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SPZ Hohenems - Standortbezogenes Förderkonzept April 2008

SPZ HOHENEMS - FÖRDERKONZEPT
(Stand im April 2008)

Inhalt

I. Leitbild

II. Eckdaten des SPZ

III. Förderbereiche am Schulstandort

1. Allgemeine Sonderschulklassen
2. Förderklassen
3. Sprachheil- und Bewegungsklasse
4. Übergangsklasse
5. Therapeutische Angebote
6. Elternarbeit

IV. „Mobile“ Förderangebote

1. Blinden- und Sehbehindertenpädagoginnen
2. SprachheilpädagogInnen

V. Visionen

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SPZ Hohenems - Standortbezogenes Förderkonzept April 2008

Leitbild

Jeder Mensch hat Stärken, besondere Fähigkeiten und eine eigene
Wahrnehmung der Welt, von der wir lernen können.
Es ist unser Anliegen, die uns anvertrauten Kinder auf der Grundlage
dieser positiven Eigenschaften ganzheitlich zu fördern.
Das Wertvollste im Leben ist die Entfaltung der Persönlichkeit.

Unsere Schule ist ein Ort der Begegnung und der Zusammenarbeit einer
Vielfalt von Kindern und Erwachsenen. Die Bandbreite an speziellen
pädagogischen Ausbildungen unseres Lehrkörpers ermöglicht die
individuelle Förderung jedes Kindes. Anerkannte Methoden und vielseitige
Lernformen bestimmen den Unterricht.

Über die Vermittlung von Bildung hinaus liegt uns die Wahrung einer
freundlichen Atmosphäre an unserer Schule am Herzen, getragen von
guten Umgangsformen und gegenseitigem Respekt voreinander.

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Eckdaten des SPZ Hohenems

Schultyp: Allgemeine Sonderschule
Sonderpädagogisches Zentrum

Kontakt: SPZ/ASO Hohenems
Konrad Renn Str. 14
6845 Hohenems
T 05576/73325
E direktion@spzho.snv.at

Schülerzahlen: 70 Schülerinnen und Schüler
44 Knaben, 26 Mädchen
42 mit Muttersprache Deutsch
28 mit nicht Deutscher Muttersprache

Klassen: 4 Sonderschulklassen, 2 Förderklassen,
1 Sprachheil- und Bewegungsklasse
1 Übergangsklasse

Personalstand: Leitung: Mathis Irma
Integrationsberatung: Amann Marion

8 Klassenvorstände
1 Begleitlehrerin
5 Blindenlehrerinnen
2 Lehrerinnen für WE/EH
2 SprachheillehrerInnen

3 Karrenzierungen

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Förderbereiche am Schulstandort

1. Allgemeine Sonderschulklassen

Beziehungsaufbau ist eine wesentliche Grundlage für erfolgreiches,
nachhaltiges Lernen. Langjähriges Begleiten und Betreuen in einer
„familiären Atmosphäre“ ist für viele SchülerInnen eine ganzheitliche, dem
Lernen zuträgliche Unterstützung.

Wir LehrerInnen bieten dem Kind mit speziellen Bedürfnissen besondere
Betreuung, persönliche Ansprache und den nötigen Zeitraum zur
Entwicklung. Wir sind um eine gute Zusammenarbeit mit Eltern,
TherapeutInnen und medizinischem Fachpersonal zum Wohle des Kindes
bemüht.

Es ist uns ein großes Anliegen, jede Schülerin und jeden Schüler
nachhaltig auf seinem Lernweg zu begleiten. Rasches Handeln und
Eingehen auf die kindlichen Bedürfnisse zählen wir zu unseren Stärken.

Der Unterricht in unserer Schule findet in Kleingruppen statt und
ermöglicht dadurch flexible, situationsangepasste Lösungen. Auf das Kind
abgestimmte Lernförderung bzw. unterschiedliche Lernformen, wie
handelndes und projektorientiertes Lernen, Einsatz moderner Medien,
Gruppenarbeit, u. a. fördern die Selbstständigkeit, die
Beziehungsfähigkeit, das soziale Lernen und sind daher für uns wichtige
Ziele im pädagogischen Alltag.

„Emotionen“

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Der aktuelle Lernstand, die persönlichen Fähigkeiten sowie die speziellen
Interessen eines jeden Kindes sind unsere Ansätze der individuellen
Förderung. Besondere Zusatzangebote, Begleitung und Beratung durch
zusätzliche Institutionen erhöhen den Lernerfolg:

• Reittherapie
• Klettern
• Sprachtherapie und Sprechförderung
• Intensivförderung in der deutschen Sprache
• Muttersprachlicher Zusatzunterricht
• Sehbehindertenbetreuung
• Malen nach Stern
• Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen: aks, IFS,
Schulpsychologischer Dienst, …

„Malen nach Stern“

Es gibt die Möglichkeit den Hauptschulabschluss nachzuholen und dadurch
die Voraussetzung für einen Lehrberuf zu erwerben. Für jene, die nach der
neunjährigen Schulpflicht den Weg ins Berufsleben suchen, wird im
Vorfeld eine beratende Vorbereitung angeboten.

2. Förderklassen

Kinder, die eine spezielle Unterstützung benötigen, werden in den
Förderklassen in Kleinstgruppen individuell von einem erfahrenen
Lehrerteam unterrichtet. Durch einen persönlichen Förderplan wird die
Basis für die grundlegenden Lernziele geschaffen.

Um diese Ziele zu erreichen, wird in den Förderklassen vermehrt auf
Schwerpunkte wertgelegt.

• Motorik: Grob- und Feinmotorik
• Wahrnehmungsschulung: Körperwahrnehmung, Raum-Lage, Figur-
Grundwahrnehmung, Sinnesschulung
• Körperpflege: Körperhygiene

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• Selbstbewusstsein: Stärken und Schwächen an sich selber
wahrnehmen und akzeptieren lernen, Bedürfnisse äußern
• Eigenständigkeit: Mobilität fördern, richtiges Verhalten im
Straßenverkehr
• lebenspraktische Übungen: Einkaufen, Kochen, einfache
Haushaltsführung
• kognitive Förderung: Unterricht in den Kulturtechniken (Lesen,
Schreiben, Rechnen)
• soziales Lernen: Umgangsformen, Gruppenfähigkeit,
Regelverständnis
• Vorbereitung in die Berufswelt durch verschiedene Projekte

Eine Vielfalt von Therapieangeboten ermöglicht eine Auswahl, die den
Förderplan jedes Kindes gezielt unterstützt. Folgende
Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung: Sprachtherapie,
Klangmassage, Ergotherapie, Klettern, Physiotherapie, Schwimmen,
Reiten.

All unsere Maßnahmen haben das Ziel, die Kinder in ein selbständiges
Leben und zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung zu führen, damit
sie ihren Platz in Gesellschaft und Beruf finden.

„Einkaufen, Zubereiten und
Kochen – manchmal sogar ein
Essen im Restaurant“

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3. Sprachheil- und Bewegungsklasse – „Känguruklasse“

In der Sprachheil- und Bewegungsklasse
unterrichten und fördern wir Kinder mit
normaler Begabung nach dem
Volksschullehrplan auf der Vorschulstufe, der
ersten und der zweiten Schulstufe.

Die Kinder haben Bedürfnisse in Bezug auf
Sprech- und Sprachförderung und/oder
Bewegungsförderung.

Die Klasse wird von einem engagierten Pädagoginnenteam, das sich aus
der Dipl. Pädagogin für Volksschulen und einer Dipl. Pädagogin mit den
Ausbildungsschwerpunkten Sprachheilarbeit und Sonderpädagogik sowie
Englisch zusammensetzt, unterrichtet und heilpädagogisch begleitet.

Sie kommen auf Empfehlung der Kindergartenpädagoginnen, freien
Logopädinnen, Eltern, die uns weiterempfehlen, Sprachheilpädagoginnen,
Logopädinnen und Musiktherapeutinnen des aks und ifs, im Idealfall von
VS-Leiterinnen und Bezirksschulinspektorinnen usw. zu uns an die Schule.

Die speziellen Bewegungs- und Sprachfördereinheiten (pädagogische
Diagnose, Korrektur und Training zu Artikulation,
Sprachentwicklungsverzögerung, Sprachverständnisschwierigkeiten,
Auffälligkeiten in den Bereichen Sprechrhythmus, Grammatik, Wortschatz,
Stimme, Atmung, Wortfindung..) werden nach persönlichen Bedürfnissen
der Schülerinnen geplant und einzeln, in Kleingruppen, schulstufenweise
oder in der gesamten Klasse durchgeführt.

Gemeinsame Mahlzeiten dienen der Gesundheitsförderung (Gesunde
Jause) und eines Trainings in den Bereichen Saugen, Kauen, Schlucken
(Training des orofacialen Bereichs), feinmotorischer Fertigkeiten und guter
Umgangsformen.

Als Diagnose- und Durchgangsklasse beherbergen und unterstützen wir
Kinder während eines Unterrichtsjahres, um sie danach an ihre
Sprengelschule zurückzuführen.
Auf Wunsch der Eltern und bei einem klaren Bedarf kann das Kind noch
ein- oder zwei weitere Jahre bei uns an der Klasse verbleiben.
Es besteht während dieser Zeit die Möglichkeit stufenlos in einem
Schuljahr zum Beispiel den Stoff von zwei Schuljahren zu erarbeiten, falls
das Kind das Potential und die Motivation dazu mitbringt. Damit sind wir
auch Anlaufstelle für Kinder, die schon im Kindergarten dadurch auffallen,
dass sie Schriftzeichen kennen und zusammenlauten oder etwa Mengen
spontan und schnell erfassen und im Zahlenraum 10 zusammen- und

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wegzählen können. Begabte Kinder erhalten „entsprechende Förderung“
für ihre Entwicklung und können ihrem inneren Plan tempo- und
interessensgemäß gefördert werden.

Wir arbeiten mit verschiedenen Disziplinen zusammen um möglichst
umfassende Abklärungen für das Kind zu erhalten. Kontakte bestehen zu
ÄrztInnen, PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen, PsychologInnen,
KieferorthopädInnen, LogopädInnen, zum LZH und zur Bezirksstelle für
pädagogische Abklärungen.

Unser Tagesablauf ist ritualisiert und wir beginnen in der Früh mit einer
Bewegungseinheit im Freien. Einer konzentrierten Arbeitsphase der
Vermittlung und des Trainings von Kulturtechniken (D, M, SU) folgt die
große Pause. Im zweiten Abschnitt des Vormittags sind kreative Fächer
(Musik, Zeichnen, Werken) und Bewegung auf dem Programm. Starkes
Augenmerk richten wir auf eine selbstständige Arbeitsweise und sozial-
emotionale Kompetenz.
Einzelne Wochentage haben zudem verschiedene Schwerpunkte.

Während all dieser Angebote sind Kinder einzeln oder in kleinsten Gruppen
zur Sprachheilarbeit, der Physio- und Ergotherapie eingeteilt.

Unsere ganzjährigen Projekte sind den Festen im Jahreskreis angepasst.
Nikolausfeier mit Gedichten für jedes Kind, Faschingsfest, Ostern,...

Zu folgenden Festen laden wir auch die Familien ein: Martinsfest mit
Frühstück, Adventfeier mit Adventgarten, Weihnachtsfeier mit
Theaterstück, Lesenacht mit anschließendem Familienfrühstück,
Muttertagspicknick, …

„Adventfeier mit Adventgarten“

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Im Wintersemester gehen die Kinder einmal pro Woche zum
Heilpädagogischen Reiten mit Angela Lienbacher und den
Klassenlehrpersonen.

Das Integrative Sandspiel, eine therapeutische Intervention, die den
Kindern unter anderem auch als sprachfreies Ausdrucksmittel dient und
die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen (Unfällen, Trennungen,
etc.) erlaubt, kann sowohl dem Sprachaufbau und dem Wortschatztraining
als auch der Entwicklung individueller und kreativer Problemlösungen im
Alltag und in Beziehungen dienen.

Die Elternarbeit ist ein fester Bestandteil im schulischen Alltag. Nach dem
Erstgespräch, der Kurzdiagnose und dem Anamnesegespräch laden wir die
Eltern in jedem Halbjahr zu einem einstündigen Dialog ein. Inhalte wie
Leistungsstand des Kindes, schulische, außerschulische und häusliche
Fördermaßnahmen, Verhalten und Befindlichkeit des Kindes, Wünsche und
Anregungen vom Kind, den Eltern und Lehrern, Projekte, Abklärungen in
verschiedenen Bereichen, die Schullaufbahn den Kindes und vieles Mehr
kommen zur Sprache.

Wir halten die Ergebnisse schriftlich fest und nehmen diese als Grundlage
für einen Entwicklungsbericht zusätzlich zu jeden Halbjahrs- und
Schlusszeugnis. Beim Elternsprechtag kommt auch dem
Erfahrungsaustausch der Eltern untereinander im „Schulcafe“ besondere
Bedeutung zu. Darüber hinaus sind wir für die Eltern an Schultagen
telefonisch erreichbar und stehen auch für telefonische Beratung zur
Verfügung.

4. Übergangsklasse

Die Übergangsklasse bietet als Kleinklasse von mindestens zehn bis
maximal 14 SchülerInnen Gelegenheit, Defizite vor allem in den Fächern
Deutsch und Mathematik nach dem Lehrplan der vierten Stufe Volksschule
aufzuholen.
Der Lernstoff der 4. VS wird geübt und gefestigt und neue Inhalte aus den
Fächern Deutsch, Mathematik und vor allem auch Englisch aus der
Hauptschule werden vermittelt. Erfahrungsgemäß wird dabei etwa das
erste Drittel des Hauptschulstoffes bearbeitet.

Die Zusammenstellung der Stundentafel erfolgt in Anlehnung an die
Fächer der Hauptschule, wobei auf die beiden Fächer Deutsch und
Mathematik mit jeweils fünf Wochenstunden das Hauptaugenmerk
gerichtet wird.

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Organisatorische und pädagogische Schwerpunkte:

• Intensive und individuelle Förderung in Kleingruppen
• KlassenlehrerInnenprinzip mit dem Vorteil einer intensiven und
persönlichen Beziehungsgestaltung
• In Anlehnung an das FachlehrerInnensystem der Hauptschule werden
naturwissenschaftliche Fächer (Biologie, Physik) sowie
Technisches/Textiles Werken, Religion und Englisch nach Möglichkeit
von FachlehrerInnen unterrichtet.
• Inhaltliche Schwerpunkte bilden Mathematik und Deutsch. Um
Defizite in diesen Fächern aufzuholen bzw. neues Wissen zu erwerben
stehen je fünf Wochenstunden bereit.
• Die Stundentafel sieht für Englisch drei Wochenstunden vor, wobei
Fachlehrpersonen behutsam an die Voraussetzungen der
SchülerInnen anknüpfen und den Unterricht entsprechend gestalten.

„Schitag in Brand“ „Möbel für die Ausstellung“

5. Therapeutische Angebote

ERGOTHERAPIE:

Im Bereich der Ergotherapie wird vor allem die Feinmotorik gefördert. Mit
spielerischen Übungen werden Handlungen des täglichen Lebens geübt,
Erfahrungen im Tasten und Spüren gemacht, die kognitiven Fähigkeiten
erhöht, aber auch die emotionale und soziale Entwicklung gefördert.

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PHYSIOTHERAPIE:
Im Bereich der Physiotherapie wird vor allem die Motorik des ganzen
Körpers gefördert. Das umfasst die Kräftigung der Muskulatur ebenso wie
die Gleichgewichts- und Koordinationsschulung. Die Verbesserung der
Haltung durch gezielte Rückenschule und der eigenen
Körperwahrnehmung sind wesentliche Ziele der Physiotherapie.

Beide Therapieformen erhöhen die Selbstständigkeit der Kinder im
Alltag, verbessern ihr Selbstwertgefühl und Wohlbefinden!

Die beiden Therapeutinnen kommen mehrmals pro Woche an die Schule
und arbeiten mit den Kindern hier im Haus.

Das hat viele Vorteile für Kinder, Eltern und Lehrer:

• Die Kinder können in ihrer vertrauten schulischen Umgebung einer
Therapie zugeführt werden.
• Die Eltern müssen ihre Kinder nicht mehr außerschulisch zu
ambulanten Therapiestellen bringen und sind somit entlastet.
• Die Lehrer und Lehrerinnen können auf diesem Weg direkt mit den
Therapeutinnen zusammen arbeiten und die Inhalte der Therapie im
Unterricht weiterführen.

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HEILPÄDAGOGISCHES REITEN:

Heilpädagogisches Reiten umfasst pädagogische, psychologische,
psychotherapeutische, rehabilitative und sozial-integrative Maßnahmen,
die über das Medium Pferd umgesetzt werden.
Durch die Arbeit mit dem Pferd und beim Reiten an sich wird der Mensch
ganzheitlich angesprochen. Alle Sinne sind gefordert, der Mensch wird
körperlich, emotional, geistig und sozial angesprochen. Der Aufbau einer
Beziehung zum Pferd und die Verantwortung für das Tier spielen dabei die
tragende Rolle.

„Pflege des Pferdes“ „ein Pferd führen“

Ziele dieses Reitprojektes
• Kontaktaufnahme mit Pferden
• Tierpflege - das Putzen der Pferde und Auskratzen der Hufe ist schon
eine Mutprobe!
• Die Angst vor einem Ross abbauen
• Das Planen und Durchführen von Bewegungsabläufen - das Pferd mit
einem Seil durch einen Parcours zu führen, macht den Kindern viel
Spaß!
• Das Selbstvertrauen der Schüler/Innen stärken
• Einübung in gegenseitiges Vertrauen beim Führen und Geführt-
werden

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6. Zusammenarbeit mit Eltern

Die Elternarbeit ist ein fester Bestandteil in unserem schulischen Alltag.
Neben den üblichen Elternsprechtagen stellen wir den
Erziehungsberechtigen und wichtigen Bezugspersonen der SchülerInnen
Einzeltermine zur Verfügung. Diese Termine werden meistens verlässlich
wahrgenommen. Die Elterngespräche werden protokolliert und von allen
Beteiligten unterschrieben. In vielen Fällen greifen wir auch auf kurze
schriftliche Mitteilungen zurück, wenn die Information keiner mündlichen
Aussprache bedarf.

Der Informationsaustausch zwischen LehrerInnen und Eltern beinhaltet
folgende Bereiche:

• Eltern kennen lernen
• Zusätzliche Informationen über die SchülerInnen einholen
• Meinungsaustausch zwischen LehrerInnen und Eltern
• Gegenseitige Unterstützung bei der Erziehungsarbeit
• Vorbeugung bei Konflikten oder Missverständnissen
• Beiderseitige Anregungen und Wünschen
• Mitteilung von beunruhigenden Entwicklungen der SchülerInnen, z.B.
Leistungsabfall, körperliche Symptome, aber auch unentschuldigtes
Fernbleiben vom Unterricht, sowie Verhaltensauffälligkeiten, u. a.

Wir LehrerInnen streben eine Form von „Eltern-Schule-Vertrag“ an, bei
dem schriftlich und verbindlich festgelegt wird, welche Abmachungen
zwischen Schule und Elternhaus vereinbart werden.

Das vorliegende Förderkonzept wir an die Eltern in einer verkürzten
Version weitergeleitet als Information und Teil der Öffentlichkeitsarbeit.

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„Mobile“ Förderangebote

1. Blinden- und Sehbehindertenpädagoginnen

Aufgabenbereiche:
Integrative Betreuung von SchülerInnen mit Sehschädigung in allen
Pflichtschulen und weiterführenden Schulen Vorarlbergs
Zusammenarbeit
• Kontaktaufnahme mit Kind, Eltern, Frühförderung,
Kindergärtnerinnen….
• Kontakt zu und Beratung von Lehrpersonen, Direktor, Schulwart,
Mitschülern
• Brücke und Bindeglied zwischen Eltern und Schule
• bei Bedarf Begleitung zu Augenarzt, Optiker und Sehschule
• Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften
• Austausch und Koordination innerhalb des Tätigkeitsbereiches
(Fachbesprechungen im Team)
Ausstattung
• Einrichtung des Arbeitsplatzes
• Beratung über Hilfsmittel
• Anschaffung, Einführung und Training mit Hilfsmitteln
Low Vision
• Abklärung des Sehvermögens und Beratung über Maßnahmen zur
optimalen Nutzung der Sehfähigkeit
Beratung
• Methodische und pädagogische Beratung der Lehrpersonen und Eltern
• Projekte zur Sensibilisierung des schulischen Umfeldes zum Thema
Sehschädigung
Pädagogische Maßnahmen
• Individueller Unterricht innerhalb/außerhalb des Klassenverbandes
• sehbehindertenspezifische Förderung
• Vermitteln von Blindentechniken und Umgang mit blindenspezifischen
Lehr- und Lernmitteln
• ev. Begleitung bei Schulveranstaltungen
• Unterstützung in Mobilität und Lebenspraktischen Fertigkeiten
• Unterstützung bei Schulübertritten und Berufseingliederung
• Beobachtung des funktionellen Sehens und entsprechende Angebote
setzen
• Schulung der verschiedenen Wahrnehmungsbereiche
• Vor- und Nachbereitung von Inhalten, die hohe Anforderungen an das
Sehen stellen
• Kompetenzen des Kindes stärken

Schulübergreifende Projekte mit freiwilliger Mithilfe der Eltern
(z. B. Erlebnistage, Sportveranstaltungen, Ausflüge, Workshop,…)
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2. SprachheilpädagogInnen

An Volksschulen arbeiten Sprachheilpädagoginnen und
Sprachheilpädagogen, die ihre Stammschule am SPZ haben und ständigen
Fachaustausch mit Sonderpädagoginnen pflegen.

Durch Nennungen von LehrerInnen-, Eltern-, LogopädInnen-,
Kindergartenpädagoginnen, SchulleiterInnen oder durch
Screeningverfahren der SprachheilpädagogInnen werden Kinder in den
Sprachheilkurs aufgenommen und dort einzeln oder in kleinen Gruppen
betreut. Die Kinder werden für ca. 25 Minuten wöchentlich außerhalb des
Unterrichtes betreut.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit HNO-ÄrztInnen,
KieferorthopädInnen, dem LZH (Landeszentrum für Hörgeschädigte), dem
AKS, freien LogopädInnen, AllgemeinmedizInern, KinderärztInnen,
ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, MusiktherapeutInnen und
PsychologInnen findet bei Bedarf statt.

Sprachliche Auffälligkeiten in Bezug auf die Artikulation, das
Sprachverständnis, die Sprachentwicklung, den Wortschatz, die
Grammatik, den Sprechrhythmus, die Stimme/Stimmgebung, die
Sprachhemmung, das Fehlen von Lautsprache und die Wortfindung
werden im sprachheilpädagogischen Unterricht verbessert oder geheilt.

Unsere Methoden sind ganzheitlich, kindzentriert und erfolgen spielerisch:
Zusätzlich zu den Standardinterventionen der Sprachheilarbeit verwenden
wir je nach Weiterbildung der Lehrenden die Methoden „Padovan“
(ganzheitliches Bewegungsprogramm als Voraussetzung für strukturiertes
Lernen / neurologische Reorganisation), MFT (Myofunktionelles Training/
Mundschluss, Nasenatmung, Saugen, Kauen, Schlucken), das Brain Gym
Programm (Teilbereich der Kinesiologie) wird von ausgebildeten Personen
(Brain Gym Instructor) durchgeführt, Ansätze aus dem
Montessoriprogramm und der ECHA (European Council for High Abilities /
PädagogIn zur Begabungsförderung) Ausbildung, des Integrativen
Sandspiels, …

Die Eltern sind als Cotherapeuten willkommen und erwünscht, Interesse
und Mitarbeit aller mit dem Kind befassten Lehrpersonen garantieren dem
Kind den größtmöglichen Erfolg.

„Klassentaugliche“ Übungen werden auf Wunsch den KollegInnen in
Konferenzen, Gruppenberatungen oder einzeln zum Wohle des Kindes
vermittelt.

Intravision als gegenseitige Besuche im Klassenzimmer und bei der
pädagogischen Intervention in der Einzel- und Gruppenbetreuung werden
als interne Weiterbildung geschätzt.

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Visionen

SPZ als Ort des Kompetenztransfers zwischen Sonderpädagogik
und Integration

• IG Gruppen in der VS und HS werden von Lehrerinnen und Lehrern
betreut, die ihre Zugehörigkeit am SPZ beibehalten.

• Vernetzung der IG über das SPZ mit regelmäßigen Teamsitzungen
unter der Leitung der Integrationsbeauftragten – die Klassenlehrer
sind dabei willkommen, ebenso die Schulleiter.

• Durch räumliche und inhaltliche Verbindung der VS / HS/ AHS / SPZ
– Abbau der Schranken in den Gedanken der Lehrer und Eltern.

• Inhaltliche Abstimmung der Lehrpläne und Förderpläne, der
Rahmenbedingungen und Arbeitsaufgaben in der IG, gemeinsamer
pädagogischer Hintergrund erhält und erhöht die Qualität.

• Spezielle Angebote des SPZ für IG Gruppen (Therapien,
Heilpädagogisches Reiten, Wahrnehmungsförderung,…)

Vorteile für die VS/HS Integrationsklassen

• Vernetzung der Stützlehrer untereinander – Qualität, Transparenz,
Unterstützung, Austausch, …

• Inanspruchnahme der therapeutischen Angebote des SPZ

• Stützlehrer haben eine gemeinsame Anlaufstelle am SPZ

• Gemeinsame Ansprechpartner (Leitung SPZ und
Integrationsberatung)

• Entlastung bei der Teambildung an VS/HS

• Offenheit der Schulsysteme ermöglicht „Spezialtrainings“ im SPZ
(WC-Training, FC gestützte Kommunikation, …)

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Vorteile für die Elternarbeit

• Voraussetzung für eine konstruktive Elternarbeit ist die „reale“
Wahlmöglichkeit eines bestmöglichen Schulplatzes für Kinder mit
SPF oder ESPF

• ASO oder FÖ Klassen sind keine „Einbahnstraßen“ für Eltern,
sondern spezielle Orte der Förderung im Bedarfsfall

• Durchlässigkeit der Systeme ASO / IG ist gewährleistet.

Das Modell des „SPZ als Ort für Kompetenztransfer“ ist inhaltlich
und administrativ an die „Mobilen Betreuungsangebote“ im
Bereich der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen angelehnt.

Klasse / regelmäßige Kurse zur Förderung begabter Schülerinnen
und Schüler

• Erkennen, fördern und Schullaufbahnbegleitung begabter Schüler

• Konzeptentwurf in Anlehnung an die Sprachheil- und
Bewegungsklasse

• Kleingruppenunterricht (jahrgangsübergreifend)

• Projektunterricht beinhaltet auch die Expertise von Fachleuten aus
der Wirtschaft/Fachhochschule

• Förderung nach individuellem Potential und Interesse der Schüler

• Persönliche Stärken entdecken

• Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten unterstützen

• Bildung von Peergroups

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Deutsch-Intensiv-Klasse

• Jahrgangsübergreifende Kleingruppe von Schülerinnen und Schülern
mit nichtdeutscher Muttersprache

• Schwerpunkt Deutsch und herkömmliche Muttersprache auf der
Grundlage des interkulturellen Hintergrundes

• Durchgangsklasse

• Teamteaching mit „Native Speaker“

Fachliche Begleitung durch Supervision

• Supervision in den Fachteams (Gruppe und einzeln) als
psychohygienische Maßnahme

• Fallbesprechungen zur Klärung der Sachlage und Erarbeitung von
Lösungsansätzen

Das Team des SPZ Hohenems

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