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25.01.

2004

Phonologie
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Hess
Institut für Kommunikationsforschung und Phonetik (IKP) Universität Bonn Poppelsdorfer Allee 47, 53115 Bonn wgh@ikp.uni-bonn.de http://www.ikp.uni-bonn.de

01b

Phonologie
Grundbegriffe der Phonologie

1.

2. Distinktive Merkmale 3. Generative Phonologie 4. Nichtlineare Phonologien 5. Optimalitätstheorie

021

Literaturempfehlung

Allgemein zur Phonologie Gussenhoven, Carlos / Jacobs, Haike (1998): Understanding Phonology. Understanding Language Series (Arnold, London) [abgekürzt GJ] Kenstowicz, Michael (1994): Phonology in generative grammar (Blackwell, Oxford) Spencer, Andrew (1996): Phonology (Blackwell, Oxford) Speziell zu Kapitel 5 Archangeli, Diana / Langendoen, D. Terence (eds.) (1997): Optimality theory: an overview (Blackwell, Oxford) [abgekürzt AL] Boersma, Paul (1998): Functional phonology (PhD Diss., Univ. Amsterdam); http://fonsg3.hum.uva.nl/paul/papers/funphon.pdf Boersma, Paul (2003): “Stochastic oprimality theory”, Manuscript, http://turing.wins.uva.nl/~rens/paul.pdf Boersma, Paul / Hayes, Bruce (1999): “Empirical tests of the Gradual Learning Algorithm” [ROA #348] Boersma, Paul / Levelt, Claartje (2003): “Optimality Theory and phonological acquisition”, Manuscript, http://fonsg3.hum.uva.nl/paul/papers/OT_phon_acq_ARLA2003.pdf Prince, Alan S. / Smolensky, Paul (1993): Optimality theory: constraint interaction in generative grammar (Rutgers Univ., New Brunswick, NJ, USA) [ROA #537 (seit November 2003)] Rutgers Optimality Archive (ROA): http://roa.rutgers.edu/ (mit mehr als 500 Artikeln über Optimalitätstheorie und ihre Anwendungen, elektronisch zugänglich)

Kosten und ein statistischer Ansatz .3 Betonung und Optimalitätstheorie 5. Optimalitätstheorie 5.022 Phonologie 5.4 Constraints.1 Regeln versus Constraints: Grundsätzliche Funktionsweise 5.2 Optimalitätstheorie und die segmentale Ebene (einschließlich Silbenbildung) 5.

1 Repräsentationen und Übergänge Auf jeder Ebene bestehen Beschränkungen.01c pnl_5. Grundform Constraints lexikalische Prozesse lexikalische Form Constraints postlexikalische Prozesse abgeleitete Form Constraints ”phonetische Implementierung” (akustische) Realisierung Constraints .

022 pnl_5.. [AR:26] S in der Grundform: Sie geben an. Alle Constraints werden in der jeweiligen Ebene als unverletzlich betrachtet. . welche Laute erlaubt sind und wie sie kombiniert werden können S bei der Morphemverkettung: Sie geben an. Durch die Constraints verliert das Regelwerk seine Transparenz. wie die Morpheme kombiniert werden S in den Regelwerken: Sie geben an. und welche Laute daraus hervorgehen S an der Oberfläche: Sie verhindern Muster. die in der Oberflächenform nicht existieren können.. welche Regeln angewendet werden können.2 Im Rahmen phonologischer Prozesse existieren Constraints .

S Einzelne Constraints können zueinander in Widerspruch stehen und werden daher zwangsläufig verletzt. das jedes von ihnen hat. S Die Rangfolge der Constraints und das Gewicht.3 Motivierung der Optimalitätstheorie In der Optimalitätstheorie wird auf die Anwendung von Regeln verzichtet. S Die “Universalgrammatik” wird repräsentiert durch eine Menge universeller Constraints. . wenn sie so wenig wie möglich hochrangige Constraints verletzt.022 pnl_5. S Eine Form wird als die “optimale” betrachtet. sind sprachenspezifisch und für jede Sprache individuell festgelegt.

022 pnl_5.4 Optimalitätstheorie .Das formale Modell [AL:14] Eingabeform Generator GEN Große Zahl möglicher Oberflächenformen zur Auswahl Constraints CON Evaluator EVAL ausgewählte ”optimale” Form .

022 pnl_5. Der Evaluator wählt aus den generierten Formen diejenige aus. Generator GEN Constraints CON Evaluator EVAL . die am besten (”optimal”) zur Eingabe passt.5 Optimalitätstheorie . in der Praxis aber durch Constraints begrenzt).Das formale Modell [AL:14] Der Generator erzeugt für eine vorhandene Eingabe eine Menge potenzieller Ausgabeformen (im allgemeinsten Fall unbeschränkt. Die Auswahlkriterien für den Evaluator stammen aus einer Menge universeller Beschränkungen (”Constraints”) mit sprachenspezifischer Rangfolge.

führt zum Ausschluss der jeweiligen Form als optimale Form selektiert als Constraint irrelevant .022 pnl_5. Zeichenerklärung Genx * *! .6 Evaluation: Tableau-Darstellung CONSTRAINT1 CONSTRAINT2 CONSTRAINT3 CONSTRAINT4 *! *! *! * *! * Eingabe Gen1 Gen2 Gen3 Gen4 Gen5 . (abgeschattet) aus der Eingabeform generierte Formen Verletzung eines Constraints fatale Verletzung.

und Ausgabeform. Es darf also kein Segment elidiert werden. S DEP-IO (Dependency I to O): Jedem Segment in der Ausgabeform O muss ein Segment in der Eingabeform I entsprechen. S IDENT(F) (Identity of Form): Ein Segment in der Eingabeform ist identisch zu dem entsprechenden Segment in der Ausgabeform. Es darf also kein Segment eingefügt werden.7 Faithfulness Eine der wichtigsten Familien der Constraints verlangt die grundsätzliche Übereinstimmung von Eingabe. Es darf also kein Segment verändert werden.022 pnl_5. Die Ausgabeform ist von der Eingabeform komplett abhängig.oder Faithfulness Constraints bezeichnet. S MAX-IO (Maximum I to O): Jedem Segment in der Eingabeform (Input I) muss ein Segment in der Ausgabeform (Output O) entsprechen. . Diese Constraints werden als Identitäts. Die Eingabeform ist in der Ausgabeform maximal vertreten.

8 Markiertheit Sprachelemente.041 pnl_5. S kommen in einer Sprache nur gemeinsam mit dem entsprechenden unmarkierten Element vor. werden als “markiert” bezeichnet. “Markierte” Elemente S kommen bei einem Vergleich der Sprachen der Welt seltener vor. S werden beim Spracherwerb später erworben als unmarkierte Elemente. S erfordern mehr artikulatorische Anstrengung als unmarkierte Elemente. . die seltener vorkommen oder schwieriger zu produzieren sind als andere.

Z0\ und ZL\. keine slavische Sprache. Türkisch) S Zx\: germanische Sprachen außer Englisch. Ungarisch. romanische. slavische Sprachen. . Finnisch. Polnisch) S ZL\: Türkisch S Zh\ und Zt\: alle Sprachen Fazit: In keiner Sprache ein Zx\ ohne Zh\ oder ein ZL\ ohne Zt\ oder ein Z0\ ohne sowohl Zh\ als auch Zt\. Beispiele: Vokale Zx\. in den romanischen Sprachen nur Französisch. Türkisch S Z0\: einige slavische Sprachen (Russisch.9 Markiertheit: Beispiel Gerundete Vorderzungenvokale und ungerundete Hinterzungenvokale sind “markiert”.041 pnl_5. Finnisch. (betrachtet: germanische.

10 Typische Markiertheit-Constraints Markiertheits-Constraints verbieten “markierte” Segmente. Sie können aus allen Ebenen definiert werden. S *COMPLEX: verbietet Konsonantenfolgen mit mehr als einem Konsonanten S *DORSAL: verbietet dorsale Konsonanten (typisches KinderConstraint beim Spracherwerb) S *VOICE(FINAL): verbietet stimmhafte Konsonanten in finaler Stellung (verlangt Auslautverhärtung) S *SIBSIB: verbietet direkte Aufeinanderfolge zweier Sibilanten ZrRyY\ S *[αVOICE][-αVOICE]: verbietet Wechsel der Stimmhaftigkeit in Obstruenten .041 pnl_5.

würden im Extremfall alle Silben wie [ba] klingen. Die segmentale Komplexität einer Sprache hängt davon ab. Beispiel (GJ:47): gäbe es keine “markierten” Segmente. welchen Rang diese Constraints in dieser Sprache besitzen. Demgegenüber tendieren Faithfulness-Constraints dazu.und Markiertheits-Constraints verhalten sich . dass “unmarkierte” Segmente vor “markierten” bevorzugt werden. Faithfulness Markiertheits-Constraints sorgen dafür.041 pnl_5. die (im Extremfall unbeschränkte) Vielfalt der generierten Eingabeformen für die Ausgabe zu erhalten. Faithfulness.11 Markiertheit vs. demnach antagonistisch.

wenn sie sich als unvermeidlich erweisen. Man strebt aber an. mit der geringstmöglichen Anzahl von Constraints auszukommen. Beispiel Faithfulness: S FAITH(V): Identitätsvorschrift für Vokale S FAITH(C): Identitätsvorschrift für Konsonanten S FAITH(VOICE): Identitätsvorschrift für Stimmhaftigkeit Im Zweifelsfall geht diese Aufspaltung hinunter bis in das einzelne distinktive Merkmal. . Aufspaltungen werden erst dann vorgenommen. So kann man ihren Geltungsbereich auf einzelne Klassen von Segmenten oder einzelne Merkmale beschränken.12 Aufspaltung von Constraints Constraints lassen sich aufspalten.041 pnl_5.

S Optimal . Diese werden wie folgt gelöst.und damit selektiert . entstehen zwangsläufig Konflikte.022 pnl_5. Beispiel: Epenthese verletzt das Constraint DEPIO. die nur niedrigrangige Constraints verletzt. Wenn in einer Sprache Epenthesen zugelassen sind.ist die Form. wenn dadurch die Verletzung eines höherrangigen Constraints vermieden wird. dass in der für diese Sprache spezifischen Rangfolge phonologische Constraints existieren. .13 Konfliktlösung Da die Constraints prinzipiell widersprüchlich sind. bedeutet dies. die die Epenthese fordern und höher rangieren als DEPIO. S Jedes Constraint darf verletzt werden. S Jede generierte Form wird irgendwo ein Constraint verletzen.

1 Regeln versus Constraints: Grundsätzliche Funktionsweise 5. Optimalitätstheorie 5. Kosten und ein statistischer Ansatz .022 Phonologie 5.2 Optimalitätstheorie und die segmentale Ebene (einschließlich Silbenbildung) 5.3 Betonung und Optimalitätstheorie 5.4 Constraints.

S *αVOICE/--αVOICE: Aufeinanderfolgende Obstruenten müssen hinsichtlich ihrer Stimmhaftigkeit übereinstimmen.]. . S IDENT(F): Es darf kein Segment verändert werden [s.]. Der Prozess Zy\→Zr\ verletzt IDENT(F).) Der Prozess Zy\→Z?y\ verletzt DEP-IO.o. (Dieses Constraint rangiert höher als alle anderen und ist in der folgenden Tableau-Darstellung bereits bei der Auswahl der generierten Formen berücksichtigt. S *SIBSIB: Es dürfen keine zwei Sibilanten ZryRY\ unmittelbar aufeinander folgen. S IDENT(STAMM): Der Wortstamm darf durch den Prozess nicht beeinflusst werden.14 Beispiel: Pluralbildung Englisch [GJ:49] Beteiligte Constraints: S DEP-IO: Es darf kein Segment eingefügt werden [s.022 pnl_5.o.

Hmy Hm?y Hmr . azjr Hm--y .15 Beispiel: Pluralbildung Englisch [GJ:49] *SIBSIB *! * *! *SIBSIB DEP-IO *! * *SIBSIB DEP-IO *! *! *αVOICE/--αVOICE IDENT(F) *αVOICE/--αVOICE *! IDENT(F) DEP-IO *αVOICE/--αVOICE IDENT(F) jHr--y jHry . jHr?y jHrr azj--y azjy azj?y .022 pnl_5.

und jedes Segment ist einer Silbe zuzuordnen.022 pnl_5. S ONSET: Die Silbe muss einen Onset besitzen. S FAITH(⋅): Segmente sind wie generiert auszusprechen. S SONORITY: Die Sonorität muss im Onset zum Silbenkern hin steigen und in der Coda vom Silbenkern weg fallen. . S *CODA: Die Silbe darf keine Coda besitzen.16 Constraints zur Silbenbildung S PEAK: Die Silbe muss einen Silbenkern (Vokal) besitzen. S LICENSING(SYLL): Eine Wortform besteht aus Silben. S *COMPLEX: Onset und Coda dürfen nicht mehr als einen Konsonanten umfassen.

S *CODA: Es existieren Silben mit und ohne Coda. S Am Wortende steht höchstens ein Konsonant. S *COMPLEX: Onset und Coda jeder Silbe besitzen je höchstens einen Konsonanten. S Zwischen zwei Vokalen im Wortinneren stehen entweder ein oder zwei Konsonanten. Beispiel Yawelmani (1) . Die beobachtete Silbenstruktur ist wie folgt: S Am Wortanfang steht immer genau ein Konsonant. S ONSET: Jede Silbe besitzt einen Onset.17 [AR:8] Yawelmani ist eine Indianersprache aus Kalifornien. Dieses Constraint ist also optional. Relevante Constraints: S PEAK: Jede Silbe besitzt einen Vokal.022 pnl_5.

18 Beispiel Yawelmani (2) [AR:12] Beispiel Zw`s\ Verbstamm “essen” + Zdm\ Suffix Futur w`s--dm . w`-sdm w`s-dm w`-sd-m w`-sd w`-sd-mh PEAK ONSET *! *! *! *! *COMPLEX FAITH(C) FAITH(V) *CODA * .022 pnl_5.

kn-fhv-ghm PEAK ONSET *COMPLEX FAITH(C) *! *! *! *! * FAITH(V) . knf-vdm knfv-dm kn-fvdm Beispiel Zknfv\ Verbstamm “zermahlen” + Zghm\ Suffix Vergangenheit knfv--ghm knfv-ghm knf-vghm knf-v-ghm knf-ghm .19 Beispiel Yawelmani (3) [AR:12] *CODA * * PEAK ONSET *! *COMPLEX FAITH(C) * *! FAITH(V) Beispiel Zknfv\ Verbstamm “zermahlen” + Zdm\ Suffix Futur knfv--dm .022 pnl_5.

20 Beispiel Englisch [AR:23] Das Constraint *COMPLEX nimmt im Englischen einen geringen Stellenwert ein.022 pnl_5. kHlo-m?r kHl-m?r kHl-oH-m?r kHl-o-m?r Merke: Sind alle Constraints FAITH(·) in der Hierarchie vorgekommen. limp soft strange limpness softness strangeness FAITH(V) *lim_ness *sof_ness *stran_ness PEAK *limp[i]ness *soft[i]ness *strang[i]ness FAITH(C) *! *! *! *COMPLEX * kHlo--m?r . . so kommt kein weiteres Constraint mehr zum Zuge.

3 Betonung und Optimalitätstheorie 5. Kosten und ein statistischer Ansatz .4 Constraints.1 Regeln versus Constraints: Grundsätzliche Funktionsweise 5.2 Optimalitätstheorie und die segmentale Ebene (einschließlich Silbenbildung) 5. Optimalitätstheorie 5.022 Phonologie 5.

L. S *FINAL: Ein Fuß steht nicht am Ende des Wortes (Anmerkung: Dies ermöglicht extrametrische Silben). S ALIGN(Σ. S ALIGN(Σ. S RHTYPE(I): Füße haben Iambusform. S FTBIN: Füße sind zweiwertig (zwei Silben oder zwei Morae). S ROOTING: Jedes Wort besitzt eine betonte Silbe. ω. R): Der rechte Rand jedes Fußes wird zum rechten Rand des phonologischen Wortes hin ausgerichtet. S RHTYPE(T): Füße haben Trochäusform. . ω.21 Constraints zur Bildung von Füßen [AR:44. R.022 pnl_5. GJ:234] S LICENSING(FOOT): Jede Silbe wird einem Fuß zugeordnet (Anmerkung: Extrametrische Silben verletzen dieses Constraint!). L): Der linke Rand jedes Fußes wird zum linken Rand des phonologischen Wortes hin ausgerichtet. S PARSESYLL: Ordne jede Silbe einem Fuß zu.

22 Beispiel: Betonungsmuster für Dreisilber im Englischen [AR:45] ROOT *! RHTYPE(T) PARSESYLL * *! *! FTBIN *! Beispiel ---eléctròn vanílla --chìmpànzée bàndána -Cánada -Tènnessée -- /pataka/ pataka pa[tá]ka pata[ká] pa[tá][ká] pa[táka] pa[taká] [pá]ta[ká] [pá][tá][ká] [pá][táka] [pá][taká] [páta]ka [patá]ka [páta][ká] [patá][ká] .022 pnl_5. *! *! *! *! . . . . . *! .

L). Σ. ω. Σ. L.Hierarchie: S ALIGN(ω. Beispiel Garawa Constraint. Linksdominant / Quantitäts-insensitiv: Betonung im Fuß ist (* . (vgl.3) Garawa ist eine Sprache aus Nord-Australien. R) . alle anderen von rechts nach links. Abschnitt 4.022 pnl_5. L.).23 [GJ:236]. Zuweisung der Füße: erster Fuß links. R. ω. Deakzentuierung: Übrigbleibende einsilbige Füße (stets die dritte Silbe) Als Ausrichtungs-(Alignment)-Constraints formuliert: S ALIGN(ω. L): Der linke Rand des phonologischen Wortes ist gleichzeitig linker Rand eines Fußes (Anmerkung: Dies bindet nur einen Fuß!) S ALIGN(Σ. R. R): Der rechte Rand jedes Fußes (soweit noch möglich!) wird zum rechten Rand des phonologischen Wortes hin ausgerichtet. FTBIN » PARSESYLL » ALIGN(Σ.

) (* . ) (* . ) ( * ) Füße Regel Füße Regel Füße Regel Z!j`-l`-k`-3hm-âh\ ( * . R) Z!i`-lh\ ( * . ) ( * ) Z!otm-â`-k`\ ( * . L). ) ( * ) . FTBIN » PARSESYLL » ALIGN(Σ. )( * .24 Beispiel Garawa (2) ALIGN(ω.021 pnl_5. )( * . ω. R. ) ( * ) Z!v`-bhl-$o`-Mt\ ( * . ) ( * ) Z!M`m-jh-3h-$jh-3hl-$o`-ih\ ( * . L. )( * .) ( * ) Z!i`-j`-$k`-j`-$k`l-o`\ ( * . Σ. )( * .

'j`-l`(k`'3hm-âh( 'j`-l`('k`('3hm-âh( 'j`-l`(k`-3hm-âh Ali(·L·) *! FtBin ParSyl * * * * Ali(·R·) *! *! *! *! . FTBIN » PARSESYLL » ALIGN(Σ. L. ω. L). R.021 pnl_5.25 Beispiel Garawa (3) ALIGN(ω. Σ. R) j`-l`-k`-3hm-âh 'j`-l`('k`-3hm(âh j`'l`-k`('3hm-âh( 'j`-l`('k`-3hm-âh( .

2 Optimalitätstheorie und die segmentale Ebene (einschließlich Silbenbildung) 5. Optimalitätstheorie 5.1 Regeln versus Constraints: Grundsätzliche Funktionsweise 5. Kosten und ein statistischer Ansatz .022 Phonologie 5.3 Betonung und Optimalitätstheorie 5.4 Constraints.

S Regeln ergeben harte. 1999].26 Kostenfunktionen vs. dass diese Sichtweise auch in der Linguistik und der Phonologie ihren Einzug gehalten hat. üblicherweise lokale Entscheidungen.014 pnl_5. S Kostenfunktionen gestatten demgegenüber flexiblere Entscheidungen [z. Die Optimalitätstheorie zeigt. S Die meisten regelbasierten Probleme können umformuliert werden als Minimierungsproblem einer Kostenfunktion [STÖBER. wird eine globale Optimierung oder die Integration verschiedener Constraints sehr viel einfacher]. . Regeln Viele Funktionen in sprachverarbeitenden Systemen sind regelbasiert.B.

das Handwerkszeug für eine globale Optimierung größerer Formen. Constraints und Kostenfunktionen können sich entsprechen. über die Anwendung auf lokaler Ebene hinaus. Constraint *! * [OK] Kosten unendlich endlich Null .022 pnl_5.27 Sonderfall von Kostenfunktionen Constraints als Kosten. wenn sie entsprechend erweitert wird. Sie erscheint auch statistischer Sichtweise zugänglich. Die Optimierung erfolgt durch Minimierung des Risikos.oder Fitnessfunktion ist ein vergleichbares Verfahren mit umgekehrtem Vorzeichen. Die Optimalitätstheorie liefert.und Risikofunktionen dominieren weite Bereiche der mathematischen Optimierungsverfahren. Die Maximierung einer Wahrscheinlichkeits.

28 Statistische Optimalitätstheorie . 2003) Die Grammatik in der Optimalitätstheorie besteht aus einer Menge von Constraints und ihrer (festen) Hierarchie.041 pnl_5.Ansatz (BOERSMA. “Deterministische” OT: Feste Rangordnung (”the winner takes it all”) C1 ≫ C2 ≫ C3 ≫ C4 ≫ C5 Erster Schritt zur “statistischen” OT: Rangordnung entlang einer kontinuierlichen Skala mit ungleichgewichtigen Distanzen C1 C2 C3 C4 C5 hoch Rangierung niedrig .

beispielsweise C2 ≫ C3 in 90% der Fälle und C3 ≫ C2 in 10% der Fälle. .Ansatz (BOERSMA. 2003) Zweiter Schritt zur “statistischen” OT: Ersetzen eines festen Ranges durch eine Verteilung (damit ergeben sich “verrauschte” Constraints) C1 C2 C3 C4 C5 hoch Rangierung niedrig In diesem Beispiel kann durch die Überlappung der Verteilungen zwischen C2 und C3 die allgemeine Rangfolge für einzelne Formen umgekehrt werden.041 pnl_5.29 Statistische Optimalitätstheorie .

Dann werden auch dort wahrgenommene und produzierte Formen übereinstimmen. bis der Schüler die Rangfolge der Constraints für L2 gelernt hat. .30 (Neu)-Ordnung der Constraints im Spracherwerb (BOERSMA/HAYES. S Beim Erwerb einer Fremdsprache (L2) werden die für L1 geltenden Constraints mit dem System von L2 abgeglichen. Dann stimmen wahrgenommene und produzierte Formen überein.041 pnl_5. bis die Rangfolge der Constraints die gleiche ist wie beim Erwachsenen. S Beim Erwerb der Muttersprache (L1) werden Constraints der kindlichen Sprachproduktion und der Wahrnehmung gegeneinander abgeglichen. S Als Formalismus ist die OT zur Beschreibung gut geeignet. 1999) Spracherwerb [eigene Muttersprache oder Fremdsprache] bedeutet Ordnen und Neuordnen der Constraint-Hierarchie.

Perzept jzs jzs jzs jzs . 1996. jz jzsh jzh Kand. jzs jz jzsh cNf Produktion NOCODA DEPIO IDENT(F) MAXIO * * * * *! *!** Perzeption *! Der offensichtliche Konflikt bringt das Kind zum Umsortieren der Constraints. jzs NOCODA DEPIO IDENT(F) MAXIO *! *! *! * jzs . hier nach BOERSMA/LEVELT.31 (SMOLENSKY. . 2003) (Neu)-Ordnung der Constraints im Spracherwerb: Beispiel Das Kind stellt bei der Produktion das Markiertheits-Constraint NOCODA zunächst über die Faithfulness-Constraints.041 pnl_5.

Im Bereich der Überlappung wird es zu Optionen kommen . kann das so erfolgen.041 pnl_5. C1 C2 C3 C4 C5 Constraints. Optionen. mal anders erscheinen kann.32 Die Statistische Optimalitätstheorie ermöglicht Aussprachevarianten. erlauben hoch Rangierung niedrig Insbesondere wenn Constraints rearrangiert werden.. h.die Aussprache ändert sich beim Spracherwerb nicht schlagartig. d. dass die Oberflächenform mal so. deren Toleranzbereiche sich überlappen. . dass ein Constraint langsam die Skala hinab oder hinauf wandert.