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die es sogar zu einem Eintrag in die großen allgemeinen Lexika und Enzyklopädien gebracht haben. Und selbstverständlich findet sich sein Name in allen übergreifenden pädagogischen Nachschlagewerken. Am 11.00 – 18.dipf. der neben dem eigentlichen Nachlass auch die Übernahme von Archivalien der Be rthold-Otto-Schule bestimmte.pdf#page =1&zoom=auto. Es war deshalb für die Biblio thek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) ein besonderer Glücksfall.9. Mai 2007 Ausstellungsort: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung Warschauer Str.00 Uhr 3 Vorwort B ERTHOLD O TTO gehört zu jenen bede utenden Reformpädagogen des frühen 20. Januar bis 18. Jahrhunderts.420> Verkleinern Vergrößern Bibliothek für Bildungsge schichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung Berthold Otto „Meine Schule war und ist die freiheitlichste in der Welt“ Berlin 2007 Herausgeber: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung Ausstellungskonzeption: Ursula Basikow.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto. als uns E DZARD P AULSEN 1998 den Nachlass seines Großvaters B ERTHOLD O TTO angeboten hat.<http://bbf. 34 10243 Berlin Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 10.-7.1998 wurde der Übereignungsvertrag unterschrieben. die 1906 von O TTO . Ilka Lenze Gestaltung und Ausführung der Ausstellung: Angelika Dahm-Ritzi + Rainer von Braun Umschlaggestaltung: Angelika Dahm-Ritzi Ausstellungsdauer: 19.

der 1898 in der Zeitschrift ‚Gymnasium’ erschien.“ 2 Ein anderer Beitrag zu dem Thema. . das ja zumindest formal das Vorbild für Schülerzeitungen bildet und hätte des Weiteren die Schüler zur Zeitungslektüre geführt. In der ‚Allgemeinen Deutschen Lehrerzeitung’ findet sich im Jahrgang 1880 ein Beitrag unter dem Titel: ‚Unsere Zeit ungen und unsere Jugend’. nicht zuletzt.und Sittenverwilderung’ geklagt und als eine ihrer Ursachen identifizierte die Autorin die Tagespresse: „In unserer Zeit werden täglich Millionen von Blättern mit millionenfachen Beschreibungen von Mordtaten. 3 Angesichts dieser weit verbre iteten ablehnenden Haltung gegenüber der Gattung ‚Zeitung’ find et sich bei der übergroßen Mehrheit der Lehrerschaft keine Motivation.. In diesem Bestand findet man auch eine ganze Reihe von Schülerzeitungen. ja ablehnend gegenüber. Betrügereien. Darin wird über jugendliche ‚Zügellosigkeit’ sowie ‚Gemüts. Schülerzeitungen an ihren Schulen zu initiieren und zu fördern. von der großen ‚Times’ in London an.. Die Titel lauten: • Buntes Blatt • Nestkücken • Der Schmetterling • Das vierblättrige Kleeblatt • Immergrün • Das kleine Witzblatt • Die Allgemeine Dieser Fund ist durchaus bemerkenswert. bis zum Winkelblättchen eines deutschen Städtchens von 3000 Einwohnern. Denn dies hätte eine Beschäftigung mit dem professione llen Zeitungswesen im Unterricht erfordert. wird mit dem Ausruf eröffnet: „Kinder haben keine Zeitung zu lesen“. um sich Anregungen für die eigene . entsetzli4 cher und ekelhafter Schwurgerichtsverhandlungen gedruckt und gelesen. denn die Lehrerschaft stand dem Pressewesen zu jener Zeit noch weit überwiegend skeptisch.als Hauslehrerschule gegründet wurde. und außerordentlich zahlreiche Schüler sind in ihr und durch sie schon ausgebildet worden.“ 1 Und im Weiteren fährt sie fort: „Diese in unseren Zeitungen mill ionenfach ausführlich erzählten ‚bösen und schlechten Beispiele’ sind eine wahre Hochschule des Verbrechens und der Lasterhaftigkeit. die ab 1906 von Schülern der Hauslehrerschule erstellt wurden.

einer der ältesten und einflussreichsten Zeitung in Deutschland. Denn nach der Aufgabe seiner Tätigkeit als Privatlehrer ar beitete er. wie u. 277. lag offenbar nicht an grundsätzlichen Identifikationsproblemen mit dem Beruf eines Journalisten. sondern als ein dauerhaft aufzubewahrendes Dokument. 3 W IDMANN : Die Zeitungslektüre der Jugend und die Schule. Damit verstand er eine Tageszeitung nicht nur als ein schnelles Informationsmittel. die Nerven vollständig ruiniert. In seinem Nachlass befinden sich sechs. Vielmehr scheint ihn die aufreibende Tätigkeit als Nachtredakteur 1 M. dass er seine professionellen Erfahrungen in diese Projekte ein- . das sich am Ende d es Tages bereits überlebt hat. von 1887 bis 1890 beim ‚Hamburger Korrespondenten’. die O TTO nicht nur gelesen. In: Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung 32 (1880). die. ja – wie zahlreiche Anstreichungen belegen – durchgearbeitet hat. sondern die er säuberlich in über 200 Bänden hat einbinden lassen.a. Dass er nach wenigen Jahren diese Arbeit wieder aufgab. 16. Und es ist interessant zu beobachten. 5 belastet zu haben. 2 Ebd. Angesichts dieser Einstellung wi rd die Einführung von Schülerzeitungen verständlich. Nr. vermutlich durch Vermittlung seines Freundes P AUL P ETERSEN . über viele Jahre gesammelte Zeitungen. in seiner Hauslehrerschule Schülerzeitungen zu begründen. Sp. 32. Ein wichtiger Hinweis dafür findet sich in seiner Biographie. 545. S.Praxis zu holen. 4 Die journalistische Arbeit beim ‚Hamburger Korrespondenten’ hat B ERTHOLD O TTO nachhaltig von der Bedeutung des Pressewesens überzeugt. W ELLMER : Unsere Zeitungen und unsere Jugend. seine extensive Zeitungslektüre bezeugt. wie er schreibt. In: Gymnasium 16 (1898). Was hat nun B ERTHOLD O TTO bewogen.

den zeitgenössischen Stil ge4 Vgl. S.fließen ließ. Viel Raum nahmen feuilletonistische Textsorten ein wie Erzählungen. Jede Ausgabe war mit einem Impressumvermerk gekennzeichnet. so wollen Sie mir gütigst davon Mitteilung machen. dass Minderjährige nicht verantwortliche Redakteure periodisch erscheinender Druckerzeugnisse sein dürfen. Manche Texte waren zusätzlic . Alle Schülerzeitungen wurden. Wenn Sie von meiner Offerte Gebrauch zu machen belieben. P. so etwa über ein Automobilrennen. was für die ‚Schriftsetzer’ eine zusätzliche Herausforderung bedeutete. wobei in den Sommerferien die Arbeit ruhte. die zumind est in ihrem Selbstverständnis die presserechtliche Verantwortung trugen 5 . halbmonatlich. mit Jahrgangs. monatlich). In einem ‚Bewerbungsschreiben’ von 1907. Auch der Unterhaltungsteil fehlte nicht. offerierte ein Schüler seine Dienste als ‚Setzer’: „Mit Gegenwärtigem beehre ich mich der löbl. 11.und Heftzählung sowie mit einem Tagesdatum versehen. Der Mann – die Zeit – das Werk – das Vermächtnis. Weiterhin wurde die Erscheinungsweise vermerkt (wöc hentlich. Redaktion ergebenst das Anerbieten zu unterbreiten. 6 schäftlicher Korrespondenz nachahmend. trotzdem wurde der in der professionellen Presse übliche Spaltendruck übernommen.“ 6 Neben den formalen Äußerlichke iten wurde auch die inhaltliche Strukturierung der professionellen Presse übernommen. der eine Adres senangabe enthielt und die Namen der Schüler aufführte. Die Beiträge werden Artikel genannt unter denen sich am häufigsten Berichte finden etwa über Familienausflüge oder Ferienerlebnisse. meine Handschrift in den Dienst Ihres werten Blattes zu stellen und die Originale der Zeitungen zum Hekt ographieren anzufertigen. Zwar wurden die meisten Schülerzeitunge n nur hand. Nacherzäh lungen. Berlin 1958.oder maschinenschriftlich erstellt und im Hektogra phierverfahren vervielfältigt. B AUMANN : Berthold Otto. wie die große Presse. daß ich gern bereit wäre. so etwa Witze oder Rätsel. Diese mussten ohnehin über eine besonders gut leserliche Handsch rift verfügen um von der Redaktion für diese Aufgabe ausgew ählt zu werden. Aber auch Reportagen wurden g eschrieben. Märchen und Gedichte. 5 Im Reichsgesetz über die Presse von 1874 wird in § 8 ausdrücklich bestimmt. [Bd. was mir bedankend zur Ehr gereichen würde. 2].

meistens Zeichnungen. wie im Impressum dieser Schülerzeitung mitgeteilt. Weiterhin wurden in einigen Ausgaben am Ende Werbeanzeigen aufgenommen. Darin heißt es u. Durch die Novemberrevolution wurde unser Kaiser gestürzt und verbannt nach Holland. Im ‚Nestkücken’ vom November 1906 wurde von der ‚Druckerei des Nestkücken’ etwa die Ausführung von Schreibarbeiten einschließlich des Druckens in be liebiger Exemplarzahl angeboten. 1921 heißt es: „Wir vertreten keine besondere Parteirichtung. 7 Ebd. die eine drastische Preisreduktion . In der Ausgabe vom 22. 7 Abonnementpreis angegeben. eine Erscheinungsweise von wöchentlich einer Ausgabe über einen längeren Zeitraum durchgehalten wurde.: „Noch vor ungefähr 4 Jahren war es ein Tag des Jubels. Febr. Neben dem Einzelpreis wurde jeweils ein 6 BBF/DIPF-Archiv OT 594. erhältlich. Sie sparen enorm! Keine Seife mehr nötig. dass sich O TTO der aktuellen und weiter zunehmenden Bedeutung der Presse als Medium der gesellschaftlichen Kommunikation bewusst war. Das ‚Bunte Blatt’ etwa war zum Einzelpreis von 10 Pfg. Etwas unsagbar Schweres für den Herrscher Deutschlands. Die im Nachlass erhaltenen Ausgaben lassen dies eher bezweifeln. die angesi chts der Vervielfältigungsmöglichkeiten besondere Sorgfalt erforderten. sondern es ist jeder Partei erlaubt zu schreiben“. Eher der Unterhaltung der Zeitungsmacher und ihrer Leser dienten die Anzeigen im ‚kleinen Witzblatt’. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg tauchten erstmals dezidiert politische Äußerungen auf.h um Illustrationen bereichert. Allerdings hinterließ die monarchistische Haltung des Schulleiters bei den Schülerzeitungsredakteuren ihre Spuren. In der gleichen Ausgabe findet sich unter dem Titel ‚Zum 27. Januar 1921’ – dem Kaisergeburtstag – ein längerer Artikel. In der ‚Allgemeinen’ vom 1.a. der durch ein Unglück den Krieg verlor.“ 8 Die Hinführung der Schülerinnen und Schüler zur Arbeit mit einer Schülerzeitung zeigt. ist allerdings fraglich. das Vierteljahresabonnement kostete 1 Mark. Seit den späten 1880er Jahren führte die Erfindung von Holzschliff und Zellulose zur großindustriellen Papierfertigung. Tubenweise in allen Schuhcremgeschäften erhältlich.1910 heißt es: „Neu! Fleischfarbene Uebertünchfarbe zum Ueberstreichen schadhaft gewordener und schmutziger Stellen am Körper.1. Ob jedoch tatsächlich.“ 7 Auch das Geschäftsgebahren der professionellen Presse wurde nachzuahmen versucht.

Berlin im Januar 2007 Christian Ritzi 10 Lebenslauf von Berthold Otto 06. wie viel Stolz den Autor eines Artikels erfasste. deren Themen aus dem unmittelbaren Lebensumfeld der Schüler stammten. Diese Texte waren zudem nicht für den Lehrer bestimmt. 8 lerzeitungen sollte jedoch eine kritische Haltung gegenüber der professionellen Presse erzeugt werden.08. schnelles Schreiben) ebenso wie durch wirtschaftliche Gegebenheiten (Rentabilität durch Verkauf und Anzeigen) mitbestimmt wird. Erstmals wurden Blätte r mit Auflagen von über 100 000 Exemplaren gedruckt. der seinen Text erstmals in einer Schülerzeitung gedruckt sah. Vieles davon ist in die Ausstellung eingegangen. Abiturexamen Herbst 1878 Immatrikulation an der Universität Kiel. sondern an die Schulö ffentlichkeit gerichtet. Studium der Philologie und Philosophie. der Sprachen Hebräisch und Arabisch .des wichtigsten Grundstoffs der Zeitungsherstellung zur Folge hatte. Es ist leicht vorstellbar. Durch die praktische Arbeit mit Schü8 Ebd. B ERTHOLD O TTO dagegen verkannte die Gefahren der Massenpresse sicherlich nicht. deren Berichterstattung durch die Produktionsbedingungen (schnelle Recherche. und zwar durch die Erarbeitung von Texten. Das hundertste Jahr ihres Bestehens ist uns ein Anlass.1859 auf dem Rittergut Bienowitz in Niederschlesien geboren 1867 – 1873 Rendsburger Gymnasium 1873 – 1878 Schleswiger Domschule. Diese Entwicklung vor allem führte zu den besorgten Äußerungen vieler Lehrer und zu ihren Warnungen. Weiterhin bot die Mitarbeit an Sc hülerzeitungen eine Möglichkeit zur Entwicklung von sprachliche m Gestaltungshandeln. Die Massenpresse orientierte sich aus wirtschaftlichen Erwägungen an den Lesebedürfnissen ihrer Käufer. die die Berthold-Otto-Schule auszeichnete und die sich aus dem Nachlass B ERTHOLD O TTO s rekonstruieren lassen. Aus de m früheren ‚Honoratiorenpublikum’ der Zeitungen wurde ein Massenpublikum. Schüler von Presseerzeugnissen fernzuhalten. Die Schülerzeitungen sind nur eines jener pädagogischen Experimente. an den bedeutenden Reformpädagogen und seine Schule zu erinnern. wie etwa benotete Aufsätze.

1887 Heirat mit Friederike (Frida) Mann 14.1893 Geburt der Tochter Irmgard 03.1887 Geburt der Tochter Helene (Lene) 14.1890 Geburt des Sohnes Richard Nov. Finanzwissenschaft) 1883 ohne Abschluss Universität verlassen Frühjahr 1883 – Hauslehrerstelle bei Gräff (GeneralSommer 1884 direktor der Bergwerkgesellschaft „Hibernia und Shamrock“) in Herne/ Westfalen 1884 – 1887 Privatlehrer in Berlin 1887 – 1890 Nachtredakteur beim „Hamburger Korrespondenten“ 15.1933 in Berlin-Lichterfelde gestorben 12 Dietrich Benner .12.1897 Vortrag „Die Schulreform im 20.1921 Ehefrau Friederike Otto stirbt 1929 Berthold Otto er hält vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht die Kerschensteiner-Medaille 29. Jahrhundert“ beim Landesverband Sachsen-Thüringen des Deutschen Schriftstellerverbandes 11 1898 Schriftleiter von „Die Deutsche Schulreform – Wochenschrift für psychologische Politik und Pädagogik“ mit der Beilage „Lehrgang der Zukunftsschule“.1892 Geburt der Tochter Felicitas (Lice) 27.02. 1899 von Arthur Schulz übernommen 24.01.06.1907 behördliche Genehmigung der privaten Hauslehrerschule 17.1899 Nr.1908 Geburt der Tochter Helga 09. Scheffer Leipzig Frühjahr 1902 Berufung durch das Preußische Kultusministerium nach Berlin 1904 Übernahme der Zeitschrift „Der Haus lehrer“ in den eigenen Verlag Berthold Ottos 1906 Eröffnung der Hauslehrerschule in GroßLichterfelde (Dürerstraße).12.12. 1890 – 1902 Redakteur im Verlag Brockhaus Leipzig 18.06. Nationalökonomie. Syrisch.01. an der Berthold Otto als Leiter und Lehrer tätig ist 25.01. klassische Philologie.02.1911 Bezug des Neubaus der Schule 1914 Sohn Richard fällt im 1.04. Weltkrieg 1917 Umwandlung des „Hauslehrers“ in „Deutscher Volksgeist – Wochenschrift zur Verständigung zwischen allen Schichten des Volkes“ 27.1888 Geburt der Tochter Franziska (Fränze) 25.11. 1 von Berthold Ottos eigener Zeitschrift „Der Hauslehrer – Wochenschrift für den geistigen Verkehr mit Kindern“ erscheint im Verlag Th.1879 Studium in Berlin (Philosophie.03. Arabisch.

lassen sich bis in die Anfänge des 19. sondern als Schule. sondern als ei ne kommunale. . mit denen O TTO in seiner Hauslehrerschule experimentierte. wenn man den Lehrerberuf als einen freien Beruf konzipiere. Jahrhunderts noch kein Stadtteil von Berlin. vergleichbar mit demjenigen des Arztes. B ENNER /H. die auf die Initiative einer einzelnen Person zurückgehen. zugleich private 1 Bei dem hier abgedruckten Text handelt es sich um Auszüge aus dem B ERTHOLD O TTO gewidmeten Kapitel in: D. die J. welche diese nicht nach dem Modell einer ländlich organisierten Internatserziehung oder dem Muster einer städtischen Lebensgemeinschaftsschule. In ihr wurde die Schule im Haus des Lehrers in stitutionalisiert. Schul e zu sein. konzipierte O TTO die neue Erziehungseinrichtung nicht als Heim. Mit ihr wollte er eine Alternative zu de n als „Unterrichtskasernen” geführten staatlichen Schulen entwic keln. Jahrhunderts zurückverfolgen und weisen eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Schulreformvariante auf. F. Herbart verstand hierunter eine Organisationsform der pädagogisch en Praxis. die den Lehrerberuf. sondern eine selbständige Gemeinde war. Einige der konzeptionellen Vorstellungen. sondern durch Neugründung einer Einrichtung reformiert. die Entstehung staatlicher „Unterrichtsfabriken” ließe sich vielleicht verm eiden. als er die Hoffnung äußerte. Wie schon der Name zum Ausdruck bringt. weder in allzu großer Abhängigkeit vom Staate noc h im unmittelbaren Einflussbereich der Familien. H ERBART im Kontext der ersten pädagogischen Bewegung entwarf. Sie wurde von B ERTHOLD O TTO in Großlichterfelde gegründet. das Anfang des 20.Berthold Otto und die Hauslehrerschule 1 Die „Hauslehrerschule” gehört zu jenen Versuchen der Pädagogischen Bewegung. die sich ausdrücklich dazu bekennt.

S. Für die Weiterentwicklung seiner Vorstellung hielt er jedoch eine begleitende Schulforschung für unerlässlich. sondern bereits über eine fertig ausgearbeitete Lehre verfügt und diese in der Praxis umzusetzen versucht. sondern leitete er autodi daktisch aus eigenen Erfahrungen in der unterrichtlichen Gesprächsführung ab. Als Wissenschaftler wollte er die historisch en und hermeneutischen Geisteswissenschaften auf eine empirische Grundlage stellen. die im Haus ihres Gründers untergebr acht war. In: D. 165–166 u. seine Intentionen in einem pädagogischen Schulversuch zusammenführen zu können. 2 Vgl. Die Gründung der Hauslehrerschule war nicht das Ergebnis eines vorher sorgfältig ausgearbeiteten Plans. 2 Ganz in diesem Sinne definierte O TTO die von ihm neu gegründete Einricht ung als eine Stadtschule. glaubte er schließlich.K EMPER : Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. 13 und öffentliche. welche Schüler im Haus des Lehrers unterrichtet. der Heranwach sende im Haus der Familie erzieht. 174-181. F. als Weltverbesserer die kapitalistische Gesellschaft durch eine „sozialistische Monarchie” reformieren. Von seinen Neigungen und Interessen her strebte O TTO eine wissenschaftliche Karriere an. nämlich im Haus e des Lehrers auszuübende Tätigkeit institutionalisiert. Den Begriff Hauslehrerschule gebrauchte er somit nicht im Sinne des älteren Begriffs eines Hauslehrers. B ENNER . S. Gelegentlich trat er jedoch auch in der Rolle eines Weltverbesserers auf. Nachdem er beide Ziele auf von ihm zunächst eingeschlagenen Wegen nicht erreichte. Weinheim 2003. der nicht wie ein Wissenschafter an einer neuen Theorie arbeitet. sondern vollzog sich schrittweise und eher zu fällig. hierzu J. H ERBART : Über Erziehung unter öffentlicher Mitwirkung (1811). 2: Die Pädagogische Bewegung von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Weimarer Republik. sondern zur Bezeichnung einer Einrichtung. Dessen Konzeption gründete er jedoch weder auf wissenschaftlic he noch auf Weltverbesserungsideen. T.

und Abendessen sowie Spaziergänge mussten d azu herangezogen werden./H. Aber immerhin war das eigentlich schon der richtige Anfang meiner Versuchsschule. In dieser stellt O TTO seine Hauslehrerschule als eine Ei nrichtung zur Durchführung pädagogischer Experimente dar. T. siehe auch D. Bei einer Bürozeit von 9– 12 und 3–7 war das nicht ganz le icht. deren Gründung darauf zurückgeht. S.): Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. K EMPER (Hrsg. Die pädagogische Bewegung von der Aufklärung bis zum Neuhumanismus. die nicht den systematischen Kern der Pädagogik O . die es ihm erlaubte.” 3 O TTO s Pädagogik ist von diesem selbst – die Sekundärliteratur folgt dieser Sichtweise weitgehend bis heute – als eine Pädagogik „vom Kinde aus” beschrieben worden. in den Jahren 1887– 1893 geboren. O TTO verdiente damals den Lebensunterhalt seiner Familie durch eine Tätigkeit beim Brockhaus-Verlag. 309 ff. 1. Weinheim 2001. Weinheim 2000. Die pädagogische Bewegung von der Aufklärung bis zum Neuhumanismus. K EMPER (Hrsg. B ENNER /H.): Quellentexte zur Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. S. 432–437. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch. dass er den Beruf eines Hauslehrers nicht nur – nach Beendigung seines Universitätsstudiums – gegenüber fremden Kindern ausübte. T. 1. Mittag. seine Kinder regelmäßig selbst zu unterrichten: „Es waren ihrer zunächst 5. das mittelste ein Sohn. dass es sich bei dieser Selbstbeschreibung um eine Kennzeichnung in der Termi nologie der Pädagogischen Bewegung handelt. 14 Die Hauslehrerschule als Ort pädagogischer Experimente Wichtige Hinweise zur Geschichte und Konzeption der Hauslehrerschule finden sich in einer von O TTO selbst verfassten Denkschrift aus dem Jahre 1922. sondern dass er nach Gründung einer eigenen Familie auch zum Hauslehrer seiner Kinder wurde. während die Versuc he der achtziger Jahre nur als Vorbereitungen aufzufassen sind.

T.): Quellentexte zur Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. B ENNER /H. S.TTO s erfasst. 221–230. 2: Die Pädagogische Bewegung von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Weimarer Republik. Zweck und Entwicklungsmöglichkeiten der Berthold-Otto-Schule (1922). S. O TTO : Denkschrift über Entstehung. erstmals veröffentlicht in: D. BBF/DIPF-Archiv OT 616. Mehr Informationen Weniger Informationen Schließen . sondern ist wesentlich interaktiv strukturiert und auf eine Einübung und „Bewusstmachung der Kategorien des Denkens” ausgerichtet. Zu den systematisch be3 B. Weinheim 2001. K EMPER (Hrsg. Dieser liegt nicht in einer „aseptischen” Pädagogik des „Wachsenlassens”. 222.