Intuitiv leben

Ausgabe 3 | Mai 2010

akademie bios®

Liebe Freunde,
jeder von uns kennt die innere Spannung zwischen Freiheit und dem Bedürfnis anerkannt und geliebt zu werden. Um den richtigen Rhythmus zu finden, ist es wichtig, unsere Schattenseite zu integrieren und unsere „Spiele“ in den zwischenmenschlichen Beziehungen zu erleuchten. Die Integration dieser „dunklen Seiten“ ist ein Prozess zum persönlichen Wachstum, der verborgene Fähigkeiten aus dem Dunklen holt und ans Licht bringt. Es ist eine Möglichkeit, mehr zu der Person zu werden, die wir wirklich sind. Es ist eine konkrete Möglichkeit, mit Verständnis und Mitgefühl für sich selbst den Weg der Selbsterfahrung zu gehen. Viel Freude beim Entdecken Eures inneren Lichtes!

Unsere Schatten integrieren
Mit dem Begriff „Schatten“ könnten wir alles definieren, was uns an uns nicht gefällt, alles was wir an uns nicht akzeptieren können oder in uns ablehnen. Sehr oft verdrängen wir unsere dunklen Seiten, die Schatten in uns. Durch die Verdrängung, die fehlende Auseinandersetzung mit uns ist es uns oft nicht möglich, die positive Seite der Transformation in uns zu erfahren. Wenn wir diese Seite in uns verdrängen, verlieren wir leicht den Zugang zu wichtigen Eigenschaften, die positiv transformiert werden könnten, denn in diesem Schatten, in diesem Bereich, den wir ablehnen, gibt es wichtige Anteile, die einen leuchtenden Schatten darstellen. Wenn wir uns mit unseren Schatten auseinandersetzen, dann kommen wir der Heilung und der Integration der verdrängten Persönlichkeitsanteile einen Schritt näher. Diese Schatten entstehen, wenn unser Ich, unser Bewusstsein versucht, die Welt innen und außen zu kontrollieren, und sehr oft entwickeln wir Aspekte unserer Persönlichkeit, die dem idealen Bild der Persönlichkeit entsprechen, das wir von uns selbst haben und von dem wir glauben, dass es die anderen von uns haben, und wir verdrängen alles, wovon wir meinen, es nicht zu brauchen oder glauben, es wäre nicht wichtig oder sogar negativ für uns, und die anderen würden diesen Teil von uns ablehnen. Oft handelt es sich dabei um die Teile von uns, die in unserer Kindheit von unseren Eltern, Lehrern oder anderen Leuten, die in unserer Kindheit wichtig für uns waren, kritisiert oder lächerlich gemacht worden sind. Häufig können wir beobachten, wie Kinder die Schatten ihrer Eltern darstellen. Unsere Schatten sind wie ein verhaltensauffälliges Kind, das sich sehr viele StrateIntuitiv leben – Mai 2010

Ernestina

Alles Liebe

Diese Schatten entstehen, wenn unser Sein, unsere Persönlichkeit ein starkes Bedürfnis zu entsprechen hat.
Unser Leben zu kontrollieren, erlaubt es uns nicht, uns mit den positiven Eigenschaften der ganzheitlichen Aspekte unserer Persönlichkeit auseinanderzusetzen.

Impressum: Akademie Bios Bergmanngasse 46/1/2 8010 Graz Dr. Ernestina Sabrina Mazza

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gien überlegt, um sich bemerkbar zu machen, um geliebt, akzeptiert und wahrgenommen zu werden. Sehr oft können wir unsere Schatten durch die Gewohnheiten wahrnehmen, die wir nicht verändern können. Unsere Schattenanteile zu integrieren, erlaubt uns frei zu sein. Ohne das gesamte Spektrum unseres Geistes, unserer Persönlichkeit ist es uns nicht möglich, das Ziel unseres Lebens zu entdecken. Unser Leben zeigt sich dadurch blockiert und unfrei. Wenn wir bereit sind, über diesen Schatten zu springen, ihn zu integrieren entsteht eine enorme Veränderung. Der erste Schritt zur Integration unserer Schatten ist im Grunde die Möglichkeit, sich zu gönnen gut zu sein. Äußern Sie immer in der Früh das Bedürfnis und die Absicht, Ihr Bestes zu geben und Ihre Schatten zu integrieren. In jedem Schatten ist der Keim eines Talentes begraben. Indem wir nicht das gesamte Bild in uns annehmen können, lügen wir uns an.

Unsere Schatten wahrnehmen
Für diese Übung nehmen Sie sich bitte zehn bis zwanzig Minuten Zeit und beantworten Sie die folgenden Fragen fließend. Reagieren Sie heftig und irrational auf manche Menschen? – Vielleicht sind die Eigenschaften dieser Menschen auch die Eigenschaften, die Sie in sich tragen und die Sie verdrängen. Stellen wir manche Menschen auf ein Podest oder denken wir, diese Menschen sind perfekt? - Vielleicht haben diese Menschen Eigenschaften, die wir in uns tragen und denen wir aus falscher Bescheidenheit abgeschworen haben. Vielfach blockieren wir unsere Schatten und das, was wir von uns nicht sehen wollen, auch unsere Intuition. Solange wir unsere Schatten und gewisse Anteile unserer Persönlichkeit verdrängen, sind wir stark auf Kontrolle eingestellt. Wir kontrollieren unser Leben und unsere Beziehungen in der Hoffnung, unser Eigenbild, unser Idealbild aufrecht zu erhalten. Diese fehlende Ehrlichkeit zu uns selbst macht unsere Intuition stumpf und uns stumpfsinnig. Der erste Schritt auf dem Weg zur Befreiung ist in der Gegenwart verwurzelt zu sein und die Fähigkeit zu entwickeln, sich zu schätzen und sich anzunehmen wie man ist. Unsere Schatten sind wie verborgene Schätze voller nützlicher schöpferischer Energie. Wenn wir uns dazu entschließen, diese Aspekte zu durchleuchten, dann ist es möglich, glücklich, authentisch und frei zu sein.

Schatten transformieren
Um unsere gesamte Kreativität zu spüren und unsere Intuition wahrzunehmen, ist es wichtig, unsere Schatten und verdrängten Persönlichkeitsanteile zu integrieren. Wir dürfen uns darin üben in der Gegenwart präsent und in ihr verwurzelt zu sein. Wenn unsere Energie und psychische Kraft dazu tendiert unseren Ausdruck und unser Erscheinen nach Außen unter Kontrolle zu haben, damit wir das Bild, das wir von uns haben, bestätigt bekommen, entstehen - wie wir bereits wissen - zahlreiche Strategien und Mustern, die uns unsicher, ängstlich und zögerlich machen.

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Übung: Unsere Schatten erkennen und transformieren
Nehmen Sie sich für die nun folgende Übung ca. zwei Stunden Zeit. Spüren Sie die Klarheit und die Unterstützung, die Ihnen Ihre Intuition für diese Übung geben wird. Lesen Sie die Beschreibung folgender negativer Verhaltensweisen und spüren Sie, wo Sie hängen bleiben und wodurch Sie Energie verlieren. Erste Verhaltensweise: Oft zu schnell und unüberlegt handeln Gebe ich ein Versprechen zu schnell, und fühle ich mich dann blockiert? Ignoriere ich manchmal bewusst meine Intuition oder wichtige Hinweise auf zukünftige Probleme? Oder vertraue ich meiner Intuition und nutze Sie bewusst? Kann ich meine Prioritäten klären und meine Bedürfnisse wahrnehmen und leben? Zweite Verhaltensweise: Zu gutmütig sein und nicht „Nein“ sagen können Versuche ich, es allen Recht zu machen? Bin ich zu höflich, zu herzlich, nicht strafend? Ist es für mich eine Möglichkeit, Frieden zu schaffen und in Ruhe gelassen zu werden, indem ich nachgebe? Habe ich das Gefühl, nicht die Kontrolle über mein Leben zu haben, und fühle ich mich ausgeliefert? Dritte Verhaltensweise: Bedürfnis nach Lob und Anerkennung Verhalte ich mich auf eine gewisse Art und Weise, damit ich Lob und Anerkennung bekomme? Investiere ich viel Zeit und meine Energie in etwas, was mir viel materiellen Erfolg oder Prestige bringt, anstatt etwas zu tun, was mir gefällt? Versuche ich Leute, die eine gewisse Autorität ausstrahlen, als Freunde zu gewinnen?

Vierte Verhaltensweise: Zu viel sprechen – die Kommunikation dominieren Habe ich das Bedürfnis die Kommunikation oder Gespräche zu dominieren oder im Mittelpunkt eines Gespräches zu stehen? Wenn sich Menschen entfernen oder ein Gespräch zu Ende bringen wollen, rede ich lauter oder schneller oder suche ich einen weiteren Grund, um das Gespräch weiterzuführen? Fällt es mir schwer zuzuhören? Unterbreche ich oft andere während eines Gesprächs, weil ich das Gefühl habe, Sie sind nicht auf mich fokussiert?

Fünfte Verhaltensweise: Misstrauen und Reserviertheit Habe ich das Gefühl, ich muss einen Teil von mir verstecken, weil ich mich sonst zu sehr der Macht der anderen aussetzen würde? Inwieweit blockiert mich mein Misstrauen, die Hilfe Anderer anzunehmen und deren Anwesenheit in meinem Leben zu genießen? Wann nehme ich Abstand von Anderen und warum? Welche Eigenschaften und Charakterzüge eines Menschen bringen mich dazu misstrauisch zu sein. Sechste Verhaltensweise: Ich ziehe mich zurück, aus Angst nicht wahrgenommen zu werden und weil ich versuche meine Wut zu kontrollieren. Wie unterdrücke ich meine Emotionen und Gefühle?

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Siebente Verhaltensweise: Versprechen und Erwartungen nicht erfüllen können Was bedeutet es für mich, ein Versprechen zu geben? Worauf verzichte ich, wenn ich mich binde, wenn ich mich engagiere? Wenn ich frei bin und ohne Verbindlichkeit, fühle ich mich sicher, weil ich vielleicht etwas versäumen könnte? Wenn ich eine Vielfalt an Möglichkeiten zur Auswahl habe, wie fühle ich mich? Habe ich Angst etwas zu versäumen und bin ich immer in Erwartung, dass etwas Großartiges in meinem Leben passiert? Erwarte ich mir, dass irgendwann eine großartige Veränderung passiert und das Leben in irgendeiner Form die große Ungerechtigkeit wieder gutmacht, die ich bis jetzt erlebt habe? Achte Verhaltensweise: Unzufrieden sein und denken, es gibt etwas Besseres als das was ich habe. Das was ich habe, ist nicht gut genug. Denke ich immer an das, was mir fehlt? Bewege ich mich in kleinen Schritten, um meine Ziele zu erreichen, und dann verzichte ich darauf, weil ich das Gefühl habe, sie nie erreichen zu können? Bin ich ständig unzufrieden und traurig, weil ich nie das habe, was ich mir erwarte? Habe ich Angst, nicht gut genug zu sein? Habe ich die Fähigkeit, meine Stärken und Bedürfnisse zu erkennen? Neunte Verhaltensweise: Wenn Schwierigkeiten kommen, laufe ich davon Wenn mich etwas nicht zufrieden stellt, dann laufe ich weg? Wenn etwas schwierig wird, die Herausforderung steigt und ich das Gefühl bekomme, es nicht zu schaffen, laufe ich dann weg? Oder gebe ich mir
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die Möglichkeit, aus diesen Schwierigkeiten etwas Neues zu lernen? Zehnte Verhaltensweise: Angst vor der Veränderung Wenn ich mich verändere oder etwas Neues in mein Leben kommt oder das Leben mich zu Veränderungen herausfordert, bin ich bereit diese Herausforderungen zu erfüllen? Oder halte ich mich am Alten fest?

Elfte Verhaltensweise: Die Anderen sind für meine Bedürfnisse verantwortlich In meinen Beziehungen und Freundschaften projiziere ich, anstatt meine Kraft, meine Herzlichkeit und meine erwachsene, emotionale Reife zu zeigen, die nichtgestillten Bedürfnisse meiner Kindheit auf meinen Partner oder meine Freunde und erwarte, dass Jene meine Bedürfnisse erkennen. Und wenn sie das nicht tun, gehe ich dann auf Distanz und bin beleidigt? Wünsche ich mir, dass mein Umfeld meine Wünsche erfüllt und versteht, ohne dass ich sie mitteile?

Nachdem Sie diese Fragen durchgelesen haben und Ihre möglichen Schatten gesehen haben, spüren Sie, wo Sie sich hingezogen fühlen. Beantworten Sie nun die Fragen, die Sie vorfinden. Nehmen Sie das an, was da ist, ohne sich verantwortlich oder schlecht zu fühlen. Alles was sie erkennen, ist eine Chance zur Veränderung, zur Transformation und ein Geschenk der Selbsterfahrung. Seien Sie stolz auf sich selbst, da Sie bereit sind hinzuschauen und Ihre Schatten zu integrieren.

nun in diesen Bereichen sensibilisierter und achtsamer sein zu können, klarer unterscheiden und bewusster auswählen zu können was Sinn macht. Tragen Sie diesen Brief bei sich. Beobachten Sie vier Wochen lang tagsüber, wenn Sie daran denken, ihre Reaktionen auf die Verhaltensmuster, die die Schatten enthalten, mit vollkommener Gelassenheit, und freuen Sie sich, wenn Sie etwas erkennen, weil Sie auf dem Weg zur Freiheit sind. Immer wenn Sie etwas bemerken, notieren Sie das Datum des Tages, an dem Sie die Verhaltensweise nochmals beobachtet haben, auf die Rückseite des Briefes und schreiben Sie dazu: „Ich lasse dich los und bin dankbar für deine Botschaft.“ Sie beobachten sich selbst und wenn Sie in diesem Prozess stecken bleiben, suchen Sie Hilfe bei einem Coach, Trainer oder Therapeuten. Alles was wir in unseren Schatten erkennen ist ein Goldschatz, der die Möglichkeit zur Veränderung und der Selbsterkenntnis in sich birgt.

Sie werden vom Prinzen zum König, einem König, der ein Königreich des inneren Friedens und der Intuition für sich gewinnt.
Durch diese Erkenntnis ist es für uns möglich, bewusster unseren Lebensweg, unsere Geburtsvision zu leben und unsere Intuition zu spüren. Wenn Sie spüren, welche Schatten Sie in sich tragen, verabschieden Sie sich bewusst von ihnen: Schreiben Sie ihren Schatten einen liebevollen Abschiedsbrief voller Dankbarkeit für deren Botschaften und dafür,

Die Heilung dieser Verdrängung der Schatten passiert in drei Schritten:
Erstens durch die totale Akzeptanz für das, was in uns ist, durch die Wahrnehmung und Erkenntnis, dass es doch nicht so schlimm ist, wie wir unsere Muster und Schutzmaßnahmen entwickelt haben.

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Der zweite Schritt ist die Fähigkeit, in der Gegenwart verankert zu sein und zu erkennen, dass wir uns in jedem Augenblick für etwas Neues entscheiden können.

Das Dritte ist die Fähigkeit, flexibel zu sein und sich bewusst zu entscheiden und zu erkennen, dass wir viel mehr sind als das, was wir spüren, als die Rolle, die wir spielen, dass in uns ein göttliches Tor enthalten ist und wir auf dieser Welt sind, um unser Glück und unseren Weg zu verwirklichen. Jeder von uns hat eine Vision, einen Lebensplan und durch die Intuition wird es für uns möglich, jeden Tag unseres Lebens einen Schritt des Plans zu verwirklichen - bis zum letzten Atemzug auf diesem Planeten.
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