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Liebe Leserin, lieber Leser, Ihr haltet die erste Ausgabe in Händen, die von unseren beiden Ortsgruppen

gemeinsam erarbeitet wurde. Ihr findet in dieser Ausgabe zum Leben und zum Mord an Andrea Wolf, einer Deutschen, die sich dem kurdischen Widerstand angeschlossen hat und einen Kommentar zum Antrag der Palästinenser auf Vollmitgliedschaft in der UNO. Außerdem haben wir einen umfangreichen Artikel zur Bedeutung von Wirtschaftskrisen im Kapitalismus und eine Analyse der aktuellen Diskussion um die Staatspleite in Griechenland verfasst. Viel Spaß beim lesen!

Andrea Wolf "Du bist Ungläubige, Deutsche, Frau und Terroristin"
Andrea Wolf wurde 1 965 in München geboren und in einem sozialdemokratischen Umfeld auf. Sie engagierte sich als Schulsprecherin ihrer Schule, war Mitglied in der Jugendorganisation der örtlichen SPD. Ab Anfang der 1 980er Jahre engagierte sich Andrea in der politischen und revolutionären Linken. Sie war Mitglied verschiedener autonomen Gruppen, beteiligte sich an unzähligen Demonstrationen, Kundgebungen, Hausbesetzungen und direkten Aktionen. Andrea war Mitbegründerin der Initiative Libertad!, die auch heute noch existiert. Sie bereitete den Gegenkongress gegen den Weltwirtschaftsgipfel 1 992 in München mit vor und moderierte einen Teil davon. Ebenso beteiligte sie sich in Frankfurt an vielen Aktionen und Initiativen. So hatte Andrea auch Kontakt zu den Militanten der RAF und ihren Gefangenen. Andrea beschäftigte sich inhaltlich neben der Organisierungsdebatte und der Frauenfrage viel mit den politischen Gefangenen die in

Deutschland, aber auch überall auf der Welt in den Gefängnissen wegen ihren politischen Einstellungen und ihrer politischen Taten eingesperrt wurden. Sie suchte ebenso den Kontakt zu linken und revolutionären Bewegungen in vielen Ländern der Welt, machte längere Reisen in die USA, nach Guatemala und zu den WiderstandskämpferInnen gegen die Militärdiktatur nach El Salvador. Nach dem die deutschen Sicherheitsbehörden 1 994/1 995 Andrea per Haftbefehl suchen ließ, da sie ihr eine Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag der RAF anlastete, tauchte Andrea in den Untergrund und die politische Illegalität ab. Andrea hatte Kontakt zu anderen deutschen InternationalistInnen, welche sich den Guerillas in Kurdistan anschließen wollten und entschloss sich schließlich ebenfalls diesen Schritt zu gehen.
„Um mich aus der Abwarte­Haltung zu befrei­ en, habe ich mir einen eigenen Abschnitt vor­ genommen. Etwas für mich/uns zu tun, was ich schon als Möglichkeit ins Auge gefaßt hat­ te, wenn auch für später, und abhängig vom Organisierungsprozeß hier: nach Kurdistan zu gehen.“

So schloss sich Andrea 1 996 der kurdischen Guerillabewegung an. Andrea verbrachte zunächst einige Zeit in der zentralen Parteischule der PKK, konnte dort viel über die kurdische Bewegung lernen und den Vorsitzenden der PKK Abdullah Öcalan kennenlernen und mit ihm über die Situation in Kurdistan und Europa diskutieren. Öcalan schätzte Andrea sehr und war davon überzeugt, dass sie beim Neuaufbau revolutionärer Strukturen in Europa eine wichtige Rolle spielen könnte. Im Frühjahr 1 997 ging Andrea dann in den irakischen Teil Krudistans und lies sich dort militärisch zur Guerillakämpferin ausbilden. In der kurdischen Guerilla bekam sie ihren kurdischen Namen „Ronahi“ (Licht), einerseits als Codenamen, andererseits aber auch, um ihrer Entscheidung Nachdruck zu verleihen, ein neues Leben zu beginnen, so wie es bei der kurdischen Guerilla üblich ist. 1 998 wurde sie dann einer Einheit der kurdischen Frauenbefreiungsarmee YAJK zugeteilt und ging mit dieser nach Nordwestkurdistan.
„Mein Tagesablauf sieht momentan so aus, daß ich um 3 Uhr aufstehe, eine Stunde Nacht­ wache halte, dann zum Appell gehe, dann ei­ ne Stunde Sport gebe, danach einen Bericht an Abdullah Öcalan schreibe, mittags Schwim­ munterricht gebe, selbst schwimme, einigen Freundinnen lesen und schreiben beibringe, wir Tekmil machen (in jeder Manga jeden Abend Auswertung des Tages, Kritiken, Selbst­ kritiken, Vorschläge etc.). [...] Abendessen, ich gebe einigen Freundinnen Basisgymnastik [...], den jungen Frauen eine Stunde Selbstver­ teidigung, Abendappell, um 21 Uhr falle ich um.“

bei einem Gefecht mit der türkischen Armee in der Provinz Van in Kurdistan umzingelt. Nachdem bereits mehrere GenossInnen Andreas von den türkischen Soldaten erschossen worden waren, fiel Andrea (die während dem Gefecht verletzt wurde) mit weiteren Kämpferinnen in die Gefangenschaft des türkischen Militärs. Um eine Kooperation Andreas mit dem Militär zu erzwingen, wurde Andrea gefoltert. Da sie sich weigerte Informationen

preis zu geben, schlug der Kommandant der Militäreinheit solange auf Andreas Kopf ein, bis dieser platzte. Nach ihrem Tod wurde ihr Körper von den türkischen Soldaten geschändet und schließlich mit den Leichen weiterer ca. 30 Guerillakämpferinnen in einem Massengrab in der Umgebung verscharrt. Das anschließende Verfahren vor einem türkischen Gericht über die Umstände des Todes der Guerillakämpferinnen wurde 2002 endgültig eingestellt. Genannte Augenzeugen wurden nicht angehört, es wurde nicht in Militärkreisen ermittelt und die Leichen der Ermordeten gar nicht erst gesucht.
„Die Leichen unserer Freunde waren zer­ stückelt. Die Leiche der Freundin Ronahi war

Am 23. Oktober 1 998 wurde Andreas Einheit

nackt und lag in einigem Abstand zu den Lei­ chen der anderen Freunde. Der Feind hatte die Leiche der Freundin geschändet, an der Leiche waren Gewalteinwirkungen zu sehen. Einen Freund hatten sie mit Benzin übergos­ sen und verbrannt. Den anderen Gefallenen waren Köpfe, Nasen, Ohren, Lippen und Fin­ ger abgeschnitten worden.“

der Klägerin geführt“ wurde und forderte die Türkei zur Zahlung einer „angemessenen Genugtuung für die seelischen Leiden“ Liselotte Wolfs auf. Ab dem 1 5.09.2011 machte sich eine Internationale Delegation auf den Weg nach Kurdistan um das Massengrab in dem sich auch die sterblichen Überreste von Andrea Wolf befinden sollen zu begutachten. Die Delegation wurde jedoch vom türkischen Militär (auf Veranlassung des türkischen Geheimdienstes MIT) daran gehindert in die Nähe des Massengrabes zu gelangen. Zwischenzeitlich wurden sogar zwei deutsche Mitglieder der Delegation verhaftet und mitten in der Nacht stundenlang verhört. Das zeigt einmal mehr, dass auch 1 3 Jahre nach Andreas Tod, der türkische Staat alles dafür tut, dass die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Andreas Mut und Entschlossenheit sollte auch uns im Jahr 2011 ermutigen erneut eine große und starke Solidaritätsbewegung für den Kampf in Kurdistan aufzubauen und die deutsche Linke und die deutsche Bevölkerung für diese Thematik zu sensibilisieren, denn der Kampf des türkischen Staates gegen die kurdische Bevölkerung hat an seiner Brutalität und Grausamkeit nichts eingebüßt.

Die Vertuschungsversuche des türkischen Staates und die Ermordung selbst dienten auch dazu, einen internationalen Skandal zu verhindern, bei dem der kurdischen Freiheitsbewegung viel Aufmerksamkeit zugekommen worden wäre. FreundInnen und GenossInnen von Andrea Wolf gründeten eine Internationale unabhängige Untersuchungskommission (IUK Andrea Wolf) um die Umstände des Todes zu untersuchen. In dem türkischen Gerichtsverfahren wurden die Beweise der IUK ignoriert. Schließlich erstattet die IUK, bzw. Andreas Mutter Liselotte Wolf Anzeige gegen die Türkei beim Europäische Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR). Dieser entschied schließlich am 8. Juni 201 0 das die Türkei gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen habe und dass „keine adäquate und effektive Untersuchung in Bezug auf das Schicksal der Tochter

Die Rolle und die Ursachen von Wirtschaftskrisen im Kapita lismus

sachen gehabt: Überflutungen, Dürren, Kriege und Seuchen haben regelmäßig Menschen und ihre Arbeitsprodukte vernichtet und so zu Not und Elend geführt. In diesem Artikel wolWirtschaftskrisen begleiten die ganze Mensch- len wir die Rolle, der heutigen Wirtschaftskriheitsgeschichte. Aber Wirtschaftskrisen haben sen untersuchen, denn diese Krisen werden viele tausend Jahre immer wieder ähnliche Ur- nicht dadurch hervorgerufen, dass es zu wenig Produkte gibt, sondern zu viele. Aus

„Überfluss“ wird heute Elend. Es fällt auf, dass die heutigen Wirtschaftskrisen sehr regelmäßig auftreten, wir müssen also nicht nach einer zufälligen Ursache für Wirtschaftskrisen, sondern nach einer systematischen Ursache suchen. Wir werden dazu einen Erklärungsansatz für Wirtschaftskrisen im Kapitalismus vorstellen, den wir für richtig halten: Der marxistische Ansatz. Anhand der Wirtschaftskrise von 2008 wollen wir überprüfen, ob sich unsere Behauptungen auch in der Realität wieder finden lassen. Wenn man die Wirtschaftswissenschaftler, die heute an den Universitäten unterrichten oder für die größten deutschen Zeitungen schreiben, fragt, was die Ursache für die regelmäßigen Wirtschaftskrisen ist, dann bekommt man sehr oft sehr ähnliche Antworten vorgelegt:

ern.“ (FAZ 31 .1 0.2008) Es läuft immer wieder aufs gleiche hinaus: Jemand war unvorsichtig, „hat aufs falsche Pferd gesetzt“, jemand hat sich verzockt usw.; einige Menschen haben versagt, weil sie zu gierig und überheblich gewesen sein sollen. Uns haben diese Erklärungen nichts zu bieten: Wir wissen, dass Gier und Überheblichkeit heute allgegenwärtig sind, und nicht nur alle ca. 8 bis 1 2 Jahre zusammen mit den Krisen ausbrechen. Aber was sind dann die wirklichen Ursachen dieser Wirtschaftskrisen?
Ursachen der Krisen

„[...] die Kritik muss an der Aufsicht ansetzen. Die Banken- und Marktaufsicht hat an jedem einzelnen Finanzplatz katastrophal versagt.“ (FAZ 25.09.2008) Hier werden die Aufsichtsbehörden für die Krise verantwortlich gemacht. Oder einen Monat später: „Banken haben allzu freizügig Kredite vergeben, und Investoren haben die Risiken, die sie eingingen, nicht erkannt oder wollten sie nicht wahrhaben. Hinzu kam die weitverbreitete naive Vorstellung, der Boom im Immobilienmarkt werde ewig andau-

Grundsätzliches Interesse so gut wie aller Unternehmen vom größten Unternehmen bis zum Familienunternehmen ist es möglichst viel Profit mit ihrem Eigentum zu machen, ihr Eigentum zu vermehren. Um ihren Profit zu vergrößern, müssen die Unternehmen mehr produzieren und verkaufen. Eine Menge Wissenschaftler rechnen jedes Jahr für jede Branche (ob Autos, Computer, Handys oder Rasierklingen) aus, wie viele Produkte im nächsten Jahr mehr verkauft werden, also wie stark die Nachfrage wächst. Um seinen Profit zu vergrößern muss jedes Unternehmen damit rechnen, dass die neuen Käufer genau seine Waren kaufen werden und nicht die der Konkurrenz. Die Konkurrenten müssen genauso damit rechnen, keine Verluste zu machen, sondern zu den Gewinnern zu gehören und produzieren ebenfalls Waren für die potentiellen neuen Käufer. Somit werden dann insgesamt viel mehr Waren produziert, als neue Käufer erwartet werden. Das wird dadurch noch verstärkt, dass die Unternehmer meist auch noch jeweils damit rechnen, dass alte Stammkunden der Konkur-

renten zu ihrer Kundschaft wechseln. Das An- schaftskrise aus dem Jahr 2008? Natürlich: gebot wächst somit schneller als die Nachfra- Die großen Zeitungen haben auch dieses Mal ge. alles mit „Gier“ und „menschlichen Fehlern“ zu erklären versucht. In Wirklichkeit sind die UrDas wird aber von einer anderen Seite noch sachen die, die wir gerade beschrieben hadeutlich verstärkt: Die Kapitalisten versuchen ben. Der Zusammenbruch der Weltwirtschaft natürlich auch ständig die Kosten für ihre Pro- begann im Immobilien-Bereich in den USA In duktion zu senken, so dass sie mehr Gewinn den USA wurden Millionen Häuser gebaut, die aus den verkauften Waren selbst einstreichen Leute haben diese zwar schon bewohnt, können. Deshalb ist das Ziel der Kapitalisten konnten aber die Kredite nicht (mehr) bezahin fast allen Lohnverhandlungen, unsere Löh- len. Der Lohn der US-Bürger war nicht hoch ne zu senken bzw. Lohnsteigerungen so ge- genug, um den Preis ihrer Häuser zu bezahring wie möglich zu halten. Gerade in len. Die zahlungsfähige Nachfrage lag also Deutschland ist ihnen das in den letzten Jah- unter dem Angebot an Häusern. 2 Millionen ren leider sehr gut gelungen, weil hier der Wi- Familien verloren auf einen Schlag ihr Haus derstand dagegen besonders schwach ist. und wohnen nun zu großen Teilen in Zelten Von 1 992 bis 2006 z. B. sind in Deutschland oder in Autos auf der Straße. die Reallöhne um etwa 9% gesunken. Allerdings war der Bereich „Immobilien“ nur Die Unternehmen versuchen also immer mehr der erste, in dem die Krise offensichtlich wurProdukte herzustellen und zu verkaufen und de, auch in anderen Bereichen wurde über gleichzeitig die Löhne so niedrig wie möglich Jahre hinweg viel mehr produziert als gekauft zu drücken. Damit sorgen sie selbst dafür, werden konnte. dass die Nachfrage sinkt. Das Ergebnis ist ein- Der Verband der Automobilindustrie gibt folfach: Die Kapitalisten produzieren mehr, als ge- gende Zahlen für die weltweite Produktion und kauft werden kann, es kommt zur Über- den Verkauf der letzten Jahre vor der Krise produktionskrise. Die Unternehmen machen an: 2006: 62,8 Mio verkaufte Fahrzeuge und keinen Gewinn mehr, einige gehen Pleite, an- 67,8 Mio produzierte Fahrzeuge, 2007: 66 Mio dere überleben die Krise. Viele können die Pro- verkaufte Fahrzeuge, 72 Mio produzierte duktion nicht fortsetzen, weil sie ihre Waren Fahrzeuge und 2008: Verkauf von 63 Mio, 69 nicht loswerden. Deshalb werden auch in je- Mio produzierte Autos. Gleichzeitig kündigten der Krise viele Betriebe geschlossen oder zu- die Automobilhersteller 2007 Steigerungen ihmindest viele ArbeiterInnen und Angestellte rer Produktionsmöglichkeiten von 2006 bis entlassen; dadurch sinken natürlich wieder die 201 3 von zusammengerechnet 93 Mio. auf Löhne der Bevölkerung insgesamt und die zah- 11 7 Mio. Autos jährlich an. 2009 führte dann lungsfähige Nachfrage sinkt weiter ab. Die Kri- die Überproduktion in der Automobilindustrie se verstärkt sich also selbst. zur Krise und der Industriezweig ist um 1 3 % geschrumpft. Die Krise von 2008 Dass heißt, auch in der Automobilindustrie Sind das auch die Ursachen für die Wirt- sind Unternehmen pleite gegangen, wurden

Fabriken geschlossen und reihenweise ArbeiterInnen entlassen. Unmittelbar nach der Wirtschaftskrise 2008 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 400.000 an, dazu kamen viele ArbeiterInnen und Angestellte, deren Löhne gekürzt wurden.

ren so billig anbieten können, dass sie trotz der niedrigen Zahlungsfähigkeit gekauft werden, und dabei trotzdem genug Profit machen. Dazu müssen die Unternehmen billiger produzieren, also müssen sie insgesamt weniger Geld als vorher als Löhne an ihre Arbeiter geben. Hierzu investieren sie in neue bessere Maschinen, in bessere Technik, die Arbeitskräfte ersetzt. Durch die Nachfrage nach neuen Maschinen, produziert die Schwerindustrie wieder mehr und meldet wiederum Bedarf an Rohstoffen an, sodass auch die Rohstoffproduktion wieder steigt. In diesen Bereichen steigt dann auch wieder die Nachfrage nach Arbeitskräften, denen dann normalerweise auch höhere Löhne angeboten werden, um sie zu werben. Die Produktion wird in allen Bereichen angekurbelt, Arbeitslose werden wieder eingestellt und auch die Nachfrage nach anderen Produkten (Autos, Waschmaschinen, Rasierklingen usw.) steigt wieder. Und die übrigen Unternehmen konkurrieren wieder wie vorher um die neuen zahlungsfähigen Kunden: Wir befinden uns im Aufschwung bis zur nächsten Überproduktion. In der Realität ist der Krisenablauf aber noch komplizierter, als wir es hier erklären konnten. Banken und Kredite, verändern den Krisenablauf stark. Z. B. zögern Kredite das Auffliegen der Überproduktion hinaus und ermöglichen ein weitaus größeres Maß an Überproduktion („Spekulationsblase“). Auch das Eingreifen von Staaten (z. B. durch Kredite und Geldgeschenke) kann den Ausbruch von Krisen verzögern, ihn allerdings keinesfalls vermeiden. Diese Faktoren genauer zu erläutern würde in diesem Artikel leider zu weit führen.

Der weitere Krisenverlauf

Während die Produktion einbricht, verstärken Entlassungen (bzw. Arbeitszeitverkürzungen) und Lohnsenkungen den Gesamteffekt der Krise. Trotzdem werden gerade die Kapitalisten überleben, die ihre ArbeiterInnen in der Krise am krassesten ausbeuten, und somit am meisten Verluste auf die Arbeiter abwälzen. Aber wie verläuft die Krise weiter? Warum wird aus Krise immer wieder ein neuer Aufschwung? Durch Pleiten sind in der Krise zahlreiche Betriebe geschlossen und Fabriken abgerissen worden , die Zahl der konkurrierenden Unternehmer ist also insgesamt geschrumpft. Überschüssige Waren wurden massenhaft zerstört (siehe z.B. Abwrackprämie) oder zu Billigpreisen verhökert. Man kann also wieder hoffen neu produzierte Waren loszuwerden. Damit sich die Produktion für die Kapitalisten wieder lohnt, müssen sie aber vor allem Wa-

Die Krisen decken die Widersprüche des Systems auf

Die Krisen im Kapitalismus zeigen nur wie widersprüchlich dieses System ist. Weil „zu viele“ Produkte da sind, werden zig Millionen Menschen entlassen und ihr Elend noch vergrößert. Gleichzeitig werden Maschinen und Fabriken leer stehen lassen und viele Produkte weg geworfen und verschrottet. Wie oben ausgeführt richtet sich die Produktion im kapitalistischen Wirtschaftssystem nach

den Profitinteressen einzelner Kapitalisten. Das führt gleichzeitig zu Überproduktion und Armut, obwohl längst bei weitem genügend produziert werden kann, um alle zu versorgen. Um Armut und Überproduktion vermeiden zu können, muss die Produktion nach nach den Bedürfnissen der ganzen Gesellschaft geplant werden. Dafür müssen die Fabriken sowie ihre Produkte Eigentum der Gesellschaft sein. Das sind die Grundzüge des Wirtschaftssystems im Sozialismus. in Wirklichkeit um die Rettung der Profite von Banken und Konzernen. Zunächst mal: „Schuldenkrise“; dass ist für viele Menschen auf der Welt leider Alltag, denn fast niemand aus den armen Teilen der Bevölkerung kann sich zum Beispiel einfach so ein Haus leisten. Wer trotzdem in ein Haus ziehen will, muss oft Kredite bei der Bank aufnehmen. Wenn dann mit der nächsten Wirtschaftskrise aber der Job weg ist, steckt man ganz schnell in Schwierigkeiten seine Schulden zurück zu bezahlen. Das ist „normal“ im Kapitalismus und die Banken beuten alle Schuldner mit hohen Zinsen aus. Ziemlich ähnlich funktioniert das eigentlich auch mit dem Staat. Der nimmt auch Schulden auf und muss sie mit Zinsen zurück zahlen. Der Unterschied ist nur, dass der Staat über viele tausend Fäden mit der Kapitalistenklasse verbunden ist (Politiker werden legal oder illegal bestochen, ihnen werde Posten angeboten usw.). Man kann sogar sagen der Staat wird von der Kapitalistenklasse kontrolliert. Der Staatshaushalt wird deshalb vor allem aus den Steuern von den ausgebeuteten Teilen der Bevölkerung, nicht aus denen der

Staatsschuldenkrise in Grie chenland
Seit Monaten streiten sich verschiedene Politiker und „Experten“ um die Frage, ob „Wir Deutschen“ die verschuldeten Griechen retten sollen oder nicht. Auch in der deutschen Bundesregierung hat diese Frage schon zu ziemlichem Stress geführt. Worum geht es eigentlich dabei? Was ist die „Schuldenkrise“ und wodurch ist sie entstanden? Was passiert wenn Griechenland pleite geht? Sollen wir die Griechen „retten“? Wer rettet hier wen? Mit diesen Fragen wollen wir uns in diesem Artikel auseinandersetzen. Eins ist für die großen Medien und Politiker klar, die angeblich faulen Griechen verlangen von uns „tüchtigen“ Deutschen, sie zu retten, weil sie zu lange in Saus und Braus gelebt haben. Der wahre Widerspruch liegt nicht zwischen der „tollen“ deutschen Nation und der „faulen“ griechischen Nation, sondern zwischen den Massen der Ausgebeuteten Europas und den europäischen Kapitalisten. Beim Gerede um die Rettung der Griechen geht es

Kapitalistenklasse finanziert. Wenn der Staat nun zum Beispiel hohe Kredite bei den deutschen und anderen europäischen Banken (Deutsche Bank, Commerzbank usw.) aufnimmt, muss er die Zinsen von unseren Steuergeldern bezahlen. Solange sich der deutsche Staat bei den Banken verschuldet, ist deshalb jede weitere Steuererhöhung ein Mittel aus unseren Taschen Geld in die Taschen der Banken zu schaufeln. Jedes Jahr zahlt der deutsche Staat zum Beispiel 40 Milliarden Euro Zinsen an die Banken, bei denen er sich verschuldet hat. Das sind 400.000 durchschnittliche Kleinwagen. Das ist der Tribut, den wir Jahr für Jahr an die Banken zahlen. In der Wirtschaftskrise 2008 (siehe Artikel in dieser Ausgabe) hat der Staat aber noch eine zusätzliche Funktion für die Banken gehabt. „Bankenrettung“ bedeutete, dass der Staat den Banken Kredite von Unternehmen, die pleite gegangen sind einfach abgekauft hat. Statt das die Banken das Geld nicht zurückbekommen, springt der „Staat“ ein und nimmt den Schwarzen Peter. Während die Banken über Jahre riesige Profite gemacht haben, kauft der Staat ihnen alles was Verluste bedeutet im Moment der Krise ab und übergibt die Verluste so an uns alle. Mit dem Bankenrettungsfonds (SoFFin) wurden bis März 201 0 69 Milliarden Euro an die Banken verschenkt. Viele weitere Kosten kommen dazu. Außerdem hat der Staat, in dem Moment in dem klar wurde, dass die Menschen kein Geld mehr übrig haben, sich die ganzen überschüssigen Waren der Kapitalisten zu kaufen, eine „künstliche“ Nachfrage erzeugt, in dem er reihenweise Staatsaufträge vergeben hat, um an-

dere Waren zu kaufen. Unmittelbar nach der Wirtschaftskrise wurden zum Beispiel vom deutschen Staat 5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, jeder der in einem bestimmten Zeitraum ein neues Auto gekauft hat, bekam einen Bonus von 2.500 € vom deutschen

Staat gezahlt, das hatte vor allem zwei Dinge zur Folge: 1 . Die Automobilindustrie wurde mehr Autos los, als wir uns unter normalen Bedingungen hätten leisten können. 2. Statt die Preise der Autos, die sie nicht verkaufen können senken zu müssen, senkte der Staat die Kosten für den Käufer, ohne dass die Unternehmen weniger Profite gemacht hätten. Auch dafür musste der Staat neue Schulden aufnehmen. Es sind wir Deutschen, die schon 2008 die Profite der Banken und Konzerne retten mussten, und dafür sollen wir in den nächsten Jahren bluten. Diese Rettungsaktionen für die Profite der Kapitalisten sind so oder so ähnlich in ganz Europa durchgeführt worden – auch in Griechenland. Die Staatsschuldenkrise entsteht in dem Moment, in dem ein Staat derart viele Schulden gemacht hat, dass es wahrscheinlich wird, dass er seine Schulden nicht mehr zurück bezahlen kann, wenn die Rückzahlungen fällig werden.

Auch diese Krise wird immer krasser. Denn je höher die Verschuldung, desto mehr Zinsen muss der verschuldete Staat ständig zurückzahlen und während die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Staat pleite geht, erhöhen alle Banken, die dem Staat Geld geliehen haben und von denen er sich neues Geld leihen muss, die Zinsen noch stärker, um wenigstens noch den größtmöglichen Profit vor der Pleite zu sichern. Genau in dieser Lage befindet sich jetzt der griechische Staat. Während der Wirtschaftskrise 2008 sind seine Staatsschulden aus den oben genannten Gründen nochmal um zig Milliarden Euro angestiegen. Er ist zu je etwa 20% bei griechischen Banken, ausländischen Staaten aus der EU und ausländischen Banken aus der Euro-Zone verschuldet. Eine Pleite würde bedeuten, dass Griechenland nur noch einen Teil seiner Schulden oder gar nichts zurückzahlen würde, dadurch würden hohe Verluste für die Banken entstehen.

vor ausländischen Waren zu schützen, in dem sie die eigenen Waren billiger machen. Sie konnten zum Beispiel nicht mehr einfach mehr Geld auf den Markt pumpen, so dass die Preise der nationalen Waren gefallen wären. Es handelt sich beim Euro um ein Projekt der deutschen Kapitalistenklasse, um die Überlegenheit ihres weltweiten Netzes von Banken und Konzernen noch besser ausnutzen zu können.

Genauso erging es auch Griechenland, die Industrie des Landes wurde systematisch zum Beispiel von der deutschen Konkurrenz verdrängt. Dies war besonders leicht möglich, weil die Löhne der deutschen Arbeiterklasse stärker als die Löhne in jedem anderen EULand gesenkt wurden. Die Erfahrung lehrt uns also, dass wir, wenn wir den Angriffen auf unsere Löhne und unseren Lebensstandard Widerstand entgegensetzen, auch den Interessen des griechischen Volks dienen. Diese Zerschlagung der griechischen Industrie durch die deutsche Kapitalistenklasse und ihre Warum ist eigentlich der griechische Staat Konkurrenz führte auch dazu, dass gerade in so verarmt? Griechenland die Jugendarbeitslosigkeit mit Der Euro war schon seit Jahrzehnten ein wich- über 32% eine der höchsten Europas ist. tiges Projekt vor allem der deutschen Unternehmer und Bänker. Er wurde eingeführt, um Spätestens mit der Schuldenkrise in Griecheneinen einheitlichen europäischen Absatzmarkt land ist die Frage aktuell geworden, welche unter deutscher Führung zu schaffen. Die mo- Maßnahmen getroffen werden, um den Euro mentane Politik der Bundesregierung ist ein „zu retten“. Denn wenn Griechenland zahökonomischer Krieg mit friedlichen Mitteln. lungsunfähig würde, müsste es aus der Euro2002 wurde dann mit der allgemeinen Einfüh- Zone austreten und ein Land weniger könnte rung des Euro dieses Ziel erreicht, das derart hemmungslos von den deutschen InDeutschland mit zwei Weltkriegen nicht errei- dustrieprodukten überflutet werden. chen konnte. Dadurch, dass nun in allen Eurostaaten die gleiche Währung verwendet Natürlich: Auch der griechische Staat hat wurde, hatten die einzelnen Staaten noch we- Schulden bei verschiedenen deutschen, grieniger Möglichkeiten ihre nationalen Märkten chischen und anderen europäischen Banken

aber auch bei anderen Staaten gemacht. Im Moment zahlt der griechische Staat mehr als 1 5% der griechischen Jahresproduktion (BIP) in Zinsen. All das aus den Taschen der Arbeiter. Ebenso wie wir, mussten also auch die Griechen für einen alljährlichen „Tribut“ bluten. In dem Moment, in dem klar wurde, dass der griechische Staat nicht mehr alleine seine Schulden begleichen konnte schritt die EU unter Führung von Deutschland ein. Es wurde ein „Rettungspaket“ geschnürt, das aus Krediten besteht, die dem griechischen Staat praktisch direkt von den Steuergeldern der Bevölkerung der mächtigen EU-Staaten gewährt werden. Seit diesem Moment ist Griechenland eigentlich zahlungsunfähig, der Staatshaushalt wird nur noch von den deutschen Konzernen im Bündnis mit ihrem deutschen Staat und ihren Klassenbrüdern in der ganzen restlichen EU aufrecht erhalten. Warum handelt der deutsche Staat so? Erstens geht es darum, dass der griechische Staat auch bei den deutschen Banken, die sich wiederum den deutschen Staat untergeordnet haben, hoch verschuldet ist, wenn plötzlich Griechenland zahlungsunfähig wird, würde das große Verluste auch für die deutschen Banken bedeuten. Der griechische Staat hat mindestens 1 8 Milliarden Euro Schulden bei deutschen Banken. Der deutsche Staat gibt deshalb lieber dem griechischen Staat relativ günstige Kredite und zwar aus den deutschen Steuergeldern, die der griechische Staat dann direkt zu viel höheren Zinsen an die deutschen und andere europäische Großbanken weitergeben muss, bei denen er ja verschuldet ist. Ebenso handeln viele andere Euro-Staaten (z.B. Frankreich,

Niederlande, Österreich). Der deutsche Staat übernimmt auch genau wie in der Krise 2008 wieder „faule“ Schuldenpapiere von anderen Banken beziehungsweise garantiert, die Schulden zu zahlen, wenn sie fällig werden. Teilweise nutzt der deutsche Staat dazu Instrumente wie den EFSF oder IWF, aber im Wesentlichen werden die Finanzmittel dieser Organisationen aus den Steuergeldern der großen EU-Staaten finanziert. Wir Deutschen müssen also keinesfalls für die „faulen“ Griechen zahlen, sondern vielmehr für unsere eigenen deutschen Banken!

Zweitens geht es um die politische Kontrolle über Griechenland. Schon mit dem ersten „Rettungspaket“ der EU am 23. April 201 0 wurden die Bedingungen festgeschrieben, zu denen Griechenland in Zukunft wirtschaften muss. Seitdem musste jeder griechische Staatshaushalt von der EZB, der EU und dem IWF abgesegnet werden. Deutschland hat als mächtigstes EU-Land die Kontrolle über viele der genannten Organisationen und damit auch die Kontrolle über Griechenland. Die deutsche Kapitalistenklasse kann mit ihren Helfern aus der deutschen Bundesregierung deshalb die Sparpolitik in Griechenland bestimmen und zum Beispiel auch, welche Teile des griechischen Staatsbesitz an welche deutschen Konzerne verkauft werden soll. Von unseren Steuergeldern hat sich also der

deutsche Staat auch die politische Kontrolle Bevölkerung sich in eine echte Aufstandsbeüber Griechenland erkauft. wegung verwandelt, in diesem Moment wählen auch sie lieber die Möglichkeit die Ob der Staat Pleite geht das ist aber letztlich Bevölkerung der anderen europäischen Staaauch eine Frage von Klassenkampf, der grie- ten über den Umweg der Staatshaushalte für chische Staat plündert seine Bevölkerung im diese Schulden aufkommen zu lassen. Und Auftrag der mächtigsten EU-Staaten, die ihn dass die griechische Bevölkerung bereit ist zu kontrollieren, auf brutale Art und Weise auf, kämpfen hat sie eindrucksvoll mit vier Geneum die Schulden zu bezahlen, seit Anfang ralstreiks zwischen Januar und Juni 2011 und 201 0 hat die griechische Arbeiterklasse wegen der mehrwöchigen Besetzung des zentralen der Sparmaßnahmen etwa ein Fünftel ihres Syntagma-Platzes in Athen bewiesen. Einkommens verloren. (Berliner Zeitung, 22. Juni 2011 ) Das ist Weltrekord seit dem zwei- Es geht nicht darum, dass wir für die Schulden ten Weltkrieg. der angeblich faulen Griechen bezahlen müsDie griechischen Ausgebeuteten werden also sen, sondern darum, dass die deutsche und nicht nur von ihren eigenen Banken, sondern die griechische Bevölkerung gemeinsam von ebenfalls von den deutschen und französi- der EU ausgebeutet wird, um die Profite der schen Banken, ausgeplündert. größten europäischen Banken zu sichern. Außerdem unterwerfen sich gerade die deutNatürlich könnte der Staat noch lange damit schen Kapitalisten mit ihren Maßnahmen weitermachen, um seine Zinsen zu beglei- Griechenland, schon jetzt kann man mit Recht chen. Letztlich muss er aber verhindern, dass sagen: „Die griechische Regierung sitzt in Berdie Ausgebeuteten Griechenlands sich wirklich lin“. Griechenland soll zu einer Art deutschen erheben und die Kapitalistenklasse von der Kolonie werden. Dagegen müssen wir uns geMacht verdrängen. Auch wenn der griechische meinsam wehren. Unsere Solidarität gehört Staat schon längst von den europäischen deshalb dem griechischen Widerstand gegen Großmächten – allen voran Deutschland – re- die Sparmaßnahmen. giert wird; auch diese Staaten haben kein Interesse daran, dass die Wut der griechischen

Intifada statt Betteln
Am Ende tat er es dann doch. Nach monatelangen diplomatischen Krisengesprächen und trotz zahlreichen Drohungen und Warnungen von Israel und den USA stellte der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, einen Antrag auf UN-Vollmitgliedschaft Palästinas. Ziel sei es einen selbst-

ständigen Staat Palästina, in den Grenzen von 1 967 und Ost-Jerusalem als Hauptstadt, zu schaffen. Bis zur letzten Minute versuchten USA, Israel und weitere Staaten ihn davon abzuhalten. Sie warnten vor gewalttätigen Aufständen und drohten mit dem Einstellen von Hilfszahlungen. Fast hätten sie ihn auch zum Einknicken und zu einer Verschiebung des Antrages gebracht und verwundert hätte

dies auch niemanden mehr, denn dass Abbas mit dem Imperialismus und dem Zionismus kooperiert hatte er schon häufig gezeigt. Während jedoch die AnzugträgerInnen in New York um die Wette feilschten, demonstrierten in diesen Tagen immer wieder tausende PalästinenserInnen in mehreren großen Städten Palästinas für die Anerkennung und ermutigten Abbas zur Antragsstellung. Hierdurch wurde ihm nochmals ins Gewissen gerufen, was ihn erwartet, wenn er den Antrag nicht gestellt hätte. Auch wenn am 26. September noch keine Entscheidung im UN-Sicherheitsrat getroffen wurde, ist eigentlich klar, dass der Antrag der Palästinenser am Widerstand der europäischen und us-amerikanischen Mächte scheitern wird.

lich auf jeden Fall in den letzten Tagen erreicht: Überall auf der Welt berichtete man intensiv über den Nahost-Konflikt und überall hatten die Menschen die Möglichkeit sich für das Leiden der PalästinenserInnen unter der Besatzung durch Israel zu sensibilisieren. Durch das Scheitern bei den Vereinten Nationen, wird gerade deutlich, dass das internationale Völkerrecht nichts bedeutet und die imperialistischen Staaten nur nach ihren Interessen handeln. Somit kann das Bewusstsein verstärkt werden, dass man weder von Israel, den USA oder der EU irgendetwas zu erwarten habe, sondern nur auf die eigene Kraft und die internationale Solidarität vertrauen kann. Durch den Antrag Abbas wurden falsche Hoffnungen geschürt und nun kommt es darauf an, dass die Enttäuschung nicht in Resignation, sondern in Wut umschlägt, soDoch was hätte die UN-Anerkennung tatsäch- dass diese sich entladen kann und eine neue lich an den miserablen Lebensverhältnissen kraftvolle Aufstandsbewegung entsteht. der PalästinenserInnen geändert? Die Anerkennung Palästinas als 1 94. Staat hätte hauptsächlich symbolischen Charakter und wäre ein sinnvolles diplomatisches Druckmittel, doch Te rm i n e die Unfreiheit und Unabhängigkeit bliebe bestehen. An der Besatzung Israels und seiner 01 .1 0.2011 | Proteste gegen den rassistischen Apartheidspolitik würde sich Naziaufmarsch in Hamm nichts ändern. Die israelischen SoldatInnen und SiedlerInnen würden im Land bleiben. Die 1 5.1 0.2011 | Aktionskonferenz Freiheit Palästinas kann letztendlich nur im an- gegen die Afghanistan-Konferenz tiimperialistischen Kampf errungen werden, in- am 3.1 2. in Bonn dem das palästinensische Volk die Besatzer vertreibt. Nicht durch einen UN-Antrag, son- 28.1 0.2011 | Cafe Roter Oktober dern durch einen Aufstand der PalästinenserIn- „Nationale Befreiungskämpfe in nen wird Palästina entstehen. Dies heißt Irland und Katalonien“ jedoch nicht, dass der UN-Antrag vollkommen nutzlos gewesen wäre. Eines hat Abbas näm-