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Rudolf Steiner

Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe
Fünf Vorträge, Köln, 28. Dezember 1912 bis 1. Januar 1913

RUDOLF STEINER ONLINE ARCHIV http://anthroposophie.byu.edu 4. Auflage 2010 INHALT

ERSTER VORTRAG ZWEITER VORTRAG DRITTER VORTRAG VIERTER VORTRAG FÜNFTER VORTRAG

Köln, 28. Dezember 1912 Köln, 29. Dezember 1912 Köln, 30. Dezember 1912 Köln, 31. Dezember 1912 Köln, 1. Januar 1913

ERSTER VORTRAG KÖLN, 28. DEZEMBER 1912
Gewissermaßen stehen wir heute am Ausgangspunkt der Begründung der Anthroposophischen Gesellschaft im engeren Sinne und dürfen gerade bei einer solchen Gelegenheit uns auch wieder erinnern der Wichtigkeit und Bedeutung unserer Sache. Zwar soll ja dasjenige, was die Anthroposophische Gesellschaft für die neuere Kultur sein will, sich durchaus nicht prinzipiell von dem unterscheiden, was wir hier innerhalb unserer Kreise als Theosophie immer getrieben haben. Aber vielleicht darf diese Hinzufügung eines neuen Namens doch unsere Seelen wiederum erinnern an den Ernst und die Würde, mit denen wir innerhalb unserer Geistesströmung arbeiten wollen, und von diesem Gesichtspunkt aus ist auch das Thema dieses Vortragszyklus gewählt worden. Ein Thema wollen wir besprechen im Ausgangspunkt unserer anthroposophischen Sache, welches in der mannigfaltigsten Weise geeignet sein wird, uns auf die Wichtigkeit und Bedeutsamkeit unserer geistigen Strömung für das Kulturleben der Gegenwart hinzuweisen. Vielleicht hat es manchen überrascht, zusammengestellt zu finden zwei scheinbar recht weit voneinander liegende Geistesströmungen, wie sie ausgesprochen sind auf der einen Seite in dem großen morgenländischen Gedicht der Bhagavad Gita und auf der anderen Seite in den Briefen desjenigen, der der Begründung des Christentums so nahe steht: des Apostels Paulus. Wir werden am besten die Nähe dieser beiden Geistesströmungen erkennen, wenn wir heute einleitend einmal darauf hinweisen, wie in unsere Gegenwart herein sich stellt auf der einen

als man nicht reden konnte von der Berechtigung einer theosophischen oder anthroposophischen Geistesströmung. wenn er sich zu dem Geistesleben seiner Gegenwart aufschwang. was im Ausgangspunkte des Christentums begründet war: der Paulinismus. wie ich schon in meinem Basler und Münchner Vortragszyklus hervorhob. die durchtränkt und durchströmt sind von der christlichen Geistesströmung. als es vor verhältnismäßig kurzer Zeit noch war. was den Geistesströmungen zugrunde liegt. es eigentlich. wie der Mensch einer verhältnismäßig noch kurz hinter uns liegenden Zeit dann. was zusammenhängt mit der großen BhagavadGita-Dichtung. was wir nicht so in enge- 2 . Denken wir einmal. die Individualitäten heben sich nicht ab von dem. Sehen wir nur zurück auf das. einem vorchristlichen Jahrtausend und zwei nicht ganz abgeschlossenen Jahrtausenden. Denn nicht früher als in diesem Jahrtausend der vorchristlichen Zeitrechnung beginnen sozusagen die einzelnen Menschen als Persönlichkeiten Bedeutung zu haben für das Geistesleben. So groß und gewaltig und gigantisch manches in den Geistesströmungen der früheren Zeiten uns herüberleuchtet: die Persönlichkeiten. das der christlichen Zeitrechnung vorangegangen ist. welcher noch vor kurzem. was gesucht werden kann höchstens in einem Jahrtausend. Was konnte sich der Mensch sagen. im Geistesleben der Menschheit drinnen stand? Er konnte sich sagen: In die Gegenwart ragt so eigentlich dasjenige herein. und gerade dieses andere im Geistesleben der Gegenwart gegenüber dem Geistesleben einer noch vor kurzem sich abschließenden Vergangenheit macht so etwas notwendig. wie es die theosophische oder anthroposophische Geistesströmung ist. wie wir sie heute meinen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Seite dasjenige. Anders ist doch vieles im Geistesleben unserer Gegenwart. und wie auf der anderen Seite hereinragt dasjenige. zu tun hatte mit drei Jahrtausenden.

auf einen Aristoteles. Es kommt auf die Persönlichkeit in diesen drei Jahrtausenden an. innere Seligkeit. so dass uns die Individualitäten als solche ganz geistig lebendig vor Augen treten. auf einen Phidias. auf einen Plato. Frieden. Persönlichkeit macht. sondern den Eindruck. so hatte man kein so tiefes durchdringendes Verständnis für das. zu dem letzten Jahrtausend vor der christlichen Zeitrechnung zuzählen können. sehen wir auf die altägyptische oder chaldäisch-babylonische Geistesströmung zurück: wir überblicken sozusagen ein zusammenhängendes Geistesleben. dass wir hinblicken auf einzelne Persönlichkeiten. im chaldäisch-babylonischen Zeitalter. dass die Persönlichkeiten ein Bedürfnis haben. was vor den letzten drei Jahrtausenden lag. und hinein fiel dann an der Wende des ers- 3 . Herausragend. Große. insofern sie verläuft von Persönlichkeit zu Persönlichkeit. am geistigen Leben teilzunehmen. Die Persönlichkeit als solche tritt heraus. Hoffnung. Das ist das Eigenartige des Geisteslebens der letzten drei Jahrtausende. beginnt eigentlich erst die Sache im griechischen Geistesleben zu werden. innere Sicherheit finden durch die geistigen Strömungen. Mit dem Griechentum fing doch diejenige Geschichte an. Und die geistigen Strömungen haben dadurch Bedeutung. gewaltige Ausblicke weiter hinaus in die Weltenweiten finden wir im ägyptischen Zeitalter. für die man bis vor ganz kurzer Zeit allein Verständnis hatte. dass die Persönlichkeiten inneren Trost. Und ich meine nicht nur die bedeutenden Persönlichkeiten.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ rem Sinne. gewaltige Lehren. auf einen Sokrates oder Perikles. wie wir es jetzt meinen. in Griechenland beginnt erst die Sache so zu werden. Und weil man sich vorzugsweise bis vor verhältnismäßig kurzer Zeit nur interessieren konnte für die Geschichte. wenn wir so sagen dürfen. den das Geistesleben auf jede einzelne Individualität.

dass dieser ChristusImpuls sozusagen nach und nach das Griechentum aufnimmt. So dass wir sehen. Euripides verstehen. Aristoteles verstehen. wie er ganz fußt auf den Mysterien. Was aus diesen herausgeflossen ist . wie 4 .wir haben es öfter dargestellt -. was aus den Mysterien geflossen ist. Denn wollen wir in richtiger Weise Aischylos. Das ist der Verlauf des zweiten Jahrtausends. und wir sehen das zweite Jahrtausend so verlaufen. Und eigentümlich ragt es herüber. Gar nicht zu sprechen von so überragenden Gestalten wie Heraklit. Wir dürfen sagen. wie ganz langsam und allmählich griechische Weisheit.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ten und zweiten Jahrtausends das. Dann sehen wir. wir müssen die Quellen zu ihrer Philosophie in den Mysterien suchen. ging über auf die großen Dichter und Philosophen und Künstler auf allen Gebieten. Im ersten Jahrtausend ragt herüber dasjenige. Sophokles. griechisches Künstlertum sich organisch verbindet mit dem Christus-Impuls. Von ihm können Sie in meinem Buch «Das Christentum als mystische Tatsache» sehen. was uns das Griechentum gebracht hat. griechisches Fühlen. Dann beginnt das dritte Jahrtausend der Persönlichkeitskultur. was sich anschließt an die große Wesenheit des Christus Jesus. sich mit ihm vereinigt. wir sehen in diesem dritten Jahrtausend. was vom Griechentum in lebendiger Tradition und in lebendigem Leben überhaupt herübergekommen ist. Das ganze zweite Jahrtausend verläuft so. wir müssen die Quellen zu ihrem Verständnis suchen in dem. dass der gewaltige Christus-Impuls sich vereinigt mit dem. Plato. Wollen wir Sokrates. wie mit dem zweiten Jahrtausend der christliche Impuls in die Geistesentwickelung hereinströmt. dieses Griechentum: am Ausgangspunkt desselben stehen die Mysterien.

Und in allen Seelen. wie er genötigt ist. wie bei Raffael. bewusster und immer bewusster wird es im dritten Jahrtausend aufgenommen. so dass hier zusammenfließen in bewusster Weise Griechentum und Christentum in philosophischer Form. Wir finden trotz alledem überall. was aus der christlichen Philosophie fließt. wenn wir etwa Künstler betrachten wie Raffael. im dritten Jahrtausend müssen die Menschen sich direkt hinwenden zum Griechentum. nicht bloß etwa in den gelehrten oder höher 5 . Michelangelo. wieder zutage tretenden Kunstwerke auf sich wirken lassen. wieder auftauchen: ein bewusstes Aufsaugen des Griechentums! Aber weiter als bis zum Griechentum geht es nicht zurück. wie Leonardo. zusammenzubringen mit der Philosophie des Aristoteles. zum Beispiel an der Philosophengestalt des Thomas von Aquino. Leonardo da Vinci Nicht mehr so lebt das Griechentum im dritten Jahrtausend mit dem Christentum weiter fort. wie etwas. auch als eine gewisse religiöse Gegnerschaft eintritt bei Giordano Bruno. wie in der Kultur des zweiten. dass griechische Ideen und Begriffe. bei Galilei. wie in die Weltanschauung bewusst dieses Griechentum aufgenommen wird. Unbewusst war es aufgenommen worden im zweiten Jahrtausend. Michelangelo und Raffael die großen. wie das Griechentum in immer bewussterer Weise aufgenommen wird. Und dieser ganze Zug geht durch das Geistesleben weiter herauf. Wir sehen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ in anderer Weise das Griechentum herüberwirkt. das. Nicht wie eine historische Größe. Wir sehen. Wir sehen es. nahm man im zweiten Jahrtausend das Griechentum auf. namentlich in bezug auf Naturanschauung. Das Griechentum wird auch da bewusst aufgenommen. Michelangelo und Leonardo in künstlerischer Form. das man äußerlich betrachtet hat.

im 19-Jahrhundert eingegossen hat gerade von der Bhagavad Gita aus vieles von orientalischem Altertum. die aus dem orientalischen Altertum herüberragen. Von der Universität bis in die Bauernhütte hinein werden mit den Begriffen aufgenommen griechische mit christlichen Vorstellungen. was sich Gewaltiges abspielt. Denn diese Bhagavad Gita ist ja nicht so wie andere Schriftwerke. das sei die tiefste philosophische Dichtung. dass ein so tiefer Geist wie Wilhelm von Humboldt. der herübertönt aus uralt heiligem. dass sich langsam. weil er noch habe kennenlernen können die Bhagavad Gita. etwas. orientalischem Altertum. Und unvergesslich mag es bleiben. den großen Geistessang. dass es sich gelohnt habe. Da tritt etwas Eigentümliches im 19-Jahrhundert ein. das auszugestalten und auszuführen im Grunde genommen erst Theosophie oder Anthroposophie berufen ist. Als zuerst bekannt wird die wunderbare Dichtung der Bhagavad Gita in Europa. sagen konnte. Andere Schriftwerke verkündigen uns immer morgenländisches Denken und Fühlen von diesem oder jenem Gesichtspunkt aus. in das bewusst das Griechentum und Christentum zusammengeflossen sind. sondern in allen Seelen bis zu dem einfachsten Menschen breitet sich aus. als er mit ihr bekannt wurde. lebt ein solches Geistesleben. die ihm vor Augen gekommen. Und wie schön ist es. so alt zu werden wie er. von dem wir sagen können: es ist der Zusammenfluß aller verschiedenen 6 . da finden sich hingerissen von der Größe dieser Dichtung. In der Bhagavad Gita aber tritt uns etwas entgegen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ gebildeten Menschen. Und den schönen Ausspruch konnte er tun. wenn auch noch nicht weite Kreise ziehend. hingerissen von dem tiefsinnigen Gehalte bedeutende Geister. Da sehen wir an einer einzelnen Erscheinung.

Was uns da als Sankhyasystem des Kapila auftritt. das ist eine ganz bestimmte Geistesströmung . Geistesströmungen. Sankhya. die. wir finden es wiederum in der Bhagavad Gita. zunächst heraufragend aus grauer indischer Vorzeit drei sozusagen nuancierte Geistesströmungen. Da finden wir. das sind Geistesströmungen von bestimmter Nuance. wenn wir so sagen dürfen. Diejenige Geistesströmung. es ist. wiederum eine bestimmte Geistesrichtung. eine einseitige. gewissermaßen einseitig sind. In der Bhagavad Gita haben wir die harmonische Durchdringung aller drei Geistesströmungen.wir werden sie gleich charakterisieren -.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Richtungen und Gesichtspunkte morgenländischen Denkens und Empfindens und Fühlens. weil sie diese bestimmte Nuance haben. und die gerade in ihrer Einseitigkeit ihre Größe haben. was der Yoga des Patanjali dem Menschen zu geben hatte. Was die Vedenphilosophie zu sagen hatte. was der Sankhya des Kapila zu geben hatte. und endlich tritt uns entgegen eine dritte Nuance morgenländischer Geistesströmung in Yoga. wir finden es wiederum aus der Bhagavad Gita entgegenglänzen.und Yogaströmung. die uns entgegentritt schon in den ersten Veden und die dann in den späteren vedischen Dichtungen ihre weitere Ausbildung erfahren hat. was uns in der Yogaphilosophie des Patanjali und in den Veden entgegentritt. Damit haben wir die drei bedeutendsten morgenländischen Geistesströmungen hingestellt vor unsere Seele. wir finden es in der 7 . die Veden-. Das ist das Bedeutsame der Bhagavad Gita. Sehen wir einmal hinunter ins alte Indien. Dann tritt uns entgegen eine zweite Geistesströmung in der Sankhyaphilosophie. aber ganz bestimmte Geistesströmung. wenn wir Unbedeutenderes aus dem Auge lassen.

auf der anderen von der Sankhyaphilosophie des Kapila und auf der dritten Seite von dem Yoga des Patanjali. was der Mensch der Gegenwart unmittelbar weiß. Das ist die Größe der Bhagavad Gita. Und wir finden es nicht etwa so. als ob sie ursprünglich zusammengehörten. Zunächst soll kurz charakterisiert werden. wie dieses morgenländische Geistesleben seine Zuflüsse erhält auf der einen Seite von den Veden. Die Vedenströmung ist im ausgesprochensten Sinne eine Einheitsphilosophie. dann wird er gewahr werden. nach der Vedenphilosophie. sondern so. was in ihm als Selbst lebt. dass der Mensch in sich selber ein Tiefstes findet. zu dem er sich hinentwickelt. Monismus. spiritueller Monismus. dass sie wie drei Glieder harmonisch zu einem Organismus zusammenfließen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Bhagavad Gita. dass der Mensch sich entwickeln kann und dass seine Entwickelung immer mehr und mehr die Tiefen des eigentlichen Selbstes herausholt aus den Untergründen der Seele. und dass dasjenige. Es ruht also wie schlummernd ein höheres Selbst in dem Menschen und dieses höhere Selbst ist nicht das. die dann ihren Ausbau erhält im Vedanta. dass dieses Selbst eins ist mit dem 8 . dass sie in so umfassender Weise schildert. der gedacht werden kann. Wenn wir die Vedenphilosophie verstehen wollen. Wenn der Mensch einmal erreicht haben wird das. der spirituellste Monismus. was er zunächst erfasst im gewöhnlichen Leben. was jede einzelne dieser drei Geistesströmungen uns geben kann. dass diese Vedenphilosophie davon ausgeht. dass es uns wie ein Konglomerat entgegentritt. das ist die Vedenphilosophie. eine Art Ausdruck oder Abdruck dieses seines Selbstes ist. aber was in ihm arbeitet. dann müssen wir uns zunächst vor die Seele halten. das sein eigentliches Selbst ist.

das wir eingeatmet haben. wie Ein. so etwa. gebetartig und opfernd hinwendet zu diesem Selbst. dass er in zweifacher Weise mit seinem Wesen sich zu diesem Weltenselbst verhält. kann aber nicht unterschieden werden von dem. wenn man hingegeben ist der Betrachtung des spirituellen Selbstes der Welt. alles Wissen. Das ist wie das geistige Ausatmen: Brahman. so im 9 . die zugleich Religion ist. macht uns zu Teilnehmern an dem allwaltenden Weltenselbst. so gibt es eine Andacht der Seele. das in bezug auf uns selber so ist wie das Stück Luft. durch alles lebende und webende Selbst und atmet es ein.in unsere Seele hereinbekommen. man atmet es ein mit allem.was aber organisch mit diesem Weltenselbst verbunden bleibt . tritt uns im Vedentum entgegen. so hat man draußen das allgemeine umfassende. Wie man einatmet und ausatmet.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ allumfassenden Selbst der Welt überhaupt. was sie hat. sondern eins ist mit diesem Weltenselbst. Und das. was das allwaltende Selbst der Welt ist. Alle Erkenntnis. durch die sie ihr Bestes. Und wie wir ausatmen physisch. alles Denken und Empfinden ist geistiges Atmen. müssen wir sagen. So ist Atman in uns. das ist Atman: das Atmen. stellt sich der Vedantist das Verhältnis des menschlichen Selbstes zum Weltenselbst vor. was man hereinbekommt in seine Seele. was wir also wie ein Stück des Weltenselbstes . die man von diesem Selbst hat. Eine monistisch-spirituelle Philosophie.und Ausatmen. Und die Blüte und Frucht dieses Vedentums ist jene den Menschen so beseligende. Wie man physisch aus. und wie draußen die allgemeine Luft ist und im Inneren das Stück Luft. Atman und Brahman. Und er ist so eins mit diesem Weltenselbst. dass er mit seinem Selbst durchaus nicht nur in diesem allumfassenden Weltenselbst ruht. das wir einatmen und das nicht unterschieden werden kann von der allgemeinen Luft.und einatmet. Man atmet es geistig ein mit jeder Empfindung.

das selber ausgehaucht ist nach vedischer Vorstellung von dem allwaltenden Einheitswesen und das die Menschenseele als höchste Ausgestaltung der Erkenntnis in sich aufnehmen kann. Das göttliche Wort war in spiritueller Weise in die Welt gekommen und lag vor in den Vedenbüchern. Daher galt das.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Innersten und im Höchsten beruhigende Empfindung des Einsseins mit dem allgemeinen. als göttliches Wort. Von diesem Zusammenhang des Menschen mit der Einheit der Welt. wie sie überliefert ist. und derjenige. so können wir sie vergleichen mit der Philosophie des Leibniz. nahmen teil am schöpferischen Prinzip der Welt. Anders ist die Sache bei der Sankhyaphilosophie. Diejenigen.wir können nicht sagen das Vedenwort. wird errungen das Bewusstsein des Zusammenhanges des einzelnen Menschenselbstes mit diesem allwaltenden Weltenselbst. Die Sankhyaphilosophie ist eine pluralistische Philosophie. handelt . was in den Veden geschrieben war. Mit der Aufnahme des Vedenwortes wird aufgenommen des allwaltenden Selbstes bester Teil. Wenn wir die Sankhyaphilosophie vergleichen wollen. weltdurchwaltenden und durchwebenden Selbst. handelt das Wort Veda. die diese Bücher durchdrangen. als Besitzer des göttlichen Wortes. Die ein- 10 . der sie durchdrang. denn Veda ist schon Wort -. so die menschliche Erkenntnis zusammenführend mit dem schöpferischen. Was Veda sagt. das gegeben ist. mit der einheitlichen Wesenheit der Welt. ist das Gotteswort. die Welt durchlebenden und durchwebenden Prinzip. so haben wir in ihr gerade das Gegenteil einer Einheitslehre gegeben. Wenn diese zunächst an uns herantritt. das schöpferisch ist und das wiedergeboren wird in der menschlichen Erkenntnis. von diesem Drinnenstehen des Menschen im ganzen großen spirituellen Kosmos handelt das Vedentum.

Und so ist es in der Sankhyaphilosophie. gleichsam wie eine die Welt räumlich und zeitlich durchströmende Urflut. die uns entgegentreten. Der Pluralismus der Seelen tritt uns entgegen in der Sankhyaphilosophie. dass hauptsächlich dieses materielle Element. Menschenseelen und Götterseelen. was man in der Sankhyaphilosophie das prakritische Element nennt. sozusagen von Ewigkeit bestehende Seelen oder wenigstens als Seelen. was real da ist. was verstrickt und verknüpft ist mit der materiellen Basis und was innerhalb dieser materiellen Basis die verschiedensten Formen annimmt und dadurch sich nach 11 . aus der die Seelen die Elemente zum äußeren Dasein nehmen. nach deren Ausgangspunkt von einer Einheit nicht gesucht wird. das nicht auf eine Einheit mit den Seelen selber zurückgeführt wird. das gegenübersteht der Vielheit der Seelen und das wiederum nicht auf eine Einheit zurückgeführt wird. Umkleiden müssen sich die Seelen mit diesem materiellen Elemente. Und gegenüber steht dem Pluralismus der Seelen dasjenige. sondern werden hingenommen als einzelne. Das ist aber in der Sankhyaphilosophie nicht gemeint mit dem Substantiellen. was wir nennen können die materielle Basis. sorgfältig studiert.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ zelnen Seelen. Die einzelne Seele wird hingenommen als etwas. Scharf betont wird die Selbständigkeit jeder einzelnen Seele. Nicht so sehr wird der Blick auf die einzelne Seele gelenkt in der Sankhyaphilosophie. weil dieses Wort materialistisch gemeint ist. die da ihre Entwickelung führt in der Welt abgeschlossen für sich in ihrem Sein und Wesen. Wir können es nicht gut mit dem modernen Wort Materie bezeichnen. sie werden von der Sankhyaphilosophie nicht verfolgt zu einem einheitlichen Quell. Wir haben zunächst die Vielheit der Seelen und das. uns entgegentritt.

Da haben wir zunächst sozusagen die ursprünglichste Form dieses materiellen Elementes wie eine Art von geistiger Urflut. die Buddhi und wiederum eine nächste Form. Das sind immer niedrigere und niedrigere Gestaltungen der Urmaterie. ist die Buddhi. kann sie sich hüllen in die Buddhi.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ außen in verschiedenen Formen zeigt Eine Seele umkleidet sich mit dem materiellen Grundelement. sich noch nicht herausdifferenzierend aus dem Einheitlichen der Urflut. womit die Seele sich individuell schon umkleiden kann. was als nächstes hervorgehen kann. so unterscheidet sich diese Seelenäußerung noch nicht von dem allgemein wogenden Element der Urflut. die Vielheit der Seelen. das ist die spirituelle Substanz selber. das sozusagen wie die einzelne Seele von Ewigkeit her gedacht wird. die im Ausgangspunkt der Evolution liegt. so hätten wir gleichsam ein Undifferenziertes des materiellen Elementes und. Indem sich die Seele nicht nur hüllt in dieses erste Dasein der allgemein wogenden Urflut. was uns als Form entgegentritt. Wir haben also die Urmaterie. ist Ahamkara. wodurch dann die Seelen immer individueller und individueller werden können. Das dritte Element. was dann heraustritt. Dadurch nimmt dieses Seelische die verschiedenen Formen an. Das Nächste. um weitere Evolutionen durchzumachen. Wenn wir also den Blick hinlenken würden auf die Anfangsstadien der Evolution. Und das Studium dieser materiellen Formen ist es insbesondere. Das erste also. untertauchend. Es drückt sich aus in diesem materiellen Grundelement das Seelische. sondern in das. das sich herausformt. 12 . Wenn wir uns also denken eine Seele umkleidet mit der Urflutsubstanz. deren nächste Form. was uns in der Sankhyaphilosophie entgegentritt. in die die Seele zuerst untertaucht.

waren eingegeben. Die Seele ist da erst wieder drinnen. Wir müssen uns klar sein darüber. Wohlgemerkt. wenigstens bis zu einem gewissen Grade. das alles sind Hüllen der Seele im Sinne der Sankhyaphilosophie. so meint er damit die immer dichteren Hüllen. in denen es noch ein uraltes Hellsehen gegeben hat. Und auf verschiedene Weise sind zustandegekommen die Veden und der Inhalt der Sankhyaphilosophie. weil sie ausgestaltet sind in jenen alten Zeiten. eine nächste Form die feineren Elemente und die letzte Form die stofflichen Elemente. Zwischen-drinnen sind die Substanzen. ohne dass sozusagen der Mensch etwas anderes dazu tat. eine nächste Form sind die Sinnesorgane. Ahamkara.oder Lebensleib gewoben ist. noch wie eine Naturanlage in der Urmenschheit vorhandenen Inspiration. aus denen unser Äther. und immer mehr und mehr sich verdichtend geht es bis zu dem. aus denen auch der grobe menschliche Leib auferbaut ist. Die Veden beruhen durchaus auf einer ursprünglichen. in denen die Seele sich zum Ausdruck bringt. aus denen zum Beispiel unsere Sinnesorgane gewoben sind. was wir um uns haben in den groben Elementen. Eine nächste Form ist Manas. die feineren und gröberen Elemente. sie uns nur entgegentreten können. wie uns die Sankhyaphilosophie entgegentritt. So haben wir sozusagen eine Evolutionslinie im Sinne der Sankhyaphilosophie. und die feineren Elemente. Manas. Schon das. die Sinne. ist Hülle der Seele. dass so. wie uns die Vedenphilosophie und so. die wir in der physischen Umgebung haben. Und wenn der Sankhyaphilosoph studiert die Buddhi.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Ahamkara. Oben ist das übersinnlichste Element einer spirituellen Urflut. als 13 . was der ersten Urflut entstammt.

Das Seelische bleibt in gewisser Weise vom Studium unberührt. der den Veden hingegeben ist. die uns so entgegentreten. dass sich die Seelen in die Formen kleiden. Anders war es bei der Ausbildung der Sankhyaphilosophie. Sankhyaphilosophie ist eine Wissenschaft. aber eben gesucht wurde von Leuten. nur dass dieses letztere nicht durchdrungen ist von Hellsichtigkeit. die. ist Erkenntnis der Formen. Sankhyaphilosophie ist Wissenschaft. fühlt durchaus sein religiöses Leben mit dem Weisheitsleben eins. Und daneben kann durchaus bestehen bei den 14 . Da ging es schon sozusagen ähnlich zu. da prägen sich die Seelen aus. die nicht vordringt bis zum Seelischen selbst. wie es bei unserem heutigen Lernen zugeht. Inspiration. das war die Sankhyaphilosophie. doch eine Wissenschaft von den äußeren Formen bleibt. denen noch zugänglich war Hellsichtigkeit.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ dass er sich vorbereitete in seiner ganzen Wesenheit. die gesucht wurde wie wir heute Wissenschaft suchen. Daher lässt die Sankhyaphilosophie auch sozusagen unberührt das eigentlich seelische Element Sie sagt: In dem. Es war hellsichtige Wissenschaft.wie wir in unserer Wissenschaft eine Summe von Naturtatsachen finden -. Der. obwohl sie errungen worden ist durch Hellsichtigkeit. wie durch Gnade von oben gegeben: Vedenphilosophie. in denen die Seele sich ausprägt. die Formen. Daher finden wir ein ausgebildetes System von Formen. Dazumal war es durchdrungen von Hellsichtigkeit. nur dass in der Sankhyaphilosophie geschaut wird bis zur übersinnlichen Anschauung der Tatsachen. aber studieren tun wir die äußeren Formen. die von selbst kommende göttliche Inspiration ruhig und gelassen in seinem Inneren zu empfangen. wie sie uns entgegentreten in der Welt . was man studieren kann in den übersinnlichen äußeren Formen. Wissenschaft.

aber sozusagen überwuchert wird von der Form. wo sie steht in der Welt. das so in die äußere Form untergetaucht ist. sich offenbart. Yoga ist daher der Weg in die geis- 15 . Anders wiederum ist jene Geistesströmung. Rajas. das zwar untertaucht. und Yoga die Anleitung des Seelischen zu höheren und immer höheren Stufen inneren Erlebens. So ist Sankhya die Betrachtung der Hüllen der Seele. das wird unterschieden in der Sankhyaphilosophie. die drei Gunas. nicht aufkommt gegenüber der Form. so dass die Seele sich hineinlebt in etwas. so dass die Seele aufsteigt von dem Punkt. lebt im Tamaselement. Tamas. die zu uns herüberspricht als der Yoga. lebt in dem Sattva-element. in dem sie im alltäglichen Leben nicht steht und das ihr immer höhere und höhere Stufen des Seins erschließen kann. die menschliche Seele zu ergreifen im unmittelbaren geistigen Leben. unmittelbar auf dieses Seelische und sucht Mittel und Wege. aber in den materiellen Formen als Seelisches sich wahrt. Und wie dann dieses Seelische sich eingliedert in die Formen . Ein Seelisches. zu immer höheren und höheren Stufen seelischen Seins. Er geht auf das Seelische selbst. das wird verfolgt in der Sankhyaphilosophie.nicht das Seelische selbst. aber sich als Seelisches ankündigt. aber wie es sich eingliedert -. bei dem das Seelische dem Äußeren der Form gewissermaßen das Gleichgewicht hält. das in die Form untertaucht. Sattva. was wir Sankhyaphilosophie nennen. lebt im Rajaselement. Wie die Seele sich mehr ihre eigene Selbständigkeit wahrt oder mehr untertaucht in die Materie. Und das.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Anhängern ein religiöses Hingeben der Seele neben der Sankhyaphilosophie. Ein Seelisches. Die Hingabe an den Yoga ist daher ein allmähliches Erwecken der höheren Kräfte der Seele. gehören zur wesentlichen Charakteristik dessen. Man hat es zu tun mit Seelischem.

dann haben Sie den Yoga für unsere Zeit ausgeprägt. der Weg zur Befreiung der Seele von den äußeren Formen.und Weltentiefen. als jene wie durch eine Gnade von oben kommende Inspiration. wo es sich um die menschliche Entwickelung handelt. die. die Sankhya. was uns so als drei scharf nuancier- 16 . diese geistigen Strömungen sozusagen wiederum miteinander zu verbinden. in den ersten Kapiteln über die menschliche Konstitution. Lesen Sie dann. was über die Weltenevolution gesagt ist von Saturn bis zu unserer Zeit. Die andere Seite der Sankhyaphilosophie ist der Yoga. über Leben und Tod. Unsere Zeit muss in einer organischen Weise verbinden das. sondern die sich hinaufarbeiten mussten zu den Höhen des geistigen Seins von den unteren Stufen her. was ich versuchte darzustellen in meiner «Geheimwissenschaft». einer späteren Menschheitsepoche angehörig. dann haben Sie das. nicht mehr da sein konnte. So treten uns in uralter indischer Zeit entgegen drei scharf nuancierte Geistesströmungen: die Veden. indem wir sie für unser Zeitalter in der richtigen Weise heraufholen aus den Untergründen der Seelen.und die Yogaströmung. Der Yoga musste angewendet werden von denjenigen Seelen. Und wir sind heute dazu aufgerufen. die die Veden noch inspiriert hat. Lesen Sie das nach. Und lesen Sie die letzten Kapitel. nichts mehr von selbst geoffenbart erhielten. dann haben Sie die Vedenphilosophie für unsere Zeit ausgeprägt. was wir im heutigen Sinne nennen können Sankhyaphilosophie. Yoga bekam seine große Bedeutung.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ tigen Welten. Sie können alle drei Strömungen auch in unserer Geisteswissenschaft wiederfinden. über Schlafen und Wachen. der Weg zum selbständigen Seelenleben in seinem Inneren.

Es entstand eine gewaltige Leere.Und nun bitte ich Sie. eine ununterscheidbare Flut war dieses alles. Sie werden erkannt haben. aus der Sache selbst sind sie herausgeholt. was das Gepräge unserer Zeit trägt. die durchdrungen war überall von Wärme. wo von der Substanz des Saturn als einer Wärmesubstanz gesprochen wird. die Dinge ganz aus sich selber herauszuholen. dass in meiner «Geheimwissenschaft» der Versuch gemacht wird. gerade unsere Zeit in tiefster Weise berühren. Es berühren sich nicht nur im großen und ganzen unsere heutigen Geistesströme mit den älteren Geistesströmen. Davon nur eine kleine Probe: Wir lesen in den Veden an einer bestimmten Stelle über die kosmische Entwickelung was sich etwa in die folgenden Worte kleiden lässt: Dunkel war in Dunkel gehüllt im Urbeginn. . was uns aus alten Zeiten herübertönt. Aber wie eigentümlich: das. Und wir müssen etwas suchen wie eine Kongenialität unseres eigenen Geistesstrebens zu dem tieferen Gehalt der Bhagavad Gita. welche in dichterisch tiefer Weise wie einen Zusammenschluss der drei Richtungen enthält. Nirgends ist an ein Historisches angelehnt. Sonne und Mond kann derjenige. finden. was gesagt ist. der das. und fühlen Sie das Zusammenklingen dieses sozusagen Neuesten in der Geheimwissenschaft mit dem. was da in den 17 . klingt doch zusammen an entscheidenden Stellen mit dem. wirklich versteht. sich zu erinnern. Von keiner Behauptung über Saturn. Daher muss aber auch die wunderbare Dichtung Bhagavad Gita. die Sankhyaphilosophie und Yoga.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ te Geistesströmungen vom alten Indertum herüberleuchtet als die Vedenphilosophie. was über die Konstitution des Saturn aus der Sache selbst heraufgeholt worden ist. sondern auch im einzelnen. dass irgendwo aus historischen Mitteilungen die Dinge gesagt worden wären.

der Zusammenhang des Seienden mit dem Nichtseienden. da wird uns entgegengebracht die große Lehre. erinnern an das. Sie müssen sich bei all dem. Und nun tritt uns entgegen in der Bhagavad Gita gleichsam die poetische Verherrlichung der drei eben charakterisierten Geistesströmungen. da tritt gerade durch diese Lockerung der große Kampf ein. Erinnern Sie sich an alles das. . also noch Blutsverwandte. der des Denkens erster Same war. was das Blut früher als einheitli- 18 . Bei alle dem.Und erinnern Sie sich. was immer und immer betont worden ist: wie Blutsbande. was in meiner Schrift gesagt wird: «Blut ist ein ganz besonderer Saft. sondern ergibt sich der Zusammenklang ganz von selbst. Stammeszusammengehörigkeit in uralten Zeiten eine ganz besondere Bedeutung hatten und erst nach und nach zurücktraten. ist nicht der Anklang an das Alte gesucht. weil Wahrheit dort gesucht worden ist und Wahrheit wiederum auf unserem eigenen Boden gesucht wird. Im bedeutsamen Momente der Weltgeschichte bedeutsam für jene alte Zeit -. die Krishna selbst dem Arjuna übermittelt. wie in Neuprägung gesprochen wird von den Geistern des Willens. Und diesen Zusammenhang fanden sie in dem Willen. Der Moment ist bedeutsam.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Veden gesagt wird. wie zweier Brüder Nachkommen.» Als diese Blutsbande sich lockern. in dem die alten Blutsbande sich lockern. was nunmehr gesagt werden soll in diesen Vorträgen über die Bhagavad Gita. was wir in der Gegenwart zu sagen haben. Rassenzusammengehörigkeit. von dem die Bhagavad Gita eine Episode ist. der uns im Mahabharata geschildert wird. Die nächste Stelle heißt: Dann entsprang zuerst der Wille. Da sehen wir. sich scheiden in bezug auf ihre Geistesrichtungen. weil er der Moment ist. wie auseinandergeht dasjenige.

Wie muss dieser Schüler vor uns stehen? Er sieht hinauf auf der einen Seite zum Vater und auf der anderen zu Vaters Bruder. Da regt sich in Arjuna die Seele: Wie soll es werden. wenn das. weil an dieser Scheide der Kampf entstehen muss. für welche die alten Blutsbande keine Bedeutung haben. wie die Seele aufnehmen muss. nicht mehr da sein wird? Wie soll die Seele sich hineinstellen in das Geistesleben. Wie er der Lehrer wird. der von dem einen Zeitalter in das andere hinüberleben soll. Nun zeigt Krishna seinem Schüler. Er muss der Lehrer sein des neuen. Jetzt soll aber auch eine andere Geistesströmung die eine und die andere Linie ergreifen. wenn sie harmonisch werden soll. Und dass es anders werden müsse.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ che Anschauung gebracht hat. wir werden es morgen charakterisieren. Aber das kann schon gesagt werden. wie das Wesent- 19 . so kommt es dem Arjuna vor. In organischer Einheit vermittelt er sie seinem Schüler. das ist der Inhalt der großen Krishna-Lehre. wo die Blutsbande auch ihre Bedeutung für die hellseherischen Erkenntnisse verlieren und mit dieser Scheidung die spätere geistige Formation eintritt. Die Geschwisterkinder sollen sich jetzt nicht mehr nahestehen. was durch die Blutsbande zusammengehalten wurde. tritt Krishna als großer Lehrer auf. was die ganze Bhagavad Gita uns zeigt. wenn dieses Geistesleben nicht mehr so verfließen kann wie früher. wie Krishna die drei nun charakterisierten Geistesströmungen in seine Lehre aufnimmt. Sowohl die vedische Einheitslehre finden wir in der richtigen Weise in den Lehren des Krishna. unter dem Einfluss der alten Blutsbande? Dass alles in die Brüche gehen müsste. und deshalb ist der Kampf da. etwas von allen drei Geistesströmungen. Für diejenigen. dass es nicht so geschehe. aus den alten Blutsbanden herausgehobenen Zeitalters. sie sollen sich scheiden.

die Luft durchwogt und durchwebt und durchlebt. wie das Wort sich auslebt in den Formen des Seins. das ist die Sankhyaphilosophie.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ liche der Sankhyalehre. was wir da noch von der Bhagavad Gita kennenlernen werden? Da liegt die Verkündigung des Krishna etwa so: Ja. wie das Wesentliche des Yoga. Das ist der eine Teil der Krishna-Lehre. in den Veden offenbart es sich. die andere Seite der Krishna-Lehre. welches das schöpferische Prinzip selber enthält. Wie der Laut des Menschen. Denn was eigentlich liegt hinter all dem. webendes Schöpfungswort. also die Weltgesetze in sich aufnehmen kann. Weltenwort. zu verstehen. webenden Schöpfungswortes in den vedischen Urkunden. dass hinter allem Sein das schöpferische Weltenwort ist. es gibt ein schöpferisches Weltenwort. 20 . dass die menschliche Erkenntnis die einzelnen Formen erkennen kann. so durchwogt und durchwebt und durchlebt es alle Dinge und schuf und ordnete das Sein. wie die einzelnen Formen des Seins gesetzmäßig ausdrücken das Geistig-Seelische. vom Weltengesetz und seiner Wirkungsweise. es gibt eine Wiedergabe des waltenden. wenn er spricht. so macht er ihm klar. Weltengesetz. Die Lehre von den Formen der Welt. indem diese menschliche Erkenntnis begreift. im Sankhya: das offenbart Krishna seinem Schüler. Es gibt ein waltendes. So weht das Vedenprinzip in allen Dingen. Und ebenso wie Krishna seinem Schüler klar macht. in den Veden wiedergegeben. Das Wort ist das Schöpferische der Welt. Und die menschliche Seele ist in der Lage. von den gesetzmäßigen Gestaltungen des Seins. So kann es aufgenommen werden von menschlicher Erkenntnis im menschlichen Seelenleben. Es lernt die menschliche Erkenntnis die Gesetze des Seins kennen.

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Und auch über den Weg spricht er ihm, der den einzelnen Schüler hinaufführt in die Höhe, wo er wiederum teilhaftig werden kann der Erkenntnis des Weltenwortes. Auch vom Yoga spricht also Krishna. Dreifach ist die Lehre des Krishna: sie ist die Lehre vom Wort, vom Gesetz, von der andächtigen Hingabe an den Geist. Wort, Gesetz und Andacht, das sind die drei Ströme, durch die die Seele ihre Entwickelung durchmachen kann. Diese drei Ströme, sie werden immerdar auf die menschliche Seele in irgend einer Weise wirken. Haben wir doch eben gesehen, wie die neuere Geisteswissenschaft suchen muss in neu geprägter Weise diese drei Ströme. Aber die Zeitalter sind verschieden und in der verschiedensten Weise wird das, was also die dreigestaltige Weltauffassung ist, an die Menschenseele herangebracht. Der Krishna spricht vom Weltenwort, von dem Schöpfungswort, von der Gestaltung des Seins, von der andächtigen Vertiefung der Seele, von Yoga. In anderer Form tritt uns dieselbe Dreiheit wieder entgegen, nur in einer konkreteren, in einer lebendigeren Weise, in einem Wesen selber, das über die Erde wandelnd gedacht wird, verkörpernd das göttliche Schöpfungswort. Die Veden: abstrakt herangekommen an die Menschheit. Der göttliche Logos, von dem uns das Johannes-Evangelium spricht: lebendig und das schöpferische Wort selber! Und das, was uns in der Sankhyaphilosophie als die gesetzmäßige Erfassung der Weltenformen entgegentritt: ins Historische umgesetzt in der althebräischen Offenbarung ist es das, was Paulus das Gesetz nennt. Und als Glaube an den auferstandenen Christus tritt uns das Dritte bei Paulus entgegen. Was bei Krishna der Yoga ist, ist bei

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Paulus, nur ins Konkrete übertragen, der Glaube, der an die Stelle des Gesetzes treten soll. So ist wie die Morgenröte dessen, was später als Sonne aufging, die Dreiheit: Veda, Sankhya und Yoga. Veda taucht wiederum auf in dem unmittelbaren Wesen des Christus selber, jetzt konkret lebendig eintretend in die geschichtliche Entwickelung, nicht abstrakt sich ergießend in die Raumes- und Zeitenweiten, sondern als einzelne Individualität, als das lebendige Wort. Das Gesetz tritt uns auf in der Sankhyaphilosophie in demjenigen, was uns zeigt, wie die materielle Basis, das Prakritische, sich ausgestaltet, bis herunter zum groben Stoffe. Das Gesetz offenbart, wie die Welt geworden ist und wie die einzelnen Menschen sich innerhalb dieser Welt ausgestalten. Das kommt zum Ausdruck in der althebräischen Gesetzeskunde, in all dem, was der Mosaismus ist. Insofern Paulus auf der einen Seite hinweist auf dieses Gesetz des hebräischen Altertums, weist er hin auf Sankhyaphilosophie; insofern er hinweist auf den Glauben an den Auferstandenen, zeigt er die Sonne dessen, wofür die Morgenröte in dem Yoga erschienen ist. So ersteht in eigenartiger Weise das, was in den ersten Elementen uns entgegentritt als Veda, Sankhya und Yoga. Was als Veda uns entgegentritt, das erscheint in einer neuen, aber jetzt konkreten Gestalt als das lebendige Wort, aus dem alles geschaffen ist und ohne das nichts geschaffen ist von dem, was geworden ist, und das doch im Laufe der Zeit Fleisch geworden ist. Sankhya erscheint als die historische Darstellung, als die gesetzmäßige Darstellung dessen, wie aus der Welt der Elohim die Erscheinungswelt geworden ist, die Welt der groben Stofflichkeit. Der Yoga verwandelt sich in das, was bei Paulus zu dem Wort: «Nicht ich, sondern der Christus in mir» geworden ist; das

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heißt, dass, wenn die Christus-Kraft die Seele durchdringt und aufnimmt, der Mensch zu der Höhe der Gottheit aufsteigt. So sehen wir, wie doch der einheitliche Plan in der Weltgeschichte vorhanden ist, wie vorbereitend das Orientalische dasteht, wie es gleichsam in abstrakteren Formen das gibt, was in konkreteren Formen uns im paulinischen Christentum so merkwürdig entgegentritt. Wir werden sehen, dass gerade durch die Erfassung des Zusammenhanges der großen Dichtung der Bhagavad Gita mit den Paulinischen Briefen sich uns die allertiefsten Geheimnisse dessen enthüllen werden, was man nennen kann das Walten der Geistigkeit in der gesamten Erziehung des menschlichen Geschlechtes. Weil man ein solches Neue in der neuen Zeit fühlen muss, musste diese neuere Zeit hinausgehen über das bloße Griechentum und Verständnis entwickeln für das, was hinter dem ersten vorchristlichen Jahrtausend liegt, was uns da entgegentritt als Veda, Sankhya und Yoga. Und so wie Raffael in der Kunst, Thomas von Aquino in der Philosophie zum Griechentum sich zurückwenden mussten, so werden wir sehen, wie in unserer Zeit ein bewusster Ausgleich entstehen muss zwischen dem, was die Gegenwart erreichen will und dem, was weiter zurückliegt als das Griechentum, was hineinreicht in die Tiefen des orientalischen Altertums. Wir können diese Tiefen des orientalischen Altertums durchaus an unsere Seele heranrücken lassen, wenn wir jene verschiedenen Geistesströmungen in der wunderbar harmonischen Einheit betrachten, in der sie uns entgegentreten, in der, wie Humboldt sagt, größten philosophischen Dichtung, in der Bhagavad Gita.

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Es ist dieser Blick in die Erkenntnisgrundlagen der Gita aus dem Grunde so ganz besonders wichtig. der wird diesen Ausspruch voll berechtigt finden.von berufenen Persönlichkeiten die bedeutsamste philosophische Dichtung der Menschheit genannt worden. vor allen Dingen aber werden wir uns das Bedeutsame dieser Dichtung zunächst dadurch vor Augen führen müssen.Wir blicken also hinein in eine Geisteskonstitution der altindischen Kultur in der vorbuddhistischen Zeit. dass dieser Gedankengehalt ein Zusammenfluß ist dreier Geistesströmungen und dass er wie ein 24 . was ihr zugrunde liegt. zu deren Verherrlichung und Verbreitung sie eben geschaffen worden ist. aus dem er heraus erwachsen ist. der Erhabene Gesang der Inder. auf die gewaltigen Gedanken. der wird uns charakterisiert durch den Inhalt der Gita. namentlich alles das. aus der sie hervorgewachsen ist. Und wer sich in die erhabene Gita vertieft. 29. DEZEMBER 1912 Die Bhagavad Gita. wenn wir den Inhalt der Gita auf uns wirken lassen. Wir haben schon betont. die vorbuddhistisch ist. welcher den großen Buddha umgeben hat. weil es ja sicher ist.ich habe das schon gestern erwähnt . er ist . auf die gewaltige Weltenerkenntnis. . uns eine Erkenntnisstufe vermittelt. Wir werden gelegentlich dieser Vorträge auch noch hinweisen können auf die hohen künstlerischen Vorzüge der Gita. was sich auf den Gedanken-. dass wir einen Blick werfen auf das.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ZWEITER VORTRAG KÖLN. so dass wir sagen können: Der geistige Horizont. dass alles Wesentliche dieses Gesanges. auf den Erkenntnisgehalt bezieht.

irgendeinen Standpunkt zu gewinnen gegenüber dieser Wissens. sagen wir uns dann: 25 . weil wir sie aus dem Welteninhalt selbst heraus wiederfinden und so sie in ihrer Wahrheit bestätigt erkennen können. als einen schönen Traum ansehen. herrlicher Wissensstandpunkt. Indem wir sie wiederfinden. die wir erst mit den nach und nach zu erobernden spirituellen Erkenntnismitteln uns wieder erringen können. so dass uns diese drei Geistesströmungen aus der Gita als ein Ganzes entgegentreten. den einmal eine Menschheit geträumt hat. Denn mit den gewöhnlichen modernen Mitteln ragt man ja nicht hinein in jene Wissenstiefen. die ja da waren in jenen vergangenen Zeiten. dass in uralten Zeiten der menschliche Geist eingedrungen ist in Erkenntnisse. aber man wird ihm nicht einen besonderen Erkenntniswert zuschreiben. Man kann vom bloß modernen Standpunkt aus diesen Traum vielleicht bewundern. indem wir ihre Wahrheit erkennen. sondern lebendig ineinander webt. dann wird man verwundert stehen vor den Tiefen der Gita und wird sich sagen müssen. Das ergibt eine Bewunderung gegenüber diesen uralten Einsichten.und Erkenntnistiefe gegenüber sich verhalten kann. das ist eine ungeheure Summe spirituellen Wissens. dass der moderne Mensch. als ein geistiger Ausfluss uralten indischen Denkens und Erkennens. eine solche Summe spirituellen Wissens. welcher noch nicht an die Geisteswissenschaft herangetreten ist. Was einem da als ein Ganzes entgegentritt. die da vermittelt werden. Wir können sie bewundern. nur zweifelnd dieser Wissens. wovon hier gesprochen wird. das ist ein großartiger. weil er keine Möglichkeit hat. Man kann höchstens alles das. Hat man aber schon Geisteswissenschaft in sich aufgenommen.und Erkenntnistiefe.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Organisches. Lebendiges diese drei Geistesströmungen nicht nur miteinander verschmilzt.

dass in jenen alten Zeiten die Menschheit besonders begünstigt war dadurch.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Wie wunderbar ist es doch. So finden wir denn. was der Mensch wissen kann. wenn wir in mancher Beziehung nur die Ausdrücke umändern. die wir heute gebrauchen für unseren veränderten Standpunkt. Begriffe mit scharfen Konturen und mit einer präzisen Anwendungsmöglichkeit auf die geistige und auch auf die äußerlich sinnliche Wirklichkeit. Aber wir müssen verstehen. auch jenen alten Standpunkt zu verstehen. durch Übung erlangte spirituelle Versenkung hineinführte in die Geisteswelten. dass die Reste uralten Hellsehens noch lebendig waren in den menschlichen Seelen und dass nicht nur eine besondere. In den ersten Zeiten der theosophischen Verkündigung wurde weniger mit solchen unmittelbar aus der ok- 26 . die Möglichkeit. was der Geistesmensch eben heute mit seinen eigenen. wie sie sich dem gegenwärtigen hellseherischen Erkennen ergeben. was uns da übermittelt wird. dass in jenen uralten Zeiten sich die Menschen zu solcher Geisteshöhe hinaufschwingen konnten! Nun wissen wir ja allerdings. so dass unsere Art der Geisteswissenschaft dasjenige darstellt. Wir haben ja bei unserem Betriebe des theosophischen Wissens versucht. wie mit anderen Mitteln in jenen alten Zeiten feine Unterscheidungen in bezug auf die menschliche Wesenheit erlangt wurden. feine. von ihm zu erlangenden Mitteln erreichen kann. die Dinge so darzustellen. an Erkenntnissen die Reste des alten Hellsehens ergaben. was an Ideen. scharfsinnige Begriffe herausgeholt wurden aus dem. Wir müssen uns sagen: Wir erkennen heute aus ganz anderen Gründen heraus die Richtigkeit dessen. sondern dass auch die Wissenschaft jener alten Zeiten selber noch in einer gewissen Weise durchdrungen werden konnte von dem.

Und da kann uns zunächst entgegentreten das. was uralt-indisches Weisheitsgut ist. namentlich mit denen der Sankhyaphilosophie. Wir wollen weniger Rücksicht nehmen auf das. so wurde im Anfang der theosophischen Verkündigung von dem Wesen des Menschen und von anderen Geheimnissen gesprochen. Daher kommt es. zu der wir hinzugefügt haben das gegenwärtige okkulte Forschen.und Erkenntnisgrundlagen der Gita zu gewinnen. die im Orient üblich waren. wollen aber. die sich durch lange Tradition aus der Gita-Zeit her im Orient bis in unsere Gegenwart fortgepflanzt hatten.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ kulten Wissenschaft herausgeholten Mitteln gearbeitet. was gewonnen worden ist namentlich durch die Sankhyaphilosophie. wie diese Sankhyaphilosophie allmählich im Orient selber durch das andersgeartete orientalische Denken umgestaltet wurde. Es wurden die Dinge besonders mit den Ausdrücken dargestellt. dass ja der ganzen menschlichen Wesenheit ein 27 . Wir werden uns am besten ein Verständnis davon verschaffen. welche zu Hilfe nahmen die Bezeichnungen und Begriffsschattierungen. das. die angewendet wurden von dem großen Reformator des Veden. wie die Sankhyaphilosophie das Wesen und die Natur des Menschen angeschaut hat. wenn wir uns zunächst die Tatsache vor Augen führen. Nur.und sonstigen indischen Wissens im 8. heute mehr den Blick zu dem wenden. was an Ausdrücken gewählt worden ist im Beginne der theosophischen Bewegung. mehr mit den traditionell erhaltenen alten Begriffen arbeitete. solche Schattierungen. sondern mit denjenigen Mitteln. namentlich solche Bezeichnungen. um die Wissens.Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung: von Shankaracharya. dass die ältere Form der theosophischen Entwickelung. was sozusagen durch diese alte Wissenschaft selbst gewonnen worden ist.

die unserer Empfindungs-. dass wir sagten: In der menschlichen Seele sind schlummernde Kräfte. zu dem sich ein Wesen erst hinaufentwickelt. das wir ja für den heutigen Menschheitszyklus in dreifacher Weise gliedern. von dem. aber im großen Weltall ist das. dann wird er noch immer zu unterscheiden haben das. Das Höchste. was unser innerster seelischer Kern ist und dem. in Empfindungs-. Wenn einmal der Mensch als Wesenheit aufgestiegen sein wird zu der Stufe des Geistesmenschen. wird das sein. das dann für die zukünftigen Stufen die gehörige Einteilung haben wird. den wir uns immer so vor die Seele geführt haben. das wird für den Menschen zwar erst in Zukunft sozusagen eine Bedeutung haben. so wird man in der Zukunft zu rechnen haben mit dem eigentlich Seelischen.oder Gemüts. so wie wir heute im alltäglichen Leben zu unterscheiden haben zwischen dem. Verstandes. die als Geistesmensch in unserer Sprache anzusprechen ist. die im Verlauf der Menschheitsentwickelung der Zukunft immer mehr und mehr herauskommen werden. was der Geistesmensch selber ist. wie wir da unterscheiden das Seelische von dem Hüllensystem. Sozusagen die Substanz des Geis- 28 . und der Hüllennatur. Was aber einmal menschliche Hülle sein wird. zu dem wir zunächst aufblicken können und zu dem es die menschliche Seele bringen wird.und in Bewusstseinsseele. dem Ätheroder Lebensleib und dem physischen Leib. die dann bei jener Stufe des Menschen. ja immer da. der Geistesmensch. Und wie wir die letzteren Leiber als Hüllen ansehen und sie unterscheiden von dem eigentlichen Seelischen. sein wird. was einhüllt diesen Kern: dem Astralleib.und Bewusstseinsseele entspricht.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ geistiger Wesenskern zugrunde liegt. was in ihm als Seele lebt. worin sich sozusagen der geistig-seelische Kern des Menschen einhüllen wird. was wir den Geistesmenschen nennen. Verstandes.

was so vorhanden war und was so vorhanden ist und vorhanden sein wird und woraus alle anderen Gestaltungen herauskommen. Wir können sagen: Andere Wesenheiten haben heute schon Hüllen. Und wie wir etwa sprechen . dann sich herausentwickelt haben. Es ist diejenige Form der Substanz. aber sie wird. aus der der menschliche Geistesmensch einstmals bestehen wird. sondern gleichsam wie eine geistige Wasserflut undifferenziert Räume und Zeiten erfüllend. was man ganz im Sinne unserer Lehre sagen kann. wie wir eben auseinandergesetzt haben. Und das. das sagte sich schon die alte Sankhyalehre. den ich einmal in München über die geisteswissenschaftliche Begründung der Schöpfungsgeschichte hielt -. noch nicht individuell differenziert. aus der alle anderen Formen. Für den heutigen Menschen kommt ja noch nicht in Betracht diese höchste Form. dass alles noch. was so im Weltall vorhanden ist. das nannte eben die Sankhyaphilosophie die höchste Form der Substanz.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ tesmenschen. von ihrer Urflut. die physischen und überphysischen. einmal in Betracht kommen. was Erdenentwickelung geworden ist. so sprach die Sankhyaphilosophie von ihrer Ursubstanz. die von Ewigkeit zu Ewigkeit angenommen wird in der Sankhyaphilosophie. die einstmals unseren Geistesmenschen bilden werden. haben wir das anzusehen. im Geiste vorhanden war als Geisteswesenheit substantiell.gedenken Sie dabei jenes Vortragszyklus. in die wir uns einstmals hüllen werden. Es ist also im Weltall die Substanz vorhanden. was wir von oben 29 . Das. die sich herausentwickelt aus dieser substantiellen Urflut. sie ist im großen Universum immer da gewesen und ist auch heute vorhanden. Als die nächste Form. könnten wir sagen. wie wir am Ausgangspunkt der Erdenentwickelung davon sprechen.

des außerseelischen Daseins die Buddhi. die aber mit der Basis in der gemeinsamen Urflut darinnen sind: da hätten wir Buddhi. die Buddhi. wenn wir von Ahamkara sprechen. dass die Buddhi sich herunterorganisiert zu selbständigen. Wir wissen auch aus unserer Lehre. wir gleichsam uns vorzustellen haben. substantiellen Formen. und indem sie vorhanden gewesen ist.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ herunter als das zweite Glied des Menschen erkennen. dass der Mensch erst in der Zukunft diese Buddhi im normalen Leben entwickeln wird. tritt die Form des Ahamkara schon völlig differenziert auf. nicht zu vollen Tropfen sich loslösende Formen bilden. die also dann individuell in der Welt existieren. den Lebensgeist. da haben wir die Form des Ahamkara. ist sie als erste Form herausdifferenziert worden aus der ursprünglichen Urflut. so dass. Formen. wesenhaften. Während die Buddhi sozusagen an der Grenze des Differenzierungsprinzips steht. dann aufquellend so. wenn wir ein Bild gewinnen wollen von dieser Evolution. eine gleichmäßig verteilte Wassermasse als substantielles Urprinzip. oder wie man es nennen kann mit einem orientalischen Ausdruck. wie wir es nennen. zu selbständigen Kugeln. Durch eine gewisse Verdichtung dieses Ahamkara. die wie kleine Wasserberge aus der gemeinsamen Substanz auftauchen. Im Sinne der Sankhyaphilosophie entsteht aus der ersten Form des substantiellen Daseins. Aber sie ist als geistiges Formprinzip übermenschlich bei anderen Wesenheiten immer vorhanden gewesen. erst andeutet eine gewisse Individualisierung. also der schon indivi- 30 . Und indem diese Wasserberge sich loslösen zu Tropfen. Wenn wir dann die weitere Evolution dieses substantiellen Prinzips ins Auge fassen. so tritt uns als dritte Form entgegen das. dass sich einzelne. Wir hätten uns gleichsam vorzustellen. was genannt wird im Sinne der Sankhyaphilosophie Ahamkara.

entsteht dann das. sondern vereinigen für unsere Begriffe Ahamkara mit Manas und bezeichnen das zusammen als Geistselbst. Diese Bezeichnungsweise ist durchaus für den heutigen Menschheitszyklus gerechtfertigt und wir werden noch sehen im Verlaufe der Vorträge. Hier müssen wir sagen. was als das Manas bezeichnet wird. war es durchaus gerechtfertigt.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ dualisierten Form. warum sie gerechtfertigt ist. In jenen alten Zeiten war es durchaus gerechtfertigt. von dem man im Sinne Shankaracharyas spricht als Manas. nach dem Lebensgeist oder Buddhi das Geistselbst. später noch ausführen werde. wenn wir verständlich für unsere heutige Zeit sprechen wollen: die Charakteristik. die wir heute geben müssen. jeder einzelnen Seelenform. vielleicht Unebenheit zu nennende Sache eintritt gegenüber unseren Bezeichnungen. Diese Charakteristik fehlt durchaus der Sankhyaphilosophie. dass eine gewisse. weil sie ihre Kraft noch nicht verspüren konnte. In diesem Sinne kann man durchaus Manas und Geistselbst identifizieren. Wir schieben zwischen Buddhi und Manas nicht Ahamkara ein. die auf der einen Seite aus dem Einfluss des luziferischen und auf der anderen Seite aus dem Einfluss des ahrimanischen Prinzips kommt. nicht aber genau im Sinne der 31 . zu diesen beiden Prinzipien hinzublicken. die Trennung vorzunehmen aus einem Grund. Wir setzen. einzufügen diese differenzierte Form zwischen der Buddhi und dem Manas. die keine Veranlassung hatte. dann sprechen wir nicht genau von demselben. den ich heute nur andeuten will. Und für jene Konstitution. weil man jene bedeutsame Charakteristik damals nicht geben konnte. wenn wir von oben nach unten in der menschlichen Entwickelung nach unserer Lehre gehen. Wenn wir also von Manas im Sinne der Sankhyaphilosophie sprechen. Es war gerechtfertigt.

durch seine Hände und Füße. in Beziehung zu der Umwelt. dass wir doch durch den Gefühlssinn Kälte und Wärme und durch den Gesichtssinn Far- 32 . zusammenfasst. sein Gehen. Hell und Dunkel. Wir sprechen zum Beispiel von warmen und kalten Farben. wir öffnen uns der Umwelt. was im Sinne der Sankhyaphilosophie Manas eigentlich ist. In dem physischen Dasein lebt der Mensch zunächst so. das diese verschiedenen Gebiete. So gesprochen ist es auch durchaus im Sinne der Sankhyaphilosophie. wiederum auf diese physische Umwelt wirkt. wie der Mensch in der Sinneswelt. aber wir nähern uns durch jeden einzelnen Sinn einem ganz bestimmten Gebiete der Umwelt. Nun zeigt uns schon unsere gewöhnliche Sprache. Aber wir können genau charakterisieren. in dem physischen Dasein lebt. mit unserem Geschmacksorgan Geschmackseindrücke. mit unseren Augen sehen wir das Licht und die Farben.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Sankhyaphilosophie. dass er durch seine Sinne die Umgebung wahrnimmt und durch seine Tastorgane. die wir als Sinne bezeichnen. sehen auch die Formen der Dinge. dass das für unsere Verhältnisse zunächst nur vergleichsweise ist. mit unseren Ohren nehmen wir wahr die Töne. denen sich unsere Sinne neigen. wenn wir auch empfinden. Der Mensch nimmt durch seine Sinne die Umwelt wahr und wirkt auf sie im physischen Sinne durch seine Tastorgane. der Gehörsinn die Töne und so weiter. auch sein Sprechen. mit unserem Geruchsorgane Gerüche. Jeder einzelne Sinn nimmt ein gewisses Gebiet der Außenwelt wahr: der Gesichtssinn Farben und Licht. durch sein Greifen. Wie aber nimmt der Mensch durch seine Sinne die Umwelt wahr? Nun. dass wir in unserem Inneren etwas tragen wie ein Prinzip. Da gehen wir zunächst aus von dem. Wir stehen gleichsam durch diese Tore unseres Wesens.

noch weiter gehen. andere. an Leidenschaften und Affekten. was die einzelnen Sinnesbezirke zusammenfasst. auf den anderen an. die in ihnen die Farbenvorstellung des Blau hervorrufen. indem wir die einzelnen Sinneseindrücke hineinverarbeiten.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ben. In unserem Inneren lebt also etwas. Hell und Dunkel wahrnehmen. wir wenden aus einer gewissen inneren Verwandtschaft. Wir können das um so mehr den inneren Sinn nennen. einer blauen Stadt. Es gibt Menschen. was uns 33 . so empfinden. Feiner empfindende Menschen. wenn sie eine Stadt betreten. als alles das. weil in unserem Inneren verschmilzt eine gewisse Gesichtswahrnehmung mit dem. Man kann. die wir fühlen. So drücken wir uns aus. sensitive Menschen können bei gewissen Tönen innerlich regsam fühlen wiederum gewisse Farbenvorstellungen. in unserem Inneren auf eine Farbenvorstellung. wenn man sensitiv ist. was der eine Sinn wahrnimmt. das. was wir durch unseren Wärmesinn wahrnehmen. wir auch wiederum zusammenbringen können mit dem. Wir sprechen also von warmen und kalten Farben. sondern der in unserem Inneren lebt und uns wie mit einem einheitlichen Sinn erfüllt. . der sich nicht auf ein einzelnes Sinnesgebiet richtet. .Wir übertragen eine ganze Summe dessen. so dass sie sprechen können von gewissen Tönen. wir fassen die einzelnen Sinneseindrücke in unserem Inneren mit einem Gesamtsinn zusammen. was wir sonst nur innerlich erleben an Leid und Freude. Den inneren Sinn können wir das nennen. was auf uns wirkt. dass sie sagen: Diese Stadt macht auf mich den Eindruck einer gelben Stadt.oder wenn sie eine andere Stadt betreten: Diese macht auf mich den Eindruck einer roten Stadt. die in ihnen die Farbenvorstellung des Rot. die zum Beispiel. eine andere macht den Eindruck einer weißen. was aus den einzelnen Sinnesbezirken ein Ganzes für die Seele bildet. das heißt.

was wir antreffen in uns als unseren inneren Sinn. Bestimmte Leidenschaften können wir als dunkle. Das. welche wir den einzelnen Gebieten der Außenwelt zuwenden. dann Buddhi. so müssen wir sagen: Sie geht aus vom Differenzierten der einzelnen Sinne und sucht aufzusteigen zum gemeinsamen Sinn. andere als warme. ist das. was substantiell formt diesen inneren Sinn. Wir können auch sagen: Also unser Inneres wirkt wiederum zurück auf das. dann machen wir uns das heute dadurch klar. kalte Leidenschaften bezeichnen. was den inneren Sinn bildet. dass die Wahrnehmungen der einzelnen Sinne sich zusammenfügen im inneren Sinn. Wenn wir auf die Entwickelung unserer Erkenntnis schauen. So dass wir sagen können : erst die Urflut. von dem wir wissen. ist ganz im Sinne der Sankhyaphilosophie. sondern unsere ganze menschliche Wesenheit in Anspruch nimmt als sein Werkzeug. So machen wir es heute.Gegenüber den vielen Sinnen. Wenn wir diesen inneren Sinn betrachten wollen. die Kräfte. lichtvolle. dann Ahamkara. Da entwickelte sich zuerst aus Ahamkara heraus Manas im Weltenwerden und dann differenzierten sich heraus die Ursubstanzen. weil unsere Erkenntnis einen verkehrten Weg geht.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ dieser innere Sinn gibt. was schon als ein späteres Formprodukt heraus sich entwickelt aus Ahamkara im Sinne der Sankhyaphilosophie. dass wir die einzelnen Sinne nehmen und sozusagen nachsehen. -Die Evolution ging umgekehrt. welche die einzelnen Sinne bilden. helle Leidenschaften. wie wir eine Vorstellung dadurch gewinnen können. dann Manas. die wir in uns als 34 . Diesen inneren Sinn mit Manas zu bezeichnen. . können wir von einem solchen uns die Seele erfüllenden Sinn sprechen. dass er nicht mit einem einzelnen Sinnesorgan zusammenhängt.

wobei aber nicht gemeint sind die stofflichen Sinnesorgane . was auch Inhalt unserer Lehre ist. was nun die Sankhyaphilosophie gibt. dass das heutige menschliche Auge zwar schon in der Saturnstu- 35 . Denn die Sankhyaphilosophie sagt folgendes: Indem das Manas sich differenziert hat zu den einzelnen Weltkräften der Sinne. und Manas. die Seele ist getrennt von diesen Formen -. wenn wir auf die einzelnen Sinne sehen. wiederum in Parallele zu bringen mit dem.so stellt es sich die Sankhyaphilosophie vor -. die das Auge konstituierten. hineinversenkt. die ganz übersinnlich sind. So haben wir. im Sinne der Sankhyaphilosophie. die Seele an diesen Sinnen teilnimmt. weil. aber indem sich die Seele hineinversenkt in diese einzelnen Formen. da war die Seele eben in die bloßen Kräfte. die das Auge konstituiert. als der physische Leib des Menschen noch nicht in der heutigen Form vorhanden war . Auf einer früheren Stufe.wir wissen.die gehören zum physischen Leibe -. ergibt diejenigen übersinnlichen Kräfte. das. welche unsere einzelnen Sinne konstituieren. um an dieser Außenwelt Gefallen finden zu können. versenkt sich die Seele in diese einzelnen Formen . sondern die Kräfte. ist mit ihnen verflochten und verwoben. wie sie sich auch hineinversenkt in Manas. kommen wir vom Ahamkara zum Manas. Lust. Sympathie empfinden zu können mit der Außenwelt. Aus dem Manas hat sich also zum Beispiel herausdifferenziert die Kraftsubstanz. Dadurch aber kommt das Seelische dazu. die Möglichkeit. sich in Verbindung zu setzen von seiner geistig-seelischen Wesenheit aus mit einer Außenwelt.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Sinne tragen. differenziert in einzelne Formen. die zugrunde liegen als die Bildekräfte. wirkt das Seelische durch diese Sinneskräfte. Wenn wir also hinuntersteigen die Stufenleiter der Entwickelungsformen. Wir wissen.

DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ fe veranlagt worden ist. hängt sie an dem Dasein der Außenwelt. Der Sankhyaphilosoph spricht von dem Zusammenwirken der einzelnen. sind ja auch diese feineren Elemente als Ätherleib oder Lebensleib. also verhältnismäßig spät entwickelt hat. fassen wir zusammen im astralischen Leib des Menschen. als eine Summe von Kräften aufgefasst. Buddhi. die von der Urflut her- 36 . Es entsteht der Hang nach dem Dasein. dass es sich aber erst nach dem Zurückgang des Wärmeorgans. dem Reiche der Natur. als reale Summe von Kräften. So müssen wir uns also vorstellen. was die feineren Elemente sind. und die Seele lebte in ihnen. bei den Pflanzen zum Beispiel. Manas. das in der Zirbeldrüse verkümmert heute uns vorliegt. feinere Elemente. der Trieb zum Dasein. Ahamkara. Dieses kraftmäßige Zusammenhängen eben. Er ist ein verhältnismäßig spätes Produkt. aus denen wir uns den menschlichen Ätherleib zusammengesetzt denken. Durch die Sinneskräfte hängt die Seele zusammen mit der Außenwelt. entwickelt sie den Durst nach diesem Dasein. So stellte es sich auch die Sankhyaphilosophie vor: dadurch. Die Kräfte. dass sich gebildet haben im Laufe der Entwickelung: Urflut. dass dieser ganzen Evolution zugrunde liegt von oben nach unten bei der Pflanze eine Entwickelung. Die Seele sendet gleichsam ihre Fühlhörner durch die Sinnesorgane und hängt mit dem äußeren Dasein kraftmäßig zusammen. Wir finden diesen Ätherleib im Menschen. Da haben wir uns im Sinne der Sankhyaphilosophie vorzustellen. waren übersinnlicherweise schon vorher da. Sinnessubstanzen. dass die Seele in diesen Differenzierungsprinzipien lebt. von dem Manas herausdifferenzierten Sinneskräfte auf dieser Stufe. In der Außenwelt. aus denen es sich entwickelt hat. Aus diesen Sinneskräften entsteht wiederum das.

aus denen alle physischen Dinge bestehen. dass für die jetzige Entwickelung schon die höheren Formen und Prinzipien vom Manas an physisch sich offenbaren. dass der Mensch nicht nur einen inneren Sinn hat.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ untergeht. welches bewirkt. Wenn wir also von unten nach oben gehen. welches zugrunde liegt der menschlichen Individualität. die im Menschen erst veranlagt sind: Buddhi und das. als Individualität fühlt. was die sonstige orientalische Philosophie gewohnt geworden ist. sondern. Atman zu nennen. indem es sich verdichtet zu den feineren Elementen.oder Lebensleib der Pflanze leben. 37 . welche im Äther. Nur verläuft das alles bei der Pflanze im Übersinnlichen und wird erst real in der physischen Welt. durch den er wahrnimmt die einzelnen Sinnesgebiete. dass der Mensch sich als eine einzelne Wesenheit. zu den ätherischen Elementen. in den feineren ätherischen Leib. dann in einen inneren Sinn. was kosmisch gedacht wird von der Sankhyaphilosophie als geistige Urflut. der die Sinne konstituiert -. dafür der Ausdruck der Kraftleib. Das bewirkt Ahamkara. die uns in der physischen Welt entgegentreten. während es beim Menschen so ist. bei der Pflanze erst jenes späte Produkt. so können wir im Sinne der Sankhyaphilosophie den Menschen gliedern in seinen groben physischen Leib. in einen astralischen Leib dieser Ausdruck wird in der Sankhyaphilosophie nicht gebraucht. dann im Ahamkara das Prinzip. wie wir es charakterisiert haben. wenn sich verdichtet die Sinnessubstanz zu den feineren Elementen. das entsteht. Und dann kommen die höheren Prinzipien. Und aus der weiteren Verdichtung der ätherischen Elemente entstehen die groben Elemente. Manas. Die einzelnen Sinnesorgane werden äußerlich zur Offenbarung gebracht.

wie sozusagen dieser uralten Weisheit das zugrunde liegt. so dass die einzelnen Seelenmonaden sozusagen ebenso anfang.anfang. Wenn wir diese Art von Erkenntnis auf uns wirken lassen. um dann wiederum die Umkehr zu beginnen. undifferenzierten Form der Urflut. wie auch Einsicht vorhanden ist 38 . das Geistig-Seelische. die wir jetzt angeführt haben. die alle Formen vom groben physischen Leib bis hinauf zur Urflut umfasst. und wir sehen im Sinne der Sankhyaphilosophie. nach der Überwindung des groben physischen Leibes sich wieder hinaufzuentwickeln und wiederum dann zurückzukommen bis zur Urflut. so sehen wir. das aber in einzelnen Seelen monadisch vorgestellt wird. Gegenwart und Zukunft als Seele einhüllt in das substantielle äußere Naturprinzip. die untertauchten in das Prakritiprinzip und sich herunterentwickelten von der höchsten. wobei unter Natur nicht nur das Äußere. wie sich dieser Mensch in Vergangenheit. So unterscheidet die Sankhyaphilosophie die Formen. Sichtbare. bis herein in die Einkörperung in den groben physischen Leib. Es stellt sich diese Philosophie also einen Pluralismus von Seelen vor. was wir uns heute wieder erobern aus den Mitteln. sich auch von dieser zu befreien. die uns unsere seelische Versenkung geben kann.materiell nicht in unserem materialistischen Sinn . Und in den Formen oder in der Prakriti.und endlos gedacht werden. in dieser Prakriti lebt Purusha.und endlos vorgestellt wird. wie dieses materielle Prinzip Prakriti . mit der sie sich umgaben. um als freie Seele in das reine Purusha einzuziehen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ So haben wir in der Sankhyaphilosophie sozusagen eine vollständige Darstellung der Konstitution des Menschen gegeben. sondern alle Stufen der Natur bis zum Unsichtbarsten hinauf verstanden sind.

in Lässigkeit und Faulheit hüllen. wie nun mit jedem dieser Formprinzipien die Seele verbunden sein kann. Dieser Zustand. dass nicht die Buddhi. in dem Blick stellt sich uns etwas dar. um dieses Geistig-Seelische darzuleben. Die Seele kann zum Beispiel verbunden sein mit der Buddhi so. Das kann auch der Fall sein bei der äußeren physischen Natur. Von diesem Sattvazustand kann gesprochen werden sowohl beim Verhältnis der Seele zu Buddhi und Manas. Denn wenn man sagt: die Seele lebt in Sattva. der aus feinen und groben Elementen besteht. Es kann auch das Umgekehrte der Fall sein. sondern das Seelenhafte zur Geltung kommt in überwiegendem Maße. wie auch beim Verhältnis der Seele zum Leibe. so dass jede Bewegung. Es überwältigt ihn nicht das physische Prinzip. sehen ihn allerdings. ist der Sattvazustand. dass sich darin ausdrückt das Geistig-Seelische. Es kann einen Menschen geben. die da vermittelt werden durch den groben physischen Leib. Die Seele kann ihre Selbständigkeit gleichsam in eine Art von Schlaf. aber in der Bewegung. so bedeutet das nichts anderes als ein bestimmtes Verhältnis der Seele zu ihrer Umhüllung. so dass die Hüllennatur sich vordrängt. welcher vorzugsweise sein SeelischGeistiges zum Ausdruck bringt. die aus der groben Materie besteht. indem sein grober physischer Leib vor uns steht. dass sie gleichsam ihre volle Selbständigkeit möglichst wahrt innerhalb der Buddhi. Wir brauchen da nur den Menschen zu betrachten. er ist überall der Sieger über das physische Prinzip. jeder Blick.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ in die Art und Weise. des geisti- 39 . jede Geste. dass wir sagen: Der Mensch ist ganz geistig-seelisch und er gebraucht das physische Prinzip nur. wo die Seele das äußerliche Hüllenprinzip besiegt. sozusagen zurücktreten gegenüber der Tatsache. Wir haben einen Menschen vor uns. in der Geste.

Wir müssen also unterscheiden die Charakteristik der einzelnen Formen der Prakriti. da lebt die Seele im Verhältnis von Tamas zu den Naturprinzipien. Und wenn ein Gleichgewicht zwischen beiden herrscht. irgendeine moralische Charakteristik abgeben -. Das sind die drei Gunas.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ gen Prinzips im betreffenden Wesen zum Naturprinzip. dann spricht man vom Rajaszustand. wenn weder. was die 40 . wenn uns die Fettmassen unseres Gesichtes eine bestimmte Physiognomie aufprägen. so wird überwältigt das seelische Prinzip vom äußeren physischen Hüllenprinzip. der viel Fleisch ansetzt. die Charakteristik nur des Hüllenprinzips. dann herrscht das Sattvaprinzip. das Seelische überwiegt. Wenn wir unsere Gesichtsmuskeln bewegen. wie sie im Sinn der Sankhyaphilosophie liegen und wie sie durchaus nicht. die ganz besonders wichtig sind. Von ihr müssen wir unterscheiden das. sondern reine Charakteristiken. wie sein grober physischer Leib ihn ganz überwältigt . Aber wir können auch an einem Menschen sehen. sondern wenn beide das Gleichgewicht halten. wenn er ausdrücken will das Seelische in seinem äußeren physischen Leib. der sozusagen unter der eigenen Schwere des physischen Leibes einhergeht. noch wie im Tamaszustand das äußerlich Hüllenhafte überwiegt. der sich nicht zu helfen weiß. so wie sie uns da vor das geistige Auge treten. wie im Sattvazustand. ein Mensch kann uns entgegentreten. der in allen seinen Gebärden abhängt von der physischen Schwere seines physischen Leibes. des Purushaprinzips zum Prakritiprinzip.es sind jetzt nicht moralische Charakteristiken zu geben. so wie die Seele spricht. von dem obersten Prinzip der undifferenzierten Ursubstanz an bis zum groben physischen Leib herab: Das ist die eine Charakteristik.

Und dann blicken wir auf die darauffolgenden Zeiten. dass das. was die ältere Kultur bis in die Neuzeit herauf gegeben hat. wo Geisteswissenschaft wiederum etwas hinstellt. Tamas. in der Zeit. die eine solche umfassende Charakteristik alles Wesenhaften geben konnte. Dieses alles ist ein Wissen gewesen. Da tritt eben jene Bewunderung an unsere Seele heran. der römischen Zeit. wollen einmal hinblicken. wie tief hineingeschaut hat eine Erkenntnis. und wir sagen uns: Es gehört zum Wunderbarsten in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit. in der Zeit des christlichen Mittelalters. das einstmals da war. schon vorhanden war in jenen alten Zeiten. Wir wollen uns jetzt nur sozusagen das Tiefgehende einer solchen Erkenntnis recht vor Augen führen. Wir blicken auf das. was aus dunklen Geistestiefen in der Geisteswissenschaft heute wiederum hervortritt. was gewöhnlich als Geistesinhalt der verschiedenen Perioden uns vorgeführt wird in der alten Griechenzeit. Immer mehr und mehr trat an die Stelle der Erkenntnis jener grandiosen Gebiete des Daseins. umfassenden alten Erkenntnis. die auf das alte Griechentum folgt. gleichgültig zu welcher Form in der Hüllennatur. in denen es mit anderen Mitteln erreicht worden ist. um zu charakterisieren das Verhältnis des Seelischen zu den Hüllen. eine Wissenschaft in jenen alten Zeiten in die Geheimnisse des Daseins. wenn wir den geistigen Blick hinwenden in gewisse Urzeiten. das gewachsen ist dem Urwissen der Menschheit. Rajas. eine bloße Erkenntnis des äußeren materiellen Da- 41 . Wir blicken auf das. Diese Charakteristik wird gegeben durch die drei Zustande: Sattva. Wir erblicken dieses Wissen. bis in die Zeiten. Wir überblicken alles dies und wir können sagen: Diesen Zeiten mangelte oftmals selbst auch nur eine Ahnung jenes Urwissens. von der vorhin gesprochen worden ist. auch der übersinnlichen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Sankhyaphilosophie hat.

Für das eigentliche Seelische hat Aristoteles zwar noch einige Anklänge. was wir den astralischen Leib nennen. aber dann die Einteilung. und in dem. den er noch gar nicht so sehr erwähnt. charakterisiert aber nur die Beziehungen zwischen dem Seelischen und Leiblichen. aber bei Aristoteles tritt uns schon nicht mehr ein klares Auseinanderhalten des Seelischen und Hüllen- 42 . er unterscheidet das Aisthetikon. Und es ist interessant zu sehen. was er als ein seelisches Prinzip unterscheidet. etwas. unterscheidet weiter im Seelischen das Orektikon. wobei er glaubt. Wir finden noch bei Aristoteles die Einteilung der menschlichen Wesenheit in den groben physischen Leib. was schon in die Sinnessphäre heraufreicht. dass es nur die Hüllen sind. weil es ihm schon untergetaucht ist in das leiblich Formenhafte.ich möchte Ihnen die Bemerkung nicht vorenthalten -. die Gunas. was als Charakteristik gegeben wird. dass er das Seelische gibt. was zusammenfallen würde mit dem feineren Elementenleib im Sinne der Sankhyaphilosophie. Wir finden die vegetative Seele. wie da nur auf materiellem Gebiete zurückbleibt . Kinetikon und das Dianoetikon.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ seins. Aristoteles glaubt damit etwas Seelisches zu geben. wie da zurückbleibt auch noch in die griechische Philosophenzeit hinein etwas von einem Anklang an das alte Sankhyawissen. während die Sankhyaphilosophie weiß. gibt er eben nur die Hüllenform. dass an Stelle des alten Urwissens immer mehr und mehr das äußerliche Wissen des materiellen physischen Plans gestellt worden ist. Das war ja in der Tat der Sinn der Entwickelung durch drei Jahrtausende hindurch. Dann gibt Aristoteles für das. aber sie sind nicht mehr so. Also er unterscheidet nicht mehr klar das Seelische von dem Leiblichen. Das sind seelische Stufen im Sinne des Aristoteles. dass wir sie in ihrer vollen Klarheit recht zusammenstellen können mit dem alten Sankhyawissen.

da ist es bei Aristoteles selbst schon nicht mehr so. da haben wir Sattva. wenn das Geistige das Natürliche überwiegt. aber man könnte sagen: Rot und Rotgelb stellen dar den Sattvazustand des Lichtes . auf materiellem Gebiet weiß Aristoteles noch etwas zu erzählen. und Farben. da überragt das Finstere das Licht. und dadurch ist eine Farbe grün oder grüngelblich. wenn das Lichtprinzip das Finstere überragt. die wir in der Sankhyaphilosophie entdecken. welche dazwischen stehen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ haften entgegen. dass wir von einer Erinnerung an jene uralte Wissenschaft sprechen könnten. Da sagt er: Es gibt Farben. und dadurch ist eine Farbe blau und violett. gleichsam nach außen hin hineinverlegte in das Hüllenprinzip. eine Einteilung der Seele zu geben. 43 .die Ausdrucksweise ist nicht mehr da bei Aristoteles. wenn man sagt: Bei den Farben nach dem Blau und Violett hin. Er glaubt. Aristoteles hat noch diese selbe Charakteristik da. man möchte sagen. welche mehr Finsternis in sich haben und Farben. in das Prakritiprinzip. aber es ist noch da bei ihm das alte Sankhyaprinzip -. wo er von den Farben spricht. In der Sankhyaphilosophie haben wir dieses Prinzip der drei Zustände für den gesamten Umfang der Weltenerscheinungen. Aber auf einem Gebiet. welche mehr Licht haben. was wie ein Herüberklingen des Prinzips der drei Zustände ist: das ist. während die Sankhyaphilosophie die Seele in ihrer eigenen Wesenheit ganz monadisch erfasste und alles. was die Seele differenziert. Er gebraucht nicht das Wort. das Grün stellt dar den Rajaszustand in bezug auf Licht und Finsternis. Also im Seelischen.Im Sinn des Aristoteles ist es. . dass das Finstere das Licht überragt. wenn er von Licht und Finsternis in den Farben spricht. dass sich die beiden das Gleichgewicht halten und eine Farbe ist rötlich oder orange.

den Goethe geführt hat.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ und das Blau und Violett. mitten aus unserer wissenschaftlichen Kultur heraus. Also in der Farbenlehre des Aristoteles haben wir einen Nachklang der alten Sankhyaphilosophie. Und wir erleben zuerst ein Aufglänzen dieser drei Zustände: Sattva. die uns aus einer spirituellen Auffassung der Weltzustände in der Sankhyaphilosophie entgegentritt. Tamas auf diesem äußeren Gebiet der Farbenwelt in einem harten Kampfe. Denn da tritt wiederum herauf. stellen dar den Tamaszustand in bezug auf Licht und Finsternis. wenn sie Goethe nicht recht gibt in dieser Sache. Wenn auch Aristoteles diese Ausdrücke nicht gebraucht. Es wird heute noch verlästert bei den modernen Physikern. Denn nachdem sozusagen ganz und gar die alte aristotelische Gliederung der Farbenwelt in einen Sattva-. Sie werden verstehen können. die Goethesche Farben- 44 . warum ich mir zum Beispiel vor vielen Jahren die Aufgabe gestellt habe. deshalb kann sie über die Goethesche Farbenlehre schimpfen. Wenn man aber verbinden wollte heutige wirkliche Wissenschaft mit okkulten Prinzipien. aber die Goethesche Farbenlehre ist eben hervorgeholt aus den Prinzipien spiritueller Weisheit.und Tamaszustand verschüttet war. Rajas. Aber auch dieser Nachklang ging verloren. meine lieben Freunde. es scheint doch noch herein die Denkweise. aber sie zeigt nur. Die heutige Physik hat Recht von ihrem Standpunkt aus. das gehört sich für die heutige Physik. das einstmals als spirituelles Prinzip in der Sankhyaphilosophie geherrscht hat. wo die Finsternis überwiegt. tritt dasselbe wiederum bei Goethe auf. dass sie in diesen Dingen eben von allen guten Göttern verlassen ist. dann müsste man gerade heute für die Goethesche Farbenlehre eintreten. Rajas. das Prinzip.

dass Kapila der Begründer der Sankhyaphilosophie ist. Mehr westlich davon war die menschliche Natur so. dass sie hindrängte. Diese Sankhyaphilosophie. handgreiflich deutlich vor Augen führt. wie es gegeben ist in der Sankhyaphilosophie. nordöstlichen Gegenden Indiens war die menschliche Natur so. von denen wir gesprochen haben. aber auf okkulten Prinzipien ruhend. Er wird selbst seiner Geburt nach hinversetzt. dass er sie darstellt nach den drei Zuständen Sattva. wo einstmals derjenige gewirkt hat. sondern dass in verschiedenen Gebieten des alten Indien Menschen gelebt haben. der zum erstenmal diese große Sankhyaphilosophie zusammengefaßt hat.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ lehre wiederum auch als eine physische Wissenschaft. nicht der allererste Urzustand der Menschheitsentwickelung mehr vorhanden war. sie ist vorbuddhistisch. wie herauswächst der Buddha aus der Sankhyalehre. Denn es erzählt mit Recht die indische Lehre. Rajas und Tamas. so vorzustellen. zur Geltung zu bringen. die differenziert waren. wie es viele der heutigen weltlichen Orientalisten darstellen. weder so. noch auch so. In. sagen wir. dass sie hindrängte. So tritt nach und nach wie aus einem Geistesdunkel heraus in die neue Geistesgeschichte mit den neuen Mitteln erforscht. Vorzustellen haben wir uns das Verhältnis dieser Sankhyalehre zu den anderen geistigen Strömungen. weil ja dazumal. was einmal durch ganz andere Mittel der Menschheit errungen worden ist. ich möchte sagen. die Welt im Sinne 45 . als diese drei Geistesströmungen sich ausgebildet haben. wie es der Jesuit Joseph Dahlmann darstellt. was uns ja die Buddhalegende. Buddha ist aber geboren in dem Wohnort des Kapila in Kapilavastu. denn man kann ganz sachgemäß sagen: Goethe gliedert die Farbenerscheinungen so. womit hingewiesen ist darauf.

manches hineingearbeitet. so wie sie uns entgegentreten. dazu gibt der Yoga Anweisung. und wenn du dich durchdringst mit dem Wissen von Sankhya. nicht durch bloße Betrachtung der äußeren Formen hat vorwärtskommen wollen. dann siehst du. und erst später wurde dadurch. Der Yoga unterscheidet sich von der Sankhyabetrachtung dadurch. Wie sich die Seele entwickeln soll. dass letztere eigentlich eine richtige Wissenschaft ist. was Krishna seinem Schüler Arjuna gibt in der erhabenen Gita. die nicht einseitig sich hat entwickeln wollen. um in die geistigen Höhen zu kommen. vieles aus der Sankhyaphilosophie hineingearbeitet finden. Und die dritte Geistesrichtung. der Yoga trat auf. Yoga . eine Wissenschaft.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ der Vedenlehre vorzustellen. dass sie eigentlich nur diese Formen fasst und noch das Wechselverhältnis der menschlichen Seele zu diesen Formen. um das wiederum zu entwickeln. Und wenn wir uns fragen: Wie müsste sich in einer verhältnismäßig späteren Zeit eine indische Seele verhalten haben. sondern die auch das seelische Wesen selber hat hinaufbringen wollen. so dass wir jetzt in den Veden.wir haben es schon gesagt -. was ursprünglich wie durch gnadenvolle Erleuchtung im Veda gegeben worden ist. du siehst die Welt in äußeren Formen. Eine solche Seele hätte sich so entwickeln müssen. die auf die äußeren Formen losgeht. dass die Vedantisten weiter gearbeitet haben. wie man es mit den Worten ausdrücken kann: Ja. wie die einzelnen Formen sich 46 . dann bekommen wir die Antwort in dem. Die einzelnen geistigen Nuancen kommen also aus den verschieden veranlagten menschlichen Naturen in den verschiedenen Gegenden Indiens. weil nach und nach das ursprüngliche Hellsehen abhanden kam und man neue Wege zu den geistigen Höhen suchen musste.

damit du dieses Seelisch-Geistige in dir und um dich und vereint mit dir empfinden und erleben kannst. was einstmals der Veda verkündigt hat durch gnadenvolle Erleuchtung. was die Seele 47 . wie Form um Form entsteht und vergeht. die werden. was bleibend. wie Form um Form sich wandelt. das bald mehr nach dem Sattvazustand. Andächtiges Verehren des Geistig-Seelischen. musst du die schlummernden Kräfte in deiner Seele entwickeln. Eine solche gründliche Betrachtung weist dich auf etwas hin. was unvergänglich gegenüber den Formen ist Bleibend ist ja auch das materielle Prinzip. wie Form um Form sich wandelt. das in diesen Formen lebt. Aber wenn du gründlich überlegst. zu dem leitet. was als Geistiges hinter den wandelnden Formen in Einheit lebt. dein Blick folgt Geburten und Toden der Formen. Bleibend aber ist das seelisch-geistige Element. es weist dich deine gründliche Betrachtung auf das geistige Prinzip hin. die du siehst. Dein Blick verfolgt das Entstehen und Vergehen der Formen. so dass der Schüler von Stufe zu Stufe durch den Yoga aufsteigt. dann weist dich deine Betrachtung auf das hin. Du siehst aber auch. bald mehr nach den anderen Gunas mit den Formen verknüpft ist. die entstehen und vergehen. das sich aber auch wiederum befreit aus diesen Formen. musst du dich hingeben dem Yoga. das ist der andere Weg.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ entwickeln von der Urflut herab. Auf das richte hin deinen Blick! Damit du aber dieses Seelisch-Geistige selber erleben kannst. was in allen diesen Formen sich ausdrückt. die gehen durch Geburt und Tod. der die Seele selber vorwärts leitet. innerhalb dieser Formen sich wandelt. aber bleibend sind nicht die Formen. der beginnt mit dem andächtigen Aufblicken zu dem seelisch-geistigen Element des Daseins und der durch Anwendung bestimmter Übungen hinführt zur Entwickelung der schlummernden Kräfte.

das allen Formen zugrunde liegt. so gehe durch das Wissen der Sankhyaphilosophie. indem du auf der einen Seite durch die Sankhyaphilosophie denkend. Von zwei Seiten kannst du dich dem Ewigen nähern: durch denkende Betrachtung der Welt und durch den Yoga. Zu dem dringst du vor. das sowohl draußen lebt.hätte von einem höchsten Lehrer dem Schüler gesagt werden können -. was hinter allem Wandel der Formen zu suchen ist. Aber die Menschheit drang allmählich vor in ihrer Entwickelung von jenem an das Blut gebundenen hellsichtigen Prinzip zu dem mehr seelisch-geistigen. durch die Formen von der höchsten bis zur gröbsten Stofflichkeit. das der Welt als Einheitliches zugrunde liegt. dass nicht verloren werde dieser Zusammenhang. Aber du kannst auch in deiner Seele von der Andacht ausgehen. dann dringst du denkend zum Ewigen. So gehe . So blicken wir in alte Zeiten zurück. dass da ein Bleibendes.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ wiederfinden wird durch den Yoga als das. so gehe hindurch vernunftgemäß und sage. was die großen Vedenlehrer als das einheitliche Atman-Brahman bezeichnet haben. und beides führt dich zu dem. der Formen. durch die Betrachtung von Sattva. wie wir es dargestellt haben in der Schrift «Blut ist ein ganz besonderer Saft». deshalb mussten 48 . da dringst du durch den Yoga von Stufe zu Stufe. Dass aber nicht verloren werde der Zusammenhang mit dem Seelisch-Geistigen. auf der anderen durch den Yoga andächtig schreitest. dringst so zum Geistigen vor. der naiv erreicht worden ist in den alten Zeiten der Blutsverwandtschaft der Stämme und Völker. Einheitliches sein muss. in denen sozusagen noch mit der menschlichen Natur durch das Blut verbunden war hellsichtige Kraft. der Gunas. wie im Inneren der Seele. Rajas und Tamas.

die ihm blutsverwandt sind. auf der anderen Seite stehen diejenigen. Und sie erzählt uns. Arjuna. wenn er Denken und Andacht entwickelt. Und er erzählt. von dem großen Krishna.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ neue Methoden. Wir erblicken sozusagen die eine Linie. was mehr als Geistig-Seelisches auf die Nachwelt kommen soll. wohin der Mensch kommen kann. zu denen übergehen soll dasjenige. wie Krishna seinen Schüler Arjuna unterweist in alledem. der uns charakteristisch genug als blind vorgeführt wird. Er steht auf der einen Seite der Kämpfenden. sondern das Physische. in dem blinden König Dhritarashtra aus dem Kurustamme. als der Gita-Inhalt beginnt. die Pandusöhne. wie drüben unterrichtet wird der Repräsentant der Kämpfenden. Und der Wagenlenker erzählt seinem König. seinem blinden König erzählt der Wagenlenker. weil sich das Geistige in diesem Stamm nicht fortpflanzen soll. was wir angeführt haben jetzt. die Bhagavad Gita. neue Unterweisungen sich ergeben beim Übergang von der Blutsverwandtschaft zu der Periode. wenn er anwendet Sankhya und Yoga. in ebenso philosophischen wie dichterischen 49 . An diesen Übergang zu den neuen Methoden führt uns der Erhabene Sang. von dem Lehrer des Menschen. Wir blicken auf der einen Seite hinauf in eine Zeit. wo das altindische Erkennen und Verhalten der Menschen im Sinne dieses Erkennens noch vorhanden war. Und ihn erblicken wir im Gespräch mit seinem Wagenlenker. weil sie im Übergang sind von alten in neue Zeiten. um hinaufzudringen zu dem. wie im Kampfe miteinander liegen die Nachkommen der königlichen Brüder aus dem Kuruund Pandustamme. die aus den alten Zeiten herüberragt in die neuen. er erzählt. was die einstigen großen Lehrer der Menschheit in den Veden niederlegten. die vergangen ist. Und grandios. was drüben sich ereignet bei den Pandusöhnen. die aber im Kampfe stehen. wo nicht mehr die Blutsverwandtschaft herrschte.

DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Worten wird uns erzählt die Unterweisung durch Krishna. durch den großen Lehrer des Menschentums der neuen Zeiten. seinen Blutsverwandten. was erzählt wird. Da steht Arjuna vor uns voller Seelenqualen zunächst . die herausgetreten sind aus der Blutsverwandtschaft. was uns an dieser Bhagavad Gita ganz besonders anzieht. In jener Betrachtung. geführt so. So finden wir etwas anderes da noch aus den alten Zeiten herüberleuchten. was wir oftmals als einen wichtigen Übergang der Menschheitsevolution betrachtet haben. dass uns in der Unterweisung des Arjuna durch Krishna gezeigt wird. und er sagt sich jetzt: Da soll ich kämpfen gegen die. wie die Menschheitsentwickelung von der Zeit der Blutsverwandtschaft ausging zu späteren Differenzierungen und wie sich damit das seelische Streben gewandelt hat. hinaufdringen muss zu dem Unvergänglichen. Und in dem Erhabenen Sang. So wird für uns der Erhabene Sang zu einer Illustration dessen. an das Blut gebundene Hellsehen eigen ist. Er sieht sich kämpfend gegenüber dem Kurustamme. dem nicht mehr das alte. und in manchen ähnlichen Betrachtungen wiesen wir hin. In dieser Lehre tritt uns das entgegen.das hören wir aus der Erzählung des Wagenlenkers. denn das. die der Schrift «Blut ist ein ganz besonderer Saft» zugrunde liegt. wie da eindringlich von dem Weg des Menschen gesprochen wird. in der Bhagavad Gita. kommt aus dem Munde des Wagenlenkers des blinden Königs Dhritarashtra -. wie der Mensch. wie anschaulich von dem Weg des Menschen zum Unvergänglichen gegenüber dem Vergänglichen gesprochen wird. werden wir unmittelbar an diesen Übergang geführt. da steht vor uns Arjuna mit seinen Seelenqualen. Und das. die mir blutsverwandt 50 . was wir aus der Sache selber betrachtet haben. ist die Art.

gegen die. Ihr werdet kämpfen müssen. die ewigen Seelen. und sagt zu ihm: Wende zunächst durch denkende Betrachtung deinen Blick hin auf das Menschenleben und blicke auf den Fall. die sich in den Formen der Außenwelt nur ausdrücken. wandelnde Formen gegen wandelnde Formen kämpfen? Welche dieser Formen auch die anderen in den Tod führen werden .Da empfindet er die schwere Seelenqual: Kann ich in diesem Kampfe siegen. und da drüben sind ebenso verdienstvolle Helden. Da sind manche der Helden unter uns. aus der Situation selber heraus. Ihr werdet kämpfen müssen. die deine Mitkämpfer sind. so will es der Augenblick. und ähnlich die Seelen. die jetzt Sieger sein werden. die unberührt bleiben von allem Kampf? In grandioser Weise. das heißt in vergänglichen Formen. gegenüber den ewigen Seelen. der einen Übergang bezeichnet von einer Periode in die andere.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ sind. so will es das Werkgesetz. weil Formen gegen Formen kämpfen. der große Lehrer. denn so will es euer Gesetz. Da leben in den Leibern derer. welche Sohne der Brüder meiner Väter sind. worauf dich die denkende Betrachtung des Sankhya führt. Aber darfst du trauern. die sich gegenüberstehen. ist Leben. Und ähnlich sind die Seelen. in dem du jetzt selber bist. die du bekämpfen wirst aus dem Kurustamme. die jetzt in den Tod gehen werden. . 51 .Da tritt vor ihn hin Krishna. wie Arjuna nicht Seelenqualen im Innersten seines Wesens erdulden soll. die seelischen Wesen. das Gesetz der äußeren Evolution der Menschheit. die sich in diesen Formen nur ausdrücken. wird uns vorgeführt. die unvergänglich sind. die ihre Kampfwaffen führen sollen gegen die Verwandten. die ihre Waffen führen sollen gegen uns. Und was ist dieser Sieg und was ist dieser Tod gegenüber dem. darf ich in diesem Kampfe siegen? Dürfen Brüder gegen Brüder das Schwert erheben? . was ist Leben? Formenwandel ist Tod. da leben in denen.was ist Tod.

Dann sind wir auf dem rechten Weg. der ihr angehörte. hinaufheben will zu einer höheren Stufe. Das fühlen wir. wenn wir die abstrakten Gedanken erfassen. was einmal jemand in bezug auf diese orientalische Philosophie. und wenn er auch ein noch so hoher Weiser war. zu dem Ewigen. das leben wird. weil er hinblicken soll von dem Vergänglichen. dass der. gesagt hat: Diese orientalische Philosophie ist so sehr zugleich in jenen alten Zeiten Religion. die große Note gegenüber einem wichtigen Evolutionsereignis der Menschheit. in der Bhagavad Gita. sondern unmittelbar hineinwirkt in das Gemüt. in der sie sich erhaben fühlt gegenüber allem Vergänglichen. doch nicht eines gewissen Quantums von Weisheit ermangelte. so dass der Schüler vor uns steht im Anblick der Vergänglichkeit und 52 . auch wenn dieses Vergängliche in einer für die unmittelbare Menschenseele so qualvollen Art vor das Auge tritt wie im Siegen oder Besiegtwerden. das in den Kampf verwickelt ist. ob er Sieger oder Besiegter ist. und der einfachste Mensch. nicht der tiefsten religiösen Inbrunst ermangelte. die ihn jetzt zum Kampf aufruft. in der Bhagavad Gita entgegentritt. indem wir sehen. sind wir auf dem rechten Weg. wenn wir die Unterweisung des Krishna so betrachten.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ sondern der Pflicht allein dienen. Wir sehen bewahrheitet das. dass er die Seele des Arjuna hinaufheben will von der Stufe. auf der sie steht und durch die sie hineinverstrickt ist in das Netz des Vergänglichen. die Note vom Vergänglichen und Unvergänglichen. Und nicht. wie der große Lehrer Krishna nicht allein die Ideen seines Schülers ergreift. wie sie uns in dem Erhabenen Sang. Und so wird gleich auf eigenartige Weise die große Note angeschlagen in dem Erhabenen Sang. im Todbringen oder Toderleiden. sondern wenn wir den Empfindungsgehalt der Sache auf uns wirken lassen. der nur in seiner Gefühlsreligion lebte.

über Schmerz und alles Leid der Vergänglichkeit. die sie hinausragen lässt über alle Vergänglichkeit. über alle Qualen. und seine Seele in solch bedeutungsvoller Situation sich hinauferhebt zu einer Höhe.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ der Qualen der Vergänglichkeit. 53 .

obzwar es geistig viel niedriger steht als die Sankhyaphilosophie. wenn wir das. wie Weltanschauungen eben ein Schicksal für die menschliche Seele werden können. im eminentesten Sinne zeigen können. wie sie uns in der Bhagavad Gita gegeben ist. von einer solchen in Ideen ausdrückbaren Weltanschauung in wissenschaftlicher Form. 54 . was sozusagen unserer Zeit für den normalen Menschen geblieben ist von einer solchen Erkenntnis. wenn wir sie richtig ins Auge fassen. sondern dem sie ein Schicksal sind.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ DRITTER VORTRAG KÖLN. nicht eine bloße Theorie. in denen sich das seelische Leben zum Ausdruck bringt. Und wenn wir das. der Vedarichtung. nämlich die Sankhyaphilosophie und der Yoga. wie sie in der Bhagavad Gita oder in ähnlichen Werken der Weltliteratur niedergelegt sind. was dem Menschen werden kann an Wissen. dann können wir sagen: Auch in unserer Zeit kann noch empfunden werden schicksalsmäßig dasselbe. Überschau über die Erscheinungen der Welt. dem Dinge. DEZEMBER 1912 Die ganze Bedeutung einer solchen philosophischen Dichtung. Erkenntnis in Ideen. und ein Schicksal können Weltanschauungen für die Menschheit sein. Mit dem Begriff der Sankhyaphilosophie können wir alles das verbinden. wird nur der richtig würdigen können. auch als eine solche Erkenntnisnuance bezeichnen. Entgegengetreten sind uns in den Auseinandersetzungen der letzten Tage zwei Weltanschauungsnuancen außer der dritten. zwei Weltanschauungsnuancen. 30. was gegenüber der Sankhyaphilosophie schicksalsmäßig empfunden werden kann. die uns.

alles das kann vor unsere Seele treten. Vernunftwissen hat. des Unbefriedigt-Seins im allgemeinen an einem solchen Wissen. Es kann ja dann diese Seele bis in die Einzelheiten der Formen der Welterscheinungen eintreten. durch ihre Fähigkeiten und ihr Karma so sich in die Welterscheinungen einzuleben. das Unbefriedigte im Gemüte. Wenn eine Seele nur so sich der Welt hingeben würde. wenn sie in solch einseitiger Weise sich einer Weltanschauungsnuance hingibt. in einer Inkarnation nur Gelegenheit fände. die Ödigkeit. dass sie vor allen Dingen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ . die sich im Grunde genommen nur erfahrungsgemäß beantworten lässt. wenn 55 . das bloß in gelehrtenhafte Art geprägt ist. eine in dem charakterisierten Sinn gehaltene Weltanschauung zu haben. werden wir finden. dass diese Seele entweder mehr oder weniger den Charakter unbefriedigter Ironie gegenüber den Welterscheinungen annimmt oder der Interesselosigkeit. Alles das. ob durchglänzt von hellseherischer Kraft oder nicht. so führt eine solche Seelenrichtung unter allen Umständen zu einer gewissen Art Kälte des ganzen Seelenlebens. wenn an sie ein Wissen herantritt. von dem wir in gewisser Weise sagen können: Er ist in einseitiger Weise Wissenschafter oder Sankhyaphilosoph.Allerdings wird schicksalsmäßig nur der empfinden. kann sozusagen in ausgiebigster Weise Verständnis haben für alles. sagen wir. Und je nachdem dann das Temperament der Seele geartet ist. die da eine Seele befällt. was sich an Kräften ausdrückt in der Welt. was so viele Seelen in unserer Zeit auch fühlen können. was einer Seele passiert. Man muss kennen das.Wie steht ein solcher der Welt gegenüber? Wie kann er in seiner Seele empfinden? Das ist eine Frage. das von Erscheinung zu Erscheinung schreitet. welcher in einseitiger Weise einer solchen Weltanschauungsnuance sich hingibt. die Kälte. wenn sie alle ihre Kräfte daransetzt. . was sich an Formen wandelt in der Welt.

nichts empfinden. der menschlichen Seele. Das. die sozusagen weltverloren ist. ihrer selber ungewiss. wenn es da drinnen leer bliebe! . zum Schicksal. was im Inneren selber wertvoll werden kann. das Herz ist nicht beteiligt. wenn wir einer solchen Seele begegnen. wie die Welt entstanden 56 . Verödet. entweder indem diese Seelen selber unbefriedigt und ihre Leerheit fühlend. der Kosmologie.so könnte eine solche Seele sagen. Was hätte ich. Wir finden es. wie sie angegeben worden ist. das nichts von sich hat und von dessen Individualität die Welt nichts haben kann. wie ein Verlust alles dessen.Kalt weht es uns an. uns wie elend entgegentreten. nichts erleben könnte. wird sich eine solche Seele fühlen. das kann wie ein Verlorensein an die Welterscheinungen werden. interesselos an ihrem vielen Wissen. das kann ein bitteres Schicksal werden. das Gemüt ist leer! . wir finden es bei vielen Leuten. ein für sich selbst verlorenes Wesen zu sein. es verschmäht. oder aber wir finden es. wenn ich die ganze Welt gewänne und über meine eigene Seele nichts wissen. welche uns mit irgendeiner Art von Gelehrsamkeit entgegentreten. ein Wesen. die einseitig die Entwickelung durch den Yoga sucht. Sankhyaphilosophie kann so zum Schicksal werden. nichts fühlen. und wir doch fühlen: Das ruht im Kopf. Und wiederum: nehmen wir eine Seele.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ wir eine solche Seelenrichtung ins Auge fassen. was eben jetzt geschildert worden ist. Vollgepfropft sein mit dem ganzen Wissen der Welt und in sich selber leer sein. irgend etwas von der Außenwelt zu erkennen. das dem Menschen nahebringt. mit einer abstrakten Philosophie. Die sagt: Was hilft es mir zu erfahren. wenn jemand mit einer abstrakten Philosophie an uns herantritt und uns Auskünfte geben kann mit abstrakten Worten über das Wesen der Gottheit.

sich vereinsamt fühlt. Und im Hintergrunde solch großer Manifestationen. ich will selber durch die Entwickelung meiner Kräfte vorwärts kommen. dann hinaustritt in die Welt und überall an die Welterscheinungen anstößt. Wenn man diese Lebenszusammenhänge ins Auge fasst.Sie wird im Inneren vielleicht sich warm fühlen. dann wird die Einseitigkeit wiederum zum verhängnisvollen Schicksal. in sich Befriedigtes. in das Eremitentum zurückgezogen. die Höhen des Seelenlebens sucht. die da alle Kraft verwenden auf die Evolution ihres eigenen Wesens. wenn wir nur ein wenig hinter sie blicken. dann erst empfindet man das Schicksalsmäßige von Weltanschauungen. Und wie kann uns oftmals eine solche Seele entgegentreten! Wie kann man sie kennenlernen. Auf die Dauer wird es für eine solche Seele nicht so bleiben. weil sie fremd gegenübersteht der Herrlichkeit der Offenbarungen und sie nicht versteht.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ist. . wird oftmals uns so entgegentreten. Wenn eine solche Seele. wie wir sie in der Gita und auch in den Paulusbriefen finden. Mag sein. solch großer Weltanschauungen. sondern auf die Dauer ist eine solche Seele ausgesetzt der Vereinsamung. aber vielleicht da sich sagt: was kümmern mich alle diese Welterscheinungen -und wenn sie dann doch. was für uns unmittelbar schicksalsmä- 57 . da tritt uns entgegen dieses Schicksalsmäßige. dass sie uns erscheint wie etwas in sich Geschlossenes. die kalt und gleichgültig an ihren Mitmenschen vorbeigehen. Ich will alles aus mir heraus suchen. die. als ob sie nichts mit ihnen gemein haben wollten! Weltverloren kann sich eine solche Seele selber fühlen. schaut uns das an. die Menschenwesen. Man möchte sagen: Sowohl hinter der Gita wie hinter den Paulusbriefen. und egoistisch bis zum Exzess kann sie den anderen Seelen vorkommen.

was da ausgesprochen wird aus dem Munde des 58 . Und diese äußerliche Verschiedenheit. die da fließt aus der richtig verstandenen Auferstehung des Christus. Da stehen wir vor der Bhagavad Gita nicht nur bewundernd aus den Gründen. äußerlich recht verschieden voneinander. Wie kann das Schicksal uns anschauen auch aus den Paulusbriefen? Da finden wir so oftmals hingewiesen darauf. Nur wenn man die Sachen so fasst. sie wirkt. dann steht einem vor Augen das Gewaltige solcher Menschheitsäußerungen. dann fühlen wir auf der anderen Seite. Dann kommt das äußere Werk. wie das eigentliche Heil der Seelenentwickelung in der sogenannten Glaubensgerechtigkeit besteht gegenüber der Wertlosigkeit der äußeren Werke. Es ist in der Welt da. durch das. wie da die menschliche Seele entfremdet werden kann dem äußeren Werk und sich ganz verlassen kann auf Gnade und Glaubensgerechtigkeit. Nun sind diese beiden Menschheitsäußerungen. die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe. wenn sie den Zusammenschluss findet mit dem Christus-Impuls. in jedem Teil dieser Werke auf die Seele ein.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ßig wird. die wir kurz schon angeführt haben. sondern da stehen wir bewundernd auch aus dem Grunde. weil in alledem. möchte ich sagen. wir schaffen es dadurch nicht hinweg. Wir stoßen in der Welt damit zusammen. weil aus jedem Vers uns entgegenleuchtet Hochgesinnung der menschlichen Seele. Und das Schicksal tönt uns wiederum entgegen in all seiner gigantischen Größe. weil sie uns poetisch so groß und gewaltig anmutet. wie da die menschliche Seele sozusagen in sich selber zurückgewiesen wird. Wenn uns das entgegentritt in den Paulusbriefen. dass wir es hinwegdekretieren. was der Seele werden kann. wenn sie in sich aufnehmen kann die große Kraft.

DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Krishna oder seines Schülers Arjuna. über alles Leidenschaftliche. in eine Atmosphäre der Weisheit werden wir hineinversetzt. wir etwas fühlen wie ein Hinausgehoben-Sein über die alltäglichen menschlichen Erlebnisse. Und die Dinge. wie uns aus ihnen entgegenweht. Zuweilen ist der Ton polternd. Wir nehmen diese Paulusbriefe in die Hand. verdammt wird vielfach dieses oder jenes in den Paulusbriefen. wenn wir auch nur ein Stück der Gita auf uns wirken lassen. die das oder jenes getan haben. was der Seele Unruhe gibt. der Abgeklärtheit. der Gelassenheit. Wir fühlen überall: wir müssen uns von manchem allzu Menschlichen freigemacht haben. was passiert ist. gescholten wird. über den Unterschied des Mosaismus und des Christentums. der entweder aufgeregt ist oder aus gerechtem Zorn sich über andere ausspricht. ein leidenschaftlich empörtes Wesen über das. der Leidenschaftslosigkeit und Affektlosigkeit. über die Auferstehung. wenn wir das erhabene Göttliche in der Gita in der richtigen Weise auf uns wollen wirken lassen. aus dem Munde des Paulus. über alles. Das Erhabene der poetischen Sprache fehlt. Wir können bei keinem Satz vergessen. und wir fühlen vielfach. die da vorgebracht werden über die großen Begriffe des Christentums. Und wir fühlen überall unsere ganze Menschlichkeit schon durch die Lektüre der Gita wie auf eine höhere Stufe hinaufgehoben. Verurteilt. lassen sie auf uns wirken. Anders ist das alles bei den Paulusbriefen. In eine Sphäre der Seelenruhe. selbst die Leidenschaftslosigkeit der Gita fehlt. was mit Affekt zu tun hat. dass ein Mensch spricht. der philosophische Definition sein will und der es doch nicht ist. alles das wird vorgebracht in einem Ton. über die Gnade. über die Gesetzhaftigkeit. weil in jeden Satz hineinklingt eine Note des Paulus. könnte man sagen. der gewissermaßen philosophisch sein soll. oder der über die höchsten Begriffe des 59 .

einen ganz persönlichen. Äußerlich also sind gewaltige Unterschiede. . dass man sich vor der Wahrheit verschließt und solche Dinge nicht gesteht. er ist persönlich engagiert* er steht unter dem Eindruck. dass man sie begreift und im richtigen Sinn sie auffasst. eine Äthersphäre. Nicht dadurch kommt man zur Erkenntnis. wie wir gearbeitet haben Tag und Nacht.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Christentums so spricht.Wie persönlich ist das alles! Ein Hauch des Persönlichen geht durch die Paulusbriefe. dass durch das große Lied. finden wir in der erhabenen Gita. Wie könnte es uns beim Lesen der Gita begegnen. Affektloses gegeben worden ist. uns entgegentritt. und wir können sagen: Es würde das blindeste Vorurteil sein. damit wir niemand zur Last fielen. die Paulusbriefe. durch das einstmals dem Hinduismus gegeben worden ist der Zusammenfluß schicksalsmächtiger Weltanschauungen. wenn man sich nicht gestehen wollte. 60 . Diesen Gegensatz wollen wir daher durchaus wie eine eherne Tafel hingestellt sein lassen vor unsere folgende Betrachtung. dass er an diese oder an jene Gemeinde schreibt: Wie sind wir selber eingetreten für den Christus Jesus! Erinnert euch. dass er ein Propagandist dieser Ideen ist. Eine wunderbar reine Sphäre. wenn wir in seinen Briefen lesen. dass sich etwa eine ähnliche Gesinnung persönlicher Natur ausspräche wie bei Paulus. etwas Unpersönliches. dass wir fühlen. während das. dass durch diese Gita den Hinduisten etwas erhaben Reines. Gelassenes und Leidenschafts-. oft leidenschaftserfüllten und alle Gelassenheit entbehrenden Charakter trägt. wie wir niemand zur Last gefallen sind. die ans Übermenschliche überall grenzt und zuweilen sich in das Übermenschliche hineinerstreckt. was wie die Ur-Urkunde des Christentums. sondern dadurch.

Man kann nicht verstehen. ob wir unsere eigenen anthroposophischen Bezeichnungen nehmen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Wir haben schon gestern darauf aufmerksam gemacht. die ich gelegentlich schon da oder dort besprochen habe. wie man einen Menschen bezeichnet. wenn man weiß. Anders war das in älteren Zeiten. kurz. Und Sie werden sich leicht überzeugen können. wenn man weiß. die wir heute wählen. all diese Bezeichnungen. Denn schließlich wird man von einem Menschen in unserer heutigen Zeit nicht viel wissen. dass im Sinne der Sankhyaphilosophie der Mensch aus dem groben physischen Leib besteht. wer Krishna ist. Ob wir die Bezeichnungen der Sankhyaphilosophie nehmen. dass er diesen oder jenen bürgerlichen Namen trägt. Wir haben gehört. wenn man solch eine Bezeichnung seiner sozialen Rangordnung weiß. etwas höchst Gleichgültiges. Jetzt ist im Grunde genommen die Art. dass uns in der Gita die bedeutsame Unterweisung des Arjuna durch Krishna entgegentritt. Und auch dadurch weiß man heute nicht viel von einem Menschen. dass die ganze Art der Namengebung und -bezeichnung in früheren Zeiten eine andere war als jetzt. dem feineren 61 .das wird sich auch jeder gestehen -. wenn man sich nicht bekannt macht mit einer Sache. Man weiß also auch nicht viel von diesem Menschen. nicht sonderlich viel besagen. dass er Müller oder Schulze heißt. Wer ist denn eigentlich nun Krishna? Diese Frage muss uns vor allen Dingen interessieren. sie besagen nicht viel für den Menschen. wenn man erfährt. wir können von beiden ausgehen und die folgende Betrachtung anstellen. dass er Hofrat oder Geheimrat oder irgend etwas anderes von dieser Art ist. dass auch andere Bezeichnungen. Man weiß auch schließlich nicht viel von einem Menschen . bekannt macht damit. dass man ihn anzureden hat mit «Euer Hochwohlgeboren» oder «Hochwürden» oder auch nur als «geehrter Herr».

dass das noch nicht der Fall ist.oder Gemütsseele. wenn man zum Ausdruck brächte. was das Manas genannt wird. was der Mensch erreichen kann im gegenwärtigen Menschheitszyklus. Aber wenn wir nun die Menschen nehmen so. In unserer Gegenwart geht es nicht. demjenigen. dass er in seiner Wesenheit am deutlichsten den Ahamkara ausdrückt. da können wir sagen: Die Menschen sind voneinander verschieden. der die gesetzmäßigen Kräfte der Sinne enthält. dass das Höchste. wie sie uns entgegentreten in dieser oder jener Inkarnation. ein Anflug von Ahamkara sei. die gegeben werden durch die ganze Art. Oder wenn wir in unserer Sprache reden: Wir finden Menschen. wie sich ein Mensch darlebt. dem Leib. beim dritten mehr der innere Sinn. beim anderen mehr das hervortritt. und es würde für ihn verletzend sein. was im ätherischen Leib sich ausdrückt. Mit diesen Unterschieden ist auf das Wesen der Menschen selber hingewiesen. Bezeichnungen der Menschen zu wählen nach der Wesenheit. beim vierten mehr Ahamkara. bei denen hervorragend tätig sind die Kräfte der Empfindungsseele. aus leicht begreiflichen Gründen. Die anderen höheren Glieder brauchen wir nicht zu betrachten. weil sie im allgemeinen noch nicht ausgebildet sind. Denn würde man heute bei der weitverbreiteten Gesinnung der Menschheit zum Beispiel zu sagen haben.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Elementenleib oder Ätherleib. andere. bei denen hervorragend tätig sind die Kräfte der Verstandes. so dass bei dem einen Menschen stark nur das hervortritt. die in diesem Sinn ausgedrückt ist. Ahamkara und so weiter. dass ein niedrigeres 62 . dass sie inspiriert sind von Manas und so weiter. bei denen etwas anderes hereinspielt dadurch. was in der Gesetzmäßigkeit der Sinne liegt. und wieder andere. wir finden andere Menschen. bei denen die Kräfte der Bewusstseinsseele hervortreten. Das sind Unterschiede. so würde jeder überzeugt sein.

vielleicht ihm gar die Führerrolle zuzuerteilen. so haben wir in ihnen dasjenige zu sehen. ihn herauszuheben aus der übrigen Menschheit. der ist ein Manu. dass man Rücksicht nahm auf die eben charakterisierte Wesenheit.und nur ganz seltene Menschen hätten ein solches Wesen darleben können . das Manas. während man einen anderen nur als Sinnes-Träger bezeichnet hätte. in wirklich umfassendstem Sinn das Manas zum Ausdruck gebracht hätte. Nehmen wir an. Da bezeichnete man schon den Menschen im wesentlichen. der zwar in sich erlebt hätte den Ahamkara. sondern nach seinem hervorstechendsten Merkmal hätte man ihn bezeichnet als Manas-Träger.ein großer Gesetzgeber.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Glied bei ihm vorherrscht. sich bei seinen Erkenntnissen und Handlungen nur zu entscheiden nach dem. insbesondere wenn es darauf ankam. Nach den Gesetzen älterer kleinerer Menschheitszyklen hätte ein solcher Mensch . ein Führer großer Völkermassen sein müssen. dass er in sich fühlte die göttliche Inspiration. Und wenn uns Bezeichnungen in jenen älteren Zeiten entgegentreten. Nehmen wir an. 63 . bei einem Menschen würde sich besonders zum Ausdruck gebracht haben. das gerade bei ihm in seiner entsprechenden Inkarnation zum Ausdruck kommt. in alten Zeiten wäre ein Mensch aufgetreten. aber diesen als individuelles Element mehr hätte zurücktreten lassen und um seiner Wirksamkeit nach außen willen den inneren Sinn. was den Menschen charakterisiert nach dem hervorragendsten Gliede der menschlichen Organisation. zur Geltung gebracht hätte. der in umfassendstem. Und man hätte sich nicht begnügt. So war es nicht in alten Zeiten. ihn so zu bezeichnen wie andere Menschen. dass er es abgelehnt hätte. Man würde gesagt haben: Der ist ein Manas-Träger. man bezeichnete den Menschen schon so.

in den das Wort der göttlichen Weisheit hereingestrahlt hätte.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ was die Außenwelt durch seine Sinne gibt und was sein an das Gehirn gebundener Verstand sagt. Nehmen wir also an. dass man alles andere dabei übersah. was einfließt in eine gewöhnliche Biographie. wäre bei ihm eine Torheit gewesen. das sich ihm einsprach. der ist nicht nach dem Fleisch geboren. der die Welt durch seine Sinne hätte auf sich wirken lassen und über sie mit seinem an das Gehirn gebundenen Verstand nachgedacht hätte. Und noch im Johannes-Evangelium werden diejenigen. als die Gottessöhne hingestellt gleich im Anfang des ersten Kapitels. Denn dass er einen fleischlichen Leib an sich trug. die aus ihm gesprochen hätte. der die Welt mit den Sinnen und dem an das Gehirn gebundenen Verstand betrachtet. Einen solchen Menschen würde man bezeichnet haben als einen Gottessohn. der andere wäre ein solcher Mensch gewesen. er ist geboren von Vater und Mutter. Dann würde man sich im Sinne der alten Gesinnung so ausgesprochen haben. wodurch er sich den anderen Menschen zum Ausdruck brachte. die einmal so waren. war nur das Gelegentliche. es war sozusagen nur das. man wäre zwei Menschen gegenübergetreten: Der eine wäre ein gewöhnlicher Sinnesmensch gewesen. Beim anderen Menschen. 64 . Alles andere war unbedeutend. dass er sich zum Verkündiger der göttlichen Substanz gemacht hätte. wie bei jenem ersten. wenn man dieses Bedeutsame zum Ausdruck brachte. das man ins Auge fasste. Und man sagt deshalb: Der Gottessohn. Eine solche Biographie zu schreiben. nicht das Wesentliche. sondern dass er überall hingehorcht hätte auf das göttliche Wort. käme nicht in Betracht. ist nach dem Fleisch gezeugt. Aber das Wesentliche war das. der der Verkündiger der göttlichen Substanz gewesen wäre. dass man gesagt hätte: Dieser eine Mensch ist ein Mensch.

wenn wir auf das hinschauen. was heute meinetwillen an Goethe-Biographien geschrieben wird. in dem hauptsächlich das Manas lebt. das stammte aus dem Geist.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ der ist jungfräulich. worauf es bei ihm ankam. die höher ist als alle Manus. . selten erscheint. Bei gewissen Schülern von Eingeweihten wäre es die größte Sünde gewesen. bis er auftreten kann. einer Wesenheit. dann können wir auch begreifen. unmittelbar aus dem Geist geboren. findet es höchst absurd. wenn wir auf das hinschauen und uns die Vorstellung bilden. die ihn hinaufbringen können zu seelischen Höhen. mit solchen Gefühlen gelebt hat. wodurch er Wert hatte für die Menschheit. gegenüber einer Persönlichkeit. aber als reale äußere Persönlichkeit in einem Weltenalter nur einmal auftritt: 65 . Und nur das hob man hervor in den alten Zeiten. in ganz seltenen Fällen einmal das wesentliche Glied einer menschlichen Wesenheit wird. dass er große Epochen abwarten muss. die ihrer Wesenheit nach in jedem Menschen steckt. was als die tiefste Wesenheit in dem Menschen leben kann in unserem Menschheitszyklus. die nur auf das gewöhnliche alltägliche Verhältnis Rücksicht nimmt. dass sie durch höhere Glieder der menschlichen Natur Bedeutung hatte. was jeder Mensch ahnen kann von seinen geheimen Kräften. eine Biographie im landläufigen Sinn zu schreiben. die dann von Zeit zu Zeit auftritt. dass. um Führer zu sein den anderen Menschen. was bei den anderen Menschen nur in der Anlage vorhanden ist.Das heißt: das. Wenn wir nun auf das hinschauen. dass die Menschheit der alten Zeiten mit solchen Empfindungen. Und nun stellen wir uns vor. wie durchdrungen diese alte Menschheit davon sein konnte. von der man erkannt hatte. Wer noch ein wenig nur sich etwas bewahrt hat von der Gesinnung jener alten Zeiten. dass solch ein Manu.

und er lehrt es als sein eigenes Wesen und wiederum doch so. weil in der Anlage alles das. wenn man davon spricht -. mit dem durch die Welt lebenden und webenden Göttlichen. der gar nicht lebt Diejenigen. auch nicht auf den feineren Elementenleib. als einzelne Wesenheit aufgefasst. in dem Krishna. in 66 . wo man im übrigen ganz in der Sinneswelt befangen ist. Wenn heute die Menschen von der Menschheit im allgemeinen sprechen. Zur Führung der Menschheit treten von Zeit zu Zeit die Wesenheiten auf. das höchste Menschentum. die von Krishna sprechen als von dem Menschen im allgemeinen. die man heute im Auge hat. sondern die sagen: Ja. dass es eine verwandte Saite anschlägt in jeglicher Menschennatur. sagen nicht: Das ist jene abstrakte Idee. aber sie tritt auch als einzelner Mensch in jedem Weltalter einmal auf und spricht durch Menschenmund. Nur dass es bei ihr nicht ankommt auf das äußere Fleischliche. dann nähern wir uns dem Wesen des Krishna. auch nicht auf die Kräfte der Sinnesorgane. Aber er ist kein Abstraktum. diese Wesenheit lebt zwar der Anlage nach in jedem Menschen. was in den Worten des Krishna liegt. die Menschheit als solche. Das abstrakte Wesen ist uns heute. so sprechen sie als Abstraktlinge davon. Er ist der Mensch im allgemeinen. zu einem allgemeinen Schicksal geworden. Der Krishna lehrt die höchste menschliche Weisheit. nicht auf Ahamkara und Manas. so hat man einen verschwommenen Begriff. Wenn man von dem Menschen im allgemeinen spricht.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ wenn wir uns einen solchen Begriff bilden. er ist. sondern ankommt auf das. wie wir sie zu sehen haben in dem großen Lehrer des Arjuna. man möchte fast sagen. was in der Buddhi und Manas unmittelbar zusammenhängt mit den großen allgemeinen Weltensubstanzen.

So müssen wir uns das Verhältnis des Krishna zu seinem Schüler Arjuna vorstellen. ein Bleibendes. dass in dem allen ein Unvergängliches. Siegen oder Besiegtwerden äußerlich erscheint. der so klingt. was Göttliches ist in jeder Menschennatur und doch als göttlich-menschliche Wesenheit einmal in der Evolution der Menschheit verkörpert erscheint. weil das Höchste spricht. Da tritt uns zunächst entgegen die große Lehre. der ganz menschlich. intim menschlich ist. so leidenschaftslos. So blickt der Mensch. der uns entgegentönt aus der Gita. jener Grundton. das zu ihm sich verhält wie ein Gott zu dem Menschen. Geburt und Tod. was sich in der Welt wandelt. von der schon im gestrigen Vortrag die Rede war. was er der Anlage nach ist und was doch ein anderer ist wie er. Auf der anderen Seite erscheint uns alles so gelassen. sie müsse es sich zum Vorwurf machen. dass eine jede Seele fühlt. dass alles das. so erhaben und weise. Und wie erhaben sind sie. als ob er jede Seele anginge. der Bhagavad Gita. und sei es selbst sich wandelnd in einer solchen Form. dass Entstehen und Vergehen. in jede Seele hineintönen könnte. dass mit Recht diese Gita den Namen des Erhabenen Sanges trägt. so intim menschlich. so affektlos. in erhabenen Worten und aus einer erhabenen Situation heraus: die Lehre. indem er zu Krishna aufblickt. ein Seiendes sich aus- 67 . ein Ewiges. zugleich aber auch zu einem anderen. Dann wird aber auch der Grundton angegeben. diese Lehren! Sie sind wirklich so erhaben.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ jeder menschlichen Seele sich findet. das wie ein anderer Mensch vor ihm stehen kann und in dem er als in einem anderen zugleich das verehrt. hinzuhorchen auf die große Krishna-Lehre. zugleich zu seinem eigenen höchsten Selbst hinauf. wenn sie sich nicht verwandt fühlte der Sehnsucht.

da kommt man durch den Yoga immer höher und höher. in denen man lebt. und dass derjenige. Wo das geschieht. in ei- 68 . zu jenen höheren Stufen. dass die besiegte Seele und die Siegerseele gleich sind vor Gott. der die Welt richtig anschauen will. wenn man sozusagen außerhalb seines Leibes in seinen höheren Gliedern der menschlichen Organisation lebt. wenn man frei geworden ist von allen leiblichen Werkzeugen. Das tritt uns entgegen schon durch den Sankhya. wo man alle Aufmerksamkeit abwendet von der äußeren Welt. wenn das Tor des Todes hinter beiden sich schließt. was Vernunft und Verstand von der Außenwelt sagen können. wo man schließt alle Tore gegenüber dem. so ist das die andere Seite der Seelenentwickelung. also durch die vernünftige Überlegung von der Unvergänglichkeit in allem Vergänglichen. woran man sich erinnern kann als im gewöhnlichen Leben erfahren. von dem. wo man von Erscheinung zu Erscheinung geht und überall sein entweder vom Hellsehertum durchleuchtetes oder nicht durchleuchtetes Ideenvermögen anwendet. wo man das Tor der Sinne schließt. wo man schließt alles das. kommt zu den höheren Stufen. sich hindurchringen muss von dem Vergänglichen zu diesem Unvergänglichen. wo man die Seele hinwendet zu dem. was in der eigenen Seele ruht. die man erreichen kann.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ drückt. was man als das Höchste ahnen kann und aus der Kraft der Andacht heraus sich zu erheben versucht. Dann aber sagt der Krishna weiter seinem Schüler Arjuna. Wenn die Seele andächtig werden kann. wenn man sich zuerst bedient der leiblichen Werkzeuge. wo man in sein Inneres geht und heraufholt durch entsprechende Übungen das. dass auch auf einem anderen Wege die Seele von der Anschauung der Alltäglichkeit hinweggeführt werden kann: Das ist durch den Yoga. Die eine Seite ist die. So lebt man sich hinauf. Die andere Seite ist die.

Man nähert sich immer mehr und mehr dem eigenen göttlichen Sein und erweitert das eigene Sein zum Weltensein. sich erst verbindet mit dem Göttlich-Unvergänglichen. doch ist etwas in ihm. als wenn es ein anderer täte. die er zunächst unmittelbar in dieser Situation zu verrichten hat. Dann werden die Mittel angegeben. dass aber der Weise sich loslösen muss von diesen Taten. Da wird zunächst unterschieden zwischen dem. aber ich könnte ebenso gut sagen. wenn er seine Taten verrichtet. was die Menschen in der gewöhnlichen Welt zu tun haben. dass man gegenüber dem. ich lasse es geschehen. was da sagt: Ich tue das Werk. sein Karma. das die Tat verursacht. steht. was zugleich wie ein Zuschauer ist gegenüber diesen Taten. Die Lebenserscheinungen und -betätigungen werden geistig. Ein Weiser wird man dadurch. an der uns gerade die Gita dies erörtert. was keinen Anteil nimmt an ihnen. und dass man selber nicht berührt wird von der Lust. Aber der große Krishna lehrt ihn. das ist die Summe der Taten. erweitert den Menschen zum Gott. das ist sein Wirken. Gleichsam sagt der große Krishna seinem Schüler Arjuna: Ob du dastehst in der Reihe der 69 . die die Tat bereitet. Ist es ja doch eine große Situation. indem man die individuelle Beschränkung auf das eigene Sein verliert und aufgeht im All durch den Yoga. durch welche der Schüler des großen Krishna hinaufgelangen kann in der einen oder anderen Art zu diesen geistigen Höhen. Arjuna muss gegen seine Blutsverwandten kämpfen. weil die Taten im äußeren Verlauf der Natur. In diesen Taten lebt er zunächst als äußerer Mensch. Das ist sein äußeres Schicksal. oder von dem Leid.und Menschheitsentwickelung sich als notwendig ergeben. spirituell. was man selbst tut. Er tut die Taten. dass der Mensch erst weise wird.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ne ganz andere Form des Lebens hinein.

durch meinen Mund gesprochen wird. gleichgültig. wenn die Seele so wenig von ihren eigenen Taten berührt. wenn du Pandu-Taten verrichten könntest. mit unseren Händen ausführen.um aus der Situation der Gita heraus zu sprechen . das ist es. wenn du über alle dem stehst. du musst dich als Weiser loslösen von dem Pandutum oder von dem Kurutum. die da ruhig brennt an einem vom Wind geschützten Orte. Dieses Sich-Herausheben aus den Taten. Wenn es dich nicht berührt. was auch unsere Hände ausführen. dass der Mensch sagt: Ich tue meine Taten. was auch . weil der Menschheits. wenn du nicht berührt wirst von deinen eigenen Taten. dann wird die Seele zum Weisen. was durch meine Hand geschieht. Aber ob ich sie tue oder ein anderer . So weist der große Krishna seinen Schüler Arjuna auf ein Menschheitsideal hin. das so dasteht. was wir mit dem Munde sprechen. als ob du ein Kurusohn wärest. oder Kuru-Taten.ich sehe meine Taten an.unser Schwert ausführt.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Pandusöhne oder ob du drüben stehst in der Reihe der Kurusöhne: was du auch tust. ob sie zum Schauerlichen oder zum Feierlichen. zum Leid. Wenn wir aber die Taten tun. dann tun wir die Taten. dann fragt sie nicht nach dem.oder zum Lustvollen für uns führen. wie 70 . dieses Aufrechtstehen des inneren Selbstes gegenüber all dem. Das. was diese Taten für Erfolge haben können. wenn du lebst in deinen eigenen Taten wie die Flamme brennt. wozu der große Krishna seinen Schüler Arjuna anleitet. innerlich ruhig lebt neben ihren Taten. als ob du ein Pandu wärst. dieses AufrechtStehen. nicht berührt wird von irgend etwas Äußerem.oder Weltverlauf sie verlangen. das geht nur unsere engbegrenzte Seele an. dann befreit sich die Seele von ihren Taten. was wir mit unserem Munde sprechen. Denn wie die Taten ausgehen. ich sehe es so objektiv an.

von meiner Erkenntnis. wie da ein anderer erkennt. was der Krishna dich lehren will.Das ist die Krishna-Lehre. der Buddhi. Frei kann ich werden von meinen Taten. mögen heilige Götter mir entgegentreten. die Krishna-Lehre fußt auf der Sankhyaphilosophie. dass an vielen Stellen durch die Krishna-Lehre durchzublicken ist. So stehe ich meinen Taten gegenüber. was erkennt. dieses oder jenes zu wissen. wenn ein Fels sich loslöst und den Berg hinunterrollt in die Tiefe. frei von alledem. Und endlich. und ich kann sagen: In mir lebt zwar etwas mit mir verbunden. Ich schaue zu und gehe meinen Weg. als Hüllen. Und wenn ich in der Lage bin. bei dem bin ich ebenso sehr nicht beteiligt. die in dir lebt. was sich von diesen Begriffen unterscheidet. verbunden mit den Sinnen. was ich äußerlich anschaue. Wenn du das alles als ein Äußeres betrachtest. zu erkennen und ich mir diesen oder jenen Begriff bilde von der Welt ich stehe noch als etwas. weil ich Zuschauer geworden bin. -Ein hohes Ideal des menschlichen Weisen wird da vor uns hingestellt. dass du unabhängig von all dem bist als Seelenwesen. dass der große Krishna seinem Schüler sagt: Die Seele. sie ist in verschiedener Weise verbunden: verbunden mit dem groben physischen Leib. ich stehe da. dem Manas. Und wenn wir gehört haben. wenn es hinaufgeht ins Spirituelle: Mögen da Dämonen mir entgegentreten. woran ich beteiligt bin.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ich es ansehe. und das. aber ich schaue zu. Aber du bist von dem allem unterschieden. dann hast du etwas von dem begriffen. die sich um dich herumlegen. Ahamkara. frei kann ich werden von meinem Wissen. Da werde ich frei selbst von meiner Erkenntnis. was sich abspielt selbst in spirituellen Welten um mich herum. . Und 71 . und du deiner bewusst bist. das alles ist etwas. so wird es uns begreiflich sein. da.

DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ wenn du dir bewusst bist. Sattva. das in der Sankhyaphilosophie begriffen wird durch Tamas. dir gegeben werden durch die Gunas. Mitleid und Erkenntnis. dass im gewöhnlichen Leben der Mensch durch Sattva verbunden ist mit der Weisheit und der Güte. mit dem Durst zum Dasein. dann hat er nunmehr 72 . Und wenn der Mensch die Leidenschaften und Affekte. Wenn alles Lässige. Schläfrige. Aber frei muss die Seele des Weisen werden von Tamas. sich aufzuraffen und die Körperlichkeit in jedem Augenblick zu besiegen? Weil sie ein Verhältnis zur Welt der äußeren Formen haben. lösen muss sich ihr Verhältnis zur Außenwelt. dass deine Verhältnisse zur Außenwelt. enthusiasmiert für Weisheit und Güte? Weil er eine Beziehung zu der Naturgrundlage hat. dass der Mensch verbunden ist durch Tamas im gewöhnlichen Leben mit der Faulheit. Schläfrigkeit. faul und lässig? Warum fühlen sie sich erdrückt von ihrer Körperlichkeit? Warum finden sie nicht die Möglichkeit. durch Tamas. Lässigkeit. dann hat diese nur noch ein Verhältnis von Rajas und Sattva zur Außenwelt. Rajas. Warum geht ein Mensch durch das gewöhnliche Leben mit einer Freude und Gier nach dem äußeren Leben. so lerne erkennen. wenn alle Faulheit gewichen ist von der Seele. die durch das Sattva angezeigt wird. zur Welt überhaupt. Faulheit und Lässigkeit sich äußert. mit Lust an den äußeren Erscheinungen des Lebens? Weil er ein Verhältnis zum Leben hat. das durch Rajas angedeutet wird. das in Schläfrigkeit. den Durst zum Dasein getilgt und sich bewahrt hat den Enthusiasmus für Güte. dass der Mensch durch Rajas verbunden ist im gewöhnlichen Leben mit den Leidenschaften. Warum gehen Menschen im gewöhnlichen Leben dahin schläfrig. Warum geht ein Mensch im gewöhnlichen Leben dahin. Affekten.

das die Sankhyaphilosophie Sattva nennt. Rajas und Sattva bleibt. wenn ihm die Güte eine selbstverständliche Pflicht und die Weisheit etwas ist. Was erkennt man dann. wozu ihn der große Krishna machen will. was der große Krishna ihm als Ideal vorhält? Begreift er dann die äußeren Weltformen genauer? Nein. Solange man im Tamas. eignet man sich an soziale Zusammenhänge. dann hat er sich losgelöst von allen Verhältnissen zu allen äußeren Formen. 73 . Begreift er dann das Verhältnis der Seele zu diesen äußeren Formen genauer? Nein. und nicht sein Verhältnis zu diesen Formen begreift er dann. so hat man ja auf den vorhergehenden Stufen alle diese Verhältnisse abgestreift. dann hat er etwas begriffen von dem.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ein Verhältnis zur Außenwelt. was tritt einem dann vor Augen? Das erkennt man dann. denn das gehört alles früheren Stufen an. Und was begreift dann der Mensch. gewinnt man Verhältnisse zur Naturgrundlage des Seins. das hat er schon früher begriffen. wenn er zwar ein gütiger Mensch und ein weiser Mensch ist. das tritt einem dann vor Augen. Wenn der Mensch aber auch freigeworden ist von jedem Hang an der Güte und Erkenntnis. aber in seinem Inneren nicht abhängig ist von dem. gewinnt man die Fähigkeit der Güte und des Mitleids. dann hat er triumphiert in seiner Seele. wie er sich äußerlich äußert. aber er hat sich über sie erhoben. selbst seiner Güte und Erkenntnis gegenüber. wenn er also strebt. die hat er schon früher begriffen. Aber wenn er so die drei Gunas abgestreift hat. Nicht was ihm da in der äußeren Welt entgegentreten kann in der Mannigfaltigkeit der Formen. aber er hat sich darüber erhoben. dasjenige zu werden. wenn er die drei Gunas abgestreift hat. das ausgegossen ist über ihn. Wenn man aber über alles das hinausgelangt ist. eignet man sich an Erkenntnis. dann hat er auch das Sattvaverhältnis abgestreift.

es könnte geschehen durch stufenweise Einweihung: dann würde es geschehen in den Tiefen einer Yogaschulung. der Schüler dem großen Lehrer. Wie wenn hinaufgehoben würde durch einen Ruck der Arjuna. wie es aus der Menschheitsevolution selber herausfließt. so führt uns die Gita an einen bestimmten Punkt. hat man auf den vorhergehenden Stufen abgestreift. seine Wesenheit darlebend. vor seinen Schüler hin. Das heißt: Indem man sich hinaufarbeitet zu dem Höchsten. was Außenwelt sein kann. steht man Krishna gegenüber. was kann das nur sein? Nichts anderes ist es. Im Sinne der eben gegebenen Betrachtungen. als das. das bin ich. was ist. ich bin. sondern die höchste menschliche Erscheinung. So wird es hingestellt in der Gita. nicht ein einzelner Mensch. denn alles andere. an den Punkt. das Höchste. was sich von all dem unterscheidet. wenn ich auf der Erde erscheine. Arjuna dem Krishna selber. Denn er selber ist der Ausdruck des eigenen Höchsten. der in allem lebt. Aber zugleich wird in der Bhagavad Gita begreiflich gemacht. Aber es kann auch hingestellt werden. das Einheitliche in allen Formen. wie es dem Menschen gleichsam durch Gnade gegeben wird. der gigantischste von ihnen. was der Mensch erreichen kann. ich bin. Das.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ was das alles nicht ist. was man zuletzt als seine eigene Wesenheit erkennt. So als Arjuna dem Krishna gegenüberzustehen. wenn ich überhaupt unter den Bergen bin. 74 . was ist es? Krishna selber ist es. dass das etwas Gewaltiges ist. Krishna. die nur einmal in einem Weltalter als Führer der Menschen auftritt und so weiter. so dass er leibhaftig den Krishna vor sich hat. So tritt der Lehrer selber. und der wahrhaft von sich sagen kann: Ich bin nicht ein einzelner Berg. was man sich auf dem Wege dahin innerhalb der Gunas aneignet.

wenn dies durch Gnade den Menschen überkommt. der Mensch als solcher gegenüber dem kleinen alltäglichen Menschen. die er früher niemals sprechen konn- 75 . was unwesentlich ist an dem Krishna. Denn wesentlich ist. Da reicht zunächst.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ wo Krishna ihm gegenübersteht. Das ist begreiflich: denn er hat das alles mit seinen bisherigen Mitteln nicht gelernt anzuschauen und mit Worten zu bezeichnen. so tritt er uns entgegen einen Augenblick in der Gita als der große Mensch. neben dem alles andere in der Welt klein ist. böte das dar. die er ungewohnt spricht. die menschliche Fassungskraft nicht aus. was in der übrigen Welt ist. Denn es gehört zu den größten Darstellungen. in dem Krishna. die er zum erstenmal spricht. die einer Menschheit jemals gegeben worden sind. das Anschauen des Krishna in seiner höchsten Natur. in künstlerischer und philosophischer Beziehung. wenn auf sein Wesentliches gesehen wird . was sonst der Mensch zu schauen gewohnt ist. vor dem Arjuna stand. wo also der Krishna vor dem Arjuna steht. Da geht dem Arjuna aus die Fassungskraft. Der Makrokosmos gegenüber dem Mikrokosmos. weil der Krishna. Und dem angemessen ist die Schilderung. so steht Krishna dem einzelnen Menschen gegenüber. Er schaut nur noch an. Die übrige Welt verschwindet und Krishna ist als Eins da. was er schaut.was nur möglich ist durch die höchste hellseherische Kraft -. was in allen Menschen ist. weil da der Krishna ganz anders erscheint als alles. die in diesem Moment. Jetzt steht er ihm nicht gegenüber wie ein Mensch in Fleisch und Blut. Aber da die anderen Weltreiche gleichsam nur der zerstreute Mensch sind. Ein Mensch. wie Arjuna mit Worten. Wie wenn herausgehoben würde das Anschauen des Menschen aus allem übrigen. und er kann nur wie stammelnd aussprechen. Arjuna gibt. der so gesehen wird wie andere Menschen. so ist alles.

o Gott. Asuras und alle Seligen. Nicht Anfang. unendlich an Kraft. nicht Mitte und auch Anfang nicht seh ich an dir.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ te. deine Kraft erfüllt dies alles. das Höchste zu Erkennende. überall. Sie schauen empor zu dir voll Staunen: ein Leib so riesenhaft mit 76 . mit Keule und mit Schwert. wenn deine wundersame Schauergestalt sich meinen Blicken zeigt. Heil ruft vor dir aller Seher Schar und aller Seligen Schar. wie er mit Worten aus seinen Tiefen hervorholt. ja wie die Sonne selbst groß sind deine Augen und aus deinem Munde strahlt es wie von Opferfeuer. nicht Mitte. Des ewigen Rechtes ewiger Wächter. allwo die drei Welten leben. Wie der Mond. auf seinem Lotossitz. die dir lobsingen. die Rishis all und die Himmelsschlange. Das Unvergängliche. Vasus und Sadhyas. Leibern. was sich ihm ergibt im Anblick des großen Krishna: «Die Götter schau ich all in deinem Leib. das größte Gut. nicht Ende. Mündern. unendlich an Raumesweiten. weil er keines solchen ansichtig war. ein Berg in Flammen. und furchtsam steh ich da. Maruts und Manen. den Herrn. wie strahlend Feuer in der Sonne Glanz und unermesslich groß. die Hände faltend. Mit vielen Armen. Ich schau. nicht Ende zeigst du mir. was ich ahnen kann zwischen dem Erdenboden und den Himmelsweiten. Geblendet wird mein Schauen. Augen seh ich dich. der du mir erscheinst mit Diadem. Gandharvas. o Herr des Alls. Adityas. Sie preisen dich mit all ihrem Lobgesang. Als ewiger Urgeist stehst du vor meiner Seele. sie auch ist in dir. so erscheinst du mir im weiten All. so auch die Scharen aller Wesen: Brahman. und jede Himmelswelt. Es preisen dich die Rudras. das bist du. Mit dir allein steh ich da. Allgötter. endlos gestaltet. Du. Unendlich bist du überall. Ashvins. wie deine Glut das All erwärmt. wie ganze Scharen von Göttern zu dir treten. Ich seh dich an in deiner Glut. der du in allen Formen mir erscheinst. nach allen Seiten strahlend. Yakshas. so seh ich dich.

vielen Armen. wie es wirkt. nicht Ruh. Vor all dem erbebt die Welt und ich auch bebe. Wir stehen vor einem großen Weltengeheimnis. schau ich dich. wie ich nicht wissen kann vor irgend etwas. dass es zu allen menschlichen Empfindungen anders sprechen muss. zusammen den Unsrigen. Dich. Erschienen bin ich.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ vielen Mündern. das sein eigenes Wesen ist. der Welten wohnlich Haus. Ich schau wie in dein dräuendes Inneres. o großer Krishna. was sich mir offenbart. den Uranfang des Seins. Herr der Götter. Strahlenden. mit einem Mund. die Menschen fortzuraffen. wenn wir es richtig aufzufassen vermögen. Vielarmigen. vielen Leibern. so geheimnisvoll. der da wirkt wie große Flammenaugen. O sei mir gnädig. Den Himmelerschütternden. die es in uns hervorrufen soll. wenn ihm dieses eigene Wesen objektiv erscheint. vielen Beinen. als jemals irgend etwas in der Welt zu den menschlichen Empfindungen sprach. wie das Sein wirkt. geheimnisvoll nicht wegen seines theoretischen Inhalts. Ich kann nicht begreifen. staunend ob deiner Herrlichkeit. möcht‘ ich erkennen. geheimnisvoll wegen der überwältigenden Empfindung. Geheimnisvoll ist es. Ich schaue dich in einer Art. der mir Vishnu selber ist. Nicht finde ich Festigkeit. so klingt das also: «Ich bin die Zeit. Da zittert meine Seele. die alle Welt vernichtet.» Er wendet sich hinüberzeigend zu den Söhnen aus dem Kurustamme: «Und diese Söhne all des Kuru zusammen den Scharen königlicher Helden. den besten Kämpfern. vielen Füßen.» So spricht Arjuna. sie alle liegen betend vor dir selber. wie es ist dem Feuer gleich. 77 . was nun Krishna spricht. zusammen Bhishma und Drona. was mir erscheint. ich schau es. wenn er allein ist mit dem. Wenn Krishna selbst an das Ohr des Arjuna klingen lässt. wie das Ende aller Zeiten. vielen Rachen voller Zähne.

Sanjaya. den Jayadratha.» Wir wissen. du sei nur Kämpfer mit der Hand! Den Drona. die ich getötet. die Hände faltend. zitternd. da spricht er weiter: «Und als dieses Wort des Krishna Arjuna vernommen. Ruhm sollst du erwerben. ganz in Furcht vor Krishna tief sich neigend. alle neigen sich vor dir.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Und ob du auch ihnen in dem Kampfe bringen wirst den Tod auch ohne dich sind dem Tod verfallen all die Kämpfer. Frohlocke ob des winkenden Siegs und der Herrschaft. die dort in Reihen stehen. Kämpfe! sie werden fallen durch dein Schwert. Nicht erzählt ein Dichter direkt: So sprach Krishna zum Arjuna. Du sei nur Werkzeug. dass der Wagenlenker des Dhritarashtra. die ich getötet habe. durch mich sind sie alle schon getötet. die tot schon sind. Die Rakshas» . von mir getötet. dem Könige aus dem Kurustamme. wenn sie hinfallen im Schlachtentod. bevor du ihnen den Tod bringen kannst. was ich getan. Drum erhebe dich furchtlos. Und das.das sind Geister .» 78 . sprach Arjuna: Mit Recht erfreuet sich an deinem Ruhm die Welt und ist in Ehrfurcht dir ergeben. den Feind besiegen. Nachdem erzählt hat Sanjaya alles dieses. Zittere nicht! Du vermagst nichts zu tun. nun töte du sie. dass mein Wirken im Schein nach außen sich entlade. der würdiger selbst ist als Brahma. in verehrender Sprache wieder also Arjuna zu Krishna. sondern der Dichter erzählt. den Bhishma. das seinem blinden Helden erzählt. was ich nicht schon getan.«fliehen entsetzt nach allen Seiten. wird scheinbar durch dich geschehen sein. als ob es der Wagenlenker dem Dhritarashtra erzählte. Die heiligen Scharen. Nicht du wirst sie getötet haben. Töte du sie. den Karna und die anderen Kampfeshelden. was da drüben geschieht an Unterweisung unter den Pandusöhnen von Seiten des Krishna zum Arjuna so erzählt wird. nur stammelnd. wenn sie tot hinfallen in Maya. dass das alles. Warum sollten sie sich nicht neigen vor dem ersten Schöpfer.

Und mehr noch als alle diese Verehrung kommt dir zu. die es nur geben kann. dann wäre Wahnsinn. das heißt seinem eigenen höheren Wesen. und du bist das Höchste.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Wahrhaftig. Verehrung muss dir sein von allen deinen Seiten. dass er dieses eigene Wesen anredet. Würde er irgendein solches Gefühl des Alltagslebens heranbringen an das. Verehrung muss dir sein. dass zum Verständnis keines der Gefühle. du umspannst das All. die im gewöhnlichen Leben aufzutreiben sind. in die er verfiele durch ein Heranbringen der gewöhnlichen Empfindungen gegenüber Krishna. du bist der. du bist der Tod. tausendmal. du bist der oberste der Götter. du bist der älteste der Geister. du bist der Mond. du bist das ewig wogende Weltenmeer. Ahnherr bist du der höchsten der Götter. Wir stehen vor einem Geheimnisse. Du bist alles. wir stehen vor einem Weltengeheimnis. der Name selbst. Denn wenn der Mensch sein eigenes Wesen also anspricht. wie er es sonstwie haben könnte im Leben. der da weiß. keine der Empfindungen. keine der Ideen und keiner der Gedanken genommen wird. würde das nicht ein ganz Eigenartiges sein. du bist der Höchste. 79 . Denn es gibt nichts. Größenwahn eine Kleinigkeit gegen die Krankheit. Verehrung tausend. du bist der höchste der Götter. du bist Feuer. du bist das Sein zugleich und auch das Nichtsein. Denn was sagt Arjuna. was er da ausspricht. dass es höher ihm erscheine als Brahma selber. «Du Herr der Götter. was den Menschen in größere Gefahr bringen könnte. das da bewusst werden kann. was je ein Mensch kann sein. würde er das nicht empfinden als das größte Weltengeheimnis. dann muss ein solches Wort so verstanden werden. du bist Wind. du bist der Ewige. du bist der höchste der Schätze des ganzen Alis. indem er vor sich erblickt leibhaftig sein eigenes Wesen? So spricht er. als wenn er heranbrächte an diese Worte des Arjuna ein Gefühl. du hast in dir alle Gestalten. du bist ohne Ende.

die jetzt in dir durch meine Gnade dir gegeben sind.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Du bist kraftvoll wie nur je die Summe aller Kräfte kann sein. Und wiederum spricht Krishna zu seinem Schüler: «Ich habe mich dir geoffenbart in Gnade. Nie Geschautes schau ich an dir. unkundig deiner wunderbaren Großheit. Wie du mit den Kräften. durch meine Allmacht vor dich hingezaubert. du Ursprungsstätte aller Welten. du Herr. der allen überlegen ist. in ihr dich bewegst. Wie du mich siehst. der du bewegst die Welt. so hat mich niemals gekündet das. wenn ich dich in all dem nicht richtig ehrte. du Herr der Götter. o Gott! O sei gnädig. niemals erreicht irgendeine Götterspende. wenn menschliches Wesen zu menschlichem Wesen also spricht. der in allen Welten sich offenbart. im höchsten Göttlichen oder im Alitäglichsten. ich Krishna. der mehr ist als jeder andere Lehrer. ich Yadara. dem niemand gleich ist. so hat nie an mich herangereicht irgendeine Ze- 80 . leuchtend. ich dich nicht richtig ehrte im Wandeln oder im Ruhen. ich Freund dich nannte. nie erreicht ein Studium. ob du allein warst oder mit anderen Wesen zusammen. unermesslich. unbedachtsam und vertraulich dich so nannte. so bitt ich deine Unermesslichkeit um Verzeihung.» Wahrlich. suche ich deine Gnade. dem unvergleichlich alles ist in allen dreien Welten. mir. Zeige die Gestalt. was in den Veden steht. und wenn in meiner Schwachheit ich dich nicht richtig ehrte. so hat kein anderer jemals mich gesehen. die du bist. Du Vater der Welt. der du bist der Lehrer. für meinen Freund dich haltend. vor dir mich niederwerfend. Wenn ungeduldig. uranfänglich. wir stehen vor einem Geheimnis. was an Opfern gegeben wurde. So hat mich niemals erreicht. wie du mit diesen Kräften mich jetzt siehst. in Ehrfurcht muss ich erbeben. alles vollendest du und selbst bist du zugleich das All. Vor dir steht mein höchstes Wesen.

Durch alles dieses bin ich nicht in dieser Form zu schauen.» Nun erzählt Sanjaya dem blinden Dhritarashtra weiter: «Als so zum Arjuna der Krishna gesprochen. es ist die Gestalt. Furchtbefreit. und wieder zeigte Krishna sich in seiner menschlichen Form. sollst du mich wieder schauen. Nicht irgendeine furchtbare Büßung kann mich in meiner Form. und mich ganz allein verehrend mich im Auge haben kann. Opfern. Nicht künden die Gestalt die Veden. der ich war. und wieder werde ich. frei von allen Zeremonien. als wollte er beruhigen den. schauen.und Endlose. wie ich nun bin. deine menschliche Gestalt. Doch Angst soll dir nicht werden und nicht Verwirrung beim Anblick meiner schrecklichen Gestalt. das über alle Kräfte Erhabene. nach deren Anblick sich sogar die Götter ohne Ende sehnen. der so erschrocken war.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ remonie. noch durch Opfer. kann auch ganz eins werden mit mir. die du jetzt von mir gesehen hast. Arjuna sprach: Da hab ich sie wieder vor mir. Anfang. voll hohen Sinns. wer mich ehrt und liebt. nicht wird sie erreicht durch Büßung noch durch Spende. durch seine freundliche Gestalt. frei von allen Spenden. Und Krishna sprach: Die Gestalt. der kann so mich erkennen. frei von allen Veden. noch durch irgendwelche Zeremonie. so wie ich dir in meiner jetzigen Gestalt bekannt werde. du großer Held. verschwand das Unermessliche. wie ich es ihm eingebe. die so schwer zu schauen. Nur wer hinwegzugehen weiß. wie du mich jetzt erschaust in Menschenform. der kann in solcher Form mich schauen. da kehrt zurück mir wieder Wissen und Besinnung. die du jetzt gesehen hast. wer die Welt nicht achtet und 81 . Wer so handelt. frei von aller Büßung.

dass es in bedeutungsvoller Weltenstunde der Menschheit verkündet worden ist. 82 . um an das Weltengeheimnis heranzukommen. schauend. wiederum beleuchtend wirkt für die andere Art. da das ans Blut gebundene alte Hellsehen aufhörte. dann haben wir vor uns hingestellt das größte Weltenrätsel. die Menschenseele neue Wege suchen musste zum Unendlichen. sein eigenes Wesen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ allen Wesen liebevoll ist. zum Unvergänglichen. das soll uns im Verlaufe dieser Vorträge beschäftigen. So wird uns dieses Geheimnis vorgeführt. wenn er aus sich selber herausgeboren hat. das aus der Gita so spricht. in jener bedeutungsvollen Weltenstunde. Und wie es von diesen Ausgangspunkten aus in der Gita zu schauen ist auf einer gewissen Stufe der Menschheitsentwickelung. Dann erst haben wir es voll erfasst. das von unserer eigenen Wesenheit durch wahre Selbsterkenntnis spricht. und wie es gerade durch das. was dem Menschen gefährlich werden kann.» Wir stehen vor einem Weltengeheimnis. wenn wir es so empfinden können. der sich ihm nicht verehrend nahen kann. Und kein Fassungsvermögen reicht aus. wie es uns in den Paulusbriefen entgegentritt. wenn wir es in Demut verehren können. Dazu ist die richtige Empfindung notwendig. der kommt zu mir. von dem uns die Gita erzählt. was es uns in der Gita zeigt. Fassen wir dieses tiefste menschliche und Weltengeheimnis. Keiner darf sich dem Weltengeheimnis nahen. Wir dürfen es aber nur vor uns hinstellen. o du mein Sohn aus dem Pandustamme. dass wir zugleich wahrnehmen in dieser Vorführung alles das.

wie der Zusammenklang orientalischer Weltanschauungen uns in der Gita tonangebend entgegentritt. DEZEMBER 1912 Es ist schon gestern im Beginne des Vortrags darauf hingewiesen worden. Finden wir doch in den Pau- 83 . die unsere Seele bekommt. wenn sie auf der einen Seite das ausgeglichene.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ VIERTER VORTRAG KÖLN. die zuweilen wie Unbeholfenheit erscheint. von persönlichen Absichten und Ansichten durchdrungen sind. den tiefen Sinn erst herauszugewinnen. dass sie zornmütig sogar sind. die in vieler Beziehung den Eindruck machen. Und wenn man gar die Art und Weise auf sich wirken lässt. wie verschieden die Eindrücke sind. durchdrungen sind von einem gewissen agitatorischen. gelassene. wahrhaft weise Wesen der Bhagavad Gita auf sich wirken lässt und auf der anderen Seite das. ebenso tonangebend für die Entwickelung des Christentums hingestellt sich findet. 31. dann hat man in der Gita in einer wunderbar künstlerisch gerundeten Form so Vollkommenes. wie der Geistesinhalt zum Ausdruck kommt. dass in den Paulusbriefen das. eine Ungelenkigkeit des Ausdrucks. dass sie von persönlichen Leidenschaften. man möchte sagen. leidenschaftslose und affektlose. Bei alledem bleibt es richtig. worauf es im Christentum ankommt. propagandistischen Sinn. In den Paulusbriefen hat man dagegen oftmals. was da dichterisch geoffenbart wird und doch so philosophisch ist. zuweilen polternd. so dass es außerordentlich schwierig wird gegenüber dieser Ungelenkigkeit. dass man sich wohl kaum gesteigert denken kann diese Vollkommenheit des Ausdruckes dessen. was in den Paulusbriefen waltet.

Und doch könnte die Sache eben so liegen. dass aus diesem Pflanzenkeim. von der Gnadenwirkung. einmal herauswachsen soll eine noch schönere 84 . und wer nur äußerlich vergleicht. Findet man doch das alles so hingestellt. dass immer wieder und wiederum bei einer Darstellung des Christentums von diesen Paulusbriefen ausgegangen werden muss. Alles ist bei den Paulusbriefen in bezug auf das Christentum so. kurz. wie es in der Bhagavad Gita ist in bezug auf die großen Wahrheiten vom Frei-Werden vom Werke. was macht denn der eigentlich? Er macht etwas Ähnliches. herrlichen Blüte. zur Reinigung der Seele. der vor sich hat eine voll ausgewachsene Pflanze mit einer schönen Blüte. mit einer herrlichen Blüte. nichtssagende Pflanzenkeim.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ lusbriefen die grundbedeutsamen Wahrheiten des Christentums von der Auferstehung. wenn wir im Sinne dieser Gita reden. zur Versenkung der Seele. und daneben liegen hat einen Pflanzenkeim und der dann sagt: Wenn ich da vor mir habe die Pflanze mit der vollausgebildeten. macht einen Vergleich der beiden Geistesoffenbarungen außerordentlich schwierig. der neben der Pflanze mit der wunderschönen Blüte liegt. von dem Leben des Christus in der Seele oder im menschlichen Bewusstsein und vieles andere. so ist diese doch etwas weit Schöneres als der unscheinbare. von der Bedeutung dessen. vom Sich-Herauslösen vom unmittelbar tätigen Leben zur Betrachtung der Dinge.Aber wer so äußerlich vergleicht. was man den Glauben nennt gegenüber dem Gesetz. wie jemand. was da eben charakterisiert wurde. zum Hinaufdringen der Seele in geistige Höhen. Alles dies. zur Vereinigung mit Krishna. der wird ja ohne Zweifel die Bhagavad Gita in ihrer Reinheit und Gelassenheit und Weisheit höher stellen müssen als die Paulusbriefe.

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Pflanze mit einer noch schöneren Blüte. Und man hat eben keinen richtigen Vergleich gemacht, wenn man so unmittelbar das vergleicht, was nebeneinander liegt wie eine ausgebildete Pflanze und ein ganz unausgebildeter Keim. Und so ist es, wenn man die Bhagavad Gita mit den Paulusbriefen vergleicht. In der Bhagavad Gita hat man etwas vor sich wie die allerreifste Frucht, wie die wunderschönste Ausgestaltung einer langen Menschheitsentwickelung, die durch Jahrtausende herangewachsen ist und endlich einen reifen, weisen und künstlerischen Ausdruck gefunden hat in der herrlichen Gita. Und in den Paulusbriefen hat man vor sich den Keim von etwas völlig Neuem, das wachsen und immer mehr wachsen muss, und das man in seiner vollen Bedeutung nur auf sich wirken lassen kann, wenn man es eben als keimhaft betrachtet und wenn man wie prophetisch im Auge hat dasjenige, was einmal daraus werden soll, wenn Jahrtausende und aber Jahrtausende der Entwickelung verflossen sein werden in die Zukunft hinein, und reifer und immer reifer geworden sein wird das, was keimhaft in den Paulusbriefen angelegt ist. Nur wenn man dieses berücksichtigt, vergleicht man richtig. Dann ist man sich aber auch klar darüber, dass das, was einstmals groß sein soll, zunächst in unscheinbarer Gestalt aus den Tiefen des Christentums in den Paulusbriefen wie chaotisch einmal aus der Menschheitsseele hervorquellen musste. So wird anders darstellen müssen derjenige, welcher die Bedeutung der Bhagavad Gita auf der einen Seite und die Bedeutung der Paulusbriefe auf der anderen Seite für die gesamte Menschheitsentwickelung der Erde im Auge hat, und anders derjenige, der nach den fertigen Werken in bezug auf Schönheit und Weisheit und innere Formvollendung beurteilen muss.

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Wenn man aber einen Vergleich der beiden Weltanschauungen ziehen will, die da in der Bhagavad Gita und den Paulusbriefen zutage treten, dann muss man zunächst die Frage stellen: Um was handelt es sich denn eigentlich dabei? Es handelt sich darum, dass wir mit alledem, was wir zunächst von den in Betracht kommenden Weltanschauungen historisch übersehen können, es zu tun haben mit der Heranziehung des Ich in der Menschheitsentwickelung. Wenn man dieses Ich in der Menschheitsentwickelung verfolgt, so kann man sagen: In den vorchristlichen Zeiten war dieses Ich unselbständig, war noch wie in verborgenen Seelengründen wurzelnd, hatte es noch nicht zu der Möglichkeit gebracht, sich selbsteigen zu entwickeln. Dass die Entwickelung mit selbsteigenem Charakter möglich wurde, das konnte ja nur dadurch geschehen, dass in dieses Ich hinein der Impuls geworfen wurde, den wir eben mit dem Namen Christus-Impuls bezeichnen. Das, was seit dem Mysterium von Golgatha in dem menschlichen Ich sein kann und was zum Ausdruck in den Worten des Paulus kommt: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», das konnte vorher nicht in diesem Ich sein. Aber in den Zeiten, in denen man sich schon mit der Betrachtung dem Christus-Impuls nähert, in dem Jahrtausend vor dem Mysterium von Golgatha, bereitete sich dasjenige langsam vor, was dann geschehen sollte durch die Einfügung des Christus-Impulses in die menschliche Seele. Es bereitete sich namentlich in einer solchen Weise vor, wie sie uns in der Tat des Krishna ausgedrückt wird. Das, was nach dem Mysterium von Golgatha der Mensch in sich selber als den Christus-Impuls zu suchen hatte, das er zu finden hatte im Sinne der Paulinischen Form: «Nicht ich, sondern der

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Christus in mir», das musste er vor dem Mysterium von Golgatha nach außen suchen, das musste er so suchen, als ob es ihm aus den Weltenweiten wie eine Offenbarung hereinkäme. Und je weiter wir im Zeitenlauf zurückgehen, desto glanzvoller, desto impulsiver war die äußere Offenbarung. Man kann also sagen: In den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha ist eine gewisse Offenbarung an die Menschheit vorhanden, eine Offenbarung an die Menschheit, die so geschieht, wie wenn der Sonnenschein von außen einen Gegenstand bestrahlt Wie wenn das Licht von außen auf diesen Gegenstand fällt, so fiel das Licht der geistigen Sonne von außen auf die Seele des Menschen und überleuchtete sie. Nach dem Mysterium von Golgatha können wir das, was in der Seele wirkt als Christus-Impuls, also als das geistige Sonnenlicht, so vergleichen, dass wir sagen: Es ist, wie wenn wir einen selbstleuchtenden Körper vor uns hätten, der sein Licht von innen ausstrahlt. Dann wird uns, wenn wir die Sache so betrachten, die Tatsache des Mysteriums von Golgatha zu einer bedeutsamen Grenze der Menschheitsentwickelung, dann wird uns dieses Mysterium von Golgatha zu einer Grenze. Wir können das ganze Verhältnis symbolisch darstellen. Wenn uns dieser Kreis (links) die menschliche Seele bedeutet, so können wir sagen: Das Geisteslicht strahlt von allen Seiten von außen an diese menschliche Seele heran. Dann kommt das Mysterium von Golgatha, und nach ihm hat die Seele in sich selber den Christus-Impuls und strahlt aus sich heraus dasjenige, was in dem Christus-Impuls enthalten ist (rechts). Wie ein Tropfen, der von allen Seiten bestrahlt wird und in dieser Bestrahlung erglänzt, so erscheint uns die Seele vor dem Christus-Impuls. Wie eine Flamme, die innerlich leuchtet und

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was seelenhaft ist. Wir können sagen: Wenn wir das geistige Auge auf eine solche Seele hinrichten. den Christus-Impuls aufzunehmen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ihr Licht ausstrahlt. so. die von allen Seiten umstrahlt ist von dem Licht des Geistes vor dem Mysterium von Golgatha. dieses Geisteslicht verberge. indem wir das ganze Verhältnis anblicken. Und erblicken wir denn nicht dieses Verhältnis bis in unsere Zeit. dann erscheint uns dieses ganze Verhältnis des Geistes. als wenn in ihrem tieferen Inneren das Geisteslicht verborgen wäre und das. wenn wir sie von außen mit dem geistigen Auge gleichsam betrachten. in bezug auf alles das. Wie umhüllt von Seelensubstanz erscheint uns das Geisteslicht. dann können wir dieses ganze Verhältnis mit solchen Bezeichnungen ausdrücken. bewahrheitet? Man versuche 88 . wenn sie in die Lage gekommen ist. der die Seele von allen Seiten bestrahlt. im Sattvazustand. nach der Sankhyaphilosophie-Bezeichnung. so erscheint uns die Seele nach dem Mysterium von Golgatha. in seiner Geistigkeit uns erstrahlt. Wenn wir dies ins Auge fassen. ja ganz besonders in unserer Zeit. das im Christus-Impuls enthalten ist nach dem Mysterium von Golgatha. wie wir sie in der Sankhyaphilosophie kennengelernt haben. was der Mensch äußerlich erlebt. Dagegen erscheint uns die Seele. nachdem sich das Mysterium von Golgatha vollzogen hatte. der daher.

wie verborgen im tiefsten Inneren. der Tamaszustand. Die Menschheit rückt dabei vor. aber sie tut. an äußerer Betätigung. welcher der Sattvazu-stand im Verhältnis des Geistes zur Seele ist. und dieser Rajaszustand ist in bezug auf die Menschheitsentwickelung durch die Zeit charakterisiert.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ einmal heute. nachdem vorher das gewaltige Licht von allen Seiten die Seele beschienen hat. einen Menschen zu betrachten. in die eben das Mysterium von Golgatha hineinfällt.und dem Tamaszustand liegt der Rajaszustand im Sinne der Sankhyaphilosophie. nicht durch das Mysterium von Golgatha. das. man möchte sagen. sondern durch sich. in diesem Sinne betrachtet. Zwischen dem Sattva. Was macht also das Mysterium von Golgatha. umhüllt von dem übrigen Seeleninhalt. Die Menschheit selber macht in bezug auf 89 . Dass aber die Flamme nur als eine kleine Flamme in der Seele erscheint. Das ist gegen den vorchristlichen Zustand. und man versuche dagegenzustellen. wie noch als ganz schwach leuchtendes Flämmchen der Christus-Impuls. sondern durch das Mysterium von Golgatha wird verursacht. einen tiefen Fall. dass aus dem Tamaszustand in ferner Zukunft wiederum ein Sattvazustand zustande kommt. Das Mysterium von Golgatha macht die Flamme immer mehr und mehr wachsen. womit er sich beschäftigen muss an äußerem Wissen. Also nicht das Mysterium von Golgatha ist schuld an dem Tamaszustand der menschlichen Seele im Verhältnis zum Geist. in der Evolution der Menschheit? Es verwandelt in bezug auf die Offenbarung des Geistes den Sattvazustand in den Tamaszustand. das macht die fortschreitende. im Menschen waltet. der jetzt von innen heraus angefacht wird. aber in die Finsternis immer mehr und mehr hinein sich senkende Menschennatur.

mit dem Zeitalter zusammenfallend. und dann begann das Zeitalter . etwa vom 15. in das das Mysterium von Golgatha hineinfiel. Und wenn wir unsere gewohnten Bezeichnungen anwenden wollen. Dasjenige. oder 7. das gewissermaßen noch hineinfiel für gewisse Geistesoffenbarungen in den Sattvazustand. ist das griechisch-lateinische. ist unser Zeitalter. da war alles in der menschlichen Kultur im Sattvazustand. das im Rajaszustande ist. das wir das chaldäisch-ägyptische nennen.wir können sagen. man möchte sagen. Wenn wir diese Evolution noch genauer ins Auge fassen wollen.. Jahrhundert nach dem Mysterium von Golgatha -. das griechisch-lateinische das vierte und das unsrige das fünfte. Dann begann das Zeitalter. dann beginnt so recht deutlich das Tamaszeitalter. das im Tamaszustand ist. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha. dann können wir sagen. 16. wenn wir die Zeit der Evolution der Menschheit durch die Linie a-b bezeichnen: In der Zeit bis etwa ins 8. Wir wissen auch. und dasjenige. von dem dritten in das vierte nachatlantische Zeitalter gleichsam die Abtötung der äußeren Offenbarung. nach dem Plan der Menschheitsentwickelung. dann haben wir das erste Zeitalter. vom Sattvazustand in den Tamaszustand durch gerade in den Jahrtausenden um das Mysterium von Golgatha herum.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Geistesoffenbarung den Weg vom Licht in die Finsternis. Es hatte also stattzufinden. die Vorbereitung der Menschheit für das Auf- 90 . dass von den nachatlantischen Zuständen dieses charakterisierte chaldäisch-ägyptische Zeitalter das dritte ist. Aber es ist ein Übergang.

so müssen wir sagen: In diesem dritten Zeitalter war für alle diese Länder. in dem chaldäisch-ägyptischen. wie die Geistesverhältnisse des Menschen anders waren in dem dritten Menschheitszeitalter. wenigstens in gewissen Zuständen. die zwischen Schlafen und Wachen waren. Und aus einer solchen Erkenntnis ging auch noch alles das hervor. als dass wir durchaus sagen: Für jene Menschen war das Anschauen von Natur und Welt. Wenn wir uns einen Menschen jenes Zeitalters vorstellen wollen. sowohl für Ägypten wie für Chaldäa. aber auch für Indien. sondern er sah die Umwelt noch mit den Organen seines Ätherleibes. Aber in diesen Zuständen bildeten sie sich noch kein Wissen. wenn wir uns erklären wollen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ flammen des Christus-Impulses. wo ihre tieferliegenden Kräfte. gegenüber den folgenden Zeitaltern. da schauten sie gleichsam die Dinge nur an. sondern natürlich. diese Menschen. das heißt. Wie geschah diese aber in Realität? Nun. der bei ihnen nicht so wie in unserer Zeit künstlich. wie von selbst eintrat. der an das Gehirn gebunden ist. Wenn sie zu einem Wissen kommen wollten. und ließen sie wirken nebeneinander im Raum und nacheinander in der Zeit. so dürfen wir das nicht anders. für alle diese Gebiete der Menschheitsentwickelung war die Sache so. nur einer von den Zuständen. die Kräfte ihres Ätherleibes in Wirksamkeit traten zur Erkenntnis. die sie erlebten. der Mensch sah die Umwelt nicht nur mit Hilfe seiner Sinne und des Verstandes. dann mussten sie in einen Zustand kommen. dass die Menschheit eben noch Reste alter hellseherischer Kraft hatte. wie wir es kennen. durch die Sinne und den Verstand. was uns als das wunderbare Wissen der Sankhyaphilosophie erschienen ist. der an das Gehirn gebunden ist. aus einer solchen Betrachtung ging auch alles das 91 .

was uns in dem Vedawissen überliefert ist. dass er sich in einen anderen Zustand brachte oder in einen solchen sich versetzt fühlte. Für Wissenschaft. für Erkenntnis zu verwenden. von der Welt etwas zu wissen. wenn man sagte: Dieser Mensch ist erstaunt. diesen Verstand verwendete er nur. Und für einen Menschen dieser alten Zeit war es so. wenn ich diesen Vergleich gebrauchen darf. um die äußeren praktischen Verrichtungen zu besorgen. was ihm in dem anderen Zustand erschien. Mit dem Alltagsleib arbeitete er das Alltägliche aus. da erkannte er. wenn er in dem Erkennen durch seine tieferen Kräfte war. wo er die tieferen Kräfte seines Wesens in Tätigkeit brachte. dass er sozusagen seinen Alltagsleib hatte und innerhalb dieses Alltagsleibes seinen feineren geistigen. und mit dem Sonntagsleib. dieses Hören. mit seinem gewöhnlichen Verstand die Dinge verfolgte.nur gehört es einer noch älteren Zeit an -. seinen Sonntagsleib. dass der Vergleich berechtigt wäre. mit seinen Ohren hörte. da bildete er seine Wissenschaft aus. wo er sich zum Beispiel die 92 . Wir können uns also den Menschen für diese alten Zeiten so vorstellen. für Erkenntnis verwendete er das. wo er mit seinen Augen sah. Er wäre gar nicht darauf gekommen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ hervor . Der Mensch hatte sozusagen seinen Alltagszustand. wenn es darauf ankommt. wie war es denn nun für einen solchen Menschen im Erleben dieser ganzen Zustände? Im Erleben dieser ganzen Zustande war es so. Aber dieses Sehen. Da also verschaffte sich der Mensch seine Erkenntnis dadurch. dass wir in unserer Zeit mit unserem Alltagsleib unsere Wissenschaft uns zimmern und gar nie unseren Sonntagsleib anziehen. Ja. diese Fähigkeit auch für Wissenschaft. dass der Mensch. also in dem Erkennen. der nur aus dem Ätherleib gewoben war.

Was musste dann geschehen. dann tun wir gut. wie der heutige Mensch fühlt. der Erkenntnisbildung: er fühlte. wie die Kräfte. dass er dachte und wusste in seinem Ätherleibe. seinen Verstand anstrengen und mit seinem Kopfe denken muss. sondern der in den anderen Teilen mehr ausgeprägt war. 93 . die durch unsere Hände und Arme gehen. Auf der einen Seite fühlte er. Er fühlte sein Wesen in die Erde hineinwachsen. wenn er sich Wissen erwarb. dass er dann nicht so fühlte. Der Ätherleib des Kopfes ist der schlechteste Teil. wie er eigentlich ein Ganzes mit der Erde war. und auf der anderen Seite. wenn er Wissenschaft erwerben will. das vierte. der aber allerdings am wenigsten ausgeprägt war in dem. was heute physischer Kopf ist. der.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Sankhyaphilosophie ausbildete. Der Mensch dachte viel mehr mit den anderen Gliedern seines Ätherleibes. Der Mensch fing an. dass er im Denken aus seinem physischen Leibe herausgehoben war. uns etwas in die alte Bezeichnungsweise hineinzufühlen. als ob Kräfte durch sein ganzes Wesen gingen. wenn der Mensch seinen Sonntagsleib anzog und sich zur Erkenntnis anschicken konnte. wenn er seinen Alltagsleib auszog und seinen Sonntagsleib anzog. wie in seinem Ätherleib. wie wenn Kräfte durch unsere Beine und Füße gingen und diese Kräfte uns mit der Erde so verbänden. Da fühlte er sich. das dritte und das neue Zeitalter. als ein Glied der Erde sich zu fühlen. eintrat? Wenn wir begreifen wollen. dass er mit seinem Ätherleibe dachte. was da geschehen musste. Der Mensch fühlte sozusagen. dass er nicht mehr der abgesonderte Mensch war. Also die ganze innere Art des Erlebens änderte sich um. Er hatte das Gefühl. sich mit unserem Leib verbinden. Aber er fühlte noch etwas in solchen Augenblicken der Wissensbildung. dass so recht dieses alte Zeitalter aufhörte. sondern ein Glied der Erde.

wo der Mensch sein Wesen in die Erde hinein durch die Beine und Füße hindurch verlängert fühlte. ich fühle mein Schlangenwesen. Und dieses Schlangenwesen. damit die neue Zeit eintrat. wie wenn er einen Schlangenfortsatz in die Erde hinein erstreckte und der Kopf das wäre. der in jenem alten Zeitalter das erlebte. wahrend des Erkennens und Wissens er in die Erde hineinragte und mit seinem Ätherleib dachte. Seinen physischen Leib fühlte er nicht als das eigentlich Tätige. dass sein Ätherleib sich in die Erde hinein als Schlangenkörper verlängerte. Stellen Sie sich dieses Gefühl des Übergangs von der alten Erkenntnis zur neuen richtig vor.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Der Mensch. es ist ein guter Ausdruck für 94 . Und außerdem musste das Gefühl im Ätherleib ersterben und musste übergehen auf den physischen Kopf.Sein Wesen hatte sich hineinverlängert in die Erde. Und aufzeichnen könnte man sein Wesen so. was ich eben charakterisiert habe. und dass. Die Schlange ist in mir tätig. Er fühlte sich so. damit das neue Erkennen kam? Es musste nicht mehr möglich sein. sagte: In mir ist die Schlange regsam geworden. während er als physischer Mensch außerhalb der Erde war. dieses fühlte er als das Denkende. dass es solche Augenblicke gab. Was musste geschehen. so werden Sie finden. sagte er. So also hieß gewissermaßen Erkennen in den alten Zeiten: Ich bringe die Schlange in mir zur Tätigkeit. was herausragte aus der Erde. .

wenn der Sohn schon lange lebt. das Neue ist da. die Vorfahren. Aber das. was so als ein neu Aufgehendes und Altherkommendes nebeneinander lebt. Das heißt. waren da.das heißt. Trotzdem ist der Sohn das. Der physische Körper. So können wir den Übergang vom dritten Menschheitszeitalter in das vierte charakterisieren. Der Vater ist auch noch da. denn die Dinge sind ja noch nebeneinander. ein Führer der Menschheit. Es musste also ein Held da sein. die nicht das Neue mitgemacht haben. namentlich das physische Gehirn tötet die Schlange. was vom Vater herstammt. indem sie einem das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit der Erde entzieht: sie beißt einen in die Ferse. der zuerst in bedeutsamer Weise diesen Prozess des Tötens der Schlange. Das geht in der Entwickelung selbstverständlich ineinander. des Verwundet-Werdens durch die 95 . mit demjenigen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ diesen Übergang. was hereinragt aus der alten Epoche. wenn man sagt: Man wird an den Füßen verwundet. Das Alte versteht das Neue nicht. versteht sich nicht mehr gut. in einem Kampfe. des ägyptischchaldäischen Zeitalters herein. aber man selber zertritt mit seinem eigenen Leibe der Schlange den Kopf . die ragen noch mit ihren Eigenschaften in ihren Nachkommen herein aus dem alten Zeitalter. es hört auf die Schlange mit ihrem Kopf das Denkorgan zu sein. muss sein Leben gegenüber dem Alten behaupten. möchte man sagen. des griechisch-lateinischen. aber es ragten noch bei Menschen und Völkern die Eigenschaften des dritten. was da kommt in der neuen Zeit. aber die Vorfahren. da befindet sich gleichsam das. In solchen Zeiten des Übergangs von einer Form des Menschheitserlebnisses zur anderen. Das Neue muss sich gegen das Alte wehren. und die Schlange rächt sich dafür. Die Eigenschaften des vierten Zeitalters.

aber mit seinen Eigenschaften noch aus der alten Zeit in die neue hereinleuchtet. was im dritten Weltenalter bedeutsam war? Wer war der. und der Krishna hat sich zu wehren. zuerst einer in seiner starken Größe zu erleben hat. der das Neue zu bringen hat. das heißt so. der die Menschheit aus der alten Sattvazeit in die neue Tamaszeit herausführte? Das war Krishna. was das dritte Zeitalter tötet. dass er etwas Neues bringt. dass das. den Bewahrer des alten Sattvazeitalters. als durch die morgenländische Legende. Kansa. nach dem Leben des Krishnakindes trachtete. Und wie könnte uns das deutlicher dargestellt werden. dass es dieser Krishna war. etwas Wunderbares. und dass der Bruder der Mutter des Krishna. Ein solcher ist etwas Neues. Daher erzählt die Legende.die Menschen dahin bringt. das. Und unter den bedeut- 96 . der unter Wundern in die Welt tritt. was ganze Generationen erleben. der da tötete den Kopf der Schlange. als ein Sohn des Mahadeva und der Devaki. hat sich aufzulehnen. er. Da haben wir das Hereinragen des Alten in dem Oheim des Krishnakindes. der . und der den Sonntagsleib. Die Menschheit muss so vorwärtskommen. Er hat sich zu wehren gegen Kansa. was ihm zwar verwandt ist. wie das Krishnakind schon bei der Geburt von Wundern umgeben war. was von seiner Verwandtschaft in die neue Zeit hereinragt. der sich aufbäumte gegen das. Wer war der Held. dass sie im Alltagsleibe Wissen suchen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Schlange darstellt und der zugleich sich aufbäumen musste gegen das. in der Krishna als ein Sohn der Götter hingestellt wird. das heißt die Schlange tötet.wenn ich in meinem Vergleich fortfahre . was die alten Verhältnisse vernichtet für die äußere Menschheitsevolution. der sich wehren muss gegen das.

die man verlassen hat. Die Legende erzählt uns wiederum: Krishna trat am Ende des dritten Weltalters auf. dass sie ihn aber an der Ferse verwundete. In seinen äußeren Erscheinungen tut er das. Das war die Doppeltat des Krishna. So ist Krishna für die Welt der Töter der alten Sattvaerkenntnis und zugleich. der Herr des Yoga. wie er wiederum hinaufkommen kann durch Yoga zu dem. was früher den Menschen umgeben hat wie eine Sattvaerkenntnis. dass die mächtige Schlange Kali ihn umwand und dass es ihm gelang. Alles stimmt. Hier haben wir etwas. Ja. Das tun die Legenden. in die Erkenntnis der alten Zeiten. Krishna ist der Held des untergehenden dritten nachatlantischen Menschheitszeitalters. erzählt die Legende. der wiederum in die Erkenntnis hinaufführen soll. wie steht er aber in der Bhagavad Gita da? So steht er da. der es zur Verfinsterung bringt. Krishna ist also derjenige. gleichsam als einen Ausgleich gegen das. der das alte Erkennen tötet. wenn es verstanden wird. was wir so bezeichnen können. im richtigen Zusammenhang des Erkennens aufgreifen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ samsten Wundern. der Schlange den Kopf zu zertreten. dass er dem Einzelnen. Er bringt zur Verfinsterung. wie er uns am Ende der Gita entgegentritt. Nur darf man sich nicht auf eine äußere Erklärung einlassen. dass die Legende unmittelbar einen okkulten Tatbestand widergibt. die man nur erlangen kann. was man jetzt äußerlich wie ein Alltagskleid angezogen hat. überwindet und besiegt. wenn man das. sondern muss die Legenden an der richtigen Stelle. mit denen Krishna umgeben wird. wenn man zu dem alten Geisteszustand wiederum zurückkehrt. die Anleitung gibt. Als welthistori- 97 . was er genommen hat. was für das normale Menschentum verloren war. um sie da zum Verständnis zu bringen.

und endlos über alle Räume verbreitet ist. wenn wir sonst schon verwundert sind über den großen gewaltigen Inhalt der Gita. wo der Krishna dem Arjuna offenbart. diese unsere Verwunderung noch ins Unbegrenzte vergrößern muss. für das innere Finden wiedergab. aber außen gesehen. dann kommen wir an eine Stelle der Gita. dieser Hinweis auf den großen Baum des Lebens. und was dem Arjuna entgegentritt als das eigene Wesen. die allerdings für den heutigen Menschen recht unerklärlich sein muss. der Versenkung. Das war er als welthistorischer Held. Und das ist es. während früher alles das. in dem allein das Ich erobert werden konnte als freies. dass es anfang. Das ist eine eigentümliche Stelle.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ scher Held hat er auf der einen Seite gehandelt. welches die Natur des Ashvatthabaumes ist. indem er der Schlange der alten Erkenntnis den Kopf zerbrochen hat und die Menschheit zur Einkehr in den physischen Leib gezwungen hat. dass dieser Baum wurzelaufwärts und zweigabwärts gerichtet ist. was uns in so grandioser Weise in der Szene der Gita entgegentrat. was den Menschen zum Ich machte. dass die einzelnen Blätter dieses Baumes die Blätter des Vedabuches sind. selbsttätiges Ich. was einstmals verloren war. gesehen so. an jene Stelle. Und wenn wir dieses Verhältnis genauer noch beobachten. dessen Blätter den Inhalt des Veda geben? 98 . die zusammen das Vedawissen geben. des Feigenbaumes. die wir gestern am Schluss auf unsere Seele wirken ließen. und wo Krishna weiter sagt. der für die Zeiten der Andacht. Dann war er für den Einzelnen derjenige. die. Was heißt denn diese Stelle. von außen hereinstrahlte. indem er ihm sagt. dessen Wurzeln nach aufwärts und dessen Zweige nach abwärts gerichtet sind. Da kommen wir an jene Stelle.

und der seine Zweige in alle Glieder hinunterstreckt. dass man das Gefühl bekommt: Ja. mit der Schlange erkennen. sondern es sieht so aus. wie sich die Nerven.Jetzt schaut man nach aufwärts und sieht. durch die Gliederung des ätherischen Leibes wurde die alte Erkenntnis erworben. sondern es wurde die Erkenntnis errungen im ätherischen Leib. Aber stellen Sie sich einmal den Menschen vor.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Ja. die Welt betrachtend: eines nimmt der betrachtende Mensch nicht wahr. die in alle Organe gehen. Stellen Sie sich das einmal lebendig vor: Wenn Sie im ätherischen Leib. wenn er sich naturgemäß verhält. 99 . in dem noch ätherischen Leib. Diese Unmöglichkeit hört auf. dass der ganze Mensch ätherisch gewesen wäre. Das eigene Gehirn kann kein Mensch sehen. wie es der heutige Anatom wahrnimmt. sobald man im Ätherleib betrachtet. Der gegenwärtige Mensch kennt ja nur sozusagen seine heutige Erkenntnis. Durch die Organisation. der nach oben seine Wurzeln hat. So schaut es nicht aus. Kein Mensch kann auch sein eigenes Rückenmark sehen. Da tritt ein neues Objekt auf. da müssen wir uns eben in die alte Erkenntnis versetzen und uns klarmachen. da bist du in deiner Äthernatur! . Nicht. der heutige Mensch nimmt ja vieles wahr in seiner Umgebung. Nicht wahr. wenn er beobachtet. die ihm vermittelt wird durch das physische Organ. Die alte Erkenntnis wurde errungen. wie die alte Erkenntnis wirkte. das man sonst nicht sieht: das eigene Nervensystem nimmt man wahr. wie er es wahrnimmt. nach aufwärtsgehend. der im physischen Leibe war. da ist etwas in der Welt vorhanden. was für den heutigen Menschen nicht in der Welt ist. Aber man nimmt es allerdings nicht etwa so wahr. das Gehirn. wie wir gerade dargestellt haben. nach oben im Gehirn zusammensammeln. Das gibt das Gefühl: Das ist ein Baum.

was dieser Baum zutage fördert. sondern das wird wie der mächtige Weltenbaum empfunden: die Wurzeln gehen weit hinaus in die Raumesweiten und die Zweige gehen nach unten. in seinen Blättern. Hier tritt uns der Baum entgegen. um so etwas zu verstehen wie diese merkwürdige Stelle der Bhagavad Gita. Da verwundert man sich allerdings ob jener alten Weisheit. Das hat seine tiefe Bedeutung. die heute wiederum mit neuen Mitteln aus den Tiefen des Okkultismus hervorgerufen werden muss. wurzelaufwärts. wie wir sind innerhalb der Haut. das ist das Vedawissen. Das wunderbare Bild der Gita steht ganz vor uns: Der Baum mit den Wurzeln nach oben. die dann durch das althebräische Altertum ins Christentum hereingeht. dass es so klein ist. dass es wie ein Baum ist. das einem von außen zustrahlt. dass er die umgekehrte Richtung hat wie der Paradiesesbaum. mit den Blättern. Sie haben vielleicht dieses Bild schon gesehen oder es ist dieses Bild des Lebensbaumes mit der Schlange Ihnen entgegengetreten. der Entwickelung. und der Mensch selbst als Schlange an dem Baum. Das alles muss herangezogen werden. Also man fühlt sich selber als Schlange und sieht sozusagen verobjektiviert sein Nervensystem. von dem man das Gefühl hat.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Aber das wird in der Tat nicht so empfunden. Und dann erlebt man das. was ich in früheren Vorträgen gesagt habe: dass der Mensch in gewisser Weise eine umgedrehte Pflanze ist. wenn man diese alten Dinge ins Auge fasst. der seine Wurzeln weit in die Raumes weiten hinaussendet und dessen Zweige nach abwärts gehen. zweigabwärts. was auf ihm wächst. denn der Paradiesesbaum steht am Ausgangspunkt der anderen Entwickelung. Und alles ist bedeutend. Erinnern Sie sich an das. mit den Zweigen nach unten. das Wissen enthaltend. Man hat das Gefühl. man erlebt das. So wird uns auch an dieser 100 .

Aber sie wird eine alte geoffenbarte Weisheit sein. was im weiteren Verlauf der Menschheitsentwickelung der Mensch sich erworben hat und was wir gestern charakterisiert haben. So nur im Geist steht Krishna vor uns in jenem Wechselgespräch zwischen Krishna und Arjuna. dem Schüler vor Augen führen will. gelassener. Wie muss also das werden. etwas. der Krishna selber spricht und mit denen dann der einzelne individuelle Schüler erwidert. das wir uns gestern vorgeführt haben. was an den Menschen in solch wunderbarer Weise von außen herantritt in den Worten. das heißt. welches das letzte in den Zeiten der alten Geistigkeit war. als etwas Großartiges der Krishna gleichsam als Abschlagszahlung seinem einzelnen individuellen Schüler Arjuna gibt. die der Erhabene. Und je besser er ihm diese Sattvaweisheit gibt. der zurückführt in die Urweisheit der Menschheit und immer mehr selbst das überwinden will. So wird der Krishna zum Herrn des Yoga. was der Krishna seinem einzelnen individuellen Schüler gibt? Sattvaweisheit muss es werden. abgeklärter. Das ist das Wesen des Krishna. indem er auf alles verzichtet. leidenschaftsloser wird sie sein. da er nicht herabgestiegen war in die Materie. wie der Mensch zurückkehrt zu jenem alten Wissen. desto weisheitsvoller. 101 . die diesen Weltenbaum sichtbar macht für den Menschen». der den Geist in seiner uralten Reinheit. während er es der ganzen Menschheit für den Alltagsgebrauch der Kultur nehmen muss.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Stelle ein Hinweis erteilt auf die ganze Artung jenes alten Wissens. Das ist es. was noch im Sattvazeitalter seelenhaft den Geist verhüllte. Und indem ausdrücklich gesagt wird von Krishna seinem Schüler Arjuna: «Entsagung ist die Kraft. werden wir darauf hingewiesen. Damit haben wir vor unsere Seele das Ende jenes Zeitalters geführt. was als etwas Glorioses.

seine Selbständigkeit finde. Höchste Geistesblüte musste Krishna seinem eigenen Schüler geben. was gerade dem Zeitalter gehörte. Sie mussten so auftreten. oftmals wie Persönlichkeitscharakteristik aus den Briefen des Paulus heraus pulsiert.aus dem Rajasverhältnis der Menschen heraus sich losringend fühlen Sie das. 102 . Konnte man in diesem Zeitalter aus dem Sattvaverhältnis heraus schildern? Nein. weil er der Menschheit das alte Erkennen ertöten musste.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ jener Geistigkeit.um diese Bezeichnung der Sankhyaphilosophie zu gebrauchen -im richtigen Sinn schilderte. während die Bhagavad Gita abgeklärt und persönlichkeitsfrei auftreten muss. was wie Zornmütigkeit. Fühlen Sie pulsieren manches Wort der Thessaloniker-Briefe. Wer aus dem Rajaszeitalter . Das ist Stil und Charakter der Paulusbriefe. da sie die höchste Blüte des untergehenden Zeitalters ist. auf dass der Mensch sein Ich. Und als das Geisteslicht so weit herabgestiegen war. sondern aus dem Persönlichen. die wir so verfolgen können. dass das vierte nachatlantische Zeitalter herangekommen war. man hätte dann nicht geschildert. aus der Empörung über dies und jenes heraus. dass wir am Ausgangspunkt das volle Geisteslicht sehen und dann das Herabsteigen in die Materie. Nicht aus der Abgeklärtheit. manches Wort der Korinther-Briefe. Und so schilderte Paulus aus dem Rajasverhältnis heraus. weil er der Schlange den Kopf zertreten musste. In dieses Zeitalter fiel das Mysterium von Golgatha hinein. ein Rajasverhältnis zwischen dem Geist und dem äußerlich Seelenhaften. manches Wort des RömerBriefes . dem einzelnen Menschen aber einen Ersatz gibt für das Untergegangene und ihn zurückführt in die Höhen des Geisteslebens. da war eine Art Wechselverhältnis. so musste er schildern. der musste aus Rajas heraus schildern.

Dasjenige. Derjenige. dass eine Persönlichkeit einmal gegenüber all dem. als er gegenüberstand der Offenbarung des Chris- 103 . was hereinzieht als die Finsternis des Materiellen. und nur von Altem hätte derjenige reden können im Rajaszeitalter. wie in der Bhagavad Gita. das ist das persönliche Element in den Paulusbriefen. Das aber spricht aus den Paulusbriefen. was jetzt das Maßgebende war. dass nicht in den streng geschlossenen Linien. der Sieg des Geistes über das bloß Seelenhafte im Inneren. So konnte weisheitsvoll geschildert werden. was der Gang des Yoga ist in die höchsten Seelenhöhen hinauf. der es zuerst in einer für die Menschheitsgeschichte bedeutungsvollen Weise schildert. der da im Sattvaverhältnis gesprochen hätte. mit seinem ganzen Enthusiasmus schildert er es so. das konnte zunächst nur aus dem Rajasverhältnis heraus geschildert werden. Denn es donnert mit Zornesworten oftmals in den Paulusbriefen. scharf konturierten Abklärung. nicht in der weisheitsvollen. der an den Ausgangspunkt der neuen Zeit sich hinstellte. wie er sich triumphierend in den Geist erhebt. Es war nicht mehr da. er hat selber gebebt. was als Neues in die Welt kam. wo er eins wird mit Krishna. Weisheitsvoll wie in der Bhagavad Gita kann geredet werden. indem die Menschennatur das Erkenntnissuchen durch die Organe und Werkzeuge des physischen Leibes gefunden hatte.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Dieses Sattvaverhältnis war von selbst untergegangen. wenn charakterisiert wird. Persönlichkeit war in die Menschennatur eingezogen. Und derjenige. auch donnerte mit Zornesworten. Das macht es aber auch. dass man weiß: Er war beteiligt. der musste aus dem heraus sprechen. in den Paulusbriefen geredet werden kann. wie der Mensch frei wird vom äußeren Werk. Das macht.

wie hingestellt wird der Gegensatz derer. was der Schüler werden soll. die dämonisch sind. woran man unmittelbar persönlich beteiligt ist. immer Geistigeres werden. wie es in der Bhagavad Gita geschieht. die geistig sind. dass alle Kräfte seiner Seele persönlich beteiligt sein mussten. konnte das nur persönlich tun.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ tus-Impulses. da hatte er vor sich zum erstenmal. die zu immer reiferen und reiferen Seelenzuständen. eben mit diesem individuellen Schüler zu tun hat. Da war das persönlich an ihn herangetreten. was fortan durch die künftigen Jahrtausende wirken sollte. Da schildert Krishna dasjenige. nicht mit dem. der das ChristusEreignis zum erstenmal schilderte. sondern er schildert das. dass erst zum Schluss uns der Gegensatz zwischen dem Dämonischen und Geistigen entgegentritt und an dem Gegensatz dieses Hinauflebens in die Schönheit des Seelenlebens etwas erhärtet: erst am Schluss finden wir. was er als die Auferstehung des Christus zu schildern hat wie etwas. Und sollte es denn nicht persönliches Erlebnis sein? Sollte nicht das Christentum das Persönlichste durchziehen und durchglühen und durchleben? Wahrhaftig: derjenige. im Gegensatz zu denen. das andere wird nur nebenher berührt. 104 . Das ist eine Schilderung. daher zu immer eindrucksvolleren Schönheitsbildern führt. wie in der Gita der Hauptton in das Aufsteigen durch Yoga in geistige Höhen gelegt wird. Warum? Weil es der Krishna in seiner Unterweisung mit einem individuellen Schüler. Daher ist es auch so. Wir sehen. Da hatte er es vor sich so. was die anderen Menschen draußen als ihr Verhältnis zum Geistigen empfinden. Dämonisch sind alle die. und er soll immer Höheres. Daher schildert er nicht in philosophischen. weisheitsvoll konturierten Begriffen.

wenn es die Reife erlangt hat. die da glauben. 105 .DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ aus denen das Materielle bloß spricht. unpersönliche Schilderung. Das gibt den Ton. So entfernt sind die Darstellungen der Gita und der Paulusbriefe: in der Gita Abgeklärtheit. in jeder Zeile entgegen. der in Worten sieghaft auftritt als Offenbarung einer durch die Persönlichkeit getragenen Empfindung. was dieses Zeitalter der Finsternis im Menschenleben bewirkt. was Paulus zu geben hat. was erst wie ein kleines Flämmchen aufflackert in der menschlichen Seele und Macht nur dann gewinnen kann. die in der Materie leben. was als ein kleines Pflänzchen erst aufleben soll als der Christus-Impuls in der menschlichen Seele. der hat es vor allen Dingen mit der Vergeistigung der Menschenseele zu tun. Er muss seinen Blick hinrichten auf alles das. Er hat zu geben. dass mit dem Tod alles aus sei. auf der anderen der Paulusbriefe. wo immer wieder und wiederum hingewiesen wird auf alle möglichen Laster. man möchte sagen. er muss dieses allgemeine finstere Leben in Kontrast bringen zu dem. Paulus hat es zunächst zu tun mit der ganzen Menschheit. mit dem es der große Lehrer real zu tun hat. das ist nicht etwas. Es tritt uns da wie dort. wenn es im Beginn der Entwickelung steht. dass es etwas Chaotisches hat. in beiden Werken. Die künstlerische Vollendung kann etwas erst erreichen. Aber das ist nur da zur Erläuterung. wenn hinter seinem Worte der Enthusiasmus steht. die eben in dem anbrechenden Zeitalter der Finsternis ist. der bekämpft werden soll durch das. das gibt den Stil auf der einen Seite der Gita. Paulus aber muss hineinarbeiten Persönliches in sein Wort. mit jener ganzen Menschheit. Auch das sehen wir zutage treten bei Paulus. zutage. Nur nebenher mag Yoga sprechen von dem. es tritt so. auf allen möglichen Materialismus. was der Gegensatz des Yoga ist.

während die neue Zeit von Stammesvermischung. was das Seelische ist . 106 . dann müssen wir sagen: Das Hellsehertum der alten Zeit war daran gebunden. wie Kämpfer gegen Kämpfer steht. wodurch das alte Hellsehen abgetötet wurde und das neue Erkennen aufkam. an die Gestalt des Menschen Gebundenes werden wir im Anfang der Gita hingewiesen. Mit der Leibnizschen Philosophie der neueren Zeit haben wir sie vergleichen können. Eine Art Pluralismus haben wir in der Sankhyaphilosophie gefunden. sie lässt gewissermaßen dasjenige im Hintergrunde stehen. an welche das Hellsehertum gebunden ist. Wenn wir uns also in die Seele des Sankhyaphilosophen hineindenken. die eben unsere neue Zeit charakterisiert Wir haben es mit einer Verwandlung der äußeren Leiblichkeit des Menschen und der dadurch bedingten Änderung und Verwandlung der Erkenntnis zu tun. Eine andere Art der Blutmischung. wir haben gesehen. wie die Heere der Verwandten kämpfend sich gegenüberstehen.ich erinnere wieder an meine kleine Schrift: «Blut ist ein ganz besonderer Saft» -den Übergang von jenem alten Zeitalter zum neuen.wir haben es ja charakterisiert -. Auf ein Äußeres. die Seelen stehen einfach in ihrer Vielheit hinter den Formen. zu der Differenzierung und Vermischung des Blutes. dass das Blut sozusagen innerhalb des Stammes blieb. wie aber Sieger und Besiegter blutsverwandt sein müssen. Wir haben ihn ja schon charakterisiert. Solch äußere Formenwandlung betrachtet vorzugsweise die Sankhyaphilosophie. eine andere Bedeutung des Blutes tritt auf in der Menschheitsevolution. Wenn wir studieren wollen . wenn wir auf den gewaltigen Anfang der Gita blicken. von Blutsmischung herrührt. das an den physischen Leib gebunden ist. Die Zeit steht vor uns vom Übergang der alten Blutsverwandtschaft.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Warum ist dieses alles so? Diese Frage beantwortet sich uns.

oder im Rajas. als sich der Übergang vollzog von der alten Atlantis selber in die nachatlantischen Zeiten. Und man könnte ihn verfolgen. an dessen Grenzen der Krishna steht.So haben wir eine eigentümliche Art von Wandel. wenn die Zeiten sich änderten. man könnte ihn verfolgen. Äußerer Formenwandel genügt da vollständig. ein Formenwandel bloß war es. die sich ausdrückt im anderen Gebrauch des Ätherleibes oder durch den Übergang in bezug auf die Blutsverwandtschaft. Äußerer Formenwandel kam immer in Betracht.oder im Tamasverhältnis in ihren Beziehungen zu den Formen des äußeren Leibes. was in Betracht kommt beim Übergang von dem alten Sattvazeitalter zu dem Zeitalter. wie beim Übergang vom ägyptischen in das griechischlateinische. Da 107 . die drückt sich aus entweder im Sattva. Da haben wir eine äußere Formenwandlung. dass er sagt: Da ist meine Seele. aber an diese Seele selber geht es nicht heran. wie wir es charakterisiert haben. Diese Formen wandeln sich. welches das neue Rajaszeitalter ist. In anderer Weise war ja der äußere Formenwandel beim Übergang des persischen Zeitalters in das ägyptische. Die Seele wird gar nicht berührt von dem. indem man einfach sagt: In diesen Formen lebt sich die Seele aus. was die Sankhyaphilosophie betrachtet. Purusha bleibt unberührt. In anderer Weise war der Übergang vom urindischen Zeitalter zum persischen. Ja.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ so können wir ihn uns denken. kommt äußerer Formenwandel in Betracht. aber es war auch ein Formenwandel. und eine der bedeutsamsten Wandelungen ist diejenige. . -Aber diese Formen betrachtet dieser Philosoph. doch war es auch ein Formenwandel. Formenwandel war das. der durch die Sankhyaphilosophie charakterisiert werden kann. indem man sich ganz nur an die Bestimmungen der Sankhyaphilosophie hält. mit den Begriffen der Sankhyaphilosophie. wenn wir das ins Auge fassen wollen.

Tamas. Eine Realität ist sie nur für den. nur ein Anklang. 108 . steht der Seele. Während dem Menschen im Alltag die Materie. Derjenige aber. gegen die er zu kämpfen hat. was er als der Herr des Yoga lehrt. die Welt des Dämonischen gegenüber. Rajas. eben zu den äußeren Formen steht. steht das individuell Seelenhafte jedes Menschen. die Welt der Asuras. die über das Äußere sich triumphierend erhebt. Purusha steht hinter ihnen und wir werden hingewiesen auf das Seelische. was er äußerlich tut und erkennt. So ist es beim gewöhnlichen Menschen. kein Wandel des Seelischen selber. der eben seiner eigenen inneren Werkzeuge sich bedient. Davon wird nur gesagt in der Sankhyaphilosophie. Wenn der Mensch durch den Yoga von den gewöhnlichen Seelenstufen zu den höheren Seelenstufen aufsteigen soll.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Aber hinter diesem Wandel steht Purusha. Die ist als solche Maya. dass es als individuell Seelenhaftes im Verhältnis der drei Gunas Sattva. bei dem bleibt das nicht so. dann muss er sich von dem äußeren Werke frei machen. wie die Seele sich entwickeln soll. die sich durch den Yoga in die Einweihung hineinentwickelt. Prakriti. ist das Höchste. gegenübersteht. wenn wir uns die alte Einweihung vor Augen führen. und ein fortwährender Hinweis auf das Seelische ist es. aber wie diese Seele ihrer Natur nach ist. der in die Einweihung hineinkommt und hellsichtig wird. Was tritt an die Stelle der Materie? Das tritt uns ja entgegen. dann muss er sich immer mehr und mehr von dem emanzipieren. dem steht nicht die äußere Materie gegenüber. Führung. Aber dieses Seelische wird nicht berührt von den äußeren Formen. Dann steht innerlich seine Seele frei da. Wandel der äußeren Formen. Gewiss. tritt uns da als Erkenntnis nicht vor Augen. wenn uns die Lehre des Krishna vor die Seele tritt in demjenigen. dann muss er sein eigener Zuschauer werden. Und diesen Anklang entdecken wir auf die folgende Weise.

stehen wir ganz im Seelischen drinnen. ins Riesengroße heran. Da steht Seelisches gegenüber Seelischem. der mächtige Feind steht der Seele gegenüber. In unserem Sinn sehen wir die Seele. Dann erst wird dieses Seelische spirituell seiner selbst gewahr.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Die Materie ist das. was in der Materie geistig ist. was Widerstand leistet. wenn ihr Verhältnis nicht nur dem gegenübersteht. sondern in einem Kampf gegen gewisse dämonische Gewalten. sondern wenn sie dem rein Geistigen gegenübersteht. was als Geister sichtbar wird. wir beginnen das Seelische zu fühlen. Aber das alles ist eigentlich nur im Anklang. ist nicht bloß in diesem Tamasverhältnis. dem Ahrimanischen gegenübersteht. wo es in Kampf tritt gegen die Dämonen. mit dem man im Yoga kämpft. was früher nur die materiellen Geister waren. 109 . Jetzt aber steht er selbst uns gegenüber. gegen die Asuras. Der Eingeweihte. die Mächte der Finsternis. der durch den Yoga zur Einweihung kommt. da blickt sozusagen etwas aus dem Seelischen herein. wenn die Materie in ihrer Geistigkeit erscheint. da steht der individuellen Seele im weiten Weltall Ahrimans Reich gegenüber. wenn sie zur Einweihung kommt. die Asuras. die werden Feinde. Es tritt uns da eben im kleinen das entgegen. mit Ahrimans Reich. Die Sankhya-philosophie kennt das Verhältnis der Seele zu der äußeren Materie. in die sich die Materie für sein Anschauen verwandelt. was wir als den Kampf der Seele mit dem Ahriman kennen. wenn diese äußere Materie die Oberhand hat. als etwas bezeichnen. Dann wächst das. der aber nur wie im kleinen uns entgegentritt. als das Tamasverhältnis. In unserer Sprache würden wir diesen Kampf. Die unterste Stufe von Ahrimans Reich ist das. Aber indem wir das auffassen als solch einen Kampf. im Kampf der Seele mit Ahrimans Mächten. indem wir es in unserem Sinn betrachten.

nach der Sankhyaphilosophie. der Kampf mit dem Luziferischen. Seelisches steht gegenüber Seelischem. In urferner Perspektive erscheint Purusha der Sankhyaphilosophie. bald ist die Materie oben. was in seiner vollen Größe erst durch das Christentum betrachtet werden konnte. indem wir das Dreifache: das Seelische. da schwankt es hin und her.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Im Rajasverhältnis. wenn wir in unserem Sinn die Sache betrachten. Wenn wir auf das Tiefere eingehen. das entsteht. sondern es steht mitten drinnen auf dem Kampfgebiete gegenüber Ahriman und Luzifer. Wir treten in das christliche Zeitalter und in das. noch ununterschieden vom Ahrimanischen und Luziferischen. bald die Materie unten. Für uns führt es noch nicht in Sattva hinein. Nicht bloß. Wir fassen jetzt das innere Verhältnis der Seele ihrem Ringen nach selbst ins Auge. Wenn dieses Verhältnis zur Einweihung führen sollte. auf das. was dem esoterischen Christentum zugrunde liegt und dringen in Purusha selber ein und charakterisieren dieses. dann führte es im Sinne des alten Yoga direkt zu einer Überwindung von Rajas. Das ist etwas. Für die alte Lehre des Sankhya bleibt Purusha sozusagen noch unberührt. der gegeben war inner- 110 . lag in dem Übergang. führte in Sattva hinein. Rajas. Da wird das Verhältnis geschildert. Jetzt haben wir. bald der Geist. wenn Purusha sich in Prakriti kleidet. Das. auf das in der Sankhyaphilosophie nur hingewiesen war. Tamas die Verhältnisse des Seelischen zu dem Materiell-Substantiellen. da haben wir nur in Sattva. die Seele in regsamer Tätigkeit kämpfend und ringend zwischen Ahriman und Luzifer. bald der Geist. was kommen musste. dass wir darauf hinweisen. ist Materie und Geist im Gleichgewicht. das Ahrimanische und das Luziferische ins Auge fassen. sondern da beginnt der andere Kampf. Und jetzt steht uns für unsere Betrachtung Purusha entgegen. was da hereinspielt in das Wesen der Seele.

was für die neuen Zeiten notwendig ist. um sich in Yoga über sie zu erheben. Das ist aber auch der größte Übergang. Da entsteht dann nicht mehr bloß die Frage: Wie sind die Zustände im Verhältnis der Seele zu dem Materiellen. von aller Äußerlichkeit. Da beginnt die Notwendigkeit. so lebt sie in Prakriti drinnen. da ist sie sich selbst überlassen. Und im Yoga macht sich diese Seele von dem 111 . was so charakterisiert werden muss.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ halb des vierten Zeitalters. der durch das Mysterium von Golgatha bezeichnet wird. in der Bhagavad Gita auf der einen Seite dargestellt wird für die alten Zeiten. fühlt es in seiner Innerlichkeit. wie sich Purusha vollständig von Prakriti emanzipiert. was durch einen bloßen Formenwandel zu charakterisieren ist. Diese Hüllen kann man charakterisieren. und muss mit ihr im Inneren fertig werden. das war etwas. in dem Übergang. da hat sie gegen Ahriman und Luzifer zu kämpfen. gegenübergestellt. Denn. So. Sie wohnt in ihrer Leiblichkeit. was uns in dem Erhabenen Sang. was nur durch den Übergang von Prakriti zu Purusha selber charakterisiert werden kann. in ihren Hüllen. Der Mensch wird nicht bloß von den Blutsbanden losgerissen. Das wird uns in dem Erhabenen Sang. sondern von Prakriti. Sie sind das. so ist sie verstrickt im gewöhnlichen Dasein in Prakriti.Dann hat die Seele nicht nur Tamas und Rajas zu überwinden. einander gegenüberzustellen. in Sattva und Rajas und Tamas? . und auf der anderen. Da wird uns die menschliche Seele gezeigt. der Bhagavad Gita. Da tritt der Christus-Impuls herein. der in der ganzen Erdenentwickelung hat auftreten können. was in immerwährendem Formenwandel ist. wie sich die Seele darlebt. was geschah damals? Was beim Übergang vom dritten ins vierte Zeitalter geschah. Jetzt aber ist es etwas. dass man sagt: Man fühlt.

bevor Ahriman und Luzifer ihre volle Gewalt bekommen hatten. Wenn die Seele bloß den Yoga durchmachen würde. Da verhüllt noch eine gütige Gottheit. was kann es noch Gewaltigeres geben. und kommt in die geistige Sphäre. wenn sie den Bundesgenossen hätte. wie wir sie gestern geschildert haben. Das war altem Hellsehen möglich. dass sich die Seele bloß frei macht. wie Krishna war. was nur auf ihrem Felde sichtbar ist im Zeitalter. die Vollendung des Men- 112 . dann stünde Krishna in aller Gewaltigkeit vor ihr. der ihr Ahriman und Luzifer bekämpft. der da sichtbar wird auf die erhabene Weise. dann gelangte sie zu dem Anblick des Krishna. wie Leibliches von Leiblichem sich löste oder. Denn würde sich die Seele durch Yoga frei machen. da das Mysterium von Golgatha geschah. Ich kann mir wohl vorstellen. dass neben jenem Krishna. würde sie Ahriman und Luzifer vor sich haben und den Kampf mit ihnen aufnehmen müssen. dass jemand sagen könne: Ja. man könnte auch sagen. Dem stellen wir dasjenige gegenüber. nicht bloß Tamas und Rajas.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ frei. als der Held Krishna auftrat. überwindet das. Aber wir sehen auf der anderen Seite das Gewaltigere: wie die Seele sich selbst überlassen und dem Kampf ausgesetzt wird. Das kann nicht mehr sein. etwas. Da genügt es nicht. indem sie sich ganz frei von diesem Hüllenhaften macht. worin sie eingehüllt ist. weil der Mensch noch nicht heruntergestiegen war in die Materie. das Mysterium von Golgatha erst gebracht hat. So sehen wir. aber so. Und neben Krishna könnte sie sich erst hinstellen. was das Christentum. Das ist aber der Christus. dass neben Krishna zur Linken und Rechten Ahriman und Luzifer stehen. worin sie eingehüllt ist. Leibliches im Leiblichen sich verfinsterte damals. als wenn uns im Krishna das höchste Ideal des Menschentums.

welche im Krishna inkarniert war. den wir eben als den Krishna erkennen. in der ganzen Menschheit des Krishna inkarniert haben. der selbst in einem solchen Leib. denn alle Dinge. Und auch darin drückt sich das Präponderierende des ChristusImpulses gegenüber dem Krishna-Impuls aus. Und so ist es eigenes Unvermögen. wenn jemand nur in der Krishna-Darstellung das Höchste sehen will. sondern nur dann in ihm wohnen kann. werden für die zukünftigen Menschen seelisch greifbar sein -. Das ist der Christus.dieses Gegenüberstehen ist erst im Anfang vorhanden. nicht bloß gegen Tamas und Rajas. nicht etwas noch Größeres zu sehen. in dem der Zarathustra wohnen kann. Und das ist das. dass wir beim Krishna-Impuls die Wesenheit. dass er nicht unmittelbar in diesem menschlichen Leibe leben 113 . Derjenige Impuls. für den die Menschheit zunächst als solche zu klein ist. Gerade darin drückt sich wiederum das Höherstehende des Christus-Impulses aus. nicht unmittelbar wohnen kann. was uns an die Seite treten muss und uns durchdringen muss. das muss ein Impuls sein. ein Impuls. Da wird Krishna als der Sohn des Visudeva geboren und er wächst heran. Daher kommt es. aber in seiner ganzen Menschheit ist jener höchste menschliche Impuls verkörpert. wenn dieser Leib das dreißigste Lebensjahr erlangt hat. sondern nur die reifsten Zeiten eines Menschenlebens. inkarniert. wenn es sich um unser Gegenüberstehen gegen Luzifer und Ahriman handelt . wenn wir uns erst gegen die Gewalten im Geist.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ schentums vorgeführt wird? Es kann noch etwas Höheres geben. Daher füllt der Christus-Impuls nicht ein ganzes Leben aus. der uns an die Seite treten muss. dieses Menschentum erobern müssen. die zum Beispiel in unseren Mysteriendramen dargestellt sind. dass der Christus-Impuls nur drei Jahre in dem Leibe des Jesus anwesend war. wenn dieser Leib selber auf der Höhe der Entwickelung angelangt ist.

weil sie reife Frucht vieler vorangehender Zeitalter ist. aber er muss auch verstehen. allerdings vollkommeneren. davon werden wir ja noch weiter zu sprechen haben. Und wie sich das Überragende des Christus-Impulses gegenüber dem Krishna-Impuls weiter zeigt. dass es in der Tat so sein muss. herausfühlen werden Sie aus demjenigen. Aber sehen. der den Weltenverlauf darstellt. weil sie die ersten Keime zu einem nächsten. 114 . so wie das Krishna-Wesen von der Geburt an. So muss derjenige.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ kann. zwar die Unvollkommenheiten der Paulusbriefe gegenüber der Gita. und dass die Paulusbriefe. umfassenderen Weltenalter sind. anerkennen. wie uns das Verhältnis zwischen der großen Gita und den Paulusbriefen entgegentritt: dass die ganze Darstellung der Gita. die sehr bedeutsamen Unvollkommenheiten. was bisher charakterisiert worden ist. warum diese Unvollkommenheiten da sein müssen. die nicht vertuscht werden sollten. viel unvollkommener sein mussten. vollkommen an sich sein kann.

Auf solche Reife wurde ja immer gesehen. die nun schon einmal auf irgendeine Weise das Licht der Öffentlichkeit gefunden haben. die Krishna seinem Schüler Arjuna zu geben vermag. In unserer Zeit ist das in bezug auf alle die Lehren und Unterweisungen nicht mehr möglich. und wir haben gesehen. denn sie sind im Grunde genommen. 1. auf die Reife der Schüler hinzusehen. 115 . was noch wichtig sein wird für unser Verständnis. In jenen alten Zeiten waren schon die Lehrer darauf bedacht.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ FÜNFTER VORTRAG KÖLN. in der die Gita verfasst worden ist. Dagegen scheint nun ja allerdings zu sprechen. wie es bei der geringen Zahl der Vortragstage möglich war -. intime Lehren. JANUAR 1913 Wir haben zwei bedeutsame Menschheitsdokumente in diesem Zyklus an unsrer Seele vorüberziehen lassen . haben entstehen können. gerade wie sie in der Gita uns entgegentreten. man gibt sie einem Einzelnen und muss sie einem Einzelnen geben. welche Impulse in die Menschheitsentwickelung haben einfließen müssen.wenigstens in ganz kurzen Charakteristiken. denn da waren sie ein Gegenstand mündlicher Mitteilung. ist. damit diese zwei bedeutsamen Menschheitsdokumente. Da drangen sie nicht zu allen Ohren. Wir haben ja schon gesagt: In der Gita treten uns die Lehren entgegen. Das. dass diese Lehren heute jedermann zugänglich sind. einen Grundunterschied anzugeben zwischen dem ganzen Geist der Gita und dem Geist der Paulusbriefe. Solche Lehren. weil sie in der Gita stehen. Das waren sie natürlich nicht zu der Zeit. die erhabene Gita und die Paulusbriefe. denen sie entsprechende Lehren mitteilten.

eine rechte Geheimlehre. was in der Gita liegt. Die Wissenschaftslehre Fichtes oder die Philosophie Hegels. eine Geheimlehre zu bleiben. sieht in ihr große gewaltige Offenbarungen über die Evolution des eigenen menschlichen Inneren. denn sie wird den wenigsten bekannt und sie hat sogar viele Mittel in sich. Und das ist bei vielen Dingen der Fall in unserer heutigen Zeit. Und so ist es auch mit sehr vielem in unserer Zeit. Dadurch bleibt die Sache selber eine Geheimlehre.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Wir leben in einer Zeit. dass die meisten Menschen sie nicht verstehen und einschlafen. das viele Menschen zu kennen glauben. weil sie so geschrieben sind. was in der Gita drinnen liegt. dass jemand dasjenige. Denn der eine. Es gibt ja in unserer Zeit auch genügend Geheimwissenschaft. Und im Grunde genommen bleiben ja auch solche Dinge eine Geheimlehre. wenn sie die ersten Seiten lesen. eine Geheimlehre zu bleiben. der die Gita heute in die Hand bekommt. wie sie in der Gita stehen. dadurch bleiben die Dinge eben eine Geheimlehre. in welcher das geistige Leben in einer gewissen Beziehung einmal öffentlich ist. Auch schließlich Hegels Philosophie ist eine Geheimlehre. der andere sieht in ihr nur eine interessante Dichtung. wenn sie auch in weitesten Kreisen durch den Druck bekannt werden können. Nicht als ob es in unserer Zeit keine Geheimwissenschaft mehr gäbe. trotzdem sie gedruckt jeder haben kann. und es verwandeln sich alle Begriffe und Gefühle. Sie kennen es nicht. So zum Beispiel ist die Wissenschaftslehre Fichtes. Denn man darf doch nicht glauben. wirklich in sich verarbeitet hat. dass man sie etwa nicht drucken lässt oder sie nicht verbreitet. für ihn in lauter Trivialitäten. aber diese Geheimwissenschaft kann nicht dadurch Geheimwissenschaft sein. wenn er etwa selbst mit den Worten der Gita das auszudrücken versteht. die in der Gita ausgesprochen sind. was ihm aber vielleicht 116 . sie haben das sehr einfache Mittel.

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ganz ferne liegt. So ist die Sache selbst durch ihre Höhe in vieler Beziehung ein Schutz vor dem Gemeinwerden. Aber das bleibt ja eben bestehen, dass die Lehren, die da dichterisch verarbeitet sind in der Gita, solche Lehren sind, die der Einzelne für sich ausführen, erleben muss, wenn er durch sie in seiner Seele emporkommen und endlich erleben will die Begegnung mit dem Herrn des Yoga, mit Krishna. Also, es ist eine individuelle Sache, etwas, was der große Lehrer an den Einzelnen richtet. - Anders ist es, wenn wir den Inhalt der Paulusbriefe einmal von diesem Gesichtspunkt aus betrachten. Da sehen wir, dass alles Gemeindesache ist, alles Sache ist, die sich im Grunde genommen an eine Mehrheit richtet. Denn wenn wir den innersten Nerv des Wesens der Krishna-Lehre ins Auge fassen, so müssen wir sagen: Das, was man durch die Krishna-Lehre erlebt, erlebt man für sich in strenger Abgeschlossenheit der einzelnen Seele, und die Begegnung mit Krishna kann man auch nur haben als einsamer Seelenwanderer, wenn man den Weg wiederum zurückfindet zu den Uroffenbarungen und Urerlebnissen der Menschheit. Das, was Krishna geben kann, muss für jeden Einzelnen gegeben werden. So war es nicht bei der Offenbarung, die der Welt durch den Christus-Impuls gegeben worden ist. Der Christus-Impuls ist von vorneherein als ein Impuls gedacht, der sich an die ganze Menschheit richtet, und das Mysterium von Golgatha ist nicht als eine Tat vollzogen, die nur für die einzelne Seele gilt, sondern wenn wir uns die ganze Menschheit vom Ursprung bis zum Ende der Erdenentwickelung denken, so ist für alle Menschen das geschehen, was auf Golgatha geschehen ist. Es ist eine Gemeinsamkeitssache im allergrößten Maße. Daher muss der Stil der Paulusbriefe, auch noch von alledem abgesehen, was

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schon charakterisiert worden ist, ein ganz anderer sein, als der Stil der erhabenen Gita. Stellen wir uns doch einmal lebhaft das Verhältnis des Krishna zum Arjuna vor. Er gibt ihm sozusagen eindeutige Anweisungen als Herr des Yoga, wie er stufenweise in seiner Seele aufrücken kann, um des Krishna ansichtig zu werden. Stellen wir dagegen eine besonders prägnante Stelle in den Paulusbriefen, da wo sich eine Gemeinde an Paulus wendet und fragt, ob diese oder jene Dinge wahr seien, ob sie als richtige Anschauung gelten können gegenüber dem, was Paulus gelehrt habe. Und da finden wir in der Unterweisung, die Paulus gibt, eine Stelle, die allerdings durchaus verglichen werden kann in ihrer Größe, sogar stilistisch künstlerisch, mit dem, was wir in der erhabenen Gita finden. Aber wir finden zugleich einen ganz anderen Ton, wir finden alles aus einer ganz anderen Art des seelischen Empfindens heraus gesprochen. Das ist da, wo Paulus an die Korinther schreibt, wie die verschiedenen menschlichen Gaben, die da in einer Gruppe von Menschen vorhanden sind, zusammenwirken müssen. Dem Arjuna sagt Krishna: Du musst so oder so sein, dieses oder jenes tun, dann kommst du von Stufe zu Stufe in deinem Seelensein aufwärts. - Seinen Korinthern sagt der Paulus: Der eine von euch hat diese Gabe, der andere jene, ein dritter diese und wenn das harmonisch zusammenwirkt, wie die Glieder eines Menschenleibes zusammenwirken, dann ergibt das auch geistig ein Ganzes, was geistig ganz von dem Christus durchdrungen sein kann. - Also durch die Sache selbst richtet sich Paulus an Menschen, die zusammenwirken, das heißt an eine Mehrheit. Und bei bedeutsamer Gelegenheit richtet er sich an eine Mehrheit,

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nämlich da, wo die Gaben des sogenannten Zungenredens in Betracht kommen. Was ist dieses Zungenreden, das wir in den Paulusbriefen finden? Dieses Zungenreden ist ja nichts anderes als ein Überrest alter geistiger Gaben, die in einer erneuerten Weise, aber mit vollem menschlichem Bewusstsein uns in der Gegenwart wiederum entgegentreten. Denn wo wir in unseren Initiationsmethoden von der Inspiration sprechen, da ist es so, dass ein Mensch, der bis zur Inspiration vordringt in unserer Zeit, ein klares Bewusstsein mit dieser Inspiration vereinigt, so wie er ein klares Bewusstsein mit seiner alltäglichen Verstandestätigkeit und Sinneswahrnehmung verknüpft. Das war ja in alten Zeiten anders. Da sprach der Betreffende wie ein Werkzeug höherer geistiger Wesenheiten, die sich seiner Organe bedienten, um Höheres durch seine Zunge auszudrücken. Da konnte der Einzelne Dinge sagen, die er selber gar nicht verstand. Kundgebungen aus der geistigen Welt kamen zustande, die das Werkzeug nicht unmittelbar zu verstehen brauchte, und gerade in Korinth war solches eingetreten. Da war der Zustand gekommen, dass eine Anzahl von Leuten die Gabe dieses Zungenredens hatten. Da konnten sie aus geistigen Welten dieses oder jenes verkündigen. Mit einer solchen Gabe ist es nun so, dass, wenn der Mensch sie hat, das was er durch solche Gabe zur Offenbarung bringen kann, unter allen Umständen eine Offenbarung aus der geistigen Welt ist. Aber es kann deshalb doch durchaus so sein, dass der eine dieses sagt und der andere jenes, denn die geistigen Bezirke sind mannigfaltig. Der eine kann von diesem Bezirk, der andere von einem anderen inspiriert sein, und da kann es sein, dass dann die Offenbarungen durchaus nicht zusammenstimmen. Das Zusammen-

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die. so wunderbar ist in gewisser Beziehung. und man soll nicht bloß auf die Zungenredner hören. der in allen diesen Kräften wirkt. Es bestehen Unterschiede in den Leistungen der Menschen. Und anknüpfend gerade an dieses Zungenreden gibt Paulus jene Auseinandersetzung. . sondern auch auf diejenigen. Darum erkläre ich euch: So wenig einer. was der Einzelne aus diesem oder jenem geistigen Bezirk herunterzubringen vermag. die im 120 . mit den Mitteilungen der Gita verglichen werden kann. die diese Gabe vielleicht nicht haben. Jedermann aber werden die Kundgebungen des Geistes verliehen. so wenig kann ihn einer Herr nennen. sagt: Verflucht sei Jesus. Deshalb gibt Paulus die Mahnung: Da sind Leute. wie gesagt. die aber auslegen. aber es ist ein Geist. aber es ist ein Gott. dass sie in ihrer Gewalt durchaus noch in anderer Beziehung. es sei denn im heiligen Geiste. aber es ist ein Herr. So wird dem einen der Weissagung Rede gegeben. da waren es stumme Götzen. die Zungenreden können. Nun bestehen Unterschiede der Gnadengaben. dem anderen der Wissenschaft Kunde. andere sind.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ stimmen kann man erst finden.So fordert auch da Paulus wieder auf zu einer Gemeindesache. Unterschiede bestehen in der Kraft. erkennen können. wie es dem Einzelnen frommt. Ihr wisst von eurer Heidenzeit. Sie sollen zusammenwirken wie die rechte und die linke Hand. zu denen es euch mit blindem Triebe fortriss. die die einzelnen Menschen haben. die durch das Zusammenwirken der Menschen zustande kommt. der im Geiste Gottes redet. wenn man mit vollem Bewusstsein sich in die betreffenden Welten hineinbegeben kann. wiederum finden sich Geister. die die Zungenreden auslegen können. Er sagt: «In betreff der begeisterten Brüder will ich euch nicht ohne Bescheid lassen. als gestern auseinandergesetzt worden ist.

andere haben die Gaben der Weissagung. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre. Gott hat den Leib zusammengesetzt und den unbedeutenden Gliedern ihre Bedeutung zuerkannt. sondern aus vielen Gliedern besteht. so gehörte er doch dazu. Wenn der Fuß spräche: Weil ich nicht die Hand bin. wie auch der Leib nicht aus einem. damit es keine Spaltung im Leibe geben kann. die wir für gering achten. was ihm zukommt. andere wiederum die Auslegung der Zungenredung. so gehöre ich nicht zum Leibe. Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat. Das Auge darf zur Hand nicht sagen: Ich bedarf dein nicht! Der Kopf nicht zu den Füßen: Ich bedarf dein nicht! Vielmehr die scheinbar schwachen Glieder am Leib sind notwendig und diejenigen. In alledem aber wirkt ein Geist und erteilt einem jeden. wo bliebe der Leib? So aber sind zwar viele Glieder.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Glauben leben. gehöre ich nicht zum Leibe -. Denn durch den Geist sind wir alle zu einem Leibe getauft. Und wenn ein Glied leidet. ob Jude oder Grieche. wie Er es für gut fand. wieder andere haben die Gabe der Heilung. leiden alle Glieder mit. doch ist nur ein Leib. und wenn ein Glied Wohl- 121 . wo bliebe das Gehör? Wenn der ganze Leib nur Gehör wäre. Wäre nur ein Glied. so gehörte es doch dazu. und wir sind alle mit einem Geiste getränkt worden. andere haben die Gabe. Sklave oder Freier. Wenn das Ohr sagte: Weil ich nicht das Auge bin. Charaktere von Menschen zu durchschauen. wo bliebe der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt jedes von ihnen ein besonderes am Leibe. andere haben das Zungenreden. so ist es auch mit dem Christus. sondern dass alle Glieder harmonisch zusammenwirken und füreinander besorgt sind. erweisen sich als besonders wichtig. alle einzelnen Glieder aber zusammen einen Leib bilden.

«seid des Christus Leib und seine Glieder bildet ihr alle zusammen. Dann spricht er von der Christus-Kraft. wenn die verschiedenen Gnadengaben zusammenwirken. wie der Leib die einzelnen Glieder zusammenfasst.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ergehen hat. so ist meine Rede tönend Erz und eine klingende Schelle. wie des Leibes Kraft die einzelnen Glieder des Leibes zusammenführt Schöneres sagt Krishna auch nicht zu einem Menschen. jauchzen alle Glieder mit. aber auch in der Gemeinde walten kann und die alle einzelnen Glieder der Gemeinde zusammenführt. Und die einen hat Gott gesetzt in der Gemeinde zu Aposteln. die charakterisiert Paulus mit gewaltigen Worten: «Doch ich will euch zeigen den Weg. damit die Verwaltung der Gemeinde zustandekomme und Siebente hat er gesetzt für das Zungenreden. die anderen zu Propheten. die die verschiedenen Glieder zusammenfasst. aber je mehr. Fünfte für andere Hilfeleistungen. Und die Kraft. wie Paulus zur Menschheit gesprochen hat in ihren verschiedenen Gliedern. Sechste. die im einzelnen.oder mit Engelzungen aus dem Geiste und ermangelte der Liebe. Sollen alle Menschen Apostel sein? Sollen alle Propheten sein? Sollen alle Lehrer sein. desto besser.so sagt Paulus zu seinen Korinthern . Ihr aber» . Vierte hat er gesetzt für Wunderheilungen. alle Heiler.» Und dann spricht Paulus von der Kraft. die im einzelnen leben kann wie die Lebenskraft in jedem Glied und die doch wieder im Ganzen lebt einer ganzen Gemeinde. Dritte hat er gesetzt zu Lehrern. 122 . alle mit Zungen reden? Oder sollen alle die Zungenreden auslegen? Daher ist es recht. der höher ist denn alles andere: Wenn ich reden könnte mit Menschen.

sucht nicht ihre Vorteile. die Liebe kennt nicht die Prahlerei. Da ich ein Mann ward. höret auf. Die Liebe ist gütig. sprach ich wie ein Kind. dann ist es mit dem Stückwerk dahin. es wäre alles nichts. Da ich ein Kind war. Stückwerk ist alle Weissagung. war es mit des Kindes Welt vorbei. durchströmt allen Glauben. Doch wenn das Vollkommene kommt. lässt sich nicht in Aufreizung bringen. freut sich nur mit der Wahrheit. freut sich nicht über Unrecht. darf auf alles hoffen. wenn es nicht mehr zu Menschenherzen sprechen kann. Die Liebe kann nie. wenn sie ist. gehet dahin. und ermangelte der Liebe. Die Liebe währet immer. und wenn ich allen Glauben hätte. der Berge selbst versetzen könnte und ermangelte der Liebe. 123 . was wohlanständig ist.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Und wenn ich weissagen könnte und alle Geheimnisse offenbaren und alle Erkenntnisse der Welt mitteilen. wenn ich meinen Leib selber hingäbe zum Verbrennen. die Liebe verletzt nicht. verloren gehen. was man mit Zungen redet. höret auf. wenn es erfüllt ist. es wäre alles unnütz. Was man weissaget. trägt niemandem Böses nach. ja. was erkannt wird. wenn der Gegenstand der Erkenntnis erschöpft ist Denn Stückwerk ist alles Erkennen. dachte ich wie ein Kind. fühlte ich. darf überall Duldung üben. Die Liebe umkleidet alles. die Liebe kennt nicht den Neid. Und wenn ich alle Geistesgaben austeilte. kennt nicht den Hochmut.

als Lehre. recht viel wichtiger ist es. dereinst schauen wir den Geist von Angesicht zu Angesicht. bleibend ist Glaube. meine Brüder. es sei denn. erbauet die Gemeinde.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Jetzt sehen wir im Spiegel nur dunkle Konturen. bleibend ist Hoffnung in Sicherheit. daher steht die Liebe obenan. er redet unter Göttern. Nun. Denn wer auch mit Zungen redet. seine Zungenreden zu erkennen. der Zungen redet. Niemand vernimmt es. dereinst werde ich ganz erkennen. er redet unter den Göttern. zum Trost. wer mit der Zunge redet. was meine Zungenreden bedeuten als Weissagung. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk. Wer weissagt. befriedigt sich in gewisser Weise selbst. Die Liebe aber ist das Größte unter ihnen. bleibend ist Liebe. als Offenbarung! 124 . Er meint: Entrückt ist der Zungenredner in geistige Welten. dass ihr alle Zungen redet. Ist es erreicht.» Wir sehen. zur Ermahnung. wenn ich euch nicht sage. Denn mögen euch alle Geistesgaben werden: wer die Weissagung selbst kennt. dass ihr weissaget. er redet nicht unter den Menschen. ist mehr als der. redet mit Menschen zur Erbauung. wer da weissagt. Angenommen. «Wer weissagt. wie Paulus die Natur des Zungenredens kennt. ich komme als Zungenredner zu euch. weil er Geistesgeheimnisse redet. damit die Gemeinde sie versteht. wie ich selber bin. was kann ich euch nützen. der muss auch nach der Liebe trachten. dass der Zungenredner selbst imstande ist.

Die Krishna-Offenbarung richtet sich an den einzelnen Menschen.» Das alles zeigt uns. im Sinne der Krishna-Lehre. den Weg der Seele nach aufwärts zu machen. wenn ihre Töne sich nicht deutlich unterscheiden lassen. wo die Einzelnen differenziert wurden. wo sie auch wirklich differenziert werden mussten. in dem sie auftritt. wenn dieser reif wird. dass 125 . ein jeder mit seiner besonderen Fähigkeit. Wie soll man dann unterscheiden das Spiel der Zither oder der Flöte. mit seiner besonderen Gabe. Da konnte man nicht mehr rechnen. Da werden wir immer mehr und mehr hinaufgewiesen in Urzeiten der Menschheit. wenn sie nichtunterschiedliche Stimmen von sich geben. Da waren die Menschen noch weniger individualisiert. Damit aber stehen wir auch auf dem Punkte. Und wenn die Trompete einen undeutlichen Ton gibt. wo die Offenbarung des Paulus durch den Moment der Menschheitsentwickelung. die Zither. wenn ihr mit den Zungenreden nicht eine deutliche Rede verbinden könnt. wer will sich zum Streit rüsten? So ist es mit euch. wie ihn der Herr des Yoga vorschreibt. dass für einen jeden die gleiche Lehre und Anweisung gut sei. da ist alles in die Luft gesprochen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Meine Zungenreden sind wie die Flöte. sich grundsätzlich unterscheiden muss von der Krishna-Offenbarung. zu denen man ja auch wiederum zurückkehren will im Geiste. dass die verschiedenen Geistesgaben verteilt sein müssen auf die Glieder der Gemeinde und dass die Glieder der Gemeinde als Individualitäten zusammenwirken müssen. da konnte man voraussetzen. aber im Grunde genommen an jeden Menschen. Paulus stand entgegen der Menschheit.

wenn die Seelen entkörpert sind. stellen wir uns einmal vor. Dem einen wie dem andern ist die gleiche Unterweisung gegeben worden. Um das zu verdeutlichen. was unsichtbar über allem waltet. Im geistigen Leben gleicht einer dem andern. Diejenigen. Dieses. was in keinem Menschen als einzelnem Menschen ist. die von dem Christus-Impuls berührt worden sind. aber eine solche. dass die Seelen immer differenzierter werden. der in die Seele eines jeden sich ergießt. Und der Anführer. wenn die Seelen die Anleitungen bekommen haben von dem Herrn des Yoga. Die Krishna-Schüler haben in sich ein jeder den gleichen Impuls entfacht. der zugleich in der Seele eines jeden ist und über allem schwebt. Das aber ist der Sinn der Menschheitsentwickelung. Da haben wir eine differenzierte Gemeinde auch dann noch. das ist der ChristusImpuls. sagen wir. da musste man auf das hinweisen. die bewusst von dieser Menschheit gesucht wird. wahrend die Seelen der Krishna-Schüler ein Einheitliches sind. ein jeder mit seiner besonderen Individualität. mit seinen differenzierten Geisteskräften. und wie sich eine Anzahl derjenigen Menschen ausnimmt. was aber in jedem Einzelnen sein kann. in der geistigen Welt eine Anzahl Krishna-Schüler ausnimmt. 126 . Der Christus-Impuls ist wiederum etwas wie eine neue Gruppenseele der Menschheit. sie sind entkörpert in der geistigen Welt. so individuell ein jeder auch sein mag. den ihnen der Herr des Yoga erteilt hat. welche in ihrem tiefsten Inneren von dem ChristusImpuls berührt worden sind.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ man in jede einzelne Seele das gleiche hineingießen kann. derjenige. das ist der Christus. wie sich. Daher kann auch in der geistigen Welt der eine dieser Verrichtung. der andere jener obliegen.

dass in anderer Weise Krishna spricht. als wovon man in der Krishna-Lehre ausgeht. der die Anweisungen des Krishna einhält. wie er sich in der Gita mitteilt -. im Grunde genommen . wenn man diese welthistorische Bedeutung des Christus-Impulses einsieht.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Deshalb muss es so sein. Man kann im Christentum immer weiter und weiter kommen. ob der Einzelne vermöge seiner Reife auf dieser oder jener Inkarnationsstufe stehenbleibt bei dem Exoterischen oder ob er hineingehen kann ins Esoterische und sich zu einem esoterischen Christentum erheben kann. Anders muss Paulus sprechen. zu dem Christus-Impuls. Er spricht. und erhebt die Seele als Individuum. auf dem man ist. Das ist das Wesentliche. der auf dem physischen Plan geschieht. Im Christentum geht man davon aus. Man braucht wahrhaftig nicht. den geistigen Weg zum Christus kann jeder antreten. und dann ist es eine Sache der individuellen Entwickelung.so. die überhaupt Menschen sind und eine Beziehung zu dem Mysterium haben können. sogar von einem ganz Christusfeindlichen oder gegen Christus gleichgültigen Standpunkt aus- 127 . Der erste Schritt ist daher ein solcher. dass man eine Beziehung gewinnt. denn der Christus hat das Mysterium für alle gebracht. zu den esoterischsten Höhen kommen. gerade in unserer Zeit. auf dem physischen Plan Vollbrachtes. sondern man kann. In der Krishna-Lehre geht man von dem Standpunkt als Mensch aus. von diesem oder jenem christlichen Bekenntnis auszugehen. aber man geht von etwas anderem aus. als Einzelner. Das ist aber etwas Äußeres. dass dieser zunächst allem übrigen vorausgeht. Den geistigen Weg zum Krishna hin kann nur derjenige antreten. bevor man überhaupt einen weiteren Weg antritt. Paulus spricht eigentlich zu jedem Menschen. zu dem Schüler.

was unsere Zeit an geistigem Leben wirklich geben kann. so darf das als eine ganz besonders schlechte Verleumdung betrachtet werden. 128 . wie die Sankhyaphilosophie sich mit dem Formenwandel. wie es durch die ganze Menschheitsentwickelung hindurch sich mannigfach entwickelnd geht. von dem Seelischen. und dass jeder. Über das Werden. wenn man die Widersprüche und Torheiten des Materialismus einsieht. und in dieser Beziehung ist Paulus eben durchaus die tonangebende Persönlichkeit für die erste Verkündigung des Christus-Impulses in der Welt. so durften wir sagen: Paulus handelt in alledem. dann wird man vielleicht gerade am echtesten in unsere Zeit zu Christus geführt. Dieses aber ist zugleich etwas. was wir im Tiefsten die ganze Anschauung und Darstellung des Paulus durchdringen sehen. Wenn wir dargestellt haben. denn es handelt sich nicht um den Ausgangspunkt von irgendeinem Bekenntnis. wenn man nicht von einem besonderen Bekenntnis von vornherein ausgeht. ob er Mohammedaner oder Buddhist. den Christus-Impuls verstehen kann in seiner ganzen Bedeutung für die Menschheitsentwickelung. oder ob er Christ ist. dass hier bei uns von einem besonderen Christus-Bekenntnis ausgegangen wird. was seinen tiefsinnigen Briefen zugrunde liegt. Wenn man sich aber in das vertieft. durchaus vom Purusha.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ gehen. Jude oder Hinduist. dass ausgegangen wird von den Bedingungen des Geisteslebens selbst. darüber finden wir bei Paulus ganz bestimmte und tiefgehende Aufschlüsse. sondern darum. Wenn deshalb außerhalb unserer Kreise gesagt wird. mit demjenigen befasst. über das Schicksal des Seelischen. was sich auf Prakriti bezieht.

in sich selber ruhend. dass kein Durst mehr zur Wiederverkörperung da ist bei ihm. frei werden von der Maya ist Yoga. das der Mensch verrichtet. So ist es das Herauskommen aus dieser Maya. Alles Bestreben geht dahin innerhalb dieser orientalischen Entwickelung. wie gerade in der Gita verlangt wird. frei zu werden von dem materiellen Dasein. der in einem rein geistigen Dasein lebt. Aber die Prakriti bleibt draußen. Das Werk. was uns gleich bei Paulus in so wunderbar klarer Weise entgegentritt Wir haben schon gestern darauf hingewiesen. woran er Lust und Genießen hat. wie etwas der Seele Fremdes. was da draußen als Natur sich ausbreitet. dass alles bei Krishna darauf ankommt. das heißt ein hoch Eingeweihter. dass der Mensch von alledem. der alles materielle Dasein hinter sich lässt. verrichtet. was er tut. der sich im Sinne der KrishnaLehre entwickeln will. was als sein Werk in dieses Sinnessein sich eingelebt hat.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Da gibt es einen Grundunterschied zwischen dem. was uns da überall entgegentritt. was da draußen ist. frei werde und als Seele triumphiert über das. dereinst so etwas zu werden wie ein Parama-hamsa. was das morgenländische Denken noch leisten konnte und dem. der über alles triumphiert. So schwebt im Grunde genommen jedem. das Triumphieren über diese Maya. vor. selbst innerhalb der orientalischen Einweihung. Denn das. was er selbst als seine Taten verrichtet hat noch innerhalb dieser Sinneswelt. von dem. der das Sinnliche so überwunden hat. Haben wir es doch dargestellt. Maya ist alles. dass der Mensch den Weg aus dem Formenwandel herausfindet. was sich da draußen als Natur ausbreitet. in sich selber befriedigt werden. 129 . dass er nichts mehr mit alledem zu tun hat. soll gleichsam abfallen von ihm und er so. will und denkt. es stellt sich im Sinne der Vedenphilosophie als Maya dar. was eine Äußerlichkeit ist.

Da ergibt sich eine Antwort. was wir gerade als abendländische Offenbarung erkennen. breitet sie als Seele den Schleier der Maya über alles aus. . dass da überall göttlich-geistiges Werk ist? Jetzt tritt die andere Frage hinzu: Warum ist das Maya? Warum erblicken wir Maya um uns herum? . aber in den Tiefen seiner Seele waltenden Worte selbst ganz tief in die Seele schreiben würden. in Purusha hineinführt: Weil die Seele einmal der Gewalt des Luzifer erlegen ist. Auch im Paulinischen Sinn sprechen wir durchaus von der Maya. denn darin drückt sich ein wichtiger Nerv desjenigen aus. sieht sie alles durch den Schleier der Maya. ist das nicht alles göttlich-geistiges Werk. dass wir Maya erblicken? 130 . was dich da draußen umgibt. dass etwas in den tieferen Untergründen der Paulusseele. die uns mitten ins Seelische.Ist denn die Objektivität schuld. woraus du dich erheben willst. Wohl sprechen wir so: Überall umgibt uns Maya! Aber wir sagen: Ist denn in dieser Maya nicht Geistesoffenbarung. göttlich Geistgeschaffenes? Verachtest du nicht Gotteswerk.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ So ist es aber nicht bei Paulus. es fragt nach dem Warum der Maya. was du auch da draußen jemals verrichtet hast. Gottesgeist? Suchtest du nicht zuerst in deinem eigenen Werk den Gott darzustellen. Es ist bei Paulus so. die folgenden Worte aufkommen lassen würde: Ja. wenn du das verachtest? Lebt darin nicht überall Gottesoffenbarung. was Gotteswerk ist? Es wäre gut. nicht zu verstehen. die uns umgibt. Das willst du alles hinter dir lassen? Ist denn das nicht alles Gotteswerk. und willst nun darüber triumphieren über das. ist denn nicht das alles. du willst dich herausentwickeln aus alledem. wenn wir uns diese von Paulus zwar nicht ausgesprochenen. ob alles Maya ist. in Liebe und Glaube und Hingebung. wenn ihm diese orientalische Lehre entgegentreten würde.Das Abendland bleibt nicht bei der Frage stehen. ist es nicht Frevel.

Du Seele hast dir die Welt zur Maya gemacht dadurch. So ist der Orientalismus. wenn sie auch nur in den Keimen vorhanden ist und deshalb so verkannt werden kann wie in unserer Tamaszeit.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Nein.» Die Seele ist schuld. sondern als Maya erscheint. er durfte doch sagen. Von der höchsten geisteswissenschaftlichen Fassung dieser Formel bis herunter zu dem Goethewort: «Die Sinne trügen nicht. aber das Urteil trügt». aber das Urteil trügt. ist eine Linie. Da wird dasjenige. Uns würde als Seele die Objektivität in ihrer Wahrheit erscheinen. dass die Seele der Gewalt des Luzifer erlegen ist. Das rührt davon her. selbst bis in diese Formel hinein: «Die Sinne trügen nicht. was im Orientalismus einfach dasteht wie eine Tat der Götter selber. das muss verstanden werden. auf den Grund dessen zu schauen. dass er einer der allerchristlichsten Menschen ist. das ist nicht die Schuld der Götter. was sie sieht. wenn wir ihn recht betrachten. dass du dem Luzifer unterlegen bist. ist das. was die Paulusbriefe durchpulst und was sich in Zukunft über die ganze Erde hin sichtbar verbreiten wird. nicht in der Wahrheit. Dieses von der eigentümlichen Natur der Maya. dann erst versteht man in den 131 . wo der große Kampf mit Luzifer stattfindet. weil er die Geistigkeit der Maya nicht erkennt und hinaus will aus dem Materiellen. weil er in den Tiefen seines Wesens christlich dachte. das ist die Schuld der eigenen Seele. was sich da ausbreitet. weil wir nicht fähig sind. gerade dadurch in einer gewissen Weise Materialismus. Und die Philister und die Zeloten mögen Goethe. Uns erscheint sie bloß als Maya. wenn wir nicht der Gewalt des Luzifer erlegen wären. abgelenkt in die Tiefen der menschlichen Seele hinein. Eine seelische Lehre. dass das. mögen Goethes Christentum noch so sehr bekämpfen.

wie wir selber das Ins-LebenTreten des Mysteriums von Golgatha dargestellt haben. Paulus konnte nicht alles. dass sie mehr in ihren Tiefen sprechen. weil wir es in der Tat mit zwei Jesusknaben zu tun haben. was er als Eingeweihter wusste. was die Seele daran erlebte im Laufe der Menschheitsentwickelung. weil er in die Welt getreten ist unversucht von Luzifer und daher jener Führer und Freund der Menschenseelen sein kann.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Tiefen das. dass deshalb zwei verschiedene Jugendgeschichten für den Christus Jesus im MatthäusEvangelium und im Lukas-Evangelium vorliegen. Und wir haben er- 132 . Wir haben ja im Lauf der Zeiten erkannt. in ein rechtes Verhältnis zu ihm bringt. Dann versteht man. Erinnern wir uns an dieser Stelle. weil die Seele am Anfang der Gewalt des Luzifer erlegen war. was Paulus meint. Dasjenige. der Menschheit mitteilen in seiner Zeit Wer aber seine Briefe auf sich wirken lässt. das heißt. dass Paulus zu einer Gemeinde sprechen musste und mit dem Verstand der Gemeinde rechnen musste. Und Paulus nennt deshalb den Christus den zweiten Adam. der sie von Luzifer allmählich hinweg. das wurde immer schlimmer und schlimmer. Die Materie da draußen als Gottesschöpfung ist gut Das. Wer aber in die Tiefen dringen kann. wird einsehen. Daher erscheint manches in seinen Briefen wie rechter Widerspruch. um was es sich eben im Fortschritt der Menschheitsentwickelung handelt. das ist gut. das heißt nichts anderes als: in ein falsches Erleben der Materie verstrickt wurde. wenn er von dem ersten Adam spricht. als was sie äußerlich zum Ausdruck bringen. Das kommt daher. der dem Luzifer in seiner Seele erlegen ist und der deshalb immer mehr und mehr in die Materie verstrickt wurde. der findet wirklich überall in Paulus die Impulse von dem Wesen des Christus. was da vorgeht.

die sich damals nicht verkörpert. dass neben jenem Menschenseelentum. und wir haben es betont. In dem LukasJesusknaben. eine Menschenwesenheit. In dem einen Jesusknaben. die nicht in einen physischen Leib eindringt. die sich dann in zwei teilte. was nicht eingegangen ist in die menschliche Entwickelung der Erde. der eine Nach- 133 . dass äußerlich. den uns das Lukas-Evangelium schildert. wie es der andere Jesusknabe ist. sondern die seelenhaft bleibt Sie brauchen sich ja nur vorzustellen. bevor innerhalb der Menschheitsentwickelung ein physischer Mensch entstand. also in dem. zurückbleibt ein Menschentum. wie es vor allen Dingen in einem Menschen vorhanden ist. wie in dem anderen Jesusknaben. in dem des Matthäus-Evangeliums. die in Adam verkörpert war. da lebt eigentlich das von dem Menschen. der als Adam bezeichnet werden kann im Sinne meiner «Geheimwissenschaft». das sich in dem Adamsleib inkarnierte. dass man es. Dann stelle man sich dazu vor. die symbolisch in der Bibel durch den Sündenfall im Paradiese dargestellt wird. Der eine Teil. Es ist ein wenig schwierig. die beiden Jesusknaben eben aus dem Geschlecht des David herrühren. dass also zwei Jesusknaben um ungefähr die gleiche Zeit geboren werden. finden wir den Zarathustra wiederum inkarniert. Allein man versuche es nur einmal sich vorzustellen. in dem ein so hochentwickeltes Ich lebt wie das Zarathustra-Ich. dem Fleische nach. wie sozusagen die Seele. Man stelle sich das vor. ganz im Sinne des Paulus gesprochen. zu tun hat mit einer Seele. ein solches menschliches Ich eigentlich nicht enthalten ist. wie diese Seele der Versuchung des Luzifer unterliegt.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ kannt. hier auf diesem Punkt zu einer richtigen Vorstellung zu kommen. das heißt der physischen Abstammung nach. dass der eine aus der nathanischen und der andere aus der salomonischen Linie stammen.

Für die andere Seele. der man äußerlich nicht als Mensch begegnen konnte. wie ein Ich wirkt. Diese Seele nimmt also auch nicht während dieser Evolution vor dem Mysterium von Golgatha das Ich-Erlebnis in sich auf. welche statt eines Ich inkarniert wurde in dem Jesusknaben des Lukas-Evangeliums. Da ist das schon dargestellt worden. ist doch anders als 134 . gleichsam für die Schwesterseele. Diese Seele ist also eine solche. Diese Seele bleibt also gleichsam unschuldig gegenüber all der Schuld. unterliegt dem Luzifer und so weiter. Deshalb hat aber diese Seele doch alle Weisheit. als sie in den Körper des Jesus eindringt. Diese Seele war es. die durchaus natürlich. innerhalb und doch oberhalb der Menschheitsentwickelung. Von denen wurde sie auch wahrgenommen. es hat diese Seele alle Liebe. wird von der weisen Weltenregierung vorausgesehen. Also wir haben es mit einer bloß Ich-ähnlichen Seele zu tun. dass es nicht gut ist. aber alles das.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ komme der gemeinsamen Seele. was sie darstellt. Sie erinnern sich an die Basler Vorträge. und dadurch geht diese Seele in die Inkarnation hinein. sie lebt also nicht in den Menschheits-Inkarnationen. Sie verkehrte sozusagen in den Mysterien. ein wirklicher Übermensch. Sonnen. Sie wird zurückbehalten in der seelischen Welt. weil dieses ja erst durch das Einkörpern in den Menschenleib erlebt wird. Und so haben wir eine solche Seele. die zunächst nur geistig wahrgenommen werden konnte. sondern wird zurückbehalten. man könnte sagen. deren eine Menschenseele fähig werden kann. Mit ihr verkehren nur die Eingeweihten der Mysterien.und Mondenzeit. die die Menschheit in sich bringen kann im Verlauf der Inkarnationen der Menschheitsentwickelung. die erlebt werden konnte durch Saturn-. ein Vormensch. verkörpert sich in Adam. wenn sie sich auch verkörpert. sondern die nur von den alten Hellsehern wahrgenommen werden konnte.

DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ ein anderes gewöhnliches Ich. der keine besondere menschliche Erkenntnis und Wissenschaft hatte. dass er vor den Weisen des Tempels lehrend auftritt. Ich habe schon betont. dann durchflössen und durchströmt wurde von all dem. der dadurch angedeutet wird. als er zur Welt kam. dass der Körper des MatthäusJesusknaben von dem Zarathustra-Ich verlassen wurde und im zwölften Jahr des Lukas-Jesusknaben das Zarathustra-Ich Besitz vom Körper des Lukas-Jesusknaben nahm. als ihn seine Eltern verloren haben. Dann wissen wir weiter. der Lukas-Jesusknabe. sondern der göttliche Weisheit und göttliche Opferfähigkeit in sich trug. in dem das Zarathustra-Ich lebte. dass dieser Lukas-Jesusknabe jetzt das Zarathustra-Ich in sich trägt bis in sein dreißigstes Jahr hinein. So wuchs er heran. 135 . Christus. der ein übermenschliches Wesen der höheren Hierarchien ist und der nur unter solchen Umständen überhaupt in einem menschlichen Leibe wohnen konnte. dass ihm ein Leib dargebracht wurde. der Christus Besitz ergreift. was jetzt Hüllennatur ist. dass da das Zarathustra-Ich den Körper des Lukas-Jesus verlässt und dass von alledem. bis zum zwölften Jahr heranwuchs. von den vormenschlichen göttlichen Liebekräften. Das ist der Moment. erst durchsetzt war bis zum zwölften Lebensjahre von den vormenschlichen Weisheitskräften. der. zeigte sich nicht besonders begabt für das. dass der Knabe des Lukas-Evangeliums gleich in einer seiner Mutter verständlichen Sprache reden konnte. was man äußerlich menschlich lernen kann. Wir wissen dann. und anderes Ähnliches zeigte sich an ihm. sagen wir. Dann wissen wir ja weiter. heranwuchs auch dieser LukasJesusknabe. dass erzählt wird von dem zwölfjährigen Jesusknaben des Lukas-Evangeliums. dass der Matthäus-Jesusknabe.

Wir wissen. Man hat unserer Lehre vorgeworfen. die aus den heiligen Mysterien der neueren Zeit über diese Christus-Wesenheit gegeben wird. und Friede breitet sich aus unter den Menschen. kurz überhaupt das richtige Gefühl gegenüber dem Christus-Wesen. wie wir die Worte des Evangeliums zu deuten haben: «Es offenbaren sich die Gotteskräfte in den Höhen. dem nicht innewohnte so etwas wie ein Zarathustra-Ich.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ was durch das Zarathustra-Ich in vielen Inkarnationen durch Einweihungen erworben worden war. den viele verehrt haben in der Weise wie man sich ihn vielfach vorgestellt hat: familiär. als wenn man versucht zu verstehen. gefunden. Man bekommt vielleicht durch nichts so sehr die richtige Achtung. Noch eins wissen wir. damit dieses Christus-Ich überhaupt in die Menschheit hereinkommen konnte. dass der Christus Jesus aus Kräften von allen Gebieten der Welt heraus zusammengesetzt wurde. dass diese Christus-Wesenheit dadurch sozusagen weniger intim und menschlich erscheine als der Christus Jesus. dem Menschen naheliegend. So wird die erste Empfindung nur erhöht. in einem gewöhnlichen menschlichen Leibe verkörpert. um das Größte. die 136 . Das Größte muss auch so erfasst werden. das Höchste einigermaßen unserer Seele nahezubringen. Es haben manche in dieser Darstellung. die richtige Ehrfurcht. Solche Vorwürfe rühren nur von der Bequemlichkeit des menschlichen Erkennens her. das sich nicht hinauf erheben will zu den wirklichen Höhen des Empfindens und Fühlens. was für eine Leiblichkeit notwendig war. wenn wir sie in solchem Licht betrachten. die notwendig ist. dass sich unsere Seele im höchsten Maße anstrengt. um zu jener inneren Intensität des Fühlens und Empfindens zu kommen. des menschlichen Fühlens.

wie er ihn gesehen hat? 137 . wie er fortgeschritten war bis zu dem Erscheinen des Mysteriums von Golgatha auf Erden. musste mit leichter begreiflichen Begriffen für die damalige Zeit sprechen. wo ihm der auferstandene Christus erschienen war. so dass im astralischen Leib des Lukas-Jesusknaben der Buddha sich offenbarte.» Wir wissen. obzwar ein Eingeweihter. was seine Inspiration ausmachte. die Botschaft des Friedens und der Liebe. Den verkündete er von da ab. Weil er nicht zu dieser in regelrechter Schulung in alten Mysterien gekommen war. Aber das. der dazumal schon in einer Wesenheit war. dadurch dass sich in den astralischen Leib des LukasJesusknaben der Buddha hineinmischt. was auferstanden ist im Mysterium von Golgatha. Paulus. ertönt. wie sie sozusagen erst heute aus den Grundlagen der Geheimwissenschaft heraus der Menschheit gegeben werden kann.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ eines guten Willens sind. Er erkannte den auferstandenen Christus. dass sie. dass er durch sie wusste: Ja. wie wir sie heute an die Herzen heranbringen können. er hätte nicht eine Menschheit voraussetzen können. schon hätte verstehen können. Aber er war dieser DamaskusErscheinung so gegenübergetreten. es lebt mit der Erdensphäre verbunden seit dem Mysterium von Golgatha das. das war ja durch seine durch Gnade bewirkte Einweihung bewirkt. die solche Begriffe. So haben wir die Wesenheit des Christus Jesus vor uns hingestellt. die ihre letzte Inkarnation als Gautama Buddha durchgemacht hatte und zur vollen Geistigkeit aufgestiegen war. sondern durch Gnade auf dem Wege nach Damaskus. als der Lukas-Jesusknabe erscheint. Warum konnte er ihn gerade so sehen. deshalb nenne ich diese Einweihung eine durch Gnade bewirkte Einweihung.

wie er ihm vor Damaskus erschienen ist? Warum war darin für Paulus die Gewissheit enthalten: Das ist der auferstandene Christus? Diese Frage führt uns auf eine andere Frage zurück: Was war da notwendig. was ich eben vorhin gesagt habe. wie die von Damaskus war. der zu jenen Menschen gehört. die da in die menschliche 138 . Was war aber nötig.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Da muss man ein wenig auf die Art einer solchen Vision. können alles Visionäre einfach durcheinanderwerfen und nicht unterscheiden wollen so etwas wie die Paulus-Vision von mancher anderen Vision. wie sie bei späteren Heiligen aufgetreten ist. Ich habe Ihnen gesagt: Es war gleichsam eine Schwesterseele der Adamseele da. dass der Auferstandene so dicht seelisch erscheinen konnte. denn sie war doch eine Vision. Wie es zum Beispiel der Verfasser der «Botschaft des Friedens» macht. in den Jesus von Nazareth hineinsteigen konnte? – Nun. eine Manifestation ganz besonderer Art. die niemals etwas von okkulten Tatsachen wirklich lernen wollen. Nur die Menschen. das uns als Johannistaufe im Jordan angedeutet wird. warum konnte Paulus den Christus in jener Art wahrnehmen. Was war das eigentlich. dann müssen wir einiges ergänzend zu dem hinzufügen. einer solchen Manifestation eingehen. die eben niemals wirklich etwas über okkulte Tatsachen lernen wollen. in dem der Christus dem Paulus vor Damaskus erschienen ist? Was war das? Woher war das genommen? Wenn wir uns diese Frage beantworten wollen. was notwendig war. um jene Leiblichkeit zu bereiten. damit vollends die ganze Christus-Wesenheit bei jenem Ereignis. wie er dem Paulus erschienen ist? Was war denn sozusagen jener Lichtschein. in welche die Christus-Wesenheit hinuntersteigen sollte. wir haben es gerade gesagt.

So dass 139 . wenn wichtige Dinge in der Erdenentwickelung zu tun waren. Diese Schwesterseele ist in der seelischen Welt geblieben.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Generationsfolge hineingegangen ist. Da nahm sie gleichsam eine Ersatzverkörperung an. um sich geltend machen zu können in der Zeit. Aber sie brauchte sich ja nicht zu verkörpern in alten Zeiten. damit man sie hätte sehen können. Diese Schwesterseele des Adam war verkörpert im Krishna sozusagen das einzige Mal. Aber sie konnte nur als Erscheinung im ätherischen Leibe da sein. wurde hinausgeschickt da. immer. und dann wiederum wurde sie im Lukas-Jesusknaben verkörpert. wurde sozusagen in den Mysterien gehegt und gepflegt. eine Verkörperung. um auch physisch sichtbar zu werden. Aber sie war dazumal nicht im strengen Sinn des Wortes zum erstenmal wie ein physischer Mensch inkarniert. wovon wir gestern gesprochen haben. Diese Schwesterseele war es auch. von den Impulsen der Mysterien gesandt. So erschien sie denn auch wirklich. weil Hellsichtigkeit da war. als das alte Hellsehen da war. konnte daher im strengen Sinn nur wahrgenommen werden so lange. Ich habe Ihnen gesagt: Sie verkehrte in den Mysterien. wo nicht mehr Hellsichtigkeit da war. als gerade die Hellsichtigkeit überwunden werden sollte beim Übergang der Menschheitsentwickelung vom dritten ins vierte nachatlantische Zeitalter. Früher wurde auch schon diese Seele verwendet wie ein Bote der heiligen Mysterien. Sie brauchte sich zum ersten Male zu verkörpern. wiederholt innerhalb der Menschheitsentwickelung der Erde. Aber das war ja in früheren Zeiten vorhanden. sondern sie war vorher prophetisch inkarniert einmal schon. die in dem Lukas-Jesus-knaben inkarniert war. wo sie erscheinen musste. Da brauchte also diese alte Schwesterseele des Adam nicht bis zum physischen Leibe zu kommen. wo es Wichtiges in der Menschheit gab.

was aufstrahlt. was ihm erscheint. mit denen einstmals der Krishna den Yoga verkündet hat.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ wir nun begreifen. um bis zum dreißigsten Jahre heranzuwachsen. als sich die bedeutendsten Weltanschauungen Asiens in dem zwölfjährigen Jesusknaben.der spricht als Ich . ist enthalten in dem. eine Synthesis des Geisteslebens. die zustande kommt. Dann erscheint er wiederum. warum er so seelisch erhaben erscheint: Weil er als der Mensch erscheint in jenem erhabenen Augenblick. die in Besitz genommen werden kann von dem Christus.. So fließen die geistigen Strömungen der Menschheit zusammen. als der Mensch. Und dann erst haben wir jene vollständige Leiblichkeit. Als Paulus seine Erscheinung vor Damaskus hat. was einstmals Inhalt der erhabenen Gita war. ein Mitwirken der bedeutendsten Führer der Menschheit. das Zarathustra-Ich mit dem Krishna-Geist. Und weil der Christus den Krishna zu seiner eigenen Seelenhülle genommen hat. warum er sozusagen eine Überwindung des Ich darstellt. um im Lukas-Jesusknaben verkörpert zu sein. durch die er dann fortwirkt. Es spricht zu den Lehrern im Tempel nun nicht nur der Zarathustra . mit dem Krishna selber. der noch nicht untergetaucht ist in die menschlichen Inkarnationen. er vereinigt sich mit der Krishna-Kraft. der wiederum eine Stufe in die Höhe gehoben ist. er spricht über einen Yoga. er spricht mit den Mitteln. 140 . in den sich der Christus kleidet. warum er der beste Lehrer für das menschliche Ich ist. So haben wir wirklich. Der Lichtschein. ist der Krishna. verbinden. der Christus. da ist dasjenige. ist in dem Christus auch alles das. da das Mysterium von Golgatha geschieht. Daher jene Vollkommenheit. den wir vor ein paar Tagen vor unsere Seele treten ließen. warum der Krishna so übermenschlich redet.

in den neutestamentlichen Offenbarungen von der alten KrishnaLehre. wir müssen unbedingt die Maya verlassen. was eine solche strenge Scheidung. was jetzt als materielles Sein ihn umgibt und was sich für ihn durch seine eigene luziferische Versuchung in Maya hüllt. ganz ausschließt. wenn wir in uns dasjenige überwinden. Diese alte Krishna-Lehre ist aber dadurch eine Sache der ganzen Menschheit geworden. denn das wäre Lästerung des Geistes in der Welt. wir wieder versöhnt werden mit der Welt. wenn wir erkannt haben. in denen der Mensch noch nicht von dem getrennt war. so finden wir. aber auch zur Gottesschöpfung. Damit aber auch gehört wiederum der Christus jenen Zeiten an.? 141 . wie in jenen alten Zeiten noch nicht jene strenge Trennung vorhanden ist zwischen dem Geistigen und Materiellen. alles war sehr gut . Dürfen wir dann sagen. die uns umgibt. das hieße Eigenschaften der Materie zuschreiben. wie sie in der Sankhyaphilosophie zwischen Purusha und Prakriti uns entgegentritt. Dadurch.wenn wir so sagen dürfen . wie da das Materielle noch geistig. die wir ihr selber mit dem Schleier der Maya auferlegen. wird der Christus der Führer der Menschen aus sich heraus. Blicken wir in die ganze Entwickelung zurück. weil der Christus nicht als solcher ein menschliches Ich ist und der Menschheit angehört.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Wir finden so vieles. und dass diese Elohim am letzten Schöpfungstage fanden: Und siehe da. dass. was uns die Materie zur Maya macht. das Geistige . dass uns die Maya als gegeben erscheint durch unsere Schuld? Nein.noch äußerlich sich offenbarend ist. dass sie eine Schöpfung der Elohim ist. Hoffen müssen wir vielmehr. sondern den höheren Hierarchien. wenn auch im Einzelnen zerstreut. dass in dem Christus-Impuls an die Menschheit etwas herantritt. Tönt uns denn nicht herüber von dieser Welt.

das sich erfüllen würde. der Gottesoffenbarung. dazu ist der Christus erschienen in der Welt. die als ein Geheimnis am Ausgangspunkt der Entwickelung stehen. dass wir den Christus als den Versöhner finden. dass wir die Versuchungskräfte gegenüber Luzifer überwinden lernen.Damit wir uns zuschreiben lernen das. wenn es nur eine Krishna-Lehre gäbe. was wir der Welt nimmermehr zuschreiben dürfen.diese Sünde musste durch ihn von uns genommen werden. dass wir nicht Menschenurteil über Gottesurteil setzen. . ohne dass sich sein Karma erfüllt. denn nichts bleibt in der Welt. dass wir durch ihn das uralte Wort verstehen lernen: Und siehe da. es ist sehr gut. Das ist es. was an Schuld an uns haften könnte. dann würde dem materiellen Sein der Umgebung.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Das wäre das Karma. von der die Elohim am Ausgangspunkt der Erdenentwickelung sagten: Und siehe da. 142 . Und könnten alle anderen Sünden von uns genommen werden . dass wir verstehen lernen müssen die Worte.es müsste sich das Erdenkarma erfüllen und alles müsste in der Zukunft auf uns stürzen. der uns in die wahre Gestalt der Gottesoffenbarung einführt.Das Menschenurteil wäre über das Gottesurteil gestellt. jemals von uns fallen könnte und die eine Schuld verbliebe. So müsste sich das Karma erfüllen. dazu brauchen wir den Christus. Dass das nicht geschehe. um uns so mit der Welt zu versöhnen. dass wir den Schleier durchdringen lernen. dass wir die Schöpfung der Elohim verlästern . dann würde dieser Gottesoffenbarung von Menschenurteil entgegengetreten werden: Sie ist nicht gut. ich muss sie verlassen! . dass wir die Gottesoffenbarung in wahrer Gestalt sehen. alles war sehr gut -. Würde es nur eine Krishna-Lehre in alle Ewigkeit geben. Wenn überall alles. Das ist es.

Meine lieben Freunde. eine Angelegenheit höherer Selbsterkenntnis. das ist eine Angelegenheit. sondern genommen werden soll sie als eine Art Neujahrsgabe. wie sie uns erklingen am Ausgangspunkt. die wir verstehen müssen. wie eine Angelegenheit zwischen ihm und der äußeren Natur spielend betrachtet. am Urbeginne unserer Erdenschöpfung. dass der ChristusImpuls wie die höhere Seele sich umhüllte mit dem KrishnaImpuls. das gibt wiederum den Christus-Impuls von einer neuen Seite. als eine Gabe. wie sie in diesem Zyklus beabsichtigt war. als eine Summe von Begriffen und Ideen. die wir aufnehmen. die der Mensch in 143 . nicht allein will eine solche Auseinandersetzung. wie der Mensch in sich zur Selbsterkenntnis kommen kann. Mensch zur Erkenntnis von Mensch. bloß als eine Theorie genommen werden. Anthroposophisch soll diese Geistesströmung auch aus dem Grunde sein. warum die Notwendigkeit vorlag. Dass wir die Welt in Maya getaucht schauen. das ist eine Angelegenheit. das ist eine Angelegenheit unserer Seele selber. die in unser neues Jahr hineinwirken und von diesem aus fortwirken soll als das. noch nicht kann Anthropos zur Erkenntnis von Anthropos kommen. Noch nicht kann der Mensch zur vollen Selbsterkenntnis. was er in seiner eigenen Seele auszumachen hat. was beabsichtigt worden ist. solange dieser Mensch dasjenige. weil durch sie immer mehr und mehr erkannt werden soll. die uns die Götter zubereitet haben. Und betrachten Sie das. insofern uns dieser die Worte der Elohim begreiflich macht. was man empfinden kann durch das Verständnis des ChristusImpulses.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ Dies in ein moralisches Gefühl verwandelt. Das zeigt uns zugleich. zugleich als den Ausgangspunkt unserer anthroposophischen Geistesströmung.

die sich sagt: Wenn ich das überspringen will. Denn aus dieser Bescheidenheit wird quellen der höchste Ernst gegenüber den heiligen Wahrheiten.im Zeichen und unter der Devise der Beschei- 144 . Eine Bescheidenheit höchster Art muss es sein. durch die wir erst zur Empfindung dessen kommen können. und gleich den höchsten Schritt ins Göttliche hinein tun will.Möge die Anthroposophische Gesellschaft auch ein Ausgangspunkt auf diesem höheren moralischen Gebiete sein. was mit der Maya auszumachen ist. wenn er sich vornimmt. das möge ausgetilgt werden. als eine Angelegenheit dieser Menschenseele selber. dass sie an ihrem Ausgangspunkt schon das betrachtet. dann kann sehr leicht der Hochmut an Stelle der Demut treten. Ehrgeiz. was Theosophie dem Menschen sein kann. wenn man . was eine Angelegenheit der Menschenseele ist. Man sollte fühlen. was so leicht in die theosophische Bewegung an Hochmut. dann kann leicht die Eitelkeit sich einstellen. in die sie eindringen soll. wenn wir uns auf dieses Gebiet des Übersinnlichen. an Eitelkeit und Ehrgeiz. möge sie vor allem das.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ seinem Menschtum drinnen selber erkennen muss. . eine Bescheidenheit. des Spirituellen begeben. was der Mensch als einen Impuls empfindet. dann kann mir sehr leicht die Demut entschwinden. an Unwahrhaftigkeit der Name Theosophie hat bewirken können. dass die Anthroposophische Gesellschaft ein Ergebnis tiefster menschlicher Bescheidenheit sein soll. der anthroposophischen Bewegung anzugehören. möge die Anthroposophische Gesellschaft das vermeiden dadurch. das ist eine Angelegenheit der Anthroposophie. Eitelkeit. in wahrer Demut auf und sagen wir uns: Was noch an Unbescheidenheit. Fassen wir daher die Aufnahme des Namens «Anthroposophische Gesellschaft» in wahrer Bescheidenheit. an Unernst im Hinnehmen dessen sich eingeschlichen hat. was die höchsten Weisheiten sind.

wenn Selbsterkenntnis mit höchstem Ernst in der menschlichen Seele sich festsetzt. Dazu möge denn das. Aus diesem Grunde ist auch an den Ausgangspunkt dieser anthroposophischen Bewegung gerade dieser Vortragszyklus gesetzt worden. Selbstbescheidung. dass wir vor allen Dingen durch sie Selbsterkenntnis suchen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ denheit . Und wenn wir durch sie im höchsten Sinne demütig und wahr in uns selber zu schauen lernen. dienen. ein Gebäude zu errichten. dass es sich nicht um etwas Enges handelt.beginnt. woraus stammt alle Unwahrhaftigkeit? Sie stammen aus Ermangelung der Selbsterkenntnis. woraus nur kann echte Andacht gegenüber Götterwelten und Götterweisheiten sprießen? Sie können nur aus wirklicher Selbsterkenntnis. und dass wir auf diese Weise den Versuch unternehmen können. das auf Wahrheit begründet ist. Selbstzucht sprießen. was da strömen und pulsieren soll durch die anthroposophische Bewegung. Selbsterziehung. sondern dass wir gerade mit unserer Bewegung unseren Horizont ausdehnen können über jene Weiten. Woraus nur kann Wahrheit sprießen. und wenn wir vor allen Dingen lernen in uns selber zu schauen. wenn man sich andachtsvoll der Theosophie nähert und pflichtgemäß sich in die Anthroposophie versenkt. wie wir ringen müssen gegenüber aller Maja und gegenüber allem Irrtum in strenger Selbsterziehung und Selbstzucht. Woraus stammt alle Eitelkeit. Aber demütig erfassen wir es in anth- 145 . bescheiden hinaufzusehen zu Göttern und Götterweisheit. der den Beweis liefern soll. die auch das morgenländische Denken erfassen. weil Wahrheit nur erblüht. dafür aber pflichtgemäß ergreift den Menschen und Menschenweisheit. so stehe über uns wie in eine eherne Tafel eingeschrieben: Anthroposophie! Und das sei uns eine Mahnung. Diese Anthroposophie wird uns zu Göttlichem und zu Göttern führen.

auf Worte der Bescheidung. Mögen wir immer in dem Zeichen der Anthroposophie so versammelt sein. auf Worte der Selbsterkenntnis. wie wir sie zum Schluss jetzt nennen wollten. so dass es fruchtbar werde innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung. dann wird sie zu dem gedeihlichen Ende führen. in diesen Tagen sozusagen zuerst versammelt waren. meine lieben Freunde. meine lieben Freunde. das jedem Einzelnen und jeglicher menschlichen Gesellschaft zum Heil gereichen kann. von Ihnen so unternommen wird. Damit sei das Wort gesprochen.DIE BAGHAVAD-GITA UND DIE PAULUSBRIEFE ______________________________________________________ roposophischer Weise und selbsterziehend und den Willen in uns aufnehmend zur Selbsterziehung und zur Selbstzucht. von dem aber vielleicht doch mancher etwas in die folgenden Zeiten in seiner Seele mitnehmen kann. das das letzte dieses Vortragszyklus sein soll. dass wir uns mit Recht auf Worte berufen können. 146 . Wenn Anthroposophie. wird ein Ziel erreichen. wie wir sie jetzt als ein Ideal eben in diesem Augenblick vor unsere Seele stellen durften. für die Sie.