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Bacillus anthracis.

Synonyme: Familie: Eigenschaften: Milzbrandbacillus. Bacillus-Gruppe (früher Bacillaceae). Große, grampositive, aerobe, sporenbildende Stäbchen. Wichtigster humanpathogener Vertreter aus dem Genus Bacillus ist B. anthracis, der Erreger des Milzbrandes: Er ist 2 bis 4µm lang und lagert sich in der sog. Bambusstabform. Die Sporen sind zentral gelegen. Die Kolonien zeigen filamentöse Ausläufer (sog. Medusenhaupt). B. anthracis produziert zwei Virulenzfaktoren, die plasmidkodiert sind: 1. Kapsel (D-Glutaminsäure-Homopolymer) 2. Exotoxin, bestehend aus protektivem Antigen, Ödemfaktor und Letalfaktor. Die Kapsel verhindert die Phagozytose. Das Toxin induziert eine starke Zytokinproduktion (insbesondere Interleukin 1), was unbehandelt häufig zum Schock und schließlich zum Tode führt. Milzbrand (Anthrax).

Krankheiten: Ausbreitung: Häufigkeit: Übertragung:

Bacillus anthracis, Reinkultur (Gram)

Weltweit (Reservoir: Herbivore), besonders in den wärmeren Ländern (Südeuropa, Balkan, Südostasien, Subsahara-Afrika, Südamerika). Erkrankungen des Menschen sind eher selten. Sporenaufnahme bei direktem (Schlachtung, Verzehr) oder indirektem Tierkontakt (Tierhäute, Borsten), Inhalation von Sporen, Eintritt durch Hautverletzungen (Berufsinfektion der Landwirte und Abdecker). Je nach Eintrittspforte entstehen Darm-, Lungen- oder Hautmilzbrand.

Inkubationszeit: 2 -7 Tage. Prodromi: Klinisches Bild: Keine. • Hautmilzbrand (Pustula maligna): häufigste Form (ca. 95%) durch direkten Kontakt, typisch ist die sich in 1 - 6 Tagen entwickelnde, schwarze Nekrose (Milzbrandkarbunkel). Das umliegende Gewebe ist geschwollen, häufig findet sich eine regionale Lymphadenopathie. Die von diesem Herd ausgehende mögliche Sepsis hat unbehandelt eine hohe Letalität. • Darmmilzbrand: nach oraler Aufnahme, Symptome: Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit und (teilweise blutiges) Erbrechen, blutige Diarrhoen und Aszites. Durch die späte Diagnose höhere Sepsisgefahr und schlechtere Prognose. • Lungenmilzbrand: durch aerogene Aufnahme, akute Atemwegsinfektion, die in eine Bronchopneumonie mit hohem Fieber, Dyspnoe und daraus resultierender Hypoxie übergeht, hat die schlechteste Prognose. Radiologisch fällt ein verbreitertes Mediastinum auf. Aus allen drei Formen kann sich eine hämorrhagische Meningitis entwickeln, welche trotz Antibiotikatherapie fast immer tödlich endet. Toxinbedingt kann es zu Gewebsnekrosen und Schock kommen.

Erbrochenes. Stuhl. Sputum. Vergraben). Wegen der schnellen aerogenen Ausbreitung ist Bacillus anthracis interessant für die bakteriologische Kriegsführung (USA 2001: 22 Infizierte.: Therapie: Immunität: Hautmilzbrand: zu Tularämie. Die einzelnen Bakterienzellen sind von einer Kapsel umgeben. davon 5 verstorben). Erkrankung. Diagnostik: Bioptat. Bläscheninhalt. Erythromycin oder Clindamycin. Von unbekannter Dauer. PCR Bildinhalt: Kettenförmig angeordnete. Pustula maligna Fotos (2): Wellcome images Untersuchungsmat. Prophylaxe und antiepidemische Maßnahmen: • Meldepflicht: namentlich bei Verdacht. Blut.Bildinhalt: Hautmilzbrand: Pustula maligna – aus einer juckenden Papel entwickelt sich eine größere Plaque mit zentraler Blase. Kochan. Durch die Schrumpfung beim Färbevorgang sind die Zellen an den Kontaktstellen scheinbar dicker als in der Mitte – es entsteht die für Bacillus anthracis typische „Bambusform“. • Isolation und Kontrolle von „Kontakttieren“. Bacillus anthracis Differentialdiagn. Tod sowie bei Erregernachweis (IfSG §7/1). wenn das Schlachttier über der Schulter getragen wird. Unterarme. Chirurgische Maßnahmen sind kontraindiziert (Sepsisgefahr!). Liquor. Mikroskopie. Schulter und Hals sind typische Stellen. Tetrazyklin. • Beseitigung infizierter Tierkadaver (Verbrennen. • Expositionsprophylaxe! Eine Impfung für Tiere und besonders gefährdete Personen ist möglich. biochemische Identifizierung. Erregeranzucht (Blutagar). 2007 . welche erodiert und zu einer schmerzfreien nekrotischen Ulzeration wird. © Presber.: Je nach Lokalisation Wundsekret. blauviolette Stäbchen. die als hellerer Hof erscheint und die Zellen als Kette zusammenhält. Sonst: Hände. Besonderheiten: Die Sporen sind extrem resistent (Einstufung in die Risikogruppe 3 nach Biostoffverordnung). Vogt. Penizillin G.