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Inter(attr)aktive Fortbildung in Offizinpharmazie

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Ausgabe Nr. 8.1

1-162-16-05-P6.25

Reisemedizin
Dr. Monika Heiz

Lernziele
– Der Leser soll den Kunden hinsichtlich einer Reiseapotheke gut und adäquat beraten und ihn auf weitere Dinge hinweisen können, welche mit einer Medikamenteneinnahme auf Reisen im Zusammenhang stehen – Der Leser weiss, was Flugreisende, Diabetiker, HIV-Patienten und Reisende in grosser Höhe beachten müssen – Der Leser kennt die wichtigsten Übertragungsarten humanpathogener Keime und die dagegen zu treffenden Vorsichtsmassnahmen – Der Leser weiss über die wichtigsten Impfungen Bescheid und kann den Kunden über ihre Notwendigkeit informieren. Zudem kann er dem Kunden Auskunft über verschiedene andere, nicht-impfbare Infektionskrankheiten geben

mögliche Impfungen bei Reisenden und obligatorische Impfungen vorgestellt. Ein letzter Abschnitt beschäftigt sich mit weiteren Infektionskrankheiten, für die keine Impfung zur Verfügung steht und welche gelegentlich in Epidemien auftreten. Auf die Malaria und ihre Prophylaxe wird in diesem Artikel bewusst nicht eingegangen.

Einleitung
Die Schweizer sind ein reiselustiges Volk - dies bestätigt auch das Bundesamt für Statistik in seinen fürs Jahr 2002 erhobenen Daten. Schweizer unternehmen im Durchschnitt pro Jahr 3 Privat- und 0.5 Geschäftsreisen mit mindestens einer Übernachtung, ein hoher Wert im internationalen Vergleich [1]. Dabei bleibt das eigene Land immer noch das beliebteste Reiseziel, gefolgt von Frankreich, Italien und Spanien [2]. Nach weiteren Zielen in Europa folgen die USA, Thailand, Ägypten, Tunesien und Kanada [2]. Somit ist es nicht verwunderlich, dass in der Apotheke immer wieder nach Reiseapotheken oder anderen Auskünften rund ums Reisen gefragt wird. Der folgende Artikel soll dabei eine Hilfestellung sein. Zuerst wird auf den Inhalt einer Reiseapotheke eingegangen und Hinweise zu Medikamenten auf Reisen gegeben. Es folgt ein Teil über spezielle Situationen wie Jet Lag, Diabetiker und HIV-Patienten auf Reisen und die Höhenkrankheit. Danach wird auf die Infektionsprophylaxe eingegangen. Dabei werden auch die notwendigen und empfohlenen Impfungen für Reisende vorgestellt und erläutert, inwiefern die betreffenden Krankheiten überhaupt ein Risiko für den Reisenden darstellen. Zuletzt werden einige weitere Krankheiten angesprochen, von denen der Kunde vielleicht schon gehört hat, oder von denen in den Medien berichtet wurde. Die Malaria und ihre Medikamentation wurden im vorliegenden Artikel bewusst ausgeklammert. Die genauen

Zusammenfassung
Im vorliegenden Artikel werden verschiedene Aspekte beleuchtet, welche im Zusammenhang mit der Reisemedizin stehen. Zuerst wird der mögliche Inhalt einer Reiseapotheke besprochen und einige praktische Tipps dazu gegeben. Es folgen Hinweise zur Haltbarkeit von Medikamenten, Zollbestimmungen, Einkauf von Medikamenten im Ausland und der Einnahme von Arzneimitteln bei Zeitverschiebungen. Unter besonderen Situationen wird der Jet Lag, Besonderheiten bei Diabetikern und HIV-Patienten und die Höhenkrankheit behandelt. Ein wichtiges Thema ist die Infektionsprophylaxe, wo die verschiedenen Übertragungswege humanpathogener Keime und die dagegen zu treffenden Vorsichtsmassnahmen diskutiert werden. Da die Impfung eine wichtige prophylaktische Massnahme darstellt, werden in einem weiteren Teil Routineimpfungen,

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Adressen der im Text angesprochenen Internetseiten finden sich ganz am Schluss des Textes.

Die Reiseapotheke
Der Inhalt und die Grösse einer Reiseapotheke richten sich nach dem Reiseziel, der Reisedauer, der Reiseart und dem Reisenden selbst. Ein zweiwöchiger Aufenthalt in einem europäischen Ferienresort verlangt nicht so viele Vorkehrungen wie eine halbjährige Individualreise nach Afrika. Es sollte deshalb bei einer Beratung zuerst genau abgeklärt werden, unter welchen Umständen der Reisende unterwegs sein wird, und abgeschätzt werden, welche medizinische Versorgung wohl vor Ort gewährleistet ist. Dazu kommen die persönlichen Bedürfnisse des Reisenden wie zum Beispiel eine bekannte Anfälligkeit für Übelkeit beim Autofahren. Neben den persönlichen Medikamenten empfiehlt sich der unten aufgeführte Inhalt einer Reiseapotheke [3, 4]. Die kursiv aufgeführten Punkte sind in erster Linie für Individualreisende gedacht. In jedem Falle sollte der Inhalt der Apotheke mit dem Reisenden diskutiert und auf seine Bedürfnisse abgestimmt werden! Erste Hilfe Desinfektionsmittel Wundsalbe (1) Sterile Gazekompressen Klebeband, z.B. Micropore® Elastische Binde (2) Schnellverband Schere, Pinzette, Sicherheitsnadeln sterile Injektionsnadeln, Spritzen, Skalpellklinge physiologische Kochsalzlösung (3) (1) Betadine® desinfizierende Wundsalbe ist trotz ihres Namens fettfrei und abwaschbar und kann auf Wunden aufgetragen werden ohne zu okkludieren (2) selbstklebende Binden erlauben eine schnelle und gute Fixierung einer Verletzung auch durch Ungeübte. Sie sind jedoch sehr okkludierend und nicht geeignet, einen Verband um eine versorgte Wunde anzulegen (3) zum Auswaschen grösserer, eventuell infizierter Wunden vor der Versorgung Malariamedikation falls notwendig Schmerzen und Fieber Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac (1) Fieberthermometer NSAR, z.B. Mefenaminsäure zentrales Analgetikum, z.B. Tramadol (1) Paracetamol ist gut verträglich, aber nicht entzündungshemmend (vgl. Erkältungen, Verletzungen)

Magen-Darm-Beschwerden Antidiarrhoika, z.B. Loperamid, Aktivkohle Orale Rehydratationslösung, z.B. Elotrans®, Normolytoral® (1) Breitbandspektrum- Antibiotikum, z.B. Co-trimoxazol Antiemetikum, Antivertiginosum, z.B. Metoclopramid, Domperidon, Cinnarizin (2) Laxativum, z.B. Bisacodyl, Natriumpicosulfat (3) Weitere Gastroenterologika nach Bedürfnis (Prädisposition für Blähungen, Magenkrämpfe, etc.) (1) Die oralen Rehydratationslösungen können auch durch geeignete Nahrungsmittel wie Salzstängeli und Cola bzw Wasser/Tee oder 2 Würfelzucker und eine Prise Salz in einem Glas Wasser ersetzt werden. Es muss auf eine genügende Wasser- und Elektrolytaufnahme geachtet werden! (2) Auch bei Reisekrankheit (3) Bei Verstopfungen gilt viel trinken auch während der Mahlzeit, viel körperliche Aktivität und wenn möglich auf eine faserreiche Nahrung achten Insektenstiche, Ekzeme, Allergie, Sonnenbrand Sonnenschutzmittel Insektenschutz für die Haut Antiallergikum, topisch z.B. Hydrocortisoncreme, und systemisch (1) (1) Bei sehr vielen Insektenstichen oder starkem Sonnenbrand empfiehlt sich eine systemische Anwendung Erkältungen, Schnupfen, Husten Zusätzlich zum (entzündungshemmenden) Analgetikum: Abschwellender Nasenspray Antitussivum Lutschtabletten gegen Halsschmerzen Befeuchtende Nasensalbe (1) Befeuchtende Augentropfen (1) (1) Auch bei langen Flugreisen oder Urlaub in grossen Höhen Weitere Medikamente Antimykotikum gegen Fuss- (Trekker) oder Vaginalpilz (prädisponierte Frauen) Hypnotika, z.B. Diphenhydramin, Baldrian Kreislaufmittel, z.B. Etilefrin Mittel gegen Höhenkrankheit, siehe entsprechender Abschnitt Mittel gegen Parasiten (Läuse, Skabies, etc.)
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Wenn Medikamente auf Reisen gehen
Haltbarkeit Medikamente sollten vor Wärme, Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden [4]. Dabei darf nicht vergessen werden, dass sich zum Beispiel in einem Auto grosse Wärme entwickeln kann. Im Allgemeinen sollten eher Tabletten
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und Dragees als Tropfen oder Suppositorien mitgeführt werden, auch der Zerbrechlichkeit wegen. Ein besonderes Problem sind Medikamente, welche gekühlt aufbewahrt werden müssen. Hier empfiehlt sich eine Kühlbox, in Flugzeugen können solche Medikamente häufig dem Personal zur Aufbewahrung im Kühlschrank abgegeben werden. Bei Insulin ist zu bedenken, dass viele Insulinpräparate gegen Hitze stabiler sind als man denkt, jedoch bei Temperaturen unter 8°C durch eine Umkristallisation massgeblich an Wirksamkeit verlieren [5]. Asthmasprays hingegen sind sehr hitzelabil, da sie bei grosser Wärme unter Druck geraten können [5]. Wichtige Medikamente müssen immer im Handgepäck mitgeführt werden! Einfuhr/Zollbestimmungen Die Einfuhr von Medikamenten für den persönlichen Gebrauch stellt in den meisten Fällen bei Quantitäten für bis zu 3 Monaten Aufenthalt kein Problem dar. Die USA verlangen zum Beispiel für die Einfuhr rezeptpflichtiger Medikamente bis zu 60 Tagen Behandlungsdauer den Transport in der Originalpackung oder ein mitgeführtes ärztliches Rezept [6]. Besonderen Einschränkungen unterliegen vor allem biologisch hergestellte Produkte wie Wachstumshormone, nicht aber Insulin, und international kontrollierte Stoffe wie Betäubungsmittel und psychotrope Stoffe. Hier darf man nicht vergessen, dass Stoffe wie Diazepam zu den psychotropen Stoffen gehören! Als Bedingung für die Einfuhr von international kontrollierten Substanzen genügt häufig eine ärztliche Bescheinigung, beziehungsweise bei psychotropen Stoffen ein gültiges Rezept. Aus der Bescheinigung sollten die täglich einzunehmende Dosis und die Dauer der Reise hervorgehen, da die mitgeführte Gesamtmenge überprüft werden kann. Manche Länder verlangen aber auch eine von ihren Behör-

den ausgestellte Bewilligung, dies speziell bei Betäubungsmitteln. Dazu sollte frühzeitig die jeweilige Behörde kontaktiert werden [7]. Auf der Homepage der Swissmedic findet sich eine Länderliste mit Hinweisen zu den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen und den Adressen der zuständigen Behörden des betreffenden Landes. Informationen zur Einfuhr beziehungweise Erhältlichkeit von Methadon und anderen Substitutionsmitteln in den verschiedenen Ländern finden sich auf der Homepage des INDRO e.V., sehr nützlich sind dort sicher auch die Adressen der jeweilig zuständigen Stellen im betreffenden Land. Medikamente einkaufen Muss im Ausland ein Medikament ersetzt werden, bringt man am besten die Originalpackung mit. Da die Klassierung in rezeptfreie und rezeptpflichtige Arzneimittel je nach Land unterschiedlich ist, ist der Erhalt eines bei uns rezeptfreien Medikamentes nicht unbedingt gewährleistet [5]. In vielen Ländern wird die Rezeptpflicht aber liberaler gehandhabt als bei uns. Im Zweifelsfalle oder bei sehr wichtigen Medikamenten empfiehlt es sich ein Rezept mitzuführen, möglichst inklusive Wirkstoffname und -gehalt. Dieses kann auch je nach Versicherung nach der Rückkehr bei der hiesigen Krankenkasse eingereicht werden. Einnahme bei Zeitverschiebung Geht die Reise in ein Land mit mehr als 3 Stunden Zeitverschiebung zur Schweiz, muss bei der Einnahme einer regelmässigen Medikamentation eine Zeitkorrektur vorgenommen werden. Empfehlungen dazu finden sich im Apotheken-Handbuch in Form einer Tabelle, welche hier wiedergegeben ist (Tabelle 1 und 2).

Tabelle 1: Beispiel von Medikamenteneinnahmen bei einem Flug von Zürich nach Tokio via Bangkok. Zürich Abflug am Mittag, Ankunft in Tokio am nächsten Tag abends Ortzeit. Aus [4].

Medikation Medikamente 1 x täglich

1. Tag

2. Tag 1 Tablette vor Ankunft in Bangkok

3. Tag Morgens 1/2 Tablette, abends 1/2 Tablette, dann wie in Europa wie in Europa

Medikamente 2 x täglich

Normale Abenddosis

1 Tablette nach Ankunft in Bankok, 1 Tablette nach Ankunft in Tokio 1 Tablette nach Ankunft in Bankok, 1/2 Tablette nach Ankunft in Tokio Normale morgendliche Dosis vor Ankunft in Bangkok, Zwischeninjektion 1-2 Stunden nach Ankunft in Tokio 1 Tablette vor Ankunft in Bangkok
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Medikamente 3 x täglich

Normale Abenddosis

wie in Europa

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Insulin-Injektion

normale morgendliche Injektion Morgens 1/2 Tablette, abends 1/2 Tablette, dann wie in Europa

Antikoagulantien

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Tabelle 2: Beispiel von Medikamenteneinnahmen bei einem Flug von Zürich nach New York. Zürich Abflug morgens, Ankunft in New York am selben Tag mittags Ortzeit. Aus [4].

Besondere Situationen

Jet Lag Bei allen Flügen zu Destinationen mit einer Zeitverschiebung ergibt sich für 1 Tablette morgens Medikamente 1 Tablette abends (20:00 Uhr) den Reisenden einen sogenannten Jet 1 x täglich (wie bisher) Lag. Die Umstellung auf den neuen Medikamente 1 Tablette nach Ankunft, 1/2 morgens und Rhythmus braucht etwa 3 - 6 Tage, 2 x täglich Tablette abends (22:00 Uhr) abends (wie bisher) eine vollständige Anpassung ergibt sich nach 2 bis 3 Wochen [4]. 1 Tablette 2 Stunden nach dem morgens, mittag, Medikamente Der Reisende kann zur Vorbeugung Abflug, 1 Tablette nach Ankunft, abends (wie bisher) 3 x täglich eines Jet Lags schon ein paar Tage vor 1/2 Tablette abends (22:00 Uhr) der Abreise beginnen, seinen Rythmus normale morgendan den des Reiseortes anzupassen, Insulin-Injektion Abends eine Zwischeninjektion liche Dosis das heisst die Schlafenszeit vor- oder nachzuverlegen. Auf alle Fälle sollten normale morgendAntikoagulantien 1/2 Tablette abends (20:00 Uhr) die ersten Tage am Feriendomizil eher liche Dosis ruhig angegangen werden, und es Eine Korrektur lohnt sich aber nicht bei sehr kurzen empfiehlt sich, entsprechend der alten Lokalzeit ein wenig Reisen, hier sollte die Zeitrechnung am Wohnort beibe- früher oder später zu Bett zu gehen. Da das Licht aber bei der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus eine entscheihalten werden [4]. dende Rolle spielt, sollte man sich am Zielort möglichst Diabetiker sollten den normalen Zeitplan für Insulin- schnell dem Tageslicht aussetzen [4]. injektionen und Mahlzeiten auch auf Reisen einhalten. Eine Einnahme von Melatonin wird häufig diskutiert. Bei Reisen mit grösseren Zeitverschiebungen müssen dafür Melatonin ist in der Schweiz nicht offiziell erhältlich. Zwischeninjektionen vorgenommen werden (siehe Tabelle 1 Möchte ein Reisender trotzdem Melatonin ausprobieren, und 2). Dafür ist eventuell eine vorübergehende Umstellung sollte am Abflugtag erstmals 5mg eingenommen werden auf mehrmalige Injektionen von Altinsulin notwendig, und und zwar zur Schlafenszeit des Reiseziels. Die Behandlung es sollten vermehrt Blutzuckerkontrollen durchgeführt wer- kann für 3 - 5 Tage weitergeführt werden [4]. den. Spritzt sich der Patient nur Intermediärinsulin, kann er die Dosierung ensprechend der verlorenen bzw gewonnenen Diabetiker Stunden anpassen. Dies ergibt zum Beispiel bei einem Flug Diabetiker, welche mit ihrer Krankheit gut vertraut sind, von Zürich gegen Osten mit 6 Stunden Zeitverschiebung können unbeschränkt reisen. eine Dosisreduktion um 25% (6 von 24 Stunden). Bei Dia- Sie sollten sich vor einer Reise über die Verfügbarkeit betikern, die sich mehr als 20 Einheiten spritzen, kann auch ihres Insulins im Reiseland informieren oder das Insulin die Regel «1 IE/Std Zeitverschiebung» angewendet werden, selbst mitbringen. Der Vorrat an Kohlenhydraten, Insulin, wobei bei einem Westflug mit 6 Stunden Zeiterschiebung Spritzen und Blutzuckerteststreifen sollte auf mehrere eine zusätzliche Zwischeninjektion von 6 Einheiten Normal- Gepäckstücke verteilt werden und unbedingt ein Teil davon im Handgepäck mitgeführt werden. Gewisse Insulinpräpainsulin gemacht werden sollte [4]. rate können Temperaturveränderungen während einer beFür die Einnahme von Ovaluationshemmern gelten folgende schränkten Zeit ohne relevanten Wirkungsverlust ertragen Regelungen [4]: Bei der Einnahme von Kombinations- [4, 5]. Über die Zeitkorrektur bei der Injektion von Insulin präparaten ergibt sich keine Änderung in der Einnahmezeit wurden im obenstehenden Kapitel Informationen gegegegenüber dem Wohnort. Da eine Kombinationspille einen ben. Wichtig ist in jedem Falle, vermehrt Blutzuckerkonsicheren Schutz bietet, wenn der Zeitraum zwischen zwei trollen durchzuführen. Zusätzlich zum Insulin empfehlen Pilleneinnahmen nicht mehr als 36 Stunden beträgt, kann sich Mittel gegen Durchfall und Erbrechen (Vorbeugung sie am Ferienort zur gewohnten Zeit eingenommen werden, einer Ketoazidose), sowie Desinfektionsmittel und ein Breitbandspektrum-Antibiotikum [4]. da es keine Zeitverschiebung von mehr als 12 Stunde gibt. Bei der Minipille hingegegen gilt ein maximaler Zeitabstand Diabetiker sollten einen möglichst mehrsprachigen Diavon 27 Stunden. Ergibt sich also eine Zeitverschiebung von betikerausweis mit sich führen, und mindestens ein Reisemehr als 3 Stunden, muss 12 Stunden nach der letzten Pillen- begleiter muss über die Krankheit informiert sein und bei einahme eine Zwischenpille eingenommen werden. Die einer eventuellen Hypoglykämie helfen können [4]. nächste Einnahme erfolgt dann zur gewohnten (Orts-)Zeit. HIV-Patienten Ein besonderer Fall stellt das Reisen bei HIV-Patienten dar. Nebst der Einfuhr von antiretroviralen Medikamenten ist vor allem das Infektionsrisiko ein grosses Problem. Eine Infektion mit einem pathogenen Keim, welcher normalerweise nur leichte Symptome auslöst, kann für einen Medikation 1. Tag 2. Tag
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HIV-Patienten fatal sein. Eine prophylaktische Therapie mit Antibiotika ist nicht empfohlen, wohl aber das Mittragen eines Antibiotikums für den Notfall. Zudem sollten Überlegungen bezüglich der medizinischen Versorgung vor Ort getätigt werden. Bei HIV-positiven Personen ist jede Impfung abzuwägen [8]. Inaktivierte Impfstoffe sind gut verträglich, von attenuierten Impfstoffen ist abzuraten. Besonders empfohlen sind Impfungen gegen Pneumokokken und Influenza, während eine Gelbfieberimpfung (relativ) kontraindiziert ist. Es gibt die Möglichkeit, sich vom Arzt ein Impfbefreiungszeugnis ausstellen zu lassen, welches die Einreise trotzdem ermöglichen sollte. Generell sollten alle Impfungen durchgeführt werden solange der CD4 Status noch unter 400 liegt, da sonst die Immunantwort vermindert sein kann [8]. HIV-Tests werden von gewissen Ländern verlangt, wenn eine längere Aufenthaltsbewilligung (ab 1 Monat für z.B. Bulgarien, Länder in Zentralasien) oder eine Arbeitsbewilligung beantragt wird. Eine inoffizielle Liste dazu findet sich auf den Seiten des U.S. Department of State. Eine genauere Nachfrage kann aber notwendig sein, da die Definitionen nicht immer eindeutig sind. Höhenkrankheit Unter dem Begriff Höhenkrankheit werden all jene Symptome zusammengefasst, welche Reisende nach einem schnellen Aufstieg in grosse Höhen erfahren können. Darunter unterscheidet man die cerebralen Syndrome der akuten Höhenkrankheit (AMS, acute mountain sickness) und des Höhenhirnoedems (HACE; high-altitude cerebral oedema) und die pulmonale Krankheit Höhenlungenoedem (HAPE, highaltitude pulmonary oedema). Während die ohne sofortige Behandlung tödlich verlaufenden Oedeme HACE und HAPE selten vorkommen (Inzidenz 0.1- 4%), erfahren viele Reisende eine akute Höhenkrankheit. Bereits auf Höhen von 2000 - 3000m entwickeln etwa ein Viertel der Reisenden Symptome, und rund 84% der Personen, welche direkt auf eine Höhe von 3860m fliegen (zum Vergleich: La Paz, Bolivien, liegt auf 3650m), sind von einer AMS betroffen [9]. AMS: Das Leitsymptom der AMS ist der Kopfschmerz, welcher von Appetitlosigkeit, Atemnot, Benommenheit, Schwindel, Übelkeit und Schlafstörungen begleitet werden kann [9, 10]. Vor allem die Schlafstörungen können für Betroffene zum Problem werden. Die Symptome entwickeln sich normalerweise 2 - 12 Stunden nach der Ankunft [9, 10] und verschwinden nach einer Akklimatisation von 2 - 3 Tagen [10]. HACE: Das Höhenhirnoedem (HACE) wird allgemein als das Endstadium einer AMS angesehen und wird normalerweise auch von dessen Symptomen begleitet [9]. Zusätzlich treten Koordinationsstörungen und ein verändertes Bewusstsein hin bis zu Halluzinationen auf [9, 10]. HAPE: Ein Höhenlungenoedem (HAPE) kann, muss aber nicht einer AMS folgen [9]. Die ersten Symptome sind ein erschwertes Atmen und eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Es folgt ein trockener Husten, welcher mit fortschreitender Krankheit produktiv mit Blut im Sputum wird.
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Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung einer Höhenkrankheit sind die Geschwindigkeit des Aufstiegs, die erreichte Höhe und die individuelle Anfälligkeit. Die beste Prävention für eine Höhenkrankheit ist deshalb der langsame Aufstieg mit Ruhetagen zur Akklimatisation. Bezüglich der erreichten Höhe spielt vor allem die Schlafhöhe, weniger die am Tag überwundenen Höhenmeter eine Rolle (climb high, sleep low). Eine Faustregel besagt, dass in Höhen über 3000m jede Schlafhöhe nicht mehr als 300m höher sein sollte als die vorhergehende, und dass alle 2 - 3 Tage oder alle 1000m ein Ruhetag eingelegt werden sollte. In einigen Situationen kann eine pharmakologische Prophylaxe in Betracht gezogen werden. Acetazolamid, 2-mal täglich 250mg, 1 Tag vor dem Aufsteig beginnend, ist das Medikament der Wahl, wenn auch die ideale Dosis umstritten ist. Dexamethason ist ebenfalls gebräuchlich (8mg täglich in verschiedenen Dosen), gilt aber als weniger effektiv [9]. Treten Symptome einer Höhenkrankheit auf, sollte auf einen weiteren Aufstieg verzichtet werden bis die Beschwerden verschwunden sind. Bei einer milden AMS, wie sie häufig bei Reisenden zu beobachten ist, ist ein Ruhetag meist genügend, zusätzlich können Analgetika und Antiemetika zur Linderung der Symptome eingenommen werden. Selten ergibt sich keine Besserung oder sogar eine Verschlimmerung der Beschwerden. Dann sollte auf tiefere Höhen abgestiegen werden, bei Verdacht auf ein HACE oder HAPE muss dies augenblicklich und möglichst mit Unterstützung durch Sauerstoff erfolgen. Zusätzlich ist eine Pharmakotherapie möglich. Eine Einnahme von 250mg Acetazolamid zwei bis dreimal täglich oder 4mg Dexamethason alle 6 Stunden kann helfen, die Symptome einer AMS zu lindern [9]. Bei einem HACE kann Dexamethason, initial 8mg gefolgt von 4mg alle 6 Stunden verabreicht werden [10]. Bei einem HAPE ist eine Gabe von 10mg Nifedipin, gefolgt von 20 - 30mg retardiertem Nifedipin als Zusatzbehandlung sinnvoll [9].

Infektionsprophylaxe
Übertragungsarten Kenntnisse über die verschiedenen Wege, auf denen sich humanpathogene Erreger übertragen können, erlauben, geeignete Vorsichtsmassnahmen zu treffen und damit das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. In Tabelle 3 sind die wichtigsten Übertragungswege aufgeführt, zusammen mit den empfohlenen Vorsichtsmassnahmen und Beispielen von Erregern, die so übertragen werden [11]. Hygienische Vorsichtsmassnahmen Viele wichtige Infektionskrankheiten werden durch kontaminierte Hände, Lebensmittel und Wasser übertragen. Das grösste Problem für Reisende ist dabei der «Reisedurchfall», welcher durch die verschiedensten Erreger verursacht wird [12]. Die Reisediarrhöe ist die meist verbreitenste Krankheit auf Reisen und kann bis zu 80% der Reisenden befallen. Die Sicherheit von Lebensmitteln, Wasser und Trinkwasser ist vor allem vom Hygienestandard abhängig.

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Tabelle 3: Verschiedene Übertragungswege humanpathogener Erreger, empfohlene Vorsichtsmassnahmen und Beispiele von Erregern, welche sich auf diesen Wegen übertragen lassen. Modifizert nach [11].

Fäko-oral: Mensch, Lebensmittel und Wasser Vektoren: Insekten, Zecken Zoonosen: Tierbisse, Kontakt mit Tierblut oder Fäkalien, Konsum von tierischen Produkten (Fleisch, Milch) Sexuell übertragene Krankheiten Blut: Kontakt mit infiziertem Blut oder Körperflüssigkeit (Spritzen/Nadeln, Bluttransfusion, Akupunktur,Tatoos, etc.) Luft: Von Mensch zu Mensch via Tröpfchen Boden: Sporen (dringen in Hautverletzungen ein), Parasiten (Konsum von infiziertem Gemüse)

Hygienische Vorsichtsmassnahmen (siehe unten) Kontakt und Biss vermeiden, Insektenschutz anwenden Kontakt meiden, keine unpasteurisierte Milchprodukte konsumieren Kein ungeschützter Geschlechtsverkehr Kontakt vermeiden

Hepatitis A, Typhus, Cholera Malaria, Gelbfieber, Denguefieber, Zecken-Encephalitis Tollwut, Brucellose, Leptospirose, virale hämmorhagische Fieber Hepatitis B, HIV/AIDS, Syphilis

Hepatitis B, HIV/AIDS, Malaria Influenza, Meningokokken, Tuberkulose Anthrax, Tetanus, intestinale Parasiten wie Ascariasis, Trichurasis

Kontakt vermeiden Kontakt vermeiden, Schuhe tragen, Gemüse schälen

Eine andere Quelle der Ansteckung ist das Baden in kontaminiertem Wasser, bei dem wenig des Wassers verschluckt wird [12]. Eine Erkrankung lässt sich aber durch geeignete Vorkehrungen weitgehend vermeiden. Regelmässiges Händewaschen, speziell vor dem Essen, erhöht die Sicherheit [12] und ist gerade in den Ländern, in denen mit den Händen gegessen wird, häufig auch ein kulturelles Muss. Bei Lebensmittel gilt die einfache Regel: «cook it, peel it or forget it». Das heisst, dass nur gewaschene, geschälte oder frisch gekochte Speisen zu sich genommen werden sollten. Besondere Vorsicht ist hier bei Salat und Speiseeis geboten, auf welches im Zweifelsfalle verzichtet werden sollte. Auch muss bedacht werden, dass Speisen, welche auf Märkten angeboten werden, häufig nicht unserem Hygienestandard entsprechen [12]. Sehr grosse Vorsicht ist beim Trinkwasser geboten. Der Reisende sollte sich immer bewusst sein, dass man eine Kontamination des Wassers nicht sieht, das heisst Trübungen sind kein sicheres Zeichen für Verunreinigungen während klares Wasser nicht sauber sein muss. Wird Wasser gekauft, sollte gemäss eigener Erfahrung des Autors kontrolliert werden, ob der Verschluss der Flasche wirklich versiegelt ist und nicht eine leere Flasche aufgefüllt wurde. In vielen Ländern ist es üblich, im Restaurant oder bei Einladungen einen Krug mit Wasser gereicht zu bekommen. Auch auf die Gefahr hin, unhöflich zu wirken, sollte auf dieses Wasser eher verzichtet werden. Auf Eiswürfel in Getränken muss immer verzichtet werden! In Ländern mit einem niedrigen Hygienestandard sollte auch überlegt werden, welches Wasser zum Zähneputzen verwendet wird. Auch nicht vergessen werden darf, das ein Waschen von Früchten

mit unsauberen Wasser keine Verbesserung der Hygiene bringt. Wege zur Aufbereitung von potentiell kontaminiertem Wasser finden sich am Schluss dieses Kapitels. Vektoren Vektoren spielen eine wichtige Rolle in der Übertragung von Infektionen. Viele Vektoren sind blutsaugende Insekten, die den Erreger während eines Blutmahls erhalten und später auf einen anderen Wirt übertragen. Als Massnahme gegen durch Vektoren übertragene Krankheiten ist vor allem ein guter Insektenschutz zu empfehlen, der mehrmals täglich und möglichst überall aufgetragen wird. Eine kleine, unbehandelte Hautstelle kann bereits angegriffen werden und nicht zu vergessen sind auch die Füsse! Kleider tragen ebenfalls zum Schutze bei, diese können zur Erhöhung der Sicherheit zusätzlich mit Insektenspray behandelt werden [12]. Zoonosen Die meisten Tiere vermeiden den Kontakt mit Menschen und sind nicht aggressiv. Tiere, welche mit Tollwut infiziert sind, werden hingegen häufig aggressiv und können ohne vorhergehende Reizung attackieren. Dies gilt vor allem auch für infizierte Hunde [12]. Ergibt sich ein Biss von einem potentiell mit Tollwut infiziertem Tier, ist die Elimination des Virus an der Infektionsstelle das effektivste Mittel zur Verhinderung einer Infektion. Deshalb sollte die Wunde sofort intensiv, am Besten mit Seife, gewaschen und nachher gut desinfiziert werden [13]. Danach muss so schnell als möglich ein Arzt aufgesucht werden. Als Behandlung werden mehrere Dosen der Impfung über einen Zeitraum von 3 Wochen und ein Immunoglobulin verabreicht. Ist der Patient gegen Tollwut geimpft, ist die Gabe
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eines Immunoglobulins überflüssig und es sind weniger Dosen des Impfstoffes nötig [13]. Keine Gefahr ergibt sich beim Berühren eines infizierten Tieres, auch wenn dieses die gesunde Haut abschleckt [13]. Blut und andere Körperflüssigkeiten Der Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten kann zu einer Infektion führen, wobei vor allem Hepatitis B und C und HIV eine grosse Rolle spielen. Der Kontakt mit potentiell infiziertem Blut und anderen Körperflüssigkeiten stellt deshalb einen medizinischen Notfall dar. Blutet die Wunde, sollte das unbedingt gewährt werden. Die Wunde muss zugleich für ca. 5 Minuten desinfiziert werden. Sind die Augen oder Schleimhäute betroffen, sollten die betreffenden Regionen sofort für 10 Minuten mit physiologischer Kochsalzlösung ausgewaschen werden. Danach muss ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann eventuell eine prophylaktische Therapie mit retroviralen Medikamenten durchführen. Zusätzlich kann auf Hepatitis B und C getestet werden. Geschützter Geschlechtsverkehr in den nächsten 6 Monaten ist ein Muss für die Sicherheit des Partners [13]. Boden Vor allem Sporen und Würmer können über den Boden übertragen werden, wenn dieser mit humanen Exkrementen belastet ist. Eine Infektion kann auch durch Gemüse erfolgen, das auf solchem Boden wächst oder mit humanen Exkrementen gedüngt wurde. Meistens treten die Symptome erst nach der Rückkehr aus den Ferien auf, was die Diagnose erschwert. Beispiele von Parasiten, die über den Boden und so kontaminierte Lebensmittel übertragen werden, sind die Rundwürmer Ascaris und Trichuris und Hakenwürmer, deren Larven aktiv in die Haut penetrieren [12].

Abbildung 1: Verschiedene Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung (Abbildungen nicht massstabsgetreu). A; Chemische Wasseraufbereitung mit Chlor/ Silberionen in Form von Tabletten, Pulver oder Flüssigkeiten. B; Der Mioxâ Purifier von MSR, Produktion von Chlor-Sauerstoff-Verbindungen. C; Mini Works von MSR, Handpumpe mit einem Keramik- und Kohlefilter. D; Katadyn Camp, aufhängbarer Wassersack mit integriertem Keramikfilter. E; Katadyn Combi, Handpumpe mit einem Keramik- und Kohlefilter. F; Katadyn Bottle; Trinkflasche mit im Strohhlam integriertem Filter, Kohle und Jodkartusche.

Tabelle 4: In der Schweiz erhältliche Produkte zur chemischen Wasseraufbereitung. Sämtliche reine Chlorprodukte sind mittlerweile ausser Handel, bei Kunden aber eventuell von früheren Reisen her noch bekannt. Die anderen Produkte sind über den Lieferanten bestellbar.

Wasseraufbereitung Während bei Pauschalreisen in ein Ferienresort eine gute Wasserversorgung meistens gewährleistet ist, sind vor allem Individualreisende vor das Problem gestellt, Wasser für ihren Gebrauch aufzubereiten. Dies gilt nicht nur für Reisen in Länder mit sehr tiefem Hygienestandard, sondern für alles Wasser, dessen Ursprung nicht eindeutig ist (Flussund Seewasser). Neben dem Abkochen des Wassers können chemische oder physikalische Mittel verwendet werden, um Trinkwasser zu erhalten. Heute stehen verschiedene Wasseraufbereitungssysteme zur Verfügung, welche sich in Wirksamkeit, Preis, Volumen/Gewicht, Lebensdauer und Anwendungskomfort unterscheiden (siehe Abbildung 1). Abkochen Das Abkochen von Wasser ist umständlich und braucht ein gewisses Equipment (nicht zu vergessen ist der Brennstoffverbrauch). Das Wasser wird nicht von Schmutz und Schwebeteilchen befreit, aber praktisch alle Mikroorganismen sterben ab. Die Effizienz des Abkochens ist von der Höhe abhängig - während auf Meereshöhe 10 Minuten genügen, muss man auf 4000 Metern das Wasser bereits mindestens 20 Minuten kochen, da der Siedepunkt herabgesetzt ist. Chemische Aufbereitung Zur chemischen Wasseraufbereitung kommen heute Chlor, Silberionen und das MIOX®-System («mixed oxidants») zum Einsatz. Diese Stoffe wirken in erster Linie bakterizid, eine Wirkung gegen Viren, Protozoen und Chemikalien wird nur bedingt erreicht. Zudem ist die chemische Aufbereitung nur

Inhaltstoff Chlor

Produkt Drinkwell Chlor Cetrisil

Einwirkzeit

Preis Ausser Handel Ausser Handel

Silber Chlor/Silber Anti-Chlor (Na-Thiosulfat)

Micropur Classic Micropur forte Micropur Antichlor Drinkwell Antichlor

120 min. 30 - 120 min. 3 min.

20.– (20l Wasser) 19.80 (100l Wasser) 9.80 (100l Wasser) 9.– (100l Wasser)
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bei klarem Wasser einsetzbar, da Schwebestoffe einen Teil des Agens binden können und somit die Wirksamkeit stark vermindert wird [14]. Die meisten in Tabelle 4 aufgeführten Produkte sind als Tabletten, Pulver oder Flüssigkeiten erhältlich, die dem Wasser beigefügt werden. Chlor Die desinfizierende Wirkung von freiem Chlor beruht auf einer Proteindenaturierung durch Halogenierung [15, 16] und der Entstehung von unterchloriger Säure (HOCl), die in HCl und ½ O2 zerfällt und damit als starkes Oxidans wirkt [16]. Chlor hat ein sehr breites Wirkungsspektrum [15], nur die Protozoen Giardia lamblia und Cryptosporidium parvum gelten als resistent [14]. Die Zuverlässigkeit der Desinfektion kann anhand des Geruches beurteilt werden, da ein Restgehalt an freiem Chlor zurückbleiben muss. Dieser Chlorgeschmack ist gewöhnungsbedürftig, weshalb es heute Natriumthiosulfat-Produkte gibt, die mit dem überschüssigen Chlor reagieren und somit den Geruch neutralisieren. Silberionen Silberionen bewirken eine Inaktivierung (!) von Mikroorganismen durch eine reversible Bindung der positiv geladenen Silberionen an die negativ geladene Zellwand [17]. Silberionen wirken also nur bakteriostatisch [18]. Zudem bieten sie in den zur Wasseraufbereitung eingesetzten Konzentrationen keinen zuverlässigen Schutz vor Viren, Protozoen und Sporen, und es wurde beobachtet, dass Bakterien eine Silberresistenz erwerben können [18]. Deshalb dienen Silberionen alleine in erster Linie der Haltbarmachung von vorher entkeimtem Wasser bis zu 6 Monaten. Kombination Chlor/Silberionen Eine Kombination von Chlor und Silberionen vereinigt den desinfizierenden Effekt des Chlors auf viele Mikroorganismen mit dem konservierenden Effekt der Silberionen. Solche Präparate sind wegen des Chloranteils nur beschränkt lagerfähig und das behandelte Wasser trägt ebenfalls einen Chlorgeschmack.

Mixed oxidants Ein relativ neues System ist der MIOX® Purifier von MSR. Er beruht auf der Produktion von verschiedenen ChlorSauerstoff-Verbindungen (»mixed oxidants») durch die Elektrolyse einer Natriumchloridlösung. Gerade diese Vielzahl an Chlorprodukten scheint dafür verantwortlich zu sein, dass mit diesem System auch Protozoen wie Gardia und Crytosporodium abgetötet werden. Es entsteht ebenfalls freies Chlor, dessen Menge aber so gering ist, dass der Autor fast keine Geschmacksbeeinträchtigung feststellen konnte. Das System beinhaltet Teststreifen, mit denen der freie Chloranteil gemessen und so die Dosis beziehungsweise die Effektivität überprüft werden kann. Das sehr kleine und kompakte Gerät (Stick alleine 99g, ganzes Kit 227g, Preis 219.– SFr.) benötigt zur Funktion zusätzlich zwei Kamerabatterien und gewöhnliches Salz, wobei die Batterien für die Aufbereitung von 200 Litern genügen. Mechanische Aufbereitung, Filter Die mechanische Aufbereitung durch Pumpen von Wasser durch verschiedene Filter ist die sicherste und wirtschaftlichste Art, grössere Mengen von auch trübem Wasser aufzubereiten. Es findet nicht nur eine Entkeimung auch von chemisch resistenten Mikroorganismen wie Giardia statt, sondern auch eine Filtration der Schwebestoffe. Das Wasser wird manuell durch einen mikroporösen Keramikfilter gepumpt, welcher die Mikroorganismen zurückhält. Eine Einlagerung von Silber in manche Filter bewirkt einen zusätzlichen bakteriostatischen Effekt. Es konnte gezeigt werden, dass bei der Aufbereitung von trübem Wasser Keramikfilter eine viel bessere desinfizierende Wirkung gegenüber Bakterien aufweisen als sämtliche getestete chemische Stoffe [14]. Zudem sind diese Keramikfilter extrem langlebig, robust und leistungsfähig. Zusätzlich zum Keramikfilter ist häufig ein AktivkohleFilter eingebaut, der Stoffe wie Chlor und Jod bindet, Protozoen filtern kann und den Geschmack verbessert. Er ist aber nur ein zusätzlicher Schutz zum Keramikfilter, da gezeigt wurde, dass ein Aktivkohle-Filter allein zusammen mit einer 2µm Membran nur sehr limitiert Bakterien entfernen kann [14].

Tabelle 5: In der Schweiz erhältliche mechanische Wasserfilter, ihre Zusammensetzung, Pumpleistung und Gewicht. Die Preisangaben sind unverbindlich. Katadyn-Produkte können über den Lieferanten bestellt werden, MSR Produkte gibt es im Outdoor - Fachhandel.

Produkt MSR Mini Works Water Works Katadyn Pocket Mini Combi

Zusammensetzung Keramik/Kohle Keramik/Kohle 0.2µm Membran Keramik Keramik Keramik/Kohle

Pumpleistung 0.75l/min. 1l/min.

Gewicht 455g 620g

Preis 169.– 289.–
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1l/min. 0.5l/min. 1l/min.
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550g 220g 610g

389.– 159.– 269.–

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Vor allem für Reisende, die immer wieder vor das Problem der Wasseraufbereitung gestellt sind, ist der Kauf eines solchen Systems absolut empfehlenswert. Sie sind einfach bedienbar, überall und immer einsetzbar und sehr pflegeleicht im Unterhalt. Für die meisten in Tabelle 5 aufgeführten Systeme sind Ersatzfilter im Handel. Zusätzlich gibt es von Katadyn folgende weitere Produkte: Katadyn-Camp: Ein Wassersack mit einem Keramik-Siphon-Element wird aufgehängt und der Schlauch in ein tieferliegendes Gefäss gestellt. Dabei werden 5 Liter Wasser pro Stunde filtriert. Katadyn Bottle: Ein Flasche mit integriertem Strohhalm, welcher aus einem 1µm-Filter, einer Jodkartusche und einem Aktivkohlefilter zusammengesetzt ist. Durch das Zusammendrücken der Flasche wird das Wasser durch die Filter direkt in den Mund gepresst. Ein sehr ähnliches System hat in einem Test zwar klares Wasser weitgehend bakterienfrei gemacht, versagte aber bei trübem Wasser [14]. Es ist also Vorsicht geboten. Katadyn Hiker: Ein kleines System aus Glasfasern und einem Aktivkohlegranulat. Wie schon oben erwähnt, hat ein Test gezeigt, dass eine 2µm Membran zusammen mit Aktivkohle nur sehr dürftig Bakterien entfernen kann, dies selbst aus klarem Wasser [14].

den Internetseiten des BAG eingesehen werden. Nach einer erfolgten Grundimmunisierung empfehlen sich für einige Impfungen Auffrischungen alle 10 Jahre. Diphterie/Tetanus/Pertussis, DTP Die Diphterie wird durch das Toxin des Bakterium Corynebacterium diphteriae hervorgerufen. Es verursacht bei einer lokalen Infektion, meist im Rachen, eine Entzündung und einen festhaftenden Belag, welcher wachsen und zu Atembehinderungen führen kann. Eine systemische Intoxikation führt zu einer Organdegeneration und zu Lähmungen [16]. Die Diphterie wird ausschliesslich von Mensch zu Mensch meist durch Tröpfcheninfektion übertragen [16]. Die Diphterie kommt weltweit vor, ist aber in den industrialisierten Ländern durch die Routineimpfungen praktisch ausgerottet worden [13]. Der Tetanus (Wundstarrkrampf ) wird durch ein starkes Neurotoxin des Erregers Clostridium tetani verursacht. Die Sporen des weltweit vorkommenden Erregers [13] dringt über Verletzungen ins Gewebe ein, wo er sich in einer anaeroben Umgebung vermehrt und das Toxin Tetanospasmin produziert. Dieses blockiert die normale Hemmung motorischer Endneurone, was zu einem erhöhten Muskeltonus und zu Krämpfen führt [16], welche generalisiert tödlich enden können [13]. Der hochansteckende Keuchhusten (Pertussis) wird durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht [13], welches sich spezifisch an Epithelzellen der Bronchien anheftet. Es folgen die typischen krampfartigen Hustenanfälle, welche sich über mehrere Wochen hinziehen können [13, 16]. Vor allem im Säuglingsalter treten viele Komplikationen auf, die zum Tode führen können [13]. Die Krankheit wird von Mensch zu Mensch via Tröpfcheninfektion übertragen [16]. 90% der weltweit etwa 20 Millionen Keuchhustenfälle stammen aus Entwicklungsländern [13]. Die DTP Impfung sollte nach 10 Jahren aufgefrischt werden [4, 8]. Bei einer tetanusgefährdeten Verletzung ist eine Auffrischimpfung angezeigt, wenn seit der letzten Impfung mehr als 5 Jahre vergangen sind [4]. Hepatitis B (HBV) Die Hepatitis B wird durch den Hepatitis B Virus (HBV) ausgelöst. Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch oder verursachen nur leichte Symptome, welche häufig unerkannt bleiben. Bei einer klinischen Hepatitis erfolgen schrittweise Appetitlosigkeit, Unterleibsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Gelenksschmerzen und ein Ausschlag, bis hin zur Entwicklung einer Gelbsucht. Eine chronische HBV Infektion kann zu einer Leberzirrhose oder Leberkrebs führen [13]. Die Infektion erfolgt durch den Kontakt mit infiziertem Blut und Körperflüssigkeiten. Die Krankheit kommt weltweit vor, ist aber in industrialisierten Ländern eher selten [13]. Eine Impfung gegen Hepatitis B wird seit 1999 allen Erwachsenen empfohlen, am Besten in Kombination mit

Impfungen
Ein effektiver Schutz gegen viele Krankheiten bietet das Impfen. Es ist wichtig den Kunden darauf aufmerksam zu machen, dass er mit den Impfungen 4 - 6 Wochen vor Abreise beginnen sollte [4, 8]. Dies, weil einige Impfungen für einen vollständigen, langanhaltenden Schutz wiederholt werden müssen (z.B. Hepatitis), die meisten Impfstoffe keinen sofortigen Wirkungseintritt zeigen und bei eventuellen Nebenwirkungen Zeit bleibt, diese auszuheilen (z.B. Gelbfieber). Ebenfalls dürfen sich zum Beispiel eine Typhus-Impfung und eine Einnahme von Medikamenten zur Malariaprophylaxe nicht überschneiden, da sonst eine abgeschwächte Immunisierung resultieren kann [19]. Bei Last – Minute - Reisen fehlt diese Zeit, trotzdem sollten die notwendigen Impfungen durchgeführt werden [4, 8]. Bis auf einige wenige können alle Impfungen gleichzeitig getätigt werden [4, 8]. Im nächsten Teil werden die vom BAG und/oder der WHO empfohlenen Impfungen für Reisende [8, 13] und die zugehörigen Krankheitsbilder aufgelistet. Die Informationen sind geordnet nach Routineimpfungen, je nach Reisesituation empfohlene Impfungen und obligatorische Impfungen.
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Routineimpfungen Die sogenannten Routineimpfungen werden in der Schweiz gemäss dem Impfplan diverser schweizerischer Gesundheitsorganisationen im Kindesalter beziehungsweise bei Hepatitis B im Jugendlichenalter durchgeführt. Der genaue Impfplan kann im Apotheken-Handbuch und auf
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ursacht in Entwicklungsländern jährlich 2 - 3 Millionen Krankheitsfälle mit Hunderttausenden von Todesfällen. In Ländern mit Routineimpfungen wurde sie praktisch ausgerottet [13]. Die Impfung findet im Kindesalter statt. Masern (MMR) Auslöser der Masern ist ein Morbillivirus [16]. Es verursacht Fieber, einen roten Hautauschlag und eine laufende Nase [13]. Früher als klassische Kinderkrankheit angesehen, werden die Masern heute durch Impfungen bekämpft. Grund dafür sind die häufigen Komplikationen, welche zum Teil einen tödlichen Ausgang haben können. Heute sterben in Entwicklungsländern immer noch rund 875’000 Patienten jährlich an Masern [13]. Die Masern kommen weltweit vor. Sie sind zwar in industriellen Ländern so gut wie ausgerottet, führen aber in Gebieten ohne Impfschutz durch das hohe Ansteckungsrisiko alle 2 - 3 Jahre zu Epidemien [13]. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion [13], eine Impfung wird in der Schweiz normalerweise im Kindesalter vorgenommen [8]. Mögliche Impfungen bei Reisenden Diese Impfungen sollten je nach Reiseland und vor allem Reiseart durchgeführt werden. Geeignete Vorsichtsmassnahmen mindern das Risiko einer Ansteckung bereits enorm, in manchen Fällen ist eine Impfung aber angebracht. Die empfohlenen Impfungen sind nach der Übertragungsart der Erreger geordnet aufgelistet. Fäko-orale Übertragung: Hepatitis A (HAV) Eine Infektion mit dem Hepatitis A Virus (HAV) äussert sich in einer akuten, viralen Hepatitis mit plötzlichen Fieber, Unwohlsein, Übelkeit und Unterleibsbeschwerden, welche sich ein paar Tage später zu einer Gelbsucht weiterentwickelt. Es folgt eine Krankheitsphase von mehreren Wochen und eine monatelange Erholungsphase [13]. Hepatitis A ist weltweit verbreitet [13], am meisten jedoch in Entwicklungsländern, und ist die häufigste, durch Impfung verhinderbare Infektionskrankheit bei Reisenden (bagimpf ). Die Impfung wird allen Reisenden empfohlen, welche in ein Endemiegebiet (ganze Welt ausser Nordamerika, Europa, Australien) gehen [8]. Häufig wird eine kombinierte HAV/ HBV- Impfung durchgeführt. Eine vollständige Impfungsserie verleiht einen 10-jährigen Schutz [8]. Typhus Der Typhus wird durch das Bakterium Salmonella typhi hervorgerufen [13] und kommt in variierender Schwere vor. Bei schweren Fällen zeigt sich Fieber, Kopfschmerz, Unwohlsein, Appetit- und Schlaflosigkeit. In 50% der erkrankten weisshäutigen Menschen erscheinen pinkfarbene Flecken, die unter Druck verschwinden. Ohne Behandlung führt der Typhus innerhalb von 3 Wochen zu teilweise tödlichen Komplikationen [13]. Die Krankheit kommt weltweit vor mit einer Häufung in Entwicklungsländern [13]. Ein besonders hohes Risiko besteht in Westafrika, Peru und Südasien [8, 13]. Im Allgemeinen besteht ein kleines Anste18

Abbildung 2: Verbreitung der Kinderlähmung im Jahre 2004. Das Ziel der WHO ist es, bis Ende 2005 die Kinderlähmung weltweit ausgerottet zu haben. Bis auf wenige Gebiete in Afrika und Asien ist dies bereits gelungen. Aus [11].

einer Hepatitis A Impfung. Nach einer erfolgreichen Grundimmunisierung besteht vermutlich ein lebenslanger Schutz [8]. Poliomyelitis Die Kinderlähmung ist eine Krankheit, die durch die Polioviren hervorgerufen wird und vor allem Kinder unter 5 Jahren betrifft [13]. Das Virus befällt zuerst den Darm und erreicht dann über die Blutbahn das Zentralnervensystem. Nach einer grippeähnlichen Erkrankung kommt es zu Lähmungserscheinungen in den Beinen oder zu Atemstörungen [16]. Die Lähmung ist irreversibel, es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten [13]. Die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung ist fast erreicht, mit nur noch sehr wenigen endemischen Gebieten in Asien und Afrika (siehe Abb. 2) [13]. Es erfolgt nach einer Grundimmunisierung alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung [8]. Haemophilus influenzae Typ B (Hib) Das Bakterium Haemophilus influenza Typ B (Hib) ist der Verursacher von Hirnhautentzündungen und Entzündungen des Kehlkopfs, welche zu den häufigsten schweren Infektionskrankheiten bei Säuglingen und Kleinkindern gehören [13, 20]. Es können aber auch viele weitere entzündliche Krankheiten hervorgerufen werden. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Infizierten, meist Kinder. Haemophilus kommt weltweit vor und ver-

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endemischen Gebieten sehr klein [13]. Die Impfempfehlung beschränkt sich deshalb auch auf Personen in Hochrisikosituationen wie z.B. Entwicklungshelfer in einem Flüchtlingslager [8]. Übertragung durch Vektoren Japanische Enzephalitis Erreger der japanischen Enzephalitis ist ein gleichnahmiges Virus, welches zur Familie der Flaviviren gehört, deren Mitglieder auch für die Zeckenenzephalitis (FSME) und viele hämorrhagische Fieber verantwortlich sind [16]. Das japanische Enzephalitis-Virus wird durch Culex-Mücken übertragen [8, 13]. Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos, milde Infektionen äussern sich durch fiebrige Kopfschmerzen oder einer aseptischen Meningitis. Schwere Infektionen haben einen schnellen Verlauf mit einer Letalität von 50%, Überlebende weisen häufig chronische neurologische Folgekrankheiten auf [13]. Die Infektion ist in ländlichen Gebieten Asiens endemisch, und zwar vor allem im Dreieck Indien, China, und Papua Neuguinea (siehe Abb. 3). Das Infektionsrisiko ist im Allgemeinen gering, eine Impfung wird nur Langzeitaufenthaltern in endemischen Gebieten empfohlen [8]. Hirnhautentzündung, Zecken-Enzephalitis (FSME) Die Frühsommermeningoencephalitis (FSME), ebenfalls durch ein Flavivirus verursacht, wird durch Bisse infizierter Zecken übertragen [8, 13]. Eine Infektion führt zu einer grippeähnlichen Erkrankung, in der 10% der Infizierten eine zweite Phase mit Fieber und der Entwicklung einer Enzephalitis erfahren. Es treten Lähmungen und chronische Folgeerkrankungen bis hin zum Tode auf [13]. Herde der FSME kommen in Nord- und Mitteleuropa vor, grossflächig verbreitet ist sie im Baltikum und in Osteuropa. Eine Impfung (3 Injektionen) verleiht einen Schutz von ca. 97% und muss nach 3 Jahren aufgefrischt werden. Die Impfung ist indiziert bei Wanderreisen und Naturfreunden, die sich häufig im Unterholz in obengenannten Gebieten aufhalten [8]. Gelbfieber siehe unter obligatorische Impfungen Zoonosen Tollwut (Rabies) Die Tollwut wird durch ein Mitglied der Lyssaviren ausgelöst. Eine Infektion führt zu einer akuten viralen Enzephalomyelitis, welche tödlich verläuft [13]. Tollwut kommt in fast allen Ländern vor, die Schweiz selbst gilt seit 1999 als tollwutfrei [8]. Die Übertragung von infizierten Tieren auf den Menschen erfolgt durch Bisse, wobei vor allem Hunde involviert sind [13]. Nach einem Biss sollten die Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, die im Kapitel Infektionsprophylaxe aufgeführt sind. Die gut verträgliche Impfung wird Reisenden empfohlen, die ein hohes Risiko an Tierkontakten haben, und Langzeitaufenthaltern in einem Entwicklungsland [8]. Eine Impfung schützt nicht vor einer Infektion, sie macht aber nach einem Tierbiss die Appli-

Abbildung 3: Verbreitung der japanischen Enzephalitis im Jahre 2004. Die japanische Enzephalitis tritt in ländlichen Gebieten im Dreieck Indien, China und Papua Neuguinea auf. Aus [11].

ckungsrisiko bei Reisenden [13], die Impfung wird deshalb nur bei Reisenden in ein Hochrisikogebiet oder in Entwicklungsländern abseits der Touristenroute, bei Langzeitaufenthalt in Entwicklungsländern und bei Personen mit einer verminderten Sekretion von Magensäure empfohlen [8]. Die vom Patienten selbst eingenommene Schluckimpfung Vivotiv darf nicht zusammen mit Antibiotika oder weniger als drei Tage vor Beginn der Malariaprophylaxe eingenommen werden. Der Impfschutz hält 1 Jahr [8]. Cholera Die durch das Bakterium Vibrio Cholerae verursachte Cholera verläuft in den meisten Fällen asymptomatisch, während in milden Fällen eine Diarrhöe auftritt [13]. In schweren Fällen manifestiert sich eine starke, wässrige Diarrhöe mit Übelkeit und Erbrechen, die zu einer schnellen Dehydrierung und damit verbundenem Kreislaufkollaps führen kann, was innerhalb Stunden zum Tod führt [13]. Mit einer raschen Rehydrierung sinkt die Lethalität aber unter 1% [8]. Cholera ist in weiten Gebieten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas endemisch [8] und tritt vor allem in Ländern mit schlechter Hygiene, unsauberem Trinkwasser und durch Krieg zerstörter Infrastruktur auf [13]. Das Risiko, an Cholera zu erkranken, ist für Reisende auch in
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kation des nur beschränkt verfügbaren Immunoglobulins überflüssig und vermindert die Anzahl der vorgeschriebenen zusätzlichen Impfungen [13]. Luft Influenza Die Influenza, verursacht von Influenzaviren verschiedener Typen mit sich schnell verändernder Antigencharakteristik, wird via Tröpfcheninfektion übertragen [13]. Eine Impfung gegen Influenzaviren wird Reisenden über 65 Jahren oder mit chronischen Krankheiten empfohlen [8], obwohl prinzipiell alle Reisenden davon betroffen werden können [13]. Die Impfung wird vor der Grippesaison verabreicht (in der südlichen Hemisphäre Juni bis August, im Tropengürtel alljährlich) [8]. Für die südliche Hemisphäre sollte ein entsprechender Impfstoff für die Südhalbkugel verwendet werden [8], was dazu führt, dass die meisten Reisenden sich erst nach Ankunft impfen lassen können [13]. Meningokokken Unter Meningkokokken versteht man das Bakterium Neisseria meningitides mit 12 Serotypen, welches eine Meningitis auslösen kann [16]. Diese ist charakterisiert durch plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen, Fieber, Genickstarre und Lichtempfindlichkeit [13, 16]. 5 - 10% der Fälle verlaufen trotz Behandlung tödlich, 20% der Erkrankten erleben neurologische Schäden [13]. Die Übertragung erfolgt via Tröpfcheninfektion, weshalb in Gebieten mit akuter Meningitis Menschenansammlungen vermieden werden sollten [13]. Impfungen, welche nur für bestimmte Serotypen vorhanden sind, werden nur Personen mit ganz bestimmten medizinischen oder beruflichen Risikofaktoren empfohlen [21]. Tuberkulose Die Tuberkulose wird durch Mycobakterien verursacht [16]. Bei der Primärtuberkulose entsteht ein isolierter Entzündungsherd, welcher meist abheilt. Der Erreger kann sich aber auch unbemerkt ausbreiten, was sofort oder nach Jahren zu einer generalisierten Reaktivierungstuberkulose führen kann [16]. Eine Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion bei einer sogenannt offenen Tuberkulose, also mit aufgebrochenen Entzündungsherden in der Lunge, und findet vor allem bei Menschenansammlungen unter schlechten Hygienezuständen wie in Gefängnissen oder Notunterkünften statt [13]. Eine Impfung empfiehlt sich nur bei Langzeitaufenthaltern, hier vor allem Kinder, und medizinischen Personen [8]. Obligatorische Impfungen Gelbfieber Das Gelbfiebervirus, ein Mitglied der Flaviviren, wird durch die tagesaktive Stechmücke Aedes aegypti übertragen [13]. Eine Infektion äussert sich in einer akuten Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. 15% der Infizierten erfahren ein zweites Stadium der Krankheit mit der Entwicklung einer Gelbsucht, Abdominalschmerzen und hämorrhagischen Symptomen. Für die

Hälfte dieser Patienten endet die Krankheit tödlich [13]. Gelbfieber kommt endemisch in Tropengebieten in Afrika und in Südamerika vor. Asien ist gelbfieberfrei, gilt aber wie andere Gebiete als sensitiv, da sowohl der Vektor Aedes als auch geeignete Wirte vorhanden sind. Zum Schutz solcher sensitiver Gebiete vor dem Import des Virus wird bei Einreise oder Transit aus einem Gelbfieberland der Vorweis einer gültigen Impfung obligatorisch verlangt [13]. Eine Impfung von Reisenden in ein Gelbfieberland zum Schutze des Reisenden selbst wird trotz des normalerweise geringen Risikos einer Ansteckung [13] wegen der hohen Letalität und dem Fehlen spezifischer Therapien ebenfalls empfohlen, ist aber nicht obligatorisch [8, 13]. Eine Impfung verleiht einen beinahe 100%igen Schutz für mindestens 10 Jahre [8, 13]. Eine Liste der Gelbfieber-Impfstellen in der Schweiz findet sich auf der Homepage des BAG beziehungsweise im BAG Dokument «Impfungen für Auslandreisen» oder im Apotheken-Handbuch des SAV. Weitere Impfungen Cholera: Zur Zeit verlangt kein Land den Nachweis einer Choleraimpfung bei Einreise aus der Schweiz, es kann aber vorkommen, das einzelne Länder kurzfristig eine Choleraimpfung vorschreiben [8]. Meningokokken-Meningitis: Saudi-Arabien verlangt eine Meningokokkenimpfung bei Pilgerreisen [8, 13]. Änderungen in den Impfempfehlungen Die neuesten Empfehlungen zu Impfungen und Malariaschutz werden regelmässig im BAG Bulletin publiziert. Aktuelle Änderungen in den Richtlinien werden sofort unter News auf der Homepage www.safetravel.ch veröffentlicht.

Weitere Erreger und Krankheiten
Für die folgenden Krankheiten gibt es zur Zeit noch keine Impfungen. Das Ansteckungsrisiko ist eher gering, Medienmitteilungen über Epidemien können aber die Reisenden verunsichern, weshalb Kenntnisse über die wichtigsten Erreger vorteilhaft sind. Giardiasis und Cryptosporidiosis In dem Kapitel zur Wasseraufbereitung wurde erwähnt, dass sie Erreger Garida lamblia und Cryptosporidium parvum chlorresistent sind. Beide Erreger gehören zu den Protozoen [16]. Die Infektion mit ihnen erfolgt vor allem über Trinken von und Baden in kontaminiertem Wasser [13, 16], da sie weltweit in vielen Gewässern inklusive Seen und Grundwasser vorkommen [22]. Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch, da die menschliche Immunabwehr gut mit ihnen zurechtzukommen scheint [22], sie können aber zum Beispiel bei HIV-Patienten zu lebensbedrohlichen Durchfällen führen [16]. Dengue-Fieber Das Dengue-Fieber wird durch ein Flavivirus verursacht und ausschliesslich durch Stiche der tagesaktiven Mücke Aedes aegypti übertragen. Das Dengue-Fieber zählt zu den
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hämorrhagischen Fiebern und äussert sich in 3 klinischen Formen unterschiedlicher Schwere. Diese reichen von einer akuten fiebrigen Erkrankung mit schweren Muskelschmerzen, von der sich der Patient meist innerhalb Tagen erholt, bis zu einem Schocksyndrom, bei welchem 40 - 50% der Fälle tödlich verlaufen. Dengue ist sehr verbreitet in tropischen und subtropischen Gebieten Zentral- und Südamerikas, in Süd- und Südostasien, aber auch in Afrika. Zur Zeit stehen weder eine Impfung noch eine Therapie zur Verfügung. Für den Reisenden ist die Krankheit mit Malaria vergleichbar, er kann sich aber gegen Dengue nur mit einem ausreichenden Mückenschutz schützen [13]. Hämorrhagische Fieber (Marburg, Ebola, Lassa, Gelbfieber, Dengue) Unter dem Begriff hämorrhagischen Fieber wird eine Vielzahl von Krankheiten zusammengefasst, welche alle durch Viren ausgelöst werden [13]. Die dazugehörigen Gelbund Denguefieber wurden bereits separat behandelt. Hämorrhagische Fieber sind akute, schwere Infektionen mit plötzlich auftretendem Fieber, Erbrechen, Diarrhöe und Hautauschlägen bis zu inneren Blutungen. Rund 50% der Patienten sterben an der Erkrankung. Sie kommen weitläufig in tropischen und subtropischen Gebieten vor, aber auch in der Sub-Sahara, in Zentralasien und in Südafrika [13]. Die meisten der involvierten Viren, vor allem Flaviviren, werden durch Mückenstiche übertragen. Vom Marburg- und Ebolavirus hingegen sind die Vektoren unbekannt, bisher wurden Übertragungen nur bei sehr engem Kontakt mit symptomatischen Erkrankten und deren Körperflüssigkeiten beobachtet [13, 23]. Das Lassavirus wiederum wird von Nagern getragen und bei Kontakt mit ihnen oder ihren Exkrementen übertragen. Das Risiko einer Ansteckung mit dem Marburg- oder Ebolavirus ist für Reisende sehr gering, da sie nicht in genügend engen Kontakt mit den betreffenden Patienten kommen. Einzig bei Einlieferung in ein betroffenes Spital kann sich ein gewisses Risiko ergeben [23]. Deswegen sehen sowohl WHO als auch das BAG von Reiseeinschränkungen für betroffene Länder, momentan Angola, ab [23]. Für die restlichen hämorrhagischen Fieber gilt ein aussreichender Schutz gegen Mückenstiche und Tierbisse [13]. SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) Die unter dem Begriff SARS zusammengefassten Symptome werden vom SARS-Coronavirus verursacht [13]. Es handelt sich wahrscheinlich ursprünglich um ein Tiervirus mit einem bislang unbekannten Wirt. Das SARS-Virus verursacht zuerst eine starke Erkältung mit Fieber und Muskelschmerzen, welche von trockenem Husten, Atembeschwerden und Diarrhöe gefolgt wird. Es trat erstmals 2003 auf, wo es eine Epidemie mit über 8000 Fällen in 26 Ländern verursachte. Die Krankheit brach in Südchina aus und wurde in zahlreiche Länder verschleppt. Seitdem sind nur ganz seltene Fälle bekannt geworden, welche vor allem in Labors auftraten. Die Übertragung erfolgt via Tröpfcheninfektion, das Virus kann aber mehrere Tage auf
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kontaminierten Oberflächen überleben. Momentan sind keine SARS-Fälle bekannt, die WHO erwartet aber, dass ein neuer Ausbruch auftreten könnte. Sie empfiehlt, sich aktuell über die Lage zu informieren und kurzfristig darauf zu reagieren [13]. Lyme Borreliose Der Erreger der Lyme Borreliose ist das Bakterium Borrelia burgdorferi [13]. Eine Ansteckung erfolgt durch einen Zeckenbiss. Es ergeben sich eine typische, runde, grosse Rötung mit Fieber und Kopfschmerzen. Ein zweites Stadium der Krankheit kann nach Wochen oder Monaten als Entzündung der Gelenke oder des Nervensystems wahrgenommen werden. Die Borreliose kommt endemisch in Asien, Europa und den USA vor. Eine Impfung ist alleine in den USA gegen den dort vorhandenen Serotyp erhältlich [13].

Weiterführende Links und im Text erwähnte Internetseiten
• Informationen bezüglich Betäubungsmittel und psychotrope Stoffe: Swissmedic, «Recht und Normen», «Betäubungsmittel», «Betäubungsmittel zum persönlichen Gebrauch auf Reisen», http://www.swissmedic.ch/de/fach/overall. asp?theme=0.00084.00009.00002&theme_id=823 INDRO e.V. «Methadon- und Substitutionsbehandlung», «Länderindex», www.indro-online.de/laender.htm • Einreiseeinschränkungen für HIV-Patienten: U.S. Department of State, Law and Policy, Information for Americans Abroad, http://www.travel.state.gov/law/ info/info_621.html • Impfplan der Schweiz, Gelbfieberimpfstellen und aktuelle Impfempfehlungen BAG, «Themen», «Infektionskrankheiten», «Schweizerischer Impfplan»; http://www.bag.admin.ch/infekt/ impfung/d/index.htm Offizielle Gelbfieber-Impfstellen: BAG, «Themen», «Infektionskrankheiten», «Reisemedizin»; http://www.bag. admin.ch/infekt/reise/d/index.htm Neuste Version der im BAG Bulletin erscheindenen Liste für Impfungen und Malariaschutz bei Auslandreisen inklusive Gelbfieberimpfstellen: BAG, «Themen», «Infektionskrankheiten», «Reisemedizin»; http://www.bag. admin.ch/infekt/reise/d/index.htm Aktuelle Änderungen zu den Empfehlungen des BAGs und viele Informationen für Reisende bezüglich medizinischer Vorsorge; www.safetravel.ch • Weitere empfohlene Internetseiten Empfehlungen zu den einzelnen Impfungen: BAG, «Themen», «Infektionskrankheiten», «Impfungen», «Einzelne Impfungen»; http://www.bag.admin.ch/infekt/impfung/vaccs/d/index.htm

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Aktuelle Informationen bezüglich Epidemien weltweit: WHO; www.who.int Informationen bezüglich vielen medizinschen Themen inklusive Risiken auf Reisen und Vorstellung vieler Krankheiten: WHO, Health Topics; http://www.who. int/topics/en/

Vorstellung vieler Erreger und der dazugehörigen Krankheitsbilder: Medicine Worldwide, «Krankheiten», «Infektionskrankheiten»; http://www.m-ww.de/krankheiten/infektionskrankheiten/index.html

Beispiel aus der Praxis
Praktisches Beispiel
Ein Diabetiker verwendet als Basisinsulin Lantus®, von welchem er abends vor dem Schlafengehen 22 Einheiten spritzt. Er fliegt bald nach Los Angeles, was eine Zeitverschiebung von 9 Stunden bedeutet. Sie berechnen mit ihm seine Dosisanpassungen, verweisen ihn aber auch darauf, dass er diese von seinem Arzt absegnen lassen soll. Flug Zürich - Los Angeles, + 9 Stunden: Vortag: Normale Injektion von 22 Einheiten bei Bettruhe (22:00 Uhr) Im Flugzeug: Um 22:00 Uhr Zürcher Zeit (= 13:00 L.A. Zeit) Injektion von 9/24 der Dosis, d.h. 8.25 Einheiten, gerundet 8 Einheiten In Los Angeles: 22:00 Uhr L.A. Zeit Injektion der üblichen 22 Einheiten Flug Los Angeles - Zürich, - 9 Stunden: Vortag: Um 22:00 Uhr L.A. Zeit Injektion von der um 9/24 (= 8.25 Einheiten) reduzierten Dosis, d.h. 13.75 Einheiten, gerundet 14 Einheiten. Im Flugzeug: keine Injektion In Zürich: Um 22:00 Uhr Zürcher Zeit Injektion der üblichen 22 Einheiten

Resume
Cet article donne des renseignements précieux sur différents aspects touchant à la médecine du voyage. En premier lieu, sera présenté le contenu éventuel de la pharmacie de voyage; nous y ajouterons quelques conseils pratiques. Suit alors une série de renseignements sur la durée de conservation des médicaments, la législation douanière, l’achat et la prise de médicaments à l’étranger lors de décalage horaire. Dans la rubrique des situations particulières, nous aborderons le Jet Lag, les particularités du patient diabétique, les patients séropositifs pour le VIH et le mal des montagnes. Le paragraphe concernant la prophylaxie des maladies infectieuses, d’une importance capitale, traite des différents modes de transmission des agents pathogènes chez l’homme et des mesures préventives les plus importantes. Eu égard au fait que la vaccination constitue une mesure de prévention de première importance, les vaccins obligatoires et recommandés seront présentés de façon détaillée. Le dernier passage est dédié à d’autres maladies infectieuses, pour lesquelles aucun vaccin n’existe, mais qui peuvent se manifester parfois sous forme d’épidémies. A noter, le problème de la malaria et de ses traitements n’est pas traité n’est pas traité dans ce chapitre.

Korrespondenzadresse
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Dr. Monika Heiz Hertensteinstrasse 44 5415 Nussbaumen moni@schlatter.net

Sozial- und Präventivmedizin

Referenzen
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