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Liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Ausgabe findet ihr einen Artikel zu den Ereignissen in Japan und zur

deutschen Atompolitik. Zudem informieren wir euch über die Volkszählung "Zensus 2011 " und den revolutionären 1 . Mai in NRW. Aufgrund der aktuellen Neuwahldebatte in NRW findet ihr zudem einen Artikel zum Parlamentarismus und einen Artikel zu den historischen Ereignissen rund um die Rote Ruhrarmee. Viel Spaß beim lesen!!!

Strahlende Zukunft?
Am 11 . März 2011 ereignete sich in Japan um 1 4.1 5 Uhr Ortszeit das schwerste Erdbeben, das in Japan je gemessen wurde. Diesem Beben mit der Stärke 9,0 folgte ein Tsunami, welcher weit bis auf die japanische Insel gelangte. Seither gab es über 200 Nachbeben, davon al-

versorgung vor allem die Stromnetze und eben die im Tsunamigebiet angesiedelten Atomkraftwerke. Betroffen sind vor allem die Atomkraftwerke Fukushima I und Fukushima II. Das Problem? Die Atomkraftwerke in Japan sind nur auf Erdbeben bis zur Stufe 7,0 ausgelegt. Dies ist seit Jahren international bekannt, doch weder Japan noch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) haben einen Grund gesehen, dieses Risiko und den offensichtlichen Sicherheitsmangel zu beseitigen. In mehreren Reaktoren sind in den folgenden Tagen nach dem Beben und dem Tsunami die Kühlung und beide Notkühlkreisläufe ausgefallen. Dadurch entstand in den Reaktoren ein so großer Druck, dass es zu Wasserstoffexplosionen kam und dadurch in die Betonhüllen riesige Löcher gerissen wurden, aus denen nun Radioaktivität ausströmt. Immer wieder entflammen Feuer in den Atomkraftwerken und den Reaktoren. Zudem kommt es wegen fehlender Kühlung in mehreren Reaktoren vermutlich zu Kernschmelzen und dadurch zur Freisetzung von hochradioaktiver Strahlung. Momentan bläst der Wind die austretende Radioaktivität in einer Wolke raus aufs Meer. Es

lein drei mit einer Stärke von 7,5. Zehntausende Häuser und Straßen wurden zerstört, tausende Menschen unter den Wellen und Trümmern begraben. Das alleine wäre bereits schlimm genug für die Menschen in Japan, doch die Horrormeldungen gingen weiter. Durch das Beben und den Tsunami wurden große Teile der Infrastruktur Japans stark beschädigt oder komplett zerstört. Das betrifft neben Häusern, Straßen und der Wasser-

bleibt zu hoffen, dass sich der Wind nicht dreht und die Wolke nicht weiter auf die Japanische Insel bläst, wodurch weite Teile Japans verstrahlt werden würden. Die Lage in Japan ist außer Kontrolle. Es bleibt abzuwarten, wie schlimm sich diese atomare Katastrophe noch ausweiten wird. Die Folgen dieser (atomaren) Katastrophe werden noch Jahrzehnte vor allem die arbeitende Bevölkerung belasten, welche durch den Tsunami und die Verstrahlung all ihre Habseligkeiten verloren hat. Bereits jetzt müssen über 500.000 Japanerinnen und Japanern in provisorischen Notunterkünften leben. Dabei fehlt es ihnen neben Strom und Nahrungsmitteln vor allem an warmen Decken und ausreichender medizinischer Versorgung. Doch nicht nur auf die Menschen in Japan hat diese Katastrophe Auswirkungen. Der GAU in Fukushima hat eine neue weltweite Debatte über die Sicherheit der Atomenergie entfacht. In vielen Ländern wird die Sicherheit der Atomanlagen überprüft und in Deutschland werden gar die sieben ältesten Atomkraftwerke vorübergehend komplett abgeschaltet. Begleitet werden diese Ereignisse von einer erneut aufgeflammten massenhaften Anti-Atombewegung, die in Deutschland allein am 1 4.03. über 11 0.000 Menschen in 450 Städten auf die Straße gebracht hat. Weitere bundesweite Aktionstage werden folgen. Doch die Massen fordern weit mehr als den faulen Kompromiss der Regierung Merkel und Co.; mehr als einen dreimonatigen Stopp der ältesten Anlagen. Die Massen sind sich in einem einig - sie wollen den Atomausstieg, sie wollen ihn komplett und sie wollen ihn

schnellstmöglich. Die Menschen wollen nicht in einer Gesellschaft leben, in der sie dauerhaft von einem Atomaren GAU bedroht sind, welcher tausende Menschenleben innerhalb kürzester Zeit vernichten kann.

Es ist unsere Aufgabe, die Anti-Atombewegung zu unterstützen und ihr zu stetiger Kontinuität zu verhelfen. Der Druck auf die Politik und die Energiekonzerne muss weiter erhöht werden. Wir müssen die Abschaltung aller 1 43 Atomkraftwerke in der EU und aller Atomanlagen auf der ganzen Welt fordern. Atomanlagen sind keine nationalen Probleme, Atomanlagen sind internationale Probleme, denen sich die werktätigen Massen geschlossen entgegenstellen müssen. Atomkraftwerke sind kalkulierte Zeitbomben, die nur darauf warten, hochzugehen. Sie bringen den Stromkonzernen Milliarden an Gewinnen ein und verseuchen die Umwelt. Auch wenn atomare Katastrophen die ganze Menschheit betreffen, so sind es vor allem die Lohnabhängigen, die jeder Möglichkeit beraubt sind, sich woanders eine neue Existenz aufzubauen, da sie meist an ihr Wohn- und Arbeitsfeld gebunden sind. Wer also sagt, dass die Atompolitik allein ein kleinbürgerliches Arbeitsfeld ist, welches die Massen der werktätigen Bevölkerung nicht interessiert oder ihr gleichgültig ist, wird in den heutigen Tagen und auch in der Zukunft vom

Gegenteil überzeugt werden. Hunderttausende gehen für eine sichere und eine verantwortungsvolle Energiepolitik auf die Straße. Eine Welt ohne Atomkraft ist nicht nur möglich, sondern dringend notwendig. Dabei dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass für ein Leben frei von umweltzerstörendem Wirtschaften eine Gesellschaft notwendig ist, in der nicht wenige Monopolisten und ihre Profitgier entscheiden, was gesund für uns ist, sondern die arbeitende Bevölkerung die Produktion und das gesellschaftliche Leben gemeinsam, schöpferisch und verantwortungsvoll plant. Kämpfen auch wir für eine sichere und lebenswerte Zukunft.

Diese Wucht an Informationen wird zusätzlich angereichert mit Daten einer Zwangsbefragung, der sich ca. 1 0% aller Einwohner Deutschlands unterziehen müssen. Wer befragt wird, wurde bereits vor einem halben Jahr durch Zufallsprinzip ermittelt. Unter den 46 Fragen sind neben Fragen zu Familienstand und Berufstätigkeit auch intime Fragen wie etwa über Religionszugehörigkeit und Weltanschauung. Die Befragung findet persönlich statt und wird durchgeführt von einer Armada von "Volkszählern", die einen entwe-

Volkszählung:"Zensus 2011 " oder der "Strichcodierte Bürger"
Seit Sommer 201 0 werden im Rahmen der Volkszählung bereits Informationen über jeden Bürger aus verschiedenen Datenbanken zusammengeführt. Diese Daten werden von den Meldeämtern/Bürgerbüros, von der Bundesagentur für Arbeit , sowie von den Behörden, die für Lohn- und Finanzberechnung öffentlicher Angestellter und Beamter zuständig sind, bereitgestellt. Durch diese Zusammenführung entsteht über jeden ein Persönlichkeitsprofil an zentraler Stelle. Dieses ist für den Staat dann abrufbar unter einer eindeutigen Personenkennziffer. Im Zusammenhang mit dem "Großen Lauschangriff", der Vorratsdatenspeicherung, sowie der zunehmenden Überwachung des öffentlichen Raumes steht der Zensus 2011 als ein Glied in einer Kette des wachsenden Überwachungsfanatismus und der Faschisierung des bürgerlichen Staates.

der telefonisch befragen oder direkt zuhause vorbeischauen. Die Faschisten der NPD haben bereits angekündigt, sich flächendeckend für das Ehrenamt des "Volkszählers" zu melden. Findet der Staat trotz Bereitwilligkeit der Nazis nicht genügend Freiwillige, kann man hierzu auch zwangsverpflichtet werden. Finden sich Unstimmigkeiten bei den Antworten der Befragten, können über einen längeren Zeitraum noch Nachbefragungen durchgeführt werden. Desweiteren müssen alle Eigentümer von Wohnungen oder Gebäuden Fragebögen über ihre Wohnungen, deren Ausstattung und deren Bewohner ausfüllen. Schließlich werden noch alle Einwohner von sogenannten ''Sonderbereichen'' zur Angabe genötigt. Dies umfasst alle Insassen von Gefängnissen, Bewohnern von Studentenwohn- und Altersheimen, Psychatrien, Kliniken usw., sowie alle Obdachlosen. Nicht auskunftfähige Menschen werden bei ihren Grundrechten einfach über-

gangen, indem nicht sie selbst, sondern ihre www.zensus11 .de HeimleiterInnen oder Vormunde befragt werden. Alles in allem zeichnet sich der Zensus 2011 durch fehlende Anonymisierung der Daten, Zweckentfremdung der bereits vor Jahren preisgegebenen Daten, Ungleichbehandlung von Minderheiten, Risiko von Datenmissbrauch, mangelnde Transparenz des gesamten Projektes, Kostenwahnsinn in Höhe von 750 Mio. Euro, sowie dem Prinzip von Zwang statt Freiwilligkeit aus. Der Zenus 2011 ist nichts anderes als eine Volkszählung und damit ein Update der letzten Zählung von 1 987. Damals führte die Volkszählung zu Massenprotesten und einer großen Boykottkampagne. Heute jedoch scheinen recht Wenige für dieses Thema sensibilisiert zu sein und ein großer Protest gegen die Volkszählung steht bisher aus. Umso wichtiger ist es, über den Zensus 2011 aufzuklären und die Mitmenschen auf das Problem aufmerksam zu machen. Es liegt auf der Hand, dass die Volkszählung 2011 es verdient hat, dass gegen sie protestiert wird, denn eine Unmenge an persönlichen Daten in der Hand eines mehr und mehr reaktionären Staates ist ein Instrument zur totalen Überwachung und möglichen Verfolgung. Denn zu was die Herrschenden bereit sind, wenn sie ihre Macht in Gefahr sehen und sich breite Massen gegen sie erheben, erleben wir derzeit in der arabischen Welt, wo die Despoten und Marionetten der Imperialisten Polizei und Militär demokratische Volksaufstände niederschlagen lassen. Weitere Informationen und Tipps auf:

Pest oder Cholera – entschei den Sie sich!
Auf Grund der aktuellen Neuwahldebatte in NRW, hier eine Stellungnahme zu den Auswirkungen von Wahlen auf unser Leben und unsere Politik.

Es stellt sich die Frage, ob es wirklich einen Unterschied macht, welche Partei gerade regiert. Die Antwort ist ein klares "Nein!". Parlamentswahlen haben die Welt nie grundlegend verändert, denn Parlamentarismus hat mit echter Demokratie (altgriechisch:Volksherrschaft) rein gar nichts zu tun. Das soll er auch nicht: Der bürgerliche Staat ist die Herrschaft der Kapitalistenklasse gegenüber der Arbeiterklasse; er ist ihr Instrument zur Aufrechterhaltung ihrer Existensgrundlage und Machtbasis, nämlich das Privateigentum an den Produktionsmitteln. Solange die Parteien dieses Privateigentum unangetastet lassen, haben die Kapitalisten nichts zu befürchten und die Ar-

beiter nichts zu erhoffen. Das Parlament ist neben den Gerichten, der Polizei, dem Militär und der Bürokratie nur ein Mittel, um die herrschende Ordnung am Leben zu erhalten. "Freie Wahlen" und das Parlament haben die Aufgabe, dem Volk Freiheit und Selbstbestimmung vorzugaukeln, ihm weiszumachen, man könnte mit der einfachen Abgabe einer Stimme etwas verändern. Der Parlamentarismus jedoch steckt in einer Krise. Nur noch wenige glauben daran, dass sie durch die Wahl einer bürgerlichen Partei von Ausbeutung und Unterdrückung befreit werden können oder ihr Elend gelindert wird. Die Wahlbeteiligung sinkt, gerade unter uns Jugendlichen, tendenziell immer weiter. Kaum noch einer verirrt sich zur Wahlurne und von

scheinbar alles dafür tun, um bei den Menschen auch noch den letzen Funken Glaube an Mitbestimmung zu erlöschen und ihre Lobbyistenpolitik immer offensichtlicher wird. So wächst der Überwachungsstaat immer weiter, obwohl die Mehrheit dagegen ist und sich mehr von dem Spitzelstaat als vor dem Phantom des islamistischen Attentäters fürchtet. So stimmten alle Parteien mit Ausnahme der Linkspartei für die Fortführung des illegalen Kriegseinsates in Afghanistan, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung sich mittlerweile dagegen ausspricht. So wird die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke beschlossen, obwohl immer mehr die Nutzung regenerativer Energie befürworten und Atomkraftwerke fürchten. Doch nicht alle lassen sich angesichts dieser Arroganz der Herrschenden entmutigen, nicht alle resignieren gegenüber dem Gefühl der Machtlosigkeit. Im Herbst letzten Jahres machten sich 50.000 auf dem Weg ins Wendland, um gegen den Transport von Atommüll zu protestieren und gingen sogar soweit, den Rahmen des bürgerlichen Gesetzes bewusst zu überschreiten und beteiligten sich an Massenblockaden oder Aktionen wie "Castor schottern". In Stuttgart kämpfen seit Monaten Zehntausende gegen den milliardenteuren Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofes und zeigen dabei Kraft und Ausdauer.

denen, die es tun, steht auch noch ein Großteil unter dem Einfluss rechtspopulistischer Demagogen der Sorte Sarrazin. Diese Krise des Parlamentarismus bedeutet jedoch nicht, dass die ArbeiterInnen und Jugendlichen ihre Perspektive nun in der Revolution, in dem Sturm auf die bürgerliche Ordnung sehen, vielmehr macht sich bei einem Teil eine Politikverdrossenheit spürbar, ein Desinteresse an politischen Themen.

Auch die wahrscheinlich kommende Neuwahl in NRW steht unter demselben Vorzeichen wie jede Wahl, nämlich der Herrschaft des Kapitals. Für uns ist klar, dass ohne den Sturz dieser Herrschaft wenig für uns herausspringt Dies ist nicht weiter verwunderlich, hält man und darum entscheiden wir uns für den Weg sich einmal vor Augen, dass die Herrschenden des Widerstandes. Dies heißt jedoch nicht,

dass Wahlen auf gar keinen Fall und zu keinem Zeitpunkt irgendetwas verändern können. Dieß heißt auch nicht, dass wir nie und unter keinen Umständen wählen gehen sollten. So können wir jene Parteien wählen, die uns und der Arbeiterklasse bessere Kampfbedingungen verschaffen können, sprich demokratische und soziale Reformen bewirken können. Es lässt sich nämlich unbestreitbar besser gegen den Kapitalismus kämpfen, wenn besipielsweise die Kommunistische Partei nicht verboten ist oder der Überwachungsstaat weitmöglichst abgebaut ist; ebenso lässt es sich besser mit gefülltem als mit knurrendem Magen kämpfen. Wann welche Taktik in Bezug auf bestimmte Wahlen angewandt werden sollte, muss jeweils konkret analysiert werden und kann nicht nach einem Dogma entschieden werden.

Aktuell wird von bürgerlichen Medien und Parteien behauptet, dass die kapitalistische Krise überwunden sei. Ein neuer Aufschwung sei im Gange und alles in allem funktioniere der Kapitalismus wieder hervorragend. Tatsächlich ist es aber nur der Kapitallistenklasse und den Regierenden in Deutschland gelungen, die Auswirkungen und die Schulden der Krise auf die Arbeiterklasse abzuwälzen und somit weiter steigende Profite für Banken und Konzerne

Heraus zum Revolutionären 1 .Mai 2011
Im Juli 1 889 wurde der 1 .Mai zum weltweiten Kampftag des Proletariats erklärt. Seitdem gehen jedes Jahr viele Millionen Menschen auf die Straßen, um für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen und Gleichberechtigung zu kämpfen. Um gegen Faschismus, Rassismus, staatliche Repression, Frieden und für Internationale Solidarität die Faust zu heben. Leider wird der 1 .Mai oft von entpolitisierten Gewerkschaften auf kleine Feste mit Reden von reformistischen Politikern und Gewerkschaftsbossen reduziert, anstatt tatsächlich die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen anzustreben. Wir brauchen jedoch starke kämpferische Gewerkschaften, welche real Besserungen für die Lebens- und Arbeitsbedingungen des Proletariats erkämpfen. zu gewährleisten. Auch in Essen treffen die Sparmaßnahmen unter anderem diejenigen, die am wenigsten für die Krise verantwortlich zu machen sind. Immer mehr Kinder- und Jugendeinrichtungen verwahrlosen, da angeblich kein Geld für Renovierungsarbeiten zur Verfügung steht, bis sie dann endgültig geschlossen werden, wie auch das letzte Essener Jugendzentrum. Aus diesen Gründen rufen wir unter dem gemeinsamen Motto des antimilitaristischen/antifaschistischen Aktionsbündnisses - Klasse gegen Klasse - zum Revolutionären 1 .Mai auf. Unter diesem Motto wird es in mehreren Städten wie z.B. in Berlin, Hamburg und Nürnberg kraftvolle und kämpferische Demonstrationen

geben. In NRW wird es eine landesweite De- den Opfern der Konterrevolution gedenken. monstration geben, die, um an die Erfolge der letzten beiden Jahre anzuknüpfen, in Duisburg Als am 1 3. März faschistische und monarchisstattfinden wird. tische Freikorps und Einheiten der neugebildeten Reichswehr unter Führung des Den bundesweiten Aufruf zu den revolutio- kaisertreuen Großkapitalisten Wolfgang Kapp nären 1 . Mai Demonstrationen findet ihr unter die Regierung der jungen Weimarer Republik www.rote-antifa.org oder 3a.blogsport.de stürzten, riefen die Arbeiterparteien und die Gewerkschaften zu Massendemonstrationen, 1 .Mai 2011 1 8.00 Uhr Duisburg HBF (vorher bewaffneten Aufständen und zum Generalinternationalistisches Straßenfest in Hochfeld) streik auf. In nur wenigen Tagen mussten sich die Reaktionäre vor der Kraft der Arbeiterklasse geschlagen geben. Millionen ArbeiterInnen demonstrierten eindeutig, wozu die gemeinsaAuf den Spuren der Roten Ruhrarmee – hin zum Sozialis- me Anstrengung und Aktion ihrer Klasse fähig ist und sie zu einer ernsthaften Bedrohung mus! der herrschenden Ordnung werden kann. Die Am 2. April 1 920 marschierten Reichswehrein- Putschisten wurden entwaffnet, verhaftet und heiten unter General Watter ins Ruhrgebiet ein in die Flucht getrieben. Im Ruhrgebiet und und schlugen den seit Wochen anhaltenden weiteren Teilen der Republik wurde die aktuel"Ruhraufstand" blutig nieder. Hierbei starben le Schwäche und Spaltung des Bürgertums nicht nur tausende ArbeiterInnen und Rote genutzt, um den Abwehrkampf gegen die Putschisten in Arbeiteraufstände überzuleiten. An der Ruhr kämpften über 50.000 MitgliederInnen in der Roten Ruhrarmee, deren KämpferInnen zum Großteil aus der KPD und der USPD kamen. Die RotarmistInnen lieferten sich tagelang Gefechte mit der Reichswehr Ruhrarmisten, sondern auch der Traum und und konnten viele wichtige Siege erringen. In die Hoffnung hunderttausender ArbeiterInnen fast allen Ruhrgebietsstädten gründeten die auf eine nahe sozialistische Zukunft und das bewaffneten ArbeiterInnen Vollzugsräte, die Ende der Ausbeutung des Menschen durch die öffentliche Gewalt in die Hand nahmen. den Menschen. Es ist uns wichtig, dass wir bei Somit entstanden die Keimformen proletariunserem Kampf gegen den Kapitalismus und scher Herrschaft, denn erstmals in der Gefür den Sozialismus unsere eigene Geschichte schichte Deutschlands lag die Macht in einem und die früheren Versuche des Umsturzes der Teil der Republik, bei der Arbeiterklasse und bürgerlichen Ordnung nicht vergessen. Hiermit somit bei der Mehrheit des Volkes. Die Durchwollen wir an den heldenhaften Kampf der Ro- setzung echter Demokratie stand kurz bevor. ten Ruhrarmee im Jahre 1 920 erinnern und Schnell vernetzten sich die einzelnen Räte im Ruhrgebiet und bildeten eine Zentralstelle in

Essen. Die Geschichte des Märzes 1 920 zeigt, dass die revolutionäre Dynamik und das Vorhandensein einer zentralistischen, gut organisierten kommunistischen Partei in Blitzeseile eine spontane Massenbewegung zum Sieg der Arbeiterklasse gegen das Bürgertum führen kann. Die sozialdemokratische Regierung, die nach der Niederlage Kapps wieder ihre Regierungstätigkeiten aufnahm, rief zum Ende des Generalstreiks und zur Abgabe der Waffen auf. Abermals bemächtigte sie führende Militärs auch solche, die sich zuvor am Kapp-Putsch beteiligten - mit Sonderrechten, die nun gegen die aufständischen ArbeiterInnen vorgehen sollten. In weiten Teilen Deutschlands gelang es der Reichswehr schnell, die Aufstände niederzuschlagen und die alte Ordnung wieder herzustellen, da die Organisationen der Arbeiterklasse in diesen Gebieten noch schwach waren und viele ArbeiterInnen noch unter dem Einfluss der klassenverräterischen und konterrevolutionären SPD standen. Einige Zeit stand das Ruhrgebiet noch als letzte Bastion der revolutionären ArbeiterInnen. Die Möglichkeit aber, viele Truppen der Reichswehr zusammenzuziehen und ins Ruhrbeit zu schicken, sowie der Belagerungszustand führten letztendlich zur Niederlage des Ruhraufstandes. Die KämpferInnen der Roten Ruhrarmee konnten der technisch und strategisch überlegenden Reichswehr auf Dauer nicht standhalten. Immer weiter rückten sie ins Ruhrgebiet ein und forderten von ihren GegnerInnen viel Blut. Tausende ArbeiterInnen wurden auf der Stelle umgebracht oder festgenommen und anschließend bei Massenerschießungen getötet. Mitte

April war der Ruhraufstand besiegt worden. In der bürgerlichen Geschichtsschreibung werden diese Tage und Wochen, in denen der Sieg des Sozialismus zum Greifen nah war, häufig vergessen oder ihre Bedeutung heruntergespielt. Umso wichiger ist es, dass wir uns selbst unsere Geschichte und die Erfahrungen unserer VorgängerInnen aneignen, sie kritisch auswerten und aus ihr Lehren für uns selbst und unsere kommenden Kämpfe ziehen.

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