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04_09_008-015_Titel 24.03.2009 16:10 Uhr Seite 8
Glück in der Liebe
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Der Sozialpädagoge Dirk Wagner (43) schrieb seine
Diplomarbeit über „Paarbeziehungen schwuler Män-
ner“. Er weiß nun, warum diese anders funktionie-
ren als bei Heteros – und wovon Schwule träumen.
Dirk, glauben Schwule an die große Liebe?
In Umfragen wünschen sich 80 Prozent der schwu-
len Männer eine Beziehung. Nur 8 Prozent wollen
darauf verzichten. Soweit das Ideal. Die Wirklichkeit
sieht so aus: Zwei Drittel leben als Singles oder in ei-
ner Beziehung, die erst ein Jahr oder kürzer währt.
Nur ein Drittel führt eine Beziehung, die schon ein
Jahr überdauert hat.
Was ist dir noch aufgefallen?
Ein Großteil lebt „apart together“. Sie führen eine Zwei-
erbeziehung, wohnen aber ganz bewusst getrennt.
Wodurch unterscheiden sich
schwule Paare von Heteropaaren?
Schwule haben weniger Vorbilder, weniger Traditionen
und weniger Rituale. Heteros dagegen erfüllen seit
jeher ihre männlichen und weiblichen Rollenbilder,
auch wenn sich die allmählich verändern. Schwule
Beziehungen, die sich selbst als solche verstehen, gibt
es dagegen erst seit etwa 40 Jahren.
Welche Rituale fehlen uns denn?
Heterosexuelle Beziehungen sind von klein auf ein
Thema. Schon im Kindergarten heißt es: verliebt, ver-
lobt, verheiratet. Schwulsein beginnt dagegen mit ei-
ner Phase des Nichtwissens. Erst in der Pubertät ent-
wickeln wir eine Vorstellung davon. Das äußere Co-
ming-out hat der durchschnittliche schwule Mann
nach wie vor mit Anfang 20. Dann beginnt die „schwu-
le Pubertät“, die ersten formalen Beziehungen führen
viele erst mit Ende 20. Wir sind einfach später dran!
Die großen Vorbilder fehlen also.
Macht das Schwule empfänglicher für
ungewöhnliche Beziehungsformen, zum
Beispiel eine offene Partnerschaft?
Laut Umfragen lebt etwa ein Viertel der schwulen
Paare monogam. Der Umgang mit Seitensprüngen
stellt sich aber früher oder später in jeder Beziehung.
Das ist vor allem ein urbaner Trend, den gibt es bei
Großstadtheteros genauso. Und Schwule leben nun
mal vor allem in Städten. Was einen großen Unter-
schied macht: Ohne Kinder hat man mehr Freiheiten.
Wie funktionieren diese ungewöhnlichen
Partnerschaften?
Michael Bochow hat ja die These aufgestellt, dass Sei-
tensprünge der Kitt schwuler Beziehungen seien. So
werde in einer mann-männlichen Partnerschaft das
höhere Bedürfnis nach Sex ausgeglichen. Was dabei
nicht berücksichtigt wird, sind die negativen Seiten
dieser Praxis. Zum Beispiel die seelischen Verletzun-
gen, die entstehen können, wenn sie nicht ausrei-
chend abgesprochen werden. Unter Umständen ist
das mit verantwortlich für die im Durchschnitt kürze-
re Beziehungsdauer unter Schwulen.
Und? Sprechen wir ausreichend über
unsere Beziehungen?
Dazu habe ich keine Daten gefunden. Nach meiner
persönlichen Beobachtung sprechen schwule Partner
etwas mehr über ihre Be-
ziehungen als heterosexu-
elle – aber noch immer deut-
lich zu wenig!
Dirk Wagner: Paarbeziehungen
schwuler Männer, Grin Verlag,
49,90 Euro
„Beziehungsfantasien –
Mann sucht Mann“, Workshop
für schwule Singles mit
Dirk Wagner, 2.-4.10.,
Akademie Waldschlösschen
www.waldschloesschen.org
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Schwule führen besondere Beziehungen. hinnerk erzählt drei Geschichten über die Liebe –
und fragt zunächst einen Fachmann: Was ist anders bei schwulen Paaren?
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Mit Lilo Wanders, so denkt man, lässt sich gut über
schwule Beziehungen sprechen. Schließlich hat sie
in ihrer TV-Sendung „Wa(h)re Liebe“ den Deutschen
jahrelang erklärt, was zwischen liebenden Menschen
möglich ist. Und erst im März hat sie auf der schwul-
lesbischen Messe „Gayvention“ ein Erotik-Quiz mode-
riert.
Doch Ernie Reinhardt, der Mensch hinter der Figur
Lilo Wanders, macht strenge Vorgaben, als es um
seine besondere Familie gehen soll: keine Homestory,
keine Fotos, und keine Interviews mit den drei Kin-
dern! „Wenn man zuviel von seinem Privatleben
preisgibt, muss man irgendwann alles mit der Öffent-
lichkeit teilen“, begründet Ernie seine Entscheidung.
Dass er trotzdem mit hinnerk spricht, liegt an seiner
Frau Brigitte. „Wir wollen andere damit ermutigen –
weil‘s funktioniert, was wir da machen“, sagt Ernie
und lacht sanft.
Seit bald 30 Jahren sind der Schauspieler Ernie
Reinhardt und die Sozialarbeiterin Brigitte Goepel-
Reinhardt (beide 53) ein Paar. Im nächsten Jahr
feiern sie ihre Silberne Hochzeit. „Es gibt immer noch
so viele Menschen, auch junge, die sich selbst Hürden
aufbauen“, beklagt Brigitte. „Sie meinen, es sei was
Schlimmes, wenn der Geliebte das gleiche Geschlecht
hat. Oder einer anderen Religion angehört.“ Glaubt
man den beiden, so haben sie sich nie solche Gedan-
ken gemacht. „Ob Ernie schwul ist, war mir schlicht
und ergreifend egal“, beteuert Brigitte. „Ich hasse
diese Kategorien.“
1980 lernen sich die beiden kennen. Brigitte leitet
die Wittener Werkstatt, eine freie Kulturbühne im
Ruhrgebiet. Bei einem Besuch in Bremen sieht sie
ihren späteren Mann zum ersten Mal. Er tritt mit der
schwulen Theatergruppe Transitiv auf. „Er trug ein
schrilles Kleid in Leoparden-Print“, erinnert sich Bri-
gitte. An der Theke kommen die beiden ins Gespräch.
Und in den 80ern beginnt kein Smalltalk mit banalen
Dingen. Die Einstiegsfragen: Welche Träume hast du?
Willst du auch Kinder? Schon früh entdecken die bei-
den nicht nur ihre Sympathie füreinander, sondern
auch ihren gemeinsamen Kinderwunsch. „Ich war
selbst ein Einzelkind und wollte immer eine große
Familie“, erzählt Brigitte. „Ohne Kinder wäre mir viel
entgangen.“
Bald sehen sich Ernie und Brigitte wieder, Transi-
tiv kommen auch nach Witten. Übernachten dürfen
sie bei der Chefin persönlich. Schon 1981 zieht Brigit-
te nach Hamburg. Kurze Zeit wohnt sie mit Corny
Littmann in einer WG auf St. Pauli, Ernie lebt nur ein
Haus weiter. Ist es bei dieser räumlichen Nähe ein
Wunder, dass die beiden „irgendwann auch in die Kis-
sen gesunken sind“, wie Ernie den ersten gemeinsa-
men Sex umschreibt?
Gemeinsam kämpfen sie mit den Freien Theater-
gruppen gegen den Abriss der Alternativ-Bühne auf
Kampnagel. Als sie 1984 das Sommertheaterfestival
organisiert, merkt Brigitte, dass sie schwanger ist.
„Das war nicht geplant, aber es war sofort klar, dass
wir das Kind haben wollten.“ Einen Monat vor der
Geburt ihres ersten Sohnes heiraten die beiden, ganz
schlicht in einem Altonaer Standesamt. Die Hoch-
zeitsbilder entstehen im Fotoautomaten. „Die Trau-
zeugen sind darauf weit besser zu erkennen als wir“,
erinnert sich Ernie lachend.
Hauptmotiv für die Hochzeit: „Wir wollten Sicher-
heit“, erklärt Brigitte. „Wir waren misstrauisch, ob
uns das Jugendamt in Ruhe lässt. Schließlich lebte
Ernie offen schwul.“ Und Ernie wollte Vater sein – mit
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Ernie Reinhardt, alias Lilo Wanders, lebt schwul und liebt Frau und Kinder. Bald ist Silberhochzeit
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allen Konsequenzen: „Wenn wir uns in die Wolle bekommen hätten“, sagt er,
„wären mir nur die Pflichten geblieben, aber keine Rechte.“
Aber ihre Ehe ist kein bloßer Behelf, um Rechtssicherheit zu schaffen. Ab
nun teilen Ernie und Brigitte ihr Leben. Zunächst wohnt die Familie auf St.
Pauli, später kommt als zweiter Wohnort ein alter Bauernhof im Kehdinger
Land dazu. Als Ernie einen Freund findet, der zu ihnen zieht, funktioniert das
Zusammenleben perfekt. „Das war die glücklichste Zeit meines Lebens“,
schwärmt Ernie. „Da war die schwule Liebe meines Lebens, die Kinder waren
großartig, und ich hatte beruflich großen Erfolg.“
Doch das Glück zerbrach, Ernie und sein Freund trennten sich. Die Kinder
verloren den zweiten Vater, mit dem sie aufgewachsen waren. Und ihr leibli-
cher Vater fiel fast völlig aus: „Damals hat jeder für sich gelitten“, sagt Ernie.
„Da stehe ich noch immer in der Schuld meiner Kinder, weil ich meinen Kum-
mer sehr ausgelebt habe. Ich konnte ihnen nur schwer erklären, dass das
eine ganz andere Liebe war als die zu ihnen.“
Zum Glück fand Brigitte die richtigen Worte: „Dass Ernie und ich neben
unserer Ehe noch andere Beziehungen geführt haben, bedurfte vieler Gesprä-
che“, so Brigitte. „Besonders als die Kinder noch klein waren. Sie bekamen au-
tomatisch Verlustängste.“ In der Krise hat sich die ungewöhnliche Ehe der
beiden bewährt. „Das Wichtigste ist absolutes Vertrauen“, meint Brigitte. „Ich
weiß, wir können zusammen alles wuppen!“
Bis jetzt hat es die fünfköpfige Familie noch immer geschafft. Derzeit funk-
tioniert sie nicht viel anders als eine herkömmliche zwischen Heteros, beide
Eheleute führen keine Beziehung nebenher. Das liegt sicherlich auch an ihrer
Offenheit: „Wenn sich etwas anbahnt, sage ich es zwar nicht im zweiten Satz,
aber sehr bald“, beschreibt Brigitte ihre Vorgehensweise. „Alle meine ande-
ren Beziehungen sind genau daran gescheitert: Kein Mann wollte mich mit
Ernie teilen.“
Für außergewöhnlich halten sich beide nicht. Und wenn, dann nur im posi-
tiven Sinne. „Besonders ist unsere Ehe nur, weil sie noch existiert“, meint Er-
nie lachend. Und in der Tat: Ernie und Brigitte gehören bisher noch nicht zu
jener Hälfte der bundesdeutschen Eheleute, die sich scheiden lassen. Statis-
tisch haben sie es geschafft: Nach 24 Jahren trennt sich kaum noch ein Paar.
Dabei klingt ihr Rezept für eine dauerhafte Beziehung recht simpel: „Du musst
ein Gespür für den anderen entwickeln“, rät Brigitte. „Du musst rauskriegen:
Was macht mich und den anderen glücklich? Und du musst immer genau prü-
fen: Wo fängt etwas an, extrem wehzutun?“ Wer diese Grenzen kennt, hält es
lange zusammen aus. Und kann „die gegenseitige Verlässlichkeit“ genießen
wie Ernie Reinhardt: „Wir können zusammen lachen und zusammen weinen.“
PHILIP EICKER
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Exotisch? Ist halt so!
Unter allen Gegensatz-Paarungen, die die schwule Be-
ziehungswelt zu bieten hat, provoziert eine mehr als
andere: die Kombination aus Alt und Jung. Ob es da
um Udo Walz und seinen 26 Jahre jüngeren Gatten
Carsten geht, oder das namenlose Altersunterschieds-
pärchen, das gerade die Straße überquert – irgendwie
wird ihnen doch allen unterstellt, dass körperlich und
emotional in erster Linie der Ältere profitiert, während
der Jüngere lediglich vom Wohlstand des „Daddys“
zehrt.
Dass es aber schwule Youngster gibt, die tatsächlich
auf graues Haar und Charakterfalten stehen und die
schon als Jungs statt Geißenpeter den Almöhi ange-
himmelt haben, ist eine Tatsache. In den zahlreichen
Gayromeo-Clubs zum Thema „Jung und alt“ tummeln
sich keineswegs nur Oldies, die hoffen, mal ein junges
Ding an Land zu ziehen. Vielmehr sind diese Foren
auch ein geschütztes Revier für Jüngere, die ihre
Schwäche für Ältere ausleben. Dabei ist ihnen meist
bewusst, dass sie mit ihrer Vorliebe als Exoten gelten.
Der 38-jährige Michael, der seine erste feste Bezie-
hung vor über zehn Jahren mit einem 42 Jahre älte-
ren Mann hatte, erklärt sein Bekenntnis zu Älteren
„wie ein zweites Coming-out. Man ist nicht nur ‚nor-
mal’ schwul, sondern hat auch noch einen Faible für
ältere Männer. Da fragt man sich natürlich, woher das
kommt.“ Hatte Michael einen Vaterkomplex?
Paartherapeuten bezeugen, dass ein gespaltenes
Verhältnis zum eigenen Erzeuger äußerst selten vor-
kommt und meist nur eins von vielen Motiven in ge-
nerationsübergreifenden Beziehungen ist. Michael ver-
zichtet inzwischen auf Ursachenforschung: „Ich habe
aufgehört, mir diese Frage zu stellen. Für mich ist sie
mittlerweile ähnlich sinnlos, wie die Frage, warum ich
schwul bin, oder warum Hetero-Männer auf große
Brüste stehen. Ist halt so.“
Dieses entkrampfte Bewusstsein hat Michael mit
anderen generationsübergreifend Liebenden gemein.
Sie fragen nicht immerzu danach, warum sie sich
lieben. Stattdessen achten sie auf das ,Wie’.
Das Ziel, eine gleichberechtigte Beziehung auf Au-
genhöhe zu führen, spielt bei Altersunterschiedspaa-
ren eine große Rolle. Genauso wie die anhaltende Neu-
gier auf die Lebenswelt des Partners und der gelas-
sene Umgang mit den kleinen Perfektionslücken im
Beziehungsalltag. Oft erleben die Liebenden Momente,
in denen die angestrebte „Augenhöhe“ durch ein un-
terschiedliches Maß an Lebenserfahrung in Schieflage
gerät. Doch sie lernen, dieses Ungleichgewicht als Her-
ausforderung zu akzeptieren – genauso wie das Ge-
rede der Außenwelt. Sinnlos getratscht wird immer.
Meist über das, was Außenstehende nicht verstehen.
Dabei müssten sie sich wie Michael nur ab und zu sa-
gen: „Ist halt so.“ CHRISTIAN LÜTJENS
Christian Lütjens: „Daddy &
Boy. Handbuch für/über die
schwule Liebe zwischen Jung
und Alt“, Himmelstürmer,
15,90 Euro
Große Altersunterschiede in Beziehungen irritieren. Dabei sind sie oft mustergültig gleichberechtigt
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StudiVZ, Funkyboys, Gaychat, Homonet, Gayromeo – wenn
Micha (26) und Hajo (24) über Beziehungen reden, fallen
ständig Namen von Online-Communitys. Als sich die bei-
den zum ersten Mal trafen, kannten sie sich längst
aus dem Netz. Seit fast sechs Jahren sind
sie ein Paar.
Inzwischen halten sie ihre Partner-
schaft für stark genug, um auch in einer
Dreierbeziehung zu bestehen. „Klar gibt es
Gefahren“, gibt Hajo zu. „Wir könnten große
Gefühle für den anderen entwickeln. Aber wir
führen seit langem eine gute Beziehung. Da habe
ich nicht so schnell das Gefühl, wir werfen sie leicht-
fertig über den Haufen.“
Ihre Idealvorstellung beschreiben sie in einem On-
line-Profil: „Zum Sex gehört bei uns mehr dazu. Das
kann mit einem gemütlichen Abend beginnen (gemein-
sam kochen, DVD schauen etc.), wo man etwas kuschelt.
Natürlich wäre es auch klasse, wenn man öfter etwas zu-
sammen machen könnte. Nicht nur Sex, sondern auch zu-
sammen in den Urlaub fahren/fliegen etc.“ Es folgt eine
genaue Beschreibung ihrer sexuellen Vorlieben. „Wir ha-
ben ja sehr konkrete Vorstellungen, was geht. Uns gibt es
nur im Doppelpack. Da ist es natürlich schwerer jemanden
zu finden“, so Micha.
Dafür hatten es die bisherigen Männer in sich. Mit ihrer
Online-Bekanntschaft Markus* (18) aus Nordrhein-West-
falen verbindet die beiden inzwischen eine enge Freund-
schaft. Schon nach dem ersten gemeinsamen Wochen-
ende wurde es schwierig. „So richtig eingeschlagen hat es,
als wir danach wieder nach Hause fuhren“, erinnert sich
Hajo. „Wir haben uns ausgemalt, wie wohl eine Beziehung
zu dritt aussähe.“ Vor allem Micha war entflammt. Doch
die Vernunft siegte – sehr zum Leidwesen von Markus.
„Habe ich dir deine Gefühle vorgeworfen?“, fragt Hajo.
Michael schlägt ihm kumpelhaft aufs Knie: „Du hattest
doch auch viel im Spiel, brauchst gar nicht so zu grinsen!“
Und fügt nachdenklich hinzu: „Schon seltsam, wie Men-
schen einem den Kopf verdrehen können.“ PHILIP EICKER
*Name geändert
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Im Bunde der Dritte
Nach fast sechs Jahren wollen Hajo und Micha ihre Beziehung öffnen. Das ist schwerer als gedacht
So stellen sich Hajo und Michael einen perfekten Abend vor. Hier kuscheln sie mit hinnerk-Model Jan (Mitte)
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