Eine Mahn- und Warnpredigt Der Ursprung der Andritz Sehet euch in euren Herzen um Biblische Bilder Vom

Denken im Herzen Der Weg des Lichts Die Intelligenz des Herzens

INHALT
Ida Kling Klaus W. Kardelke O. M. D. Klaus Kardelke Jakjob Lorber M.B. Neue Kirche Jakob Lorber Joseph Hahn T.H. Hamblin Pierre Frankh Weisheitsgeschichten Jakob Lorber Verschiedenes Umkehr Editorial Eine Mahn- und Warnpredigt 1. Teil Der Ursprung der Andritz 1. Teil Sehet euch in euren Herzen um Opfer und Sieg der Liebe Biblische Bilder Vom Denken im Herzen Ein Blick ins Himmelreich Der Weg des Lichts Die Intelligenz des Herzens Adler oder Muschel Henne und Adler Göttlicher Gesundheitsrat S. 2 S. 3 S. 5 S. 14 S. 29 S. 31 S. 33 S. 39 S. 42 S. 45 S. 48 S. 52 S. 52 S. 54 S. 55

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- Zeitschrift im Geiste christlicher Mystik Jahrgang 33 2013 Heft 1

Die Liebe lehrt dich, allen Wesen wohlzutun und sie so glücklich als möglich zu machen. Die Demut lehrt dich, klein zu sein und sich über niemanden – möchte er noch so unbedeutend scheinen – hochmütig zu erheben, sondern sich selbst stets als den Geringsten zu betrachten. Und die Sanftmut lehrt dich, jedermann stets gleich wohlwollend zu ertragen und aus dem innersten Herzensgrunde bemüht zu sein, jedem zu helfen, wo es ihm nottut. Und das allzeit durch jene sanftesten Mittel, durch die ja niemand im geringsten in seiner Freiheit beirrt werden kann, durch die allerhöchste und reinste, sich selbst nie berücksichtigende Liebe! Siehe, das sind die Dinge aller himmlischen Meisterschaft!
(Bischof Martin 50,13-14 )

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Umkehr

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Umkehr
Herr Jesu Christ, mein Herr, mein Gott, erbarm Dich meiner großen Not! Führ mich in Deine Gnade ein, erlöse mich von dieser Pein, die mir mein eigen Herze macht, weil ich es nicht genug bewacht und es nicht legte vor den Thron alltäglich hin um Gnadenlohn. Für das, was Du an mir getan, gab ich mein ganzes Herz nicht dran. Drum ist es nun kein ganzes Werk, das ich an meiner Seele merk. Und all mein Beten, Kämpfen, Ringen kann dieses Werk nicht ganz vollbringen. Drum will ich nun mein Gut, mein Teil, ja selbst mein ganzes Seelenheil in eines andern Hände legen und bitten nur um Deinen Segen. Ich will bei allem, was ich tu, in Dir nur suchen Glück und Ruh und alles eigne Wesen hassen, mich ganz vom Himmel führen lassen. So bin ich sicher und gewiss, dass weichen wird die Finsternis. An deren Stelle tritt alsbald ein tröstlich Bild mit Allgewalt bricht hell der Liebe Strahl hervor und lauschen wird entzückt das Ohr auf das, was nun der Vater spricht, mich heimzurufen in Sein Licht.
Ida Kling

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Editorial

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Am Anfang eines jeden neuen Jahres wünschen sich die Menschen einander, das es ein frohes, glückliches und gesundes werden möge, da wir glauben dadurch das Gewünschte herbeizurufen. Doch leider verbleibt es meist bei diesem leeren und frommen Wunsche, wenn wir nichts dazu beitragen, dass die Klaus W. Kardelke Geschäftsführender Zukunft froh und glücklich werde. Vorsitzender der Gott, der Herr selbst, hält daher wenig von dieser Lorber-Gesellschaft menschlichen Gewohnheit des Glückwünschens, denn „die Menschen wünschen sich zwar gegenseitig vielfach allerlei Glück, aber es bleibt auch gewöhnlich bei dem Wunsche nach der Weltmode, weil ihm kein wahres Wollen der Liebe, sondern nur eine blinde, weltliche Gewohnheit zugrunde liegt.“ (HiG.1 S.299,2) Dem leeren Wunsche fehlt der Liebeswille, die Triebkraft der Nächstenliebe, die zur Ausführung der Tat notwendig ist und somit ist er von keinerlei Nutzwirkung, weder für unseren Nächsten, noch für uns. „Fragst du, warum bei solchen Wünschen nie etwas Erfolgliches herauskommt, so sage Ich: Darum, weil der willenlose Wunsch nichts als eine heuchelnde, schmeichelnde Höflichkeit des kalten Weltverstandes und somit eine bare Lüge und absurde Narrheit ist.“ (HiG.01 S.299,4) Denn „Ich ‚wünsche‘ nichts,“ spricht der Herr, „sondern was Ich will oder liebe, das gebe Ich oder lasse es zu, dass es geschieht. – Was würde wohl daraus werden, so Ich euch das Leben wünschen möchte und ließe es beim Wunsche!? – Allein Ich wünsche nicht bloß, sondern Ich will – und so lebet ihr!“ (HiG.1 S.230,11) „Wem könnte Ich wohl irgendein rechtes Glück wünschen und ihm es nicht geben, sondern, bloß nur wünschen, wie es die Menschen tun? Oder wie könnte Ich jemandem zu irgendeinem Glücke gratulieren, als hätte er es etwa nicht von Mir erhalten?“ (HiG.3 S.230,3) „Siehe auf menschliche Art wünsche Ich dir nichts, sondern, was Ich dir wünsche, das gebe Ich dir auch alsogleich – und habe es dir schon gegeben und habe noch Unendliches für dich im Vorrate, so du es nur annehmen willst.“ (HiG.1 S.332,1) Wenn wir unserem Wunsche nach Glück auch die Taten der Nächstenliebe folgen lassen, so beleben wir diesen mit unseren Willen und unserer Liebe und sind so gerechtfertigt vor Gott. Letztendlich liegt unser Glück aber auch nicht in äußeren materiellen Dingen und Umständen, nicht in dieser äußeren Welt, sondern in unserer

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inneren geistigen Welt im eigenen Herzen, in dieser gilt es einzukehren und heimisch zu werden und daselbst nach der Lehre des Herrn in der Liebe zu wachsen. Daher „sucht nie ein Glück dieser Welt; denn Glückskinder dieser Welt sind keine Gotteskinder. Fürchtet euch vor nichts so sehr wie vor dem Weltglücke, denn dieses ist das größte Unglück für den Geist.“ (Jenseits der Schwelle S. 80,1) Es gilt also nicht das Glück in der Welt zu suchen, sondern im eigenen Herzen, in dem der Geist Gottes wohnt, denn „ohnedem, dass ihr zuvor geistig glücklich seid, nützt euch auch kein irdisches Glück etwas!“ (GEJ.5;83,10) Unsere geistige Glückseligkeit als Gottes Kinder liegt aber in der innigen Liebesbeziehung zu unserem himmlischen Vater, Ihn gilt es in unserem Herzen in Liebe zu suchen. Daher „kehret in eure Herzen, ja in Gott Jehova Zebaoth kehret, und suchet in der Liebe eurer Herzen den heiligen Vater, so werdet ihr glücklich sein, ja glücklich, glücklich, unaussprechlich überglücklich!“ (HGt.1;177,6-7) Nur in der Liebe zu Gott und zum Nächsten werden wir unser ewiges Glück finden und dieses ist uns näher, als wir meinen, denn „wenn der Mensch wüsste, wie nahe er oft dem höchsten Glücke ist, so würde er alles verlassen und diesem nachgehen!“ (HGt.1;162,11) Doch leider suchen auch wir immer noch zu sehr im Äußeren und in der Ferne und werden nicht gewahr, dass das, was wir suchen ganz nahe in uns ganz verborgen liegt. „Glaubet fest in euren Herzen, und fühlet es lebendig, dass das ewige Leben durch Meine Liebe vollkommen in euch ist, so werdet ihr allzeit glücklich.“ (HGt.2;169,3) Unser Glück liegt allein im lebendigen Gefühl der Liebe zu unserem himmlischen Vater, in dieser kindlich inniglichen Beziehung liegt unsere alleinige Seligkeit. „Suche ja nicht in der Welt etwas anderes zu erreichen als ganz allein Meine Liebe,“ spricht der Herr, „so wirst du allzeit und ewig glücklich und selig sein!“ (HiG.2;S.254,7) Möge unser himmlischer Vater uns in diesem neuen Jahr segnen und das Glück zuteil werden lassen, Ihn immer mehr und mehr lieben zu lernen und in Seiner Gegenwart zu verbleiben. „Der Herr wird uns segnen und führen überall unserem ewigen Glücke entgegen!“ (nach HGt.3;174,08) Euer Klaus Kardelke

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Eine Mahn– und Warnpredigt

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Eine Mahn- und Warnpredigt
des Herrn, unseres Gottes, Schöpfers und Vaters an Seine Kinder
In dieser tiefgründigen Darlegung der tatsächlichen Gründe der großen Not- und Elendszustände auf unserer Erde wendet sich der Herr in Seiner unaussprechlichen Liebe als mahnender und warnender Vater an uns, an das lebende Geschlecht. Seine Worte sind von so schwerwiegender Bedeutung für unsere dies- und jenseitige Zukunft, für die Beantwortung der Frage, ob das AtomZeitalter unserer Erde das Ende oder einen neuen Anfang bringen wird, dass wir es für unsere Pflicht halten, unseren Geistesfreunden diese Mahn- und Warnpredigt in die Hände zu legen.

„Höret, höret ihr Völker alle! Höret des Herrn Wort! Öffnet eure Herzen und Ohren und vernehmet, was der Herr durch Seinen Propheten zu euch spricht! Warum tobet und murret ihr Völker und ergrimmet und rechtet in euren Herzen und klaget Mich an wegen der Trübsale, die nun über den Erdkreis hereingebrochen sind? Die ihr doch Meinen Bund gebrochen, Mich nicht mehr erkennt, Meine leichten Gebote nicht halten wolltet und nun völlig aus Meiner heiligen Ordnung tratet, um desto freier und ungestörter sündigen zu können, anstatt beide, Gebote und Lebensordnungen, aus Liebe zu Mir zu einem freiwilligen Gesetz als künftige Lebensrichtschnur in euch selbst zu erheben und dadurch zu Trägern dieses Gesetzes zu werden! Und stattdessen euch tröstet und nachsprechet euren Ohrenbläsern: „Es ist kein Gott; der Gott des Menschen ist der Mensch, der somit das höchste Wesen selbst ist“, und was dergleichen Torheiten mehr sind! Der Mensch hält sich durch solch eine Einstellung für einen sterblichen Gott und hat sich dadurch noch unter die Reiche Meiner Natur herabgewürdigt! Denn selbst die Tiere des Waldes und Feldes preisen Mich, indem sie ihre Jubellieder erschallen lassen. Auch die Pflanzenwelt wird redend und spricht zu ihrem Schöpfer: „Großer, allmächtiger Gott, also hat es Dir wohlgefallen, auch uns ein Fünkchen Deines Allgeistes zu schenken und damit zugleich ein ewig unzerstörbares, sich endlos vervielfachendes Leben, um es hineinzulegen in das Keimhülschen Deines Samenkornes und um es dort wohl zu verwahren, auf dass, wenn das Korn in der Erde verweset, das Leben in ihm frei werde und fortan das Pflanzenwachstum leiten kann“. Und große Engelscharen fallen mit ein in den Jubel- und Dankesruf der Natur und bringen Mir dar: Lob, Ehre und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit; ihnen zur Freude; dem entarteten Menschengeschlechte zur Schmach und Schande! Bricht nun als Folge eures lebensordnungswidrigen Gebarens eine

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Katastrophe von solchen Ausmaßen wie die jüngst verflossene herein, mit all ihren Schrecknissen, Trübsalen und Zerstörungen, welche Meine innerlich noch, völlig unfreien und unbeherrschten, in ihrer eigenen Knechtschaft durch ihren erzbösen Willen gefangenen Menschenkinder heraufbeschwören halfen und durch ihre derzeitigen Weltmächtigen und Oberen aufs neue heraufbeschwören lassen, ohne schärfsten Einspruch gegen den beabsichtigten neuen Frevel zu erheben, dann drehen sie den Spieß um und machen für solch ein Unglück dieselbe Gottheit verantwortlich, die sie vorher als nirgends bestehend ablehnten, stur verleugneten und sich selbst zur Gottheit erhoben infolge ihres aus Geistesträgheit und geistiger Willensschwäche hervorgehenden Hochmutes. Sie glaubten in ihrer Verblendung, ein Leben nach ihren eigenen Gesetzen und Ordnungen, die stets erneuerungsbedürftig, gestalten zu können, der mahnenden Stimme ihres Gewissens nicht achtend, vielmehr dieselbe in sich erschlagend und also Brudermord verübend! Doch diese Stimme wird ihr eigener Richter sein! Andere, nicht minder Entartete, sagen: „Da der Herr so viele Strafen schickt, kehren wir uns ganz von Ihm ab und verleugnen Ihn“. Hierzu sage Ich: Was ihr törichten Menschenkinder von Gott gesandte Strafen nennt, sind lediglich Auswirkungen vorausgegangener, von euch selbst geschaffener Ursachen; daher heißt es bei Mir: „Tut nichts Böses, so widerfährt euch nichts Böses; haltet euch fern von Unrecht, so trifft euch nicht Unglück“. Es steht aber dem Menschengeschlecht allezeit, auch heute noch, frei, umzukehren, um noch viel Schlimmeres zu verhüten, durch einen vollgerechten Wandel in Meiner Lehre sein Geschick zu wenden und die Voraussetzungen zu geordneten Lebensbedingungen zu schaffen. Wer sich in seiner Seele noch zu schwach fühlt, der bitte Mich im Herzen um Stärkung seines Glaubens und Vertrauens sowie seines Willens! Ohnehin kann Ich zufolge Meiner ewig unbegrenzten Machtfülle selbst das Unmöglichscheinende möglich machen. Und so liegt es sowohl am Einzelmenschen, wie an der Gesamtheit, ihr Schicksal zu ändern. Wenn ihr Menschenkinder nun erwägt, dass ihr einen Funken Meines ewigen Allgeistes in euch tragt, der sich in dem Maße in euch belebt, als ihr Menschen in Meiner Ordnung wandelt, und der auch allezeit ein Warner vor Abwegen sein wird, des weiteren, dass ein verantwortlicher Seelenführer euch beigegeben war, der euch leitet und betreut von der Wiege bis zum Grabe und allezeit bestrebt ist, euren Sinn zum Guten hinzulenken, und der lediglich euren Willen von Mir aus freilassen muss, so sagt selbst: Ist es da nicht ein Frevel, mit Mir zu hadern und zu rechten, wenn Verhältnisse eintreten, welche dem Wohlleben und der angeborenen

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Trägheit bösartiger und herzensverhärteter Menschen nicht behagen, die alle bisherigen Erkenntnisse sowie Meine Lehre wie ein Hund wieder ausspeien und nach neuen menschlichen, ihnen genehmeren Wegen suchen, die es nicht gibt und nicht geben kann? – Da nun zufolge Meiner Urordnung alle Lebensvorgänge und Erscheinungen in der inneren Lebenswelt des Menschen wie im Weltall in einem Entsprechungsverhältnis zueinander stehen und stehen müssen, so können von Mir aus einem völlig entarteten Menschengeschlecht auch nur solche Weltmächtige und Obere zu ihren Führern zugelassen werden, die ihrem verderbten Wesen mehr oder weniger entsprechen. Wie innen, so außen; wie das innere Leben des Menschen geschaffen, so wird es sich früher oder später nach außenhin im einzelnen wie in seiner Masse auswirken! Daher denn auch: Verhärtete, lieblose, aus Meiner Ordnung getretene Völker; harte, lieblose, tyrannische, herrsch- und ruhmsüchtige Obere und dementsprechende Gesetze und Verordnungen, welche die Seelen bedrücken und beunruhigen müssen, damit sie nicht völlig versumpfen, sondern zur Besinnung und inneren Einkehr gelangen. Würde Ich Selbst dieser Meiner Ordnung zuwiderhandeln und einem verderbten Menschengeschlechte etwa genusssüchtige Schlemmer als Fürsten und Obere geben, die in allerlei Leidenschaften, Lüsten und Begierden verfallen und nimmer imstande wären, ein Staatswesen ordentlich zu leiten, würde Ich dazu noch die Fluren der Erde segnen, so, dass nimmer Mangel eintreten würde, so wären die Folgen für dessen Seelenleben katastrophal. Dieses Menschengeschlecht, das sich nimmer nach der weisen Leitung eines Schöpfers sehnte, würde derart versumpfen, dass es seiner Gottähnlichkeit völlig verlustig ginge und sich selbst aller geistigen Fähigkeiten und schöpferischen Gotteskräfte auf ewig beraubte. Mit zerrissenen Seelen und deren Vorkreaturformen gelangte solch ein Geschlecht in Meinen geistigen Welten an, und Millionen von Engelscharen hätten als Samaritaner Jahrhunderte und Jahrtausende zu tun, um solche Seelenschäden auch nur einigermaßen wieder auszugleichen! Welch bittere Vorwürfe würde Mir aber dann ein solches Geschlecht machen, sobald es sich über die Folgen seines satanischen Gebarens klar würde! Es würde Mich einen höchst unvollkommenen, unweisen, zur Erziehung seiner Erdenkinder total unfähigen Schöpfer nennen, der dieses doch alles hätte vorausschauen müssen. Daraus ergibt sich, dass eine andere Möglichkeit, dies Menschengeschlecht - ohne seinen freiesten Willen anzutasten - in Meine Ordnung zurückzuführen und zur Besinnung seines verderblichen Wandels zu bringen, nicht besteht! - Ja, fände Ich in Meinem Gesamtschöpfungsplane

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auch nur die geringsten Unvollkommenheiten, welche die künftige Vollkommenheit und vollste Gottähnlichkeit solcher Meiner Geschöpfe, die in Meinen Ordnungen wandeln, in Frage stellen würden, wahrlich, Ich sage euch, es wäre Mir ein Leichtes, Meine Schöpfung und alle Wesen in ihr in einem Augenblick durch Meinen Machtwillen aufzulösen und in Meine Urgedanken, aus denen alle Materie, alles geschöpfliche Sein hervorging und ewighin hervorgeht, zurückzuführen und eine vollkommene Schöpfung aus ihnen wieder erstehen zu lassen! Wer wollte Mich, den Schöpfer alles Seins, darüber zu einer Rechenschaft ziehen? Da aber Meine Schöpfung in sich vollkommen aufgebaut, und Mir, dem Schöpfer, an der Erhaltung alles Erschaffenen auch alles gelegen ist, so hat es bei der alten Ordnung zu verbleiben! Noch habe Ich die Tür zu Meinem Vaterherzen nicht völlig verschlossen. Doch wer umkehren will, tue es bald! Ich muss sonst noch Trübsale über diese Erde ergehen lassen, wogegen die verflossenen und zum Teil noch bestehenden verblassen müssen, um endlich doch dies Geschlecht seiner wahren Bestimmung zuzuführen. Den Verhärteten, in ihrer Bosheit Verharrenden, wird sich diese Liebe des Vaters in Mir verhüllen, und Meine Gottheit in Mir wird in Ihrer Unerbittlichkeit Ihr Gericht walten lassen! Ich aber verstopfe dann Meine Ohren, um deren Weh- und Jammergeschrei nicht zu vernehmen. Das merket! Denn Meine Zeit ist nun auch erfüllt, um die Erde wieder zu einem Paradiese zu gestalten, auf dass endlich wieder Friede und Harmonie auf ihr herrsche, und Ich Selbst unter Meinen vollwahren Kindern Wohnung nehmen kann! Wie ging es zu, dass die einst fromme Stadt - euer nun erzböse gewordenes Herz - zur, geistigen Hure herabsank? Ich sage euch, zufolge eurer Unzuchtgedanken, Lasterhaftigkeiten und eures ehebrecherischen Wandels, durch eure Leidenschaften, Lüste und Begierden aller Art, sowie durch Hass, Neid, Zwietracht, Missgunst, Verleumdung, Lügenhaftigkeit und Verfolgung. Durch euren maßlosen Hochmut, eure Eigenliebe, euren Eigenwillen und Starrsinn, eure Herrsch-, Ruhm- und Genusssucht sowie Bosheiten aller Art wider euren Nächsten in Gedanken, Worten und Werken! O, des sündigen Volkes, dessen Herzen völlig verhärtet und voller Frevel, in denen die Liebe völlig erkaltet, und die allezeit nur auf Arges sinnen, nicht wissen und erkennen wollen, dass sie dadurch ihr eigenes Gericht heraufbeschwören als notwendige Folge solcher Entartung! Wie lange noch soll Ich euch ertragen? Wie lange noch solch Treiben ansehen? Ihr wollt Mein Wort nicht mehr hören; wollt nicht mehr, wie vor Zeiten, erleuchtete Weise zu Fürsten und Oberen, sondern Weltweise und

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Weltkluge aus eurer Mitte, die zuschanden werden müssen; und so wird auch des ewigen Beratens unter ihnen kein Ende sein! Und so erkennt denn auch die wahren Ursachen des Niederganges der Völker der verflossenen 6000 Jahre allein in der völligen Abkehr von den Lehren und den Lebensordnungen ihres Gottes und Schöpfers! Die Urväter von Adam bis zu Noah, die auf den von Mir geheiligten Höhen zu Hanoch wohnten, die keines Satansmenschen Fuß betreten durfte, wollte er nicht von den wilden Bestien zerrissen werden, die Ich zu Wächtern dieser Höhen bestimmte, diese Urväter wurden von Mir Selbst in allen Dingen des irdischen und geistigen Lebens wiederholt persönlich belehrt, welche Lehre sich mündlich erhielt und später nach Meinem Willen aufgezeichnet wurde! Sie alle lebten getreu nach Meiner Lehre als wahre Kinder des Lichtes bis zu Adams und später der Eva Tode, also 960 Jahre lang. Spätlinge dieser Urväter, deren Herz und Sinn sich allmählich von Meiner Lehre abwandte, begaben sich in die Stadt Hanoch und verbanden sich dortselbst mit den Töchtern und Weibern dieser Stadt. Aber der entartete König Lamech zu Hanoch, der von Meinen erleuchteten Weisen wie auch von Mir Selbst die nötige Belehrung erhielt, bekehrte sich so vollständig mit seinen Räten und Oberen, dass er zu einem leuchtenden Vorbilde seines Volkes ward, das ihn pries und Mir auf den Knien darum dankte. König und Volk wandelten daher fortan Jahrhunderte lang - bis zu des Königs Tode - in Meiner heiligen Ordnung und erhoben sich dadurch aus ihrem bisherigen geschöpflichen Zustande zu wahren Kindern ihres Gottes und Schöpfers, die in Glück, Ruhe und Frieden dahinlebten und wirkten, und denen es an nichts mangelte. Die späteren Könige und die noch kommenden Geschlechter samt ihrer entarteten Priesterschaft, deren erzsatanisches Treiben wesentlich zum Niedergange dieses Riesenreiches mit beitrug, fielen stets mehr von Mir ab, schufen sich eigene Lebensordnungen und -gesetze und führten blutige Kriege mit den Nachbarvölkern, wobei sie Sprengkörper von furchtbarer Wirkung benützten, mittels derer sie die großen unter den Bergen sich hinziehenden Wasseradern aufrissen, wodurch schließlich die Wasserfluten aus den Bergestiefen hervorbrachen, den 3. Teil Asiens 4000 Meter hoch überschwemmten und die Hanochiten und Hochländer allesamt ersäuften. - Nur Noah, seine Familie und die in der Schrift genannten Tiere blieben in dem von Noah und seinen Helfern erbauten Wasserkasten (Arche) geborgen. Alle Ermahnungen und Belehrungen, die Ich den Hanochiten durch Meine Boten zuteil werden ließ, fruchteten nichts! - Das Kaspische Meer und der Aralsee sind stumme Zeugen dieser einstigen Flutkatastrophe. Überreste vergangener Größe dieses

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Riesenreiches können Ungläubige in deren Tiefe heute noch finden! Die Japaner, deren Urväter 1900 Jahre lang getreulich in Meiner Lehre und Ordnung verblieben, die Ich ihrem Urstammvater Meduhed verkündete, und welche auch von ihm und seinen weisen Lehrern und Gehilfen getreulichst aufgezeichnet wurde, durften sich von Mir aus stolz und glücklich „Söhne des Himmels“ und „Töchter der Erde“ nennen und waren zu jener Zeit das reichste, glücklichste und zufriedenste Volk der Erde, dessen Inseln kein habgieriger Fremder betreten durfte und konnte. Doch dieses Volk wich dann allmählich aus Meiner Ordnung, und als alle jahrhundertelangen Warnungen nichts fruchteten, ließ Ich dies Volk unter die Herrschaft der Mongolen geraten, die Ich, um die boshaft gewordenen Seelen vor dem Verderben zu schützen, auf geheimen Wegen dorthin geleitete, und denen die Abtrünnigen schweren Tribut leisten und Städte erbauen mussten, wodurch auch das Glück und der Friede dieses Volkes dahin war. Trotzdem stand es ihm völlig frei, sein Herz auch im Angesichte der Fremdherrschaft Mir wieder zuzuwenden, wodurch Ich auch dann sein Los erträglicher gestaltet hätte. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so schlimm, erging es dem Volk der Chinesen, nach dem auch sie Meine reine Lehre, welche ihr Urstammvater „Sihin“ von mir erhielt, allmählich verließen und sich dem Götzendienste ergaben und ihren Ahnen, statt dem lebendigen Gotte, Tempel errichteten. Die Urägypter, welche von grundweisen Hirtenkönigen regiert und belehrt wurden, und deren in Felsen gehauene Inschriften bis heute noch kein Unerleuchteter entziffern konnte, blieben Mir 700 Jahre treu, verfielen dann auch dem Götzendienste und anderen Untugenden, indem sie die von ihren weisen Lehrern dargestellten Symbole Meiner göttlichen Eigenschaften und Kräfte für diese Kräfte selbst hielten und die toten Formen in Tempeln ehrten und anbeteten und zudem in allen Stücken gräulich entarteten! - Als auch hier alle Belehrungen und Ermahnungen nutzlos blieben, ließ Ich Fremde (= Varion) = Pharaone den Weg in ihr Land finden, die sich dann auch bald zu Königen und Herrschern dieses Landes aufwarfen und das Volk der Ägypter sich untertänig machten! Später geriet es unter die Herrschaft der Römer und wiederum später unter die Herrschaft der Engländer. Das israelitische Volk, das zum Führer der Völker von Mir aus berufen war, trat gleichfalls wiederholt aus Meinen Ordnungen, und das schon zu einer Zeit, als es Mose durch die Wüste führte. Es war ein halsstarriges, herzensverhärtetes, ins Materielle versunkenes Volk, in dem keine Liebe und daher auch keine geistige Lebensfeuchtigkeit waltete, welche seinen Herzensacker zum Grünen und Mir lebensreife Früchte hätte bringen

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können. Daher konnte denn auch die Wüste nicht grünen Meiner Urordnung zufolge, obschon es Mir allezeit ein Leichtes wäre, dieselbe durch Meinen Machtwillen binnen kurzem ohne menschliches Zutun in fruchtbares Ackerland umzuwandeln! - Späterhin begehrte dieses Volk in seinem Hochmut einen König, weil es eines äußerlich sichtbaren glanzvollen Herrschers bedurfte, und weil daher auch Meine Leitung ihm nicht mehr behagte. In seinem aus Trägheit geborenen Hochmut klammerte es sich denn immer mehr an die starren Satzungen Moses, statt an den Geist derselben, welche Satzungen Ich nicht aufhob, sondern durch Meine Liebelehre begründete und vergeistigte. Und als Ich dies Volk dann persönlich zu einem wahren Gottesvolke erziehen wollte, da verfolgte es Mich in seiner Verblendung in Meiner menschlichen Form als Sohn und kreuzigte Mich durch Meine Zulassung! – Dennoch gewann Ich aus diesem Volke kräftige Mir in aller Liebe dienende und Meine Lehre in viele Länder, Städte und Orte ausbreitende Seelen. - Den Verhärteten konnte und durfte Ich ihren freien Willen nicht wegnehmen, ohne sie zu richten! - Nachdem aber dann alle Ermahnungen und die schon vorher über sie verhängten Verbannungsstrafen ohne nachhaltige Wirkung verblieben, ließ Ich denn das letzte Gericht über sie hereinbrechen und zerstob dies Volk in alle Windrichtungen. Als Staatenlose müssen sie nun das bittere Brot der Fremde essen und alle Schmach und Verfolgung durch die Andersgläubigen zufolge ihrer Lieblosigkeit, ihres Starrsinns und ihres Unglaubens tragen. Doch es steht ihnen, wie auch allen anderen Abtrünnigen allezeit frei, zu Mir und Meinem Hause zurückzukehren, die krankhafte Sucht nach des Lebens materiellen Gütern in sich selbst auszurotten und dafür Meine leichten Gebote aufzunehmen und nach ihnen tätig zu sein! Das Volk der Inder, deren Land doch besonders geheiligt sein sollte, weil es vom Geiste Gottes durchweht ward, verstümmelte und vermenschlichte die Lehren seines Reformators, indem es sich völlig von der Welt abwandte, in der es doch nach Meinem Willen leben und in Werken wahrer Nächstenliebe sich üben, im Kampfe des Lebens seine Seelen stark und kräftig machen und solcherart für ein höheres Leben in Meinem Geiste reif werden sollte, statt ein törichtes Büßerleben in einem selbst auferlegten Strafzwange zu führen, das niemandem etwas nützt, vielmehr die Seelen verkümmern lässt. Um dies Volk aber aus seiner Trägheit, Willensschwäche und Verweichlichung aufzurütteln, lebenskampfesmutig und soviel wie möglich von seinem eingefleischten Fatalismus und Fanatismus, durch welche es dem geistigen Tode verfiel, freizumachen, ließ Ich es zu, dass es

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von dem Inselvolke der Engländer beherrscht, regiert und auf mancherlei Arten geknechtet, wie auch gegebenenfalls gezüchtigt wurde, wodurch denn auch seine Freiheit und Selbständigkeit auf lange Zeit dahin war. Denn auch sein Herz wurde finster und unfrei und wusste nichts mehr von dem lebendigen Geiste Gottes! Und wo ist der einstige Glanz, die Macht und Größe der Perser, Babylonier, Mazedonier, Römer und Griechen? Völker, die doch alle zur rechten Zeit von Mir die ihrer inneren Lebensreife und ihrem besonderen Charakter angepassten Heils- und Lebenslehren durch erleuchtete Lehrer und Weise, wie auch durch Mich Selbst erhielten! Er ist dahingesunken infolge totaler Verweltlichung unter ihren Oberen, indem sie Meiner völlig vergaßen, ihren Götzen Tempel und Altäre errichteten, statt Mir Selbst ihre Herzen als lebendige Tempel zu weihen! Ihre Länder wurden dann insgesamt ein Spielball fremder Mächte und sind es heute noch! Und was ist schließlich aus Meiner Liebelehre geworden, die Ich einst als Heiland der Welt schenkte? Nur in den urchristlichen Gemeinden wurde sie in Meinem Geiste gelehrt und gelebt, bis dann hochmütige, herrschsüchtige und geschäftstüchtige Subjekte auftraten, die aus gewinnsüchtigen Gründen ein heidnisches Brauchtum zusammenformten, das sie Religion nannten und mit der sie blindgläubige Schafe bis heute in ihrem Bann hielten und in den schlimmsten, seelentötenden Aberglauben stürzten, aus dem sie ohne ein Gericht von Mir aus nimmer befreit werden können! Doch die Zeit ist nahe, da Ich Meine Schafe von den Händen der ungetreuen Hirten fordere. Dann sollen die Hirten vor aller Welt zuschanden werden! Im Vorstehenden sind nun die wahren Ursachen des geistigen und sittlichen Niederganges einst großer Völker und ihrer Kulturen enthüllt, was somit nicht irgendein blindwaltendes Schicksal herbeiführte, sondern immer wieder nur die Menschen selbst, indem sie früher oder später aus Meinen Ordnungen heraustraten, nach ihren eigenen Ordnungen und Gesetzen ihr Leben gestalten wollten, dadurch ihre Seelen auf das Schwerste schädigten, sich selbst durch Erlahmung der geistigen Widerstandskräfte in ihnen unter die Knechtschaft ihres bösen Willens begaben, aus welchem sie sich ungesäumt durch die Volltätigkeit nach Meiner Lehre freimachen müssen! Ihr fragt Mich nun in euren Herzen: „Herr, wenn sich dies alles also, wie von Dir geoffenbart, verhält, warum ließest Du solche Entartung Deiner Kinder zu, da dies doch Dein Allmachtswille sehr wohl hätte verhindern können?“

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Darauf antworte Ich euch: Das hätte Ich wohl tun können, sofern Ich wider Meine Urordnung hätte handeln wollen. Ich könnte in einem Augenblick euren eigenmächtigen Willen ausschalten, Meinen Allmachtswillen einfließen lassen und eure Herzen also zurichten, dass sie Mir fortan in allem stummen Gehorsam leisten würden! Aber ihr wäret dann zu Maschinenmenschen herabgesunken; doch der Keim des Bösen, Gottwidrigen würde euch verbleiben, und ihr könntet daher nimmermehr eure hohe Bestimmung erreichen. Denn ihr stündet fortan auf der Stufe der Tiere. Diese folgen ihrem Triebe (Instinkt), den Mein Allmachtswille in sie hineinlegte und aufrecht erhält, demgemäß sie lediglich nach Meiner Willensordnung handeln und sich bewegen können. Sie können daher auch zu keiner höheren Lebensvollendung aus sich selbst gelangen! - Des Menschen Wille muss daher für alle Ewigkeiten frei bleiben. Er steht unter Meinem Sollgesetz; nur der Körper des Menschen untersteht Meinem Mussgesetz, er muss sterben! Ich verstehe es jedoch allezeit, aus den bösen Handlungen der Menschen am Ende doch deren Heil zu erwirken! Aber selbst in den schlimmsten Lebenszuständen wird dem wahrhaft Gerechten, in Meiner Liebe allezeit Wandelnden kein Haar gekrümmt, ungeachtet der mancherlei Leiden und Trübsale, die Ich auch über solche bringen muss, weil nur im Leid die Seele des Menschen stark und kräftig und zu großen Aufgaben in Meinem Reiche befähigt wird! Darum ihr tapferen Leidträger: „Seid stille dem Herrn, dem großen allmächtigen Baumeister, der euer Vater im Lichte ist!“ Er wird euch im Leid stärken und eure Bürde euch tragen helfen. Denn Ich bin und werde ewig sein der alte Gott, der im Regiment sitzt und alles wesenhafte Sein weise leitet, und werde stets denen ein wahrer Vater sein, die Mir in aller Liebe zugetan sind, und sie sollen teilnehmen an der Fülle ungeahnten Glückes und ebensolcher Seligkeiten, die Milliarden Meiner Kinder in Meiner geistigen Welt genießen, - einer Welt, von der böswillige Satansknechte behaupten, sie sei nicht vorhanden, während sie doch selbst mit ihrer Seele und ihrem innersten Geiste den dritten Teil ihres Lebens im Schlaf- und Traumzustand zubringen. Denn auch sie träumen, wenn schon sie sich zufolge ihrer seelischen Unreife ihrer Träume nicht immer entsinnen können.“ (Quelle: Lorber-Verlag, gegeben durch O. M. in D. 1949)
(Fortsetzung folgt im nächsten Heft)

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Der Ursprung der Andritz

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Der Ursprung der Andritz
Ein Natur - Evangelium
Klaus W. Kardelke

Einleitung
Jakob Lorber (1800-1864), der Grazer Mystiker und Prophet, durfte in den ihm vom Herrn der Schöpfung kundgegebenen Offenbarungen auch eine Fülle naturkundlich-geistiger Aufklärungen niederschreiben, die die Natur aus geistiger Sicht beleuchten und einen tiefen Einblick in die inneren Welten hinter der äußeren Materiewelt eröffnen. Eine dieser naturkundlichen Offenbarungen behandelt den Quellteich der Andritz, eines kleinen Bachlaufs in Stattegg bei Graz in Österreich. Abgeschieden von der Außenwelt, liegt der Quellteich umgeben von Felsen und alten Bäumen malerisch versteckt in einer kleinen Talbucht am Fuße des Schöckelgebirges. Eine hohe Mauer, welche im Grün der Bäume und Sträucher fast verschwindet, beschützt diesen ruhigen Ort vor fremden Blicken. Der nach innen gekehrte Mensch empfindet die Heiligkeit dieses Ortes und fühlt sich eins mit der ihn umgebenden Natur. Um den Quellteich führt ein Fußweg, und Bänke laden zum Verweilen ein, um das innere Wesen dieses von der Natur reich gesegneten Ortes zu erfahren. Beim Betrachten des malerischen Quellteichs öffnet sich weit das Herz, und so lädt dieser stille Ort zur Meditation und Verinnerlichung förmlich ein. Der einfühlsame Besucher spürt diese Atmosphäre und achtet die Stille und den Frieden an diesem Ort der Kraft. Im Gegensatz zu den meisten Quellen sprudelt das Wasser hier nicht wie aus einer Öffnung kommend, sondern die Quelle bildet einen kleinen Teich, der den eigentlichen Quellaustritt am Grunde schwerlich erkennen lässt. Das Wasser dieses allerklarsten Quellteiches hat im Winter wie im Sommer eine stets gleich bleibende Temperatur von 10,2 Grad Celsius und spendet im Durchschnitt 237 Kubikmeter Wasser in der Stunde, welches durch feine Kanäle aus einer Tiefe von ca. 200 Metern kommt. Am

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Grunde ist der Teich, welcher selbst nur bis ca. 2 Meter Tiefe misst, von einem grünen Pflanzenteppich überzogen, der aufgrund der konstanten Wassertemperatur das ganze Jahr über beste Wachstumsbedingungen vorfindet. Das Wasser selbst enthält nur wenige Mineralien, hat aber dennoch eine außerordentliche Reinigungskraft auf den menschlichen Organismus.

Geschichtliches zur Andritz-Quelle
Der erste schriftliche Hinweis auf die Quelle findet sich aus dem Jahre 1566 vor. Am 4. November 1566 richtete die Kanzlei des Landesfürsten eine Umfrage an die Äbte von Admont und St. Lambrecht sowie an die Äbtissin von Goß, wem der Ursprung und die Bachstatt des Andritzbaches gehören. Die Antworten müssen zugunsten des Landesherren ausgefallen sein, denn im Jahre 1567 beauftragt Abt Valentin den Probst Gregor Zach zu Admontbühl bei Obdach, 400 Edelfische nach Graz zu senden, wo sie Erzherzog Karl II. im Andritzbach einsetzen ließ. Das Quellbecken wurde 1570 mit einer Mauer umgeben, um die Forellen des Landesfürsten vor unbefugten Fischfreunden zu sichern. Im Urbar von 1572 heißt es: „Der Andritzbach, darin Forellen sind, gehört mit seinem Fischwasser von dem Ursprung ob Neuford bis an die Mur zum Amt Aigen des Landesfürsten.“ Um 1600 erstand der Plan, das Wasser der Andritzquelle in die landesfürstliche Burg nach Graz zu leiten. Obwohl hierfür bereits 300 Lärchenstämme für die Rohre bestellt waren, wurde aus der Sache ‚wegen Ungunst der Zeiten’ nichts. Der josefinische Kataster von 1785 verzeichnet unter Parzelle Nr. 356 den „Ursprung des Andritzbaches aus dem Schöckel, mit einer Mauer eingefangen und ohne Benutzung.“ In einer Beschreibung der Pfarre St. Veit am Aigen durch Cooperator Franz Eisner im Jahre 1816 heißt es: „Ursprung: Dieser Ort wird so genannt, weil hier der so merkwürdige Andritzbach entspringt. Im Sommer sieht man hier immerwährend Stadtbewohner, welche herbeieilen, um den Ursprung in Augenschein zu nehmen. Aus dem Quellteich, nebst welchem sich eine Steinwand befindet, fließt der Andritzbach. Dieser pflegt auch bei anhaltendem Regenwetter nur gemäßigt anzuschwellen.

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Doch ist er gewöhnlich so groß, dass er die Rumpl- oder Konradsmühle, an der Moos- und Schwingermühle, an den Hackenschmieden und Pulverstampf, an der Ferstl-, Strasser- und Trummermühle angebrachte Räder laufen macht und daher den Besitzern obbenannter Werkstätten einen wesentlichen Nutzen verschafft. Überdies friert der Bach nie zu, und man will behaupten, dass er durch unterirdische Gänge vom Schöckelberge in den Teich ströme. So wie dieses Bächlein nie austrocknet, so ist es auch immer fischreich, und der Fischliebhaber kann sich hier durch den Fang teils ergötzen, teils ernähren, doch erbeutet man höchstens eineinhalbpfündige Stücke, und zwar so genannte Forellen.“ So wurde der Bach schon früh nach kurzem Laufe wirtschaftlich genutzt. Bereits ab dem Jahre 1410 werden einige Mühlen genannt, die von der Wasserkraft des Baches angetrieben wurden. Selbst dem österreichischen Kaiserhof war dieser mystische Ort nicht unbekannt. Kaiser Franz I. und Kaiserin Karoline, sowie die Erzherzogin Maria Luise von Parma, des Kaisers Tochter und Witwe Napoleons I., der Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt, Sohn Napoleons I. mit Maria Luise, weilten hier am 25. Juni 1830. Von diesem Besuch zeugt eine Gedenktafel, welche in den Fels in Höhe des Quellaustritts eingelassen wurde. Die Neuoffenbarung nennt diese Tafel in der Kundgabe an Lorber ein ‘Monument, welches erst vor kurzer Zeit unwürdig dahergesetzt wurde’. Heutigentags ist diese Tafel stark verwittert und kaum mehr lesbar, sowie von Gesträuch größtenteils überwuchert. Die einst vergoldete Inschrift dieser Marmortafel lautete: Am 25. Juni 1830 haben diese Quelle besucht J. J. M. M. (Ihre Majestäten) Kaiser Franz I. und Caroline, Erzherzogin Maria Louise von Parma, Seine k. k. Hoheit Erzherzog Johann, Se. Durchlaucht Herzog von Reichstadt. Dem Lande Heil, wo Menschheit und Natur dem Fürstenherzen heilig sind und teuer. Da wird zum reichsten Thronensaal die Flur,

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und selbst die Wildnis kleidet sich in Feier, Den Ort, wo Franz und Sie geweilt, zu ehren und dankend durch Erinn‘rung zu verklären. Die Gedenktafel wurde von den Gemeinden Stattegg, Schattleiten, Andritz und dem damaligen Bezirk Gösting gestiftet und am 24. Oktober 1830 feierlich enthüllt. Bei der Konrad-Mühle versammelten sich die Festteilnehmer und zogen dann unter Blechmusikbegleitung zum Ursprung, wo der ganze Umkreis von einer unabsehbaren Menschenmenge bedeckt war und selbst auf den Bäumen Zuseher sich postiert hatten. Nach der Festrede erfolgte die Enthüllung der Gedenkplatte, begleitet von Böllersalven und den Klängen der Musik des Regimentes Gollner, welches unter den Jubelrufen des Volkes die Hymne ‚Gott erhalte Franz, den Kaiser’ intonierte. Besonders angetan von diesem Orte war die Erzherzogin Maria Luise von Parma, sie habe auf die damals verputzte Mauer mit Kohle geschrieben: „Muß in Asche auch vergehen, / Was wir stark und lieblich sehen, / Aller Stolz und Schmuck der Zeit - / Gottes Liebe ohne Wanken, / Gottes Liebe ohne Schwanken / Walltet dort in Ewigkeit.“ Erzherzog Johann, der unvergessene Förderer der Steiermark und beste Kenner der Schönheiten des Landes, besuchte öfters den Ursprung der Andritz-Quelle. Am 1. Mai 1865 kamen auch seine Brüder Franz Karl und Karl Ludwig und Erzherzogin Sophie, die Mutter Franz Joseph I. hierher. Schon 1840 wurde eine Heilwirkung der Quelle vermutet, und später plante man die Errichtung einer Kaltwasser-Kuranstalt. Manche Bewohner der Gegend betrachten den Andritz-Ursprung als den Abfluss eines unterirdischen Sees, der sich im Innern des Schöckels befinden soll. Aus dem Fronloche und dem Andreasloche unweit des Andritz-Ursprungs dringt nach längerem starken Regen so viel Wasser aus, dass alle Wiesen zu Seen werden. Mit einem Gesetz vom 7. September 1848 wurde das Jagdrecht auf fremdem Grund und Boden aufgehoben, aber die Ablöse der Fischereirechte vergaß man. So kamen diese dann in das Eigentum des Landes-Fischereiverbandes, welcher im Jahre 1905 das Gästehaus erbauen ließ. Die Quelle des Andritzbaches kam in die Hand eines Privatmannes und seiner Erben, die das Quellbecken im Jahre 1955 an die deutsche Lorber-Gesellschaft e.V. verkauften.

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Jakob Lorber an der Quelle
Am 30. Juli des Jahres 1840 besuchte Jakob Lorber mit seinen Freunden, dem Bürgermeister von Graz, Andreas Hüttenbrenner, seinem Bruder, dem Komponisten und Tondichter Anselm Hüttenbrenner, und dem Dichter und Ständesekretär Karl Gottfried Ritter von Leitner den Quellteich der Andritz. Über diesen Ausflug berichtet der teilnehmende Karl Gottfried Ritter von Leitner später in seiner ‚Lebensbeschreibung Jakob Lorbers’ (S. 34): „Darnach fuhren wir zum Ursprung der Andritz, eines reinen Forellenbaches, dessen Quelle in der nordöstlich von Graz, damals noch in romantischer Einsamkeit gelegenen Talbucht am Fuße des Schöckelgebirges aus dem Felsengrunde still emporsteigt und zunächst einen von einer halbverfallenen Mauer eingeschlossenen, damals noch von uralten Lindenbäumen beschatteten kleinen, klaren Wassertümpel bildet. Lorber diktierte uns dort, während er mit heiterer Miene auf den ruhigen Spiegel des Gewässers hinblickte, zwei Stunden lang tiefsinnige Eröffnungen über das Entstehen und die Herkunft dieser reinen Quelle und über deren Mitwirkung zu Zwecken der physischen und geistigen Welt.“ Bei diesem Natur-Evangelium handelt es sich um das sogenannte ‘Quellen-Evangelium’, welches Lorber durch Zulassung des Herrn von der Quelle selbst übermittelt bekam. Nun werden wir uns fragen, wie kann eine Quelle reden und sich mitteilen? Die Antwort darauf gibt uns die Kundgabe selbst sowie eine Bemerkung Leitners in den Lebensbeschreibungen. „Während der Rückfahrt (von der Quelle) zur Stadt machte er (Lorber) uns dann noch die Mitteilung: die Naturgegenstände, mit welchen er sich in Verbindung setze, stellten sich ihm stets personifiziert dar. - So letzthin der Fels auf dem Schlossberg in der Gestalt eines düsteren, ernsten Greises und soeben an diesem Tage die Quelle als eine ruhige, ernste Jungfrau.“ So hat sich Lorber also mit dem Naturgeist der Quelle, der Quellenjungfrau, in Verbindung setzen dürfen, und diese hat ihm dann unter göttlicher Zulassung ihr Wesen und das der Quelle enthüllt. Bei einem späteren Besuch Jakob Lorbers an der Quelle beschreibt der Herr diese wie folgt: „Ihr seid letzthin hinaufgewandert zu einer Quelle, die ihr den Ursprung der Andritz nennet. Nun fragt sich, was habt ihr da gesehen? Ihr habt

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gesehen ein recht reines Wasser ganz ruhig aus der Erde hervorkommen, und habt ihr auch wirklich nicht bedeutende Löcher in dem Boden bemerkt, aus welchen das Wasser dem Innern der Erde entquellend zur Oberfläche herauftritt, so habt ihr euch aber doch wenigstens denken müssen, dass dasselbe durch den Sand und anderes zerbröckeltes Gestein ganz leise durchsickert. Ferner habt ihr da noch gesehen ein eigentümliches grünes Kräutlein unter dem Wasser recht häufig wachsen. Ihr habt noch gesehen Steine und Fische, wie allerlei andere, euch bekannte Gegenstände, doch alles dieses wollen wir für diesmal unbeachtet lassen...“ (Hi. I S. 207,23)

Der Engelsgeist der Quelle
Nachdem wir in der Kundgabe des Quellen-Evangeliums zunächst einiges Wissenswerte über die geologischen Zusammenhänge der Entstehung der Berge und der Quellen im Allgemeinen sowie der AndritzQuelle im Besonderen erklärt bekommen, folgt für uns eine wichtige Aussage: „Endlich aber, als nach dem Willen des Schöpfers die Berge ihre gerechte Form, Höhe, Breite und Last erhalten hatten, da sandte denn die Ewige Liebe einen guten kleinen Engelsgeist und ließ das Feuer (im Inneren des Berges) ersticken.“ (Hi. I S. 58,5) So wurde gerade dieser Quelle schon vor Urzeiten, als die Entwicklung der Berge und die Abkühlung der flüssigen Lava in deren Inneren ihren Abschluss fand, ein Engelgeist beigegeben, der nun unter anderem, in Zusammenarbeit mit dem Naturgeist der Quelle, für die Reinheit und Erhaltung derselben zu sorgen hatte. Um aber unseren Zweifel bezüglich des Engels zu nehmen, mahnt uns die Quelljungfrau mit folgendem: „Es glaube da ja keiner, dass ein solcher bergeherrschender Geist eine Fabel sei, denn da sind der liebevollen Macht des Ewigen unendliche, zahllose Heere von Geistern liebewillig untertan und finden die größte Freude und Seligkeit darin, so ihnen die Liebe des Herrn auch liebend gerne gewährt, was diese Geister liebend begehren.“ (Hi. I S. 58,6) „Seht, wie ihr mich da vor euren Augen seht, dringe ich nur durch kleine Äderchen bei hundert Klafter weit herauf zu dieser sichtbaren Stelle. Und seht, wäre nicht auch selbst meinem Zuge ein wohlwollender Geist zugeteilt und reinigte meine Wege, so würden diese schon lange durch meine stumpfe Ungeschicklichkeit verstopft oder sonst zugrunde gerichtet worden sein. Aber eben dieser mir zugeteilte, meine Wege

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bewachende Geist erhält diese meine kleinen Wege beinahe über ein Jahrtausend in derselben schönen, ruhigen und sanften Ordnung und lässt mich, des sprechenden Beispiels wegen, nicht trübe werden - damit Menschen, die mich meiner Reinheit und stillen Zurückgezogenheit wegen gerne besuchen und ihr Auge ergötzen an meiner heiteren Frische und Klarheit, sich erinnern und wohl bedenken sollen, wenn sie irgend eines reinen, Gottes würdigen Sinnes sind, dass die Reinheit und klare Anschauung bis in den Grund des eigenen sowohl als auch eines andern Wesens einzig und allein nur durch ein ruhiges und bescheidenes Auftreten in der stillen, in sich gezogenen Einsamkeit von Gott bewirkt werden kann.“ (Hi. I S. 58,7) Dieser Engelsgeist ist der Erhalter und Beschützer und der eigentliche gute Geist dieser Quelle. Und so weiß man auch zu berichten, dass seit Menschengedenken dieser Ort vor Hagelschlag und sonstigen Unwettern bewahrt worden ist. Die Anwohner wissen um die Heilkräfte des Quellwassers und holen sich seit Jahr und Tag ihr Heilwasser von dieser Quelle. Das in der Quelle wachsende ‚gefiederte grüne Kraut’ benutzen sie als Heilmittel bei Katarrhen und Magenleiden und die Krautspitzen als Salat auf Brot. Wir haben guten Grund zu der Annahme, dass auch heute noch dieser gute Engelsgeist seine schützende Hand über die Quelle hält und dem reinen klaren Wasser seine heilenden Kräfte mitteilt. Denn wäre dies nicht mehr der Fall, so würden die feinen Kanäle der Quelle längst verstopft sein und die Quelle zum Versiegen gebracht haben. So ist die Quelle selbst der sprechendste Beweis der Anwesenheit beschützender Himmelsmächte.

Der Teich Bethesda zu Graz
Wir haben nun gesehen, dass dieser Quelle ein Engelsgeist beigegeben wurde, welcher durch seine Anwesenheit und starke Ausstrahlung heilende Kräfte auf Wasser und Umgebung aussendet. Hierüber erhalten wir vom Herrn, als dem Schöpfer dieser Quelle, eine wichtige Mitteilung: „Was aber das sonderheitlich Nützliche dieser Quelle ist, so gebe Ich euch das kund, dass so diese Quelle zu einem anständigen Badeorte verwandelt würde, sie beinahe die Eigenschaft hätte, als einst der euch namentlich bekannte Teich zu Jerusalem, und würden daselbst viele bresthafte und gichtische Menschen geheilt werden. Es gibt zwar viele

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Quellen, aber nicht allen Quellen ist beständig ein schützender Engelsgeist beigegeben. Dieser Quelle aber ist - wie ihr schon wisst - ein solcher Geist gegeben, und daher wohnt ihr auch eine besondere heilende Kraft inne!“ (Hi. I S. 207,23) Höchst bemerkenswert ist hier die Verbindung zu dem einstmaligen Teich Bethesda in Jerusalem, an dem Kranke durch die Heilkräfte des Wassers geheilt wurden. Um diesen Bezug besser verstehen zu können, müssen wir die Texte aus der Bibel sowie die ausführlicheren Texte der Neuoffenbarung, wie sie uns in dem vom Herrn geoffenbarten ‚Großen Evangelium Johannis’ ebenfalls durch Jakob Lorber gegeben wurden, vergleichend heranziehen. So lesen wir im biblischen Johannes-Evangelium: „Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich, der heißt auf hebräisch Bethesda und hat fünf Hallen. In welchen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Verdorrte, die warteten, wann sich das Wasser bewegte. Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich und bewegte das Wasser. Welcher nun zuerst, nachdem das Wasser bewegt war, hineinstieg, der ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war.“ (Joh. 5,1-4) Die gleiche Begebenheit wird uns ausführlicher in der Neuoffenbarung vom Herrn selbst geschildert: „Am Morgen des Sabbats zogen wir hinauf nach Jerusalem. Als wir in die Nähe des Tempels kamen, da mussten wir zuerst an dem Teiche Bethesda vorübergehen, der zunächst bei dem Schafstalle des Tempels sich befand und ringsum fünf Hallen hatte. In diesen Hallen lagen stets viele Kranke, wie Blinde, Lahme, Dürre und noch mit allerlei anderen Krankheiten Behaftete, und warteten, bis sich das Wasser bewegte. Nach einer sehr alten Sage seit Melchisedeks Zeiten und nach dem freien Glauben besonders des armen Volkes fuhr ein Engel von Zeit zu Zeit vom Himmel herab und bewegte das Wasser. Die Menschen sahen zwar den Engel nicht und schlossen auf seine Gegenwart nur aus der eigentümlichen Bewegung des Wassers. Wenn aber das Wasser sich bewegte - was etwa alle Wochen ein- bis zweimal der Fall war -, so hatte es wahrlich eine so außerordentliche Heilkraft, dass ein jeder mit was immer für einer Seuche Behaftete geheilt war, so er das Glück hatte, als der erste ins Wasser zu kommen.“ (Gr.Ev.Joh. VI 1,4-7)

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Zum hebräischen Namen ‘Bethesda’ gibt uns die Neuoffenbarung noch eine entsprechende Erklärung. Ursprachlich leitet sich dieses Wort ab von dem Wort ‘Vedes da’, was soviel wie ‘er gibt Erweckung oder Genesung’ bedeutet. Bringen wir nun diese Erklärungen in Zusammenhang mit der AndritzQuelle zu Graz, die fast ähnliche Heilkräfte besitzen soll wie der Jerusalemer Teich, so vermögen wir uns der Tragweite des Geoffenbarten bewusst zu werden. So sind auch seit der Verbreitung der Neuoffenbarung deren Freunde immer wieder zu dieser Quelle gepilgert, um hier Linderung und Heilung ihrer Gebrechen zu erbeten. Inzwischen wurde die Quelle zu einem kleinen Badeorte erweitert, wobei man die Möglichkeit hat, in entsprechenden Becken die Heilkräfte des Wassers auf sich wirken zu lassen. Dass hierbei natürlich auch eine gute Portion Glauben notwendig ist, versteht sich von selbst, denn der Glaube ist doch das Tor, den feinen ätherischen Heilkräften in unseren leibseelischen Organismus Eingang zu verschaffen. Ist dieses Tor aber nur mangelhaft geöffnet, so wird auch das Resultat entsprechend sein. Sagte Jesus doch immer wieder zu von Ihm Geheilten: ‘Dein Glaube hat dir geholfen’, so gilt dieses entsprechend auch für die heilenden Kräfte der Andritz-Quelle. In erster Linie heilt uns der Herr Jesus selbst, hat Er doch in unserem Herzen Seine Wohnung und ist uns somit näher als Wasser und Quelle. Aber so wir im Vollvertrauen und Glauben Seine Verheißung von der Heilkraft der Quelle annehmen, so kann uns auch Heilung werden. Und so wissen viele Freunde der Neuoffenbarung von Linderungen und gar Heilungen ihrer Leiden zu berichten, nachdem sie voll Vertrauen und Glauben eine Bade- und Trinkkur in diesem Heilbade absolvierten. In der Neuoffenbarung und zwar in der Schrift: „Die Heilkraft des Sonnenlichtes“ werden uns bezüglich des Wassers im allgemeinen noch einige wichtige Gesundheitswinke geoffenbart, welche gerade in Bezug auf das Quellwasser der Andritz von besonderer Bedeutung sind. Und so hören wir: „Die ersten Bewohner der Erde tranken nicht leichtlich ein Wasser, das nicht zuvor auf eine kurze Zeit, so es tunlich war, dem Sonnenlichte ausgesetzt war. Tiefe und gedeckte Brunnen waren ihnen fremd, und aus einer Quelle, wohin das Licht der Sonne nicht dringen konnte, trank niemand ein Wasser. Denn sie wussten und sahen es wohl auch, dass sich in solchem Wasser so lange grobe und mitunter sogar böse Geister aufhalten, bis diese durch die Kraft des himmlischen Sonnenlichtes ausgetrieben werden.“ S.8

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So wäre es auch für uns tunlich, nur gesonntes Wasser zu uns zu nehmen, um unserer Gesundheit damit einen besonderen Dienst zu erweisen. Und was böte sich hier besser an als das Wasser der AndritzQuelle, deren Teich beständig von der Sonne beschienen wird. Nützlich wäre es auch, unsere heimischen Wässer vor dem Trinken in die Sonne zu stellen, um diese somit von geistigen Unreinheiten zu befreien. Um aber das Wasser zu einem wahren und wirklichen Heilwasser machen zu können, müssen wir es besonders behandeln. So wird uns eine Methode an die Hand gegeben, das Wasser noch intensiver mit den heilenden und belebenden Kräften der Sonnenstrahlen aufzuladen. „In der vorangehenden Diätzeit kann der Patient zu öfteren Malen des Tages gesonntes Wasser trinken. Als Trinkgefäß ist ebenfalls ein etwas weniger dunkles violettes Glas oder wenigstens ein mit solcher Farbe glasiertes Porzellantöpfchen jedem anderen Gefäß vorzuziehen. Um das Wasser recht wirksam zu machen, könntet ihr auch ein gutes, l 1/2 Schuh (ca. 45 cm) im Durchmesser habendes Brennglas von höchstens 3 Fuß Brennweite zu Hilfe nehmen und durch dasselbe den potenzierten Sonnenstrahl, wie er sich im Brennpunkte kundgibt, also auf das Wasser leiten, dass der Brennpunkt, je nach der Höhe des Gefäßes, l, 2 bis 3 Zoll unter den Wasserspiegel, also mehr in die Mitte der Wassermasse fällt. Jedoch über eine halbe Minute darf der Brennpunkt nicht im Wasser verweilen, weil dadurch die gewissen erfrischenden Lebensgeister des Wasser von den Lichtgeistern aus der Sonne zu sehr gefangen würden und ein solches Wasser dann bei schwächeren Naturen eine zu heftige Wirkung hervorbrächte.“ So können auch wir aus den einfachsten und ungesündesten Wässern noch ein Heilwasser herstellen, wenn wir es auf die angegebene Weise mit einem Brennglas bestrahlen und ihnen somit die negativen Elemente nehmen und die Licht- und Lebenskräfte der Sonnenstrahlen geben. So lehrt uns die moderne Biophotonenforschung, dass tatsächlich heilende Wirkungen dem Sonnenlichte innewohnen. Und so sind die Lebensgeister des Sonnenlichtes vielleicht geistige Vorstufen der von der Wissenschaft entdeckten Lichtquanten, den sog. Photonen. Auf diese Weise lässt sich nun das ohnehin schon heilkräftige Wasser der Andritz-Quelle noch mehr mit Sonnenkraft anreichern und so zu einem wahren Lebenselixier umwandeln.

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Eine fromme Anekdote
Aus längst vergangenen Zeiten erzählt uns die Quelljungfrau eine kleine Geschichte. Aus jenen Zeiten, als der Mensch noch inniglich mit der Natur verbunden war und mit offenen Augen und Herzen die Schöpfung seines himmlischen Vaters betrachtete und zu lesen verstand die großen Buchstaben der heiligen Schrift in der Natur, stammt der nun folgende Bericht: „Einst wohnten in dieser Umgegend (der Quelle) mehrere fromme Menschen, deren Sinn Gott und deren Tun nichts als Liebe war. Diese Menschen kamen fast täglich mit frommem und einfältigem Herzen an diese Stelle, da ihr soeben euch befindet. Und wenn sie nun daselbst eine Gott wohlgefällige Betrachtung, Andacht und Aufopferung ihres Tagewerks dem Herrn vollbracht hatten, da kam allezeit von der Stelle zur linken Hand des Monuments (der Gedenktafel), welches erst vor gar kurzer Zeit unwürdig daher gesetzt wurde, dieser selbe gute (Engel-) Geist hervor und lehrte die fromme Schar Gottes Liebe und Weisheit, Gehorsam und Demut und in diesen auch Gottes große Liebe und daher auch wundervolle Geheimnisse der Natur kennen. Und da unterhielten sich diese Menschen mit diesem Geiste stundenlang, und er verließ sie nur, sobald ihn eine notwendige Handlung abrief.“ (Hi. I S.59,8-9) So war dieser Ort schon in alten Zeiten ein Ort der Besinnung und Einkehr, an dem die frommen und einfältigen Menschen ihren Gottesdienst verrichteten. Hier empfingen sie Belehrungen aus der jenseitigen Welt der Gottesboten, die ihren Glauben und ihre Liebe stärkten. Der dem Geiste zugekehrte Mensch sieht in allem eine Offenbarung Gottes und so kann er, sich mit allem verbindend, den göttlichen Willen in der Natur erkennen. Denn überall ist Leben und Bewusstsein, und selbst ein Stein oder Felsen kann zu einer Offenbarung Gottes werden. Jakob Böhme sagt es treffend: „Die Schöpfung oder ganze Kreation ist nichts anderes als eine Offenbarung des allwesenden, ungründlichen Gottes.“ „Wenn man nun betrachtet die ganze Natur und ihre Eigenschaften, so siehet man den Vater. Wenn man anschauet den Himmel und die Sterne, so siehet man seine ewige Kraft und Weisheit.“ „Wenn ich einen Stein oder Erdenklumpen aufhebe, so sehe ich das

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Obere und das Untere, ja die ganze Welt darinnen.“ Diese geistige Schwingung, die Heiligkeit dieses Ortes, ist auch heute noch spürbar, wenn wir uns an dieser Quelle in die Ruhe und Stille begeben. Und so spricht auch die Quelle heute noch zu uns, wenn wir offenen Herzens und aufnahmefähig sind, ihren Worten zu lauschen. Doch leider haben wir Menschen verlernt, die Stimmen der Natur in uns klar und deutlich wahrzunehmen, geblieben ist lediglich ein gefühlsmäßiges Erahnen der Schöpfungsmysterien. Doch dieses Gefühl sagt schon mehr als tausend äußere Worte. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn uns die Quelle berichten kann, was sie empfand, als der Engel sich mit den frommen Menschen über die ewige Liebe besprach, denn dadurch wurden göttliche Kräfte frei, die sich auf die gesamte Natur verströmten. „Da hättet ihr zugegen sein sollen und schauen meinen Spiegel, so hättet ihr gesehen, dass vor Gott alles Freude gibt und für Freude empfänglich ist; ich hüpfte wie eine muntere Tänzerin in meinem kleinen Beckchen, und die Steine lachten mir klatschend ihren sinnvollen Beifall herab.“ (Hi. I S. 59,9) Dass solch ein Anblick nur einem vergeistigten Menschen gegeben wird, mag uns heutigen, noch sehr an die Materie gefesselten Menschen einleuchtend sein. Doch indem wir dieses Bild geoffenbart bekommen, können wir es in unserer inneren geistigen Welt mittels unserer göttlichen Schöpferkraft, der Vorstellungskraft, miterleben. Vergegenwärtigen wir uns diese liebliche Szene in unserem Geiste, so wird sie in uns lebendig. Erleben wir, wie eine fromme Menschenschar zum Quellteich der Andritz pilgert, um dort ihrem himmlischen Vater ein Dankopfer darzubringen. Sehen wir, wie aus dem hinteren Teil der Quelle, dort, wo der Felsen emporsteigt, der Engelsgeist hervortritt und sich zu den betenden Pilgern gesellt und ihnen das Evangelium der Ewigen Liebe predigt. Erleben wir, wie der Quellteich dabei vor Freude in Bewegung gerät, ob dieser geistigen Lichtesfülle, wie selbst die Fischlein aus dem Wasser springen und die Steine lebendig werdend gegeneinander klatschen. Dieses geistige Bild verhilft uns zu einem besseren Verständnis dieser mystischen Begebenheit, und so erleben wir diese im Geiste mit. Allein, der materiell denkende Mensch sieht und hört nichts und empfindet wenig von der Ausstrahlung dieses Ortes, und warum dem so ist, enthüllt uns die Quelljungfrau: „Aber die jetzt lebenden Menschen, welche noch weit materieller geworden sind als diese mich umgebenden, verwitterten Steine, dürften wohl nimmer ein solches naturgeistig, heiteres Schauspiel erleben. Denn

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so jemand nicht das Leben des Geistes durch die Geister des Himmels in sich lebend gemacht hat, dessen Leben ist bloß ein materielles Leben und wird unterhalten von den Geistern der Materie, welche in ihn kommen durch Speise und Trank. Ein solcher Mensch, da er dadurch wieder zur Materie wird, kann mit seinen materiellen Sinnen auch nichts sehen, hören und empfinden als wie die Materie, aus der er ist, leibt und lebt.“ (Hi. I S.
59,10)

In diesem Stadium der geistigen Entwicklung befindet sich leider der Großteil der Menschheit, und es sind immer nur einige wenige, die sich aufmachen, den schmalen und dornenreichen Weg des Geistes zu gehen. „Allein ganz anders verhält es sich mit dem demütigen und gehorsamen Geistesmenschen. Dieser sieht nicht nur die Materie, sondern er sieht in der Materie das ihm verwandte, ursprüngliche (Geistes-) Wesen lebendig und weise walten. Und erfährt durch bescheidene Unterredung mit einem solchen Geiste die tiefsten Aufschlüsse über die vielartige, hie und da ganz, und hie und da zerstört, wie auch gänzlich aufgelöst scheinende, gröbere Materie. Aber nicht nur mit einem Geiste wird er sich in redende Gemeinschaft stellen können, sondern da gibt es für jedes Reich der sichtbaren, sowohl lebenden als lebendscheinenden, wie auch gänzlich tot scheinenden Natur, Geister, mit denen er eben auch eine belehrende Vollsinnrede anbinden kann.“ (Hi. I S. 59,11) Und so vermag der Gottmensch aus der gesamten Natur den Willen Gottes herauszulesen, weil ihm alles zur lebendigen Sprache wird und ihm alles Rede und Antwort stehen muss. Denn die geistigen Wesen spüren die Vollmacht des Gotteskindes und fügen sich dieser liebevollen Macht gerne, da auch sie so in den Genuss der göttlichen Vaterliebe gelangen können. Welch eine Ausstrahlung ein gottverbundener Mensch auf die ihn umgebende Natur hat, schildert uns die Neuoffenbarung in folgendem Text: „Denket euch nun eine Menschenseele in ihrer ursprünglichen Unverdorbenheit als eine wahre Sonne unter allen den euch verschiedenartig beseelten und belebten Kreaturen, die sich alle der Menschenseele unterzuordnen haben, weil sie aus ihrer Außenlebenssphäre, wenn diese, gleich der Seele, in aller Ordnung ist, geistiges Lebenslicht und geistige Lebenswärme zur Vegetation ihrer weiter aufsteigenden Seelenlebenssphäre aufnehmen und dadurch sanft, duldsam und gehorsam werden. Denn die Seelen der Pflanzen wie der Tiere, haben ja die euch freilich noch sehr unbekannte Bestimmung, einst selbst zu Menschenseelen zu werden.“ (Gr.Ev.Joh. IV 216,1) So vermag auch nur der Mensch, der den göttlichen Geist in sich

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lebendig gemacht hat, die Sprache und Schrift in der Natur zu hören und zu lesen. Ist doch die Natur ein großes Buch unseres himmlischen Vaters, in dem wir als Seine Kinder zu lesen imstande sein sollten. Und entsprechend erklärt uns der Herr: „Seht, die Natur oder die Welt an und für sich ist ein großes Buch, voll beschrieben von der Tiefe Meiner Weisheit und Liebe! Wer diese recht erfassen will, der muss sich aus Liebe zu Mir schon manchmal gefallen lassen, ein wenig in diesem Buche herumzublättern.“ (Hi. I S. 126,26) „Seht, alles in der Naturwelt, was sich da in allen ihren drei Reichen befindet, und alle noch so unbedeutenden Erscheinungen sind Schrift und Sprache für die erleuchtete Seele des Menschen!“ (Gr.Ev.Joh. VIII
102,1)

Der christliche Mystiker des Ostens, Sundar Singh, vergleicht das Buch der Natur mit dem Buch der Bücher: „Die Bibel und das Buch der Natur sind beide vom Heiligen Geist in geistiger Sprache geschrieben. Da der Heilige Geist der Ursprung alles Lebens ist, so ist die ganze belebte Natur das Werk des Heiligen Geistes, und die Sprache, in der es geschrieben ward, ist die Sprache des Geistes.“ So ist alles, was uns in der Naturwelt begegnet, tiefgründiger und voller Weisheit, als wir es je zu ahnen vermögen. Alles kann uns zu einer Offenbarung Gottes werden, wenn wir verstehen, selbst in den unscheinbarsten Naturerscheinungen zu lesen und die Sprache des Geistes bzw. der Schöpfung wahrzunehmen. Dieses ist aber nur möglich, wenn wir durch ein Leben der tätigen Gottes- und Nächstenliebe unseren Verstand erleuchtet haben und dadurch die himmlisch-geistige Sprache der Entsprechungen zwischen dem Naturmäßigen und dem Geistigen verstehen lernen. Dieses kann jedoch erst dann in Vollkommenheit geschehen, wenn wir die geistige Wiedergeburt erlangt haben, die Einung unserer geläuterten Seele mit dem ihr innewohnenden göttlichen Geistfunken. „Also besteht auch Entsprechung von allem, was euch diese Erde zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken und zu fühlen bietet. Aber nicht der Leib, noch eure ängstliche Seele, sondern nur allein der lebendige und ewige Geist aus Gott im Herzen eurer Seele kann euch dazu den Eröffnungsschlüssel geben; darum bestrebet euch der Wiedergeburt eures Geistes in eurer Seele, und die ganze Schöpfung mit allen ihren zahllos vielen Erscheinungen wird für euch wie ein großes aufgeschlagenes Buch sein, in dem ihr den Grund der göttlichen Liebe, Weisheit und Macht gar wohl werdet erschauen und klarst begreifen können!“ (Gr. Ev. Joh. VIII 102,25)

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In diesem Sinne beschreibt es auch der Dichter Hermann Stehr, wenn er meint: „Wer sich nur ein einziges Mal wirklich dem Ewigen hingegeben hat, wer einmal das große Vertrauen geübt hat, der ist befreit. Alles wird mit einem Schlage so einfach, so sinnvoll, sobald man es von innen anschaut und nun hinter jedem Ding das Wesen stehen sieht, Ihn, Gott. Dann offenbart sich jede Erscheinung als ein Gleichnis, und jedes Gleichnis als ein offenes Tor, durch welches die Seele, wenn sie bereit ist, in das Innere der Welt zu gehen vermag, wo Du und ich Tag und Nacht Eins sind. Jedem Menschen tritt hier und dort in seinem Leben dies geöffnete Tor in den Weg, jeden fliegt einmal der Gedanke an, dass alles Sichtbare ein Gleichnis sei und dass hinter dem Gleichnis der Geist und das ewige Leben wohne. Wenige freilich gehen durch das Tor und geben den bloßen Schein dahin für die geahnte Wirklichkeit des Innern.“
(Fortsetzung folgt im nächsten Heft)

Im guten Frieden
Thomas von Kempen (1379-1471) „Warum bist du neugierig, die Verhältnisse anderer zu kennen, zu wissen, wie sie sich befinden, und vernachlässigst dich selbst in vielen Dingen? Siehe, wer sich am meisten demütigen und um Gottes willen leiden kann, der hat den besten Frieden, dem wird jedes Werk leicht wegen Gott, den er im Herzen hat. Selig, wer zu Gott spricht im Gebet, in der Betrachtung, im Gesang und in der Lesung und von fremden Dingen schweigt, die in der Welt geschehen. Wo immer du bist oder hingehst oder fliehst, dahin werden deine Gedanken dich begleiten. Eine gute Betrachtung erfreut, eine schlechte aber macht traurig. Der Zorn verwirrt, der Neid blendet und der Hass bringt dir den Tod. Durch fromme Lesung wirst du belehrt, durch das Gebet wird dein Herz entzündet und durch das Werk das Wort erfüllt. Eine heilige Rede reinigt die Herzen, eine eitle dagegen befleckt, eine müßige ärgert, eine harte beleidigt, eine milde versöhnt, eine sittliche erbaut, eine geschichtliche kräftigt den Glauben, eine himmlische hebt empor zum Himmel. Reinige also dein Herz von aller Bosheit, und du wirst den besten Frieden genießen. Es ist kein Frieden denkbar außer in Gott und bei dem Tugendhaften, der alles Gottes wegen tut, den er in seiner Seele liebt. Lerne schweigen und aus Liebe zu Gott etwas ertragen, und er selbst wird dich von aller Last und von aller Unruhe befreien.“

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Sehet euch in euren Herzen um

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Sehet euch in euren Herzen um!
„Gehet aber zuvor in eure Herzen, und sehet euch da ein wenig um; was ihr aber da finden werdet, das gebet Mir dann alle einstimmig kund! Amen.“ Nach dieser Rede Abedams aber traten die zwölfe nach der Weisung des Henoch einige Schritte zurück, der sie auch begleitete, bei ihnen bleibend, geistig in ihre Herzen, und zeigte durch eine kurze Rede, was das heißt, sich im eigenen Herzen umsehen und dann dessen gewahr werden, was entweder im Herzen ist oder vorgeht. - Die Rede aber lautete also: „Höret, liebe Brüder, der allerheiligste, liebevollste Vater Abedam Jehova Emanuel Abba hat zu euch geredet, nachdem Er sattsam angehört hatte euer kindliches Lob: ,Sehet euch in euren Herzen um; und was ihr darinnen werdet finden, das gebet treulich Mir kund!‘ Also war der Sinn der überheiligen Rede. Es hat aber auch der allerheiligste Vater gar wohl gesehen, dass ihr diesen Sinn nicht fassen werdet; darum gab Er mir heimlich im Herzen die Weisung, dass ich euch geleiten soll in euer Herz und also auch in den verborgenen Sinn dieser Seiner letzten Worte, die Er da am Schlusse an euch alle gerichtet hatte. Solches nimmt euch zwar ein wenig wunder; aber ihr werdet es alle gar bald ersehen, wie es eben nicht zu leicht ist, alsogleich seine Augen in sein eigenes Herz zu richten und dann dasselbe vollkommen zu beschauen. Denn sehet, bis jetzt war bei euch allen nur vorzugsweise der Verstand eures Kopfes die Leuchte eurer Seele, aber der ewig lebendige Geist, der da wohnt im Herzen der Seele, und der da ist das alleinig wahre, innerste, lebendige Licht des Lebens, der ist bei euch noch nie geweckt worden! Ist aber dieser nicht geweckt, dann ist es auch umsonst, in sein Herz zu schauen; denn wo kein Licht ist, was sollte da wohl gesehen werden?! Oder kann da jemand bei einer allerstockfinstersten Nacht nur eine Spanne weit vor sich hin sehen?! Also aber ist es auch um so mehr mit dem Geistesschauen im eigenen Herzen, daselbst niemand etwas zu erschauen vermag, so da nicht vorher lebendig geweckt wurde sein Geist. Aber, werdet ihr nun fragen, wie und wodurch kann denn der Geist geweckt werden? Sehet, eben darum erhielt ich die Weisung, euch alle zu geleiten hierher; da wir aber schon bis hierher glücklich gelangt sind, da werden wir mit der Hilfe Dessen, der uns allen diese heilige Weisung gab, auch

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dahin gelangen, wohin wir alle nach dem allerhöchst besten und allervollkommensten heiligsten Willen Dessen gelangen müssen, der uns allen diese Weisung gab! Also aber ist der Weg, und das ist das alleinige Weckmittel des Geistes, dass ihr alle euch im Herzen, das heißt in der allervollkommensten Liebe, an den allerheiligsten Vater wendet voll Vertrauen und voll gerechter, uneigennütziger Treue. Wenn ihr aber gewahren werdet, dass es da in eurem Herzen heißer und heißer wird, dann achtet auf euer Herz; denn dann ist die Entzündungs- und Lichtzeit auch schon da. Und so dann eure Herzen alle erbrennen werden zu Gott, dem allerheiligsten, liebevollsten Vater, da schauet in euch, und ihr werdet die Wunder des ewigen Lebens in euch erschauen! Aber solches merket euch gar wohl hinzu, dass ihr etwa ja nicht darum allein den allerheiligsten Vater zu lieben beginnet; denn der allerheiligste Vater will Seiner Selbst willen geliebt sein. Und dass eure Liebe nicht also sich gestalte, als möchte sie nur dauern von heute bis morgen; denn mit einer sich nur zeitlich gestaltenden Liebe ist ja nicht einmal das schwache Weib zufrieden, geschweige erst der ewige Gott! Es wird aber das Leben beschaffen sein, wie da beschaffen ist die Liebe. Ist die Liebe zeitlich, so wird auch das Leben ein vergängliches sein gleich der Liebe, welche da ist die alleinige Bedingung des Lebens; in solcher Liebe aber ist kein Licht. Ist aber die Liebe für ewig gestaltet, so ist auch das Leben gleich ihr; und sehet, solche ewige Liebe ist erst das lichte Wachwerden des ewigen Geistes, der da selbst nichts als pur Liebe ist. Nun wisset ihr alles; tuet danach, so werdet ihr euch gar wohl und bald innerlich zu beschauen vermögen! Amen.“ (HGt. Bd.2_55,22-56,16) „Wer bei sich klar erfahren will, ob er der Hölle oder dem Himmel angehört, der frage sorgfältig sein inneres Gemüt. Sagt dieses nacheinander nach der Grundneigung und Liebe: Das ist mein und jenes ist auch mein, und das möchte ich und jenes möchte ich auch, dieser Fisch ist mein und den andern will ich fangen, gebt mir alles, denn ich möchte, ja ich will alles. – Wo das Gemüt sich also hören lässt, da ist noch die Hölle der positive Pol. Wenn aber das Gemüt sagt: Nichts ist mein, weder dieses noch jenes, alles ist des Einen und ich bin des geringsten nicht wert, und so ich etwas habe oder hätte, soll es nicht mein, sondern meiner Brüder sein – wenn das die innere Antwort des Gemütes ist, so ist der Himmel der positive Pol.“
(GS.02_118,3-4)

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Opfer und Sieg der Liebe

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Opfer und Sieg der Liebe - Gott und das Kreuz
„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingebornen Sohn gab.“ (Joh. 3,16) „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Joh. 12,32) „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ (Luk. 9,23) Nicht in Christus selber lagen die Ursachen, die zum Kreuz führten, sondern in der Sünde und der Zwietracht der Welt. Für das alles hatte er nur eine einzige Antwort: vollkommene Liebe und Selbstlosigkeit. Als er geschmäht wurde, gab er die Schmähung nicht zurück; als er litt, drohte er nicht, obwohl zwölf Legionen Engel seinem Ruf gefolgt wären. Er überwand bei jeder Gelegenheit die natürlichen menschlichen Instinkte und siegte allein durch die Kraft der Liebe. Die Liebe weiß nichts von Opfern, weil sie nur an ihr Ziel denkt und sich selbst ganz außer Acht lässt. Als Petrus die Worte sprach, die eigentlich heißen sollten: „Habe Mitleid mit dir selber, Herr!“ erwiderte Jesus: „Hebe dich, Satan, von mir!“ In der Bezeugung einer allüberwindenden Liebe liegt die Kraft des Kreuzes. Diese selbstvergessene, selbstverleugnende Liebe, welche alle Schmach und alles Leiden gering achtet, ist der starke Magnet hinter dem Kreuz, welcher alle Menschen zu Christus zieht. Im Kampf des Lebens gehen die Menschen immer wieder hin und bedauern sich selbst; sie geben den anderen oder den Verhältnissen alle Schuld an ihrem Unglück, ohne in ihrem Leben auf die siegreiche Kraft der Liebe, die aufrichtende Kraft der Gnade Gottes zu vertrauen; eine solche Auffassung der Lebensprüfungen macht das Kreuz unmöglich. Anstatt von Gott allein die Hilfe zu erwarten, suchen die Menschen überall sonst einen Ausweg aus ihren Heimsuchungen. Weil Christus bewusst im Licht der Gegenwart Gottes und seiner allmächtigen Kraft lebte und wandelte, spürte er nichts von der Verzagtheit, welche die meisten Menschen vor den Schwierigkeiten des Lebens überfällt. Wie oft nehmen wir Kleinigkeiten gleich tragisch und verdüstern uns damit selber das Leben. Wir müssen alle unsere großen und kleinen Schwierigkeiten in das Licht der Gegenwart Gottes rücken. Wir brauchen dazu nicht einen Augenblick der Einsamkeit abzuwarten. An jeder Stelle und zu jeder Stunde können wir für eine kleine Weile den Missklang der Welt zum Schweigen bringen und unseren eigenen Gedanken Stille gebieten: dann

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wird das Innere Licht uns alle äußeren Dinge in ihren wahren Verhältnissen zeigen, und wir werden deutlich sehen, welchen Weg wir einzuschlagen, welche Worte wir zu sprechen haben. So wird auch das Schwere nur Gottes Licht widerstrahlen; es wird uns nicht Finsternis noch Unglück bringen, sondern einen neuen Beweis seiner alles verklärenden Kraft. Wir wollen jeden Tag uns selbst prüfen, im Angesicht der Forderungen, die Gott an uns stellt, und im Lichte des Vorbildes, das unser Heiland uns in seinem eigenen Leben gegeben hat. Dann werden wir erkennen, wie viel uns noch fehlt. Aber anstatt unsere Zeit zu vergeuden mit unnützen Klagen und Selbstvorwürfen im Blick auf die Vergangenheit, wollen wir demütig um Vergebung für unsere Fehler bitten und recht zu erkennen suchen, wo wir vor allem anzupacken haben: nicht, indem wir unablässig auf das starren, was wir vermeiden möchten, sondern indem wir unser Ziel fest im Auge behalten; denn wir werden verklärt in das Bild, das wir anschauen und dringend ersehnen. (Phil. 3,13-16) Keiner lebt sich selber, sondern wir sind Glieder eines Leibes, dessen Haupt Christus ist (Eph. 4,1-32) . Wenn wir uns mühen, heranzukommen zum „vollen Maß der Fülle Christi“, so wird von selbst auch der ganze Leib wachsen, denn „wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit“ (1. Kor. 12,12-27). Darum „rühmen wir uns auch der Trübsal, weil wir wissen, dass Trübsal Reife der Persönlichkeit schafft“ (Röm. 5,3-5). Das Wachsen eines einzelnen Gliedes stärkt den ganzen Leib und zeugt von der Kraft Gottes in der Welt. Das ganze Leben Christi war unbewusst eine große Opfertat, ein großer Sieg, eine ununterbrochene Offenbarung der tragenden Kraft Gottes und der völligen Unterordnung der vollkommenen Liebe. Diese Liebe war die große Triebkraft seines Lebens, durch die alles erklärt wird. Das Kreuz war in dem allem der wunderbare Höhepunkt, und die Auferstehung, die letzte Krönung des Lebenswerkes Jesu, schenkt auch uns, seinen Jüngern, die Gewissheit des endlichen Sieges. „Aber wenn ihr um guter Taten willen leidet und das ertragt, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild gelassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen.“ (1. Petr. 2,19-25) „Ich bin in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien.“ (Job. 17,20-23)
(aus: "Gedankensaat" von M.B., Turm-Verlag, Bietigheim)

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Biblische Bilder und deren Bedeutung

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Biblische Bilder und deren Bedeutung
Sonntagabendgespräche einer Familie

Die Erde - Gärten, Felder, Wüsten
Paul: Ehe du anfängst, Vater, möchte ich dich einiges fragen, über das, worüber wir letzten Sonntagabend gesprochen haben. Anna: Das gleiche wollte ich tun. In demselben (12.) Kapitel der Offenbarung worin das Weib, als mit zwölf Sternen gekrönt, beschrieben wird, heißt es, ein großer roter Drache zog den dritten Teil der Sterne des Himmels herab, und warf sie auf die Erde. Nun möchte ich gerne wissen, was darunter zu verstehen ist. Natürliche Sterne können doch nicht auf die Erde geworfen werden, denn, wie ich schon längst in der Schule gelernt habe, befinden sich unter den Sternen solche, die tausendmal größer sind, als unsere ganze Erde. Vater: Gut Anna, da muss ich wohl deine Frage zuerst beantworten. Du hast ganz recht, wenn du annimmst, dass da nicht von natürlichen Sternen die Rede sein kann; denn ein einziger Stern der Art, auf die Erde geworfen, wäre genug, um diese gänzlich zu vernichten. Der große rote Drache, heißt es, war des Weibes Feind, folglich ist er der Feind der Kirche. Und der große Feind der Kirche, sind falsche Lehren über Gott und Lehren, welche die Liebe vom Glauben trennen. Diese werfen die Sterne herab, verfinstern unser Gemüt und zerstören alle Strahlen göttlicher Kenntnisse, die unser Verständnis erleuchten. Genügt dir das? Anna: Vollkommen Vater. Ich dachte mir, es müsse so sein. Paul: O, ich habe keine besondere Schwierigkeit. Ich hätte nur hören mögen, was du über die Weissagung im Jesaja 30,26 zu sagen hättest! „Und des Mondes Schein wird sein, wie der Sonne Schein und der Sonne Schein wird siebenmal heller sein, denn jetzt; zu der Zeit, wenn der Herr den Schaden seines Volkes verbinden und seine Wunden heilen wird.“ Vater: Mir scheint, es kann kaum etwas Klareres geben, als was hier gemeint ist. Es wird darunter natürlich nicht verstanden, dass Sonne und Mond jemals heller sein werden, als sie gegenwärtig sind. Ein solches Ereignis könnte zwar möglicherweise auch stattfinden, aber das ist es nicht, was hier vorausgesagt wird. Es wird darunter verstanden, dass die Liebe und Weisheit Gottes unter den Menschen in bedeutendem Maße zunehmen; dass die Kirche die göttlichen Vollkommenheiten in größerer Herrlichkeit und Fülle erkennen; dass das menschliche Geschlecht, Gott näher kommen und so seine Liebe und Wahrheit mit siebenfältiger Kraft in ihre Herzen scheinen werde.

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Paul: Ich danke dir, Vater. Nun sehe ich, wie die Sache sich verhält. Und jetzt, wenn du willst, Vater, wollen wir sehr gerne hören, was du uns Neues wirst zu sagen haben. Vater: Bisher haben wir über Sonne, Mond und Sterne gesprochen. Heute schlage ich vor, dass unsere Unterhaltung über den bildlichen Charakter der Erde, auf welche jene herabscheinen und welche von ihnen erleuchtet wird, geführt werde. Paul: Ich kann jetzt schon, ohne Erklärung einsehen, dass die Erde ein Bild der Kirche ist, welche von Gott erwärmt, erleuchtet und beglückt wird. Vater: Sehr wahr. Während alle Gegenstände am natürlichen Himmel Bilder der göttlichen Macht und Vollkommenheit sind, ist die Erde, mit allem, was damit zusammenhängt, ein Bild der Kirche, sowie der Tugenden und Laster des Menschen. Der Grund liegt auf der Hand, du hast ihn bereits angedeutet. Gerade wie die Erde von den Gegenständen des Himmels beschienen und fruchtbar gemacht wird, so wird die Kirche, damit sie Frucht bringen kann, mit Gutem und Wahrem von der ausströmenden Herrlichkeit Gottes beschenkt. Mutter: Gewiss und sehr klar. Ihr erinnert euch vielleicht, was Moses sagte, indem er sich an die israelitische Kirche wandte: „Merket auf, ihr Himmel, ich will reden, und die Erde höre die Rede meines Mundes.“ (5.Mos.32,1) Und er fährt fort Bilder zu gebrauchen, denn er sagt: „Meine Lehre triefe wie der Regen, und meine Rede fließe wie der Tau.“ Die Kirche, zu der er spricht, nennt er die Erde und die Lehre, die er verkünden will, sagt er, werde für sie wie Regen, und seine Worte wie Tau sein, der sie fruchtbar macht. Paul: Das ist wirklich sehr treffend. Vater: Wir werden noch treffendere Fälle finden, bevor wir zu Ende kommen. So sagt zum Beispiel Jeremias: „O Erde, Erde, Erde höre des Herrn Wort“ (Jer. 22,29). Gott ruft hier seiner Kirche zu, seine Stimme zu vernehmen. Lies mir aber jetzt eines von euch Jesaja 45,8! Anna: „Träufelt ihr Himmel, von oben; und die Wolken regnen die Gerechtigkeit. Die Erde tue sich auf, und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit zu. Ich, der Herr, schaffe es.“ Vater: Ist das nicht eine Ermahnung für die Mitglieder der Kirche, ihr Gemüt für das von oben kommende Gute zu öffnen, damit Gerechtigkeit in ihnen aufblühen und sie zur Erlösung gelangen mögen. Paul: Es liegt klar auf der Hand, dass wenn Gott sagt: „Die Erde tue sich auf“, und „Gerechtigkeit wachse mit zu“, meint Er das Gemüt des Menschen soll geöffnet werden und gerechte Neigungen sollen in

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demselben hervortreiben. Vater: Genau so ist es. Die Erde ist das Bild der Kirche, oder was das gleiche ist, des menschlichen Gemüts! Habt ihr je über das Gleichnis vom Sämann nachgedacht? Anna: Ja, Vater. Es steht in dem schönen Kapitel, in Matthäus 13, welches voller Gleichnisse ist. Ich erinnere mich dessen ganz gut, dass es heißt: der Same sei das Wort; die Erde, auf welche der Same fällt, muss daher das menschliche Gemüt sein. Vater: Gut, da du soviel über diesen Gegenstand weißt, kann uns Paul vielleicht sagen, was unter den verschiedenen Arten von Erde zu verstehen ist, auf welche der Samen fällt. Paul: Die verschiedenen Arten von Erden sind, wie nicht zu bezweifeln ist, ein Bild der verschiedenen Gemütsarten bei den Gliedern der Kirche. Vater: Recht. Die Erde am Wege, wo die Vögel den Samen auffraßen, ist das weltliche Gemüt, worin falsche Grundsätze den Samen der Wahrheit zerstören, sobald als nur etwas davon eindringt. Die steinige Erde ist das oberflächliche leichtsinnige Gemüt, in dem die Wahrheit rasche Wurzel fasst, aber ebenso schnell wieder abstirbt. Die mit Dornen besetzte Erde ist das Gemüt, in welchem böse Gewohnheiten und zerstörende Laster bereits eingewurzelt sind und welches sofort jeden guten Gedanken und jede gute Anregung erstickt, das gute Land aber Anna: O Vater, das gute Land ist das gute, das liebende, das ehrliche Gemüt. Jesus selbst sagt uns das, es muss daher wahr sein. Dennoch dachte ich niemals vorher, dass die Erde in der Bibel als ein Bild unseres Gemüts gebraucht werde. Vater: Meine liebe Anna, dir ergeht es nicht anders, als tausend andern guten Christen. Obgleich diese biblischen Bilder so einfach sind, dass selbst du, wie du siehst, sie verstehen kannst, wenn sie dir gezeigt werden, so wissen doch nur wenige etwas in Betreff derselben. Paul: Was du über die verschiedenen Arten von Erde sagtest, Vater, die im Gleichnis vom Sämann angeführt werden, veranlasste mich über einen andern sehr nahe damit verwandten Gegenstand nachzudenken. Die Gärten, Felder und Wüsten nämlich, deren in der Bibel Erwähnung geschieht. Diese sind doch auch bildlich zu verstehen, nicht wahr? Mutter: Ja sicher, Paul. Das ganze Wort Gottes beweist das genau. Hast du das vom Garten Eden vergessen? Anna: Sag uns doch Vater, was unter den Gärten der Heiligen Schrift verstanden wird. Vater: Liebe Tochter, wie du gesehen hast, ist die Erde ein Bild des menschlichen Gemütes. Ein Garten nun ist ein aufs beste und schönste

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angebauter Teil der Erde. Kannst du mir nun vielleicht selbst sagen, wovon er ein Bild sein mag? Anna: Ja freilich. Warum konnte ich doch das nicht früher einsehen? Ein Garten ist das Bild eines aufs beste und schönste ausgebildeten Gemütes. Paul: Oder der Kirche, welche von Gott mit Bäumen der Gerechtigkeit bepflanzt ist und von himmlischen Tugenden erblüht. Mutter: Ei, Vater, ich glaube die Kinder werden bald dich lehren, statt dass du sie unterrichtest. Vater: Das soll mir sehr lieb sein. Manche Dinge sind vor den Weisen und Klugen verborgen und werden den Unmündigen geoffenbart. Aber ich möchte euch jetzt fragen, habt Ihr je Jesaja 58,11 gelesen, wo es heißt: „Du wirst sein, wie ein gewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, welcher es nimmer an Wasser fehlt!“ Das Gemüt des guten Menschen ist tatsächlich wie ein gewässerter Garten, weil alle himmlischen Tugenden dort wie schöne Blumen und Pflanzen gedeihen. Anna: O wie schön das ist, was du uns sagst, Vater. Aber nun bitte, sage uns etwas über den Garten Eden. Ich möchte ganz besonders gerne wissen, was dieser bedeutet. Vater: Darüber ist meine Absicht, an einem späteren Abend, wenn wir über die verschiedenen Erzeugnisse der Erde sprechen werden, euch mehr zu sagen. Dass aber Eden mehr als nur einen natürlichen Garten bedeutet, könnt ihr leicht einsehen, wenn ich euch sage, dass es von jemand zur Zeit des Propheten Hesekiel heißt, er sei in Eden, dem Garten Gottes, gewesen, fünfzehnhundert Jahre nach der Sündflut (wie gewöhnlich angenommen wird), während welcher natürlich ein solcher Garten hätte gänzlich zerstört werden müssen. Anna: Davon habe ich nie etwas gehört. Vater: Wahrscheinlich nicht, ihr könnt es aber selbst lesen in Hesekiel 28,12- 13. Paul: Hier ist die Stelle; ich erinnere mich derselben genau. Anna: Lass mich sie lesen! „Menschensohn, erhebe ein Klagelied über den König von Tyrus und sage zu ihm: So spricht der Herr Jehova! Du kostbarer Ring, der Weisheit voll und vollendet an Schönheit, in Eden, im Garten Gottes, warest du!“ Vater: Müsste es nun nicht hiernach so scheinen, als wäre der Garten Eden zu des Propheten Zeiten noch vorhanden gewesen? Ja, liebe Kinder und ich hoffe, er besteht noch heute. Aus dieser Stelle seht ihr, dass der König von Tyrus, der voll Weisheit und vollendet an Schönheit war, sich in Eden befand. Voller Weisheit sein, das heißt, geistige Schönheit im

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Gemüte haben, ist so viel als der Seele nach, in Eden wohnen und „in Eden, im Garten Gottes“ sein. Verstehet ihr, was ich sage? Paul: Ganz gut, jedes feingebildete und gute Gemüt ist ein schöner Garten Gottes. Ich vermute, die Schrift will sagen, dass Gott die Seelen von Adam und Eva fein ausbildete und alles mögliche Schöne und Gute in sie einpflanzte. Vater: Nun, wie ich vorhin gesagt habe, ich werde das später noch genauer erklären. Ich kann dir indessen so viel sagen, daß du nicht weit von der Wahrheit entfernt bist. Anna: O, ich bin ganz gewiss, was Paul sagt, ist wahr, es ist so schön. Vater: Meinst du also, alles was schön sei, sei deshalb auch wahr? Anna: Ich hoffe es, Vater. Vater: Richtig aufgefasst, ist es auch so. Alles was wahr ist, ist auch schön und anziehend und alles Falsche ist entstellt und widerwärtig. Doch halten wir manche Dinge für schön, die es nicht wirklich sind, oder die nicht wahr sind, das kommt aber von unserer falschen Anschauung und unserem verderbten Geschmack. - Ich denke aber, wir haben jetzt genug über Gärten gesprochen. Was werden wir nun über die Felder zu sagen haben? Paul: Ein Feld ist ein angebauter Teil der Erdoberfläche und muss daher auch ein Bild des menschlichen Gemütes, in einem Zustand der Ausbildung sein, aber in keinem so hohen Grade, wie das unter einem Garten vorgebildete. Vater: Sehr gut. Gärten sind Bilder der Kirche in ihrem höchsten Zustande der Ordnung und Vollkommenheit; und Felder sind Bilder der Kirche in einem Zustande der Ordnung und Nutztätigkeit, aber von weniger vollkommener Art. Ich sollte denken, ihr habt jetzt einen Begriff von dem, was gemeint ist in Jesaja 55,12: „alle Bäume auf dem Felde werden in die Hände klatschen“. Anna: Wie, Vater, ich dachte niemals, dass jene Stelle einen Sinn habe, ich kann aber jetzt klar einsehen, dass solches der Fall ist. Paul: Mir scheint, das muss Bezug haben auf einen Zustand großer Freude unter den Christen, den Bäumen der Gerechtigkeit, gepflanzt im Felde der Kirche. Vater: Ja; oder, was dasselbe ist, es hat Bezug auf die Wonne eines Gemütes, das reich besetzt ist mit heranwachsenden himmlischen Grundsätzen, gepflanzt von der Hand des göttlichen Vaters. Es gibt aber gewisse unangebaute Stellen der Erdoberfläche - Wildnisse und Wüsten; auch jene sind Bilder der Kirche und des menschlichen Gemütes. Paul: So denke ich es mir auch. Die unangebauten Gegenden der Erde

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müssen natürlicherweise ein ungebildetes Gemüt vorstellen. Vater: Alle in der Heiligen Schrift genannten unfruchtbaren Orte sind Bilder der Kirche, wenn sie des Guten entbehrt und des Gemütes, wenn es keine himmlischen Früchte hervorbringt. Wie ein Garten ein Bild der Ordnung ist, so ist eine Wildnis das Bild der Unordnung. Wie ein Feld das Bild der Fruchtbarkeit ist, so ist eine Wüste das Bild der Verödung. Anna: Hier ist eine Stelle aus Jesaja 35,1, die ich lesen möchte. „Es werden laut sich freuen die Wüste und das dürre Land und jauchzen wird die Einöde und blühen wie eine Rose“. Ist die Wüste und die Einöde hier auch bildlich zu nehmen? Vater: Natürlich. Die ganze Bibel bezieht sich auf die Kirche, deren Herabsinken sowohl als deren herrlichen Stand. In dem von dir gelesenen Vers wird gelehrt, dass Gott den verkehrten und unordentlichen Gemütszustand des Menschen so umwenden und zuwege bringen wird, dass er von Freude erfüllt und den öden Zustand seines Herzens so zurichten wolle, dass er Nützliches und Schönes in Menge hervorbringen werde. Paul: Ich blätterte in den Propheten und habe viele Stellen gesehen, in welchen von Wüsten und dürrem Land die Rede ist und alle scheinen die Bedeutung zu haben, wie du sie gibst. Vater: Leset Jesaja 32, wo von dem Kommen Jesu Christi in die Welt die Rede ist und ihr werdet es sehr deutlich sehen. Es heißt dort, Dornen und Disteln sollen auf dem Lande wachsen, „bis über uns der Geist sich ausgießt aus der Höhe; für eine Flur wird dann die Wüste und für einen Wald die Flur angesehen werden“. Weiter heißt es, „dann wird Recht in der Wüste sein; und Gerechtigkeit auf den Fluren thronen“. Es ist das eine bildliche Weissagung über die Wirkung, welche durch das Kommen des Herrn bezweckt würde, - dass nämlich die Gemüter der Menschen angeregt und von Zuständen geistiger Nutzlosigkeit und Unordnung in Zustände von Vortrefflichkeit und Nützlichkeit umgewandelt werden sollen, und dass dann Gerechtigkeit und Recht in der Seele wohnen und bleiben sollen. Paul: Allerdings muss so etwas die Bedeutung sein, denn es ist unmöglich, dass Recht und Gerechtigkeit in einer natürlichen Wüste und unfruchtbaren Feldern wohnen können. Anna: Das wäre freilich ganz widersinnig. Als was für ein wunderbares Buch mir aber jetzt die Bibel vorkommt! Ich wusste nicht, dass sie auch nur halb so merkwürdig und schön sei, bis wir über ihre Bilder belehrt wurden. Vater: Nun denke ich, habt ihr für diesen Abend genug gelernt. Ihr

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Vom Denken im Herzen

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habt jetzt die Idee erfasst, dass die Erde ein Bild des menschlichen Gemütes ist. Vergesset das nicht. Ihr habt auch gelernt, was die Verschiedenheiten des menschlichen Gemütes und die wechselnden Zustände der Kirche sind. Behaltet auch das im Gedächtnis. Es gibt noch viel merkwürdigere Dinge zu lernen, die mit dem gleichen Gegenstand in Verbindung stehen. Wir müssen aber solches auf den nächsten Sonntagabend verschieben.

Vom Denken im Herzen
Sagt der Römer Cyrenius: „Herr, es geht bei mir mit dem Denken im Herzen durchaus nicht, weil ich schon von meiner Jugend an gewöhnt wurde, im Kopfe zu denken; mir scheint es nahe unmöglich, im Herzen denken zu können! Wie soll man es denn anfangen, um im Herzen denken zu können?“ Der Herr: „Das ist ja ganz leicht und ganz natürlich! Alles, was du dir nur immer denken kannst und magst nach deinem Gefühle im großen Gehirne, kommt zuvor aus dem Herzen; denn jeder noch so geringe Gedanke muss ja doch zuvor irgendeine Anregung haben, durch die er als notwendig hervorgerufen wird. Wenn der Gedanke erst im Herzen irgendeines Bedürfnisses halber angeregt und erzeugt ward, so steigt er dann erst auf in das Gehirn des Kopfes zur Beschauung der Seele, auf dass diese darauf die Glieder des Körpers in die geeignete Bewegung setze, damit der innere Gedanke sogestaltig zum Worte oder zur Tat werde; aber dass je ein Mensch pur im Kopfe denken könnte, wäre die platteste Unmöglichkeit! Denn ein Gedanke ist eine rein geistige Schöpfung und kann darum nirgends entstehen denn allein im Geiste des Menschen, der im Herzen der Seele wohnt und von da aus den ganzen Menschen belebt. Wie möglich aber könnte sich je eine Schöpfung aus irgendeiner noch so subtilen (feinen) Materie entwickeln, da alle Materie, somit auch das Gehirn des Menschen, nichts als eine purste Materie ist und somit nie Schöpfer, sondern nur Geschaffenes sein kann?! – Verstehst du nun wohl solches und fühlst es vielleicht gar schon, dass kein Mensch etwas im Kopfe zu denken vermag?“ Sagt Cyrenius: „Herr, ja ich fühle das nun ganz lebendig! Aber wie geht das denn zu? Es kommt mir jetzt wahrlich so vor, dass ich von jeher bloß nur im Herzen gedacht habe! Merkwürdig! Wie ist denn das? Ja, ich fühle förmliche Worte im Herzen, und das als ausgesprochene Worte, und es

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kommt mir nun gar nicht mehr vor, dass es möglich wäre, im Kopfe einen Gedanken zu fassen!“ Der Herr: „Das ist die ganz natürliche Folge deines stets mehr und mehr geweckt werdenden Geistes im Herzen, der da ist die Liebe zu Mir und durch Mich zu allen Menschen. Bei Menschen aber, bei denen solche Liebe noch nicht erwacht ist, bilden sich die Gedanken zwar auch im Herzen, werden aber im selben, weil es zu materiell ist, nicht wahrgenommen, sondern erst im Gehirne, wo die Gedanken des Herzens, als schon mehr materiell wegen des Antriebes zur Handlung, sich bildlich gestalten und sich mit den Bildern, die von der Außenwelt durch die äußersten Leibessinne sich in die Gehirntäfelchen eingeprägt haben, amalgamieren (vermischen) und sogestaltig vor den Augen der Seele selbst materiell und schlecht werden und sodann auch als notwendiger Grund der schlechten Handlungen der Menschen angesehen werden müssen. Darum muss ein jeder Mensch zuvor im Herzen und daselbst im Geiste wiedergeboren werden, ansonst er ins Gottesreich nicht eingehen kann!“ Sagt Cyrenius zum nebenstehenden Petrus: „Verstehst du das wohl von der Wiedergeburt des Geistes im Herzen, und was und wo so ganz eigentlich das Reich Gottes ist, von dem Er und die beiden Engel in einem fort reden und solches als Künftiges für unsern Glauben verheißen?“ Sagt Petrus: „Allerdings verstehe ich solches, und so ich‘s nicht verstünde, bliebe ich nicht hier, sondern würde daheim für mein Haus sorgen. Forsche du, hoher Herr, aber nur in deinem Eigenherzen, da wirst du in Kürze mehr finden, als was ich dir in hundert Jahren erörtern könnte! Siehe uns an, die wir Seine ersten Jünger und Zeugen waren, ob wir viel mit Ihm äußerlich reden! Und siehe, dennoch reden wir mehr mit Ihm denn du und viele andere durchs äußere Mundwort; denn wir reden mit Ihm rein nur im Herzen und fragen Ihn um tausenderlei, und Er antwortet uns in klaren, wohlausgeprägten Gedanken, und so gewinnen wir doppelt. Denn eine Antwort des Herrn in des Menschen Herzen ist gewisserart schon sein Lebensanteil, während das äußere Wort erst durch die fortgesetzte Tat wegen der Übung der Seele zum Lebensanteil werden muss. Und so kannst du, hoher Herr, denn in der bewussten Sache ja auch in deinem Herzen fragen, und der Herr wird dir dann schon die rechte Antwort in dein eigenes Herz so ganz still und geheim legen, dass sie der vielohrige Satan unmöglich wird zu vernehmen imstande sein! Und auf die gleiche Weise kannst du den Herrn auch wegen der Wiedergeburt des Geistes im Herzen und wegen des Reiches Gottes fragen, und es wird dir

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alsbald die klarste Antwort zuteil werden!“ Spricht der Herr: „Versuche es einmal in deinem Herzen, Mich um was immer zu fragen, und Ich werde dir die Antwort klar, deutlich, verständig und wohlvernehmlich in dein Mich wahrlich über alles liebendes Herz legen!“ (Gr.Ev.Joh. 2_62,01-11+14) „Suchet ihr alle nur im Herzen die Weisheit und die rechte Offenbarung aus Mir, so werdet ihr sie leicht begreifen und für euer ganzes Leben und für ewig behalten! Habe Ich doch schon oft zu euch gesagt, dass ihr nicht im Kopfe, sondern nur im Herzen sollet Gedanken zu fassen anfangen, um zur Wahrheitsfülle zu gelangen, die euch wahrhaft lebensfrei machen würde! Warum tut ihr denn das nicht und bleibet lieber bei der Materie, die nichts hat und nichts geben kann?! Tut, was Ich euch lehre, dann werdet auch ihr reden in wahrer Weisheit!“ Sagt Petrus: „Herr! Das versuchten wir schon oft; aber es will mit dem Denken im Herzen nicht vorwärts. Dann und wann nur fühle ich – nicht so sehr wahrhafte Gedanken als vielmehr ganz eigentliche Worte im Herzen, und diese kann ich doch nicht Gedanken nennen, da es mir vorkommt, dass dieselben erst nachher sich im Herzen aussprechen, wenn sie zuvor im Gehirne gedacht werden!“ Sage Ich: „Das ist ein Anfang; übet euch darin, so werdet ihr bald dahin gelangen, im Herzen der tiefsten und freiesten Gedanken fähig zu sein!“ (Gr.Ev.Joh. 3_184,6+9-11) „Wer da ist gar stark in seinen Gedanken über allerlei Dinge, der leite alle diese seine Gedanken zurück ins Herz; ja, in die Tiefe seines Herzens versenke er alle seine Gedanken, allda der lebendige Opferaltar der reinen Liebe aufgerichtet ist, lege sie da auf diesen geheiligten Altar und entzünde sie alle da mit der sonst vielleicht schwächeren Flamme seiner Liebe, damit dadurch lebhafter diese Flamme werde und Gott wohlgefälliger und er desto lebendiger durch und durch! Wer da stark ist im Empfinden, auch der leite diese reiche Ölquelle hin auf den Altar der reinen Liebe im Herzen, damit die Flamme eine beständige Nahrung habe zur allerschuldigsten Verherrlichung des größten und allerheiligsten Namens Jehova in uns!“ (HGt.2, 25,51-52)
„Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche

Gedanken in euer Herz?“
(Luk. 24,38)

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Ein Blick ins Himmelreich

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Ein Blick ins Himmelreich
Joseph Hahn
„Selig sind, die seine Gebote halten, auf dass sie Macht haben an dem Holz des Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt.“ Offenb. Joh. 22,14

Ein Engel entführt mich dem irdischen Leben; er ist von einem besonderen Lichte umgeben und sagt zu mir: „Komm mit, ich will dir den Himmel in seinem prächtigsten Glanze zeigen, ich will dich durch viele Räume führen, damit du die Himmelsbürger auch in ihren festlichen Kleidern sehen kannst. Alle Engel versammeln sich heute, alle Heiligen und Seligen, zu einem hohen Feste. Heute zeigt sich der Herr allen, die im Himmel sind, es bleibt auch nicht eine einzige Seele zurück. Die heilige Mutter des Herrn bringt alle, die ihrer Führung übergeben sind, in den großen allgemeinen Himmelssaal. Die allerjüngste der Kinderseelen darf heute nicht fehlen. Ich habe Befehl, auch dich herbeizuführen, damit du die Wonne und Seligkeit kostest zur Stärkung im Kampf gegen die Sünde. Zuvor aber muss ich dich waschen und salben, auf dass du am Tor des großen Himmelssaales erscheinen kannst,“ Wir gehen auf einer lichten Straße aufwärts und kommen an eine glänzende Mauer. Mein Führer öffnet eine Pforte, wir treten ein und gehen zu einem Brunnen mit silberhellem Wasser, Er spricht: „Hier will ich dich hineintauchen, damit du abgewaschen werdest und ich dir das Feierkleid anziehen kann, ohne dass du es beschmutzest.“ Er fasste mich an, tauchte mich in das Becken und sagte: „Ich habe dich nun in die Quelle der Klarheit und des Lichtes getaucht, damit du die Herrlichkeit sehen kannst; denn deine Augen würden erblinden, wenn ich dich nicht gewaschen hätte mit dem Wasser des Lebens.“ - Ich fühle mich außerordentlich gestärkt, und mein Auge sieht hell und klar umher. Wir gehen jetzt weiter und kommen an eine Strasse, welche mit einem Tor verschlossen ist. Dasselbe ist herrlich geschmückt und die ganze Straße bestreut mit himmlischen Blumen. Es sind vier Engel am Tore, sie haben violette Gewänder an und sind herrlich anzusehen. Sie fragen meinen Führen „Bruder, bist du schon von deiner Sendung zurückgekommen?“ Mich reden sie mit ernstem Tone an: ob ich mich auch gewaschen hätte am Brunnen? Mein Engel bejaht es und sie öffnen uns das Tor. Wir kommen an ein zweites Tor, das einen Vorplatz hat. Es ist alles mit herrlichen Kränzen und Blumengewinden behangen, aus jeder Blume scheint ein Himmelsstrahl hervor. Zwei Engel schließen uns auf Befehl meines Führers die Türe auf; wir betreten einen außerordentlich großen Platz, von welchem man an allen vier Seiten in lichte Straßen hineinsehen kann, die mit denselben Blumen bestreut sind

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wie die Straße, auf welcher wir herkamen. In der Mitte des Platzes steht ein Gefäß; es gleicht einem Kristall, auf welchen die Sonne ihre Strahlen wirft. Mein Engel führt mich hinzu und öffnet es. Er taucht seinen Finger hinein und bestreicht meine Stirne damit. Er sagt: „Ich muss dich bezeichnen, denn am Tore des großen Himmelssaales steht ein mächtiger Bruder von mir, der es bewacht, und wenn er dich nicht also bezeichnet fände, würde er dir den Eingang verweigern. Bleibe jetzt hier, ich will dir ein anderes Kleid holen und ergötze dich am Anschauen der Straße, auf welcher du die Himmelsbewohner wirst heranziehen sehen.“ Er geht jetzt von mir. Ach, diese Herrlichkeit ist nicht zu beschreiben, mit was sollte ich sie auch vergleichen? Was ist auf der Erde, das dem Himmel gleich kommt? O trachtet doch darnach, meine Lieben, dass ihr euch einst mit vollem Bewusstsein dieser Herrlichkeit erfreuen könnet, die jetzt mein Geist genießt. - Ich habe nun gesehen, wie die himmlischen Scharen sich auf jener Straße sammeln, und wie alles voll Jubel ist. Jetzt kommt auch mein Führer wieder. Er hat ein Herrlichkeitskleid in den Händen und sagt: „Könnte ich dir doch ein solches Kleid für immer anziehen, könnte ich dich einmal für immer hier einführen, wie wollte ich mich freuen!“ Er zieht mir jetzt das Kleid an. Ich fühle mich so leicht in diesem Gewande. Es ist lichtblau und mit herrlichen Rosen geschmückt, die im blendendsten Weiß erstrahlen; sie duften so süß, dass ich ganz davon berauscht bin. Mein Engel umhüllt mich nun mit einem durchsichtigen Schleier und sagt, dass ich nun mit ihm gehen darf. Ach, ich fühle mich so unaussprechlich glücklich. Wir gehen jetzt in eine der vier Straßen hinein, sie führt uns an eine Hauptstraße. Der Engel sagt zu mir: „Hier kannst du den ganzen Festzug vorübergehen sehen.“ Er stellt mich etwas entfernt von der Hauptstraße in eine Vertiefung und warnt, nicht näher zu treten. Jetzt kommen sie. Ich höre einen Gesang, bei welchem meine ganze Seele erbebt. Ach, Freunde, wenn ihr diese Töne vernehmen könntet, wie würden eure Herzen entzündet in heiliger Liebe für den Herrn! Wie gerne würdet ihr alle leiden der Erde mit demütiger Ergebung in den Willen des Höchsten ertragen, wenn ihr die Wonne und Herrlichkeit ahnen könntet, die ich jetzt genieße und schaue! Ein Engelchor kommt jetzt auf diesem Hauptwege, den ich sehen darf, vorbei. Sie haben goldene Harfen in den Händen und die Musik ist so unaussprechlich, dass mein irdisches Öhr sie nicht ertragen könnte; mein schwacher Körper würde in Nichts zerfallen. Dem Engelchor folgt ein unübersehbarer Zug von Jungfrauen, Sie haben Kleider an, teils vom hellsten Weiß, teils wie in die Farbe der Rose getaucht und sind mit Blumengewinden umkränzt. Sie sind ganz herrlich anzusehen und ich bin nicht imstande, ihre Schönheit mit etwas Irdischem

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zu vergleichen. Nun kommen diejenigen Frauen, welche den Märtyrertod erlitten haben. Sie haben Kleider von einem Weiß, als wenn auf Schnee die helle Mittagssonne scheint. Diese Kleider sind mit einem Blutstropfen des Lammes besprengt und werden nur von Seelen, getragen, die ihr Leben dem Lamme geopfert haben. Diese Märtyrerinnen haben prächtige Kronen auf dem Haupte und Palmzweige in den Händen. In ihrer Mitte sehe ich die heilige Mutter des Herrn, im königlichen Schmucke prangend. Ihr mildreiches Angesicht schaut freundlich umher, aber ach, ihre heilige Person wagt mein schwacher Mund nicht weiter zu beschreiben. In ihrer nächsten Nähe sind einige Frauen, welche auf Erden ihre liebsten Freundinnen waren. Nach ihnen folgt eine unaussprechliche Menge frühentschlafener Kinder, alle in Rosa gekleidet, aber ich kann keine mir bekannten erkennen, weil die Zahl viel zu groß ist. Nach den Kindern kommt wieder ein Zug von Jungfrauen gleich den vorausgegangenen, den Schluss bildet eine Schar Engel, Mein Führer nimmt mich bei der Hand und spricht zu mir: „Jetzt will ich dich an die Türe des Himmelssaales führen.“ Wir gehen dem Zuge langsam nach; ich sehe von den andern Straßen die Himmelsbewohner in ähnlich geordneten Zügen herbeiströmen. In der Ferne glänzt das unermessliche Tor; das zu jenem Saale führt. Jetzt sind sie alle hineingegangen. Das Tor besteht aus acht prächtigen Säulen von der Farbe des Rubins. Das Portal gleicht einem Smaragd, die Säulen sind eingefasst mit köstlichen Perlen, und das Tor selbst gleicht etwas Durchsichtigem, dem ich keinen Namen geben kann. Vier Seraphim und vier Cherubim stehen zu beiden Seiten des Tores. Der Engel führt mich nach Erlaubnis dieser hohen Diener Gottes ein. Ach, ich kann kaum sagen, was ich sehe! Wohin mein Auge blickt, ist eine Herrlichkeit, die nicht zu beschreiben ist - Denket euch, ihr ständet vor dem Tore der größten Stadt der Erde, so habt ihr einen schwachen Vergleich mit der unendlichen Größe dieses Gebäudes. Wenn dort eure Augen nicht alles überblicken können, wie viel weniger hier, wo unzählige Millionen von Engeln und Himmelsbürgern versammelt sind. - Ich sehe jetzt in der Mitte des Saales einen prächtigen Thron. Ach, die unendliche Gnade, die mir heute widerfährt! Ich sehe den Allerhöchsten, Allmächtigen und Allwissenden, den König des Himmels und der Erde, unsern Gott und Heiland, unsern Erlöser seinen Thron besteigen; Ihn, der die Herrlichkeit des Himmels verließ, um zu uns auf die Erde zu kommen und das sündige Menschengeschlecht zu erretten; ihn, der alle Schmähungen ertrug und sich ans Kreuz hängen ließ, um uns den Himmel zu eröffnen. Ihn sehe ich, das Urbild der Heiligkeit und Liebe,

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voll Majestät auf seinem Throne sitzen; wie huldreich und freundlich schaut er auf Seine Geschöpfe hernieder! Ich höre himmlische Chöre, wie sie zum Rauschen der Harfen ihm singen, ich sehe den Weihrauch der Gebete emporsteigen. Ach, Freunde, mir vergehen meine Sinne, betet an und erkennet die unendliche Liebe! (Quelle: Jenseitsblicke, RenatusVerlag, Lorch)

Der Weg des Lichts
T. Th. Hamblin Ein Wort aus den Sprüchen Salomos (4,18) heißt: „Der Weg der Rechttuenden glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet, bis der volle Tag da ist.“ Das entspricht der gemeinsamen Erfahrung aller, die zur Wahrheit gefunden haben, zum Neuen Geiste: während vorher ihr Weg immer dunkler, ihr Leben immer trüber und sie selbst von Jahr zu Jahr pessimistischer wurden, wird ihr Weg jetzt zunehmend heller, bis die Fülle des Lichts des Reiches Gottes sie umgibt. Es scheint schwer, den Wahn, dass, das Leben mit den Jahren schwerer werde, aus dem Bewusstsein der Menschen auszumerzen. Die meisten sind Sklaven der Vorstellung, dass der Jugend alle Lebenswerte gehören und dass unser Weg, wenn die Jahre der Jugend verrauscht sind, zunächst langsam und dann immer steiler abwärts führt, bis der Abgrund des Todes uns verschlingt. Diese durchaus irrige, im Bewusstsein der meisten Menschen tief verwurzelte Vorstellung ist eine der Hauptquellen des Pessimismus und der Verzweiflung. Nur auf einem Wege kann man diesen Wahn mit der Wurzel ausrotten: auf dem Wege nach innen, dem Weg des Lichts, dem Weg zu Gott. Auf diesem Wege wird unser Leben von Jahr zu Jahr heller und anziehender, reicher und schöner. Auf ihm erkennen wir, dass Freude und Schönheit, Reichtum und Glück nicht von außen her kommen, sondern dem Innern entspringen und von innen her unser Leben neu gestalten. Kein Mensch wird durch äußere Umstände unglücklich oder glücklich; in Wirklichkeit ist das äußere Leben nur ein Spiegelbild unseres inneren Lebens, der Art unseres Denkens. Das heißt: wenn wir davon ausgehen, dass das Leben trist und elend ist, machen wir die dieser Einstellung entsprechenden Erfahrungen, die wiederum unseren Pessimismus zu bestätigen scheinen und uns so ständig tiefer in Not und Verzweiflung hineintreiben. Wenn wir hingegen richtig denken, uns bewusst werden und bejahen oder auf dem Wege nach innen zu der Einsicht erwachen, dass das

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Leben gut ist und von Jahr zu Jahr lichter und schöner wird, dann werden wir die dieser Einstellung gemäßen Erfahrungen machen, die unsern Optimismus bestätigen und uns so immer höher führen. Die Jahre spielen hierbei keine Rolle; denn unser inneres Wesen ist ewig jung, und der Glanz der inneren Jugend teilt sich auch dem Körper mit und macht ihn zu einem lichten Gefäß des göttlichen Geistes, wenn wir einmal den Weg des Lichts betreten haben. Die Disharmonien im Leben sind nichts als Folgen falschen, ängstlichen, zweifelsüchtigen Denkens. Damit unser Leben licht und harmonisch werde vom Mittelpunkt her bis zum äußersten Umkreis, brauchen wir nur unser Denken - und das heißt: unser schöpferisches Gestaltungsvermögen - in die rechte, positive Bahn zu lenken und uns an beständiges Bejahen des Lebens zu gewöhnen. Dann muss und wird sich unser Leben von selbst neu gestalten. In uns ist die Kraft, uns über alle äußeren Unzulänglichkeiten zu erheben und die innerlich bejahte Vollkommenheit auch nach außen hin zu verwirklichen. Diese Kraft ist göttlicher Natur. Sie ist uns von Gott gegeben, weil Gott will, dass wir glücklich und vollkommen werden sollen, und unser Leben desgleichen. Wenn es heute noch nicht vollkommen ist, so liegt das ausschließlich daran, dass wir von den Möglichkeiten der Vervollkommnung unserer selbst und unseres Lebens bisher nicht den rechten Gebrauch gemacht und zu wenig das Gute bejaht und verwirklicht, sondern vorwiegend das Schlechte gefürchtet und damit herbeigezogen haben. Gott will immer unser Bestes. Es ist eine Frage der inneren Reife und des geistigen Sehvermögens, ob wir das erkennen und das Gute, das täglich auf uns zukommt, dankbar ergreifen, oder nicht. Alles hängt also davon ab, ob wir uns bewusst den Weg des Lichts gehen sehen, der immer höher führt, oder ob wir noch im Dunkeln tappen und dann naturgemäß schwarz sehen und jammern: „Alles Leben wird vom Leid beherrscht; Krankheit ist des Menschen Los; keiner, dessen Sterne nicht schlechte Aspekte zeigen!“ - Wer so denkt, macht sich zum Spielball des Schicksals, statt es zu beherrschen. Er übersieht, dass er Erbe einer Macht ist, die größer ist als das Schicksal und die äußeren Umstände, größer als ererbte Krankheit, Schwäche, Armut, Elend und Schwierigkeiten jeder Art! Das Leben ist gut! Wenn wir dies erkennen und bejahen, betreten wir unweigerlich den Weg des Lichts und bewirken, dass unser Leben allmählich die Gestalt annimmt, die wir ihm in unseren Gedanken geben. -

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Das große Hemmnis für viele Christen ist, dass sie sich nicht vorstellen können, dass es Gottes Wille ist, dass sie glücklich seien, ihr Leben vernünftig genießen und immer vollkommener werden. Sie meinen, dies sei zu schön, um wahr zu sein; so zu denken, sei unrecht. Solchen Menschen möchte ich die Augen öffnen, dass sie die schicksalgestaltende Macht ihrer Gedanken erkennen und einsehen, dass Gott der Unendliche Geist des Guten ist, dass das Leben gut ist, dass Gottes Wille und unsere Bestimmung die Vollkommenheit ist und dass es eben dies ist, was Jesus verkündete. Aber viele wollen nicht wahr haben, dass Gott der Geist der Liebe, des Friedens und der Fülle ist, dass unser Leben nach Seinem Willen aus der Dunkelheit der Nichterkenntnis und des Leides auf dem Wege des Lichts ständig aufwärts führt, bis wir den strahlenden Mittag der Vollkommenheit erreicht haben. In einer Welt, die voll Trübsal und Elend scheint, werden Optimisten leicht als unangebracht empfunden. Nun, der größte Optimist ist Gott, weil er weiß. Auch wir können und sollen Optimisten sein durch unseren Glauben, der uns befähigt, die Wahrheit zu erfassen, also das, was Gott weiß: dass das Universum von Freude und Licht erfüllt ist, dass alles gut ist und dass unser Leben, wenn wir dessen bewusst sind, von Jahr zu Jahr lichter und schöner wird. Wenn wir den Weg des Lichts bewusst betreten, gelangen wir auf ihm früher oder später in einen Zustand erweiterten Bewusstseins. Wir durchschreiten eine Erleuchtung, in der das Überbewusstsein in uns erwacht. Es ist möglich, dies Überbewusstsein, das in uns schlummert, planmäßig zu entwickeln, so dass es uns schließlich leicht fällt, uns mit dem Unendlichen und Ewigen zu verbinden. Denn das Überbewusstsein in uns ist der Teil unseres Wesens, der der geistigen Wirklichkeit angehört. Durch ihn wissen wir, durch intuitives Erkennen, um Wahrheiten, die dem Verstand unfassbar bleiben. Durch ihn können wir schon hier und jetzt Erben des Reiches Gottes sein und einer geradezu kosmischen SeinsBewußtseins-Seligkeit teilhaftig werden, der gegenüber alle irdischen Freuden verblassen. Durch das Überbewusstsein können wir uns unmittelbar in Christum einsenken und ihm immer ähnlicher werden. Jedes Mal, wenn wir Christum auf diesem Wege nahekommen, fließt ein stärkerer Strom heilsamer geistiger Kraft durch uns hindurch und bewirkt, dass wir allmählich zu neuen Menschen werden. Wir werden dann zunehmend vom Geist geführt, so dass Harmonie, Freude und Fülle an die Stelle der Zerrissenheit, Disharmonie und Not treten, die uns bisher am Glücklichsein hinderten.

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Die Intelligenz des Herzens

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Wir entdecken, dass wir gar nicht in einer Welt der Schrecken, sondern in einem Strom ständiger Segnungen leben und dass unser Leben von Jahr zu Jahr lichter und vollkommener wird. Und wir fühlen zugleich, dass wir diesen Fortschritt beschleunigen, wenn wir Gott für das Leben und für seine schweigende Führung von Herzen danken. Um so sichtbarer wird die Kraft des Geistes bewirken, dass unser Leben sich so gestaltet, wie wir es im tiefsten Grunde unseres Wesens ersehnen - im Einklang mit dem Willen des Ewigen -, und dass wir schließlich zu dem erwachen, was die Vollendeten aller Zeiten als Kosmisches Bewusstsein (oder seelische Wiedergeburt) erlebten.
(Quelle: H.Th. Hamblin - Psycho-Dynamik, Drei Eichen Verlag)

Die Intelligenz des Herzens
Pierre Franckh Seit Menschengedenken gilt das Herz als stärkstes Symbol für die Liebe und als das Zentrum unserer Gefühle. Doch dann tauchten die moderne Wissenschaft und die Schulmedizin auf und wollten uns weismachen, das Herz sei einfach eine Pumpe, mit deren Hilfe unser Blut durch unseren Körper zirkuliert. Obwohl wir „normalen Menschen“ keine wissenschaftlichen Gegenargumente parat hatten, hielt sich bei uns hartnäckig die Überzeugung, dass das Herz das Zentrum unserer Gefühle ist. Eine Vielzahl an Redensarten belegen dies, zum Beispiel: „Sie ist an gebrochenem Herzen gestorben“, oder: „Er fasste sich ein Herz und fragte sie ...“ Das heißt, dass derjenige „Mut“ haben soll, um sein Ziel zu erreichen. Das Wort „Mut“ bedeutet im Lateinischen auch „Herz besitzen“. Das Wort „Herz“ wiederum ist verwandt mit „Glaube“. Wie wahr dieser Zusammenhang ist und wie sehr sich die Wissenschaft irrte, zeigen erstaunliche Entdeckungen, die bereits 1993 gemacht wurden, aber niemals wirklich an die Öffentlichkeit kamen. Die Wissenschaft tut sich eben manchmal schwer, Irrtümer einzugestehen. Das Institute of HeartMath Research Center, das 1991 gegründet wurde und inzwischen auf der ganzen Welt wegen seiner revolutionären Entdeckungen anerkannt ist, führte grundlegende Forschungsarbeiten in emotionaler Physiologie und Herz-Hirn-Wechselwirkungen durch. 1993 wollte man zum Beispiel die Macht der Gefühle über den menschlichen Körper untersuchen und konzentrierte sich dabei auf den Bereich unseres Körpers, von dem man annahm, dass er für die Entstehung von Gefühlen verantwortlich sei: unser Herz.

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Schon ziemlich rasch, bereits bei den ersten Untersuchungen, machte man eine überaus erstaunliche Feststellung und war regelrecht fassungslos, dass man das nicht bereits früher entdeckt hatte: Das Herz ist umgeben von einem gewaltigen Energiefeld: Es hat die Größe von ungefähr zweieinhalb Meter Durchmesser! Das muss man sich vorstellen: Das Herz erzeugt ein Energiefeld, das weitaus größer ist als das Energiefeld des Gehirns! Bisher war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass das Gehirn mit all seinen elektromagnetischen Impulsen den größten „Senderadius“ besäße. Und nun fand man ein energetisches Feld, das wesentlich größer ist; es hat eine solche Stärke, dass es weit über den eigenen Körper hinausreicht. Man nimmt an, dass das vom Herzen ausgestrahlte Energiefeld in Wirklichkeit sogar einen wesentlich größeren Radius als den gemessenen einnimmt, doch die heutigen, noch unzulänglichen Messgeräte erlauben bisher keine weitergehenden Ergebnisse. Nachdem sich das erste Erstaunen gelegt hatte, kam schnell die Frage auf, welchen tieferen Sinn dieses Energiefeld um unser Herz herum denn überhaupt hat. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse sind ebenso bemerkenswert wie überraschend: Die vom Herzen erzeugten elektrischen und magnetischen Felder kommunizieren mit den Organen in unserem Körper. Man konnte sogar nachweisen, dass es eine Verbindung zwischen Herz und Gehirn gibt, wobei das Herz dem Gehirn signalisiert, welche Hormone, Endorphine oder anderen Chemikalien es im Körper erzeugen soll. Das Gehirn handelt nicht eigenständig, sondern erhält die Signale dafür vom Herzen. Es ist also das Herz, das alle Informationen verteilt! Aber auf welche Weise „kommuniziert“ es mit dem Gehirn und den Organen? In weiteren Versuchsreihen fand man heraus, dass alle Informationen mittels Emotionen weitergegeben werden. In unseren Emotionen sind also sämtliche Informationen enthalten, durch die unser Herz das Gehirn und die Organe wissen lässt, was unser Körper zum jeweiligen Zeitpunkt braucht. Aber das ist längst nicht alles. Als man weiterforschte, entdeckte man, dass das elektrische und magnetische Feld, das vom Herzen ausgesandt wird, nicht nur durch unsere Emotionen aufgebaut wird, sondern seine Kraft durch eine weitere bedeutende Ursache erhält, und zwar durch unsere Überzeugungen, durch all die Dinge also, die wir tief in uns glauben und nach denen wir unser Leben ausrichten! All dies findet sich als Information in der ausgesandten Energie unseres Herzens wieder und

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wird mit der größten Sendestärke unseres ganzen Körpers nicht nur zu unserem Gehirn und unseren Organen, sondern auch weit in die Welt hinausgetragen. Auch in manch einer Redensart findet sich der Widerhall dieser uralten Wahrheit: „Er verteidigte seine Sache mit dem Brustton der Überzeugung“, „Es ist sein Herzenswunsch“, „Mit der Kraft des Herzens wünschen“, und natürlich: „Mit der Sprache des Herzens.“ Unser Herz dient als eine Art Vermittler, der alle unsere Überzeugungen und Gefühle in elektrische und magnetische Schwingungen und Wellen wandelt. Und diese elektromagnetischen Wellen sind nicht nur auf unseren Körper beschränkt, sondern reichen weit in unser Umfeld hinein und interagieren mit allem, was uns umgibt. Unser Herz übersetzt all die Überzeugungen, all die Vorstellungen und Emotionen in eine andere Sprache – eine codierte Sprache der Schwingungen und Wellen – und sendet sie aus. Unsere Überzeugungen stehen durch die elektrischen und magnetischen Wellen, die unser Herz aussendet, in Wechselwirkung mit der physischen Welt. Wie groß die ausgesandte Energie ist, haben Untersuchungen des HeartMath Institutes gezeigt. ● Die elektrische Kraft des Herzsignals (EKG) ist bis zu 60-mal stärker als das elektrische Signal des Gehirns (EEG). ● Das magnetische Feld des Herzens ist sogar 5000-mal stärker als das des Gehirns. Wir senden über unser Herz also wesentlich mehr Energie aus als über unser Gehirn. Warum ist das so wichtig für uns zu wissen? Ganz einfach, weil wir dadurch endlich verstehen, warum sich manche Wünsche so leicht erfüllen, während andere Wünsche noch nicht in unserem Leben manifestiert werden können, obwohl wir uns doch so viel Mühe geben und sie nach bestem Wissen und Gewissen visualisieren. ● Sagen wir uns beständig Affirmationen oder bauen wir Bilder vor unserem geistigen Auge auf, ohne von der Erfüllung unseres Wunsches gefühlsmäßig überzeugt zu sein, sendet nur unser Gehirn seine elektromagnetischen Wellen aus, während unser eigentliches Gefühlszentrum – das Herz – unsere wirkliche Überzeugung, meistens unsere Zweifel und Ängste, mit 5000-fach größerer Stärke in die Welt sendet. Die Konsequenz daraus liegt klar auf der Hand: Es kann sich nur das wirklich in unserem Leben erfüllen, woran wir aus tiefstem Herzen glauben.

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Stärken wir unsere Überzeugungen mit der Kraft der Emotionen, ist die ausgesandte Energie ungleich größer. Sind wir aber traurig, deprimiert oder befinden wir uns gerade in einem energetischen Loch, können wir uns wünschen, was wir möchten: Die ausgesandte Kraft der eher tristen Emotionen, die über die Herzregion ausgesendet werden, wird immer wesentlich stärker sein als der Wunsch, den wir von unserem Verstand aus senden. Die Propheten, Weisen und Weltenlehrer der jetzigen und vergangenen Zeit sagen immer und immer wieder, dass wir lernen sollen, „mit dem Herzen zu sehen“. Mit dem Herzen können wir die Welt verändern. Was alle spirituellen Meister dieser Welt uns bisher lehrten und was bereits in der Bibel verkündet wurde, und zwar, dass unser Glaube Berge versetzt, bekommt nun eine tiefere und vor allem wissenschaftliche Dimension. „Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das vollbringen, was ich [Jesus ...] getan habe; selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer!, wird es geschehen. Und alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt.“ Nur der feste Glaube besitzt die Kraft, Neues in unserer Welt zu erschaffen. Das, was wir glauben, realisiert sich, weil dies die stärkste – über die Herzregion ausgesandte – messbare Energie besitzt. ● Das Herz signalisiert dem Gehirn, welche Hormone, Endorphine oder anderen Chemikalien es im Körper erzeugen soll. ● Das Herz ist der stärkste Sender unseres Körpers. Es erzeugt die stärkste magnetische und elektrische Energie, die wir zur Verfügung haben. ● Die magnetischen und elektrischen Wellen, die vom Herzen kommen, werden durch unsere Gefühle und Überzeugungen geschaffen. Gleichgültig, ob diese Wellen positiv oder negativ sind: Sie werden mit ungeheurer Stärke in die Welt ausgestrahlt. ● Das Herz ist eine Art Vermittler, das unsere Überzeugungen in eine andere Sprache, in eine codierte Sprache der Wellen wandelt und mit ungeheurer Energie ausstrahlt. ● Das heißt nichts anderes, als dass unsere Überzeugungen ausgesendet werden und gemäß dem Gesetz der Resonanz nach einer gleichschwingenden Energie suchen. ● Gleiches zieht Gleiches an. Alles was mit unserer Energie resoniert, verwirklicht sich in unserem Leben. Das heißt kurz gesagt: Unsere Überzeugungen realisieren sich in unserem Leben.

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Weisheitsgeschichten

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In unserer Welt kann sich nur das verwirklichen, woran wir aus tiefstem Herzen glauben. Das gilt vor allem im Hinblick darauf, was wir von uns selbst glauben. Die Meinung, die wir über uns selbst haben, bestimmt unser Erleben. Dies bedeutet natürlich auch, dass wir erst dann die Kraft und die Macht besitzen, Dinge zu entwickeln, wenn wir verstehen lernen, dass alle Kraft und alle Macht aus unserem Inneren entspringt und nicht von außen auf uns zukommt. Die äußere Welt spiegelt also stets unser inneres Bewusstsein wider. (Quelle: Das Gesetz der Resonanz, Koha-Verlag)

Adler oder Muschel
Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, begann er damit die Lebewesen zu entwickeln. Als erstes erschuf er die Muschel. Die Muschel hatte ein recht langweiliges Leben. Den ganzen Tag filterte sie Wasser. Den ganzen Tag hieß es für sie also „Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf…“ Dann erschuf Gott den Adler. Er gab dem Adler die Freiheit, mit seinen weiten Schwingen über Berge, Meere und Täler zu fliegen. Aber Gott übertrug dem Adler auch die Verantwortung für seine Jungen. Dann erschuf Gott den Menschen. Erst brachte er ihn zu der Muschel „Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu“ und dann zum Adler, der frei über den Klippen schwebte und für seine Jungen das Futter erjagen musste. Und der Mensch sollte sich entscheiden, welches Leben er führen will. Tatsächlich stehen wir auch heute noch vor der gleichen großen Entscheidung: Wollen wir das Leben der Muschel oder wählen wir das Leben des Adlers?

Henne und Adler
Ein Mann fand ein Adlerei und legte es in das Nest einer gewöhnlichen Henne. Der kleine Adler schlüpfte mit den Küken aus und wuchs zusammen mit ihnen auf. Sein ganzes Leben lang benahm sich der Adler wie die Küken, weil er dachte, er sei ein Küken aus dem Hinterhof. Er kratzte in der Erde nach Würmern und Insekten. Er gluckte und gackerte. Und ab und zu hob er seine Flügel und flog ein Stück, genau wie die Küken. Schließlich hat ein Küken so zu fliegen, stimmt’s? Jahre vergingen, und der Adler wurde sehr alt. Eines Tages sah er einen herrlichen Vogel hoch über sich im wolkenlosen Himmel. Anmutig und hoheitsvoll schwebte er durch die heftigen Windströmungen, fast ohne mit seinen kräftigen goldenen Flügeln zu schlagen. Der alte Adler blickte ehrfürchtig empor. „Wer ist das?“ fragte er seinen Nachbarn. „Das ist der Adler, der König der Vögel“, sagte der Nachbar. „Aber reg dich nicht auf. Du und ich sind von anderer Art.“ Also dachte der Adler nicht weiter an diesen Vogel. Er starb in dem Glauben, ein Küken im Hinterhof zu sein.

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Göttlicher Gesundheitsrat

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Göttlicher Gesundheitsrat
„Für Mich ist wohl noch nie ein Übel so groß gewesen, dass Ich es nicht hätte zu bändigen vermocht! Und so könnte Ich etwa wohl auch mit deinem zurechtkommen in aller Kürze, aber dazu bist du zu furchtsam und ängstlich und suchst Mittel und Mittel. Aber aufs Hauptmittel setzest du zu wenig lebendiges Vertrauen, was du aus deiner Furcht und Angst selbst entnehmen kannst, und das verzögert die volle Heilung. Ich sage dir, du magst Erde oder Wasser, Öl oder Wein oder Honig oder Balsam oder Kräuter oder Pflaster oder Milch und Brot oder auch Schwefel und andere Mineralien und mineralische Wässer anwenden – hast du zu Mir ein lebendiges Vertrauen, so werden dir alle dienen; hast du aber Furcht und Angst, was da zeigt, dass dein Vertrauen zu Mir kein volles ist, da musst du dir denn auch selbst zuschreiben, dass die Heilung sich genau nach euer aller Vertrauen richtet. Ich bin das rechte lebendige Mittel, ohne dieses wirkt keines, mit diesem aber ein jedes! Wollt ihr in Zukunft die Gesundheit eures Leibes erzielen, so müsst ihr nicht so sehr auf ein passendes Mittel, sondern nur darauf sehen, dass euer lebendiges Volltrauen auf Mich es passend mache, dann wird jedes Mittel recht sein, bestehe es, worin es wolle. Ohne diese Manipulation aber wird der beste Balsam ebenso wenig helfen wie das Wasser einer Pfütze! Wollt ihr aber einen Arzt, so könnet ihr ihn auch nehmen. Habet aber dabei nicht so sehr auf den Arzt, sondern vielmehr auf Mich allein ein wahres, lebendiges und somit angst- und furchtloses Vertrauen, so werden des Arztes Mittel heilsamst wirken. Habt ihr aber mehr Vertrauen auf den Arzt als auf Mich, so wird er euch wenig oder nichts nützen. Eure Furcht und Ängstlichkeit aber sei euch ein sicherer Ansager, ob ihr Mir volltrauet oder nicht; denn jede Furcht und jede Angst ist eine Folge schwachen Glaubens und Vertrauens auf Mich. Das sage Ich, als das beste Heilmittel für ewig, amen, amen, amen.
(Himmelsgaben Bd.3 S.273,3-11)

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Verschiedenes

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Seminare nach den Eingebungen Jakob Lorbers
Sonntag, 3. März - „Der Traum des Zorel“ (Teil 3) mit Wilfried Schlätz von 9.00 - 16.00 Uhr auf Spendenbasis Sonntag, 24. März - „Die Macht des Segnens“ mit Gerd Kujoth Fortsetzung „Die Macht des Betens“ von 10.00 - 15.00 Uhr; auf Spendenbasis Sonntag, 28. April - „Ursprung der Sünde“ (Teil 3) mit Wilfried Schlätz von 9.00 – 16.00 Uhr auf Spendenbasis Unkostenbeitrag für Tagesverpflegung € 25,- und Übernachtung € 20,Seminarhaus „Heidewuhr“ im schönen Schwarzwald Bergalingen 9; 79736 Rickenbach; Anmeldung unter Tel: 07765 –1006 mail: seminarhaus.heidewuhr@vodafone.de www.lorberfreunde-schwarzwald.de

Bücherspenden für Büchertisch zur Tagung
Nachdem auf der letzten Lorber-Tagung der Büchertisch reges Interesse fand, bitten wir auch in diesem Jahr wieder um Bücherspenden für einen Büchertisch mit antiquarischen und gebrauchten Büchern, der zur Tagung in Hohenwart eingerichtet werden soll. Hierzu kann jeder seine überzähligen Lorberbücher und spirituellen oder christlichen Bücher spenden. Diese Bücher werden dann gegen eine Spende den Tagungsteilnehmern angeboten. Der Erlös dient der Unterstützung von Geschwistern, die die Tagung aus finanziellen Gründen sonst nicht besuchen könnten. Kontakt: Lorber-Gesellschaft e.V. , Postfach, 83731 Hausham

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Jahrestagung der Lorber-Gesellschaft

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Jahrestagung der Lorber-Gesellschaft
von Freitag, den 17. bis Dienstag, den 21. Mai 2013 im Hohenwart Forum
Schönbornstraße 25, 75181 Pforzheim-Hohenwart Telefon: 07234/606-0, Telefax: 07234/606-46

In der geografischen Mitte zwischen Stuttgart und Karlsruhe liegt das Hohenwart Forum, ein modernes Tagungs- und Bildungszentrum der Evangelischen Kirche in Pforzheim. Die Anlage fügt sich aus mehreren achteckigen Häusern zusammen, die in sich zentriert und miteinander verbunden eine Einheit bilden. Raum für Bildung und Begegnung, Arbeits- und Gesprächsgruppen. Das Forum bietet 40 Doppel- und 54 Einzelzimmer mit Dusche/ WC. Die Anmeldung und Abrechnung der Tagungsteilnehmer erfolgt direkt beim ‚Hohenwart Forum‘. Das nachfolgende Anmeldeformular und Kostenübersicht (auch im Internet unter www.lorber-gesellschaft.de) bitte ausschneiden oder kopieren, ausfüllen und direkt an das Hohenwart-Forum einsenden oder faxen. Geschwister, die die Kosten nicht oder nur teilweise aufbringen können, wenden sich bitte vertrauensvoll an die Lorber-Gesellschaft.

Anmeldebogen zur Tagung der Lorber-Gesellschaft e.V.
vom 17.5. - 21.5. 2013 im Hohenwart Forum
Tagungsbeginn: Tagungsende: Freitag, den 17. Mai 2013 (zum Abendessen) Dienstag, den 21. Mai 2013 (nach dem Mittagessen)

Hiermit melde(n) ich mich / wir uns verbindlich zur obigen Veranstaltung an. Anreise am: ….....…... zum Mittagessen bzw. Abendessen Abreise am: ….....…….nach dem Frühstück Mittagessen Abendessen 1. Vorname, Name: ............................................................................................. Straße, Nr., PLZ, Ort: ........................................................................................ Telefon-Nr. ...................................................................................................... 2. Vorname, Name: ............................................................................................. Straße, Nr., PLZ, Ort: ........................................................................................ 3. Kinder, Name, Alter: ......................................................................

Ich bin bereit, mit einer/m anderen Teilnehmer/in ein Zimmer zu teilen. Ich bin Tagesgast ohne Übernachtung am: und nehme am Mittagessen (14,50 €), am Normalkost Fr Sa So Mo Di Abendessen (10,50 €) teil. vegetarische Kost

Ich / wir wünsche(n):

288,- € pro Person
für die gesamte Tagung, inkl. Übernachtung und Vollpension
Kinder von 4-14 Jahren erhalten eine Ermäßigung von 50 %. Zusätzlich wird eine Tagungsgebühr von 25,- € / Pers. erhoben. Bitte überweisen Sie nur diese vor der Tagung mit beiliegenden Überweisungsträgern in der Heftmitte unter dem Stichwort: „Tagungsgebühr“. Die Tagungsgebühr für Tagesgäste (5,- €/Tag) erbitten wir vor Ort zu entrichten. Um vielen Geistesfreunden die Teilnahme an der Tagung zu ermöglichen, sollen die Doppelzimmer möglichst mit zwei Personen belegt werden. Wir bitten dies bei der Anmeldung zu berücksichtigen und eine zweite Person direkt zu benennen. Datum / Unterschrift: ..................................................................................................................... Anmeldebogen bitte direkt an das Hohenwart Forum senden bzw. faxen: Schönbornstraße 25, D-75181 Pforzheim-Hohenwart, Tel.: 07234-606-0, Fax: 07234-606-46

Jakob-Lorber-Begegnungsstätte www.andritzquelle.de
Ursprungblick 5a, A-8046 Graz-Stattegg Steiermark / Österreich Tel./Fax: 0043 / 316 - 691353 (von D) Tel./Fax: 0316 - 691353 (von A) Fernab vom Lärm der Welt, liegt der besinnliche Quellteich der Andritz, umgeben von Felsen und alten Bäumen malerisch versteckt in einer kleinen Talbucht am Fuße des Schöckelgebirges. Eine hohe Mauer, welche im Grün der Bäume und Sträucher fast verschwindet, beschützt diesen ruhigen und beschaulichen Ort vor fremden Blicken. Hier, in dieser Oase der Stille und Ruhe, findet die nach inneren Frieden suchende Menschenseele einen Ort der Kraft zum Auftanken. Um den Quellteich führt ein Fußweg und Bänke laden zum Verweilen und Meditieren ein, um das innere Wesen dieses von der Natur so reich gesegneten Ortes zu erfahren. Das Gästehaus der Andritz-Quelle wurde 1905 erbaut und 2004 modernisiert. Es steht als Seminar- und Begegnungsstätte allen nach Stille und Ruhe suchenden Menschen offen. Es bietet drei Doppelzimmer mit Dusche/WC, ein Doppelzimmer mit Etagendusche/ WC, zwei Einzelzimmer mit Etagendusche/WC, einen Gästeraum und eine Gästeküche. Das Gästehaus ist von April bis Januar geöffnet.

Anmeldungen und Anfragen an die: Lorber-Gesellschaft e.V. Anita Strattner, Pfarrhofstr. 7, D-83132 Pittenhart Tel. / Fax : 08624-4114 E-mail: mail@andritzquelle.de Homepage: www.andritzquelle.de

Besinnliche Texte zur Meditation
„Gott wird die Einung der Seele mit dem Geiste aus Ihm freilich wohl nicht mit Seiner Allmacht erzwingen, aber Er wird des Menschen Herz stets mehr erleuchten und es erfüllen mit wahrer Weisheit aus den Himmeln, und der Mensch wird dadurch geistig wachsen und kräftiger werden und wird alle Hindernisse, die sich ihm zu seiner größeren Probung noch irgendwo in den Weg stellen könnten, stets leichter und zuversichtlicher überwinden.“ (GEJ Bd 7, Kap.223, 9 )
Jakob Lorber (1800-1864)

„Niemals verlässt uns Gott, es sei denn, um uns um so sicherer zu halten. Niemals lässt er uns los, außer um uns besser zu behüten. Niemals kämpft er mit uns, außer um sich uns zu ergeben und uns zu segnen.“
Franz von Sales (1567-1622)

„Man sucht und findet nicht, doch ist der Schatz so nah; was läufst du viel herum? Er ist im Herzen ja. Verkauf nur, was du hast, und geh in dich hinein, so wird der beste Schatz, Gott selber, deiner sein!“
Gerhard Tersteegen (1697-1769)

„Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: Je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.“
Hermann Hesse (1877-1962)

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