Wir lesen in der neuPntdeckten aristotelisthrn Stln·if't:, , ASrwafwv 7ro"Atnfa

e. 21 (S. 55 Kenyon), ii11er die organisatoristhe Thätigkeit des Kleisthenes
So\ \ \ I \ s--1 I I \ .....,
in Attika: otEVEtf.hE oE xat n ;v r;..,wpuv xc<Tc< Ol'J/.kOVq •ptc<xovTa !J.Ep'IJ, OEXc< !J.EV Tu.lV
\ \ )/ \',I ..., I \'. \ '"" I \ I :1 I
1iEft TO WSTV, OEXc< OE 'Tl'J<; 7rUfUAtc<<;, oEXC(, OE 'T'l)i; /).EÜO'jEtOV, Xc<t 'TU\JTU<; E7rOVO!J.c<üct<;
..,. , 1 ,..._ \ \ t / d c I I I ""
Tft'T'TV<; EXAl'JfWüEV TfEt<; Et<; 'T'IJ V c{lVAl'JV EXctü'Tl'JV, OT.Wc; EXUÜ'T'IJ f.hE'TE'X.}J 7rctV'TWV 'TWV
V gl. dazu M. Psellus npl lstxwv hinter dessen Schrift "de oper.
dacmonumu ed. Boissanade , S. 103: K"ActüSfv'IJ<; ')'ap Ttc; et'c; •ptaxovTCf.,
/.kOtpc<c; , ar.c<üc<v dtd"veiu.c<<;, UEV E1itSa"A"Aanflstc v 'TO
\ \ - I C\ - - 1 \ \ \ 'I I \
OE E7rt TOV (J.EüOV Xct.,.;:rytü'TO 'Tf1<; 'X_,Wf CI.i;, 'TO vE 7rapc< 'TO c<CfTV ÜVVEü'TfW'TO, oEXa /.hEV
I - I I :\1 I , \ \ I \\I t-,\ _,
IJ.OtfCI.i; 'Tlf 7rc<pc<Atlf CfVV'TE'TW'Xß, ÖEXa uE Xc<'TECf'T'l)ÜEV E1ft 'TfiV l.hEÜC')'EtOV, OEXc< OE CI.Cf'TV-
, 1 \ \ I \ ;:. I
VOUOV<; E1fOt'IJuE, Y.c<t 'TO 'TftT'IJIJ.OftOV Tft'TTV<; WVO/J.Uü'TO.
Mit diesen Angaben wird jeder Bearbeiter der attischen Landeskunde
sich jetzt in erster Li11ic auseinandersetzen müssen; er wird seine hisher
voll den Ortslagen gewonnenen Kenntnissr und Anschauungen auf das als
ursprünglich ül•erlieferte System einer Vertretung jrder Phyle in den drei
Localhezirken zu prüfru hal1en.
Die Resultate einrr solchen Untersuehung, '"'' c·lthe sich mir in allem
vY csentlichen bereits während des Sommers 1801 ergallen . scheinen eine
und verhältnifsmäfsig knappe Darleg-ung zu gestatten. Während
eine allseitig durchgeführte Topographie von Attika jedenfalls erst den
ALschlufs des grofsen Kartenwerkes zur Voraussetzung hat. lwschäftigt sich
unser Tl1ema nur mit den allgemeinsten Grundlinien derseiLen; mit den
Pinzelnen Demen tätten nur im V erhältnifs zu den anderen und im Rahmen
der gröf.<;eren Ortsverl1ände.
l *
4 A. :MILcH II 0 E FE R:
Hinli:inglirh lwkannt "iml für unsrrn Zwr<"k. (lie Namrn der attisrhPn
Demen und ihre YPrthPilung· unter dif' zPllll Ph)'lrn. Freilich gf'hört !las
his hPutc ge,Yonnrne Bild erst dem YirrtPn .Jahrhundert an: wie es hiPr
im wesf'ntlichen unYPrändert hleiht. so können wir PS auch, ohnr auf
" ·idrrsprPchencle Thatsarhrn zu sto1\rn. cilH'm g·uten Thril !lf's fünftpn
Jahrhunderts YiiHlit:ir<'IL Al>rr lJis zu KlristhPIH' s ]Jinauf? Einschnri<lencll'
Y Pdimlerung-rn. nanwntlich starkP Yernwhnmp; <lrr Drmpnzalll winl nrur:>r-
cling-s schein 1Jar sr hr angemessen mit (kr n ttisehen Flottengrü.IHlung- in
Y f'rhimlung gelmH:ht (Köldr r . Athen. JHitth. X. S.] 01-\; Y. \Yilamow itz.
Ilennes XXII S. 1 :2-± ). Drn Hauptgrund Zll !liPsPr Annahme hot jr1w
anclf're. glPichfalls wie<1Pr lrhhaft l>rfi.i.rwortf'tr da[.-, KleisthPIH's
ursprünglich nur hnm1rrt DPmPn eingrrir]ltPt lwhe. Dir Sache sdt<'int mi r
auch heute noc·lt z"·rit'Plhaft:. BPrgk"s unrl Dids' Conjecturen zu !lrn lkr-
linPr PapyrusfragmPJttPn hlwn<ll.. !l. Berl. Ak<Hl. 1 R85 II. :2;)) ha lwn
sich hierin nicht hPsUitigt: .Aristoteles hr\\·ahrt ülwr diesen Punkt ein auf-
fälliges Schweigen. Er wi<lrrlrgt auch an anrlf'rrr Stelle Jas Argunwnt
von l1Pn nhunclPrt Hrrorn". welches zuerst Sauppr für dir "]JUn<lert Df'lll<'ll"
Yerwerthct hat. Drnn: Ex. Twv 7rpox.ptSEv7wv dp-x.;'I'YE7u;v, otfenhar den-
selhrn. hestimmtf' lliP <lir 10 Eponymrn der Phylen (c. 21 <1. E.
S. ;) 7). Es also nicht l>loC-.; Y crtreter <ler Demen <larunter. " ·i<·
Araphen. Dir 100 Gemeinden Lakonirn·:-; odPr Krf'ta·s l>ewei:-;en für unsrrn
Fall nicht viPl. Zwischen <len Phylen un<l llen Drmen stehen von YOrn
herPin. vvenn .Aristotrlr:-; Recht hehält. als mittlrrP Einheiten clie Tritty('ll:
diese lassen sich zu dem Decimalsystrm in kein rationales V rrhältnif-.;
bringen. So hleil>t nur t1iP Herorlotstrlle (Y, G0) übrig: !Yix.a lYE x.al Tou.;
xcaEvEt .uE (o KAEtO'SEvl)c;) Eie; Td<; q>vAck Auch sie giht noch nicht clPil
gewünschten man mufste erst in: x.aTd 3ix.a ändern. Untrr solchen
V crhiiltnisspn sind Emenl1ationcn wit' xal xa( oder . (Lolling .
.:::.. eA T{ov 1 S. B 1) nieht minder hrrPehtigt.
Hätte nun itlwr <tUcl> Kleistl1encs irgrn(l Pint'l" ratirmalistiscllC'Il Tbf'oriP
zu Liehe ursprünglich nur 1 ()() sp}hsUinlligc Ul'Jlwin<1PH eing-eriel1tet. :< tl
würde sich für unsere Untersuchung praktisel1 wPnig älllkrn. Immn
müssen wir YOn d.PH als hekannt g"Pg"t'l>Pnrn. innerll:.:dh !lPr Pl>ylcn mit
sehr Zalll YPl"h"Ptrnen Drmen nusgehen: immrr fragt rs sich
nur. oh währell<l des fünft:Pn Jaltrh underts zu st11 rkr Y rrsch ir l)lm o·en ll<'ll-
gegrüncleter, oller alter Demen nm zu Phyle :-;tattgefwHlcn ha.lH'JI,
Cntersuclamgen über die Demenordnung des Kleistltenes. 5
als dafs wir die AngaLen des Aristoteles mit unserm Materiale noch
controliren könntPJl. Eine Antwort darauf muf.., <lie unten folgende Einzel-
l>etrachtung ergPhen. .Jedrnütlls clürfen wir YOn vorn herein nicht Jie
Ennutung begrn. clal:c; die kleisthenische Organisation sich in <ler Zwischen-
zeit Yöllig um·rrämlPrt erhaltPn habe.
Auch ein anderrs BPdenken, oh nämlich unsere topographischen KPnnt-
nisse llC'reits himeiehPn. um jene Prohe mit Erfolg anstelleB zu können,
muis sicli lwi <kr Ausführung entscheiJen. Da.gPg-Pn scheint es mir scJwn
;m <liespr Stelle unPrläfslich, nach anderer Richtung in eine Yorläufige
UesammthehmH1lung drr ül1erlieferten Demen Pinzutreten, welche für nnsrre
Zwecke Pine ·wichtigP. ja uncnthehrliche Ilandl1al1c zu liefrrn Yerspricht.
Wir l1eclürfen einer rdativen Bevölkerung statistik der einzelnen Ue-
mein<len. für ·welche l1ishPr nur vereinzdte Ansätze vorliPgen (nach Ephe-
hC'H: Dumont. Jonrnal ÜC's Savants. Dec.l811: nach Trierarchen zuletzt:
J\1üllC'l' - Strübing. Ardophanes S. 64..!; weit werthvoller die Prytanen-
listen: Köhler, Athen. Mittlt. IV (187D) S. D7f., Ygl. Beloch. Die Bevöl-
kerung der griech.-röm. \Yelt S. 102f.). Auch unser Yersuch kann nur
einen proYisorischen Charakter tragen. Die crreichlmre Y ollstii.mligkeit unJ
GC'nauigkc'it hat ein<' für sämmtliche Demen Pcrsonenkuncle
der attischen Bürger zur VoraussC'tzuug-, wie sie Joh. Kirchner (Prosopo-
graphiaP Atticac specimcn. ProgT. cl. Fictlr.-\Yilh.- Gymn. Berlin 18!)0) für
lüplüsia, Paiania und lYielitc. lHnriam (im YII. Annual Report cl. american.
Instituts. 18WJ S. 47f.) für Ikaria und Cl. H. J oung (Erchia . a Jeme of
Attiea, Ncw York lR!Jl) für Erchia gegehen haben.
UnterJessrn venlanke ich der entgC'gcnkommenJen Freundlichkeit des
lirn. Dr . Kirchner C'ine auf C. I. A. I. II. lY und dem Zuwachs an vor-
römischen Inschriften l>is heruhende Auszählung der attischen De-
moten. Dir Listr umüüst rund 6200 Personen beiderlei Geschlechtes, ohne
Ilinzuredmung des Y aternamens. und darf somit wohl den Anspruch er-
hehen . ein annäl!ern<les Bild von den gegenseitigen Stärkeverhältnissen zu
gewähren.') Zu weiterrr Controlc und Beobachtung dienten mir die Ziil'ern
1
) Die "politischen• Drmen (im Köhler's, Ath. Mitth. IV S. l05f.) mögPn
im1nt'rhin mehr her\'ortrelen. Malsgebend für den Grad der Betheilignng an ölrcnt-
lichen Angelegenheitt'n bleibt doch in erster Linie die Gröfse des Demos. Die bedeutenden·
odPr gt>ringere l<:ntfernnng von der Stadt kommt schwerlich in Betracht, wie Aphidna,
Hharnnus, Oinoe am 1\.ithairon u. a. e1·weisen.
6
A. M 1 L c u n o E FE R:
der Prytanen, Diacteten und Ephehen, dE'r Index zum C. I. A. III und die
1)isher grkanntell Urahinsehriften (grieelüschcr und römischer Zeit), von
welchen V crzciclmissen ich hier nur <l as lctztrrc mitthrile, andE'rrs ge-
legentlich verwcrthe. Die Uratinschriften sind so hcrechnet. daf"' (las
Demotikon die Einheit hildct, glcicllYicl oh auf uemsellJcn Strin nwhrrrr
AngrhörigE' des gleichen Demos verzeichnet stehen o<lcr nur ein rinzelnrr.
Umüüst dagrgen rin Denkmal mehrere Demen, so zählt jc<ler llrson<1rrs,
also auch drr IIrimathsdemos der Gattin: lrtzteres gilt nati.i.rliell nicht
minder für den Fall, da(<; <liE'sc an einen verhrirat]Jrt ..,,·ar.
Die Demotenziffern. welche die Urahsteinr rrgellen. füge ich drnjrnigen
uer Kirchnrr'schcn Zählung in Klammern l)ei. Die Totalsumme. mit
wclchrr ich rrehnr (also alJgesrhrn von <lrn Angrhörigrn der llri Einrich-
nng <lrr ncuen Phylrn gellildrtcn Drnwn), l)('trägt l!lJO.
JO (12)
'Ayxu/,Y,Sev 54 (1 Ü)
53 (20)
5.1 (12)
(18
1
)
'A.SuovE!.; R.i (35)
Ai)'lldE Ir; 5 J (16
2
)
Al.Sa.t..(6at 51 (1 7)
114 (.15)
' A.A.ei.tEtq 157
3
) (fl3)
2 (5 (14)
114 ( 2 f))
. !.; 3 () ( 1 7)
2!) (7)
' Avayupd.utot G 2 (1 R)
' AvaxutEtq 2 8 ( 7)
------
7 ( 3)
r, Ar.o/-/,(JJV!Et<;' 7 ( 3) I
:2ß (5)
' A'TflVEtC: 25 (!))
Avp!6a, 1 3 ( !) )
' Acpt6vu!ot 1 :2 7 (..! 1)
' AzapvEI.; 22(i (!i8)
' :2 fi ( 13)
25 (2)
l BcpEvtx(6at 21 ( 1 7)]
Bf11JCI-IEL9 15 ( K)
BouTd.&u 1 7 ( J)
7J (:3(i)
0 (0)
::::.. at6a.t..(6'ctt (1)
30 (!J)
1
) Meist aus römischer Zrit.
2
) [)a,·on nur r in e Urabinschrift aus rümiscl1er Zeit.

1 J
n (1)
Et'TECi.tOI 31 ( !l)
· 1 7 ( :3)
J () (])
' E/,wu/vtot ( :2 0)
' Er.tEtx/6at (3)
' Er.tx'ljq)/utot :2-l- (H)
' Eptxw!s· 12 (-l)
•I EptJ.EIOI :2 (15)
' Epotd.6at :21 (:i)
1 01 ( 31)
( J)
Ev 5 (i ( 11)
EuwvuiJ.Etc 11 J
3
) Die \'cl'!heilung der Zill'el'll auf die hPiJen Dl'men ll alai kann nnr approxi-
mativ erfolgen. Xach den Prytanen- Diaetaten - Ephebenlisten w schliPisen war llalai Aixo-
nides der griifser·e Demos nnrl kanm wenigf'r vol krf'ich als AixonP. llalai Ara plwnides "·ar
aber etwa doppelt so wie Araphen. lch setzP daher für 11. Aixon. 100, fiir ll. ,\r<Jph.
f>7 an.
Untersuchungen über die Demenordnung des Kteist!tenes. 7
13 (11)

Kpwr.t at 21 (7) IIEtpcttEt<; 120 (R 9)
8opct-tE'i".; 2ß (-!) K ud'aS))vcttEtc; 137 (3 7) 0 (1)
8opt'xtot GO (2 3) 2 (2) 3-! (0)
8ptct0""!0! -1-! (17) Kus;Jpptot 28 (5) IIoptS.o'tÖct t 36 (8)
'" 8 utJ.cttTctOctt 15 (2) Kvxctl\a 0 (Ü)
'6'
IIoppt at 0 (0)
8 up-ywv(clctt 0 (!1)

Kupnt at 1 (0) 13 (1)
' IxctptEt<; 70 (15) 51 (Hl) ßtS.Et<; -!0 (7)
'Ir.r.oTOIJ. ct6'ca 5 (2) Act.fJ.7r'TfEt<; 151 (53) II/I.wS.ct<; 2-! (G)
. '6'
. I<f>tO""T!Cl Cl! 21 (5) Aixxov n (0) n;ptot lß (7)
' Iwv!6'o: t 12 (2) AwxovoEt<: 78 (3 3) IIoTct (J. tot 40 ( 1:))
KEtptctclctt 15 (5) Awxor.upct 0 (0) IIpao-tEt<; 10 ( 1 0)
ix Kopaviwv 75 (2-!) Aouo-tE'i"c; 15 (3) IIpo,3a.t,(o-tot 46 (11)
KE<f>ct13,S. Ev
-·) ,_
(21) Mapct.Swvtot 11:1 (5 1) IIpoo-r.ct/I.Ttot
.J()
(1 0)
EX KfJclWV 22 (10) i.\lEActti'Etc; 1 (1 ?) IIn/I.Eao-tot 10 (-! )
22 (11) i.\IEAt'TEt<; 14G (5 7) 0 (0)
KfJqJt(JtEt<; 137 (35)
I
Mupptvouo-tot G7 (24) ' Pct(J.VOU(JtO! 07 (33)
KowvvEt<: 2 0 11 0) iy MupptvovT'T))c; 25 (12) ))fJ.ct'xßat
•)-
-'
(13)
Ko.Swx!6'at 33 (12)
'
Z ur.ETct to vE<; 53 ( 12) XCI.fJ./3wv!Ö'at 43 (12)
EX -!-! (1 ()) "oa.SEv 38 ( 15) /7 (2ß)
Ko/,/,un?.; -!!) (15) ' OY,Sov 54 (12) 36 (1 0)
KoA.u, vY;So v Oiva'tot 51 (13)
2
) :::; u/3p!Ö'at
-
U)J
I
'
Kol\ wvEt<; 67 (11) I)
olou 74 (27)
3
) 32 (12)
EX Kol,uJV oiJ ' 0-rpuvEt<; 31 (6) <f>ovÖ'aA.Et<; 0 (0)
10 (6) IIcttCl V!Et<; 183 (53)
I
</>))TT 101 85 (2 7)
K;r.pmt 17 (2) IIcttovfd'at 27 (5) TotS.pdo-tot 2G (6)
K opud'a/,1\Etc; 0 (5) 103 (28) TtTctx!Ö'at 0 (2)
KptWEt<; 22 (1 0) IIctv/3wTa6'at 15 (11) Tptxopuo-tot 50 (22)
1
) J... o/.o ,,,;-.;;-<" 30 (5). ,-on denen sich 3 der Aigeis, 2 der Leoutis zuweisen Jassen;
h. o/., l'Etc G (0), danm 4 der Antiuchis, ::! de1· Leontis gehören; E>< Kol.w11ov 31 (ß) , da,·on 9
in dPr nachweisbar. Nach der Gröfse ihres Antheils am Kolonos folgen sich: Aigeis.
Antiochis, Leontis.
2
) S. llal:1i . Zum \ 'ergleich bieten sich C. l. A. II, 943. 944. 1013, wo die Gemeinde
der Hippothoonl is s tets die doppelte Znhl von Vertretern nncl mehr anfweist, als di e der
.\ iantis. ] eh weise deshalb j ener 34, dieser 17 Zill"ern zu.
3
) llalai. Oion Ker ameikon war g1·öf,er und zahlreicher vertreten als 0. Dekeleikon.
Zn clirectem \" ergleich bieten sich nnr C'.]. A. lll, 1138 11. 1177. Darnach entfall en a1 1f Oicm
KeL etwa -±-!, auf Oion Dck. 30 Ziffern.
T fLVEfJ.E t!; 1 ;) ( 2)
TvpuE!&t 12 ( 5)
:20 (7)
il>aAl'JfEtq 84 (23)
42 (G)
A. MrLCTIHOEFER:
<t>
11
yovutoL 13 (2)
<f> t"Aaf'&u 4 5 ( 7)
lOG (50)
1
il>pEd.pptoL 7 8. (1 G)
il>v/,dutot -±8 ( 15)
0 ( 0)
Xo"AapyEtq ß 1 ( 19)
XoAI-EtOat 51 (17)
0 (0)
Einr Stichprobe auf die Verwendbarkeit diC'ser A11fstdlungen läf.st sich
dadurcl1 gewinnen, da!:<; man die Demotenziffrrn nach <lrn 10 Phylen
zusammenlrgt. Rrpräs<'ntirten diesP je
1
/
1
1) der attischen Bürgerbevölkernng,
so müssen auch jene Summen annähcmcl gleich sein. Ungefähr jr
1
/
10
st.rllen denn auch die Uesammtzahlen für die Errehth<'is. Pandionis. Aka-
nantis. Oineis uncl noch für die IlippotlJOontis clar. wäln·end <liP Aigeis
(jedoch nicht hezüglich drr (+rabinschriftrn), <lir LPontis und lükropis
<li<'srs Yerhältnif.'i l1is auf
1
/u ülH::'rscltrPitet. dag·Pg<·n <lie Antiochis (
1
t
11
) un<l
mrhr noeh <lie Aiantis (rtwa
1
/
12
) hintrr <lcm Durchsclmitt zuriidd>IPiht.
Ahrr aucll diese Abwriehungrn llürften dPrVVirkliehhit sehr nal1r kommen,
da j<·nc· Voraussetzung von der gleichen StiükP drr Pltylrn wrnigstens für
<las vierte Jahrlnmdert nicht mrhr völlig· zntrrifend erscheint. vYir WC'r<len
von der sehr verschi<'denartigrn Entwickrlung einzelner Landstriehe un<l
Demen noch zn sprecl1rn l!al>cn, <lrr rin Ausgl<'ich YOn Phylr zu Phyle'
nicht strtig nnrl in C'nhprrc]Jen<lrm 1\Iat:'i<' (olgte. Erst <lann Ycrstf'ht man.
·wenn auch nicht in allen Einzelheitrn. clas Y nfalm·n lwi
der Answal1l halfl grof:,Pr. lml< l kleiner Dcmrn ans <len alt<'n grlf'-
gentJich der Bilclung \'Oll ncucn.
Die nachfolg·cndr Rangordnung erfüllt lwrei.ts ihren Zwec-k. " ·rnn si<'
uns in drn Stand SC'tzt. von Demen 1 «·n hi. ß
1
'
11
Graclrs zu re<len. Als
Grundlage dient dir Kirchncr·schr Liste, während clie Gral1steinl' und
das ührigr nur in wenigrn Fällen berlif·ksichtigt zu wc•rclrn
ln·auchten; auch <lir erhrhlichPren Schwankung-rn gehen kaum ül1cr tlir
Grenzen drr Hauptrubriken llinaus. Wo nieht "ahr-
nehmhar sind. tritt dir alphahrtische Ordnung ein.
I. Die gröfsten Demen.
1. .Acharnai
VI
4. Melite 7. Aphiclna !.&.
2. Paiania JlL 5. Krphisia 8. Peirairu.-.;
y
Lamptrai I !i. Ky<latl1enaion JI[
Marathon
I .X
Cntersuclntngen über die Deutenordnung des Kleisthenes. H
10. Aixone
VI/
12. Phlya V7l
I
1-!. Erdüa
Tl
11. Euonymia U. Pallene
X 15. Alopeke X
II. Demen.
1 (). Halai Aixon. Vif 21. Phaleron 2G. Kerameikos V
17. Rhamnus X
')·)
"-' - · Anaphlystos X 27. Gargettos
H\. Eleusis VIII 23. Leukanoe
rv
Kephale
V
Hl. Sphettos 'I' :24. Phrearrhier
TV
Ikaria
20. Athmonon 25. Sunion
JY.
30. Kalonos
III. illi tte lgrofs e Demen.
;{I.
Anagyrus 38. AgTyle 45. Chollei<lai
rv
W2. Cholargos 30. Ankyle .!I 46. Trikorythos
33. Thorikos
v
40. Oe
fh
-i 7. Kollytos
I
34. JHyrrhinus
Ji[
41. Agnus
V
-!R. Phyk I
35. Halai Araphen. ! 42. Xypetc
VI!
40. Prohalinthos I
3(1. Eupyriclai
fv
43. Lakiaclai 50. Prospalta
(
n. Aigilia
X
44. Aithaliclai
I'
rv. .l\Ii ttle re Demen.
Koile GI. Azenia vJ,
71. Eitea
-')
;)
Thria
(' ')
)_ ,
IIamaxanteia H/1 72. Utryne
53. Oion Keram. G3. Steiria
J,;
73. Deira<liotai
1!2.
54. Philai<lai G-!. Perithoidai
V
74. Oion Dekel.
55. Skam boniclai
V
()5.
Oinoe (Hipp.) VII' 75. KiJ'"ynna
c
5G. Phegaia
()(),
Dekeleia 7G. Amphitrope
:;)7. Angele () 7. Pergase 77. Anakaia
5i:\. Potamos
FZ. 68. Kothokiuai 78. Kytherros
:)
Pithos
V
G9. Herrnos 79. Semachi<lai Xe
(iü.
Ua 70. Sypalettos 80. Paioniclai 1vt"
V. Kleinere Demen.
8].
Halimus jJ(. I H-!. Teithrasioi P-7. Acherdus
1:)•)
Prasiai 'T[ß-
85 . Tborai 88. Atene l -·
J
83. Araphen
I
86. :Myrrhinutte 89. Bate
][v._"
Plu'l. -lzist. Ablz. nicht zur Akad. gehiir. Gelehrter. 1892. I. 2
10 A. MrLCHROErER:
90. Epikephisia
I
97.
Eroiadai
{
104:. Elaius
91. Plotheia
C"' 98. Hyl>adai
f/
103. Besa
92. Kettos 90. Butadai 106. Keiriadai
93. Krioa
t'
100. Hekale
;v
107. Lusia
,
94. Kedoi '!. .c- 101. Kopros 108. PamhotaLlai
95. Kropi<lai
IV,...
102. Oinoe (Aiant.) I 109. Thymoitaclai
96. Iphistiadai 103. Poros llO. Trinemeia
VI. Kleine ( z. Th. wohl auch jüngere) Demen.
lll. Syhridai ..L.. 123. Hestiaia 13-±. Graia
l12. Diomeia 124. Kory<lallos 135. Kykala
113. Themakos 125. Daidalidai 136. Lekkon
114. Auridai 126. Epieikidai 137. Leukopyra
115. Phegus 127. Hi ppo tomadai 138. Phyrrhine ioi
116. Eiresielai 139. Psaphis
l17. Pelekes 128. Kyüantidai
.t
14:0. Rhakidai
-
118. Erikeia 129. Kyrtiadai 1-±1. Sphenelaie
119. Tyrmeidai 130. l\'Ielainai 142. Kaleteeis
120. Ioniclai 131. Pcntele 143. Thyrgonidai
121. Konthyle 132. Titakidai H-1. Perrhidai
122. Ptelea 133. Amymone 1-±5. Ergadeis
Die Zahl der hier berücksichtigten Demen steigert sich auf 15G, wenn
man die Theilung einiger in ;w.Su7rcpScv uncl v7rEvepScv, anderer an zwei YPr-
schiedenen Phylen in Rechnung zieht.
Nach dieser vorläufig-en Oricnbrung- grhen wir dazu üher. die Ang·alH'n
des Aristoü'les von der dreiÜlchcn Zusammensetzung der 10 klcistllC'nisc]Iell
Phylen aus je einer nTriitys« im StatltlJczirke (7wv r.cp; d:ü7v). im
Küstenbezirke 7rctpctf...!ctr;) und im LandbPzirke fJ.EIJoyc!ov) zn
untersuchen. Bekmmtlich ist uns eine kleine Anzaltl von Trittyennanw11.
zumeist durch lhenzst('ine aus der ersten Hälfte clrs i:i. Jahrlmndcrts, üher-
liefert (C. I. A. I, 500. ;502. 517. IY. 2, 517 a. b. Ygl. Atl1en. l\1itth. Y.
8;) f. VII, 108 f., IIermes XYI, 18-± f. ). \Vir henutzen cliesell>en untrr cl<'r
zwar nicht f'nvcislichen, aller doch hier zunüehst gelJotenen Yoraussetzung.
clafs eben diese Namen hereits kleisthenischen Ursprungs sind. Eine Be' -
Untersuchungen über die Demenordnung des Kleisthenes. 11
stätigung liefert die Pandionis . bisl1er die einzige Phyle, für welche wir
alle 3 Trittyen kennen (Athen. l\Iitth. VII, 110 = C. I. A. II. 8 71. Von
anderen Prytanen- Inschrifteil derselben Phyle scheinen auch C. I. A. II, 865
tm<l clp;". 1889 S. 18 nach Trittyen geordnet zu sein) : hier Yertreten
Kydathen, Paiania und l\Iyn-lünus thatsächlich <len Stadt - , Laml- und
KüstenlJezirk. Liegen somit bei der Pan<lionis die Dinge auch ganz be-
t-:onders klar, so scheint es mir doch unnöthig, in der näheren Besprechung
au. · methodischen Gründen Yon der offieiellen Phylenfolge abzuweichen.
tber die Grenzen der Gel>iete r.c.pl /tiJ-rv, uml r.apc;.;A(a
l>ei Kleisthenes werden ·wir uns nicht schon im Yoraus, etwa auf Grund
alter Definitionen, bindende Vorstellungen formen ·wollen. Die Scheide-
linien müssen sich. gleichsam ZiYischen den aufg·etragenen FarlJCn <les
Bildes, von selber ergehen. Nm soviel sei gleich lJemerkt, daf.-; der engere
Begriff der >>städtischen" Demen jetzt schwimlen dürfte, wie er denn auch
schon bei neuercn Y ersuchen, Sau p p e ·s Yenlicnstvolle Anregungen aus-
zugestalten, durch Hinzunahme von Phaleron, Peiraieus, Alopeke u. a.
<lurchbrochen worden ist. Ich kann hinzufügen, daf.s mir eine weitere
Fassung jenes Begriffes schon längst als geboten erschien.
I. Erechtheis.
Stacltbezirk: Agryle (38) .
1
)
Landhezirk: Kephisia (5).
KüstenlJezirk: Lamptrai (3) und Anagynts (31) (1Jenachbart).
Damit sind zuglrich die gröfstcn Demrn <ler Phyle genannt (nach
ohigcn Listen reprüsrntiren :--ie etwa :)0 Procent ihrer GesammthrYülkerung
oder mehr) bis auf Euonymia (11). Die Xac:hrieht, daf.s Euonymos ein
Sohn des Kephisos gem'sen sei (Steph. Byz. A1J'A(r; und EvwvJfJ.wt, Eustath.
a(l IIom. S. 2()5, S), lüJ:o.;t üie Zutheilung zu Iüphisia einfach ersC'heinen
uml galt bisher aueh mir für die Lage dieses Demos am Krphisos
als lJC\Yciskräftig. Ich kann ni.cbt umhin, nun sell>er Bedenken <Ütgcgen
zu erhel)('n. Das wcsentlicbstr wurde hervorgrrufen Llurch (len Umstand,
1
Die eingeklammerten ZahlPn neben den Demen bezeichnen ihren Platz in der Rang-
onlnung oLen N f.
2*
12 A. MrLcurroEFER:
Clafs mit der Zeit \Hnn nicht gar (\ Euonymeer - Grahstrine. am Ost-
ahhangc des südlichen Hymcttos, zum Yorsehein grkommcn sind (Yg1.
meinen Antikrn- Bericht. Athen. :;)fitth. XIII S. 350f. 735 Tnwhones:
7-15 Pimari: 7-11 Cltasani: 772 nonlwrstlidt Yari. C. I. A. II. 20(i-1 Tra-
chones: Kloster Asometon. Yermuthlidt aus <lrm :Jiuttcrklostrr KarPas
oder <lem Lan<lhrsitz. wdcher his Yari rpic·ht. Alle üln·igen Ural>insdtriftrn
stammen ans Athen, Peiraieus. Salamis: nur "ein klrinrr Sarkopltag"
C. I. A. II. 188(). ein Mann aus E. mit 2 Prrsonen aus Atene Yrrlmn<lrn,
Yon »jenseits drs "). Einr sokhe l'"l>Preinstimmnm:.(· <les Fund-
locales winl nur Yon <lrn Steinen ühertrofl'('ll. ,,·rle]H' <lie Lage <lrs z\\·rit-
gröüsten Demos, Paiania. l>ei Liopesi rrweisen. Ieh mufs tliesrs Zusammen-
treffen nac]J allen his]H'rigrn Erü:lluungrn für entseheidencl haltrn: rs kmm
sich nur fi·agrn. o h Euonymia nön1lieh o<lcr südlieh .-on Aixonc, naclt
Ag;rylc oder nach Anagyrus hin zn rücken ist. Denn jPtzt wrnlrn \\·ir
üie aus riner Gene<Üogir rlrr Aulis g·eilossene Nachricht YOll ihrem Yater
Euonymos als dem Sohne <lPs Kephisos anf einrn ursprünglich l>öotisdtell
Heros und <len höotischrn Flufs glrichrn :Xamens l>eziehen dürfen. In drll
auf <lie Erechtheis l>czüglichen Liste11. wcl<·hr Loealzusannncnllänp;e hei <l<'r
Aufzählung cler Drmrn rrkennen lassen (C. I. 3B8; II. III.
1020: Athen. J'llitth. IY S. 3B0). sehen \\·ir Euonymia stets mit Ana.Q")Tll'i
YC'rhunuC'n; <lif' DC'motPn war<'n an KüstC'nplätzrn. wie Pcirairus und Sal<l-
mis. stark vC'rtretrn: mit ihnen wurcle eine glridmanügr Phyle zu Ephesos
in Y erhilHlung g"C'hra('ht ( \"g1. Stepl1. Byz. Bivva ). Solche' \\·irklic]H', o<ln
YC'rmuthrtC' üllrl"SC'C'isdtr Bczidmng('n knüpihl sich nicht leicht an an<lrrr
als <lcm nieer l>enadJharte Orte (Ygl. z. B. Tiipffer, Att. Gcneal. S. 2;)(i. ;) :
auch Xypete. StralL XIII. (i04). In <lrr .1\nCziihlnng YOll Demrn <lt•r Paralin
ist Straho (IX. 3 0 f.) krincs"·cgs ,·ollstiin<lig-: ich rrinnerC' ]Ji<'r nm an
Xypete. Thymoitafl:ü. Kopros. Otrynr. f -l>rigens lag· Euonymia. wenn i('lt
PS richtig rrkcnnc. links (daher der ::\'" amr ?) YOll <lem grof..,en "\Y C'ge na(·h
Yari (Anagyms) und innrrhalh seiner östliC'11en Birg·nng. am
Ich hahe die l>r<l\'utrn<le Ruinenstättr. wrlche \\"f'<ler mit IIalai noc-h mit
Anag·yrus zu thun halJCn kann uncl aueh l>cdcutsam <'J'st:hirn
(vgl. Brü.ckner, Athen. 1\'htth. X\1 S. 222) . im Textheft Ili -Yl cler
,, Karten v. Att." S. 17 f. hrnrorgc:llolwn.
Auch clie l>eiuen kleinrren Demen Ke<loi und Paml>ota<lai (!J.J 1m<l
1 08) müssen Jersclhen Gruppe, uncl zwar nach der Seite von Lamptra i,
Untersuchungen über die Demenordnung des Kleisthenes. 13
hinzug-ezählt ,,·erden. (Y gl. etwa die SUitten Palaeo -1\Ietochi, }leyaAer:t.;
IIEvx,w;. Thiti. nKart. Y. Att.« Text III-IY S.13f.). Die
Pinzigen ländlichen Grah teine auf Personen ans Ke<loi hefinden sich in
Lamln·ika (nAnt. -Ber.« Athen. JHitth. XII S.103 Nr. B7. 2 l\Iänner) m1<l
in Koropi (clHlas. S. 100 Nr. 118. Frau). Viellricllt ist daher Ki16'o/ mit
K0Tut zn identi!i.cirrn. vYo Pam11odadai in den Listrn <lrr Prytanen u. s. w.
vorkommt . fi11!let. es sich, wie Kedoi, regclmäf..,ig mit Lamptrai Yerlnm<lrn
(z. B. C. I. A. II. 9-±3. 9-±4. 001. 32-±. 467. -!70 f III, 10Hl. I, 338 Ketloi
mit Anag·;Tus).
Für Pergase (G7) untl Themakos (113) dag·egen ist die Nähe lwi
der Stallt hezeugt (Aristoph. Equ. 321 und Andoki<l. myst. 17). Jrnscits
\' Om Ilissos. also in die Urgell<l YOn _\.grylc verwrist uns inslK·sorulere tlie
einzige Pergascer- Gral>schrift lä11<Uichen Fundorts (C. I. A. IL 2.1117 nach
H.os.: nKaprllr südlich YOll Athrn. jenseits tlrs Ili. sos")- Eine anderr ist
virlleiellt lJis nach C'hasani Yerschleppt wonlen (C. I. A. II, 4230:
8aAt?r7ro<;, Denn C. I. A. II, 2-168 lernen wir einen
kcnnrn. C. I. A. IL auch einen Philippos aus Pergasc).
Yon tlen letztrn und kleinsten Demen (denn Phegaia ist auszusc-heitlrn
ull<l Chastia als Demos, zumal drr Erechtheis. noch nicht rrwiesen) P h r g·u s
( 115) uncl S y lJl' i <l a i ( 111) Hif.<;t sieh ohne writerrs nicht einmal clir allg·c-
mrine Lag·e ermitteln. ·woher Stuart (Alt. v. Athen S. 2-12 ü. Üb.) nncl
Kruse (Hellas S. 230 :Not. 1320) die .Angahe hahen. dafs Phegus auf tlem
\V PP,'<' vom Priraieus nach Sunion lag, hleillt mir unklar. Xach tlen Kata-
Jogpn (C.I..A. II, 0-±3 . -±70. 471. III, 1010) scheint es mit. Kephisia wr-
hmHlPn wenlen zu müss<'n. Für SYln·iüai lieo·en zwei G-ra hinschriften ans
.; b
Mancha . nonlwrstlich Yon}i]eusis, YOr (Conze -JHich. rapporto p. DO =
Knmanwl. 11:17 (frblt im C.I.A.j unü C'.I.A. III, 2021). Aber die letzter<·
ist Lenormant'scllrn Ursprungs und die erstere wird ("·ie alle An-
tikPn <h' s wrhältnif.smäfsig jungen Dorfes mit Au nahme des l\Ieilensteins
n.Ant. - Ber." .:.\litt]L XII S. 328f Xr. -±87- 02) aus Eleusis, also einem
Sammrlcentnnn der attischen BeYölkerung, stammeiL Auch der Siherus
(oclrr SyvPrus), Atticac ilumen (Plin. :N. II. XXXVII. 35 [114]) hilft nicllt
·weiter. Sylwidai und Phegus finden wir übrigens in den Inschrift en zu-
snmmen nur mit. 3-4 Procent der Gesammtanzahl von Bürgern des Erech-
thei. YrrtretPn. Vielleic-ht sind cliese Demen erst jüngern Ursprungs.
14 A. M I LCHHOEFER:
II. Ai g ei s.
Stadtbezirk: Ankyle (39), Diomeia (112), Kollytos (-±1), Kolonos
(s. oben S. 7 Anm. 1).
Landbezirk: Erchia (1-l), Gargettos (27), Tharia (20). Plotheia
Küstenbezirk: Araphen (83), Ha1ai Araph. (35), }Iyrrltinuttc (ö6),
Phegaia (56), Philaiuai (5-l).
Diese Ansätze bedürfen für unsem nächsten Zweck kaum ausführ-
licher Rechtfertigung.
Die Demen der ersten Reihe umziehen die Staut im Si.ülC'n. ()..,tcn
und Korden. Ankyle, mit. Agryle bis an die YorlJerge des liynwttu-;
reichend (C. I. A. III, 61 A II Z. 21), biluete zugleich eine Yorstadt mwh
dem Peiraieus zu (Alkiphr. III, -13). \tVenn aus Stral)o I. S. G;) ·wirldich
folgte, da.fs der Kollytos an 1.\'Ielite grPnzte, so wäre er östlich Yon l1icsem
Demos, nordwestlich von Ankyle anzusetzen (da ich nördlich von JUelite jetzt
Skaml)onidai suchen muis, s. Leontis). Aber jene Voraussetzung ist nielit
notlnvendig; K. kann sich auch zwischen Keramcikos und Diomeia,
lJekanntlich im Osten lag, hingezogen hal>en, zum Theil gewiC" Yorstiitltisc1t
(vgl. <lie Schriftquellen zu Cm·ti us, StacHgeschichten YOn Athen LXXI).
Die Kalonosdemen behandele ich als locale Einheit um die l1ekmmteu
Hügel herum. ·wohl schon dmch Kleisthenes an tlic· Pl1yll'n
Aigeis, Leontis und Antioclüs (vgl. \\-achsmnt]J, ...:\.then II. 1 S. 233f.
untl meine Anzeige: "\Yochenschr. f. klas:-;. Phil." Sp. 1202).
Für das BinnenJantl war tlie Lag·e nm Garp;rttos zwi:-;chrn PC'11trlikon
uml Ilymettos längst Llurch den Xanll'n G arito, Llazu tli<' (; ral I-
inschriften "Ant.-Bcr." Athen. JUitth. XII S. 8-l Kr. Gf. Erchia lwlw id1
sodarm hei Spata nachge•,·iesen (SitzungsllC'l'. <1. Brrl. _\.k. 1887 :-1. ;):>f..
»Ant. -Ber.« a. a. 0. S. 90 Nr. 36f.). sowie Ikaria l1ci Dionyso im Pentdikun-
gebiet (Berl. Philol. \Y ochenschr. 188 7 S. 77 tlf.): tlazu die amrri<"aniseh<·n
Ausgrahungen. Durch letztere ist mwh, an d.rr Stelle ücs henachllHl't(·n
Alt-Stamata, die Lrigc von Plotheia g·rsichert, "·elches :-;ich l1C'reit:-; in
der Grab:stelc "Ant. - Ber." Atl1en. l\Iittlt. XII S. 312 Kr. 3 72 an kiimligtC'
(vgl. American Jonrnal oC Arcllaeology V Jl88DJ S. -±23f.).
An dritter Stelle sind. Yon Süden nac·h KcmlC'n: Philaielai (Bnn1ro11),
Ilalai Arapheniüc·s. Phegaia. Araphrn. :Jiyrrhinutte t1ie Küsten-
Untersuchungen über die Demenordnung des Kleisthenes. 15
demen der östlichen Paralia. Str·abo IX, 398 hat nur die nicht unmittel-
bar am JHeer gelegenen Gemeinden Araphen und Phegaia übergangen (für
B
I t ' .... I - \ 1\I .C\- \
letztere tritt Steph. z. ein: A/u:lt · fJ.ETac, v '-"flYEW<; Tou r.poc; 1 ap(.("Jwvt xat
und gewifs l\Iyrrhinutte mit l\Iyrrhinus verwechselt .
..Wiederum hahen sich uie meisten unu darunter die bedeutendsten
Drmrn der Aigeis (Agryle und Euonymia sind aus dem letzten V erzeichnifs
U rl z n · s ])ei Hermann, Staatsalt.
5
S. 815 zu streichen) sofort nach den
<lrei Gruppen somlern lassen. Die übrigen hehancleln wir, wie auch im
Folgenden. nach den Kategorien der zutheillJaren und der vorläufig unbe-
i'itimmten.
Der kleine Demos Ba te 89) hat sicher nichts zu thun mit dem
heutigrn Dorfe Patisia nördlich ,·on Athen, \Yie DRAGr)ns will ('EcfJ'lfJ.·
apj_,. 188-! S. :5lf.) ist ngr. nPassirstätte«, nFurt«, was D. am
Schlufs seines Aufsatzes auch anerkennt; dasselbe ungefähr sagt der Name
des KebenlJaches zum Kephisos: Ti o8ov{cpSt , während mit zu-
sammenhängt (vgl. auch v. \Yilamowitz Hermes XXII S. ll I).
Ehenso bedenklich scheint mir die Annahme einer auch nur volks-
etymologischen Umgestaltung von Bate in das heutige BeLSEta, d. i. die
Grgend nonlwärts Athen vor dem acharnischen Thore. Und doch wird
unser Demos in der Richtung von hier etwa nach dem Kolonos hin ge-
sucht werden müssen. Ich stütze mich dabei allerdings nur auf die Kata-
loge, in denen Bate und Res tiaia regelmäfsig mit den städtischen Demen
und zwar fast immer mit dem Kolonos verbunden auftreten (C. I. A. II, 32D,
Kol. IIestiaia; B. 87() Kol. Bat.; 812 Rest. Bat. Kol.; 943 Diomeia.
Irrst.: 001 Diom. Kol.? Rest. Bat.; III. 1023 Rest. Diom.: 'Ecf>i1fJ.. dpx.,. 188G
.. 1 3 f. Kol. Bate ). Diese Listen sind in der vV ahrung der localen Folge
allenlings UJJ ,gleich: hier dürfen wir inc.lef.<; auf die Aneinanderreihung um
so mehr \Yerth legen, als sie durchaus constant ist und kleine Demen be-
trifl't, hci denrn örtliche Anlrlmung häufiger erscheint.
IIcstiaia (123) würde sich an Ankyle schliefsen, wenn man die An-
galle des Isaios ülJer uic dreiköpfige Herme in Ankyle (Suid. rptx.icpaA.oq)
\ \ r I • f
"r.upa n,v Eunav ooov" nach einer nicht unwahrscheinlichen V ermuthung
, ·on Ross (Demen S. 5 not. 5) in E<; 'Euna{av oder 'Euna{av6'E zu ändern
l1ä.tte.
Zum LandlJezirk, und zwar zur Gruppe der schon genannten Demen
rechne ich zunächst die Teithrasioi (8-1) und Jonidai (120). Den ersten
16
A. l\1 I L c H II 0 E FE R :
und verhältnifsmäf.<;ig beJ.eutendern Demos verweist schon der rau1e Cha-
Takter seiner Einwohner (Schol. Aristoph. Ran. 4 7 7; Suicl. Hesych. TtTS.p.)
in die Berglandschaft Die heri.Unnten Feigen Yon T. (Athen. XIY, (i52)
sprechen für sonnige u11<l geschütztr Lage. dem JUeer nicht
l>enachhart, aller auch nicht zu fern claYon. SoYicl ich sehe, kommen nur
zwei Ortschaften in Betracht: das heut "-erlassene Dorf Rapentosa und
Kalentsi; ich entscl1 eicle mich (vergl. Semachi<lai, AntioclJ.) für die erstere,
Ikaria benachl)arte, Stätte. vYoher Hanriot (r echerchcs S. J G8), mit dem
ich hierin ühereinstimme, -vveWs, daf.<s der Heros eponymos Tithras (Teuthras?)
YOn hier aus gerade durch die Jonirr <lcs l>enachl>arten Tetrapolis zur Aus-
wanderung nach JUysien gez·wungen ·wor<len sei. l>leiht mir unklar.
Für Jonidai kann nur die Notiz aus den Eliaea cles Paus:mias (YI. '2:2. 7)
Yerwerthet >venlcn, welche eine mit Recht hcnwrkte Ühercinstimmung mit
attischen Ortsnamen aufweist (s. T ö p ffn·, Att. Gcneal. S. 268). Bei einer
Quelle am Flusse Kythcros wurden die ' Iwv!6'cq VVfJ.cpca verehrt, die ihren
Namen von Jon, dem Sohne des Gargettos, führten. Da nun au('h Ky-
therros (Panclionis) nordöstlich von Paiania (Liopesi, s. Pandionis) anznsetzt•JJ
sein wird, suche ich J onidai etwa östlich Yon Gargettos oder nach Er-
cltia zu.
An der Küste muf.c;, " ·egen des tlnrth Antiphanes hei Athenaios (YTI
S. 300E) l)ezeugten Fischümges der xwßtat' Otrync (7 2) untcrgel>ra('ht
werden. Demosthencs' Rede gegen Lcocharcs enthält durchaus keinen
Anlafs, uns an tlie eleusinische Bucht zu " ·rnden. Zwischen llalai ull(l
Probalinthos, un<l hier allein. ist Platz für rinen z>Hiten Demos nel>rn 1\Iyr-
rhinutte.
Da die Para.lia besetzt und die Zahl cler "stäcltischcn " Drmen der
Aigei:; l>creits sehr hoch ist. werden wir die noch nicht l>rsproclteiH'll ,
seln· kleinen GemeilHlcn Erikeia (118) und Kplantidai (128) im Binnen-
lande suchen <lürfen.
Die Trittyen der Paralia und l\Iesogia treten llirr l>rnacltha.rt anC (Ygl.
auch Pandionis.). Dals letztere die 'Er.axpEwv TptTTvq mw (C. I. A. IV, :2,
517b; II, 1053) scheint mir wegen G-argcttos, Ercllia u. a.. noch Jücht sielirr
ausgemacht nncl folgt kcinesfa1ls aus C. I. A. II. ;)70. Ygl. aucl1 Aia.ntis,
liippothoontis un<l die zum SchluCs folgende topog-raphische Grsannntül>rrsi('l!t .
Untersuchungen über die Demenordnung des Kleistltenes. 17
III. Pa n d i o n i s.
Stadtbezirk: Kydathen (6).
Landbezirk: Paiania (2), Oa (60), Konthyle (121).
1\. üsten bezirk: lUyrrhinus (34), Angele (57), Prasiai (82), Steiria (G3),
Probalinthos (49).
Den ersten Demosnamen jeder Reihe kennen wir zugleich, wie bereits
ol>en bemerkt, als Trittycnbezeichnung. Denn Köhler's Ergänzung der
Prytanenurkun<le, Athen. 1\Iitth. YII S. 110 = C. I. A. II, 8 71 : K[ ud'ctS'l)vcwZv
Tprrn)q], erhält ja durch .das obige Schema ihre letzte Bestätigung, wenn
sie <lercn überhaupt be<lurfte. Leider sind von der Liste sonst nur Paianieer
rrhalten, <loch trifft es sich, da.fs die an<leren Urkunden derselben Art
ergänzend eintreten, indem sie jene Demengruppen constant wiederholen,
lJezw. gera<lezu auch nach Trittyen geordnet erscheinen: C. I. A. II, 8ß5
Col. IIl Paiania, Konthyle, Oa; S73 Paiania, Konthyle, Oa; dann: Prasiai,
Angele, lUyrrhinus, Steiria; III, 1032 Paiania, Kydathen; dann: SteiJ:ia,
Prasiai, Angele, 1\Iyrrlünus. Endlich AF.M!ov c/_py_,. 1889 S. 18 Paiania, Oa,
Konthyle; lUyrrhinus, Angele, Prasiai, Steiria; Kydathen, Probalinth.
(Diese Zutheilung ,·on Probalinth zu Ky<lathen diente offenbar zur Aus-

gleichU11g. So ergibt sich annähernd dieselbe Zahl von Prytanen für jede
der Llrei Trittyen.) Auch vom topographischen Standpunkt rechtfertigt sich
die olJige Zuweisung für UÜ' meisten un<l grö.CsLen Demen ohne weiteres.
1\.ydathen, von Kleisthenes offenhar auch dem Namen nach neu
gescha:fl"en, wird die Akropolis wm Mittelpunkte gehabt haben.
Paiania ist, lediglich auf Grund J.er sepulcraleu Funde, l>ereits von
Rofs in der Umgelmng von Liopesi nacl1gewiesen worden. Von den
wenigen (5) Grahstcinen auf Konthylecr ü,;t der einzige nicht städtische,
das stattliche Denkmal der Kallisto (s. Ant.-Ber. Athen. lUitth . XII S. 81, -!3),
südlich von Spata zum Vorschein gekommen.
Auch tler Demos 0 a ist in Spata durch eine Grahinschrift (mit zwei
Namen; vgl. nKarten v. Att.u Text Ill-VI S. G) vertreten. Die 3 Steine
vom Familiengrabe des Deinias von Oa (C. I. A. II, 26 78. 2G79. 2G82) sollen
aus <lem östlich l>enachbarten V elaniclesa stammen . a. i.. aus Pbegnia (s. Aigeis,
wovon ja ein Theil, wenigstew.; zeitweilig, auch zur Pandionis gehörtt> ).
Auch wenn diese .Angalle zuYerlässig ist, sehe icil keine Nöthigung, unsern
Pf,il. -l!ist. Auh. t!icllt zur Akarl. gehör. GelehrtPr. 1892. I. 3
18
A. J'II r L c H n o E FE R:
Demos so ,,·cit in dieser Richtung zu suchen (Ygl. nachhn-liche YerschiP-
hungen, ·wie die -1 GralJstPine der Familir 1lPs Daisias und :Jincsarehos ans
Ualai in Yraona, C. I. A. II. 1781. 17!11-\J-1. Grhcn al>er alle die"<' Fund-
angaben auf aie \"Oll jehPr eifrigsten Scanüori, die Bewohner von Spata.
zurück, ,,·elche ihre geheime Thätigkeit lJis nach .Markopulo uml l>is an·s
l\leer hin ausdehnen, so ,,·ünle man in Bezug auf die ProY<>nienzen mit
kleinen, absichtlichen n Ungenauigkeiten« zu rechnen hallen).
Y on clen Demc11 cler Paralia lJPtlarf le<lig-lich die Ans<>tzung- von
A ng e 1 e der RechtfPrtigung. cla Prasiai und Striria an Ü<>r Bucht Yon
Porto Rafti, JHyrrhinus lJei :JIPrencla feststellen. Prohalintho. als sü1lli<·hster
Demos der marathonischcu Ehenr. (1\·ie p;leieh im voraus lwmrrkt " ·enl en
mag·, der er.-;tp sichere F:ül einer EnclaYr). Die E'inzige ländlithe l-1-rah-
inschrift eines JHamlPS ans Angele ist " ·ieclrrum "sü1llich ,·on Spata " auf-
getaucht (»Ant. -Brr.u Athen. J'IIitth. XII S. -11). i{ach drm olJen UP-
sagten stimmt dirf'> hinrricheml zu drr Örtlichkeit Angelisi (' A'YYEA0ut).
1
/
2
StulHlE' nonlöstlieh J'IIarkopulo, worin sieh dPr Name unsPres Demos
geradezu erhalten lu:lt (vgl. Text III - YI drr n Kartrn >r. Att." S. 11 ).
Ausgeschir!len YOll <lrr BE'sprechung· der ZusammensE'tzung nnsrrer Phyle
waren l>isher nur KythPrros (78). l+raia (134:) und !lie KctAETEEcq (1-12).
LE'tztere erschE'inen ül>erlwupt nur einmal in der Epoche der 13 römisdten
Phylen ( C. I. A. III, 10) uncl kommen als kleisthenische Bildung sicher
nicht in Betracht. DasscllJe gilt wohl auch für (+raia. welches nur in !ler
lJekannten DemE'nlistE' C. I. A. II, 901 zwischen Phegaia und Üa auftritt.
Lag clrr Ort " ' irklich l>ei !len Gra ecm an der oropischen G-renzr. so winl
clie verhältnifsmiifsig späte Ertheilung fler DemcngrrE'chtigkeit (sowie au<'h
SE'ÜlE' Isolirung) ähnlich zu lwurtheilen sein , wie lJei 1\Ielainai. IIyporein.
Eunosti<lai, Psaphis (s. unten). N oth\YeiH1ig scheint mir jene Localisiwng-
ül>rigens nicht; konnten elwnso gut amlrn,·ürts in Attika wohnen.
wie clie I'Ecp vp{iq (am KPphisos, wiewohl die Ang·ahe des Etym. I. s. v ..
tla!s !licse einen Demos l>il!leten, irrig sein winl). KytlteiTOS vennög-en
wir leider nicht mit der wünschenswertl1cn Bestimmtheit zu localisirPil.
Bei Strabo (IX S. 397) unter den 12 »äl testen Städten« des Lan!les auf-
geführt, gehörte es in historischer Zeit <loch nur zu ÜE'n un1>cclc·utcn<lcrC'u
Gemeimlen. In den Prytancn- und sonstigen Beamtenlisten erschC'int rs gar
nicht, nur einigP 1'1lc1lr in Ephchenkatalogen, namentlich römischen. - Dit'
Finlay'schc Votivinschrift eines in Elimbo (Olympos; s. Leak(',
G'ntursuclmngen iiber die Demenordnung des J{teistltenes. 19
tlemi
2
S. 28) hat schon als solehe geringen vVerth: allenfalls l1ezieht sie
sieh auf einen ::Hann YOn der Insel Kythrra: hier lagen ül1erdieis lauter
Demen der Antiochis lJC'isammeu (s. unten). Stral>O·s Aufzählung der 4:
alten Städte des Ostens: Thorikos. Brauron, Kytherros, Sphettos. läf.-;t viel-
mrhr annehmen. daü.; K. im innern Thcilr. näher dem Hymettos lag.
Damit Yercinigt sich sehr wohl die ohrn. Aigeis. erwähnte Beziehung zu
.Tonidai und Gargettos. "\Yir kämen dann in <lie Gegend nordöstlich Paiania
(etwa Papangelaki?. s. n Kart. v. Att." Text III-VI S. 4, mit lJecleutendem
Nellenarm <les ngrofsen Rlwnnau: nicht ·weit davon sucht Kytherros,
mit wunderlichen Grünclrn fi·eilich. Surmelis 'An. S. 21 ).
IV. L e o n t i s.
Stadthezirk: Kolonos (s. ollen S. 7, 1), Oion Kerameikon (53), Skam-
l1oni<.lai (55).
Lanc11Jezirk: Leukonoe (23), Kropi<lai (95), Eupyri<lai (36). Pelekes
(117). Aithalidai (4-!), Paionidai (80), Hekale (1 00).
Küstenhezirk: Sunion (25), Potamioi (58), Deira<liotai (73).
Üher den dreifach getheilten Kolonos s. ohen Aigeis. Zur Leontis
winl es gestattet sein, ücn ·yv esten <lcsse lhen zu reclmen . welcher sich
Hönllieh und nordwestlieh YOm Demos Kerameikos (Akamantis) mit Oion
Kcrameikon zusannnenschliefst. Skam bonidai muCc; auf Grund seiner
zahlreic-hen HanclwerkerlJcvölkerung in die Nähe der Stadt gerüekt werden,
·wie Y. vVilamo>Yitz (IIermes XXII S.120f.) ausführte und auch ich be-
reits erkannt hatte. Der Fundort des Steines G. I. A. I, 2 (ib. IV, 1 S. 4),
sowie (liP Beziehungen zur Thriasischen Ehene (Paus. I, 38, 1) deuten auf
westliche Lage, hei der heiligen Straf.<sc. \Vo diese den Kephisos üher-
,· clu·itt, lag Lakiadai (Oineis): es empfiehlt sich somit, Skamüonidai an
ihren Anfang zu rückeiL Innerhalh der Sta(lt "·ürdc also der DPmos U.ie
üa. "Tl1eseionu einschlief.c;enc.lc Ecke zwischen lürameikos und Melite aus-
fl.Ulen, wo ich früher Kollytos annalm1. (Dazu paf.'>t auch sehr wohl der skam-
llonidische Heros 1\'Iyrmcx als Vater der 1\'Ielite; vgl. Harpoluat. McA!n1.)
Innerhalb des Land 1> e zir ks heschäftigt uns zunächst die -rptxwtJ.!a:
Eupyridai, Kropidai, Pelekes (Steph. Byz. Ev7rvp.). Mancherlei Schein-
a•
20 A. lU I L c J[ ][ 0 E Fr. R:
gründE', wie c1Pr heutige Ortsname Pelika im Gcl>iet ''On Atlm1onon, (clpssrn
rein albanesischen Ursprung jedoch sc]wn Rofs, Demen S. $)1, lwtontC'),
di.C' Nachbarschaft der nlianclwrrkrrdrmenu Dai<lnli<lai.. Iplüstiaclai. Kolonos.
hattPn frühPr (s. Kartentext TI S. 0) auch mich wranlafst, üiesp Gntp]W
am linken Kephisosufer zu suehen. Jetzt stellt sieh heraus, clar." llier kein
Platz dafür ührig hleiht, wie unten clie Bdrac·htnng i.U10r die Lan<ll>ezirkr
cler Akamantis und der Tükropis ni:iher darthw1 soll. Somit fllllt jr<k
Veranlassung fort, der bekannten TlmkydidesstrllP (II. 19) auszuweichen
oder Gewalt anznthun. nach welcher clrr Spartanerkönig Arrhidamos mit
seinem Heere von den Rheitoi auf AclHtrnai. marsehirte: Ev €zovnc;
AI'Yd'Acwv Kpw7r!Ci.c;, cl. i. fler vY C'g' von der Dorfruine Strphani nach
Epano-Liossia. Zwischen l)ciclen Punkten lirgen noeh weitere alte StiHtPn:
Demercljis unfl Saverdeli (= Salwiclaela lwi Surmelis . 'An. S. 27). Auf
tliese Strecke, welche' der Bodencultur wenigPr günstig war, werdrn Z\1-
nächst die kleinen Hanclwerkerclemen Kropiclai mHl Pelekes zu vertheilrn
sein; Eupyriclai, die gröf.<;te Gemeinde, auf clie Senkung zwischen Aigalros
und Parnes. Übereinstimmend nach Westen weisen zudem für Kropi<la i
von den wenigen helcannten Grahsteinen die rinzigen ländlichen Fundr
(denn Stuart's und Lenormant's Inschriften aus nKoropiu sind völlig
apokrypl1, s. Kart0ntext II S. nAnt.-Ber.« Ath.l\'litth. XII S. 327 Nr. -1R1
hei Kalyvia in cler tluiasischen Ebene, uncl ehda. XIII S. 34() rr. 5R6 heim
Pulvermagazin nördlich der heiligen Straf.<;e. In der ,-ollständigcn Pryta-
nenllste der Leontis C. I. A. II, 864 lwgegnen "·ir rler Reihe: Kropiclai.
Paionidai, Eupyridai, Aithalidai; in cler Demenliste C. I. A. TI. 091:
Paionidai, I-Iyhaclai, Pclpkf's, Kropidai, Eupyriclai. Die Pa ioniclai sincl
am Parnesal >hange nördlicl1 von :ßfenicli (<las den Namen l)ewahrt zn ha hrn
scheint; Ygl. JHen<leli = Penteli: :ßfiskopi = Episkopi) unterhall) Lripsy-
<lrion anzusetzen (Hero<lot V, 62: letzteres Gastell tndp ndpv'l}Soc; Suid. nocJJ
nachweishar auf <ler Höhe Karagufolesa = Kastro üher C+aitana): die Aitha-
li<lai wohl als Nachharen der Eupyri<lai hei dem Kohlenhrennerdorf Chassia
im Parnesgehirge. Aufser dem chthonischen Cult des Aithalicles und
Vaters Hermes (s. nAitbal." in Roseher 's Lexicon) scheinen die Aitl1ali<lrn
auch den des Amphiaraos gepflegt zu hal)en (C. I. A. III, Gl A Col. I Z. B tf.):
es ist wohl nicht Zufall, wenn uns derselbe Heros auch in einer Inschrift
aus dem nahen Acharnai hegegnet (C. I. A. III, 25); ehensowenig, <lnf.-;
über Chassia sich dPr Berggrat Harma erhellt, welches ähnlich wie <lns
Cntersuclmngen über die Demenordnung des Kleistlzenes. 21
1>öotische Harma in die Sage YOn Amphiaraos hineingezogen 'ivurde. (Y gl.
Steph. Byz. s. Y.; auch "Amphiar." in Roscher·s Lex.; 1\I üller, Orchom.
s. 4 75.)
\ron dem nicht unhedrutenden Demos Leukonoe liegen je eine länd-
liche Grahschrift in Chalanclri Atl1en. Mitth. XIII S. 353 =
C. I. A. II, 2302) uncl aus l\Icnidi (C. I. A. II, 2304). al1er auch eine aus
ELrusis und nicht weniger als drei aus Salamis YOr . Nach vVesten (wie
immer Yon Athen her gerechnet) \\·eist auch die Votivinschrift eines Mannes
YOn Leukonor an Apollo: C. I. A. II, 15(:)8. aus Hag. Tlleocloros, zur Siedelnng
Prristcri gehörig, südwestlich Kato-Liossia. fügt a. a. 0. l1inzn:
in loco ''Ar:rr.px i. e. Apollocult >Yird in derselben Gegend.
durch dir etwas nördlicl1er l1ei Dragomano (zwischrn Iümatero und Pyrgos)
grfundene Tempelmkunclc drs Apollon l)ezeugt (C. I. A. II, 841 ).
Nic·ht minder nahe al1er liegt uns die Stätte drs ungleich l1eri.U1mtern
Pythion an der Paf.<>höhe drr heiligen Straf.se (hei Dafni; s. Pausan. I, 37, 6,
Yg'l. auch clie an Apollo geweihte Herme ans dem henach harten Chaidari,
C. I. A. I. 381 ). Beachtcnswrrth erscheint nnn da hei, daf.g grrade die Heroine
Lrukonor in dir (nach Paus. a. a. 0.) eben lliPr anknüpfende Kephalidensage,
sowie in die (phokischc ?) drs ver>vandten, apollinischen Philammon enge
('inhezogen ist (Töpffer, Att. Geneal. S. 258: vgl. auch Oie und Pteleasioi).
Der Scl1luf.s. daf.g jrncs Pythion deshalb in Leukanoe lag, scl1cint mir noch
nicht sicher. doch spricht Alles dafür. daf.<; wir unsern Demos in der
Nälle des Aigaleos zu suchen haben.
Anscl1einend gctrrnnt von der hisher ermittelten Gruppe (doch s.
unten) lag IIckalr (100). ein kleiner Demos. den "·ir in jedem Falle zum
LaiHllwzirk der Leontis rechnen müssen. Drr hisher grläufigen A11nahme,
<laf.<> TickalP l>ei Stam;'tta lag·, bahe ich (Kartentext III-VI S. 37 a. E.)
wi<lcrsprocllen: in der That hat sich seitdem hrrausgestellt, daf.s hier
Plot11eia (s. oben, Aigris) anzusetzen ist. Aber indem ich mich mit Pan-
tasi s (Kartentext a. a. 0 .) um der Namensähnlichkeit willen für Kalisia
im Pentelikon entschied, dachte icl1 mehr an den kürzestrn vVeg, den man
einem Helden wie Tlleseus zwischen Athen und Marathon zumuthen durfte,
als an die gewöhnliche Tenclenz der Sage, wichtige V erbindungsstraf.gen
clurcll legendarisclJe Erinnerungen auszuschmücken. Insbesondere läfst der
für die Epakria centrale Cu1t und Festort des Zeus Hekalesios eine zugäng-
licher<:> Lage des Drmos YOraussetzen. Nach diesen Erwägungen unterliegt
A. 1'11 I L c JI lT 0 F. FE R :
es mir gegenwärtig keinem z·\\'eifel, daC.;; Hekalr in <1Pm mnphit1H'atralisch
abgeschlossenen Bergkessel von Kukunarti. nordöstlich Stamc\.ta, anzu-
setzen ist, wo tlie eigentliche vYegeschPi<lung· nach den verschiedenen Rielt-
tungen der marathonischrn Ebene wie <ler Epakria stattfin<1et uncl wo lli<'
Reste der von mir ohne Ausgral1tmgen hervorgezog-enen YotivreliPfs
1\Iitth. XII S. 313 Nr. 37ß. 377, letzteres agoni ·tisch) eine rclig-if•s
ragen(1e Örtlicllkeit vermuthen lassen (vgl. Kartrntext S. 0J 7 f.).
Die Parahademen der Leontis beginnen mit S uni o n an ürr Süüost-
spitze Attika's. Die dreigetheilten Potamier (Köhler, Athen. :Jlitth. X
S. 105 f.) wohnten an <lern noch heute sehlecllh\·eg Potami g·enannten. llC'i
Thorikos mün<lenclrn Fluf..;;, bis nach Daskalio hinauf: etwas lalHleimdirts
henachbart waren clie Deiradiotai, wir ans clem ürs Z"·iscben-
clemos Potamioi Deiradiotai folgt. Dort. l•ri Panag·ia Gharika. fan<1 sich
auch cler Hypothekenstein eines Deiradioten. sowie in Keratea cingrmaurrt
die Grabinschrift eines solcl1en ( »Ant. - Ber." Athen. :Jlitth. XII S. 281 f.
Nr. 207 und 212).
Ich will gleich hier bemerken. clais Z\dschen St.mion uJH1 c1Pn Pota-
miern Thorikos am l\Ieer isolitt zur Akamantis g-ehört (wrnn auclt nur
dm·ch den letztgenannten Demos von üen anclrren g·leieher Phyle: Kephale,
Prospalta u. s. w. ahgetrennt): währenc1 nach \V rsten zu der ldeinr Demos
Besa (nahe Kamaresa) die Gruppe Jer .Antioehis eröfl:'nrt. Al1er c1rr ganzP
zwischenliegencle Bergwerksstrich YOn Yillia und Plaka llis SürPsa nn1l
Brrsf>ko wirc1 damit an clie vier genannten Drmen l•ei "·eitrm nicht mlf:..
gethrilt. Hier ist mindestens noch c in C' g;rofst' (it'nwin!lc nnzusetzcn. dir
aller Analogie nach zur Leontis gehört l1a hrn winl. In der That mü"sen
zwischen St.mion und den Potamiern, clcn •>Fluü.;leuten«, dir Pllrt'arrhif'r
(2-1), 11ie »Brunnenlrutr«, gewohnt halwn. (:Jlan l•cachte ähnlic]J durcll-
sichtige, wohl erst Jdeistheniscl1e, NamenlJildungen in tlcn nörcllidt uncl
noruwestlich angrenzenüen .::::. ctpaBtwTcJA und Kccpcü,EtC.) Die ganze wn:,;ser-
arme Gegend ist ja flurchsetzt YOn Schachten. Brunnen ulHl Ci!'>trrnrn.
Da es an dir ecten Angaben über dir Lag·e clcr Plrreanhioi frhlt. si1Hl
wir im übrigen auf die Listen der Prytanrnurkun!len u. s. w. ang-ewit'sen.
Hier l1egegnen wir ausschlirfsbch folgrnclen Gruppirungen: Athrn. l\Iitt]L X.
S. 1 Mi f.: Phreanhioi, Suniris , Potamioi Driradiotai, Dt'irncliotai: C. I. A. IL Rfi-1-
Phrcarrhioi, Sunieis, Driradiotai, Potamioi; 0-13 Deiracliotai, Phrearrhioi,
Sunieis.
[Tntersudmngen übe1· die Demeno1·dmmg des Kleisthenes. 23
An der Küste liegt al,; Enclave der Leontis noch Halim us (81),
zwisclJen Phaleron uml Aixone. Halimus ist durch Kleisthenes vermuth-
lich erst Yon Phaleron als selbstämlige (+emeincle abgelöst worden. Es
kann zweifelhaft Prscheinen, ob diesellle ehenfalls zu den Demen des Stadt-
bezirks oder zu der Paralia gerechnet werden muü;. (S. unten S. -18 a. Anf.)
Die üh·igen Ortschaften der demenreichen Phyle ·werden wir im
Binnenlande zu ,;uchcn haben. Da die Semaehidai zu streichen . ind
(:'llitth. IY S.102), so blieben Kcttioi UJ2), IIyhaclai (08), Cholleidai (-15),
lPtzterP weitaus tlie gröf.oste Gemeinde. übrig. Zu ihrer Localisirung iehlt
es durchaus an clircdcn Anhaltspunkten. In den Beamtenlisten finden
sich wrlmmlen: C. I. A. II, 8(5-1 Leukonoe, Cholleiclai. später Pelekes, IIy-
hadai: 9-13 Leukonoe Choll<:'iclai: !)01 (Demenli te), Kettioi (Lücke), Paio-
nitlai, Hylmdai, P<:'lekcs: 1001 Kettioi, Leukonoe, Cholleülai; 10-10 Leu-
kanoe, Pel<:'kes. C'holleidai; 1 0-!9 Aithalidai, Eupyridai . Cholleidai, Leu-
kanoe; III, 1 OG G AithaliLlai, Cholleiclai, Kettioi, Eupyridai. Daraus folgt
"·cnig,;t<:'ns die Zug<:'hörigkeit zum Landbezirke; aus Aristophancs etwa,
clafs Cholleidai. der D<:'mos des Dikaiopolis, noch in cler athenischen Ehene
lag und Yon Acharnai Yiclleicht nicht allzu entfernt war. Der einzige,
läiHlliche Grabstein auf einen 1\Iann aus Cholleidai ist in Kcphisia ab-
g<:'schrielm1 worclen (C. I. A. II, 231G).
Die Behandlung der ül1rigen Phylen, namentlich der Akamantis uncl
Kckropis wird ergehen, claf.os für die fraglichen Demen innerhalb die es
Thciles von Attika nm das obere Kephisosgebiet frei bleibt, d. i. der
lwi dem ticfgTundigen Erdrrich an antiken Resten arme, doch sehr cultur-
fühig·c Strich. welcher die Lücke zwischen Paionidai und Helcale (s. oben
~ . 21) ausfüllt. Die lledeutendsten Spuren weist heute noch Bugiati,
nonh·rstlich Stamata, uml üie ümgelmng dieses Dorfes auf.
V. Akamantis.
StaütlJezirk: Kerameikos (26).
Landbezirk: Hermos (60), Cholargos (32), Eiresiüai (ll6), Kyr-
tiaclai ( 1 2 ~ ) , Porioi (103), Iphistiadai (96).
Küsten lJ e zir k: Thorikos (3 3), Kephale (28), Prospalta (50), Agnus ( 41),
Sphettos (19).
24 A. MI L c H II 0 E FE R :
Die Lage von H erm o s am ersten Theil Ü<'r heiligen Strafse nach
Eleusis wircl clmch clas Grabmal cler Pythionike (Paus. I, 3 7, J) bezeugt,
welches eben in die em Demos lag (Plutarch Phok. 22). Da der gleich-
namige Bach (Harpokr. s. v.) nur cle1jenige sein kann, welcher von Cluü-
clari zum Kephisos fliefst, so ist cler Demos an cliesem Orte sell>st oder
etwas vorher, wie ich glauben möchte, bei Bistanlo zu suchen. (Die alte'
Strafse nach Eleusis wircl, neben bei bemerkt, tlen Eliasuerg nicht, wir
cler heutige Fahrweg, von Süclen, sonelern von Norden umgangen hallen.)
Die vorhandenen, ländlichen Grabsteine auf Hermeer bestehen die Kritik:
nAnt. Ber." Athen. J'l1itth. XIII S. 3Jß Nr. 58J. 585, 2 Inschriften nördlich
vom heutigen vV ege heim Pulvermagazin gefunden nnd Nr. 580 jetzt in
Chaidari.
In dieselbe Richtung ungefähr Yer>veisen uns die einzigen in Betracht
kommenden Grabinschriften von Cholargos: C. I. A. II, 2662 »westlich
vom Ölwald« gefunden und nAnt. Ber." Athen. J'llittl1. XIII S. 3JG Kr. 5t:l1,
jetzt in Chaiclari. Eine dritte Inschrift (Decret der nl\Iesogeer«) C. I. A. II,
604 war nach der Bestimmung aufgestellt: iv T0 T0 Ev iv
Xof..apyiwv. Zum Vorschein gekommen ist sie an der Stadtgrenze Athens,
beim nTheseion«, z\\·eifellos aus cler entsprechen<len näheren Umgehung
hierher verschleppt. (Die anderen Mesogeer Urkunden fanden sielt gleic]J-
falls an der nordwestlichen Peripherie.) l'ir enn emllid1 Perikles, der Clw-
largeer, beim Einhruch üer Spartaner in Attika, sein Lantl dem Volke
schenkt, damit jene ibn nicht et,wa durch Schonung clessellJen vrnläch-
tigen könnten, so darf man wohl annehmen, <lais es clem Einülllgebiete
nahe unü beson<lers exponirt war. Auf allr diese ErwäguHgen hin glaulw
ich mich berechtigt, <liesen bedeutendsten Demos tles Lantll >ezirkes Yoll
Rennos his an den Kephisos, etwa nacl1 dem Dorfl' Levi hin, anzusdzc11.
Gegenüber, am linken Kephisosnicr. lagen, wie wir beiläufig, alJI'r auf' s
Deutlichste, aus dem Testamente des Platon (Diog. Laert. III. 1, J 1 f.) er-
fahren, die Eiresielai un<l Iphistiadai. Erstere hatten nacl1 1\-<'stc'n
diesen Flufs als Grenze 8vof.A.Evov o KYJcptcnJq); an einem Gnm<l-
stück im Iphistiaüai lief nördlich ;, Ex TOV KYJc{J!Cf!aiJ!V tEpov vorl)('i.
Dazu würcle clie Lage <les bayrischeu KolonistPnÜorfes AniJdi, sü<l westlidt
von Kephisia, um so hPsser passen, als siclJ in dem Namen gewiü; <li<'
Erinnerung an das (bei Diog. LaPrt. a. a. 0. l)ezengte) · Hpaxf..Etov To iv · Jiq)(tt-
IJTta&uq erhalten hat, wie in dem })enach hartPn ::\Iarnsi (Atlnnonon) das
Untersuchungen über die Demenordnung des Klei.:>thenes. 2 5
IIeil.igthum der Artemis Amarysia. Freilich weist AnUdi keine Spuren eines
antiken Demos auf; wir werden annehmen müssen, d.afs der Name von seinem
ur prünglichen Platze etwas fortgerückt sei. (Als Analogie diene zunächst
der Tempel der Artemis Amarysia, dessen Grenzsteine nicl1 t in Marusi,
;.ondem süd.>Yestlich in Pelika und Logothcti gefunden ,,·unlen : Athen.
)Iitth. XIII S. 351 Nr. 645. G-!G; vgl. auch das heutige .l'llarathona, Vraona,
Raphina, Garito, Menidi, Charaka am Festland. mit Marathon, Brauron,
Araphen, Gargettos, Paionidai und. der Insel Xapaf) Als nächste
antike Stätte hietet sich südlich von Anlkli (heim Eisenbalmdurchsclmitt)
die Yon Chalkomatades dar, d.rren Name ebenfalls an ein dort l>ezeugtes
Heiligthum, das des Hephaistos, erinnert (Steph. Byz. ' HcpatuTtad'at).
Dem Demos Eiresielai (clen »Ruderern«) schliefse ich die Kyrtiaclai
und die Porioi (Die bei den nFischreusen« und der »Furt«) an. Unter
drn Prytanenlisten begegnen wir nur einmal den rrsteren in tlrr Rcil1e
(C. I. A. lli, 1031) : Kyrtcidai, Hermeioi, Cholargeis, Eresiclai. - Ülwr die
alte Kephisos - »Furt« z,,.i eben Levi und Patisia glaube ich schon im atti-
nKartentext« II S . .J;{ das Richtige bemerkt zu haben (vgl. auch
Dragumis, 'Ecf.i'fiP.· apx,. 188-! S. 39, 1), ohne damals bereits an die Porioi
gedacht zu haben. Über die Gleichbedeutung clcr NamE-n ÜE's östlieh
l>cnachharten und cles Kebenl>aches Dod'ovfcpSt vgl. oben, Aigeis,
dir Bemerkungen über Bate. Die bequeme und vielbenutzte Furt ist
geeignet, den Ausnahmefall zu erklären, claf.<> Denwn einer Tritty. zu
l>eiden Seiten des Kcplüsos gruppirt sind.
Von clen Demen der Paralia ist Thorikos (Tl1eriko an der Südost-
küste) l>ercits ol)en, Leontis, erwähnt. Die Gemeinde der Potamicr trennt
Thorikos von Kephale, \\'elches bereits U. Köhler riehtig hei Kcratea
angesetzt hat (Athen. J'llitth. X S. 110; Ygl. dazu nAnt. -Ber." Athen. JYiitth. XII
S. 288 f. Nr. 210-21111; ungefähr elJcnda, "z,Yischen Keratea und Kaki
Thalassa«, nach schriftlicher ::.\Iittheilung von E. GUl· ti us, ein Acppod'iT'IJc;
KEcfJaÄ=t,SEv, vgl. Isae. II, 31). Nordwestlich von Kephale, bei den Kalyvia
YOn Kuvara (Gegend : nEnnea Pyrgi«), lag Prospalta, nAnt.-Ber.« a. a. 0 .
'. 28-1 Nr. 182. 183, aucl1 187 e), dann bei J'.Iarkopulo Agn us ( nAnt. -Ber."
S. 27R f. Nr.1G1-1G3; auch 16-!. 1();)?, S. 99 n.111) un<l westlieh vou
Koropi (GE-gend. Philiati) S p h e t tos. Die Ansetzung- des letztern Demos an
(lieser Stelle ha l>e ich auf (-Jrund. cler Inschriftfunde und. sonstiger Ind icien
Plu'l.- hist. Abh. nicht ::ur Akad. gPhör. Gelehrter. 1892. I. 4
26 A. JYI r L c n II o E .FE 11:
Yor kurzem ausführlich hegrümlet: Berl. Pllil. \Vocll<:'nscbr. 1 un<l2
(gegen A. Brückner, welcher hier vidmehr Pallene, SphPttos ah<:'r 1>ri
Olympos, sü<llich \ '0111 Pani - Gehirge, annahm: Athrn. nlitth. S. 200 f.
Auch dann blirhe Sphettos dieser insl>Psonclere <lem Dc'mos
Prospalta, l1enachhart; doch ·werden sicll no("h w<:'iterr Gegengründe ergel>en,
welche erst im Zusammenhange flieser Untersuchungen zur Geltung kommrn
können: vgl . unten Antioclüs).
Unberücksichtigt hliehen bisher nur clie Demen Yierter Grö.C.,;e EitPa
(71) und Kikynna so\\·ie die nur von Photins s. Y. gemmntrn. sonst
völlig unl1ekanntrn Rhakiclai (140). Jene hei<len grhörten zum Theilnoeh
je riner anderen Phyle an: Eitea der Antiochis (in cl rr Akamantis erst srit
mak<:'donischer Zeit nachweisl>ar. Dittenhe rger , Ilermrs IX S. 3D.±): Ki-
kynna ist , wenn auell nur rin einziges Mal. in drr Diätetenurkunde C. I. A.
II. 0-U. noch für clir Kekropis bezeugt. \Vären cliese clopprlten Zutheilungrn
sicher kleisthrniseh , so könnte man vrrmuthcn , clafs di e 1>etreffenclrn Drmrn
an odrr nahe der Grenze entsprecbender Trittyen lagrn (vgl. Phegaia für
Aigeis und Pamlionis ). Die Ei t eaioi (hri clrn "\Y ei<len") gesellrn sich
passencl zu den Kyrtiaclai, Porioi. Eiresielai mn Kephisos, zumal <:'S sonst
an der Yoraussetzung für cliesr Baumart, an reicllliehem ·w asser, felllt (dahrr
schon hei Stuart, Alterth. , ... Ath. II S. 233 J. thers. eine iHmliehe Yer-
mnthung): in der Tlwt scheinen Demen drr Antiochis (s. untrn) sich lürr
am linken Ufer sürllic-h anzuschliefsen. V gl. auch C. I. A. II, 991 clie Reihe:
Iphistiac.lai, Eiresiclai. Ilrrmos, Cholargeis, Eiteaioi.- Kikynna winl man
eher östlich vom Hymrttos uncl möglicl1sl nahe lwi clicsrm Grhirge sue]H'll.
Der <:'inzige ländlicl1e Grahstein (der Frau einf's 1Uannrs aus Kikynna) ist in
Kalyvia von Kuvara zum Vorschein gekommen (C. I. A. II. 21t-\7). Da Ki-
kynna einen offenl>ar llrkannten Apollocult hatte (Sdwl. Aristoph. Nuh. 13-l
EvSct c1:yETctt T d ' ATroi·-"Admct), so scheint mir rinc Erziehung zu clrm IIrros
nncl Hynwttosriesrn Kynnes, Jem Stammvater der Priester des Apollo
Kynneios, nicht al>zuwpisPn (vgl. zulrtzt G. Kirchner , Attica et Pcloponrs.
S. 49). Diesrs Urntilhriligthum der Kynnickn im Ilymrttosgebirgc sell>rr
(welches ich übrigens nic]Jt, wir Töpffer, Att. Genral. S. 305 f. zu t1nm
scheint, mit dem des Apollo Zosterios ickntiliciren möchte), war schwrrliell
dasselhe, auf welches sicll clie Apollonia von Kikynna l1czogcn. Licl>er
erinnern wir uns der Angab<', dafs der Eponymos Kynnes als Sohn <k'i
Crdersuclmngen iiber die Demenordnung des 2 7
Apollo und der Nymphe Parnethia galt (Phot. KuvvELoq), in Verbindung mit
einer Inschrift aus der Gegend von l\Iarkopulo (C. I. A. II, welche di<'
Verehrung des Apollo Parnessios an der Ostseite des Hymettos bezeugt.
1
)
VI. Oineis.
Stadtbezirk: Lakiadai (43) (Trittys C.I.A. I, 502) Epikephisier (90),
Butadai (09), Perithoidai (64).
Landbezirk: Achamai (1 ).
Küstenbezirk: Thria (52) (Trittys C. I. -f\... IV, 2, 51/b), Oe (-!0),
Phyle (.!8).
Die Lage von Lakiadai am Kephisosühcrgange d0r nheilig<'n Straf.se"
ist hinreichend bekannt (Pausan. I, 37, 2 vgl. auch ohen Leontis: Skam-
honitlai und unten Hippothoontis: Koilc). Dafs auch die Epikephisi<'r am
Flusse zunächst cl<>r Stadt wohnten, kann aus dem Fundort eines Decretes
derselben beim Dipylon (' VIII, 234 = Ditt<>nhg. Syll. 298). sowie daraus
<'rschlossen daf.s eine unter den ::Yietöken aufg'eführte Musikalltin
dort ansässig war (v. vVilamowitz, Hermes XXII, S. 116"'), g<'>\·ifs nicht
allzuf0rn YOn ihrem Ennrl>scentrum (hrl uncl Dipylongegend). Auch
<ler sehr kleine D<>mo , \\·elcher seinen Nam0n nach dem uralten städtischen
Atlelsgeschlecht der Bntaclai führte. wird in der Nähe zu suchen s<>in
(vgl. H0rmes a. a. 0. S. 123 f.). Die einzige volbtändige Prytanenlist<' d0r
Oineis C. I. A. II, 868 führt ihn neben den Lakiadai auf. Vielleicht ist es
nicht zufällig, clais üie Eteolmtaden gerade hei der Festprocession nach
dem Orte Skiron, den Skirophorien, h0rvorragend hetheiligt waren (vgl.
Töpffer, Att. Gencal. S. 119 f.) und daf.-; Zeuxippe, die Mutter des Butes.
<'ine Tochter des Eri<lanos genannt wurde (Apollod. lll. 14, 8). Tocht0r
1
) G. Kirchner a. a. 0. S. 52 f. zieht aus der ersteren Notiz den nmgekeln·tcn ,<.;chlnf:,,
<lals Kikynna am Parnes besonders anch, weil der Scltiiler in d!'n ,.\Yolkrn .. des Ari-
stophanes v. 210 f. de111 :::itr!'psiades 11\IS Kikynna auf der Landkart!' zuerst seinen Dc>mos
nnd nnlllittelhar darauf Enhoea zeige. Aber dieses nennt er ja rrr;, ,v .. nnd clet· Dichtet·
fiiltrtc es nur nm der folgenden Bemerkungen iiLI"r Lakedainwn willen ein, welches drm
"allznnahe .. zu li!'p;en scl1ien. Die Gl'llnclstiicke in f-lpltcttos und Kikynna, welche
Lysias (17, :) nnd 8) erwähnt, lagen ,·ielleicht bei cinanrler. An die Nähe Uebirg!'s
erinnert das steinige, dürftige Gebiet auf dem i-'trepsiades seine Ziegen weidete
(A.ristoph. Knb. 71 f.).
4
28
A. M r L c n Ho Er ER:
des Butes war HippoJameia , die Gattin drs Pririthoos. des Almhrrrn ürr
Peri thoiclen. Die rinzige ländliche Grahschrift auf zwei Prritl10irlrn fan<l
ich am vVestramlt> < l ~ > s Ölwaldes bei der heiligen Straf.<>e (C. I. A. II. 2-l/l ).
V erwiesen ,,·erden mag noch auf das im nahen Kolonos gelegene Hr roon
des Peirithoos (Pausan. I. RO, 4), sowie auf seinr Yerflrchtung in clir am
Pythion der heiligen Straf.c;r localisirte Kcphali<lrntra<lition. i])(lem Dia.
die Schwester des Kephalos, als "ßluttcr des Peirithoos galt (Töpffrr
a. a. 0. 256) .
Die Lage von Thria (lwi den Kalyvia von Chassia) darf hirr als hin-
reichend hekannt angenommrn "·erden. (Ygl. nAnt.-Brr.« Athen. lHiLth. XII,
S. 326, 467: 4 78.) Die Zugrhörigkeit zur Paralia lH' " ·rist auch die Ana-
logie von Elcusis als P<'lralia - Trittys nr l)('n der stiültischen Trittys Priraieus
(s. Hippothoontis). Oe, ocln Oie, mnf.c; (naeh Sophocl. Oed. Col. 10G1 u.
Schol.) auf dem \V egr von Kolonos nacl1 Thr hrn gelegen hal)en: da <lir
"heilige Straf.<>e « durch , .. 1048 f. ausgf'schlossrn ist. bleil>t nur dir RiclJ-
tung zu <lem Durchgange, zwischen Aigalros und Parnrs ülwig , ,,·e1cher cl<mn
die o h er e thriasische Ehenr clurehsclmrület. Oe -vrrmuthrn wir lwi Kastro
Plakot6, am Ausgange des Sarantapotamo-Passes. Yg;l. auch Oia, Melainai
und Eleusis als Ortsnamen auf Thera vereinigt; zuletzt Studniczka. Ky-
rene S. 65. Oie . als Tochter dE's Krphalos, l>ezeugt von neuem die Ein-
wirkung der im Aigaleos ( brim Pythion. Paus::m. I, R 7. 6) angesirde ltrn
KE>phalidensage; vgl. ohcn Leukonoe und Perithoidai. - ;{örcllich an <lir
thriasischc Elwnr grrnzte die Parncsrrgion. in welcher Ph y lr mit <lrm
lJPkannten CastE'lle lag. Ich glaul1e clal1er auch diesE'S zur thriasiscl1 r n
Trittys ziehe11 zu müssrn, zumal drr Bezirk AcJ1arnai schon an sich ührr-
gwfs und, wie ohen wahrschE'inlich gemacht wurde, durch Demrn <lrr
Leontis von Phyle a1)g·etrE'nnt war. (S. auch unten S. -l.±.)
Yon den ülwigcn Demen der Oinris: KotJ1okidai (68), Hippoto-
madai (127), Lusia (107), Ptelea (122), Tyrmeidai (119) (lrtzterrr
vielleicht jung; s. Köhler, Athen. Mitth. IY, 103: Eitea ist zu strE'iCl1en.
s. ehd.) ist keiner seiner Lage nach ohne weitrres l)ekannt. Man winl nm
ehesten geneigt srin, sir da zu suchen, wo noch rin weites, fruchtl>arrs
Gehiet unlwnannt<>r Drmenstättrn der Ausfüllung l1arrt: in der thriasischen
Ebene. Zur Unterst iitzung <lieser Annahme Hif.;;t sicll für Ptelea rin
Votivstein aus Kalyvia hC'ranzirhen (nAnt. - Ber.« Athen. Mitth. XII, S. B2;)
JL 465), dessen Demotikon <loch wohl nur in Ih]e[Aea]u!o[v ergänzt wrrdrn
Untersuchungen über die Demenordnung des Kleisthenes. 29
kann. Pteleon lmhlte mit Prokris (Töpffer Geneal. S. 258); über die
Spuren der K ephalossage im Bereich des Aigalcos vgl. oben Oie, Peri-
thoidai. Leukonoe.
Fiir Kothokidai spricht die einzige, topographisch in Betracht
kommende Grallinschrift, •velche ich in Goritza, nordwestlich von Kaly··via
fand (Athen . .ßlitth. a. a. 0. n. 480). Aus iliesem und aus den oben angeführten
Gründen widerstehe ich auch der V ersuch ung, Kothokidai deshalb in die
Nähe der Stadt zu ziehen, weil Aeschines, der Kothokide, sich der Cult-
genosscnschaft mit den Eteolmdaden rühmte (Aesch. II, 147), ocler weil
(nach C. I. A. II, 785) der Epikephisier und Apheidantide Leontios als Be-
vollmächtigter dieses Geschlechtes ein in Kothokiclai gelegenes Landgut
Yerkauft. Daf.-. Kothokidai Yielmehr von Athen ziemlich fernablag, scheint
auch ans Aristoph. Thesmoph. 620 zu folgen. wo J.Hnesilochos, als Frau
verkleidet, diesen Demos, also gewifs keinen stadtl)ekannten, als vVolm-
sitz ihres Mannes angibt. Für Hippotomadai weifs ich nur anzuführen,
claf.._ diese Gemeinde zusammen mit Kothokidai in die Demetrias versetzt
wurd<', ehenso wie aus der Kekropis (s. unten) Xypete und Melite, clafs
wir es also wahr ·cheinlich auch hier mit Nachbardemen zu thun haben.
Yon Lusia freilich, das auf Grabsteinen bisher nur dreimal vertreten
ist. l1etinclet sich clie eine Inschrift in Hg. Theodoros, südwestlich Kato-
Liossia. ( nAnt.-Ber." .ßiitth. XIII S. 344 Nr. 565; aber vielleicht auch 56G.)
Es muf.-. also clie Möglichkeit offen gelassen werclcn, dafs diese kleine
Gemeinde etwa noch zum Bezirk von Acharnai gehörte.
VII. K e k r o p i s.
Stadtbezirk: .ßfelite (4), Xypetc (42).
Lanclhezirk: Athmonon (20), Daidalid.ai (125), Sypalettos (70), Tri-
ncmcia (11 0), Phlya (12) .
Küstenbezirk: Aixonc (10), Halai Aixonicles (16).
Melite nahm, soweit es in die Stadt hineinragte, bekanntlich clic
südwPstliche Hügelgegend derselben ein. Xype te, fiir welches Lage am
Meer nicht hPzeugt ist (vgl. att. Kartentext II, 6), wird von den vier Ort-
schaften der Tetrakomia, Phaleron, Peiraieus, Xypete , Thymoitaclai , am
näehsten nach Athen zu gelegen haben (etwa um die Mitte der heutigen
30 A. l\I I L c H li 0 E FE R:
Fahrstrafc;e zum Peiraieus), und somit noch l\Ielitc benachhart gew<'srn s<'in.
(V gl. auch unten Koile, Ilippothoontis.)
A thmonon = ::\Iarusi ist durch den i\amen <ler Artemis Amarysia un<l
durch Grabsteinfunde gesichert ( nAnt. - Ber." Athen. l\Iitth. XIII S. 3;) 1 f. ),
Phlya hei Chalandri auf Grund der Nachharschaft mit Athmonon (C. I. A.
III, ß 1 A Col. II Z.13) und meiner Ausführungen im att. Kartentext II S. 3 7
(dazu noch das berliner Gral>denkmal aus Cllalandri C. I. A. II, 2()46 -- vl\cc;
<I>AvEvq) jetzt allgemein zugcstanclen. Die kleinste Gemeinde der Phylr,
Daidalidai, mag nach lphistiadai (mit IIrphaistoshcibgthum Steph. Byz.)
zu, hei Kalogresa oder Brahami gesucht ·werclrn (Ygl. auch KartentPxt
a. a. 0. S. 39). Andererseits kann die Ansctzung Yon Sypalettos seit
der Auffinclung eines seln· alten Decretes die::;es Demos llei KukuYaones,
·westlich :Jiarusi, nicht z"·eifelhaft sein ( nAnt.-Ber." Athen.l\Iitth. XIII S. 348f.
Kr. ß 15). Eine Bestätigung liefert das auf der anderen Sritc des Kephisos
(im Gebiet von Acharnai, llei Derwishau) grfnndene, leider sehr Yerstüm-
melte Fragment, Athen. JYiittl1. a. a. 0. S. Nr. 514, welches von Grenzen
(Grundstücken)' vVassrrleitung u. s. w. handelt; es beginnt: Ei[vcu] ..... .
'f -- [-r]wv - - u. s. \\' . Für Trinemeia rndlich
liegt nur die Angal>c lJei Straho (IX S. 400) Yor: o KYJ<fJtuuoq ix Tpt vEp.iwv
Tctq rlpx,d.c; E'X_,wv. Die Quellarme cles Kephisos aus der G·ege11<l Yon Dekrlc'ia,
aus der Epakria und von Kephisia her, treffen ollerhall, K ukuYaones zu-
sammen. Hier also l>ildet sich cler eigentliche Kephisos, wenn anclt der
Bach von Kephisia lJereits für sich den gleichen Namen fü.hrtc. Das GP-
l>iet der Trinemeer mag also von Kukuvaones his nördlich nach Fasidero
hinauf gesucht wenlen. Auch der kleine Drmos Epi eikidai, ül>(T üen
sonst üurchaus nichts l>ekannt ist, dürfte bier, lwi :'..\Ionomati, Kalephtlwki.
Chclidonu oder A(larnis noch Platz gefun<len hal1C'n (C. I. A. III, 1114 ist
er irrig zur westlich l>cnac11l>arten Oineis gerechnrt).
Die heiden grofsen Denwn der Pm·alia. Aixone und Ilalai Aixo-
nides, nehmen sütUich von Athen den Lanüstricl1 YOm heutigen TrachoJH' s
bis zum ::Heere (Ilaliki) ein (Atl1en. l\Iitth. XIII S. 338f.).
So bleibt nur der Demos Pi thos (50) i.ilwig, den \\-ir je(loch von
YOrn herein als 1 >innenländisch werden ansprcc hen (lürfen. Zu nährrer Er-
stimmung vrrfügen wir lediglich über eine Angalw lwi Athenaeus (VI, 234 F),
nach weleher (zufolge cler Inschrift eines vV rillgeschrnkes) zwei Uarg-rtti<'r
und ein Pithier als Parasiten des Heiligtlmms <ler Athene Pallenis g·enann t
Crdersuchungen über die Demenordnung des Kleistltenes. 31
·werden. Ül)er die engen Beziehungen zwischen Gargettos (Aigeis) und
Pallene (Antiochis) Ygl. das zu diesen Demen Angeführte. Daf.s auch Pi-
thos in der Nähe lag, schlof." schon Bursian (Geogr. Y. G-rld. I S. 3-15f.):
nur ,,·erden \\·ü· nicht weiter nach Osten gehen, sondern Pithos westlich
YOm Durchgange zwischen Pcntelikon und in der auf
Phlya oder Athmonon suchen dü.rfen (etwa an dem ol1ern ,-om Penteli
l1crkommenden Rl1enna, l>ei Franko J'lionastir nnd der Gegend Saclwria,
o<ler gleich nördlich \'Oll Sta vro ?).
YIII. H i p p o t h o o n t i s .
Staclthezirk: Peiraieus(8)(Trittys C.I.A. I. 517). Thymoitadai (lOD).
Keiriadai (1 06). Koilc (51). Koryclallos (12..!).
LaiHlhezirk:: Dekelcia (6G), Oion Dekeleikon (/..!), Sphenelaie (14:1).
Küstenhezirk: Eleusis (18) (Trittys C. I. A. I, 517), Oinoe (G5),
Azenia (Gl).
Der scheinbaren Gröfse und Demenzahl des städtischen Territoriums
gegenüber darf hereits hier daran erinnert wer<len. clafs der Peiraieus
zur Zeit des Kleisthenes ein unhedeutencler Ort ·war, wie das westlich
angrenzende, in wenig fruchtbarem GelJiet gelegene Thymoitadai und
Korydallos es allezeit gehlieben sind. Auch Keiriadai, in <ler Nähe des
Pciraiiscl1en Thores erscheint nur als Demos 5. Ranges. Der bedeutendste
war YOn vornherein, Yor dem Aufschwunge des Peiraieus, Koile. Diesc
Gemeinde erstreckte sich lJis iu die Nähe des J'lielitischen (des südwestliclH'n)
Thores der Staut (s. die nSchrift<]_uellen« zu Curtius Stadtgeschichte YOn
Athen S. LXXI, 23 f. uncl XCVII, 68 f.) und. nahm all(lrerseits wohl einen
g-uten Thcil des untern, noch sehr fruchtbaren Kephisosgebietes ein.
Sdwn näher lJeim Peiraieus: xa-rcl, SErnv 'PEv'T)) (cl. i. die Gegend um Hag.
Joannis Rcntis Ygl. att. Kartentext II, S. 6) wird der Fundort der Grab-
inschrift C. I. A. II, 22G5 M1lma8'))q 'O<fJEI-ov Aax1ct8'))q angegeben. U. Köhler
fügt hinzu: Lapiclem in ipso pago Laciadarum positum fuisse prohahile
cst. Al1er clie Gräberstätte des kimonischen Geschlechtes befanü sich ja
C'hcn in Koile (s. oben nSchriftquellen« a. a. 0.), welches übrigens im Norden
an Lakiadai stief.s. (Yermuthlich war also hier der Grundbesitz der Familie
Yon der kleisthenischen Demen- und Phylengrenze durchschnitten worden.)
A. 1\1 I L c ll II 0 E FE R :
Wenn jener Stein auch gewiss nicht genau an alter Stelle zum Vorsclu:-in
gekommen ist, so bestätigt er Joch im allgemeinen unsere Ausetzung des
Demos im V erhältnHs zur StacHlage.
Von Demen cles Lamlbezirks ist clic
Tatoy, längst wiPderrntdeckt und durch
(nAnt. - Ber.« Athen. Mitth. XII, S. 320 f.).
Lage von Dekeleia südlieh l>ri
Insehriftfumlc bestätigt \\'Orden
Für das jedenfalls henaehhart<'
und annähernJ gleich gro.Cse Oi o n D ekele i k o n l>ieten sieh mr la·rrf'
Demenstätten im Südwesten (Megalivrysi, V arillopi) und Südosten (Baf'fl-
Keramidi) dar. Ich gel1c letzterer Richtung den Vorzug, weil der einzig-e.
sicher auf cliese11 Demos ])ezügliche, ländliche Grabstein Yon mir lwi
Bugiati vermauert aufgefunden wnrcle (Athen. Mitth. XII, S. 313 n. :3 70). ,\.elm
auch dieser bereits östlich vom Katiphori-Passe gelegene Ort selllC'r für
Oion schon zu entfemt ist. - Sphenclale lag (nach Heroclot IX, 15) auf
dem vYege von Dclceleia nach Tanagra untl zwar, ·wie doch der NanH·
andeutet, an einer Biegung; es kann somit meines Erachtens keine anderf'
Ortslage als das lJeutige Malakasa (nönllicb Tatoy) in Betracht kommrn.
(Kako-Sialesi liegt l>ereits zu nahe an Tanagra und l>leiht etwas links,
südlich, von der Strafse.)
Zur Trittys Eleusis an der Küste mufs ohnr Zweifel Oinoe an tlrr
boiotischen Grenze (vgl. Herodot V, 7 4 f.uxp-Tor; Thukyd. II, 18 iv
fJ.EStptotr; 'Antx0c; xd BotwT!ac;) gerechnet ,\·enlen , \\·ie Phyle zur Thria-
sischen Trittys (s. oben VI. Oineis). Als " ·eita us lJC•drutemlsten Demos diesC'r
Gegend uncl stark befestigt (s. Thukyd. a. a. 0.) können wir Oinoe nur mit
der Stätte Myupolis am Fufs des Kithairon (untl Z\\'ar an clcr Strrcke zwisehen
Gyfto -Kastro = Eleutherei mul dem Klostrr Ilag. 1\Ieldios, also nieht mit.
Masi oder Kasa) identificiren, ueren ausgrtlelmte Spuren mit nlaurnest<·n
ich i . J. 1887 untersuchte. - Zum Küstengrl>iet gehört al>er auel1 Azrnia
(zwischen Anaphlystos uncl Sunion Sh·all. IX. . 98) am rntgegcngrsctzt<'n
Ende der Halbinsel, Jas \\·ir also Yom Standpunkt der kleistheniselH·n
Trittyenordnung als Endave (wie bereits Proln1linthos uncl Thorikos) zu
1Jetrachten hättPn. (Näheres ü])er diese Ausnalnnen unten S. 42 (g.)
Für die ührigen, cler Ilippothoontis zugerrclmeten Demen, (nur solt:lH·
vierter Gröise uncl al1wärts), siml wir fi1st ledig-lieh auf Vennut.lnmgen nn-
gewiesen. Daraus seheint wenigstens zn folgen, <laü.; sie ziemlieh rntlrg-cn
waren, also vermnthlich clahin gehören, 1vo wir am meisten ül•<'r fi:eien
Platz verfügen uncl wo wir sie aut:h anf Grund unserer l>isllerigrn Brol 1-
Unte1·suclmngen übe1· die Demenordnung des ltteisthenes. 33
achtungen über <lie Trittyengruppen Yor allem zu suchen geneigt sein
müssen: in der Umgebung von Eleusis, Jen kithaironischen Grenzgebieten
un<l der östlichen Parnesregion. Eine Ausnahme macht vielleicht <ler ganz
kleine Demos Kopros (101) Schol. Aristoph. Equ. 899 da-
her auch Ko-;rpoq (Hesych. ). Azenia gegenüber liegt die z\\·eitgröfste Insel
Attika's (ilie gröfste, lUakris oder Helene, ist von üer Küste um ein BeLleu-
tenues entfernter), bisher nur unter dem späten Namen IIa'Tptx/,ou be-
kannt (Paus. I, 1,1; 35,1; Sh·abo IX S. 398, nach einer Verschanzung, Üie
der acgyptische Flottenführer Patroklos, gegen Antigonos entsandt, dort auf-
werfen liefs ). Diese Insel, heut Gaidaro - nisi, winl noch jetzt zci tweilig he-
wolmt; dafs sie auch im Altcrtlmm besiedelt war, hezeugen die auf den
n Karten von Attika" (Sect. Sunion -vY est) im Innern derseihen angedeuteten
puren, sowie das Etlmikon lJci Steph. Byz. s. v. Eine ältere
Bezeichnung mufs ja jedenfalls vorausgesetzt werden. Die Bewohner waren
vorzugsweise auf Viel1zucht angewiesen; gegen eine, wenn auch nicl1t officiell
gewordene, Unmennung dürften sich die (Aristoph. Equ. 899)
selber am wenigsten gesträubt haben.
vVir haben noch zu Yerfügen ül)er: Achenlus (87), Amymone (133)
(erst in römischer Zeit hezeugt), Anakaia (77), Auridai (llJ), Elaius
(104), Eroiadai (97) (auch Antiochis), Hamaxanteia (G2).
Yon iliesen ·winl A urida i in den eleusinischen Bereich gehören, da
Yon den sechs überhaupt lJckanntcn Gral1inschriften z·wei aus der Geg-end
tler nheiligen Strafse« (C. I. A. II, 1889. 1890) stammen, eine aus Eleusis
selber (C. I. A. III, 158G). Dasselbe gilt vielleicht für Anakaia (Grah -In-
:;chrift aus Salamis, C. I. A. III, 15 G 9; der heutige Ortsname Anakasa am
athenischen Kephisos [Dragumis, X S. 47f.] hat üamit nichts zu
thun; vgl. JUalakasa, Kasa).
Andererseits dürfen wir Elaius und wohl auch das namensvervvandte
Acheruus zum Bezirk von Dekeleia rechnen (Demenstätten südwestlich: l\Iega-
livrisi -Varibopi u. a., norclöstlich: lJesonders auf der rechten Seite des Gl1ara<lra
von Liossia bis ahwärts üher Spata hinaus). Nach Bäumen und Sträuchern
gebildete Demennamen auf "\·Vie Rhamnus, l\'lyrrhinus, sind westliclJ des
Aigaleos (wie auch im eigentlichen IIclJ[ov von Athen) bisher nicht nachweisbar
gewesen. Dazu kommt, dai:'i wo Elaius uns in (lf-n wenigen und hicken-
haften Beamtenlistrn der Hippothoontis begegnet, dieser Demos mit Dckelcia
verlmnden ist (C. I. A. II, \:144 Elaius, Dekeleia, Oion; 1006 Dekeleia, Elaius).
Phi!.· hist. AM. nicht :::ur Akad. geltör. Gelehrter. 1892. I. 5
A. JH I L c ll H 0 E }' J: H :
Die Eroiada i waren, nach Ausweis unsrres inschriftlichen Materials an
die Hippothoontis unrl Antiochis \' Crtheilt. (Ygl. zuletzt Athen. JHittlL IV
S. 104.) Da starke Volkszahl hier ehensowenig wie in ähnlichen Fäl1l'n (Ko-
lonos, Phegaia, Eitea, Ygl. üher diesr Doppcl<lemen auch unten S. 43) <l<'ll
Anlaf.<> dazu gehoten hahen kann, so l>leiht, das Alter dieser Einrichtung·
vorausgesetzt, die Möglichkeit übrig, dafs dir GrrnzC' der 1>etreffenden PhylPn
bezw. Trittyen den Demos durchsclmitt. \?V enn wir von Azenia und Um-
gebung absehen, so konnten sich IIippotlwontis und Antiochis (s. untrn X)
nur in der Epakria hrrühren: die l1C'icln1 Eroiadai somit an cl<'r ChanHlra
l>eim Einflufs drs Bacl1rs Yon VarnaYa (alte , hi.tte Gaitana: att. Karten-
text III-IY S. 60) gelegen llahen. Ich n ' rkcnne keineswegs, daf:; dirsP
Y ermuthung unsicher ist.
IX. Ai anti s.
Stadthezirk: Phalcrou (21).
Lanclbrzirk: Aphidna (7), Thyrgonülai (143). Pcrrbidai (144). Tita-
kiclai (132).
Küstenhrzirk: l\1arathon Oinoc (102), Trikorythos (4G), Rhmn-
nus (17), Psaphis (130).
Die Phyle Ai:mtis geht in das Trittyensystem sofort und fast olmr Rest
auf. Die localen Zusammenhänge sind längst erkannt \\'Orden. Die früh<'rc
Bedeutung des Phaleron, der als Hafenplatz Athens noch eine Trittys
für sich l>ildct, tritt <leuthch henor.
Mit Aphidna (= Kotroni), dem Vorort der l1cenlen- un<l ackC'rhau-
rcichen oberen Elwne des Baches YOn Oinor (C'haradra) hingen <lie Thy r-
gonidai, Titakidai Ul1(1 Perrhiclai auc]J örtlich, wie in ihren spiitcr<'n
Scllicksalcn ( drr gemeinsan]('n V Prse'tzung in die Ptolcmais), zusmmnC'n.
Älteste nachha diche GegPnsätze deutet die Sage von d<'m Vcrrathc Aphülnas
an die Dioskmen durch Titakos au (Herod. IX, 73). Die Perrlüclai heiüscn
hei Hesycb. s. v. ein iv ' Acp!!Jvatt;. Vielleicht sind diese G-emcindC'n, (<liP
Phot. T tT. : cf>pctTp!at xai 'YEV'IJ t13oEa nrnnt), C'rst später von Aplüdna, ahgrz\\·eigt
worden. Titaki<lai scheint noch cler bcdeutC'ndste untrr den drei Demen
gewesen zu sein; nur siE' finden wir dreimal in den Ephebenlisten un<1 zwei-
mal unter den G-rabinschriften römischer Zeit vertreten. Heute ist die Land-
schaft mit dC'n zum Theil recht volkrrichen Dörfern Kapanclriti. :Uasi un<L
Tsiurka besetzt.
[;Tntersucltungen über die Demenordnung des Kleistlwnes. 3 5
Im Einzelnen noch bestimmter nachweisbar sind die Demeil der Paralia:
(Yon Yram1 zur ElJene hinab; s. att. Kartentext III-YI S. -!-!f.),
Oinoe (=Ninoi . vor demAustritt uer Gharadra in die Ehene), Trikorythos
(= Kato-Suli). Rhamnus (= Ovrio-Kastro) und P aphis (= Revithia. Athen.
1\'Iitth. X S. 350 f.: offenhar erst später hinzugekommen; als Gemeinde er-
schei.nt P. nur C.I.A. III, 1122.1160 unter den Epheheninschriften).
Somit bliebe, (da Pakale, [C.I.A. II, 3258,] und Enonymia [C.l.A.III,
1128] irrig herangezogen ·worden sind), nur ein vVort über den nn heden-
tenden Demos Ky kala (U5) zu sagen, den wir lJloi:-; aus Hesych (s. v.),
einem Fragment der Hermokopidcninsc]Jriften (U. Köhler, Hennes XXIII
S. 393f.) und einer späten Ephel1ellliste (C. I. A. III, 1128) kennen. An der
z\\·eiten Stelle handelt es sich um sechs verkaufte Grundstücke des Skam-
l>oniden Pherekles (nach Köhler's Ergänzung.) Das erste lag anschei-
nend in Bate (s. olwn Aigeis). tlie anderen ·wer<len na<"h einem Pythion und
einem Heraideion orientirt, zulrtzt beii.st es ,-on einer cpyaq, also einem
lH•somlers nfetten« Strieh Lantles, da!s es zur Hälfte inner]Jall> des Pythion
und eines Abzugsgrabens, zur anderen Hälfte in Kykale gelegen halJC.
Köhler verlegt sämmtliehe LänderPien in <lie El1ene westlich von Atl1en.
"Cnter dem Pythion versteht er das an der heiligen Straf.-;e, "am Eingang·
des Passes nach Elcusis " ge lPgene: unter dem Hrra klcion das n1pdxwtJ.ov
' npaxl,<tov am Sunclr von Salamis.
Letzteres liegt fti.r Köhler·s Voraussetzung allerdings etwas fem; man
könnte inüet" ja auch an <las Ilerakleion (<ler JHesogrer?) im Demos Cholargos
rlenkcn: (s. oben, Akamantis, C. I. A. II, G04: vgl. f)()2. GO:q. AlJer worauf
gründet sich jene Voraussrtzung? Herakleia gal1 es in Attika allerorten
(Schol. Aristoph. Ran. 501: IIarpocr. 'Hpd.x/,.) nn<l Pyt]lia nicht ·wrnigr: so
eines in Ikaria (durch üie amerieanisrhcn Ausgrarmngen ermittrlt): ein
anderes uncl ungleich herühmterrs in Oinoe. nLielJer an üas Pytllion YOn
Oinoe zu üenken, sehe ich keinen ausreichenden GrunJ.,, sagt Köhler a. a. 0.
S. 1: >>entscheidrn<l ist mir die Heimath des Kig·enthümers <ler Gnw<l-
stücke." Nun trifft es sich, dafs mit etwa zwei Ausnahmen (Grull<1stüek Ü<'s
Polystratos aus Ankylr, C. I. A. I, 2 77 und rinrs JHyrrhinusins, Hermrs
a. a. 0. S. 304), keine von den l>ekannt gewonl euen Ländereien der IIenno-
kopiden in dem Demos der Besitzer lagen (vgl. G.I.A. I,27-!.l276]: Br-
sitz Ües Adeimantos ans Skaml,onidai in Ophryneion und Thasos; des
aus Kydathen in Scmaehidai, JUyrrhinutte u. s. w. C. I. A. I, 277
5*
36
A. M r L c H n o r: F ER :
in einer Hand: Felder in Thria und Athmonon; Hermes a. a. 0. S. 30f)
Grundstücke des Phegusiers Alkihiacles in Oropos). Das mag zufällig sein,
lwweist a her doch o·ewif.<>, dafs die Ileima th c1C's Besitzers für <1 iP LagP
der BPsitzthümcr nicht entscheidend ist. \V C'nn also C'in Pytbion uncl rin
nicht minder 11<'rühmtrs Heraklcion in der marathonischen Ehene Yorhan(len
waren, wenn "·ir hierhin durch dC'n Loca lzusamn1C'nhang der wichtigstrn
Demengruppe der Aiantis Yon vernherein ge·wiesC'n werclcn. so baltC' icb C's
im Verfolge dieser Ausführungen allerdings für methodisch richtiger, zu-
nächst an das Pytbion von Oinoe zn <lC'nkC'n. Da von hiC'r <1ie TheoriP
nach Delplü ausgieng (Schol. Soph. Oecl. Col. 104 7). so lag das Heiligthnm
vermuthlich etwas unterhalb Oinoe, in der GC'gend des lwntigPn JHara-
thona; denn erst von (1a zweigt sich die künstlich geebnete Proccssions-
straf.<>e zum oropisc1Jen Gel>iete uncl nach Delphi ah. von welcher ich noch
hedcutende Spuren (groCse Steinplatten, Wagengeleise) nordöstlich Gram-
matiko, zwiscl1en Varnava und Hag. Theodori ·wicdergefunclrn halw. DiP
kleine Ortschaft Kykala, ·welche im V crhancle der Tetrapolis keine selhst-
ii.nclige Rolle gespielt haben wird. könnte somit in der Nähe cles ·w eilers
Be"i angesetzt \VPrden.
X. Anti o c h i s.
Stadtbezirk: Alopeke (15), Kolonos (s. oben S. 7 Anm. 1).
Landhrzirk: Pallrne (13), Pentde (131). lYielainai (BO), SPma-
chidai (70), Eroiadai (07) .
Küstenbezi.rk: Aigilia (37), Anaphlystos (22), Amphitrope (76),
Atcne (88), BC'sa (1 Ofl), Thorai ( 8 ~ ) .
Alopeke. östlich und nordöstlich an Diomeia grenzel1ll, (hci Amhelo-
kipi) ist hinreichend hekannt. Vom Kolonos rechne ich entsprPchenLl
Jen östlichen Theil zu dieser Phyle; (wie <len westlichen zur Leontis. den
mittleren zur Aigeis).
Die Ansetzung YOll Pallcne nahe dem Noruostfufse ues HymrttO'i.
Gargrttos gegcnüher, habe ich von N euem zu stützen gesucht: Berliner
Philol. Woehenschr. 1892 Nr. 1 u. 2.
Pentele, an der Südseite des westliehen Pentelikon. weist Stephanos
von Byzanz der Antiochis zu; inschriftlich tritt cler Demos erst in (ler
Kaiserzeit unter der Ptolcmais auf.
Untersuclmngen über die Demenordnung des Kleisthenes. 3 7
Dasselbe gilt von l\'Ielainai an der hoiotischen Grenze; vgl. Leake-
\Yestermann . Demen S. 132. Leake sucht 1\Iclainai da, wo ich Oinoe
(s. ohcn. Hippothoontis) angesetzt habe. Dafs der kleine Demos vielmehr
östlicher. hei der Ehene von Skurta anzusetzen ist, schlief.c;e ich aus Üen
Angal1en über die A pa turienfeier: Hesycll. Suid. , Ar.ct-roJpux wrglicl1 en mit
.. 1884 S. 135 Z. 29 f. (clvEtr.E!v rnicpavov) - - EfJ. Tictvdx-rw[t
..... ]up!wv -rB S.uu!rt, wo clie Lücke seihstverständlich in 'Ar.ct-roup!wv zu
ergänzen ist. Das Grenzkastell P_ ana k to n alJer. wC'lchcs also zu Melainai un-
g-rfähr in dem gleichen Verhältnif.s stand, wie Eleutlwrai zu Oinoe. kann nur
mit den hecleutenden. von mir im Jahre 1887 untersuchten Mauer- und Thurm-
rC'st<:>n <:>in er Festung südwestlich o l1erhalh KaYasala iclentificirt ''' erden.
(ther Melainai im Zusamnwnhang mit Oie und Ekusis s. ol)en Oie S. 28).
\Yiederum im Gcl>irgslantle wohnten clie Semachidai und z"·ar (nach
Philochoros bei Stcph. Byz.), in cler Epakria. Mit TI\:aria, aus tler Epakria-
p;ruppe der Aigcis, ist Semachidai noch inshcsonclrrc vrrbunden durch clie
ParallC'lsage von cler Einkehr des Dionysos bei Semachos und seinen Töch-
trrn. Man könnte zunächst an das benachbarte Rapcntosa denken, welches
wir inclefs ol1en (S. 16) für die Teithrasier in Anspruch 1whmen clurften,
zumal die Stätte zu wild. für \V einbau ungeeignet uncl für Semachiclai zu
cingeengt ist. So,' iel ich se]w. kommt nur eine Örtlichkeit der Epakria
in BC'tracht. die alH'r auch in je<ler Hinsicht zu Ikaria das vollkommenste
Grgenstiiek hilclct : Kalentsi östlich üher dem Bache von Varnava, norcl-
" ·cstlirh über Oinoe gelegen. \Vie von Ikaria hlickt man durch Stufenlan(l-
sc11aft und Einschnitte in die Tetrapolis llinnh; gleiche Vorzüge der Lage,
glrirlH' Fruchtl>arkeit: namrntlich war noch in neuerer Zeit der rotbe,
ziemlicl1 schwere vV rin von K:ürntsi weithin herühmt (Näheres darüher, wie
ührr <lcn gegcnwiirtigcnVC'rfalL im AttischenKartentextiii -VI S.ßl). Es ist
mir heute nicht zweifC'lhaft. (laf.s \\·ir Semachidai eben hier zu suchen hahen.
Den an die Hippothoontis und Antiochis aufgctheilten Demos Eroiadai
hal>e ich hereits S. 34, l>ei der Besprechung jener Phyle, in der NähP (hei
Gaitana, am des Baches von Varnava in denjenigen von Oinoe)
Yennuthct. Hier darf noch l1emerkt werden, dafs in denjenigrn Beamten-
listen der Antiochis, welche Vertreter aus beiden Demen aufweisen (C. I. A.
IL 8G0 nnd 04j), die Semachiden und Eroinden nebeneinander stehen.
Die Demen des Küstenbezirks erweisen sich sofort als eine vollkommen
g"C'schlossrne Gruppe an cler südwestlichen Paralia. Am bekanntesten ist die
38 A. lVI l L c JI ll 0 E F F. R :
bedeutenüe Gemeinde Anap h lysto;; (= Anavyso), auf wclcl1e l1ei Stral>o
(IX, S. 398) dann Azeuia, unü Sunion folgen . Yorher nennt er (rüek,Yiirls
gezählt) Aigilia . Lamptrai, Thorai. Hier ist zweifellos ein Y ersehen zu l1c-
riehtigen. Lamptrai (Erechtheis) grenzte umnittell>ar an aus drr-
sell>en Phyle, cla letzterer Demos nur bei Yari angesetzt werden kann (wo
ein gro!ser Demos crfonlert wird, (lie Reste und Inschriftfunde al>er zustim-
men), während wir Üie Stätte Ol>er - Lamptrai = Lamln·ika nonlöstlieh he-
nachbart "·issen. Die unteren Lamptreer, welche IIarpocr. s. v. ansdrück-
lieh rrapdluot nennt, müssen sich von dort aus zu beiden Seiten <lcs IJ.
Dimitriosberges ])is an die Küste ausgeln·eitct hal>cn: für (lie Einsdwltung
-von Th or ai hleil>t hier kein Platz. Die nächste Demenstätte an ücr Küstc
ist die Ebene von Phinikia (Scct. OlymposJ und damit rückt dieser Demos in
den Bereich der anderen aus gleicher Phyle. Der hei Stral10 folgenüe Demos
Aigilia, üessen Feigen besonueren Ruf hatten (Athcnae. XIV, 652E), wr-
langt üeshalb eine Lage nicht iern Yom Meer, alJcr sonnig nJHl gescl1ützt,
wie sie die Demenstätte bei Olympos bietet. Die alten Reste <licscr Geg·cml
(deren Zahl sich allerdings zum Theil aus frühzeitiger, noch heute nidlt
gehobener Verödung erklärt) führen darauf, hier noeh Atene anzusetzen, das
jedenfalls zur ParaHagruppe gerechnet "·erden muf.s (-vgl. clie Reihen C. I. A.
II,869: Anaphlystos, Amphitrope, Besa, Atcne, Aigilia. Thorai0J-L
Thorai, Aigilia, Atene, Anaphlystos, Besa; anch C.I.A. III.G1 Col.II a.E.)
Am p hi trop e, lwreits in cler Bergwerksregion von Laurion (C. I. A. II. 7R!l f.
Aeschin. c. Timarch. 101) l1at schon Stuart (Alt. v. Athmll, S. 220 <1. t1Jcrs.)
richtig in dem Namen drr l1cut wrlassrnrn Ortlidd,cit Mctropisi erkannt,
WO die )) vVegebiegung« um Jas Panigchirgc nach Kcratea hinführt. B (' s a
aber lag nach Xcnophon (de ve<:t. J, 4-1) in <l('r :Jiittc z\\·isc]Jcn .AnapJ1lystos
und Thorikos, also wenig westlich vom heutig-en <3-ruhcnorte Kam(u·esa.
Unerwähnt bliel>cn bisher: (da Angylc o<lPr Ankyle zu strrichrn isl:
Athen. ::.\Iitth. IV, S. 10-!), die Eiteaioi (11) (s. Akmnantis), Erga<l<'is (1-!:)),
Krioa (93), Lekkon (136), Lcukopp·a (BI), Phyrrhinesioi
Yon diesen kennen , ,-ir Lekkon nur aus Ilesych; doeh scheint <lrr Namr
am Nordostabhange des Hymettos. südlicl1 -von Pallrnc in » Lckkon{,rai"
Stuart. Alt . v . Athen. II, S. 217 = Lekimom im Att. Kartentext III - VI S. 3
(so zu lesen statt des Druckfehlcrs L)·nanora), erhalten zu sein, was
gui passen würde. Leukopy ra kommt ellenfalls nur l)ei Hesych und in
römischen Ephebeninschriften vor: Erg adcis, Ph y rrhin e i o i Jediglidt
Cntersuclmngen über die Demenordnung des Kteistltenes. 3 0
unter den letzteren, aus der Epoche Jer 13 Phylen. \Vir hesitzen für <1ie
nähere Bestimmung dieser entweder späten. oder doch sehr kleinen, politisch
jedenfalls unhcdeutenden Demen keinerlei directe Anhaltspunkte. Doch
möchte ich an dieser Stelle nicht unterlassen zu bemerken, daJ:s da, wo sich
und ,,·ohl auch Eroiadai zwischen die heiclen Trittyen der Aiantis
einschoben. nach Norden hin noch Platz l>leil)t, den "·ir mit clen ja hin-
reichend ])ekannten Territorien der Aiantis nicht auszufüllen vrrmög<'n.
Namentlich ist clic Demenstätte Yon Varnava zn lwsetzcn (Athen. MittlJ. XII,
S. 315 n. 385 -88); am wahrscheinlichsten cloeh mit einer cler clisponihlen
Ortschaften aus der Antiochis . (Schon Stuart Alt. v. Athen II , S. 210 dathte
am Phyrrhincsioi oder Phyrnesioi: Yielleicl!t richtig leitet jedoch Sur-
melis ' An. S. 75 YarnaYa von dem Namen eines Besitzers BarnalJas a1J.) DiE'
einzige Prytaneninscbrift, welche Namen aus der zuletzt hesproclH·nen Gruppr
c' nthält (C. I. A. IIJ. 1 0 3 G) Yerhindet : Semachidai, Ergadeis. Phyrrhinesioi.
Ei t e a gehörte clPr Antiochis zweifellos von vomhrrcin an, während wir
nicht entscheiden können, oll die Zugehörigkeit eiDC's Theiles cliesrs Demos
zur Akamantis (s. oben) schon vor Jie vorübergehende Yersctzung desseihen
in die Antigonis (C. I. A. II, 316) fiel. \Var dieis der Fall, i':O träfe auch hier
die hei Eroiadai (Antioch. und Hippotl1.) sowie bei Phegaia (Aigeis und
Pand.) erl1ohene :ßiöglichkeit zu, clafs Eitea an der Grenze cler entsprechenden
Trittyrn lag. also (da die "\V eiden" tliefsendrs \V asser •·oraussetzen) nahe
der Furt des Kepbisos (s. Akamantis). ehrr als am ohern »Potami« rtwa
Z\\·isc1Jen Amphitropc uncl Kephale (vergl. S. 2ß).
Über ÜPn letzten Demos, Krioa, sind wir lE'ider nicht besser uJltE'r-
ric1Jtet. Ein rngere, V Pr1üiltnif.'i zu Pallene könnte man aus dem Eponymen
1\rios. clrm Yat er cles Pallas. herleiten wollen (worüber zuletzt G. Kirchnrr,
Att. et Pelop. 35 f.). Yon GrabsteinE'n l>efinclet sich Pin FragmPnt mit
<lrm unseres Demos in Tatoy. Beachtenswerther erscheint mir die
1<\mclstätte einer anderen Inschrift, (»Ant.-Ber.« Athen.JHitth. XIII
3()5 n. ß87), nördlich AtJ1en; in dieser Lage würde Krioa clen Kolonos
mit Alopeke verbinden, ganz entspreehencl cler Reihenfolge cler Demen in der
einzigen vorrömischen Prytanrnurkuncle der Antiochis C. I. A. II , 869: Alopeke,
Krioa, Kolonos, Eitea. Dazu kommt, clafs eine von clen Pryta.nen clerselhen
Phyle gestiftrtE' und doch wohl einst in einem ihrer DPmen aufgestellte
Herme (C. I. A. III, 1062) bei dem nahen Patisia. grfunclen wurde.
40 A. :i'II I L c Tl H 0 E FE R:
Ziehen wir aus der vorstehenJ.en Durchmusterung der kleisthenischen
Phylen J.ie Summe, so ergibt sich zunächst mit voller Sicherheit, dafs jeüe
derselben, der aristotelischen Überlieferung entsprechend , in allen drei
Landestheilen vertreten ·war.
vVir dürfen aber noch 'n'iter gehen. Für j ede der 30 Trittyen lieis sich
sein localer Bezirk nachweisen, in dem entweder alle .in Betracht kommenden,
hinreichend bekannten Demen sich zusammenfanden, oder doch vorläufig so
viele bezw. so grofse, dafs die fehlemlen statistisch kaum in's Gewicht fiel en.
Von diesen wirklichen oder scheinbaren Ausnahmen ·wird unten noch \H'itrr
die Rede sein; hier sei nur von neuem daran erinnert , dafs unser e Demen-
karte ja im wesentlichen nur ein Bild des -!. Jahrhunderts sein konnte,
und dafs wir selbst hier von sicher alten Demen bisher nur Prol)alintlt,
Thorikos, Azenia und Halimus als Enclaven kennen, währeml z. B. Pcntelr,
Melainai und ander e, ebenso unbedeutende, Ortschaften selhst 200 Jahre nach
Kleisthenes noch nicht als selbständige Communen sicher nach weisbar siml.
Um diese Zeit und später war aber ein locales Trittyenprincip nicht
mehr wirksam; das folgt um,·iderleglich aus j edcm V er suche, clie uns l clureh
Di tten berger ' s Arbeiten) hinlänglich bekannten Demen der neuen Phylen
Ptolemais und Attalis und selbst die uns weniger gut überlieferten (doch
neuerdings von J oh. Kirchner , v-·ie es scheint, ermittelten) der Antigonis
und Demetrias örtlich zusammenzulegen. ')
1
) \ ' on den Demen der At. t al i s li egen hei det· Stadt: Ankyle nnd Korydallos; in clel'
Ebene östlich: Agnus; im athenischen P e di on: Atlm•onon. Trinemeia. An de r Ostküste:
Atcne, Sunion; im N o rd e n: Pl' obalinthos, Oinoe, Oion Dekeleikon. Keine dieser Gemeinden
i st einer anderen unmittelbar benachbart.
Von der Pt o l e ma i s li egen bei der Sta(1t, doch wieder \'On ei nander diumlicl• ge-
trennt: Kolonos, Butadai , Themakos; in der Ebene öst li ch: Kydantidai. Kontl•yle; im
athen ischen P ed i o n: Phl ya. In der östlichen Para 1 i a : Aigilia, Prospalta. Im X o r den:
Hekal e, lkari a, Semachidai, P entele, Aphidna nebst den drei kleinen Demen. An Üet·
höutischen Grenze: Oinoe, M: elainai, Eunustidai, Ilyporeia; vgl. Rol's, 1:2.
Di e heiden letzt eren Gruppen enthalten allerdings nnd gewifs nicht znfällig benachhartf' Ort-
schaften. Aufmerksamkeit verdient namentli ch das böotische Grf'nzgebiet, welches durch
Neuschöpfung cl el' beiden letztgenannt en Demen überhaupt voll ständig nach UemeindPn
organi sirt erscheint. Umsomeh1· dürfen wir annehmen , dafs auch l\Ielainai
spät selbs tiinclige Comn111ne geworden \\'ar. Det· gröls((• neue Demos der Ptolemais, ß e ,. ,. -
n i k i da i, la11; ohne Zweifr l gleichfall s im wf'stlichsten Theile ,-on Attika. Die beiden
ein zigen ländlichen Grabsteine von Berenikiden stammen ans (s. », \n t. -Ber." ,\ then.
::\litth. XII , S. 329, 4Ul ) und aus El eusi s (unpublicirt; von mir im J ahre l 8i'7 im
abgesclu·ieuen: Z:oi'O</";" I I
Cntersuclnmgen über die Demenordnung des A-leistltenes. 41
\Y enn also die mit unsere11 ],isherigen 1Uittrln, zumeist an den gröf.-;eren
und ],C'l\:annt<:>ren Demen l)<:>OlJachteten örtlichen Zusammenhänge der Trittyrn
"·<:>der auf kalei<loskopischem Zufall noch auf einer Tendenz der spütrrrn
Organisationen beruhen, so w<:>rden wir von sell.Jcr darauf gefüln't, sie als
ursprünglich gegeben, d. h. als ldeisth<:>nisch zu hctrachten. Und hirrin lJe-
stä tigt sich lediglich die Angabe des Aristotrles von der Eintheilung des
· 1 L 1 · ·r1 ·1 !' , I I I I
attlsC lell ant eS ln v 1e1 e otEVEL
1
UE OE Xelt 'i''!)V ').,WfelV XelTCi. o'!)f.J.OU<; TfLCI"XOVTCI"
f.J.Ef'f/) . die doch ebenso örtlich zu vcrstel1rn sind, ,,·ie die drei je 10 dieser
Kreis<' umfassenden Oberabtheilungen : (cl'Exa f.J.Ev Twv r.Ep; To a()Tu, lJExa liE
6E f.J.Euo'Yt:.!ou· Ygl. dazu clie Note des engliscl1en IIc'raus-
gebers: the demes composing cach trittys appear to have hecn contiguous).
vVaren nun' wie \\' ir sehen ·werden' dir dr<'i Landestheile UlHl illre
Zehntel noch im hcsondern mit weiser B<:>reclmung so ahgemcssen, dafs die
meisten Gr<:>nzen gerade in den alten Parteigrbieten zusammentrafen, so er-
scheint die Einheit der Trittyen klein genug für d<:>n Z"·eck, welchen der Orga-
nisator beabsichtigte und fi.u· immer erzielt hat: To
Dann ist al ,er auch nicbt allzuseh en, weshalb Kleisthen<:>s von seinem
regionalen Princip irgend erh<>bliehe Ausnalnnen gemacht hallen sollte;
am wenigsten steht diefs zu erwar ten für die kleineren und politisch
unhecleutendcn Gemeinden. Selbst bei gröf.<Jer Pn Demen sind doch nur ·eln·
>H'nige Einz<:>lfällr drnkl,ar. denen nicht schon die Trittyenorganisation
gerecht geworden So könnte man ProhalinLl1 als Endave da<lurch
< rklärrn woll<:>n, da[-; rs (len Eingang zur maratlJOniseJJ <:> n ElJen<:> l1ehenschtf'.
V gl. sodann unten S. 4G f. das ülJer Epakria. und LauriongelJiet Gesagte. Nur
ausnahms"\\·cise wir(l es intlr.G:; solcher Erklärungsversuche bedürfen. vV cnn
" ·ir Yidmel1r erwägen, wi<:> allein sch on das mac·htvolle AuflJlührn drs
attisC'hen R<:>ichcs in der Folgezeit zn NrulJildungcn tmd ausgleieLcntlrn
Umgestaltungen im Ralm1en <ler ersten Organisation lünreichenden Anlafs
hicten konnte, so werden wir eher übenascht sein, am Ende einer zwei-
]ml1(1c>rtjährigen Entwirkrlung die Linien des ori ginalen Entwurfes so wrnig
\'on der Ant igonis kennen wir Lamptrai, Ga t·gettns, Paiania, Kydatl, e n, ,\itil ;diclai,
Eitraioi, t1ie al le fiir !iich lirgrn. Die l tatte E' inr n iiherwiegpnden,
in: l\Irlitr, Xypete, Koile. Dazu in dr•t· östlichen Hagnns (:') . irn \Vesten
Korhokidai nnd llippotomndai. Dir ,-on Tim. Dt·. K i l't' h n t' l' fiir die heidrn letzteren PhyiPtt
lti nzn!<;Pfundenen iibrigen Dt•nu• n, t1eren Namen er mit· f1·rnndlil'hst n1it tlwil tr, gehören
"·ied!"tTtm andet'l'n Regionen an.
Phi/.- hist. Abh. nicht zm· Alcarl. gPhör. GPlehrtPr. 1892. I. 6
±2 A. 1\IrLCIIIIOEFER:
Yeränclert zu finüen: um so ,,·rniger alJer Berlenken tragrn, die 1\I<'hrzahl
der erkennbaren nAhweiehungen(( in el>en diese Zwischenzeit zu YPrlegc•n.
-- Da es sich immer nur um Ausnalm1Cn l1andelt, so ersclJeint <'S audt
methodisch gerrchtfrrtigt. dir ihrer Lage nach "·eniger lwkannten IkmPJl.
uncl unter ilmen nanwntlieh die wrniger lwdeutemlen. zunächst im Be-
1·eiche cler Tritty<'nc·Pntren zu sndwn. \Vir g<'winnen damit <'in top o-
graphisches Hülfsmittd nstf'n Ranges, sei es zm Brfestig·ung scho11
vorllanrlcner Anhaltspunkte. oder auch nur als Richtschnur für :lnnälH' rn<l<'
Bestimmung<'n. So erlüilt Prst im Zns:unnwn}Jang<' des Ganzen ein Y<'r-
seine voll<'!'<' Lrgitimation, "·rlc·hes wir gdegentlich im rinzdnen
l>errits znr Anwen<hmg gPln·acht halH?n.
\Vir fnss<'n dir für unsere Betrachtung mafsgel>encl g·ewonlcn<'n Sätz<'
noch einmal kurz zusamn1E'n.
Kleisthenps organisirte das attische Lamlesg<'lliE't (mit Ausnahme Yid-
leicht einer boiotiscl1-oropischen GrenzzonE'), nach mindestens hundert sdl>st-
ständigen Gemcin<len (D<'m<'n) von ungleicher Gröise. Aus ihnen l>il<letE' er
insgesammt 30 örtlicl1e Kreise (Trittyen), deren je Z<'hn auf den Sta<lt- Land-
und Küstenbezirk rntfielen. Inncrl1alh rler einzelnen Trittyen war die An-
zahl der Demen je nach ihrE'r Gröfgp nothwendig schwankend.
Je drei Tritty<'n, den clrei Ha uptrrgionen entsprechen<l . 1nmlf'n nae J1
Aristoteles a. a. 0. <lnrch clas L o o s zu einer cler 1 0 Pll)-len ,-ercinip;t. I>; t
<licse Angal>e richtig-, so wircl es als Zufall g-elten müssen. wenn 1\·ir ge-
leg-entlich zwei Trittyen <lf'rsclhen Phyle (verg-l. Aigeis und Panllionis) l>e-
nac]J hart fimkn. Die in unserer jfmg·<'r<'n t'"lwrlief<'rung auftrf'ten<len _\.l ,_
weiclwngen von <lem n'gionalen sincl wohl ül)('rwiep;end
nachkleistheniscl1, zumal <la 1\·ir jen<'s Princip l1ei Einrichtung <ler neu<'n
Phylrn hereits völlig- g-<'lockert sE'ben.
Dir G-rün<le für <len Ursprung solcl1er U:EnclaYen" müss<'ll Yon Fall
zu Fall UJÜE'rsucht W<'nl<'n. wenn es auch ni<.:l1t ilmn<'r möglich sein tlürftP,
<len sichern <larülJer zu rrl>ring-en. Hier kann im alig-<'meilH' ll
nur hemerkt "·<'nlen, <laC'i als IIauptfaetor clie Ikviilkenmg-szunalmw Attika-.,
anzusehen ist, namentlich insofern, als sic·h rlicsrll>e in den Yersc]lie<lC'n<'n
Gegenden und Ortschaft<'n nicl1t. etwa nac]J constant<'m Verhi:iltnir:., Yollzog
und als so mit. <ler Zeit Ausglcirl1ungcn zwisclt<'n den Phylen, otlrr <lcn
Trittyen sellwr, wi.inse 11 f'nswerth wurden.
übe7' die Demenordnung des J{leistllenes. .,U
Solche Ausgleichsn' rsuchc (gewifs nicht raüicale, denn die Stürkc der
Phylen sahen wir im 4. Jahrhumlert immerhin differiren; s. oben S. 8)
konnten geschehen: a) durch directe Umstellung alter Demen in eine andere
Phyle hezw. Trittys: 1>) <lm·ch Alüösnng neugeschafl"ener Demen aus dem
alten Localverllamle; c) durch Auftheilung eines uml dcssell>en Demos an
verschiedene Phylen hezw. Trittyen.
Es ist nicht zu bez·weifeln, dafs alle diese Fälle eingetreten sind: al>er
sofort l>cdarf es folgender Einschränkungen. Selbst unverhältniümüi.fsig
starke Y olksziffern einzelner Demen sind noch keineswegs directer Anlafs
zu ihrer Theilung oder zur Ausscheidung neuer Gemeinden naclJ,,·eishar,
worauf schon U. KöhlPr Athen. Iitth. X S.l08 nachdrücklich bingewiesen
hat. -Ferner verhliehen auch gethciltc Communen d.och meistrns in clem-
sell wn Yerhande: dicis gilt vor Einrichtung der ncuen Phylen sogar regel-
mäisig für d.ie durch und U7fEvopSov unterschierlenen gleichnamigen
Demen sowie für die l>ei<len nach Aixone und Araphen l>ezeielmeten Halai;
cl>enso für Oion Dekeleikon, (während Oion Kerameikon alnvcicht). - DiP
seltene Einrichtung end.lich, da1s derselbe Demos gleichzeitig und ohne
Unten;chei<lungsnamen verschiedenen Phylen angehörte, ist auch mit der
kleisthenischen Organisation und. mit ihr am ungezwungensten vereinbar
unter der Voraussetzung. dafs die Grenze der entsprechcmlen Trittyen geradr
rlurcll seine Gemeindcilur lief. vYie diese Annahme z. B. für den sogar drei-
grtheilten Kolonos zutrdl"cn kann, ist ol>en angedeutet \\·orden. Aus allc<lem
;.,cheint sich <ler relativ grsclllossenr Fortbestand der ursprünglic-hen Tritiycn-
onlnung llis an's Ende tles 4. Jaln·humlerts hinreicbrnd zu erklären.
Unter Hinzunahme cler hier entwickelten Gcsiehts- und Richtpunkte
stellt sich das topographische Gesammtl>ihl der durch Kleisthenes hegrün-
cletcn Landeseintheilung für uns etwa folgendesma.fscn dar.
Die Grenzen des Staclthezirkes reichten im Norden vom Kolonos:
rinerseits l)iS an clen Aigaleos bei der heiligen Straf.se, andererseits bis
an den mittlern Hymettos. Im Y\r esten bilclete bis zum l\Ieer l1inah der
Aigaleos-Korydallos die G-renze, im Osten eine parallele, bis an die plw-
lerisehc Küste verlaufende Linie. Der nördliche und westliche Theil iliesrr
Abgrenzung stimmt auffallend überein mit einem Fragment aus Istros
(. 'chol. Sophocl. Ord. Col. 1 OGO). • ·
Die kleisthenische Par ali a durchsclmitt im Norden d.ie alte Diakria.
indrm sie Psaphis und Rhamnus (ursprünglich wohl nur erst d.en letztern
ö*
4-! A. MI L c lT 11 0 E F ER :
Demos) dann <lie Tetrapolis in sich l)ezog; >veitrr sülllieh nmfaf.-.tr sie lJü;
nach J'üyrrhinus ]lin nur den Küstenstrich his zu den Brrgen. welchr an
die grofse östliche llymettoselJrne (die hrutige ::.\Jesogia) reichen, drnn Paiani<1
ist noch Binnrnlan<ltritty. der Pandionis, :i\Iyrrhinus die entspn·chen<lr <1cr
Paralia; allrs südlich von Paiania Gelegrne jrdoch grhört hereits der letztrrrn
an. Eine Unterbrechung der Paralia lJildete <las Gel1iet ller städtisel1rn Häfen
und der Tetrakomia his züm Korydallos hin, währrn(l die Trittyen Thrin un<l
Eleusis, wiewohl >Hit in's Land reichenü, wiederum zum KüstenlJPzirk gr-
reehnet werdrn müssen. (Der Trittys Thrin stellt als l)innenlän<lisehrr Kreis
Aehamai in <lrr Oinris ge,gcnülJer: clrr Trittys Elc·usis in der I-Iippothoonti"
einerseits clie Trittys Peiraieus. andererseits die Gruppe von Dekdeia.)
Der La IHll) ez irk mnfaüst somit die ohere Kephisosebenc. üas Url1iet
ües Parnes uml clrs Pentelikon mit den Z\\·isehenclistricten Dekeleia, ..:\ plü<lna
uiHl der üln·igen Epakria, SO(lann die grof.se, scl10n ohen erwähnte lUrsogia-
elJrne östlich YOill Ilymettos.
Schon bei dieser Drritheilung, welche im allgemeinen auf die YL'rse1lir-
<lenen Lchenslle(lingungen und ebenso auf die Parteigegensätze der attisehcn
Be>-ölkcrung Ri.i.cksicl1 t nahm, hat Kleisthcnes im einzelnen offen bar ganz
frei geschaltet, nicht etwa alte Landesgrenzen eingehalten. \Yenn n lsu tla .'i
rleusinisch-t1Jriasisr1Jr Küstrngelliet für <lie Bil(1nng z"·eier Paralia-Trittyrn
zu wenig Entwickelung lH'sa{s, so "·ar doch der Staatsmann an c1rn Parali[l-
Bcgriff keineswegs so dogmatisch gebunden. als daf..., er nicht seine Kreise
in's Innere ])is nach Oi11oe und Phylr hin, wie ich ohen annahm. hättP
ausdehnen clürfen.
Nach Ausweis unsrrer Inschriftenstatistik (s. olwn S. Gf.) llctragen di<'
Demotenziffern des Stad tl>ezirks wenig mel1r , als clie Hälfte Pines jrrlen
ller heiden anderen: 1328 (nach den 308) zu Lanclllezirk:
2225 (72!J) uw1 lCüstenhrzirk: 2545 (N37). Unc1 selllst aicses Yerhii.ltniC-:
wird nur erreicht durch clif' hol1en Summen de1jrnigen Trittyen , welclH'
den spätern Haupthafen und die ihm zugr>\·am1ten athenischcn Demen
1.m1Ü1ssen ( Ilippothoon tis mit clem Vororte Peinücus uncl Kekropis mit
])fclitc). Der KüstenlJrzirk erscheint numeriseh als uer stärkste: doeh
h :·ruht sein Üllergcwicl!L ülJer den des Binnenlandes wohl glcichialls auf der
rapideren Entwickelung df'r Ilafenplätzr (sO\\·ie einiger Bergwerkdistrictr).
\Vir kämen also mit unserr11 Zahlen auf ein Grumherlüiltnüs. nach welchem
<lcr "Sta(ltbezirk" drs Kleisthcncs nur 1
1
.), clie lJeiden anderrn Bezirke je :!
1

Untersuchungen übe1· die Demen01·dnung des Kleistltenes. 45
der gcsammten BürgerbcYölkerung Attikas repräsentirt hätten. Ich glaul1e
11icht, dafs wir dieses Ergebniis und damit die Grundlage unserer Berecll-
llnng zu Gunsten der scheinbar natürlicl1cren Prämisse verwerfen dürfen:
claf.s nämlich allq drei Bezirke ursprünglich gleich stark hemessen waren.
Erinnern "·ir uns Yiclmehr, dais fast 80 Jahre später, nach dem unge-
almten Auf.'5clnnmg Atl1cns und dem gewifs erhel>lichen Zustrome au. ·wär-
tiger Demoten nach den Stadt- und Hafenquartieren, doch weitaus die meisten
Attiker noch auf clem Lande wohnten, wie Thukydiclcs (II, c. 14 a. E. - 1 G)
ausfi.Ull'lich darlegt. Klcisthenes hat ·wahrlich nicht einen grofsen, stäuti-
sthen Organismus erst ·wieder in Einzelgemeimlen aufgetheilt; er fand auf ·er
einem alten städtischen Kern, der Gemeinde am Burgfnis (Kydathen). that-
sild1lich nicht Yiel Anderes vor, als eine Anzahl zumeist nach dem ÖhYalue
und clem JUeere hin gerichteter Sonderansieclelungcn.
Die Trittyen des Stadtbezirkes lagerten sieb anscheinend nach der
officiell gc\\·ordenen Reihenfolge der Phylen in einer engeren und weiteren
Cune um clas Bnrgccntrum. (Y gl. die analogen Beobachtungen über die
Anordnung der "städtischen Demen" bei v. \iVilamowitz, Hermes XXII
8.122; Lolling in J. 1Uüller's Handb. d. ldass. Alt. III S. 30G, 1). Im
Südosten l>egegnen wir der Erechtheis (I) mit Agryle u. a. m.; diesem Demos
l >enachhart waren Ankyle tmd Diomeia von der Aigeis (II), deren Trittyen-
gruppe sich im (spät entwickelten) Osten der Stadt bis nördlich zum Ko-
lonos llinaufzog. Den 1\Iittelpunkt, um die Akropolis, nahm die Ponclionis
(III) mit Kydathen ein. \Yieclcrum vom Kolanos her zog sich (mit Oion
Kerameikon und Skmnl>oJüdai) die Gruppe der Leontis (IY) zur Stadt. Im
Nonh·esten lag di<.> Tritt)·s cler Kerameer (Y, ,·on II, III und IY um-
schlossen: strriJß genommen liegt hier . ·wenn wir Skambonidai richtig; an-
g'('SC'tzt hal>cn. eine Awmalm1e von der Localfolge gegenüber der officiellen
Plt)·lenonlnnng YOr. indem IY und Y ihre Plätze vertauscht hätten). Es folgt
\1 rstlith die Oineis (YI. Trittys Lakiaclai); südwestlich, noch in die Stadt
llint>inragend, die Kekropis (YII, lUdite); dann die Ilippothoontis (VIII, Trittys
Priraieus) mit vorstäcltisehen Demen und dem Kü. tengebiet; endlich zwei
vom Mittelpunkt entfemtcre Trittyen: Phaleron (IX) ·wieder östlich an den
Pcirairus grrnzend, und nonlöstlieh Alopeke (X), eine Trittys, deren Terri-
tmimn \l'ir vcrmutlmngsweise westlich bis zum Kalonos ausdehnen durften.
Es wurde l>ereits ollen ausgefl.Uwt, dais wir, später ·wenigstens, die
Trittyen der llippotlioontis mit Peiraieus und der Kekropis mit 1\Ielite
.±6 A. l\1 I L c H II 0 E FE R:
verhältnlü:;mäfsig sehr stark bevölkert finden: iluirn zmüichst stellt die .Ai-
geis (II) vielleicht in Folge drr nachträglichen Sta<ltenh,·ickelung nach Ost(·n.
Als die kleinsten stellen sich die Aiantis mit dem als Hafen einst lJedruten-
den, dann aufgegebenen, Phaleron und die Akamantis mit dem lürameikos
dar. Das Zurückbleiben der Kerameer könnte irgend\\·ie mit drr fortsehr iten-
den Occupation ihres Gel)ietes für öffentliche Zwecke zusammenhängen.
Die obere Ke phisosebene ,,·ar an fünf Trittym des Landllrzirkes
aufgetheilt. Die der Akamantis (V, von Ilermes 11is Iphist iadai) bt die
einzige, welche sich über lJei<le, hi er jedoch durch dir nFmt« (s. ollen)
verlmn<lene Uferseiten erstreckt. vV estlich unü nördlich zieht sieh t1ie ausge-
dehute, den Aigaleos mit umfassende Gruppe der Leontis (IY), auf (ler östliclH'll
Seite die der Kekropi s (YII) hin; in jede der lleiden hineingdag(·rt ü.t je
eine, hauptsächlich auf e in e m grofsen Demos lJeruhcnde, Trittys, clort dir·
der Oineis (VI) mit Acharnai, hier die der Ercehtheis (I) mi t Kepllisia.
Die gröf.ste Mannigfaltigkeit auf engerm Raume herrscht, nächst d<'l'
Umgebung von Athen, bezeichnender vVeisc in dem Gehietc der Epakria.
Geraue im Umkreis <l er religiösen l\Iittelpunkte Plotheia un<l namentlich
Hekale (mit <lem landeseinigenden Zeuseulte) scheint nicht weniger als die
Hälfte aller Phylen vertreten gewesen zu sein. Die bei<len Tri ttyen der Aian-
tis (IX, um l\Iarathon und. Aphitlna) glauhten wir noch durch eine Gruppe <1<'1'
Antiochis (X, um Semachidai) getrennt annehmen zu müssen. \Yestlich, nach
Dekeleia hin, r eichte der Landkreis <ler Hippothoontis (YIII); Z\\·iscl1cn <lirsem
und <ler südlich (mit Trinemeia) heranreichenden Kekropis (YII) selli eht sieh
von Paioniclai her <li e Leontis (IY) l1is IIe ka lc YOr, willnen<l die Prn telikon-
alJhänge mit Ikaria, Plothria u. s. w. zur Aigeis (II) gehör en. - Unn•rkcnnl Jar
tritt uns in einer derartigen Auftheilung <ler alten IIochlmrg tl er PC'isistra-
tiden politische Berechnung entgegen. Yielleicht <larf <lersell1cn AllsiclJt,
möglichst Yielc Pl1ylen an dieser Gegen<l zu l1ctheiligen, auch <li r Zuwei-
sung von Probalinth (s. oben S. Jl a. E.) an J.ie Panclionis (III) zugescltrielH'll
werden; ebenso d.er Umstand, dafs von der lJinnenländischen Trittys der
Antioclüs hier nur <ler kleinere Theil Platz fand, welcher erst in Pallene,
sü<llich vom Pentelikon, seine Ergänzung findet. Der " ·icdr rum vereinzelte,
ganz kleine Demos Pentele dürfte ;:tls solcher jüngem Ursprungs .o;ein und,
wie ::'IIclainai, deshallJ vorübergehend an die Antiochis
1
) gewiesrn word<'n
sein, weil diese Pltylc später nelJen d.er .Aiantis <1ie kleinste war.
1
) Die Zugehüi·igkeit bezeugen übrigens Dill' die Lexica; s. uben .'). 3G.
[ über die Demenordnung des Kleistltenes. 4 7
Auch den Lanukreis der Aigeis (II) finden wir nördlich und siüllich
YOm Pentclikon (his nach Erchia hin) ausgeclelmt, doch so, daf..;; der
Localzusammenhang gewahrt bleil1t. Diese stellt sich uns später,
1 >rsond<'rs ,,·egrn der ansehnlichen Drmen Gargettos und Erchia. als eine
clL'r YolksreiclJstrn dar. Sollte dieser Theil der Mesogin zur Zeit des Klei-
st]Jenes noch dünner hewolmt gewesen sein. in Folge ausgedehnten \Valrl-
rrichtlmms und Grof.sgruuclhesitzcs, auf den die Ilrrrrng-räher YOn Spata
sehlirf.;;en lassen? Unter dieser Voraussetzung 1vürcle die Benennung "' E7rct-
xpiwv "P'""uc;" auf die der Aigeis am passendsten hezogen werden, zumal
da wenigstens der Yerwandte Diakrianame (nach einer Notiz bei Ilesych
s. Y.) a;ro rrdpvf1Soq E{q Bpc.:vpwvct reichte.
Den noch ührigen Theil des Landhezirkes nahm in derseihen Ehene
clir zur Pandionis (III) ge]Jörige Trittys drs grof':ien Drmos Paiania rin.
Die Trittyrn der Paralia l>eginnrn im Norden mit der Aiantis (IX,
Rhamnus und Tetrapolis, anfser Prohalinthos. worüher olwn S. 46 und 41),
an wrlche sich Aigeis (II) und Pandionis (III) reihen. Die almmantische
Trittys (V) folgt der fruchtbaren Thalelwne, welche sich nun
zwisehrn den östlichen Yorl>ergen des Hymettos sowie dem Panigehirgr
rinrr . .;;rits und clrn Höhen von 1\Ierencla. dem Dionysovuni u. s. w. anclerer-
srits l>is zur Lauriongegencl hinzieht. Hier schieht sich die eigentliche,
(lrr Leontis (IY) angehörige Lauriontrittys mit den Deiradioten und einem
Tl1eil der Potamier in die clrr Akamantis so hinein, daf.c; der Hafen der
lt'tztrrrn, Thorikos, von ihrem nächstlJenach harten Demos Kephale ah-
grsdmittcn wird. Dirsr a ln1·eichrncle Anorclnung lie f..;;e sich aus dem Be-
strel>rn erklären. das wiehtige Bergwerksgc1Jict möglichst mannigfaltig
nufzuthrilen. 1rie wir Ähnlicltes an clcr Epakria lJeobachtet. hahen. So
spring-t auch YOn \\' rstrn ]Jer die Antioehis (X) mit Besa uncl Ampltitrope,
Yon Sü<h-rsten clir Ilippothoontis (YIII) mit Azenia hinein. Auf diese
\Yeisr eingerngt. wurde die Paraliatritt;·s cler Leontis eine cler schwiichsten.
auelt wrnn wir ihr clir Phrcarrhier mit Recht zugezählt haben. Zu ihrer
Ergiinzung "·ird clahrr wohl clie EnclaYe Halimus zwischen Phaleron und
Aixonr gesclJaffrn wordrn sein.
Es folgen längs clrr Küste auf Athen zu clie geschlossenen Trittyen-
g-ruppen cler Antiochis (X, Vorort Anaphlystos), cler Erechtheis (I, Vorort
Lamptrai) unll cler Kekropis (VII, Vorort Aixone).


48 A. M 1 L c n n o E FE R: Die Demenordnung des Kleisthenes.
Jenseits des Korydallos vertheilen sich auf die elE'usinische Bncl1 t
die Paraliatrittyen der Oineis (VII, Vorort Thria) und clE'r Hippothoontis
(VIII, Vorort Eleusis), beicle nicht stark fortE'ntwickE>lt, ,,·iewohl >vü· ihre
Grenzen in's Binnenland hinein bis Phyle UJ1(1 Oinoe ausdelmen durften,
und zur E/..wcnv!wv 'Tprnv<; noch aus der Lauriongegend Azenia mit clE'r
nEselsinsel" (Kopros) gezogen war.
Wie der Stand unserer bisher anderweitig en,·orbenen DE>menkennt-
nifs den Ausgangspunkt für diE>se UntE'rsuchungen bildete, so galt mir
die Enveiterung und Befestigung der topographischen Grundlage auch als
vornehmlichstes ZieL Bei allen SE>itenblicken in's politische und ver-
fassungsgeschichtliche Gebiet, zu denen Veranlassung vorlag, durften wir
uns zunächst mit dem Nachweis begnügen, dafs und wie etwa die
hier beobachteten Erscheinungen mit unseren Resultaten in Einklang stehen
konnten. Haben sich die letzteren erst einmal, durch die Prüfung und
die verbessernde Hand der Fachgenossen himlurcl1. zu einem Keme wissen-
schaftlich anerkannter Thatsachen verdichtet, so >verden sie unzweifelhaft
auch ihrerseits als historisches Material in Betracht kommen. Vielleicht
werden dann auch die scheinbaren oder wirklichen Ausnahmen, sowie die
::;päteren Abänderungen, welche wir gegenüber dem Regionalprincip der
kleisthenischen Trittyenordnung bisher festgestellt haben, geeignet er:;chE'i-
nen, mancherlei Streiflichter auf clie inneren Zustände und die Ent>,·icke-
lungsverhältnisse des attischen Lamles zu werfen.

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