You are on page 1of 150

Gute Zeiten mit

HANNI UND NANNI
Illustriert von Nikolaus Moras

Schneider Buch

© 2000 by Egmont Franz Schneider Verlag GmbH Schleißheimer Straße 267. – [Ausg. Text: Pamela Cox Titelbild und Illustrationen: Nikolaus Moras Umschlaggestaltung: ART-DESIGN Wolfrath. ENID BLYTON ist ein eingetragenes Warenzeichen der ENID BLYTON LTD.420 . umweltfreundlich hergestelltes Papier gedruckt. Augsburg Bindung: Conzella Urban Meister.Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme Blyton. 80. in Einzelbd. Unterhaching. München Herstellung: Gabi König Satz: FIBO Lichtsatz GmbH. Es entspricht den neuen Rechtschreibregeln. Gute Zeiten mit Hanni und Nanni.809 München Alle Rechte vorbehalten © Enid Blyton Ltd.420-0 Dieses Buch wurde auf chlorfreies. München-Dornach ISBN 3-505-11. Enid: Hanni und Nanni / Enid Blyton. – 2000 ISBN 3-505-11. München: Egmont Schneider. Bd. 11’ Garamond Druck: Presse-Druck. 20.

sondern an die lustigsten und aufregendsten Erlebnisse der Zwillinge im Alter von elf bis dreizehn Jahren. Ab Band 16 geht es also mit diesen neuen Abenteuern weiter. Millionen begeisterte Leserinnen haben sie verschlungen. die lustigen Zwillinge. gibt es seit vielen Jahren.Liebe Hanni-und-Nanni-Fans! Die Bücher von Enid Blyton über Hanni und Nanni. Die neuen Geschichten knüpfen aber nicht an den Abschied vom Internat Lindenhof an. Viele Mädchen haben uns gebeten. und wir haben zahlreiche Leserbriefe zu dieser Serie bekommen. es solle weitergehen mit Hanni und Nanni. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Euer Egmont Franz Schneider Verlag .

Inhalt Ankunft in Lindenhof Die Klassensprecherin Ein sehr wichtiges Treffen Die erste Woche Ein wunderbarer Tag Das beste Theaterstück Geisterstunde Carlotta unter Druck Eine Geburtstagsparty „Halbzeit-Tag“ Ein schwarzer Tag für Raphaela Entschuldigungen und Geburtstage Die Mitternachtsparty Eine saure Dritte Harte Zeiten für Astrid Astrid macht einen Fehler Schlechte und gute Nachrichten Alles klärt sich Ein voller Erfolg! Endlich Ferien! .

sagte ihre Zwillingsschwester Nanni. „Es kommt mir vor. dass …“ Sie sah im Rückspiegel das zwinkernde Auge ihrer Mutter und lachte ihr zu. Mami. Wir sind natürlich sehr gern zu Hause“. meinte ihre 7 . und nicht nur ein paar Wochen“. „Man könnte glatt meinen. „Es ist nur so. bemerkte ihre Mutter amüsiert. „Ich bin schon gespannt.Ankunft in Lindenhof „Jetzt sind wir gleich wieder da“. stellte Hanni fest. überlegte Hanni. Sie sah aus dem Autofenster. versicherte Nanni. nein. dass euch die Osterferien zu Hause nicht gefallen haben“. als wären wir Monate weg gewesen. „Vielleicht wird es ja eine von euch“. wer für das letzte Drittel des Schuljahres Klassensprecherin wird“. an dem die Landschaft um das Internat Lindenhof vorüberflog. „Ach.

rief Nanni. Sie war sich gar nicht sicher. was Carlotta so interessierte. Dann würdest du sicher auch ruhiger. fuhr sie mit einem Lachen fort. ob sie überhaupt ruhiger werden wollte. „Ein bisschen Verantwortung könnte dir gut tun. „Frau Theobald findet. Frau Sullivan. Sie wohnte nur ein paar Kilometer von den Zwillingen entfernt.“ „Vielleicht wählt sie dich ja gerade deswegen aus“. „Seht mal da! Oh. dass ich noch zu wild und unvernünftig dazu bin. „Ich werde es jedenfalls sicher nicht“. Und wenn ich Klassensprecherin sein sollte. und Frau Sullivan hatte ihr vorgeschlagen. sie mitzunehmen. wenn sie dich ernennen würden. „Ich würde grün vor Neid. Hanni und Nanni reckten ihre Köpfe. „Hoffentlich wird es nicht eine von uns“. „Genau das habe ich auch gerade gedacht!“ Carlotta stieß plötzlich überrascht die Luft aus.Freundin Carlotta Braun. um zu sehen. meinte Frau Sullivan lächelnd.“ Carlotta warf Frau Sullivan einen zweifelnden Blick zu.“ Nanni lachte. „Oh! Jemand hat Gut Eichengrund gekauft und einen Reiterhof daraus gemacht!“. könnten Sie bitte einen Moment anhalten?“ Die Mutter der Zwillinge bremste und steuerte den Wagen auf den Randstreifen. wandte Hanni sich an ihre Schwester. hätte ich dir gegenüber ein schlechtes Gewissen. „Das ist ja wunderbar!“ „Gut Eichengrund“ war ein wunderschönes großes 8 .

Frau Theobald macht uns dafür einen Sonderpreis. Ich heiße übrigens Lissi Baumann. grüßte sie freundlich. „Dann werden wir uns vielleicht noch öfter sehen. „Ihr wollt euch wohl mal Flocke ansehen?“ „Wenn du nichts dagegen hast“. fragte Hanni. „Und ich verspreche dir. die hier reiten möchten. Und meine Eltern haben als Ausgleich Sonderpreise für die Schülerinnen von Lindenhof angeboten. zusammen“. „Können wir einen Moment aussteigen und zusehen?“. fragte das Mädchen und stieg vom Pferd. „Ja. „Hallo. antwortete Carlotta. Gerade ritt ein Mädchen auf einem wunderschönen Pferd über den Parcours. antwortete Carlotta. „Ich warte solange im Wagen und lese die Zeitung. wir haben genügend Zeit“. antwortete ihre Mutter. und auf der angrenzenden Koppel standen Reithindernisse.Gutshaus mit weiten Ländereien. Es lag in unmittelbarer Nachbarschaft von Lindenhof und hatte lange Zeit leer gestanden. „Erraten!“. als du denkst! Meine Cousine und ich besuchen nämlich ab sofort dort die fünfte Klasse.“ Das Mädchen auf dem Pferd bemerkte die drei gleich und ritt ihnen entgegen. „Gehört ihr zufällig zum Internat Lindenhof?“. Jetzt aber war die Haustür frisch gestrichen worden. Mich zum Beispiel. 9 . Als Tagesschülerinnen.“ Das Mädchen lachte freundlich. du wirst einige von uns demnächst öfter hier sehen.“ Die Zwillinge und Carlotta stellten sich ebenfalls vor.

Hanni und Nanni“. grüßte Astrid und hielt ängstlich Abstand zu Lissis Pferd. „Sie gehören zum Lindenhof-Internat und gehen auch in die fünfte Klasse.“ „Dann war er sicher nicht allzu begeistert. „Oh.“ „Das ist ja wirklich ein Zufall!“.“ In diesem Moment schritten ein Mädchen und ein Junge auf das hintere Gattertor zu. sagte Hanni grinsend. nein. „Das ist höflich ausgedrückt“. „Das hier sind Carlotta. rief Lissi. Astrid hängt wie eine Klette die ganze Zeit an ihm. Dabei findet Wim Astrid total blöd. fragte Nanni. während sich der Junge abrupt umdrehte und zu den Ställen hinüberlief. solange ihre Eltern im Ausland sind. als er gehört hat. Astrid – so heißt meine Cousine – bleibt nur für ein paar Monate bei uns. ich habe furchtbare Angst vor Pferden. „Er geht auf das Gymnasium in Rottstadt. Und ich werde im Herbst zu einem Schüleraustausch nach Amerika gehen. sagte sie zu Astrid. „Kannst du auch reiten?“. „Das ist Wim. „Aber wir werden leider nicht allzu lange zusammenbleiben. „Komm doch mal rüber!“ Das Mädchen öffnete das Gatter und überquerte die Wiese.“ Lissi sagte schelmisch: „Astrid interessiert sich mehr 10 . rief Lissi. dass sie zu euch kommt“. mein Bruder“. antwortete Lissi.und Nanni erklärte noch: „Wir sind auch in der fünften Klasse. „Astrid!“.“ „Hallo“. erklärte Lissi.

Willst 11 . freute sich Astrid. „Aber wir sind längst nicht so gut wie Carlotta. „Könnt ihr reiten?“.für Mode und Frisuren. Die drei verabschiedeten sich von ihren neuen Freundinnen und rannten zum Auto. rief Elli ihnen zu. Carlotta!“. In Lindenhof angekommen. obwohl sie Raphaela nicht gerade nett fand. „Hanni und ich. den berühmten Schauspielern. „Hallo. Zwillinge! Hallo. „Wie waren die Ferien? Guckt mal.“ „Unsere Cousine Elli hat genau dieselben Interessen wie du. und Raphaela nickte nur herablassend mit dem Kopf. unsere neue Mitschülerin. während sie ihre neue Freundin mit sich zog. „Wir hatten ein paar Reitstunden“.“ Die drei Mädchen stellten sich ebenfalls vor. wir haben in den Ferien ihren neuesten Film gesehen. „Raphaela ist die Tochter von Robert und Helen Denmann. fragte Lissi die Zwillinge. „Ach ja? Das wäre ja wundervoll!“. Wie findet ihr das?“ „Wow!“ Nanni war tief beeindruckt. trafen sie in der großen Halle die Cousine der Zwillinge Arm in Arm mit einem Mädchen. Sie heißt Raphaela Denmann. Ihr werdet bestimmt gut zusammenpassen“. sagte Hanni. Sie ist früher nämlich mal mit Reitnummern im Zirkus aufgetreten …“ In diesem Moment rief Frau Sullivan nach den Mädchen. antwortete Nanni.

„Eure Cousine wird jedenfalls an ihr kleben wie eine Fliege am Leim“. dann werde ich ihr gerne mal zeigen. „Eins kann ich euch jedenfalls versprechen“. dass die anderen Raphaela für arrogant hielten. „Wenn sie mir gegenüber so aufgeblasen tut.“ Elli merkte sofort. was echte Gefühle sind. „Hallo! Offensichtlich habt ihr ja auch schon Bekanntschaft mit unserer Schauspielerin gemacht“. sobald Elli und Raphaela gegangen waren. sagte sie mit einer tiefen und sanften Stimme. 12 . wie sie es nannte. „Meine Eltern möchten. wir ‚Normalsterblichen’ sollten uns auch mal zur Hausmutter bewegen“. Aber im selben Moment hörten die Mädchen ihre Namen und wandten sich um. und deshalb sagte sie hastig zu ihr: „Ich bringe dich jetzt mal zur Hausmutter. „Und warum bist du weggegangen und kommst jetzt nach Lindenhof?“. dann so ein „zickiges Getue“. bemerkte Jenny trocken zu den Zwillingen.du auch einmal in die Fußstapfen deiner Eltern treten?“ Raphaela nickte.“ Die anderen lachten. dass ich das ganz normale Leben kennen lerne. auf welchen Zimmern wir sind.“ „Ich denke. meinte Carlotta. „Ich bin ja auch bis vor kurzem auf die Schauspielschule gegangen“. fragte Hanni neugierig. Sie wird uns sagen. Wenn Bobby etwas nicht ausstehen konnte. meinte Bobby. sagte Jenny grinsend. Jenny und Bobby liefen auf sie zu.

worum geht’s denn hier?“ Die dunkelhaarige. „Was haltet ihr von einem kleinen Besuch am Swimmingpool vor dem Abendessen? Wir können zwar noch nicht rein. freute sich Doris. und die eine davon ist sicher noch viel mehr nach Ellis Geschmack. Zum Swimmingpool schafften sie es anschließend aber doch nicht mehr. „Tagesschülerinnen? Das ist ja mal was Neues!“. kicherte Nanni. gut aussehende Marianne erschien. Freundinnen und Lehrerinnen begrüßen und vor allem Frau Theobald. meinte Marianne.“ Die anderen waren einverstanden.“ „Hallo.„Vielleicht überlegt die Fliege es sich aber doch noch anders“. Sie mussten noch ihre Zimmer finden. ihre heiß geliebte Schuldirektorin. ihre Sachen auspacken. Elli war enttäuscht. aber wenn ich nur das klare blaue Wasser sehe. Sie hatte Doris im Schlepptau. Dann erzählte Nanni mit der eifrigen Unterstützung von Hanni und Carlotta von Lissi und Astrid. Sie nahmen ihr Gepäck und rannten zu den Wirtschaftsräumen der Hausmutter. weil sie nicht mit Raphaela in ei- 13 . „Ab morgen haben wir noch zwei neue Mitschülerinnen. „Und ein neuer Reitstall vor unserer Haustür? Super!“. und bald danach war es Zeit zum Schlafengehen. Dann gongte es schon zum Abendessen. „Wer ist ganz nach Ellis Geschmack? Erzähl doch mal!“ Die Mädchen begrüßten einander erst einmal lautstark. bekomme ich schon ganz sommerliche Gefühle.

„Also.“ „Oh. sondern das Bett neben Mira bekommen hatte. Das passiert mir immer. Nur Elli scheint mich zu mögen. Hier ist alles so anders als in der Schauspielschule. Und alles ist nur meine Schuld. was hältst du davon. rief Petra erfreut. das ist sehr nett von dir. Jetzt ist es aber erst einmal Zeit. die stille kleine Petra. Daher fing sie Miras beste Freundin ab. Elli“. dachte sie traurig. „Aber müssen wir nicht zuerst die Hausmutter fragen. die traurig in die Dunkelheit starrte. Das passte ihr überhaupt nicht. wenn du mit Petra tauschen möchtest. antwortete Marianne. Ihr war klar. Alle. die in Raphaelas Zimmer schlief. ob wir das dürfen?“ „Doch. dass sie laut schnarchte.“ Die Mädchen waren von der Anreise und der Aufregung des ersten Tages erschöpft und schliefen sofort ein. weil ich mal wieder auf dem hohen Ross gesessen habe. 14 . wenn wir die Plätze tauschen? Dann kannst du bei Mira schlafen. mich verteidigen zu müssen. Sie seufzte tief und drehte sich auf die andere Seite. ins Bett zu gehen. die gerade mit Jenny vorüberkam und die beiden Mädchen miteinander reden hörte. vor allem weil man sich über Mira erzählte. wenn ich das Gefühl habe. dass sie auf die Mädchen einen schlechten Eindruck gemacht hatte.nem Zimmer war. dann mach das bitte mit der Hausmutter ab. dass ihr schnell fertig werdet. Seht also zu. bis auf Raphaela. Elli. das müsst ihr“. „Petra.

antwortete Bobby.“ Astrid lächelte zurück. standen dort bereits Astrid und Lissi am Fenster und warteten. Ihr war gleich klar. dass sie einiges mit Elli gemeinsam haben musste. „Wir wollten an unserem ersten Tag einen guten Eindruck machen“. „Du bist sicher Elli“. Aber anscheinend hatten die beiden nichts Schlechtes über sie erzählt.“ Elli verzog das Gesicht zu einer zweifelnden Miene und warf ihren Cousinen einen argwöhnischen Blick zu. murmelte Carlotta grinsend. Und tatsächlich waren sie und Astrid Augenblicke später in eine Unterhaltung über die neueste Mode vertieft. „He. das ist aber ein hübscher Name. sagte sie.Die Klassensprecherin Als am nächsten Morgen die Schülerinnen der fünften Klasse lachend und schwatzend in ihrem Klassenzimmer eintrudelten.“ Elli trat auf die Neue zu. „Die Trend-Tussis stecken schon die Köpfe zusammen“. antwortete Lissi schlagfertig. „Da kommt sie 15 . „Astrid ist schon seit dem Morgengrauen auf den Beinen und hat Stunden mit ihren Haaren und mit ihren Nägeln zugebracht. denn das fremde Mädchen wollte offenbar Freundschaft mit ihr schließen. „Astrid. ihr Streberinnen!“. rief Nanni ihnen zu. „Die Zwillinge haben mir schon von dir erzählt. „Ob das Raphaela passen wird? Wo steckt sie überhaupt?“ „Sie hat ihr Mäppchen im Zimmer vergessen und ist zurückgelaufen“.

„Ich war zuerst hier!“.gerade. Nur die drei Neuen hielten sich abseits und warteten erst einmal ab. riefen sie wie aus einem Mund.“ Raphaela zog tatsächlich eine saure Miene. „Guten Morgen. und nicht einen Kindergarten. Sie erreichten ihn Kopf an Kopf. am Fenster. bis die anderen ihre Plätze hatten. Und außerdem. Frau Adams machte einen strengen und beinahe harten Eindruck. 16 . als Raphaela sich auf den Stuhl setzte. Als Elli sie sah. donnerte Frau Adams dazwischen. Sie blickte die beiden Mädchen streng an. winkte sie sie herüber. und Astrid knallte ihre Tasche genau in dem Moment auf den Tisch. die an der Tür stand: „Achtung! Da kommt Frau Adams. junge Dame. Doch als sie jetzt die Klasse begrüßte. „Moment mal!“. dass ich eine fünfte Klasse unterrichte. lächelte sie freundlich. Dann betrat eine dunkelhaarige Frau das Klassenzimmer. wenn Astrid die Dritte im Bunde war? Leider blieb ihr keine Zeit mehr.“ Sofort verstummten die Mädchen und stellten sich in einer Reihe auf. und Astrid und Raphaela stürmten gleichzeitig auf den freien Platz neben ihr. denn jetzt zischte Doris. Mädchen! Bitte sucht euch eure Plätze!“ Es gab das übliche wilde Gerangel um die hintere Bank. „Ich war der Ansicht. das herauszufinden. Elli suchte sich einen Platz in der mittleren Reihe. Ob Raphaela etwas dagegen hatte. als sie ihre neue Freundin im Gespräch mit einer anderen ertappte.

Sie schämte sich vor der grinsenden Klasse. stellte Frau Adams sarkastisch fest. was du da auf den Fingern hast?“ „Das ist nur … nur farbloser Lack. befahl die Lehrerin streng. dann können wir ja vielleicht anfangen“. „Ihr habt jetzt genau zehn Sekunden Zeit. um euch zu setzen. „Ich möchte dich damit nicht noch einmal im Unterricht erwischen. du kannst dich hier ans Fenster setzen. Raphaela“. fuhr Frau Adams fort und sah zu Astrid. „Und du“.“ „Die arme Elli“.“ Astrids hübscher Mund wurde schmal. Sofort wurde es still. als hätte sie Angst. dass Frau Adams sie fixierte.“ Das ging an Raphaelas Adresse. entschied Frau Adams und sah auf ihre Uhr. Frau Adams“.ist es üblich. die triumphierend grinste. „Wenn jetzt alle ihre Plätze haben. Sonst bleibt ihr beide draußen“. „Jetzt sitzt sie zwischen Baum und Borke. „Du wirst ihn so schnell wie möglich wieder entfernen“. Ich setze mich in die Mitte.“ Lissi kicherte. wenn man von der Lehrerin angesprochen wird. aber als sie sah. dass man aufsteht. „ist das Nagellack. dass Astrid ihn ihr wegschnappen wollte. „Rutsch eins weiter. zischte Elli ungeduldig. wobei sie den Stuhl festhielt. „Astrid. flüsterte Doris. Raphaela wurde rot und schoss in die Höhe. begann sie zu husten. stammelte Astrid. Dann fuhr die Klassenlehrerin fort: „Sicher wollt ihr alle wissen. wer bis zu den 17 .

das muss ein Missverständnis sein!“ Frau Adams lachte. und ich werde mir alle Mühe geben. Carlotta!“ Carlotta sah sich fassungslos um.“ Einen Augenblick herrschte vollkommene Stille. bestätigte Frau Adams. und das Rennen war sehr knapp. Carlotta.Sommerferien eure Klassensprecherin sein wird. das am Ende des Jahres vor der ganzen Schule – einschließlich Eltern – aufgeführt werden soll. was ich sagen soll. wir haben uns mit Frau Jenks darüber unterhalten. dass eure Klasse in diesem Schuljahr ein Theaterstück einstudieren soll. das ist kein Missverständnis.“ „Also …“. Frau Theobald und ich. meine Aufgabe gut zu machen.“ „Du wirst deine Sache sicher gut machen“. Es waren einige von euch im Gespräch. „Nein. weil Carlotta so ungläubig dreinschaute. „Wie bitte?“. „Ich weiß gar nicht. Aber nach gründlicher Überlegung haben wir uns für Carlotta Braun entschieden. „Nein. „Carlotta.“ Die Mädchen horchten auf und wechselten begeister- 18 . begann das Mädchen jetzt zu stammeln. du bist die neue Klassensprecherin“. Es ist wirklich eine große Ehre. „Und jetzt habe ich noch eine sehr interessante Neuigkeit für euch. erklärte ihr Marianne. fragte sie verwirrt. dann brach Jubel los. Das verspreche ich Ihnen. „Super. Frau Theobald hat vorgeschlagen. Sie war ja im letzten Jahr eure Klassenlehrerin und kennt euch ebenfalls sehr gut.

“ Die Mädchen versuchten sich zu konzentrieren. erklärte Frau Adams. dass ihr alle so eifrig seid“. erinnerte sie Lissie. sie sollten sich alle nach dem Nachmittags-Tee im Aufenthaltsraum treffen. aber letztendlich liegen die Entscheidungen bei euch. aber es fiel ihnen sehr schwer. „Was für ein Stück werden wir denn spielen?“ „Es soll ein Stück von euch sein. um die Sache zu besprechen. rief sie mit lauter Stimme. wo sie die aufregende Neuigkeit besprechen konnten.“ „Oh. „Denk dran. Vom Text bis zu den Kostümen und Kulissen“. „Natürlich werden wir Lehrerinnen euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Frau Adams klopfte mit dem Lineal auf ihr Pult. Das war ja wirklich eine tolle Neuigkeit! Petra meldete sich. Die Zeit reichte natürlich nicht. das hätte ich beinahe vergessen“. Bis dahin müssen wir uns leider dem Stundenplan widmen. „Und wir wollen auch mitmachen. vor. „Könnt ihr eure Eltern nicht fragen. „aber ich schlage vor. ob ihr heute Nachmittag noch mal wiederkommen könnt? Bis wir fertig sind. und sie fanden ein abgeschiedenes Plätzchen auf dem Schulhof. dass Astrid und ich nach dem Unterricht nach Hause gehen“. und allzu 19 . die jetzt Klassensprecherin war. „Es freut mich.“ Das Projekt wurde von der Klasse mit Begeisterung aufgenommen. ist es sicher noch nicht dunkel. dass ihr bis zur Pause wartet.te Blicke. Dann war endlich Pause. rief Carlotta. und deshalb schlug Carlotta.

“ „Das wird sicher gehen“. „Strengt eure grauen Zellen an und bringt einen Sack voller Ideen mit!“ 20 .weit habt ihr ja nicht zu laufen. Wir sehen uns nach dem Tee. meinte Lissi. wenn wir nach Hause kommen.“ „Dann ist ja alles klar.“ Carlotta lächelte in die Runde. „Wir werden gleich fragen.

wir fangen an. „Wie wäre es denn mit einem Musical?“. „Hört zu. „Fünf Minuten müssen wir ihnen noch geben. um Ruhe zu schaffen. das fände ich gut“. „Tut uns Leid. „Dann bleibt es also bei Komödie oder Drama. sagte Carlotta. Also: Hat schon jemand einen Vorschlag. sagte Lissi schuldbewusst. Dann fangen wir ohne sie an“. „Nein. lieber eine Komödie!“. „Wir müssten nicht nur die Dialoge schreiben.Ein sehr wichtiges Treffen Carlotta saß am Kopfende eines Tisches im Aufenthaltsraum und sah ihre Mitschülerinnen der Reihe nach an. klangen die Stimmen durcheinander. du hast Recht“. „Wie weit seid ihr? Haben wir viel versäumt?“ „Wir haben noch gar nicht angefangen“.“ „Ich fürchte. sagte Carlotta. sondern auch noch die Musik und die Songs. dass wir zu spät kommen“. Es fehlten nur noch Lissi und Astrid. Dann klatschte sie in die Hände. entschied Carlotta.“ „Ein richtig schönes Kostüm-Drama. was für ein Theaterstück wir spielen sollen?“ „Ein historisches Drama!“. „Egal was für eine Art Stück wir spielen wollen“. er21 . Zum Glück trafen die Mädchen einen Augenblick später ein. schlug Bobby vor. fragte Hanni zweifelnd. „Ist das nicht ein bisschen zu hoch gegriffen?“. Und dafür hat niemand von uns Talent. sagte Astrid.

was wir auch ohne das Stück schon tun können: Wir müssen eine Regisseurin wählen. meinte Carlotta grinsend. und zwar ohne Namen. erklärte Marianne. und das geht auf keinen Fall“. wenn ihr eure fertigen Manuskripte einfach auf meinen Schreibtisch legt. sagte Carlotta. Es gibt nur eins. Daraufhin meldeten sich noch ein paar andere Mädchen.“ 22 . dass ich jemand bevorzugt hätte. und wir werden zusammen eins auswählen. Wir müssen uns einen Termin setzen. dass unser Stück ein Erfolg wird. deren guter Ausdrucksstil von den Lehrerinnen gelobt wurde. Ich werde die Stücke mit Frau Adams durchlesen. Die fertigen Stücke müssen heute in drei Wochen auf meinem oder auf Frau Adams’ Schreibtisch liegen.klärte Carlotta. dass niemand diese Aufgabe übernehmen wollte“.“ „In drei Wochen schon?“. eines zu schreiben?“ „Eine Komödie … Das könnte ich mir schon vorstellen“. „Das ist aber sehr wenig Zeit. antwortete Doris. rief Marianne entsetzt. „Ich hatte schon Angst. die eine ziemliche Ulknudel war. haben wir weniger Zeit zum Proben. Dann kann man mir nicht vorwerfen. „Und ich würde gerne mal ein Drama versuchen“. „Wir wollen doch alle. „wir brauchen erst einmal ein gutes Textbuch. „Aber anscheinend haben wir hier eine beachtliche Anzahl verhinderter Schriftstellerinnen! Am besten wird es sein. Wer traut sich zu.“ „Wenn wir länger warten.

sagte Elli und riss bereits einige Seiten heraus. meinte Nanni. „Vorausgesetzt. fand Bobby.“ „Und Jenny und ich. knapper hätte es kaum sein können. Gut! Sieben ist eine Glückszahl!“ Fünf Minuten später verkündete Marianne das Ergebnis: „Also. Hat jemand Papier dabei?“ „Ich habe mein Ringbuch mitgebracht“.“ „Das lässt sich leicht herausfinden“. „Jenny wäre sicher dafür begabt“. „Ich würde es zumindest gerne mal probieren“. „Was meinst du. sagte Car- 23 . „Bleiben also nur noch sieben Mädchen übrig. „Einen Moment noch“. Carlotta hat mit vier Stimmen gewonnen. „Als Klassensprecherin kannst du am besten eine Gruppe leiten. wehrte Carlotta ab. „Herzlichen Glückwunsch. „Die drei Neuen sollten nicht mitwählen. um sie zu verteilen. „Heute ist offensichtlich mein Glückstag“.“ „Will nicht jemand anders Regisseurin werden?“.“ Alle applaudierten. wir dürfen auch nicht abstimmen“. sagte sie.„Die musst du sein!“. sagte Carlotta. rief Doris Carlotta zu. Jenny?“ In diesem Moment wurde Jenny klar. sagte Jenny. dass die Mehrheit dafür ist. Carlotta!“. In ihrem tiefsten Herzen aber fühlte sie sich doch ein bisschen enttäuscht. die sie suchte. denn sie kennen Jenny und Carlotta ja noch gar nicht richtig. „Wir stimmen einfach ab. dass das eigentlich genau die Herausforderung war. rief Marianne dazwischen.

„Ich fände es wirklich gut. wenn du mit Raphaela Freundschaft schließen könntest“. die sich für Pferde begeistern kann.“ „Ehrlich gesagt. Bevor die beiden Tagesschülerinnen nach Hause gingen. und Elli fühlte sich zwischen den beiden alles andere als wohl. eine beste Freundin zu haben. rief Carlotta mit leuchtenden Augen. Elli.lotta. Und dieser Glückstag war noch nicht vorüber. Elli war mit ihren neuen Freundinnen nicht halb so glücklich. „Ich muss zwar erst Frau Adams um Erlaubnis fragen. können wir vorher noch reiten. erwischte sie Astrid einen Augenblick allein. aber der Gedanke. Wie wäre das?“ „Super!“. sagte sie bittend. Sie hatte sich zwar in Lindenhof niemals einsam gefühlt. „Ich mag euch beide sehr. Als das Treffen zu Ende war. eine Freundin zu treffen. aber wir haben nicht viel gemeinsam. und ihre Gesprächsthemen langweilen mich meistens. „Ich bin heilfroh. Raphaela und Astrid konnten einander absolut nicht ausstehen. wenn ihr euch nicht miteinander vertragt. aber sicher hat sie nichts dagegen. ob du am Samstag zu uns zum Kaffee kommen kannst. antwortete Lissi. was du 24 . und es ist für mich sehr schwierig. Es wird garantiert wunderschön!“ „Das glaube ich auch“. Wenn du früh genug da bist. kam Lissi zu ihr und sagte: „Ich habe meine Mutter gefragt. machte sie unendlich glücklich.“ Carlotta strahlte vor Freude. Ich mag Astrid wirklich sehr. ich weiß wirklich nicht.

später mit Raphaela zu sprechen. Vielleicht schlossen sie ja doch noch einen Dreierbund. dass sie diese falsche Freundlichkeit fast krank gemacht hätte. und Elli antwortete ihr in der gleichen Weise. „Aber wenn es dir so wichtig ist.an Raphaela findest“. Marianne.“ Sie lächelte ihr süßestes Lächeln. Aber Elli war zufrieden und beschloss. sagte später zu Nanni. 25 . dann werde ich mich bemühen. entgegnete Astrid. die in diesem Augenblick vorbeikam. nett zu ihr zu sein.

Die erste Woche Die erste Woche verging wie im Flug. Überhaupt war sie keine besonders gute Schülerin. Begeistert war sie von Raphaelas Grammatikkenntnissen. Daher konnte sie sich diesen kleinen Hieb gegen Raphaela erlauben. sagte Doris. obwohl ihr Französisch alles andere als gut war. Aber bei dieser Unterhaltung war Elli nicht dabei. freundlich zu Raphaela zu sein. die die Geduld der Lehrerinnen auf eine harte Probe stellten. „Als Schauspielerin müsste sie doch jede Sprache perfekt imitieren können“. meinte Astrid mit einem Anflug von Gehässigkeit. Zeitweilig aber hatte sie Konzentrationsmängel. Weil sie immer adrett angezogen war und über eine Menge Charme verfügte. Die anderen Mädchen wunderten sich. Mamsell. Jede der drei Neuen gewöhnte sich auf ihre Weise ein. gehörte Astrid schnell zu Mamsells Lieblingen. Sie hatte ihr Versprechen gehalten. vor allem in Deutsch. Nur ihr Akzent war einfach schrecklich und brachte die Lehrerin völlig aus dem Häuschen. schwankte ständig zwischen Begeisterung und Verzweiflung hin und her. Vor allem die Französischlehrerin. „Vielleicht ist sie eben gar keine so gute Schauspielerin. Raphaela stellte sich als gute Schülerin heraus. Aber Frau Adams’ tadelnde Bemerkun26 . die selbst Mamsells Tonfall unvergleichlich nachmachte. und gab sich Mühe. wie sie immer tut“. das sie Elli gegeben hatte. und auch ihre schriftlichen Leistungen waren extrem gut.

stimmte Bobby zu. ich könnte ewig hier in der Sonne liegen bleiben“. bei der sie ins Schwitzen geraten konnte. ist gegen einen kleinen Streich natürlich nichts einzuwenden. Dann passiert bei mir das genaue Gegenteil: Ich langweile mich und werde ungeduldig. „Wer soll denn das Opfer sein?“. vor allem in Mathe und beim Französisch-Diktat. werde ich immer so faul. bedeutete das für die Klasse meistens. Ihre Augen blitzten begeistert. Ihre Cousine Lissi hingegen liebte Schwimmen und war eine hervorragende Tennisspielerin. dass es bald wieder etwas zu lachen gab. Genau wie Elli hasste sie jede Art von sportlicher Betätigung. fragte sie hoffnungsvoll.“ Doris kicherte. „Hast du vielleicht irgendetwas vor?“. „Ach. ist es furchtbar. denn wenn Bobby sich langweilte. „Aber wenn die Sonne scheint und man drinnen eingesperrt ist. „Wenn es warm ist. An diesem Tag hatten sich die Mädchen nach dem Mittagessen ein sonniges Plätzchen im Park des Internats gesucht und genossen das wunderbare Wetter.gen zu diesem Thema kümmerten sie kein bisschen. seufzte Marianne zufrieden und streckte sich zu voller Länge auf dem Rasen aus.“ „Ja. wenn du schon davon anfängst … Um ein bisschen Dampf abzulassen. „Aber Doris! Wie kommst du denn darauf?“ Bobby riss ihre Augen vor Unschuld weit auf. solange man draußen sein kann. ist es toll“.“ Lissi richtete sich auf und stützte sich auf ihren Ellbogen. „Obwohl. fragte sie interessiert. „Frau Adams 27 .

Für einen Streich gibt es eigentlich nur ein geeignetes Opfer: Mamsell! Mensch. nie mehr Streiche zu spielen. „Leider habe ich selten gute Ideen dafür. wenn sie dahinter kommt. gab Jenny zu und verzog das Gesicht. Bobby. „Erinnerst du dich noch daran.“ „Oh nein. wie oft haben wir sie in den letzten Jahren schon reingelegt?“ „Das waren sicher dutzende Male“. weil sie die ganze Zeit so schlecht gelaunt war. sagte Lissi. „Die gute alte Mamsell hat gedacht. „Wir werden bloß ein Weilchen brauchen. spielt Mamsell doch wieder einen Streich! Ich möchte zu gern ihr Gesicht sehen. Und dann stellte sich nachher heraus. Zum Glück ist nicht mehr passiert!“ „Ich liebe Streiche“. meine Liebe“. Jenny?“ Jenny war sich darüber klar.“ „Und als du ihr in der ersten Klasse die Insekten ins Brillenetui gesetzt hast“.etwa? Besser nicht! Die ist viel zu streng.“ „Spaß würde es natürlich schon machen“. um uns etwas einfallen zu lassen. „Ich wollte mich an ihr rächen. sie sieht nicht richtig!“ „So lustig war das eigentlich gar nicht“. dass sie in Lissi ein dankbares Publikum hatten. „Was meinst du. und stimmte sofort zu. überlegte Bobby und blinzelte listig. mischte Elli sich ein. antwortete Jenny grinsend. Bobby und Jenny. lachte Marianne. dass sie damals schreckliches Rheuma hatte. Es tat mir so Leid. „Frau Adams bestimmt nicht. Ach bitte. wie du letztes Jahr ihren Teller hast springen lassen? Ich hab vor Lachen Seitenstechen bekommen. dass ich mir fast geschworen habe. Mein Bruder müsste mir dem- 28 .

nächst mal wieder schreiben. Vielleicht hat der ein paar Ideen.“ „Jennys Bruder kennt die genialsten Streiche“, erklärte Marianne Lissi. „Und er gibt Jenny immer Tipps. Was für uns natürlich gut ist – und für Mamsell weniger.“ „Die arme Mamsell“, warf Astrid vorwurfsvoll ein. „Ich finde es gemein, wenn man ihr Streiche spielt. Das hat sie nicht verdient.“ Lissi schnitt ihrer Cousine eine Grimasse. „Das sagst du jetzt doch nur, weil sie dir heute Morgen deine dämliche Entschuldigung geglaubt hat, dass eines der Pferde deine Französisch-Hausaufgaben gefressen hätte. Außerdem: Ein bisschen Spaß muss sein!“ „Und die gute Mamsell hat uns auch noch nie etwas übel genommen“, bestätigte Doris grinsend. In diesem Moment trat Raphaela aus dem Schulhaus. Elli und Astrid standen auf und gingen zu ihr hinüber. „Sag mal“, wandte Doris sich an Lissi, „deine Cousine läuft jetzt doch hoffentlich nicht zu Mamsell und petzt? Sonst können wir es gleich bleiben lassen …“ „Nein, nein, Astrid ist schon in Ordnung“, versicherte Lissi schnell. „Sie benimmt sich zwar manchmal ein bisschen affig, aber sie plaudert nichts aus.“ „Na ja, Astrid vielleicht nicht. Aber was ist mit unserer Klassensprecherin?“, meinte Jenny scheinheilig. Sie stieß Bobby an und deutete mit dem Kopf zu Carlotta, die die Hände unter dem Kopf verschränkt hatte und halb schlafend im Gras lag. „Hm?“ Carlotta gähnte und reckte sich. „Was ist

29

los?“ „Wir haben gerade überlegt, wie wir Mamsell einen Streich spielen können“, erklärte Bobby. „Astrid ist nicht dafür – und Jenny meint, dass du als Klassensprecherin vielleicht auch dagegen bist.“ Wie der Blitz setzte Carlotta sich auf. „Meint sie das wirklich?“, fragte sie tief verletzt. „Also, Jenny, damit du es weißt: Selbst wenn ich Schulsprecherin wäre, würde ich euch nicht davon abhalten, Mamsell einen Streich zu spielen.“ Alle brachen in zustimmendes Gelächter aus. „Genau, Carlotta!“, rief Doris. „Wir haben doch gewusst, dass du nicht gleich Musterschülerinnen aus uns machen willst.“ Carlotta lachte auch, aber sie warf Jenny einen zweifelnden Blick zu. War Jenny etwa sauer auf sie, weil sie ihretwegen nicht zur Regisseurin bestimmt worden war? Möglicherweise war das ein Grund – aber Carlotta hatte das dumme Gefühl, dass der wahre Grund viel, viel tiefer lag. Irgendwie war das alles sehr seltsam, denn Jenny war normalerweise aufrichtig und geradeheraus. Aber im nächsten Moment schien Jenny doch schon wieder ganz die Alte zu sein! Sie knuffte Carlotta freundlich an den Arm und erinnerte sie an einen Streich, den sie im letzten Jahr gemeinsam der Abschlussklasse gespielt hatten. Carlotta musste lachen, und im selben Augenblick überlegte sie, ob sie sich nicht einfach alles nur einbildete. Auch Elli war genervt, und zwar wegen Astrid und

30

Raphaela. Sie hatte vor einigen Tagen auch mit Raphaela gesprochen und ihr erklärt, dass Astrid sich Mühe gab. Dasselbe erhoffte sie nun von Raphaela. „Solange sie freundlich zu mir ist, bin ich es auch“, war Raphaelas nicht allzu ermutigende Antwort. „Ich kann sie nun mal nicht ausstehen. Sie ist eine eingebildete Ziege ohne einen einzigen vernünftigen Gedanken in ihrem hübschen kleinen Köpfchen.“ Bei diesen Worten hatte Elli sich auf die Lippen gebissen. Wenn du wüsstest, wie oft die anderen genau dasselbe über mich gesagt haben, dachte sie. Und sie haben noch nicht mal Unrecht! Ich weiß, dass ich mir nicht allzu viele Gedanken mache. Plötzlich zog sie ärgerlich die Augenbrauen zusammen. „Aber wenn Astrid und ich uns so ähnlich sind, wieso bist du dann mit mir befreundet?“ Raphaela fasste Elli an der Schulter. „Das ist nur oberflächlich“, antwortete sie. „Denn unter deiner Oberfläche hast du wesentlich mehr Tiefgang als sie! Du bist nett, freundlich, offen und fair … und all das ist Astrid nicht.“ „Oh!“, rief Elli aus. Einerseits freute sie sich über diese tollen Komplimente, andererseits wollte sie Astrid verteidigen. „Danke, Raphaela. Es freut mich, dass du so gut über mich denkst. Aber ich finde Astrid auch immer sehr nett und freundlich.“ Raphaela war äußerst scharfsinnig und, im Gegensatz zu Elli, in der Lage, hinter ein hübsches Gesicht zu blicken. Sie hatte Astrid auf den ersten Blick durchschaut und ihren durchtriebenen Charakter erkannt,

31

„Hallo!“.“ An dieses Gespräch dachte Raphaela nun. Wenn Elli jemanden mochte. wenn ich sie erst einmal richtig kennen gelernt habe. Allerdings war es unsinnig. „Ich meine nur. Aber Raphaela sah. „Aufräumen? Bei dem Wetter?“ Astrid schüttelte sich. sagte Elli. als sie in die gleißende Sonne hinaustrat und Astrid und Elli zwischen den anderen sitzen und lachen sah. Astrid machte es ihr nach. wenn du es gewöhnt bist. antwortete Raphaela. mit Schauspielern zusammen 32 . bevor die Hausmutter die Unordnung entdeckt“. Daher lächelte Raphaela ihr nur zu und sagte: „Vielleicht bin ich ein bisschen zu streng mit Astrid. wir warten schon eine Ewigkeit auf dich. Möglicherweise finde ich sie ja ganz nett. Als Elli sie erblickte. Von mir aus können wir uns auf halber Strecke treffen. „Schön blöd! Aber ich stelle es mir sowieso blöd vor. ich habe nur schnell meine Ecke in unserem Zimmer aufgeräumt.“ „Ach.“ „Was willst du damit sagen?“. dass so eine ganz normale Schule für dich schrecklich langweilig sein muss. die ganze Zeit in Lindenhof zu wohnen.der sich hinter ihrem charmanten Lächeln verbarg. Bei diesem Ton hob Astrid ihre akkurat gezupften Augenbrauen. lächelte sie und stand auf. konnte sie nichts Schlechtes von ihm denken – bevor sie es nicht selbst erlebt hatte. von Elli dasselbe zu erwarten. fragte Raphaela gereizt. dass Astrids Augen nicht lächelten. „Wo hast du denn die ganze Zeit gesteckt? Astrid und ich.

“ Damit ließ Raphaela Astrid und Elli stehen.“ „Das ist ja ein Zufall!“. Sie war plötzlich blass geworden. „Eine Freundin von mir geht auf dieselbe Schule. Offensichtlich irritierte es Raphaela. „Weißt du. Sie heißt Sarah Jansen. sagte Elli verdutzt. und zog in Richtung Schulhaus ab. dass sie mal wieder ihrer Freundin Sarah Jansen schrieb … 33 . Astrid und Elli sahen sie neugierig an. Raphaela hätte etwas zu verbergen. „Ja. können sie genauso langweilig sein wie andere Leute. was? Astrid beschloss. es herauszufinden. meinte Astrid und lachte. was ich unbedingt erledigen muss. ich kenne sie. wenn man jeden Tag mit Theaterleuten zusammen ist.“ „Kann ich mir vorstellen“. Fragte sich nur. dass sie eine Mitschülerin von der Theaterschule kannte. Kennst du sie?“ „Allerdings“. die verdattert hinter ihr hersahen. wie sie plötzlich blass wurde?“ Astrid nickte. antwortete Raphaela. rief Astrid und schlug vor Überraschung die Hände zusammen. „Das ist eine sehr berühmte Schule. sagte Raphaela und entspannte sich ein wenig. „Auf welcher Theaterschule warst du überhaupt?“ „Auf der De-Winter-Akademie“. Astrid.zu sein. Man konnte glatt meinen. „Das ist ja merkwürdig!“. Wir schreiben uns regelmäßig. stieß Raphaela zwischen zusammengepressten Lippen hervor. Äh … Entschuldigung. Es war sowieso höchste Zeit. „Hast du gesehen.“ „Ach so“. aber mir fällt gerade etwas ein. Ihr Gehirn arbeitete fieberhaft.

seinen Reiter abzuwerfen. und die Mädchen hatten schulfrei. Die meisten gingen in die Stadt.“ Aber zu ihrer Enttäuschung wurde ihr freundliches Lächeln mit einer finsteren Miene erwidert. stellte Carlotta zu ihrer Beruhigung fest. Aber der Junge kannte sich mit Pferden aus. und natürlich auch die Pferde. ein großes schwarzes Pferd ritt. Andere wiederum nutzten das wunderbare Wetter zum Schwimmen und Tennisspielen oder Sonnenbaden. Im Nu war es Samstag. Es bäumte sich auf. Anstatt gleich am Wohnhaus zu klingeln. schlaksiger Junge. trafen sich im Café oder gingen ins Kino. „Du bist sicher Wim! Ich heiße Carlotta Braun. „Hallo!“. Carlotta hatte sich auf diesen Samstag besonders gefreut. Sie lehnte sich an das Gatter und sah interessiert zu. ihre Familie kennen zu lernen. Jetzt bemerkte er Carlotta und wandte sein Pferd dem Gatter zu. ging sie zur Koppel hinüber. wie ein schlanker. kauften sich etwas. Das Pferd war offensichtlich noch nicht vollkommen zugeritten.Ein wunderbarer Tag Die erste Woche des Schuljahres verging wie im Flug. antwortete Wim mit gelangweiltem Ton34 . Sie war schon gespannt darauf. Sie kam ein bisschen zu früh auf Gut Eichengrund an. „Weiß ich“. weil sie am Nachmittag bei Lissi eingeladen war. rief Carlotta ihm freundlich entgegen. dann buckelte es heftig und versuchte. und blieb im Sattel sitzen. der Lissi sehr ähnlich sah.

Sie hat gesagt. Aber das Pferd warf den Kopf in die Höhe und wich zurück. Als diese jetzt wieder den Arm hob. schimpfte er. floh er nicht. „Meine Schwester ist das einzige Mädchen. um den Nacken des Rappens zu klopfen. Du würdest auf jeden Fall nicht mit ihm zurechtkommen“.“ Damit ging Wim zu den Ställen hinüber. der vollkommen aufgebracht war. Der Junge musterte sie abfällig von Kopf bis Fuß. flüsterte sie sanft. sagte Wim wütend. um den Rappen zu streicheln. ich soll mich solange um dich kümmern. „Na. „Ich sehe mal nach. komm schon“. schritt dann aber doch auf Carlotta zu. Carlotta reckte sich. „Warte hier“. „Lissi musste noch mal schnell mit Ma und Astrid nach Rottstadt. zögerte. das ich kenne.fall. 35 . fauchte Carlotta zurück.“ Auf diese Aufgabe scheint er sich ja nicht sonderlich zu freuen. ist dir das klar?“. „Er hätte dich beißen können. ob wir ein passendes Pferd für dich haben. „He! Was zum Teufel machst du da?“ Carlotta fuhr wie elektrisiert herum. sondern legte seinen großen Kopf auf ihre Schulter. „Du hast ja überhaupt keine Ahnung! Rocky ist noch nicht richtig zugeritten und daher unberechenbar. Sie sah Wim in die Augen. „Das hätte er nicht“. stellte Carlotta leicht sauer fest. „Komm zu mir.“ Das Pferd blieb stehen. Aber sie kommt gleich wieder. das vernünftig reiten kann. befahl er ihr dann.

Als Wim zurückkam. „Entschuldigung“. dass sie Wim nicht eine Antwort in passender Münze zurückgab. allein aufzusteigen?“ „Oh nein. sagte sie schüchtern und trat ein paar Schritte von Rocky zurück. antwortete Carlotta und riss mit gespielter Bestürzung die Augen auf. „Hast du nicht etwas. „Okay. du blöde Ziege!“. und Rocky stürmte davon. „Du wirst dir noch alle Knochen brechen. saß sie schon auf Rockys Rücken. Dann lief er zurück zum Stall. 36 . als hätte er Flügel. „Soll ich vielleicht lieber auf dem Pferd reiten?“ Sie deutete mit dem Kopf auf eine freundliche alte Mähre. „Ja“. sagte Wim gönnerhaft. „Schaffst du es. schrie er. Carlotta schnitt ihm hinter seinem Rücken eine Grimasse und kletterte über das Gatter auf die Koppel. „Bist du überhaupt schon mal geritten?“ „Nur ganz wenig“. Dann schnalzte sie dem Pferd ein paar Mal sanft zu. die Wim am Zügel mit sich führte. das kann ich leider nicht“. Mit Maisy wirst du wahrscheinlich keine Schwierigkeiten haben“. antwortete er knapp.Und sogar sie kommt nicht mit Rocky zurecht. sagte Carlotta nur und schüttelte ihr dunkles Haar. „Komm sofort da runter.“ „Quatsch mit Soße!“. gab Carlotta zaghaft zu. Aber wenigstens eine kleine Lektion wollte sie ihm erteilen.“ Carlotta musste sich beherrschen. worauf ich mich stellen kann?“ Wim seufzte genervt und ließ Maisys Zügel fallen. während er den Hocker fallen ließ und auf die Koppel zustürmte.

Ich hoffe. dich endlich kennen zu lernen. gerne“. „Sie ist früher mal im Zirkus geritten. Carlotta! Komm. Wow! Seht euch nur ihren Stil an!“ „In einem Zirkus?“. weil Rocky mit ihr durchging. „Wieso hast du mir das nicht früher gesagt? Jetzt habe ich mich bis auf die Knochen blamiert. „Das tust du doch immer. sagte Frau Baumann mit freundlichem Lächeln und reichte ihr die Hand. Sie mochte Lissis Mutter auf Anhieb. wiederholte Wim entsetzt. 37 . er müsse Carlotta zu Hilfe kommen. Ma“. „Wim!“. beruhigte Lissi sie grinsend. schrie Frau Baumann erschrocken. „Wie kannst du das arme Mädchen auf Rocky setzen? Reite sofort hinter ihr her!“ „Um Carlotta musst du dir keine Sorgen machen.“ „Das ist ja nichts Neues“. ich möchte dich meiner Mutter vorstellen. Sie brauchte keine Hilfe. Zu Wims Verblüffung ging eher Carlotta mit Rocky durch! Genau in diesem Moment kam Wims Mutter mit Lissi und Astrid über den Hof. Sie stieg ab und kam zum Gatter. Rocky ging keineswegs mit Carlotta durch. Aber dann bemerkte er.“ „Wenn ich darf.Wim dachte einen Moment lang. darum freue ich mich. wie locker sie die Zügel hielt und wie sicher und elegant sie im Sattel saß. kicherte Lissi. He. wir werden dich hier jetzt öfter sehen. antwortete Carlotta ebenfalls lächelnd. „Lissi hat schon die ganze Woche von dir geschwärmt. „Du bist also Carlotta“.“ Carlotta wendete das Pferd.

wie ich mit dir gesprochen habe“. sagte sie. halb entsetzt. 38 . „Meinem Bruder muss ich dich ja wohl nicht mehr vorstellen“. „Aber ich muss mich noch bei Maisy entschuldigen. das Tante Ruth mir gekauft hat!“ Wim warf seiner Cousine einen kurzen Blick zu und nickte kaum merklich. sagte Frau Baumann. Ihr könnt ja hereinkommen. Lissi“. wandte Lissi sich mit schelmischem Grinsen an Carlotta. „Ihr habt euch ja schon kennen gelernt. „Entschuldigung angenommen“. dass sie überhaupt noch mit dir spricht!“ Astrid war die ganze Zeit ungeduldig von einem auf den anderen Fuß getreten und hatte ein gelangweiltes Gesicht gezogen.“ Sie ging zu dem alten Pferd hinüber und streichelte sanft seine Nase. mischte sie sich jetzt ein. Ich kann dir nachher ja mal das neue Kleid zeigen. beteuerte Wim. „Ich hab dich einfach so stehen gelassen. rief Lissi halb amüsiert. es tut mir wirklich Leid. dass ihr jetzt alle etwas Kühles zu trinken vertragen könnt. sagte er dann. nicht wahr. „Wim“.„Die Freunde unserer Kinder sind uns immer willkommen“.“ Damit ging sie ins Haus und ließ die vier Jugendlichen allein. „in der Stadt war es ganz toll. du Süße?“ „Wim! Wolltest du Carlotta etwa Maisy andrehen?“.“ „Carlotta. „Komm. Ich stelle euch eine Flasche Limonade in die Küche. „Ich kann mir vorstellen. wenn ihr hier draußen fertig seid. „Dann wundert es mich.

willst du Lissi und mir nicht ein paar von deinen Zirkus-Nummern zeigen? Du kannst doch sicher ohne Sattel reiten. aber mit einem Auge blickte sie zu Astrid hinüber. „Wim. meinte Lissi. Carlotta. 39 . aber im Moment tat sie ihr ein bisschen Leid. und es wurde eine fröhliche. Sie ritten den ganzen Nachmittag auf den Pferden und machten abends ein Picknick auf der Koppel. dass ihr Cousin sie so links liegen ließ. Die Eltern von Wim und Lissi kamen auch dazu. Obwohl Astrid beleidigt war. dass du mir bei den Mathe-Hausaufgaben hilfst. wurde es ein sehr schöner Tag. „Komm mit. Sie hatte für das Mädchen nicht allzu viel übrig. lockere Runde. maulte Astrid und zog einen Schmollmund. oder? Die Jungen in meiner Klasse werden staunen. als sie dafür einen wütenden Blick erntete. Nach dem Abendessen bot Frau Baumann an. Carlotta. Darum warf sie Astrid ein freundliches Lächeln zu und war überrascht. wenn ich ihnen von dir erzähle. sagte Wim mit einer ungeduldigen Handbewegung.„Wir gehen erst einmal etwas trinken.“ „Später“.“ „Gute Idee“. „Sag mal.“ „Wollt ihr jetzt etwa den ganzen Nachmittag mit den Pferden verbringen?“. bei der Herr Baumann eine Menge Witze erzählte und alle zum Lachen brachte. du hast mir doch versprochen. die offenbar todunglücklich darüber war. Carlotta mit dem Auto zur Schule zurückzubringen. und dann zeigen wir Carlotta die anderen Pferde.“ Carlotta grinste. Dann drehte Astrid sich um und stakste ins Haus.

was die anderen aber nicht bemerkten. sobald ein Pferd dich nur anwiehert. schlug Carlotta vor. „Wir können doch die Pferde nehmen. murmelte Wim und wurde ein wenig rot. „Es ist überhaupt nicht weit.“ „’tschuldigung“. Wim! Astrid kann nichts dafür. wenn sie zu Pferden keinen Draht hat. „Du benimmst dich wie ein Kleinkind und kreischst und rennst davon.“ „Selber schuld. dass Astrid sich bei ihren pferdenärrischen Verwandten vollkommen ausgeschlossen fühlen musste. Als sie schließlich das Schultor erreichten. „Wir können doch zu Fuß gehen“. weil sie fröhlich miteinander schwatzten. Carlotta kann Silver reiten. protestierte Astrid. Aber ihr war klar. Wir führen ihn dann auf dem Rückweg am Zügel.“ „Das ist gemein!“. Allerdings zeigte Astrid sich über diesen Vorschlag nicht besonders erfreut. war Carlotta ziem- 40 . antwortete Wim leicht sauer. Aber in diesem Moment wies Frau Baumann Wim schon zurecht: „Das war sehr unhöflich von dir.“ Carlotta rechnete damit.„Ich habe eine bessere Idee“. fiel Wim ein. „Dann kann ich doch nicht mitkommen. Auf dem ganzen Weg nach Lindenhof war sie ungewöhnlich still. und dann kann Astrid mitkommen. denn natürlich wäre Carlotta viel lieber geritten.“ Das war wirklich ein großzügiges Angebot. wenn du nicht reiten lernen willst“. sondern warf Carlotta nur einen sauren Blick zu. dass Astrid jetzt in Tränen ausbrach.

Das war wirklich ein wunderschöner Tag. Carlotta war überhaupt nicht klar. „Für ein Mädchen bist du nämlich ganz okay. den sie mochte. ihnen alles zu erzählen.lich müde. denn die war extrem eifersüchtig auf sie.“ „Komm doch bald mal wieder“. Genau wie Onkel Tom. antwortete Carlotta schlagfertig. Sie musste sich unbedingt etwas gegen Carlotta einfallen lassen! Und auch 41 . konnte sie das kaum ertragen. meinte Wim mit einem frechen Grinsen. während er sie selbst kaum beachtet hatte. Und sogar Tante Ruth hatte so getan. Sie konnte es gar nicht erwarten. Auf Wiedersehen. Wim hatte das fremde Mädchen fast wie eine Schwester behandelt. überlegte sie. sagte Carlotta. Und wenn es vorkam. der mit ihr noch nie so viel Spaß gemacht hatte wie mit Carlotta. „Also bis Montag“. war auch super.“ „Du bist für einen Jungen auch ganz passabel“. dass jemand. Astrid. dass sie sich damit Astrid zur Feindin gemacht hatte. auch nur das leiseste Interesse an jemand anderem zeigte. als gehörte diese Zirkusreiterin schon zur Familie. verabschiedete sich Lissi. „Vielen Dank für den wunderbaren Tag“. Als verwöhntes Einzelkind war Astrid daran gewöhnt. „Auf Wiedersehen. als sie sich auf die Suche nach ihren Klassenkameradinnen machte. Den ganzen Weg nach Hause dachte Astrid über Carlotta nach. Und dass sie sogar mit Wim Freundschaft geschlossen hatte. die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer stolzen Eltern zu genießen.

gegen diese grauenvolle Raphaela. die ihr Elli wegnehmen wollte. 42 .

„Für ein Theaterstück sind wir leider zu unbegabt“.“ „Ja. Das zweite Manuskript war ein Trauerspiel und ohne Zweifel eine preiswürdige Leistung. dass es gar nicht so einfach war. auf der sie verkünden wollte. Das dritte aber war mit Abstand das beste. und Carlotta musste ständig kichern. Es hatten sich tatsächlich einige Mädchen die Mühe gemacht und mit dem Schreiben begonnen. Auch Hanni und Nanni hatten auf halber Strecke aufgegeben und nach vielem Stöhnen. „Es ist wirklich ganz ausgezeichnet. Jeder Vers sprühte vor Humor. „Die Schülerin. hatte Nanni kleinlaut zugegeben. Kopfzerbrechen und Durchstreichen ihre Ergebnisse dem Papierkorb überlassen. hat noch eine große Zukunft vor sich“. wie es sich angehört hatte. Schließlich waren drei Manuskripte eingereicht worden. und Frau Adams und Carlotta hatten sie sorgfaltig gelesen. prophezeite Frau Adams. als sie den Text las. Obwohl die Autorinnen ihre Namen nicht darauf geschrieben hatten. die das geschrieben hat. Aber die meisten mussten bald feststellen.Das beste Theaterstück Im Aufenthaltsraum der fünften Klasse brummte es vor Aufregung. hatte Carlotta das Stück von Doris auf Anhieb erkannt. Carlotta hatte eine Versammlung einberufen. weil es gleichzeitig komisch und ernst ist“. 43 . welches Theaterstück zur Aufführung am Ende des Schuljahres ausgesucht worden war.

stimmte Carlotta zu. Sondern es war das Mädchen. begann sie. die ihre Stücke eingereicht haben“. „Das müsste eigentlich jedem gefallen. während sie Platz nahm. Ich werde euch jetzt den ersten Akt vorlesen.“ Carlotta begann zu lesen. Anschließend bitte ich die Autorin. von dem Carlotta es zuallerletzt erwartet hätte. Carlotta betrat mit dem Text unter dem Arm den Aufenthaltsraum.“ Sie las den Titel des Stücks: Prinzessin Dorindas Diamanten. flüsterte Hanni ihrer Schwester zu. dann hatte sie bisher ihr Licht unter den Scheffel gestellt. dass wir nur eins auswählen konnten. Es ist wirklich schade. und ihr habt euch alle große Mühe gegeben. „Dagegen hätten wir mit unserem schlappen Ding sowieso keine Chance gehabt. 44 . Wir mussten uns aber schließlich entscheiden. „Das ist wirklich super“. nach vorne zu kommen. Aber Marianne war nicht die Autorin. dann explodierte der Raum! Die ganze Klasse klatschte. „Zuerst einmal möchte ich mich bei den dreien bedanken. Ob Marianne dieses Stück geschrieben hatte? Wenn ja. „Jedes einzelne war sehr gut. pfiff und trampelte. und wir haben Prinzessin Dorindas Diamanten genommen. Sie sah aufmerksam in die Runde und wartete die Reaktion der Mädchen ab.“ Schließlich kam Carlotta zum Ende des ersten Akts. Und was das für eine Reaktion war! Einen Moment lang herrschte Schweigen. Die Mädchen hörten aufmerksam zu.

die Raphaela zuteil wurde. weil sie erwartete. damit jeder ein Exemplar bekommt. „Die das Stück geschrieben hat. „Und jetzt können wir uns daranmachen. Aber stattdessen erhob sich auf der anderen Seite des Raumes eine schmale Person. rief Carlotta über den Lärm hinweg. und die anderen Mädchen fielen in den Ruf ein. Sie war neidisch auf die Bewunderung. soll mal aufstehen!“. dass sie jetzt nach vorne käme. Nur Astrid blieb still sitzen und presste die Lippen zusammen. Punkt zwei Uhr. beginnen wir mit dem Vorsprechen. „Es freut mich. Raphaela. Am nächsten Sonntag. Es war Raphaela! Im selben Augenblick verstummte der Lärm. „Und wie es uns gefällt“. Dabei sah sie zu Marianne hinüber. wurde sie richtig verlegen.“ Eine Woge aufgeregten Geschnatters brach los. Sie hatte in diesem Augenblick 45 . sagte Raphaela und setzte sich neben Carlotta. wandte sich Astrid boshaft an Elli. ein Stück für die Klasse zu schreiben! Und noch dazu ein so gutes! Als sich wieder Jubel erhob und einige Mädchen ihr zur Gratulation auf die Schulter klopften. dass euch mein Stück gefällt“. hatte sich tatsächlich die Mühe gemacht. rief Carlotta. fragte eine Stimme. Ich lasse den Text kopieren. „Jetzt wird Raphaela wahrscheinlich noch eingebildeter und unerträglicher werden als bisher“. die Rollen zu verteilen und die ersten Proben anzusetzen.„Wer hat das Stück denn geschrieben?“. die sich doch für etwas Besseres hielt.

dass jemand anders davon erfährt – falls es ihr nicht gelang und sie es lieber nicht einreichen wollte. es nicht weiterzusagen. „Ich finde. dass es kurz darauf die ganze Schule wusste. Und das Schlimmste daran war. dass sie Elli jetzt deswegen noch nicht mal schneiden konnte. sie ist hinterhältig. „Aber ich habe ihr versprochen. Als die Mädchen den Raum wieder verließen. „Wenn man dir vor kurzem ein Geheimnis anvertraut hatte. aber die lachte nur. „Die richtigen Personen auf die ein- 46 . dass sie ein Stück schreibt und dir nichts davon erzählt? Du bist doch ihre beste Freundin. Sie hatte sich wirklich verändert! Vor nicht allzu langer Zeit wäre sie über eine solche Frotzelei noch in Tränen ausgebrochen.“ „Sie hat es mir doch erzählt“. dass sie sich vorgenommen hatte. Astrid war allerdings ganz und gar nicht zum Lachen zu Mute.“ Elli schnitt Jenny eine Grimasse. denn das würde sie ja nur noch enger mit Raphaela zusammenschweißen. dass Raphaela und Elli ein Geheimnis miteinander gehabt und sie nicht eingeweiht hatten.vollkommen vergessen. ob ihr mir am Sonntag beim Vorsprechen helfen könnt“. sagte sie. konnte man noch sicher sein. du besserst dich ja!“ Jenny hatte das Gespräch zufällig mitbekommen. Oder findest du es etwa richtig. „Ich wollte euch fragen. antwortete Elli. Raphaela zu mögen. Sie hasste den Gedanken. Raphaela wollte nicht. Elli. rief Carlotta Jenny und Raphaela zu sich.“ „Mensch.

Und du. du hast mit solchen Sachen schon Erfahrung und könntest dafür sorgen. Raphaela. 47 . die so glücklich war wie schon lange nicht mehr. dass alles klappt. sogar gerne“. dass sie eigentlich noch ein bisschen sauer auf Carlotta war. Jenny. fand Carlotta. darum wärst du mir eine große Hilfe. „Und ich auch“. antwortete Jenny gleich und vergaß glatt.“ „Natürlich helfe ich dir. Und das sah man ihr auch an. pflichtete Raphaela bei. Mit ihren geröteten Wangen und den leuchtenden Augen sah Raphaela richtig nett und sympathisch aus.zelnen Rollen zu verteilen ist nämlich eine schwierige Aufgabe. du hast immer so einen klaren Blick.

und kurz darauf glitt ein Grinsen über ihr Gesicht. „Wunderbar“. Sie öffnete es in ihrem Zimmer. das wird der beste Streich. meinte Jenny. „Das ist eine so genannte Geräuschdose“. rief Bobby aufgeregt.“ Bobby nahm den Brief. sagte sie schließlich. dann weißt du es. Sie öffnete ihren Schrank und rumorte darin herum. Komm. Sie hielt eine kleine Dose in die Höhe. wir müssen die anderen einweihen.“ „Und ich weiß auch schon. Sie kicherte und reichte ihn an Bobby weiter. Ein lang gezogenes. das ist genau das Richtige für Freitag. „Toll!“. das nichts weiter als ein Nylonfaden zu sein schien. rief sie. „Da haben wir’s“. jämmerliches Stöhnen erklang. leuchtet mir noch nicht ein. der mit dem Päckchen gekommen war. den wir je gespielt haben.“ Jenny las inzwischen den Brief. Da will Mamsell uns doch diese Geistergeschichte weiter vorlesen!“ „Das macht alles natürlich noch besser.Geisterstunde Am nächsten Tag erhielt Jenny ein kleines Paket von ihrem Bruder. wie wir ihn einfädeln“. Bobby. „Die habe ich schon seit Jahren. Bobby stand neben ihr. „Jenny.“ Jenny drehte die Dose einmal um. „Jenny. „Lies mal. erklärte sie Bobby. als sie das Ding in die Hand nahm. „Sieht ja nicht allzu aufregend aus“.“ 48 . „Wie wir damit Mamsell einen Streich spielen sollen. stellte Bobby enttäuscht fest. in deren Oberseite Löcher gestanzt waren.

Jenny“. entgegnete Jenny. zog Jenny jetzt an dem unsichtbaren Faden. was du vorhast. Und hier: Das gehört auch noch dazu. „Ich sehe überhaupt nichts. dass es hier spukt. „Siehst du? Der Faden ist so gut wie unsichtbar. antwortete Jenny. Wie geht’s denn jetzt weiter?“ Ohne zu antworten. „Von wegen ganz normales Nylon“. stellte Marianne enttäuscht fest. „Wir können alle möglichen Sachen bewegen. und das jammervolle Stöhnen jagte Lissi eine Gänsehaut über den Rücken. und die Jalousie polterte geräuschvoll herab. stell du dich mal an die Tür. „Die arme Mamsell wird glauben. 49 . drängte Nanni ungeduldig. erklärte Bobby. Dann trat sie einen Schritt zurück. die vor dem Fenster hing. staunte Doris. „Zeig uns endlich. falls eine Lehrerin vorbeikommt.“ Sie drehte die Geräuschdose um.“ „Tatsächlich“.In der Pause betraten unter Jennys und Bobbys Führung ein paar Fünftklässlerinnen vorsichtig ihr Klassenzimmer. „Das ist doch bloß ganz normales Nylon“. „Hanni. „Pass mal auf!“ Geschickt knotete sie ein Ende des Nylonfadens an die Kordel der Jalousie. „Beeil dich. indem wir einfach ein Stück unsichtbaren Faden daran knoten und an ihm ziehen“. Wir platzen gleich vor Neugier!“ „Okay“.“ Sie zog den Nylonfaden und die Geräuschdose aus der Hosentasche.

Jenny und die Zwillinge ins Klassenzimmer. Heute werden wir unsere Gespenstergeschichte weiterlesen. „Das wird wirklich ein Super streich!“ „Wir müssen nur dafür sorgen. Bitte fang an. „Mamsell ist für Streiche wirklich am besten geeignet“. In der Pause schlichen Bobby. „Setzt euch. dass ihr Frieden binnen kurzem empfindlich gestört werden sollte. sagte Jenny. rief sie. rief Doris. bevor Mamsell das Klassenzimmer betritt“.“ „Ich hoffe nur. was leicht zu bewegen war.“ „Ich kann es schon gar nicht mehr erwarten!“. dass keiner lachen muss und den ganzen Spaß verdirbt“. leere Stühle und an die Dekkenlampen – einfach an alles. mes filles. wird sie schon von selbst darauf kommen. mit der wir letzte Woche begonnen haben. dass alle Fäden ausgelegt sind. Marianne. „Sie fällt einfach immer darauf herein.“ 50 . meinte Nanni. kicherte Hanni voller Vorfreude. „Ein paar von uns werden sich am Freitag in der Pause darum kümmern müssen. Als Mamsell gut gelaunt den Klassenraum betrat und die Schülerinnen der dritten Klasse der Reihe nach mit ihrem Pferdegebiss anlächelte.„Das klingt ja richtig gruselig“. Endlich war es Freitag. dass hier Geister am Werke sind. ahnte sie natürlich nicht. Und wenn Mamsell uns ohnehin eine Gespenstergeschichte vorlesen will. Sie schnitten den unsichtbaren Faden in Stücke und knoteten die Enden an Schrankknäufe.

gruselige Stelle kam. Also.“ Elli zitterte sehr überzeugend. der durch die Flure und Klassenzimmer zieht und heult und …“ „So ein Unsinn“. in dem steht. und die Jalousie kam mit ohrenbetäu- 51 . warf Doris bedrückt ein. Dann bewegte sie die Geräuschdose in ihrer Hosentasche. genau. unterbrach Mamsell sie schon ein bisschen weniger gut gelaunt. „In Wirklichkeit gibt es natürlich keine Gespenster. und Doris fuhr fort: „Ja. Petra. Mamsell“. fragte Marianne. Marianne. Die Französischlehrerin sah einen Moment lang überrascht umher. bitte fahre du jetzt fort. muss das wirklich sein?“. Aber dann sammelte sie sich und sagte knapp: „Das war wohl die Katze des Gärtners.„Oh Mamsell. dass es in Lindenhof spuken soll.“ „Da wäre ich mir nicht so sicher. „Ich habe mir gestern erst ein Buch aus der Bibliothek geliehen. „Ich bekomme davon eine Gänsehaut.“ „Aber es ist doch bloß eine Geschichte. Sie zog daran.“ versicherte Mamsell freundlich. „Mamsell. weder mit noch ohne Gesicht. quietschte Lissi. Sicher sitzt sie vor dem Fenster. ergriff Bobby den Faden. was war denn das?“. und zwar ist es ein Mönch ohne Gesicht.“ Als Petra an eine besonders spannende. bitte lies jetzt vor!“ Marianne begann zu lesen. der in ihrer Nähe lag. mon enfant. und Jenny wartete ab. bis sie auf der Mitte der ersten Seite angekommen war. „In Lindenhof gibt es keine Mönche.

Und die ganze Zeit lang untermalte ein grauenvolles Stöhnen das Ge- 52 . Petra. wie habe ich mich geschreckt!“ „Sie meinen erschreckt. rief Mamsell aus und griff sich mit der Hand an die Brust.“ stellte sie aber unbeirrt fest. dass sich keine von uns von ihrem Platz bewegt hat. „Tiens!“. schnitt Mamsell ihr das Wort ab. und der Tafelschwamm flog aus seiner Ablage. und Mamsell erstarrte vor Schreck bis in die Haarwurzeln. bemerkte Jenny. „Das Fenster steht offen. das war der Geist von …“. Dann zog sie ihren Faden. sagte Doris finster.“ Sie setzte wieder die Geräuschdose in Gang.bendem Lärm herunter. und ich schicke dich hinaus!“. lies weiter!“ Nanni wartete jetzt. Mamsell“. „In den hinteren Reihen muss eine von euch die Tür geöffnet haben. mir ist das alles unheimlich!“ Die Lehrerin blickte nun auch ein wenig alarmiert drein. wir sitzen doch gar nicht nah genug dran“. neben Raphaela fiel plötzlich ein leerer Stuhl hintenüber. „Doris! Noch ein Wort über Mönche ohne Gesichter. „Aber woher kam das?“ „Ich glaube. Nanni sprang in die Höhe und rief ängstlich: „Mamsell. und die Tür des Schrankes flog mit Schwung auf. „Himmel. kicherte Hanni. bis Petra sich versprach. Es muss vom Wind gekommen sein. Dann geschah alles auf einmal: Die Lampe über der Französischlehrerin begann zu schwanken. „Und außerdem sehen Sie doch selbst.“ „Aber Mamsell. „Türen gehen nicht von selbst auf.

Als sie ohne anzuklopfen und auffallend blass in ihr Büro stürzte. sah Frau Theobald überrascht auf. keuchte Carlotta. Petra und Mira klammerten sich aneinander. „Es stimmt tatsächlich! Im Klassenzimmer spukt ein Mönch ohne Gesicht!“ Das war natürlich zu viel für die Mädchen. dass die armen Mädchen hysterisch werden. Beiden rannen Lachtränen über die Wangen. schrie Mamsell. die eigentlich gegen den Streich gewesen war. rief Doris und imitierte perfekt Mamsells Tonfall. Die Französischlehrerin war in der Zwischenzeit tatsächlich auf dem Weg zu Frau Theobald. konnte nicht mehr vor Lachen. „Ich lach mich krank!“ Sogar Astrid. „Mon dieu! Mon dieu!“. sagte Marianne. wohin Mamsell geht?“ „Hoffentlich nicht zu Frau Theobald“.schehen. „Was meint ihr. dachte Mamsell. Und Raphaela schüttelte es nur noch. Kein Wunder. Sie war fest davon überzeugt. das war es wert. als die Lampe zu schwingen begann?“ Das stürzte sie alle in einen neuen Lachkrampf. „Ein Mönch ohne Gesicht!“. und die ganze Klasse wieherte. Habt ihr Mamsells Gesicht gesehen. „Aber 53 . Hanni fiel fast vom Stuhl. „Aber selbst wenn wir dafür eine Strafe bekommen – ich finde. und sie begannen haltlos zu lachen. Ich muss sofort Hilfe holen. „Hört mal“. dass es in der fünften Klasse spukte. sagte Nanni. und Marianne hielt sich den Bauch. „Mon dieu! Mon dieu!“. als sie wieder einigermaßen reden konnte.

Mamsell, Sie zittern ja!“, rief sie. „Was ist denn um Himmels willen passiert?“ „Ach, Frau Theobald, Sie werden es nicht für möglich halten“, stöhnte Mamsell und sank auf einen Stuhl. „In der fünften Klasse spukt ein unsichtbarer Mönch!“ Frau Theobald unterdrückte ein Grinsen. Sie kannte Mamsells Erregbarkeit. „Erzählen Sie mir doch bitte einmal ganz genau, was passiert ist“, sagte sie ruhig. „Es begann mit einem wirklich furchtbaren Geräusch, wie von einer gequälten Seele. Dann begannen Bücher und Möbel ganz von selbst durch den Raum zu fliegen“, steigerte sich Mamsell langsam in ihren Bericht hinein. „Und die armen Mädchen sind vor Angst ganz außer sich.“ „Tatsächlich?“, fragte die Direktorin trocken. „Bobby und Jenny sind doch auch in dieser Klasse, nicht wahr?“ Mamsell verstand sofort, worauf Frau Theobald hinauswollte. „Nein, das ist kein Streich“, erklärte sie überzeugt. „Ich halte es für unmöglich, dass die Mädchen so etwas anstellen könnten.“ Die Direktorin fand allerdings, dass nichts unmöglich war, wo Bobby und Jenny in der Nähe waren. „Gut, Mamsell, dann werden wir der Sache jetzt auf den Grund gehen“, entschied sie. Als Mamsell und Frau Theobald das Klassenzimmer betraten, hatten sich die Mädchen ein wenig beruhigt. „Sehen Sie, Frau Theobald“, begann Mamsell, „dort ist der Stuhl, der umgefallen ist. Und der Tafelschwamm ist da hinten hingeflogen.“

54

Bobby, die Mutigste von allen, konnte der heimlichen Versuchung nicht widerstehen, noch einmal an der Schnur zu ziehen. Mamsell schrie auf und klammerte sich an Frau Theobald. „Der Geist ist noch immer hier!“, rief sie. Die Direktorin sah zuerst zu der schaukelnden Lampe und dann zu Bobby, die eine unschuldige Miene aufgesetzt hatte. Aber das reichte schon, um Frau Theobalds Argwohn zu wecken. Sie ging auf das Mädchen zu. „Roberta, was hast du da in der Hand?“, fragte sie kühl. Bobby öffnete ihre Hand, die auf den ersten Blick leer zu sein schien. Aber Frau Theobald hatte scharfe Augen, und als sie sich ein wenig vorbeugte, entdeckte sie etwas in Robertas Handfläche. „Mamsell, ich glaube, Roberta kann Ihnen diese merkwürdigen Vorkommnisse erklären“, sagte die Direktorin und verließ das Klassenzimmer. Bobby wartete mit gesenktem Kopf darauf, dass Mamsells Zorn wie ein Donnerwetter auf sie herniederging. „Aha!“, rief die Französischlehrerin. „Es war also ein gemeiner Trick. Und wie hat der funktioniert?“ Jetzt erklärte Bobby die Sache mit dem Faden, während Jenny die Geräuschdose aus ihrer Tasche zog und sie noch einmal stöhnen ließ. „Ich verstehe“, sagte Mamsell und ging zu ihrem Pult zurück. Die Klasse wartete atemlos darauf, was jetzt passieren würde. Aber die Lehrerin starrte nur wortlos vor sich hin. Ihre dunklen Augen waren noch dunkler

55

geworden. Eine Zeit lang herrschte vollkommene Stille, dann begann Mamsell zu glucksen. Zuerst leise, dann immer lauter, bis sie schließlich schallend lachte. Auch die Mädchen begannen jetzt zu grinsen. Sie waren erleichtert, dass Mamsell den Spaß mitmachte. „Ihr schrecklichen Mädchen!“, rief die Lehrerin mit einem Augenzwinkern. „Zur Strafe übersetzt ihr mir die ersten beiden Kapitel der Geschichte. Und zwar bis Montag.“ Die Klasse brach zwar in lautes Stöhnen aus, aber zu protestieren wagte doch niemand. Schließlich wussten alle, dass sie eine Strafe verdient hatten.

56

rief Lissi empört. Carlotta. dass du so mit ihr sprichst. „Hallo. Aber leider fand er sie bisher einfach immer nur unausstehlich. Sie war jetzt wirklich sauer auf ihre Cousine.“ „Astrid! Was fällt dir eigentlich ein?“. „Ach. „Carlotta ist uns ein gern gesehener Gast und ich will nicht. „Eigentlich könntest du ganz hierher ziehen und nur noch als Tagesschülerin nach Lindenhof gehen. nachdem Astrid abgerauscht war. standen Lissi und Astrid gerade auf dem Hof. sagte Lissi abfällig. „Du weißt doch. „Hm“. Sie fand ihre Cousine unmöglich. für den das Vorsprechen angesetzt war. machte Carlotta. so wie Lissi und ich.“ „Ich kann ihr ja mein Zimmer räumen. sagte Astrid spitz. und er behandelt dich wie eine Schwester. Als Carlotta kam.Carlotta unter Druck Am Vormittag des Tages. ihr beiden“. begrüßte sie die Mädchen. wie Lissi sagte. sagte Astrid eingeschnappt. Und dann kommst du. Sie war mittlerweile regelmäßig zu Gast auf Gut Eichengrund und gehörte schon zur Familie. damit sie in Zukunft immer hier sein kann“. sie ist nur eifersüchtig. traf sich Carlotta mit Lissi zum Reiten. weil du dich mit Wim und mit meinen Eltern so gut verstehst“. du schon wieder?“. „Was ist denn in sie gefahren?“ „Ach. dass sie völlig verrückt nach Wim ist.“ „Arme Astrid!“ Carlotta hatte tatsächlich ein wenig 57 .

“ „Das stimmt“. erklärte Lissi. Käse und Salat und zum Nachtisch Apfelkuchen mit Sahne. rief Lissi. Es tut ihr mal ganz gut.“ „Hoffen wir’s wenigstens“.“ „Hast du dir eine Hauptrolle ausgesucht?“. Lieber gehe ich reiten. Danach gingen sie in die Küche und verzehrten mit Heißhunger ein köstliches Mahl: frisches Brot. Du als Regisseurin tust mir ja wirklich Leid. „Übrigens.Mitleid. wenn ich einmal quer über die Bühne laufen muss. meine Freizeit mit Proben zu verbringen. „Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. dass sie wütend auf mich ist. Vielleicht hätte ich doch besser Jenny den Job überlassen sollen? Aber na ja. „Kein Wunder. fragte Carlotta. „Mir reicht es. wenn sie spürt. wir waren auch eingeladen. pflichtete Carlotta lachend bei. wie wäre es mit einem Rennen?“ Die beiden Mädchen ritten etwa eine Stunde lang. die mir jetzt zum Reiten bleibt. „Mein Onkel und meine Tante haben sie von klein auf verwöhnt und verhätschelt.“ „Von wegen arm“. Du wirst kaum noch Zeit haben vorbeizukommen. Astrid gesellte sich zu ihnen. Ich hab doch überhaupt keine Lust. stand aber gleich nach 58 . „Astrid und ich. wo sind denn deine Eltern und Wim überhaupt?“ „Die besuchen Bekannte“. „Himmel. ich werde einfach die Zeit nutzen. sagte Carlotta. dass sie nicht jeden um den Finger wickeln kann. schnaubte Lissi verächtlich. aber dann hätten wir ja das Vorsprechen verpasst. bloß nicht!“. Also.

toi“.“ „Ich weiß. Aber ich habe mich auf die Rolle der Prinzessin Dorinda vorbereitet“. Mit einem triumphierenden Grinsen 59 . Die Uhr hing über dem Torbogen. „Die Sprechproben beginnen doch erst viel später. Ich darf auf keinen Fall zu spät kommen.“ „Na dann toi. „wir müssen aber auch auf die Zeit achten. sagte Carlotta. und selbst auf der obersten Stufe der Leiter musste Astrid sich noch auf die Zehenspitzen stellen und ihre Arme recken. Sie lief schnell zu den Ställen hinüber.“ Unterdessen machte Astrid sich auf den Weg. Sie grübelte. wir räumen schnell auf. „Komm. erwiderte Lissi.“ „Die Stalluhr geht auf die Minute genau“. fragte Lissi überrascht.dem Essen vom Tisch auf und sagte knapp: „Ich gehe jetzt hinüber nach Lindenhof. vorher das Stück noch mal mit mir durchzugehen. wandte sie sich dann an ihre Freundin. Wenn Carlotta heute Nachmittag zu spät kam. „Und Elli hat mir versprochen. „Lissi“. würde ihr die ganze Klasse Dampf machen. und sie betrachteten die Klassensprecherin als Vorbild. Mit einem Mal fasste Astrid einen Entschluss. holte eine kleine Trittleiter heraus und stellte sie unter die Stalluhr. Aber sie schaffte es und drehte die Uhr eine ganze Stunde zurück. erklärte Astrid. Dann können wir wieder zu den Pferden gehen. um an die Zeiger zu kommen. toi. Die Mädchen hatten alle ein starkes Gefühl für Verantwortung.“ „Warum das denn?“.

“ „Ich finde das wirklich nicht gut. Astrid. dass wir jetzt einfach ohne sie anfangen“. wir beginnen mit der Rolle der Prinzessin Dorinda.stellte sie die Leiter wieder an ihren Platz. „Wenn sie einmal im Sattel sitzt. Astrid. antwortete Astrid grinsend. rief sie. wir haben genug gehört“. wenn sie das Vorsprechen einfach vergessen hätte. sagte Jenny gereizt. Schließlich hielt Jenny es nicht mehr aus und stand auf. Sie ist ja auch die Hauptfigur des Stücks. hast du vielleicht eine Ahnung. und von ihr fehlt immer noch jede Spur. so würde sie beim Vorsprechen doch noch ihren Spaß haben! „Wo um alles in der Welt steckt Carlotta bloß?“. Ich glaube. du kennst doch Carlotta!“. und ihre Stimme 60 . fragte Nanni ungeduldig und sah auf ihre Uhr. „Petra. Es würde mich kein bisschen wundem.“ „Also. Dann lief sie über den Hof zur Straße. Selbst wenn sie die Rolle der Prinzessin Dorinda nicht bekam.“ Astrid raste auf der Bühne hin und her. „Richtig!“. ist ihr alles andere egal. du bist jetzt dran. Alle anderen waren pünktlich hier“. du beginnst. wo sie und Lissi stecken?“ „Na. mussten einige Mädchen ein Kichern unterdrücken. Als sie zu sprechen begann. stimmte Jenny zu. „Vielen Dank. „Astrid. sie wurde zu ihr. „Ich schlage vor. „Jetzt ist es schon fast Viertel nach zwei. dann kommt Petra dran. ratterte ihren Text herunter und untermalte ihn mit überzogenen Gesten. ich bin dafür.“ Wer hätte das gedacht! Petra spielte nicht nur die Prinzessin Dorinda. sagte Marianne.

wovon redest du denn?“. rief Jenny ihnen sarkastisch zu. die groß und schlank war. Trotz Carlottas Abwesenheit liefen die Proben wie geschmiert. beteuerte Carlotta. antwortete Bobby sauer. „Petra.“ „Was ist denn los?“. bemerkte Nanni trocken. In diesem Moment betraten Carlotta und Lissi plaudernd und lachend in aller Ruhe den Raum.und ihre Gesten wirkten ganz natürlich. einfach zu spät zu kommen“. „Wie schön. und Doris brillierte in der komischen Figur eines tollpatschigen Polizisten. Mira. „Aber auf der Stalluhr war es genau zwanzig vor zwei. „Hoffentlich habt ihr nicht wegen uns das Reiten unterbrochen. sagte Carlotta. „Hast du etwa erwartet. fragte Carlotta verblüfft. „Dann geht eure Uhr eben falsch“. du hast wirklich Talent!“. stellte Hanni fest. „Also. applaudierten die Mädchen und lobten sie. sodass um zehn vor drei alle Hauptrollen vergeben waren. dass wir hier eine Stunde auf dich warten?“ „Bobby. „Habt ihr etwa ohne uns angefangen? Das ist ja gemein!“ „Ich finde es viel gemeiner. Carlotta.“ „Um genau zu sein. 61 . „Es ist doch erst zehn vor zwei. als wir losgegangen sind“. was die übrigen Mädchen reichlich ärgerte. Als sie fertig war. bekam die Rolle des zerstreuten Ehemannes. dass ihr auch schon da seid“. rief Raphaela total beeindruckt. sagte Lissi. das tut mir wirklich Leid!“. es ist zehn Minuten vor drei“.

sagte Carlotta großzügig und versuchte tapfer.“ „Das sehe ich. schlug Marianne vor. mischte Mira sich ein. was hältst du davon. und jetzt möchte ich meinen Fehler wieder gutmachen.„Es ist meine Schuld“. „Ich bin aus Versehen zu spät gekommen. übernahm Lissi die Verantwortung. wenn Raphaela und 62 . „Können wir uns jetzt erst einmal beruhigen?“. „Soll ich jetzt weitermachen?“ „Das fände ich nicht fair“. die die Rolle spielen sollten. „Jenny und Raphaela haben ihren Job sehr gut gemacht.“ Carlotta ging zu Jenny und Raphaela hinüber und sah auf das Notizbuch. die im Hintergrund saß. lachte sich ins Fäustchen. Neben einer sauber geschriebenen Liste der Figuren des Stücks waren die Namen der Mädchen eingetragen. antwortete Carlotta verletzt. Aber wir mussten einfach schon mal anfangen“. Ihr gemeiner kleiner Trick hatte funktioniert. dass die Uhr richtig geht. „Carlotta. „Ich war mir ganz sicher. keine Enttäuschung in ihrer Stimme mitklingen zu lassen. Sie war immer um Ausgleich bemüht.“ „Jetzt ist es nicht mehr zu ändern. „Und die meisten Rollen haben wir auch schon besetzt. Du kannst sie jetzt nicht beiseite schieben. Ist das etwa verkehrt?“ Astrid. „Ihr habt das ja schon sehr gut gemacht“. versuchte Marianne zu vermitteln.“ „Das will ich auch nicht“. das zwischen ihnen lag. Ich habe mich dafür entschuldigt.

Jenny jetzt auch noch die übrigen Rollen verteilen? Sie haben es bisher doch sehr gut gemacht.“ Carlotta lächelte Marianne dankbar an. sagte sie. „Ich brauche nur ein Stück Papier und ein ruhiges Eckchen. Du kannst in der Zwischenzeit ja einen Probenplan aufstellen.“ 63 . „Gute Idee“.

dass sie am Samstagnachmittag eine Party auf Gut Eichengrund gab. und hatte Angst. den das Internat traditionsgemäß als freien Tag beging. an diesem Tag.Eine Geburtstagsparty Carlotta nahm sich tatsächlich sehr in Acht. dass nun die Hälfte der Schulzeit von Ostern bis zu den Sommerferien vorüber war. auf die sich die Mädchen freuten. Alle waren pünktlich und spielten ihre Rollen mit Eifer und Begeisterung. Er zeigte an. Zuerst spiel64 . Schon jetzt freuten sich die Mädchen riesig auf die Aufführung am Schuljahresende. Und dann stand bald der „Halbzeit-Tag“ vor der Tür. einen weiteren Fehler zu machen. ihre Eltern und Geschwister zu sehen. dass es nun in der Klasse einige Geburtstage zu feiern gab – und Geburtstage bedeuteten Geburtstagspartys! Lissi war zuerst dran. Das Beste aber von allem war. Sie wusste. und ihre Eltern erlaubten. und sie bekam eine Menge Geschenke – wertvolle und weniger wertvolle. „Ich glaube. Lissi war allgemein beliebt. zu der die ganze Klasse eingeladen war. Allerdings gab es bis dahin noch ein paar andere Dinge. Die Mädchen konnten es kaum erwarten. ich habe noch nie im Leben so viele Geschenke bekommen. Zunächst einmal ermöglichte ihnen das wärmer werdende Wetter neben dem Tennisspielen das Schwimmen im Pool. Die ersten Proben verliefen ausgesprochen glatt. dass sie ihren Kredit in der Klasse verspielt hatte. Vielen Dank euch allen! Das ist ja ein toller Geburtstag!“ Es wurde auch wirklich eine tolle Party.

anstatt lange zu fragen.“ „Wieso denn erlauben?“. im Aufenthaltsraum zu feiern. wir haben nach dem ‚Halbzeit-Tag’ Geburtstag“.“ Die anderen waren der gleichen Ansicht. Sie sah Astrids Freundin Elli heute zum ersten Mal. und sie mochte sie auf Anhieb. und die Party wurde ein Riesenerfolg. „Mami und Papa haben uns schon Geld für eine Party versprochen. Lissis Mutter füllte ständig die Limonadengläser nach. dann gab es in der großen Küche Kaffee. „Aber 65 . „Das ist sehr nett von dir.“ „Super Idee!“ – „Oh ja! Eine Mitternachtsparty!“.ten sie im Garten Mannschaftsspiele. meinte Hanni auch. Die Mädchen stürzten sich auf die Kuchenberge. bot Elli nach dem Kaffee höflich an. antwortete Lissis Mutter. „Kann ich Ihnen beim Aufräumen helfen. als hätten sie seit Tagen nichts mehr gegessen. bin ich vollkommen zufrieden. „Wir machen ganz einfach eine Mitternachtsparty. „Das wäre wirklich toll“. aber geh nur ruhig zu den anderen nach draußen“. „Nach diesem fabelhaften Kaffee habe ich gar keine große Lust. wiederholte Bobby. Und die Theobaldine wird uns sicher auch erlauben. meinte Jenny und ließ sich auf das Gras fallen. riefen einige begeistert. irgendetwas zu tun“. meinte Nanni. Frau Baumann?“. „Hanni und ich. Sie legten sich ins Gras und machten es sich bequem. Elli. „Wenn wir ein bisschen in der Sonne liegen und schwatzen.

dass wir einen Weg finden. die jetzt vorsichtig klang: „Ich weiß nicht. dass sie ausgeschlossen werden sollen? Von hier nach Lindenhof sind es doch nur ein paar Minuten. ist es hell.an einer Mitternachtsparty können Lissi und Astrid nicht teilnehmen. wenn ihr kommen könntet. und ich fände es gemein. Aber wenn jetzt auch noch die Tagesschülerinnen auf einmal nachts nicht mehr in ihren Betten liegen. sie auszuschließen. antwortete Jenny zuversichtlich. wenn wir anderen erwischt werden. war es unerlässlich.“ „Carlotta will bloß nicht. Ich bin mir ganz sicher. protestierte Carlotta gekränkt. wie sie Carlotta in weitere Schwierigkeiten stürzen konnte. „Heißt 66 . fiel Jenny ihr ins Wort. „Dafür werden wir schon sorgen.“ Aber Bobby sagte verschmitzt: „Wer sagt denn. Ihr war gerade noch ein Weg eingefallen. Und damit ihr Plan funktionierte. ohne erwischt zu werden. ob das eine gute Idee ist. Und wenn der Mond scheint. Es ist schon schlimm genug. flocht Astrid hinterhältig ein. dass Lissi und sie zur Mitternachtsparty eingeladen wurden. dann wird der Teufel los sein!“ „Wir lassen uns einfach nicht erwischen“. „Das stimmt nicht“. „Ich fände es schön. Aber als Klassensprecherin …“ „Einen Moment mal“. die sonst für jeden Spaß zu haben war. wie Astrid und Lissi an unserem Fest teilnehmen können. dass wir zum Fest kommen“.“ Erstaunlicherweise war es gerade Carlotta.

dann ist das auch nicht der Weltuntergang. worauf alle lachten. wenn Marianne ihren Job aufs Spiel gesetzt hätte. du solltest das. wenn’s beliebt. sagte Nanni vorwurfsvoll. Carlotta!“. worauf das Ganze hinauslaufen sollte. antwortete Carlotta mit gerunzelter Stirn. Aber sie sollte es bald herausfinden. wenn Marianne noch Klassensprecherin wäre. „Und außerdem. „Genau! Außerdem wird’s schon schiefgehen. wo du Klassensprecherin bist.“ Sie grinste jetzt. dann übernehme ich dafür die volle Verantwortung. Sie fragte sich.“ „Jenny.“ „Recht so. Lissi und Astrid. Dreimal auf Holz klopfen!“.“ Carlotta schaute sie dankbar an und meinte dann: „Also. „Du hättest es also in Ordnung gefunden. dann hättest du nichts dagegen. ihr müsst auf jeden Fall zu unserer Mitternachtsparty kommen. wenn sie mich als Klassensprecherin absetzen. „Ach so“. ich finde aber. „Jenny. Und wenn etwas passiert und wir erwischt werden. wenn du mich fragst: Ich finde das ganz schön heuchlerisch. „Heuchlerisch ist Carlotta noch nie gewesen. „Hier bitte.das also. jetzt gehst du aber ein bisschen zu weit“. und mit dem Zwinkern in ihren Augen war sie wieder ganz die Alte. dass die Tagesschülerinnen zu unserer Fete kommen?“ „Natürlich nicht“. Also. sagte Jenny zufrieden. was du über 67 . rief Doris. Aber jetzt. sagte Nanni und langte nach Doris’ Kopf.“ Doris zog eine komische Miene. willst du kein Risiko eingehen.

seufzte sie. und sie war fair genug. aber dennoch fühlten sie sich unbehaglich. „Ich nehme es zurück. zuzugeben. Hanni und Nanni unterhielten sich darüber in einer ruhigen Ecke des Aufenthaltsraumes. „Sie ist keine Heuchlerin.“ 68 .“ Sie streckte Carlotta die Hand entgegen. sagte sie. schlug Nanni vor. dich bei ihr zu entschuldigen. „Zwischen Jenny und Carlotta braut sich etwas zusammen“. „Wenn es nur ein ordentliches Gewitter zwischen ihnen gäbe“. sagte Jenny sofort und errötete leicht. In ihrem Inneren aber waren sich die beiden Mädchen bei weitem nicht so sicher. „Alles wieder klar?“ „Alles wieder klar“. weswegen.Carlotta gesagt hast.“ „Natürlich“. Carlotta“. „Und ich weiß überhaupt nicht.“ Nanni verstand es auch nicht. antwortete Carlotta. Bisher sind sie immer so gut miteinander ausgekommen. Sie hatten sich zwar wieder vertragen. dass sie ein bisschen den Überblick verloren hatte. sagte Hanni besorgt. Jetzt solltest du auch fair genug sein. „Du bist keine Heuchlerin. zurücknehmen“. „Dann wäre die Luft zwischen ihnen wieder gereinigt.

“ „Sie werden sicher stolz auf dich sein. antwortete Raphaela. ich wette. Die Mädchen der Fünften standen an diesem Tag mit den ersten Sonnenstrahlen auf und lieferten sich übermütig Wasserschlachten im Waschraum. Petra. wenn sie hören. „Ein komisches Mädchen“. entgegnete Raphaela steif. antwortete diese mit schüchternem Lächeln. meinte Bobby.„Halbzeit-Tag“ Bevor weitere Pläne für die Geburtstagsparty der Zwillinge geschmiedet werden konnten. riet Hanni ihr. dass du das Theaterstück für unsere AbschlussAufführung geschrieben hast“. nachdem Raphaela gegangen war. Dann schlüpften sie in ihre schönsten Sommerklamotten. „Ich werde einfach nicht schlau aus ihr. „Von mir werden sie nichts darüber erfahren“. du freust dich auch schon auf deine Mutter?“ „Und wie“. Elli geht mit uns zum Essen“. Wie die anderen Mädchen war auch sie neugierig darauf.“ In diesem Moment betrat Carlotta den Aufenthalts69 . „Kommen deine Eltern eigentlich auch?“. kam erst einmal der „Halbzeit-Tag“. „Wir gehen mit Mira und ihren Eltern essen. fragte Marianne Raphaela. „Ich freue mich jetzt erst einmal auf unsere Eltern! He. die berühmten Schauspieler kennen zu lernen. „Ihre Eltern sind ja nicht da. „Ja. flüsterte Nanni ihrer Zwillingsschwester zu.“ „Mach dir doch nicht so viele Gedanken über Raphaela“.

dann wissen wir. wenn ich das Kleid anziehe. umso großzügiger wird sie. ob ich mich gut benehme. schöne Fremde?“. die Größe eures Geburtstagsgeschenks hängt ganz davon ab. fragte Marianne grinsend. das sie mir zum letzten Geburtstag geschenkt hat. „Du weißt doch.raum. gab Carlotta zurück. junge Dame?“ „Idiot!“.“ „Gibt es denn einen konkreten Grund. witzelte Doris. „Können wir Ihnen vielleicht helfen. Und zwar dich und Hanni“. sagte Carlotta lachend und verpasste Doris einen freundschaftlichen Knuff. fragte Nanni amüsiert.“ Hanni zwinkerte ihrer Schwester zu. dass du dich danebenbenommen hast. Ihr seht also. Sie sah ganz ungewohnt aus – aber ausgesprochen hübsch. „Willst du vielleicht deine Großmutter gnädig stimmen?“ „Genau das will ich“. kann ich vielleicht ein paar Punkte bei ihr machen. „Nanu? Wer sind denn Sie. warum du Punkte machen willst?“. „Ja. Ich dachte. Sie trug ein hellblaues Kleid und ein Band im Haar. Zwillingsmäuse. „Je zufriedener meine Großmutter mit mir ist. Und wenn Nanni und ich uns schließlich einen einzigen Schokoriegel teilen müssen. Also bitte reiß dich gefälligst zusammen!“ 70 . „Ich komme mir selbst ganz fremd vor. das ihre wilde Mähne zusammenhielt.“ „Was hast du denn vor. „Aha. dass sie sich immer beschwert. ich sähe ungepflegt und wild aus. gab die Klassensprecherin unverblümt zu. Carlotta?“.

Sie ist ja auch eine alte Bekannte von dir. „Oh.“ Tatsächlich waren Raphaelas Eltern ausgesprochen nett und freundlich und kein bisschen abgehoben. Paps! Komm!“. die den Tag mit ihnen verbringen wollte. das sind ja meine! Hallo. aber sie sind berühmt“.“ „So ein Blödsinn!“. Raphaela. „Wir laufen ihnen entgegen. den Tag mit Raphaelas Familie zu verbringen. flötete sie. „Elli.Alle lachten. „Mag ja sein. vertraute Elli Raphaela an. ich möchte dir meine alte Freundin Sarah Jansen vorstellen. „Wieso denn?“. Hallo. dann wirst du es selbst sehen. „Das sind doch keine Monster mit zwei Köpfen!“ „Nein. „Hallo.“ Jetzt kamen immer mehr Autos an. Raphaela“. Elli. „Sie werden mich sicher gar nicht beachten. ihr Verhältnis zu Astrid abgekühlt hatte. dass man ihre Gesichter von der Leinwand kennt.“ 71 . „Ich bin schon ganz gespannt auf deine Eltern“. rief sie Marianne zu. Astrid kam mit einem fremden Mädchen auf Raphaela und Elli zu. Dir muss ich sie ja nicht erst noch vorstellen. bis der ganze Schulhof voller Menschen war. Da vorne sind sie. Doris lehnte sich weit hinaus. Schade war nur. Dann rief Mira plötzlich: „Seht mal! Da ist ein Auto gekommen. Elli. rief Raphaela. aber sie sind trotzdem ganz normale Leute.“ Sofort liefen alle zum Fenster. Das sind schon die ersten Eltern. sagte Elli ein wenig bedrückt. dass Ellis Entscheidung. Mama! Hallo. Komm mit. fragte Raphaela.

fragte sie mit belegter Stimme. sagte sie hastig. denn sie hätte sich gern noch ein bisschen länger mit Astrid und Sarah unterhalten. „Meine Großmutter lebt ganz in der Nähe. War nett. Nett von ihr. War etwa Sarah der Grund für ihr merkwürdiges Benehmen? In diesem Moment drehte Raphaelas Mutter sich zu ihnen um. „Ach. was ist denn plötzlich in dich gefahren?“. und ich wohne für eine Weile bei ihr“. dich mal wieder zu sehen. mein Liebes?“. „Nachdem Astrid das herausgefunden hat. „Hallo. jetzt erinnere ich mich. antwortete das Mädchen.„Wirklich? Kennt ihr euch?“. fragte sie ihre Tochter. fragte Elli wütend. was plötzlich in sie gefahren war. Astrid. Sie musterte Raphaela von der Seite. Elli. Sarah. Was bringt dich denn hierher?“. Sarah war doch mit dir auf der Theaterschule. nicht wahr?“ Raphaela schien sich über die Begegnung kein bisschen zu freuen. was?“ Raphaela sah sich angespannt um. als suchte sie nach einer Möglichkeit zu flüchten. Elli hatte keine Ahnung. hat sie mich zum ‚Halbzeit-Tag’ eingeladen. Auf Wiedersehen. Komm. „Natürlich. antwortete Raphaela mit ge- 72 . Sarah“. Raphaela packte sie mit einem Mal am Arm. meine Eltern rufen uns. „Ach. „Raphaela. Außerdem waren Raphaelas Eltern noch in ein Gespräch mit Frau Adams vertieft. natürlich. Mami“. „Ist alles in Ordnung. fragte Elli und sah Raphaela überrascht an.

Es hätte durchaus sein können. dass der Rest der Klasse niemals davon erfahren hätte. wenn nicht auf einer der nächsten Proben ein heftiger Streit zwischen ihr und Raphaela entbrannt wäre! 73 . dass Raphaela es ahnen musste. Elli runzelte die Stirn. Denn Sarah hatte ihr alles erzählt. Aber was? Astrid hätte diese Frage beantworten können. Offensichtlich war gar nichts in Ordnung! Irgendetwas hatte Raphaela furchtbar erschreckt. Und Raphaela sollte bald merken. was sie wissen wollte. dass Astrid völlig im Bilde war. Schon allein der Gedanke.zwungenem Lächeln. wenn sie einander begegneten. gab Astrid ein Gefühl von Macht.

die der Klassensprecherin nicht auffielen. stimmte Carlotta zu. „Ich weiß nicht“. kommt ihr Spiel viel besser zur Geltung. Wenn sie Raphaela die Zügel zu sehr überließ. fällt ihr Schatten nicht so sehr auf Petra“. meinte Jenny. Wenn sie ganz normal spricht. schlug sie zum Beispiel vor. denn sie bemerkte oft Dinge. Raphaela. weil ich mir ja beim Schreiben schon jede Szene vorgestellt habe. dass es sowieso besser wäre. „Manchmal denke ich. und Raphaela kann Regie führen.“ „Du hast vollkommen Recht“.“ Carlotta überlegte einen Augenblick.“ Raphaela wurde rot. „Ich glaube nur. wenn du Regie führen würdest. würden sicher einige meinen. was hältst du davon?“ 74 . „Wenn Carlotta hier wäre. Oder: „Mira ist wirklich großartig. „Wenn Bobby von der anderen Seite auf die Bühne tritt. dass sie sich vor der Verantwortung drücken wollte. sie musste schon selbst Regie führen. entgegnete sie. es ist für mich leichter. aber sie muss eigentlich gar nicht so laut brüllen. dann könnten wir weiterproben“. Nein. An diesem Samstagnachmittag war Carlotta mit Lissi zum Reiten verabredet. und nicht ich.Ein schwarzer Tag für Raphaela Raphaela war während der Theaterproben eine große Hilfe für Carlotta. „Lissi hat sowieso keine Sprechrolle. sagte Doris. Die anderen hatten nichts zu tun. „Wir können doch auch ohne sie proben“.

bat Astrid. Sie spielte eine Zofe und hatte nur einen einzigen Satz zu sprechen. „Ich verspreche euch.“ Elli lächelte Astrid zufrieden zu. vor allem weil Astrid sich nicht an ihre Regieanweisung hielt und sie frech angrinste. Raphaela. lasst es mich doch noch einmal versuchen“. Raphaela war die Einzige. du hast hier doch das Sagen!“ „Ach. Jetzt lächelte sie süßlich. dass ich es dieses Mal 75 . Sie war mit Elli verabredet. Bis zu Astrids Auftritt lief alles wie geschmiert. sonst verbringen wir noch den ganzen Nachmittag mit der Sonderprobe für Astrid. Sie hat durch die Theater-Schule so viel Erfahrung. und sie macht es einfach großartig. In letzter Zeit strengte sie sich Raphaela gegenüber wirklich an. Und kurz darauf waren die Proben in vollem Gange. um zu fragen. Raphaela bewahrte jedoch die Ruhe und ging die Stelle immer wieder mit ihr durch. Komm schon. Doch dann wurde Jenny ungeduldig. ob sie in der Aula proben durften. „Genau. Auch Astrid verbrachte diesen Nachmittag in Lindenhof. die das hinterhältige Blitzen in Astrids großen blauen Augen bemerkte und die Boshaftigkeit aus ihrer Stimme heraushörte. „Himmel noch mal! Lasst uns endlich weitermachen. Raphaela kam es vor.„Von mir aus gerne“. antwortete Raphaela. Bobby schoss gleich los zu Frau Theobald. Aber sie verhaspelte sich immer und immer wieder. als wollte sie sie damit ärgern. Raphaela soll Regie führen.

entgegnete Raphaela und grinste spöttisch. Lissi ist sicher in der Lage. rief sie ungehalten.“ „So etwas darf nur Carlotta!“. was sie immer 76 . „Du vertrittst sie im Augenblick bloß. Sie wurde ganz blass und zitterte von Kopf bis Fuß. du bist die miserabelste Schauspielerin. „Aber das ist wirklich das allerletzte Mal. presste Raphaela zwischen den Zähnen hervor. Aber zu ihrer Überraschung tat Astrid nichts dergleichen. weil du nicht spielen kannst!“ Raphaela schwieg.“ Einen Moment lang herrschte absolute Stille. die ich je gesehen habe.“ „Na gut“. sich auf einen Satz zu konzentrieren. Das war genau das. dann musst du nichts sagen. Und weißt du was? Ich besetze dich um! Du übernimmst Lissis Rolle. Das war einfach zu viel für Raphaela! „Ist es denn wirklich so schwierig. also mach dich nicht wichtiger.“ Doch Astrid versprach sich wieder. „Wir sind nämlich beide der Meinung.richtig mache. Raphaela!“ „Dann werde ich es Carlotta eben vorschlagen. du musst es ja wissen! Du bist doch selbst von der Schauspielschule geflogen. und ich bin mir ziemlich sicher. protestierte Astrid und wurde rot. als du bist. „Astrid. dass du total unbegabt bist. dass sie zustimmen wird“. dass Astrid in Tränen ausbrechen oder fluchtartig den Raum verlassen würde. Stattdessen lachte sie höhnisch auf und sagte kühl: „Na. einen einzigen Satz zu sagen?“. Die Mädchen warteten darauf.

Sie wollte die Verachtung. Aber es hat dir doch Spaß gemacht. „Das war absolut gemein von dir“. Sie schluchzte auf und rannte aus der Aula. „Jetzt wisst ihr alle. du könntest uns hier was vormachen. sagte Elli. 77 . und in den Gesichtern der anderen stand Verachtung. „Sarah hat mir alles erzählt“. „Dass der Direktor deinen Eltern gesagt hat. begehrte Astrid auf. du wärst nicht begabt und sie sollten dich besser auf eine andere Schule schicken. Ihre Stimme war leise und zitterte. nicht sehen. Du hast Raphaela nur provoziert. „Und hinterhältig. Aber nicht vor Raphaela. Außerdem wagte sie nicht. wandte sich Astrid an die anderen. den anderen ins Gesicht zu blicken. Dass ich nicht lache!“ Raphaela ertrug Astrids triumphierende Miene nicht länger. damit du sie vor uns blamieren konntest. die sich darin spiegeln musste. „Mag sein. sondern vor ihr. Jetzt wussten alle anderen. „Na. fuhr Astrid mit hasserfüllter Stimme fort. stimmte Marianne zu. Elli. dass sie eine Versagerin war. Mit einer solchen Reaktion auf ihre Enthüllungen hatte sie nicht gerechnet. dass sie eine Versagerin ist“. mit deinem Wissen Raphaela so in der Hand zu haben. was hältst du jetzt von deiner geliebten Raphaela?“ Astrid schwieg. Du hast wohl gedacht. „Wie konntest du so etwas tun?“ „Ich finde es auch total fies“. Astrid.befürchtet hatte.“ „Das stimmt doch gar nicht!“.

war sie total nett.“ „Genau. anfangs war sie ein bisschen arrogant. warum ihr alle so sauer auf mich seid“. „Ich habe mir schon beim ‚Halbzeit-Tag’.oder?“. „Zugegeben. „Geh weg. dass ich ihr die Maske herabgerissen habe. „Du hast ihr die Maske heruntergerissen. schimpfte Jenny. protestierte Astrid. wie schrecklich das alles für sie war? Sie muss doch völlig verzweifelt gewesen sein. Aber Elli sah sie nur wütend an. als du Sarah mitgebracht hattest. Astrid. Sie musste ja erst mal mit dem. 78 . die Raphaela sich zum Schutz vorgehalten hatte. dass ihre Freundschaft zu Elli enger wurde“. zischte Elli mit missbilligender Miene. was passiert war. gedacht. sagte Petra. sagte Nanni kühl.“ „Und sie begann gerade.“ „Ja. Und das war es. Astrid. Kannst du dir denn überhaupt nicht vorstellen. „Ihr solltet mir lieber dankbar sein. genau das hast du getan“. aber wir wissen doch jetzt alle. Und auch. dass sie auf der Bühne keine Zukunft haben wird. „Hau jetzt lieber ab. als sie ihr erklärt haben. Sie warf Elli einen flehenden Blick zu. dass sie nur so getan hat. Und seitdem sie den Erfolg mit ihrem Stück hatte.“ „Sicher hat sie auch gedacht. was dir nicht gepasst hat. sich hier so gut einzuleben“.“ Astrid war schockiert. fertig werden. dass sie ihre Eltern fürchterlich enttäuscht hat. Für heute haben wir alle genug von dir. dass da etwas nicht stimmte …“ „Ich verstehe überhaupt nicht.

„Wo ist denn Raphaela hingelaufen?“. dass du ein großer Trost für sie bist. „Wahrscheinlich in ihr Zimmer“. warf Jenny trocken ein. Und beides konnte sie jetzt gut gebrauchen. „Sie tut mir so schrecklich Leid. schluchzte sie.“ Damit waren alle sofort einverstanden.Ich muss mir nach dieser Vorstellung gut überlegen.“ Sie schlug die Hände vor das Gesicht und begann zu weinen.“ „Ich gehe schon“. fragte Doris besorgt. „Mach dir mal keine Sorgen.“ „Ja. Astrid stieß einen Schluchzer aus.“ Elli kicherte unter Tränen.“ Jenny klopfte ihr auf die Schulter. „Deshalb werde ich zu Raphaela gehen und mit ihr reden. wenn sie weiß. sagte Elli. wenn du selbst heulst wie ein Schlosshund. und rannte hinaus. und Hanni sagte: „Als Klassensprecherin müsste eigentlich Carlotta diese Sache regeln. 79 . dass deswegen keiner von uns schlechter über sie denkt. aber Carlotta ist mal wieder nicht da – wie üblich“. Jenny hatte zwar manchmal eine scharfe Zunge. „Wir sollten mal nach ihr sehen.“ Damit drehte sie ihr den Rücken zu. Außerdem glaube ich nicht. meinte Marianne. „Schließlich ist sie meine Freundin. genau wie Raphaela kurz zuvor. Sie wird sich schon wieder beruhigen. aber sie hatte ein weiches Herz und einen gesunden Menschenverstand. „Arme Raphaela!“. um die arme Raphaela zu trösten. ob ich noch weiter mit dir befreundet sein will oder nicht.

Raphaela lag schluchzend auf ihrem Bett. dass sie mich in allem. es hat doch keinen Sinn. „Ich weiß“. Darum habe ich mich so abweisend und hochnäsig verhalten. „Da gibt es nicht viel zu erzählen“. als ich herkam. ich gehe nicht weg“. seinen Kummer runterzuschlucken. sagte Jenny ruhig und setzte sich auf die Bettkante.“ „Und deine Eltern? Waren sie enttäuscht?“. sie waren sogar sehr verständnisvoll“. „Aber ich wollte es einfach nicht wahrhaben. dass ich versagt hatte. wenn du uns gleich die Wahrheit gesagt hättest“. Raphaela schüttelte Jennys Hand ab.“ „Es wäre sicher besser gewesen. seufzte Raphaela.“ „Und was möchtest du tun?“. begann sie zögernd.“ Raphaela sah in Jennys warme. stieß Raphaela hervor.“ „Ganz bestimmt! Und du brennst natürlich darauf. „Damit du es auch allen anderen erzählen kannst und ihr euch auf meine Kosten amüsiert!“ Jenny wies den Vorwurf heftig von sich. „Ihr wisst ja schon alles – dank Astrid. fragte Jenny. Jenny trat zu ihr und berührte sie sanft an der Schulter. was ich tue. „Sie haben mir gesagt. antwortete Raphaela. geht es dir sicher gleich besser. 80 . Wir alle wollen dir helfen. meinte Jenny. Wenn du darüber redest. „Nein. unterstützen werden. mitfühlende Augen und fühlte sich gleich ein wenig besser. „Raphaela. alle Einzelheiten meiner Blamage zu erfahren“. „Ich will dir doch nur helfen. fragte Jenny vorsichtig. „Geh weg!“ „Nein.

kommst du jetzt wieder mit zur Probe? Deine Eltern werden sicher begeistert sein. vielen Dank. ich glaube. nachdem sie uns neulich kurz bei den Proben zugesehen hatte. sagte Jenny. antwortete Jenny lachend. das du für unsere Klasse geschrieben hast. wenn sie erfahren.“ „Tatsächlich?“. sagte Jenny. „Wir sind alle an- 81 . fragte Raphaela. sondern frag Frau Adams. aber …“ Raphaela biss sich auf die Lippen.„Eigentlich kann ich mir ein Leben ohne Theater nicht vorstellen“. meine Liebe. Sonst wirst du noch eingebildet. Jenny!“ „Gern geschehen“. „Was hat sie denn gesagt?“ Aber Jenny schüttelte nur den Kopf und grinste. Ich habe zufällig gehört. „Jenny. dass ich wieder Mut schöpfe.“ „Ich kann es gar nicht glauben! Das ist seit meinem Abgang von der Theaterschule das erste Mal. „Das musst du vielleicht auch gar nicht. Oh. „Also. „Aber verlass dich nicht bloß auf mich. ich bin mir sogar sicher“. sagte Raphaela traurig. wie sie mit der Theobaldine gesprochen hat. ist einfach spitze! Und als Regisseurin bist du kein bisschen schlechter. Wenn Astrid …“ „Astrid ist gegangen“. Das Theaterstück. „Das werde ich dir bestimmt nicht sagen. Du kannst ja auch am Theater als Autorin Karriere machen. stieß Raphaela eifrig aus. dass du unser Stück geschrieben hast. ich möchte jetzt noch nicht allen unter die Augen treten.“ „Glaubst du das wirklich?“. „Das glaube ich nicht nur.“ „Ja.

wenn Carlotta zustimmt.“ „Das wird Carlotta bestimmt nicht recht sein“.“ „Gut“.gewidert von ihr und haben ihr das auch deutlich gesagt. „Ich glaube nicht. rief sie. werde ich ihr vorschlagen. Carlotta hörte verblüfft zu. Raphaela. Du kannst doch viel besser Regie führen als Carlotta. Wenn du einverstanden bist. begann Jenny und erzählte schnell von dem Streit zwischen Astrid und Raphaela. wartete Jenny schon auf sie. fragte sie. ich habe mir etwas überlegt. „Könnte ich dich im Aufenthaltsraum kurz sprechen?“. antwortete Carlotta. „Sobald sie zurückkommt. meinte Jenny. „Heute Nachmittag hast du wirklich etwas verpasst“. „Aber nur. versicherte Jenny. „Sie ist wirklich eine gute Freundin. „Sie hätte dann mehr Zeit zum Reiten. sagte Jenny. dass sie diese Aufgabe dir überträgt. Die meisten Mädchen waren schon zum Abendessen gegangen. dass es ihr etwas ausmachen wird“. „Diese 82 . „Das gibt es doch gar nicht!“. sagte Raphaela. meinte Raphaela.“ Außer ihnen war niemand mehr im Aufenthaltsraum.“ Als Carlotta an diesem Abend zurückkam. ich würde den Job liebend gern übernehmen“.“ „Wirklich? Auch Elli?“ „Vor allem Elli“. Hör mal zu. „Ich bin schon halb verhungert. werde ich mit ihr reden. als Jenny zu Ende erzählt hatte. Und was ist mit dir?“ „Also. „Nur wenn es wirklich nicht lange dauert“.

„Herzlichen Glückwunsch!“ „Danke“.Astrid ist doch wirklich ein gemeines Luder! Und was ist mit Raphaela? Hat sie es verkraftet?“ „Mittlerweile schon“. „Sag mal. Wir wollen alle nur das Beste für das Stück. ich glaube. so ist das!“. rief sie. „Niemand brütet etwas gegen dich aus. es ist so: Wir – das heißt.“ Carlotta stutzte. aber immerhin lag die Entscheidung letztendlich bei ihr. stimmte Carlotta steif zu. „Du hast hinter meinem Rücken schon alles organisiert! Hast du vielleicht noch irgendetwas anderes gegen mich ausgebrütet. ob sie die Aufgabe nicht an Raphaela abtreten sollte. wenn sie ab jetzt Regie führen würde. Carlotta. meinte Jenny und sah die Klassensprecherin eindringlich an. oder?“ „Selbstverständlich“. „Ach. mach es doch nicht so dramatisch!“. sagte Jenny. weil wir ohne dich geprobt haben?“ „Keine Spur“. lachte Jenny auf. du bist doch nicht sauer. „Sogar mehr als würdig. „Jenny. Das willst du doch auch. Sie hatte zwar auch schon darüber nachgedacht. „Ich bin sicher. „Aber 83 . sagte Carlotta aufrichtig. Eine Spur von Ärger stieg in ihr auf. das ich wissen sollte?“ „Carlotta. dass Raphaela mich würdig vertreten hat. du hast ihr da einen guten Ratschlag gegeben“. antwortete Carlotta lachend. Niemand anderer sollte sie ihr aus der Hand nehmen. dass es besser wäre.“ „Allerdings“. antwortete Jenny und erzählte von ihrem Gespräch. Raphaela und ich – haben beschlossen.

„Du bist doch die meiste Zeit mit Lissi beim Reiten. „Es ist aber nicht meine Schuld. dass du die Klassensprecherin bist!“ Jenny errötete ein wenig. Ich finde dich ganz schön ungerecht. um mich rauszudrängen“. musste ich für dich einspringen. dass es heute Nachmittag diesen Streit geben würde. Eigentlich wäre es heute Nachmittag deine Aufgabe gewesen. „Ich wette. Diese Aufgabe sollte ihr nun weggenommen werden. dass sie ohne die Regie mit der Theateraufführung gar nichts mehr zu tun haben würde. „Du hast seit Ostern noch kein einziges Mal zu mir gehalten. wenn ich manchmal vergesse. Dann bot sie mit etwas freundlicherem Ton an: „Du kannst ja 84 . was hinter meinem Rücken entschieden worden ist. empörte sich Carlotta.“ „So ein Quatsch!“. dass ich mich um nichts kümmere!“. konnte aber nicht verhindern. dass sie noch weiter errötete.ich möchte gefragt werden und nicht bloß mitgeteilt bekommen. dass sie mit der Regie alle Hände voll zu tun hätte. „Ich konnte doch nicht wissen.“ „Es ist überhaupt nicht wahr. Jenny. sagte sie wütend. Sie hatte für keine Rolle vorgesprochen. Jenny!“ Erst jetzt ging Carlotta auf. Aber weil du nicht da warst. Raphaela zu trösten. du hast das alles eingefädelt. sodass sie – als Klassensprecherin! – an dem Theaterstück überhaupt nicht mehr beteiligt war. schrie Jenny. Wirklich. man könnte glatt meinen. entgegnete sie kühl. dass du diesen Job hast“. da sie davon ausging.

Mitten in dieser angespannten Atmosphäre betrat Raphaela den Raum.“ „Sie ist wohl schon zum Abendessen gegangen“. „Herzlichen Glückwunsch!“ „Eigentlich war es ja Jennys Idee“. Sie hatte jetzt völlig vergessen. Aber es ist dir überhaupt nicht recht. Carlotta? Deswegen hast du mit Jenny Streit bekommen. dass ich diese Aufgabe nur übernehmen will. und sagte kleinlaut: „Oh.Astrids Rolle übernehmen. Und darum werde ich jetzt sofort zu Jenny gehen und ihr sagen. Raphaela führt Regie. und nicht du!“. „Ich dachte. Oder ist sie nur dazu da. sagte sie so unbeschwert wie möglich. nicht wahr. „Ich habe ihr gesagt. die bemerkt hatte. wie verletzt Carlotta unter ihrer gewollt fröhlichen Miene war. anstatt hier weiter meine Zeit zu verschwenden. dass sie eigentlich vermitteln wollte. und setzte ein Lächeln auf. stammelte Raphaela. dass ich auf alles verzichte. was ich befürchtet habe. ich suche eigentlich Elli. „Du solltest die Entscheidung ihr überlassen. „Und genau das werde ich jetzt auch tun. Carlotta rief sich eilig ins Gedächtnis. „Du bist also die neue Regisseurin“. dass sie keinen Streit mit Raphaela hatte. Entschuldigung. ohne auf den Vorschlag einzugehen.“ Sie warf Carlotta einen letzten ärgerlichen Blick zu und verließ das Zimmer. deine Befehle weiterzugeben?“ Jennys Augen blitzten wütend. Das ist genau das. antwortete Jenny. fauchte sie. Sie merkte sofort.“ 85 . wenn es dir recht ist.“ Aber Carlotta war mittlerweile auf hundertachtzig. dass sie in einen Streit geplatzt war.

Astrid hat mir eher einen Gefallen getan. Aber keine Angst.“ „Bist du dir da auch ganz sicher?“. „Jenny und ich sind uns in der letzten Zeit nicht besonders einig. dass Astrid sich entschuldigte. aber wir sind beide der Meinung. ich werde dafür sorgen. dass sie sich bei dir entschuldigt. auch wenn sie das gar nicht wollte. „Übrigens tut es mir Leid. fragte Raphaela vorsichtig nach. „Allerdings“. Und sie war fest entschlossen.„Das wirst du nicht tun!“. „Ehrlich gesagt. was heute mit Astrid passiert ist. sich durchzusetzen! 86 . versicherte Carlotta ihr. sagte Carlotta aufrichtig. Trotzdem wollte sie. dass du die Richtige für diesen Job bist. Sie war jetzt zwar nicht mehr die Regisseurin des Stücks. aber Klassensprecherin war sie trotzdem noch.“ Jetzt lachte Raphaela auf. rief Carlotta. Sie fasste Raphaela an der Schulter.“ „Das freut mich“. Ihr Ärger war wie verflogen. geht es mir viel besser. Nachdem nun alle die Wahrheit über mich kennen.

Trotzdem war es nicht mehr so wie früher. wie Astrid wirklich ist. Elli rechnete es jedoch Astrid hoch an. um ihren Tennisschläger reparieren zu lassen. „Diese schreckliche Geschichte hat auch was Gutes bewirkt“.“ Hanni nickte. dass es deswegen Streit geben würde. Petra bekam die Grippe und konnte deswegen an einem wichtigen Tennisturnier nicht teilnehmen. „Die arme Elli. trug sie es mit Fassung. als sie mitbekam. was sie brauchte. Aber stattdessen sagte Astrid mit verbindlichem Lächeln: „Ich bin sicher. Dabei hatten alle damit gerechnet. Allerdings nicht. sie war richtig schockiert. Als Doris wieder einmal pleite war und Geld brauchte. Und sogar als Raphaela ihre Ankündigung wahr machte und Astrid erklärte. Ich glaube. dass sie sich größte Mühe gab. denn diese hatte sie nach jener verhängnisvollen Theaterprobe sehr kühl behandelt. dass Carlotta die Rolle sehr gut spielen 87 . Astrid war die Erste. lieh Astrid ihr. „Jetzt weiß Elli wenigstens. sagte Nanni zu ihrer Zwillingsschwester. die sie im Krankenzimmer besuchte.Entschuldigungen und Geburtstage Astrid entschuldigte sich tatsächlich bei Raphaela. dass ab sofort Carlotta ihre Rolle in dem Theaterstück übernahm. damit die anderen ihren Fehltritt vergaßen. Sie tat es nur wegen Elli. weil Carlotta sie dazu aufgefordert hatte oder sie selbst davon überzeugt war. was für ein gemeines Biest Astrid sein kann. etwas falsch gemacht zu haben.“ Aber auch Elli und Astrid versöhnten sich wieder.

“ Die ganze Klasse sah aufgeregt zu. Vielleicht kann ich mich ja hinter der Bühne nützlich machen. mit Schminken und Kämmen. „Und diese Pralinen sehen auch sehr gut aus. Ananas.“ 88 . Damit würdest du uns sehr helfen“. „Lass uns doch mal einen Blick in die Schachtel werfen. die Mami uns zum ‚Halbzeit-Tag’ mitgebracht hat“. „Das reicht ja für zwei Mitternachtspartys. Marmorkuchen“. „Ich liebe Krabben!“ „Und Tunfisch. zählte Marianne auf. was wir schon haben und was wir noch kaufen müssen. „Vielleicht haben wir sie ja doch falsch eingeschätzt?“ „Irgendetwas gefällt mir trotzdem nicht an ihr“. Astrid. sagte Raphaela. dass Astrid diese Veränderung ohne weiteres akzeptierte. „Dann sehen wir. schlug Hanni vor. Wir werden es ja sehen. Sie war überrascht und froh darüber. „Wow! Seht euch mal all die guten Sachen an!“. sagte Bobby zu Jenny. rief Doris.wird. und die fünfte Klasse stürzte sich mit Begeisterung in die Vorbereitungen zur GeburtstagsMitternachtsparty. rief Mira begeistert. Ich kann so etwas nämlich ganz gut. „Ich finde. sagte Jenny. als die Zwillinge ihre „Schatzkiste“ öffneten. „Aber vielleicht täusche ich mich auch.“ „Vielen Dank. Astrid benimmt sich wirklich sehr fair“.“ Nun stand der Geburtstag der Zwillinge vor der Tür.“ „Eine Dose Krabben!“.

Sie hüpfte aufgeregt von einem Bein auf das andere. wir anderen sollten auch alle etwas beisteuern“. Jenny und ich können zum Beispiel Limonade mitbringen. „Am Freitag natürlich. meinte Carlotta.“ „Wann? Das ist doch klar!“. bot Mira an.“ „Ich kann euch gar nicht sagen. damit wir uns noch einen Geburtstagskuchen kaufen können“. „Meine eigene Party fand ich schon toll. wenn wir Geburtstag haben. Dann brauchen wir nicht zu flüstern. besser im Aufenthaltsraum“. Außerdem schlafen die beiden wie die Murmeltiere! Wir schleichen uns einfach die Treppe herunter und hauen durch 89 . sagte Bobby. „Das ist kinderleicht“. „Der liegt weiter vom Lehrerzimmer entfernt. „Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen. aber so eine geheime Mitternachtsparty ohne Erwachsene ist natürlich noch viel.„Unsere Oma hat uns Geld geschickt. Und wir feiern in unserem Schlafzimmer. meinte Hanni. sagte Lissi. wie ihr euch aus dem Haus schleichen könnt?“. „Unser Zimmer liegt ganz woanders als das Schlafzimmer von Onkel Tom und Tante Ruth. habt ihr euch schon überlegt. viel besser!“ „Du und Astrid. „Ich finde. Auch die anderen Mädchen waren damit einverstanden. wann und wo die Fete stattfinden soll.“ „Nein. erzählte Nanni begeistert. „Das gehört sich so. wie ich mich darauf freue“. meinte Astrid zuversichtlich. fragte Jenny.“ „Und ich kaufe die Kerzen für den Kuchen“. etwas mitzubringen.

Es könnte höchstens sein. was sie für die Fete noch brauchten. „Er ist kein Spielverderber. weil es solche Mitternachtspartys an seiner Schule nicht gibt.die Hintertür ab. Es besteht also keine Gefahr.“ Am Tag vor der Party kam Astrid mit einer großen Dose zu Nanni. fragte Jenny. damit wir später wieder hineinkönnen.“ „Wim wird uns nicht verraten“. dass ich ein paar Kekse zu eurer Party mitbringen kann. „Hoffentlich kann er schweigen! Mein Bruder ist nämlich ein absolutes Plappermaul. „Zum Glück dauert es jetzt nicht mehr lange. dass wir sie aufwecken“. meinte Nanni lachend. Meine Eltern schlafen im vorderen Teil des Hauses. Mein Bruder ist jetzt schon grün vor Neid.“ „Genau. dass eine Mitternachtsparty ohne Käsestangen gar keine richtige Mitternachtsparty ist. Käsestangen! Lecker! Ich finde ja immer. Sie versteckten die leckeren Schätze in einem kleinen Schrank in der Nähe des Aufenthaltsraums. pflichtete Lissi bei. wenn ich mir all die guten Sachen nur ansehe“. ein Stück können wir entbehren“. erklärte sie.“ „Ich denke. meinte Hanni. dass ich ihn mit einem Stück Geburtstagskuchen bestechen muss.“ „Hast du deinem Bruder etwa von unserem Plan erzählt?“. „Sie hat gesagt. versicherte Lissi. „Guck mal. „Tante Ruth hat gebacken“. „Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Ich kann es nämlich kaum noch erwarten!“ In den nächsten Tagen kauften die Zwillinge in Rottstadt alles ein. „Die Haustür lehnen wir nur an. Ich habe ihr natürlich nicht 90 .

weil sie sich in der letzten Zeit so gut in die Gemeinschaft einfügte. den anderen die Mitternachtsparty gründlich zu verderben. Eine war Carlotta. dass sie etwas mit der Sache zu tun hatte. Wenn alles so lief. Sie meint. Das stimmte zwar. „Du hast auch diese dumme Sommergrippe er- 91 . Vor allem. ganz zu schweigen von Wim.verraten. diese Runde ging auf jeden Fall an Astrid! Am Tag der Mitternachtsparty fehlten zwei Mädchen im Unterricht. ich freue mich ja schon so auf die Mitternachtsparty!“. dass es eine Mitternachtsparty wird. es wäre ein normaler Geburtstagskaffee. sagte Astrid. Nanni. „Die sehen ja himmlisch aus.“ „Ach. Denn Astrid hatte sich vorgenommen. wie sie es hoffte. die mit fürchterlichen Halsschmerzen aufgewacht war und sich schwach und zittrig fühlte. aber sie freute sich auf ganz andere Weise als die übrigen Mädchen. Neben dem Verlust ihres Amtes würde sie auch sicher eine Weile Hausarrest bekommen.“ „Super!“. Dann konnte sie nicht mehr ständig nach Gut Eichengrund kommen und sich an ihren Onkel und ihre Tante heranschmeißen. aber Frau Adams schickte sie umgehend zur Hausmutter. war Carlotta bald die längste Zeit Klassensprecherin gewesen. Sie hob den Deckel der Dose ab und betrachtete die Kekse. Sie schleppte sich zwar zum Frühstück hinunter. Niemand würde darauf kommen. freute sich Nanni. auf denen weiße und rosa Zuckerglasur schimmerte. Was auch immer passierte. Sie hatte sich einen genauen Plan zurechtgelegt.

„Aber ich kann unmöglich das ganze Wochenende im Bett bleiben“. dass alles 92 . meine Liebe. nachdem sie Carlotta untersucht und ihre Temperatur gemessen hatte. „Das bedeutet: ein paar Löffel Medizin und einige Tage Bettruhe. was ich dir gesagt habe. rief sie. bitte nicht“. „Du willst schwimmen gehen?“ Die Hausmutter schlug die Hände über dem Kopf zusammen. machte sie und verzog das Gesicht. Sie wusste. aber mit ein bisschen Glück sitzt du am Montag wieder im Klassenzimmer. So eine Grippe ist eine unangenehme Sache.wischt“. „Hmpf“. Den musste Carlotta schlucken. Aber die Hausmutter öffnete bereits eine Flasche Erkältungssaft und füllte einen großen Löffel voll. „Widerlich. „Äh … äh … heute Nachmittag schwimmen gehen“. antwortete die Hausmutter gnadenlos. Beinahe wäre ihr die Sache mit der Mitternachtsparty herausgerutscht. beendete Carlotta ihren Satz nicht allzu überzeugend.“ Carlotta sah die Hausmutter erschrocken an. „Was willst du unbedingt?“. stellte die Hausmutter fest. und außerdem will ich unbedingt …“ Sie biss sich rasch auf die Lippen. flehte Carlotta. „Zieh dir jetzt deinen Schlafanzug an und leg dich sofort ins Bett. „Mit dieser schlimmen Erkältung? Das kommt überhaupt nicht in Frage! Tu jetzt. hakte die Hausmutter nach.“ „Oh. nein. „Ich bin morgen mit Lissi zum Reiten verabredet.“ „Das wird dir gut tun“. Carlotta!“ Carlotta seufzte und gab auf.

ich bleibe einfach nur mal einen Tag im Bett. langer Tag werden. Ich glaube. „Das ist doch jammerschade. „Du liebe Zeit. bitte richte Frau Adams aus. jammerte Astrid überzeugend. aber am Ende wür- 93 . „Lissi. sagte Frau Baumann. „Oh nein. jetzt verpasst du die Mitternachtsparty“. Allerdings war in ihrem Fall die Krankheit nur vorgetäuscht.“ „In Ordnung. Tante Ruth“. fragte ihre Tante besorgt. „Mir geht es auch ganz schlecht“. du glühst ja richtig“.“ Lissi nickte. wehrte Astrid heftig ab. als täte ihr das wirklich Leid. legte Astrid sich wieder ins Bett und schnappte sich ein Buch. Nachdem Lissi zur Schule gegangen war. Sie war ein Teil ihres sorgfältig ausgetüftelten Plans. rief Frau Baumann. Dann geht es mir morgen bestimmt wieder besser. dass die Gesichtsfarbe ihrer Nichte nicht an einer Krankheit. maulte Astrid. sobald Frau Baumann die Küche verlassen hatte. Sie hatte keine Ahnung. Liebes“. sondern an ihrer Aufregung lag. Die andere Kranke war Astrid. „Soll ich vielleicht den Arzt rufen?“.“ „Ich weiß“. wenn sich die Hausmutter einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte. „Astrid. dass deine Cousine krank ist. Das würde ein öder. flüsterte sie ihrer Cousine zu. „Das ist nicht nötig. um der Klasse die Mitternachtsparty zu verderben.Verhandeln zwecklos war.

Natürlich wussten alle Lehrerinnen. Hanni und Nanni freuten sich über die vielen Geschenke und konnten sich kaum auf den Unterricht konzentrieren. und waren ausnahmsweise einmal etwas nachsichtiger.de es sich doch auszahlen! Die ganze Klasse hatte Mitleid mit den beiden Fehlenden. dass sie Geburtstag hatten. 94 . Trotzdem konnten es alle kaum erwarten. dass der Unterricht endlich zu Ende war. Aber durch den Geburtstag der Zwillinge blieb ihre Laune nicht allzu lange gedämpft.

“ 95 . sagte Nanni zu Lissi. „Ja. den sie unter ihr Kopfkissen gelegt hatte. „Ah. klingelte. „Und die Ananas auch“. „Diese Krabben sind einfach himmlisch“. Als Nächstes schlich sie ins Nebenzimmer und weckte die Mädchen. wir waren heute Nachmittag kurz bei Carlotta. ihr ein Stück Geburtstagskuchen aufzuheben. Sie schlüpfte aus dem Bett und weckte ihre Zimmerkameradinnen. antwortete Lissi grinsend. Die Zwillinge holten mit Bobbys und Jennys Hilfe die Verpflegung aus dem Schrank. und sie war ganz frustriert. Im Handumdrehen war das ganze Essen aufgebaut. „Vor allem. dass Carlotta und Astrid nicht dabei sein können“. als ich nach draußen geschlichen bin“. um Lissi hereinzulassen. die dort schliefen. stimmte Hanni zu. während Marianne zum Nebeneingang der Schule schlich. damit man ihn nicht zu laut hörte. bedauerte Lissi. alle haben tief geschlafen. du hast es geschafft!“. Kurze Zeit später liefen alle leise in Richtung Aufenthaltsraum. meinte Nanni. und die Mädchen fühlten sich wie im Schlaraffenland.Die Mitternachtsparty Schließlich ging es tatsächlich auf Mitternacht zu. Wir haben ihr versprochen. wenn man sie in Limonade taucht.“ „Schade. Wir können dir für Astrid ja auch was davon mitgeben. das ist wirklich Pech“. „Ja. und Jennys kleiner Wecker. „Nanni und ich. schwärmte Doris.

bemerkte Elli. hob ab und wählte eine Nummer. und die Zwillinge bliesen sie gemeinsam aus. dass ihr Wim auch noch ein Stück versprochen habt. während sie den Kuchen anschneiden. An diesem Abend war Frau Theobald bei Bekannten eingeladen. wie sie die Sache bei Elli und Lissi wieder gutmachen konnte. dass Carlotta im Krankenzimmer lag und an dem Fest gar nicht teilnahm. dass sie sich nicht länger zurückhalten konnte. Astrid ahnte natürlich nicht. Als sie das Wohnzimmer betrat. kroch Astrid aus ihrem Bett. Sie schlich auf Zehenspitzen über den Flur und tappte leise die Treppe hinunter. Aber ihre Abneigung gegen Carlotta war so stark. dass ihr euch für einen großen Kuchen entschieden habt“.“ Die Kerzen wurden angezündet.„Gut. meldete sich für einen Augenblick ihr Gewissen. 96 . Außerdem würde sie schon einen Weg finden. Wir wollen auf die Geburtstagskinder anstoßen. und die Klasse erhob ihre Gläser auf sie und rief: „Herzlichen Glückwunsch. Zwillingsmäuse! Gesundheit und ein langes Leben!“ Während die Mädchen ahnungslos ihre Mitternachtsparty feierten. Sie lief ins Büro und nahm ab. Raphaela. Sie schlich zum Telefon. Es tat ihr wirklich Leid. dass auf diese Weise auch Lissi und Elli in Schwierigkeiten geraten würden. „Denkt dran. Dann schnitten sie große Stücke von dem Kuchen ab. Mamsell hörte zufällig das Klingeln im Büro der Direktorin. gieß doch allen noch mal etwas Limonade ein.

als Astrid mit triumphierender Miene den Telefonhörer auflegte. sagte Astrid mit tiefer Stimme. Sie erinnerte sich an die gespannte Stimmung. Das alles bedeutete noch größeren Ärger für Carlotta! „Ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen. „Mechantes filles!“. Aber sie erhielt keine Antwort. „Kann ich ihr etwas ausrichten?“ Astrid erkannte Mamsells Stimme auf Anhieb und grinste. dass die fünfte Klasse in diesem Moment im Aufenthaltsraum eine Mitternachtsparty feiert“. Das war ja noch besser! Mamsell konnte ganz schön aufbrausend sein. Die Französischlehrerin verzog das Gesicht. vernahm sie ein Ge- 97 . meldete sich Astrid mit verstellter Stimme. „Wer sind Sie? Woher wissen Sie das?“. wer der feige anonyme Anrufer gewesen sein konnte. „Frau Theobald ist nicht hier“. denen ein Schreck eingejagt wurde. nachdem das Licht gelöscht war. Und sie legte größten Wert darauf. dass die Mädchen in ihren Betten lagen. Plötzlich fiel ihr ein. Astrid hatte schon aufgelegt. Sie fragte sich.„Frau Theobald?“. dass heute ja der Geburtstag der Zwillinge war. Diesen ungezogenen Mädchen wollte sie einen gehörigen Schrecken einjagen! Allerdings waren die Mädchen der fünften Klasse nicht die Einzigen. zischte sie und trat entschlossen auf den Flur hinaus. fragte Mamsell erschrocken. die über der ganzen Klasse gelegen hatte. Im selben Moment. antwortete Mamsell.

„Wohin gehst du?“.räusch hinter ihrem Rücken. Er hatte Glück. ohne Sattel zu reiten.“ Damit wandte er sich abrupt um und verließ das Zimmer. Zum Glück hatte Carlotta ihm beigebracht. Das Gelächter der Mädchen erstarb auf der Stelle. wenn er am Lindenhof angekommen war. Wim war sich allerdings noch nicht ganz im Klaren darüber. sodass er keine Zeit verlor. „Du bist eifersüchtig auf sie. flüsterte Astrid heiser. der auf der anderen Seite des Gebäudes lag.“ Damit ließ er seine Cousine stehen und lief zu den Ställen. Er ließ sein Pferd am Schultor stehen und rannte über den Hof. „Du gemeine Schlange!“. „Ich … ich habe nur …“ „Ich weiß. antwortete er. „Wie kannst du nur so etwas tun? Die eigene Cousine verraten!“ Astrid wurde kreidebleich. noch nicht erreicht hatte. Sie fuhr herum und blickte Wim in die Augen. Lissi da irgendwie rauszuboxen“. was er tun wollte. Aber diesmal bist du zu weit gegangen. sagte Wim wütend. Elli 98 . es geht um Carlotta“. dass er jedes Wort gehört hatte. „Ich reite jetzt nach Lindenhof und versuche. „Es geht ja gar nicht um Lissi“. Astrid. dass Mamsell den Aufenthaltsraum. Lissi hatte ihm beim ‚Halbzeit-Tag’ den Aufenthaltsraum gezeigt. stieß er zornig hervor. Darum eilte er gleich zum richtigen Fenster und klopfte leise. stammelte sie. Sein angewiderter Gesichtsausdruck verriet. „Und du wirst morgen einiges zu erklären haben.

sagte Wim gehetzt.“ „Wim. Sie war völlig verdattert. was ist los? Haben Ma und Pa etwa gemerkt. „Vielleicht ist es ein Einbrecher“. „Es ist dein Bruder. „Was war das denn?“.“ In diesem Moment hörten die Mädchen Schritte auf dem Flur. „Wenn sie dich hier finden. fragte Hanni ängstlich. fragten einige. „Lissi!“. woher weißt du das denn alles?“. „Eine eurer Lehrerinnen weiß. In diesem Moment klopfte es wieder. das ist jetzt nicht der richtige Augenblick. Schwesterherz.“ Sie sprang auf und zog den Vorhang beiseite. protestierte Lissi. „Ich habe mitgefeiert. dann will ich auch mitbestraft werden.“ Lissi öffnete das Fenster. dass ich nicht da bin?“ Wim schüttelte den Kopf. und Petra sprang so heftig in die Höhe. zischte Jenny. Sie ist sicher schon auf dem Weg hierher. meinte Doris mit zitternder Stimme. Komm.klammerte sich vor Angst an Raphaela. „Quatsch!“. werden wir zehnmal härter bestraft als oh- 99 . „Du musst sofort mitkommen. um die Heldin zu spielen“. widersprach Bobby. „Einbrecher klopfen nicht an. Und wenn wir erwischt werden. Lissi“. rief sie dann. dass sie sich Limonade über den Schlafanzug goss. „Nein“. „Wim. dass ihr ein Fest feiert. „Lissi. „Lissi wird euch morgen alles erzählen. ab durchs Fenster“. sagte er hastig.

dass Astrid dahinter steckt?“ „Allerdings“. „Die Arme ist heute Morgen krank geworden und konnte darum nicht zur Mitternachtsparty kommen. 100 . Dann blieb er plötzlich stehen und hielt auch Lissi fest.“ „So eine gemeine Schlange“. Sie kletterte eilig auf die Fensterbank und sprang hinab ins Gras. wie es dir geht. „Soll das heißen. um Himmels willen: verschwinde!“ Das sah Lissi ein. um herauszufinden. Daraufhin bin ich ihr gefolgt. „Die habe ich ja ganz vergessen!“ „Carlotta liegt im Krankenzimmer“. „Puh! In der Haut der anderen möchte ich jetzt aber nicht stecken“. Wim klopfte den Hals des Pferdes. dass ihr auch noch die Eltern weckt. meinte Wim. Dabei habe ich alles gehört. anonym natürlich. setz dich hinter mich! Ich weiß nicht. zischte Lissi. rief er. Genau in diesem Augenblick flog die Tür des Aufenthaltsraumes auf. „Nicht. sagte Wim düster.“ „Dann hat Astrids gemeiner Plan wenigstens nicht funktioniert!“. rief Lissi und fasste ihren Bruder aufgeregt am Arm. „An deiner Stelle würde ich aber damit bis morgen warten“. Die Geschwister konnten ihr wütendes Schimpfen bis auf den Schulhof hören. und Mamsell stürzte herein.ne dich. Ich habe gehört. „Na. der werde ich was erzählen!“ Sie waren mittlerweile am Schultor angekommen. Komm. wie sie nach unten geschlichen ist. Also. freute sich Wim. „Carlotta!“. was sie im Schilde führt. meinte er. „Sie hat in der Schule angerufen und gepetzt. beruhigte Lissi ihn. „Astrids gemeiner Plan?“.

101 .aber ich bin von der Aufregung ganz schön müde geworden. Im Gegensatz zu ihrem Bruder war sie in diesem Moment viel zu wütend.“ Lissi schwang sich auf den Rücken des Pferdes. um müde zu sein.

Mamsell“. dass Lissi abhauen konnte“. „Wenn ihre Eltern herausgefunden hätten. Nachdem Mamsell gegangen war. als sie den Aufenthaltsraum sauber machten und die Spuren ihres Festes beseitigten. Das war wirklich ein deprimierendes Ende für einen so schönen Tag! „Ich gehe jetzt“. hätte es sicher ein Riesentheater gegeben. Daher hatten sie am nächsten Morgen natürlich umso mehr Gesprächsstoff. dass sie ihre Drohung wahr machen würde. Sie hielt den Mädchen eine lange Gardinenpredigt. „Aber wenn ich heute noch einmal den leisesten Laut aus einem dieser Schlafzimmer höre. bevor sie sie höchstpersönlich in ihre Schlafzimmer zurückbegleitete. gibt es nächste Woche jeden Tag eine Stunde mehr Französisch-Hausaufgaben!“ Natürlich brannten die Mädchen darauf. traute sich keine von ihnen noch ein einziges Wort zu sagen. „Ja.“ 102 . Aber sie kannten Mamsell gut und wussten.Eine saure Dritte Mamsell war über das Verhalten der fünften Klasse natürlich tief empört. rief sie. sagte Marianne. sagte Mamsell. „Nur gut. „Morgen werdet ihr nach dem Frühstück erst den Aufenthaltsraum aufräumen und dann zu Frau Theobald gehen“. antworteten die Mädchen kleinlaut und schlüpften zerknirscht in ihre Betten. dass sie davongeschlichen ist. die außergewöhnlichen Zwischenfälle dieses Abends zu diskutieren.

„Es tut mir Leid. Sie ist krank!“ Astrid verschlug es die Sprache. Jetzt hatte sie mit Lissi und Wim Ärger – für nichts und wieder nichts! 103 . Und am Morgen war sie ihrer Tante nicht von der Seite gewichen. du hinterhältige Schlange?“.“ „Stimmt. Aber jetzt waren Herr und Frau Baumann aus dem Haus gegangen.“ „Mir nicht. antwortete Astrid mit gesenktem Kopf. überlegte Hanni. Lissi aus dem Weg zu gehen. meinte Bobby. hatte sie getan. „Darüber können wir uns wenigstens freuen. „Ich wollte dir keine Schwierigkeiten bereiten. „Wir müssen nur abwarten. „Wie hat Mamsell überhaupt von unserem Fest erfahren? Und woher konnte Wim wissen. „Was hast du zu deiner Entschuldigung vorzubringen. Aber ein paar Dinge machen mich doch stutzig“. und noch rechtzeitig herkommen? Das ist doch alles ziemlich mysteriös. und Astrid konnte der unvermeidlichen Konfrontation nicht länger entgehen. aber Carlotta.“ Lissis Lippen verzogen sich vor Verachtung. Als ihre Cousine nachts von der Mitternachtsparty nach Hause gekommen war. als schliefe sie. Lissi“. bis sie kommt. stellte Lissi sie zur Rede. meinte Nanni. dass sie davon wusste. dass Lissi das bereits herausgefunden hat“.“ Auf Gut Eichengrund war es Astrid bislang gelungen.“ „Ich könnte mir vorstellen. Carlotta war nämlich gar nicht auf der Mitternachtsparty.„Und Carlotta ist auch aus dem Schneider“. „Doch dein mieser Plan ist gescheitert.

„Ich verstehe dich nicht, Astrid!“, schimpfte Lissi. „Ich, deine Cousine, war auf dem Fest, und Elli auch, die ja immerhin deine Freundin ist. Du hast das in Kauf genommen, nur um Carlotta eins auszuwischen?“ Astrid machte keine Anstalten, sich zu verteidigen. Am besten kam sie wohl noch davon, wenn sie zerknirscht tat. „Du hast ja Recht, wenn du sauer auf mich bist“, sagte sie. „Was hast du jetzt vor?“ „Gar nichts“, antwortete Lissi, und Astrid atmete erleichtert auf. Aber sie hatte sich zu früh gefreut. Denn jetzt fuhr Lissi kühl fort: „Die anderen sollen sich eine Strafe für dich ausdenken. Schließlich sind ja auch sie deinetwegen erwischt und bestraft worden.“ „Aber Lissi, du wirst mich doch nicht verraten?! Ich bin deine Cousine, und du musst zu mir halten, nicht zu ihnen!“ „Nein, Astrid, die anderen haben ein Recht zu erfahren, wer ihnen diesen Schlamassel bereitet hat, und vielleicht kommst du mal zum Nachdenken, wenn du aus der Gemeinschaft ausgeschlossen bist.“ Astrid sah Lissis entschlossenes Gesicht. Sie wusste, dass es keinen Sinn hatte, noch länger auf sie einzureden. Jetzt musste sie wohl der Verachtung der anderen entgegensehen … Lissi erriet die Gedanken ihrer Cousine. „Du kannst froh sein, dass erst einmal Wochenende ist und du die anderen erst am Montag sehen wirst“, sagte sie. „Ich gehe jetzt rüber nach Lindenhof. Ich will wissen, wie es nach Mamsells Auftritt weitergegangen ist.“

104

Lissi traf ihre Mitschülerinnen am Swimmingpool. „Hallo, zusammen. Wie geht’s? Das ist ja ganz was Neues, dass ihr am Samstagnachmittag alle in Lindenhof seid.“ „Frau Theobald hat uns für vierzehn Tage verboten, das Gelände zu verlassen“, antwortete Doris niedergeschlagen. „Sie hofft, dass wir in der Zeit lernen, uns ‚erwachsener und verantwortungsbewusster’ zu benehmen.“ „Oh nein! Das ist ja schrecklich“, rief Lissi. „Also, ich habe ja schon heute Nacht gesagt, dass ich mit euch bestraft werden will. Ich hatte schließlich auch meinen Spaß bei der Party. Außerdem habe ich es sowieso nur Wim zu verdanken, dass ich nicht auch erwischt worden bin“, meinte Lissi. „Ja, wie kam das eigentlich?“, fragte Bobby neugierig. „Und woher wusste denn Wim, dass Mamsell kommen würde?“ Nun musste Lissi alles erzählen. „Wir sollten sie für den Rest des Schuljahres aus unserer Gemeinschaft ausschließen“, schlug Marianne vor. „Sie hat etwas viel Schlimmeres verdient“, rief Jenny aufgebracht. „Ich überlasse es euch, was ihr mit Astrid machen wollt“, sagte Lissi. „Ich gehe solange zur Krankenstation und sehe mal nach, ob die Hausmutter mich für einen Moment zu Carlotta lässt.“ „Sie kann sicher ein bisschen Aufmunterung gebrauchen“, meinte Hanni. „Nanni und ich, wir waren vor-

105

hin bei ihr, um ihr ein Stück Geburtstagskuchen zu bringen. Aber sie schlief gerade, und wir mussten den Kuchen bei der Hausmutter lassen. Grüß sie schön von uns.“ Carlotta fühlte sich schon viel besser, als Lissi zu ihr kam. „Ach, wie schön, mal jemand anders als die Hausmutter zu sehen“, freute sie sich. „Ich kann es kaum noch erwarten, bis mir endlich jemand von der Mitternachtsparty berichtet. Komm, Lissi, setz dich und erzähl mir, wie es war. Sicher ganz toll! Ach, ich wäre so gerne dabei gewesen!“ „So wie es aussieht, hast du eher Glück gehabt, dass du nicht dabei warst“, entgegnete Lissi trocken. Und dann sprudelte alles aus ihr heraus, von dem verpatzten Fest und der unrühmlichen Rolle, die Astrid dabei gespielt hatte. „Aha“, sagte Carlotta dann mit leiser, zitternder Stimme. „Astrid wollte die ganze Klasse in Schwierigkeiten bringen, nur um mir eins auszuwischen. Sie muss mich wirklich hassen!“ Lissi bemerkte, dass Carlottas Wangen ganz rot geworden waren. „Ich hätte dir das im Moment besser gar nicht erzählen sollen“, sagte sie erschrocken. „Was bin ich doch für ein Idiot, dich in deinem Zustand so aufzuregen!“ „Keine Angst, Lissi“, sagte Carlotta. „Ich bekomme deswegen schon keinen Rückfall. Ich hab mir doch fest vorgenommen, am Montag wieder fit zu sein. Fit für den Kampf!“ Bevor Lissi antworten konnte, kam die Hausmutter

106

Sie steckte mit ihrer Begeisterung alle an. dass es zum Proben viel zu heiß war. Leute. Wie sieht’s aus mit der Probe?“ Die Klasse war geteilter Ansicht. da kommt Lissi. die anderen fanden.zur Tür herein und scheuchte sie hinaus. und die Mädchen gaben sich größte Mühe. Als sie zum Swimmingpool zurückkam. ihren Anweisungen zu folgen. Die einen waren dafür. rief Raphaela gerade: „Also. Doch dann gelang es Raphaela. sie doch zum Arbeiten zu überreden. 107 .

Du kommst jetzt besser mit!“ Astrid hatte keine Chance. Als es zur ersten großen Pause klingelte. stammelte Astrid. Sie hatte eine unglaubliche Wut. Aber in der zweiten großen Pause konnte Astrid den anderen nicht mehr aus dem Weg gehen. rief Lissi. Carlotta eröffnete die Verhandlung. die von der Hausmutter wieder für gesund erklärt worden und zum Unterricht gekommen war. aber sie ließen Astrid über ihre Gefühle nicht im Unklaren. Bisher hatte sie sich vor solchen Arbeiten eher gedrückt. trat ihr im Treppenhaus in den Weg. „Du hast nur Angst. im Klassenzimmer zu bleiben und die Tafel zu putzen. versuchte aber.Harte Zeiten für Astrid Astrid hatte Angst. Als Klassensprecherin wollte sie die Angelegenheit mit 108 . dass du mit in den Aufenthaltsraum kommst“. Sie hatte ihre Ankunft in der Schule an diesem Morgen so lange wie möglich hinausgezögert und war erst wenige Sekunden vor Frau Adams ins Klassenzimmer geschlüpft. „Ich habe keine Zeit. Sie musste den beiden Mädchen in den Aufenthaltsraum folgen. Carlotta. dass Astrid sich anbot. „Ich … ich kann jetzt nicht“. war Frau Adams höchst überrascht. „Wir möchten alle.“ „Du hast wohl Zeit!“. die dazukam. Ihre Mitschülerinnen hatten keine Gelegenheit. sagte sie kühl. Sie warfen ihre wütende Blicke zu und runzelten die Stirn. uns unter die Augen zu treten. sich zu beherrschen. mit ihr zu sprechen.

„Du bist gewöhnlich und dumm! Du hinterhältige Schlange! Carlotta ist uns tausendmal lieber als du!“ „Du wirst von der ganzen Klasse bestraft. „Du warst doch gar nicht bei der Party. „Du weißt. Astrid.“ Obwohl Astrid verängstigt war. begann sie mit verächtlichem Blick. dass du an den Wochenenden zu uns kommst oder an irgendetwas teilnimmst. Wir wollen nicht. Niemand aus der Klasse will noch was mit dir zu tun haben. Weil du eifersüchtig auf sie bist. Darum hast du mit der Sache überhaupt nichts zu tun. nicht nur von mir“. das hat sie allerdings“. Astrid“. „So ein Blödsinn! Die ist doch bloß eine ganz gewöhnliche. warum du hier bist. „Wir haben darüber beratschlagt und einen Beschluss gefasst: Du wirst ab sofort von der Gemeinschaft ausgeschlossen. dumme …“ Aber sie kam nicht weiter. mischte sich Nanni sauer ein. denn ein Chor ärgerlicher Stimmen übertönte sie. was wir nach der Schule machen.“ „Eifersüchtig auf Carlotta?“. sagte sie trotzig. um Carlotta eins auszuwischen. 109 . Ob wir zum Ende des Schuljahres hin unsere Meinung ändern. ärgerte sie sich über Carlottas herablassenden Ton. machte Carlotta Astrid unnachgiebig klar. „Wir wissen alle. kreischte Astrid mit einem unechten Lachen. dass du die Sache eingefädelt hast.“ „Doch. „Von dir werde ich überhaupt keine Strafe erhalten“. „Du hast die Klasse Freitagnacht gemein und hinterhältig reingelegt.kühler Würde behandeln. Du wirst dafür deine Strafe erhalten.

„Keinen Ton. denn Wim und Lissi waren auch gegen sie.“ Damit begann für Astrid eine schreckliche Zeit.“ Damit gingen die drei weiter und ließen die zwischen Verzweiflung und Ärger schwankende Astrid einfach stehen. Einmal traf Astrid Elli auf dem Flur. Sie war allein. waren Tante Ruth und Onkel Tom. Elli drehte sich zu ihnen um und fragte irritiert: „Habt ihr gerade irgendetwas gehört?“ Raphaela schüttelte den Kopf.“ „Ich auch nicht“. Sie hörten gerade noch das Ende von Astrids Bitte. die durch sie hindurchgingen. Sie hatte niemanden. und Astrid. dass ich etwas ganz Schlimmes getan habe. mit dem sie schwatzen und lachen konnte. die sich nach einem Lächeln oder einem freundschaftlichen Wort sehnte. „Ich weiß. Die Mädchen konnten 110 . „Elli. die noch nett zu ihr waren. Kannst du mir nicht verzeihen?“ Carlotta und Raphaela kamen in diesem Moment um die Ecke. und die Vorbereitungen für das Theaterstück waren in vollem Gange. Überall wurde sie mit eisigem Schweigen empfangen und mit Blicken. Die einzigen Menschen. sagte sie und versuchte. meinte Carlotta. ob du deine Lektion gelernt hast und dir das. aufrichtig Leid tut oder nicht. „Das muss der Wind gewesen sein. Bis zum Ende des Schuljahres war es jetzt nur noch eine gute Woche. so aufrichtig wie möglich zu klingen. es tut mir Leid“.hängt davon ab. Zu Hause war es genauso schlimm. ging zu ihr. was du getan hast.

sodass sie nur noch krächzen konnte. die die Zukunft des Stücks gefährdeten.“ In der Zwischenzeit sprang Hanni während der Proben für Doris ein. Raphaela. hatte Grace. „Doris ist absolut unersetzbar. dankbar angenommen. klagte Raphaela verzweifelt. dass sie ihre Stimme konsequent schonte und die nächsten Tage lang kein Wort sprach – wodurch sie natürlich für die Proben ausfiel. Aber sie hatte bei weitem nicht Doris’ komisches Talent. der schon Carlotta flach gelegt hatte. die Kostüme waren so gut wie fertig. Und noch ein Unheil brach herein: Die Mädchen hatten das großzügige Angebot der zweiten Klasse. „Mach dir doch nicht mehr Sorgen als nötig.ihre Rollen auswendig. muss sie nicht ersetzt werden“. bedankte sich Raphaela bei ihnen und sagte: „Ihr seid uns eine große Hilfe!“ „Dafür bekommen wir aber bei der Aufführung auch ein paar gute Plätze“. Die Hausmutter bestand darauf. für das Theaterstück eine Kulisse zu malen. „Das ist eine Katastrophe!“. Zuerst erwischte Doris denselben Grippevirus. Doch da brach plötzlich eine Serie von Unglücken herein.“ „Wenn sie den Rat der Hausmutter befolgt und ihre Stimme schont. und an alle Eltern der fünften Klasse waren schon handgeschriebene Einladungen geschickt worden. bemerkte Marianne mit ihrem gesunden Menschenverstand. die Klassenspreche- 111 . Und leider führte er in ihrem Fall zu einer sehr unangenehmen Halsentzündung. Die Mädchen machten ihre Arbeit wirklich toll. und als sie fertig waren.

jubelten und klatschten die Mädchen.“ Aber in den frühen Stunden des nächsten Morgens setzte unvermutet ein wahrer Wolkenbruch ein. Im letzten Satz versuchte Mira einen schwierigen Kopfball zu erwischen. sodass die Kulisse so gut wie ruiniert war. Und auch danach würde es noch eine Weile dauern. Aber plötzlich stolperte sie und stürzte zu Boden. um zuzusehen. Es geschah aber noch etwas Schlimmes. um noch eine neue Kulisse zu malen“. Mira verzog vor Schmerz das Gesicht. „Jetzt müssen wir das gute Stück nur noch in Ruhe trocknen lassen.rin. lachend geantwortet. jammerte Nanni. Ihre Gegnerin war auch eine ausgezeichnete Spielerin. und das Spiel wurde sehr knapp. 112 . Mira war eine hervorragende Tennisspielerin. „Wir haben doch gar keine Zeit mehr. Und zwar Mira.“ „Ihr könnt es ja draußen an die Gartenmauer lehnen“. Sie hatte sich den Fuß verstaucht und musste ihn für die nächsten Tage absolut ruhig halten. Und jedes Mal. sagte Raphaela aufmunternd. bis sie ihn wieder voll belasten konnte. obwohl sie in ihrem tiefsten Inneren auch mutlos war. „Wir werden uns die Zeit einfach nehmen“. Sie lehnte sich zurück und reckte den Schläger in die Höhe. „Dann kann es über Nacht trocknen. schlug Bobby vor. Die ganze Klasse kam. wenn Mira einen Punkt machte. An diesem Wochenende nahm sie an einem Schulturnier teil.

„Unmöglich!“. Aber wenn jetzt noch etwas schiefgeht. dann kann sie auf keinen Fall Prinzessin Dorindas Ehemann spielen. Raphaela das Stück zu verderben und es dabei so aussehen zu lassen. „Wenn Mira nicht gehen kann. damit sie im Sitzen spielen kann?“. als wenn Carlotta schuld daran sei. sagte Jenny an diesem Abend im Aufenthaltsraum. kann sie doch nicht das Chaos stiften.“ Über diesen Satz dachte Astrid lange und intensiv nach. wie Frau Adams zu Frau Walker. Ach. Das ist doch eine besonders bewegliche Figur. seufzte Raphaela.„Mir ist gerade etwas Schreckliches eingefallen“. Sie muss über die Bühne stolpern und gegen Schränke laufen. 113 . das der Prinz verbreiten muss. hielt Astrid Ohren und Augen offen und bekam auf diese Weise auch Wind von dem „verhexten“ Stück. Wenn es ihr gelang. es ist wie verhext mit diesem Stück!“ Obwohl die anderen nicht mit ihr sprachen.“ „Kannst du Miras Szenen nicht einfach umschreiben. was sie zu tun hatte. „Wenn sie sitzt. fragte Elli Raphaela. Und plötzlich wusste Astrid ganz genau. sagte: „Die Mädchen tun mir ja so Leid! Sie haben sich solche Mühe gegeben. Außerdem hörte sie zufällig. dann können sie das Stück an den Nagel hängen. der Kunstlehrerin. dann hätte sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Astrid betrachtete ihr Werk zufrieden. Sie nahm eine Handarbeitsschere heraus. Astrid steckte die zierliche Schere in die Tasche und lief damit zur Garderobe hinter der Aula. sich unbemerkt ins Haus zu schleichen. Aber Astrid – und die gesamte Klasse – wusste. säbelte die Knöpfe ab und schnitt lange Schlitze in den Stoff.Astrid macht einen Fehler Am Sonntag herrschte wieder herrliches Wetter. hing neben dem Herrenanzug für Mira und einer Polizeiuniform für Doris. Den ganzen Heimweg freute sie sich schon auf den Moment. der nun wieder in ihr aufwallte. Carlotta benutzte diese Schere nur selten. Es war daher für Astrid nicht allzu schwierig. das Petra als Prinzessin Dorinda tragen sollte. zog Astrid die Schere aus der Tasche und machte sich an die Arbeit. wenn ihre Klassenkameradinnen die zerstör114 . dass sie diese Schere in Ehren hielt. Mit einem ungeheuren Zorn. wo die Kostüme für die Theateraufführung säuberlich aufgehängt waren. Zuerst lief sie in Carlottas Schlafzimmer und öffnete ihren Schrank. denn sie hatte früher ihrer Mutter gehört. Sie trennte die Säume auf. Das elegante Kleid. denn Handarbeit war nicht gerade ihre Stärke. Den ganzen Nachmittag lang spielten die Mädchen der fünften Klasse Tennis oder planschten im Swimmingpool herum. Dann ließ sie Carlottas Schere zu Boden fallen und verschwand. deren Griffe mit Perlmutt verziert waren. Innerhalb kürzester Zeit waren die Kostüme ruiniert.

Carlotta galoppierte gleich davon. „Carlotta!“. dass dies eine Bemerkung über sie gewesen war. Carlotta sagte irgendetwas und verstellte dabei ihre Stimme. dass Carlotta auf dem Pferd einfach umwerfend aussah. dass die anderen nun nichts mehr mit ihr zu tun haben wollten. Wim und Carlotta. Aber sie hatte es immer abgelehnt.ten Kostüme und daneben Carlottas Schere entdeckten.“ Selbst Astrid musste sich in diesem Moment grollend eingestehen. sah sie schon von weitem Lissi. und die bewundernden Blicke und Lobeshymnen ihres Cousins und ihrer Cousine würden ihr gelten. die ihre Pferde auf die Koppel führten. „Zeig uns noch mal den Trick von neulich. und Carlotta würde mal sehen. Astrid war sich sicher. Der war einfach super. Als sie nach Hause kam. Astrid dachte an die vielen Male. Vielleicht wäre es ja besser gewesen. denn Astrid war sich sicher. dieses Angebot anzunehmen. Bitterkeit stieg in ihr auf. wo Wim ihr angeboten hatte. rief er hinter ihr her. dann würde sie jetzt auch über die Wiese reiten. als die drei jetzt in die Sättel stiegen. Und auch als sie nun zurückkam. wie es war. dass Astrid sich davongestohlen hatte. reiten zu lernen. und nicht dieser blöden Carlotta! 115 . Jetzt hatte sie es mit einem einzigen Streich ihren beiden Feindinnen gleichzeitig gegeben! Raphaela würde am Boden zerstört sein. Wim folgte ihr in kurzem Abstand. Aber ihre gehobene Stimmung sollte nicht lange anhalten. Anscheinend hatten sie nicht bemerkt. sah sich niemand nach ihr um. ausgeschlossen zu sein.

Sie wollte dafür sorgen. Aber auf seinen Rücken ließ er nur Wim und Carlotta. Zu ihrer Erleichterung wieherte der Hengst leise und stupste mit dem Kopf sanft ihre Schulter. Ein solcher Zorn stieg in ihr auf. Als sie oben war. wie. wo Astrid stand. schon lange! Carlotta war ja schließlich nicht größer oder stärker als sie. fühlte sie sich bei weitem nicht mehr so sicher wie vorher. Zögernd streckte Astrid ihren Arm aus und streichelte vorsichtig die samtweiche Nase des Pferdes. Sie nahmen jedoch keine Notiz von ihr. Der Boden kam ihr unendlich weit entfernt vor. wie man ein Pferd aufzäumte und sattelte. Dort stand der große schwarze Hengst. Und was Carlotta konnte. Doch Astrid wusste das nicht.Die drei Reiter wendeten jetzt ihre Pferde und trotteten zum Gatter. ignoriert zu werden. das konnte sie. Sie hatte auch keine Ahnung. dass sie am ganzen Körper zitterte. Sie hielt sich an der Mähne des Pferdes fest und zog sich auf seinen Rücken. Und sie wusste auch schon. Sie marschierte schnurstracks zu den Ställen hinüber und öffnete die Tür der nächsten Box. So schwierig konnte es also nicht sein! Astrid stülpte einen Eimer um und stellte sich darauf. Außerdem hatte sie Carlotta schon Dutzende Male ohne Sattel reiten sehen. Plötzlich hatte Astrid genug davon. den Carlotta manchmal ritt. Astrid. und bei Rockys 116 . dass Lissi und Wim sie zur Kenntnis nahmen. Rocky war in den letzten Wochen bedeutend ruhiger geworden und ließ sich nun beinahe von jedem streicheln.

du bleibst hier. begann er zu traben. Wir versuchen. und auch nicht Wim. Das gefiel dem Pferd überhaupt nicht! Mit einem Mal wurde ihm anscheinend klar. Und wie! Lissi brachte ihr Pferd abrupt zum Stehen. Aber jetzt warf Rocky hochmütig seinen schwarzen Kopf zurück und galoppierte über den Hof. „Du liebe Zeit!“. Er bäumte sich auf. komm mit. dass sie sich wohl zu viel zugetraut hatte. Dabei grub sie ihre Finger tief in die Mähne und klammerte sich in Todesangst fest. „Rocky geht mit Astrid durch! Wie um Himmels willen kam sie denn überhaupt auf ihn rauf?“ „Das tut nichts zur Sache“. Astrid schrie währenddessen in einem fort. Das war der Moment. meinte Wim grimmig. klammerte sich an Rockys Mähne fest und stieß einen ängstlichen Schrei aus. stieß sie aus. Falls 117 .kleinster Bewegung ahnte sie schon. hinaus auf das freie Gelände. sie einzuholen. und Astrid schrie wieder. Lissi. dass das Mädchen auf seinem Rücken nicht Carlotta war. Aber sie erreichte auf diese Weise ihr Ziel: Die anderen nahmen Notiz von ihr. Und als Astrid genauso mit der Zunge schnalzte. wie sie es bei den anderen gehört hatte. „Jetzt ist nur wichtig. sondern eine Fremde. Sie rutschte zur Seite. Diese dumme Gans! Carlotta. dass sie bestimmt herunterfallen würde. Und die wollte er mit allen Mitteln wieder loswerden. wie wir sie da heil wieder herunterholen. Der Hengst verhielt sich jedoch ungewöhnlich sanft. in dem Astrid merkte.

säuselte Carlotta sanft. Sie rannten zum Gatter und riefen besorgt: „Astrid. „Was ist nur in sie gefahren. Astrid nützte rasch die Gelegenheit und ließ sich von seinem Rücken gleiten. Doch dann machte er plötzlich kehrt und galoppierte zurück in Richtung Koppel. als sie das hörte. und beugte sich zu Rockys Hals hinüber.“ Lissi erblasste. blieb Rocky stehen. Astrid war zu diesem Zeitpunkt nur noch ein wimmerndes Häufchen Elend. dass sie auf Rocky gestiegen ist?“. dann lenkte sie ihn so nah wie möglich an Rocky heran. als Rocky in diesem Augenblick stolperte und Astrid beinahe herunterfiel. „Hallo. „Wir kriegen sie!“ Carlotta trieb Silver an. um Himmels wil- 118 . als sie jetzt ihr Pferd antrieb. was geschehen war. Als sie sanft seine Mähne kraulte. Ausgerechnet in diesem Moment kamen Herr und Frau Baumann mit dem Auto zurück. obwohl beiden klar war. der sich immer mehr entfernte. das war aber knapp!“.wir den Notarzt rufen müssen. „Himmel noch mal. Mit weiten Augen sah sie Rocky nach. Rocky“. Schließlich liefen die beiden Pferde Rücken an Rücken. bis sie in den Steigbügeln stand. rief sie Wim über die Schulter zu. Das Pferd erkannte ihre Stimme sofort und wieherte vor Freude. Auch Carlotta sah besorgt aus. dass Astrid nur Beachtung wollte. Lissi lief zu ihnen und erzählte. rief sie. Das war Carlottas Chance! Sie wendete Silver geschickt. Carlotta lehnte sich so weit vor.

sagte Raphaela.“ Die Mädchen folgten ihr verwirrt in die Garderobe. „Die sind ja alle kaputt!“. fragte Bobby. rief Nanni entsetzt.“ Frau Meurer war die Handarbeitslehrerin in Lindenhof. Die dritte Klasse machte sich gerade auf den Weg zum Abendessen. stellte Marianne sofort fest. als hättest du ein Gespenst gesehen. „Mir fällt gerade ein. „Sekunde!“. Sie brauchte erstaunlich lange.len! Ist dir etwas passiert?“ Rocky mochte den Lärm und die Hektik überhaupt nicht. „Das hat jemand absichtlich gemacht“. Fassungslos standen sie vor den zerstörten Kostümen. dass ich ja Petras Kleid zu Frau Meurer bringen wollte. „Was ist denn los?“. Sie hatte sich bei der Anfertigung der Kostüme als große Hilfe erwiesen. Die anderen warteten draußen. schrie Lissi. der sofort die Tränen in die Augen schossen. Er bäumte sich auf und traf dabei mit einem Huf Carlotta am Hinterkopf.“ „Kommt mal mit“. „Okay. sagte Raphaela tonlos. war sie außer sich. rief Jenny. 119 . „Oh nein!“. Es muss noch ein bisschen geändert werden. Sie kippte vornüber und fiel bewusstlos zu Boden. und als sie wieder auftauchte. aber beeil dich!“. „Du siehst aus. „Ich möchte euch etwas zeigen. Ich hole es schnell. während Raphaela in der Garderobe verschwand. Von diesen dramatischen Ereignissen ahnte man in Lindenhof natürlich nichts.

Doch Frau Theobald war nicht gekommen. dann sagt sie das auch. „Nein. stimmte Nanni zu.“ In diesem Moment ging die Tür auf. „Allerdings wissen wir alle. rief Elli. um sie zu tadeln. Jede von uns könnte sie also genommen haben. „Das sehe ich auch so“. In diesem Moment entdeckte Jenny die Schere auf dem Boden. protestierte Hanni. Jeder wusste sofort. Sie blickte ungewöhnlich ernst. wo Carlotta sie aufbewahrt. dass Carlotta es war. Sie würde so etwas niemals tun!“. rätselte Jenny. „Was hätte sie auch für einen Grund?“ „Vielleicht ärgert es sie doch.“ „Es ist auf jeden Fall ihre Schere“. Sie hob sie auf und hielt das Beweisstück in die Höhe.„Aber wer könnte denn so etwas Gemeines tun?“. und sie verstummten. dass sie nicht mehr Regie führt. sagte Marianne unbehaglich. und Frau Theobald trat ein. Den Mädchen fiel sofort ein. „Bestimmt nicht“. wem es gehörte. „Wenn Carlotta sauer ist. und sie wollte sich dafür rächen“. ich kann mir nicht vorstellen. dass sie zu spät zum Abendessen kamen. Es ging um etwas viel Schwerwiegenderes … 120 . fragte Hanni angewidert.

Schlechte und gute Nachrichten „Ich muss euch leider berichten. Diese traurige Nachricht hatte ihnen den Appetit gründlich verdorben. Lissi hockte im Aufenthaltsraum in einer Sofaecke. fuhr die Direktorin fort. begann Frau Theobald ernst. es sei besser. Einen Moment lang starrten die Mädchen die Direktorin vor Schreck sprachlos an. Dann riefen sie alle durcheinander: „Ist ihnen etwas passiert?“ – „Was ist denn überhaupt passiert?“ – „Ist Carlotta verletzt?“ „Ich kann euch im Moment leider nichts Genaueres sagen“. dass Carlotta und Astrid auf Gut Eichengrund in einen Unfall verwickelt wurden“. antwortete Frau Theobald. „Ich fahre jetzt zum Krankenhaus. Nanni setzte sich zu ihr und nahm ihre Hand. 121 . „Sie hat den Unfall mitbekommen und ist total verstört. dass ihr euch um sie kümmern werdet. Ihre Eltern meinten. antwortete Marianne ernst.“ „Sie können sich auf uns verlassen. „Arme Lissi! Du musst dich ja fürchterlich erschreckt haben“. dann waren sie doch wohl schwer verletzt … „Lissi ist im Aufenthaltsraum“. Frau Theobald“. sie bei ihren Freundinnen zu lassen. Ich habe ihnen versichert. Sie war kreidebleich und zitterte von Kopf bis Fuß.“ Keines der Mädchen dachte jetzt noch an das Abendessen.“ Das war wirklich eine schlechte Nachricht! Wenn Carlotta und Astrid im Krankenhaus waren. „Kommt mit! Lissi wird ein bisschen Trost gebrauchen können.

es wäre wichtig. tut so etwas Gemeines und Hinterhältiges bestimmt nicht!“ „Wovon redest du denn?“. sie vom Arzt untersuchen zu lassen. Übrigens: Wie geht es Astrid eigentlich?“ Lissi lachte bitter auf. „Arme Carlotta!“. sie ist topfit. Mami bestand darauf. um sicherzugehen. Er sagte.“ „Es wird bestimmt alles gut gehen“. was passiert ist?“ Daraufhin erzählte Lissi mit zitternder Stimme. was vorgefallen war. „Das ist ja wirklich furchtbar!“ Raphaela sah sehr aufgeregt aus. fragte Lissi und vergaß für einen Augenblick ihre Sorgen. Wim ist mit ihr gefahren. Sie ist mit meinen Eltern ins Krankenhaus gefahren. Die Mädchen erzählten ihr. dass sie ein bekanntes Gesicht sieht. beruhigte sie Nanni. Wer so viel Mut und Nerven hat. was mit den Kostümen passiert war. Wir mussten einen Krankenwagen rufen. „Ich kann mir immer weniger vorstellen. „Da war sie so mutig und wollte Astrid retten. dass Carlotta etwas mit unseren kaputten Kostümen zu tun hat. wenn sie während der Fahrt wieder zu sich kommt. dass ihr nichts passiert ist. ein durchgehendes Pferd zu bremsen. „Willst du uns nicht erzählen. Ich denke. „Astrid geht es prima – abgesehen von ein paar Kratzern. Aber ich mache mir große Sorgen um Carlotta. rief Petra. und dabei ist sie selbst verletzt worden. und Lissi rief erregt: „So etwas Hinterhältiges würde Carlotta niemals tun! So gemein könnte 122 .sagte sie vorsichtig.

du bist sicher sehr erschöpft. Es ging nur noch darum. „Ich habe gerade mit ihrem Vater telefoniert. dass Carlotta wieder gesund wurde. wenn sie zurückkommt“. dass Frau Theobald gute Nachrichten mitbringt.nur Astrid sein …“ „Genau. fällt mir ein. schrien alle gleichzeitig. „Und wo ich jetzt darüber nachdenke. „Und ausgerechnet Carlotta hat Astrid gerettet!“ „Ich hoffe. protestierte Lissi. Er ist jetzt auf dem Weg ins Krankenhaus. versicherte Frau Baumann. Plötzlich waren die zerstörten Kostüme und sogar das ganze Theaterstück nicht mehr wichtig. sagte Lissi. ich will nicht nach Hause“. um hierher zu laufen und ihren gemeinen Plan in die Tat umzusetzen. meinte Bobby. dass sie heute Nachmittag eine Weile verschwunden war“. Es war schon nach sieben Uhr. „Und zwar lang genug. „Sie ist in besten Händen“. als wäre Carlotta die Täterin“. Astrid!“. Aus ihren besorgten Mienen war deutlich zu lesen.“ „Das Ganze sollte so aussehen. Lissi. sagte Nanni. „Carlotta ist noch nicht wieder zu sich gekommen“. Lass uns nach Hause gehen. was Astrid getan hat. sagte Frau Theobald ernst. will ich sie nicht 123 . dass sie keine guten Nachrichten brachten. Die Mädchen machten sich auf ein langes Warten gefasst. „Nach alldem.“ „Nein. „Komm.“ Ein paar Mädchen waren den Tränen nahe. als Frau Theobald zusammen mit Lissis Mutter nach Lindenhof zurückkehrte.

“ „Ja. nachdem die beiden Frauen gegangen waren. selbstverständlich“. wenn ich hier bleibe“. „Zuerst hat sie Mamsell unsere Mitternachtsparty verraten. dass Astrid zur Eifersucht neigte. „Astrid ist aber nicht nur unüberlegt und dumm. zu Hause das Zimmer mit Astrid teilen zu müssen. antwortete 124 . Und mit gesenkter Stimme fügte sie hinzu: „Vielleicht können Sie morgen früh ja mit Astrid sprechen. Aber nicht hier und jetzt. wenn sie sich ein bisschen beruhigt hat. „Wenn sie möchte.“ „Natürlich war es sehr dumm und unüberlegt von Astrid. es stört euch nicht. „Aber die Vorstellung. dass sie Rocky reiten wollte. übertrafen ihre Befürchtungen. sagte Lissis Mutter irritiert. bot die Direktorin Frau Baumann an. Aber die Anschuldigungen. verteidigte ihre Mutter das Mädchen. „Ich hoffe. und mich über das Ergebnis informieren. sagte Lissi. sie ist vor allem gemein und hinterhältig!“. Anscheinend gab es einiges zu klären. fand ich einfach unerträglich!“ „Es stört uns natürlich kein bisschen“. Sie hatte immer gewusst. Und jetzt hat sie auch noch absichtlich unsere Kostüme für das Theaterstück kaputtgemacht und den Verdacht auf Carlotta gelenkt!“ Die beiden Frauen sahen einander überrascht an. die Lissi gegen sie vorbrachte. kann Lissi diese Nacht natürlich gerne hier schlafen“.wieder sehen. Aber sie hat sich nichts Böses dabei gedacht“. sagte Lissi zu den anderen.

“ „Und ich habe noch eine Reservezahnbürste. 125 . bot Hanni an. „Komm. Denn nach alldem. ich leihe dir ein Nachthemd von mir. „Vielleicht werden wir davon ein bisschen müde. was passiert ist. „Wie wäre es mit ein paar Zügen frischer Luft vor dem Schlafengehen?“.Marianne. schlug Bobby vor. die ich dir geben kann“. meinten die anderen und stürmten hinaus. können wir sicher so schnell nicht einschlafen.“ „Gute Idee“.

So. dass es ihr wieder besser geht. „Wie schön. „He. Das wird uns schon genug Zeit unserer Stunde kosten.“ „Worüber möchte Frau Theobald denn mit uns sprechen?“. wenn es so weit ist“. war die ganze Klasse so glücklich. „Aber jetzt müssen wir trotzdem ein bisschen arbeiten. dass die Mädchen ihre gute Laune kaum zügeln konnten.“ „Ach ja. ihr beiden. Aber bitte im Gehen. rief sie empört. entschuldigte sich Nanni kleinlaut. Susanne Schneider wurde von den Zwillingen fast umgerannt. um mit euch zu sprechen. Sie ist ja auch wirklich nett. als diese mit Blitzgeschwindigkeit über den Flur rasten.Alles klärt sich Über die Nachricht am nächsten Morgen. nachdem sie die Klasse die ersten fünf Minuten der Geographiestunde über Carlottas Genesung hatte sprechen lassen.“ Auch die Lehrerinnen waren sehr erleichtert. sagte auch Frau Adams. fragte Marianne neugierig. Nachher kommt Frau Theobald. „Das ist wirklich eine gute Nachricht“. dass Carlotta wieder das Bewusstsein erlangt hatte. dass ihr weiterkommt. „Tut uns Leid. „Das werden wir schon merken. „Jetzt schlagt bitte eure 126 . jetzt macht. dass wir gar nicht stillhalten können. Susanne“. ich habe von dem Unfall gehört“. „Aber wir sind so froh wegen Carlotta. sagte Susanne nun freundlicher. antwortete Frau Adams kurz. dass Carlotta auf dem Weg der Besserung war. könnt ihr nicht aufpassen?“.

Heute Morgen kam Frau Baumann zu mir. sprach sie leise mit Frau Adams. „Ich weiß aber. ich habe ein paar Neuigkeiten für euch. „Wir wollen alle hoffen. dass Astrid neben ein paar anderen Dingen zugegeben hat. sie hatten nichts mehr mit ihr zu tun! Sie waren daher froh. eure Kostüme zerstört zu haben. als Frau Theobald sich wieder dem wichtigen Thema zuwandte. „Ich habe Carlotta vorhin im Krankenhaus besucht“. wir haben uns darüber verständigt. dass Astrid wegen Carlottas Unfall sehr bedrückt ist“. Sie kommen am Wochenende zurück.Bücher auf. fuhr die Direktorin fort. wandte Frau Theobald sich dann an die Klasse. sagte sie. dass sie in diesen Tagen einen Brief von Astrids Eltern erhalten hat. Ihr werdet sie also nicht mehr sehen. dass sie aus dieser Erfahrung lernt und in Zukunft solche Dummheiten nicht mehr begeht. „Frau Baumann hat mir auch berichtet. nämlich Carlotta. Ihre Tante und ich. was mit Astrid geschah.“ Der ganzen Klasse fiel ein Stein vom Herzen. und Astrid wird wieder zu ihnen ziehen. „Bitte setzt euch“. dass es wohl besser sein wird. „Also.“ Die Mädchen interessierten sich nicht allzu sehr dafür. Sie hat mir erzählt.“ Nach der Hälfte der Stunde betrat die Direktorin das Klassenzimmer. Mädchen. „Und erfreulicherweise kann ich euch mittei- 127 . Hauptsache. wenn Astrid bis dahin unsere Schule nicht mehr besucht. Während die Mädchen sich von ihren Plätzen erhoben hatten.“ Ein ärgerliches Gemurmel erhob sich.

und wir haben keine Kostüme. Frau Adams.len. dass Sie uns das alles erzählen.“ „Wie soll das denn gehen?“. aber sie hat mir aufgetragen. euch zu sagen.“ Jetzt verdüsterte sich Frau Theobalds Miene wieder. protestierte Doris. „Wir haben keine Kulisse. Das hätte sie zu sehr aufgeregt. dass sie zur Theateraufführung auf jeden Fall wieder in der Schule sein wird.“ „Ich werde euch jetzt den Unterricht fortsetzen lassen“. freute sich Nanni. Mira kann kaum laufen. dass es ihr schon viel besser geht. Ihre Stimme klang nur noch ein wenig rau. „Ich habe ihr allerdings nichts von dem neuerlichen Rückschlag erzählt und dass die Aufführung des Stücks in Frage gestellt ist. „Vielen Dank. „Stimmt“. Frau Theobald“.“ „Wisst ihr was?“. Ein paar von euch dürfen sie morgen besuchen. „Die Hausmutter hat mir heute ihr Wundermittel für den Hals gegeben.“ „Dann müssen wir uns wenigstens darum keine Sorgen mehr machen“. „Vielen Dank. und Doris kann nicht sprechen. rief Jenny. dass das Stück auf alle Fälle aufgeführt wird.“ „Das war sicher richtig. „Wenn uns jetzt noch etwas für die Kulisse einfällt …“ 128 . sobald Frau Theobald die Tür hinter sich geschlossen hatte. sagte die Direktorin. fragte Hanni düster. Das sind wir Carlotta schuldig.“ „Kann ich wohl“. Carlotta wird noch einige Zeit im Krankenhaus bleiben müssen. meinte Marianne. „Wir müssen dafür sorgen. meinte Jenny nachdenklich.

das Stück noch zu erwähnen. „So sagt man doch beim Theater. „Fang schon mal mit der Probe an.“ „The show must go on!“. dass die Klasse ihr Theaterstück aufführte – mit welchen Mitteln auch immer! „Eigentlich sollte jetzt eine Probe stattfinden“. und Raphaela sah ihr überrascht nach.“ „Vielleicht gibt es ja eins“. sagte Raphaela an diesem Nachmittag bedrückt. „Aber ich weiß nicht. Wenn ihr euch jetzt noch ein bisschen für Geographie interessieren könntet. dass Doris ihre Stimme wieder gefunden hat.„Hm. „Schön. Trotzdem geisterte es Jenny weiter im Kopf herum – obwohl sie ihn über ihr Buch gebeugt hielt. machte Frau Adams und warf einen strengen Blick in die Klasse. wäre ich wahrhaft: begeistert. Wir brauchen ein Wunder. hm!“. pflichtete Raphaela ihr lachend bei.“ Damit rannte sie davon. wollte sie es durchziehen. dass ihr euer Stück unbedingt aufführen wollt. Und daher wollte sie auch dafür sorgen. ob das Proben noch viel Sinn hat. erklärte Jenny. meinte Jenny bedeutungsvoll. Die Mädchen hielten alles für Zeitverschwendung und spielten ihre Rollen eher hölzern. und bis zum Ende des Schuljahres sind es nur noch ein paar Tage. „Aber es gibt noch eine Menge zu tun. Aber dann kehrte 129 . Zuerst war die Probe allerdings kein großer Erfolg.“ Jetzt wagte niemand mehr. und ich bin beeindruckt. oder?“ „Stimmt“. Ich bin gleich wieder da. Wenn sie sich einmal etwas vorgenommen hatte. Raphaela.

Sie meinte ja. ob sie sie reparieren kann.Jenny zurück. Den leiht sie uns sicher. „Das hast du gut gemacht. „Und zwar Miras Rolle. fragte Raphaela. Sie kletterten aufgeregt von der Bühne und drängelten sich um Jenny. rief Elli. wie wir dieses Problem lösen sollen!“ „Ich habe eine Idee“. Ihr wisst ja. Ich weiß wirklich nicht.“ „Super!“. „Unser Stück ist gerettet. „Ich habe einfach Frau Walker gefragt. verkündete Jenny triumphierend. begann sie. rief Nanni. Jenny! Du hast das Stück gerettet. „Also“. was ist denn mit dir los?“. Mira aber kann noch immer nicht gut genug laufen.“ „Halt! Da ist noch eine Sache“. Um den ganzen Text zu lernen. „Du strahlst ja wie der Vollmond. ob sie nicht alle Klassen in der nächsten Woche Kulissen malen lassen könnte. rief Hanni ihr von der Bühne zu. unterbrach Raphaela sie. „Die Hausmutter hat doch einen Rollstuhl in der Krankenstation. Sie grinste von einem Ohr zum anderen. dass sie Carlotta sehr gern mag. damit Mira während des Stücks sitzen kann. Dann kann sie damit über die Bühne fahren und alles Mögliche um- 130 . und sie war sofort dazu bereit. Das Publikum säße ohnehin nicht so nah an der Bühne und es würde darum gar nicht auffallen.“ „Hast du etwa ein Wunder vollbracht?“. die aufmerksam zugehört hatte. wenn sie dabei ein bisschen pfuschte. Auch die anderen wollten es wissen. ist es für jemand anders viel zu spät.“ „Mädels!“. „He. Dann habe ich unsere Kostüme zu Frau Martin gebracht und sie gefragt.

Und wenn dich noch mal jemand ‚eitle Gans’ nennt. auf die Bühne mit euch! Nanni. „Super. fragte sie teilnahmsvoll. dass Carlotta es gerne lesen wollte. Elli!“ „Also. vielen Dank. antwortete Carlotta. als sie merkte. Komm.stürzen …“ Sie brach plötzlich ab. „Lichtjahre besser“. Ich kann es gar nicht erwarten. Also sei so nett und frag mal bei der Hausmutter nach dem Rollstuhl. „Eine fantastische sogar! Elli. „Wie geht es dir?“. was es Neues gibt!“ Jenny zog sich einen Stuhl heran und begann zu be- 131 . Und die übrigen auf die Plätze bitte!“ Während der nächsten drei Tage besuchten alle Mädchen der fünften Klasse Carlotta im Krankenhaus. Zuerst die Grippe und dann das hier. rief Raphaela. dann los!“ Raphaela klatschte in die Hände. dass alle sie anstarrten. riefen die anderen. ich könnte dich küssen. wieder zur Schule zu gehen. Sie brachte eine große Tafel Schokolade mit und ein Buch. von dem sie wusste. „Vielleicht war es doch keine so gute Idee …“ „Aber natürlich ist das eine gute Idee“. bekommt er es mit mir zu tun!“ „Und mit uns auch!“. „Warum steht ihr alle noch hier unten herum? Vorwärts. du spielst in dieser Szene sowieso nicht mit. He. Jenny war bei den Ersten. ist das für mich? Oh. meinte sie und wurde rot. „Jetzt habe ich die meiste Zeit seit Ostern im Bett verbracht. setz dich und erzähl mir. der man den Unfall tatsächlich kaum noch ansah. „Na ja“.

Jenny?“ „Weil du Klassensprecherin geworden bist“. antwortete Jenny. „Dann kommt Astrid gar nicht nach Lindenhof zurück.“ „Lass uns das alles einfach vergessen und ganz neu anfangen“. fragte Carlotta ungläubig. warum hast du mir das nicht gesagt?“. „Ich habe mich die ganze Zeit gefragt. Ehrlich gesagt. sagte Carlotta schließlich. das bedaure ich nicht im Geringsten.“ „Du? Wieso warst du denn eifersüchtig auf mich?“. sagte Jenny düster. Jenny. „Warst du deswegen vielleicht die ganze Zeit so abweisend? Aber warum denn eigentlich. schlug Carlotta vor. beklagte sich Carlotta.richten. „Ich hatte mir in den Kopf gesetzt. „Mein Benehmen war auch nicht immer so. antwortete Jenny leise. Es ist nicht besonders angenehm. Ich hatte beim Liegen nämlich eine Menge Zeit zum Nachdenken. „Aha“. dass ich Klassensprecherin werden müsste. Jetzt. Und mir ist aufgegangen. „Meine verdammte Eitelkeit war daran schuld. konnte sie Carlotta auch von Astrid und den Kostümen erzählen. was ich dir nur getan habe!“ „Du hast mir überhaupt nichts getan“. wo das Theaterstück gerettet war. wie es sein sollte. Und ich bin vor Neid fast geplatzt. dass ich mich meiner Verantwortung als Klassensprecherin auch nicht ganz 132 .“ „Ach. Zielscheibe von so viel Eifersucht zu sein.“ „Das kann ich mir vorstellen“. „Du hattest ja auch eine doppelte Portion davon – von Astrid und von mir. als sie dich gewählt haben.

antwortete Carlotta. rief Jenny.“ „Ja. „Aber ich werde sicher nicht mehr so viel Zeit auf dem Gut verbringen wie in den letzten Wochen. dass Lissi nach Amerika geht“. ich hatte ja schon ganz vergessen.würdig erwiesen habe. Ich werde mich also wieder mehr in die Klasse einfügen. Jenny? Ich habe meine Lektion auch gelernt. Lissi geht nun zum Ende des Schuljahres weg. Stattdessen werde ich mich um meine alten Freunde kümmern. Siehst du. obwohl ich sicher ab und zu mit Wim zusammen ausreiten werde“. nicht wahr? Und auch die Pferde.“ „Ach ja. „Du wirst sie sicher sehr vermissen.“ Sie verzog bedauernd das Gesicht.“ 133 . „Ich habe viel zu viel Zeit beim Reiten und mit Lissi verbracht und mich zu wenig um die Angelegenheiten der Klasse gekümmert.

Ein voller Erfolg! Elli war ein wenig betrübt. dass ihre Cousine traurig war. Und ihr Gefühl sagte ihr. Elli?“. antwortete Nanni. Sie hat ja sozusagen alle Fäden in der Hand. „Stimmt etwas nicht. Für Raphaela muss das alles noch viel aufregender sein. dass alles hundertprozentig klappt. meinte Hanni. Und ich weiß überhaupt nicht. Die beiden waren so unkompliziert und hatten eine Menge gesunden Menschenverstand.“ „Freu dich lieber“. 134 . „Wir haben für die nächste Zeit doch wirklich gute Aussichten: Morgen Abend die Theateraufführung und dann Ferien. „Im Moment kann ich mich für überhaupt nichts begeistern. „Wenn die erst mal vorüber ist. stimmte Hanni zu. „Du machst ja ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. Beides fehlte ihrer Cousine. fragte Nanni. wird sie wieder ganz normal. „Wir sind im Moment ja alle ein bisschen nervös deswegen und wollen. warum. Die Zwillinge merkten. Denn Raphaela war von den letzten Vorbereitungen für die Theateraufführung so in Anspruch genommen. Dafür fühlte Elli mehr als sie.“ Elli hätte den Zwillingen gerne geglaubt. Raphaela ist die ganze Zeit so kühl und abweisend mir gegenüber.“ „Raphaela ist mit ihren Gedanken bei der Theateraufführung“.“ „Genau“. Außerdem war Raphaela so in sich gekehrt und irgendwie abwesend. Gefallt dir das etwa nicht?“ Elli seufzte. dass sie kaum Zeit für sie hatte.

Die Mädchen stürzten sich geradezu auf Carlotta und begrüßten sie lautstark. denn im Augenblick passierte einfach zu viel! Das Erste war. „Und ich kann es gar nicht erwarten. was vollkommen un- 135 . „Wie schön. Sie schlich sich leise in den Speisesaal.“ Die Kostümprobe war eine einzige Katastrophe. dass ich wieder hier bin. als sie sagte: „Ich hoffe. Mamsell“. um Platz für ihre Freundin zu machen. „Ah. Petra war ein reines Nervenbündel.“ Es gab ein großes Hallo. Sie eilte von ihrem Tisch herüber und schloss Carlotta herzlich in die Arme. dass sie wieder da war. „Ich bin auch froh. sagte Carlotta lächelnd.“ „Den Krankenschwestern ist er schon zu den Ohren herausgekommen“. und ihre dunklen Augen glitzerten verdächtig feucht.dass doch etwas nicht stimmte. rief sie. endlich mein Kostüm anzuprobieren. um deinen Satz auswendig zu lernen. wie sehr sie sich freute. ihr habt mir etwas übrig gelassen. sagte Lissi und stand auf.“ „Du kommst genau pünktlich zur Kostümprobe“. während die anderen gerade beim Mittagessen saßen. ma chère Carlotta“. dass du wieder gesund bist!“ „Vielen Dank. Mamsell ging sogar noch weiter. Allerdings musste sie dieses Gefühl vorerst in einen anderen Winkel ihres Kopfes verbannen. und die Mädchen bemerkten sie erst. Und sogar Frau Adams klopfte Carlotta auf die Schulter und sagte ihr. bestätigte Carlotta. dass Carlotta aus dem Krankenhaus kam. du hast die Zeit im Krankenhaus genutzt. „Ich hoffe.

„Eine Kostümprobe. „Da bin ich mir ganz sicher. bedeutet eine miserable Premiere – und umgekehrt. beruhigte sie Mira. der rote hier steht dir viel besser!“ Petra nahm den Lippenstift. „Petra. sondern war voll des Lobes. Bobby stolperte. „Am Theater ist man abergläubisch“. was ich tue!“ „Wenn erst mal im Saal die Lichter ausgehen und du auf der Bühne im Rampenlicht stehst. Aber Raphaela ließ sich durch all das kein bisschen aus der Ruhe bringen. als sie die Bühne betrat. ich bin so nervös! Ich weiß schon gar nicht mehr. weil die ganze Klasse sich schlapp lachte. zogen sich um.“ „Also wenn das stimmt. „Dann identifizierst du 136 . dankbar entgegen.gewöhnlich für sie war. „Den werden wir auch haben“. und riss dabei Nanni um. ist das alles verflogen“. „Ach. Sie zitterte die ganze Zeit wie Espenlaub. meinte Doris lachend. ist dieser blaue Lippenstift dein Ernst?“. „Ich glaube. Alle liefen aufgeregt herum. den Jenny ihr reichte. schminkten sich und veranstalteten dabei einen fürchterlichen Lärm. was sich derart steigerte. Die Schauspielerinnen brachen daraufhin in Kichern aus. die glatt läuft.“ Und sie behielt Recht! Dabei herrschte hinter der Bühne ein unbeschreibliches Chaos. Dann hatte Marianne plötzlich ihren Text vergessen. erklärte sie. dann müssten wir morgen Abend einen Riesenerfolg haben“. fragte Jenny. dass die Probe für fünf Minuten unterbrochen werden musste. bestätigte Raphaela zuversichtlich.

mit denen sie sich gerade die Haare aufstecken wollte. Sie spähte gerade durch den Vorhang. und die Klassen von Frau Walker müssen bei den Kulissen gezaubert haben“. „Das hättest du mir besser nicht gesagt. „Allerdings. Elli.dich mit der Rolle und vergisst alles um dich herum.“ „Ach. die gerade ihre Polizeiuniform anzog. „Ich 137 . stellte Doris fest. redete Raphaela ihr zu und klopfte ihr auf die Schulter.“ „Ach!“. Elli.“ Raphaela schien jetzt wieder ganz die Alte zu sein. „Du wirst deine Sache sehr gut machen“. fügte Marianne hinzu. Sie hob die Klammern auf und steckte mit sicherer Hand Ellis Locken auf. sagte Doris. Sie sah in der Rolle der eleganten Prinzessin wirklich wunderbar aus. natürlich nicht“. Wo sind denn diese dummen Haarklammern bloß hingefallen?“ „Hier sind sie. „Deine Eltern werden stolz auf dich sein. Elli näherte sich ihr zögernd.“ „Anscheinend bekommen wir heute Abend ein volles Haus“. Bobby! Jetzt werde ich bestimmt meinen Text vergessen. „Ich weiß nicht. „Ich kann schon meine Eltern sehen – und deine auch. Warte. sagte Raphaela. jammerte Elli nervös und ließ die Klammern fallen.“ „Frau Meurer hat die Kostüme wirklich wieder toll hingekriegt“. „Raphaela. was wir ohne ihre Hilfe getan hätten. ich helfe dir“. rief Raphaela aus. Sie sitzen ganz vorne. habe ich dich irgendwie geärgert? Du warst die letzten Tage so abweisend.

aber das hat nichts mit dir zu tun. wir können nach der Aufführung miteinander reden. Aber sie fand keine. Die unteren Klassen hielten bei den dramatischen Szenen den Atem an. Sie beobachtete das Publikum genauso aufmerksam wie die Schauspielerinnen auf der Bühne und suchte nach Anzeichen von Langeweile und Ungeduld. Das Stück begann. Sie hielt ihre Daumen fest mit den Fäusten umschlossen. dass ich mich ein bisschen komisch verhalten habe. Sie polterte mit ihrem Rollstuhl herum. ehrlich! Pass auf. Lehrerinnen und die älteren Mädchen vor allem von Doris’ komischem Talent begeistert waren.weiß. Dazu saß Mamsell in der ersten Reihe und ihre spitzen Schreie brachten das Publikum ebenso zum Lachen wie die Szenen auf der Bühne. den sie geschickt zu manövrie- 138 . dass Raphaela in Wirklichkeit am aufgeregtesten von allen war. Das Publikum verstummte. denn natürlich bedeutete ihr die Aufführung ihres Stücks sehr viel. hatte hier ein aufmunterndes Wort gesprochen und dort den aufgeregten Schauspielerinnen noch einen Ratschlag gegeben. und die Vorhänge flogen auf. Die Zuschauer blickten wie gebannt zur Bühne. Raphaela stand an der Seite und beobachtete die Aufführung von hier aus. Jetzt komm. Sie hatte sehr zuversichtlich und ruhig geklungen! Keines der Mädchen hatte gemerkt. es ist Zeit!“ Schon gingen die Lichter aus. Die ganze letzte Stunde über war sie hinter der Bühne hin und her geflitzt. Dann werde ich dir alles erklären. Auch Mira spielte sehr überzeugend. während die Eltern.

Das war der beste Beweis dafür. als sie sich in ihrem Rollstuhl verbeugte. Robert Denmann wandte ebenfalls keinen Blick von der kleinen Person auf der Bühne und nickte zustimmend. sie lebe hoch!“. Sie blickte schüchtern um sich. mit dem sie kein Wort sprechen konnte. dass sich davon eigentlich das Dach der Schule hätte in die Höhe heben müssen. dass sie jetzt etwas sagen sollte. Raphaela suchte im Publikum nach ihren Eltern. rief Carlotta. Mira bekam einen extra Applaus. Jetzt beugte sie sich zu ihrem Mann hinüber und flüsterte ihm etwas zu. um sich umzuziehen und sich abzuschmin- 139 . „Raphaela. Ihre Mutter verfolgte gebannt Petras hervorragende Leistung. stimmte das Publikum so laut ein. Das Publikum jubelte und applaudierte donnernd. Aber sie hatte plötzlich einen dicken Knoten in ihrem Hals. „Hoch! Hoch!“. Und Petra war einfach glänzend. als sie wieder zu ihren Eltern sah. dass eine Schule wie Lindenhof einen Menschen vollkommen verwandeln konnte! Schließlich war das Stück zu Ende. Den stürmischsten Applaus des Abends aber erhielt Raphaela. Und bei Doris und Petra erhoben sich die Zuschauer sogar von ihren Plätzen. dass sie Petras Talent lobten. Sie hatte das Gefühl. die erst auf Drängen der anderen Mädchen zögernd die Bühne betrat. freute sie sich jetzt ganz einfach für ihre Klassenkameradin. Und während sie noch vor kurzer Zeit darüber neidisch geworden wäre.ren wusste. Dann verließ das Ensemble die Bühne. deren Gesichter vor Stolz und Liebe glühten. vor allem. Raphaela nahm an.

„Das war ja wirklich ein voller Erfolg“.“ „Aber Raphaela. in der man Theaterstückeschreiben und 140 . „Das will ich auch immer noch nicht“. wo für die Mädchen der fünften Klasse und für ihre Eltern ein Büfett aufgebaut war. Ich gehe zurück auf meine alte Theaterschule. „Die Premierenfeier.ken. nicht wahr?“ Raphaela nickte. „Aber meine Mutter hat herausgefunden. „Das Beste kommt aber erst noch“. Es ist nämlich so: Ich werde nächstes Schuljahr nicht nach Lindenhof zurückkehren. wieder in ihre normalen Kleider zu schlüpfen. sagte Elli überrascht und betroffen.“ „Gern. sagte Bobby glücklich. antwortete Raphaela.“ Die anderen bestätigten das aus vollem Herzen und beeilten sich umso mehr. Elli“. dass du es nicht verstehst. „Ich wollte es dir schon vor ein paar Tagen sagen. Sie sah ihre Freundin erwartungsvoll an. dass im nächsten Schuljahr eine neue Klasse eingerichtet wird. „Es ist doch etwas passiert. aber vom Theaterspielen bekomme ich immer einen Bärenhunger. „Warte doch mal kurz. aber ich hatte Angst. flüsterte Raphaela. du wolltest keine Schauspielerin mehr werden“. während die anderen sich schon zum Speisesaal begaben. Ich weiß nicht. Eine. bevor wir zur Premierenfeier gehen. ich dachte. antwortete Elli. „Lass uns kurz reden. warum. meinte Marianne. Raphaela“.

Regieführen lernt und etwas über Bühnentechnik. dir endlich zu deinem Theaterstück zu gratulieren. gerne!“. „Meine Mutter hat gesagt. damit ich mich bei ihnen bedanken kann. ich werde dich schrecklich vermissen! Aber nachdem ich gründlich darüber nachgedacht habe. habe ich eingesehen. hätte sie ihr verborgenes Talent möglicherweise nie entdeckt! 141 . Sie war sehr traurig. Sie sah nur zu Boden. Elli wollte ihren letzten gemeinsamen Tag nicht mit Tränen verderben. Sie war froh über Ellis Reaktion. „Ach. Aber sie war bei weitem nicht mehr so dumm und selbstsüchtig wie früher.“ Im ersten Moment konnte Elli gar nichts sagen. denn sie hatte Raphaela über die Zeit immer mehr ins Herz geschlossen. ich soll dich fragen. darum hob sie jetzt den Kopf und lächelte tapfer. Elli. sagte sie aufrichtig. Und außerdem können sie es sicher gar nicht mehr erwarten. „Aber ich freue mich sehr für dich. lass uns deine Eltern suchen. dass Raphaela sich diese große Chance nicht entgehen lassen konnte. Raphaela“. Und wir können uns ja schreiben und uns vielleicht ab und zu mal treffen. erwiderte Raphaela. dass ich dort an der richtigen Stelle bin. das ist ja herrlich! Komm. ob du in den Ferien eine Woche zu uns kommen willst. Und sie sah ein.“ Ihr Theaterstück! Das klang wirklich umwerfend. Und wenn sie nicht das Schuljahr in Lindenhof verbracht hätte. Ach. fand Raphaela. rief Elli begeistert.“ „Das hoffe ich doch“. „Ich werde dich auch schrecklich vermissen. Was hältst du davon?“ „Natürlich.

„Allerdings. sobald sie am nächsten Morgen aufwachte. „Das war ja vielleicht eine aufregende Zeit von Ostern bis heute“.Endlich Ferien! „Aus den Federn. Es war ja ein regelrechter Schocker. „Und Raphaela natürlich auch. dass dies ihr erster Ferientag war.“ „Ja. Sie hat es wirklich verdient!“ Das fanden die anderen auch. „Höhen wie zum Beispiel unser Streich. die Eifersucht zwischen Carlotta und Jenny … Gott sei Dank liegt das jetzt alles hinter uns. dass sie im nächsten Schuljahr nicht mehr bei uns sein wird.“ „Aber die Tiefen waren einfach schrecklich“. dass sie zuerst niemand mochte – bis auf Elli. „Elli hat meiner Meinung nach sehr vernünftig rea142 . Komisch. bestätigte Hanni. sagte Bobby. ihr Schlafmützen!“. mit Höhen und mit Tiefen“.“ „Lissi werden wir im nächsten Schuljahr vermissen“. aber ich freue mich für sie“. und natürlich unsere brillante Theateraufführung gestern Abend. meinte Jenny. verflog augenblicklich die übliche morgendliche Müdigkeit. Als sie begriffen. Und dann wurde sie doch noch ein richtig guter Kumpel. „Der ganze Ärger mit Astrid. dass ihr dieser Unterricht an der Theaterschule etwas bringt. „Und ich hoffe. den wir Mamsell gespielt haben. meinte Marianne. als sie uns gestern Abend verkündete. rief Nanni. ergänzte Nanni und zog eine Grimasse. „Heute beginnen die Ferien!“ Der Reihe nach richteten sich die Mädchen auf.

wen eure Cousine sich nächstes Jahr als Freundin aussuchen wird“. meinte Nanni.“ „Arme Elli!“. die heimlich darin ein Nickerchen machte. Zuerst musste sie einsehen. erklärte Bobby und begann schnell. dass Raphaelas Einladung zu ihr nach Hause sie ein bisschen trösten wird. dass deine Eltern sich freuen. Sie maunzte Hanni vorwurfsvoll an und verzog sich. Sie hob die Katze des Gärtners aus dem Koffer. ihre Klamotten kreuz und quer in den Koffer zu schmeißen. Unsere Eltern haben diese Nacht in einem Hotel in Rottstadt geschlafen und gesagt. Sie war höchst unzufrieden darüber. kicherte Hanni. Im Schlafzimmer nebenan hatte Carlotta schon fertig gepackt. „Aber ich glaube. Jetzt hörte sie. sagte Marianne trocken.“ „Ich bin nur gespannt. dass man sie geweckt hatte. Sie ging zum Fenster und öffnete es. sagte Hanni.“ „Meine Eltern auch“. „Das möchte ich lieber noch gar nicht wissen“. und jetzt hat sie auch noch Raphaela wieder verloren. „Aber seht mal auf die Uhr! Wir müssen uns beeilen. stimmte Nanni zu. wie draußen ihr Name gerufen wurde. dass sie sich in Astrid getäuscht hatte. „Es war wirklich keine leichte Zeit für sie. wenn du das hier mit nach Hause bringst“. dass sie heute schon ziemlich früh am Morgen hier sein werden. Im Hof standen Lissi und Wim – mit Rocky! 143 . um sich ein anderes ruhiges Plätzchen zu suchen. „Ich glaube nicht.giert“.

“ „Super!“. Es ist von Astrid.“ „He. Aber Wim war sich ganz sicher!“ „Natürlich will ich ihn sehen“. dass ich mich hier so gut einleben würde – und dass ich so nette Freundinnen finden könnte. weil du nach den Ferien nach Amerika gehst. Carlotta. Ach.„Komm doch mal schnell runter. Lissi. du bist sicher schon sehr aufgeregt. Sie lief schnurstracks auf Rocky zu und warf ihre Arme um seinen Hals. rief Wim alarmiert. ist doch nicht sein Fehler. „Wir wollen uns verabschieden.“ Carlotta raste die Treppe hinunter und schoss durch den Haupteingang. ihr beiden. das tun wir schon nicht“. um sie abzuholen. antwortete Lissi leicht eingeschnappt. rief Lissi. dass er dich verletzt hat“. nicht mehr hier zu sein“. und Mama will ernsthaft mit ihnen reden. „Das ist natürlich etwas anderes als Lindenhof. „Rocky möchte sich dafür entschuldigen. ihr fangt jetzt doch hoffentlich nicht an zu heulen?“. „Ach. das hätte ich ja fast vergessen! Ich habe hier etwas für dich. Carlotta“. sagte Lissi ernst.“ „Es wird mir trotzdem schwer fallen. „Ich werde auf einer großen Ranch wohnen und darf mich auch ein bisschen um die Pferde dort kümmern. rief Carlotta. „Ich hätte nie gedacht.“ „Das kann man wohl sagen!“. meinte Lissi.“ 144 . erwiderte Carlotta. sagte Lissi. „Ich war mir ja nicht ganz sicher. ob du ihn wirklich sehen wolltest. Nachher kommen ihre Eltern. „Was passiert ist. „Sonst kratze ich nämlich sofort die Kurve!“ „Nein.

Carlotta nahm das Blatt Papier. „Jedenfalls hat sie sich in den letzten Tagen schon wesentlich vernünftiger verhalten“. ich bin sehr froh. sagte Wim. faltete es auseinander und las: Liebe Carlotta. sie bleibt dabei. stellte Lissi fest. „Ich hoffe nur. wir sollten jetzt lieber gehen“. Ich sehe jetzt ein. dass an allem nur meine dumme Eifersucht schuld war. „Wir haben Mama versprochen. kommst du denn auch im 145 . nachdem sie den Brief gelesen hatte. denn ich habe meine Lektion nun wirklich gelernt.“ „He. wie ich mich dir gegenüber benommen habe. sie zu bekämpfen. sagte Carlotta. und ich werde mir in Zukunft alle Mühe geben. dass die Theateraufführung ein großer Erfolg war. „Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung für sie“. wenn die Sache nicht gut ausgegangen wäre. Bitte sag Raphaela. dass du mir verzeihen kannst. dass du dich von deinem schrecklichen Unfall wieder erholt hast. das Lissi ihr entgegenhielt. Ich hätte es mir niemals verzeihen können. Ich freue mich darüber mit euch. und auch wie Leid es mir tut. nicht zu lange wegzubleiben. dass ich ihr gratuliere. Alles Liebe Astrid. dass ich mich ihr gegenüber so schlimm benommen habe. Schwester. Carlotta. Lissi hat mir erzählt. Es tut mir sehr Leid. jetzt hoffe ich nur.

nächsten Schuljahr ab und an mal zum Reiten zu uns herüber?“ „Versuch mal, mich davon abzuhalten“, antwortete Carlotta mit einem Grinsen. „Lissi, und von dir erwarte ich säckeweise Postkarten aus Amerika. Alles Gute für deine Zeit dort! Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen, Wim – und auch Rocky.“ Als Carlotta in die große Halle zurückkam, war das übliche Chaos am Ende des Schuljahres nicht mehr zu überblicken. Überall lachten und schwatzten die Mädchen, während sich die Lehrerinnen alle Mühe gaben, ein bisschen Ordnung zu schaffen. „Johanna, musst du eigentlich so schreien?“, fragte Frau Jenks, die Lehrerin der zweiten Klasse, ihre Schülerin verzweifelt. „Und du, Harriet, wenn ich noch einmal über deinen Kulturbeutel stolpere, dann … dann … Ach, ich weiß auch nicht, was dann.“ „Ach, die lieben Mädchen, sie sind ja alle so … so aufgeregt“, rief Mamsell gerührt. „Weil sie bald wieder bei ihren geliebten Eltern sein werden!“ „Und wir haben endlich unsere wohlverdiente Ruhe“, fügte Frau Jenks trocken hinzu. In diesem Moment kam Raphaela mit ein paar Mädchen der Fünften die Treppe herunter und rief: „Mamsell, wenn ich Ihnen meine Adresse gebe, schreiben Sie mir dann?“ „Certainement“, antwortete Mamsell. „Morgen fahre ich nach Frankreich zu meiner Familie und werde von dort eine Menge Postkarten und Briefe schreiben. An dich, Raphaela, und an Doris und Marianne – und so-

146

gar an dich, Jenny, obwohl du es überhaupt nicht verdient hast, bei all den Streichen, die du mir immer spielst!“ „Nächstes Schuljahr wird sie das nicht mehr tun, Mamsell“, warf Nanni lachend ein. „Vorausgesetzt, sie wird Klassensprecherin!“ „Um das zu werden, muss sie sich aber – wie sagt man doch gleich – sehr zusammenwerfen!“, meinte Mamsell augenzwinkernd. „Sie meinen wohl zusammenreißen, Mamsell“, sagte Bobby und grinste frech. „Dafür gibt es für mich dann umso mehr zu tun.“ „Wie kommst du darauf?“, fragte die Französischlehrerin verblüfft. „Weil ich dann Jennys Anteil übernehmen und doppelt so viele Streiche spielen muss“, antwortete Bobby verschmitzt. „Aber ich habe ja die ganzen Ferien Zeit, um mir den Kopf zu zerbrechen. Dabei werden mir schon ein paar ausgefallene Tricks einfallen.“ „Oh nein!“, rief Mamsell. „Es wird im nächsten Schuljahr überhaupt keine Streiche geben, Bobby. Sonst muss ich dir jeden Tag die doppelte Menge Hausaufgaben aufgeben.“ Dabei zwinkerte sie mit den Augen, und die ganze Klasse lachte. Dann hörte man draußen einen Wagen vorfahren, und jemand öffnete die große Eingangstür. „Da kommen die ersten Eltern!“, rief Doris. „He, Zwillingsmäuse, das sind eure.“ Hanni und Nanni holten schnell ihre Koffer. „Au revoir, Mamsell! Auf Wiedersehen, Raphaela! Denk an

147

uns, wenn du berühmt bist!“, riefen sie ihre letzten Verabschiedungen in die Runde. „Auf Wiedersehen alle zusammen! Bis nächstes Schuljahr!“ Damit liefen sie in den Sonnenschein hinaus. „Endlich Ferien!“, stieß Nanni erleichtert aus. „Ja, endlich“, stimmte Hanni zu. „Und weißt du, worauf ich mich jetzt schon freue? Auf den Tag, an dem wir nach den Ferien nach Lindenhof zurückkommen!“

148

.

. „Hanni und Nanni“ ist eine der erfolgreichsten Mädchenbuch-Serien aller Zeiten. Doch kurz vor dem großen Tag droht die Aufführung zu platzen.. Jemand hat mit Carlottas Schere die Kostüme zerschnitten! Wer kann das gewesen sein? Hanni und Nanni haben einen Verdacht.Enid Blyton Gute Zeiten mit HANNI UND NANNI Im Internat Lindenhof herrscht große Aufregung: Für das Abschlussfest soll ein Theaterstück einstudiert werden.. Hanni und Nanni sind mit Feuer und Flamme dabei. Enid Blyton hat es verstanden. mit den Abenteuern und Streichen der lustigen Zwillinge Millionen begeisterter junger Leserinnen zu gewinnen.