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Liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Ausgabe findet ihr unter anderem einen Artikel über den 1 00.

internationalen Frauentag und die Rolle der Arbeiterklasse in den arabischen Revolutionen. Zudem möchten wir kurz die kapitalistische Notwendigkeit von Arbeitslosigkeit und die Diskussion um die Hartz IV Sätze thematisieren. Wir möchten euch außerdem in dieser Ausgabe unser ab jetzt stattfindendes monatliches Cafe vorstellen und euch den Aufruf für die diesjährige NewrozDemo in Düsseldorf nahe legen. Viel Spaß beim lesen!!!

1 00 Jahre Internationaler Frau entag

Brot und Rosen! Her mit dem ganzen Leben! Es lebe der 8.März! Es war Clara Zetkin, eine deutsche Kommunistin, auf deren Initiative 1 911 der 1 . internationale Frauentag begangen wurde mit weitreichenden ökonomischen und gesellschaftlichen Forderungen zur Lösung der Frauenfrage. Mehr als 1 Million Frauen gingen damals auf die Straße, eine Massenbewegung, an die wir versuchen müssen anzuknüpfen! Stärken wir die kämpferische Frauenbewegung weltweit! Die Oktoberrevolution, welche sich die Aufgabe stellte, auch die Frauen zu befreien und sie in die Idealvorstellung der Menschenrechte von "Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit" einzubeziehen, ebnete den Weg für die weltweite Befreiung der Frau. Dadurch wurde die sowjetische Frau dem Manne nach der Revolution nicht nur juristisch und politisch gleichgestellt, es sollte ihr auch die Möglichkeit gegeben werden, dies für sich zu nutzen. Das entscheidende Element war die wirtschaft-

liche Unabhängigkeit der Frau, was die Einbeziehung der Frauen in die Produktion bei gleichzeitiger Sicherung ihrer Gleichstellung durch Schutzgesetze, und die Vergesellschaftung der Haus- und Erziehungsarbeit beinhaltete. Im Sinne der marxistischen Theorie wurde somit die althergebrachte kapitalistisch-bürgerliche Familienstruktur zerschlagen. Somit war die Emanzipation der Frau, die nur durch gesellschaftliche Umwälzung der kapitalistischen Verhältnisse – was letztlich in einer

kommunistischen Gesellschaft endgültig ge- den, wie z.B. die Errichtung großer Kinderbelöst werden kann - begriffen. treuungseinrichtungen, Volksküchen und öffentlichen Speisehäusern, Wohnkommunen, Die Kritik an der totalen Identifizierung mit der Wasch- und Reparaturanstalten; trotzdem geschlechtsspezifischen, konventionellen Frau- blieb teilweise die Doppel- und Dreifachbelasenrolle und dem Dasein als Mutter, die sich tung in Form von Haushaltsführung, Arbeit u.a. in der Forderung nach "Selbstbestim- und Kinderbetreuung bestehen. mung" ausdrückt, ist ein bereits seit 1 00 Jahren bestehender Gedanke, der noch heute Darum braucht der revolutionäre Frauenkampf von der modernen Frauenbewegung in die ge- neben dem Blick aufs Ganze auch jetzt schon sellschaftliche Debatte eingebracht wird. die ideologische Bekämpfung von Sexismus, Die aus der allseitigen Unterdrückung der männlichem Chauvinismus und reaktionären Frau resultieren- Rollenbildern. den Probleme, die die moderne Frau- Für die Befreiung der Frau, gegen Sexismus, enbewegung heu- Militarismus, Armut, gegen den Abbau demote als "die kratischer Rechte und staatliche Bevormunbesondere Unter- dung, gegen Gewalt an Frauen und Kindern, drückung und Aus- gegen Ehrenmorde, für das Recht auf Kinderbeutung der betreuung ab dem ersten Lebensjahr, sowie Frauen" bezeich- ein menschenwürdiges Gesundheitssystem! net, wurde von Außerdem fordern wir: Gleichen Lohn für den Sowjetbürge- Frauen und Männer auf gleichen ArbeitsplätrInnen gesamtgesellschaftlich und besonders zen, sowie die Abschaffung der Leiharbeit. in der Jugend stark diskutiert. Es wurden viele praktische Konzepte und Ideen entwickelt, die Deshalb: Hoch die Internationale Solidarität, der neuen Stellung der Frau Rechnung tragen für die längst überfällige, vollständige Befreisollten. Diese konnten jedoch leider nicht in ung der Frau! Gänze umgesetzt werden. Dies liegt wohl zum Teil an das nur kurze Bestehen der sozialistischen Sowjetunion, sowie der Rückständigkeit Die Rolle der ArbeiterInnen des vorrevolutionären Russlands und dem Be- klasse in der arabischen Revo stand seiner ideologischen Überreste in den lution. Rand- und Landgebieten. Denn auch wenn der Weg für die Befreiung der Frau geebnet Seit Anfang des Jahres erfasst eine Welle von war, mussten die Frauen noch die ihnen in Volksrevolutionen die arabische Welt. In vielen den Weg gelegten Steine der alten Gesell- Staaten kämpfen die Menschen gegen ihre schaft zertrümmern. So konnten nach der Ok- Despoten und ein Leben in Armut und Angst. toberrevolution zwar wichtige Fortschritte auf Mit brutalster Gewalt versuchen die Tyrannen, dem Weg zur Gleichstellung verzeichnet wer-

rak-Regime ausüben und somit den Rücktritt des Tyrannen erzwingen konnte. Sie war es, die bei den Massenprotesten am radikalsten auftrat und am erbittersten gekämpft hat. Besonders in den Industriezentren Alexandria und Suez kam es während der Proteste immer wieder zu wilden Streiks und Betriebsbesetzungen. In einigen staatlichen Betrieben wurden die von der Mubarak-Clique eingesetzten Manager abgesetzt und verjagt. In vielen Fabriken wurden revolutionäre Komitees gegründet, die in enger Verbindung zu den Verteidigungskomitees in den Arbeitervierteln stehen. Man sieht: Obwohl dem ägyptischen Proletariat eine revolutionäre Führung fehlt, tendiert es auf Umwegen zu einem erhöhten Grad an Organisiertheit und einer Art revolutionärem Bewusstsein. Dies zeigt nicht etwa, dass die Führung durch eine kommunistische Partei überflüssig ist, sondern dass diese notrInnen und ÄgypterInnen der Punkt erreicht, wendig ist, um die jetzigen Erfolge zu sichern das bereits Erkämpfte zu verteidigen und für und das kapitalistische System zu überwindie Erfüllung all ihrer Forderungen weiterzu- den. kämpfen. Die einzige politische Kraft, die dies erreichen kann ist die ArbeiterInnenklasse im Doch was verleiht der ArbeiterInnenklasse ihren revolutionären Charakter? Bündnis mit der armen Bauernschaft. Mit dem Kampf für höhere Löhne, bessere ArViel wurde in den westlichen Medien darüber beitsbedingungen und das Recht auf gewerkberichtet, wie groß die Rolle von sozialen Netz- schaftliche Organisierung, gegen Korruption, werken in den arabischen Revolutionen ist, so- hohe Lebenserhaltungskosten und Arbeitslogar von der "Facebook-Revolution" war die sigkeit, gehen die Forderungen der ArbeiterInRede. Genauso wurde viel darüber spekuliert, nen am weitesten. Die Arbeiterklasse ist von wie stark der Einfluss der Muslimbruderschaft allen politischen Kräften am stärksten daran auf die Massen ist und damit Ängste geschürt, interessiert. mit dem reaktionären Regime die Revolution in Ägypten könnte in einem Schluss zu machen, denn ihre Forderungen theokratischen System gleich dem Iran enden. sind nicht mit kleinen Reformen zu erfüllen, Die vielen Streiks und Arbeiterdemonstratio- sondern mit der revolutionären Überwindung nen gingen dabei in der bürgerlichen Berichter- der Ausbeuterherrschaft. Sie hat weder vom stattung unter. Dabei war es die Arbeiter- Imperialismus noch vom Militär gutes zu erbewegung, die genügend Druck auf das Muba- warten und somit kein Interesse, sich mit ihsich auf dem Thron zu halten und schicken Polizei, Militär und gekaufte Schlägerbanden in den Krieg gegen das sich erhebende Volk. Trotz hunderter Toter und tausender Verletzter lassen sich die Proteste nicht niederschlagen. Die Tyrannen von Tunesien und Ägypten bekamen als Erstes die Kraft und den Mut ihrer Volksmassen zu spüren und mussten letztendlich einsehen, dass ihre Tage vorbei sind. Während also die Menschen in Algerien, Jemen und anderen arabischen Staaten noch auf den Sturz ihres Diktators zielen, ist für die Tunesie-

nen zu arrangieren. Während die bürgerlichen Oppositionellen in Ägypten schon während der Proteste zu Gesprächen mit den Machthabern bereit waren und nun vollauf mit den alten Herrschern Hand in Hand gehen, gehen die Proteste der ArbeiterInnen weiter. Sie streiken auch nach der Machtübernahme des Militärrrats weiter für ihr Anliegen. Hierbei werden sie mehr und mehr am eigenen Leib spüren, dass eine wirkliche Veränderung ihrer Lage unter dem Imperialismus nicht möglich ist. Ihren reaktionären Charakter hat die ägyptische Übergangsregierung bereits mit dem Verbot von Streiks und Demonstrationen unter Beweis gestellt. Somit bleibt den ArbeiterInnen nichts weiter übrig als weiter zu kämpfen, um das ganze Ausbeutersystem zu Fall zubringen, ihre Macht zu errichten und eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen. Damit die Arbeiterklasse sich jedoch ihrer objektiven Interessen und ihrer historischen Aufgabe bewusst wird und ihre Bewegung vor bürgerlichem Einfluss beschützt wird, bedarf sie einer aus ihr stammenden und mit ihr verbundenen kommunistischen Partei.

ist keineswegs ausreichend. Für Schullektüren, Mittagessen in einer Ganztagsschule und weitere notwendige Ausgaben reicht das nicht im geringsten. Die Idee der Kommission, die die neuen, durchsichtigeren Hartz-IV-Sätze bestimmen soll: Der Regelsatz soll an das Einkommen von im „Niedriglohnsektor“ arbeitenden Menschen angeglichen werden. Dabei wird mobil gemacht gegen „Sozialschmarotzer“, die angeblich freiwillig arbeitslos sind und vom Sozi-

Arbeitslosigkeit als kapitalisti sche Notwendigkeit
Die Debatte um mögliche Erhöhungen der Hartz-IV-Regelsätze zieht sich mittlerweile seit über einem Jahr hin. Seit das Bundesverfassungsgericht am 9. Februar 201 0 die Berechnung der Regelsätze für verfassungswidrig und zu undurchsichtig erklärte, hat sich nichts getan. Alles, was zwischendurch beschlussfähig schien, war eine Erhöhung um 5 Euro pro Monat. Auch das angedachte Bildungspaket für Kinder von Arbeitslosen (250 Euro im Jahr)

algeld „gemütlich“ leben. Speziell zwischen LeiharbeiterInnen bzw. andere Arbeitende mit geringem Lohn und Arbeitslose soll ein Keil getrieben werden. Guido Westerwelle ließ mit seiner Rechnung, dass doch Hartz-IV-EmpfängerInnen mehr Geld im Monat erhielten als

manch Arbeitende/r, groß von sich hören. Solche Stammtischparolen dienen weder einer brauchbaren Debatte, noch sind sie dazu gedacht. Ihr Ziel ist das gegeneinander Aufbringen der Arbeitslosen und der Beschäftigten; ihr Ziel ist Zorn zwischen den Angehörigen der „Unterschicht“ zu sähen, um keinen Zorn gegen die Ausbeuter aufkommen zulassen; ihr Ziel ist die tiefe Spaltung der Arbeiterklasse.

was der Grund für die Interessensgleichheit von Beschäftigten und Arbeitslosen ist.

Café Roter Oktober

Ab sofort wird es jeden letzten Freitag im Monat in Essen das Café Roter Oktober geben. Das Café Roter Oktober soll ein Ort für antifaschistische und antikapitalistische JugendkulDenn ob nun der monatliche Betrag um 5 oder tur sein. 8 Euro erhöht wird, eins bleibt bestehen: Die Arbeitslosigkeit als notwendiger Teil der kapitalistischen Ökonomie. Für den Kapitalismus ist die Existenz einer Masse von Arbeitslosen unbedingt vonnöten, und das aus verschiedenen Gründen. Zunächst einmal ist die Arbeitslosigkeit für die Kapitalisten notwendig, um den Maximalprofit zu erzielen. Sobald die Technologie es zulässt immer mehr Waren maschinell herzustellen, Ein Ort, an dem Jugendliche jenseits vom sinkt die Nachfrage nach Arbeitskraft relativ Mainstream und Modezwang ihre Freizeit verzum Wachstum der arbeitenden Bevölkerung. bringen können. Dadurch entsteht eine Gruppe von ArbeiterIn- Neben Diskussionen über politische Entwicknen, deren Arbeitskraft für den Kapitalismus lungen in NRW, Deutschland und der Welt, nicht mehr verwertbar ist. So wird die Möglich- wird es regelmäßig politische Infoveranstalunkeit, Technik und Wissenschaft zum Wohl aller gen und kulturelle Beiträge geben. zu gebrauchen und die gesellschaftliche Arbeit Das Café findet erstmals am 25. März ab 1 9 zu verringern, im Kapitalismus für die Arbeite- Uhr im Ground Zero in Essen-Fronhausen rInnen zum Folterinstrument, da sie einen Teil statt. der Klasse aus der Produktion schmeißt, während der Rest immer härter arbeitet. Desweiteren braucht die Kapitalistenklasse eine Masse Aufruf zum Tatort-Kurdistanvon Arbeitslosen, um Druck auf den Arbeits- Block zur Newroz-Demo am markt ausüben und die ArbeiterInnen in immer schlechtere Arbeitsbedingungen zwingen zu 1 9. März 2011 in Düsseldorf können, denn die Masse der Arbeitslosen ist zugleich eine Masse potentiell billiger Arbeits- Vor knapp einem Jahr wurde die Kampagne kräfte. Die Arbeitslosigkeit senkt also den allge- Tatort Kurdistan ins Leben gerufen. Sie hat meinen Lebensstandard der Arbeiterklasse, zum Ziel, die Verantwortung und die Rolle

deutscher Unternehmen und der Bundesregierung sichtbar zu machen, sei es in Form von wirtschaftlicher und militärischer Zusammenarbeit oder auch bei der Repression gegen kurdische Migrant_innen in der BRD. Am 1 . September 201 0, dem internationalen Antikriegstag, erreichte die Kampagne mit Demonstrationen, Kundgebungen und Flashmobs in 1 8 Städten einen ersten Höhepunkt. Nun rufen wir zur Teilnahme am Tatort-Kurdistan-Block auf der Newroz-Demonstration am 1 9. März 2011 in Düsseldorf auf. Deutsche Waffen, deutsches Geld Waffenlieferungen, wie die Schenkungen tausender Panzer und anderer Waffen aus den NVA Beständen der ehemaligen DDR in den 1 990er Jahren, die bei der Zerstörung von 4000 kurdischen Dörfern im Einsatz waren, ge-

fen z.B. G3- und neuerdings HK33-Gewehre und MP5 Maschinenpistolen (mit Lizenz in der Türkei gebaut) gegen Kurd_innen im Einsatz. An der Fortführung des mörderischen Krieges in Kurdistan mit deutschen Waffen verdienen deutsche Rüstungskonzerne, wie die Düsseldorfer Rheinmetall AG, Milliarden. Gemeinsam gegen Repression Nach Deutschland gekommene kurdische Flüchtlinge und Migrant_innen werden immer wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben, obwohl ihnen dort oftmals Haftstrafen und Folter drohen. Auch aufgrund von Auslieferungsanträgen werden immer wieder kurdische Aktivist_innen inhaftiert. Das bedeutet häufig monatelange Haft bis zu einer Entscheidung der zuständigen Oberlandesgerichte, ob die Betroffenen ausgeliefert werden oder nicht. Auch werden in Deutschland Kurd_innen aufgrund des seit 1 993 geltenden PKK-Verbots für ihre politische Tätigkeit kriminalisiert und mit Gefängnisstrafen belegt. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs gegen einen kurdischen Aktivisten soll zukünftig sogar der Paragraph 1 29b des Strafgesetzbuches »Mitgliedschaft in einer kriminellen oder terroristischen Vereinigung im Ausland« gegen PKKMitglieder angewandt werden, was eine massive Verschärfung der Repression bedeuten würde. Gleichzeitig findet in Stuttgart ein Prozess gegen 1 8 kurdische Jugendliche statt, denen ein Überfall auf ein Versammlungslokal türkischer Faschisten vorgeworfen wird. Auffällig hart ist hier die Vorgehensweise der Behörden, die sich in Hausdurchsuchungen, Anwerbe- und Spaltungsversuchen, Einschüchterung der Angehörigen und des Alltagsumfeldes und nicht zuletzt in der mittlerweile 7-monatigen Untersuchungshaft

hören nicht der Vergangenheit an. Die Zerstörung der kurdischen Siedlungsgebiete hat mehrere 1 00 000 Menschen in die Flucht getrieben, die jetzt in den Slums der Großstädte oder in Flüchtlingscamps unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Die Türkei ist mit 1 5,2 % (2004-2008) noch immer wichtigster Abnehmer deutscher Rüstungsexporte. Neben den 289 Leopard II Panzern, die von 2006 bis 2008 in die Türkei geliefert wurden, sind nach wie vor Schusswaf-

der Jugendlichen ausdrückt. Hoch die internationale Solidarität Deutschland leistet eine tatkräftige Unterstützung in der Bekämpfung der kurdischen Bewegung - sowohl hier als auch in Kurdistan. Es liegt deshalb in unserer Verantwortung als Linke in der BRD, diese Unterstützung zu sabotieren und so unserer Solidarität einen praktischen Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig denken wir, dass angesichts der globalen Dimension von Krieg und Kapitalismus auch unser Widerstand nur eine Relevanz entwickeln kann, wenn er eine internationalistische Perspektive zurückgewinnt. Gemeinsam gegen Repression - Bleiberecht für alle, PKK-Verbot aufheben! Krieg dem Krieg - Rüstungsproduktion und Waffenlieferungen stoppen, Bundeswehr auflösen! Hoch die internationale Solidarität - Für Frieden und Freiheit in Kurdistan!

Bereits beim diesjährigen ersten kleineren Versuch der Neonazis durch Dresden zu "marschieren" stießen diese auf einen breiten Widerstand. Über 3.500 DemonstrantInnen stellten sich dem "Fakelmarsch" der Neonazis in den Weg und konnten somit den Aufmarschweg der Neonazis um die Hälfte

verkürzen. Dies konnte wie vom breiten Bündnis "Dresden-Nazifrei" propagiert durch friedliche Menschenblockaden von Straßen und Plätzen erreicht werden. Diese Generalprobe machte bereits Mut auf den zweiten Aufmarsch, auf den sich das Hauptaugenmerk der Nazimobilisierung richtete. Am 1 9. Februar machten sich schließlich über 20.000 AntifaschistInnen aus der gesammten Republik und den umliegenden europäischen Ländern auf den Weg nach Dresden um auch in diesem Jahr den Großaufmarsch der Neonazis zu verhindern. Die Wochen und Tage vor dem Aufmarsch waren geprägt von einem juristischen Tauziehen um Genehmigung und Verbot sowohl des Naziaufmarsch als auch der zahlreich angemeldeten Gegenkundgebungen. So wurden schlussendlich alle Demonstrationen Südlich der Elbe verboten (Selbst die Kundgebungen des DBG vor seinem eigenen Haus und eine Kundgebung der CDU) und am genau dort drei Naziversammlungen erlaubt.

20.000 AntifaschistInnen trotzen Nazis und Polizeigewalt - Dresden 2011
Nach dem großartigen Erfolg der antifaschistischen Blockaden gegen Europas größten Naziaufmarsch im vergangenen Jahr, ging es in diesem Jahr darum an den Erfolg anzuknüpfen und den Aufmarsch erneut zu verhindern. Um den antifaschistischen Protest zu Spalten wollten die Neonazis gleich an zwei Wochenenden hinter einander durch Dresden ziehen.

welche sich nicht von Staat, Polizei und Justiz Die Polizeiführung versuchte dieses vorschreiben lässt wie sie sich zu verhalten Trennungsgebot des Verwaltungsgerichts von hat, sondern sich Neonazis offensiv in den rund 4500 Polizisten durchprügeln zu lassen. Weg stellt. Dabei wurden neben Schlagstöcken vor allem Pfefferspray, Kampfhunde, Wasserwerfer, Sollte man an diesen neuerlichen Erfolg können, werden Groß„Pepperballs“ und Gasgranaten eingesetzt. anknüpfen demonstrationen für Neonazis immer Besonders der massive und dauerhafte Einsatz von Wasserwerfern bei unter 0 Grad unmöglicher werden. verdeutlicht die Unverhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes. Durch den Polizeieinsatz wurden nach Schätzungen weit über 200 DemonstrantInnen verletzt (dabei sind leichte Verletzungen durch Pfefferspray nicht mitgerechnet). Zig DemonstrantInnen mussten mit Knochenbrüchen in örtliche Te rm i n e Krankenhäuser eingeliefert werden. Doch trotz dieser massiven Staatsgewalt gelang es zehntausenden die Aufmarschroute und Zufahrtswege der Neonazis zu blockieren. So konnte im zweiten Jahr hinter einander europas ehemals größter Naziaufmarsch verhindert werden. In diesem Jahr machten sich gerade mal noch knapp 2.500 Neonazis auf nach Dresden, von denen jedoch auch nur ein Bruchteil an den eigentlichen Aufzugsorten ankam. Die Neonazis Diskutieren nach der erneuten Niederlage in Dresden bereits fleißig über die weitere Durchführbarkeit von zentralen Demonstrationen. Dazu können wir nur sagen, dass ist genau der Erfolg den wir haben möchten, eine verunsicherte rechte Szene, deren Aktionsfelder immer kleiner und enger werden und eine Zivilgesellschaft,

05.03.2011 | Demonstration zum Internationalen Frauentag in Köln 08.03.2011 | Kundgebung zum Internationalen Frauentag in Essen 1 2.03.2011 | Veranstaltung: PalästinenserInnen in israelischen Gefänfnissen 1 9.03.2011 | Tatort-Kurdistan Block auf Newroz-Demo in Düsseldorf 25.03.2011 | Cafe Roter Oktober 08./.09.04.2011 | Naziaufmarsch in Stollberg blockieren