der Gemeinde gemeint ist. Der Verb „φθείρω“ (zerstören, verderben) steht hier in Bezug zu „ἐποικοδοµέω“ (aufbauen) in V. 10, 12 und 14, als Gegenbegriff144.
Wer die Gemeinde mit den säkularen Werten der urbanen Elite Korinths leiten will und Streit, Konkurrenz und Spaltungen nicht nur toleriert, sondern ganz bewusst in de Vordergrund stellt, der baut nicht auf, sondern ab, der zerstört den von Gott und seinem Geist begonnen Bau.145

Wer die Gemeinde Gottes durch falsche Verhalten zerstört, der wird verderbet werden. Man kann nicht wissen ob dieses „Verderben“ das gleiche „Schaden leiden“146 ist oder darüber hinausgeht. Aber in Bezug zum Endgericht ist dies klar. Dieses angedrohte göttliche Gericht hat seinen Grund an die Heiligkeit von

140

Die genaue Bedeutung von „Schaden leiden“ ist in Punkt 2.2.4 „Traditionsgeschichtliche Analyse“ zu beobachten. 141 Schnabel S. 212 142 Schnabel S. 211 143 Schrage S. 305 144 Vgl. Schnabel S. 215 145 Schnabel S. 215 146 Vers 15

26 dem Tempel Gottes147. Weil die Gemeinde der Tempel Gottes ist, und der Tempel Gottes heilig ist, soll die Gemeinde heilig sein und den Heiligen Geist als Herrscher haben.

3.3. THEOLOGISCHER ERTRAG (SKOPUS)
Von Gott bekommen wir unsere Aufgabe und Fähigkeit durch seine Gnade und von ihm bekommen wir auch die Gnade um dies zu tun. Von uns aber kommt die Entscheidung, ob wir ein guten Job machen werden oder nicht. Nur wir wissen welche Absicht wir haben, indem wir etwas in der Gemeinde Jesu tuen, aber wir müssen uns bewusst sein, dass am Ende alles offenbar werden wird und unsere Arbeit seine Qualität zeigen wird – dies bestimmt welche Bezahlung wir erhalten werden. Das ist so weil, die Gemeinde Gottes Tempel ist und der Heiliger Geist in den Tempel Gottes wohnt; d.h. der Heiliger Geist wohnt in der Gemeinde. Somit kann gesagt werden, wer mit einen schlechter Absicht in der Gemeinde Gottes arbeitet um die Gemeinde zu zerstören, der wird von Gott gerichtet und von ihm selbst vernichtet werden. 3.3.1. Skopus 3.3.1.1. Zentralgedanke Wir sind verschiedene Personen mit verschieden Aufgaben aber mit einem gemeinsamen Ziel: das Werk Gottes. Gott ist es, der über Allem ist. Er ist es, der die Gnade einem jeden schenkt um seine Aufgabe zu erfüllen. Wir sollen unseren besten Job im Aufbau der Gemeinde machen, sich dessen bewusst, dass unser Verhalten am Ende geprüft wird und nach diesem Ergebnis werden wir entweder eine Belohnung oder das Verderben erhalten. 3.3.1.2. Hauptaussage Mit Jesus vor Augen und das Werk Gottes als Ziel, sollen wir zusammen arbeiten und jeder seinen Bestes tun, mit dem Bewusstsein, dass nichts verborgen bleiben wird.

3.4. BEITRAG ZUR BIBLISCHEN THEOLOGIE
Dass Gott der Anfang ist und, dass alles von ihm kommt, ist schon in der Genesis beim Schöpfungsbericht zu sehen. Keine andere Götter dürfen neben ihm sein (Ex. 20,3) und selbst als das Volk Israel ein König wollte, war er traurig (1Sam.
147

Vgl. Schnabel S. 216

27 8,5-7), denn er allein wollte Herr sein. Gott ist der, der den Menschen beruft und die Gaben und Fähigkeiten teilt (1Pe. 2,9; 1Kor. 12-14; Mt. 9, 38). Es gibt verschiedene von diesen Gaben und Fähigkeiten, aber nur einen Bau. Wir müssen zusammen arbeiten, uns als Leib Christi148 ergänzen (1Kor. 12,1-31; Röm. 12,5; Kol. 1,18; Eph. 4,11ff; Joh. 17,1126), ihn als Zentrum haben, mit ihm arbeiten und an ihm bleiben (Joh. 15,1-17). Wenn „Er“ nicht das Haus baut, arbeiten die Arbeiter umsonst (Ps. 127,1). In den ganzen Bau ist Jesus das Fundament (Eph. 2,20-21; 1. Kor. 3,11) und im letztem Tag wird deutlich werden was für eine Qualität die Werke haben (1Kor. 4,5-8; Joh. 4,36ff; 1. Pt. 1,17; Off 14,13ff) und jeder Arbeiter wird nach seinem Tun vergeltet werden (Mt. 16,27; Röm. 2,6; Off. 20,12-13 usw.). Über die Läuterung im Feuer gibt es auch in Maleachi 3,1-5 und Sacharja 13,9 Hinweise. Die Hauptsache ist nicht wie viel Gaben man von Gott bekommt, sondern was man damit macht. So ist das Gleichnis über die anvertrauten Talente (Mt. 25,1430) zu sehen. Paulus verwendet Materialien (1Kor. 3,12), die jeder auswählen kann um weiterzubauen. Jeder kann die Qualität seine Arbeit auswählen. Paulus vergleicht am Ende die Gemeinde mit dem Tempel. Die Juden glauben, dass Gott in seinem Tempel wohnte, wie auch Paulus geschrieben hat. Genau wie die Gegenwart Gottes im Tempel war (2Chr. 7,12), ist jetzt seine Gegenwart in der Gemeinde, die deswegen heilig ist und nicht verderben werden soll.

148

Die Gemeinde Christi ist auch als Herde Gottes (Ps. 23; Mt. 9,36; Joh. 10), als Ackerfeld Gottes (Joh. 4,35; Mt. 13,24-30; 13,3-9; Kol. 1,6) und als Braut Jesu (Mk. 2,20; Eph. 5,27; Offb. 21,9-27; 22,17) gesehen.

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4. LITERATURVERZEICHNIS
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32

5. ANHANG 5.1. LEXIKALISCH-GRAMMATISCHE ANALYSE 5.2. SEMANTISCH-KOMMUNIKATIVE ANALYSE