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Liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Ausgabe findet ihr einen Artikel zur aktuellen Diskussion um die Verfehlungen

des deutschen Bundespräsidenten Wulff, bzw. der Verstrickung von Politikern und der Wirtschaft. Zudem gibt es einen Artikel über das internationale Komplott zur Gefangennahme A. Öcalans und einen Artikel zu der Frage „Was ist die Arbeiterklasse?“. Außerdem einen Artikel über Armut und Obdachlosigkeit in Deutschland. Viel Spaß beim lesen...

Wulff - nur einer unter Vielen.
Der Aufschrei war groß als zum Jahresende 2011 bekannt wurde, dass der derzeitige Bundespräsident Christian Wulff nicht derjenige moralisch einwandfreie Musterknabe war, als den man ihn jahrelang präsentiert hatte. Es kam heraus, dass er sich vor einigen Jahren, noch während seiner Funktion als Ministerpräsident von Niedersachsen einen Privatkredit von dem Unternehmerehepaar Geerkens zum Kauf seines Hauses geliehen hatte. Im Zuge der Affäre kamen weitere bedenkliche Handlungen Wulffs ans Tageslicht. So soll es sich des öfteren seinen Urlaub von reichen FreundInnen finanziert lassen haben. Als Wulff dann auch noch versuchte die Berichterstattung über sein Treiben zu unterbinden, indem er beispielsweise beim Chefredakteur der BILD-Zeitung anrief und ihm gedroht haben soll, prophezeiten die ersten schon seinen Rücktritt. Derzeit sieht es allerdings so aus als würde es Wulff gelingen die Affäre so lange auszusitzen bis niemand mehr darüber spricht. Tatsächlich ist die Akte-Wulff kein Einzelfall. Das PolitikerInnen enge Kontakte

zu UnternehmerInnen pflegen, sich häufiger mit ihnen Treffen und sich von ihnen mit Geschenken aller Art umgarnen lassen kommt immer mal wieder an die Öffent-

lichkeit, woraufhin es eine kurze Welle der Empörung gibt, die aber ruckzuck wieder vorbei ist. Dabei handelt es sich bei dieser Art der Einflussnahme in die Politik durch die Kapitalisten noch um die harmlosesten. Interessant wird das ganze dann, wenn politische Akteure zugleich große Haie in der Wirtschaft sind. Wenn PolitikerInnen neben ihrer Amtsausübung auch auf der Gehaltsliste von Unternehmen stehen, ehemalige ManagerInnen in die Politik gehen, ehemalige PolitikerInnen in die Wirtschaft oder manche Akteure zwischen den beiden Berufsgruppen alle paar Jahre

hin und her springen. Hier wird deutlich, dass die Kapitalistenklasse nicht einfach nur die Politik besticht, sondern dass der Staat und die Kapitalistenklasse eng mit einander verwoben ist. Eines der bekanntesten Beispiele ist AltBundeskanzler Gerhard Schröder, der mit seiner „rot“-“grünen“ Regierung eine neoliberales Reformprogramm, die Beteiligung Deutschlands an zwei Kriegen und manche Schweinereien mehr durchgeboxt hat. Schröder war es der die Annäherung Deutschlands an Russland vorangetrieben hat. Er unterhielt freundschaftliche Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und gestaltete mit ihm zusammen das deutsch-russische Energiegeschäft. Als Schröder 2005 schon längst abgewählt worden das befehligte er noch schnell vor dem Ende der Amtszeit die Genehmigung einer Staatsbürgschaft für einen Kredit der Deutschen Bank AG und der KfW Bank an den russischen Energiekonzern Gazprom in der Höhe von einer Milliarden Euro (1.000.000.000). Der Kredit war vorgesehen für den Bau der Ostseepipeline. Bei einer Zahlungsunfähigkeit Gazproms hätte der deutsche Staat mit Steuergeldern dies Summe an die Banken zurückzahlen müssen. Als Schröder dann kurze Zeit später aus dem Amt

schied, nahm er blitzartig einen Job als Aufsichtsratsvorsitzender bei der Nordstream AG an, einem Tochterunternehmen Gazproms. Zudem saß er im Aufsichtsrat der TNK-BP, einem russisch-britischem Energiekonzern. Sein Jahresgehalt bei Nordstream soll 250.000 Euro betragen. Auch Schröders Vizekanzler Joschka Fischer machte nach seiner Amtszeit richtig Reibach. Er gründete eine Unternehmensberater-Firma und bezieht hierüber mittlerweile Gelder von RWE, BMW, Siemens und R E W E . Dort ist er gerne gesehen, denn er verfügt natürlich nach wie vor über ein großes Netzwerk von PolitikerInnen-Kontakte. Fischer brachte die Charakterisierung seiner Tätigkeit auf den Punkt: „Meine Beratung hier ist die Fortsetzung der Außenpolitik mit anderen Mitteln.“. Einen interessanten Lebenslauf hat auch Herr Otto Schilly. Einst stand er als RAF-Anwalt noch selbst im Fokus der Terrorismusbekämpfer, dann wurde er selbst zum harten Jäger als Innenminister. Er gestaltete den Überwachungsstaat wie wir ihn heute kennen maßgeblich mit. Eines seine Projekte etwa war die Einführung der biometrischen Reisepässe. Im Anschluss an sein Amt ging er in den Aufsichtsrat der SAFE ID Solution, die in der Biometriebranche

tätig ist. Matthias Berninger hat ebenfalls die Seiten gewechselt. Er war Staatssekretär im Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und verschrieb sich als Grünen-Politiker den Kampf gegen Übergewicht, heute arbeitet er beim US-Nahrungsmittel- und Süßwarenkonzern Mars. Diese kleine Auflistung könnte man noch seitenlang vervollständigen, doch wollen wir es hierbei belassen. Festzuhalten ist, dass diese Praxis in der Elite der Bundesrepublik nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist. Noch immer wird uns erzählt, der Staat

und seine PolitikerInnen würden die Interessen aller StaatsbürgerInnen vertreten und für das Gemeinwohl arbeiten. Tatsächlich aber arbeiten und entscheiden sie im Interesse der Kapitalisten der Monopolkonzerne. Es ist das Kapital was herrscht und es sind wir, die dagegen kämpfen müssen. Dabei reicht es nicht einzelne unmoralische, böse PolitikerInnen oder ManagerInnen anzuprangern und zu bekämpfen, sondern das kapitalistische System muss zerstört werden, weil es die Verflechtung von Staat und Wirtschaft gesetzmäßig hervorbringt. Öcalans, in Europa politisches Asyl und politische Unterstützung für eine friedliche und politische Lösung der kurdischen Frage zu erhalten, schlugen fehl, denn kein Land erklärte sich bereit, Öcalan aufzunehmen oder dem kurdischen Volk zu Helfen und sei es nur durch das Einneh-

Der 15. Februar 1999
Jahre lang versuchte die Türkei mit militärischen Operationen und mit Hilfe zahlreicher ausländischer Geheimdienste den Vorsitzenden und Gründer der Arbeiter Partei Kurdistans (PKK) Abdullah Öcalan gefangen zu nehmen. Am 15. Februar 1999 gelang ihnen dies schließlich nach einer langen Jagd durch viele Länder, als Öcalan die griechische Botschaft in Kenia verließ, wurde er gewaltsam gefangen genommen und auf die türkische Gefängnisinsel Imrali inmitten des Marmarameeres verschleppt. Mit der Ankunft Öcalans auf der Insel wurden alle anderen Gefangenen in andere Gefängnisse verlegt. Öcalan, der sich jahrelang in den kurdischen Bergen und Syrien aufhalten und so vor dem Zugriff der türkischen Sicherheitskräfte entziehen konnte, musste am 9. September 1998 Syrien verlassen, nachdem die Türkei Syrien mit Krieg gedroht hatte, sollte sich Öcalan weiter in Syrien aufhalten. Darauf folgende Versuche

men, einer Vermittlerrolle gewesen. Wo er auch hinging, Öcalan traf auf taube Ohren bei den Regierungen der europäischen Länder. Die wirtschaftlichen Interessen der führenden Mächte im Mittleren Osten und Europa standen vor den Bedürfnissen der Kurden. So wurde durch die Gefangennahme Öcalans bewusst eine weitere Eskalation des Krieges in Kurdistan und der Türkei provoziert, um Profite für die Rüstungsindustrie zu schaffen. Bereits am 12. September 1998 wurde Öcalan nach seiner Ankunft aus Moskau in Rom aufgrund eines deutschen Haftbefehls festgenommen. Da die deutsche Regierung jedoch auf ein Auslieferungsersuchen, aus Angst vor starken Protesten der kurdischen Bevölkerung, verzichtet hatte, wurde Öcalan am 16. Dezember wider aus der Haft entlassen und verließ im Januar 1999 Italien. Als Öcalan am 15. Februar 1999 die griechische Botschaft in Nairobi, in Kenia, verlassen hatte, wurde er aufgegriffen und in die Türkei entführt. Die Entführung von Öcalan war ein Gemeinschaftswerk von den Geheimdiensten, an dem neben dem türkischen wohl zumindest auch der amerikanische und israelische Geheimdienst beteiligt war. Am 29. Juni 1999 wurde Öcalan schließlich vor dem türkischen Staatssicherheitsgericht wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und Hochverrats zum Tode Verurteilt. Das Urteil wurde jedoch nicht vollstreckt, da vor allem die kurdische Bevölkerung und auch die europäischen Regierung einen enormen Druck auf die Türkei aufbauten um dies zu verhindern. 2002 wurde die Todesstrafe in der Türkei abgeschafft, und das Todesur-

teil gegen Öcalan wurde in lebenslange Haft umgewandelt. Nach dem Öcalan 10 Jahre lang der einzige Gefangene der Insel war, wurden am 15. November 2009 fünf weitere Häftlinge auf die Insel gebracht. Öcalan ist nun seit 13 Jahren auf einer Flächen von 13 Quadratmetern auf der Insel Imrali eingesperrt. Rund 1.000 türkische Soldaten bewachen die Insel rund um die Uhr, zudem ist der See- und Luftraum um die Insel zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Immer wieder wird, von den türkischen Behörden, sowohl den Angehörigen, als auch den Anwälten Öcalans ein Besuch auf der Insel untersagt. So gab es seit dem 27. Juli 2011 keinen Kontakt mehr mit Öcalan und kein Lebenszeichen von ihm. Weltweit gehen jedes Jahr um den 15. Februar hunderttausende Menschen in der ganzen Welt auf die Straße um gegen die Entführung, Inhaftierung und Isolation Öcalans zu demonstrieren.

Die Arbeiterklasse
Nach Karl Marx und Friedrich Engels hat die Arbeiterklasse „nichts zu verlieren, als ihre Ketten“. Denn in der kapitalistischen Gesellschaft steht sie im unversöhnlichen Gegensatz zur „besitzenden“ Klasse, der Bourgeoisie, der Kapitalistenklasse oder einfach ausgedrückt: derjenigen Klasse, die andere Menschen kategorisch ausbeuten, sich ihre Ohnmacht und ihre Abhängigkeit zu Nutzen macht, um das Geld & die politische Macht auch weiterhin in den Händen halten zu können. Denn „Wie sie sich in der Gesellschaft zur ersten Klasse erhoben hatte, proklamierte sie sich auch in politischer Form als erste Klasse.“ (F. Engels) Die genannte Abhängigkeit der Arbeiterklasse kommt daher, dass das Proletariat „die Klasse der Gesellschaft [ist], welche ihren Lebensunterhalt einzig und allein aus dem Verkauf ihrer Arbeit und nicht aus dem Profit irgendeines Kapitals zieht. Deren Existenz von der Nachfrage nach Arbeit abhängt“ (F. Engels). Aber gleichzeitig ist die Arbeiterklasse die größte und die stärkste Klasse der kapitalistischen Gesellschaft und die wichtigste Produktivkraft. Das Proletariat (also die Arbeiterklasse) ist die Gesamtheit der Lohnabhängigen, die wegen ihres Nichtbesitzes an Produktionsmitteln ihre Arbeitskraft zum Zwecke ihrer materiellen Reproduktion verkaufen müssen – das Proletariat ist die Gesamtheit der Lohnabhängigen, die wegen ihres Nichtbesitzes an Produktionsmitteln Tag für Tag schamlos von der Kapitalistenklasse ausgebeutet werden.

Die Besonderheit dieser Klasse und ihre Definition besteht nach Marx im „doppelt freien Arbeiter“ - frei von Produktionsmitteln, die ihm ermöglichen würden sich selbst zu versorgen und frei, ihren einzigen Besitz, sich selbst bzw., genauer ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Noch heute beziehen sich viele Mitstreiter der linken Szene, allen voran wir MarxistInnen, auf die Spaltung der Gesellschaft in Klassen – doch in wie weit sind diese Klassen heute überhaupt noch vorhanden? Wir denken man kann zuerst einmal klar sagen, dass sich sowohl die Arbeiterklasse, als auch die Bourgeoisie seit ihrem ersten Erscheinen und ihrer gesamtgesellschaftlichen Entstehung stark verändert hat. Früher war die Arbeiterklasse, wie man bereits am Namen erkennen kann, die vor allem körperlich arbeitende Klasse. Heute arbeitet, zumindest im westlichen Europa, ein großer Teil der Arbeiterklasse nicht mehr in der direkten Produktion, in Industriefabriken oder Manufakturen, sondern im Dienstleistungsbereich. Doch der Bereich in dem ein Mensch arbeitet, bestimmt nicht automatisch seine Klasse, sondern dies hängt von seiner ökonomi-

schen Situation ab. So sind die Lohnabhängigen welche im Dienstleistungssektor arbeiten, in dem Sinne Arbeiter, dass sie ihren Lebensunterhalt lediglich aus dem Verkauf ihrer Arbeitskraft beziehen, genauso wie ihre Klassengeschwister in der Industrie. Der Lohn der Arbeiter ist der Preis der Arbeit. „Der Preis der Arbeit ist, also ebenfalls gleich den Reproduktionskosten der Arbeiter. Die Reproduktionskosten der Arbeiter bestehen aber in gerade so vielen Lebensmitteln, als nötig sind, um den Arbeiter instand zu setzen arbeitsfähig zu bleiben und die Arbeiterklasse nicht aussterben zu lassen.“ (F. Engels) Oder auf heute bezogen: Der Preis der Arbeit oder der Lohn ist also das Niedrigste, das Minimum, was die Arbeiter am Leben hält, sowie sie nicht zum Aufstand bewegt und so das Kapital der Arbeitgeber sichert. Aus diesem Grund sind heutzutage auch Dinge wie ein Fernseher, Kulturgenuss, Kleidung, Erholung etc. in den Arbeitslohn mit eingerechnet. Fakt ist, dass der Anteil der ArbeitnehmerInnen in den letzen 30 Jahren extrem gestiegen und der Anteil der Arbeitgeber, also der Menschen, die sich die Abhängig-

keit und die dadurch entstehende Ohnmacht ihrer ArbeiterInnen zum Nutzen machen, rapide gesunken ist. Beispielsweise stieg der Prozentsatz der ArbeitnehmerInnen in den USA, im Zeitraum von 1980 bis heute, von etwa 88% auf 95%, in Japan sogar von 55% auf 85% und in der BRD von 78% auf 90%. Diese Zahlen zeigen, dass die große Masse der ArbeitnehmerInnen von einer immer kleiner werdenden Bourgeoisie unterdrückt wird. Warum unterdrückt?! - Weil die sogenannten „ArbeitnehmerInnen“ genauso wie auch früher die sogenannte „arbeitende Klasse“ (die genau betrachtet, sich zwar in ihrem Aussehen verändert hat, aber eben immer noch in den „Arbeitnehmern“ existiert – wie auch ihre gegenüberstehende Klasse) von den sogenannten „Arbeitgebern“ lediglich als Mittel zum Zweck – also als Mittel zur größtmöglichen Kapitalaneignung – missbraucht werden. Die Lösung zur Gleichberechtigung der Klassen, die bereits Friedrich Engels nannte, ist der Kommunismus „die Lehre von den Bedingungen der Befreiung des Proletariats.“ Um endlich die Gesellschaftsform zu erlangen, die ihnen zusteht – eine Gesellschaftsform, die Freiheit und Gleichheit verspricht, die die Gegensätze der Klassen aufhebt und die die ArbeiterInnen von der Unterdrückung durch die Bourgeoisie befreit. Drum Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Kämpft gegen eure Unterdrücker!

„Eure Armut kotzt mich an“
Penner, Schnorrer und Asoziale sind nur einige der verachtenden und diskriminierenden Namen, mit denen Obdachlose umgangssprachlich bezeichnet werden. Hiervon gibt es schätzungsweise 300.000 in der Bundesrepublik Deutschland. Andere Statistiken sprechen noch von weitaus mehr. Obdachlosigkeit ist einer der krassesten Auswirkungen von Armut in Deutschland, die körperlichen und psychischen Schaden bei den Betroffenen verursachen und auch zu einer niedrige-

schen unter einer starken Diskriminierung, ja sogar unter offener Gewalt gegen sie zu leiden. Das ideologische Fundament für die Obdachlosendiskriminierung wird dabei von der herrschenden Klasse geliefert. Da man als Mensch im kapitalistischen System nur einen Wert für die Besitzenden hat, wenn man von ihnen ausgebeutet wird oder als Konsument dient, stehen Obdachlose, vom sozialen Ansehen her ganz Unten. Gleichzeitig legitimieren die Herrschenden die soziale Ungleichheit und die Klassenunterschiede im Kapitalismus mit der Behauptung, dass ihr Reichtum auf eigene Leistung und Fleiß beruht und dass jeder Mensch wohlhabend leben kann, wenn er sich genügend dafür anstrengt. Tatsächlich jedoch bringt der Kapitalismus, Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit gesetzmäßig hervor. In der Konsequenz heißt das, dass die Herrschenden eine Verachtung gegen jene Menschen schüren für deren Lebenssituation jenes System verantwortlich ist, von dem sie profitieren. Die Hetze gegen Arme und Obdachlose schlägt sich letztendlich auch in den Teilen der Bevölkerung nieder, die selbst von Ausbeutung und Unterdrückung betroffen sind. Jene, die selbst tagtäglich vom System getreten und gedemütigt werden, treten dann gegen jene, die noch weiter unter ihnen stehen. Darum stören sich leider auch nur sehr wenige daran, dass Obdachlose systematisch von Ordnungsamt und Polizei aus den Stadtzentren getrieben werden. Die Verachtung gegen Obdachlose, die von den Eliten dieses Landes angefeuert wird in Zusammenhang mit der sozialen

ren Lebenserwartung führt. Viele Menschen verschließen ihre Augen vor diesem Thema, nicht selten wird dieses Problem gänzlich aus dem Bewusstsein verdrängt. Auch in den Medien wird dieser Ausdruck von Armut und Elend nicht behandelt und wenn doch dann häufig in chauvinistischer Weise. Abgesehen davon, dass es schon an sich Gewalt darstellt, Menschen in Armut leben zu lassen, haben obdachlose Men-

Verrohung, führt häufig auch zu offener Gewalt. Wenn dann Fälle bekannt werden, wo Jugendliche wahllos Obdachlose angreifen und das Ganze auch noch mit dem Handy filmen oder „just for fun“ Obdachlose umbringen, gibt es in den Medien eine kurze Empörung, doch an der eigenen Hetze wird schließlich nichts geändert. Die Ideologie der Herrschenden wird auch bei diesem Thema am konsequentes-

ten von den Faschisten umgesetzt. Für Faschisten sind Obdachlose nicht lebenswert und so kommt es auch immer wieder zu Gewalttaten und Morden von Neonazis an Obdachlose. So wurde im Februar 1995 der 65-jährige Horst Pulter von mehreren rechten Jugendlichen zunächst als „Penner“ und „Scheißjude“ beschimpft und anschließend ermordet. Man sieht, dass Obdachlosendiskriminierung auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Formen stattfindet. Gegen jede davon lohnt es sich zu kämpfen, doch letztendlich muss sich unser Kampf gegen das kapitalistische System an sich richten und mit der Perspektive verbunden werden, die kommunistische Gesellschaft zu schaffen, in der Armut zur Unmöglichkeit wird.

Termine 04.02. Gedenkdemo für Horst Pulter in Velbert 18.02. Demo gegen das Internationale Komplott gegen A. Öcalan 24.02. Cafe Roter Oktober: Naziaufmärsche 2011 in NRW - Ein Rückblick