Diese Ausgabe der „Suhrkamp BasisBibliothek“ bietet die Erzählung Amras von Thomas Bernhard aus dem Jahr 1964. Bis an sein Lebensende war sie für ihn selbst die ihm wichtigste Prosaarbeit.

Am Ende dieses eBooks finden sich Entstehungs- und Textgeschichte; der restliche Kommentar (Rezeption, Deutungsansätze) ist nicht enthalten.

Der vorliegende Text folgt der Ausgabe: Thomas Bernhard, Werke. Band 11: Erzählungen I. Herausgegeben von Martin Huber und Wendelin Schmidt-Dengler, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2004, S. 109-179.

Originalausgabe Suhrkamp BasisBibliothek 70 Erste Auflage 2006 Text: © Insel Verlag Frankfurt am Main 1964. Kommentar: © Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2006. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung, des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Abschnitte. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Satz: pagina GmbH, Tübingen Druck: Ebner & Spiegel, Ulm Umschlagfoto: Digne Meiler Marcovicz Umschlaggestaltung: Regina Göllner und Hermann Michels Printed in Germany ISBN 3-518-18870-4

Das Wesen der Krankheit ist so dunkel als das Wesen des Lebens. Novalis .

.. die ganze Zeit auf den wohl für uns in aller Eile frisch überzogenen . vor den Blicken der immer nur aus dem Bösen handelnden und begreifenden Welt bewahrende und verbergende Zuflucht gewesen. von ihnen allein gelassen. waren wir noch in der gleichen Nacht und in noch bewußtlosem Zustand. in südlicher Richtung hinauf an das Urgestein führenden Apfelgarten. das nur durch den großen.. wie unser Onkel uns nicht verschwiegen hat. verdankten wir. wie wir sie im Laufe des Winters öfter im letzten Augenblick und jedesmal wieder durch Einwände unserer Mutter zu akzeptieren gezwungen waren. des Bruders unserer Mutter. zugänglich ist. unseren Selbstmord gewünscht und ihn untereinander abgesprochen . in dem Wahrzeichen unseres Vorortes Amras.. daß wir.. dadurch so dunkel gebliebenen Tagen kurz auf die Selbstmordnacht. völlig nackt. Nur dem Einfluß unseres Onkels. wie unsere Eltern.. in einem von unserem Onkel geschickten schnellen Wagen aus dem Innsbrucker Vaterhause nach Amras und dadurch in Sicherheit.. in den Hintergrund von Beschuldigung und Geschwätz und Verleumdung und Infamie gebracht worden . . überhaupt nichts mehr wissen wollen . und am Dritten von einer Verschiebung. Der unserem Onkel gehörende Turm ist uns in diesen zweieinhalb Monaten eine vor dem Zugriff der Menschen schützende.. um den Gesundheitsbehörden zuvorzukommen. vor Jahren noch ein Besitztum unseres Vaters. sofort und. zum Unterschied von den Eltern. die im Selbstmord Entdeckten. in den uns von allen Seiten nur in Bruchstücken schamvoll beschriebenen. schon von den ersten Augenblicken im Turm an. Hinter unseren Eltern zurückgeblieben.. noch immer nicht tot gewesen . in zwei Roßdecken und in ein Hundsfell gewickelt. gegen die grobe Tiroler Gesundheitsvorschrift. Walter und ich. zu qualvollem Weiterleben Verurteilten und dadurch Entstellten betreffend. nicht in die Irrenanstalt hineindirigiert und nicht wie so viele das Schicksal der in ihr erst Zerrütteten und Zerschlagenen aus dem Oberinntal und vom Karwender und aus den Brennerdörfern auf die mir bekannte entsetzliche Weise zu teilen hatten.Nach dem Selbstmord unserer Eltern waren wir zweieinhalb Monate in dem Turm eingesperrt.. Unsere Familienverschwörung war von einem Imster Geschäftsmann und Gläubiger unseres Vaters zwei Stunden zu früh entdeckt und publik gemacht worden: wir waren. Wir hatten. lagen wir.

vom Ende der ersten Woche an. der Zeitpunkt. über die Millionen von Schneestürmen von Entwicklungen – schon immer liebten wir.. was uns leichtfiel – immer tiefer in unsere tobenden Köpfe zurückgezogen. der Bösartigkeit der Föhnstürme ausgesetzt. wahrscheinlich vollkommen weg und besinnungslos – tödlich gewesen waren.. wir hörten aber genug Geräusche.. der Vaterstadt. immer nur auf und ab gehend. Walters mir unverständlichen musikalischen. streckten wir sie ins Freie. Der Turm war uns aus der Kindheit wie kein andres Tiroler Gebäude vertraut. kein Kerker . meinen. verabscheuten wir. unserem heillosen. erhalten hatten.. die allgemeine. auf der oberen wie auf der unteren Treppe gehorchten wir ständig.. in welchem wir Ihnen etwas über die Umstände. tappend und frierend. über die eigene und über die fremde. noch während wir ohnmächtig. Walter unverständlichen naturwissenschaftlichen. mit nichts als mit unserer völlig verfinsterten. den wir schon drei Tage.. in unseren aus den Himmelsrichtungen bodenlos impulsiv zerstörten Gedanken. eines Freundes unseres Vaters... oft den Atem anhaltend. was uns schwer-. hintergangenen noch nicht zwanzigjährigen jungen Natur beschäftigt . stopften wir unseren Turm mit Trauer aus. Ihnen eine Beschreibung vor allem der Zeit zwischen dem . Wir schauten nicht aus den Fenstern hinaus. und dadurch von der uns so unerträglich gewordenen Welt .. Wir hörten viele Vögel und wußten nicht.. uns wahnsinnig machende große Geschichte. In den von unserem Onkel.. wenn auch höhern Geschwisterstumpfsinn . blätternd. beantworteten wir wie folgt: Geehrter Herr. die zum Tode unserer Eltern geführt haben. was für Vögel .. mitteilen können.. aus der Herrengasse nach Amras heraufgeschafften. Unsere Wachsamkeit drückte auf unser Gemüt und beschränkte unseren Verstand .. um Angst zu haben . zuerst besinnungslos. uns beiden gehörenden Büchern und Schriften. Unsere Köpfe waren...Strohsäcken auf dem mittleren Boden des Turms. in den Luftmassen konnten wir kaum mehr atmen . sinnierend. Einen Brief des Meraner Psychiaters Hollhof. späterhin schweigend und horchend und danach. Es war Anfang März . nachdem wir im Turm gewesen waren. mit großem Bedacht ausgewählten.. Das Sillwasser stürzte vor uns in die Tiefe und trennte uns lärmend von Innsbruck. wie Sie uns auffordern.

und Stehfähigkeit. den Bruder unserer Mutter. jeden Dienstag und Samstag – öfter. uns immer verhaßt gewesen. immer mit Zeitungen. erlaubte es seine Wirtschaft nicht – aufsuchte. eine ihn von Geburt an immer nur noch verdrießende. teuren Besuche des Internisten. M. als in Ruhe gelassen zu sein. unsere allgemeine Vernunftfähigkeit irritierenden Finsternis des für uns nicht jahrhunderte-. die uns aber doch nur erschütterten.. schien uns. die Geschäfte unseres Vaters betreffend. Walters Krankheit. naturgemäß unsere Denk. Hochachtungsvoll K. sondern jahrtausendealten Turms.und Liege. Für Ihre Anteilnahme unseren Dank. ausdauerarmen Charaktere angewiesen. regelmäßig die für ihn wichtigen.M. der. auch schon unsere Mutter behandelt hatte . M.und Sitz.wie auch Sprechfähigkeit. Ermuntert nur durch die Aufmerksamkeit unseres Onkels. wie in Schüben und Stufen durchschaubar. W. Auch in ihm empfing Walter. von jeher verletzten. K. existierten wir plötzlich.M. was uns betrifft. ist noch nicht gekommen. in einer sich immer mehr gegen uns verschwörenden. sind an unseren Onkel. zu geben. hatte sich. Einen zweiten Antwortbrief schickten wir am gleichen Tag noch nach Kufstein: Sehr geehrte gnädige Frau. wir wünschen im Augenblick nichts. wie schon sein ganzes Leben lang. wohl medizinisch durch frühen Eifer und spätere Schläue wie niemand gebildet. allein auf unsere fürchterlichen.. W. Neuigkeiten. . selbst unsere Geh. übergesunden vierzigjährigen Mannes. eines in ganz Tirol berühmten und berüchtigten Epileptikerarztes. wachsamen. der uns wöchentlich zweimal. zu stellen. eines brutalen. Nachrichten. über unsere „Einübung in den Selbstmord“. Nachdem wir im Turm soviel wie ganz aus der Welt und von unseren Eltern und ihrer behutsamen Wirksamkeit plötzlich verlassen waren. der Ihnen bekannt ist. an anderen Tagen.Entschluß unserer Eltern (und uns) zum Selbstmord und der Ausführung ihres Selbstmords. immer in guter Laune. sämtliche Ansprüche Ihrerseits.

seinen Zustand gefühlt .. Wir hatten unser ganzes an unsere Eltern wie an zwei . zum Fenster wollte. unter dem Überdruck des uns Zugestoßenen.. von der Mutterseite ererbte.. diese Angst hatte er sich im Turm vergrößert . wie sein Gesicht. wie es schien.. jetzt im Turm. noch heute vollkommen unerforschte.. daß die Anfälle Walters... wenn auch anfangs nur kurz. ein Jahr jünger. aber später auch seinen Verstand immer gründlicher untergrabende. auf geschwisterliches Zutrauen wie auf geschwisterliche Obervorsicht gegründetes Verhältnis zueinander bis an die Grenzen unserer Möglichkeiten verschärft . mit logischer Grausamkeit heimtückisch wie auch offen vorgehende. sein ganzes Leben lang hatte er vor den Anfällen seiner Mutter Angst gehabt.. ihn von Zeit zu Zeit blitzartig missbrauchende. während er stürzte..... Wir mußten aber zusammenhalten. immer schweigend und wie ich nahrungslos. nicht gesehen. einem eher phantastischen Nervensystem unterworfen. war. nachdem er tagelang neben mir. gegen ihn. an dem ich ihn festhielt.. also um so entsetzlicher existieren zu müssen. in der Gewißheit.anfänglich nur sein Gemüt. seine Konstitution immer eine automatisch geschwächtere gewesen . hatte ich. und so ertrugen wir uns .. als eine sogenannte Momentaphasie ohne geringste Bewußtlosigkeit. aufstehend. mich zu Hilfe nehmend. Wir hatten beide sofort nach dem Ende unserer von den Tabletten hervorgerufenen und von zwei Innsbrucker praktischen Ärzten mit. Mein Bruder war. die Epilepsie wieder über ihn hergefallen . und tatsächlich traten sie (die infolge seiner wissenschaftlichen Daueranstrengung von ihm hinausgeschobenen) schon nach den ersten Schritten im Turm wieder auf .. von seiner Exostose begünstigte. doch an dem Handgelenk. befürchtet. in den letzten Monaten ganz zum Stillstand gekommene. wie sich denken läßt.. mit großer Geschwindigkeit periodisch gewaltsam verschlimmert und in der Folge auch unser gegenseitiges.. ihm angeborene. wieder und gegen unseren Willen. auf sich selbst geschaut hatte. viel feiner als ich konstruiert. wieder auftreten könnten . der Vehemenz der Erkrankung gehorchend.. ihn führend. Wir befürchteten eine katastrophale Verschlimmerung seiner Epilepsie . In der Finsternis hatte ich. wie seine Augen vor allem sich durch die Erkrankung verändert hatten. großer Feierlichkeit entgifteten Ohnmacht. als er plötzlich.

diese nur in Tirol bekannte Epilepsie .. kurz vor Walters Geburt. an ihm wieder auf.. Was wir hörten. Walter... wie er. vorstädtisch jederzeit nur in strafbaren Handlungen existierenden.. daß wir uns. so schien mir.. Körperfunktionen betreffend. betrogen. plötzlich von ihr befallen worden. Jetzt im Turm. auf ihre Umwelt sogleich erschütternde Weise. Es schien. nachweisbar auf dem Höhepunkt eines Tanzfestes in einem Wiltener Herrenhaus . kam uns im Sturmgeheul vor... ich selber. am Ende des Apfelgartens.. in ihrem einundzwanzigsten Lebensjahr. merkwürdig laute und wie nur anscheinend.. Die Schlaflosigkeit. gedeckt. Auf mich erschreckende Weise beobachtete ich. und hatte sich sofort.. seelische Reaktionen. Walter war wohl aus seiner kindlichen Überfurcht schon rasch von ihr aufgestört und zersetzt worden . trat sie. auch nur für Augenblicke.Pfähle gebundenes Leben in ständiger Angst vor der uns immer unheimlichen. wie uns schien. wo der Zirkus war. Hautfarbe. weit unten. im Turm einem uns wildfremden Luftrhythmus untergeordnet.. beruhigten . von einem Augenblick auf den andern. verdrußerzeugenden Hochgebirgslandschaft . in seiner Schweigsamkeit..... zerstört. so wie ich sie von der Mutter her kannte. auch an unserer Mutter unheimlichen „Tiroler Epilepsie“ verbringen müssen .. als hätte diese jederzeit überall in Tirol entstehende Krankheit sich nach dem Tod unserer Mutter zur Gänze auf Walter geworfen .. gemeiner als vor dem Tod unserer Eltern . urplötzlich für einen von uns nun nicht mehr überblickbaren Zeitraum befallen worden waren. verändert . verhinderte. widerspenstige. verhängnisvoll furchtlos als Kind.. von Tag zu Tag auch physiognomisch. waren . von ihr niemals auch nur im geringsten gestreift . in eine vor lauter Finsternis und Naturrätsel und Verstandeserschütterung taube... und zwar mit den Tagen immer noch rücksichtsloser. Unsere Mutter war merkwürdig spät. durch alles. von ihrer Verschrobenheit nur an der schwarzen und braunen und dort und da weißen Oberfläche gereizten. diese Krankheit hatte uns alle. Nur selten getrauten wir uns an die Fenster und drängten die Läden zurück: wir schauten. unserer Mutter immer noch ähnlicher wurde . von Menschen bevölkerte. auf die wahllos verkrüppelten Apfelbäume. durch die Turmatmosphäre begünstigt.. Stimmgebung. von welcher wir beide aus einem uns durchsichtigen physikalischen rohen Gesetz heraus. von einem gar nicht mehr eruierbaren Zeitpunkt an.

wie sich mein Walter oft schwer in die föhnige Selbstmordnacht heimphantasierte. in Absterbensmöglichkeiten verunglückte alles in uns. nach Wochen nicht. immer noch feierlicher. ja. schon fertig gewesen. daß mit dem Tageslicht auch wir. sterbensmüden Chemie. zusammenziehenden doppelgehirnigen Einsamkeit hilflos voneinander abhängig. nicht mehr sein. immer nur gegen uns.. erblickten wir uns in Amras in unserem brodelnden.. auf einmal die Weisheit der Fäulnis .. Durch nichts als durch uns von uns abgelenkt.. Wir baten. von der ganzen Natur ins Vertrauen gezogen. gänzlich vereinzelt und eng beisammen.. wir wollten nicht mehr. fernes Getöse von Büchsenhausen herüber. Mittel zur Welt ge- . Hinter geschlossenen Fenstern. nur ans Organische .. bei überklarem Bewußtsein. mühelos.. brausende. wenn auch menschenwürdig. im Schlaf einfach untergingen und ausgelöscht.. bald finster sei. in das Märzliche. wie uns zu Willen.... von den Tabletten in unseren Gläsern erbaten wir sie . verstört. ein Lachen. das nicht einmal einen einzigen Augenblick für uns gewesen war.. und waren die ganze Zeit ohne Antwort – kein hellsichtig machendes Echo jemals. um eine ungewöhnliche Schnelligkeit unseres Einschlafens . was wir sahen. rasch. vom Turm in die Herrengasse hinunter. ein Fuhrwerkgeräusch. Schwüle. in die tiefsten Naturenergien . ab und zu war uns noch ein Geräusch von der Straße herauf. weiße Getränk . in die unserem Selbstmord und unseren Selbstmordversuchen vorausgegangenen Tage. noch unterhalb jeglicher Mystifizierung. Wir waren in der Beobachtung alles Scheiternden stets und von jeher geschult. dann wieder starren Geschwisterzusammenhang . getrauten wir uns miteinander über die Katastrophe zu reden. zugezogenen Vorhängen waren wir.... Im Gestöhn seines Halbschlafes erhörte ich. daß es... auch nach Tagen. Eltern. wir hielten uns.die klaren Gerinnsel einer ununterbrochenen. immer wieder die Frage stellend: warum wir noch leben müssen . zum Tod aufgelegter: Den ganzen Nachmittag des uns allen auf einmal so günstig erscheinenden Dritten hatten wir nur noch darauf gewartet.. Söhne.. wir schauten nur noch die Gläser an. ohrenbetäubende Finsternis .. weg seien . aus sei. nicht ohne Wörter. das trübe.. nichts mehr sein ..... doch fühlten wir hier im Turm.. immer Rückschläge wie Gehirnschläge! – in einer sich stündlich in uns und um uns noch mehr und. selbst in den allererbärmlichsten Handlungen und Verrichtungen . tierisch gemeinsam. war Tag und Nacht nichts als Nacht .

während ich auf der durch die Berge schon beinahe völlig verfinsterten Straße ein paar Menschen beobachtete.. geheimnisvoll vorlaut .. Mich umdrehend war ich dann vor der gespenstischen familiären Abbreviatur erschrocken gewesen: in Beobachtung von uns selbst waren wir.. Hausangestellten... nach Wochen zum ersten Mal wieder. ihr Dienstagabonnement . unseren Nachbarn. aber von keinem von uns mehr betreten worden war . an unseren Händen. Der Inn.. nachdem wir auch noch den Hofburschen weggeschickt hatten.. mit seinen Büchern beschäftigten. ein Brüderpaar. die offen. in der Trauer. Lermontow … die von mir einmal rasch zurückgezogenen Vorhänge hatten meinen am Fenster sitzenden. die vom Verstand gelenkt ist . auch schwarz gekleidet . am süßen Geruch unserer Speisekammer.... In ihrem längst aus der Mode . als ein schweigsames Denkmal tirolischer Lebensmüdigkeit sah ich sie . aus dem Käfig hinausgelassen ... wie andere ihr Mittwochoder ihr Samstag-. wie wir glaubten zum letzten Male.. Ich beobachtete den Zeitungsmann. sich dauernd verändernde. Jean Paul.. mit grauen. nichts mehr getrunken … plötzlich. ihr Bett verlassen und sich zum Ofen gesetzt ... drei.. was ich sah.... ein Fenster. Unsere Mutter hatte. traurig war. auf das fließende. wie studierenden Walter erschrocken zu mir aufschauen lassen. fünf Bücher hatte mein Bruder vor sich auf dem Tisch liegen gehabt .. nur noch einer wortlos die Abfahrtszeit eines schon längst bestiegenen Zuges abwartenden Reisegesellschaft vergleichbar gewesen . Einfällen . diese Leute haben. an welcher es sich ein paar flüchtige Generationen lang unter unserem Namen fürchterlich partizipierte. zwei Professoren in schwarzen Mänteln.. Stimmen. traurig zog ich den Vorhang zu. Dienstboten. eine Tür. Stifter... Traurig war.oder Tragödienabonnement..wesen . an ihre Stöcke gewöhnt. unsere Eltern und ihre Söhne. Gefallen an unseren Kleidern gefunden. in militärischem Schnitt gehaltenen Pelerine.. Ich beobachtete zwei Geschwistermädchen. die Ader.. die ins Theater gingen . doch immer gleiche Gewässer . vier Metern die Frauen der Professoren. ihr Komödien. Wir hatten nichts mehr gegessen. Zwischen den gegenüberliegenden Häusern hindurch hatte ich noch auf den Inn geschaut... schwarzbebänderten Hüten.. ein Sessel . ein Fleischhauermädchen mit einem Wurstkorb und einen Unbekannten . wie uns schien gesäuberten Haus. in unserem vorsorglich von den Fremden. im Abstand von drei. in einer alten. was ich dachte... vier.

... wir hatten dann noch die Kirchenglocken so deutlich gehört. kein Mensch kam . von Wilten. wie wir es immer gewohnt waren. Pradl.und . das. in den Diderot .. als ob Menschen erschossen würden . durchlebten wir eine einzige schlaflose. Hötting und Amras herunter.. ein riesiger toter Raubvogel. gut unterscheiden konnten .. vom Zollamt herüber hörte ich Schritte.. war sie mir Ausdruck der Melancholie eines alten.. Walter hatte sich schon um halb zehn an die Wand gedreht. Jeder mit. daß wir die Herkunft der einzelnen Klänge. Der Abend stürzte.. Wir hatten uns gegenseitig die besseren Plätze angeboten .. immer mehr und mehr Schritte. wie uns schien. immer noch mehr verfinsterten. Wir erwarteten niemand.. unser Vater hatte scheinbar im Inseratenteil unserer Zeitung gelesen . der hätte kommen können . In der Stadt war auf einmal ein Lärm..gekommenen grauen Chiffonkleid. von ihm mit den Jahren. Turm. das Innwasser schlug. ich hatte Angst... wird nicht mehr aufgemacht .. dann ineinandergeschobenen Wellen an die durch den Felssturz veränderte.. genügend Tabletten in seinem Glas ausgerüstet.. In dem... wie ich weiß. einen Augenblick.. nur von unseren heftigen Körper. ihrer mageren Arme wegen Ärmel bis über ihre Handrücken hatte.. Merkwürdig: die Leute gingen an diesem Abend in das Theater . ich selbst mich dem Schlafmittel länger als eine Stunde. in hoch aufgetürmten... vertieft . wie alle Kleider von ihr. hatten wir ausgemacht... unseren Vater hörte ich noch aus dem Schlafzimmer lachen. anscheinend für sich selbst.. läutet es. mein Bruder sich von Zeit zu Zeit in die Schriften von Sterne und von Dante und Donne. dann ohne Erfolg. widersetzt.. ersticken zu müssen . von uns Kindern gefürchtete Uferstelle ... voreinander zurück . ein sich immer noch mehr vergrößernder Vogel war plötzlich im Zimmer.... nur einen Augenblick hoffte ich.. Kein Mensch fiel uns ein.. verzweifelt an alle vier Wände schlagend . von unserem Onkel mit Vorliebe für die Finsternis ausgestatteten. in die Straße .. von Krankheit vergrämten Geschlechts.. zogen wir uns in die Zimmer und also. als ob die Soldaten jetzt aufmarschierten . wie verabredet.. war aufgestanden und auf den Gang und ins Vorhaus hinunter und wieder zurück in das Brüderzimmer gegangen . sobald ich nur noch in milchigen Bildern schwamm. die er sich zuletzt noch ausgesucht hatte. jemand käme ins Haus und entdeckte uns . die stille Verheimlichung einer Hölle gewesen ..

wenn auch im Schatten unserer Krankheiten.. von uns.. wie verabredet. keine noch so entfernte Musik mehr.. wann immer. in unsere Geistesprodukte auf einmal wie zwei um alles Betrogene in ein Leichenhaus. aus tausenderlei gegensätzlichen Stimmungen. von unseren entsetzlichen Krankheitszuständen abzulenken. auch Walters im Ausland ganz plötzlich vergröberter Krankheit wegen.und Vogelgeräuschen aufgelockerte Nacht... was ich immer gewesen war. Es schien uns in diesen Wochen. Anrechte. dann auf einmal zurückkommandiert worden waren. auf einmal kein Mittel mehr. Walter. gewesen . war mir mit einem Mal nur noch ein mich verstörendes. anschauen durften.. seltsam.. sich gleichsam mit ihm erschrocken zurückgezogen . selbst unsere frühesten fragmentarischen Errungenschaften. mich für sie selber bestrafendes Mißverhältnis zu dem. unsere ästhetischen. Explosionen . Beweise für unsere Geistesentwicklung. hörte. daß es heilsam gewesen wäre. als wäre auch Walters Musik seither tot. waren für uns. waren eingesargt . und die schöne. Harmonie. in den hintersten Winkel der nur ein paar . um ein Jahr jünger. einen furchtbaren Einfluß: wir verkrochen uns oft. wir schauten in unsere Forschungen. als wäre uns meine Naturwissenschaft mit den Eltern gestorben. Wasser. so.. geschweige denn aufzurichten. mit jedem Buch. so doch viel kunstvollerer Natur. es hatte so. von unseren entsetzlichen Krämpfen. so gut und solange es gegangen war.. von. plötzlich weit hinter uns selber zurück ohne jeglichen Fortschritt waren. Mutationen. aus ihm. Meine Naturwissenschaft. der sich ein Leben ohne sie niemals auch nur hatte vorstellen können. Vorrechte für unser Leben. wichtigtuerisch. hatte sie. Das den Turm in den späteren Märztagen auf einmal widerspenstig umgebende Wetter bestand. auf Befehl unseres Vaters aus dem Ausland (aus England). als deren Nutznießer wir beide uns. von Kindheit an in der Elternumgebung immer fast ungestört.Gefühlsschmerzen. die wir gleichmäßig trübsinnig. was sie darstellte. uns grundlegend.. wenn auch kranker. in unsere erstaunlichen Theorien und Entdeckungen. Revolutionen. das ich aufschlug. dem sie alles gewesen war. die wir. die sogenannte erhabene Kunst und die hohe Wissenschaft. auf uns im Turm. als hätte sie mit den Eltern Selbstmord begangen .. wegen der immer schwereren Krankheit der Mutter.. wohin wir zu Studienzwecken beordert. schlug ich einen Sarg auf . die er sich erforscht hatte.

immer wieder die Tische und Sessel und Bänke und Kasten im Turm . wenn wir fühlten. auch auf den Handflächen und an den Hinterköpfen.. uns am faulen Geruch ihrer Eingeweide berauschend . wenn uns die Bergschläfen.. auf dem Rücken. an nichts als an Luft. wenn wir glaubten. sondern jeder für sich. von den menschlichen Dunkelhaften und Künsten. hier und da in der Dämmerung.. ja unsere Gehirne schon schmerzunempfindlich geworden waren. einmal bohrten wir unsere Körper unter die Apfelhaufen. jeder für sich waren wir der zerstörende Mittelpunkt aller Zerstörung . die in das Sillwasser schneidenden Wände. ausgeliefert der Schnelligkeit unserer der frühesten Frühlingsnatur entsprungenen Handlungsweise. unsere Hosen und Hemden ... wie wir glaubten.. hinein in das Modrige. an das teuflische Oxygenische angeklammert..Schritte von unseren Strohsäcken entfernten Schwarzen Küche . geschwisterlich. In letzter Zeit hatten wir immer unsere Strohsäcke umgedreht.. daß unsere Seelen. durch die brausende Sill echolose Geklüft bis zur Unkenntlichkeit unsere Umwelt und dadurch auch unsere Innenwelt sträflich verfinsterten. beide entdeckten wir in solchen vom Föhn ausgelösten Zuständen in uns. getrauten wir uns hervor . krankhaft in unseren Gegensätzen . die wir auf Absprache. kontrapunktisch schlugen wir. Katzenhaftigkeit an uns .. von den Wissenschaften.. wie von uns selber verhöhnt. Wir rächten uns! . unter närrischen. Faule .. verfinsterten und verkrüppelten. in solchen Gelegenheiten. wenn aus der tiefen eine noch tiefere. dann. Wir verschoben dann.. als wünschten wir in solcher Art Sinnenverkrüppelung langsam zu ersticken .. bis in die Mitternacht und darüber. Oft fügten wir uns an den Körpern. wir erschöpften uns rasch in unseren Exaltationen ... nicht gegenseitig. auf den Schenkeln und an den Kniegelenken. unter die Birnenberge....und . vor Lust unsere Kleider. von Gerüchen und also Geschwüren geleitet.. an der Brust.. verleumdende Nacht geworden war. wenn uns das monumentale. Sätzezerbröckelungen.. in immer stärkerer Rhythmisierung. wenn wir wußten. von den Landschaften. eine primitive Gelenkigkeit. unsere Köpfe an alle vier Wände .. mutwillig unter beschwörendem Lachen zerfetzten wir oft in der Finsternis. konfusen Zurufen. uns.. in hoher Erregung da und dort. aber wortlos herbeiführten.. Verletzungen zu .... allein von der Wärme und von der in ihr Wurzeln schlagenden tierischen Eifersucht unserer Körper gelenkt. Wir rächten uns gründlich an unseren eigenen Körper..

in Verlegenheit. Im Turm war es. fleckenlos.. für Alles gewesen. denn ihm waren in seinem mir lieben Verhältnis zur Anschauung einer ihm „spanischen“ Wissenschaft Correns und Mendels Formeln und Theorien nur Poesie gewesen. getreten. wieder befreien konnten .. denn sie endeten jedesmal kläglich schon in den Ansätzen. wegen der Nähe des Sillflusses. des Pleiotrops. am schönsten . jetzt irritierten sie uns. solange wir es ertragen konnten... früher.. immer noch mehr waren wir hier im Turm auf Vermutungen angewiesen in unserem hochentwickelten Spähertum . in für uns schon lange nicht mehr wunderwirkender zarter Berührung an die vor Feuchtigkeit blitzenden Mauern gelehnt. immer offen. trotzdem standen wir oft nach dem Nachtmahl. ebenso lösten Walters Rezitationen der Verse Baudelaires und Novalis’ oder auch nur der naivste Versuch einer Annäherung an die „Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab“ in uns nur Entsetzen aus. völlig nackt.. kalt. gebrochen durch einen schmalen. die ich. schimmerte. die meinen Walter immer erstaunt. in unserem Elternhaus jedenfalls.. unsere Sprechweise war. zerbröckelten mir auf der Zunge . Exzesse betrieben wir. des Nucleolus. bis wir uns nach solchen Zuständen. krank. vom linken Fensterladen hervorgerufenen Schatten hereinfiel. in Bruchstücken panisch. der Isotope und Mitochondrien. vor allem die Walters. ihm Vergnügen bereitet hatte... Körper an Körper... wo der Lichtschein der Sill in einem beinahe spitzen Winkel. aus Hunderten solchen im Dunkeln bleibenden.Geistesgebrechen ... ja furchtsam waren wir schweigsam in solchen Augenblicken.. wie von mir angedeutet. immer Aufschwung für Vieles. unsere Kindheit und Gymnasialzeit entlang bis zur Katastrophe von ihrem schönen Rhythmus erfüllt. sich von uns noch immer vertiefen und sorgsam verfeinern ließen . auf einmal knechtisch abgewürgt. unsere Köpfe beschwerenden pubertären Erfrischungsmanier . Walters Haut. der Endomitose. weil ich sie nicht aus mir selber zu hören gezwungen war. uns gelang keine Unterhaltung. immer schmerzhafter... aus der frühesten Kindheit. in einer Art unerfüllbaren. die. immer unerlaubter . am allergenauesten beurteilen konnte. Meine Erklärung des Chromonema zum Beispiel. . ängstlich. Es dauerte meistens Stunden.

.. praktisch nicht mehr existierte . doch hat es länger als eine Woche gedauert... und wie hätten wir dort zu leiden .. sich schmerzhaft Vollziehende auf .... in Wörgl. die alle so kompliziert aufzumachen sind . Wie hätten wir. schwerbeladene Wagen .. der Walter immer mehr Medikamente verabreicht . in dem sie oft wochenlang unser Gast gewesen sind. sei unser Innsbrucker Haushalt aufgelöst worden: durch die Herrengasse führen ununterbrochen Wagen mit unserem schönen Besitztum davon. immer kommt er mit immer größeren Schachteln. an welchem wir aufgewacht waren. von Mund zu Mund. er sehe ununterbrochen das „Fürchterliche.. schon durch Jahrhunderte wohlbekannt sind ... Wir hörten von Tag zu Tag von uns lieben Gegenständen. denn unser Onkel berichtet uns immer darüber . er sehe sie einmal von links und einmal von rechts ... Wie ungeheuerlich das nur auf Schadenfreude und auf gemeinnachbarliche Spekulationen Gegründete. die forttransportiert worden waren. wir verurteilen sie. wenn auch jetzt im Turm nur noch chaotischen Denkvorgänge: wir billigen die Handlungsweise unserer Eltern.. zum Unterschied von der Öffentlichkeit.. die uns im Laufe der Jahre verbliebene Urzelle unseres Familienbesitzes.An Hollhof Geehrter Herr. an dem Tag. in Innsbruck und unter den Menschen zu leiden gehabt. wären wir nicht von unserem Onkel nach Amras in den Turm gebracht worden... denn wir lesen sie. zum Unterschied von den Innsbrucker Zeitungen.. Unabwendliche . was die Zeitungen schrieben und was sie schreiben.. .. nicht .. gesprochen wird. Wir wissen..“ Die Verhaltensweise unseres Onkels deute auch darauf hin . bis unser Elternhaushalt. im ganzen Inntal gesprochen wurde. vermutete Walter.. was in Geschäften und Gasthäusern und auf den Märkten in diesen Tagen und Wochen. da wir doch beide in ganz Tirol wohlbekannt sind. gegen die Anfälle spritzt er ihm eine ganz neue Chemie ein .. Gerichtsmenschen.. und auch im Irrenhaus. Schon am ersten Turmtag.. Unser Onkel besucht uns Dienstag und Samstag in Begleitung des Internisten.. Unser Onkel klärt uns über das in der Innsbrucker Herrengasse Vollzogene. was in Innsbruck und was in Wilten und Amras. das entsetzliche Gerüchtmaterial in die zersetzungslüsternen Innsbrucker Gassen einfließt. von Gehirn zu Gehirn geht . unter den dort noch immer herrschenden Zuständen . wir konstatieren eine seltsame Übereinstimmung unserer.. in Hall und in Kufstein. in seine Straßen und Plätze..

immer wieder .“.. von der tirolischen Engstirnigkeit ... uns die Ursachen klarzumachen . obwohl für ihn doch draußen. Landtags. wie Walter es sich vorstellte. aneinandergedrückt.. sondern neben ihren Betten. Steinmetzen. Walter und ich. gefunden worden .... von kirchlicher und weltlicher Infamie... verschiedene Zweideutigkeiten hätten der Tiroler Justiz zu denken gegeben: unsere Eltern seien nicht in.von Möbelstücken... Geschirr und Wäsche. so. geschweige denn... die Liquidation ist zu schnell gekommen. die Stimme unserer Mutter... etwas gewesen war. eine Stimme .. Gerichtsbesuche .. Innsbrucker Journalistenkletten .. die Schritte unserer Eltern im Garten. getrauten wir uns über unser Schicksal nicht nachzudenken. war er darauf bedacht gewesen. Geburtstagsgeschenken unseres Onkels. Abbitten. mit der Schnelligkeit der neuen offiziellen Besitzergreifer in alle Winde zerstreut. uns war immer wieder der unerträglichste aller Schmerzen verursacht: die Erinnerung an die Eltern . Wir hören jetzt nur noch von Rechtsanwälten und Leichenbestattern. es wiederholte .. Begriffe . die Ärztekonsultationen . Selbst von unseren Fahrrädern... Zu unserem Vormund bestimmt... Wir sind glücklich über das von ihm für uns Gerettete... doch es gelang uns nicht.. haben wir uns. wenn es auch wenig uns Gehörendes ist . uns in Amras vor jeder Beschädigung durch die Außenwelt zu bewahren .. Unser Entdecker ist der Imster Geschäftsmann Lugger . die plötzliche ungeheuere Korrespondenz . trennen müssen.. unter dem Turmfenster.. daß es uns weitergebracht hätte. uns auch nur zeitweilig schmerzfrei zu machen... oft in der Nacht. Totenscheinen . von Friedhofsverwaltern. entführt worden ist .. Wir hörten. denn niemand im ganzen Inntal ist so verschuldet gewesen wie unser Vater … Gründlich.und Bischofsbesuche ... Bürgermeisterbesuche .. jedesmal aber das gleiche „Es ist nichts . woran unsere Kindheit behutsam geheftet war.. eine Stimme hatte ihn ja zum Fenster gezogen .... in alle Himmelsrichtungen uns in großen und kleinen Wagen. laut Gerichtsbeschluß. tausenderlei Erklärungen . zu jeder Tageszeit. Wir hätten im Juni auch noch ein Gerichtsverfahren gegen uns zu erwarten. von Spiegeln.. Walter ging oft zum Fenster und schaute hinaus und sagte: „Es ist nichts!“. die Geschwindigkeit der Gläubiger hat uns doch vor den Kopf gestoßen .. in Walters Bett . von entlassenen Dienstboten.. nämlich auf dem Boden. von Bildern und Büchern... ein Geräusch. von den Praktiken Hunderter Gläubiger. Unser Onkel hat alles für uns zum besten gelenkt: Vorsprachen. Wir vermieden die uns verletzenden Wörter... daß alles.

wir fühlten und wir begriffen . nicht mehr auf Vermutungen angewiesen.. den wir uns für uns und für alles bestimmen konnten. gegenüber.. das.. nach langen Perioden der Erschütterung unserer Gehirne. uns erneuern .. nur immer uns selbst überlassen gewesen waren... dann sein Schweigen wie in fürchterlicher Ergebenheit .. daß er vom Strohsack aufsprang und an das Fenster stürzte .. waren wir eingeweiht in die Schöpfungsvorgänge. aber im Garten war niemals auch nur eine Andeutung eines uns rufenden Menschen . Himmelserscheinungen.. in die Willensstärke der ganzen Materie ... und zwar doppelt verstandesmäßig mit der gesamten Natur verbunden. von einem Rufen erschrocken .. nicht ohne ihre Erziehung..... in einem bestimmten Verhältnis unserer Schläfenknochen zum Erdmittelpunkt. selbst Wasser. Oft saßen wir uns.. In Meeren und Wüsten zugleich die Erschütterung der Atmosphären .. Gestein . Böden und Mauern Durch die Böden und Mauern waren wir auf das engste mit der gesamten Natur. in unserer katastrophalen Körper. ohne Blut waren .. ganz deutlich die Rufstimmen unserer Eltern. von einem bestimmten Zeitpunkt an auch ich hörte .. Wir waren uns dann unser selbst als zweier doppelter Spiegelbilder des Universums bewußt ..und Geistesverfassung.. selbst verrückt. nicht kopfzerbrechender Schweigsamkeit konnten wir uns in solchen Augenblicken verständigen... in wie feiner. oft waren wir wirklich so hoch in der Sternbildanschauung.... Höllenreflexe .... war uns in diesen Wochen so gegenwärtig wie niemals vorher . wir horchten stundenlang an den entferntesten Ufern . die wohl am innigsten mit unseren Eltern zusammenhing.. Unsere Kindheit.. von uns abgewandt. wir hörten das Gemisch aller möglichen Sprachen. wenn wir horchten und dadurch begriffen . als plötzlich mein Walter zum Fenster sprang.. das Gemisch und Gedröhn aller Laute erfüllte unsere Kopfhöhlen. die zeitweise ganz ohne Fleisch. wir schauten. war sie unserer Verrücktheit ein Trost . auf die Berechnungen klaren Menschenverstandes .. eine sehr freie und dadurch strenge Erziehung . .sich täglich in immer kürzerem Abstand. nicht nur durch die Luft .. im Vorteil der Sterblichkeit.... gerade weil wir von ihnen ja niemals schockiert worden. Wir hüteten uns davor... wir hörten es aber viele Wochen lang immer gleichzeitig rufen . daß uns fröstelte...

in Trient und Bozen verspielt und vertrunken .. wo er Freunde hatte. weit entfernt . Wir waren bereit gewesen.. Wohl hatte das schwüle Wetter unseren Entschluß herbeigeführt. nicht mit unseren Eltern fort. Wir waren uns in unserem Tod schon sicher gewesen .. bald tot zu sein.. sterben zu dürfen. verpachtet. verloren .. dieser uns alle beschämende Gerichtsgesprächsstoff .. in die von den Eltern . und die dadurch heruntergekommenen Geschäfte des Vaters . um es wieder für sich zu verfinstern . Wir staunten darüber.. Eingeweiht in das Selbstmordkomplott.. wenn ein Mensch weiß. in Rom... uns keine Verzögerung mehr gelassen. die präzise Gelenkigkeit der Mathematik.... der Weinbau. verwahrlost. was solche Krankheiten ständig verursachen . der allerschmerzlichste aller Verluste: die Muttereralm. aus der Welt geschafft waren . . wir hatten ganz auf das Urteil unserer Eltern vertraut.. beobachteten wir die Drehung von Millionen von Lichtjahren. .. wir waren noch Kinder gewesen.. Und Walters Todeskrankheit... die Entscheidung aber war schon vor dem Heiligen Abend gefallen .. schon als Kinder.. waren wir in den letzten Wochen zu Hause in Wirklichkeit ja schon befreit gewesen in dem Bewußtsein. Das Phantastische enthüllte uns alles sekundenlang nur... Venedig und Genua. zuletzt gehörten uns nur noch die beiden Apfelgärten in Wilten.. die schöne Wirtschaft in Lans. daß wir noch lebten .. Unsere Schläfen an Böden und Mauern gedrückt. konische Kreisel...das Gesehene anzusprechen . uns wieder zu existieren getrauten. die große.... . kugelförmige Himmelskörper... noch existierten. zu sterben .... die höchsten Augenblicke waren naturgemäß immer die kürzesten.. überhaupt allerkürzeste Augenblicke . das Sägewerk und der Kukuruzanbau in Fulpmes waren auf einmal. Unser aller Leben war durch die Todeskrankheiten der Mutter und des Bruders unerträglich geworden. noch immer nicht in Verwandlung begriffen . die Eltern schützten uns zwar vor der Finsternis. unserem Vater gehorcht .. der erste. zu sterben.. . die Aussicht. aber auch die waren bald in der fremdesten Hand . dieses uns alle beschämende Aufsehenmachen . im letzten Jahrzehnt hatte unser Vater das Geld in den schönen italienischen Städten Mantua und Turin. die doppelte Todeskrankheit ... wir hatten nicht sterben dürfen . die Hölzer in Aldrans. Die Hypotheken... die Todeskrankheit der Mutter und seine Todeskrankheit zusammen .... die Schulden in Vorarlberg hatten schon früh unser Leben verdunkelt . wir tappten aber doch immer wieder.. der Passeiersteinbruch . hatte uns beide beschwichtigt .. die nicht mehr zu heilen sind .

In dem von einer Unzahl alljährlicher Erdbebenstöße völlig verschont gebliebenen. Wie gut... zu Mittag aßen wir Äpfel und Birnen. zum Phantastisch-Grausigen neigten.)... von uns immer durch einen Eichenholzbalken verriegelten und so gegen das Verbrechergesindel abgesicherten Turm. Küchelberger. Jetzt.. unter der Aufklärung unseres Onkels. am Abend machten wir uns auf dem offenen Feuer der Schwarzen Küche eine Kanne voll Wein heiß (Lebenberger. von aus dem Dunkel der Küchendecke herunterhängenden toten Ärschen und Fersen und Köpfen und Armen und Beinen . an welchem wir beide darüber erschrocken waren. durch die monotone Trübsinnigkeit aller Jahre waren wir schon bald nicht mehr für die Gesundheit zu gewinnen gewesen . uns schon am ersten Tag. doch wir rührten sie niemals an. ihre Leiden schließlich zum Mittelpunkt unseres Lebens gemacht hatte. von dem Rauchfleisch zu essen.. Greifener . die wir augenblicklich immer in tödlicher Angst lebten. dazu ermuntert . waren... die wir zeitlebens in Hochgebirgsfiebern alles ausnahmslos zu zerfühlen und zu zerdenken hatten... wenn auch sanft. Vor allem die dauernde Bettlägerigkeit unserer Mutter. das von der Decke der Schwarzen Küche herunterhängende Rauchfleisch war uns. die immerfort Hilfe beansprucht und. sondern begnügten uns am Morgen mit der uns von einem der Gartenarbeiter auftragsgemäß vor die Turmtür gestellten Milch und dem dazugehörenden frischen Brot. der immer mit vielen Papieren aus der Stadt herauf in den Turm kam. liquidierende ... Lebensmittel für mehrere Jahre gestapelt . deprimierte uns ununterbrochen . uns zwei in den Turm eingesperrten Köpfen. ein phantastisches Bild von getöteten Militärischen..geworfenen Schatten . mit welchen der obere wie der untere Boden angefüllt waren. wie durchlöchert unser aller Existenz schon immer gewesen war.. Gläubiger in unserem Elternhaus ... im Hinblick auf von unserem Onkel befürchtete Katastrophen. das in der Schwarzen Küche hing . von Natur aus in einem Anschauungszwang zum Phantastischen. sich immer rhythmisch zufallenden Männerleichen ... der uns alle vier ausrottende. uns zerstörte auch das uns zur Gewohnheit gewordene Aus-und Eingehen aller möglichen größenwahnsinnigen Ärzte. Gehirnen. dazu aßen wir von dem Rauchfleisch.. daß die Eltern uns nicht mehr erleben mußten . in den Kellern sowie auf dem Dachboden. Naturgemäß war uns bald nichts als der Selbstmord geblieben... uns. Unser Onkel hatte uns erlaubt. eine von unseren Grauenverstärkungsanlagen hervorgerufene Fiktion von Leichen.. sahen wir beide erst. die wir schweigend auf unseren Strohsäcken austranken. Innsbrucker Okkultisten.

er fürchtete. es länger als ihm. die ungemein feine. ich schnitt es uns jeden Abend so kunstvoll als möglich in hauchdünne Blätter und tunkte es uns in den Wein ... es brachte mich auf die finstersten Geschwistergedanken . die Türme der Lechstadt Augsburg darstellend. bis zu seinem Tod. die er im Turm war. Walter. mich nachdenklich machender Aufmerksamkeit: wie er „Das Messer ist frisch geschliffen“ sich mir gegenüber zu sagen getraute. Walter getraute sich nicht mit ihm umzugehen.. in Handarbeit viel geschickter. ..... bin ich erinnert. daß es in seiner Hand nur zur „Zufügung sonst nicht geschehenden Schmerzes“ gebraucht werde. wie er es immer umging. damit in das Rauchfleisch hineinschnitt . sobald es in seiner Hand wäre. und so berührte er es die ganze Zeit. gab mir zu denken. nicht . gefiel uns . er fürchtete sich sogar. Das Augsburger Messer oder das Messer der Philippine Welser Ich schnitt das Rauchfleisch wie auch das Brot mit dem Messer. was auch immer er in bezug auf das Augsburger Messer sagte. er schaute es nicht so an. er fürchtete. war aufschlußreich. ein krankhafter Zug war um seinen Mund. wie er sagte. in solcher Vorstellung lebte er. zwei Meter von unseren Strohsäcken weg. jeden meiner Schnitte verfolgte Walter mit großer... Walter phantasierte oft in der Nacht um das Messer herum .. wie er sich fürchtete.und Brotschneiden da gewesen: merkwürdig.. hat sich schon als Kind geweigert. immer war es zum Rauchfleisch. gab mir zu denken. das die Philippine Welser 1557 für den Erzherzog Ferdinand aus Augsburg nach Tirol mitgebracht hatte und das in der Schwarzen Küche. interessierte uns. wie ein Mensch ein Messer anschaut ..... es nur in die Hand zu nehmen. aber alles von Walter im Turm Gesagte hat mir zu denken gegeben . wenn ich das Augsburger Messer mit raschem Griff von der Wand nahm .. Schon als Kind hatte ich das Augsburger Messer auf seinem Platz in der Schwarzen Küche gesehen. wenn ich.... zuzustechen . mit dem „unserem Onkel gehörenden Kunstwerk aus Augsburg“. die „philosophische Ziselierung“ (Walter) auf beiden Seiten der scharfen Klinge. was das Messer betrifft. an der Wand hing.... „zuträglich“ anzuschauen.. doch entzückte es ihn.

es ihm mit Erwachsenenschnelle in die Hand pressen..... Dreikönig . in unseren Träumen atmeten wir ihre Luft ein. doch nur Irritierendes... in welchem es auf dem Boden lag... eine traurige Verwahrlosung alles dessen.. auf denselben Strohsäcken. das das schärfste war. Vor allem beschäftigte uns im Turm unsere Kindheit.. im Turm Schutz suchend vor den Mücken . die wir mit der Katastrophe verloren hatten . es ihm zu ersparen.. ich machte Walter schon gleich am ersten Tag im Turm von mir aus den Vorschlag.. ihn Erschreckendes. er wollte es ihm einmal aufzwingen.. an den Häusern wie in Gedanken se- . unglaublich Erschreckendes ausgelöst haben.... ich wollte es unserem Onkel geben. war unsere Kindheit von unseren Eltern durch ihr Wissen und Fühlen unscheinbar folgerichtig für uns gelenkt worden . zu Ostern. In Walter muß der Anblick des Augsburger Messers. zum Unterschied von mir. damit er es mitnehme .. Bei geschlossenen Fensterläden täuschte es uns einen „türkischen“ Mond vor . auf welchen wir jetzt unser Lager hatten. ich erinnere mich genau: ich war in dem Augenblick. warum sich mein Bruder vor ihm. wenn wir in den Turm gekommen waren. von seinem Glitzern und Funkeln ergriffen gewesen ... da waren sie.. es von der Wand herunterzunehmen . später von ärztlichen Vorschreibekünsten.... des Messers der Philippine Welser. sie lag für uns hinter einem finsteren Wald von Enttäuschungen. aber das wollte mein Bruder nicht .. ein fürchterliches Entsetzen .. das Messer zu Boden geschnellt.. doch war mein Walter davor zurückgesprungen . worin wir uns zaghaft entwickeln durften.. uns selbst überlassen.. verdunkelte unser letztes gemeinsames Familienjahrzehnt . durch den es keinen Rückweg mehr gab .. fortwährend fürchtete.. versunken .. die naiven Gedankenschwünge.. Dieses Vorfalls erinnerte ich mich sogleich bei dem neuerlichen Anblick des Messers . in welchem es nichts als den Genuß einer ungewöhnlichen Schärfe und hohen Kunst hervorrief. an Spätsommertagen. Das Augsburger Messer oder das Messer der Philippine Welser: mein Onkel verstand nicht. Zuflucht suchend und Zuflucht findend vor der mit uns Unzucht treibenden erbosten Natur ... der Schönheit der Elemente entsteigende Phantasien.. von Millionen von honigsuchenden Bienen gejagt. wir konnten es an den Menschen. Arabesken an der furchteinflößenden Außenfassade des Lebens .es anzurühren.. väterlichen wie mütterlichen Verzweiflungen .. hörten wir ihre Bachgerinnsel .. Pfingsten. um uns und in uns und mit uns zerbröckelte alles.

denn es war in Wirklichkeit ein Aufwachen schon in den hohen und grauen und antwortlosen Gerichtssälen dumpfer Lehrpläne.. In diesen Monaten hatten wir uns rasch im Auswendiglernen deprimierender Umgangsformen des Pseudogeistes erschöpft. Viele Monate nacheinander waren wir in der Herrengasse verurteilt zu einem mehr und mehr grauen Gemütsleben.hen . Das Gras war bald nicht mehr so frisch.. An Hollhof Geehrter Herr..... anschauen an den von ihren Besitzern schon abgewandten Gebäuden . sondern nur in uns selbst .. Weltanschauungen..... nach München gefahren.. Wir konnten die Quellen für unsere Musik und für unsere Naturwissenschaft nicht auf dem staatlichen Boden finden.. Unsere Universitätszeit war wahrscheinlich unsere schlimmste Zeit. alles Feinere in unseren zur Grobheit ja gar nicht befähigten jungen Gehirnen zerstörenden tagtäglichen Hinuntertrinken des die ganze Welt verseuchenden dicken Gelehrtengiftes. von unseren eigenen Professoren verfaßten Schriften und Bücher... immer weniger oft waren wir aufs Land. Das sogenannte Schulische wie auch das sogenannte Höhere Schulische war uns ja immer verhaßt gewesen. das Getreide nicht mehr so hoch. nicht mehr an den See . der tägliche Gang durch ein rundes Jahrtausend unserer faulen Wissenschaftswelt . staubiger Theorien und Philosophien. alles mußte verfallen ... unsere nur fünfeinhalb Monate dauernden Hochschulstudien waren ein unser Gemüt gleicherweise willkürlich wie radikal unterdrückendes Durchqueren der Leopold-Franzens-Universität und ihrer Institute am Botanischen Garten gewesen... die Bücher waren auf einmal nicht mehr ganz so unüberwindlich gewesen .. in deren üblem Geruch uns das Hören wie Sehen verging . ein Aufwachen in den stinkenden Laboratorien und Hörsälen unserer düsteren Landeshauptstadt .. hatten wir unsere Anlagen bald überfordert ...... kaum mehr zu Verwandten .. kaum eine Lebenszeit . in den ekelerregenden Unterdelirien des Hochschulwesens . die Epilepsie verfinsterte uns. auch unserem Vater verhaßt gewesen .. aus dem uns anbefohlenen Unterstreichen . schon das Aufwachen in unserem Elternhaus war uns nichts als Qual gewesen. Mit dem uns vom Staat anbefohlenen.. das unsere Studien verbitterte . immer weniger oft nach Italien.. denken Sie nur an das wochenlange Durchpflügen und Durcheggen riesiger.

Die Wochentage unserer Universitätszeit waren ein trauriges Beispiel für die den Lähmungsgesetzen der Unterrichtswelt unterworfenen Hochschulmartyrien. durch die Stadt . je älter wir wurden. unser Wochentagsmartyrium an den Sonntagen auszuschalten. und so existieren müssen . auch in ihnen herrschten.. die nächtlichen langen Friedhofsbesuche . waren wir über die Berge .. auf und davon flogen in hohe. Aber auch der Sonntage unserer Universitätszeit erinnere ich mich nicht gern. zubringen müssen . wir liebten die scharfe Luft an den Ufern des Inn.. immer seltener automatisch gelang. die wir in allem und jedem das Schöpferische zu lieben und zu erhalten gewohnt waren. Unsere Universitätszeit war so eintönig gewesen wie ihre Methoden. einen ganzen Winter lang hatte ich nur mit dem „Primärvorgang“. Mit Walter war es. Hochschüler... wie eine Todeskrankheit beherrschte sie uns .... nicht anders gewesen . vertieften wir uns am Sonntag in sie . In der Unfähigkeit. allein mit dem uns angeborenen Scharfsinn.... den Inn entlang. denen wir nicht ein einziges Mal entschlüpfen konnten . mit der Vorliebe für das Ausleuchten aller Ritzen unseres finsteren Denkgebäudes mit der Natur gemeinsam in unseren beiden uns verführenden Wissenschaften verändern ließen. ganz unbekümmert von Hoher Schule und Hohem Schulzwang... ihre Wochentage .. mit der „akzessorischen Substanz. auch schon in unserer frühen Kindheit nicht mehr immer automatisch gelungen war. in Transportform des Chromosoms in erster Linie als sogenannte Hüllsubstanz (Matrix) erscheint“. auf dem Friedhof in Mühlau … immer waren wir. zerstören. wegen Walters . weil von Tag zu Tag.. hatten wir beide manchmal die Kraft für einen Spaziergang im Garten. das uns... ja höchste Regionen... Wir kannten nie das athletische Luftschöpfen der meisten Studenten.. unterschieden wir uns in nichts von den andern . doch waren wir beide immer an unsere von uns selber erfundenen Wissenschaftsbrückenträger geklammert . was das Schulische.. auf einmal in Urgestein und in Familie. vernichten mußten .. die dicken falschen Schriften zu fliehen.von die ganze erbänderungs-philosophische Maschinerie zerstörenden Sätzen bestand diese Schulzeit für mich . anstatt die falschen.. nur kurz vor dem Einschlafen.. vergeblich von uns zurückgedrängt. die. sobald wir uns aber. Walter in seiner Zwölftontechnik .... Höhere Schulische betrifft. die uns...... jungen Menschen . mit der Zeit... einer glorreichen Eingebung Folge leistend. ja. unerhört exakt existieren müssen . auf dem Friedhof beim Anatomischen Institut.

in diesem Dämmerzustand existierten wir nebeneinander wie in und wie gegen die mißbrauchte Vernunft unserer Einverständnisse: wir gehorchten nur noch . Rhythmisch. Im Turm waren wir uns plötzlich des Finstersten voll bewußt geworden. zu wenn auch qualvoller Zelebration... was das heißt. von außen und innen an .. Unser beider Verhältnis war nicht ohne Feindschaft . als wären wir selbst unsere eigene Beobachtungsgabe gewesen.. wir setzten sie immer ohne Lust fort und.. zum ersten Male.. Wir lebten im größten Schwierigkeitsgrad. die Universitätszeit eine furchtbare Strafe . uns zu Hilfe zu kommen.. verbanden wir uns nach dem Tod unserer Eltern in ständiger Scheu vor uns selbst.... des Schwachsinns der Möglichkeiten . ich bin sein Bruder gewesen. für Walter war alles aus ihm.. im Turm waren wir unser selbst bewußt geworden. In Walter ging dieser Prozeß noch tiefer vor sich .. Jahrelang war ich nicht mehr allein ... vor den eigenen Divinationen ..... Wir waren in Gegensätzen. Das allein wäre Grund genug für die .. sehr konsequent gewesen.... unserer Versteinerung .. ja in Wahrheit war die durch uns von Natur aus uns angeborene Abneigung zueinander der Quell unserer Zuneigung. wenn ein Mensch weiß. die beide mehrere Stunden dauerten.... unserer Geschwisterverpflichtung... waren wir unser Unglück . kein Gedanke mehr ohne Walter . bis in die finstersten Winkel seines ihn tötenden Kopfes hinein .. zum Beispiel: war ich mit meiner Naturwissenschaft beschäftigt.. die schmerzhaft zusammen sind... hatten wir schon früh wie niemand beherrscht und sie nach der Katastrophe auch noch entwickeln können . noch enger zusammen. war Walter von seiner Musik beherrscht. oft schon auf unerträgliche Weise Körper an Körper gefesselt . in welchem zwei Menschen. apathisch .. Kein Schritt ohne Walter . überhitzt . Zwischen Walter und mir herrschte nur noch ein Dämmerzustand.... für mich aber war nicht das allergeringste aus mir ..Erkrankung.. die von uns zusammen verbrachte Zeit war für uns eine Zeit ohne Schonzeit . die hohe Kunst.... da schauten wir uns. in Augenblicken . Walters Epilepsie beherrschte uns . Nur der Physik unterworfen.. das entkräftete uns mit der Zeit . nicht selbst Harmonie... einen Tag vor den Anfällen unserer Mutter und Walters. Ende Februar. betraten wir das Gebäude in der Angerergasse für immer zum letzten Male ... zu existieren ertragen können ... wir waren uns beide an vielen Tagen so schmerzstillend als nur möglich ... unterkühlt.

. Charaktere.. das Körperliche. besserten die beiden Böschungen aus . gut kommandiert).. Mein Körperliches.. sein werden.. wie ich sah. Freude hatten (sie waren alle von unserem Onkel gut ausgesucht worden... die Leute wußten natürlich von der Katastrophe. sogar vergrößern können: wie wir hörten. Geometrie . das hemmte unseren Umgang mit ihnen . mit unserem Onkel kam jeder gut aus . alle machten ihre Arbeiten gründlich ... das ist wahr.. weil die Zeit dafür günstig war. Durch Walters Krankheit war unsere Abneigung (zueinander) Zuneigung (gegeneinander) geworden .... Wir lebten ständig. Er hat viele Freunde und ist ein geschickter Tiroler Landespolitiker ........ vertrauten sie sich ihm von selbst ohne inneren Widerspruch an. die Älteren kannten wir. wenn wir sie mit ihren Vornamen ansprachen. in den beiden letzten Jahrzehnten. das unseres Vaters . wenn ich wach war.. um vier. Aber auch nach der Abhandlung wird. dem Ort unserer frühesten Kindheit... an welcher sie. exzentrische Körperliche Walters war das exzentrische Körperliche unserer Mutter gewesen. was wir waren.. dem Geburtsort unserer Mutter. um höher unten zu sein . alles ist immer. die... schon Farben ansetzende Natur war unser Gesprächsstoff mit ihnen . ihre Verwandtschaften. Da unser Onkel mehr von der Landwirtschaft als sie alle zusammen verstand. gehorchten sie ihm .. Neue waren uns vorgestellt worden . ist nicht . Wir haben zeitlebens zwischen uns beiden vermittelt . alles bleibt immer in Finsternis . oft inständig... für den Sommer plante er einen eigenen Fahrweg nach Rans . nicht nur erhalten. sah ich auch schon das Licht ihrer Unterkunft auf der Zirkusseite Ihre Unterhaltungen betrafen die Arbeit. die Wälder um Aldrans gehören ihm . in dem . ein Forsthaus ...... von unten nach oben.. in Finsternis bleiben. unsere Gleichzeitigkeit... die Apfelbäume beschnitten .Abhandlung „Über uns“ . Lohnverhältnisse. sind. In den letzten drei Wochen getrauten wir uns hinaus .... in gegenseitiger Körperabneigung ..... wagten es aber nicht. sie gruben ein Stück der unteren Wiese um. Wir unterhielten uns mit dem Gärtner und mit den Gartenarbeitern. unerfüllbaren Wünsche ... Liebschaften. Die sich noch immer beherrschende... er hat sie. bauten die Handwerker für ihn in Aldrans. uns weiter als nur ein paar Schritte vom Turm zu entfernen .. sie liebten es.. mir fremd . wenn wir uns mit ihren Familien und Sorgen vertraut zeigten ... Die Wirtschaft unseres Onkels war eine der besten im ganzen Inntal und ist es noch heute.

taten . in welcher wir sicher waren. er war über Sechzig. den Turm zu verlassen. aber die Gartenarbeiter waren nur vier. was diese Internistenbesuche für uns bedeuteten .. wir waren aus unserem Garten in den an ihn angrenzenden Garten gegangen und so.. es machte uns traurig . hat unser Vater alles verloren .. außer unserem Onkel. und weil wir fürchteten. alles zerstört hat. zwei Flaschen Wein spendiert . weil es vorher vier Tage ununterbrochen geregnet hatte. Unser Onkel hatte uns ja verboten. schon früh mit dem Anziehen fertig. kein Mensch kann sich vorstellen.. daß ich ihn zum Schuppen hinunterführte.. immer zu Fuß in die Stadt . Wir getrauten es uns aber unserem Onkel nicht einzugestehen. in unseren Stiefeln. sah aus wie Achtzig . der uns in der Frühe die Milch und das Brot vor die Turmtür stellte. durch alle die uns in Wahrheit verbotenen Apfelgärten.. in einer Zeit. Der Alte. nicht von ihm überrascht zu werden.. waren wir.. „der einzige Mensch“ . qualvoll von einem Garten zum andern. Wir lehnten den uns von unserem Onkel für die Internistenbesuche zur Verfügung gestellten Wagen ab und gingen. nicht sofort am Ufer der Sill auf die Straße ...... an dem überhitzten. daß wir die Mittel. durch die endlosen Apfelgärten Wildfremder.. und wir mußten zu dem Internisten in dessen Ordination in der Stadt Innsbruck . dann wurden sie nach Aldrans abkommandiert . unter Püffen und Flüchen ... wie einsam wir beide im Turm waren.Zeitraum. An Hollhof Geehrter Herr. übervölkerten Nachmittag von allen angestarrt zu werden. war. kurz nach drei Uhr aus dem Haus gegangen. direkt. so qualvoll das auch für uns war.. ohne Umschweife dann in die . nicht ohne Gewaltanwendung. weil Markt gewesen war... auch daß wir uns mit den Arbeitern unterhielten.. der mir alles verfinstert hat. Worüber wir nachdachten. sechs Wochen unser Bedürfnis nach Menschen geworden war . ihnen ein ganzes Schinkenbein. Da wurde uns auf einmal von ihm eröffnet. drei Tage vor Walters Tod... was wir ja hinter seinem Rücken. fünf Tage im Garten. Walter verlangte danach tagtäglich. Zweimal haben wir im unteren Schuppen mit den Gartenarbeitern zu Mittag gegessen. die der zu uns nach Amras herauskommende Internist beanspruchte... nicht mehr aufbringen könnten. wieder und wieder durch Gärten. machten wir unseren letzten Internistenbesuch .. in welchem er sein Besitztum verdoppeln konnte.. wie groß schließlich nach fünf...

. durch das schwüle Nachmittagswetter. wie für ihn und seine zuletzt erschütternde Hinfälligkeit konstruierten Epileptikersessel mit den vielen Gurten und Ketten. mit der Anstrengung des Stiegensteigens fertig zu werden . vielmehr unter ihm. und . für alle Innsbrucker Epileptischen unter Anweisung des Internisten. durch die Dreiheiligengasse. Sockeln. wenn ich hier. mit meinem armen Walter im vierten oder doch nur im dritten Stockwerk des Internistenhauses befinde. Walter wartete immer geduldig. mir einen Schlag ins Gesicht zu versetzen . Jeder unserer Internistenbesuche war mit diesem entsetzlichen Stiegensteigen verbunden . beschäftigt . ob ich. auf dem auch an den Fußboden angeschraubten. die Spuren vieler Verzweifelter deutlich erkennbar waren. an welchem.. nicht immer dem am allerlängsten Wartenden. neben ihm. auf den Geländervorsprüngen und -verzierungen. durch Schlaflosigkeit schon verunstaltet. hatte er versucht.. wie ich glaubte.. Türschwellen. erhitzt von dem unerlaubt Philosophischen unserer Verschwisterung. dadurch zu kräftigen... Fensterbänken. auf der obersten Treppenstufe mußte ich mir.. uns immerfort Rügen und Lügen zufügend. bis zum Marktgraben durchtraktierten. zwischen den Wänden und auf den Treppen.. auf dem hohen. von einem Höttinger Schlosser zusammengeschweißten Sessel sitzend. vornehmlich an den Seiten. es war unser fürchterlichster gemeinsamer Tag .. versuchten wir uns zu beruhigen. der Befehl zum Betreten der Ordination erteilt wurde . in dem ersten von mir ja schon wissenschaftlich betriebenen Durchstudieren der Wartezimmerpatienten begriffen war. bis in das Internistenhaus .. diese Frage hatte mich jedesmal. beschäftigte mich. die dort herrschte.. durch seine angegriffenen Hirnmassen.. und zwar völlig erschöpft. In der Finsternis. es spielten sich aber vor allem da noch entsetzliche Szenen zwischen uns ab . wie ich weiß... hatte er mich angespuckt . ganze Schübe von Irritationen und Depressionen . in einem mich geradezu füsilierenden Grade unmöglich. Walters Speichel von meinen Kleidern abwischen.. Allein der Gedanke.. auf dem Ihnen schon einmal beschriebenen Epileptikersessel im Wartezimmer des Internisten war es Walter.. schützend und stützend. meinen mehr und mehr hilflosen Bruder schützend. wenn ganz plötzlich die Ordinationstür von innen geöffnet wurde und einem auf den Sesseln Wartenden... in den ersten Augenblicken. denn in der krankhaften Einstellung zu mir und gegen mich. in welcher wir uns..Innenstadt . erschreckte es ihn.. bis ihn das Fräulein aufrief ... mich nun..

je nachdem. im vierten.. mit dem Verrücktesten kämpfendes Denken anherrschend. wie Zahlen.. ich. wenn nicht gar im fünften. sobald mein Bruder auf dem Epileptikersessel saß.. wieder und wieder und ohne die sich im Wartezimmer befindliche. sich nur noch ins . ich zähle beim Hinuntergehen die Treppen. mein immer nur mit dem Seltsamsten. ich multiplizierte und dividierte. diesen kunstvoll mit ihrer Zeit in Widerspruch stehenden Eisenkonstruktionen. der sich sogar im Ausland einen Namen gemacht hat. wo ich mich... in welchem Stockwerk sich der Internist nun wirklich befindet. oder. zähle sie aufmerksam. diese uns dauernd Fallen stellende Menschenansammlung. verzählt hatte . Okkultisten. in sein von der Welt.... sehr oft in Hundestellung . ohne zu einem Abschluß zu kommen .. auch von mir sträflich bitter allein gelassenes.“) mit Walter verbunden . von mir aus jetzt entweder. ab und zu schaute ich. zuletzt.. dachte ich.. bei Verlassen des Internistenhauses einen Blick in die Höhe zu werfen.ich errechnete mir mit der Strenge eines solchen Gedankenverfahrens die Anzahl der im Internistenhaus vorhandenen.. ohne daß er es merkte. sagte ich mir. wie immer. dann wieder von dieser Höhe (von welcher. zuerst ja noch wortlose Krankengesellschaft. in der nervenzerstörenden Fahrlässigkeit meines Gehirns. in meinem Gehirn die Treppen des Internistenhauses untereinander. wie sich mir nachträglich noch herausstellte. daß sich die Ordination des Internisten und. ich errechnete mir die Treppenanzahl vom Erdgeschoß in die Höhe.. wie zur Strafe.. noch aufmerksamer. besser. in schließlich mich irritierender. wie ich wußte. ja. wie hoher Höhe?) hinunter ins Erdgeschoß. als das letzte Mal. um festzustellen. wie nach jedem Internistenbesuch. währenddessen durch einen ihn beruhigenden. glaubte ich. beruhigte er sich . gehörig nahm ich mir vor. um sie zusammenzuzählen . ich berührte ihn an den Knien und an den Schenkeln .. ihn besänftigenden Ausspruch („Wir gehen dann ruhig über die Sillhöfe heim . An Hollhof Geehrter Herr... meinen Körper von innen nach außen erhitzender Weise schrieb ich. neben ihm. aufwärts oder abwärts führenden Treppen. immer von der „Tiroler Epilepsie“ in Anspruch genommene.. auch nur einen Augenblick aus den Augen zu lassen . im sechsten Stockwerk des Internistenhauses befinde .

sobald wir beide auf dem Weg durch die Gärten hinunter sind. und den Wunsch haben.. Viele sind schon von dem Epileptikersessel heruntergestürzt . alle mir verfügbaren Kräfte zusammen. von Amras zum Internisten führenden Weg mitten durch das brutale Innsbrucker Volk sich immer schon ein paar hundert Meter vom Internistenhaus entfernt mit energischer Gewalttätigkeit durchsetzenden Suggestivwillen: mein Walter. der Epileptikersessel. das. wird Walters Epileptikersessel frei sein. Wenn wir nach der stundenlangen Tortur des Weges von Amras nach Innsbruck hinein. Walter hatte sich von vornherein gegen das Anbinden. sobald ich und mein Bruder. daß durch unseren... überhaupt der Epileptikersessel: Walter seufzte. uns oft unausdenkbare Schmerzen zufügend. er wird für ihn da sein . waren die Patienten im Wartezimmer immer schweigsam erschrokken . nähern. dachte ich. danach immer wilder gesprächiger. ohne Ausnahme. ich muß. an die verrückte Lage der Ordination des Internisten zu denken . und unsere ganze Kraft. steigern. schlug er mir mit dem Knie ins Gesicht . ich. finster und fensterlos.. vor der Sill. niemandes Furcht beschwichtigte. war Walters Platz.. sagte ich mir. daß der Epileptikersessel frei ist.. als ich einmal den Versuch machte. Wenn wir eintraten... in welchem wir uns.. elternlose Stadt. auf meinem Epileptikersessel sitzen.. durch meinen und Walters auf dem beschwerlichen. Anketten.. weil ich einen plötzlichen Anfall befürchtete. ihn.. sich tatsächlich niemand auf den einzigen im Wartezimmer befindlichen Epileptikersessel zu setzen getraute . sobald wir beide unsere sämtlichen Kräfte in diesen Wunsch investieren und diesen Wunsch. an die Treppen des Internistenhauses. jedesmal.. auch meine Geisteskraft.. jedesmal frei .... an den Epileptikersessel zu binden.. Fesseln seines Körpers auf dem Epileptikersessel gewehrt . ja übersteigern. fing ich an. ja. mein Platz!“ erleichterte ihn . wie mir schien. Ich glaube... und von Walter aus. für uns ist. gleich wo. für Walter ist .!“ Das sich bei jedem unserer Internistenbesuche wiederholende „Da. ihrer Todeskrankheiten . niemandes Schmerz verringerte... wenn er darauf saß: „Da. Ich mußte auf Walter aufpassen . nicht nur Körperkraft.. auch Walters Kräfte. in der Unkenntnis.Böse hinein veränderndes Kindergesicht .. auf einmal im Wartezimmer waren. Jede Hilfestellung für Walter schwächte mich . in dem Maße.. es war immer für mich das gleiche.. durch die uns ja schon entfremdete.. mein Platz . ja. ohne Lüftungsmöglichkeit.. ja selbst noch im Turm. so wie immer.

Füchse. vierten.. jeweils zwei übereinander.. das zu jeder Tageszeit übervölkerte Wartezimmer machte alles noch rätselhafter . die wir bekommen hatten .. wo sich nur denken läßt.und Kinderepilepsie“. das machte den Anblick so traurig. das sagte ich mir ja immer. ein. Wichtig ist. Tantegert usf. Mich vor der Zutraulichkeit der mir bekannten Internistenbesucher schützend. Frauen. ging ich. wahrscheinlich aber weit fort in einer Verlassenheit.. wie diese vielen anderen eng zusammengepferchten. stumm vor sich hingrübelnd. Mir eine vor uns eingetretene Person.... zu den Sillhöfen. mit einer Verlassenschaft ratlos beschäftigt. keinen Aufzug hatte wie alle anderen seiner Höhe und seines Alters. ja unerträglich gemachten.. in einem dritten. aber schon vom Trübsinn der Fraulichkeit angefallenes Mädchen... alle möglichen Formen der Epilepsie . An Hollhof Geehrter Herr. mit einem vier oder fünf Quadratzentimeter großen Parkettbodenausschnitt beschäftigt. nur auf Zerstörung und Tod aus .. daher so trostlos ausschauenden Innsbrucker Innenstadthäuser. noch nicht einmal schulentlassenes. war mir an diesem Nachmittag unklar .versunken . ein Epileptikerarzt . Ich war mit mehreren von mir am Vormittag geschriebenen Briefen fortgegangen. als sich mein Walter im Wartezimmer beruhigt hatte. Katzen. gar sechsten Stoccwerk. zwei Stunden vor unserem Internistenbesuch unternommenen Spaziergang zum Zirkus hinunter. Männer.. dem in der letzten Zeit (die überall. gemalt von Schlorhaufer . zu ordinieren. dachte ich an den von mir an demselben Mittag. eine ganze Reihe der berühmt-berüchtigten „Inntaler Tier. unklar auch. den ersten Briefen nach langer Zeit . eins der sezessionistischen. deren Aufmerksamkeit wir fast ständig erregten. an den vier Wänden hingen (hängen).. in welches kein Aufzug hinaufführt.. wie die Fliegen die süße Patientenausdünstung von den Wänden schleckten . Warum das Haus.. daß der Internist ein guter Internist ist . von Erkervorsprüngen lächerlich... . die von uns so genannten „Epileptikerbilder“.. sagte ich mir.. jeden in Kürze zu Verbrechen und Unzucht verleitenden und verführenden Häuser. wie ein Arzt auf die Idee kommen kann.. fünften. Kinder. einprägend.. beobachtete ich... die Bergstadt auf die denkbar gründlichste aller Verzweiflungsgrundlagen herunterdrückenden. in ihnen bedankte ich mich für die zahllosen Zuschriften.. Hunde während furchtbarer epileptischer Anfälle darstellend .

. so lange beobachtet. an die Finsternis geschweißten Kopf. während mich Walter. so. an die nur mir eigene.. die aus den Gärten von Amras nach Wilten führt . in der Gewißheit. In diesem Gedanken verfolgte ich mich eine Zeit . ich ging. von zwanzig Metern. während ich die Patienten durchschaute. . wie um mein Leben war ich in diesem Gedanken in mich zurückgelaufen .. vom Turmfenster aus beobachtet. gelenkt von Geräuschen und Farben .... jeden Atemzug seiner Lungen zu registrieren.. immer gezwungen war... Um nicht ersticken zu müssen.. mit meinem an der Finsternis geschulten. der wochenlang... und dem seine Atemzüge geräuschvoller vorgekommen. sagte ich mir.. wäre das möglich. furchtsame Welt ist nicht mehr imstande gewesen. bis er mich nur noch durch die Kraft seiner Phantasie beobachten kann . in den Städten wie auf dem Land. dem in den Wochen nach unserer Katastrophe.. die Zeit und ihr Räderwerk zu hintergehen .. sinnloser Versuch.. von dem bevorstehenden Arztbesuch angegriffen. ich gehe. durch mich klug abgesondert von allen andern. unerlaubter gewesen sind als die Atemzüge der andern.. alle unbewußten Atemzüge der Jugend und der Gesundheit . allein mit mir selbst auf der von mir nun schon ein halbes Jahr nicht mehr begangenen Straße. nichts verdrießlicher und nichts schwerer geworden war als zu atmen. auf das Postamt . nach rückwärts staunend.. immerfort in die Tiefe durch Tiefe.. noch nicht zwanzig. scheiterte sie.. in einer Entfernung von fünfzehn. von mir geradezu mit wunderbarer Erschütterung vorgenommene Rekonstruction des sich mir nur noch entziehenden Nachmittags . Konflikte .... über so lange Strecken von Trostlosigkeit hätten verschlafen wollen). die die Menschen am liebsten... mit dem sich gegen die Erschütterungen und Enttäuschungen erfolglos wehrenden Hang zur Fürsorglichkeit. ein plötzlich nur noch auf Abschied und Tod eingestellter Mensch. mit Schritten und mit Gedanken haushaltend.. wie ich es immer geliebt habe. aus der Hoffnungslosigkeit rasch herauszukommen ... kehrte ich plötzlich in diesem Gedanken um . mit Walter zugrunde gehen zu müssen ... aus einem Extrem in das andere .gewesen ist – unsere ängstliche. wo wir hinschauten. nach vorwärts zögernd.. vor Walters Tod.. überall und in allem und jedem. Ich gehe unter der Glasglocke unserer Empfindungen . in dieser Zeit. wenn schlaflos. gelenkt von Einbildungskraft . Ich gehe. ging ich. als alle unbewußten.

Wozu ihr wie mir der Verstand fehlt . der Wahrheit zu Willen zu sein. Ein Buch über alle Wahrnehmungen. die Tragödie der Tragödie. die immer nur ein Versuch zur Tragödie gewesen ist. bevor sie in Frage gekommen ist. Direktor Der Augenblick sagt. zu verfassen. ein Buch über alle Wahrnehmungen. daß der Mensch ein kunstvoller Mensch ist. Aus diesem Grund ist es unmöglich. mißbrauchen können. die Fähigkeit. Ich hätte sie schon. die ich im Turm gemacht habe Ein Buch über alle Wahrnehmungen. Die Vorstellung des brennenden Zirkuszeltes im Menschen Die Vorstellung des brennenden Zirkuszeltes im Menschen läßt in den meisten das Geheul der Löwen und das Reißen der Tigernägel erheiternd erscheinen. Jeder Peitschenhieb des Direktors gegen das Tier (den Leoparden) erniedrigt die Vorstellung von zwei Verstandeshälften. den Leopardenstandpunkt.. von ihm mir verheimlichten. müßte natürlich ein Buch über Alles sein. Zirkus Seiltänzerin In ihrer Mitte könnte ich meine Welt aufhalten.. von mir unter unseren Strohsäcken aufgefundenen Schriften. die ich im Turm gemacht habe. über das ganze Mögliche. wäre ich nicht von den Wissenschaften verdorben. die Höhepunkte eines Zirkusprogramms in dem menschlichen Gehirn einfach auszuwechseln. Die Tragödie. Wir nehmen den Standpunkt ein. Balanceakte gegen Zauber- . die ich im Turm gemacht habe. Die siegreiche – da die Natur ein Gesetz ist – weigert sich. zu Ende führen. ich schicke Ihnen heute die von Ihnen verlangte Auswahl der von Walter im Turm verfaßten. für meine Theorien gebrauchen.An Hollhof Geehrter Herr.

auf den fünften verzichtet er. wir sehen seinen Sprung schon zum vierten Male. hinter der Tür. ein altes dickes gewesen. die Zuschauer (für ihr Geld und für ihren Verstand) in Erstaunen zu versetzen. Zwischen dem Spaßmacher in dem silbrigen und seinem Gesellen in dem roten Kleid zielt alles darauf. wie ich bemerkte. weil der Dompteur nicht unsterblich ist. auf dem Sessel neben dem Epileptikersessel. . den Dressurakt gegen die Spaßmacherei … (Der Tod des Dompteurs ist peinlich. der berühmt ist. die Gesichter gewechselt: war dort die ganze Zeit. weil er auf dem Seil einen Sprung machen kann. hatten. als notwendig sind. für das naive Menschengemüt. Die besten Plätze. in dem von allen bejubelten Seiltänzer genau so viel Kräfte zu sammeln. so konstatierte ich jetzt. ist für den Augenblick.kunststücke auszutauschen. alles jahrtausendealte tödliche Tradition. Jedes Erstaunliche hat seine Methode.. auf welchen die Phantasie spielt. war sie geöffnet. An Hollhof Geehrter Herr.) Der Seiltänzer Der Seiltänzer ist berühmt.) Der Spaßmacher und sein Geselle Der Augenblick. auf dem Sessel neben.. vier Sprünge „von solcher verblüffender Präzision“ zu springen. aber alle Augenblicke sind für den Spaßmacher und seinen Gesellen tödlich. (Es gibt nur Hauptdarsteller der Nebenrollen. denn ein einziger Sprung wäre allen zu wenig. Kunststück nur für das menschliche Auge. . nicht für den Spaßmacher und seinen Gesellen. denn der wäre schon fehlerhaft. daß das Erstaunliche nicht erstaunlich ist. die Zeit zwischen zwei Vorstellungen reicht gerade noch aus. für die Neugierde aller Menschen –auf Wunsch des Direktors macht der Seiltänzer immer vier Sprünge. deshalb kann ich in diesem Augenblick Alles hören. keine Methode hat. tödlich. scheinbar bewegungsunfähig. in welchem der Spaßmacher mit seinem Gesellen auftritt. bis wir feststellen.

und zwar immer wieder (jetzt Walters Hand drückend) auf der Straße nach Wilten.. sah ich mich auf dem Hügel.. alles. sah ich mich . mich konfrontierend . wie auch Walter (der aus so viel feineren Wahrnehmungszentren gebildet war) dort. ich sah mich die Ausfahrt des Sägewerks. immerfort vor den Fleischhauerhäusern.. hinter dem Landgesicht. aus allem und jedem desertierte ich ständig . vor den Schauspielerhäusern.. ein von Generationen von Beurteilern von Gesichtern geschaffenes Landgesicht. was meinen Bruder betrifft... mit seiner Frau debattierenden Friedhofswärters . nur mich nicht. sah mich. der Handlungsarmut der Welt. diesem schwülen. ich sah mich im Wald. ich sah mich der Handlungsarmut der Stadt.. den Organen von faulen und konzentrierten Gedanken. beobachtete. immerfort gleichzeitig wechselnden Menschengesichter .... Prozeduren beschäftigt.. also während ich das für mich vollkommen neue junge dünne Gesicht.. dampfenden. die lähmende. unmerklich zwar.. ein unglaubliches Desertieren meinerseits. den Hintergrund dessen... von welchem aus man mit einem einzigen Blick die Stadt Innsbruck.. auf meinem Spaziergang . ich sah mich auf dem Kartoffelacker .. ein von Millionen von Dienstgeberinnen geschaffenes Hausgehilfinnengesicht. ich sah mich in den verrohten Innsbrucker Gassen. aber ununterbrochen durch den Türspalt hereinzog. überblickt . trinkenden. mich unter der Tür des essenden. den Geruch morschen Holzes .. ich spazierte und täuschte mir einen Spaziergang . Von Interesse war mir im Augenblick folgendes: gleichzeitig. immerfort kehrte ich um . ein Landgesicht. ein junges dünnes . wo es... mich an der Mauer des Friedhofs. Während ich das Landgesicht sah. studieren. der Handlungsarmut meines Gehirns entfliehen . in diesem dampfenden Nachmittag.registrierte ich jetzt. Theorien... und immer und immer wieder.. vor den Schriftstellerhäusern... erfrischenden Regengüssen . dem dünnen jungen Gesicht . den Vordergrund ...... mich unter den Apfelbäumen am Rand des Friedhofs. das einmal uns gehörte. das junge dünne Gesicht war für mich (während ich mich sah) alle jungen dicken und folglich auch alle jungen dicken und alle alten dünnen und alten dicken Gesichter zusammen. mit seinen kurzen. vor den Gerichtsanwaltsmenschenhäusern umkehren .... alle Gesichter auf der sich ständig vergrößernden und ständig verkleinernden Welt: alle immerfort gleichzeitig existierenden... das Lärmen der Sägen. worauf ich spazierte . dem Hausgehilfinnen-. immerfort strömenden Nachmittag .. mit den Ideen und mit den Ideen von Ideen.

. aus dem Hinterhalt meines Gehirns beobachtete. in dem verhexten Versuch. der kein Spaziergang war.. widerwillig aufrief . der eine Stunde lang warten mußte. unser ganzes Elend nur vorgetäuscht . erscheint nur als ein Spaziergang. und zwar den vorgetäuschten Spaziergang eines Spaziergangs. Walters Durchdenturmtappen) . am meisten machte ich aber mich lächerlich... alles (Walters Morgenerschöpfung sogar. den ganzen Nachmittag vorgetäuscht.. manchmal schritt.. Walters Mittagsschlaf. denn ein vorgetäuschter Spaziergang ist kein Spaziergang.. kroch und schritt. als der Spaziergang eines Spaziergangs . in der Apfelallee. Und aus einer Entfernung... bis ihn das Fräulein dann endlich aufrief.vor .. durch mein Unglück....) wie auch die Beobachtung meiner Darstellung zu beobachten ... verrückt. ich war nicht mehr fähig zu einem Spaziergang.. im Wartezimmer des Internisten. ich hatte mir meinen Spaziergang nach Wilten vorgetäuscht... war ja auch die Lächerlichkeit meiner Darstellung (während welcher ich dauernd mit dem Hintergrund... ich spielte mir also diesen meinen Spaziergang. mich lächerlich machend .. die gehende und die anscheinend gehende. gemein. durch den Hintergrund wie auch Vordergrund kaum geschützt. aus welcher ich mich da laufend und springend.. künstlich ... ich machte da alles lächerlich.. recht oft in einer mich augenblicklich von oben bis unten beschmutzenden Pfütze.. mit dem Übergrund wie auch Untergrund meiner Darstellung korrespondierte . ich war eine ungeheuere Anzahl von Existenzen. .. die für mich die beste war. mit rücksichtsloser Verstandesschärfe mich kritisierend. die Lächerlichkeit.. mit meiner auf einmal auch dort wieder ganz philosophischen Vorgangsweise. eine ungeheuere Anzahl verheerender.... ich machte mich lächerlich.. neben Walter. hüpfend und blitzartig stillstehend. im Gehirn des Gehirns . in meinem verrückten Gefühlszustand . die Natur mit der Lächerlichkeit meiner selbst für mich selbst in Einklang zu bringen . während ich also neben Walter im Wartezimmer durch die Allee bis nach Wilten lief. schritt und lief. jede Einzelheit an mir beobachtend. während er doch ein Spaziergang ist .. durch unser aller Unglück war ich für solche Gehirnmöglichkeiten in der Natur trainiert . machte ich alles nur lächerlich . lief und kroch. vor . mich durch mich lächerlich ... alles bedeutender Existenzmöglichkeiten . nicht lief. in meinem Gehirn... ich war in mir selbst mit mir wie mit mir wie in einem schlechten Roman vorgegangen . mein ganzes Elend. im Wartezimmer.. neben Walter.

Holzprügel aus dem Weg schlagen . In Walters Gesicht waren immer nur Traurigkeiten ... aus den vielen Generationen unserer Familie zu befreien versucht.. in den Strömungen aus der Unendlichkeit in das Inntal herein... nachdem ich die Briefe aufgegeben hatte... durch das Schwarze des Lemmenwaldes . die Überlegungen über meine zahllosen Briefe (Bittbriefe. aus immer dem einen Chaotischen in ein anderes . nach Amras zurückgegangen war. Gummi.. Internistengesichter . schließlich Effekt beherrscht . mit den Todeskrankheiten unserer Familie absterben müssen . Ausschweifung. doppelte Überlieferung... auf uns zwei eingeschränkt. doppelte Energie. aus unserer Familie. auf uns zwei in uns . halb verrückte .ich verfinsterte mich in der konfusen Strömung der Luft. so ist auch Walter an den vielen Todeskrankheiten Tirols. Bettelbriefe. Assistentengesichter... ich bin gewesen . Verstandesschliche daraus zu befreien versucht. ich sah mich noch (im Wartezimmer des Internisten) Papierfetzen.. die Makrologie der Altersbegriffe .... das Postamt verlassen.. daß ich Angst bekam .... für Walter war immer alles doppelte Qual gewesen. Zeitungsblätter (ein Stück der TIMES!)... Enttäuschungen .hüpfende. meine Leiden unterbrechenden Affekt. erfolglos .. gemeine Briefe.. den allerkürzesten Weg.. An diesem Nachmittag hatten sich die Wände des Wartezimmers so eingeschränkt.. blitzartig stehenbleibende. immer habe ich mit den Todeskrankheiten Tirols.. das Zerbröckeln dann meiner Begriffswelt. den kürzesten. mich durch Körperschliche.. als ich.. die Logarithmen flüchtiger Himmelskörper . Mein ganzes Leben lang habe ich mich aus mir selbst und aus Walter. ich sah zugleich mit dem jungen dünnen Patientengesicht alle Patientengesichter zusammen: alle Patientengesichter. ich bin alle existierenden Existenzen zusammen gewesen.. an diesem letzten mit Walter zusammen verbrachten Nachmittag als einen dauernden... wir zwei haben uns beide zeitlebens ungeheuer im Nachteil befunden .. intelligente Briefe) abgeschlossen hatte... Todesursache . mich dauernd unterbrechenden.. alle Erfindungen und Empfindungen.. springende.... die Sie sich vorstellen können: mir höchstmögliche Symmetriespannung . wie in einem Umspannwerk aller Verzweiflungen sah ich alles ... auf mich eingeschränkt. der Natur in uns immer gehorchen müssen . an den Todeskrankheiten unserer Familien abgestorben . alle diese Existenzen. ich hatte mich aber. Das fühlte ich: lauter Frühlingsluftzüge ungeheueren Weltverstandes . Begeisterungen.

durch den Nachmittag. gleichzeitig vor mir: die religiöse Gleichgewichtsstörung im fünften (oder im sechsten?) Stock . Feinde der Prosa.. mit mir ist eine ganz neue Architektur geworden. Da warte ich und dort gehe ich .. Zuendegeredete .. Zirkus . „Sätze“ Walters Amras. ich hatte die ganze Zeit. woraus der Tod wäre . diese Verstörungen der Menschengesichter ... vor allem vor dem Geschichtsroman. wie Sie wissen.. Das. beispielsweise selbst vor Salammbö . Stunden... Die Luft dringt ein und löst auf .. . Wir beherrschten beide die Kunst der Andeutung wie keine andere .. An Geschichten hatten wir nie Gefallen gefunden . eine von den Wissenschaften ja gar nicht mehr wahrnehmbare Nekromantie war an diesem Nachmittag. in seinem Kindergesicht . nur an meinen Spaziergang gedacht: Wilten. historischen Zufälligkeiten.. der schon vom ersten Augenblick an sein letzter Nachmittag gewesen war. uns ekelte vor der geschwätzigen Literatur. wir haßten. und an diesem Nachmittag überdeutlich. Leichenhaus hatten sich in Walters Gesicht.. Tauben. gehorchend... an [-die emsigen subalternen Vorstadtgeschichtemacher .. Enten. in seinem Gesicht gewesen.. ganz neue Kreise.. vor dem dummen Erzählerischen.. den ich liebe .. Fasane. die Verstörungen abgelöst.. Die Lautlosigkeit des Gehirns . Katzen. wohl oder übel der Anziehungskraft der Natur ausgeliefert. vor dem Wiederkäuen der Daten. Hunde.. verachteten alles Ausgesprochene. Sill. ganz neue Rechtecke. den Gesetzen des Lebens mich fügend..... das IMMER von seiner zu hohen Intelligenz hervorgerufen.. März Mit mir sind ganz neue Flächen... die ja alles nur flüssig zu machen brauchte .. unter den vielen Patienten.. wie in einem Sterbehaus. ich sah die Schwibbögen unserer Väter .gewesen... Wir waren ja. dann die Patientenunterhaltung dahinter.

der Tod. Ein großer Plan aus Furcht .. die nichts mehr bewundert. Ich bin die Grenze.. Die Übergänge sind rätselhaft . . Der ideale König. Krankheitserreger: philosophische Spitzfindigkeiten des Todes..... daß ich aufmerksam mache . der alles versteht ... . denkende Flüsse . so einfach ist der Tod... Der Ideale ist König. und dann stirbt. fortlaufend. Die Generation. Tägliche Frage: warum bin ich aus mir? In der Logik führen (gerade) die Zusammenhänge zu n(N)ichts. . nicht ich sein . Ich will sein... In der antiken Darstellung stört das Menschliche. Das ganze Leben: ich will nicht ich sein..... Geburten: Introduktionen des Aberglaubens. Der Tod ist letzten Endes nur etwas für die höheren Mathematiker. Ich stehe in einem idealen Verhältnis zu meinem Tod. Der Kopf. Die Wirklichkeit in den Zwischenräumen der Wahrheit. Das Leben wie den Tod.Alles Rhythmus: denkende Berge. Die Toten behandeln wie das Leben.

als wäre es eine Million . . Am liebsten würden sie nur das junge Paar. daß ihr Mitspieler. daß alle darin den Verstand verlieren . verzaubert . Durchschaubare zu zerstören oder wenigstens lächerlich zu machen hat (trachtet). als die anderen Schauspieler. die das Gute. spitzen Gegenständen.. Celsius usf. denn sie sind ganz für das junge Paar eingenommen. die ihm die Füße zusammenpressen . . er wird in einen Schafspelz gesteckt und in ein Paar viel zu kurze Schuhe.. das der Zauberer in zwei Tiere (Kriechsäugetiere) verwandelt. sonst nichts. die hinter der Bühne standen.Die nachweisbar außermenschlichen Krankheiten mitten im Menschen . (Fahrenheit.... ohne von der Tragödie in diesem Märchenspiel etwas bemerkt zu haben. handelt es sich .. ... bis er sich nicht mehr rührt... erschrecken natürlich bei seinem Auftritt. denn sie sind das dankbarste Publikum . um ein gutes Märchenspiel. Scheren und Messern) so lange auf ihn ein und trampeln so lange auf ihm herum. Die Gefühllosigkeit der Natur . Die Kinder.. und obwohl der Schauspieler als Zauberer unter der Maske des Zauberers weint und sie anfleht. dreihundert. sie möchten doch mit ihren Schlägen und Fußtritten aufhören. aber dann wäre das Spiel kein gutes Spiel. zu einem richtigen guten Märchenspiel (Spiel) gehört eine böse (bösartige).. sondern dreitausend. der Schauspieler als Zauberer ist... bis er tot ist . die ihn getötet haben.. in ein ungeheures Gelächter aus. Da nun der Vorhang zum zweitenmal aufgeht (und das Spiel seinen Lauf nimmt). und es ist. in dem er die Rolle des bösen Zauberers spielt . und um ein gutes Spiel.) Ein Schauspieler Ein Schauspieler tritt in einem Märchenspiel auf... undurchschaubare Gestalt. . sind die Kinder nicht mehr zu halten. auf ihren Auftritt wartend. als wären es nicht nur dreihundert.. lassen sie sich nicht beeinflussen und schlagen (mit harten. plötzlich herbeigeeilt kommen und feststellen.. ihr bester. sie stürzen aus ihren Sesseln und auf die Bühne. sehen. der Zauberer.. brechen die Kinder. das sieht niemand . er spielt vor Kindern so gern... das so groß ist.

nicht geheizt. es ist kalt. Beide... Das Geistliche an unseren Eltern . Religion durch Unendlichkeit.. mich mit ihnen unterhalten. den eingegangenen Leoparden . sind die Religionen erloschen . Der Regen macht alles trübsinnig . aber es ist besser.. Der Hund hat das Kind gebissen . achtzig Zentimeter breit ... Öde in der Umwelt des Menschen. 17.... Kukuruzzubereitung am offenen Feuer .. zwei Meter tief. das Mechanische in der Natur.. Ich. aber die Eltern haben gerufen .... Über Tausend liegt Schnee. 23. Bei geschlossenem Fenster ist Vorlesen unmöglich. ich habe mich nicht an seine hartnäckige Warnung gewöhnen können.. Mein mißglücktes Frühjahr . die widernatürlichen Tage. weder unseren Onkel noch den Internisten. das Schweineschmalz für die Wunde . als ob jemand über die Mauer gestiegen und schon unten bei den Äpfeln wäre. Nichtlesen unserer Bücher ... Walter? Ein Bruder beobachtet seinen Bruder ständig . der Hund hat geheult. Die poetischen. Öde .... Ein paar Schritte zum Fenster: nichts .. 18. Das Natürliche... Unser Onkel hat das Elternbegräbnis durchsetzen können.. im Turm zu sein .. aber . Kunst: Leben als Infamie. Die Gartenarbeiter werfen eine Grube aus. Notizbuch 13.. 14. Die Zirkusleute besucht. Lesen.. sowie die Zeitalter erloschen sind... zwei Meter lang. über ihre unehelichen Kinder gesprochen. Öde im Menschen. 21.. 15. immer wieder hat seine Kette gerasselt. Wo soviel von der Welt in uns zerstört ist. Unsere Äpfel für die Kinder. Der Hund gehorcht nicht..In der Natur stellt die Natur den Tod in der Zukunft dar.. Die Distanz ist die kürzeste. verstehe ich . 19.

Ein Bruder ist ein dauernder Spielverderber. An Hollhof Geehrter Herr.? Oder: in einem Eisklumpen durch die Welt . 24.. der dort triumphiert... Ist mit neunzehn möglich. denn ich weiß. Wahrscheinlich sagen den Eltern die Kinder nichts. Nicht fragen. Der Tod beißt ganz einfach in meine Seele und läßt mich liegen.. Es interessiert mich nichts mehr. Der Hund ist in was für einer Beziehung der Hund unseres Onkels? Dark night. Jemand fragt nach mir.. Auf dem Heimweg vom Internisten..... 5. 13. 17. Warum Eltern? Kinder . unsere zwei in der Herrengasse 6 abgeschlossenen. angerufen zu werden. im Wald unten. Am Nachmittag plötzlich das Bild vor mir. zehn in einem Wohnwagen in tiefem Schlaf versunken . Novellentitel . Ein Eisenbahnschaffner mit dem Gehirn Montaignes? 7. 28. 4..des Dompteurs . Ich: ein abgeschnittener Schwanz als Symbol für die Treue? Er: wessen Schwanz nicht . Unser in der Herrengasse 6 abgeschlossenes Leben.. die Kinder den Eltern nichts. ich habe kein Interesse mehr . Die primitive Unsterblichkeit.. Ein Schwein hat ihm Weinen beigebracht . in welchem die chaotischen Verhältnisse eines bis in den Tod aneinandergeketteten.. abgebrochenen Existenzen.“.. gleich lang ist . Gestern gleich zwei Anfälle hintereinander... in den Turm. wie ich jetzt weiß. Die Angst vor dem Messer der Philippine Welser .... ob ich auf der Universität inskribiert sei. 29. ZIRKUSWINTERQUARTIERE. daß es etwas Böses ist. 12.. er solle doppelt so schnell wie das letztemal fahren.. wie mein Bruder und ich im Schlitten zur Kirche gefahren werden. das mich anruft.. dem Kutscher zurufen.. während ich doch auf die halbgeöffnete Ordinationstür des Internisten schaute . Sie haben den Hund vergiftet.. that from the eye his function takes . ich schaute hinein in die Schwarze Küche.. was nur mit achtzig? Wenn jeder Tag. wenn auch verschieden. von Wissenschaften und Träumen verzogenen.. Ein Mensch träumt tatsächlich von einer Lebensstellung in der Ziegelfabrik.. Dein Scharfsinn.. Ihrer Anfrage kann ich mich nicht entziehen: ich sah die Unordnung in unserm uns von unserem Onkel zur Verfügung gestellten Turm. wahrscheinlich der Mann aus der Kanzlei. 26. was für eine Unsterblichkeit sonst . doch gleich. 6. (Unserm Onkel). 27. warte ich immer darauf. und mein Bruder sagt „Selbstverständlich . von den Eltern verlassenen Brüderpaares zwischen Bergen von Büchern und . was Interesse ist. ich weiß. 3o.

legte sich Walter nieder. beschlossen. Ein Besuch meinerseits in Meran ist nicht möglich. Zeitweise stellte ich eine tatsächliche tödliche Ruhe um Walter fest ..... im Gerichtsmedizinischen Institut Objekt von Vermutungen. An diesem Nachmittag brachte uns unser Onkel in seinem Wagen in den Turm zurück . An Hollhof Geehrter Herr. geschenkt hat. schon die zweite Woche.. aber auch ein Anfall ist ausgeschlossen . Ihnen auch dieses Notizbuch sowie die Hefte. in den Garten... Die Untersuchung hatte wie die vorhergegangenen siebenundzwanzig (während unserer Turmzeit) „nichts Beunruhigendes“ (laut Internist) ergeben .. Nach einer Stunde kam ich (um uns das Nachtmahl zu richten) zurück und fand Walter. daß mir mein Walter mißtraute .. . noch ein letztes im Turm. ich lief erst um zwei Uhr früh in die Wirtschaft hinüber. bis dann dem Internisten hinter der Ordinationstür wahrscheinlich das Hörrohr hinunterfiel . nachdem er fort war. weil ich es nicht mehr aushielt im Turm.. nicht erst an dem vorgesehenen Dienstag. Ich hatte an diesem unserem letzten gemeinsamen Nachmittag das Gefühl. Ich war von dieser tödlichen Ruhe (um Walter) erschrocken . gerade unter dem offenen Turmfenster liegend.... Die Leiche soll noch einmal...Hoffnungslosigkeit herrschten .) untersucht... Ein Unfall.. ich denke daran. jetzt auch offiziell. zum Internisten zu gehen . für Ihre Zwecke zu überlassen.. in der Nacht. beschrieben hat. An Hollhof Geehrter Herr.. kontrolliert werden .. ich ging. es handelt sich. um mitzuteilen. Am Vortag war er von seinem Sessel am Turmfenster kopfüber heruntergestürzt und zwei Stunden bewußtlos geblieben . um Selbstmord. sofort zu den Zirkusleuten . Ich bin nur noch kurze Zeit im Turm. Wenn Sie mir die Uhr. die mein Vater Ihnen. mein Bruder ist. das ich gestern gefunden habe. es existiert eine diesbezügliche kurze Notiz in einem Notizbuch Walters. sondern schon am Freitag. von zwei der drei Innsbrucker Prosektoren (nicht von H.. die mein Bruder von seinem dreizehnten Lebensjahr an.. also gleich am nächsten Tag... überlassen wollen .. mit zerschmettertem Kopf unter mir.. nachdem ich ihn längere Zeit nicht gefunden hatte. ich glaube in Mantua.. was plötzlich geschehen war . Wir hatten dann. nachdem sie schon freigegeben war.

die im Gutshof wohnen. der Gamaschen anhat. wenn Sie „Forsthaus in Aldrans“. die im Gutshof wohnen? fragen die. der einmal unten und einmal oben ist. wo er ein großes Stück Wald und ein erst im Sommer gebautes Forsthaus besitzt und wo ich ihm.. ob sie sich grüßen sollen. durchgesetzt worden. nützlich sein kann. statt.. und die. einer der großen Irrtümer aller. aber nach ihren Angaben mit unserem Vater eng befreundeten Dame und den Friedhofshilfskräften war niemand anwesend . die sie täglich durchstapfen. wie ich glaube.. denn jeder Gruß erscheint ihnen lächerlich . außer meinem Onkel. Mein Onkel hat mich sofort nach Aldrans gebracht. fragen sich: was sind das für Menschen. als ob er ein Tier wäre . und die im Gutshof wohnen und durch den Wald gehen und Gamaschen (!) anhaben.. gehorcht: er macht drei.. der. weiter zu sein. wie sie sich grüßen sollen.. habe ich meinen Kopf schon zurückgezogen . die nicht im Gutshof wohnen? Die einen treffen die andern immer hinter dem Friedhof. vier Schritte nach links. diese Nachmittage sind für die. das ein Mensch ist. ein Tier. und der. zuerst glaubte ich. einer mir unbekannten.... es fand am 29. verschiedenen Erdkörpern an . der keine Gamaschen anhat. sie wissen nicht.. ihn beobachtet.. als gehörten die. ein Tier .. die nicht im Gutshof wohnen. dann nach rechts. das Begräbnis meines Bruders ist schließlich doch. In Aldrans Am Abend kommt der Holzfäller herunter. Es genügt. wenn er springt... Was sind das für Leute (das Fräulein). nicht die geringste Geistlichkeit. adressieren. sonst nichts. ich selber habe mich versteckt. nimmt für sich in Anspruch.An Hollhof Geehrter Herr. aus anderm Geist zu sein .. dann aber ganz deutlich. gegen den Willen der Innsbrucker Kirchenbehörde. als nur zu existieren . aber ich kann nichts sehen als seinen Schatten.. der der Holzfäller ist und der sich vor mir versteckt. die nicht im Gutshof wohnen. springe ich auch. . vier Uhr früh. in einer dem andern vollkommen fremden Welt zu sein. wenn er hinter dem Baum hervorschaut. dieser Mensch...

... die gegenwärtigen Jahreszeiten . keinen Bruder . wie das Niederstürzen der Krähen usf. die seine Gestalt zurücklegt. Das Wort Krähen und das Aufschreien der Krähen und das Niederstürzen der Krähen und das Schwarz der Krähen sind alles.. Wo hast du das schon gehört? Gedacht? Daß hunderttausend. unmöglich usf.. die dann lauter Gestalten zurückläßt. In Aldrans hängt alles mit Walter zusammen. .. jeder andere hat. sein Gesicht. hundertfach . was uns gequält hat und was uns quält... genau vorausberechnete (von ihr vorausberechnete) Qualen . erklärt.. nichts als unausgesetzte Qualen bis in die kleinen und kleinsten Einzelheiten hinein .. der Tod unterbricht ja nicht . wer uns verführt hat . ein ersticktes Rehrudel unter der Lawine. was uns verführt hat.. kein Mensch. aber nicht hundertfach wie ihr ewig . Milliarden Gestalten . was du empfindest . er. der ein Halbschlaf ist) alles zunichte. der mir die Geschwindigkeit.. Tagelang macht das Wort Krähen (auch im Schlaf... fürchtet sich vor dem Augsburger Messer.. Je größer die Qual. Millionen... alles andere. existiert nur.. desto größer usf. richtet es alles zugrunde. mühevollen Bewegungsversuchen (Walter) vorhandenen . die mir (von ihm) zugefügt worden ist.. liegt auf dem Strohsack .... für uns.Im Grund existiert nur... das schon entschwindende ... bis auf die Baumgrenze. Walter ist. Das Wort Krähen macht. nie existiert . Es gibt aber keine erste und keine letzte Gestalt des Bruders . Er kommt in den Turm und stürzt gleich ans Fenster . . Der Schatten Walters..... sofort erinnerte ich mich an das fürchterliche Getöse nach Mitternacht. Im Schladminger bis zu den Lärchen hinauf. .. geht hundertfach in die Schwarze Küche. Das Wort Krähen ist die vergangenen und die zukünftigen... ihre größten Qualen. der mit keiner dieser Gestalten mehr übereinstimmt . der mich kein einziges Mal gequält hätte und verführt hätte . alles möglich... den nur noch in seinen qualvollen. löscht es um dich herum alles aus.. seinen Körper.. was uns immerfort quält (für uns)... seine Gestalt... Unsere Mutter verursachte uns unsere größte Qual. Mein Verhältnis zu Walter jetzt: er zieht hundertfach seinen Rock aus.

wie die Natur widernatürlich). nachdem Du mich nach Aldrans gebracht hast und so rasch wieder fort bist. Meine Berechnungen. Deine Leute sind zutraulich. sich unterhalten.. vor dem sie sich fürchten. Höre: der älteste und der jüngste Deiner Holzfäller schlafen. wie sie sagen... ich bin nie allein gewesen . nicht nur in der Nacht.. erst jetzt bin ich wirklich allein .. Vielleicht machen sie mir jetzt Vorwürfe . essen. es ist nicht widernatürlich (ja. da es doch erst ein paar Monate alt ist.. alles ist meine Sache . es verschafft mir eine... aber da doch noch andere in dem Schlafsaal sind. Unser Jahr in Folkestone mit seinen monatlichen Besuchen in London ist unser schönstes gewesen. Mich freut meine neue Beschäftigung . ich glaube. es ist ein gutes Verhältnis. die Schwester des Toten geht hinter dem Sarg (hinter dem Toten)..... die Braut des Toten.. auf einmal verstehen mich meine Gedanken . der ich bin. zu gewöhnen. von oben bis unten gut heizen. der ich jetzt ohne Walter bin. ist nicht die Müdigkeit meiner letzten Jahre . die vielen verschiedenen Möglichkeiten des Kartenspiels.. stimmen alle .. Aldrans 7.. solltest Du den Alten doch zu den Lärchen hinauf versetzen . die Kinder des Toten. nein... Hollhof interessiert sich auch .. allein zu sein. wie sie arbeiten. glaube ich. seltsamerweise. um mich an mich. wie sich jetzt zeigt. das Studium einer höheren Unklarheit . ohne Walter immer gewesen bin. wenn auch auf die Dauer gefährliche Ruhe. Mein Essen. ich beobachte sie. sie sind alle gut. miteinander . Das Kartenspiel lenkt mich ab. die mich jetzt schon um acht. um halb neun mit den andern ins Bett fallen läßt. die entfernter Verwandten des Toten. meine Kleider. aber gehen mir doch aus dem Weg. XI.. durch die Handarbeit komme ich einfach zu mir zurück. Die Müdigkeit. es ist jetzt für sie doch etwas an mir. dann die Musik. vor allem beobachte ich ihr Verhältnis zu Dir. zu ihrem in letzter Zeit. Lieber Onkel. vier Tage gebraucht.. ich habe.. Das Haus läßt sich. ich mache mir alles selbst. an mich. selten zu ihnen kommenden Herrn. des schönsten Menschenspiels. was die geschlagenen Hölzer betrifft. den sie im Sarg vermuten. ich habe nur immer geglaubt.Ein Sarg wird vorbeigetragen: der Pfarrer geht hinter dem Sarg. an mich.

Das Bewußtsein. in dem: ich kann mich erinnern. nur Ankünfte .weiter für uns. daß du nichts bist als Fragmente. die längst vergessen sind (z. die Geometrie der Kristalle)... Entdeckungen meiner Kindheit.. Noch weit davon entfernt... das unsere „Tiroler Epilepsie“ umgebende Rätsel . . die für mich neue Natur zu studieren. ich schreibe ihm aber kaum Nützliches. den Descartes zu lesen .. Unser Onkel hat es „aus gutem Grund“ nicht ersteigert . daß dann nichts ohne dich und daß folglich nichts ist . . Walters Krankheit. Lustspiele.. Grandissimi fiumi corran sotto terra In der Herrengasse das Zimmer.. ohne ihre Krankheit gekannt zu haben. in dem die Theaterkostüme aufgehängt waren: Pantalone. Bring.. mit Seume will ich mich gern beschäftigen... zwei Kisten Bier... An Lektüre fehlt mir das Buch „Über Urgestein“ von Bergonzi.. wenn Du heraufkommst.. B. Unsere Tragödien.. wieder zu machen . damals wie heute.. weil er ein Freund unsres Vaters gewesen ist .. „unser“ Haus zu betreten .. die Vollkommenheit nicht ist .. die ich habe. kein Weg.. ein Liter Petroleum und ein Vorhangschloß für den Schuppen mit.... das Leben wäre dann unerträglich. Schauspiele bayrisch-italienische ..... „Moby Dick“..... und auch das nur aus der Verpflichtung heraus. wie gern wäre ich auf dem Dachboden bei den Kostümen.. daß die Dauer von Städten und Ländern nichts als Fragmente sind .. daß die ganze Entwicklung Fragment ist . aber es ist mir verboten... fange ich an. Columbine . daß die Fragmente entstanden sind und entstehen . niemand nimmt seine Todeserkrankung wahr .. Es ist oft zum Angsthaben still im Forsthaus.. die Krankheit unserer Mutter .. bin ich gescheitert. ihre Todeskrankheiten . alles eine Frage allerkürzester Zeit... nicht des Temperaments . und die Erde Fragment .. daß das Ende ohne Bewußtsein ist . Die Menschen. nicht mehr eine Oenothera Lamarckiana... die sterben. daß kurze und längere und längste Zeiten nichts als Fragmente sind . habe Lust.

. als Meran noch die Hauptstadt war. Paris haßte er ... XI.. noch aus Padua kennst. Kutschen... die Rösser haben sich kaum an der Eisfläche einhaken können . eine gewisse weltliche Kirchenfürstlichkeit .... Riva.. wozu ich gar nicht imstande bin . durch die Mutter dann die Familie . in dem für den Winter umgebauten Landauer über den zugefrorenen Achensee .. Venedig. „Das Unglück.. ein unglücklicher Mensch wie die Mutter. Exzesse.. Alles auf ein paar Grabsprüche zusammengeschrumpft.... Der Vater gebrauchte oft das Wort London... die beim Begräbnis Walters gewesen ist und die Du. ich habe heute vom Internisten eine Rechnung über fünfundvierzigtausend Schilling bekommen. überhaupt kein Recht. wie Du sagst.. Lieber Onkel. denn ich hatte stundenlang das Hämmern ihrer zuerst hilflosen..Als hätten allein die Holzfäller ein Recht auf die Landschaft . akademische Grade.. dann aus dem Flirsch-Konto zu liquidieren ich Dich . Der Vater.. wie auch um den richtigen Namen der Dame.. Wenn ich ihnen sagte. ich hätte kein Recht darauf . herzlich bitte .. La vita bene spesa lunga è Aldrans 18... Krieg . in Zusammenhang mit den Großvätern die Namen Cattaro. könnte ich sagen . auf dem Wiltener Friedhof . manchmal wache ich auf..... wie? . Solferino. wenn ich von mir aus von ihnen abgehe ..... Reitpferde.. die vielen Künstler im Sommer zu Hause. An ganz gewöhnlichen Tagen ließ unser Vater einspannen .. in das wir hineingestürzt worden sind“ (Vater). nur durch die Mutter. Pontebba... Monte Cimone ..“ (Lugger)... Bruch mit der Kirche... die vor uns immer verachteten . Handel. die Erbärmlichen (Vater) .. im Umgang mit Menschen spendabel groß-inquisitorisch . „Wenn man sich auch noch Köchin und Hausmeister und Gärtner und eine zweiundzwanzig Jahre lang kranke Frau leisten kann . Jagden mit dem Primas Germaniae . die nachzuprüfen. Die Künstler. dann plötzlich rasenden starken Hufe im Ohr .

. Weil ich dann doch Partei ergreife . Vor allem bin ich an der Wiedererwerbung unserer Hofhaymer-Ausgabe interessiert. von dem gesagt worden ist. Lieber Onkel. ein Wilderer.. so gehe ich längere Zeit in diesem Gedanken im Kreis..Heimlich. gehe ich aus der Welt . die genannten wie die anderen Stücke aus der Ihnen vom Bezirksgericht übergebenen Sammlung meines Bruders betreffend. auch ein Exemplar der „Zaide“. nicht einmal unwillig. Endlich. auf welcher Grundlage eine Verhandlung zwischen uns... wie ich weiß auch solche mit dem Namenszug Michael Haydns. in Betracht kommt . Mit dem Überschreiten der (unsichtbaren) Grenze ist immer alles verloren . es stimmt auch nicht. gar kein Recht mehr zu haben ... das Geschwür.... in Rum Verehrter Herr. in Ihrem. Ich hätte auch eine ganz andere Entwicklung nehmen können ohne Walter . und gehst weiter . wenn ich da bin . täglich auf . Wie den Wilddieb von voriger Woche schauen mich alle an. einen Knienden darfst du nicht ansprechen ... Es stimmt nicht... vor allem eine mir wertvollste des „Titus“ von Mozart. T. Auf dem Weg ins Forsthaus zurück fällt mir ein. unserer Verlassenschaft in der Innsbrucker Herrengasse 6 entstammenden Besitz befinden sich auch mehrere Klavierauszüge meines verstorbenen Bruders Walter.. ganz allein bin ich von ihnen allen übriggeblieben. der Junge begreift nicht . endlich – gleich darauf (nach zwei Stunden völliger Einsamkeit). als Kinder ist für uns das Unheimlichste wohl ein Mensch gewesen. Herrn L. Aldrans 27.. weil wir jetzt mit dem Holz so angestrengt sind. denkst du... und ich bitte Sie. er wäre ein Wilddieb. seine Verletzung. XI. wie gut es ist.. bricht ihm... warum Du ihn versetzt hast .. mir anzudeuten.. Gestern an der Waage . O. er weiß nicht. ist um vier Uhr hinauf zu den Lärchen.. dachte ich schon in der frühesten Kindheit. wenn ich dort bin.

eine größere Reparatur, die wir selber gemacht haben ... der Bach ist zu, und ich kann ohne Umweg über das E-Werk zum Futter: zwei, immer dieselben Hirschkühe ... Unser Prozeß vor dem Innsbrucker Jugendgericht soll jetzt allein gegen mich vonstatten gehn, nicht vor dem Frühjahr ... In Hall soll eine Frau vor Gericht gesagt haben, daß sie mit uns verwandt sei, und etliches Unwahres über uns protokolliert haben. Als Kind an einem einzigen Tag drei Dutzend erfrorener Rehe in einer Mulde zusammengeschleift, mit Reisig zugedeckt ... mich weinend und frierend zu den toten Tierkörpern gelegt, ohne zu erfrieren ... Die Wunde, die der alte Holzfäller dem jungen zugefügt hat, schmerzt den jungen immer dann am „furchtbarsten“, wenn der alte bei dem jungen in Wirklichkeit eintritt, in sein Gehirn eintritt, in den nach allen Seiten offenen Vorhof seines Gehirns. Der Bach ist zu, der Frühling ist zu, der Sommer ist zu, der Winter ist zu, Menschen, Tiere, Empfindungen, alles ... das gesprochene Wort, das die Welt einfach abschließt. Du machst eine Tür auf, eine zweite, dritte, vierte, fünfte, du machst hinter dir wieder alle zu und läufst weiter (immer wiederkehrende Vorstellung Walters) ... du machst immer mehr Türen auf, schließlich fallen sie hinter dir zu und zerquetschen dich jedesmal ... Batteranno il grano Auf dem Milchtisch vor der Abzweigung in die Stadt hinein hockt der Holzfäller, besoffen eingeschlafen ... er hat sich also von den Lärchen heruntergetraut ... ich führe ihn wieder den halben Weg zu den Lärchen hinauf ... Das Blochziehen habe aus ihm einen Krüppel gemacht, sagt er. Langandauernder Anblick der toten Krähe vor meinem Fenster.

Ein zurückschnellender Ast erschreckt dich ... tagelang an der Stelle Schmerzen, die für dich die tödliche ist. Die „Tiroler Nachrichten“ schreiben: „... die im vergangenen Winter Selbstmord begangen haben ... angesehen gewesen sind ... überführt worden sind ... Gläubiger ... Exzesse ... Luxus ... gescheite Söhne ... der an der Epilepsie seiner Mutter zugrunde gegangene ...“ usf. „... der in naturwissenschaftlichen Fächern an der Universität inskribiert war ...“ (noch ist). Das Gebirge ist gegen die Menschen; die Grausamkeit, mit der die hohen Gebirge die Menschen erdrücken ... die Methoden des Grauens des in die Gehirne der Menschen vorgerückten Gesteins. Kein Alibi, Wenn du dich wie sie einmummst, ihre Röcke anziehst, ihre Hosen, ihre Hüte aufsetzt ... Fäustlinge, Haube ... ihren Gang dir angewöhnst ... sie verwickeln dich dauernd in Widersprüche ... Jedes Jahr ein Mensch, der im Bach ertrunken ist, dessen Röhrenstiefel aus dem Wasser herausragen. Ausgebrannt, erfroren, mit dem an den Himmel geschweißten Kopf, verurteilt, zu gehen ... „Ach“, sagt das Fräulein, „gehen wir doch auf einen Sprung in den Friedhof hinein, sind wir nicht letzten Dienstag auch auf dem Friedhof gewesen?... zu den Onkelfamiliengräbern“... Wir gehen durchs Tor und schwenken dann links zu den Gräbern ab, sie sagt: „Ich habe schon immer Lust gehabt, auf den Friedhof zu gehn.“ Mit ihrer Großmutter war sie immer auf allen „erreichbaren“ Friedhöfen ... Ihre Großmutter ist Schauspielerin, Frau eines Großwildjägers, Afrikaforschers gewesen ... Wir sagen beide die zwei Stunden lang, die wir auf dem Friedhof mit dem Herunterlesen von Namen verbringen, nichts ... dann, als wir schon auf dem Weg zum Gutshof sind: „Wenn ich hier stürbe, stellen. Sie sich vor, wenn ich hier stürbe ...“ Also, wenn sie achthundert Kilometer von zu Hause fort stürbe ...

Herrn L. T. in Rum Ihr Brief hat meine schönste Hoffnung zerstört; also sind, da Sie einer der furchtbaren, grausamen Liebhaber alter Musikmanuskripte sind, die „in jeder Beziehung unbezahlbaren Stücke“ für mich verloren. Kein anderer Weg mehr als der Weg auf den Friedhof; mit oder ohne Buch in der Hand ... Ich denke: die tiefe Bedeutung der Friedhöfe und der Welt außerhalb der Friedhöfe; das Zahllose toter Menschen ... die vielen aufgebahrten Jungmädchenkrankheiten ... toten Knaben, Männer, Opfer der Leukämie ... an die Berührung der schwarzen Lippen des blauen Knaben im Schlafzimmer unseres Gärtners ... das Aufsehen, das der aus dem Leichenglaswagen stürzende Leichnam des verstorbenen Totengräbers gemacht hat ... das plötzliche Versickern und Versiegen der oberflächlichen Redensarten ... der Friedhof, auch Walters Lieblingsaufenthalt in der Kindheit ... das Summen der Bienen auf dem Friedhof, Aufeinanderprallen der Fliegen in der Aufbahrungshallenluft ... der Brunnen, der immerfort fließt, und die Kränze, die immerfort welken ... Ein Stück zu den Lärchen hinauf mit dem Fremden; als lockte er mich in eine mir neue, geheimnisvolle Falle hinein: das aufwärts gehende Nebeneinander von seinem Gesicht und mir ... mit der plötzlichen Stimme, die nicht in den Körper paßte ... und die Vorstellung, der Mann hat unter dem Schafspelz nichts an ... ... die meisten wünschen sich einen plötzlichen, überraschenden, sie überraschenden, schmerzlosen Tod ... Ende aller Exzesse ... Was tust du, wenn du, der du erniedrigt bist, stirbst ... Von den Toten bleibt oft nur ihr in der Nase beißender, uns nahe verwandter Uringeruch ... der Uringeruch der Männer im Forsthaus erinnert mich an bestimmte Tote der Kindheit ... an die durch sie hervorgerufene Landschaft ... die steilen Hänge, in der Nacht von Raubtiertatzen des Föhns verunstaltet. Der Wegmacher wird auf der Straße tot aufgefunden, ... sie tragen ihn ins Vorhaus und legen ihn dann auf sein Bett; ich helfe mit, ihn auszuziehen, zu waschen, wieder anzuziehn ... eine große Puppe, die

aber jeder kann.. im Jungwald“... sie ruft.. es sei ihm „plötzlich im Fuß warm geworden .. zieht mich am Rockärmel aus dem Jungwald heraus und stößt mich unter die Fichtenstämme hinein . in das Bein hineinschneiden und das Blut herausfließen lassen . Erbstücke rechenkundiger Generationen . sie läuft aber im Zickzack . der Wegmacher ist gewaschen. Holzfäller... dem Fräulein das Gestrüpp im Wald auseinanderzuhalten .. wenn er sich getraut. Holzfällerfäustlinge. Fortwährend in die Erinnerung. . ich trinke zwei Gläser. die beiden Holzfäller und ich...“ – „Gut“.. wie sie. ich melde mich nicht . der junge Holzfäller. ob der Wegmacher schon gewaschen sei.einen Lederanzug anhat .... eine Blutvergiftung ohne die geringste ärztliche Kunst .. das glasige Gesicht des Wegmachers .... draußen vor der Tür fragt der Pfarrer. sie gebraucht ein spöttisches Sie gegen mich.. Ich gehe voraus.. ich denke über ihre Erziehung nach .. Geruch... ....... in die Erinnerung der Erinnerung verführt. der durch Aldrans Gehende sieht keine Holzfäller. die Walter („Der schöne tote Mensch“ [L.]) in die Wirtschaft hinübertragen. die zwei frierenden Ministranten falten dem Wegmacher die Hände. sie meldet sich nicht. wir haben ihn gewaschen . Ich rufe.. unter den Apfelbäumen.. Holzfällerhauben.. neben seinem Totenbett trinken wir. der bald der alte Holzfäller ist . den Leichnam schultern .. ich sage: „Ja. seinen Schnaps aus. ich versuche... Aldrans ist weit entfernt von der medizinischen Wissenschaft. Ein lange warmer Leichnam. zu ihrem Vater im Vorhaus sagt sie: „Er (ich) hat sich am Knie verletzt. Gutshofgerüche. nur Holzfälleranzüge... dann fällt mir das Blut aus seinem linken Ohr auf . sie versteckt sich . Holzfällerfußstapfen . die Zirkusleute waren am Gartenzaun niedergekniet . das ganze große Haus warm . Pferdegerüche.. Gutshofvergangenheit.. . Im Gutshof zeigt sie mir ihr Zimmer . Ich verstecke mich. sagt der Pfarrer und geht hinein.. wir essen Speckstücke zum Schnaps..“ Die Verletzung heilt nicht.. Ich will ihr nach. Gang. langsam wird er zum Außenseiter . sie ist ganz zerkratzt .. Im Halbschlaf die Gartenarbeiter gesehen. Lederröhrenstiefel im Kerzenlicht .. Apfelgeruch wie im Turm .

. die Eröffnungen... das Wort Aphasie. Was für Möglichkeiten eröffnet auf einmal ein Wort wie das Wort Konstantinopel. Nachwirkungen seines Geburtstags. wie ich bin .. das hat mich.. was er über unseren Vater weiß . nur woraus er ist . Ampaß..... zuerst erschrocken kapitulieren lassen . meine Schuhe usf. das ich in ein paar Leute hineinspreche.. „Ihre Mutter.... sie ist. schade um den Nachmittag . Gaßlhof. Der auffallendste Fremdkörper in Aldrans bin außer mir ich. das Wort „Türkenschanzpark“ auszusprechen .sie fürchtet sich jedesmal.. Langsam strömen auch meine Kleider den für Aldrans charakteristischen Geruch aus. ihnen dann... Starkenhof... Sistrans.. wie sie sagt.. sie langweilt sich in der Natur. Vor allem anhören zu müssen. Ampaß. weitere solche Publikationen von Ihnen zu lesen.. Ich sage auch noch zu unseren Holzfällern Bosporus... ... wie er ist . die dieses Wort noch niemals gehört haben. An Hollhof Geehrter Herr. und immer zum Nachtmahl. Walters Geburtstag ohne auch nur den geringsten Gedanken an Walter ..“ Einmal.“ – „Wie war denn Ihr Bruder ?“ zweimal.. wer ich bin. Hollhof gegenüber. wie kommen Sie auf Das Rückbezügliche des Gehirns? Nicht die geringste Ratlosigkeit in Ihren Gedanken. dreimal. nach Aldrans zurück.. ich sehe keinem an.. wie Sie sich denken können. „im Türkenschanzpark aufgewachsen“ . und sie fürchten sich... zu Walters Lebzeiten: wochenlange Vorbereitungen.. man sieht mir nicht an. Fortwährend sagt sie: „schade um den Vormittag .. nicht entfliehen zu können . Prandlhof. Eine Zusammenkunft mit Hollhof wäre mir unerträglich . schade um den angebrochenen Abend . wie das Wort Afghanistan.. Prockerhof. Taxerhof . zur Zubereitung des Nachtmahls. Sistrans . was ich bin. das Wort Plastidom . die Arme“. die ich mir denken kann . Ihre Publikation hat in mir den Wunsch erweckt. das Wort Monomanie. und unter den dadurch hervorgerufenen Verletzungen leiden zu müssen. im Vorhaus: „Die Masse verdummt unglaublich ..... .

das Aneinanderschlagen der vollen Blutamper die ganze Nacht . Weil nichts geschieht .... mit dem Schweinefutter wieder zurück.... von den Lärchen heruntersteigende. der von Wüten herüberkommende... in welchem ich zur Zahlung von achtzehntausend Schilling aufgefordert werde. im Forsthaus ansässige Tod . ohne uns . ist es plötzlich (als Mensch) ruhig gewesen. erstarrter Nervenzentren.. mit der Schwere des Augenblicks.. die mein Vater einem dortigen Roßhändler (und Zementerzeuger) schuldet.. den das Objekt (als Schwein) ausgestoßen hat.. ohne Walters Vorlesung der biblischen Weihnachtsgeschichte. der erste Morgenblick auf das Hafelekar … Unsinnige Vorstellung von einem Heiligen Abend ohne Eltern und Bruder. längst erkalteter Gehirne. ständiges Anrühren.. als Schwein ist es (mein Objekt) mir durch den Garten davon-gerast .. der ganze Garten (in Amras) voll Blutspritzer . stattgefundene Schlachtung. dann: der reichlich gedeckte Frühstückstisch im Freien . Abtasten längst erkalteter Körper.. ich habe es eingeholt und an beiden Ohren durch den Garten zurückgezogen.. im Traum. Ursache: die am 22.Zur Anatomie: gestern habe ich mir.. Ein Brief aus Schwaz in Tirol. Der in so vielen Gestalten. geschlachtet . Nach dem letzten Schrei. ein Objekt. .. auf die Schlachtbank geschleift ... Der Tod. der von der Bahnstation heraufkommende. Mit Walter auf dem Pferdewagen (im Winter auf dem Pferdeschlitten) mit der frischen Milch um fünf Uhr früh von der Wirtschaft in Aldrans zum Milchtisch in Rans hinunter. aus der Luft gekommene. daß einen fröstelt.. auftretende und jedem alle möglichen Vorschläge machende Tod . versteinerter Körperkakophonien.. dauernd mit einer bestimmten auf mich bezogenen Zahl in Beziehung gebracht . abwechselnd Schwein/Mensch.

Opfer ständiger Inzisionen. zersetzenden . aus Angst. Tollwut. Am Abend durch Aldrans . von der die feineren Nervensysteme. wahrsagetollen Chemie der Tiroler Alpen gelebt. so. ein Heilanzeiger zwischen Hafelekar und Patscherkofel … .... Nie waren wir mit den anderen. Wetterumschwünge.. der Pornographie der Natur. aus Furcht unterhalte ich mich mit dem Echo. niemand hört mich . darüber besteht kein Zweifel.. erschlagen.. Wir waren inständig ständig irregeführt ohne die Kenntnis der Organe der Körper der kalten Natur . auf die Felswände. ist nichts vertrauenerweckend.. Gehirnsysteme. wie sie. in grauenvoller Erdbebenangst. das Strafbare unserer Depressionen .. an uns selber erschrocken..Berge.. kein Mensch . Gletscher und Gipfel hinauf . X I I. Irritabilitäten. in ständiger Angst.. Widerstände. deine dich andauernd ignorierende Selbstmordanwartschaft... Temperaturabfall . selbst als Kind schon existierten wir in einer ständigen Furcht vor Schlagflüssen. Uns lenkten nur Wettereinflüsse. phlogistischen. Kinder der Felsen und Schluchten. Stams 21. unter Erker und Dachvorsprünge getraut .. überfahren zu werden .. Temperaturanstieg. ist von dieser tirolischen Landschaft und Atmosphäre hervorgerufen worden. waren wir.. ein jeder von uns als ein Unglücksrutengänger.. Furcht vor Häusereinstürzen... Inzitationen. Produkte gewesen der lebensgefährlichen Inhalation des tirolischen Wasserstoffes . das ich erzeuge .. einer jahrtausendelangen ungesunden Kalorik. hinunterzustürzen. auf die Berge.... mit der Stimme.. die deine Gedanken sind. haben wir immer nur in der ahnungsvollen. ich rufe... langsam getötet von dem Zusammenfluß schöpfungswidriger Körper .. der unzuverlässigsten Quecksilbersäule Europas. Erzeuger zerstörerischer Jahrzehnte.. ein Feuchtigkeitsmesser. Unsere Existenz.. Uns immerfort fühlend. . erfrieren zu müssen.. Wir haben uns nur unter dem Schutze unserer in der Kindheit sehr großen Vergeßlichkeit der Natur unter Bäume. Studieren und Fortführen eines Großteils von Walters Gedanken. die mir gehört und die nicht gehört wird.

. Kopfschmerz und Ohnmacht verursacht . eine ungeheure Angst hatten unsere Eltern in uns entwickelt . Walter und ich. Angst vor dem Aufschlagen unserer Bücher. daß wir uns zeit unseres Lebens nur immer gefürchtet haben... zeitlebens immer nur eingeschlossen in unser aller Hylozoismus.. um in ihr zu ersticken. unserer Schriften und Briefe... hat es mir bis heute verfinstert . bald hatten wir. entstandenen Oberinntals . immer in einer von unseren Eltern i n uns eingeführten geistigen Hochgebirgsinzucht gelebt. auf unsere seelischen.. am verheerendsten in unseren Studienjahren. Wir. vor dem Hineingehen in die finsteren. auf unsere voneinander so verschiedenen Geistesnaturen .. war uns nur unter Schmerzen möglich gewesen .. diese Angst hatte sich im Laufe der Zeit mit der Todeskrankheit der Mutter. was Walter.. was mich... meine von ihm ja hervorgerufene Existenz betrifft. aus Angst vor Verletzungen . wir hatten nur... vor allem. vor den ungeheueren Dynalogien von Kathedralen ... Zuflucht suchend. in ihr ersticken .. Wir waren. mit der Zeit.. waren . Wir hatten. hätten wir Nachkommen. Angst vor den Falltüren in phi1 osophischen Gängen.. aber die Eltern waren ja auch Produkte der fürchterlichen tirolischen Oxydationen gewesen. sich in uns dann auf immer andere Bezirke von unseren... mit wieviel größerer Qual in Walter . es war ihnen dadurch die Möglichkeit genommen. aus dem Elternhaus. die Schönheit Tirols war auch für sie nicht möglich gewesen . Auch sie hatten ihr Leben mit dem Lesen unseres Strafgesetzbuches Tirol verbringen müssen ...Jeder Fortgang aus uns. Schon als Kinder hatte uns das Öffnen von Türen und Fenstern Gleichgewichtsstörungen. in ihr gelebt. ungelüfteten Kirchen der Philosophien... schon früh von allem zurückgestoßen. mit Walters Todeskrankheit in uns immer tiefer und tiefer erstreckt....... weil aus uns. die Unbewußten.. unser Verhältnis zur äußeren Umwelt. diese sie fortwährend einfrierende und versengende. auch sie würden. uns in ihr unseres Lebens entledigt . körperlichen. von unseren ersten Gedanken an.. Die Wahrheit ist.. später war uns das oft beim Umblättern einer Bücherseite geschehen . furchtsame Eingeweide des in Millionen von Jahren wie für sie (wie für uns). wissenschaftlichen Mühlen und Sägewerken . das verdunkelte und verfinsterte naturgemäß folgerichtig. ihnen angeborene tirolische Erdoberfläche mit der Tugend des zur Todeskrankheit nicht geborenen Wissenschafters eingehend zu studieren . auf den von ihnen überall aufgestellten Altären opferten wir unsere schönsten Anlagen . Todes-süchtigen.

Lange Zeit in meinem Zimmer. aber Tausende von Bezeichnungen. Ich studiere nichts mehr. die ununterbrochenen Tradescantia. tödlichen Anhaltspunkten des Geistes. Rückmutation und Letalmutation . Wie viele.. die Tausende. die von mir nachgewiesene Halbchromatidtranslokation . Oenthera und Drosophila Crepis capillaris. Meine Gedanken sind unfähig. unzählige Male bin ich jetzt. ebenso meine Gefühle . Hochglazial.. in unseren Hörsälen monatelang habe verbringen müssen. Werkzeugnamen. Wie sich in ihr und aus ihr und in mir. Betäubungen immerfort für sich verändern. ich muß sagen auf furchtbare Weise.. unser Unglück hat wohl für immer eine Trennung meiner Person von Innsbruck und also auch eine endgültige Trennung von Ihnen und Ihrer mir schon verlorenen Wissenschaft.. im Schlaf sprechenden... alles ist tot.immer getäuscht worden. Datura stramonium. wieder Andere . Baumnamen... Bellevalia. die ich. von den perfiden Höhen und Tiefen seiner Architekturnatur hervorgerufenen menschenwidrigen Galvanismus Wie viele unserer Talente hätten wir zu erstaunlicher Größe in uns entwickeln können. Tertiärtypen . herbeigeführt. wie aus den Einen (oft recht verwahrlosten) die Anderen geworden sind.und Sekundärtypen . Primär... da ich mich in der größten mir möglichen Menschenbeherrschung . war plötzlich eine allerfinsterste gefolgt . über ihr Wissenschaftliches nachgedacht . und jetzt nur mehr Araucaria. wären wir nicht in Tirol geboren worden und aufgewachsen.. Podocarpus. Oxalis.. Professor der Naturwissenschaft in Innsbruck Verehrter Herr Professor. Namen von Kindern. ich atme auch nur noch eine tote Luft ein .. Frauennamen rufenden.. Subborealikum … An Nicolussi. die Alnetea glutinosae . Auf die finstere Zeit.. sind keine Gedanken mehr.. tödlichen. Epilobium Colchicin. die baumlose Tundrenzeit.. im Hintergrund der zuerst betrunkenen.. Spätglazial. alle Bücher sind tot. die Betoleto-Pinetea. in welchem ich mich nicht mehr fühlen kann.. dann schlafenden. ich gehe. Bezeichnungen von Kleidungsstücken und Leder. in Anzüglichkeiten träumenden Holzfäller über das Labyrinthische meiner Wissenschaft. in einem patriarchalischen. die vielen... mit völlig gestörtem Gleichgewicht.. Ginkgo. die Querceto-Fagetea. Myrtillus und Calluna. der Vorschrift gehorchend. in trostloser Luftzusammensetzung. Citrus maximus . durch einen Wald von erstickten Erfahrungen.

An Hollhof Geehrter Herr. für die ich Ihnen von Herzen danke. Meine Fragen an Sie sind mir jetzt... Für mich existiert nun nichts mehr als die dumpfe. die Zeit meiner großen Zuneigung zu Ihrer Kunst und zu Ihrer Persönlichkeit... ist ein Geschenk der väterlichen Großmutter meiner Mutter an meinen Vater und aus dem Besitze der Fugger . bei unserer ersten Begegnung.. den Sie mir. Auf dem Weg ins Forsthaus entdeckst du. . ich empfange nicht mehr den Zauber des Theoretischen ..... auf Ihre Besitzung in Kaltern zu kommen. Ihrer Einladung. der doppelten Leiden willen nichts mehr sagen zu müssen. Die Uhr. und zwar vornehmlich in der Nacht. der. für den Unterricht. haben sie dich gestern ausgeschlossen. ist meine schönste. auf dem Brandjoch. die Zeit... vieles. daß sie dich von ihrem Kartenspiel ausschließen .. Botaniker in Partschins Verehrter Herr.auf einmal in mir beobachte. daß deine Verzweiflung nur eine Idee der Verzweiflung gewesen ist. meine gelungenste.. das Land Tirol so viel Dank schuldet. finsteren Stadt. nicht nur die Naturwissenschaft . das mich dann später zerstörte. Aldrans: sehen. ich danke Ihnen und ich verabschiede mich.. meine wertvollste Zeit gewesen. in welcher Sie mich in aller Heimlichkeit und mit Ausdauer nicht nur die Botanik lehrten. deutlich. kann ich nicht Folge leisten. Du hast immer Angst gehabt. wie ich heute weiß. An Ratteis.. Sie machten mir damals schon.. schon getötet ... daß nichts mehr von dir vorhanden ist . Ich danke Ihnen für Ihre oft rüde Beschwichtigung meines Denkens . oft auf entsetzliche Weise zurückgekehrt . hoch oben über der schrecklichen. oft noch spät in der Nacht in Ihrem Hause. in Ihrem wie Sie immer sagten „metaphysischen“ Hause gewährt haben. die traurige Mühseligkeit meiner Mitmenschen.

und wenn auch nur auf die lächerlichste Weise. die ich mit der Stockspitze blitzartig in die Luft stoße. Verzweiflungen Walters. Empfindungen Walters. die angefrorene. . wenn ein Mensch.. Ende nur noch eine einzige Qual gewesen... Schermberg. verzeih mir und verzeih mir auch noch für Walter . ich bin vor acht Wochen aus Aldrans und auch aus Tirol fort. verstehst Du mich . Dich so tief verletzt habe ... nützlich gewesen bin.. Februar Lieber Onkel. .. selbst das Zusammensein mit den Arbeitern ist mir am.. das bloße Anschauen dieser Menschen .. Lektüre Walters.. ohne die Möglichkeit auch nur der geringsten tirolischen Existenz.. 11.... Mein Studium will ich nicht aufgeben.. wenn ich Dir im Forsthaus. meine Ungehörigkeit aufzuklären. in Zukunft nur noch in mir selbst betreiben .. herrschen in unseren Irrenhäusern uns alle beschämende Zustände … ... vermeintlich in Sicherheit.Die mich durch ihre Aufmerksamkeit verstörende Krähe. jetzt habe ich auch in der Holzverarbeitung einige Kenntnisse. .. daß ich plötzlich. den Versuch zu machen. .

durch die außerordentliche kraft seiner Sprache. EEiner solchen Prosa ging eine Entwicklungsphase voraus. zerstört die idealisierenden Tendenzen des Heimatromans durch Umkehrung seiner Form und seines Inhalts. Dessen Lebensgefährtin Anna Bernhard (1878-1965) hatte dem Schriftsteller Carl Zuckmayer (1896-1977) – er lebte von 1926 bis 1938 in Henndorf bei Salzburg – heimlich das über 800 Seiten umfassende Manuskript des Romans Philomena Ellenhub geschickt. Bis zu diesem Zeitpunkt war er bloß einem kleinen Kreis als Lyriker sowie als Verfasser kurzer.. 1963). die bedrückende Atmosphäre des Einschneiens. das zweite Prosawerk von Thomas Bernhard. TBW. Lebensjahr seinen ersten Erfolg. 339)• » [. sein ernüchterndes »Sinnbild der großen Kälte« (Zuckmayer. sein »Portrait des total illusionslosen Menschen« (Blöker. in dem sich die Lungenheilanstalt Grafenhof befindet. S. 10. die die Alpträume von Leid und Leidenschaft. das Anfang 1937 im Zsolnay Verlag Wien erscheint und das Schicksal einer Bauernmagd darstellt. Der Nachlass des Autors im Thomas-Bernhard-Archiv (Gmunden. TBA) macht deutlich. Dies dokumentieren lieben »Schwarzach St. I. Mit Frost fand der 32-jährige Thomas Bernhard zu einem eigenständigen Erzählstil. TBW. im folgenden /it. So erzielte Freumbichler im 56. in die Bernhard zwischen 1949 und 1951. Diese Veröffentlichungen standen noch in der Tradition der konservativen.] mein Großvater. »Sein Buch überzeugt durch die Dichte seiner Visionen. 1963). 1963). die lange Zeit im Verborgenen lag. einem umfangreichen Vorläufer des ersten Romans – der Titel verweist auf jenen Ort. . der Dichter.weitere Romanentwürfe wie »Der Wald auf der Straße« oder »Tamsweg« (s. als NLTB. des Erstickens. in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichter Erzählungen bekannt.Entstehungs. des Untergangs intensiv beschwört« (Jenny. Oberösterreich. Seine Frau Alice tuckmayer-Herdan (1901-1991) redigierte das Buch. 33 ). jetzt durfte ich schreiben« (Die Kälte.und Textgeschichte Mit der Erzählung Amras erscheint im September 1964 im Insel-Verlag Frankfurt/M. dass zwischen den Prosaarbeiten der 1950er-Jahre und dem Erscheinen von Frost 1963 eine intensive Phase des Ausprobierens lag. Kommentar. Bd. Bd. Veit« (1960). heimatverbundenen Dichtung des Großvaters Johannes Freumbichler (1881-1949).. lebensbedrohlich erkrankt. eingewiesen wird – . Ein gutes Jahr zuvor hatte sein Roman-Debüt Frost für A ufsehen gesorgt. der Kritiker und Lesepublikum faszinierte und zugleich ästhetisch provozierte. S. war tot.

«„ (Ebd. Veit im Pongau ist: »[. bei verschlossenem Fenster. zu arbeiten an. sein »Lebensmensch« – er bezeichnete sie als »Tante« – bereits auf ihn gewartet habe..). Noch 1962 machte er den Lkw-Führerschein und überlegt. An die Fertigstellung und Abgabe von Frost knüpft sich eine Polenreise mit Annemarie HammersteinSiller im März und April 1963.. » „35. S. um intensiv an Amras zu arbeiten.1).000 Schilling hat der Wagen gekostet. wo Hedwig Stavianicek (1894-1984). Dieser hatte frühe Gedichte seines Enkels mit Randbemerkungen und Benotungen wie »gut« oder »sehr gut« versehen. »um „Amras“ zu beginnen. bin . S.. die noch in St. in Hannover. 401 ff. Gedichte oder Ereignisse aus seinem Alltag in ein Notizbuch und imitierte in vielen seiner ersten unveröffentlichten Texte das zunächst positiv besetzte Vorbild. Die positive Aufnahme von Frost bringt Klarheit in seine Pläne. Huguet. 35. In: Dreissinger (Hg. 32. Seine schriftstellerische Karriere hat eben erst begonnen. als Entwicklungshelfer in Ghana zu arbeiten oder in die Vereinigten Staaten auszuwandern. dass er sich ab Februar 1964 in Kroatien aufhält. und er hatte zeitweilig Zweifel. Stilisierungen und Mystifikationen neigt. dürfte den Unfall in Wirklichkeit erst ein Jahr später gehabt haben. Fest steht. Hoell. Im Dezember 1963 nimmt Bernhard in Hamburg für seinen ersten Roman den Julius-Campe-Preis entgegen und erwirbt nach eigenen Angaben sein erstes Auto. 2000. was die Arbeit betrifft. 80). Am 12. ob es gelingen und ob es ebenso akzeptiert werden würde wie „Frost“« (Schmied. J. Wie Freumbichler schrieb Bernhard Anfang der 1950er-Jahre Einfälle. 1991. Februar schreibt er aus Dubrovnik an Hedwig Stavianicek.) Bernhard.“« (Kathrein. Nach 14. S.. sagte er. 190) Durch den nicht selbst verschuldeten Unfall sei er verspätet in Kroatien angekommen. S. der zu Übertreibungen. den ehemaligen Lektor des Insel-Verlags.. Das zweite Buch sei das schwierigste.000 Kilometern hatte ich einen Totalschaden zwischen Fiume und Abbazia. In: ebd.formuliert er seine literarische Befreiung aus den die gesamte Familie durchdringenden Wertevorstellungen des Großvaters. o. Stille. Die Entstehung von Amras fällt in eine äußerst bewegte Phase von Bernhards Leben (s. Im Juli reisen sie gemeinsam durch Oberitalien und nach Saas-Fee (Schweiz) zu dem Bernhard aus Kindheitstagen bekannten Carl Zuckmayer. Dann hab' ich in Jugoslawien plötzlich „Amras“ geschrieben – immer noch mein Lieblingsbuch.000 Schilling war der Preis.] ich fange sogleich in d. Unmittelbar nach Erscheinen des Romans im Mai 1963 besucht Thomas Bernhard den Freund Wieland Schmied.

Bd. würde jedoch bedeuten. das man später als stilistisches Merkmal von Amras hervorgehoben hat. an der ein paar Dutzend Blätter umfassenden (ursprünglich in Packpapier eingewickelten) Seltsamkeit. Offen bleibt. er hat. auch was die Reihenfolge betrifft. In einer späteren Fassung stellt Bernhard unter dem Zwischentitel »Notiz« einen kurzen Absatz an den Schluss des Textes. Dennoch verweisen die ersten 25 Seiten der frühen Textfassung von Amras bereits auf ein inhaltliches Grundgerüst und die zentralen Motive. dass die Anfänge der Erzählung in das Jahr der Fertigstellung von Frost . dass die Erzählung baukastenartig diverse ragmente aneinander reiht.ich sehr zuversichtlich! « Das Jahr habe gut begonnen und soll ein »Arbeitsjahr« werden. Wendelin Schmidt-Dengler zufolge stammt sie »aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Jahr 1962« (Kommentar. und Briefe hat der Herausgeber im Frühjahr neunzehnhundertzweiundsechzig auf einem Spaziergang [hs. BJ. zwischen Pleisshorn und Madatsch gefunden. »der die Komposition des Ganzen als eine Herausgeberfiktion rechtfertigen sollte« (ebd. Bernhard möchte zumindest so lange im Süden bleiben. ausgebessert zu »Studiergang«.348). Im Allgemeinen ließ Bernhard die Ideen zu seinen Texten reifen. nicht auf Vorteil und Nachteil bedacht.. Amras ist fertig gestellt. so dass er der letzten. II. ebenso einzelne Namen der von den Brüdern gelesenen Schriftsteller. um dann die ersten Entwürfe direkt in die Schreibmaschine zu tippen und in nachfolgenden Korrekturgängen zu verändern. Dabei lassen sich Verschiebungen von Textblöcken auf spätere Werke beobachten.« 1962 als Arbeitsbeginn wäre zumindest denkbar. nichts geändert. TBW. so auch bei Amras. Die Briefanreden »An Hollhof« sind nachträglich handschriftlich eingefügt. spätestens seit Anfang Mai gemeinsam mit Hedwig Stavianicek. Anm. S. ein Prinzip.und Überarbeitungsphase entgegensieht. intensiven Korrektur. Sowohl die unterschiedlichen Papiersorten und das wechselnde Schriftbild als auch verschiedene Inhalte lassen erkennen. wann genau die Arbeit an der Erzählung begonnen hat. 350): »Die unter dem Titel AMRAS zusammengelegten Schriften. S. Die Passage Zirkus« beispielsweise entstammt früheren Typoskripten.] entlang des TrafoierBaches. Auffällig an der im Thomas-Bernhard-Archiv in Gmunden erhaltenen ersten Typoskriptfassung der Erzählung ist ihr heterogener Charakter. »bis die Erzählung fertig ist! « Er hält sich vor allem in I Lovran bei Rijeka auf. Er montierte immer wieder einzelne Passagen oder Entwürfe zu neuen Texten.

alles ist da. »Zwei junge Leute« (in: Ereignisse) sowie dem 1965 in der Zeitschrift Wort in der Zeit publizierten Text »Ein junger Schriftsteller« und der kürzeren.. er sei »vom Frost weit weg und längst woanders. was Sie bisher geschrieben haben. Am 2. zu hören.fallen. die Ende 1959 niedergeschrieben. B 251). 14. nichts löst sich auf beim näheren . Bereits Anfang 1964 dürfte die Arbeit an Amras ziemlich weit fortgeschritten sein. Am 5. Des Weiteren erscheinen der kurze Text »Ein Frühling« (1963) sowie die Erzählungen » Der Briefträger« (1963) und » Eine Zeugenaussage« (1964). Die inhaltlichen Parallelen zu »Ein Frühling«. ebd.11.« (Thomas Bernhard an Rudolf Hirsch. Gut zwei Wochen später bestätigt sie ihren positiven Eindruck nach erneuter Lektüre: »Ich glaube: es ist das Beste. seine Erzählung aus diesen und anderen in zeitlicher Nähe entstandenen Texten entwickelt. Demgegenüber datiert Wieland Schmied die erste Beschäftigung mit Amras auf Mai/Juni 1963. dass die Arbeit mein einziges Vergnügen ist. also relativ spät. die mich monatelang gequält aber auch immer wieder in ihrer Beziehung zu mir lebendig gehalten hat. Am 31..auf das Amhras[?]-Buch warte« (ebd. Wenn es wahr ist. B 251) Bereits am 1 1. Mai erhält er ein Telegramm: »Amras ist gut sehr gut Botond« (ebd. B 78/2). er sei glücklich. B 78/2). Mai schickt er aus Lovran »die längst versprochene Erzählung. TBA. Mir fällt ein. Leiter des Insel-Verlags. Immerhin verfasst Bernhard Ende 1962/Anfang 1963 auch andere. 1963. dass er »eine Erzählung bis an die Nähe des Abschlusses gefördert« habe (ebd.Botond 1. Noch im November 1963 deutet Bernhard an.. NLTB. April 1964 schreibt sie ihm. Aufschlüsse über die Textentstehung vermittelt auch die Korrespondenz der Insel-Lektorin Anneliese Botond mit Thomas Bernhard. wo es schwierig ist. erstmals in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (23. ein Ende abzusehen.. 1963 druckt der Insel-Almanach auf das Jahr 1964 eine Auswahl jener kurzen Prosastücke.. so lebe ich sehr vergnüglich« (Thomas Bernhard an den Mitarbeiter des Insel-Verlags Peter Schünemann.1964. aber erst 1969 unter dem Titel Ereignisse veröffentlicht werden. dass sie »täglich . kürzere Texte. Vermutlich hat Bernhard dabei bereits Material für Amras gesammelt bzw. B 251/2/3).. 1965) veröffentlichten Erzählung »Das Verbrechen eines Innsbrucker Kaufmannssohns« sind jedenfalls deutlich. an Thomas Bernhard. der Text ist unglaublich dicht. s.1.1. ob es sich bei Amras nicht um eine Kindergeschichte handelt. Januar 1964 schreibt Rudolf Hirsch. 5. an Frau Dr.

einer tiefgreifenden Überarbeitung. 1964. willkürlich Fragmentarische.« In einem Brief vom 13. . ebd. 5. das Buch erscheint am 1. um »das Thematische. die sich auflöst und nicht auflöst«. dieser sei zu gut für eine Tageszeitung. Die Natur ist das einzige immerwährende Menschenunmögliche. B 78/2). im zweiten Teil. die Krankheit« stärker zu akzentuieren: »Die schönen langen Perioden des ersten Teils sind wie ein Netz über alles gespannt. »In Aldrans« beginnt. 1964.]. TBA. spreizt sich alles (nicht alles) erstarrt. B 78/2). heißt es.. 23. 26. TBA. der mich streckenweise schrecklich irritiert hat.« Dennoch kritisiert sie den »zweiten Teil« »als ein Auslaufen nach dem Ereignis. August 1964 formuliert Anneliese Botond diskret ihre Skepsis an der Werbewirksamkeit des schwer verständlichen Textes in der Feststellung. NLTB. Gegenüber der ersten Fassung gewinnt er an formaler Einheit und Dichte. September 1964. Lediglich als »Oberfläche« kann diese Welt beschrieben werden. und Bernhard habe es nicht nötig. Auf einem eigenhändig unterzeichneten Kurztext »Zu Amras« sowie einem Entwurfsblatt charakterisiert er die Erzählung.. Ende Juli korrigiert Bernhard die Druckfahnen. Auch Anneliese Botond zeigt sich »mit der jetzigen Form des zweiten Teils eigentlich recht zufrieden« (Anneliese Botond an Thomas Bernhard. durch eine dichte. 6. steht das eine dem anderen im Wege. in dem alles lebt und sich bewegt und groß atmet. wie andere Autoren über das Schreiben zu schreiben (NLTB.« (Anneliese Botond an Thomas Bernhard. selbstreferentielle Metaphorik. Der ambivalente Dualismus »[e]iner Welt.. nicht durch den Inhalt – es stehen großartige Dinge darin – sondern durch das grundlose[?]. B 78/2) Tatsächlich unterzieht Bernhard diesen »zweiten Teil«. wie unser Hirn (unser Leben) aus der Natur ausgeschlossen ist. als Epilog« und schlägt eine Überarbeitung und Kür-Ring vor. ist das Leitmotiv des für das Publikum gedachten poetischen Exposés. die sie kennzeichnende Begrifflichkeit.Hinschauen [. Heterogene. der mit dem Zwischentitel »„Sätze“ Walters« bzw. Sie bleibt »aus der Natur einfach ausgeschlossen.

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