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Februar 2009 

Gemeinde Köniz

Könizer zeitung Der Sensetaler

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Braucht der Spiegel ein Zentrum?
Die Bevölkerung soll bei der Sanierung der Spiegelstrasse mitbestimmen
SPIEGEL – Löcher, Risse, Spurrinnen – die Spiegelstrasse muss dringend saniert werden. Die Gemeinde möchte gleichzeitig den Kern des Quartiers umgestalten. Ob überhaupt ein Bedürfnis nach einem Zentrum besteht, bleibt nach einem Informationsabend unklar.
«Die Spiegelstrasse ist eine Katastrophe.» In diesem Punkt war man sich an der Informationsveranstaltung des Spiegel-Leists einig. Die Hauptstrasse durch das Könizer Quartier am Gurtenhang ist mit Löchern und Rissen übersät. Der Asphalt hat an manchen Stellen unter den schweren Busse gelitten. Dunkle Flicken zeugen von notdürftigen Reparaturen; mancherorts – zum Beispiel beim Schulhaus – überdecken sie Markierungen. Um die 200 Personen waren der Einladung zur Infoveranstaltung zum Thema «Sanierung Spiegelstrasse» gefolgt und fanden sich am Abend des 10. Februars im Saal des Kirchgemeindehauses ein. «Mit einem solchen Aufmarsch habe ich nicht gerechnet», so Gemeinderätin Katrin Sedlmayer. Gemeinsam mit weiteren Vertretern der Gemeinde und der Firma Bernmobil stand sie Red und Antwort. Bushaltestellen versetzen? «Vorerst hatte die Gemeinde bei der Sanierung nur an ein Strassenprojekt gedacht», erklärte Ortsplaner Adrian Stäheli. Aufgrund von Rückmeldungen aus der Bevölkerung habe man sich nun aber dazu entschieden, auch das SpiegelZentrum in die Planung mit einzubeziehen. Die Gemeinde schlägt deshalb im Rahmen der Sanierung auch eine Standortanpassung der Bushaltestellen im Spiegel vor. «Durch eine Verschiebung der Haltestellen könnte das Spiegelzentrum aufgewertet und gestärkt werden», glaubt Verkehrsplaner Urs Reischmann. Zugunsten einer

Ob im Rahmen der Sanierung der Spiegelstrasse (links) auch das Zentrum des Quartiers umgestaltet wird, bleibt noch offen. | bi

Haltestelle im Zentrum möchte die Gemeinde auf jene beim Steingrubenweg verzichten. Die Haltestelle Weidli könnte aus Sicht der Planer bis zur Verzweigung Ahornweg verschoben werden. Sollte es zur Verschiebung der Bushaltestellen kommen, müsste wahrscheinlich auf einige der heute bestehenden Haltebuchten verzichtet werden. Dieser Umstand missfiel vielen Anwesenden: Warum sollte man etwas Bestehendes, etwas Funktionierendes abändern? Vor allem Autofahrer äusserten die Befürchtung, dass es hinter den haltenden Bussen zu längeren Wartezeiten kommen könnte. Was aus Sicht der Automobilisten als «Schikane» gewertet wurde, ist für die Gemeinde eine Verkehrsberuhigungsmassnahme. Kein Bedürfnis nach einem Zentrum Auch die Idee, das Zentrum aufzuwerten, kam nicht bei allen gut an: Eine ältere Dame erntete für die Äusserung, im Spiegel gebe es kein Bedürfnis nach einem Zentrum, Beifall. Viele Anwohner geben sich anscheinend mit «ihrer» Migros und «ihrer» Poststelle zufrieden. Vermehrt wurde auch darauf hingewiesen, dass das Spiegel-Zentrum mit dem Bläuacker-Zentrum in Köniz nicht mithalten könne. Die Konkurrenz sei einfach zu gross, die Anziehungskraft der Geschäfte

im Spiegel zu gering. Dass die Gemeinde schuld sei, an der Notlage der Quartierläden, wollte Gemeinderätin Katrin Sedlmayer nicht auf sich sitzen lassen: «Ein Quartierzentrum lebt von der Bevölkerung», gab sie zu bedenken. Es liege in den Händen der Spiegel-Bewohner, dass die Quartierläden überleben könnten. Mitwirkung erwünscht Noch steht die Planung für die Sanierung der Spiegelstrasse nicht. Ob sie eine Umgestaltung des Zentrums vorsehen wird, ist unklar. Von Seiten der Gemeinde wurde mehrfach betont, dass Wünsche, Anregungen und Ideen aus der Bevölkerung in das Projekt einfliessen sollen. Der Spiegel-Leist begrüsst prinzipiell eine Aufwertung des Spiegelzentrums, möchte jedoch nicht, dass die geplanten Änderungen für die Bewohner des Spiegels zu Verschlechterungen anstatt zu Verbesserungen führen. Der Vorstand des Leists schlägt drei Varianten (siehe Kasten) für die Verteilung der Busstationen im Spiegel vor. Er bittet die Anwohnerschaft ihre Meinung dazu abzugeben. Die Unterlagen können auf der Website spiegel-leist.ch herunter geladen werden. Barbara Imboden

Vorschläge des Spiegel-Leists
Variante «Status Quo» (unveränderte Haltestellen, inkl. Busbuchten) – Bus 16: Haltestelle Spiegel wie bisher / Haltestelle Spiegel Zentrum vor Migros wie bisher (beidseitig) / Haltestelle Weidli wie bisher. Bus 19: Haltestelle Steingrubenweg wie bisher (beidseitig) / Haltestelle Weidli wie bisher Variante Kirchgemeindehaus / Schulhaus (ohne Busbuchten) – Bus 16: Haltestelle Spiegel wie bisher / Haltestelle Spiegel Zentrum vor der Migros wie bisher (beidseitig) / Haltestelle Weidli wie bisher oder Verzweigung Ahornweg (beidseitig) / Bus 19: Haltestelle Steingrubenweg Richtung Bern wie bisher / Haltestelle Steingrubenweg Richtung Blinzern neu vor Schulhaus vis à vis Haltestelle Steingrubenweg Richtung Bern / Haltestelle Weidli wie bisher oder Verzweigung Ahornweg (beidseitig) / Option Weidli: Status Quo oder Haltestelle Weidli bei Verzweigung Ahornweg (beidseitig) Variante Zentrum (ohne Busbuchten) – Bus 16: Haltestelle Spiegel wie bisher / Haltestelle Spiegel Zentrum (Migros) neu auf Höhe Glassammelstelle (beidseitig) / Bus 19: Haltestelle Steingrubenweg wird aufgehoben (beidseitig) / Haltestelle Spiegel Zentrum (Migros) auf Höhe Glassammelstelle (beidseitig), gemeinsame Haltstelle mit Bus 16 / Haltestelle Weidli bei Verzweigung Ahornweg (beidseitig)