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Liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Ausgabe findet ihr einen Artikel zu der momentan besonders angespannten Lage

zwischen Israel und dem Iran und einen Bericht über die Ereignisse um den so genannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) und seine Morde. Zudem freuen wir uns, dass wir euch die Gründungserklärung des Kurdistan Solidaritätskomitee NRW vorstellen können. Außerdem findet ihr einen Artikel über die Ermordung des Kommandanten der FARCEP, eine Solidaritätserklärung mit deutschen Antimilitaristen und einen Artikel zur „War starts here!“ Kampagne. Viel Spaß beim lesen!

Der große Krieg um den Mittleren Osten geht weiter.
Die Länder Ägypten, Israel, Jordanien, Irak, Afghanistan und Pakistan haben alle etwas gemeinsam. Es sind alles Länder im Mittleren Osten, sie stehen alle unter der Kontrolle des US-Imperialismus und vertreten seine Interessen in der Region. Der US-Imperialismus würde einen Ländergürtel kontrollieren, der den ganzen Mittleren Osten durchkreuzt und direkt an der Haustür seiner größten imperialistischen Konkurrenten (China und Russland) endet, wäre da nicht der Iran. Der Iran ist eine bedeutende Regionalmacht, die eher an den russischen und chinesischen Imperialismus gebunden ist und liegt inmitten dieses Ländergürtels zwischen dem Irak und Afghanistan. Nebenbei ist der Iran im Besitz einer der größten Erdgas- und Erdölvorkommen der Welt. Wenn also in letzter Zeit immer neue Nachrichten über den sich verschärfenden Konflikt zwischen dem Iran und Israel zu vernehmen sind, so erfahren wir damit auch einiges über einen sich verschärfenden imperialistischen Konflikt zwischen den USA und Russland.

Die erneute Eskalation dieses langjährigen Konflikt begann mit der jüngsten Veröffentlichung des IAEA (International Atomic Energy Agency)-Generaldirektor Jukija Amano, in dem, wie schon so oft zuvor,

festgestellt wurde, dass der Iran mit seinem Atomprogramm schon bald in dem Besitz von Atomwaffen kommen könnte. Als ob Israel, dass erste Mal von so etwas hören würde, waren die Nachrichten in den Folgetagen voll mit Kriegsdrohungen seitens Israels gegen den Iran. Israels Präsident Shimon Peres ließ im Fernsehen verkünden, dass eine militärische Lösung näher liege als eine diplomatische. Gleichzeitig wurden in der Presse Aufnahmen von israelischen Armeeübungen eines Angriffs auf den Iran, sowie der Test einer Langstreckenrakete

veröffentlicht. Solche Videos werden gerne als Kriegsdrohungen veröffentlicht, oftmals als Bluff, doch hin und wieder auch ernst gemeint. Zwar ist zu vermuten, dass das ganze Kriegsgeschrei erst mal dazu diente, um härtere Sanktionen gegen den Iran durchsetzen zu können, doch auch für eine baldige Umsetzung der Drohungen spricht einiges. So nahm Israel bereits viele Gespräche mit Partnerstaaten auf, um sich über einen Militärschlag zu beraten. Die britische Marine bereitete sich prompt auf einen Angriff gegen den Iran vor. Des Weiteren verübte der israelische Geheimdienst bereits am 12. November einen Bombenanschlag auf einen iranischen Raketenexperten, bei dem das Zielopfer

Der Iran reagiert auf die Kriegsdrohungen sehr widersprüchlich. Einerseits spielt er die Gefahr eines Angriffs herunter und bestreitet die israelische Schlagkraft, andererseits droht er in größten Tönen mit der Vernichtung Israels und bringt seine Luftabwehr in Stellung. Der iranische Schutzpatron, Russland, ließ sich zwar wiedermal zu gemeinsamen Sanktionen gegen den Iran treiben, warnte jedoch auch eindringlich vor einen militärischen Angriff. So vermeldete vor kurzem Russlands Generalstabschef Nikolai Makarow, dass: „Unter gewissen Umständen [...] lokale beziehungsweise regionale bewaffnete Konflikte in einen umfassenden Krieg mutieren, in dessen Verlauf auch Atomwaffen zum Einsatz kommen könnten“ und stellte fest, dass Moskau Antworten müsse bei einer US-Intervention im Iran. Der imperialistische Konflikt zwischen Russland und den USA findet derzeit auch auf der Ebene der Syrien-Politik statt. Auch Syrien ist eines der Länder, die unter der Kontrolle des russischen Imperialismus stehen und so verwundert es nicht, dass Russland das Massaker des syrischen Regimes gegen den Volksaufstand verteidigt, und die USA die Angelegenheit missbraucht um auch eine Intervention in Syrien zu rechtfertigen. Die Position des deutschen Imperialismus in den ganzen Konflikten ist noch nicht abschließend geklärt und wird in der nächsten Zeit noch näher zu untersuchen sein.

und 16 iranische Soldaten ums Leben kamen. Auch die Installation eines Raketenabwehrschildes der NATO in dem von der Türkei besetzten Teil Kurdistans ist eine Vorbereitung auf einen Angriff. Dieses Raketenabwehrschild würde dafür benutzt einen Gegenschlag Irans auf Israel zu vereiteln. Das NATO-Projekt soll angeblich noch dieses Jahr in Betrieb genommen werden.

Die Nazi-Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrund“ und der deutsche Staat
Zwischen 2000 und 2007 hat eine Thüringer Nazi-Gruppe mindestens zehn Personen umgebracht. Der im letzten Monat aufgedeckte Skandal um den selbst ernannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) und um die Rolle des Verfassungsschutzes bei diesen Morden zeigt ganz deutlich auf welcher Seite der deutsche Staat steht. Immer mehr für den Verfassungsschutz sehr unangenehme Fragen tauchen auf: Warum war ein verdeckter Ermittler des Verfassungsschutzes erwiesenermaßen bei mindestens einem der Morde dieser Bande anwesend? Warum reiste er offensichtlich zusammen mit den Mördern durch Deutschland? Denn ein Bewegungsprofil der Polizei beweist, dass er sich in vier weiteren Fällen zum Mordzeitpunkt in der gleichen Stadt wie die Mörder aufhielt? Die verantwortlichen Politiker schweigen oder sprechen unverständlichen Kram: Thomas Opperman (SPD) beispielsweise

spricht von einer „rechten Gesinnung“ bei diesem Verfassungsschutzbeamten. Warum schreibt Helmut Roewer der Chef des Verfassungsschutzes Thüringen war, als die Nazi-Terroristen abgetaucht sind, heute für den kriegstreiberischen und deutsch-nationalistischen Ares Verlag aus Österreich? Klar ist, dass die Polizeibehörden genauso wie der Verfassungsschutz von den geplanten Gewalttaten der Neonazis wussten, als sie 1998 abtauchten. Unternommen haben sie nichts, der NSU hatte bereits damals eine eigene Bombenwerkstatt im Keller von Beate Zschäpe aufgebaut. Heute ist klar, was diese Gruppe in der Zwischenzeit getrieben hat: Terror durch Ermordungen gegen MigrantInnen. Ob sie dabei allerdings alleine waren und wer sie genau unterstützt hat wird wohl unklar bleiben. Interessant ist vor allem, dass dieser Fall besonders klar macht, wie eng die Verstrickungen zwischen Staat und Naziszene tatsächlich sind. Der thüringsche Chef des Verfassungsschutzes wurde letztlich entlassen, weil einer seiner bezahlten Informanten (V-

Leute) aus der Nazi-Szene sein vom Verfassungsschutz bezahltes Honorar in Höhe von 25.000€ etwas zu offen für die Sache der Neonazis eingesetzt hat, in dem er von diesem Geld Materialien für die NaziÖffentlichkeitsarbeit kaufte. Viele andere tun dies noch immer, aber unauffälliger. Ist gibt zahlreiche Fälle von V-Leuten in der Nazi-Szene, die das Geld annehmen und davon ihre menschenfeindliche „Politik“ finanzieren, während der Verfassungsschutz keinerlei wertvolle Informationen von ihnen erhält. Das haben viele ehemalige Nazi-V-Leute in Interviews erklärt. Tino Brandt einer anderer V-Mann, der diesem Verfassungsschützer „gedient“ hat, investierte einen großen Teil der insgesamt 40.000€, die er kassierte in den Aufbau des Thüringer Heimatschutz einer Neonazi-Organisation, aus der auch die Mitglieder der NSU stammten. Das ist heute nicht die Ausnahme, sondern eine normale Praxis der staatlichen Behör-

den in ganz Deutschland, auch im Dortmunder Umfeld der Neonaziszene.

Dass die Behörden zum einen die Nazis finanzieren und zum anderen die Verfolgung der Nazi-Verbrechen so schlampig läuft, sind zwei Seiten einer Medaille. Gerade wegen dieser staatlichen „Hilfe“ ist es heute unmöglich zu sagen, wie groß die Verflechtungen des NSU noch sind und wie viele Nazi-Terroristen im Untergrund noch auf ihre Chance warten. Für den Tag, an dem sie auftauchen, müssen wir uns vorbereiten.

Kolumbianisches Militär tötet Oberbefehlshaber der FARCEP
Der Oberbefehlshaber der FARC-EP „Alfonso Cano“ ist am 04.11.2011 bei einer großangelegten Operation des kolumbianischen Militärs gegen Guerilla-Stellungen in der Region Cauca ermordet worden. Aus dem Communice der FARC-Ep: „Am 4. November fiel im Kampf der Co-

mandante der FARC-EP Alfonso Cano in den Bergen von Cauca in der Gemeinde Suárez. Seit zwei Jahren verfolgte ihn eine Meute von mehr als 7.000 Männern ausgestattet mit militärischer Technolo-

gie und geführt von Flugzeug- und Hubschrauberstaffeln, unter dem Kommando von US-Militärberatern, israelischen Söldnern und dem militärischen Oberkommando.“ Die FARC-EP (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Volksheer) ist eine der ältesten Guerillabewegungen der Welt. Aktuell wird geschätzt, dass der Guerilla rund 10.000 KämpferInnen angehören. Seit den 1930er Jahren gibt es in Kolumbien große soziale Spannungen zwischen den kleinen Bauern und Tagelöhnern auf der einen und den großen multinationalen Konzernen und Großgrundbesitzern auf der anderen Seite. Hundertausende Bauern wurden seit dem von ihren Grundstücken vertrieben, damit dort Unternehmen gigantische Felder anlegen oder natürliche Ressourcen abbauen können. In diesem Kontext kam es 1948 zum Bürgerkrieg um die politische Vorherrschaft im Land, bei dem innerhalb von 10 Jahren mehr als 300.000 Menschen umgebracht wurden. Während des Bürgerkrieges gründete die Kommunistische Partei Kolumbiens 1949 in einigen Teilen des Landes unabhängige Republiken, welche allerdings in den 1960er Jahren vom kolumbianischen Militär erobert und ausgelöscht wurden. Die Überlebenden der República de Marquetalia gründeten am 20. Juli 1964 die Guerillaorganisation Bloque Sur, welche am 5. Mai 1966 in der FARC aufging und später in FARC-EP umbenannt wurde und als militärischer Arm der (geheimen) Kommunistischen Partei Kolumbiens fungiert. Die FARC-EP führt ihren Kampf nicht

nur gegen die Drogenbosse, ihre rechten Paramilitärs welche den Drogenbossen als Privatarmeen dienen, sondern auch gegen die korrupte kolumbianische Regierung, welche eng mit den großen Drogenbossen Kolumbiens verbunden ist. Die FARC-EP kämpft politisch vor allem gegen die Ausbeutung Kolumbiens durch multinationale Konzerne (allem voran US Konzerne) und gegen die Unterdrückung der Bauern und Arbeiter und die Macht der Großgrundbesitzer.

Seit 1982 finanziert sich die FARC-EP Großteils durch die Besteuerung des Anbaus und des Handels mit Koka. Die zunächst vollkommene Ablehnung und den direkten Kampf gegen den Anbau von Koka legte die FACR-EP mit der Zeit ab, da nach eigenen Angaben ein Großteil der armen Bauern und Landarbeiter von diesem Anbau lebt und sich der Kampf der FARC-EP nicht gegen diese Bauern und Landarbeiter richtet. Der Konsum von Rauschgift innerhalb der FARC-EP ist allerdings laut ihren Richtlinien streng verboten. Alfonso Cano, der vor kurzem Ermordete Oberbefehlshaber der FARC-EP war immer wieder um eine politische Lösung des kolumbianischen Konflikts und um Ver-

handlungen mit der kolumbianischen Regierung bemüht. Eine politische Lösung und Frieden in Kolumbien ist mit seiner Ermordung wieder in weite Ferne gerückt. „Kommandant Alfonso Cano ist gestorben! Mit ihm starb der Überzeugteste für die Notwendigkeit einer politischen Lösung und Frieden. Es lebe die Erinnerung an den Kommandanten Alfonso Cano!“ Als neuen Anführer, Oberbefehlshaber und Nachfolger Alfonso Canos wurde

nach Angaben des obersten Gremiums der FARC-EP der 52 jährige „Timoschenko“ einstimmig gewählt. So wie es momentan aussieht, wird die kolumbianische Regierung mit Unterstützung der US-Behörden und des US-Militärs weiter auf eine gewaltsame Vernichtung der FARC-EP setzen und nicht einen andauernden Friedensweg einschlagen…

Gründungserklärung des Kurdistan Solidaritätskomitee NRW
Selbstverständnis: In den letzten Monaten hat sich die Situation in den kurdischen Gebieten immer weiter verschlimmert. Die Folgen sind eine erneute Eskalation des Krieges des türkischen Staates gegen das kurdische Volk und Massenverhaftungen politischer und zivilgesellschaftlicher AktivistInnen. Um eine aktive und kontinuierliche Solidaritätsarbeit mit dem kurdischen Freiheitskampf in Nordrhein Westfalen aufzubauen, schließen wir uns zum Kurdistan Solidaritätskomitees-NRW zusammen. Das Kurdistan Solidaritätskomitee-NRW arbeitet auf einer antifaschistischen, antiimperialistischen, antikapitalistischen, feministischen und internationalistischen Grundlage und lädt alle Gruppen und Personen, die diese Grundlage teilen, dazu ein, sich an der Arbeit des Solidaritätskomitee-NRW zu beteiligen. Das Kurdistan Solidaritätskomitee-NRW

sieht es als seine Aufgabe, die Hintergründe und aktuelle Situation des Konfliktes in Kurdistan und der Türkei in der deutschen Bevölkerung bekannt zu machen, über seine politischen Zusammenhänge aufzuklä-

ren und somit den nationalistischen und chauvinistischen Angriffen gegen die KurdInnen den Boden zu entziehen. Des weiteren soll das Solidaritätskomitee-NRW dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, antifaschistische Kräfte unterschiedlicher Herkunft zusammenzuführen, Verständnis und Solidarität zu fördern und durch den Austausch von Erfahrungen voneinander zu lernen. Wir wenden uns mit unserer Arbeit gegen die Unterstützung des deutschen Staates für die Kriegspoli-

tik der türkischen Regierung und bei der Unterdrückung der kurdischen Bewegung durch Waffenlieferungen, politische und finanzielle Unterstützung. Wir wenden uns gegen die Verfolgung von kurdischen AktivistInnen und InternationalistInnen in Deutschland, durch die Paragraphen 129a und b, sowie gegen die Kriminalisierung kurdischer Organisationen, Betätigungsverbote und Abschiebungen. Wir wenden uns gegen die antikurdische Hetze - sei es seitens der Straßenfaschisten, deutschen und türkischen PolitikerInnen oder der Medien. Zur Situation in Kurdistan: Seit dem 14. April 2009 sind im Laufe der sogenannten KCK-Operationen 7748 KurdInnen festgenommen, und davon 3895 inhaftiert worden. Mehr als die Hälfte hiervon im letztem halben Jahr. Unter den Fest- und in Haftgenommenen befinden sich neben zahlreichen BDP-MitgliederInnen und WählerInnen auch gewählte BürgermeisterInnen und Abgeordnete. Seit dem 27. Juli 2011 ist der kurdische Volksvertreter Abdullah Öcalan einer absoluten Isolationshaft ausgesetzt. Nach der Aussetzung der Gespräche zwischen A. Öcalans und Vertretern des türkischen Staates, wird ihm jeglicher Kontakt mit seinen Anwälten verwehrt. Hiermit wird ihm die letzte Möglichkeit genommen, sich zur Entwicklung des Kurdistan-Konflikts zu äußern und seine Bemühungen für eine politische Lösung der kurdischen Frage fortzusetzen. Ebenso gibt es Unklarheit über die Gesundheitssituation A. Öcalans. 3.5 Millionen KurdInnen haben in einer Petition Abdullah Öcalan als ihren politischen Vertreter benannt.

Seit dem 17. August bombardiert das türkische Militär regelmäßig das türkischirakische Grenzgebiet (Nord- und Südkurdistan). Gleichzeitig werden massiv türkische Streitkräfte zusammengezogen und mehr und mehr Militärstützpunkte aufgebaut, um einen breiten, grenzüber-

greifenden Bodenangriff vorzubereiten. Bei den Angriffen zwischen dem 22. und 25. Oktober setzte das Militär auch chemische Waffen ein, wodurch 36 FreiheitskämpferInnen getötet und verstümmelt wurden. Neben chemischen Kampfstoffen setzt das türkische Militär auch andere vom internationalen Kriegsrecht verbotene Waffen ein, wie z.B. Streubomben. Seit dem 19. Oktober finden in der Türkei und ganz Europa antikurdische Demonstrationen, sowie pogromartige, faschistische Angriffe auf KurdInnen und deren Vereine statt. Diese Übergriffe werden von faschistischen Gruppen wie den Grauen Wölfen organisiert und massiv vom türkischen Staat, durch die Erhöhung und Ausbreitung von rassistischer und chauvinistischer Hetze, angefeuert

und provoziert. Selbst das Erdbeben in der kurdischen Region Van wird durch die AKP-Regierung im Rahmen ihrer rassistischen Politik ausgenutzt. Hilfsleistungen für die Erdbebenopfer wurden und werden bewusst behindert, um die Bevölkerung zu vertreiben und die dort vorhandenen Selbstverwaltungsstrukturen zu zerschlagen. Dies ist die nüchterne Betrachtung der aktuellen Ereignisse in der Türkei, Kurdistan und Europa.

Neben den Volksaufständen (Serhildans) stellt der bewaffnete Kampf der HPGGuerilla (Volksverteidigungskräfte) gegen die faschistischen Angriffe des türkischen Staates eine weitere Form des gerechten und legitimen Freiheitskampfs des kurdischen Volkes dar. Durch ihren Widerstand konnten die Guerillakräfte die Besetzung von Gebieten in Südkurdistan (Irak) durch die türkische Armee im Februar 2008 und durch die iranische Armee im August 2011 verhindern. Als Reaktion auf die anhaltenden Luftangriffe der türkischen Armee führten die Guerillakräfte am 19. Oktober 2011 eine großangelegte Aktion durch, bei der mehrere Militärstützpunkte gleichzeitig angegriffen und über 90 Soldaten getötet wurden. Demgegenüber strebt der türkische Staat offen die Vernichtung der kurdischen Bewegung im Sinne einer „tamilischen Lösung“ an. Die Kriegserklärung der türkischen Regierung gegen die kurdische Bewegung ist zugleich ein Angriff gegen fortschrittliche und demokratische oppositionelle Kräfte in der Türkei. Während dem türkischen Staat immer wieder schwerste Menschenrechts- und Kriegsverbrechen nachgewiesen werden konnten, die auch als Staatsterrorismus bezeichnet werden können - wie etwa der Einsatz von Folter und chemischer Waffen - verdrehen deutsche PolitikerInnen und Medien weiterhin die Tatsachen, indem sie die PKK des „Terrors“ zu bezichtigen und den Krieg gegen die KurdInnen als einen „Krieg gegen den Terror“ bezeichnen und aktiv unterstützen. Sowohl die psychologische, als auch die politische Dimension der Kriegsführung wird vom deutschen Staat hier weiter geführt.

Widerstand und Solidarität Allen Angriffen und Repressionen zum Trotz hat die kurdische Bevölkerung mit dem Aufbau der Demokratischen Autonomie auf dem Weg hin zu einer demokratisch-ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft begonnen. Zugleich wurden die Plattformen der Zusammenarbeit unter progressiven Kräften in der Türkei gestärkt. Hiermit demonstrieren die kurdische Bevölkerung und fortschrittliche Kreise in der Türkei ihr Beharren auf einer politischen Lösung des Konfliktes. immer wieder finden Massendemonstrationen mit mehreren hunderttausenden Menschen statt.

Dagegen wollen wir mit der Gründung und Arbeit des Solidaritätskomitee-NRW ein Zeichen setzen, internationale Solidarität, antifaschistische Bündnisse und Zusammenarbeit stärken. Wir laden alle Gruppen und Einzelpersonen, die das Selbstverständnis des Solidaritätskomitees-NRW teilen, zur Mitarbeit und Unterstützung ein. Wir fordern: Keine Waffenlieferungen und finanzielle Unterstützung für die Türkei! Aufhebung des PKK-Verbots! Abschaffung der Paragraphen 129, a und b! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Keine Abschiebungen an den FolterStaat Türkei! Nie wieder Faschismus! Sofortige Einstellung aller Militärope-

rationen und politischen Repressionen gegen KurdInnen! Freiheit und demokratische Selbstbestimmung für Kurdistan! Hoch die internationale Solidarität! UnterstützerInnen: Rote Antifa [NRW]; Cenî – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.; YXK Verband der Studierenden aus Kurdistan; KGÖ Deutschland; MLKP NRW; see red! - Linke Initiative Düsseldorf; CİVAKA AZAD - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.; YEK-KOM - Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland e.V.; MLPD Geschäftsstelle NRW; ADGH – Demokratische Jugendbewegung in Europa; Landesarbeitsgemeinschaft Migra-tion, Integration, Antirassismus (LAG MIA) der Partei DIE LINKE. NRW; … Kontakt: kurdistansoli-nrw@gmx.de

War starts here – Let`s stop it here!
Im Jahr 2010 hat sich der Wert, der aus Deutschland exportierten Rüstungsgüter um fast 50% auf zwei Milliarden Euro erhöht. Hinzu kommen abgeschlossene Verträge im Wert von ca. fünf Milliarden Euro. Vor allem U-Boote, Panzer und Kriegsschiffe lassen die Kassen bei den deutschen Rüstungskonzernen klingeln. Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann und Diehl heißen einige der Konzerne, die in der monopolisierten Rüstungsindustrie den Ton angeben und ganz vorne stehen,

wenn es darum geht traumhafte Profite durch Krieg zu erzielen. Doch nicht nur Konzerne, die überwiegend Rüstungsgüter produzieren verdienen prächtig am Krieg und haben damit ein Interesse an ihm, sondern auch zahlreiche weitere Unternehmen, die man nicht direkt mit dem Krieg in Verbindung bringt. Am bekanntesten sind unter diesen Konzernen

zum Einen der Logistikkonzern Deutsche Post/DHL, der die Kriegsgüter an die gewünschten Orte transportiert, sowie zum Andern der Finanzkonzern Commerzbank, der sich seit Jahren hervortut bei der personellen und finanziellen Vernetzung zwischen Wirtschaft und Militär. Auch harmlos erscheinende Hersteller von Reinigungssystemen wie der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG schwärmen von Aufträgen für ABC-Schutzsysteme im Wert von knapp 87 Millionen Euro. Kein Wunder, dass solche und über hundert weitere Firmen Mitglied im Förderkreis Deutsches Heer e.V. sind, welcher sich unteranderem die „Förderung des Verständnisses und der Unterstützung für die Bundeswehr, insbesondere der Belange der deutschen Landstreitkräfte in Politik und Öffentlichkeit zur Verbesserung und zum dauerhaften Erhalt der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr.“ als Vereinsaufgabe gesetzt hat.

anschlägen. Im Zuge der Mobilisierung für die große Antikriegs-Demonstration gegen die Afghanistan-Konferenz am 03. Dezember in Bonn gab es in den letzten Wochen zahlreiche Aktionen im Namen der Kampagne, von denen wir einige hier dokumentieren wollen. Am 08. November besetzten ca. 30 deutsche, türkische und kurdische AntimilitaristInnen die zentrale Geschäftsstelle des Düsseldorfer Rüstungskonzerns Rheinmetall. Währenddessen demonstrierten vor der Tür einige weitere AktivistInnen mit Fahnen und Transparenten und machten auf das Geschehen aufmerksam. Am 18.11. demonstrierten einige AktivistInnen in Frankfurt vor der Zentrale der Commerzbank. Der Eingang wurde besetzt und mit Transparenten versperrt. Anschließend wurde ein 6 Meter langes Transparent mit dem Schriftzug „Krieg beginnt hier!“ mit Luftballons unter dem Dach des Eingangsbereiches platziert. Am 19.11. versammelten sich ca. 40 AktivistInnen vor der Deutschland-Zentrale des britischen Ölkonzerns „beyond petroleum“ (BP) in Bochum. BP war wesentlicher Hetzer und Gewinner des letzten Irakkrieges. Am 20.11. wurde auf dem Essener Weihnachtsmarkt ein ironisch-kritisches Straßentheater veranstaltet. Hierbei zog ein als Krupp Verkleideter mit einem Dutzend kostümierten ZwangsarbeiterInnen und Kriegsopfern durch die Menschenmenge und rief die Leute zum Feiern von 200 Jahre Krupp Firmenjubiläum und Milliardenprofiten durch Kriege auf.

Diese Unternehmen zu markieren, sabotieren und blockieren ist das Ziel der Kampagne „War starts here! - Krieg beginnt hier!“. Die Unternehmen sollen dabei in der Öffentlichkeit angeprangert oder direkt angegriffen werden. Der Aktionsradius ist dem entsprechen breit gefächert und erstreckt sich von Kundgebungen, Demonstrationen über Besetzungen und Farbbeutelangriffen bis zu Brand-

Solidarität mit Inge Viett und Thieß Gleis!
Am 23. November 2011 soll sich Inge Viett, ehemalige Aktivistin der »Bewegung 2. Juni« und der Roten Armee Fraktion (RAF), erneut wegen ihres fortlaufenden Engagements gegen imperialistische Kriege vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin verantworten. Nachdem Inge Viett bereits 2009 wegen angeblichen Widerstands gegen die Staatsgewalt im Rahmen von antimilitaristischen Protesten gegen ein Gelöbnis der Bundeswehr, das am 20. Juli 2008 in Berlin ritualisiert wurde, verurteilt worden war, soll sie nun wegen ihres Beitrags auf der von der Tageszeitung junge Welt im Januar dieses Jahres veranstalteten »RosaLuxemburg-Konferenz« kriminalisiert werden. Aktuell wird ihr von der Berliner Staatsanwaltschaft die »Billigung und Belohnung von Straftaten« vorgeworfen. Inge Viett hatte auf der Konferenz über Perspektiven, Strategien und Widerstand zur Überwindung des Kapitalismus referiert und ist gegen von der Bundeswehr geführte und unterstützte imperialistische

Angriffskriege aufgetreten. In diesem Zusammenhang erklärte sie: »Wenn Deutschland Krieg führt und als AntiKriegsaktion Bundeswehr-Ausrüstung abgefackelt wird, dann ist das eine legitime Aktion, wie auch Sabotage im Betrieb an Rüstungsgütern. Auch wilde Streikaktionen, Betriebs- oder Hausbesetzungen, militante antifaschistische Aktionen, Gegenwehr bei Polizeiattacken etc.«. Das Referat wurde vorweg in der jungen Welt veröffentlicht. Das brachte auch der jungen Welt ein Verfahren ein. Zeitgleich mit dem Prozeß gegen Inge Viett wird in Berlin in zweiter Instanz auch gegen Thies Gleiss, den stellvertretenden Sprecher der LINKEN.NRW wegen »Beleidigung anderer Personen« verhandelt. Er hatte von »Mördersoldaten« in Afghanistan gesprochen. Während die herrschende Klasse und ihre eingebetteten Medien die Mord- und Totschlagspolitik von Bundeswehr, Nato und US-Armee begrüßen, bejubeln und anheizen, wird schon verbales Engagement gegen diese Barbarei juristisch verfolgt, wenn es von links kommt. Kriegsverbrechen gehören zum Alltag der imperialistischen Armeen. Wenn sie nicht vertuscht werden können, werden sie als »unvermeidlich« legitimiert. Die Ermittlungen gegen den deutschen Oberst Klein, der das von US-Kampfflie-

gern verübte Massaker am 4. September 2009 in Kundus (Afghanistan) angeordnet hatte, wurden von der Bundesanwaltschaft eingestellt. Dies, obwohl, Angaben der Nato zufolge, allein dabei 142 Menschen ermordet und mehrere Personen schwer verletzt worden waren. Die Bilanz des nun seit mehr als zehn Jahren mit deutscher Beteiligung gegen Afghanistan geführten Angriffskrieges ist mörderisch. Er kostete bisher etwa 70 000 Menschen, darunter die Hälfte Zivilisten, Frauen, Kinder und Jugendliche, das Leben. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen Krieges hat sich die Situation der Afghaninnen und Afghanen massiv verschlechtert und keineswegs – wie von etablierter Politik und Medien gebetsmühlenartig wider besseren Wissen behauptet – verbessert. Deutschland führt wieder machtbesessene Kriege und schert sich nicht darum, daß dies gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung geschieht.

Wir, die Unterzeichnenden, erklären uns explizit solidarisch mit den vielen Opfern der Bundeswehr in Afghanistan und unseren Mitstreitern Inge Viett und Thies Gleiss! Und wir rufen auf zu den Protesten gegen die Kriegskonferenz Petersberg II. Nach zehn Jahren Krieg gegen Afghanistan kommt die Kriegsallianz wieder in Bonn zusammen, um ihre weitere Besatzung zu beraten. Kommt zur Demonstration am 3. Dezember nach Bonn. Verbrecherisch ist die Beteiligung Deutschlands an imperialistischen Angriffskriegen und keineswegs der dagegen gerichtete Widerstand! Denn: Kriegsgerät, das in Deutschland zerstört wird, kann nirgendwo anders auf der Welt mehr als Instrument für Mord und Unterdrückung genutzt werden!

Termine
15.01. Liebknecht - Luxemburg 03.12. bundesweite Demo gegen die NATO-Afghanistankon- - Lenin Gedenkdemonstration in Berlin ferenz in Bonn 23.12. Cafe Roter Oktober Geschichte der Arbeiterbewegung