Die Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz

Deutscher Bundestag
Sportausschuss

Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz  80097 München

Ausschussdrucksache

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Stellungnahme zur Sitzung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages am 28. November 2012 "Evaluierungsbericht der Bundesregierung über die Anwendung des Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport (DBVG)"

I.

Initiativen des Staatsministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zur strafrechtlichen Dopingbekämpfung:

Der Evaluierungsbericht der Bundesregierung gilt der Entwicklung der strafrechtlichen Dopingbekämpfung, wie sie sich seit der Änderung der einschlägigen Normen des Arzneimittelgesetzes im Jahr 2007 vollzogen hat. Hierzu wurden durch einen beauftragten Sachverständigen Statistiken ausgewertet und Interviews geführt. Meine eigene Erfahrung mit der Thematik ergibt sich demgegenüber aus dem langjährigen unmittelbaren Kontakt mit der in Bayern bestehenden Schwerpunktstaatsanwaltschaft sowie aus der Ausarbeitung mehrerer einschlägiger Gesetzentwürfe durch die Fachabteilung meines Hauses:

Mit Wirkung zum 1. März 2009 habe ich die Staatsanwaltschaft München I zur bundesweit ersten und bis zum 31. März 2012 einzigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft für die Verfolgung von Dopingstraftaten bestimmt. Sie hat seitdem über tausend Ermittlungsverfahren wegen Dopingdelikten geführt, hat eine erhebliche Zahl teils gewichtiger Verurteilungen erreichen können, hat umfangreiche Kontakte zu anderen Institutionen der Dopingbekämpfung wie etwa der NADA aufgebaut und hat sich als Spezialbehörde

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bei der Bekämpfung von Dopingdelikten bundesweit ein hohes Ansehen erworben.

Trotz dieser Erfolge zeigen die praktischen Erfahrungen der bayerischen Schwerpunktstaatsanwaltschaft, über die in diesem Umfang und dieser Intensität keine andere Strafverfolgungsbehörde verfügt, dass die dopingspezifischen Straftatbestände des Arzneimittelgesetzes lückenhaft sind. Der Intention des Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport 2007, die Strafverfolgung im Bereich der Dopingkriminalität wesentlich zu verbessern, werden sie nicht gerecht. Damit hat sich eine Befürchtung bewahrheitet, die ich schon bei Schaffung dieser Neuregelung gehegt hatte.

In Reaktion hierauf habe ich im Sommer 2012 einen Diskussionsentwurf für eine Verbesserung der der Dopingbekämpfung dienenden Strafnormen vorgelegt, in den die Praxiserfahrungen der Schwerpunktstaatsanwaltschaft direkt eingeflossen sind (vgl. in der Anlage beigefügter Entwurf für ein 16. Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vom 25. Juni 2012). Der Entwurf übernimmt die Grundgedanken meines Vorschlags für ein AntiDoping-Gesetz, der der Bundesratsinitiative des Freistaats Bayern aus dem Jahr 2006 (vgl. BR-Drs. 658/06) zugrunde lag und den ich später noch um einen Straftatbestand gegen Bestechlichkeit und Bestechung im Sport ergänzt habe (Referentenentwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport vom 30. November 2009). Der aktuelle Diskussionsentwurf beschränkt sich auf eine Optimierung der vorhandenen Normen des Arzneimittelgesetzes. Von der Formulierung eines eigenständigen Gesetzes habe ich aus verschiedenen Gründen Abstand genommen. So zielt das Arzneimittelgesetz – wie auch die vorgeschlagenen Neuregelungen zur Verbesserung der Dopingbekämpfung - auf den Schutz der Gesundheit ab. Ich denke, dass ich vor diesem Hintergrund auch die Kritiker von Schärfungen des Dopingstrafrechts überzeugen kann. Ich gehe zudem davon aus, dass Verbesserungen bereits vorhandener Regelungen eine größere Konsensfähigkeit als ein eigeständiges Gesetz schaffen können. Der aktuelle Diskussionsentwurf verzichtet außerdem auf einen Tatbestand des Sportbetrugs (vgl. § 5 Anti-Doping-Gesetz in BR-Drs. 658/06), den ich zwar weiterhin für sehr wesentlich halte, für den bisher jedoch ebenfalls politische Mehrheiten fehlen.

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Mein Diskussionsentwurf sieht im Wesentlichen Folgendes vor:

Eine uneingeschränkte Strafbarkeit jeglichen Besitzes von Arzneimitteln oder Wirkstoffen zu Dopingzwecken im Sport;

Erweiterte Strafvorschriften gegen den Vertrieb und die Abgabe sowie gegen den Erwerb und das Sichverschaffen von Arzneimitteln oder Wirkstoffen zu Dopingzwecken im Sport;

Die Erweiterung aller dopingspezifischen Straftatbestände dahingehend, dass neben dem Umgang mit Arzneimitteln auch derjenige mit Wirkstoffen zu Dopingzwecken im Sport erfasst wird, so wie dies seit 1. Januar 2011 beim Besitzverbot des § 6a Abs. 2 AMG bereits der Fall ist;

Eine klar formulierte Strafbarkeit der Anwendung von Dopingmethoden ohne Einschränkung auf die Verwendung von Stoffen;

Eine Auflistung der strafbewehrten Stoffe und Methoden in einem zusammenfassenden Anhang zum Arzneimittelgesetz unter Aufhebung des Anhangs zu § 6a Abs. 2a AMG und unter Streichung der dem strafrechtlichen Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG nicht gerecht werdenden Verweisung auf den Anhang des Übereinkommens gegen Doping;

Die Erhöhung des Strafrahmens für Dopingvergehen auf Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren;

Die Einführung mehrerer Verbrechenstatbestände mit differenzierten Mindeststrafdrohungen, insbesondere für die gewerbs- und bandenmäßige Begehung der den Vertrieb von Dopingmitteln oder die Anwendung von Dopingmethoden betreffenden Tatbestandsalternativen und deren Begehung unter Mitsichführen von Waffen sowie für Abgabehandlungen an Minderjährige;

Die Einführung einer Kronzeugenregelung.

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II.

Bericht zur Evaluation des Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport

Der nunmehr vorliegende Bericht der Bundesregierung zur Evaluation des Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport zementiert die derzeit völlig unzureichende Rechtslage und bedeutet Stillstand für den strafrechtlichen Kampf gegen Doping.

Das Ergebnis des Berichts, die mit dem Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport eingeführten Neuregelungen hätten sich grundsätzlich bewährt, zeigt, dass der Sachverständige die Realitäten der Strafverfolgung nicht berücksichtigt hat. Im Rahmen eines am 1. Februar 2012 durchgeführten Experteninterviews durch den Sachverständigen haben die Staatsanwälte der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I die Defizite des geltenden Rechts deutlich gemacht. Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis des Berichts nicht nachvollziehbar.

Besonders enttäuschend ist, dass der Bericht unter handwerklichen Defiziten leidet und sich zum Teil mit über Jahre hinweg erhobenen und ausführlich begründeten Forderungen nicht auseinandersetzt.

Im Einzelnen ist hierzu Folgendes auszuführen:

1. Erweiterung der Dopingverbote um weitere Tathandlungen:

a) Erwerb:

Als einzige materielle Erweiterung des Dopingstrafrechts schlägt der Bericht vor, den Erwerb von Dopingmitteln als weitere Tathandlung einzuführen. Dieser Vorschlag bleibt hinter meiner Forderung nach einem Erwerbstatbestand deutlich zurück, da er wie die derzeitige Besitzstrafbarkeit auf eine nicht geringe Menge beschränkt sein soll.

Die praktische Bedeutung eines Erwerbstatbestandes neben der bereits bestehenden Besitzstrafbarkeit ist ohnehin gering. Bereits jetzt werden die durch den Bericht erwähnten sogenannten "Postein-

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fuhrfälle", in denen Pakete mit Dopingmitteln in nicht geringer Menge an Eigenverbraucher durch den Zoll abgefangen werden, über den Straftatbestand des versuchten Besitzes von Arzneimitteln oder Wirkstoffen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken im Sport gelöst, so dass es zu keinen Strafbarkeitslücken kommt. Der Erwerb ist gegenüber dem Besitz lediglich die rechtsdogmatisch sauberere Lösung. Seine Einführung stellt damit abgesehen von der Einschränkung auf die nicht geringe Menge bereits aufgrund fehlender praktischer Relevanz keine Verbesserung der Strafverfolgungsmöglichkeiten dar.

b) Handeltreiben:

Erreichbar wäre eine wirkliche Verbesserung vielmehr durch Aufnahme der Tatalternative des Handeltreibens, wie ich es seit Jahren fordere. Der Bericht bezeichnet diese Maßnahme im Ergebnis als "nicht sachgerecht". Er begründet dies damit, dass die weit überwiegenden Fälle des Handeltreibens mit Dopingmitteln bereits durch andere Strafvorschriften erfasst würden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Vielmehr bestehen Strafbarkeitslücken in den durchaus praxisrelevanten Fällen des sog. verbalen Handeltreibens.

Von einem verbalen Handeltreiben ist dann auszugehen, wenn ein Dopingmittelhändler von seinem Hintermann verbindlich Dopingmittel bestellt, um diese später gewinnbringend weiter zu veräußern. Beim verbalen Handeltreiben bleibt es, wenn die Lieferung nicht abgesendet / übergeben wird bzw. wenn dies nicht nachweisbar ist. In diesen Fällen wäre, wenn es sich um Betäubungsmittel handeln würde, von einem vollendeten Handeltreiben im Sinne des § 29 Abs. 1 Nr. 1 BtMG auszugehen. Dagegen ist im Dopingstrafrecht nicht einmal das Stadium des versuchten Inverkehrbringens erreicht.

Soweit der Bericht in diesem Zusammenhang auf den Straftatbestand des unerlaubten Handeltreibens mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln außerhalb von Apotheken gemäß § 95 Abs. 1 Nr. 4 AMG abstellt, kann dieser Tatbestand die genannten Fälle in

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zweifacher Hinsicht nur unzureichend erfassen: 

Zum einen greift die Vorschrift dann nicht, wenn die gehandelten Dopingmittel nicht verschreibungspflichtig sind. Dass eine Vielzahl von Dopingmitteln nicht in der Arzneimittelverschreibungsverordnung aufgelistet sind, liegt nicht daran, dass ihre Wirkung als vergleichsweise "harmlos" einzustufen wäre. Die Erklärung hierfür ist vielmehr, dass diese Dopingmittel in Deutschland niemals verkehrsfähig waren und damit auch niemals verschreibungsfähig und verschreibungspflichtig sein konnten. Dies gilt selbst für als bedenklich im Sinne des § 5 Abs. 2 AMG einzustufende Arzneimittel (z.B. solche mit den Wirkstoffen Oxandrolon und Dehydrochlormethyltestosteron, letzteres bekannt als "OralTurinabol") sowie für das extrem praxisrelevante Trenbolon, das in seinen verschiedenen Esterformen exzessiv von Bodybuildern und Kraftsportlern konsumiert wird. Verbales Handeltreiben mit diesen Präparaten ist nach jetzigem Recht straflos.

Zudem sieht das Arzneimittelgesetz für § 95 Abs. 1 Nr. 4 AMG - anders als für den dopingspezifischen Straftatbestand des § 95 Abs. 1 Nr. 2 a AMG - keinen besonders schweren Fall für gewerbs- und bandenmäßiges Vorgehen vor (vgl. § 95 Abs. 3 Nr. 2b AMG), was erhebliche Auswirkungen auf den zur Verfügung stehenden Strafrahmen hat (Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren statt Freiheitsstrafe von 1 bis zu 10 Jahren). Zudem ist der Tatbestand des § 95 Abs. 1 Nr. 4 AMG nicht in den Katalog des § 100a Abs. 2 StPO aufgenommen (anders als die Fälle nach § 95 Abs. 3 Nr. 2b AMG in § 100a Abs. 2 Nr. 3 StPO), so dass der Weg zu verdeckten Ermittlungsmaßnahmen gegen den professionellen und organisierten Handel verwehrt ist.

Die Strafbarkeitslücke kann auch nicht durch den durch den Bericht vorgeschlagenen Erwerbstatbestand geschlossen werden. Zum einen soll dieser gerade beschränkt sein auf eine nicht geringe

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Menge, so dass der Händler mit Mengen unterhalb dieser Grenze von dem Straftatbestand nicht erfasst würde. Zudem passt der Erwerbstatbestand ebenso wie der bereits vorhandene Tatbestand des Inverkehrbringens auf die Fälle des verbalen Handeltreibens nicht, da er auf eine tatsächliche Verfügungsgewalt abstellt. Das Versuchsstadium ist daher noch nicht erreicht, wenn das Paket nicht abgesandt wurde bzw. wenn dies nicht nachweisbar ist.

Soweit der Bericht anführt, dass der Nachweis der Zweckbestimmung "zu Dopingzwecken im Sport" für den "Hintermann" nur schwer gelingen dürfte, ist dies nicht nachvollziehbar, da diese Problematik dann bereits jetzt im Zusammenhang mit dem Tatbestand des Inverkehrbringens bestünde. Zudem geht diese Argumentation an der Praxis vorbei. In keinem der seit 1. März 2009 in Bayern anhängigen Ermittlungs- oder Strafverfahren gab es insofern Nachweisprobleme.Die Gesamtumstände der klassischen Fallkonstellationen des Dopingsmittelhandels (Schwarzmarktsituation, Art der Geschäftsanbahnung, zumeist in Deutschland nicht zugelassene Arzneimittel oder Untergrundlaborprodukte) indizieren regelmäßig die Verwendungsabsicht des ohnehin nicht zur Abgabe von Arzneimitteln berechtigten Dopingmittelhändlers für den alleinigen Absatzmarkt des Kraft- und Muskelaufbaus im Sport.

c) Einfuhr:

Meinen Vorschlag zur Einführung eines Verbots und Straftatbestands der Einfuhr diskutiert der Bericht nicht, obwohl auch hier eine offensichtliche Strafbarkeitslücke vorliegt. Der nicht dopingmittelspezifische Straftatbestand des § 96 Nr. 4 AMG setzt eine gewerbs- oder berufsmäßige Begehung voraus und sieht einen Strafrahmen nur bis zu 1 Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vor. Zudem mangelt es hier an einer Versuchsstrafbarkeit. Dem illegalen Zustrom an Dopingmitteln aus dem Ausland müssen wir ein spezifisches Verbot der Einfuhr entgegensetzen.

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Um sämtlichen Auswüchsen des Dopingmittelhandels gerecht zu werden, bedarf es eines umfassenden Spektrums an Verbots- und Straftatbeständen, die aufgrund der offensichtlichen Parallelitäten des Betäubungsmittel- und Dopingmittelhandels an das Betäubungsmittelgesetz angelehnt werden sollten. Mein Gesetzentwurf vom 25. Juni 2012 sieht hier neben den bereits erwähnten Verboten und Straftatbeständen das Herstellen, die Ausfuhr, die Veräußerung und das Sichverschaffen in sonstiger Weise sowie verschiedene Teilnahmehandlungen vor. Soweit der Bericht darauf hinweist, dass es an einer Rechtsgüterparallelität zwischen Betäubungsmittel- und Dopingmittelstrafrecht fehlt, ist dies unzutreffend. Sowohl die Vorschriften des Betäubungsmittelgesetzes als auch die Regelungen des Arzneimittelgesetzes schützen die Gesundheit. Im Übrigen führen die vergleichbaren Abläufe, Vertriebswege und Händlerstrukturen dazu, dass eine Orientierung an den entsprechenden Straftatbeständen des Betäubungsmittelrechts, die sich in der Praxis außerordentlich bewähren, zielführend und sachgerecht ist.

2. Einführung eines generellen Besitzverbots ohne Anknüpfung an eine nicht geringe Menge

Der Evaluierungsbericht lehnt die Notwendigkeit einer uneingeschränkten Besitzstrafbarkeit, die nicht auf eine nicht geringe Menge begrenzt ist, ab und greift hierbei die Gesetzesbegründung aus 2007 auf, dass eine nicht geringe Menge den Handel indiziere, was eine entsprechende Strafbarkeit rechtfertige.

Die Lebenswirklichkeit der Strafverfolgung hat dieser Argumentationslinie jedoch bereits den Boden entzogen: Die Grenzwerte der Dopingmittelmengenverordnung spiegeln Handelsmengen gerade nicht wider. Die bei Bodybuildern und Kraftsportlern sichergestellten Konsummengen sind zum Teil so erheblich, dass sie die als "nicht gering" deklarierte Menge teilweise um einen bis zu dreistelligen Faktor überschreiten.

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Die Begründung des Evaluationsberichts stellt zudem darauf ab, dass Dopingmitteln kein Suchtpotential zugrunde liege, so dass ein Vergleich mit dem Betäubungsmittelrecht nicht gezogen werden könne. Das Arzneimittelgesetz dient jedoch dem Gesundheitsschutz nicht weniger als das Betäubungsmittelrecht. Die Gefahren, die den Konsumenten durch Dopingmittel und die Anwendung von Dopingmethoden drohen, sind allgemein bekannt. Der Staat hat hier das Recht und die Pflicht einzuschreiten, zumal auch der Besitz von Mengen, die eigentlich für den Eigenkonsum bestimmt sind, immer die Möglichkeit einer unkontrollierten Weitergabe an Dritte eröffnet. Angesichts der erheblichen Verbreitung von Dopingmitteln, wie sie die Arbeit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I dokumentiert, ist ein effektives Vorgehen gegen Dopingstraftaten ebenso für den Schutz der Volksgesundheit erforderlich wie das Vorgehen gegen die Rauschgiftkriminalität.

Soweit der Bericht als Argument gegen eine uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit vorbringt, dass eine "uneinheitliche Einstellungspraxis aus der Praxis der BtM-Strafbarkeit" vermieden werden solle, ist dem entgegenzuhalten, dass - selbst wenn es diese gäbe - eine unzulängliche Handhabung eines Gesetzes kein Grund sein kann, einen notwendigen Straftatbestand nicht einzuführen. Im Übrigen verläuft die Einstellungspraxis bei Dopingstraftaten schon heute parallel zu derjenigen im Betäubungsmittelstrafrecht. Nur der Beginn der Strafbarkeit ist verschoben: Im Betäubungsmittelstrafrecht ist der Besitz uneingeschränkt strafbar, während die Strafbarkeit beim Besitz von Dopingmitteln und -wirkstoffen erst ab dem Vorliegen einer nicht geringen Menge beginnt. Ab der nicht geringen Menge jedoch arbeiten die Staatsanwaltschaften ebenfalls mit den Einstellungsmöglichkeiten der Strafprozessordnung und des Jugendgerichtsgesetzes und beziehen alle den Täter und die Tat betreffenden Kriterien in die Entscheidung mit ein. Eine Angleichung des Umfangs der Besitzstrafbarkeit würde insoweit keine neue Situation bewirken.

Der Bericht sieht einen Unterschied zum Betäubungsmittelrecht zudem darin, dass viele Dopingmittel auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Für die die Strafverfolgungspraxis beherrschenden Präparate scheidet eine therapeutische Einsetzbarkeit zumeist schon

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mangels Zulassung in Deutschland aus. Oftmals sind es Untergrundlaborprodukte oder Fälschungen. Vor allem vergisst der Bericht aber zu erwähnen, dass eine therapeutische Einsetzbarkeit auch für einen Teil der Betäubungsmittel gilt (sh. hierzu Anlage III zum BtMG "Verkehrsfähige und verschreibungspflichtige Betäubungsmittel"). Abzustellen ist allein auf deren Gefährlichkeit bei missbräuchlichem Konsum, an die der Gesetzgeber mit der Strafbewehrung ansetzen muss.

Ebenfalls unzutreffend ist die Behauptung, dass im Falle einer uneingeschränkten Besitzstrafbarkeit "sehr viel mehr betroffene Patientinnen und Patienten in die Situation versetzt würden, ihr legales Verhalten beweisen zu müssen". Hierbei verkennt der Bericht ein grundlegendes Prinzip des deutschen Strafprozessrechts, welches die Justizpraxis strikt beachtet: Dass ein Beschuldigter oder Angeklagter nicht seine Unschuld beweisen muss. Vielmehr setzt eine Verurteilung voraus, dass das Gericht dem Angeklagten das nachweist, was zur Verurteilung erforderlich ist.

Mit den praktischen Problemen, die die Einführung einer uneingeschränkten Besitzstrafbarkeit erfordern, setzt sich der Bericht nicht auseinander. Gerade die Feststellung eines die Ermittlungen rechtfertigenden Anfangsverdachts stellt sich oftmals als äußerst problematisch dar, da hier ein Hinweis auf einen irgendwie gearteten Besitz nicht ausreicht, sondern vielmehr Umstände hinzukommen müssen, die gerade auf eine nicht geringe Menge hindeuten. Dies führt oftmals zu Unsicherheit bei der Einordnung eines Betroffenen als Zeuge oder Beschuldigter, was nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Intensität der möglichen Eingriffsmaßnahmen hat.

Der positive Dopingbefund an sich dokumentiert lediglich den straflosen Konsum. An dessen Straflosigkeit würde auch mein aktueller Gesetzentwurf nichts ändern. Wäre die Besitzstrafbarkeit jedoch wie von mir vorgeschlagen uneingeschränkt, wäre die Schwelle zur Feststellung eines Anfangsverdachts bei Hinweisen auf einen Besitz deutlich niedriger als dies bisher der Fall ist. Dies würde auch Ermittlungen gegen die Hinterleute des Dopings erleichtern, denn nur Ermittlungen im

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Gesamtkontext gegen Händler und Abnehmer können den optimalen Erfolg erzielen.

Wir können nur dann effektiv und glaubwürdig Doping bekämpfen, wenn wir den Athleten in die Strafbarkeit mit einbeziehen. Den nicht dopenden Sportlern ist es nicht vermittelbar, dass der Dopingmittel besitzende Athleten als Zentralgestalt des Dopings außen vor bleibt.

Eine unbeschränkte Strafbarkeit des Besitzes eröffnet den Weg zu erfolgreichen Ermittlungen auch im Spitzensport. Dass die derzeitige Rechtslage den Spitzensport nicht erreicht, ist ein zentrales Problem des geltenden Dopingstrafrechts.

3. Verbrechenstatbestände

Mit floskelhafter Begründung verwirft der Bericht die Notwendigkeit der Einführung differenzierter Verbrechenstatbestände für Dopingstraftaten, wie sie mein Entwurf vorsieht. Hierbei verkennt er die Praxisrelevanz der mit dieser Frage einhergehenden Verjährungsproblematik. Gerade in den Fällen langjährig eingespielter komplexer Handelsstrukturen kommt der Verfolgungsverjährung besondere Praxisrelevanz zu.

Falsch ist hier die Aussage des Berichts, es stehe eine Verjährungsfrist von 10 Jahren zur Verfügung. Nach derzeitiger Rechtslage verjähren sowohl die einfachen Fälle des Inverkehrbringens, Verschreibens oder Anwendens von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport wie auch die gewerbs- und bandenmäßigen Fälle in 5 Jahren (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB). Besonders schwere Fälle haben nach § 78 Abs. 4 StGB keinen Einfluss auf die Länge der Verjährungsfrist.

Für einen Verbrechenstatbestand mit einem Strafrahmen von einem bis zu 15 Jahren würde die Verfolgungsverjährung dagegen erst nach 20 Jahren eintreten.

Der organisierte Dopingmittelhandel steht dem organisierten Rauschgifthandel in nichts nach. Die kriminelle Energie der Täter zeigt sich in

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ihren ausgeklügelten Vertriebswegen, den häufigen Waffenfunden sowie in den komplexen Händlerstrukturen und hohen Gewinnspannen. Auch erfordert der Schutz minderjähriger Sportler eine angemessene strafrechtliche Sanktion für entsprechende Abgabe- oder Veräußerungshandlungen. Das Unrecht dieser Taten kann angemessen nur in Form von differenzierten Verbrechenstatbeständen erfasst werden.

4. Erhöhung des Strafrahmens für Dopingvergehen

Auch hier verwirft der Evaluierungsbericht pauschal meine Forderung nach einer Erhöhung des Strafrahmens für Dopingvergehen von 3 Jahren auf 5 Jahre.

Die Erhöhung des Strafrahmens ist jedoch zur Erreichung einer differenzierten und einzelfallangemessenen Strafpraxis sowohl auf Verkäufer- als auch auf Abnehmerseite notwendig. Der derzeit zur Verfügung stehende Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren eröffnet den Gerichten nicht den erforderlichen Entscheidungsspielraum.

Dies ist insbesondere für die Fälle relevant, in denen bei einem Dopingmittelhändler oder Untergrundlaborbetreiber zwar sehr große Mengen an Dopingmitteln gefunden werden, dem Beschuldigten jedoch trotzdem die Gewerbsmäßigkeit seines Tuns nicht nachweisbar ist. Dies hat zur Folge, dass der Strafrahmen des besonders schweren Falles (1 Jahr bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe) nicht zur Anwendung kommt und das Gericht nur Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren verhängen kann. Es fehlt damit am erforderlichen Spielraum, um den Schuldgehalt solcher Taten gerecht werden zu können.

5. Erweiterung sämtlicher Dopingstraftatbestände auf Wirkstoffe

Der Evaluierungsbericht setzt sich nicht mit meiner Forderung nach einer Ausweitung sämtlicher Dopingstraftatbestände auch auf Wirkstoffe zu Dopingzwecken im Sport auseinander, obwohl er ausdrücklich

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die entsprechende Erweiterung der jetzigen Besitzstrafbarkeit durch das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes in der gesetzlichen Krankenversicherung (Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz - AMNOG) zum 1. Januar 2011 erwähnt. Nach dieser Neuregelung ist auch der Besitz von Wirkstoffen in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken im Sport strafbar, wodurch eine Strafbarkeitslücke teilweise geschlossen werden konnte.

Nicht nachvollziehbar ist dagegen, dass die Händler insoweit weiterhin bessergestellt sind. Die stetig ansteigende Zahl der Sicherstellungen von Arzneimittelrohstoffen in Untergrundlaboren, die zur Herstellung von Dopingmitteln bestimmt sind, zeigt die beachtliche Bedeutung, die diese Stoffe in der Szene gewonnen haben. Es ist zu erwarten, dass sich parallel zu der steigenden Anzahl und Professionalisierung der Untergrundlabore auch ein florierender Markt mit den in der Regel aus dem Ausland beschafften Arzneimittelrohstoffen entwickelt. Dem kann nur schlagkräftig begegnet werden, wenn die den Vertrieb und die Abgabe betreffenden Verbots- und Strafvorschriften auch die Wirkstoffe mit umfassen.

6. Dopingmethoden

Der Evaluierungsbericht setzt sich weder mit der unglücklichen Formulierung des § 6a Abs. 2 AMG betreffend das Verbot von Dopingmethoden auseinander noch mit meiner Forderung nach einer Abkoppelung des Verbots von der Verwendung von Stoffen.

Die sperrige und selbst für einen Juristen unübersichtliche Formulierung des § 6a Abs. 2 AMG erfordert eine Überarbeitung, um für den Rechtsanwender Klarheit zu schaffen.

Soweit die Rechtslage derzeit die Strafbarkeit der Anwendung von Dopingmethoden von der Verwendung von Stoffen abhängig macht, wird dies den immer ausgeklügelteren Manipulationen im Hochleistungssport nicht gerecht. Im Übrigen weise ich darauf hin, dass der Stoffbezug bereits derzeit nicht konsequent durchgehalten ist, da § 6a

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Abs. 2 AMG pauschal auf den Anhang des Übereinkommens gegen Doping verweist, wo sich unter den aufgelisteten Methoden die unter M 2 Nr. 1 beschriebene tatsächliche oder versuchte unzulässige Einflussnahme, um die Integrität und Validität von Dopingproben zu verändern, findet. Darunter fällt u. a. der Austausch von Urin, eine Manipulation, die ohne ein "Arzneimittel, das einen Stoff enthält", durchgeführt wird.

7. Streichung der systemwidrigen Verweisung auf den Anhang des Übereinkommens gegen Doping

Eine weitere zentrale Forderung meines aktuellen Gesetzentwurfs, die sich in dem Evaluierungsbericht nicht wiederfindet, ist die Streichung der derzeitigen Verweisung in § 6a Abs. 2 AMG auf den mit der WADAVerbotsliste inhaltlich übereinstimmenden Anhang des Übereinkommens gegen Doping.

Der Anhang enthält zahlreiche Generalklauseln und offene Verbote. Diese Vorgaben über die bestehende Verweisung mit einer Strafdrohung zu bewehren, begründet Bedenken mit Blick auf den Bestimmtheitsgrundsatz des Art. 103 Abs. 2 GG.

Die Verweisung stellt zudem eine unglückliche Vermischung von internationalem sportgerichtlichen Regelwerk und deutschem Strafrecht dar. Die WADA-Verbotsliste passt nicht in das System der deutschen Straftatbestände und Verbotsnormen. Sie enthält Kapitel wie "Im Wettkampf verbotene Substanzen und Methoden" und "In bestimmten Sportarten verbotene Substanzen" sowie mehrfach Einschränkungen auf bestimmte Konzentrationen im Urin oder auf einzelne Konsumformen. Durch diese Einschränkungen ist die Liste für die deutsche Strafverfolgung nicht praktikabel. Sie zielt vielmehr alleine auf die sportgerichtlichen Verfahren und den Nachweis verbotener Substanzen in Blut- und Urinproben und deren Beweiswert ab.

Deutsche Straftatbestände müssen durch deutsche Gerichte ausgelegt werden. Die Verweisung auf die WADA-Verbotsliste suggeriert je-

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doch, dass letztendlich die WADA entscheidet, was nach deutschem Strafrecht verboten und damit strafbewehrt ist.

Im Übrigen bereiten die Unterschiede der nach derzeitigem Recht anzuwendenden Listen dem Strafverfolger Probleme. Die Verweisung auf den Anhang des Übereinkommens gegen Doping betrifft nur die Straftatbestände, die die Vertriebs- und Abgabeseite des Umgangs mit Dopingmitteln umfassen, während der Anhang zu § 6 a Abs. 2 a AMG die Stoffe auflistet, die der Besitzstrafbarkeit unterfallen. Strafverfolgung kann jedoch nur dann effektiv stattfinden, wenn die Konformität der Verbotsregelungen für Veräußerer und Abnehmer gewährleistet ist.

Lösbar ist die aufgezeigte Problematik durch Schaffung eines zusammenhängenden Anhangs zum Arzneimittelgesetz, der die strafbewehrten Stoffe für sämtliche Dopingstraftaten übereinstimmend erfasst. Eine Ermächtigung zur Änderung per Rechtsverordnung gewährleistet die Möglichkeit, auf aktuelle Entwicklungen angemessen und zeitnah zu reagieren.

8. Kronzeugenregelung

Mit unserem derzeitigen Strafrecht erreichen wir Dopingstraftäter im Spitzensport nicht.

Die erfolgversprechendste Maßnahme, die Mauer des Schweigens im Hochleistungssport zu durchbrechen, ist die Einführung einer Kronzeugenregelung nach dem Vorbild des § 31 BtMG. Die Kronzeugenregelung des Betäubungsmittelrechts weist uns hier den Weg. Sie hat zu beachtlichen Aufklärungserfolgen verholfen und ist aus der Praxis der Verfolgung von Betäubungsmittelstraftaten nicht mehr wegzudenken.

Die Erfahrungen der Münchener Schwerpunktstaatsanwaltschaft haben gezeigt, wie schwierig es ist, aus der Szene des Profisports Hinweise und Informationen zu bekommen. Das fehlende Unrechtsbewusstsein innerhalb der Szene, die Ängste, als "Verräter" in die Isolation ver-

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bannt und der Existenz beraubt zu werden, erschweren es den Ermittlungsbehörden, Kontakte zu Informanten herzustellen und diese auch für verfahrensverwertbare Hinweise nutzen zu können.

Zwar sieht das Strafgesetzbuch bereits eine Kronzeugenregelung vor (§ 46b StGB). Diese ist jedoch aufgrund ihres engen Anwendungsbereichs nicht auf die Fälle der Dopingvergehen nach § 95 Abs. 1 Nr. 2 a, 2 b AMG anwendbar. Für die Athleten, die bereit sind, aus der Reihe zu treten und daran mitzuarbeiten, den Sport zu schützen, muss ein Anreiz geschaffen werden, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten.

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Kronzeugenregelung des NADA-Codes strafprozessual nicht den gewünschten Erfolg bringt. Die Kombination allerdings mit einer strafrechtlichen Kronzeugenregelung wäre der bestmögliche Ansatz, Athleten zu Aussagen zu motivieren.

Die Signalwirkung einer dopingspezifischen Kronzeugenregelung ist nicht zu unterschätzen. Sie würde auch ihren Teil dazu beitragen, dass insgesamt ein neuer Konsens gegen Doping entsteht.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass sich der Evaluierungsbericht mit den seit Jahren öffentlich diskutierten Verbesserungsvorschlägen weder umfassend noch juristisch exakt auseinandersetzt. Er kann daher keine Grundlage für Entscheidungen über Schärfungen des Dopingstrafrechts sein.

III.

Ausblick Bereits mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport war absehbar, dass die durch dieses Gesetz geschaffene Kompromisslösung die öffentliche Diskussion um die strafrechtliche Dopingbekämpfung nicht beenden wird. Tatsächlich haben die praktischen

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Erfahrungen mit der neuen Rechtslage gezeigt, dass diese unzureichend und lückenhaft ist.

Ich setze mich daher weiterhin mit Nachdruck dafür ein, dass es zu deutlichen Verbesserungen des strafrechtlichen Instrumentariums für die Dopingbekämpfung kommt. Die nunmehr auch durch das Bundesland Baden-Württemberg geplante Initiative bestätigt, dass meine Argumente überzeugen.

Auch von den Sportverbänden erhalte ich zunehmende Unterstützung. Der Deutsche Leichtathletik-Verband mit seinem Präsidenten Dr. Clemens Prokop unterstützt mich bereits seit Jahren bei meinem Einsatz für den sauberen Sport. Nunmehr hat mir auch der Präsident der Deutschen Triathlon Union ausdrücklich seine Unterstützung zugesichert. Der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer hat überdies kürzlich in der Presse seine Nähe zu meinen Vorschlägen bestätigt.

Am 8. Dezember 2012 wird im Rahmen der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes über Strafschärfungen im Dopingstrafrecht beraten. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat dort einen Antrag eingebracht, der mit meinen Forderungen konform geht. Ich bin optimistisch, dass sich weitere Sportverbände meinen Vorschlägen anschließen werden.

Die Kritik der Praxis an der bestehenden Rechtslage ist deutlich. Der Bundesgesetzgeber wird hierauf reagieren müssen, um die Glaubwürdigkeit Deutschlands in seiner Haltung gegen Doping zu erhalten.

Wir müssen international ein Vorbild sein. Nur eine schlagkräftige Strafverfolgung, die Hand in Hand mit der Sportgerichtsbarkeit geht, kann den Dopingsumpf austrocknen und die Integrität des Sportes insgesamt schützen.

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Dr. Beate Merk, MdL

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