Rede Rupert Stadler Jahrespressekonferenz AUDI AG, Ingolstadt Teil 2 (Ausblick) 12.

März 2013

Rupert Stadler Vorsitzender des Vorstands der AUDI AG Rede zur Jahrespressekonferenz Ingolstadt, 12. März 2013 Teil 2
– Es gilt das gesprochene Wort –

Wie sieht es beim Blick in die Zukunft aus, meine Damen und Herren? Klar ist: Konjunkturell wird uns das neue Jahr mindestens so sehr herausfordern wie das vergangene. Die Weltbank hat vor wenigen Wochen ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2013 auf 2,4 Prozent abgesenkt. Auch auf den Automärkten ist weltweit mit langsamerem Wachstum zu rechnen. Im Gegensatz zu den 7,2 Prozent des vergangenen Jahres dürfte sich das Tempo deutlich drosseln. Wie gehen wir bei Audi mit diesen Unsicherheiten um? Auch 2013 gilt: Wir wollen und wir werden weiter wachsen. Im Januar und Februar lagen unsere Auslieferungen insgesamt 9,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das bedeutet erst einmal: Uns ist ein guter Start ins neue Jahr gelungen. Aber wir wissen auch: Es handelt sich zunächst nur um eine Momentaufnahme. Meine Damen und Herren, unser Langfristziel kennen Sie: mehr als zwei Millionen Auslieferungen jährlich bis 2020. Als wichtiges Etappenziel hatten wir 1,5 Millionen bis 2015 festgelegt. Wir haben konsequent unsere Hausaufgaben gemacht und uns alleine in den vergangenen beiden Jahren um 360.000 Einheiten gesteigert. Das bedeutet: Erstens: Wir werden die Marke von 1,5 Millionen schon früher erreichen als geplant. Und zweitens: Wir gewinnen dadurch zusätzliche unternehmerische Energie und Finanzkraft in der aktuellen Phase unseres Wachstumskurses.

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Es ist eine entscheidende Phase, denn wir richten Audi zurzeit für den nächsten Wachstumsschub aus. Dies geschieht auf allen Ebenen des Unternehmens, bei Menschen und Märkten, Produkten und Produktion. In den kommenden drei Jahren fahren wir mit insgesamt elf Milliarden Euro das größte Investitions-Programm in der Audi-Geschichte. 5,3 Milliarden – also knapp die Hälfte – dienen dazu, die deutschen Standorte zu stärken und zu erweitern. Zum Beispiel Münchsmünster und Neuburg bei Ingolstadt oder die Böllinger Höfe am Standort Neckarsulm. Alle 22 Sekunden kauft heute ein Kunde einen Audi. Die Produktion muss mit diesem Takt Schritt halten. Und wie Sie wissen, erweitern wir derzeit unsere Fertigung zum Beispiel an unserem Standort Győr in Ungarn und mit einem neuen Werk im südchinesischen Foshan. Alleine an diesen beiden Standorten stehen ab 2013 nach und nach zusätzliche Kapazitäten für mehr als 300.000 Automobile bereit. Vergangenes Jahr haben wir den Bau eines weiteren Audi-Werks beschlossen: In San José Chiapa in Mexiko. Damit sind wir näher an unseren amerikanischen Kunden, reduzieren Wechselkurs-Risiken und können zollfrei in die USA und nach Europa exportieren. Anfang Mai werden wir den Grundstein in Mexiko legen. Schon jetzt haben wir damit begonnen, dafür Mitarbeiter an Bord zu holen. Insgesamt schaffen wir dort rund 3.800 Arbeitsplätze. Zirka 2.500 Bewerbungen haben wir bereits jetzt erhalten. In einem ersten Schritt stellen wir Führungskräfte und einige Experten für Schlüsselpositionen ein. Die ersten neuen Kollegen werden noch 2013 für ein AudiQualifizierungsprogramm nach Deutschland kommen. Ab 2014 suchen wir dann Mitarbeiter für die Produktion. Die Einstellungen erfolgen im engen Schulterschluss mit den künftigen Führungskräften. Nur so entsteht von Anfang an der nötige Teamgeist für ein derart strategisches Projekt. Wenn 2016 der erste Q5 in Mexiko vom Band fährt, produzieren wir zum ersten Mal in unserer Geschichte ein Auto für den Weltmarkt ausschließlich außerhalb Europas. Das ist ein großer Schritt für alle Audianer, nicht nur für die mexikanischen Kollegen.

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Unsere Mitarbeiter begleiten das Projekt mit großem Engagement: Innerhalb kurzer Zeit haben sich mehr als 650 Interessenten aus Ingolstadt und Neckarsulm gemeldet. Sie alle möchten sich vor Ort in das Projekt Mexiko einbringen. Angesichts der derzeitigen Marktlage in Europa wird es besonders deutlich: Nur globale Präsenz ist in der Lage, Schwankungen auszugleichen und selbst die Heimat-Standorte zu stärken. So werden wir 2013 auch die Belegschaft in Deutschland bedarfsgerecht aufstocken. Wir planen etwa 1.500 Neueinstellungen und zusätzlich mehr als 700 weitere Auszubildende. Meine Damen und Herren, noch etwas ist mir in diesem Kontext wichtig: Die Zahl unserer weltweiten Standorte mag steigen, aber es bleibt bei dem einen Standard „made by Audi“. Er ist ein Versprechen für die gleiche exzellente Produkt- und Verarbeitungsqualität in jedem Audi – unabhängig davon, wo dieser entsteht. Wie stellen wir dies sicher? Zum Beispiel durch eine internationale Ausbildungsoffensive. Die Idee der dualen Ausbildung entwickelt sich zu einem Exportschlager im AudiKonzern. Wir kombinieren die bewährte Theorieausbildung örtlicher Fachschulen mit frühzeitiger Praxiserfahrung in unseren Lehrwerkstätten. Bei Audi Hungaria praktizieren wir dies bereits erfolgreich seit zwölf Jahren. Außerdem haben wir dort 2011 ein eigenes Trainingszentrum eröffnet. Und seit vergangenem Jahr gibt es in Ungarn neben der dualen Berufsausbildung auch ein duales Studium nach deutschem Modell, das wir gemeinsam mit der Győrer Széchenyi Universität ins Leben gerufen haben. In Brüssel läuft die duale Berufsausbildung aktuell in einer Pilotphase an. Dort sind wir das erste Industrieunternehmen überhaupt, das diese Form der Berufsausbildung anbietet. In China kooperieren wir mit der Berufsschule in Changchun. Wir bauen diese Kooperation kontinuierlich weiter aus. Unser Ziel: ab 2015 jährlich 650 Auszubildende zum Kfz-Mechatroniker zu qualifizieren. Und in Mexiko starten wir bereits jetzt den Aufbau eines eigenen Bildungswesens. Baubeginn ist dieses Jahr im April. Das ist

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Qualifizierung made by Audi – weltweit! Ein Standard beim Produkt, ein Standard aber auch beim Service im Handel. Erlauben Sie mir hierzu eine kleine Tour d’horizon nach China: J.D. Power untersucht dort jedes Jahr, wie zufrieden Neuwagenkäufer mit dem Service ihrer Marke sind. Audi erreicht 2012 bereits im dritten Jahr in Folge Platz Eins. Zurzeit erweitern wir unser Händlernetz in China mit hoher Schlagzahl. 2013 öffnet in China im Schnitt pro Woche ein neuer Audi-Handelsbetrieb seine Türen. Rund die Hälfte aller chinesischen Städte mit mehr als einer Million Einwohner gilt es beispielsweise noch zu erschließen. Bis 2017 wollen wir die Anzahl der Audi-Händler auf mehr als 500 erhöhen. Der Schulungsbedarf für Handels-Personal ist enorm. Wir bilden vor Ort alleine dieses Jahr mehr als 6.000 neue Verkaufs- und Servicemitarbeiter aus. Rechnet man die Fortbildung erfahrener Mitarbeiter mit ein, so leisten wir für 2013 aufsummiert rund 240.000 Schul-Manntage. Das heißt: Jeder Mitarbeiter im Handel erhält in China im Schnitt 13 Tage Aus- oder Weiterbildung in diesem Jahr. In diesem Jahr eröffnen wir in Peking das weltweit größte Audi-Trainings-Zentrum. Nur so erreichen wir bei einer stark wachsenden Anzahl an Handelsbetrieben überall den hohen Audi-Standard im Service. Denn einen Markt zu erschließen, hat neben den quantitativen auch qualitative Aspekte. Wir sind überzeugt von der Formel: Quantität nur durch Qualität. Das Paradebeispiel in China ist die Langversion des Audi A6. Sie ist speziell auf die Bedürfnisse unserer chinesischen Kunden ausgerichtet. Eine kleine Bilanz dieses Autos in Zahlen: 130.000 verkaufte Einheiten alleine 2012 und damit ist der Audi A6 einmal mehr meistverkauftes Premiumautomobil im Markt. Bei „Best Cars 2013“, einer Leserwahl der chinesischen Ausgabe von „auto, motor und sport“, hat der Audi A6 lang gleich zwei Kategorien für sich entschieden. Insgesamt gab es dort zehn erste Plätze für Audi – mehr als für jeden anderen Hersteller. Unter anderem bekamen wir den Preis als umweltfreundlichste Marke. Dazu beigetragen hat zum Beispiel unsere Start-Stopp-Technik. Sie ist bei allen in China gefertigten AudiModellen inzwischen Standard. Außerdem haben wir als erster Hersteller Leichtbaukomponenten in die chinesische Fertigung integriert.

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Durch Maßnahmen wie diese haben wir seit 2011 den Durchschnittsverbrauch unserer lokal gefertigten Modelle um mehr als 15 Prozent gesenkt. Stichwort lokale Fertigung: Das neue Werk in Foshan habe ich bereits erwähnt. Auch am Standort Changchun erweitern wir die Anlagen. Zusammen genommen, entstehen in den kommenden drei Jahren in China Kapazitäten für 350.000 zusätzliche Einheiten. Damit stocken wir die Kapazität gemeinsam mit unserem Joint-Venture-Partner auf insgesamt 700.000 Einheiten jährlich auf. Fertigungsvolumen ist jedoch nur die eine Seite. Wer weiter wachsen will, muss immer wieder antizipieren, was der Kunde morgen auf der Produktseite erwartet. Deshalb werden wir uns in Zukunft noch intensiver mit den spezifischen Wünschen unserer asiatischen Kunden beschäftigen. Vor wenigen Wochen haben wir zu diesem Zweck in Peking ein eigenes Zentrum für Forschung und Entwicklung eröffnet. Mehr als 300 Entwickler arbeiten daran, dass die Ideen und Trends aus Fernost in unsere Produkte einfließen. Meine Damen und Herren, nicht nur in China, sondern in allen Märkten wollen wir intelligenter „Marktversteher“ sein. Dafür müssen wir nicht nur die Wünsche der Kunden verstehen, sondern auch ihre Vorbehalte. Dann gelingt es auch, zu überzeugen. Denken Sie zum Beispiel an Dieselmotoren und den US-Markt. Diesel galt als schmutziger, rußiger Kraftstoff, geeignet ausschließlich für Trucker. Unsere Clean-Diesel-Technik, das sportliche Anfahrmoment sowie die hohe Reichweite und Effizienz haben auch die Amerikaner überzeugt. Heute wählt zum Beispiel jeder dritte Q7-Fahrer in den USA einen TDI. Wir werden 2013 unser TDI-Angebot auf dem US-Markt weiter ausbauen – beim A6, A7, A8 und auch beim Q5. Wir stellen dort die breiteste Clean-Diesel-Palette im Premiumwettbewerb. Diese erfolgreiche Überzeugungsarbeit hilft uns dabei, unsere Wachstumspläne für den US-Markt umzusetzen. Für das laufende Jahr haben wir uns bei den Auslieferungen die neue Rekordmarke von 150.000 Automobilen vorgenommen. Den Kunden verstehen, heißt nicht nur zu verstehen, welche Produktdetails er wünscht, sondern auch zu wissen, wie er sich dafür entscheidet.

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Fakt ist: Immer mehr Kunden stellen sich ihren ganz persönlichen Audi zusammen. Also Haute Couture statt Ware von der Stange. Alleine in Deutschland sind unsere Umsatzerlöse für Sonderausstattung in den vergangenen Jahren überproportional gestiegen. Wir haben gesagt: Nicht erst das Auto, sondern schon der Prozess des Aussuchens und Vergleichens soll dem Kunden so viel Spaß wie möglich machen. Unsere Antwort heißt Audi City. In dieser „Traumfabrik“ konfigurieren unsere Kunden ihren Wunsch-Audi mit Hilfe neuester Computer- und Medientechnik. Sie erleben ihn auf raumfüllenden Bildschirmen im Maßstab eins zu eins. Mehrere hundert Millionen Kombinationsmöglichkeiten stehen zur Verfügung. Und dank der neue Technik sind wir mitten im pulsierenden Zentrum von Metropolen präsent. Die erste Audi City haben wir vergangenen Sommer in London nahe des Picadilly Circus eröffnet. Dazu zwei Zahlen, die für sich sprechen: 1.000 Besucher pro Woche waren es bisher im Schnitt. 70 Prozent mehr Verkäufe als im vorherigen klassischen Audi Forum. Ende Januar haben wir die weltweit zweite Audi-City in Peking eröffnet. Die dritte folgt zum Jahreswechsel 2013/2014 in Berlin. Meine Damen und Herren, ein Markt ist nicht nur ein Ort, er hat auch eine zeitliche Dimension. In der Audi Urban Future Initiative beschäftigen wir uns mit der Stadt der Zukunft. Denn wir wollen verstehen, wie die Metropolen dieser Welt funktionieren. Nur dann können wir urbane Mobilität nachhaltig mitgestalten. Vergangenen Oktober haben wir zum zweiten Mal den Architekturpreis Audi Urban Future Award verliehen. Er ging an das Architekturbüro Höweler und Yoon aus Boston in den USA für seine Vision zur Mobilität im Jahr 2030. Gemeinsam entwickeln wir am Beispiel der Region Boston/Washington zurzeit ein CityDossier, eine Art Blaupause dafür, wie Mobilität in der Stadt zukünftig funktionieren kann. Eine Grundfrage ist, wie wir damit umgehen, dass Raum in Städten immer knapper wird. Um diesen begrenzten Raum optimal nutzen zu können, wird die Vernetzung von Auto, Infrastruktur und Mensch immer wichtiger.

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Im Januar haben wir auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas eine Technik präsentiert, die auf ihrem Gebiet wegweisend ist und die das Potenzial besitzt, das globale Leben nachhaltig zu beeinflussen. Dieses Urteil stammt nicht etwa von uns, es stand in der „MIT Technology Review“, dem Magazin der berühmtesten Technikhochschule der USA. Sie kürte uns zu einem der 50 innovativsten Unternehmen der Welt. Die Rede ist vom Pilotierten Fahren. Mit unserem Staupiloten lenkt, bremst Pilotiertes Fahren und beschleunigt das Auto von alleine. Zum Beispiel im Stop-and-Go des Berufsverkehrs. Der Fahrer kann die Zeit sinnvoll nutzen, etwa für Telefonate oder Emails. Eine Aufgabe der kommenden Jahre wird sein, die rechtlichen Grundlagen für den Einsatz dieser Technik zu schaffen. In Nevada haben wir als erster und bislang einziger Autohersteller weltweit bereits eine Lizenz für Tests auf öffentlichen Straßen erhalten. In Deutschland arbeiten wir mit den Behörden an Lösungen. Meine Damen und Herren, wir fahren mit unvermindertem Tempo unsere Modelloffensive fort. Zum einen erweitern wir unsere Palette um einige besonders emotionale Automobile. Im Jahr ihres 30-jährigen Bestehens bringt die quattro GmbH gleich vier neue RS-Modelle auf den Markt. Die Evolution der RS-Philosophie zeigt sich eindrucksvoll beim neuen Audi RS 6 Avant: Er kommt trotz deutlich höherer Leistung mit 30 Prozent weniger Kraftstoff aus als sein Vorgänger – unter anderem dank konsequenten Leichtbaus und intelligenten Down-Sizings mit Cylinder-on-demand-Technik. Wenn nur ein Teil der Leistung des kraftvollen Motors abgerufen wird, so schaltet er einen Teil der Brennräume ab. Dann fahren Sie mit vier statt acht Zylindern. Wir wollen 2013 unsere Verkaufszahlen bei diesen High-Performance-Autos um ein Drittel gegenüber 2012 steigern. Deshalb werden wir in diesem Jahr das größte Angebot an RS-Modellen seit 30 Jahren haben. Und deshalb weiten wir unser RS-Angebot auf internationalen Märkten aus – Beispiel China: Das Audi RS 5 Coupé war 2012 unser erstes RS-Modell im Reich der Mitte. 2013 folgt als nächstes das RS 5 Cabriolet. Zudem versehen wir zum ersten Mal einen SUV mit dem RS-Label. Der Audi RS Q3 ist der Pionier im neuen Segment der kompakten Hochleistungs-SUV. Die gleiche

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sportliche Richtung haben wir mit den TDI- und TFSI-Varianten des Audi SQ5 eingeschlagen, die ebenfalls in diesem Jahr zu den Kunden kommen. Die Nachfrage nach SUVs steigt weltweit stark an. Heute ist bereits jedes vierte verkaufte Premiumautomobil ein SUV. Bis 2020 wird es voraussichtlich bereits jedes dritte sein. Deshalb schaffen wir hier konsequent ein breites Angebot: mehr Sportlichkeit, mehr Vielfalt, mehr Profil, geringerer Verbrauch. Bei den A-Baureihen rollen wir 2013 sukzessive die neue A3-Familie aus. Der A3 Sportback ist seit drei Wochen bei unseren Händlern in Europa. Audi S3 und S3 Sportback folgen ab dem Sommer. Mit der A3 Limousine geben wir ein ganz neues Familienmitglied dazu. Ein wichtiges Derivat, das vor allem in China und den USA für Wachstumsimpulse sorgen wird. Es gibt noch ein weiteres Modell, den A3 g-tron. Dieses Modell ist sowohl auf den Betrieb mit Benzin als auch mit Erdgas ausgerichtet. Die Reichweite dieses bivalenten Gas-/Benzin-Antriebs liegt bei mehr als 1.300 Kilometern pro Tankstopp. Mit dem A3 g-tron spannen wir außerdem den Bogen vom Windrad zum Lenkrad. Und zwar, wenn er mit Audi e-gas betankt wird. Denn unser e-gas-Projekt basiert auf Windkraft aus dem Emsland. Im norddeutschen Werlte haben wir gerade die größte Power-to-GasAnlage der Welt fertig gestellt. Ausgangspunkt ist Strom aus dem Windpark, aus dem wir zunächst Wasserstoff gewinnen. Dann wandeln wir Wasserstoff und CO2 aus einer benachbarten Biogasanlage in synthetisches Audi e-gas um. Wir bringen das e-Gas über das öffentliche Gasnetz zum Kunden. Das heißt: Wir nutzen die bestehende Infrastruktur. Damit wird das e-Gas zu einem praktikablen Speichermedium für Strom neben der Batterie. Fährt der A3 mit dem e-Gas aus unserer Anlage, dann ist der Kunde CO2 neutral unterwegs. Denn am Auspuff wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie zuvor im Produktionsprozess des e-Gases gebunden wurde. Damit ist der A3 g-tron so klimaschonend wie ein Elektroauto, das mit regenerativem Strom geladen wird. Das Beispiel zeigt: Effizienz funktioniert nicht als Solo, sondern nur im Kanon. Deshalb blicken wir weit über das Automobil hinaus. Neben unserem e-gas-Projekt forschen wir an weiteren synthetischen Kraftstoffen wie e-Diesel und e-Ethanol. Hier arbeiten wir mit unserem amerikanischen Partner Joule zusammen. Im US-Bundesstaat New Mexico entsteht gerade eine

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Demonstrationsanlage zur Produktion von nachhaltigem e-Ethanol. Mikroorganismen nutzen Sonnenenergie, um diesen Kraftstoff aus CO2 und Brauchwasser herzustellen. Seine CO2-Gesamtbilanz ist deutlich besser als bei fossilem Kraftstoff. Außerdem verbraucht dieses Verfahren: keine Biomasse, keine Ackerfläche und kein Trinkwasser. Parallel arbeiten wir kontinuierlich an der Effizienz der Motoren. 104 Motor- und Getriebevarianten bei Audi liegen aktuell bei Emissionswerten von 140 Gramm CO2 oder weniger pro Kilometer. Unter den Premiumherstellern ist Audi laut einer Studie des Centers of Automotive Management die Marke mit der niedrigsten Flottenemission in Deutschland. Und es geht weiter. Im gesamten VolkswagenKonzern stehen wir klar zum neuen EU-Klimaziel von 95 Gramm. Um dies zu erreichen, spielen wir die Klaviatur der Antriebskonzepte voll aus: von Diesel- und Ottomotoren über Erdgas bis hin zum Elektroantrieb. Bei Audi ist der Startschuss ins Elektrozeitalter gefallen. Noch in diesem Jahr werden Sie den Audi A3 e-tron fahren und testen können. Als Plug-In-Hybrid mit 1,5 Liter Normverbrauch, einer Reichweite von 50 Kilometern rein elektrisch und fast 1.000 Kilometern insgesamt. Die e-tron-Variante des Audi A3 ist effizient, alltagstauglich und zudem bezahlbar. Das sind drei Gründe, warum wir in der Elektromobilität unseren eigenen Weg gehen. Meine Damen und Herren, so wie wir wachsen, wächst auch unsere Verantwortung. Dies gilt auf allen Ebenen unseres Unternehmens: beim Produkt und bei der Fertigung, von Mexiko bis China, gegenüber Mitarbeitern und Kunden. Deswegen machen wir unsere Automobile immer effizienter und sicherer. Deswegen minimieren wir in der Produktion den Ressourcenverbrauch. Deswegen haushalten wir wie ein umsichtiger Kaufmann. Deswegen bieten wir jungen Menschen Ausbildung und eine Berufsperspektive. Und deswegen widmen wir unsere Leidenschaft dem Leuchten in den Augen unserer Kunden. Denn nichts Geringeres als dies ist das Versprechen unserer Marke. Vielen Dank! – Ende – Kontakt: Kommunikation Unternehmen – Jürgen De Graeve Tel. +49 841 89-34084

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