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märz 2009 

Gemeinde Köniz

Könizer zeitung Der Sensetaler

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Der Bund baut den Standort Liebefeld aus
Mit der Umsetzung der ersten Bauetappe könnte bereits nächstes Jahr begonnen werden
LIEBEFELD – 105 Millionen Franken investiert der Bund in die Weiterentwicklung des Areals «Forschungsanstalt». In einer ersten Etappe soll Platz für 700 zusätzliche Arbeitsplätze geschafft werden.
Der Kanton Bern übertrug 1897 das Areal der heutigen Forschungsanstalt per Schenkung an die Eidgenossenschaft. Die Nutzung wurde damals klar geregelt: Auf dem Gelände sollte die Land- und milchwirtschaftliche Versuchs- und Untersuchungsanstalt untergebracht werden. Rund um das Bundesareal wurde bis heute fleissig gebaut: Das Liebefeld hat sich von einem eher locker bebauten Industrie- und Wohngebiet zu einem regionalen Schwerpunkt mit Dienstleistungsgebäuden, einer grossen Zahl von Arbeitsplätzen und neuen Wohnüberbauungen entwickelt. Im August wird der grosszügig angelegte öffentliche Park im Dreispitz eröffnet. Nun will der Bund das volle Potenzial seines Areals ausnutzen: Auf dem Gelände der Forschungsanstalt soll bis 2013 ein Schwerpunkt-Standort mit rund 700 neuen Arbeitsplätzen entstehen. Verbindung im Untergrund Gemeinsam mit der Gemeinde Köniz lancierte der Bund vor zwei Jahren einen Projektwettbewerb. Gesucht wurde nach einem kreativen Beitrag zum Thema «Arbeitsplatzschwerpunkt im städtischen Wohngebiet». Die Teilnehmer mussten eine räumliche und städtebauliche Gesamtlösung für das Bundesareal präsentieren. Das Projekt «Oakland» des Planungsteams Matti Ragaz Hitz Architekten AG (Liebefeld) wurde im Dezember 2007 zum Sieger gewählt. Grundelemente des überarbeiteten Projekts sind ruhige Bauvolumen und grosszügige, öffentliche Aussenraumflächen. Auf der Ebene des ersten Untergeschosses sollen neue und bestehende Gebäude

Das Bundesareal soll zur «Landschaft» werden und den freien Durchgang zum Park im Liebefeld ermöglichen.

Bild: zvg

miteinander verbunden werden. Nur das alte Hauptgebäude der Forschungsanstalt wird nicht an diese arealinterne Verbindung angeschlossen werden. Durch grosszügige Abgrabungen und Belichtungshöfe wird das unter Terrain liegende Verbindungsgeschoss natürlich belichtet. Hier sind wichtige gemeinsame Arealeinrichtungen wie Sitzungszimmer, Bibliothek, Cafeteria usw. vorgesehen. Die Obergeschosse stehen dadurch für hochwertige Büroarbeitsplätze zur Verfügung. Markante Baumreihen sollen dem Areal in eine parkähnliche «Landschaft» verwandeln. Realisierung in Etappen Die Realisierung des Projekts soll in Etappen erfolgen. In einer ersten Bauphase soll vorerst entlang der Bündenackerstrasse ein lang gezogenes, durchlässiges Haupgebäude entstehen. Gleichzeitig wird zwischen dem neuen und den bestehenden Gebäuden ein Verbindungsbau errichtet. Die neuen Elemente bieten Platz für 700 Arbeitplätze. Planung und Bau der ersten Etappe werden den Bund rund 105 Millionen Franken kosten. In weiteren Etappen soll der Standort «Forschungsanstalt» mit zusätzlichen 600 Arbeitsplätzen auf total 1’840 Arbeitsplätze ausgebaut werden.

Planung nicht abgeschlossen Das Wettbewerbsprojekt der Matti Ragaz Hitz Architekten AG wurde ausgearbeitet und dient heute als so genanntes Richtprojekt. Es beinhaltet Modelle und Pläne und gibt die Richtung vor, in die die weitere Planung gehen soll: «Im Moment ist noch nicht jedes Detail durchgeplant», erklärt Architekt Roland Hitz. Das Richtprojekt ein behördenverbindliches Dokument und dient als Grundlage für die Teil-Überbauungsordnung. Diese beiden Planungsinstrumente garantieren eine öffentliche Zugänglichkeit und verbesserte Durchlässigkeit zwischen dem Wohnquartier und dem zukünftigen Park im Liebefeld und sollen damit auch einen Mehrwert für Fussgänger und Radfahrer schaffen. Sie gewährleisten aber auch dem Bund die notwendige Rechtssicherheit zur langfristig angestrebten Entwicklung am Entwicklungsschwerpunkt Köniz Liebefeld. Der Gemeinde wird das Richtprojekt als wichtige Grundlage zur Beurteilung der Baugesuche der Realisierungsetappen dienen. Planauflage und Mitwirkung Für die Realisierung der vorgesehenen Bebauung gemäss Richtprojekt müssen die Vorschriften zur

Zone mit Planungspflicht ZPP 4/4 «Forschungsanstalt» geringfügig angepasst werden. Die Gebäudehöhe von 18 Metern ab dem heutigen Terrain wird grundsätzlich nicht überschritten. Aufgrund der Projekteigenheiten (Untergeschoss als belichtetes Verbindungsgeschoss aller Baufelder) mit grosszügigen Terraineinschnitten und Abgrabungen soll die zulässige Gebäudehöhe von 18 Metern neu mit einer Dachkote festgelegt werden. Die Teil-Überbauungsordnung und die geringfügige Änderung der besonderen Vorschriften liegen noch bis zum 1. April 2009 öffentlich im Lichthof des Könizer Gemeindehauses auf. Ebenfall bis zu diesem Stichtag ist eine öffentliche Mitwirkung zum Richtprojekt und zum Richtmodell möglich. Ohne Einsprachen könnte die Planung bereits diesen Sommer beim Kanton zur Genehmigung eingereicht werden. «Im besten Fall können wir Mitte 2010 mit dem Bau beginnen», so Hanspeter Winkler, Leiter Projektmanagement Bundesamt für Bauten und Logistik. Bei einer Realisierungszeit von rund 3,5 Jahren wäre dann eine Inbetriebnahme im Dezember 2013 möglich. Barbara Imboden

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