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02 2012

Löwenmaul
Das Magazin der Jungen Union in Hessen

ANPACKEN IN ROTENBURG

LEICA M9: Die Freiheit, den Augenblick zu gestalten.

FOTOGRAFIE AUS LEIDENSCHAFT
Die Leica Camera AG teilt mit vielen Menschen auf der ganzen Welt die Leidenschaft zur Fotografie. Es ist die Faszination einen Augenblick festzuhalten und ihn zu gestalten, um ihn in einem einzigartigen Bild immer wieder zu erleben. Genau dafür entwickelt Leica seit fast 100 Jahren Kameras und Objektive, die aus besten Materialien gefertigt und bis heute von Hand montiert werden. Für absolute Zuverlässigkeit und Wertbeständigkeit ein Leben lang. Höchste Qualitätsansprüche und außergewöhnliche Innovationskraft zeichnen das Unternehmen Leica seit jeher aus. So gelang es immer wieder, neue Meilensteine in der Fotografie zu setzen: Aktuell führt die Leica M9 als kleinste digitale Systemkamera der Welt mit Vollformatsensor die Erfolgsgeschichte fort.

Leica Camera AG I Oskar-Barnack-Straße 11 I 35606 SOLMS I DEUTSCHLAND I www.leica-camera.com

VORWORT | 3

Stephan Klenner Chefredakteur

LIEBE FREUNDE,
nun ist es wieder soweit: Der JU-Landestag steht vor der Tür! In wenigen Tagen werden wir uns in Rotenburg an der Fulda zur größten Veranstaltung der Jungen Union Hessen im ganzen Jahr treffen. Die Vorfreude ist überall groß – Ehrensache, dass sich diese LöwenmaulAusgabe daher besonders mit dem Großereignis beschäftigt. In unserem Heft stellen wir euch nicht nur den Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor und berichten, welche Redner und Gäste euch erwarten – wir blicken auch hinter die Kulissen des Landesverbandes und erklären, wie ein JU-Landestag organisiert wird. Doch nicht nur der Landestag kündigt sich an: Mitte Juni trifft sich die CDU Hessen zum Landesparteitag. Auf dem Parteitreffen in Darmstadt soll eine neue Satzung beschlossen werden, deren Entwurf im Vorfeld für engagierte Diskussionen innerhalb der Jungen Union gesorgt hat. Unserem JU-Landesvorsitzenden Ingmar Jung ist es gelungen, im CDULandesvorstand gemeinsam mit einigen Freunden zu erreichen, dass Vereinigungen wie die Junge Union künftig eigene Delegierte zum CDU-Landesparteitag entsenden sollen. Dies ist ein großer Erfolg und greift einen Beschluss des JULandestags in Langen auf. Wir müssen auf dem Parteitag deshalb gemeinsam dafür werben, dass dieser Vorschlag des CDU-Landesvorstands in Darmstadt beschlossen wird! Neben dem Parteitag beschäftigt uns im Juni die Fußball-Europameisterschaft. Sie ist Schwerpunktthema im LifestyleTeil unseres Magazins. Wir haben mit in Deutschland lebenden Fußball-Fans aus den Staaten gesprochen, auf die Deutschland in der Vorrunde trifft. Die Antworten sind interessant – auch wenn uns nicht jeder von ganzem Herzen den Titel gönnt. Wenn die Fußball-EM vorbei ist, sind Sommerferien in Hessen. In dieser Zeit hat die „große Politik“ Pause und auch in den JU-Verbänden vor Ort wird es ruhiger. Viele fahren in den Urlaub, um neue Kräfte zu sammeln oder gönnen sich zumindest ein paar sonnige Stunden am heimischen Badesee. Die Redaktion wünscht euch einen schönen Sommer! Anregungen und Verbesserungsvorschläge zum Heft nehme ich wie immer unter stephan.klenner@ju-hessen.de gerne entgegen. Herzliche Grüße,

4 | INHALT

Grußwort zum Landestag der Jungen Union Hessen
Wir wünschen der Jungen Union Hessen für ihren 91. Landestag in Rotenburg an der Fulda ein gutes Gelingen.
Auch 2012 beweist die Junge Union mit Ihren Anträgen, dass sie sich mit einer breiten Themenpalette auseinandersetzt. Die Diskussion um Strukturpolitik im ländlichen Raum ist hier ein Beispiel für die zukunftsweisenden Themen des Landestages. Gestützt durch die CDU-Landtagsfraktion trägt diese Landesregierung schon jetzt Sorge dafür, dass der ländliche Raum gestärkt wird. Aber auch weitere, frische Ideen helfen der CDU weiter. Das geplante Bekenntnis zum Frankfurter Flughafen ist zudem ein wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort Hessen. Der Landestag der Jungen Union bietet vielen Mitgliedern die Möglichkeit, ergebnisoffen die Weichenstellungen für kommende Jahre zu diskutieren. Die Debatten auf den Landestagen zeigen, dass gerade die Junge Union auch unkonventionelle Wege gehen kann und mit offenem Visier Themen voranbringt. Nicht nur wir als CDU-Landtagsfraktion sind gut beraten, den Austausch mit der Jugend weiterhin intensiv zu pflegen. Als Beweis für die erfolgreiche Zusammenarbeit darf auch gewertet werden, dass einige Abgeordnete unsere Fraktion selbst Mitglieder der Jungen Union sind und so die Vorzüge beider Institutionen verbinden. Herzlichst

Dr. Christean Wagner Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion

Bild: Tobias Koch / tokoo.de

IMPRESSUM

HERAUSGEBER: Junge Union Landesverband Hessen Frankfurter Straße 6 65189 Wiesbaden loewenmaul@ju-hessen.de CHEFREDAKTEUR: Stephan Klenner

08 LANDESTAG 21 BENZINPREISE 26 NETZPOLITIK

REDAKTION: Andreas Hofmeister, Torben Klose, Fridolin Pflugmann, Rüdiger Rein, Katrin Schäfer, Michael Schär, Frederic Schneider, Frederik Schmitt, Christian Stettler, Christoph Ulandowski, Paul Georg Wandrey VERLAG: BK Kommunikation Verlagsgesellschaft für Politik und Marketing GbR Voltaire-Weg 6 76532 Baden-Baden Tel.: 0 72 21 - 27 60 27 Fax: 0 72 21 - 27 61 28 info@bk-kommunikation.de GESTALTUNG: B2 Design Rüdiger Buchta Alexanderstraße 37 60489 Frankfurt info@b2design.info ANZEIGENLEITUNG: BK Kommunikation Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos oder Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. DRUCKEREI: Silber Druck oHG AUFLAGE: 12.000

Vorwort ................ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ............................ 03 Kommentare ......... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................... 06 Pro und Contra . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 07 Vor dem Landestag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ............................ 08 Landestag: Tagesordnung, Themen und Redner . . . ........................... 10 Landesparteitag: Satzungsentwurf und Kandidatur von Ingmar Jung ... 11 Bezirksverbände: Erneuerung geplant . . . . . . . . . . . . . . . . ........................... 12 Alle Jahre wieder – Die JU Hessen in der Steiermark ........................ 13 Aus den Arbeitskreisen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................... 14 Schatzmeister........ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................... 18 Aus dem Bundesvorstand – Netzpolitik als Zukunftsthema ................ 19 Aus dem Bundesvorstand – Bildungskommission in Wiesbaden ......... 20 Benzinpreise ......... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ............................ 21 LifeStyle ............... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ............................ 22 Computerseiten ..... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ............................ 26 Schüler Union und RCDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................... 30 Serie: Schönes Hessen – Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg .............. 31 JU regional ........... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ............................ 32 Mitgliederstatistik .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................... 38 Junge, Junge ........ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................... 39

6 | KOMMENTARE

Bild: dpa

Syrien – Wenig Hoffnung auf den erforderlichen Neuanfang!
Es ist nicht leicht, die Lage in Syrien einzuschätzen. Das gilt für die Gegenwart, und umso mehr für die nähere bis fernere Zukunft. Womöglich werden die von mir im Folgenden vorgebrachten Gedanken bis zum Erscheinen des Löwenmauls überholt sein; die Hoffnung wäre, dass sich die Lage bis dahin verbessert haben wird. Anlass zur Hoffnung hierauf besteht nicht allzu viel. Seit mehr als einem Jahr bekämpfen sich Regierung und Opposition auf den Straßen Syriens. Namen von Städten wie Homs oder Hama sind nun auch in Europa zu trauriger Bekanntheit gelangt. Mehr als 9000 Menschen, vor allem Oppositionelle, haben durch die Kämpfe und Angriffe des Militärs ihr Leben gelassen. Je stärker die syrischen Oppositionellen wurden, desto repressiver antwortete das System Al-Assad. Dank geopolitischer Ränkespiele viel zu lang unbehelligt, hat es Baschar Al-Assad vermocht, sich dem Druck der Straße erfolgreich zu widersetzen. Syrien, das sich erst 2005 aus dem benachbarten Libanon zurückzog, weiß den Iran hinter sich. Russland hält Al-Assad auf Grund der Historie die Stange. Machtlos schauten die Vereinten Nationen Monat für Monat den Gewalt- und Gräueltaten zu. Seit dem Frühjahr 2012 macht der Annan-Plan leise Hoffnung auf ein nahendes Ende des Konflikts. Ob der wenig zwingenden Maßnahmen und des nicht vorgesehenen Wechsels an der Staatsspitze erscheint der Annan-Plan aber kaum mehr als ein zahnloses Instrument; wenig geeignet, weitreichende Reformen in Gang zu setzen. Ein erfolgsversprechender Neuanfang, vielleicht sogar ein demokratischer Prozess nach westlichem Vorbild, könnte nur ohne Bashar Al-Assad gestartet werden. Zu viel Blut ist geflossen, zu viele Wunden gerissen. Nach aktuellem Stand erlaubt der Annan-Plan, Al-Assad an der Macht zu bleiben. Als geschickter Taktiker hat er schon vielfach gezeigt, dass er in der Lage dazu ist, dies noch lange zu bleiben. Solange schwebt trotz möglicher Waffenruhe der Zustand eines Bürgerkriegs als Damoklesschwert über den Köpfen. Dabei hätten die Menschen im Lande – einschließlich der christlichen Minderheit – Besseres verdient. Andreas Kuckro, Referent für Außen- und Europapolitik im JU-Landesvorstand

Bild: dpa

Nach Krawallen in Frankfurt: Linke Gewalt stoppen!
Am sogenannten „Europäischen Aktionstag gegen den Kapitalismus“ fanden in mehreren europäischen Großstädten Demonstrationen und Aktionen gegen das Finanz- und Wirtschaftssystem statt. So auch in der hessischen Finanz- und Bankenmetropole, die für Kapitalismuskritiker auch aufgrund ihrer symbolischen Bedeutung ein wichtiges Ziel geworden ist, um mediale Aufmerksamkeit zu erzielen. Rund 3000 Menschen beteiligten sich an dem Aufmarsch. Die Demonstration blieb leider nicht friedlich. Weder vor Sachen noch vor Menschen machte die Gewalt halt. Die Polizisten, die den Zug zur Sicherheit begleiteten, wurden mit Steinen und Flaschen beworfen. Einer der Schutzmänner musste sogar auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht werden. Zudem wurden mehrere Schaufenster durch die Demonstranten zerstört. Der entstandene Sachschaden wird im hohen sechsstelligen Bereich verortet. Es ging soweit, dass die Polizei die Demonstration stoppen musste. Am Abend erklärte die Polizei die Veranstaltung, bei der es Festnahmen von „massiv gewaltorientierten“ Teilnehmern gegeben hatte, wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit für beendet. Gerade die Veranstalter der Demonstration sollten erkennen, dass durch solche Auswüchse ihre eigene Stellung unterminiert wird und ihre Argumente nicht mehr gehört werden, weil nur noch die Gewalt und die Sachbeschädigungen wahrgenommen werden. Der politische Diskurs wird von Chaoten okkupiert, die sich eines Themas bemächtigen, um es als Mittel für den eigenen Gewalttrieb zu instrumentalisieren. Egal wie man zu den Grundaussagen des „Europäischen Aktionstages gegen den Kapitalismus“ steht, bleibt zu hoffen, dass in Zukunft sachliche Argumente und nicht mehr Steine und Farbbeutel ausgetauscht werden. Jetzt sind die Veranstalter der Demonstrationen in der Pflicht, sich an der Aufklärung der Straftaten zu beteiligen und sich deutlich von der Gewalt zu distanzieren. Schaut man sich deren Statements bisher an, so ist dies noch nicht erfolgt. Dies lässt für die Zukunft nichts Gutes hoffen. Rüdiger Rein, Referent für Inneres und Sport im JU-Landesvorstand

PRO UND CONTRA | 7

Auch bei der Kreistagsfraktion Marburg-Biedenkopf sind nicht alle für eine Übertragung der Sitzungen

PRO & CONTRA: SOLLEN KOMMUNALE PARLAMENTSSITZUNGEN IM INTERNET ÜBERTRAGEN WERDEN? JA
Eine Übertragung ist ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz! Spätestens seit dem Einzug der Piratenpartei in die ersten Landesparlamente wird Politik lautstark mit dem Vorwurf konfrontiert, sie sei nicht transparent und arbeite in „Hinterzimmern“. Ein sehr gutes Mittel, diesen Vorwürfen entgegen zu treten, wäre die Übertragung der Sitzungen von Kommunalparlamenten im Internet. Kommunalparlamente tagen ohnehin öffentlich, jeder kann zu den Sitzungen gehen und das Geschehen beobachten. Übertragungen im Internet wären also keine tiefgreifende Veränderung, die die Arbeitsabläufe der Parlamente beeinflussen würden. Die Bürger könnten bequem von zu Hause die Arbeit ihrer Volksvertreter beobachten und feststellen,

NEIN

Mit Internetübertragung könnten Sitzungen direkt verfolgt werden.

dass eben nichts im Verborgenen beschlossen wird. In der Politik ärgert man sich permanent darüber, dass Sachverhalte in der oft gefärbten Presse nicht korrekt wiedergegeben werden. Warum also nicht das Medium „Presse“ gleich überspringen und die Menschen live mit ansehen lassen, was man wirklich gefordert und wogegen man sich gestellt hat? Frei von Wertung oder Reduzierung aufs Nötigste! In Zeiten von ständig sinkender Wahlbeteiligung, insbesondere bei Kommunalwahlen, sollte die Politik keine Möglichkeit außer Acht lassen, den Menschen Zugang und Informationen zu gewähren. Was kann passieren, außer dass sich mehr Menschen mit der Politik direkt vor Ort befassen? Paul Georg Wandrey, Kreisvorsitzender der JU Darmstadt

Eine Übertragung ist für viele Ehrenamtliche abschreckend! Die Sitzungen der Kommunalparlamente sind öffentlich. Somit hat jeder Bürger die Möglichkeit, die Debatten zu verfolgen. Und es ist auch wichtig, dass diese Möglichkeit besteht, damit Offenheit und Transparenz gegeben sind. In der Regel sind die Sitzungen der Stadt- und Gemeindeparlamente sowie der Kreistage jedoch nur sehr schlecht besucht. Das Interesse scheint somit nicht sehr groß zu sein. Die Berichterstattung läuft dann über die örtliche Presse, wo man die wichtigsten Beschlüsse erfährt. Die meisten Kommunalpolitiker führen ihr Amt ehrenamtlich mit großem Engagement aus – mal abgesehen von den Bundestagsund Landtagsabgeordneten, die zudem noch kommunalpolitisch aktiv sind. Bei der Aufstellung der Listen für die Kommunalwahlen wird es zunehmend schwieriger, genügend Personen zu finden. Wenn es jetzt dazu kommt, dass die Parlamentssitzungen auch noch ins Internet übertragen werden, wirkt dies für viele abschreckend. Nicht nur, dass jeder die Redebeiträge nachverfolgen kann – das könnte man sowieso, wenn man an der Sitzung teilnimmt. Aber der Mitschnitt steht auch ein Leben lang im Netz. Und da es menschlich ist, dass man sich auch mal verspricht, kann dies zu peinlichen Situationen führen. Es ist richtig, dass Landtags- und Bundestagsdebatten im Fernsehen übertragen werden. Die Redner werden aber auch hauptberuflich dafür bezahlt. Wer in einem kommunalen Parlament sitzt, weiß vermutlich, wie schwierig es ist, Redner für die einzelnen Punkte zu finden. Meist reden dieselben Abgeordneten zu verschiedenen Themen und andere melden sich nie zu Wort. Sollte es zusätzlich zu Videoaufnahmen kommen, wird dies noch problematischer. Die Reichweite der Online-Übertragung dürfte auch relativ überschaubar sein. Wenn die Bürger wirklich an einer Debatte interessiert sind, nehmen sie den Weg ins Kreis- oder Rathaus auf sich. Jeder hat die Möglichkeit, an den Sitzungen teilzunehmen. Natürlich ist eine stärkere Beteiligung und Einbindung der Bürger wünschenswert. Allerdings halten sich die Reichweite und das Interesse der Übertragung sicherlich in Grenzen und dann bleibt es fraglich, ob sich der Aufwand und die Kosten dafür lohnen. Katrin Schäfer, Pressesprecherin der JU Hessen

8 | INTERVIEW LANDESTAG

LANDESTAG 2012
400 Delegierte und Gäste, rund zwanzig Helfer, diverse beteiligte Unternehmen und hunderte Stunden an Vorbereitungen: Wenn am Nachmittag des 27. Mai der diesjährige Landestag in Rotenburg an der Fulda geschlossen wird, endet für alle Akteure ein monatelanges Mammutprojekt. Torben Klose sitzt in seinem Bürostuhl, drittes Obergeschoss, Wiesbadener Alfred-Dregger-Haus. Seit Februar ist er als JU-Landesgeschäftsführer mit dem Zusammentragen von Informationen beschäftigt. Etwa mit den Antragserledigungsberichten des Landesvorstandes, in denen erklärt wird, wie mit den einzelnen Beschlüssen des Landestages 2011 umgegangen wurde. Es sind Meldungen, die bei den Antragsstellern ein Lächeln im Gesicht hervorrufen sollen. „Ja, aus meinem Antrag ist etwas geworden!“, denken dann viele. Hohe Erwartungen werden die 238 Delegierte und über 150 Gäste haben, wenn sie in diesem Jahr nach Rotenburg an die Fulda zum Landestag reisen. Zwei Tage lang bedarf es einer Mischung aus Tagungsdisziplin und Spaß am Rande des Plenums. Was ist der Reiz für einen hauptamtlichen Mitarbeiter, einen solchen Landestag zu organisieren? „Die Herausforderung“, sagt Torben Klose, „es jedes Jahr besser zu machen, einzigartiger als im Vorjahr.“ Begonnen hat die Organisation bereits im Juli 2011. Da hat der Landesvorstand einstimmig beschlossen, den Landestag an den Kreisverband Hersfeld-Rotenburg zu vergeben, der sich zuvor in einer ausführlichen Präsentation von seiner besten Seite gezeigt hatte. In dieser wurde nicht nur der Ort präsentiert, sondern es mussten auch Nachweise erbracht werden, etwa darüber, dass der Platz in Tagungshalle und Hotel für die Delegierten und Gäste ausreichend sein wird, oder, dass das Kostenbudget eingehalten werden kann. Zunächst musste sich der Kreisverband die Frage stellen, ob er den ganzen Aufwand überhaupt tragen wolle und stemmen könne. Hätte man ihn vor einem Jahr gefragt, ob sein Verband einen Landestag ausrichten werde, hätte er das sicherlich als unmöglich bezeichnet, erzählt der Kreisvorsitzende der Jungen Union Hersfeld-Rotenburg, Christian Eckhardt, heute. „Durch das breite Gesamtangebot des Göbel‘s Hotel, das etwa das gesamte Catering während der Tagung und abends übernimmt, können wir uns auf andere Aufgaben konzentrieren, sonst hätten wir uns womöglich nicht beworben“, berichtet Christian, der von einer „sehr motivierten“ Grundstimmung in seinem Kreisverband schwärmt. Bereits Anfang September fand ein erstes Vor-Ort-Treffen zwischen Kreisverband und Landesgeschäftsstelle statt, um Fragen zu klären und Aufgaben zu verteilen. Bis zum Landestag werden voraussichtlich noch fünf weitere hinzugekommen sein. Neben den rund zwanzig Helfern für die Durchführung des Landestages, die der Kreisverband und der Bezirksverband Osthessen stellen werden, und dem Hotel wurde ein Unternehmen beauftragt, den Landestag mit zwei Videokameras zu begleiten. Daneben müssen weitere Aufgaben gelöst werden: Wer kümmert sich um das Buffet am Abend des Landestags-Samstags? Wer legt im Anschluss die Musik auf? Es werden verschiedene Angebote eingeholt, das beste und möglichst kostengünstigste erhält dann den Zuschlag. Meistens schlägt der jeweilige Kreisverband die Unternehmen vor, die Landesgeschäftsstelle übernimmt

LANDESTAG | 9

Bilder: Frederic Schneider

DAS ALLJÄHRLICHE MAMMUTPROJEKT
dann die Endabstimmung. Es geht dann auch um Kleinigkeiten, wie darum, wer die Schlüsselbänder für die Delegierten- und Gästeausweise sponsern könnte. Nicht zu vergessen ist auch das Ehemaligentreffen, das für den Vorabend des Landestags organisiert werden muss. Je näher der Landestag rückt, desto mehr nimmt für die Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle die alljährliche Delegiertenversammlung im Alltag an Raum ein. Etwa drei Monate vor dem Landestag beginnt die „heiße Phase“: Die Satzung verlangt, dass zehn Wochen vor dem Landestag eine vorläufige Einladung an alle Delegierten verschickt wird. Bis dahin müssen grob die Redner und Themen, also ein Versammlungsablauf feststehen. Die vorläufige Einladung ist zugleich der Startschuss für die Antragsberatungen in den Verbänden: Der Landesvorstand hat zunächst drei Grundsatzanträge und einen Pro- & Contra-Antrag beschlossen. Darüber hinaus steht den Untergliederungen die Möglichkeit offen, allgemeine Anträge zu beliebigen Themen oder Änderungsanträge zur Satzung zu stellen. Eine besondere Herausforderung für die Organisation sind die zahlreichen prominenten Politiker, die sich für den Landestag in Rotenburg angesagt haben – manche auch kurzfristig, wie zum Beispiel Ministerpräsident Volker Bouffier, der erst Anfang April seine Zusage geben konnte. „Es ist ein schönes Gefühl, dass der Ministerpräsident zu uns nach Rotenburg kommt“, freut sich Christian Eckhardt trotz zusätzlicher Aufgaben. „Plötzlich stellen sich neue Fragen – etwa, wie es mit der Polizei aussieht, ob wir zusätzliches Sicherheitspersonal benötigen.“ Vier Wochen vor dem Landestag steht dann das komplette Programm – nun kann nur noch auf dem Landestag selbst eine abweichende Tagesordnung beschlossen werden. In der endgültigen Einladung sind die Hauptredner und alle Programmpunkte fixiert. Die Tagungsunterlagen gehen per Post an die 238 Delegierten. Nachdem alle Kreisvorsitzenden ihre Delegierten und Gäste angemeldet haben, und die Hotelzimmer zugewiesen wurden, kann der Landestag aus organisatorischer Sicht beginnen. Mathias Völlger, Kreisvorsitzender der Jungen Union Hochtaunus, kann sich an das

INFO: Traditionell das Steckenpferd jedes ausrichtenden Kreisverbandes ist die Abendveranstaltung. Unter dem Motto „Rotenburg feiert die beste Party seit Langen!“ hat die Hersfeld-Rotenburger JU noch einmal eine besondere Möglichkeit, sich den Delegierten und Gästen zu präsentieren. So wurden extra Flyer produziert. „Wir wollen bei allen Delegierten und Gästen einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und ihnen zeigen, wie gastfreundlich und schön unser Waldhessen ist“, sagt der JU-Kreisvorsitzende Christian Eckhardt.

Prozedere nur allzu gut erinnern. Er hat es nie bereut, dass 2010 in seinem Verband ein Landestag stattfand. „So hat uns vor allem die Erfahrung mit der Personalplanung sehr geholfen, den Standdienst beim Hessentag 2011 erfolgreich zu planen“, sagt er rückblickend. Rund fünfzig Helfer waren damals im Einsatz, auch wenn manche Aufgabe, wie etwa bei der Nachtwache, nicht immer auf große Begeisterung stieß. „Dennoch meldeten sich genügend Freiwillige zur Mithilfe und als Kreisvorsitzender bin ich sehr stolz, mit welchem Einsatz die Mitglieder der JU Hochtaunus angepackt haben.“ Wenn am 27. Mai die letzten Delegierten und Gäste den Tagungsort verlassen haben, ist die Arbeit für den diesjährigen Landestag damit jedoch noch nicht für alle abgeschlossen. Die Nachbearbeitung wird die Organisatoren noch einige Wochen beschäftigen. Und dann wird sich die Landesgeschäftsstelle bald schon mit dem Landestag 2013 auseinandersetzen, dem nächsten Mammutprojekt: Nach dem Landestag ist eben immer auch vor dem Landestag. Frederic Schneider

10 | LANDESTAG

Die Junge Union tagt an Pfingsten dort, wo sie 2008 noch demonstrierte:
Gegen den SPD-Landesparteitag, auf dem Lügenbaronin Andrea Ypsilanti ihren Wortbruch absegnen lies, um mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten. Wenige Wochen später stoppten vier mutige „Abweichler“ Ypsilanti und die SED-Erben.

LANDESTAG 2012
Tagesordnung, Themen und Redner: Das erwartet euch in Rotenburg!

A

n Pfingsten erwartet die Anwesenden wie immer ein abwechslungsreiches und spannendes Wochenende. Thematisch werden es von Strukturpolitik im ländlichen Raum bis hin zum Flughafen als Motor der Rhein-Main-Region die verschiedensten Themen diskutiert. Spannend dürfte auch die Debatte zu den „Pro & Contra“ – Anträgen werden – hier geht es darum, ob sich die Junge Union für eine Besteuerung von Kinderlosen ausspricht. Die vielfältigen Anträge der Verbände bieten darüber hinaus ausreichend Stoff für Diskussionen: Zur Pendlerpauschale liegen gleich mehrere – teilweise entgegengesetzte – Anträge der Basis vor. Gleiches gilt für verschiedene Modelle einer neuen Gemeindegebietsreform: Auch hier dürfte heftig diskutiert werden. Aber auch

mit grundsätzlichen Themen – etwa dem Schutz menschlichen Lebens – werden sich die Delegierten beschäftigen. Auf der Tagesordnung steht neben der Beratung von Anträgen auch die Nominierung der hessischen Kandidaten für den Bundesvorstand der Jungen Union. Das Gremium wird im Oktober auf dem JUDeutschlandtag in Rostock gewählt. Traditionell empfängt die Junge Union auf dem Landestag auch unseren Ministerpräsident Volker Bouffier. Unser Landesvater war selbst 1976 bis 1984 Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen und ist uns weiterhin sehr verbunden. Neben ihm werden außerdem Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich sowie die Wiesbadener Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder zu den Delegierten und Gästen sprechen. Wie im vergangenen Jahr werden neben

den gewohnten Reden vom Podium auch dieses Mal wieder für alle JU-Teilnehmer interessante Gespräche beim Speed-Dating mit Politikern ermöglicht. Langatmige Grußworte gehören damit der Vergangenheit an. Aufgeteilt in mehrere Gruppen werden die JUler jeweils für einige Minuten verschiedene Referenten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft treffen. Auch dafür haben sich wieder eine ganze Reihe hochkarätiger Gäste angekündigt: Staatskanzleichef Axel Wintermeyer, CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Christean Wagner, Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister, CDU-Generalsekretär Peter Beuth, Bildungsstaatssekretär Dr. Helge Braun und viele weitere werden mit den Delegierten diskutieren. Fridolin Pflugmann

LANDESPARTEITAG | 11

CDU-LANDESPARTEITAG
JU-Delegierte im Satzungsentwurf – Ingmar Jung kandidiert für den CDU-Landesvorstand

F

ür die JU Hessen wirft der diesjährige CDU-Landesparteitag bereits seit langem seine Schatten voraus: Der Landestag 2011 hatte umfassende Reformideen für die Parteiarbeit in Hessen beschlossen. Mitgliederbefragungen, eigene Delegierte für die Vereinigungen beim Landesparteitag und eine stärkere Positionierung der Landesfachausschüsse als Thinktanks der Partei-Basis waren die Kernforderungen, mit deren Durchsetzung der JU-Landesvorstand beauftragt wurde. Eine gute Gelegenheit zur Umsetzung ergab sich bereits in diesem Jahr: Die Satzung der CDU Hessen wird vollständig überarbeitet und beim Landesparteitag im Juni in Darmstadt beschlossen. Bereits seit einigen Monaten hat daher der JU-Landesvorsitzende Ingmar Jung gemeinsam mit anderen Vereinigungen und einigen CDU-Kreisverbänden die Forderung nach Vereinigungsdelegierten beim Landesparteitag in die Diskussion gebracht. Die Idee dahinter: Die Vereinigungen sollen als tragende Säulen der Volkspartei CDU in ihren

jeweiligen Zielgruppen ein unmittelbares Mitbestimmungsrecht bei den inhaltlichen und personellen Entscheidungen der Landespartei bekommen. Die Repräsentation unterschiedlicher Interessen wird damit deutlich verbessert. Nicht bei allen CDUlern stieß unsere Forderung sofort auf große Gegenliebe – im Gegenteil. Doch vor dem lange erwarteten Showdown auf dem Parteitag setzten sich im CDU-Landesvorstand die besseren Argumente durch: Die Vereinigungsdelegierten wurden in den Satzungsentwurf des Gremiums mit aufgenommen. Jede Vereinigung soll künftig drei Stimmberechtigte zu den Landesparteitagen entsenden dürfen. Damit wird eine direktere Beteiligung für die Junge Union an der Beschlussfassung des Parteitages möglich. Ein konsequenter Schritt, sind doch die Vereinigungen bereits heute antragsberechtigt. Trotz dieser sehr erfreulichen Einigung im Vorfeld wird die Junge Union Änderungsanträge zum Satzungsentwurf auf dem

Landesparteitag stellen: Andere Streitpunkte der neuen Satzung, bei denen sich die Junge Union engagieren wird, sind die Rechte des Generalsekretärs. Wir werden Kompromisse vorschlagen, um das vorgesehene Recht auf die Teilnahme des Generalsekretärs an allen Sitzungen der nachgeordneten Gliederungen zu entschärfen und trotzdem den verständlichen Wunsch nach Eingriffsmöglichkeiten bei schwerwiegenden Problemen umzusetzen. Auch personell wird sich die Junge Union Hessen bei dem Parteitag mit frischem Wind präsentieren: Unser Landesvorsitzender Ingmar Jung wurde vom JU-Landesvorstand als Beisitzer-Kandidat für den CDU-Landesvorstand nominiert und folgt damit dem bisherigen JU-Vertreter Tom Zeller nach, der nicht erneut kandidieren wird. Ingmar tritt damit in der guten Tradition der JU-Landesvorsitzenden an, die dem CDU-Landesvorstand durchweg als gewählte Mitglieder angehörten. Torben Klose

12 | BEZIRKSVERBÄNDE

Die JU Mittelhessen fordert eine Neuausrichtung der CDU-Bezirksverbände.

ERNEUERUNG GEPLANT
Für ein neues Profil der CDU-Bezirksverbände!

D

ie Junge Union muss immer wieder Antrieb der Erneuerung in der CDU sein. Dies gilt vor allem in inhaltlichen Fragen, aber auch hinsichtlich der Organisation unserer Mutterpartei. Auf unserem Landestag 2011 in Langen haben wir bereits intensiv über die Strukturen der hessischen CDU diskutiert und unsere Positionen deutlich gemacht – und erreicht, dass es künftig wohl auf CDU-Landesparteitagen Delegierte geben wird, die direkt von der Jungen Union dorthin entsandt werden. Die Junge Union Mittelhessen hat ergänzend hierzu auf ihrem diesjährigen Bezirkstag in Büdingen darüber nachgedacht, welche Rolle die Bezirksverbände der CDU in der künftigen Parteiarbeit spielen sollen. In der Geschichte der CDU Hessen haben die Bezirksverbände nie eine herausgehobene Rolle gespielt. Fast ausschließlich dienten und dienen sie zum Herbeiführen von Personalentscheidungen. Dies wollen wir ändern. Eine Veränderung der Parteistrukturen ist dringend geboten: Bis zum Jahr 2019 werden ein Fünftel der CDU-Mitglieder, die der Partei zur Bundestagswahl 2009 angehört haben, verstorben sein. Selbst wenn diese Prognose aufgrund einer guten Mitgliederwerbung nicht ganz so extrem wie befürchtet eintreten sollte – unsere Partei wird in wenigen Jahren schon aus faktischen Gründen strukturell nicht mehr so agieren können wie es derzeit oft noch gerade zu gelingen scheint. Eine Modernisierung der Parteistrukturen ist seit den 1970er-Jahren nicht erfolgt, ob-

wohl es in den vergangenen Jahren dazu immer wieder Versuche gab. Die Junge Union Mittelhessen ist der Auffassung, dass die Ebene der Bezirksverbände gut geeignet ist, um die nötigen Reformen der Parteistruktur zu diskutieren. Wir fordern daher die CDU-Bezirksverbände auf, einen entsprechenden Dialogprozess mit den Kreisverbänden einzuleiten, mit dem Ziel, Vorschläge für eine Neufassung der Parteistrukturen zu erarbeiten. Ein Phänomen, das in allen Parteien zu beobachten ist, ist der Abschied vom inhaltlichen Diskurs. Während zu Zeiten Alfred Dreggers und Georg August Zinns in den Parteien leidenschaftliche inhaltliche Debatten geführt wurden, ist dies in den letzten Jahren kaum noch zu beobachten. Für eine Verhinderung inhaltlicher Debattenkultur gibt es immer einen guten Grund: Der Bürgermeister vor Ort darf nicht verärgert werden, der CDU-Kreisvorsitzende möchte vor allem Ruhe haben und die Landesregierung muss geschlossen unterstützt werden. Einige dieser Gesichtspunkte sind typische Abwehr-Argumente, andere durchaus berechtigt: Dennoch darf sich eine Volkspartei mit dem Abschied von der inhaltlichen Diskussion nicht ihres Lebenselixiers berauben. Wir fordern daher die CDU-Bezirksverbände auf, mindestens zwei inhaltliche Diskussionsveranstaltungen im Jahr durchzuführen. Dabei sollen bewusst grundsätzliche Themen der politischen Ausrichtung im Mittelpunkt stehen. Die Junge Union Mittelhessen ist der Auffassung, dass der CDU-Bezirksverband

als Ideenschmiede für neue Formen der Mitgliederwerbung dienen kann. Dabei müssen insbesondere auch die hauptamtlichen Politiker unseres Bezirksverbandes, die aufgrund ihrer „Leuchtturmfunktion“ besondere Möglichkeiten haben, stärker in die Mitgliederwerbung eingebunden werden. Wir fordern daher die CDU-Bezirksverbände auf, einmal im Jahr einen bezirksweiten „Aktionstag Mitgliederwerbung“ zu organisieren, an dem die hauptamtlichen Politiker unseres Bezirksverbandes mit Unterstützung der Ehrenamtlichen gezielt potentielle Interessierte hinsichtlich einer CDU-Mitgliedschaft ansprechen. Schließlich muss auch die Finanzierung der Bezirksverbände gerechter ausgestaltet werden – gerade wenn die Aktivitäten auf Bezirksebene ausgebaut werden sollen, darf dies nicht zu Lasten einzelner Kreisverbände gehen. Unsere Vorschläge haben wir mit großer Mehrheit auf unserem Bezirkstag in Büdingen beschlossen. Der mittelhessische CDU-Bezirksvorsitzende Dr. Helge Braun hat unsere Ideen in einer ersten Reaktion dankbar und offen aufgenommen. Auf einer bezirksweiten JU-Kreisvorstandskonferenz werden wir im Juni mit ihm über die Umsetzung unserer Pläne sprechen. Wir hoffen, dass die Arbeit der CDU-Bezirksverbände so bald deutlich vielfältiger und vor allem innovativer sein wird. Unserer Mutterpartei täte dies gut. Dr. Stefan Heck, Bezirksvorsitzender der JU Mittelhessen

ALLE JAHRE WIEDER | 13

Die JU Hessen mit Freunden aus der Steiermark in den Bergen.

ALLE JAHRE WIEDER
Skifreizeit der JU Hessen in der Steiermark

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ie ist zur Tradition geworden: Die Skifreizeit der Jungen Union Hessen. Bereits zum fünften Mal lud der Arbeitskreis Europa- und Außenpolitik zum politischen Skiwochenende in der Steiermark. Ziel der JU-Reisegruppe war Bad Mitterndorf. Früh um acht Uhr morgens traf sich die erste Hälfte der JUler in Wiesbaden zur Abfahrt. Am Frankfurter Flughafen komplettierte die zweite Hälfte die Delegation. Gut gelaunt sorgte mittel- bis mäßige Musik aus den Lautsprechern für ordentlich Vorfreude auf den Schnee. Auch die entsprechende Medizin wurde schnell sichergestellt, damit keiner der Mitfahrer an der Reisekrankheit leiden musste. Die Stimmung besserte sich zusehends weiter als im Bordradio Ö3 erschallte und die Landesgrenze nach Österreich überschritten wurde. „Schifoan“ ist nicht Jedermanns Sache, aber trotzdem ist für Jedermann etwas dabei, auf dieser Erlebnisreise mit der Jungen Union.

Kurz nach der Ankunft an unserem Ziel wurden die Zimmer verteilt und erste Erkundungen endeten mit dem süßen Bier aus der hauseigenen Brauerei auf einem Balkon unserer Zimmer. Dafür blieb allerdings nur wenige Minuten Zeit, denn der Höhepunkt des Tages folgte noch am selben Abend. Das Nachtrodeln beim Grafenwiesenwirt mit ausgeleuchteter Rodelbahn mit 600 Meter langer Abfahrt ließ alle Anstrengungen beginnend mit dem frühen Aufstehen und der langen Busfahrt schnell vergessen. Der restliche Abend stand ganz im Zeichen der internationalen Verständigung in der nahegelegenen Hütte, in der wir wie bereits im Vorjahr bestens umsorgt wurden. Nach politischen Gesprächen über die anstehenden Wahlen in Österreich legten der Sohn des Hüttenwirtes und unser Steirer JVP-Freund Matthias Huber, dem an dieser Stelle ein großer Dank für die Mithilfe bei der Organisation gebührt, noch eine Sondervorstellung am Akkordeon ein.

Am nächsten Morgen ging es für das Gros der Gruppe auf die Piste; ein kleinerer Teil der JUler verbrachte einen tollen Tag in der Grimming-Therme. Mit unterschiedlichsten Saunagängen wurde auch etwas für Körper und Geist getan und der Ausblick auf den nahegelegenen Grimming-Berg war traumhaft (sowohl aus dem Außenpool wie aus der Sauna selbst!). Am zweiten Skitag stand auch für die Nichtskifahrer eine komfortable Bergauf- und -abfahrt auf dem Programm. Am letzten Abend wurden die wackeren Hessen in die Kunst des Eisstockschießens und in die Tatsache eingeweiht, dass es hierzu nicht mal des Eises bedarf. Beim anberaumten Match zwischen Team „Rot“ und „Grün“, siegten die Roten – wie man sie kennt unter Einsatz illegaler Mittel. Das Resultat der drei Tage: Super Stimmung, viele nette Gespräche und eine tolle Organisation. Vielen Dank an Andreas Kuckro und Christian Stettler! Bernd Becker

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AUS DEN ARBEITSKREISEN
Arbeitskreis „Wissenschaft und Kunst“ besuchte Keltenwelt
Zu einem Besuch der im Jahr 2011 neu eröffneten „Keltenwelt“ am Glauberg trafen sich die Mitglieder des Arbeitskreises „Wissenschaft und Kunst“. Der Museumsneubau beherbergt die überregional bekannten archäologischen Funde aus der wurde eine der bedeutendsten Grabanlagen der Kelten in Mitteleuropa entdeckt, von der vielfältigen Kulturlandschaft in unserem Bundesland zu verschaffen. Ne-

Der Arbeitskreis „Wissenschaft und Kunst“ war von der Keltenwelt beeindruckt.

Die Ausstellung „Keltenwelt“ zeigt einzigartige Schätze.

Zeit der Kelten und dient darüber hinaus als Forschungszentrum. Zunächst stand für die Teilnehmer ein kurzer Rundgang durch den archäologischen Park unmittelbar vor dem Museum auf dem Programm. Der imposante rekonstruierte Grabhügel eines Keltenfürsten verdeutlichte den Teilnehmern die Dimensionen der sakralen Stätte aus der Eisenzeit etwa um das 5. Jahrhundert vor Christus. Bei archäologischen Grabungen zwischen 1994 und 1997

die heute teilweise rekonstruiert ist. Die Mitglieder des Arbeitskreises wurden anschließend durch das Museum geführt, das auch durch seine moderne und unverwechselbare Architektur Maßstäbe setzt. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die archäologischen Funde am Glauberg und zeigt unter anderem die berühmte Sandsteinfigur eines Keltenfürsten, die unmittelbar in der Nähe des Museums bei einer Ausgrabung gefunden wurde. Das Museum bietet viele Informationen für alle Altersgruppen und ist ein herausragendes Beispiel für eine gelungene Kulturförderung und Kulturvermittlung in Hessen. Der Arbeitskreis „Wissenschaft und Kunst“ wird in der nächsten Zeit weitere Museen und kulturelle Einrichtungen in ganz Hessen besuchen, um sich einen Überblick

Bild: dpa

ben den Mitgliedern des Arbeitskreises „Wissenschaft und Kunst“ sind hierzu alle Mitglieder der Jungen Union Hessen herzlich zur Teilnahme eingeladen. Christopher Lipp Referent für Wissenschaft und Kunst Kontaktadresse zum Mitarbeiten: christopher.lipp@ju-hessen.de

Arbeitskreis „Kommunalpolitik und Regionalentwicklung“ beschäftigte sich mit neuer Gemeindeordnung
Zum Jahreswechsel ist die Neufassung der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) in Kraft getreten, in der Aufbau und Aufgaben unserer Gemeinden definiert werden.

AUS DEN ARBEITSKREISEN | 15

UND EUROPAPOLITIK +++ ARBEITSKREIS WISSENSCHAFT UND KUNST +++

In den vergangenen Monaten wurde in den Arbeitskreisen der Jungen Union Hessen wieder fleißig gearbeitet – hier Berichte der zuständigen Referenten im Landesvorstand:

Der Arbeitskreis „Kommunalpolitik und Regionalentwicklung“ hat dies zum Anlass genommen, sich mit der Gesetzesnovelle intensiv zu befassen. Zu Gast waren wir dazu im Hessischen Landtag, wo uns der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zu den wichtigsten Änderungen in der HGO berichtet hat:
Bild: Frederic Schneider

kanntmachungen online publiziert werden, zu Sitzungen der Gemeindevertretung und ihrer Ausschüsse darf per E-Mail eingeladen werden. Darüber hinaus wurde die Einbringung von Bürgerbegehren erleichtert. Fortan ist die Gründung kommunaler Unternehmen in Form einer Anstalt öffentlichen Rechts möglich, ebenso – allerdings erst nach zwanzig Jahren – die Kündigung

Bürgermeister und Landräte dürfen nun die Vertrauensfrage stellen, um ohne Rücktritt und Verlust der Rentenansprüche aus dem Amt scheiden zu können. Die ihnen per Gesetz übertragenen ordnungsbehördlichen Aufgaben dürfen nicht mehr von der Gemeindevertretung überwacht werden. Außerdem wurden die Rechte des Vorsitzenden der Gemeindevertretung gestärkt, so ist etwa der Gemeindevorstand nun zu seiner Unterstützung verpflichtet. Roland Mittmann Referent für Kommunales und Regionalentwicklung Kontaktadresse zum Mitarbeiten roland.mittmann@ju-hessen.de

Arbeitskreis „Gesundheit und Soziales“: Jahresplanung steht
Der Arbeitskreis hat sich bisher mit den Anträgen des Landestags 2011 befasst und Pläne für seine zukünftige Arbeit diskutiert. Im Zusammenhang mit dem Antrag „Sozialhilfe nur für deutsche Staatsbürger“ haben wir besprochen, dass das Thema der sozialen Sicherung einer intensiven Beschäftigung bedarf. Dazu haben wir ein Treffen mit dem Arbeitskreis „Justiz und Integration“ geplant, um näher gerade auch auf die finanzielle Unterstützung des Staates von ausländischen Mitbürgern und die damit verbundenen gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehen zu können. Zudem sprachen wir darüber, wie Familie und Beruf besser vereinbart werden können. Hier ging es vor allem um neue Möglichkeiten von Arbeitsmodellen und wie der soziale mit dem wirtschaftlichen Aspekt in Einklang gebracht werden kann. Um die Problematik auch aus Sicht der

Die JUler mit dem Landtagsabgeordneten Alexander Bauer.

Für die Haushaltswirtschaft ist die doppelte Buchführung (Doppik) jetzt verpflichtend, zudem müssen Kassenkredite wieder von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden. Mit deren Zustimmung können sich Gemeinden nun auch freiwillig zusammenschließen – die Gemeindevertretung darf dazu auch einen Bürgerentscheid durchführen. Um Kosten durch die Nutzung moderner Medien zu sparen, dürfen öffentliche Be-

der Mitgliedschaft in Zweckverbänden für freiwillige Aufgaben. Gemeinden dürfen sich auf ihrer Gemarkung bei der Erzeugung, Speicherung und Einspeisung erneuerbarer Energien sowie der Verteilung der gewonnenen thermischen Energie unter mindestens 50-prozentiger Beteiligung privater Dritter wirtschaftlich betätigen – ist diese nachweislich nicht zu erreichen, auch zu mehr als 50 Prozent.

16 | AUS DEN ARBEITSKREISEN

+++ ARBEITSKREIS GESUNDHEIT UND SOZIALES +++ ARBEITSKREIS AUSSEN-

Arbeitgeberschaft beurteilen zu können, planen wir ein Treffen mit einem Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK). Außerdem ist ein Ausflug zur Lebensgemeinschaft e. V. nach Schlitz geplant. Der Kontakt zu dieser Dorfgemeinschaft, in der Behinderte und Nicht-Behinderte zusammen leben und arbeiten, besteht schon länger und wir wollen das Angebot nutzen und uns über die Arbeit dort informieren. Integration ist nicht nur bei Menschen aus anderen Ländern wichtig, sondern auch bei Minderheiten aus unserer näheren Umgebung – wie bei den körperlich und/oder geistig Behinderten. Marisa Ochs Referentin für Gesundheit und Soziales Kontaktadresse zum Mitarbeiten: marisa.ochs@ju-hessen.de

weitere als JVP-Bundesobmann bestätigt. Auch sein Team erhielt sehr gute Ergebnisse. Aus den Reden des Vize-Kanzlers und Bundesobmanns der ÖVP sowie der anderen Gliederungen der Partei, die in

destag der JVP begann am Samstag um halb drei und endete mit dem Schlusswort des wiedergewählten Bundesobmanns gegen 19 Uhr. Kein Vergleich also zu unseren zweieinhalbtägigen Veranstaltungen. Wie

Arbeitskreis „Außen- und Europapolitik“: Besuch bei der JVP-Bundestagung in Graz
Bereits seit vielen Jahren besteht zwischen der Jungen Union (JU) Hessen und der der Jungen ÖVP (JVP) in der Steiermark eine politische Freundschaft, die durch zahlreiche persönliche Kontakte stetig gestärkt und fortgeführt wird. Traditionell nehmen wir auch gegenseitig an den Landestagen teil und waren in diesem Jahr beim „Bundestag“ der JVP Österreich in Graz, der Hauptstadt der Steiermark, mit fünf Gästen vertreten. Der Tagesordnung des Bundestages waren zwei Hauptpunkte zu entnehmen: Zum einen die Neuwahl des Bundesobmanns (Bundesvorsitzenden) der JVP und seines Teams und zum anderen der Beschluss über den Forderungskatalog „Demokratie. Neu“. Sebastian Kurz, Staatssekretär für Integration in der österreichischen Bundesregierung, wurde nach seiner ersten Amtszeit mit 100% der Stimmen für eine

v.l.n.r.: Matthias Huber (JVP Steiermark), Roland Mittmann, Katrin Schäfer, Andreas Kuckro, Österreichs Justizministerin Mag. Dr. Beatrix Karl, Robert Martins, Vize-Kanzler und Außenminister Michael Spindelegger, Thomas Einwallner (Vorsitzender JVP Steiermark) und Tom Zeller.

der ÖVP traditionell eine stärkere Rolle spielen als bei uns, kam sehr viel Lob und Anerkennung für die bisherige Arbeit von Sebastian und die Zusage für eine breite Unterstützung seines Konzepts „Demokratie.Neu“. Auch wenn die Forderungen und Ziele der Jungen Union und der Jungen ÖVP sich in vielen Punkten sehr nahe sind, unterscheiden sich unsere Deutschland- und Landestage klar von dem hier in diesem Jahr besuchten Bundestag der JVP. Das wird bereits beim Blick auf den Zeitplan und die Tagesordnung deutlich. Der Bun-

schaffen unsere Freunde aus Österreich das? Sowohl die Zusammensetzung der antretenden Vorstandsteams, als auch die inhaltlichen Forderungen werden von Antragskommissionen verhandelt. Die inhaltlichen Anträge werden in mehreren Sitzungen vorab besprochen, so dass die Rechte der Delegierten gewahrt werden und dennoch der Tagung eine beschlussund veröffentlichungsfähige Fassung vorliegt. Die Wahlen erfolgen in Form von Listenvorschlägen geheim, so dass Abweichungen von 100 Prozent durch einzelne Streichungen zustande kommen.

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UND EUROPAPOLITIK +++ ARBEITSKREIS WISSENSCHAFT UND KUNST +++

Anlass für die Freunde der JVP zur Erarbeitung von „Demokratie.Neu“ für ihren Bundestag waren wachsende Politikverdrossenheit und die damit verbundene sinkende Wahlbeteiligung. „Demokratie.Neu“ enthält einen Forderungskatalog für mehr Demokratie in Österreich, der von den über 200 Delegierten einstimmig verabschiedet wurde. Das ausführliche Konzept findet sich unter www.junge.oevp.at. Der JVP-Bundestag in Graz war in jeder Hinsicht ein Erlebnis für die hessische Delegation und ein Erfolg für die JVP und ihren Vorsitzenden Sebastian Kurz.

von „fair play“, wie Carsten von Drathen, Mitglied der Internationalen Kommission der JU Deutschlands, betonte. Doch „fair

Menschen, die sich in Deutschland ehrenamtlich im Bereich des Fußballs engagieren. Der DFB setzt auf die sozialen

Arbeitskreis „Außen- und Europapolitik“: Diskussion beim DFB
Wie politisch muss der DFB sein? – Diese Frage diskutierte der AK Europa- und Außenpolitik bei seinem Besuch in den Räumen des Deutschen Fußball-Bunds in Frankfurt mit Roy Rajber, Assistent im Büro des DFB-Präsidenten. Sollte der DFB in der Öffentlichkeit als reiner Sportverband auftreten? Oder kommt dem Verband aufgrund seiner großen öffentlichen Wahrnehmung und enormen finanziellen Ressourcen nicht auch eine gewisse politische Rolle zu? Mit Blick auf die EM in wenigen Wochen kann das Gastgeberland Polen als erfolgreiches Beispiel einer Transformation vom Kommunismus zu Demokratie und Marktwirtschaft bezeichnet werden. Bei dem anderen Gastgeberland – der Ukraine – ist dies eher fraglich. „Spiegel Online“ titelte mit Blick auf die Ukraine im April sogar „Zu Gast bei der Mafia“. Die über zwanzig Diskussionsteilnehmer machten deutlich, dass in allen Gesellschaften das Prinzip des „fair play“ herrschen sollte und insbesondere in der Ukraine pluralistische Gruppen gestärkt werden müssen. Dort leiden die Menschen seit Jahren unter einer kränkelnden Wirtschaft, einer weit verbreiteten Korruption auf allen Ebenen und politischen Machtkämpfen jenseits

Der Ball sollte auch in der Ukraine nicht still stehen: Der DFB sollte an der EM 2012 teilnehmen.

play“ ist die Grundidee des Fußballs. Dazu steht der DFB. Und dazu steht die Junge Union. Tatsächlich plant der DFB eine Reihe von gesellschaftlichen Veranstaltungen jenseits des Rasens, wie Roy Rajber durchblicken ließ. Keine Diskussion beim DFB ohne eine Führung durch die heiligen Hallen des deutschen Fußballs. Vorbei an den Büros von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und dem DFB-Sportdirektor Matthias Sammer sowie den Räumlichkeiten, in denen das DFB-Sportgericht tagt, erreichen wir die Glasvitrinen mit Original-Kopien von Pokalen aus vielen Jahrzehnten. Vom Reisebüro über Lehrer für Fußballtalente im Schulalter bis hin zu den Sicherheitskoordinatoren und Medienexperten beschäftigt der DFB rund 200 hauptamtliche Mitarbeiter – neben den vielen tausend

Medien wie Facebook und Twitter, um mit seinen Unterstützern laufend in Kontakt zu sein. Zum Schluss wurden wie bei jedem Freundschaftsbesuch Präsente ausgetauscht: Die JU-Mitglieder durften sich über DFB-Wimpel freuen. Und alle JUler waren sich zumindest in einem Punkt einig: Der DFB sollte keinesfalls seine Teilnahme an der EM 2012 absagen, wie es von Protestgruppen mit Blick auf die Ukraine vereinzelt immer wieder gefordert wird. An dem Verband hängt zu viel gesellschaftlicher Erfolg. Und Fußball lieben wir doch alle. Andreas Kuckro Referent für Außen- und Europapolitik Kontaktadresse zum Mitarbeiten: andreas.kuckro@ju-hessen.de

Bild: dpa

18 | SCHATZMEISTER

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NACH DEM RECHENSCHAFTSBERICHT IST VOR DEM RECHENSCHAFTSBERICHT
Der Landesschatzmeister mal wieder!

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ittlerweile liegt die Zeit der Rechenschaftsberichte für das Jahr 2011 hinter uns. Das Parteiengesetz verlangt dabei bekanntermaßen eine umfangreiche Darstellung der Vermögensverhältnisse und der getätigten Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres. Mitunter sollen deshalb auch JU-Schatzmeister am Anfang eines Jahres unter leichtem Stress stehen und das hat seine Gründe. Der JU-Kreisschatzmeister wartet ungeduldig auf die Zahlen der Kollegen aus den Stadt- und Gemeindeverbänden. Die Ungeduld ist nachvollziehbar, denn der CDU-Kreisgeschäftsführer wartet neben den Berichten der CDU-Stadt- und Gemeindeverbände auf den Bericht des jeweiligen JU-Kreisverbandes, um den Gesamtbericht des CDU-Kreisverbandes an den CDU-Landesverband abgeben zu können. Dort wartet nun mal der Finanzbeauftragte, der die Verpflichtung hat, alle Zahlen aus den 26 Kreisverbänden sowie den Landesvereinigungen der CDU Hessen zusammenzutragen, um eine frist-

gerechte Abgabe an den Bundesverband sicherzustellen. Wer also insbesondere im ersten Quartal eines Jahres einen nervösen und schlecht gelaunten JU-Schatzmeister trifft, könnte nun einen Grund dafür kennen. Man erzählt sich, dass der ein oder andere CDU-Kreisgeschäftsführer nicht so gut auf die JU zu sprechen ist. Ob das nun immer gerechtfertigt ist, sei dahin gestellt und es muss auch nicht immer mit dem Rechenschaftsbericht zusammenhängen. Aber das gemeinsame Ziel der Schatzmeister innerhalb der Jungen Union Hessen muss sein, die Qualität unserer Rechenschaftsberichte zu erhalten und wo nötig noch (wesentlich) zu verbessern. Spätestens seit dem Jahr 2000 sind die Parteifinanzen ein sehr sensibles Gebiet. Ein Bereich macht nach wie vor Probleme – eine nachhaltige und saubere Buchhaltung. Ein Jahr hat zwölf Monate und daraus ergibt sich auch die Verpflichtung für Schatzmeister in diesen zwölf Monate eine ordentliche Buchhaltung sicherzustellen. Wer meint, alle Zahlen aus dem

abgelaufenen Jahr innerhalb weniger Tage zu Beginn des neuen Jahres – ohne entsprechende Vorarbeiten – in eine ordentliche Form zu bringen, wird im Zweifel auf große Probleme stoßen und für unnötige Verzögerungen im Gesamtablauf der Rechenschaftslegung sorgen. Von daher meine herzliche Bitte an alle JU-Schatzmeister: Prüft eure Buchhaltung und stellt sie bei Bedarf neu auf. Auch bei der Übergabe des Schatzmeisteramtes sollte der Nachfolger auf eine nachhaltige und dauerhafte Arbeit vorbereitet werden. Die Landesgeschäftsstelle und ich stehen wie immer gerne zur Beratung und Unterstützung zur Verfügung. Zum Abschluss vielen Dank an alle Schatzmeister der JU Hessen für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr und zu Beginn dieses Jahres. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und eine wesentlich stressfreiere Rechenschaftslegung für alle Beteiligten im kommenden Jahr. Andreas Hofmeister, Landesschatzmeister der JU Hessen

AUS DEM BUNDESVORSTAND | 19

Vordenker in Fragen des Themas „Netzpolitik“: Peter Altmaier, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

AUS DEM BUNDESVORSTAND
Die Netzpolitik als Zukunftsthema für die Junge Union

E

ine der spannendsten Sitzungen der Grundsatzprogrammkommission der JU Deutschlands fand Ende März in Berlin statt. Das für unsere Generation zentrale Thema der Netzpolitik war im Mittelpunkt der Beratungen. Los ging es mit einer abendlichen Diskussionsrunde mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSUBundestagsfraktion, Peter Altmaier, der durch mehrere kluge und inhaltlich ausgereifte Vorschläge zum Thema Netzpolitik in Erscheinung getreten ist, was ihn von dem ein oder anderen Kollegen auch innerhalb der Union unterscheidet. Ebenso ist Altmaier als engagierter Nutzer von Twitter wohlbekannt. Zusammengefasst lässt sich über das intensive Gespräch festhalten, dass wir als Union eher die Chancen als die Gefahren

des Internets betonen sollten. Es bietet Chancen für stärkere demokratische Beteiligungsmöglichkeiten, neue Geschäftsmodelle oder auch ganz simpel der stärkeren individuellen Entfaltung. Das heißt natürlich nicht, blauäugig über Gefahren hinwegzusehen, die es wie bei allen gesellschaftlichen Entwicklungen auch bei der stärkeren Vernetzung der Welt gibt. Es geht vielmehr darum, die richtige Basis zu legen, auf der man dann differenziert das Thema Netzpolitik beleuchten kann. Am folgenden Tag gab es eine Podiumsdiskussion, an der unter anderem Dr. Marcel Reichart, einer der Gründer der „DLD-Konferenz“ und Lars Hinrichs, der die Plattform „Xing“ ins Leben gerufen hat, teilgenommen haben. Hier ging es mehr um die konkreten Fragen der Netzpolitik wie Infrastruktur, Urheberrecht oder Datenschutz.

Die Netzpolitik bleibt ein entscheidendes Thema für die Junge Union. Nicht nur für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands in der Welt, sondern auch für die Verankerung der Union innerhalb der nachwachsenden Generationen ist es entscheidend, mit positiver Grundhaltung die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Wir wollen als Junge Union mit dem auf dem neuen Grundsatzprogramm, das im Oktober in Rostock auf dem JU-Deutschlandtag beschlossen werden soll, unseren Beitrag hierfür leisten. Dies kann niemand besser, als die größte politische Jugendorganisation Deutschlands.

Tom Zeller, stellv. Bundesvorsitzender der JU Deutschlands

20 | AUS DEM BUNDESVORSTAND

Die Bildungskommission der JU Deutschlands in Wiesbaden mit den Hessen Bastian Kempf, Astrid Wallmann und Christopher Lipp.

Bildungskommission in Wiesbaden
Kürzlich traf sich die Bildungskommission der JU Deutschlands in Wiesbaden, um mit hochkarätigen Experten über die Themen „Ganztagsschule“, „Hochschule“ und „Bildung im Allgemeinen“ zu beraten. Der Leiter des Kommissariats der Bischöfe in Hessen, Dr. Wolfgang Pax, legte den JUlern seine durchaus kritische Sicht in Bezug auf die Ganztagsschul-Frage vom Standpunkt der Kirche aus dar, während Guido Seelmann-Eggebert, Landesvorsitzender des Ganztagsschulverbandes Hessen, sehr engagiert für den (weiteren) Ausbau dieser Institutionen warb. Hans-Jürgen Irmer, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, und Ingmar Jung, Landesvorsitzender der JU Hessen und Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, berichteten außerordentlich interessant über die aktuelle „bildungspolitische Landschaft“ in Hessen. Das sehr informative Fachtreffen fand seinen Abschluss mit einer Führung des im 19. Jahrhundert errichteten Stadtschlosses, dem heutigen Sitz des Hessischen Landtags.

Sitzung des Bundesvorstandes und der Grundsatzkommission in Berlin
Im Rahmen der kürzlich erfolgten JUBundesvorstandssitzung im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin stand die vorzeitig stattfindende Landtagswahl in NordrheinWestfalen im Mittelpunkt der Diskussion. Des Weiteren stand die Erarbeitung des neuen Grundsatzprogramms der JU Deutschlands auf der Tagesordnung. Nach zahlreichen Wortbeiträgen, die die große Bedeutung eine neu gefassten Programmatik deutlich machten, standen Vertreter des RDCS, des DGB, der CDA, des Juniorenkreises des Wirtschaftsrates, der LSU, der CDL-Jugend sowie des BDKJ als Diskussionspartner zur Verfügung: Interessant waren die Ausführungen von Sophia Kuby, Bundesjugendbeauftragte der Christdemokraten für das Leben (CDL), die die Problematik „Organspende“ und „Bluttest für Schwangere = Trisomie 21“ zum Inhalt hatten. Highlight zum Abschluss: Die Landesvorsitzenden und Mitglieder des Bundesvorstandes trafen sich mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zu einem Meinungsaustausch im Bundeskanzleramt. In ihrem Statement ging die Kanzlerin auf die zurzeit bestehende Situation im Euroraum ein, danach sprach sie über innenpolitisch aktuelle Fragen, insbesondere über die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und im Saarland. In der Diskussion wurden die Themen „Vorratsdatenspeicherung“, „ACTA“, „Fiskalpakt“, „PKW-Maut“, „Irankonflikt“ und „Zusammenarbeit mit der FDP“ angesprochen. Das insgesamt bemerkenswerte Ein- und Ausblicke vermittelnde Gespräch bekam seine besondere Note durch Angela Merkels humorvolle und verbindliche Diskussionsführung – die Anwesenden werden das Treffen sicherlich noch lange in (bester) Erinnerung behalten. Astrid Wallmann, Mitglied des JU-Bundesvorstands

BENZINPREISE | 21

ES IST FÜNF VOR ZWÖLF
Wie kann der Staat Preisabsprachen zwischen Tankstellenbetreibern verhindern?
1998 war es, als die Grünen im Bundestagswahlkampf forderten, den Benzinpreis innerhalb von zehn Jahren auf fünf Mark pro Liter zu erhöhen. Damals kostete ein Liter Super 1,18 DM, und in weiten Teilen der Bevölkerung wurde der Grünen-Vorschlag als unverschämte Drohung und unrealistische Forderung abgetan. 14 Jahre später kostet ein Liter Super 1,70 €, das 2,8-fache des Preises von 1998 – und ist weiterhin auf dem Weg nach oben. Noch sind es keine fünf Mark pro Liter, aber dass der Preis zwei Drittel davon erreicht hat, sollte Alarmsignal genug sein. In einem mehrmals täglichen Preis-Poker steigern sich die Tankstellen gegenseitig hoch, um sich anschließend wieder geringfügig unterbieten zu wollen. Der Autofahrer, gebeutelt schon durch die über neunzig Cent an Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer pro Liter Benzin, ist Leidtragender dieser so zusätzlich künstlich angehobenen Kosten. Auf welche Weise kann die Politik aber Einfluss auf den Kraftstoffpreis nehmen, ohne auf die dringend benötigten Steuern zu verzichten und ohne zu sehr in den Markt einzugreifen? Wie so oft lohnt hier ein Blick ins Ausland. In Österreich dürfen Tankstellen den Preis für Benzin und Diesel nur einmal täglich, um zwölf Uhr, anheben. So wird gegenseitiges „Hochschaukeln“ unterbunden – nicht verboten ist somit allerdings, den Preis deutlich anzuheben und anschließend nach Prüfung der Marktlage mehrmals am Tag wieder zu senken. „Fünf vor zwölf“ ist in Österreich also die beste Zeit zum Tanken. In Westaustralien müssen die Tankstellen dem Handelsministerium jeden Tag um 14 Uhr den Kraftstoffpreis melden, der für den gesamten kommenden Tag gilt. Absprachen sind hierdurch natürlich auch nicht völlig ausgeschlossen, für den Autofahrer besteht allerdings die Möglichkeit, sobald die gemeldeten Preise entsprechend veröffentlicht werden, gezielt die günstigste Tankstelle in seiner Nähe anzusteuern – vorausgesetzt, er scheut nicht die bei größeren Preisunterschieden zu erwartenden Schlangen vor den Zapfsäulen. Da solchen Schlangen aber gähnende Leere an anderen Tankstellen gegenüberstehen würde, kann sich dann kein Mineralölkonzern und kein Tankstellenpächter einen Preis deutlich über Marktniveau mehr leisten – eher im Gegenteil. Warum sollte also, was im Ausland funktioniert, nicht auch in Deutschland möglich sein? Zwei CDU-regierte Bundesländer haben daher die Initiative ergriffen, und entsprechende Anträge in den Bundesrat eingebracht – Thüringen für das österreichische, Hessen für das australische Modell. Beschlossen wurde schließlich eine Aufforderung an die Bundesregierung, die verschiedenen Konzepte zu prüfen. Soweit, so gut – nicht aber mit der FDP. Im Wirtschaftsministerium und bei der liberalen Bundestagsfraktion befürchtet man weitere Preissteigerungen durch die beiden Modelle, zudem stünden sie einem „wirksamen Wettbewerb“ entgegen. Eine Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt soll stattdessen bald unter anderem über die Preise für Benzin und Diesel wachen, die ihr dann regelmäßig gemeldet werden müssen – unter Nennung von Kraftstoffprodukt, Zeitpunkt der Geltung der Preisänderung und der seit der letzten Änderung abgegebenen Kraftstoffmenge. Die zuständige Kartellbehörde soll dann bei Verstößen gegen das Kartellrecht eingreifen können. Man darf gespannt sein. Was können wir Autofahrer aber solange tun? Abends statt morgens zur Zapfsäule fahren, da die meisten Tankstellen die Preise am späteren Abend anheben, bevor morgens die Pendler auf dem Weg zur Arbeit vorbeikommen, und tagsüber nach Konkurrenzbeobachtung wieder senken. Außerdem nicht den Tank leerfahren, sondern auffüllen, wenn man an einer günstigen Tankstelle vorbeikommt. Und was die Einflussmöglichkeiten der Politik betrifft, bleibt zu hoffen, dass die Beobachtung durch die angedachte Markttransparenzstelle zum gewünschten Erfolg führt – wenn nicht, erscheint das australische Modell weiterhin vergleichsweise erfolgversprechend. Der Staat muss eingreifen und die Mineralölkonzerne zügeln, damit wir nicht bald bei den 2,56 € pro Liter liegen, die die Grünen 1998 gefordert haben und nach wie vor fordern. Es ist fünf vor zwölf – und das nicht im österreichischen Sinne. Roland Mittmann, Referent für Kommunalpolitik und Regionalentwicklung im JU-Landesvorstand

22 | LIFESTYLE

Serie: Die ehemalige Kreisvorsitzende der Jungen Union Main-Kinzig, Julia Heil, arbeitet seit einigen Jahren als Model. Im LÖWENMAUL berichtet sie regelmäßig über ihre Arbeit.

JUlia – Ladies Lunch mit Liz Mohn und Frauke Ludowig
Schwarze Limousinen fahren an einem Werktag um 11.00 Uhr vormittags vor dem InterContinental Hotel auf der „Düsseldorfer Kö“ vor. Es steigen unter anderem aus: Die RTL-Moderatorinnen Ulrike von der Groeben und Frauke Ludowig, Koch-Expertin Katja Burghardt und die Unternehmerinnen Regine Sixt und Margit Tönnies. Welche Veranstaltung wird hier wohl stattfinden? Ganz klar: Liz Mohn, Aufsichtsratsmitglied der Bertelsmann AG und Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung lädt zum „Ladies Lunch“. Wer jetzt denkt, dass sich die Damen lediglich auf ein spätes Frühstück in illustrer Runde treffen, um den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen, liegt falsch. Liz Mohn ist nämlich auch Präsidentin der Stiftung „Deutsche Schlaganfall-Hilfe“. Eine solche Charity-Veranstaltung ist auch für uns Models ein bisschen aufregender als normale Modenschauen. Es gibt keinen Laufsteg, man läuft zwischen den Tischen fast auf Augenhöhe mit den Gästen entlang und es kann auch schon mal passieren, dass eine der Damen, die man sonst sich als Informationsdienst rund um das Krankheitsbild Schlaganfall. So werden neben der Aufklärungsarbeit über die Krankheit auch Versorgungskonzepte erstellt, beispielsweise für Reha-Maßnahmen. Zur Veranstaltung eingeladen war auch ein Mädchen, das bereits im Alter von elf Jahren einen Schlaganfall erlitten und sich zurück ins Leben gekämpft hat. Ihr geht es heute wieder einigermaßen gut, weil sie schnell therapiert wurde. Ich muss zugeben, dass ich bisher Thema Schlaganfall auch eher in die „passiert ja nur alten Menschen“ – Schublade geordnet habe. In Düsseldorf wurde ich eines Besseren belehrt: Bereits im Mutterleib können Babys einen Schlaganfall erleiden. Die Charity-Veranstaltung lebt daher von einem ziemlich krassen Kontrast: Da steht man in einem etwa 3000 Euro teuren Abendkleid hinter der Bühne, macht sich Gedanken darüber, ob man gut aussieht und welche die günstigste Zugverbindung für die Heimfahrt ist – und wird dann von einem 11-jährigen Mädchen daran erinnert, was wirklich wichtig ist im Leben. Dieser Ladies-Lunch war für mich nicht die erste Veranstaltung dieser Art. Ich erachte es als Selbstverständlichkeit, als Model so zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen können, dass hier für einen guten Zweck am Ende doch eine beachtliche Summe zusammenkommt.

Was hat das nun mit meinem Job zu tun? Die Münchener Designerin Christina Duxa hat speziell für diesen Ladies-Lunch eine Charity-Kollektion entworfen, die auf dieser Veranstaltung vorgeführt wird und deren Erlös aus dem Verkauf an die Stiftung geht. Der Ablauf ist hier wie bei jeder anLadies-Lunch-Charity mit Starbesetzung deren Modenschau auch: Fitting, nur aus dem Fernsehen oder der Zeitung also die Anproben, am Tag vorher. Haare, kennt, nachfragt, aus welchem Stoff das Make-up, Choreografie einstudieren, ProKleid ist und man in einen kurzen Plausch be und warten, warten, warten, darauf, verwickelt wird. Oder dass man die Redass es los geht. Einziger Unterschied: Die porter der Klatschpresse und das KameraModels, Make-up-Artisten und Friseure team auch mal eigenhändig aus dem Weg verzichten auf ihre Gagen. Moderatorin schieben muss. Frauke Ludowig führt durch die Veranstaltung, denn zusätzlich zu den Kleidern Lehrreich ist es zudem: Die Stiftung werden auch Schmuck und Kunstwerke „Deutsche Schlaganfall-Hilfe“ versteht zugunsten der Stiftung verkauft.

Julia Heil

LIFESTYLE | 23 KAPITEL

CD-TIPP

Die Osthessen Frederik Schmitt (links) und Daniel Höfer (rechts) besprechen im Wechsel für den LifeStyle-Teil des Löwenmauls empfehlenswerte CDs.

CD Cover „The Head and the Heart“

Wenn ich Sie wäre, Herr Schmitt, ... ...dann würde ich das gleichnamige Debütalbum von „The Head and the Heart“ hören!
Die aus Seattle stammende und mit drei Jahren noch sehr junge Band kennt seit dem ersten Tag nur einen Weg – und zwar steil nach oben. Das noch im ersten Jahr selbst herausgebrachte und nach Konzerten eigenhändig verkaufte Debütalbum regte dermaßen Aufmerksamkeit auf sich, dass die sechsköpfige Band 2010 und 2011 gleich weltweit als Vorband namhafter Indie-Bands auftreten durfte. So bin auch ich im Juni 2011 in Hamburg auf die Vorband von „Death Cab for Cutie“ aufmerksam geworden. Mit „The Head and the Heart“ erwartet Dich eine Indie-Folk-Band, die (im Kontrast zur „Planet“- oder „You FM“-Welt) noch ehrliche und selbst gemachte Musik präsentiert und bei der man in jedem Ton hört, dass sie mit 100 Prozent Leidenschaft dabei ist. Die zehn Tracks auf dem Album gehen fließend ineinander über und bauen teilweise melodisch aufeinander auf, wodurch das gesamte Werk schon beim ersten Hören von A-Z im Kopf haften bleibt. Wer „The Head and the Heart“ dann kennen und lieben gelernt hat, dem kann ich nur die „Live-Erfahrung“ nahe legen, da die sechs Musiker auf der Bühne wirklich alles toppen! Aktuell sind sie noch auf ihrer ersten eigenen großen Tour in den Staaten unterwegs, aber der nächste Besuch in Deutschland wird im kommenden Jahr mit Sicherheit folgen. Das Album gibt’s natürlich bei iTunes, Amazon & Co. oder in Deinem gutsortierten Musikladen des Vertrauens! Enjoy!

Daniel Höfer

24 | LIFESTYLE

Vor der Fußball-EM
Ohne Losglück in die Vorrunde, aber mit Chancen auf den Titel
Die Spannung ist zum greifen. In der Werbung, in den Nachrichten, in den einzelnen Programmen. Überall wird man daran erinnert: Die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine steht vor der Tür. Und die wichtigste Frage, die Land auf, Land ab in Bars, Zügen und am Arbeitsplatz diskutiert wird: Schaffen es unsere Jungs diesmal? Wieder einmal kann man relativ schnell die verschiedenen Fan-Charaktere ausmachen. Da gibt es zum einen die Hardcore-Fans, die von den Erfolgschancen der deutschen Elf schon seit Geburt an überzeugt sind und die Unterstützung der Nationalelf als Bürgerpflicht sehen. Die Mode-Fans, die gerade die neuen Zahlenfolge des umgedichteten Sportfreunde-Stiller-Lieds (´52, ´80, ´96, 2012…) auswendig lernen und sich über den Preis von achtzig Euro für ein Trikot ärgern. Oder die ewigen Zweifler, die schon seit Wochen darüber jammern, wie schwer doch die Vorrundengruppe ist. Dass wir mit den Niederlande und Portugal jetzt nicht unbedingt die besten Karten für die Vorrunde gezogen haben, ist wohl jedem klar. Und Dänemark war in der Qualifikationsphase besser als Portugal, ist also auch nicht zu unterschätzen. Die Kaffeesatzleserei könnte man noch unendlich fortführen, aber sicher werden die meisten mittlerweile die einschlägigen Statistiken verinnerlicht haben. Da aber jedes Turnier seine eigenen Regeln hat, bleibt es spannend, wie weit unsere Jungs kommen. Und da ist es nach dem An-

pfiff auch gar nicht mehr wichtig, welche Mafia die Zimmerpreise an den Spielorten kontrolliert, welche Sicherheitsmaßnahmen um die Spielstätten getroffen wurden oder welche Spieler nicht am Turnier teilnehmen und wer bei uns im Tor steht. Wichtig ist dann nur noch, dass wir unsere Mannschaft bei hervorragendem Wetter auf diversen Fanmeilen in Deutschland unterstützen und wieder ein Wir-Gefühl aufkommt, wie wir es schon von den vergangenen Turnieren kennen. Wenn wir die Jungs dann noch in Frankfurt am Römer mit dem Henri-Delaunay-Pokal (so heißt die EM-Trophäe) begrüßen dürften, wäre das Glück perfekt. Im Ernst: Unsere Mannschaft muss jetzt beweisen, dass sie das Zeug für den Titel hat. Nachdem wir es in den letzten Turnieren immer unter die besten drei geschafft haben, ist jetzt in Polen und der Ukraine endlich der Pokal fällig. Christoph Ulandowski

IN SACHEN MENSCHENRECHTE WIRD ES FÜR DIE UKRAINISCHE REGIERUNG IM LAUFE DER EM HOFFENTLICH VON ALLEN SEITEN NOCH DEUTLICHE REAKTIONEN GEBEN.

Spielplan Gruppe B Niederlande Deutschland
Niederlande Deutschland Dänemark Niederlande Portugal Dänemark Dänemark Portugal Portugal Deutschland Niederlande Deutschland

Dänemark Portugal
09. Juni 2012, Charkiw, 18.00 Uhr 09. Juni 2012, Lemberg, 20.45 Uhr 13. Juni 2012, Lemberg, 18.00 Uhr 13. Juni 2012, Charkiw, 20.45 Uhr 17. Juni 2012, Charkiw, 20.45 Uhr 17. Juni 2012, Lemberg, 20.45 Uhr

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Interviews mit den „Gegnern“
Die Gegner von Deutschland in der Gruppenphase sind unsere Nachbarn Dänemark und Holland, sowie Portugal. Wir haben uns gefragt, wie sich in Deutschland lebende Dänen, Holländer und Portugiesen während der EM verhalten? Wie gehen sie während der Spiele damit um, dass sie von Fans des gegnerischen Teams umgeben sind? Dass keiner seine Herkunft verleugnet, aber dennoch große Sympathien für Deutschland empfindet, liegt auf der Hand – wäre da nicht der Holländer…

Cornelis van der Loo
Der Holländer Cornelis van der Loo ist 21 Jahre alt und ist als Erasmus-Student für ein Jahr in Deutschland. Löwenmaul: Weißt du schon, wo du die EMSpiele gucken wirst? Cornelis: Das ist so ein Problem. Ich werde mir wohl eine Bar suchen müssen, wo andere Holländer gucken. Das Spiel gegen Deutschland in der Vorrunde möchte ich ungern mit meinen deutschen Freunden gucken. Löwenmaul: Warum? Cornelis: Ich könnte mir vorstellen, dass es Probleme geben wird. Ich meine bei Fußball sind Deutsche und Niederländer nicht immer so friedlich. Und außerdem hoffe ich, dass wir weiterkommen. Da müssen wir in dieser schweren Gruppe jedes Spiel gewinnen. Löwenmaul: Die Frage, wer Deiner Meinung nach Europameister wird, muss ich Dir ja wohl nicht stellen oder? Cornelis: Ich denke das ist klar. Deutschland wird es wohl nicht ins Viertelfinale schaffen. Nein im Ernst, das wird für alle Mannschaften in der Gruppe B schwer. Löwenmaul: Angenommen Ihr fliegt raus. Für wen bist du dann? Cornelis: Ich glaube nicht, das wir rausfliegen werden. Aber ansonsten holen sich die Spanier oder die Deutschen den Titel. Dass diese drei Mannschaften so weit oben auf der Weltrangliste stehen, hat einfach seinen Grund. Wenn die Deutschen es werden, kann ich ja mitfeiern. Aber wenn ich ehrlich bin, will ich, dass „Nederlands Elftal“ den Titel holt.

Löwenmaul: Sind Sie an Fußball interessiert? Hastenplug: Ja! Mein Lieblingsverein ist Mainz 05. Da ich in Mainz wohne, unterstütze ich die Mannschaft auch oft im Stadion. Löwenmaul: Dann werden Sie doch auch sicherlich die Europameisterschaft verfolgen? Hastenplug: Selbstverständlich. Als geborene Pessimistin glaube ich jedoch nicht, dass Dänemark weiterkommt. Ich hoffe aber, dass das Unmögliche wahr wird. Schließlich haben wir 1992 unerwartet den Titel holen können. Da hatten wir uns erst nicht qualifiziert, sind dann aber aufgrund des Balkankonflikts für Jugoslawien nachgerückt und haben am Ende gewonnen. Löwenmaul: Und was halten Ihre Familie und Freunde hier in Deutschland davon, dass Sie im Spiel Dänemark gegen Deutschland in der Vorrunde den Dänen die Daumen drücken werden? Hastenplug: Mein Mann und meine Kin-

Olga da Silva

Olga ist 35 Jahre alt, Portugiesin und seit zwanzig Jahren in Deutschland. Sie arbeitet als Köchin in einem portugiesischen Restaurant in Wiesbaden. Löwenmaul: Guckst Du gerne Fußball? Olga: Eigentlich gar nicht. Bei großen Turnieren wie der Welt- oder Europameisterschaft allerdings immer. Dass Portugal gegen Deutschland in der Vorrunde spielt, weiß ich zum Beispiel. Löwenmaul: Jetzt ist Portugal zusammen mit Deutschland in einer Gruppe. Wen feuerst du dann an? Olga: Haha. Leider natürlich Portugal. Wenn Portugal aber rausfliegt, bin ich für Euch. Löwenmaul: Kann man denn in Deinem Restaurant auch die EM-Spiele gucken? Olga: Natürlich. Wenn Deutschland gegen Portugal spielt, kommen immer unsere deutschen Stammgäste und wir gucken zusammen. So wird es auch diesmal sein, wir feiern immer mit unseren Gästen. Das Schöne ist dabei, dass wir immer etwas feiern können. Egal wer gewinnt. Außerdem ist es so noch spannender. Das Restaurant wird auch diesmal wieder sehr voll sein.

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Anne Marlene Hastenplug
Anne Marlen Hastenplug ist Dänin und als Lektorin für Dänisch an der GoetheUniversität Frankfurt tätig. Sie ist mit einem Deutschen verheiratet und hat zwei Kinder.

der werden die deutsche Elf unterstützen. Da bin ich ganz klar in der Minderheit. Aber solange Dänemark im Turnier ist, werde ich auch meine „Pflicht“ als Dänin erfüllen (lacht). Dänemark ist so ein kleines Land und da muss man doch zusammenhalten! Ich finde es aber toll, dass die Deutschen auch oft andere kleinere Länder unterstützen. Da sieht man an den Autos neben der deutschen Fahne auch manchmal Fähnchen von anderen Nationen. Aber die deutsche Mannschaft ist natürlich toll. Ich mag Jogi Löw und finde auch die Spieler und die Art zu spielen sympathisch. Christoph Ulandowski

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NETZPOLITIK
Die Antwort auf die Wirklichkeit
Netzpolitik ist nicht mehr nur ein Randthema, sie geht uns alle an. Jetzt gründeten Unions-Mitglieder und Sympathisanten einen Verein, der Antworten auf die Fragen der Wirklichkeit finden soll. Dabei sucht man durchaus die Kontroverse. Es waren Begriffe, die man sonst aus epischen Kinofilmen kennt. Ansgar Heveling, ein CDU-Bundestagsabgeordneter aus Nordrhein-Westfalen, kündigte im „Handelsblatt“ der so genannten Netzgemeinde den Kampf an und prognostizierte ihr das vorzeitige Ende. Die wiederum fühlte sich aus heiterem Himmel attackiert, und auch jüngere CDU-Mitglieder konnten mit Hevelings Aussagen wenig anfangen. Wer sich für Netzpolitik in der Union einsetzt, hat es nicht immer einfach. Das Beispiel im „Handelsblatt“ war da nur die Spitze des Eisberges. „cnetz“ – das ist zwar nicht die unmittelbare Antwort darauf, aber durchaus als Versuch zu verstehen, das Problem an der Wurzel zu packen. 59 Gründungsmitglieder haben sich in einem Verein zusammen gefunden, um einen progressiveren Ansatz in der Netzpolitik zu verfolgen und ihn in der Union voranzubringen. Die Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Schichten unserer Gesellschaft, durchaus jünger, aber nicht ausschließlich Parteimitglieder der Union. „Für die wollten wir eine Heimat bieten“, sagt der hessische Bundestagsabgeordnete Peter Tauber, einer von zwei Sprechern des „cnetz“. „Außerdem wollten wir ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von der Partei bewahren.“ „Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit“ Das erste Echo in den Medien war durchweg positiv, auch wenn der eine oder andere Medienvertreter das „cnetz“ als Reaktion auf das Wahlergebnis der Piratenpartei im Saarland begrenzt wissen wollte. Peter Tauber kennt diese Reaktionen, sowohl in Bezug auf die Piraten, aber auch auf den Konflikt der netzaktiven UnionsMitglieder mit Abgeordneten wie Heveling. „Das ZDF hat erstmals von einem Kulturkampf in der Union gesprochen. Ehrlich gesagt halte ich diese Beschreibung durchaus für zutreffend“, sagt der ehemalige JU-Landesvorsitzende. Er zitiert gerne Volker Kauder, den Fraktionsvorsitzenden der Union im Bundestag. Der sagt: „Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit.“ Wer sich die Wirklichkeit anschaue, so Tauber, der müsse erkennen, „dass die Digitalisierung unsere Welt verändert“. Wofür setzt sich das „cnetz“ ein? In der Satzungspräambel ist viel

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Prominente Gründungsmitglieder aus Hessen Unter den 59 Mitgliedern, die den Verein „cnetz“ am 29. März gründeten, sind zahlreiche prominente CDU-Vertreter – auch aus Hessen. Neben dem genannten Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Tauber gehören unter anderem die Frankfurter Abgeordnete Erika Steinbach und der aus Gießen stammende Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, dazu. Hessens Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister und die ehemalige Kultusministerin Karin Wolff sind ebenfalls engagiert dabei.
Bild: Tobias Koch / tokoo.de

die Rede von der Freiheit durch Verantwortung, den Werten des Grundgesetzes und dem christlichen Menschenbild. Für letzteres steht auch das „C“ im Vereinsnamen. Erste Inhalte sind im Entstehen. „Die Positionen werden bei uns nicht vom Vorstand oder den beiden Sprechern - Thomas Jarzombek und mir – festgelegt“, berichtet Peter Tauber. „Wir nutzen entsprechende Tools, um alle Mitglieder an der Meinungsfindung zu beteiligen.“ Das dauere vielleicht etwas länger, bis gemeinsame Positionen gefunden wären. „Dafür stehen dann aber auch alle dahinter.“ Gegenüber Medien kündigte Tauber an, dass einige Positionen sicherlich auch zu einer Kontroverse mit anderen Unions-Mitgliedern führen werden. Doch diese scheut man nicht. Zusammenarbeit mit anderen netzpolitischen Organisationen Es gibt mehrere Anknüpfungspunkte. Zahlreiche der „cnetz“-Gründungsmitglieder arbeiten parallel im offiziellen netzpolitischen Arbeitskreis der CDU Deutschlands oder im „CSUnet“ mit. Den engen Kontakt in diese Gremien wolle man halten, kündigt Tauber an. Der Verein ermöglicht hierbei sicherlich eine bessere Vernetzung un-

tereinander. Durch die parteiunabhängige Vereinsstruktur sei man im Agieren aber auch schlicht flexibler. „Ich glaube, das kann uns auch helfen, den Dialog mit anderen Organisationen wie „D64“ – steht der SPD nahe – oder der „digiges“ – ist eher bei den Grünen – zu suchen“, sagt Tauber. Bereits in der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ im Deutschen Bundestag hat sich gezeigt, dass Inhalte von Netzpolitikern in manchen Feldern durchaus mit Positionen der anderen Parteien kompatibel sind. Dazu gehören Fragen des Datenschutzes in sozialen Netzwerken, der Internetsperren oder das Leistungsschutzrecht. Die wertneutrale Übertragung von Daten im Internet, also die so genannte Netzneutralität, und das Datenschutz werden einige der ersten Themen sein, welchem man sich im „cnetz“ zuerst stellen werde. Ziel wird sein, eigene Akzente zu setzen. Junge Union als Impulsgeber Peter Tauber erhofft sich für das Politikfeld Netzpolitik auch Akzente aus der Jungen Union. „Ich bin natürlich ein bisschen vorbelastet als ehemaliger Landesvorsitzen-

der, aber ich bin der Meinung, dass wir als CDU viel mehr auf die JU hören müssen“, sagt er. „Wir machen schließlich Politik, um unsere Partei und unser Land irgendwann in die Hände der JUler zu legen. Also tun wir gut daran, sie rechtzeitig einzubinden – nicht nur als Wahlkampftruppe. Bei der Netzpolitik ist es wohl gerade die Generation der JU, die den Älteren in der CDU vor Augen führen kann und muss, wie unser Land und unsere Gesellschaft sich durch das Netz verändert – und zwar positiv mit Zuversicht und dem Blick auf die Chancen und nicht angstgesteuert und verzagt.“ Das „cnetz“ wird in diesen Punkten sicherlich gerne behilflich sein. Frederic Schneider Der Autor ist eines der 59 Gründungsmitglieder Internet: http://www.c-netz.info

Bild: Tobias Koch / tokoo.de

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SOLL DEUTSCHLAND ACTA
contra
NEIN – Denn „gut gemeint“ ist nicht gleich „gut gemacht“!
Und das hat Gründe: Die in Deutschland schon länger diskutierten und schlussendlich wieder abgeschafften Internetsperren würden durch ACTA neuen Nährboden gewinnen. Kritiker bemängeln besonders die Gefahr, ACTA könnte Grundrechte einschränken. In der Tat: Private Unternehmen würden als Hilfssheriffs eingesetzt, um die Interessen von Urhebern zu schützen. Neben den finanziellen Auswirkungen für die einzelnen Unternehmen bedeutet dies vor allem, dass Dienstanbieter die persönlichen Daten von mutmaßlichen Urheberrechtsverletzern an die Urheber weiterzugeben haben. ACTA sieht außerdem vor, “Kooperationsbemühungen im Wirtschaftsleben zu fördern“, um mutmaßliche Sünder zu bestrafen. Das bedeutet nichts anderes, als dass durch private Akteure eigenständig festgelegte Sanktionen gegen Nutzer außerhalb eines gesetzlichen Rahmens erhoben werden. Und auch die Diskussion über eine Novelle des Urheberrechtes würde durch ACTA ad acta gelegt werden – zementiert das Abkommen doch die bisherigen Regelungen und Geschäftsmodelle in einem völkerrechtlichen Vertrag. Eine Anpassung an die Digitalisierung würde durch ACTA verhindert – und damit die Innovationskraft der Wirtschaft gebremst werden. ACTA bewahrt den Status Quo im Urheberrecht, erschwert Innovationen, bildet in unserer Gesellschaft Hilfssheriffs und löst keinerlei Probleme auf Dauer. Eben deshalb ist das Abkommen lediglich im Ansatz gut gemeint, aber nicht gleich gut gemacht.

Es wird uns gesagt, ACTA sei ein bedeutender Schritt, um geistiges Eigentum zu schützen. Ein Ziel, welches sicherlich zunächst keine Widersprüche erfahren wird, auch nicht von ACTA-Gegnern. Aber: „Gut gemeint“ ist nicht gleich „gut gemacht“! Problematisch wird ACTA bei genauem Hinsehen. Dann zeigt sich, wieso ACTA nicht gut gemacht ist. Dies fängt mit den auffällig intransparenten Verhandlungen der beteiligten Staaten an. Weder die für geistiges Eigentum zuständige UN-Organisation noch das Europäische Parlament sind einbezogen worden. Erst ganz am Ende wurden die Brüsseler Parlamentarier informiert, um das Abkommen lediglich durchzuwinken. Weshalb dieses Vorgehen? Weil die beteiligten Regierungen von Anfang an wussten, dass ein solches Abkommen sonst nie zum Abschluss kommen würde!

Frederic Schneider

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UNTERZEICHNEN?
pro
JA – Denn das Anti-ACTA-Gebrüll ist viel Lärm um nichts!
ACTA definiert Standards zwischen den unterzeichnenden Nationen die Verletzung von Urheberrecht und Produktpiraterie betreffend. Soweit, so gut, aber was würde sich durch ACTA in Deutschland eigentlich ändern? ACTA enthält die Forderung nach einem wirksamen straf- und zivilrechtlichen Vorgehen gegen Verletzungen des Urheberrechts und des Kopierschutzes sowie eines Auskunftsanspruches gegen Provider. Diese Punkte sind bereits geltendes deutsches Recht, das heißt die Unterzeichnung von ACTA würde hier keine Neuerungen mit sich bringen. Überhaupt wird wie so oft über die tatsächliche Umsetzung der Forderungen im Abkommen kein Wort verloren. Die endgültige Umsetzung des Abkommens bleibt auch weiterhin den einzelnen unterzeichnenden Staaten vorbehalten. Es gibt daher absolut keine Grundlage, drakonische Maßnahmen wie die sogenannte „Three strikes out“Regel zu fürchten. Abgesehen davon, dass eine solche Maßnahme kaum umsetzbar scheint. Wenn sich durch die Unterzeichnung nichts ändern würde, bleibt natürlich die Frage, warum das Abkommen unterzeichnet werden sollte. Als Vertrag zwischen den Ländern der Europäischen Union stellt das ACTA-Abkommen einen weiteren Baustein im gemeinsamen Regieren dar. Dabei wird bereits bestehendes deutsches Recht auf die internationale Ebene gehoben und zum Standard erklärt. Dass Deutschland selbst einen solchen Vertrag aufgrund von größtenteils uninformierten Protesten nicht unterzeichnet, stellt jedoch eine Peinlichkeit für diese Bundesregierung dar. Paul Georg Wandrey

Die vor einiger Zeit aufgekommene Diskussion um das multilaterale Handelsabkommen ACTA war geprägt vom Heraufbeschwören von Weltuntergangsszenarien, die allesamt ACTA verteufelten und Angst vor dem Verlust der Freiheit des Internets schürten. ACTA sorge für permanente Überwachung, ACTA heiße Zensur, ACTA bedeute die Einführung einer „Three strikes out“-Regel, kurz gesagt: ACTA sei böse und ein Werk des Teufels! Überall in Deutschland, in Hessen vor allem in Frankfurt, gingen zahlreiche Demonstranten angeführt von Autonomen auf die Straßen um gegen das Abkommen zu demonstrieren. Dabei stand vielerorts vor allem die Demonstration und weniger die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Abkommen im Vordergrund. Diese Auseinandersetzung soll hier in stark gekürzter Form nachgeholt werden.

30 | SCHÜLER UNION UND RCDS

Schüler Union kurz notiert: Neues Mitgliedermagazin Die Schüler Union Hessen hat ihr politisches Magazin unter den Chefredakteuren Maximilian Lüderwaldt und Yorck Kessler neu gestaltet und viele interessante und prominente Gesprächspartner und Autoren gewinnen können. Wer das frisch erschienene Heft kostenlos bestellen möchte, braucht nur eine kurze Mail mit seiner Postanschrift an info@su-hessen.de schicken.

Schüler Union startet Kampagne: „Abschluss. Ausbildung. Karriere.“
Nach dem SU-Landesausschuss in Frankfurt, der sich mit der Lage der Haupt- und Realschulen beschäftigt hat, hat der SU-Landesvorstand die diesjährige Kampagne der Schüler Union beschlossen. Unter dem Motto „Abschluss. Ausbildung. Karriere.“ wirbt die Schüler Union für eine Aufwertung von Haupt-und Realschulabschlüssen. Der SU-Landesvorsitzende Lars von Borstel erklärte dazu: „Leider haben sowohl der Haupt-, als auch Realschulabschluss mit einem großen Imageproblem in den letzten Jahren zu kämpfen, was aus der von vielen Linken propagierten Einstellung entstanden ist, dass einzig und allein das Abitur zu einer erfolgreichen Zukunft beitragen kann. Dies ist ein Missstand, der sowohl von Politik, als auch von Schulen umgehend behoben werden muss.“ Um dies umzusetzen, wurde mit großer Mehrheit auf dem SULandesausschuss beschlossen, dass die Zusammenarbeit der Schulen und ausbildenden Unternehmen im Bereich der Berufsorientierung und Ausbildungssuche intensiviert werden soll und an Haupt- und Realschulen zwei verbindliche Praktika in den Klassen 8 und 9 zu fordern. Derzeit ist nur ein Praktikum verpflichtend. Wahlweise soll an Realschulen in der zehnten Klasse ein drittes Praktikum wahrgenommen werden können. Der SU-Landesvorstand hat diese Forderung unmittelbar nach dem Landesausschuss bereits dem Kultusministerium vorgetragen – und positive Rückmeldungen erhalten. Des Weiteren spricht sich die Schüler Union Hessen für die Abschaffung der besonderen Bildungsgänge, wie zum Beispiel der „Höheren Handelsschule“, an beruflichen Schulen aus, da an diesen hunderte Lehrerstellen gebunden werden. „Gerade, was die Haupt- und Realschulen betrifft, gibt es auch noch in Hessen großen Verbesserungsbedarf. Dafür muss man Perspektiven schaffen und nicht danach rufen, Schulformen abzuschaffen, wenn man die Schüler nicht im Regen stehen lassen möchte. Die hier gefassten Beschlüsse sind ein Schritt in die richtige Richtung“, so Lars von Borstel. Jan Hörmann, Pressesprecher der Schüler Union Hessen

RCDS traf sich zur Westkonferenz
Nach der überragenden Westkonferenz des RCDS in Wiesbaden im vergangenen Jahr fand auch in diesem Jahr die traditionsreiche Gemeinschaftsveranstaltung der RCDS-Landesverbände Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen statt. Tagungsort war diesmal Düsseldorf. Hierbei beschäftigten sich die angehenden Akademiker mit der Finanz- und Wirtschaftkrise und deren Folgen für das deutsche Hochschulsystem. Neben zahlreichen Referenten aus Politik und Wirtschaft, referierte der hessische RCDS-Landesvorsitzende Olaf Salg zu den Gründen und Ursachen der Finanzkrise. Weitere Referenten waren Klaus Heiner Lehnen, Mitglied des Europäischen Parlaments, welcher sich mit dem Euro und dessen Zukunft in Europa beschäftigte und Kerstin Terhardt, die sich der Thematik der Banken- und Staatsverschuldung in Europa widmete. Zum Rahmenprogramm gehörte natürlich auch eine Einführung in die Düsseldorfer Sehenswürdigkeiten, bei denen unter anderem „die längste Theke der Welt“ nicht fehlen durfte. Im Anschluss an das inhaltsstarke Wochenende äußerte sich der RCDS-Landesvorsitzende sehr zufrieden: „Auch in geselliger Atmosphäre gelingt es dem RCDS immer wieder die Qualität wichtiger politischer Diskussionen konstant hoch zu halten. Wir freuen uns schon auf die nächste Westkonferenz“, erklärte Olaf Salg. Olaf Salg, RCDS-Landesvorsitzender

SCHÖNES HESSEN | 31

Die JU Hersfeld-Rotenburg in Bad Hersfeld am Denkmal von Konrad Zuse (links) und Konrad Duden (rechts). Im Hintergrund die Stiftsruine, in der jährlich die Bad Hersfelder Festspiele stattfinden.

SCHÖNES (WALD)HESSEN
Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg

P

assend zum JU-Landestag in Rotenburg stellen wir in unserer Serie „Schönes Hessen“ den Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor.

Zentral im Nordosten Hessens entstand am 1. August 1972 im Zuge der Gebietsreform der Landkreis Hersfeld-Rotenburg durch den Zusammenschluss der Landkreise Hersfeld und Rotenburg. Der Landkreis so groß wie Hamburg und Bremen zusammen und umfasst mit einer Gesamtfläche von 1.097,15 km2 sechzehn Gemeinden und vier Städte mit einer Bevölkerungszahl von 122.000 Menschen. Die Festspiel- und Kurstadt Bad Hersfeld ist mit 30.000 Einwohnern die Kreisstadt. Durch seine waldreichen Mittelgebirgslandschaften zwischen den Tälern von Fulda, Werra und nördlicher Rhön hat sich der Name Waldhessen eingebürgert. Die lebenswerte Umwelt verbindet der Landkreis Hersfeld-Rotenburg in idealer Weise mit seiner logistisch vorteilhaften Lage am Kreuzungspunkt der Verkehrsachsen A7 und A4/A5 und hat sich seit der Wiedervereinigung Deutschlands als idealer Logistikstandort entwickelt. Die ursprünglich ländlich geprägte Region hat sich bis heute gewandelt. Wirtschaftliche Schwerpunkte liegen neben der Logistik im Anlagen- und Maschinenbau und der Automobilzulieferung. Der Kalibergbau

prägt seit über hundert Jahren den Landkreis und hat große Bedeutung für das Arbeitsplatzangebot der Region. Weiterhin haben Land- und Forstwirtschaft aufgrund des hohen Waldanteils einen großen Stellenwert. Seit 2010 ist Hersfeld-Rotenburg zudem der jüngste und mit knapp sechzig Studierenden in den Studiengängen Logistik- und Mittelstandsmanagement sowie Maschinenbau und Elektrotechnik der derzeit am schnellsten wachsende Hochschulstandort Hessens. Der Landkreis blickt auf eine lange Geschichte zurück. Mit ihrem Wirken geprägt haben Hersfeld-Rotenburg viele bekannte Persönlichkeiten, insbesondere Konrad Zuse als Erfinder des Computers und Konrad Duden als Vater der einheitlichen Rechtschreibung. Das Thema „Sprache“ hat damit eine lange Tradition. Dem Erbe beider Persönlichkeiten verpflichtet, öffnete im Oktober 2011 die Wissens- und Erlebniswelt „wortreich“ in Bad Hersfeld, eine bundesweit einmalige Mitmachausstellung, die den Regionalbezug des Themenbereiches Sprache und Kommunikation aufgreift und den Besuchern unterschiedliche Zugänge zu den Themen vermittelt. An den Gründer Bad Hersfelds, Bonifatius-Schüler Erzbischof Lullus, erinnert bis heute deutschlands ältestes Volksfest, das Lullusfest. Es wurde erstmals im Jahre 852

gefeiert und ist seither fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Region. Auch kulturell hat Hersfeld-Rotenburg einiges an Einzigartigem zu bieten. Auf der größten Freilichtbühne Deutschlands in der Ruine der Stiftskirche der ehemaligen Abtei Bad Hersfeld finden alljährlich die Bad Hersfelder Festspiele statt. Seit 1951 lockt die Stiftruine berühmte Darstellerinnen und Darsteller aus Theater, Film und Fernsehen zu den Festspielen nach Bad Hersfeld. Das Rotenburger Strandfest im Schlosspark, die Ritterspiele auf der Burg Herzberg und das Bad Hersfelder LiveJazz-Festival sind ebenso feste Bestandteile des kulturellen Jahreskalenders. Gutes aus Waldhessen wird besonders in den regionalen Produkten und im regionalen Genuss deutlich. „Ahle Wurscht“ oder Käse aus eigener Produktion sind weit über die Kreisgrenzen hinaus Markenzeichen der Region. Mit der richtigen Mischung aus Natur und Kultur, aus Logistik, Infrastruktur und einer guten Verkehrsanbindung bietet der Landkreis Hersfeld-Rotenburg viele interessante Facetten zum Wohnen, Arbeiten und Leben. Christian Eckhardt, Kreisvorsitzender der JU Hersfeld-Rotenburg

32 | KAPITEL JU REGIONAL

JU NORDHESSEN Mit Energie beim Bezirkstag
druckt von der Breite der inhaltlichen Diskussionen in der Jungen Union. Auch der Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert attestierte den JUlern ein reges Interesse und eine lebhafte Beteiligung an den politischen Vorgängen ihrer Heimat. Schwerpunkt der inhaltlichen Debatten war die notwendige Novellierung des Energiesparpotenziale sollen in Zukunft besser genutzt werden. Verbandsklagerechts, die Strukturpolitik im ländlichen Raum und die Energiepolitik. Reinhard Auf dem Bezirkstag der Jungen Union Otto, zuständiger Abteilungsleiter im ReNordhessen standen diesmal vor allem gierungspräsidium Kassel, informierte die inhaltliche Themen im Vordergrund. Es Delegierten in seinem Referat über den wurde viel diskutiert. In ihrem Grußwort Weg Nordhessens in das neue Energiebetonte Hessens Wissenschaftsministerin zeitalter. Im Zentrum standen Fragen eiEva Kühne-Hörmann die wachsende Bener sicheren, umweltschonenden, bezahldeutung Nordhessens für die dynamische baren und gesellschaftlich akzeptierten Wirtschafts- und Forschungsentwicklung Energieversorgung. In den Fokus rückte Hessens. Aus Sicht der Landesregierung dabei die Überzeugung, dass der Bereich sei Nordhessen nun unweigerlich ins Zender Energieeffizienz das größte Potenzial trum der Bundesrepublik gerückt – nicht zur Bereitstellung eines tragfähigen Enernur geografisch. Sie zeigte sich beeingiemixes ausmache. Stromeinsparungen, rationaler Energienutzung, Energieberatungen und energetischen Sanierungen haben höchste Priorität, damit die Energiewende gelingen kann. Weiterhin ging es speziell für Nordhessen um das Handlungsfeld Infrastruktur. Die gesamte Region ist derzeit geprägt von der Diskussion um den Bau einer 380kV-Höchstspannungsleitung. Planerisch ergeben sich hier viele Probleme, da die genauen Umstände einer Realisierung auf einer bestimmten Trasse noch nicht abschließend geklärt sind. Gleichzeitig wird diese Leitung dringender denn je für eine Anbindung der Stromerzeugung bis hin zum industriellen und gewerblichen Verbraucher benötigt. Weitere Diskussionen ergaben sich dann bezüglich der gesellschaftlichen Akzeptanz der Energiewende. Einhellig war man der Meinung, dass es Verbesserung der Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger, eine stetige Evaluation der Förderprogramme sowie weitere Bildungsarbeit geben müsse.

Bild: dpa

JU FRANKENBERG Zum fünften Mal: Erfolgreicher SingstarCup der Jungen Union Frankenberg
wie, falls erforderlich, mit einem Entscheidungslied ausgetragen worden. In den beiden Halbfinal-Paarungen standen sich einerseits die beiden Frankenberger Maria Horst und Markus Finger sowie andererseits Manuel Kreppenhofer und Im spannenden Finale siegte Manuel Kreppenhofer. die Ernsthäuserin Gabriele Linne gegenüber. Manuel Kreppenhofer heißt der Gewinner Manuel Kreppenhofer setze sich mit zwei des fünften Frankenberger JU-SingstarSiegen in Hin- und Rückspiel klar gegen Cups. Die Traditionsveranstaltung der Gabriele Linne durch. Zwischen MaJU Frankenberg gliederte sich wieder in ria Horst und Markus Finger wurde ein eine Gruppenphase, eine Zwischenrunde, Entscheidungsspiel nötig, in dem Maria zwei Halbfinals, ein „Spiel um Platz drei“ Horst mit dem Klassiker „Kids in America“ sowie ein Finale. Die Endrundenpartien von Kim Wilde siegte. sind jeweils mit Hin- und Rückspiel soIm Finale kam es zum Duell zwischen Maria Horst und Manuel Kreppenhofer. Dabei konnte Manuel Kreppenhofer in beiden Partien den Sieg erringen und damit zum nunmehr zweiten Mal als Gesamtsieger aus dem Wettbewerb hervorgehen. Die Final-Lieder waren „Mmmm“ von den Crash Test Dummies sowie „Push the Buttom“ von den Sugarbabes. Der Frankenberger JU-Vorsitzende Christoph Müller zog ein positives Fazit des Abends: „Der fünfte Frankenberger JUSingstar-Cup war ein großer Erfolg. Wir freuen uns, dass wieder fast zwanzig Teilnehmer da waren. Es wird sicherlich zu einer sechsten Auflage dieser Veranstaltung kommen.“

RHEIN-MAIN

JU REGIONAL | 33

JU OFFENBACH Junge Union setzt sich durch: Große Freude über Waldemar-Klein-Platz
JU-Kreisvorsitzende Marc Oliver Junker. „Die Idee der JU den Platz nach dem verstorbenen Ehrenpräsidenten der Kickers zu benennen hat in der ganzen Stadt große Sympathie gefunden und ist eine verdiente Würdigung für das Lebenswerk von Waldemar Klein“, berichtet Marc Oliver. Bereits Anfang 2011 hatte die JU Offenbach ihre Idee der Platzbenennung kommuniziert. Mit der Namensgebung des Platzes soll ein würdiges und dauerhaftes Andenken an Waldemar Klein geschaffen werden. „Gerade auch die junge Generation wusste Kleins Verdienste um die Sportstadt Offenbach und die Kickers zu würdigen“, beschreibt der Offenbacher JU-Kreisvorsitzende die Motivation der Jungen Union.

Waldemar Kleins Verdienste werden mit der Namensgebung des Platzes vor dem Stadion gewürdigt.

Im März war es endlich soweit: Der Platz vor dem neuen Stadion am Bieberer Berg erhielt offiziell den Namen „WaldemarKlein-Platz“. Damit wurde eine Idee der

Jungen Union (JU) Offenbach aufgegriffen. „Ich freue mich, dass unsere Idee Realität geworden ist“, betont der Offenbacher

JU MAINGAU Mitgliederwerbeaktion der JU Maingau ein voller Erfolg
118 Neumitglieder im gesamten Kreis Offenbach war das sensationelle Ergebnis der Mitgliederwerbeaktion der JU Maingau im Jahr 2011. Von diesem Erfolg waren der Kreisvorsitzende der JU Maingau, Thomas Lortz, und sein Vorgänger Gerhard Kimmel selbst überrascht. „Als wir auf unserer Klausurtagung 2010 den Wettbewerb ins Leben gerufen haben, hätte ich nicht mit über hundert Neumitgliedern gerechnet. Das ist eine tolle Leistung der Orts- und Stadtverbände“, meint Gerhard Kimmel. Besonders erfolgreich hatten sich die Verbände der JU Froschhausen (33 Neumitglieder), JU Neu-Isenburg (31 Neumitglieder) und der JU Langen (22 Neumitglieder) in der Neumitgliederwerbung gezeigt.

JU NEU-ISENBURG Offenes Klima für Interessierte
Die JU Neu-Isenburg konnte durch ihre auch für Nichtmitglieder offene „Klima AG“, „Real Politics AG“, „Events AG“ und der „Stadtquartier AG“ in das Gespräch mit Interessierten bringen. Die JU Langen und die JU Froschhausen konnte durch die regelmäßige Öffnung ihren eigenen JU-Räume viele Neumitglieder gewinnen. „Sicherlich hat der Landestag 2011 in Langen die Bekanntheit der Jungen Union stark gefördert“ so der Vorsitzende der JU Langen, Christian Gött. „Für die JU Froschhausen ist und bleibt die persönliche Ansprache der wichtigste Aspekt bei der Mitgliederwerbung“, sagt Thomas Lortz. Als Preis für die erfolgreichen Werber gab es eine Fahne mit eigenem JU-Logo, sowie ein Fass Bier. In diesem Jahr möchte sich die JU Maingau gemeinsam den eher schwachen Stadtverbänden widmen. „Hier gibt es noch eine Menge Potenzial“, meint der Maingauer JU-Kreisvorsitzende.

Bild: fotolia

Die Türen stehen offen für Interessierte bei der JU Neu-Isenburg.

34 | KAPITEL JU REGIONAL

NASSAU
JU WIESBADEN Finanzminister Dr. Thomas Schäfer erklärt die Schuldenkrise
Schutzschirm für die Städte, Gemeinden und Kreise in Hessen. Insgesamt 3,2 Milliarden Euro werden den Kommunen im Schutzschirm zur Entschuldigung zur Verfügung gestellt – ein weiterer Beitrag, um die Handlungs- und Zukunftsfähigkeit der Kommunen in Hessen zu sichern. Abschließend stellte sich Finanzminister Dr. Thomas Schäfer noch den Fragen der rund sechzig Gäste, welche sich thematisch mit ganz unterschiedlichen Fragen befassten – von der Novellierung der Steuerklärung bis zum Länderfinanzausgleich war alles dabei. Der JU-Kreisvorsitzende Carsten Wrobel freute sich über die gelungene Veranstaltung und auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Vereinigungen der CDU in Wiesbaden.

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer beeindruckte bei der JU Wiesbaden durch einen sehr verständlichen Vortrag zu einem komplizierten Thema.

Im Biebricher Schloss in Wiesbaden führten die Junge Union Wiesbaden (JU) und die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Wiesbaden eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Hessischen

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer durch. Dabei berichtete der Staatsminister über die Arbeit der Landesregierung und schwerpunktmäßig über die kommunalen Finanzen und den bundesweit einmaligen

JU USINGEN, WEHRHEIM UND NEU-ANSPACH Gaudi-Fußballturnier

Spaß am Sport: Das Gaudi-Turnier war ein voller Erfolg.

le in Usingen fand zum ersten Mal das „Gaudi-Fußballturnier“ statt, um das sich die Verbände der Jungen Union aus Usingen, Wehrheim und Neu-Anspach bemüht hatten. Die neue Aktion fand direkt großen Anklang bei den Jugendlichen aus dem Usinger Land: Zwölf Teams mit jeweils etwa acht Mitspielern kämpften zunächst in drei Gruppen und anschließend in den Finalrunden um den Wanderpokal, den Politiker aus Kreis-, Landes- und Bundespolitik gespendet hatten.

schauer, packende Spiele und große Emotionen erleben. Dabei stand vor Allem der Spaß am Sport im Vordergrund, der an diesem Tag nicht wegzudenken war. „Immerhin haben wir die Jusos geschlagen!“, tönte es zum Beispiel nach der Viertelfinalniederlage mit einem Augenzwinkern aus dem Lager der Jungen Union. Die Mitglieder der ausrichtenden Verbände sorgten währenddessen für das leibliche Wohl: Neben Gegrilltem gab es auch eine reich gefüllte Kuchentheke. Zudem wurde ein Trikot der Eintrachtlegende Charly Körbel per Verlosung an den Mann gebracht. Den Erlös des Turniers von 300 Euro stellten die JUler dem Zentrum für Jugendhilfe und Suchtberatung des Usinger Landes zur Verfügung.

Die Junge Union aus dem Usinger Land hatten geladen und die Jugendlichen waren gekommen: In der Muckenäckerhal-

Bei guter Stimmung konnten die hundert Teilnehmer, aber auch die zahlreichen Zu-

SÜDHESSEN

JU REGIONAL | 35

JU DARMSTADT Erstes Cocktail „Meet & Greet“ der JU Darmstadt

Das neue Veranstaltungsformat der JU Darmstadt kam gut an.

„Es wirkt gezwungen“, „man fühlt sich nicht willkommen“ und „man kann nicht richtig diskutieren“ sind nur drei Dinge, die junge Leute am Standard-Format einer politischen Veranstaltung kritisieren. Aus

diesem Grund hat die Junge Union Darmstadt die Cocktail-Reihe „Meet & Greet‘s“ ins Leben gerufen. Zur Auftaktveranstaltung kam der Europaabgeordnete Michael Gahler. Die aktuelle

Situation um das Abkommen „ACTA“, die Konsequenzen der Finanz- und Schuldenkrise und das Für und Wider von „Genfood“ waren nur ein paar der Gesprächsthemen. Zur Auflockerung wurden verschiedene Cocktails angeboten, an denen sich die Anwesenden auch nach Herrn Gahlers Abreise erfreuten und so den Abend ausklingen ließen. Man war sich über einen gelungenen Abend einig und vereinbarte eine weiteres „Meet & Greet“ innerhalb kürzester Zeit.

JU DARMSTADTDIEBURG Besuch am Frankfurter Flughafen
erhaften Entwicklungen im Bereich der Reduktion von Triebwerklärm auch die genaue Planung der Einflugrouten. Um die Bewohner nicht mit Ihrem Schicksal allein zu lassen, kaufe die „Fraport“ in stark betroffenen Gebieten Grundstücke auf, um so den Bewohnern die Möglichkeit eines Umzuges zu gewährleisten, erläuterte der Gästeführer. Im Anschluss an den Vortrag und das Treffen mit dem Landtagsabgeordneten Gottfried Milde, der die Besichtigung initiiert hatte, bekam die JU Darmstadt-Dieburg noch eine Geländeführung mit dem Bus. So umfuhr die Gruppe beispielsweise das neu gebaute Terminal, bekam eines der führenden Brandschutzsysteme erklärt, welches im Notfall für eine Rettung innerhalb nur weniger Minuten sorgt, und konnte quasi im Sekundentakt Flugzeuge beim Start oder bei der Landung begutachten.

Bild: dpa

Die Besichtigung des Frankfurter Flughafens mit anschließender Geländeführung wurde vom Landtagsabgeordneten Gottfried Milde initiiert.

Die Junge Union Darmstadt-Dieburg hat den Frankfurter Flughafen besichtigt. Die JUler aus Südhessen hatten schon lange den 4. April als Datum für ihren Besuch ausgewählt – just jenen Tag, an dem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über das Nachtflugverbot (von 23 bis 5 Uhr) am Frankfurter Flughafen entschied. Der Besuch war vor diesem Hintergrund sehr spannend: Viele JUler erwarteten nach Bekanntgabe des Urteils lange Gesichter bei den Flughafenmitarbeitern. Das Erstaun-

liche war jedoch, dass dies ganz und gar nicht der Fall war. Der Flughafenbetreiber „Fraport“ hat – anders als die Lufthansa keine Probleme mit dem Nachtflugverbot. Statt einer ausgeprägten Leidensgeschichte berichtete der Gästeführer den JUlern über die Errungenschaften im Bereich des Lärmschutzes und die noch geplanten Lärmreduzierungsmaßnahmen in der umliegenden Region des Frankfurter Flughafens. Dazu zählt neben den dau-

36 | KAPITEL JU REGIONAL

MITTELHESSEN
JU WETZLAR WZ-Kennzeichen zurück
lamentssitzung diese Kritik. So wirke die Einführung eines eigenen Wetzlarer Kennzeichens konträr zur Stellungnahme des Stadtmarketings sogar integrationsfördernd. Stadtteile, die früher nicht zu Wetzlar gehörten, könnten sich dank WZ-Kennzeichen eher als Wetzlarer identifizieren – beispielhaft nannte er hierfür seinen Heimatort Münchholzhausen. Christian schloss sein Plädoyer für die Einführung des WZ-Kennzeichens mit folgenden Worten: „Die Einführung des WZ-Kennzeichens ist ein überparteilicher und von Wetzlarern getragener Antrag. Es liegt nun in den Händen der Stadtverordnetenversammlung, den Bürgerwillen umzusetzen“. Nach einstündiger Diskussion zeigten sich die Gäste im Zuschauerraum begeistert über den positiven Ausgang der Abstimmung. Insbesondere die Junge Union, die mit vielen Vorstandsmitgliedern bei der Sitzung im Rathaus vertreten war, freut sich darüber, dass der jahrelange Einsatz und die Kampagne „WZ für WZ“ nun Früchte tragen und die Wetzlarer ihr WZ-Kennzeichen zurückerhalten.

die Stadtverordnetenversammlung für die Einführung des neuen „alten“ Kennzeichens. Nach einer spannenden Debatte im Wetzlarer Rathaus, der viele Zuhörer beigewohnt hatten, ist nun das letzte Wort in dieser Sache gesprochen. Nachdem Oberbürgermeister Wolfram Dette erste Ausführungen zum Thema machte, hatten die Fraktionen vor der endgültigen Abstimmung die Möglichkeit zur Aussprache. Das Die Wetzlarer bekommen ihr Wetzlarer StadtmarkeWZ-Autokennzeichen wieder zurück. ting hatte im Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung BeDie Junge Union Wetzlar hat sich mit ihrer denken zur Einführung des neuen KennForderung nach einer Wiedereinführung zeichens angemeldet. des WZ-Autokennzeichnens durchgeDer JU-Stadtverordnete Christian Cloos setzt. Mit 31 Ja-Stimmen, 24 Nein-Stimentkräftete in seiner Rede in der Parmen und 2 Enthaltungen entschied sich

Bild: dpa

JU MARBURG-BIEDENKOPF Zu Besuch bei der „Oberhessischen Presse“
der „Oberhessischen Presse“ in Marburg besucht. Geplant war ein Rundgang durch die Redaktionsräume, um sich einen Eindruck von der Arbeit der Redakteure zu machen. Doch bei einem einfachen Rundgang blieb es nicht: Die JUler führten, wie kann es auch anders sein, eine ausgiebige und äußerst informative Diskussion mit dem stellvertretenden Chefredakteur Till Conrad. Schwerpunkt des Gesprächs war die Stellung der Lokal- und Heimatzeitungen als Print-Produkte mit Blick auf ein wachsendes Angebot an Online-Nachrichten. Daneben wurden aktuelle politische Fragen – etwas die Lage von FDP oder Piratenpartei – gemeinsam erörtert. Auch die Entwicklungen am Universitätsklinikum Gießen-Marburg waren Thema. „Der Austausch mit Journalisten hat in der Politik eine große Bedeutung. Das Gespräch war für uns JUler deshalb sehr interessant“, so der JU-Kreisvorsitzende Jan-Philipp Bodenbender am Ende der Veranstaltung.

Einblicke in den modernen Journalismus

Der Kreisvorstand der Jungen Union Marburg-Biedenkopf hat die Redaktion

OSTHESSEN

JU REGIONAL | 37

JU FULDA JU-Stadtverband startet Aktion gegen geplante Sperrstunde in der Stadt
bestraft werden, nur weil sich wenige daneben benehmen. Mit einer Sperrstunde per Allgemeinverfügung würde jungen Menschen pauschal das Misstrauen ausgesprochen und Verantwortungslosigkeit unterstellt werden. Die JU Fulda ist der Überzeugung, dass man diejenigen, die auf ein friedliches und verantwortungsbewusstes Feiern achten, bestärken und nicht beschränken sollte. „Wir haben inzwischen bereits mehr als 300 Unterstützer für unsere Initiative auf Facebook. Wir haben bereits eine große Menge an Flyern im Kneipenviertel verteilt, die auf unsere Verantwortungsbewusstsein ja – aber nicht per Verordnung. Aktion aufmerksam machen“, berichtete die stellvertretende JU-VorsitIn Fulda wird darüber diskutiert, eine zende Lena Larbig. Sperrstunde ab drei Uhr auf der GrundlaEine Sperrstunde geht an den wahren Proge einer Allgemeinverfügung einzuführen. blemen vorbei. Sie bewirkt oftmals das geDer JU-Stadtverband lehnt dies ab und ruft naue Gegenteil warnte Lena weiter. Wenn zu verantwortungsbewusstem Feiern auf. die Kneipen, Clubs und Bars zwangsweise „Wir haben eine Initiative gegen die Sperrum drei Uhr geräumt würden, führe dies stunde und für verantwortungsbewusstes zu viel mehr Krawall, Unruhe und AggresFeiern gestartet“, erklärte die Stadtversion auf der Straße. Eine Sperrstunde sei ordnete und Vorsitzende der JU Fulda, Eskein Aufenthaltsverbot in der Innenstadt. ther Eckart. Es könne nicht sein, dass alle „Gewaltbereitschaft und Vandalismus haben einfach nichts mit der Uhrzeit oder der Länge des Ausschanks zu tun,“ meint Lena. Die JU Fulda nimmt die Anwohner der Innenstadt und ihre Interessen sehr ernst. Man müsse aber die Probleme dort anpacken, wo sie entstehen. „Dazu gehört weiterhin eine größere Polizeipräsenz. Störer und Straftäter müssen direkt und unmittelbar gestellt werden,“ stellte Esther Eckart heraus und gab zu bedenken, dass auch für die Durchsetzung der Sperrstunde ein erheblicher Personalaufwand von Polizei und Ordnungsamt erforderlich wäre. Ebenfalls müssten die Kneipen beim Jugendschutz und dem Einsatz von eigenem Sicherheitspersonal in die Pflicht genommen werden. Bei Ruhestörungen oder Verschmutzungen außerhalb der Kneipen müsse mit der nötigen Umsicht, aber auch mit der erforderlichen Konsequenz vorgegangen werden. „Wer als Wirt am Feiern verdient, dessen Verantwortung endet nicht an der Türschwelle der Kneipe“, meint Esther. Schließlich müssten sich die Feiernden auch an die eigene Nase packen und dabei mithelfen, dass der Müll in den nächsten Papierkorb kommt und nicht laut grölend von einem Club zum anderen gezogen wird.

JU-BEZIRKSVERBAND Zweitägige Bezirksklausurtagung der JU Osthessen in Rotenburg

der Bezirksverband der JU Osthessen im Kreisjugendhof in Rotenburg an der Fulda eine zweitägige Klausurtagung. Der komplette erste Tag Soziale Kompetenz ist eine der Aufgaben der Politik. in der diesjährigen Landestagsstadt war dem Thema „Soziale Kompetenz“ gewidmet. Überall dort, Zu den beiden Themen „Soziale Kompewo Menschen zusammentreffen, entscheitenz“ und „Pressearbeit“ veranstaltete

den hauptsächlich soziale Fähigkeiten über die Zukunft von Personen, Beziehungen und Organisationen. Am zweiten Tag stand die Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt. Zu Gast war hierzu der Chefredakteur der Hersfelder Zeitung, Kai Struthoff. Eine Rotenburger Kneipentour rundete die inhaltlich spannende und abwechslungsreiche Klausurtagung ab.

38 | STATISTIK UND MITGLIEDER

MITGLIEDERSTATISTIK
Verbände Gießen Lahn-Dill Marburg-Biedenkopf Wetterau MITTELHESSEN Kassel-Land Kassel-Stadt Schwalm-Eder Waldeck-Frankenberg Werra-Meissner NORDHESSEN Fulda Hersfeld-Rotenburg Vogelsberg OSTHESSEN Frankfurt Main-Kinzig Maingau Offenbach RHEIN-MAIN Bergstraße Darmstadt-Dieburg Darmstadt Groß-Gerau Odenwald SÜDHESSEN Hochtaunus Limburg-Weilburg Main-Taunus Rheingau-Taunus Wiesbaden NASSAU Landesverband 31.12.2011 539 525 413 416 1.893 289 224 334 411 197 1.455 701 124 212 1.037 938 787 1.093 107 2.925 412 737 149 190 54 1.542 714 384 494 598 255 2.445 11.297 31.03.2012 542 523 404 415 1.884 289 215 326 411 201 1.442 701 120 214 1.035 950 776 1.093 106 2.925 416 728 147 202 61 1.554 716 378 489 597 254 2.434 11.274 Veränderung 3 -2 -9 -1 -9 0 -9 -8 0 4 -13 0 -4 2 -2 -12 -11 0 -1 0 4 -9 -2 12 7 13 2 -6 -5 -1 -1 -11 -23

JUNGE, JUNGE | 39

JUNGE, JUNGE
Die Anträge zum Landestag entstammen ja in der Regel der Feder von Landesvorstandsmitgliedern. Ausnahmsweise werden auch ehemalige JU-Funktionsträger eingespannt, die dann einige Zeilen formulieren. Für Verwunderung hat dann aber die prompte SMS des Ghostwriters gesorgt, in welcher er den Landesvorsitzenden dringend um einen Job gebeten hat. Nach einiger Verwirrung gab es dann die Aufklärung: Die Autokorrektur moderner Smartphones hat mal wieder zugeschlagen. Er wollte doch nur ein Lob. Kannste haben! Super, Ingo! Eigentlich sollte man glauben, dass Mitglieder des Landesvorstands so einiges an Lebenserfahrung mitbringen. Allerdings hindert das einige nicht daran, auch während Vorstandssitzungen durch Experimente wieder etwas Neues zu lernen. Was passiert zum Beispiel, wenn man eine Limoflasche aufdreht? Nichts. Dann testen wir doch mal, was passiert, wenn man die Flasche vorher ordentlich schüttelt! Richtig: Zur Überraschung des Probanden verteilte sich die klebrige Flüssigkeit auf seinem Platz. Prima gemacht. Was allerdings Außenstehende überraschen dürfte, ist die Tatsache, dass solche Experimente zu Lachkrämpfen inklusive Atemnot über mehrere Minuten bei Landtagsabgeordneten führen, so dass diese fast vor die Tür geschickt werden müssen. Mädel, Mädel… Eine seltsame Äußerung in der Landesgeschäftsstelle gibt dem Jungen zu denken. „Komisch, ich verstehe mich immer gut mit Menschen, die andere doof finden!“ Entscheidet selbst! Der Junge dankt dem Chefredakteur, dass er auch immer wieder Stoff für die letzte Seite liefert. Und ich bin jetzt schon gespannt, ob die kleine Anekdote dieses Mal gedruckt wird oder der Zensor wieder zuschlägt und die Seite mit einem unpassenden Foto füllt. Unser lieber Stephan hat ja viele Fähigkeiten und wir sind ihm dankbar, dass er sie zum Wohle der JU einsetzt. Dass Auto fahren irgendwie nicht so zwingend dazugehört, ist ja bekannt. Sorge macht uns aber, dass er sich auch nicht von stechendem Benzingeruch in der Nähe seines Gefährts irritieren lässt. Nach langem Überreden war er bereit, die Motorhaube zu öffnen und nachzusehen. Aber was genau ist jetzt nochmal die Motorhaube? Und wie soll dieses Ding aufgehen? Da ist ja gar kein Griff dran... Danke Torben für den kurzen Einführungskurs. Nächste Sitzung wird abgefragt! Junge, Junge… Schon traditionell veröffentlichen wir am 1. April eine nicht ganz so ernst gemeinte Pressemeldung. Da das Datum dieses Jahr auf einen Sonntag fiel, haben wir uns entschieden, die revolutionäre Forderung nach der Erhöhung des JU-Alters auf vierzig Jahre in sozialen Netzwerken zu verbreiten. Die sehr schlüssige Begründung, dass der Landesvorsitzende einfach noch fünf Jahre länger im Amt bleiben will und die JU Hessen auf diese Art die Mitgliederzahlen erheblich steigern könnte, hat so einige überzeugt. Schnell hatte sich die Meldung auch in andere Landesverbände verbreitet und ein Mitglied aus NRW freute sich schon auf sein 25-jähriges JU-Jubiläum. Erschrocken war der Junge, wie oft ihm vom politischen Gegner Opportunismus, Selbstsucht und Ähnliches vorgeworfen wurden. Hättet Ihr uns wirklich zugetraut, dass wir das so plump machen? Junge, Junge….

Wir wünschen einen schönen Sommer!

Der neue Opel Ampera

HESSEN VON SEINER LEISESTEN SEITE
Elektrisch fahren für alle.

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Kraftstoffverbrauch (gewichtet, kombiniert) 1,2 l/100 km; CO2-Emission (gewichtet, kombiniert) 27 g/km (gemäß VO (EG) Nr. 715/2007).