Marktreport

Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle  23. November 2012

Es geht nicht darum, Deflation zu verhindern, sondern Inflation zu schaffen.
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USD per Feinunze Gold
1900 1800 1700

In einer Rede am 16. November 2012 verteidigte der Gouverneur der französischen Notenbank, Christian Noyer, die geplanten Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Gleichzeitig bezog er damit Stellung gegen die Position, die der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, im Rat der EZB vertritt: Er lehnt Staatsanleihekäufe, wie sie der EZB-Rat durchführen will, ab. Interessant ist nun das Argument, das Noyer vorbringt: dass nämlich die Weigerung, Staatsanleihekäufen zuzustimmen, die Preisstabilität im EuroWährungsraum gefährde. Immer mehr Geld im Verhältnis zur Güterproduktion Euro-Geldmenge M3 und Bruttoinlandsprodukt*
125 120 115 110 105 100 95 07 08 09 10 11 12 13 Nominales BIP Reales BIP M3 Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. *Die Serien wurden indexiert (Q1 2007 = 100). ... sank das reale BIP um 2% ... stieg das nominale BIP um 3% Seit Mitte 2008 bis heute ... ... stieg M3 um 7,2%

1600 1500 1400 1300 Jan 11 Aug 11 Mrz 12 Okt 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

USD per Feinunze Silber
50 46 42 38 34 30 26 Jan 11 Aug 11 Mrz 12 Okt 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

EURUSD
1,50 1,45 1,40 1,35 1,30 1,25 1,20 Jan 11 Aug 11 Mrz 12 Okt 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

IN DIESER AUSGABE Seite 1: Es geht nicht darum, Deflation zu verhindern, sondern Inflation zu schaffen. Seite 5: Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Rache der Marktpreismanipulation Seite 7: Edelmetallmarkt-Bericht: Aufwärtstrend beim Goldpreis intakt Seite 13: Marktdaten

Würde der EZB-Rat nicht zu einer solchen Maßnahme greifen, so lässt sich Noyers Worten entnehmen, wäre Deflation, also ein Rückgang der Preise (auf breiter Front) die Folge. So ganz unbegründet ist diese Einschätzung nicht. Denn die Bankkredite im Euroraum (ohne Kredite an Staaten gerechnet) schrumpfen bereits.
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Siehe zu diesem Thema auch Degussa Marktreport vom 27. Juli 2012, S. 1 – 4.

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Die Euro-Bankkredite (exklusive Staatskredite) schrumpfen Jahresveränderung der Bankkredite in Prozent
14 12 10 8 6 4 2 0 -2 98 00 02 04 06 08 10 Kredite Euroraum gesamt Buchkredite Kredite exkl. Staat 12

Wenn aber die Bankkredite schrumpfen, nimmt auch die Geldmenge in der Volkswirtschaft früher oder später ab. 2 Und schrumpft die Geldmenge, so werden früher oder später auch die Preise auf breiter Front absinken, es kommt zur Deflation. Bei einer Deflation gehen absehbar Staats-, Banken-, Unternehmens- und Konsumentenschuldner Pleite. Ihre Einkünfte reichen dann nicht mehr aus, ihrem Schuldendienst nachzukommen. Solch eine Entwicklung wird natürlich gefürchtet – allen voran von den chronisch auf Pump lebenden Staaten beziehungsweise den von ihnen begünstigten Gruppen. In der Öffentlichkeit wird dann die Sorge vor Deflation so dramatisiert (nicht selten angeführt von politisch vereinnahmten Ökonomen), dass zur Abwehr eines solchen „Unheils“ jede Maßnahme gerechtfertigt erscheint – wie zum Beispiel die Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Zentralbank. Nun könnte man denken, dass ein Aufkaufen von Staatsanleihen und die damit verbundene Ausgabe von neuem Geld gerechtfertigt seien, wenn es nur dazu

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

Immobilienpreise „hängen“ am Geldmengenwachstum Häuserpreise und Geldmenge M3* im Euroraum, Jahresveränderung in Prozent
20 15 10 5 0 -5 -10 Q1 1980 12 10 8 6 4 2 0 -2 -4 Q1 1995 Q1 2010 M3 real (RS)

beiträgt, die Geldmenge vor dem Schrumpfen zu bewahren.

Inflationswirkung „Damit die Inflation ihre ursprüngliche stimulierende Wirkung beibehielte, müßte sie mit einer Geschwindigkeit fortgesetzt werden, die immer größer ist, als erwartet wird.“
Friedrich A. v. Hayek (1960), Verfassung der Freiheit, S. 417.

Das aber würde die Konjunkturen nicht stützen, würde den Abschwung nicht verhindern. Der Grund ist: Ein mit billigem Geld angefachter Aufschwung bleibt nur in Gang, wenn immer mehr Kredit und Geld, bereitgestellt zu immer tieferen Zinsen, in Umlauf gebracht werden. Hat der EZB-Rat erst einmal begonnen, die Geldmenge durch Staatsanleihekäufe auszuweiten, und bleibt die erhoffte Wirtschaftsbelebung aus (wovon auszugehen ist), so ist die darauf folgende (Politik)Reaktion absehbar.

Häuserpreise (LS)

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. *Inflationsbereinigt.

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Verantwortlich dafür sind sowohl angebots- als auch nachfrageseitige Faktoren. Viele Banken sind nicht mehr in der Lage oder willens, neue Kredite zu vergeben. Gleichzeitig schwächt sich die Konjunktur ab, und das schlägt sich in einer nachlassenden Kreditnachfrage nieder. Beides zusammengenommen erklärt den Rückgang der Bankkredite.

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Nachlassendes Kreditwachstum, schwächere Aktienkurse Euro STOXX 50 und Bankkredite, real, Jahresveränderung in Prozent
10 8 6 4 2 0 -2 -4 99 01 03 05 07 09 11 13 Euro Stoxx 50 (RS) Bankkredite, real (LS) Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. 5500 5000 4500 4000 3500 3000 2500 2000 1500 1000

Es wird nach noch größeren Geldmengenausweitungen gerufen, um die erhoffte Wirkung zu erzielen. Man müsse nur „aggressiver“ und „beherzter“ voranschreiten, so wird die Aufforderung der „Experten“ lauten, dann werde es schon gelingen, Wachstum zu schaffen. Eine solche Argumentations- und Handlungsweise ist der Wegbereiter einer Inflationspolitik, die sich unter dem Deckmantel der Deflationsbekämpfung versteckt. Die Euro-Geldpolitik, wie sie unter anderem EZB-Ratsmitglied Christian Noyer verfolgen will, ist darauf angelegt, Inflation zu schaffen, sie endet nicht dort, wo Deflation verhindert wird. Frankreich verliert AAA-Rating 3 Dass die Rückendeckung für Staatsanleihekäufe vom Präsidenten der Bank von Frankreich kommt, ist nicht von ungefähr: Gerade Frankreichs Staatsfinanzen sind in einem sehr schlimmen Zustand. Am 20. November 2012 setzte die amerikanischen Rating Agentur Moody’s die

Französische Haushaltsdefizite werden im Trend immer größer Haushaltsdefizit in Prozent des Bruttoinlandproduktes 1960 bis 2011
2 1 0 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 -1 -2 -3 -4 -5 -6 -7 -8 Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. Maastricht-Definition. 2010

Bestnote für Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Sie senkte die Bonitätseinstufung des Landes von AAA auf AA1 herab. Die Begründung für diesen Schritt lautet: langfristig schlechte Wachstumsaussichten, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und mangelnde Reformfortschritte. Der Ausblick, den Moody’s gab, bleibt „negativ“, das heißt, eine weitere Herabstufung ist (sehr) wahrscheinlich. Ein längst überfälliger Schritt: Denn nicht nur die Neuverschuldung Frankreichs ist (im Trendverlauf) mehr als besorgniserregend. Vor allem weist Frankreich auch ein chronisches „Primärdefizit“ aus: Das heißt, das Haushaltsdefizit ist negativ, noch bevor die Zinsen gezahlt werden. Die Folge der Rating-Herabstufung: Die Zinskosten werden tendenziell ansteigen, und zwar nicht nur für Staatskredite, sondern auch die Zinskosten für Banken und produzierende Unternehmen werden ansteigen – und die Wachstums- und Beschäftigungssituation weiter verschlechtern. Steht dann dem Staat und den Banken das Wasser bis zum Hals, erscheint für die Überschuldeten das Anwerfen der elektronischen Notenpresse als die Politik

Im Grunde war das schon vor mehr als einem Jahr abzusehen: So hat der Chefvolkswirt der Commerzbank, Dr. Jörg Krämer, zusammen mit Thorsten Polleit bereits im Oktober 2011 die Einschätzung gegenüber dem Handelsblatt verbreitet, Frankreich werde sein „AAA“ verlieren (siehe hierzu Banken-Chefökonomen erwarten Herabstufung Frankreichs vom 17. Oktober 2011). Darüber hinaus wies Polleit auch darauf hin, dass früher oder später auch Deutschland an die Reihe kommen würde und herabgestuft wird.

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Frankreichs Kreditqualität gerät wieder unter Druck Zinsaufschlag französischer Staatsanleihen gegenüber Deutschland, 10 Jahre Laufzeit, in Prozentpunkten 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 07 08 09 10 11 12 Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

des vergleichsweise kleinsten Übels. Und diese „Not“ wird nicht gelindert, wenn die Preise „nur“ unverändert bleiben, sondern sie müssen weiter steigen. Die Ränge der Euroraum-Länder, die den Weg in die Euro-Inflationspolitik de facto beschreiten wollen, schließen sich daher zusehends. Auch die Bundesrepublik Deutschland wird wohl bald mit einer EZB-Inflationspolitik öffentlich liebäugeln. Denn auch Deutschland wird den Niedergang des geplatzten Kreditgeldbooms bald zu spüren kriegen – und spätestens dann werden vermutlich auch viele deutsche Politiker, Banken und Unternehmen eine EZB-Inflationspolitik herbei argumentieren.

Ein Schrecken ohne Ende
Die Logik, die den Rettungsprogrammen für Griechenland zugrunde liegt, ist eine des „Schreckensohne-Ende“. Wenn die bisherige Praxis weiter verfolgt wird, übernimmt die Staatengemeinschaft früher oder später die gesamte griechische Staatsverschuldung – die dann natürlich von Griechenland nicht (oder in nicht nennenswertem Umfang) zurückgezahlt wird. In dem Fall – indem sich also weiter Rettungskredit an Rettungskredit reiht und kein Schuldenschnitt vollzogen wird (die Neuverschuldung sei hier außer Acht gelassen) – könnte dies den deutschen Steuerzahler allein für Griechenland vermutlich im Bereich von 95 Mrd. Euro kosten (einschließlich der Verluste, die bei der EZB anfallen), was etwa 3,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts entsprechen würde. Zusätzlich schlummert ein Verlust in der Bundesbankbilanz gegenüber Griechenland in Höhe von derzeit 108 Mrd. Euro. Werden die fälligen griechischen Staatsschulden durch Rettungskredite der Staatengemeinschaft refinanziert, so kann die griechische Regierung sogar noch ihre Schulden beim heimischen Bankensektor ablösen (die sich derzeit auf etwa 30,4 Mrd. Euro belaufen) und die ZahlungsausfallVerluste, die eigentlich die Banken beziehungsweise deren Kreditgeber zu tragen hätten, auf die Steuerzahler in kreditgebenden Ländern abwälzen. Der bisherige Weg der „Rettungsprogramme“ kann und wird so nicht fortgeführt, an einem Schuldenschnitt geht kein Weg vorbei. Für den Reformprozess in Griechenland wäre es auch das Beste, wenn Kredite für den Staat nur zu Konditionen am freien Markt zur Verfügung stehen. Weil bis auf weiteres das Land vom Zugang zum Kreditmarkt abgeschnitten ist, bleibe nichts anderes übrig, als dass in Griechenland die Staatsausgaben den Staatseinnahmen angepasst werden. Ein Ende mit Schrecken wäre besser als ein Schrecken ohne Ende. Die Regierungen in der EU verfolgen jedoch mit ihrer „Rettungsstrategie“ für Griechenland eine Politik des Schreckens ohne Ende.

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Der wirtschaftspolitische Kommentar

Gutes, der zunächst angestiegen ist, im Verhältnis zu anderen Gütern wieder ab. Auf diese Weise sorgt die Preisbildung auf dem freien Markt für eine bestmögliche Versorgung mit Gütern (in Menge und Qualität), die den Wünschen der Nachfrager entspricht. Auswahl Im Zuge des Marktprozesses werden die Anbieter belohnt, die die Wünsche der Kunden am besten erfüllen, die also bei gegebenem Marktpreis das gewünschte Gut zu den niedrigsten Kosten produzieren und anbieten. Sie machen Gewinne und können ihre Produktion aufrechterhalten und ausbauen. Diejenigen Anbieter, die das nicht leisten können und/oder wollen, machen nur geringe(re) Gewinne oder erleiden gar Verluste. Sie fallen zurück oder scheiden aus dem Markt aus – und das zugunsten der Produzenten, die in der Lage und willens sind, die Kundenwünsche am kostengünstigsten und besten zu befriedigen. Preismanipulation Vor diesem Hintergrund kann man leicht ermessen, was es bedeutet, wenn der Marktpreis manipuliert

schuss (und zwar dann, wenn der Marktpreis über das markträumende Niveau gehoben wird), oder es stellt sich ein Nachfrageüberschuss ein (und zwar dann, wenn der Marktpreis unter sein markträumendes Niveau gesenkt wird). Bei einem Angebotsüberschuss werden Güter in einer übermäßigen Menge produziert. Ressourcen werden folglich fehlgelenkt, die Güterausstattung der Volkswirtschaft fällt schlechter aus im Vergleich zu einer Situation, in der der Marktpreis nicht manipuliert worden wäre. Zinsmanipulation Zwischen Preis- und Zinsmanipulation ist ein enger Zusammenhang. So besteht eine negative Beziehung zwischen dem Preis eines festverzinslichen Schuldtitels (wie zum Beispiel einer Bundesanleihe) und der Rendite auf solch einen Schuldtitel. Steigt zum Beispiel der Kurs des Schuldtitels, so sinkt die Rendite, fällt der Kurs, so steigt seine Rendite. Wenn zum Beispiel eine Zentralbank die Zinsen manipuliert, so manipuliert sie damit auch die Preise der Schuldtitel, beitreibt also Preismanipulation. Zentralbanken manipulieren traditionell die Marktzinsen. Mittlerweile manipulieren sie aber nicht „nur“ Kurzfristzinsen, sondern vor allem auch die Zinsen für mittlere und längere Laufzeiten: Auch diese Zinsen werden unter das Niveau gedrückt, das bestehen würde, wenn die Zentralbanken nicht manipulieren würden. Das lässt sich

Quelle: Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama

Die Rache der Marktmanipulation
Preis Der Preis, der auf einem freien Markt durch Angebot und Nachfrage gebildet wird, zeigt relative Knappheiten an und übt damit eine wichtige Signalfunktion aus. Ein steigender Preis zum Beispiel zeigt an, dass das Gut knapp ist und gibt Anbietern so ein Signal, das Güterangebot auszuweiten. In einer Marktwirtschaft werden daraufhin knappe Ressourcen eingesetzt, um das Angebot des aktuell knappen Gutes zu erhöhen – und das senkt dann nachfolgend den Preis des

wird: Wenn also politische Maßnahmen ergriffen werden, die dafür sorgen, dass der Marktpreis nicht das Niveau erreicht, dass er ohne die Manipulation erreichen würde. Die Manipulierung des Preises führt entweder zu einem Angebotsüber-

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auch so ausdrücken: Die Zentralbanken sorgen für einen Angebotsüberschuss auf den Kreditmärkten – und damit zwangsläufig für Fehlentwicklungen. Investoren, die schlechte Entscheidungen getroffen haben, werden Verluste erspart: Die Zentralbanken heben durch ihre Marktintervention die Wertpapierkurse künstlich an. Durch die künstliche Kursanhebung wird verhindert, dass „bessere“ Investoren Gewinne machen. Ihnen wird durch die Marktmanipulation verwehrt, Wertpapiere zu niedrigeren Kursen zu kaufen.

den privaten Investoren gekauft werden. Die Zentralbank muss „einspringen“ und den Angebotsüberschuss der Schuldtitel aufkaufen und dafür neues Geld in Umlauf geben.

Diese Einsicht lässt sich natürlich und gerade auf die Welt der Politik anwenden. Denn zu der Gesellschaftsgruppe, die von Zinsmanipulationen besonders begünstigt wird, zählen Parlaments- und Regierungsmitglieder und diejenigen, die ihnen nahestehen (Staatsangestellte, Bezieher staatlicher Aufträge etc.). Eine Geldpolitik der Zinsmanipulation trägt dazu bei, dass die wahre Wirtschafts- und Beschäftigungslage vertuscht wird; dass Politik- und Gesellschaftsstrukturen aufrechterhalten werden, die beim freien Spiel der Marktkräfte keinen Bestand hätten; und zwar deswegen nicht, weil sie nicht den Nutzen erbringen, wie es die Zinsmanipulation der schlecht oder uninformierten Öffentlichkeit vorgaukelt. So werden schlechte Politiker nicht hinfort gefegt, sondern wiedergewählt. Das politische Eingreifen in das

Bislang wachsende Staatsschulden und sinkende Zinskosten im Euroraum Öffentliche Kreditmarktschulden und Zinskosten in Prozent des Bruttoinlandsproduktes
90 85 80 75 70 4,1 3,9 3,7 3,5 3,3 3,1 2,9 2,7

Die künstlich gesenkten Zinsen halten Investitionen am Leben, die eigentlich gar nicht profitabel sind, binden damit also knappe Ressourcen (Produktionsfaktoren einschließlich der Arbeitskraft) in Produktionswegen, die anderweitig besser eingesetzt werden könnten. Der künstliche gedrückte Zins verleitet Unternehmer zudem zu zusätzlichen Investitionen, die sich bei normaler Marktlage, also bei nicht manipulierten Zinsen, gar nicht rechnen würden und die nur profitabel erscheinen, wenn der Zins künstlich niedrig gehalten wird beziehungsweise auf immer tiefere Niveaus herabgesenkt wird. Vor allem Staatsschuldner weiten ihre Verschuldung aus, weil der niedrige Zins die Haushaltslage entlastet. Bei einem künstlich gedrückten Marktzins geben sie Schuldtitel in einer Menge aus, die nicht mehr vollständig von

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Schulden (LS) Quelle: Thomson Financial.

Zins (RS)

Eine Geldpolitik, die danach trachtet, den Marktzins künstlich abzusenken, verliert die Kontrolle über die Geldmenge. Wenn sie festhält an der künstlichen Niedrigzinspolitik, kann sie durch das Verschulden vor allem der Staaten in die Inflationierungspolitik „gezwungen“ werden. Politiker werden wiedergewählt, die bei freier Marktpreisbildung nicht würden Die freien Marktkräfte belohnen nicht nur diejenigen, die das produzieren, was die Nachfrager haben wollen. Sie „bestrafen“ auch diejenigen, die nicht in der Lage oder willens sind, die Kundenbedürfnisse zu erfüllen. wiedergewählt werden

Marktgeschehen wie insbesondere in Form von Preis- und Zinsmanipulationen kann kurzfristig eine „Wohlstandsillusion“ vorspielen. Doch es wird sich nachfolgend in (noch größeren) Wirtschafts- und Gesellschafskrisen niederschlagen – das ist die Rache der Marktpreismanipulation.

Thorsten Polleit
++49 (0) 69 860 068 287 thorsten.polleit@degussa-goldhandel.de

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Gold (USD pro Feinunze)
1780 1740 1700 1660 1620 Aug 12 Sep 12 Okt 12 Nov 12 Nov 12
Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Edelmetallmarkt-Bericht
Aufwärtstrend beim Goldpreis intakt In der vergangenen Woche gab es nur relativ geringe Bewegungen bei den Edelmetallpreisen. Die bisherigen Wirtschaftsdaten und politischen Ereignisse (wie zum Beispiel „Fiscal Cliff“ und Nahost-Konflikt) konnten den Edelmetallen, insbesondere dem Gold, zwar keine neue Aufwärtsdynamik verleihen. Gleichzeitig hat sich jedoch der Goldpreis recht stabil gehalten; er ist seiner Funktion als „sicherer Hafen“ durchaus nachgekommen.
Entwicklung in der letzten Woche Gold
In USD (pro Feinunze) Aktuell Änderung gegenüber Vorwoche: in USD in % Höchster Preis Niedrigster Preis In Euro (pro Feinunze) Aktuell Änderung gegenüber Vorwoche: in Euro -1,3 -0,1 1352,7 1342,0 0,4 1,5 26,0 25,4 -3,0 -0,2 1232,6 1223,6 14,2 2,9 509,8 492,4 in % Höchster Preis Niedrigster Preis -0,2 -0,2 1,0 1731,7 1727,3 1342,0 0,3 0,3 3,4 33,4 33,1 25,9 5,5 5,5 1,6 1583,5 1573,8 1227,3 13,8 13,8 4,6 656,3 636,5 508,6 1731,5

Gold-ETFs (Mio. Feinunzen)
85 83 81 79 77 75 73 71 69 67 Jan. 11 Jul. 11 Jan. 12 Jul. 12

Silber
33,4

Platin
1583,5

Palladium
656,3

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen auf Basis der Schlusskurse.

Silber (USD pro Feinunze)
35 34 33 32 31 30 Aug 12

Vorausgeblickt dürften sich die Geldpolitiken weiterhin von entscheidender Bedeutung für den Goldpreis – vor allem in Euro gerechnet – erweisen. Die absehbare „offene“ Monetisierung der Schuldenkrise spricht aus unserer Sicht für einen auch künftig weiter steigenden Goldpreis – und zwar in allen Papierwährungen. Diese Trendentwicklung ruht auf „soliden Füßen“, wie insbesondere eine Betrachtung der Relation von Aktienkursen und Goldpreis nahelegt.
Sep 12 Okt 12 Nov 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Unterschiedliche Preisdynamiken bei Aktien und Gold Amerikanischer S&P 500 Aktienmarktindex und Goldpreis (in USD pro Feinunze)
1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0 90 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12 S&P 500 (LS) Gold (RS)

Silber-ETFs (Mio. Feinunzen)
610 600 590 580 570 560 550 540 530 Jan. 11 Jul. 11 Jan. 12 Jul. 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

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Platin (USD pro Feinunze)
1720 1670 1620 1570 1520 1470 Aug 12

Seit dem Ende des „New Economy Booms“ in 2000/2001 bewegt sich der Aktienmarkt (hier dargestellt anhand des S&P 500) unter recht großen Schwankungen nicht mehr aufwärts, sondern nur noch seitwärts. Gleichzeitig zeigt der Goldpreis (in USD pro Feinunze) einen deutlichen Aufwärtstrend. Offensichtlich wirken also unterschiedliche Trendfaktoren auf Aktien- und Goldpreise ein. Die Vermutung liegt nahe, dass die allgemeine Erwartung einer (weiteren) Finanzmarktkrise und einer monetären Zerrüttung den Goldpreis relativ zu Aktienkursen in die Höhe treibt.

Sep 12

Okt 12

Nov 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Mit Blick auf den Goldpreis in Euro gerechnet ist zu beachten, dass sich die Bilanzen der amerikanischen Zentralbank (Fed) und der der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Beginn der Krise bislang etwa verdreifacht haben. Das damit verbundene Ausweiten der Geldmenge wird im Euroraum künftig deutlich stärker ausfallen als in den USA – allein deswegen, weil der „hilfsbedürftige“ Bankensektor im Euroraum so viel größer ist als der in den USA. Das wiederum spricht für einen Abwärtsdruck auf den Euro-Wechselkurs gegenüber dem USDollar, so dass die Preissteigerungen Gold in Euro gerechnet besonders hoch ausfallen sollten. Insgesamt scheint der Aufwärtstrend des Goldpreises – trotz anhaltender Konsolidierung – nach wie vor intakt zu sein.

Platin-ETFs (Millionen Feinunzen)
1,6 1,5 1,4 1,3 1,2 Jan 11

Jul 11

Jan 12

Jul 12 40 35

„Übergroße“ EZB-Bilanz wird weiter anwachsen Zentralbankbilanz in Prozent des Volkseinkommens

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Palladium (USD pro Feinunze)
700 680 660 640 620 600 580 Aug 12 Sep 12 Okt 12 Nov 12 Nov 12

30 25 20 15 10 5 0 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13

USA

Euroraum

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

Palladium-ETFs (Millionen Feinunze)
2,4 2,2 2 1,8 1,6 Jan 11

Die Bestände der Gold „Exchange Traded Funds“ (ETFs) sind jüngst auf 83,8 Millionen Feinunzen angestiegen (+0,18 Millionen Feinunzen gegenüber der Vorwoche). Die Silber-ETF-Bestände hingegen gaben auf 601,9 Millionen Feinunzen nach (-4,2 Millionen Feinunzen gegenüber der Vorwoche). Bei den Platin-ETF-Beständen gab es im Grunde keine Veränderung gegenüber der Vorwoche, sie betrugen nach wie vor gut 1,50 Millionen Feinunzen. Die PalladiumETF-Bestände stiegen leicht gegenüber der Vorwoche an, und zwar auf 1,86 Millionen Feinunzen (+0,01 Millionen Feinunzen).

Jul 11

Jan 12

Jul 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

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23. November 2012

Entwicklung(en) des Goldpreises (USD pro Feinunze)
2000

1800

Die Frage, ob der Goldpreis (etwa in USD gerechnet) bereits eine "Blasenbildung" zeigt, ist bereits seit geraumer Zeit auf der Tagesordnung von vielen Investoren und Marktkommentatoren. Eine Blasenbildung bezeichnet üblicherweise eine Preisübertreibung: Der Preis eines Gutes übersteigt seinen "fundamental gerechtfertigten" Wert.

1600

Die Frage, ob der Goldpreise eine "Blasen"-Komponeten hat, darüber gibt es viele Meinungen. Sie lässt sich zu diesem Zeitpunkt auch nicht zweifelsfrei beantworten. Als Anhaltspunkt, um eine Antwort auf diese Frage aufspüren zu können, soll an dieser Stelle die jüngste Preisdynamik des Goldes mit derjenigen, die in den 70er und frühen 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu beobachten war, verglichen werden. Die Graphik zeigt zwei Linien. Die orangefarbene Linie stellt die Entwicklung des Goldpreises (USD pro Feinunze) von Januar 1950 bis Ende 1985 dar. Die Linie ist indexiert, sie nimmt den Wert von 100 an für den Januar 1968. Die dunkelrote Linie zeigt die Entwicklung des Goldpreises von März 2001 bis zum November 2012. Sie ist ebenfalls indexiert, so dass ihr Wert im März 2001 den Wert von 100 annimmt. Sie ist auf den Januar 1968 (rück)verschoben.

1400

1200

1000

Im historischen Vergleich erscheint der Goldpreisanstieg seit März 2001 bis heute nicht "außergewöhnlich", wenn man die Preisdynamik bis zum Ende der 70er Jahre vergangenen Jahrhunderts zugrundelegt. Der jüngste Anstieg weist nicht die (typischen) Eigenschaften einer Blasenbildung auf - wie insbesondere beschleunigte Zuwachsraten des Preises, die Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts einsetzten. Vielmehr lässt die Graphik erahnen, welches Aufwärtspotenzial der Goldpreis noch haben könnte, wenn erst einmal die Angst um sich greift, das Geld werde seine Kaufkraft verlieren - so wie es in den späten 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Fall war.

800

600

400

200

0 50 55 60 65 1950 - 1985 70 März 2001 - 2012 75 80 85

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen. Der Goldpreis (USD pro Feinunze) wurde normiert. Die orange Serie nimmt den Wert von 100 an im Januar 1950. Die dunkelrote Linie zeigt den Goldpreis von März 2001 bis heute. Sie wurde auf 100 gesetzt für März 2001, und so verschoben, dass sie im Januar 1968 beginnt.

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23. November 2012

Edelmetallpreise, aktuell und Schätzungen (pro Feinunze)
In US-Dollar Gold I. Aktuell II. Gleitende Durchschnitte 5 Tage 10 Tage 20 Tage 50 Tage 100 Tage 200 Tage 1729,7 1725,8 1718,6 1740,5 1688,1 1662,8 33,3 32,9 32,4 33,2 31,2 30,9 1578,7 1575,9 1563,5 1611,7 1543,2 1546,5 647,5 637,7 622,5 634,9 621,1 633,5 1731,5 Silber 33,4 Platin 1583,5 Palladium 656,3

III. Prognosen Q4 2012 Q1 2013 Q2 2013 Q3 2013 Q4 2013 1948 2104 2293 2523 2825 37 40 45 52 61 1710 1847 1995 2114 2241 709 723 737 767 798

In Euro Gold I. Aktuell II. Gleitende Durchschnitte 5 Tage 10 Tage 20 Tage 50 Tage 100 Tage 200 Tage 1347,2 1349,5 1341,2 1348,3 1332,4 1298,9 25,9 25,7 25,3 25,7 24,6 24,1 1229,6 1232,3 1220,1 1248,4 1217,4 1207,1 504,3 498,6 485,8 491,8 490,2 494,5 1342,0 Silber 25,9 Platin 1227,3 Palladium 508,6

III. Prognosen Q4 2012 Q1 2013 Q2 2013 Q3 2013 Q4 2013 1623 1829 2085 2402 2825 31 35 41 49 61 1425 1606 1813 2014 2241 591 629 670 730 798

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen und Prognosen (jeweils für das Quartalsende).

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23. November 2012

Goldpreis (pro Feinunze) in nationalen Währungen
Aktuell US-Dollar Euro Chinesischer Renminbi Japanischer Yen Britisches Pfund Schweizer Franken Indische Rupie Russischer Rubel Australischer Dollar Kanadischer Dollar 1.731,88 1.342,30 10.787,41 1.085,41 1.617,21 95.916,63 53.923,14 1.664,39 1.726,95 Vor einer Änderung Woche in % 1.713,75 1.344,79 10.697,17 1.078,97 1.620,23 94.704,20 54.354,05 1.657,43 1.715,81 1,1 -0,2 0,8 2,4 0,6 -0,2 1,3 -0,8 0,4 0,6 Vor einem Änderung Monat in % 1707,65 1317,50 10681,02 136463,74 1072,59 1594,89 92179,42 53717,05 1.666,56 1697,56 1,4 1,9 1,0 1,2 1,4 4,1 0,4 -0,1 1,7 Vor drei Änderung Monaten in % 1.670,60 1.330,19 10.630,28 1.053,85 1.597,47 92.252,07 52.968,60 1.599,42 1.661,92 3,7 0,9 1,5 8,6 3,0 1,2 4,0 1,8 4,1 3,9 Vor sechs Änderung Monten in % 1561,45 1229,80 9775,99 122606,91 984,19 1476,74 87041,60 49057,34 1.590,98 1585,65 10,9 9,1 10,3 10,3 9,5 10,2 9,9 4,6 8,9 Vor einem Änderung Jahr in % 1.692,27 1.269,70 10.796,69 1.092,70 1.560,06 89.046,16 53.422,89 1.747,91 1.775,60 2,3 5,7 -0,1 -0,7 3,7 7,7 0,9 -4,8 -2,7 Vor zwei Änderung Jahren in % 1.376,40 1.030,58 9.171,13 872,90 1.372,66 62.915,29 43.328,62 1.416,37 1.414,26 25,8 30,2 17,6 24,8 24,3 17,8 52,5 24,5 17,5 22,1

142.617,44 139.331,02

4,5 131.305,39

16,3 131.270,81

8,6 114.304,03

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

Aktien ausgewählter Goldproduzenten Währung

Preis

Barrick Gold Freeport McMoRan Goldcorp Newmont Mining Newcrest Mining AngloGold Ashanti Polyus Gold Kinross Gold Gold Fields Agnico-Eagle Mines IAMGOLD Harmony Gold Hui Index S&P 500 Quelle: Bloomberg.
Gold Forward Offered Rates (%)
6 5 4 3 2 1 0 07 08 1-Monat 09

USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD

34,8 38,3 41,2 47,1 26,7 30,9 3,2 9,9 11,9 55,3 11,9 7,9 455,5 1391,0

Marktkapitalisierung, Mrd. 34,8 36,3 33,4 23,5 20,4 11,9 9,7 11,3 8,7 9,5 4,5 3,4 194,6 12832,9

% 1-Monat

% 3-Monate

% 1-Jahr

Kurs-GewinnVerhältnis 9,5 12,1 21,8 12,9 17,4 10,0 15,1 14,0 9,2 34,7 11,7 12,2 15,8 14,2

DividendenRendite (%) 2,0 3,1 1,3 3,0 1,4 2,1 … 1,6 3,7 1,1 2,1 0,0 1,6 2,2

-10,6 -1,8 -3,3 -12,5 -2,4 -4,1 -5,6 0,4 -0,4 5,2 -22,1 -1,7 -9,3 -3,0

-8,5 4,1 2,6 -4,0 -5,0 -8,1 9,2 12,2 -9,9 16,9 -9,3 -18,8 0,2 -1,6

-27,5 11,3 -15,0 -26,7 -19,2 -28,5 5,1 -23,4 -22,8 31,1 -36,5 -37,4 -17,4 17,1

Silber Forward Offered Mid-Rates (%)
6 5 4 3 2 1 0 10 11 6-Monate 12 12-Monate 07 08 1-Monat 09 3-Monate 10 11 6-Monate 12 12-Monate

3-Monate

Gold Lease Rates* in Basispunkten
350 300 250 200 150 100 50 0 -50 -100 07 08 1-Monat 09 3-Monate 10 11 6-Monate 12 12-Monate

Silber Lease Rates* in Basispunkten
300 250 200 150 100 50 0 -50 -100 07 08 1-Monat 09 3-Monate 10 11 6-Monate 12 12-Monate

*Libor-Zins abzüglich Gold Forward Offered Rates.

*Libor-Zins abzüglich Silber Forward Offered Mid-Rates.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

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23. November 2012

Weitere wichtige Wirtschaftsdaten, aktuell und Schätzungen
Aktuell I. Notenbankzinsen (in %) US Federal Reserve EZB Bank of England Bank of Japan II. Staatsanleihen (in %) US Treasury 10-J Bund 10-J UK Gov't 10-J JGBs 10-J III. Währungen EURUSD EURJPY EURGBP IV. Öl Ölpreis (Brent, Fass)* 0,00 0,75 0,50 0,10 Q4 12 0,00 - 0,25 0,00 - 0,25 0,50 0,10 Q1 13 0,00 - 0,25 0,00 - 0,25 0,50 0,10 Q2 13 0,00 - 0,25 0,00 - 0,25 0,50 0,10

1,69 1,44 1,85 0,74

1,80 1,50 1,70 0,90

1,80 1,60 1,80 1,00

1,90 1,70 1,90 1,00

1,29 106,2 0,81

1,20 101,0 0,86

1,15 98,0 0,84

1,10 108,0 0,84

111,3

116,8

122,7

128,8

Quelle: Bloomberg, eigene Prognosen.

Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen seit Jahresanfang in Prozent
-10 S&P 500 Nasdaq Euro STOXX 50 FTSE 100 DAX Swiss MI Nikkei Hang Seng Bovespa Russia CRB Index Gold Silber Rohöl EURUSD USDJPY EURGBP EURCHF USDCAD USDGBP USDJPY US-Staatsanleihe 7-10 J. US-Staatsanleihe 1-3 J. Euro-Staatsanleihe 1-3 J. Euro-Staatsanleihe 7-10 J. UK-Staatsanleihe 7-10 J. UK-Staatsanleihe 1-3 J. Japan-Staatsanleihe 7-10 J. Japan-Staatsanleihe 1-3 J. -5 0 5 2,8 12,3 6,4 3,9 22,8 12,5 10,8 18,8 -0,6 -3,9 -2,5 10,7 20,1 3,4 -0,5 6,6 -3,0 1,0 -2,4 2,7 7,0 2,1 0,3 12,8 4,1 4,5 0,4 3,3 0,2 10 15 20 25 30 35

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

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23. November 2012

Marktdaten
Industrieproduktion schwächt sich ab
Industrieproduktion, Gewerbe (Januar 1999 = 100)
140 130 120 110 100 90 80 70 99 01 USA 03 Japan 05 Deutschland 07 Frankreich 09 Italien 11 UK 13

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf Rekordhoch gegenüber EWU-Ländern
Indikator der preislichen Wettbewerbsfähigkeit auf Basis der Preisdeflatoren des Gesamtabsatzes
115 110 105 100 95 90 85 1972 Steigt die Linie, so nimmt die Wettbewerbsfähigkeit ab. Fällt die Linie, so nimmt die Wettbewerbsfähigkeit zu.

1976

1980

1984

1988

1992

1996

2000

2004

2008

2012

Quelle: Deutsche Bundesbank.

Japanischer Aktienmarkt: Wird das Gelddrucken der BoJ die Trendumkehr bringen?
Nikkei 225 Index Aktienmarktindex
40000 35000 30000 25000 20000 15000 10000 5000 80 82 84 86 88 90 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12 Neuwahlen stehen an in Japan. Bei einem Sieg der Opposition dürfte die Bank von Japan gedrängt werden, der Geldpolitik der westlichen Welt zu folgen. Steigende Inflationserwartungen könnten Aktienkurse anheben und den Außenwert des Yen schwächen.

Quelle: Thomson Financial.

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23. November 2012

Beiträge in bisher erschienen Ausgaben
Ausgabe
23. November 2012 16. November 2012 9. November 2012 2. November 2012 26. Oktober 2012 19. Oktober 2012 12. Oktober 2012 5. Oktober 2012 27. September 2012 21. September 2012 14. September 2012 7. September 2012 31. August 2012 23. August 2012 17. August 2012 10. August 2012

Inhalt
Es geht nicht darum, Deflation zu verhindern, sondern Inflation zu schaffen. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Rache der Marktpreismanipulation Edelmetallmarkt-Bericht: Aufwärtstrend beim Goldpreis intakt Das Vermehren der Geldmenge schafft keinen Wohlstand. Im Gegenteil Wirtschaftspolitischer Kommentar: „Kreditvergabe wäre nicht so zügellos wie heute“ Edelmetallmarkt-Bericht: Japan zieht vermutlich bald nach Die Entzauberung des Raubstaates Wirtschaftspolitischer Kommentar: Das letzte Wort des Destruktivismus ist die Inflation Edelmetallmarkt-Bericht: Euro gerät weiter unter Druck Aus Euro-Frustration wird Euro-Depression Wirtschaftspolitischer Kommentar: Gegen den Verkauf von Bundesbankgold Edelmetallmarkt-Bericht: Neue Impulse für die Edelmetalle fehlen (noch) Wie weit gehen die Schweizer im Bestreben, ihren Franken zu schwächen? Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen wirklich bedeuten Edelmetallmarkt-Bericht: Seitwärts unter großen Schwankungen Über die Idee, Euro-Staatsanleihen mit Gold zu besichern. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie über die Geldmenge(n) und die „Kassenhaltung“ wissen sollten Edelmetallmarkt-Bericht: Gold versus Aktien Die „Große Inflation“ der 70er und 80er Jahre. Ein Lehrstück. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Inflation ist ruinös für Arbeitnehmer und Sparer Edelmetallmarkt-Bericht: US-Dollar bald wieder um Aufwind Die Entwertung des Papiergeldes – ist noch lange nicht vorbei Wirtschaftspolitischer Kommentar: Cantillons Erkenntnisse Edelmetallmarkt-Bericht: Steigende Edelmetallpreise im 4. Quartal Das Gold hat die Bilanz der EZB vor noch Schlimmerem bewahrt. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld wissen wollten … (Teil 6) Edelmetallmarkt-Bericht: Korrektur im Aufwärtstrend Der westeuropäische Interventionismus ist zum Scheitern verurteilt. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Geldschaffen „aus dem Nichts“ führt zur Krise Edelmetallmarkt-Bericht: Leichte Preiskorrekturen stehen dem Aufwärtstrend nicht entgegen Mit der Ratifizierung des ESM ist der Weg frei in die Euro-Inflationsgemeinschaft. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 5) Edelmetallmarkt-Bericht: Markt- und Umfeldbedingungen deuten auf weiter steigende Edelmetallpreise Zentralbanken können falsche Entscheidungen treffen – und zwar auch absichtlich. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 4) Edelmetallmarkt-Bericht: Zurück auf den langfristigen „Bull-Markt-Trend“ Die Rufe, Amerika zurück zum Goldstandard zu führen, werden lauter. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 3) Edelmetallmarkt-Bericht: Investitionsnachfrage nach Edelmetall steigt weiter Der EZB-Rat liebäugelt mit einer Zinskontrollpolitik – einer Politik, die die Ersparnisse entwertet. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 2) Edelmetallmarkt-Bericht: Gold und Silber werden im Zuge der weltweiten Konjunkturabschwächung steigen Staatsschulden, die niemand zurückzahlen kann und will Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 1) Edelmetallmarkt-Bericht: Das Umfeld begünstigt die Aussicht auf wieder ansteigende Edelmetall-preise Die EZB macht ernst. Die „Lirarisierung des Euro“ hat begonnen. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Zentralbankräte werden immer mehr Geld drucken Edelmetallmarkt-Bericht: Bodenbildung bei der Preiskonsolidierung; über das „Gold-Alpha“ Über das Geldvermehren, den Goldpreis und den Euro-Wechselkurs Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Fehler der EZB Edelmetallmarkt-Bericht: Preiskonsolidierung dauert weiter an „Depression“ – die unentrinnbare Folge eines Papiergeldbooms Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Krise des Interventionismus Edelmetallmarkt-Bericht: Aufbruch, aber noch kein Ausbruch Wie die Zentralbanken die Zinsmärkte manipulieren Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Inflation wirklich ist Edelmetallmarkt-Bericht: Erstarkender US-Dollar macht Edelmetallpreisen zu schaffen

3. August 2012

27. Juli 2012

20. Juli 2012

Der wöchentliche Degussa Marktreport ist zu beziehen unter: www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx Alle bisherigen Ausgaben des Degussa Marktreports stehen dort auch zum Download zur Verfügung.

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23. November 2012

Für Ihre Notizen:

16

23. November 2012

Disclaimer
Für die Erstellung dieser Ausarbeitung ist Degussa Goldhandel GmbH, Frankfurt am Main, verantwortlich. Die Verfasser dieses Dokuments bestätigen, dass die in diesem Dokument geäußerten Einschätzungen ihre eigenen Einschätzungen genau wiedergeben und kein Zusammenhang zwischen ihrer Dotierung – weder direkt noch indirekt noch teilweise – und den jeweiligen, in diesem Dokument enthaltenen Empfehlungen oder Einschätzungen bestand, besteht oder bestehen wird. Der (bzw. die) in dieser Ausarbeitung genannte(n) Analyst(en) sind nicht bei der FINRA als Research-Analysten registriert/qualifiziert und unterliegen nicht der NASD Rule 2711. Dieses Dokument dient ausschließlich Informationszwecken und berücksichtigt nicht die besonderen Umstände des Empfängers. Es stellt keine Anlageberatung dar. Die Inhalte dieses Dokuments sind nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von in diesem Dokument genannten Edelmetallen und Wertpapieren beabsichtigt und dienen nicht als Grundlage oder Teil eines Vertrages. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen stammen aus Quellen, die von der Degussa Goldhandel GmbH als zuverlässig und korrekt erachtet werden. Die Degussa Goldhandel GmbH übernimmt keine Garantie oder Gewährleistung im Hinblick auf Richtigkeit, Genauigkeit, Vollständigkeit oder Eignung für einen bestimmten Zweck. Alle Meinungsaussagen oder Einschätzungen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers bzw. der Verfasser zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen spiegeln nicht zwangsläufig die Meinungen der Degussa Goldhandel GmbH wieder. Die Degussa Goldhandel GmbH ist nicht dazu verpflichtet, dieses Dokument zu aktualisieren, abzuändern oder zu ergänzen oder deren Empfänger auf andere Weise zu informieren, wenn sich ein in diesem Dokument genannter Umstand oder eine darin enthaltene Stellungnahme, Schätzung oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. Die in der Vergangenheit gezeigte Kursentwicklung von Finanzinstrumenten erlaubt keine verlässliche Aussage über deren zukünftigen Verlauf. Eine Gewähr für den positiven Anlageertrag einer in diesem Dokument beschriebenen Einschätzung kann daher nicht übernommen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass in diesem Dokument genannte Prognosen aufgrund verschiedener Risikofaktoren nicht erreicht werden. Hierzu zählen in unbegrenztem Maße Marktvolatilität, Branchenvolatilität, Unternehmensentscheidungen, Nichtverfügbarkeit vollständiger und akkurater Informationen und/oder die Tatsache, dass sich die von der Degussa Goldhandel GmbH oder anderen Quellen getroffenen und diesem Dokument zugrunde liegenden Annahmen als nicht zutreffend erweisen. Weder die Degussa Goldhandel GmbH noch ihre Geschäftsleitungsorgane, leitenden Angestellten oder Mitarbeiter übernehmen die Haftung für Schäden, die ggf. aus der Verwendung dieses Dokuments, seines Inhalts oder in sonstiger Weise entstehen. Die Aufnahme von Hyperlinks zu den Websites von Organisationen, soweit sie in diesem Dokument auf-genommen werden, impliziert keineswegs eine Zustimmung, Empfehlung oder Billigung der Informationen der Websites bzw. der von dort aus zugänglichen Informationen durch die Degussa Goldhandel GmbH. Die Degussa Goldhandel GmbH übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt dieser Websites oder von dort aus zugänglichen Informationen oder für eventuelle Folgen aus der Verwendung dieser Inhalte oder Informationen. Dieses Dokument ist nur zur Verwendung durch den Empfänger bestimmt. Es darf weder in Auszügen noch als Ganzes ohne vorherige schriftliche Genehmigung der Degussa Goldhandel GmbH auf irgendeine Weise verändert, vervielfältigt, verbreitet, veröffentlicht oder an andere Personen weitergegeben werden. Die Art und Weise, wie dieses Produkt vertrieben wird, kann in bestimmten Ländern, einschließlich der USA, weiteren gesetzlichen Beschränkungen unterliegen. Personen, in deren Besitz dieses Dokument gelangt, sind verpflichtet, sich diesbezüglich zu informieren und solche Einschränkungen zu beachten. Mit Annahme dieses Dokuments stimmt der Empfänger der Verbindlichkeit der vorstehenden Bestimmungen zu.

Impressum Der Marktreport erscheint wöchentlich freitags und ist eine kostenlose Serviceleistung der Degussa Goldhandel GmbH Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 23. November 2012 Herausgeber: Degussa Goldhandel GmbH Kettenhofweg 29, 60325 Frankfurt Tel.: (069) 860068-0, Fax: (069) 860068-222 E-Mail: info@degussa-goldhandel.de Internet: www.degussa-goldhandel.de Redaktion: Dr. Thorsten Polleit, Julia Kramer Druck: Degussa Goldhandel GmbH Degussa Marktreport ist im Internet abrufbar unter: http://www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx Bildnachweis: Degussa Goldhandel GmbH
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