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Energiewende in Deutschland?  Ulrich Wolff  Juni 2011      Energiewenden sind normale Vorgänge in der Geschichte.

 Ihre Folge kennzeichnet das  Werkzeug, die Nutzung des Feuers, der Muskelkraft der Tiere, der Kraft von Wasser und  Wind bis schließlich fossile Brennstoffei viele der historischen Quellen ergänzten oder  ersetzten und die Größe der Weltbevölkerung, die Lebenserwartung der Menschen und  ihre Lebensqualität stetig weiter ansteigen lassen.  In Deutschland dominieren nach dem zweiten Weltkrieg auf einem kleinen Sockel von  Wasserkraft Kohle und Erdöl die Stromversorgung. Vor etwa 50 Jahren kamen die  Kernenergie und etwas später Erdgas dazu, das Erdöl wurde verdrängt und der  Welthandel machte die deutsche Steinkohle hoffnungslos unwirtschaftlich.   Staatliche Regulierung verhinderte die natürliche Anpassung des Marktes, das  Ausscheiden der Steinkohle aus der Stromversorgung.ii Die Subvention der deutschen  Steinkohle trägt inzwischen mit fast 1 Billion zur Staatsschuld bei. Die Bürger wurden  über die Konsequenzen dieser Fehlentscheidung einer sogar immer noch andauernden  Subventionierung weder korrekt informiert noch in die Entscheidungen eingebunden.iii   Weil der Steuerzahler trotz dieser fehlerhaften Energiepolitik klaglos die Mehrkosten  trug, war bis zur Jahrtausendwende eine technisch und wirtschaftlich gut  funktionierende Energieversorgung mit einem Energiemix aus Kohle, Kernenergie,  Erdgas und Wasserkraft bereits verziert mit einigen wirtschaftlich noch unbedeutenden  Spuren von Biomasse, Windkraft, Solarzellen und Erdwärme ein erfreuliches Ergebnis.  Seit etwa 30 Jahren bemühen sich in Deutschland politische Gaukler erfolgreich um eine  drastische Energiewende. Als ein Kernstück wird seither aktiv der Ausstieg aus der  Kernenergie betrieben und in Gesetzen festgeschrieben. Als Begründung dient ein  angeblich nicht beherrschbares Restrisiko, das allerdings ein deutscher Ausstieg aus der  Kernenergie nicht real, sondern nur scheinbar verändern kann.    Als zweite Komponente sollen auch fossile Brennstoffe ersetzt werden, weil angeblich  durch ihre Nutzung ein im Vergleich zur Klimageschichte sogar extrem geringer  Wiederanstieg der Menge des lebenswichtigen Kohlendioxids in der Atmosphäre  Klimakatastrophen verursachen würde.iv   Ersatz für Kernenergie und fossile Brennstoffe können angeblich die aus technischen  und wirtschaftlichen Gründen aus den Energiemärkten der Welt weitgehend  verschwundenen sog. „erneuerbare Energien“ liefern und mit Windkraft, Solarzellen  und Biomasse in der Stromversorgung wieder reaktiviert werden. Wie das allerdings  realisiert werden könnte, wird nicht gezeigt.  Die Welt außerhalb Deutschlands nutzt intensiv alle wirtschaftlich verfügbaren Quellen  fossiler Brennstoffe. Ihr Verbrauch wächst stetig und muss auch weiter wachsen, weil  ein beträchtlicher Anteil der noch nur 7 Milliarden Menschen auf der Welt gegen den  Hunger um das nackte Überleben kämpft.   

 

Tatsächlich sind alle Klimate auf der Erde weiter durch ein unverändertes natürliches  Schwankungsverhalten gekennzeichnet und die friedliche Nutzung der Kernenergie hat  trotz der Einwirkung extremer Naturgewalten die Gesundheit von Menschen bisher  nicht gefährdetv. Gestützt auf 40 erfolgreiche Jahre mit mehr als 400 Kernkraftwerken  wird diese Quelle der wertvollsten Energieform Elektrizität global in wirtschaftlich  hinreichend starken Ländern intensiv weiter ausgebaut.   Mit dem Mittel der Erzeugung von Angst und Hoffnung betreiben die politischen  Stimmenfänger in Deutschland  den Ausstieg aus der Kernenergie, der Kohle und den  Einstieg in windigen und sonnigen Strom.   Ein Nachweis der technischen Realisierbarkeit der Ziele dieser betriebenen  Energiewende existiert nicht. Belastbare Daten über die wirtschaftlichen Konsequenzen  der Eingriffe in den Markt gibt es nicht. Konkrete prüfbare Pläne des eingeschlagenen  Weges zur staatlichen Regulierung der Stromerzeugung liegen nicht vor.  Ins Blaue  hinein bestimmt Wahltaktik die jeweiligen Eingriffe in den Energiemarkt:  1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Ein Verbot der Errichtung neuer Kernkraftwerke wurde im Atomgesetz  verankert.  Die Forschung  zur Kernenergie wurde eingestellt.vi   Die Infrastruktur der Kernenergienutzung wurde zerstört.  Deutsche Hersteller von Kernkraftwerken und nuklearen Bauteilen müssen  nach dem Erreichen eines Spitzenplatzes auf dem Weltmarkt aufgeben, weil  ihnen die Existenzgrundlage entzogen wurde.   Die systematische Stilllegung von Kernkraftwerken begann bereits in  Mühlheim Kärlich nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des Kraftwerks.   Ein Schulterschluss der Politiker aller deutschen Parteien erfolgt 2011 mit  der Anordnung der sofortigen Abschaltung von 8 weiteren  Kernkraftwerken.  Die Anordnung der Stufenweisen Stilllegung der restlichen 9  Kernkraftwerke wird vorbereitet.  Eine Zwangseinspeisung von  Strom aus Windkraft und Solarzellen wurde  gesetzlich verfügt, obwohl diese Technik die Mindestanforderungen des  Strommarktes sowohl technisch, wirtschaftlich als auch ökologisch weit  verfehlt (1).  Biomasse kann zwar technisch zuverlässig Strom liefern. stillt jedoch nicht  den Hunger auf der Welt. Nicht essbare Anteile reichen nicht einmal aus, um  die zur Herstellung und Verteilung der Nahrung erforderliche Energie aus  Erdöl zu ersetzen.   Die Realisierung der Entsorgung der radioaktiven Abfälle wird verzögert,  obwohl technisch verfügbar und wirtschaftlich gesichert.  

9.

10.

Schlussfolgerung   Windkraft und Solarstrom können die Stromerzeugung aus fossilem Brennstoff und  Kernenergie in Deutschland aus folgenden Gründen nicht ersetzen:  Die geringe zeitliche Verfügbarkeit von Windkraft und Solarstrom mit einem  Totalausfall über Tage und Wochen macht ihre direkte Nutzung als Ersatz der Grundlast  aus Kohle‐, Gas‐  und Kernkraftwerken unmöglich. Eine Heilung dieser Defizite wäre nur  möglich durch erstens eine Überkapazität der neu zu installierenden Leistung von 300  bis 500 % der zu ersetzenden Kraftwerke, zweitens eine Speicherung von Strom in 

 

Pumpspeichern mit einer in Deutschland nicht realisierbaren Leistungsgröße von noch  einmal 200 bis 400 % der Nennleistung der zu ersetzenden Kraftwerke und drittens  durch die Errichtung der zum Betrieb eines solchen hypothetischen Monstrums  erforderlichen Netze. Auf diese Weise erzeugter Strom wäre auf einem internationalen  Markt schlicht unverkäuflich und erübrigt die Berechnungen von Kosten des Irrsinns.                                                          
i Pflanzen haben während der Erdgeschichte 1,2 x 1015 t Sauerstoff aus Kohlendioxid freigesetzt. 

Dabei wurden 4,5 x 1014 t Kohlenstoff teils in chemischer Bindung mit Wasserstoff überwiegend  fein verteilt in der Erdkruste abgelagert. Die Nutzung als Brennstoff ist nur möglich, wenn der  Erntefaktor deutlich größer ist als ein. Wirtschaftlich gewinnbare Vorräte werden auf etwa 0,5%  der Gesamtmenge bzw. 2 – 3  x 1012 t geschätzt (1).    ii Die Subvention aus Steuermitteln wurde finanziert aus der jeweiligen Neuverschuldung (1)  und hat einen Anteil an der Staatsschuld von etwa 1 Billion Euro verursacht, dessen Verzinsung  bei einem niedrigen Zinssatz von nur etwa 3% den Staatshaushalt gegenwärtig jährlich mit 30  Milliarden Euro belastet    iii Die Tilgung dieses Anteils allein könnte nur mit Hilfe drastischer Steuererhöhung um  mindestens 50 bis 100 Milliarden Euro jährlich erfolgen oder mit einer Inflation beseitigt  werden, da der deutsche Staat keine profitable Geschäftstätigkeit betreibt (1). Noch immer wird  versucht, das Auslaufen der Subvention der Steinkohle weiter zu verzögern.  
iv Der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ist während der Erdgeschichte durch die Assimilation 

und Speicherung von Biomasse in der Erdkruste von mehr als 25% auf 0,03% gesunken und  gegenwärtig als Folge der Nutzung fossiler Brennstoffe auf 0,04% angestiegen ohne eine jemals  erkennbare Wirkung auf die Klimate (2,3). 

 

v Der Unfall in Tschernobyl traf  Militärtechnik zur Herstellung von Plutonium für Kernwaffen, 

die der Verkauf von Strom preisgünstiger machen sollte (1). In Fukushima hat das  Zusammentreffen extremer Einwirkung aus Erdbeben und Tsunami 4 Kernkraftwerke so stark  beschädigt, so dass vorsorglich Menschen vorübergehend evakuiert werden mussten, um eine  Überschreitung der empfohlenen Grenzwerte der Strahlendosis während einer Lebenszeit von  70 Jahren am radioaktiv kontaminierten Wohnort sicher auszuschließen. Eine akute Gefahr  außerhalb der Kraftwerksstandortes bestand nicht. Der Tsunami forderte dagegen mehr als 25  000 Menschenleben. 
vi Kernforschungszentren wurden geschlossen. Allein bei der Brütertechnik ging mit der 

verweigerten Inbetriebnahme des Kraftwerkes in Kalkar das Forschungsergebnis einer  Investition von etwa 5 Milliarden Euro verloren.  Literatur:  (1) „Wohlstand oder Katastrophe?“, 2005, Ulrich Wolff, ISBN‐10: 3‐8334‐5129‐7  (2) „Falsification of the Atmospheric CO2 Greenhouse Effect within the Frame of Physics“,   Gerhard Gerlich, Ralf D. Tscheuschner, International Journal of Modern Physics B Vol. 23, No.  3 (2009) 275–364.  (3) Ein neues Verständnis des Klimas und seiner Veränderungen“, Ulrich Wolff,  Energiewirtschaftliche Tagesfragen 58. Jg. (2008) Heft 12, Seite 84 – 89