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April 2009 

Gemeinde Köniz

Könizer zeitung Der Sensetaler

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Trotz Geldmangel wird weiter geplant
Die Sanierung der Freiburgstrasse ist noch nicht vom Tisch
WANGENTAL – Die Freiburgstrasse muss saniert werden. Erste Massnahmen wurden bereits ausgeführt. Die Komplettsanierung wird den Kanton über fünf Millionen Franken kosten. Ein Überblick über die bisherigen Arbeiten.
Um die 12'000 Fahrzeuge befahren pro Tag die Freiburgstrasse. Sie ist die letzte Zufahrtsachse nach Bern, die noch nicht komplett saniert wurde. «Zum heutigen Zeitpunkt kann diese Verkehrsmenge ohne grössere Probleme verarbeitet werden», versichert Thomas Schmid vom Tiefbauamt des Kantons Bern (Oberingenieurskreis II). Je nach Siedlungsentwicklung sei aber im Jahre 2020 in etwa die maximal verkraftbare Verkehrsbelastung erreicht. Punktuell sei dann mit kritischen Bereichen zu rechnen. «Bereits seit längerer Zeit zeigen sich im Bereich Langsamverkehr Sicherheitsdefizite und unattraktive Streckenabschnitte», so Kreisoberingenieur a.i. Schmid. «Punktuell wurde hier mit Sofortmassnahmen zwischen dem Schwendistutz in Niederwangen und dem Hähli in Thörishaus die Situation vorläufig etwas entschärft.» Strassenbeleuchtungen wurden ergänzt, gewisse Einmündungen verbessert und Mehrzweckstreifen aufgebracht. Durchgehende Fahrradspuren und gesicherte Fusswege fehlen bis heute. Die im Jahr 2003 ausgeführten «Sofortmassnahmen» kosteten den Kanton rund 800'000 Franken. Schwierige Phase Die Sanierung der Freiburgstrasse wurde im November 2008 ins kantonale Strassenbauprogramm 2009-2012 aufgenommen. Fünf Millionen Franken wurden dafür unter der

Die Sanierungsmassnahmen beim Restaurant zum Hähli haben den Kanton 500'000 Franken gekostet.. 

Foto: Barbara Imboden

Rubrik «Korrektion Wangental» budgetiert. «Für die Durchführung der Planungsarbeiten und später für die Ausführung müssen aber auch jährlich die entsprechenden Geldmittel zur Verfügung stehen», so Thomas Schmid. «Diesbezüglich sind wir in einer etwas schwierigen Phase.» Trotzdem habe der Kanton vor, noch in diesem Jahr mit den Vorbereitungsarbeiten zur Planung zu beginnen. Sanierungsarbeiten beim Hähli Letztes Jahr wurden auf der Kantonsstrasse weitere Sanierungsarbeiten ausgeführt: «Der gefährliche Übergang beim Restaurant zum Hähli wurde für fast 500'000 Franken massiv verbessert», so Könizer Gemeinderätin Katrin Sedlmayer. So sei die Strasse breiter und mit einer Mittelinsel insgesamt übersichtlicher geworden. Die Strasse wurde in Richtung der Parkplätze des Restaurants verlegt. Ein Trottoir wurde erstellt. «Für das Restaurant sind dadurch zwölf Parkplätze verloren gegangen», erzählt Wirt Koni Mösli. Zudem sei die Zuund Ausfahrt Ost schlechter geworden. «Die Lastwagenfahrer kommen nicht mehr zum Znüni», bedauert Mösli.

Während der Sanierungsarbeiten habe er zudem grosse Umsatzeinbussen gehabt. So weit wie möglich habe der Kanton aber die Bedürfnisse des Restaurants in die Planung mit einbezogen: «Die Hauptbauphase wurde in unsere Betriebsferien geplant.» Auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde habe sehr gut funktioniert. Trotz allen erwähnten Nachteilen ist für Koni Mösli die Sanierung zu wenig weit gegangen: «Viele meiner Gäste empfinden es als Hohn, dass trotz grosser Investitionen bei der Unterführung kein Trottoir gebaut wurde.» Fussgänger in Richtung Thörishaus Dorf müssten weiterhin auf die Strasse ausweichen. Auf wenig Verständnis stösst auch das «Spielzeug» auf dem Mittelstreifen. Die Entfernung des mit Reflektoren ausgerüsteten Gestaltungselements sei ein viel angebrachter Wunsch. Man erachte dessen Wirkung als gering und seine Installation als Verschwendung von Steuergeldern. Versatz wird korrigiert Die Gemeinde ist, ebenso wie Wirt Mösli, nicht vollumfänglich mit dem Fortgang der Sanierung zufrieden: «Bis jetzt

war alles nur ‹Pflästerlipolitik›», klagt Sedlmayer. «Wir haben beim Kanton immer wieder die Totalsanierung gefordert.» Bei den bisher ausgeführten Arbeiten ist zudem ein Fehler passiert: Bei einem Buckel, der zur Verkehrsberuhigung auf der Freiburgstrasse angebracht wurde, ist der Niveauunterschied zur normalen Fahrbahn zu gross. Der vertikale Versatz auf der Nordseite des Hählis in Fahrrichtung Bern ist auch Thema am Stammtisch im Hähli: «Er ist unseren Gästen ein Dorn im Auge», so Mösli. Die Gemeinde hat sofort nach den ersten Reklamationen interveniert und die Sanierung verlangt. Der «Kamelbuckel» – wie er mittlerweile von der Bevölkerung genannt wird – soll noch in diesem Frühjahr, auf das ursprünglich geplante Niveau gesenkt werden: «Der Versatz wird im Mai 2009 korrigiert. Ein Teil des Belags wird abgefräst und neu auf die richtige Höhe eingebaut», verspricht Thomas Schmid. Da es sich um eine Garantiearbeit handelt, trägt der ausführende Unternehmer die Kosten für die Korrektur. Diese dürften laut Schmid rund 10'000 Franken betragen. Barbara Imboden