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Liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Ausgabe findet ihr neben einem Artikel zu 10 Jahre Krieg in Afghanistan und

der diesbezüglichen „Petersberg II“ Konferenz, einen Artikel über die Anfänge der OccupyBewegung in den USA und einen Artikel zum Leben, Wirken und heutigem Ansehen von Ernesto „Che“ Guevara. Außerdem gibt es einen Artikel zu Bundeswehr an Schulen und ein Interview mit einem chilenischen Aktivisten zu den dortigen Bildungsprotesten. Zum Abschluss findet ihr dann noch einen Artikel zur aktuellen Situation in Kurdistan. Viel Spaß beim lesen!

10 Jahre Krieg – 10 Jahre Besatzung, Mord und Ausbeutung
Vor zehn Jahren am 7. Oktober vielen die ersten US-Bomben auf Afghanistan. Seit zehn Jahren gehören Folter, nächtliche Razzien, Bombardierungen von Wohnhäusern und Erschießungen zum grausamen Alltag der afghanischen Bevölkerung durch die Besatzertruppen der NATO. Die Statistiken zeigen, dass der Krieg in Afghanistan sich keinesfalls dem Ende zuneigt, sondern, dass die Zahl der bewaffneten Auseinandersetzungen und vor allem die Zahl der Opfer in der Zivilbevölkerung von Jahr zu Jahr steigend ist. Die deutsche Bundeswehr beteiligt sich bereits seit Ende 2001 offiziell am Kriegseinsatz in Afghanistan und ist der drittgrößte Truppensteller. Auch die Bundeswehr ist für Tot, Vernichtung und Schrecken in Afghanistan verantwortlich und das nicht nur an den Taliban. Das bekannteste Verbrechen der Bundeswehr ist wohl der Bombenangriff auf den Tanklaster in Kundus 2009,

bei dem über 100 Menschen gestorben sind. Doch auch die Fotos von Bundeswehrsoldaten mit menschlichen Totenschädeln, die Folterbeschuldigungen des ehemaligen

Guantanamo Häftlings Murat Kurnaz und die Ermordung von 14 Menschen bei einer Demonstration im Mai dieses Jahres durch Bundeswehrsoldaten zeigen die grausame Rolle die Deutschland in diesem Krieg spielt. Auch wenn die USA ihre Streitkräfte in Afghanistan bis Ende 2009 stetig auf bis zu

30.000 Soldaten aufstockte und auch die weiteren NATO Staaten tausende Soldaten in das Kriegsgebiet entsandten, konnten sie die Situation vor Ort bisher nicht befrieden. Auch Gespräche über eine Machtbeteiligung der Taliban konnten diese bisher nicht von ihrem bewaffneten Kampf gegen die Besatzertruppen abbrin-

dauerhaften hochgerüsteten Festungen aus. Von einem geplanten Abzug der Besatzer kann also keine Rede sein. Im Dezember soll schließlich in Bonn einen Konferenz über die weitere Zukunft Afghanistans nach der Übergabe der Verantwortung für die Sicherheit und Ordnung im Land an die afghanischen Behörden stattfinden. Diese Konferenz findet zehn Jahre nach der ersten Afghanistankonferenz in Bonn statt, auf der die Übergangsregierung unter Hamid Karsai von der NATO installiert wurde. Ein breites Bündnis aus der Friedensbewegung, linken Parteien und revolutionären Gruppen und Organisationen wird Proteste unter dem Motto: “Sie reden vom Frieden. Sie führen Krieg.“ gegen diese Kriegs-Konferenz organisieren. Auch wir werden uns an diesen Protesten beteiligen. Gemeinsam wird das [3A] * Revolutionäres Bündnis mit der Interventionistischen Linken (IL) und weiteren Gruppen zu einem Internationalistischen Block aufrufen, der inhaltlich vor allem auf die deutsche Beteiligung und Interessen dieses blutigen Krieges in Afghanistan eingehen wird, treu nach dem Motto: „Der Hauptfeind steht im eignen Land!“ Hinein Block! in den Internationalistischen

gen. Auch die von den NATO-Staaten ausgerüstete und ausgebildete afghanische Armee und die „Afghan Local Police“ mit einer Gesamtstärke von rund 164.000 Soldaten schafft der afghanischen Bevölkerung nicht mehr Sicherheit. Die Soldaten gelten als Korrupt, sind nicht in der Lage eigene Militäroperationen ohne die NATO-Streitkräfte durchzuführen und üben in den Provinzen und Dörfern eine Willkürherrschaft aus. Die Anzahl der afghanischen Soldaten, soll in den nächsten 3 Jahren nochmals um 100.000 Soldaten ansteigen und bereits 2014 soll ihnen die Verantwortung für die Sicherheit in Afghanistan übergeben werden und „je nach Sicherheitslage“ mit dem Abzug der ersten Besatzertruppen begonnen werden. Parallel zu diesen scheinbaren Abzugsbemühungen bauen die US-Streitkräfte fünf ihrer großen Militärstützpunkte mit einem Budget von rund 200 Millionen Dollar zu

Bundesweite Demonstration | Samstag, 3. Dezember | 11:30 Uhr | Kaiserplatz | Bonn

www.afghanistanprotest.de 3a.blogsport.de

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>> We are the 99% <<
„Occupy Wall Street“ - das ist zugleich der Name der Bewegung, als auch die Aufforderung mit der am 17.September 2011 alles begann… 5000 Menschen stürmten an jenem Samstag das Finanzviertel von New York und äußerten lauthals ihre Wut gegenüber der Wohlstandsverteilung in den USA, der Macht des Großkapitals und der Ohnmacht der BürgerInnen, die vom Staat auf den Kosten der Krise sitzen gelassenen werden. In Anspielung darauf, dass die herrschende Politik den Interessen der überwältigenden Mehrheit entgegensteht, lautet ein zentraler Slogan der Bewegung: „We are the 99 percent“. Sie schworen die „Wall Street zu besetzten“ und „die Banken zur Rechenschaft zu ziehen“, worauf die Polizei mit Barrikaden, wahllosen Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken antwortete. Dieses Handeln könnte man, angesichts der daraufhin herrschenden medialen Aufmerksamkeit, allerdings als Eigentor bezeichnen. Den Staat wird die Zahl der Verletzten, angesichts der 50 Millionen US-BürgerInnen ohne Krankenversiche-

rung, eher weniger bedrücken. Die DemonstrantInnen ließen sich davon aber nicht abschrecken, umgingen den gesperrten Bereich und hielten in einem nahe gelegenen Park eine Volksversammlung ab und errichteten ein Protestcamp – nur einen Steinwurf von der Wallstreet und der Federal Reserve Bank von New York entfernt. Seit nun mehr als einem Monat campieren dort jede Nacht zwischen 150 und 200 Menschen; tagsüber wächst ihre Zahl auf

mehr als das Doppelte. Auf Grund der fortlaufenden Repressionen der Polizei sind sie allerdings in vielerlei Hinsicht eingeschränkt: Beispielsweise dürfen Demonstrationen ausschließlich auf dem Bürgersteig stattfinden, außerdem wird die Verwendung von Megaphonen und Lautsprechern nicht genehmigt. Letzteres führte zur Einführung des „Volksmikrophons“, wobei eine Traube von Rednern jedes Wort des Sprechers

wiederholt, was dazu führt, dass bei jedem Beitrag ein weit vernehmender Chor entsteht. Am 1. Oktober schließlich verhaftete die Polizei 700 TeilnehmerInnen einer Demonstration da diese den Bürgersteig verließ und die Brooklyn Bridge überqueren wollte. Unterstützt wird die Bewegung unter anderem von dem international vertriebenen, konsumkritischen Magazin „Adbusters“, diversen ansässigen Gewerkschaften,

die Wall Street-Proteste diente, eine Solidaritätsveranstaltung in Madrids Finanzviertel ankündigten, versprachen unter anderem Aktivisten in Mailand, Brüssel, Valencia, London, Lissabon, Athen, San Francisco, Madison, Amsterdam, Los Angeles, Tel-Aviv dasselbe zu tun. So wurde der 15. Oktober zum weltweiten „Occupy“ Tag ausgerufen. In zig Ländern auf der ganzen Welt gingen mehrere hunderttausend Menschen auf die Straße, allein in Deutschland waren es bundesweit 40.000 Menschen. Die, anfangs von vielen unterschätzte, Bewegung sorgt nun weltweit sowohl für Aufsehen, als auch für einen allgemeinen Denkanstoß. Das Gefühl, dass im herrschenden System so einiges fundamental falsch läuft, die Finanzwelt letztendlich doch nur für ihre eigenen Profite arbeitet, die wachsende Arbeitslosigkeit nicht auf das Unglück eines jeden einzelnen zurückzuführen ist und eine Lösung für die stets wiederkehrenden Krisen momentan so wahrscheinlich ist, wie ein plötzlich friedliches Miteinander mit unserem „Freund und Helfer“. Unsere Aufgabe dabei ist es, ein Bewusstsein in diese Bewegung zu tragen, dass der Feind, gegen den sich diese Bewegung richten muss, nicht die einzelnen „bösen“ Manager der Banken sind, sondern die gesamte herrschende Klasse und dass was uns 99% der Bevölkerung vereint, dass wir ein entgegengesetztes Interesse zu dieser herrschenden Klasse haben...

linken Organisationen und Magazinen, sowie dem Netzwerk „Anonymous“, welches die Idee in den Mainstreammedien verbreitete und somit durch das hege Interesse eine Warnung des US-Ministeriums für innere Sicherheit an die Banker der Nation auslöste. Durch die internationale Solidarität in ihrem Vorhaben gestärkt, entschieden sich die empörten BürgerInnen auch weiterhin die Stellung zu halten und die Banker allmorgendlich zu begrüßen. Die Organisatoren vor Ort berichten: „Wir arbeiten an einer langfristigen Besetzung.“ Nachdem die „Indignados“ (deut. Empörte) aus Spanien, deren Volksversammlungen und Besetzungen, als Inspiration für

Website: occupywallstreet.org

Ernesto (Che) Guevara
Mit 15 Jahren sagte Ernesto: „Auf die Straße gehen um mich von der Polizei niederknüppeln zu lassen? Ich beteilige mich nur, wenn mir jemand einen Revolver in die Hand drückt.“ Doch er Interessierte sich zunächst mehr für Sport und Reisen. Er begann Medizin zu studieren, da er selbst Starkes Asthma hatte und nach einem Gegenmittel forschen wollte. Als er sein Studium abgeschlossen hatte, bricht Ernesto zu einer Südamerika Reise auf, um damit dem Militärdienst zu entgehen. Während dieser Reise sieht er viel Ausbeutung und Unterdrückung, Armut und Hunger. Die Erlebnisse festigten seine Vorstellung vom gewaltsamen Sturz dieser Zustände. Er fängt an sich mehr für Politik zu interessieren, las viele Klassiker der Marxistischen Literatur. Er fing an Politisches Bewusstsein zu entwickeln, Politisch zu denken und zu handeln. Er wollte nicht, wie er es in seinem Studium gelernt hatte das Leid einzelner lindern, er wollte die Menschheit verändern. 1953 zog Ernesto nach Guatemala, wo unterdessen eine Revolution im Gange war. Er traf hier auf kubanische Revolutionäre und hörte von Fidel Castro. Als die Konterrevolution der US-Amerikanischen Regierung in vollem Gang war versuchte er noch vergeblich Widerstand aufzubauen und zu organisieren. Er rief zur gewaltsamen Verteidigung der Revolution auf doch es war zu spät. In der Selben Zeit lernte er auch seine Frau kennen, die später schrieb: „Guatemala überzeugte ihn ein für alle Mal von der Notwendigkeit,

mit den Waffen in der Hand gegen den Imperialismus zu kämpfen und zur Offensive überzugehen.“ Ernesto floh nach Mexiko lernte dort Fidel Castro und seine Männer kennen, die medizinische Hilfe brauchen. Er schloss sich der Gruppe an um an dem Sturz des Batista-Regimes mitzuarbeiten und bekam den Namen „Che“. Zu dieser Zeit herrschte auf Kuba eine Militärdiktatur unter der, vor allem die Bauern und Saisonarbeiter von den Zuckerfeldern leiden mussten.

Castros Kämpfer wurden im GuerillaKrieg ausgebildet. Die Gruppe fuhr nach Kuba, Che ließ Frau und Kind zurück, doch als sie an Land wollte wurden sie angegriffen nur 15 von ihnen Überlebten und auch Che wurde verletzt. Die wenigen Überlebenden führten und organisierten einen Jahrelangen Guerilla-Krieg. Castro ernennt Che zum Kommandant unter seiner Leitung ziehen 1958 insgesamt 364 Guerillas in die Schlacht und es wurden strategisch wichtige Städte und Festungen eingenommen wobei hunderte Regimekritiker und Armeeangehörige er-

schossen wurden unter anderem der kubanische Diktator. Am 2. Januar 1959 zieht Che mit seiner Truppe in die Hauptstadt Havanna ein und die Volksrepublik Kuba wird gegründet. Nachdem sich die Lage stabilisiert hatte heiratete Che erneut und bekam zwei Kinder. Che übernahm verschiedene Ämter und wichtige Positionen, doch der Sieg über die Diktatur konnte ihn nicht an einem Ort halten. Er zog nach Afrika um in dem Kongo die Guerilla-Kämpfe zu unterstützen dann zurück nach Lateinamerika um dort in Bolivien zu Kämpfen. Auch Che war nicht Fehlerfrei, er dachte er könne seine Erfahrungen aus Kuba auf jedes beliebige Land übertragen, er behauptete es brauche für eine Revolution nicht zwingend eine Revolutionäre Situation, sondern könne durch bewaffnete Truppen erzeugt werden. Eine Revolution kann jedoch dann erfolgreich sein, wenn das Volk, die Arbeiterklasse gemeinsam und entschlossen Kämpft. Che‘s Guerilla-Truppe wurde am 7.10.1967 von einer Armeepatrouille unterstützt von der CIA entdeckt und nach kurzem Kampf, verletzt gefangen genommen. Am Tag darauf wurde Che durch mehrere Schüsse eines Soldaten nach einem Verhör ermordet die genauen Umstände bleiben zunächst unklar. Der Leichnam wurde der Presse zur Schau gestellt, und dann verscharrt. Erst 1997 wurden seine sterblichen Überreste gefunden und in ein Mausoleum in Kuba beigesetzt. Chef lebt Fidel Castro bekam einen grauen Bart und Chef den größten Fanclub der Welt. Lei-

der ist Chef heute oft nur ein Modeartikel es gibt alles mit seinem Gesicht nicht nur Wodka, Zigaretten und Uhren sondern auch Taschentücher, Bikinis und Mützen. Oft ist nicht erkennbar, ob jemand ein Che Guevara T-Shirt aus Mode Trägt oder sich Politisches Bewusstsein hinter diesem T-Shirt verbirgt. Che wird als Pop-Figur verkauft und von der Herrschenden Klasse immer mehr entpolitisiert. So sterben immer mehr Vorbilder für die Jugend, Vorbilder des Kampfes. Doch wir wollen Che als Kämpfer, als

Marxist und als Revolutionär, der seine Fehler hatte, in Erinnerung Halten, der für die Freiheit gestorben ist und vorher selbst sagte: „Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich bereit sein, mein Leben für die Befreiung eines Lateinamerikanischen Landes zu geben, ohne dafür von jemandem etwas zu verlangen, ohne etwas zu fordern, ohne jemanden auszubeuten.“

Bundeswehr raus aus Uni und Schule!
Die Bundesregierung und die Bundeswehr setzen seit einigen Jahren ihren Fokus zur Rekrutierung von neuen Soldaten vor allem auf junge Menschen, mit dem Ziel diese davon zu überzeugen, dass es wichtig sei, dass deutsche Soldaten z.B. am Krieg in Afghanistan beteiligt sin, und sich mehr Menschen bei der Bundeswehr verpflichten. Bei der Werbung für die Bundeswehr ist die Schule sicherlich aus ihrer Sicht ein geeigneter Ort, um Jugendliche für den Dienst an der Waffe zu begeistern und auf diese einzuwirken. Meist ist die Teilnahme an Werbeveranstaltungen verpflichtend, daher ist es hier für Jugendlich am schwierigsten sich der Gehirnwäsche der Bundeswehr zu entziehen. Warum sind Jugendliche gerade jetzt Ziel für die Bundeswehr? Es gibt immer weniger Chancen und Perspektiven auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Viele Jugendliche leben jetzt schon mit der Angst später keinen Job zu finden und Hartz IV beantrage zu müssen, dabei werden vielen Menschen unter 25 werden immer schneller und öfter die Hilfen gekürzt. Die Bundeswehr kann zwar niemanden zwingen sich bei ihr zu verpflichten, aber die Umstände unter denen viele Jugendlich derzeit leben und der ständige Druck und die Angst nicht über die Runden zu kommen, treibt mehr oder weniger die jungen Menschen sich zu verpflichten, da aus ihrer Sicht meist es nur

die Möglichkeit gibt zur Bundeswehr zu gehen oder bei Hartz IV zu landen. Auch Studenten sind sehr interessant für die Bundeswehr; aus dem Grund, dass es vor kurzer Zeit noch die Studiengebühren gab. Unter anderem warb sie an den Universitäten mit Plakaten auf denen stand „Studieren ohne Gebühren, Studium mit Gehalt – Studium bei der Bundeswehr“. Hier möchte die Bundeswehr ihre neue Führungsebene rekrutieren. Der Sozial- und Bildungsabbau in Deutschland sorgen also dafür, dass immer mehr junge Menschen den Dienst am Gewehr wählen. Zudem hat die Bun-

deswehr mit einigen Bundesländern und den Schulen vor Ort, u.a. auch in NRW, sogenannte Kooperationsverträge abgeschlossen. Das Ziel ist es diesen mit allen Bundesländern zu vereinbaren (Bremen hat allerdings bereits abgelehnt). Bisher können Schulen und Lehrer in den Ländern, wo noch keine Verträge mit der Bundeswehr abgeschlossen wurden, selbst entscheiden, ob die Bundeswehr an ihre Schule oder in ihre Klasse kommt, dies soll der genannte Vertrag verhindern. Das womit die Bundeswehr und die Bundesregierung argumentieren ist, dass die Bundeswehr genauso ein normaler Arbeitgeber ist wie beispielsweise der Friseur oder der Supermarkt nebenan auch und

man daher die Jugendlichen über diesen Beruf als Möglichkeit „gutes Geld“ verdienen zu können informieren müsste. Was jedoch den Schülern verschwiegen wird ist, dass man beim Eintritt in die Bundeswehr und bei der Ausbildung zum Soldaten auf seine Grundrechte, wie körperliche und geistige Unversehrtheit und sein Leben verzichten muss. Das Recht auf freie Meinung wird stark eingeschränkt und Gehorsamsverweigerung wird oft mit Haft bestraft. Der Soldat wird dazu verpflichtet auf Befehl zu töten, und damit klarzukommen. Was den Schülern verschwiegen wird ist das eine große Anzahl an Soldaten die regelmäßig aus Auslandeinsätzen zurück-

kommen, an traumatischen Erlebnissen ihr ganzes weiteres Leben leiden. Wer sich also jetzt bei der Bundeswehr verpflichtet muss damit rechnen höchst wahrscheinlich in einen Auslandeinsatz wie beispielsweise nach Afghanistan geschickt zu werden. Anstatt die Jugendlichen in den Krieg zu schicken, muss ihnen eine Perspektive geschaffen werde. Daher fordern wir: Ausbildung und Übernahme im Erlernten Beruf! Bundeswehr raus aus Schulen! Weg mit dem Kooperationsvertrag! der Hauptstadt, demonstrieren momentan jeden Donnerstag 100.000 bis 180.000 Personen. Die Proteste sind von riesigem Ausmaß, wir haben seit dem Ende der Diktatur von Pinochet, das durch Demonstrationen erzwungen wurde, keine solchen Proteste mehr erlebt.

Interview mit chilenischem Aktivisten
Alejandro Suarez ist 48 Jahre alt und chilenischer Aktivist. Hallo Alejandro, berichte uns doch kurz von den Protesten der Studenten und Schüler in Chile? Seit fünf Monaten steht der Schul- und Unibetrieb an vielen Schulen und Universitäten vollkommen still. Die Jugendlichen finden viele verschiedene Protestformen, einige besetzen ihre Schulen und verbarrikadieren die Türen, andere streiken und verweigern die Beteiligung am Unterricht. Jeden Donnerstag gibt es in allen größeren Städten eine zentrale Demonstration aller Schülerinnen, Schüler und Studenten der betreffenden Städte. In Santiago de Chile,

Was sind die Gründe für die Proteste? Das Bildungssystem in Chile wurde 1981 unter der Diktator von Pinochet privatisiert, die staatlichen Mittel wurden aus

dem Bildungssystem abgezogen und stattdessen in Subventionen für private Unternehmer gesteckt. Seitdem ist die Qualität der staatlichen Bildung extrem gesunken, gute Bildung gibt es eigentlich nur noch in privaten Schulen und Universitäten, aber die sind extrem teuer. Immoment muss ein Student für einen Uniabschluss ungefähr soviele Schulen aufnehmen, wie auch nötig wären, um ein Haus zu kaufen. Für fünf Jahre Universität zahlen viele Studenten danch 20 Jahre ihre Kredite ab. In der Schule sieht es ganz ähnlich aus. Was fordern die Jugendlichen in Chile? Ihre Forderungen sind ziemlich radikal, denn sie fordern letztlich, die Bildung dem Einfluss des Marktes komplett zu entziehen. Bildung soll kostenlos sein und nicht den Interessen der Unternehmen unterliegen. Wie steht die Regierung zu diesen Forderungen? Sie steht ihnen natürlich negativ gegenüber, die Regierung fährt einen neoliberalen Kurs und sie streben eigentlich das genaue Gegenteil von Verstaatlichungen an. Drei der amtierenden Minister im Regierungskabinett sind selbst Besitzer von Universitäten. Der letzte Bildungsminister ebenfalls, er wurde aber durch die großen Proteste zum Rücktritt gezwungen. Wie organisiert sich die Protestbewegung und wie werden die Vertreter der Jugendlichen legitimiert? Die Jugendlichen sind sozusagen in Komitees organisiert, die von der Schul- oder

Fachebene aus, Delegierte in die oberen Strukturen von Bezirken, Städten, Fakultäten, Universitäten usw. schicken. Besonders die Verhandlungsführer, die die Jugendbewegung vertreten, haben einfach ein fantastisches politisches Niveau erreicht. Sie sind hervorragend gebildet, kennen sich in allen wesentlichen politischen Fragen aus, und blamieren auch manchmal die Parlamentsabgeordneten in die Diskussionen – so hoch ist ihr Niveau.

Schon 2006 haben in Chile Schülerinnen und Schüler zwei Monate den Schulbetrieb lahm gelegt, gibt es einen Zusammenhang zwischen dieser Bewegung und der aktuellen? Ja, damals war diese Bewegung vor allem eine Schülerbewegung, gegen die weitere Privatisierung der verschiedenen Schulen. Heute sind die Aktivsten dieser Streikwelle auf der Uni, aber gleichzeitig ist es gelungen die Schüler und Studenten zusammen zubringen. Es besteht ein Zusammenhang und die Gesamtbewegung ist stärker geworden. Es gibt aber überhaupt in Chile eine ziemlich kämpferische Tradition der Arbeiterbewegung. Wie sieht diese Tradition der Arbeiterbewegung aus?

Sie stammt ursprünglich noch aus der Zeit des Sozialisten Salavador Allende, der durch den Militärputsch von Pinochet gestürzt wurde. Die Bevölkerung hat es

Ja, auf jeden Fall und das Beeindruckende ist, auch das gesamte politische und wirtschaftliche System wird hinterfragt. Die Bevölkerung lehnt die neoliberale Politik der Regierung ab und fordert eine neue Verfassung, denn die aktuelle chilenische Verfassung stammt abgesehen von wenigen Veränderungen noch aus der Zeit von Augusto Pinochet. Den Präsident Sebastián Piñera würden heute nach Umfragen nurnoch 28% der Bevölkerung wieder wählen. Wie schätzt du die Proteste in Nordafrika und der arabischen Welt ein? Dienen die als eine Art Vorbild für die Proteste in Chile? Ja, da gibt es natürlich Parallelen. Die Art und Weise, wie zu den Protesten mobilisiert wird ist ähnlich, es wird viel über Facebook und Twitter gemacht. Auch die Organisationsformen in unabhängigen Organisationen, die sich die Jugendlichen selbst aufbauen ist ähnlich. Genau wie Europa und Nordafrika werden die Proteste nicht von irgendeiner politischen Partei dominiert, sondern es ist die Bevölkerung selbst, die aufsteht und Kritk daran übt, dass alle Parteien egal ob „links“, „mittig“ oder „rechts“ seit Jahrzehnten das gleiche Wirtschaftssystem aufrecht erhalten. In Deutschland ist viel von der Gewaltanwendung der Polizei und von den angeblich randalierenden Jugendlichen die Rede, wird die Gewalt von allen Demonstranten ausgeübt oder nur von einer kleinen Minderheit? Die Polizei geht sehr brutal vor und ist hochgerüstet wie Soldaten. Ein 16-Jähri-

aber geschafft mit ihren Protesten nach zwei Jahrzehnten auch diesen Diktator los zu werden. Es gibt zwar immer wieder schwere Zeiten, in denen die Proteste abflauen, aber die Bewegung ist wie gesagt sehr traditionsreich und in der ganzen Bevölkerung ist das notwendige Wissen für Selbstorganisation und politische Auseinandersetzungen vorhanden. Unterstützt der Rest der Bevölkerung die Forderungen der Jugendlichen? Natürlich, die Bildung ist eine riesige finanzielle Belastung für jede Familie. Mittlerweile haben sich aber auch andere Protestbewegungen der Jugendbewegung angeschlossen. Auch die Arbeiterinnen und Arbeiter im Gesundheitsbereich streiken für bessere Arbeitsbedingungen und man kann im Moment in verschiedenen Städten einen Aufschwung der Umweltschutzbewegung beobachten. Die Proteste nehmen also bereits Ausmaße an, die über den Bereich Bidlung hinaus gehen?

ger wurde bereits erschossen. Jede Woche werden zig Demonstranten verletzt. Das hat natürlich zur Folge, dass alle Demonstranten mehr Verständnis gewinnen dafür, dass es notwendig sein kann selbst Gewalt anzuwenden, um sich zu verteidi-

gen. Das ganze wird mehr und mehr als „Selbstverteidigung“ begriffen. Man kann beobachten, dass sich einfache Studenten, die vor einigen Monaten Gewalt noch abgelehnt hätten mit den altbekannten linken Aktivisten vermischen. Nationen sich Profit durch die Unterdrückung der Kurden zu erwirtschaften. Kurdistan ist reich an Ölvorkommen, welches den jeweiligen Staaten genug Gründe gibt, eine seit Jahren beruhende Unterdrückung, nicht nur weiter bestehen zu lassen, sondern sie zu verschärfen. Das kurdische Volk erlitt große Qualen, sei es der Tot hunderter Guerilla oder die Verleumdung, Folter und Diskriminierung der Bevölkerung in den Städten. Konzept: Terrorbekämpfung Die Heutige Situation hat sich nicht ausschlaggebend verändert. Immer noch verfolgt der reaktionäre türkische Staat eine Vernichtungspolitik gegen die Kurden. Der Faschistische Staat hat es geschafft, die Menschen aus 124 Dörfer mittels eines Vernichtungskonzeptes zu verjagen. Die AKP-Regierung versucht mit neuen Methoden und Mitteln einen neuen Krieg herbeizurufen. Ihr Konzept: „Es gibt kein Kurdenproblem, sondern ein Terrorproblem“ legitimiert ihrer Ansicht nach, all die Grausamkeiten am kurdischen Volk. Nicht nur die Guerillas sind Opfer der Angriffe, sondern genauso die Kurdischen Politiker und Aktivisten. Über Tausende Kurdische Politiker sind wegen dem Vorwurf, Mitglieder der KCK zu sein, in Gefängnissen inhaftiert. Sie werden nicht als Kurdische Politiker angesehen, sondern als Terroris-

Die Türkei und ihr Terrorkonzept
Seit Gründung des türkischen Staates geriet das kurdische Volk in Jahrelange Unterdrückung, Folter und Verfolgung. Vor ungefähr 30 Jahren formierte sich eine Kurdische Arbeiterpartei, deren Ziel ein befreites Kurdistan bewaffnet zu erkämpfen. In diesen 30 Jahren erlebte und entwickelte sich jene Partei weiter und erlitt immer wieder schwere Verluste durch die Angriffe seitens der Faschistischen Regierung. Der Militärputsch 1982 war für die revolutionäre Linke in der Türkei ein harter Schlag, den sie traf der Bewegung mitten ins Herz und infizierte sie mit dem reaktionären Chauvinismus gegen das kurdische Volk. In den 80er Jahren werden die Angriffe des reaktionären Staates immer brutaler und bestialischer, genauso hart betroffen die praktische Solidarität der Türkischen Linke zu Kurdischen Bewegung. Durch Chauvinismus verursacht verringerte sich die praktische Solidarität. Es ist nicht so als hätte die Kurdische Bewegung darunter zu leiden, ganz im Gegenteil, sie erhielt einen erneuerten Aufschwung und kämpfte aktiv gegen das Regime. Durch die Teilung Kurdistan in vier verschiedene Bereiche, ermöglicht man den

ten. Seit dem 17.August bombardierten Türkische Kampfflugzeuge jeden Tag die Berge Kandils, welcher als Stützpunkt der kurdischen Guerilla dient. Hierbei schrecken sie vom Einsatz Chemischer Waffen nicht zurück, wie sie in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen haben. So wurden erneut 24 Guerillas durch Einsatz Chemischer Waffen massakriert und verstümmelt. Zuvor beantwortete die HPG (Volksverteidigungskräfte), die Angriffe des Faschistischen Regimes, mit mehreren Anschlägen auf Militärbasen, in denen über 80 Soldaten ums Leben kamen.

tivierte, entwickelnde und funktionierende Kurdischen Bewegung. Offensichtlich ist die türkische Regierung überfordert die Kurdische Bewegung zu unterdrücken, deshalb greifen sie auf ihre Herkömmliche Vorgehensweise, nämlich die Vernichtung aller Kurdischen Kräfte. Die Wahlen in diesem Jahr zeigten das Aufkommen der Kurdischen Bewegung deutlich. In gleicher Weise ist die Ausrufung der Demokratischen Autonomie ein klares Zeichen gegen die reaktionäre Türkei gewesen, welche die Regierung immer weiter unter Druck geraten ist. In Europa werden die Kurden ebenfalls unterdrückt. Am 26.11.1993 wurde ein Betätigungsverbot für Arbeiterpartei Kurdistan (PKK) erlassen, die seitdem die Demokratische politische Betätigung in Deutschland beschränkt. So wird es am 26.11 dieses Jahres eine Großdemonstration in Berlin stattfinden um gegen diese Einschränkungen des Deutschen Staates gegen die Kurden zu demonstrieren.

Weiterhin verwehrt die türkische Regierung seit dem 27.August den Kontakt Öcalans zu seinen Anwälten. All diese Angriffe auf die Guerilla, die Politiker und Öcalans sind Reaktionen auf eine mo-

Termine
04.11. Diskussion: Frauen in der kurdischen Guerilla 9.11. Demo in Gedenken an die Novemberpogrome in Borbeck 17.11. Bildungsstreik in Essen, Bochum und bundesweit 25.11. Cafe Roter Oktober 26.11. bundesweite Demo gegen das PKK Verbot in Berlin 03.12. bundesweite Demo gegen die NATO-Afghanistankonferenz in Bonn