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03 2013

Liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Ausgabe haben wir drei Schwerpunktartikel für euch. Zunächst möchten wir zurückblicken auf den „One billiom rising“ Aktionstag am 14. Februar und einen Ausblick auf den 8. März geben. Im zweiten Artikel beschäftigen wir uns mit dem Tag der politischen Gefangenen und seiner Geschichte und aktuellen Repressionsfällen der Klassenjustiz. Zum Abschluss haben wir noch einen Artikel über den Krieg Frankreichs in Mali für euch. Wir wollen hier vor allem die Motivation und Interessen Frankreichs offen legen und auf die geschichte Malis als französische Kolonie eingehen. Viel Spaß beim lesen...

// Frauenrevolution //

Für die Befreiung der Frau – Hinaus zum 8.März!
14. Februar, weltweit stehen Frauen auf. Dieses Jahr fand zum ersten Mal der V-Day nicht als „Valentines-day“ statt, sondern als „Violence-day“. Es wurde den eine Milliarden Frauen, gedacht, die in ihrem Leben geschlagen oder vergewaltigt werden. Eine Milliarden Frauen, das bedeutet jede 3. Frau auf der Welt und hinzuzufügen ist hier, dass diese erschreckenden Zahlen in der Realität, abseits vom Papier, noch bedeutend höher zu vermuten sind. Unter dem Motto „One billion rising“ wurde nun ein Zeichen gesetzt. Am 14. Februar, in den verschiedensten Ländern und Städten der Welt, gingen tausende Menschen – Frau-

en und Männer - auf die Straße und protestierten gegen Gewalt an Frauen. Alleine in Deutschland fanden mehr als 200 Aktionen statt. Doch wir sagen: Es darf nicht bei einem Aktionstag bleiben! Tag für Tag muss die Befreiung der Frau ein Bestandteil unseres Kampfes um die Befreiung vom Kapitalismus sein. Denn die Frau wird nicht frei durch Reformen und Frauenquoten in Vorstandsgremien – der Kampf um die Befrei-

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ung der Frau muss unweigerlich verbunden sein mit dem Kampf gegen die kapitalistische Ordnung. Deshalb müssen wir die Frauenfrage immer wieder auf’s Neue hervorheben und rufen hierzu auf am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag auf die Straße zu gehen. Aufruf zum 8. März Die Unterdrückung der Frau hat viele Facetten. Fast jede zweite Frau in Deutschland, 40% nach den offiziellen Zahlen, musste schon einmal körperliche Gewalt erfahren. Doch noch weitaus häufiger leiden Frauen unter seelischer Gewalt – eine Gewaltform, die häufig nicht beachtet oder gar ernst genommen wird. Es beginnt oft schleichend durch anzügliche Blicke, Bemerkungen, Berührungen, Pfiffe oder eine immer weiter verbreitete frauenfeindliche Sprache. Doch diese Dinge werden in der heutigen Gesellschaft als normal betrachtet. In der Werbung ist deutlich das allgegenwärtige Motto „Sex sells“ zu erkennen: ob Parfums von Chanel, das Männerdeo von Axe oder der neue BMW – all diese Produkte sind Beispiele dafür, wie die Werbeindustrie den Körper der Frau als Sexsymbol vermarktet. Die Medien vermitteln bereits jungen Frauen das „Idealbild“ der Frau und die Folgen sind nicht zu übersehen, denn rund 30% aller jungen Frauen zwischen 11 und 17 Jahren zeigen Hinweise auf eine Essstörung. Dazu kommt, dass schon Jungen im Grundschulalter die sexistische Sprache von Bushido, 50 Cent und Co. übernehmen – die Gesellschaft jedoch akzeptiert das. Durch dieses als normal betrachtete „Bild der Frau“, bildet sich für die Frau ein Stellenwert in der Gesellschaft, der es umso leichter macht, die Frau nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich zu unterdrücken. Frauen dienen als billige Arbeitskräfte, als Lohndrückerinnen, denn mit der schlechten Entlohnung der Frau bekommt auch der Mann immer weniger Lohn. Was der Mann an Geld früher allein nach Hause brachte, müssen Paare nun gemeinsam erarbeiten. Somit schlagen die Kapitalisten durch das Arbeitsrecht der Frau noch mehr Profit. Auf der anderen Seite fällt der Frau auch noch die Aufgabe der Reproduktionsarbeit, also Hausarbeit und Kindererziehung, zu. Die Jahrhunderte alte Tradition drückt diese für den Kapitalismus lebensnotwendige Reproduktionsarbeit der Frau auf. Doch da sie für diese Arbeit nicht entlohnt wird, unterliegt sie somit einer doppelten Ausbeutung. Allerdings lehnen wir an dieser Stelle die Bezahlung der privaten Reproduktionsarbeit ab, da diese lediglich die Rollenverhältnisse aufgrund der Gesellschaftsverhältnisse festigen würde und die Frau dadurch wieder in die ökonomische Abhängigkeit geraten

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würde, da sie auf ihr Arbeitsrecht verzichten und somit erneut vom Mann abhängig werden würde. Die Wurzeln der Unterdrückung der Frau liegen einige tausend Jahre zurück in der Urgesellschaft. Diese Entstehung des Patriarchats näher zu erläutern würde hier allerdings den Rahmen sprengen (mehr dazu unter rsfrauenkampf.blogsport.de). Jedoch ist zu sagen, dass wir die Frauenfrage als eine der Grundlagen für eine fortschrittliche Arbeit als notwendig sehen. Zwar lässt man sich immer wieder dazu verleiten, über Missstände wie Arbeitslosigkeit, ein schlechtes Bildungssystem oder die Unterdrückung der Frau als unabhängige Gegenstände zu reden, doch wir dürfen diese nicht aus dem Kontext gerissen betrachten. Diese Missstände sind Symptome, die das Grundproblem unweigerlich mit sich zieht. Dieses müssen wir uns vor Augen halten. Wir haben die Möglichkeit, Reformen (Lohnerhöhungen, Frauenquoten, etc.) zu erkämpfen, doch dies wird das Grundproblem nicht lösen. Und somit wird es in den Grenzen dieses Systems nicht möglich sein die Symptome gänzlich aufzuheben – denn das Grundproblem ist das kapitalistische System. Aufgrund dieser Verwobenheit von Patriarchat und Kapitalismus muss der Kampf um die Befreiung der Frau Bestandteil des Kampfes gegen den Kapitalismus sein. Denn nur wenn Produktion und Reproduktion gesellschaftlich gestaltet werden und der Privatbesitz von Produktionsmittel aufgehoben wird ist eine Befreiung der Menschen möglich. Dies aber kann nur im Sozialis-

mus geschehen, worauf schließen lässt, dass eben dieser der Schlüssel zur Befreiung der Arbeiter und auch der werktätigen Frauen ist. Geschichte des 8.März Die Frauenfrage ist Teil der großen sozialen Frage und muss auch in diesem Zusammenhang angegangen werden, denn „Keine Befreiung ohne Revolution – keine Revolution ohne Befreiung der Frau!“ (Rosa Luxemburg). Um die Befreiung zu erreichen, müssen wir uns dem Kapitalismus unversöhnlich gegenüberstellen und als eine revolutionäre Bewegung kämpfen. Aus diesem Blickpunkt entstand 1910 bei der zweiten internationalen sozialistischen Frauenkonferenz die Idee eines Frauentages, welcher im Jahr 1921 von Lenin zum „Internationalen Frauenkampftag“ erklärt wurde und sich seitdem am 8. März jährt. Dieser Tag ist seit jeher ein Tag, der dem Kampf um die Rechte der Frau gewidmet ist. Doch auch nachdem wir die gesetzliche Gleichstellung der Frau erlangt haben, müssen wir weiter gegen die gesellschaftliche Unterdrückung durch das herrschende System eintreten. Deshalb rufen wir hiermit auf am 8. und 9. März gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen, um für die Rechte der Frauen und gegen ihre Unterdrückung zu kämpfen! Weitere Informationen rund um den 8. März auf: rsfrauenkampf.blogsport.de

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// Politische Gefangene //

18 März – Tag der politischen Gefangenen
Als die Nationalgarde in Paris am 18. März 1871 die Macht übernahm und den Beginn der Pariser Kommune kennzeichnete, hatte das Proletariat nicht mehr nur gegen die alten Herrscher zu kämpfen, sondern auch gegen die neu entstandene Bourgeoisie. Zwar waren die aufständischen Versuche der ArbeiterInnen, sich von der unterdrückenden Herrschaft zu befreien kraftvoll, doch sie wurden brutal niedergeschlagen. Rund 25.000 Menschen starben bei der Rache der französischen Bourgeoisie, 13.700 wurden verhaftet und meist zu lebenslänglichen Haft verurteilt. Aus diesem Grund beschloss die kommunistische Internationale auf dem IV. Weltkongress 1922, am 18. März einen interna-

tionalen Tag zu Gedenken der politischen Gefangenen einzuführen. Dieser Tag sollte bewirken, dass die Solidarität der Bevölkerung mit jenen, die dem Unterdrückungsmechanismus der Herrschenden unterliegen, gesteigert würde. Außerdem sollte ein Bewusstsein für die Lage von politischen Gefangenen weltweit verankert werden. Unter anderem wurde auch die Internationale Rote Hilfe auf diesem IV. Weltkongress gegründet, welche bis heute existiert. Nachdem dieser Gedenktag 1933 von der faschistischen NSDAP verboten wurde, dürfen wir den politischen Gefangenen heutzutage zwar wieder öffentlich Gedenken, doch die Solidarität für politische Gefangene ist in Deutschland kaum spürbar. Von den Medien wird trügerischer Weise vermittelt, Menschen die in anderen Ländern aus politischen Gründet verhaftet werden seien großteils Terroristen und in Deutschland selbst gäbe es nicht einmal ansatzweise das Phänomen der politisch Inhaftierten. Ein weiteres Beispiel bietet die Türkei, in der sich momentan etwa 6000 Menschen zählen, die vom faschistischen Regime in die menschenunwürdigen Gefängnisse ge-

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steckt wurden, weil sie gegen den unterdrückenden Staatsapparat der Türkei zu kämpfen wagen. Folter und Isolation stehen für diese Menschen auf der Tagesordnung. So, oder mit der blutigen Niederschlagung von Aufständen, versucht der türkische Staat mit allen Mitteln die aufständische Bewegung einzuschüchtern. Doch so weit weg müssen wir nicht schauen. Im dritten Reich wurden AntifaschistInnen und KommunistInnen ohne Zögern in Konzentrationslager geschickt, und noch heute haben diese stark gegen Repressionen zu kämpfen. Diese zeichnen sich am offensichtlichsten durch die Brutalität der ausführenden Staatsorgane aus, die DemonstrantInnen immer wieder am eigenen Körper zu spüren bekommen. Erst im April 2012 wurde der junge Aktivist Deniz K. verhaftet, weil er dem Staat ein Dorn im Auge war. Durch Beweis- und Aktenfälschung versuchte die Staatsanwaltschaft darzulegen, er hätte mit einem Fahnenstock versucht, fünf Polizisten zu ermorden. Verletzt war niemand, und obwohl die vermeintlichen Beweise gegen ihn widerlegt wurden, wurde der Genosse zu 2 ½ Jahren Haft verurteilt. Zwar wurde Revision eingelegt, doch der Antrag wird noch einmal 10 Monate auf Antwort warten müssen. Doch trotz offensichtlichen Fällen, wie diesem, wird weiter verschleiert, dass es auch heute noch politisch Gefangene in unseren Gefängnissen gibt. Demonstrationsverbote, die klar das Versammlungsrecht einschränken, Berufsverbote für politisch Aufgefallene und der Missbrauch von den Terrorismusparagrafen

§ 129a und § 129b sind nur weitere Beispiele für die subtile Unterdrückung unseres Widerstandes. Vor allem § 129b wird immer wieder dazu genutzt, kurdische AktivistInnen in Deutschland einzuschränken und Verfahren gegen sie einzuleiten, unter denen sie als Migranten stark zu leiden haben. Medial werden all diese Vorgehensweisen als Notwendigkeit dargelegt, um gegen den Terrorismus zu kämpfen, doch die Wirklichkeit zeigt, dass diese Mittel für den Staat eine Notwendigkeit sind, um unsere Kraft und Bewegung nicht gedeihen zu lassen. Der Staat hat Angst davor, dass sich die Massen gegen ihn erheben, und diese Angst müssen wir schon als ersten Erfolg werten. Getroffen werden bisher nur einige – doch gemeint sind wir alle. // Imperialistische Agressionen //

Frankreichs Krieg in Mali
Auf Anfrage der Regierung in Mali und mit dem Einverständnis der Vereinten Nationen wurde die Opération Serval gestartet. „Es ist die Pflicht Frankreichs, die Operation zu Ende zu bringen, damit kein einziger Teil des Territoriums in Mali unter der Kontrolle der Terroristen verbleibt.“, erklärte Frankreichs Staatschef Hollande. Seit mehreren Wochen verwüsten französische Truppen das Land und erobern eine Stadt nach der Anderen. Warum engagiert sich aber be-

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sonders Frankreich gegen die Gefahr des „islamistischen Terrorismus“? Was ist Mali eigentlich für ein Land und welche Folgen hat dieser Krieg? Um die wahre Situation in Mali zu verstehen, muss man zunächst auf die Geschichte dieser Neokolonie Frankreichs eingehen. Die Kolonie Frankreichs Mali liegt im Nordwesten Afrikas und ist seit 1960 offiziell unabhängig von Frankreich. Die französische Kolonisation begann bereits im Jahr 1883, seitdem gab es immer wieder Widerstand gegen die französische Fremdherrschaft, der mehrmals von französischen Truppen blutig zerschlagen wurde. Vor allem die Unabhängigkeitsbewegungen in der Mitte des 20.Jahrhunderst waren von sozialistischen Ideen geprägt, an dessen Verwirklichung aber die sozialimperialistischen Länder (UdSSR) kein internationalistisches Interesse hatten. So kam es immer wieder zu Konflikten, die mit einem antikommunistischen Militärputsch im Jahr 1968 ihren Höhepunkt erreichten. Alle politischen Aktivitäten wurden verboten, Folter und Mord gegen oppositionelle Gegner waren gängige Praxis und ein rücksichtsloser Polizeistaat wurde unter dieser Militärdiktatur aufgebaut. Seit dem werden Regierun-

gen in Mali nur noch durch Militärputsche erneuert, 1991 putschte Touré und 2012 wurde er selbst von Sanogo geputscht. Nach dem Putsch von Sanogo wurde in Mali eine Übergangsregierung von Politikern gebildet, die vor allem die Interessen Frankreichs vertreten, u.a. Traoré. Kurz vor dem militärischen Einsatz ist eine eigene treue Marionettenregierung gut geeignet, um den Krieg zu rechtfertigen, schließlich hören wir immer wieder in den Medien, wie die Bevölkerung in Mali die militärische Intervention in ihrem Land begrüßt und französische Truppen sich auf Anfrage der Regierung dort aufhalten Azawad in Mali Die Grenzen Afrikas wurden von den Kolonialisten mit einem Lineal gezeichnet, ohne jegliche Achtung vor den dort lebenden Völkern. Aus diesem Grund setzten sich Siedlungsgebiete afrikanische Völker über mehrere Grenzen hinweg, dazu zählt auch das Volk der Imushagh. Im imperialistischen Sprachraum sind sie auch unter der Bezeichnung Tuareg bekannt. Ihr Gebiet umfasst Mali, Algerien, Niger, Libyen und Burkina Faso. Bis zu drei Millionen Menschen werden als Angehörige der Imushagh geschätzt, die seit Jahrhunderten nomadisch in diesen Gebieten leben. Mit Beginn des Arabischen Frühlings stärkte sich auch ihre

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Unabhängigkeitsbewegung, sie kämpfen um die Befreiung Azawads aus der Abhängigkeit Malis. Für Frankreich bedeutet dies seinen Einfluss in einem wichtigen Gebiet zu verlieren. Die Organisation MLNA (Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad) erklärte 2012 die Unabhängigkeit ihres Landes von Mali. Die Afrikanische Union erkannte ihre Unabhängigkeit jedoch nicht an und auch die Vertreter der EU Außen- und Sicherheitspolitik wollten „die territoriale Unversehrtheit Malis respektieren“. Vor allem Frankreich passten solche Bestrebungen nicht, woraufhin es auch zu dem letzten Staatsstreich in Mali kam, da die Regierung von Touré zu „unfähig“ gegen diese nationale Bewegung vorging. Aus dem Kampf gegen die Befreiung des Azawad entwickelte sich jedoch ein Kampf gegen den islamistischen Terrorismus in Azawad. Hollande: „Frankreich verteidigt keine Sonderinteressen“ In Mali gibt es Ressourcen, die besonders von imperialistischem Interesse sind. Obwohl mehr als ¾ der Bevölkerung weit unter der Armutsgrenze leben, weist das Land zahlreiche Bodenschätze auf, u.a. Gold, Diamanten, Wolfram, Erdöl und Uran. Allein der malische Kleinbergbau produziert 4.000 Kilo Gold im Jahr für ausländische

Abnehmer, das macht 160 Mio. Euro. Weltweit belegt das afrikanische Land mit ihrer Goldproduktion den 18.Rang. Das entscheidende für Frankreichs Sonderinteressen sind jedoch die Uranminen. Der staatlich französische Atomkonzern Areva gilt als zweigrößter Uranproduzent weltweit, der nach öffentlichen Angaben jährlich einen Umsatz von ungefähr 1,3 Milliarden Euro macht. Die Uranminen liegen vor allem in den Gebieten um Mali, wo die Interessen Frankreichs durch die Befreiung Azawads gefährdet sind. Auch Nachbarländer wie Niger und Algerien, die eine ehemalige Kolonie Frankreichs waren und zu dem Siedlungsgebiet der Imushagh gehören, weisen ähnliche Bodenschätze auf und stellen bei einem schwinden Einfluss eine strategisch geopolitische Gefahr für den größten Atomstromproduzenten Europas dar. Uran ist ebenfalls für französische Atomwaffen unerlässlich. Wahrscheinlich fühlen sich unsere führenden Politiker der Grünen deswegen dazu verpflichtet, den passiven Einsatz der deutschen Regierung in Mali zu kritisieren und einen stärkeren Bundeswehreinsatz zu fordern. Schließlich deckt Deutschland einen Teil seines Uranbedarfs ebenfalls aus Frankreich. Imperialistische Einflusssphären

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Am 11. Januar erfolgte die offizielle militärische Intervention Frankreichs in ihrer Neokolonie. Frankreich erhöhte die Anzahl der eigenen Soldaten auf 2.500, neben denen der malischen Regierung und einigen militärischen Verstärkungen aus anderen Ländern. Der Alleingang Frankreichs erweckte jedoch einige kritische Stimmen, denn wieso sollten sich die anderen Länder nicht beim „Kampf gegen den islamistischen Terrorismus“ im Gebiet um Azawad beteiligen? Allein solch eine Tatsache verdeutlicht, dass es bei dem Einsatz in Mali vor allem um die Eigeninteressen Frankreichs geht, denn die anderen imperialistischen Länder können aus diesem Krieg kaum Profit für sich ziehen. Es handelt sich nämlich um das Einflussgebiet Frankreichs. Aus diesem Grund hat sich die deutsche Regierung nur halbherzig für den Einsatz in Mali eingesetzt und neben einigen Ausbildern im Namen der EU, noch ein paar militärische Transportmaschinen hingeschickt. Nach der Entsendung deutscher Soldaten und Patriot-Raketen an die türkisch-syrische Grenze folgt mit dieser Unterstützung bereits der zweite deutsche Kriegseinsatz im Jahr 2013. Be-

reits heute zählt man Flüchtlingsströme von bis zu 30.000 Menschen aus Mali. In dieser bitteren Armut mussten sie obendrein auch noch ihre vom Krieg zerstörten Wohnungen verlassen. Zu den Toten werden bereits einige zivile Opfer gezählt und auch unzählige Verletzte sind die Folgen dieses Krieges. Die Abhängigkeit der Neokolonien von Frankreich soll nicht gefährdet werden, damit sie weiterhin diese Länder in Ruhe ausrauben können. Außer der Form nach gibt es kaum Unterschiede zu der Kolonialisierung von früher, denn es ist immer noch dieselbe imperialistische Ausplünderung.

Termine
Frauenkampftag Kundgebungen 08.03. | 15 Uhr | Essen Hbf 08.03. | 17 Uhr | Duisburg Hbf Demonstration Frauenkampftag 09.03. | 11 Uhr | Köln-Mülheim VA: Gegen die Kriminalisierung von AntifaschistInnen 22.03. | 18 Uhr | Duisburg | Interntaionales Zentrum bundesweite Newroz Demo 23.03. | 10 Uhr | Bonn Camp for your rights! 29.03. - 02.04. | In der Nähe von Kleve