DEUTSCHER MEISTER 2010/11

URSULA VON DER LEYEN

INTERVIEW

Alles zum Dortmunder Titelgewinn
Seiten 15 bis 20 und 23 bis 25

Bildungspaket sucht Abnehmer Seite 31

Dr. House kann auch anders Seite 21

Deutschlands groß e Sonntagszeitung | Gegründet 1948 | www.welt.de
NR. 18 AUSGABE B ** SONNTAG, 1. MAI 2011 PREIS D ¤ 3,10

Deutschland zerfällt in Nord und Süd
Erfolgsregionen südlich des Mains hängen den Rest des Landes ab. Grün-Rot in Stuttgart rüttelt am Länderfinanzausgleich
MATTHIAS KAMANN UND DOROTHEA SIEMS

Nach ihrem Auftritt auf dem Balkon des Buckingham Palace fahren Kate und William im Aston Martin für eine kurze Erholungspause ins Hotel

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Süden. Weil die Wirtschaft vor allem dort investiert, dürfte das Gefälle zunehmen. Laut Stifterverband für die Wisseneutschland wird wieder zu schaft fließen 52 Prozent der gesamten einem gespaltenen Land. Forschungsausgaben der Wirtschaft nach Doch die Grenze verläuft Bayern und Baden-Württemberg. Die Unterschiede werden durch den nicht mehr zwischen Ost und West, sondern Nord Länderfinanzausgleich nicht eingeebnet. und Süd driften auseinander. Ob wirt- Laut bayerischem Finanzministerium schaftliche Dynamik, Arbeitsmarkt, De- wurden zwischen 1950 und 2010 fast 157 mografie oder Forschung – während der Milliarden Euro zwischen den Ländern Norden zurückfällt, werden neben Bay- umverteilt. Bayern, Baden-Württemberg ern und Baden-Württemberg auch Hes- und Hessen sind die Hauptfinanziers. Doch regt sich bei ihnen sen und Rheinland-Pfalz wegen eigener Haushaltssowie Thüringen und SachDie nöte Widerstand; debatsen zu Erfolgsregionen. Umverteilung tiert wird eine Klage vor Verstärkt wird das Gefäldem Bundesverfassungsle durch Wanderungsbewezwischen gericht. gungen. Nach aktuellen den Ländern ist Bayerns FinanzminisDaten des Bundesinstituts ter Georg Fahrenschon für Bevölkerungsforschung ungerecht (CSU) kündigte an, man (BIB), die der „Welt am werde an der Klage festSonntag“ vorliegen, zog Nils Schmid, SPD, halten, wenn zwischen Bayern seit 1990 im Saldo künftiger Finanzminister Geber- und Nehmerlän670 000 Bewohner aus anvon Baden-Württemberg dern eine „gütliche Einideren Teilen Deutschlands gung nicht möglich ist“. an. Im selben Zeitraum verlor Niedersachsen fast eine halbe Mil- Auch die grün-rote Landesregierung von lion Menschen, Berlin knapp 100 000. Baden-Württemberg wird „vor einer KlaAuch Mecklenburg-Vorpommern oder ge gegen den Finanzausgleich nicht zuBremen bluten aus. Laut BIB zieht es vor rückschrecken“, wie der designierte Fiallem junge Menschen zwischen 18 und nanzminister Nils Schmid (SPD) der 30 Jahren zur Arbeit oder Ausbildung in „Welt am Sonntag“ sagte. Das System andere Länder. Bayern prognostizieren müsse verändert werden, „weil es ungedie Experten bis 2030 eine anhaltende recht ist und falsche Anreize setzt“. Doch wird ein Zusammengehen von Zuwanderung. Mit ihr werden auch andere Süd-Länder ihre Bevölkerung im Ge- Baden-Württemberg und Bayern schwiegensatz zum Rest der Republik relativ rig, da Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Kooperation beider stabil halten. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht im Sü- Länder wegen Grün-Rot im Ländle aufden fast Vollbeschäftigung, während die gekündigt hat. In der „Süddeutschen ZeiErwerbslosenquoten im Norden hoch tung“ sagte er in der Sprache der Blockbleiben. So meldet Bayern im April eine Konfrontation: „Wir haben nun einen Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent, Ber- Wettbewerb der Systeme.“ Darauf antlin oder Mecklenburg-Vorpommern kom- wortete Nils Schmid aus Stuttgart, „diese men dagegen auf mehr als 13 Prozent. Im überholte Parteipolemik“ nütze niemangesamten Norden fiel der Rückgang der dem, „schon gar nicht Bayern und BadenArbeitslosigkeit in den vergangenen Württemberg“. zwölf Monaten viel schwächer aus als im Seiten 8 und 9

Just married ...
AP/JOHN STILLWELL

Eine Hochzeit vor den Augen der Weltöffentlichkeit ist anstrengend. Das Brautpaar schien erleichtert, als die Zeremonie vorbei war. Ihr Wochenende verbringen Kate und William an einem geheimen Ort
Seiten 2, 3 und 4

Al-Qaida-Terroristen planten Bombenbau
Die drei am Freitag festgenommenen mutmaßlichen Terroristen sind laut Bundesanwaltschaft von einem hochrangigen Al-Qaida-Mitglied beauftragt worden, in Deutschland Anschläge zu begehen. Die Männer seien Teil eines größeren Netzwerks, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA) Jörg Ziercke am Samstag in Karlsruhe. „Wir gehen derzeit davon aus, dass mindestens sieben bis acht Personen zu diesem Netzwerk gehören.“ Die Beschuldigten sollen seit Dezember 2010 ein Attentat womöglich im Raum Düsseldorf vorbereitet haben und suchten nach Wegen, Chemikalien für den Bombenbau zu beschaffen. Bei den drei Festgenommenen handelt es sich nach Angaben von Bundesanwalt Rainer Griesbaum um den hauptverdächtigen 29-jährigen Marokkaner Abdeladim El-K., den 31-jährigen Deutsch-Marokkaner Jamil S. sowie den 19-jährigen Deutsch-Iraner Amid C. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Gegen die drei Männer wurde am Samstag Haftbefehl erlassen. Die Festnahmen entfachen erneut die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl, forderte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) auf, den Widerstand bei der Speicherung von Kommunikationsdaten aufzugeben. „Angesichts des hohen konspirativen Aufwands, den die Terroristen an den Tag gelegt haben, liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Aufklärung ihrer Kommunikationswege“, sagte der CSU-Politiker. Die Liberalen wehren sich gegen die Unionsforderungen, die Kommunikationsdaten aller Bürger auch ohne konkreten Verdacht für mindestens sechs Monate zu speichern.
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BUNDESLIGA

Gladbach träumt von der Rettung
Die Meisterschaft ist entschieden, der Abstiegskampf wird umso spannender. Borussia Mönchengladbach gewinnt überraschend in Hannover. Christoph Daum hingegen verliert mit Eintracht Frankfurt in Mainz und muss nun um den KlassenerSeiten 23 bis 30 halt zittern.
Freitag Bremen – Wolfsburg Kaiserslautern – St. Pauli Samstag Dortmund – Nürnberg Hamburg – Freiburg Mainz – Frankfurt Hoffenheim – Stuttgart Köln – Leverkusen Hannover – M’gladbach München – Schalke

Jahn: „Freiheit muss man sich nehmen!“
Der neue Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Roland Jahn, will ehemalige Angehörige der SED-Geheimpolizei nicht ausgrenzen. „Auch die Menschen, die bis 1990 bei der Stasi tätig waren, haben eine zweite Chance verdient“, sagte der frühere ARD-Journalist der „Welt am Sonntag“. Zugleich hält Jahn an dem Vorhaben fest, sich von 47 früheren Stasimitarbeitern in der Stasi-Unterlagen-Behörde zu trennen. Allerdings habe er auch gegenüber diesen Mitarbeitern „eine soziale Verantwortung“, sagte Jahn. Er wolle helfen, sie in anderen Behörden unterzubringen. Im Umgang mit DDRBiografien warnt Jahn vor Überheblichkeit. Niemand solle so tun, als ob man schon immer gegen alles gewesen sei. Er selbst habe unter den Bedingungen der Diktatur zu einem zentralen Motto seines Lebens gefunden: „Freiheit muss man sich nehmen!“
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Zipperts Wort zum Sonntag

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wei Milliarden Menschen in aller Welt beobachteten begeistert, wie in London ein 29-Jähriger mit starkem Haarausfall die Tochter eines Scherzartikelherstellers zur Frau nahm. Die Massen verfolgten ergriffen das Jawort sowie das Brautkleid und den Kuss des Jahres live am Bildschirm. Allein in Deutschland schauten 60 Millionen zu. Wenn hier schon alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, sollen wenigstens die Fernsehgeräte eingeschaltet bleiben. Unser Bundespräsident hat dem Paar seine herzlichsten Glückwünsche ausgerichtet. Er fühlt sich dem englischen Königshaus besonders verbunden, da er mindestens genauso überflüssig ist wie die Windsors, aber genau wie sie auf Kosten der Steuerzahler in einem Schloss leben darf. Heute geht die Party in Rom weiter, wenn Johannes Paul II. von seinem Nachfolger Benedikt XVI. seSERVICE: 01805/6 300 30
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liggesprochen wird. Es werden noch mehr Besucher als in London erwartet, denn es handelt sich um die schnellste Seligsprechung aller Zeiten. Ein echtes Wunder also, das auch dringend benötigt wird, damit Karol Wojtyla in Kürze heiliggesprochen werden kann. Es ist eigentlich unverständlich, warum man die beiden Events nicht zusammengelegt hat. Bei der Gelegenheit hätte auch Lady Di endlich seliggesprochen werden können, die gelitten hat, um die Auflagen von Zeitschriften und die Einschaltquoten von Fernsehsendern zu steigern. Noch weiß man übrigens nicht, welches Kleid der Papst bei der Zeremonie tragen wird. Der Bundespräsident schickte seine Glückwünsche nach Rom und erklärte, es sei ein erfreuliches Ergebnis der neuen EU-Freizügigkeitsregelung, dass ein ehemaliger polnischer Papst nun europaweit als Seliger arbeiten dürfe.

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2 DIE HOCHZEIT
Liebe Leserinnen, liebe Leser
ibt es in Deutschland eigentlich Menschen, die sich weder für Fußball noch für die Hochzeit in London interessieren? Gehören Sie auch zu diesem erlauchten Kreis? Schenken Sie mir drei Minuten Ihres kostbaren Sonntags, um Ihre Neugierde für unsere Berichterstattung über zwei Ereignisse zu wecken, die die Gefühle und Nachrichten des Wochenendes bestimmt haben. Keine Angst vor Fußball! Bei der jungen Dortmunder Meistermannschaft von Trainer Jürgen Klopp spielt er eigentlich nur eine Nebenrolle. Die Geschichte dieses Teams handelt eben nicht von 11 schwitzenden Millionären, die hinter einem Ball herlaufen und in dieser Saison zufällig besonders viele Tore geschossen haben. Der grüne Rasen ist vielmehr die Bühne für die ewige Geschichte von Aufstieg und Fall. Es geht um eine geheimnisvolle Kraft, die eine ganz besondere Fußballmannschaft aus der Tradition, aus den Legenden, den Geschichten einer Stadt, einer ganzen Region und ihrer einzigartigen Typen geschöpft hat. Auf den Straßen, den Plätzen, den Stadien und in den Wohnungen in Dortmund lernt man demütig, wie groß und bedeutsam der Fußball im Leben von vielen Fans sein kann. Und man beginnt zu verstehen, warum. Die ganze Stadt Dortmund und viele andere haben sich in eine junge, entschlossene Fußballmannschaft verliebt, die von einem Trainer an die Spitze geführt wurde, dessen Eigenschaften man sich auch im Berufs- oder Privatleben von Mitmenschen wünscht: Energie, Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit. Lesen Sie unser Titelthema auf den Seiten 15 bis 20. Gerade wenn Sie kein Fußballfan sind. Der genaue Blick auf die Hochzeit in London kann uns etwas Ähnliches lehren. Es geht bei dieser Feierlichkeit eigentlich nicht um die prunkvolle Oberfläche und die königliche Familie. Sie liefert nur die Hauptdarsteller für eine Aufführung, die den Briten einen Moment des ungetrübten Patriotismus und der Selbstvergewisserung schenkt. Wir bewundern die Pracht einer Monarchie – und blicken gleichzeitig in das Herz einer der ältesten Demokratien der westlichen Welt. Jede Geste, jede Bewegung, der ganze Ablauf dieser Veranstaltung war minutiös festgelegt und Ausdruck eines selbstbewussten, stolzen, von Traditionen geprägten Landes. Und über allem lag dieser Hauch von lässiger britischer Selbstironie. Einzigartig – genau wie dieser Sonntag. Genießen Sie ihn. Frank Schmiechen, Stellv. Chefredakteur Chefredakteur Jan-Eric Peters ist in Urlaub

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UND DANN WAREN DA NOCH …
... die Familie, die Gäste, die Kleider – Momentaufnahmen einer Königshochzeit
Zu eng geschnürt: Elton John und Partner David Furnish Na, was macht das Baby? David Beckham streichelt Victoria

Das ist zu laut: Blumenkind Grace van Cutsam, 3 Geweih- oder Brezel-Hut? Prinzessin Beatrice (r.) und Eugenie

So schön war die Hochzeit
JUDITH LUIG

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IN DIESER AUSGABE
Eine kurze Übersicht

Politik
Heraus zum 1. Mai: Als CDU-Chef in Berlin-Kreuzberg ist Kurt Wansner ein Exot im rebellischen Bezirk. Dennoch zeigt er tapfer Präsenz Seite 5

Sport
Mission erfüllt: Dank Markus Babbel kehrt Hertha BSC mit mehr Bescheidenheit in die Fußball-Bundesliga zurück Seite 28

ie Queen war ‚not amused‘. Allerdings nicht wegen des Inhalts der heiß erwarteten Worte von Prinz Harry, sondern weil sie, wie vorher angekündigt, schon nach dem Champagnerempfang im Buckingham-Palast mit Prinz Philip nach Windsor abreiste und sich so selbst um die Gelegenheit des komischen Höhepunkts englischer Hochzeiten brachte: die Rede des Trauzeugen beim Dinner am Abend. Angeblich soll Chelsy Davy, südafrikanische Farmerstochter und immer mal wieder die Freundin von Prinz Harry, ihm beim Formulieren seiner Rede auf den Bräutigam geholfen haben. Vielleicht reicht ein Detail von Chelsy aus, um sich ungefähr vorzustellen, was dann dabei herausgekommen ist: Ihre Handtasche, die sie in der Westminster Abbey trug, war von Mark Lana, einer von Lady Dianas Lieblingsdesignerinnen: eine Clutch aus Alligatorenleder. Nun ja, ein bisschen zu viel des Guten eben. Harry hatte angekündigt, dass er die Rede entschärfen würde, wenn er sie in Anwesenheit seiner Großmutter vortragen müsste. Im Internet erklärten nicht näher genannte Quellen, von denen es dieser Tage viele gibt, die Königin sei nicht von der Rede ihres Enkels, sondern von der Idee, Popmusik im Palast zu spielen, verscheucht worden. Die Quellen wussten auch etwas von Disco-Kugeln, die im Ballsaal hingen, und DJs, die der Party einheizen sollten. Eine offizielle Stellungnahme des Königshauses gab es zu all dieser vermuteten Modernisierung selbstredend nicht. Auf der Hochzeit am Freitag haben sich die Engländer wieder neu in ihre Königin verliebt. Das „Ich will“ von Braut und Bräutigam wurde vor den Bildschirmen vor allem mit Jubel begrüßt, aber bei „God save the Queen“ flossen Tränen. Vielleicht wollte die Königin es nicht

Witzige Reden, Disco im Palast und vorerst keine Flitterwochen – wie es nach der Hochzeit weiterging

gleich übertreiben und hat deswegen die Rolle der Disco-Queen abgelehnt. Wild soll es aber zugegangen sein an diesem Abend im Königsschloss. Diejenigen, die bis drei Uhr morgens vor dem BuckinghamPalast ausgeharrt hatten, konnten auf jeden Fall berichten, dass ein paar der letzten der 300 Gäste sich im Auto geküsst hätten. Mit Bildmaterial belegt ist allerdings nur dieses: Der Prinz trug einen Smoking, die Herzogin von Cambridge ein wie das Hochzeitskleid von Sarah Burton designtes, weiß schimmerndes Kleid und einen Angora-Bolero. Und sah damit erneut sehr elegant und nach englischer Party aus. Der einzige Fashion-Fauxpas der Nacht: Prinz Harry verließ die Hochzeit ohne Fliege und mit den obersten drei Hemdknöpfen offen. Das ist angesichts der Verkleidungskünste, die dieser Prinz der Welt sonst so zumutet, aber zu verkraften. Ihrem ältesten Enkelsohn hat die Queen offenbar mehr zugetraut. Prinz William durfte seine Rede schon am Nachmittag in ihrer Anwesenheit und der von den 650 Hochzeitsgästen halten. Er reihte sich in die Tradition der Vater-und-Sohn-Reden ein. Prinz Charles hatte Witzchen über die zunehmende „Krone“ auf dem Kopf seines Sohnes gemacht, womit er auf den sichtbaren Haarverlust anspielte, der Bräutigam dankte es ihm mit Anspielungen auf Charles’ zunehmende Taille. Der Thronfolger sprach die Hoffnung aus, sein Sohn würde sich im Alter um ihn kümmern, nur das könnte dann so aussehen: William schubst den Rollstuhl des Vaters über eine Klippe: (Der Humor dieser Reden erschließt sich dem Fremdling nicht sofort). Doch es wurde natürlich auch ernst: William sprach über seine Liebe zur Braut und über den großen Wert von Familie.

Am Samstagmorgen verließen die Frischvermählten dann sichtlich entspannt mit dem Helikopter der Royal Air Force den Palast – allerdings nicht in die Flitterwochen, sondern nur zu einem Wochenende an einem unbekannten Ort im Königreich. Prinz William, so ließ der Palast mitteilen, wird in der kommenden Woche wieder seine Arbeit als Rettungshubschrauberpilot bei den Streitkräften antreten. Im Ausland geflittert wird zu einem späteren Zeitpunkt, wann und wo, wurde nicht mitgeteilt. Die Medien versuchten stattdessen, so viele Details wie möglich des vorangegangenen Tages zu vermelden: Die Hochzeitstorte war achtstöckig und mit 900 symbolträchtigen Blumen aus Zuckerguss bestückt. Von der Menüfolge des Dinners – zur Vorspeise Krabben, zum Hauptgang Lamm, zum Nachtisch Eis – wurde viel geschrieben sowie über die angeblich später gereichten Sandwiches mit Wurst und Schinken, auf denen Harry bestanden haben soll – doch mehr drang aus dem Palast leider nicht heraus – nichts, bis auf das Wummern der Bässe und das nächtliche Feuerwerk, welches das Ende der Party an Londons Himmel verkündete. Und so musste man sich auf Gerüchte verlassen: Charles habe in seiner Rede seine Freude über die Schwiegertochter ausgedrückt. Sie sei die Tochter, die er nie hatte. Harrys Rede sei großartig lustig gewesen, warum, blieb leider unklar. Ein einziger Witz hat es angeblich nach draußen geschafft: Sein Großvater, der Duke of Edinburgh, sehe neben der Braut aus wie ein Zwerg. Nun ja. Wichtig ist: Alle glauben fest daran, dass Harry sehr lustig und respektlos war. Vielleicht deswegen, weil es das ist, was man von Harry erwartet. Und so passt der Glauben an die spektakuläre Rede gut in das Gesamtbild dieser Hochzeit, mit der die Queen sich mit ihrem Volk versöhnt. Die Hochzeit von Prinz William und Kate Middelton ist ein Wunsch, der wahr geworden ist.

GETTY IMAGES/ PASCAL LE SEGRETAIN

Wirtschaft
Nivea wird 100: Die Marke stand stets für Qualität, aber nie für Luxus. Versuche, das zu ändern, sind gescheitert. Der Erfolg ist dennoch geblieben Seite 40

Prinz William und sein Trauzeuge und Bruder Prinz Harry

Finanzen
REUTERS/HAMISH BURKE/HO; REUTERS/ LUCY NICHOLSON; REUTERS/ BOGDAN CRISTEL; AP/ KEN GIGLIOTTI; DPA/NIC BOTHMA; AFP/ GEOFF CADDICK; DAPD/ NIGEL TREBLIN

HOCHZEIT IN ZAHLEN

Flucht in Grund und Boden: Immer mehr Anleger kaufen aus Furcht vor der Geldentwertung Häuser und Wohnungen. Eine neue Blase? Seite 43

14 Millionen
Menschen sahen in der Spitze in Deutschland die Hochzeit im Fernsehen. Die höchste Quote wurde während des Jawortes nach 12 Uhr erzielt. Die meisten Zuschauer schalteten die ARD ein, 4,48 Millionen im Schnitt, und hörten die getragenen Erklärungen von Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert, 74.

Kultur
Gedichte als Therapie: Der Schauspieler Ulrich Tukur, der im Kino den Gulag übersteht, glaubt im Leben an die Kraft der Poesie Seite 54
Kanada: Fröhliche Untertanen in Manitoba Los Angeles: Alix, 25, weint Afghanistan: Die Truppe freut sich für den Offizier

Stil
Der mit der Dose in der Hose: André Saraiva ging für seine Graffiti ins Gefängnis. Er sprüht weiter. Und ist jetzt ein Star. Seite 63

So feierte die Welt
Die Welt nimmt freudige Ereignisse gerne wahr, wo immer sie stattfinden. Rund um den Globus feierten Briten und Freunde der britischen Monarchie die prunkvolle Hochzeit. Hüte gibt es schließlich in der kleinsten Hütte. Die allerletzte Hochzeitsparty lässt übrigens noch auf sich warten. Der Yaohannen-Stamm auf der Pazifik-Insel Vanuatu fühlt sich dem Königshaus verbunden, seit Prinz Philip dort 1980 weilte. Die Feier für Kate und William kann erst stattfinden, wenn die Nachricht der Vermählung per Boot auf die Insel gebracht wurde, nächste Woche.

Benzin braucht der Motor des Aston Martin Volante DB6 MKII aus dem Besitz von Prinz Charles. Der Motor wurde auf den Betrieb mit E 85 Bioethanol umgerüstet. William und Kate fuhren damit am Nachmittag durch London. Ereignisse waren im Internet größer als die Hochzeit. Die Spitze bei Nachrichten-Seiten lag bei 5,3 Millionen Abrufen pro Minute. Platz eins gebührt der Fußball-WM 2010. Bei Live-Streams überragen William und Kate aber alle anderen Ereignisse.

E 85

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Reise
Birma ist wie Thailand vor 40 Jahren: Magisch, buddhistisch, ohne Massentourismus. Momentaufnahmen aus einem unbekannten Land Seite 71

Rumänien: Im Dorf Viscri ist Prinz Charles Grundbesitzer

67 Prozent
der Deutschen glauben, dass die Ehe von Prinz William und Kate glücklicher wird als die von Diana und Charles. Das ergab eine Umfrage der „Bild am Sonntag“. Frauen (74 Prozent) sind optimistischer als Männer (59 Prozent).

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IMMER AKTUELL:
www.welt.de/ „Grüße aus China“ in London Hannover: Johanna und Hund Shivas sind stolz Südafrika: Hauptsache Kopfbedeckung

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bescheidene Sekunden dauerte das Feuerwerk auf der Party für William und Kate.

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DIE HOCHZEIT 3

Ein bisschen schrill: Prinz Harrys Ex Chelsy Davy Total schrill: Tara Palmer-Tomkinson Cool wie 007, aber mit Biosprit: Das Brautpaar fährt im Aston Martin davon Endlich zur Party: Die Braut erneut in Sarah Burton mit Stiefschwiegermutter Camilla

Am Morgen danach: Familie Middleton verlässt das Hotel

Alles vorbei, endlich zu zweit: Prinz William und Herzogin Catherine auf dem Weg zum Helikopter

von William und Kate
Pippa Perfekt! Auch der Schwester der Braut fliegen die Herzen zu
EVA SUDHOLT

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s gibt eine Hotline für die Frage „Sollen Harry und Pippa ein Paar werden?“ Bitte anrufen. Der „Guardian“ fragt sich, ob der Blick, den die beiden in der Kirche austauschten, nicht die perfekt geplante Inszenierung von Gelassenheit sei, so wunderbar unaffektiert könne doch kein Royal sein. Obwohl (oder weil?) Harry so aussah, als habe er sich die „Cocktailgrippe“, wie man in England sagt, eingefangen, hat er für drei der charmantesten Momente des Tages gesorgt: Als er sich vor dem Altar zur heranschreitenden Braut umdrehte und William angrinste, als er seiner Schwippschwägerin Pippa süße Nichtigkeiten zuflüsterte, und als er auf dem Balkon des Buckingham Palace seinen Opa zum Lachen brachte. Harry ist der Star des Königshauses. Von der Art, der die Mädchen zurufen: „Harry, ich will ein Kind von dir!“ Am 29. April hat er ein weibliches Pendant gefunden. Philippa Charlotte Middleton, 27 Jahre alt,

kleine Schwester der neuen Herzogin von Cambridge. Es ist nicht gerade so, als hätte sich Catherines Schwester versteckt all die Jahre. Es heißt sogar manchmal, sie habe schon immer ins Rampenlicht gedrängt. Aber irgendwie wollte niemand etwas wissen von ihr. Bis zu dem Tag, als ihre Schwester heiratete. Maid of Honour hat im Englischen zwei Bedeutungen: Trauzeugin und Hofdame. In beiden Rollen ist Pippa am Freitag aufgegangen. Die Art, wie sie den Schleier richtete, hingebungs- und würdevoll, stolz und liebreizend lächelnd über die Aufgabe, der Schwester zu dienen. Das ist die eine Betrachtungsweise. Die andere ist etwas schlichter. Catherine mag Her Royal Highness sein. Jetzt ist Philippa „Her Royal Hotness“, wie die „Daily Mail“ bemerkt. Für die drei blonden, zweifellos bildhübschen Töchter des Earl of Spencer, Lady Dianas Bruder, interessierte sich niemand. Vielleicht ist das der Moment, in dem ein abgedroschener Ausdruck zum Einsatz kommen sollte: Philippa Middleton hat das „gewisse Etwas“. Zu ihrem Höhere-Töchter-Appeal mit den niedlichen Blumenmädchen an der Hand gesellt sich ein minimales, perfekt eingesetztes Zuviel. In Textilien ausgedrückt: Die Knopfleiste an der Rückseite des Kleides endet einen Hauch

zu weit unten, das Dekolleté gibt genau die entscheidende Andeutung. Pippa, heißt es oft, hat das, was Catherine fehlt. So wie Harry das hat, was William fehlt, etwas Wildes vielleicht. „Pippa and Harry“, sagte BBC-Moderator Chris Evans, „would be so Rock ’n’ Roll“. Pippa ist das zweitälteste Kind von Carole und Michael Middleton. Als sie 1983 geboren wurde, war die Familie von Reichtum noch weit entfernt. Der Vater arbeitete als Flugkoordinator, ihre Mutter hatte ihren Job als Stewardess für die Kinder aufgegeben. Aber Carole Middleton fing im kleinen Bradfield Southend an, für Kindergeburtstage kleine Tüten zusammenzustellen mit Partyutensilien, Luftschlangen, Süßkram, Hütchen und so weiter. Die Tüten verkaufte sie in der Nachbarschaft. 1995, als

die Middletons nach Bucklebury zogen, war aus dem Hinzuverdienst ein Familienunternehmen geworden. Heute soll die Familie millionenschwer sei. Schon an der Uni soll Pippa die meiste Zeit damit verbracht haben, große Feste zu organisieren. Mit Ausschweifungen und Partynächten hat sie trotzdem keine Schlagzeilen gemacht. Heute arbeitet die 27-Jährige in der Firma ihrer Eltern – sie betreut die „Party Times“, das Onlinemagazin zum Versandhandel. Drei Tage die Woche arbeitet sie außerdem für eine Londoner Cateringfirma namens „Table Talk“. Kurz vor der Hochzeit hat sie sich einen kleinen Fauxpas geleistet. Die „Party Times“ hatte noch am Montag ihre Kunden dazu aufgerufen, sich noch schnell mit Partyausrüstung für den Hochzeitstag einzudecken. Ein bisschen zu viel Opportunismus, die Familie hat schnell reagiert und den Aufruf gelöscht. Das Magazin „Tatler“ hat Pippa Middleton mal als Sexiest Single in London bezeichnet. Im Moment ist sie vergeben, ihr Freund, der frühere Kricketspieler Alex Loudon, durfte sie zur Hochzeit begleiten. Vor Loudon war Pippa dreieinhalb Jahre mit dem steinreichen Erben J.J. Jardine Patterson liiert, der einer Bankiersfamilie mit Firmensitz in Hong Kong entstammt. 2007 war Schluss. Übrigens kurz nachdem sich William und Kate damals getrennt hatten. Das spektakuläre Kleid aus der Kirche hat Pippa am Abend gegen ein grünes eingetauscht – es stand ihr natürlich fantastisch. In den Augen der Queen vielleicht den entscheidenden Hauch zu viel.

DAS OFFIZIELLE ALBUM ZUR HOCHZEIT
Als am Freitag Kate und William heirateten, wurde die königliche Hochzeitszeremonie zum ersten Mal in der Geschichte live mitgeschnitten und sofort im Anschluss digital veröffentlicht. Bereits wenige Stunden nach Ende des Gottesdienstes hat das britische Traditionslabel Decca Records (Universal Music) die gesamte Trauung auf den wichtigsten Download- und Streaming-Plattformen zur Verfügung gestellt. Folgende Musiker wirkten unter anderem an der Zeremonie mit: der Choir of Westminster Abbey, der Chapel Royal Choir und das London Chamber Orchestra. Gespielt wurden unter anderem „Serenade für Streicher in e-Moll Op. 20“ von Edward Elgar, „Farewell To Stromness“ von Sir Peter Maxwell Davies, „Touch Her Soft Lips And Part“ aus der Suite „Henry V.“ von William Walton und „I Was Glad“ von Sir Charles Hubert Hastings Parry. Seit Donnerstag, 21. April, steht das Produkt zur Vorbestellung unter www.welt-edition.de oder über die Bestellhotline 0800/0660555 (kostenlos aus dem deutschen Festnetz) bereit. Lieferbar ist die CD ab dem 9. Mai 2011. „The Royal Wedding – The Official Album“: 17,90 ¤, zzgl. 3,90 ¤ Versandkosten für Nichtabonnenten

AFP/ BEN STANSALL

Catherine Middleton und ihre Trauzeugin und Schwester Philippa

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4 DIE HOCHZEIT

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1. M A I 2 011

Die Brauteltern: Michael und Carole Middleton

Prinz Charles, Camilla mit deren Enkeltochter Eliza Lopes, 3, und Lady Louise Windsor, 7

Das Brautpaar Herzogin Catherine und Prinz William

Blumenkinder: Margarita ArmstrongJones, 8, Tom Pettifer, 8, und William Lowther-Pinkerton, 10

Queen Elizabeth II. und Prinz Philip und Philippa Middleton

Trauzeugen Prinz Harry und James Middleton

Monarchie ist Trumpf
Das junge Ehepaar gehört einer Welt natürlicher Zuversicht an. Kate und William werden den Blick auf das britische Königshaus stark verändern – zum Wohle aller
THOMAS KIELINGER

Bekenntnisse einer Prinzessin
kollchef“ in Melone auf, als sei man bei Hofe. Noch bizarrer vermarktet sich ein ie werden hier gleich das Be- (adoptierter) Prinz Mario-Max zu kenntnis einer echten Prinzes- Schaumburg-Lippe, der offenkundig sin lesen. Es soll schonungslos überzeugt ist, dass man Adel riechen und schamlos sein, wenn kann. Jedenfalls versichert er, mit seiner möglich gar skandalös. So je- auf Astro-TV vertriebenen Duftlinie denfalls lautete der Auftrag. „Ein Be- „Prince“ und „Princess“ seien dem Käukenntnis, zu was denn?“, fragte ich noch. fer Eleganz, Anerkennung und Macht siIch kenne Bekenntnisse sonst nur von cher. Wem dieser „Flakon königlicher den Anonymen Alkoholikern oder er- Träume“ zu teuer ist, der sollte sich folgreichen Kreditkartenbetrügern, von dringend die „Aktivier-Kerze Reichtum“ Pornostars oder vom Papst. Ich bin we- und das „Geldmagnet-Öl“ für läppische der noch. Und streng genommen bin ich 149 Euro zulegen, um seine eigene nicht einmal eine Prinzessin – ich heiße „Reichtumsenergie“ freizusetzen. bloß so. Denn die Titel wurden mit den Karl-Heinz Richard Fürst von SaynAdelsprivilegien in Deutschland bereits Wittgenstein ist da schon handfester. 1919 abgeschafft. Der „Immobilienfürst“ moderiert, beJust dieses kleine Detail ist aber nicht treut – wie soll man es nennen? – auf Kanur in der aktuell überdosierten Adels- bel 1 eine Reality Soap, in der er im diskussion etwas unterbelichtet. Da for- Goldknopf-Blazer nebst Einstecktuch dern dann Stimmen, die ihr Desinteresse mit Kraftausdrücken durchsetzte Immoan der königlichen Hochzeit für eine in- bilienberatung betreibt. Seine Frau Antellektuelle Errungenschaft zu halten drea hat dann auch gleich die Antwort scheinen, die Abschaffung des Adels. Als dafür geliefert, warum Menschen sich sei das nicht längst geschehen, und der überhaupt in den ehemaligen Adelsstand Adel nicht schon seit Beginn der Indus- adoptieren lassen: „Als Fürstin lebt trialisierung in der Auflösung. Nach dem sich’s besser“. So der Titel ihres Buches. Ende der Monarchien zerfielen die Womit wir wieder bei meinem BeStrukturen weiter, beschleunigt durch kenntnis wären. Lebt es sich also wirkden Zweiten Weltkrieg, in dem viele lich besser als „von-und-zu“? Reagieren Adelsfamilien Stammsitz, Land und Pa- die Leute nicht irgendwie anders auf so triarchen verloren. Notgedrungen ergriff einen Namen? man, was man bisher als bürgerliche Be- Bei mir ist die Reaktion meist wie folgt: rufe verstanden hatte, begann außerhalb „Sie heißen Frau Bayer?“ – „Nein, Baydes ehemaligen Standes zu heiraten und ern, wie der FC.“ – „Mit i e?“ – „Nein, gliederte sich so ein. Was gibt es da also mit y, wie das Land.“ – „Also doch Bayer, heute noch abzuschaffen? hab’ ich ja gleich gesagt.“ Aber anachronistischer als der sogeAber mag sein, dass ein langer Name nannte Adel selbst sind eben häufig die manchmal helfen kann, eine Tür zu öffReaktionen darauf: neugierig, bewun- nen. Ob man sich damit einen Gefallen dernd, neidisch, missgünstig, oft in nur tut, lassen wir mal dahingestellt sein. auf den ersten Blick gegensätzlich anmu- Man ist erst einmal drin. Aber es werden tender Kombination. Die langen Namen auch Steine in den Weg gelegt. Sei es, üben offensichtlich noch immer eine ge- um jedem Verdacht der Bevorzugung wisse Faszination aus, die nicht ohne entgegenzuwirken oder um zu beweisen, Komik ist und bisweilen gar schizophren dass man dem sogenannten Adel keine anmutet. Man denke nur an zu Gutten- Bedeutung beimisst. Dem adeligen Komberg. Um das Phänomen seiner außeror- plex des Machtverlustes begegnet man dentlichen Beliebtheit zu erklären, wur- mit einem eigenen Komplex. Dabei wäre de stets seine Herkunft bemüht. An sei- alles viel entspannter, wenn man die lanner Haltung, den Werten aus gen Namen als das sieht, dem Schloss musste es liewas sie sind: Souvenirs der gen! Diese Erklärung musste Geschichte und Überbleibdann auch gleich für die im sel aus einer Zeit, in die Zusammenhang mit seiner kein vernunftbegabter teil-plagiierten Doktorarbeit Mensch zurückwill. unterstellten charakterlichen Was wird dann aus meiMängel herhalten: Am Adel nem Bekenntnis? Bietet so lag es! Der nehme sich eben ein ehemaliger Titel denn einfach, was er wolle, und gar keine Privilegien? Das habe ja auf Leistung ohnehin würde ich nie behaupten. nie Wert gelegt. Aber natürIch zum Beispiel durfte nur lich sind wir Langnamigen – dank meines Namens eine Achtung, Bekenntnis! – an Anna Prinzessin liebe Brieffreundin in Holsolchen Klischees nicht un- von Bayern land gewinnen. Mareijke ist schuldig, denn wir scheuen Royal-Fan und bat für ihre nicht die Inszenierung. Adels-Sammlung um ein Autogramm. Im besten Fall führt dies zu einer Me- Weil ich sie nicht ignorieren wollte – ga-Royal-Hochzeit als Unterhaltung für man will ja um Himmels willen nie arrodie ganze Familie und einen nicht uner- gant wirken –, es aber auch etwas albern heblichen Teil der Weltbevölkerung. fand, ein Foto von mir zu verschicken, Showbusiness auf allerhöchstem Niveau, bat ich Mareijke zunächst um ein Foto das je nach Gusto auch national identi- von ihr. Ich dachte, dies würde sie demotätsstiftend sein kann. In viel kleinerer tivieren, doch nicht meine Mareijke: Sie Dimension bieten auch hierzulande fand die Idee total nett, sich „kennenzuHochzeiten „adeliger“ Kreise der lokalen lernen“. Bevölkerung unterhaltsames Spektakel. Seitdem schreibt sie mir, und weil sie Ergiebiger sind für die Medien jedoch Frührentnerin ist, hat sie ganz viel Zeit Inszenierungen wie „Graf sucht Gräfin“ dafür. Nur dienstags kümmert sie sich oder Prinz Foffis Fast-Heirat mit der um ihren Enkel Keanu. Keanu war zu meist bedauerlich halb nackten Tatjana Halloween als Prinz verkleidet. Das Gsell. Wen bei diesen Geschichten das stand ihm besser als sein Kostüm vom Gefühl beschleicht, der sogenannte Adel vergangenen Jahr, als er Pirat war. Die habe „einen an der Waffel“, der erfreut Augenklappe wollte er damals nicht trasich funktionierender Synapsen. gen, auf dem Foto kniff er deshalb die Für zusätzliche Verwirrungen in der Augen zusammen. Jetzt wird er schon öffentlichen Wahrnehmung des soge- bald sechs und ist ein talentierter Fußnannten Adels sorgen zahlreiche Neuzu- baller, findet Mareijke. Manchmal ertapgänge, die durch Heirat oder (meist be- pe ich mich dabei, wie ich überlege, was zahlte) Adoption an ihre Namen kamen Keanu wohl gerade macht. Wenn das und diesen nun versilbern wollen. Maja mal kein schonungsloses Bekenntnis ist. Prinzessin zu Hohenzollern etwa bietet sich als Mietprinzessin inklusive Krön- Anna von Bayern ist Journalistin und lein für Events an. Das geborene Fräu- Autorin von „Karl-Theodor zu Guttenberg. lein Meinert tritt dort mit ihrem „Proto- Aristokrat, Politstar, Minister“
ANNA VON BAYERN

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lles an ihr war königlich – die Haltung, das Lächeln, die majestätische Erscheinung, kurz: ihre Aura. Catherine Middleton mag einer bürgerlichen Familie entstammen, doch überstrahlte sie an ihrem Hochzeitstag die Heerschar der Fürstlichkeiten, der Celebrities und anderer Prominenz. Vielleicht sogar ihren Mann? „A touch of class“, wie es eine Überschrift im gestrigen „Daily Telegraph“ treffend festhielt. Die englische Sprache hat für „königlich“ zwei Wörter parat: „royal“ und „regal“. Royal bezeichnet die Blutlinie – das, was wir unübersetzt „die Royals“ nennen. „Regal“ ist das Gebaren, das Hoheitliche, das aus der Natur kommt, nicht aus einem Privileg. Darin eben war die Middleton prinzessinnenhaft. Warum aber hat die Queen ihre Schwiegerenkelin nicht mit einem entsprechenden Titel beschenkt, warum das präpotente „Herzogin von Cambridge“ statt des anmutigen „Prinzessin Catherine“? Die Antwort: Weil Catherine kein königliches Blut in ihren Adern hat, mag sie auch „regal“ wirken; immerhin darf sie als „Königliche Hoheit“ – Royal Highness – angeredet werden. Sofort ertönt der Einwand: „Diana Spencer war auch nicht von königlichem Blut, aber wurde dennoch Prinzessin Diana genannt.“ Die Erinnerung trügt: Diana war nie offiziell zur „Prinzessin Diana“ erhoben worden, sie war nur „Prinzessin von Wales“, auch nach ihrer Scheidung nicht „Prinzessin Diana“, sondern „Diana, Prinzessin von Wales.“ Doch halt – es gibt einen halben Ausweg für die frisch
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Prinz William und Herzogin Catherine mit (v. l. unten im Uhrzeigersinn) den Blumenkindern Eliza Lopes, Lady Louise Windsor, Grace van Cutsem, Tom Pettifer, William Lowther-Pinkerton und Margarita Armstrong-Jones

vermählte Catherine: Das Hochzeitsgeschenk der Queen lautet in vollem Wortlaut: „Ihre Königliche Hoheit Prinzessin William von Wales, Herzogin von Cambridge.“ Doch wer wird Catherine schon „Prinzessin William“ nennen? Der Hof hat freilich gestern in der Causa Catherine wissen lassen, dass es dem Volke frei stehe, das junge Ehepaar „Prinz William und Prinzessin Catherine“ zu nennen. Na, bitte. Für die beiden und für die Mehrheit der Briten sind dies allenfalls Schnörkel. Die junge Generation von Royals, die mit den Prinzen William und Harry und jetzt auch mit der eingeheirateten Familie Middleton vor

uns steht, eröffnet ein ganz neues Kapitel der Ungezwungenheit. Mit Catherine wird dereinst zum ersten Mal eine studierte Prinzgemahlin auf den britischen Thron rücken. Nicht, dass sie aufs Akademische besonderen Wert legt – das widerspräche der anti-intellektuellen Tradition des Königshauses; aber es ist eine Facette mehr an Innovation, die jetzt den Windsor-Clan zu durchwehen beginnt. Prinz Charles gestand nach der Trauung beim Empfang im Buckingham Palast ungewohnt herzlich: „Wir sind glücklich, Catherine bei uns zu haben.“ Und ob. Alles an „der Neuen“ stimmt:

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Ihr Alter, damit ihre Erfahrung, ihre ungekünstelte Selbstsicherheit, die Stabilität ihres Herkommens, vor allem aber: die Liebe zwischen den Neuvermählten. Nichts beruhigt Elizabeth II. mehr bei dem Gedanken an die Zukunft der Monarchie in Großbritannien und im Commonwealth wie eine stabile Ehe und Familie an der Spitze der „Firma“, wie schon ihr Vater die Windsors nannte. Es sieht ganz danach aus, als ob nach George VI. und seiner schottischen Königin, Elizabeth Bowes-Lyon, wie auch nach der Queen und Prinz Philip die dritte glückliche Paarung der jüngeren Königsgeschichte vor uns steht. „Amazing“, sagte die Queen, als sie ihrer Kutsche entstieg und im Buckingham Palast verschwand, „Erstaunlich“ – das Understatement des Jahres. In Treue zu seiner Lebensflamme, Camilla Parker Bowles, der Herzogin von Cornwall – auch sie keine Prinzessin – kann sogar Prinz Charles mithalten. Es ist von hoher Ironie, dass es erst einer tragisch gescheiterten Ehe wie der zwischen Charles und Diana bedurfte, damit diese Stabilität an der Spitze des Herrscherhauses neu einziehen konnte. William hat die offene Art seiner Mutter und das Herz für die Unterprivilegierten geerbt, ohne ihr Grundgefühl mangelnder Geborgenheit. Man kann sich kaum ausmalen, was es für einen Windsor-Spross bedeutet, eine Familie gefunden zu haben, in welcher der unbefangene Ton natürlicher Aussprache herrscht statt des traditionellen Schweigens, mit dem die Royals untereinander persönlichen Dingen aus dem Wege zu gehen pflegen. Prinz Charles war notorisch in seinem Unvermögen, sich mit Diana auszusprechen. Und erst die Queen! Solche Diskretion hat viel zum Krebsleiden dieser Familie beigetragen, „das Schweigen der Windsors“, wie es in allen Biografien beschrieben wird. Nicht so die Nachwuchsgeneration. Man sehe zum Bespiel, wie auch William und Harry sich seit dem Tod ihrer Mutter sehr viel näher gekommen sind, wie sie nicht nur ihre militärischen Interessen teilen, sondern auch einen unverwüstlichen Humor, ganz zu schweigen von ihrem ungezwungenen Umgang miteinander, den wir zum Beispiel nicht kennen zwischen Prinz Charles und seinen Brüdern Andrew und Edward. Auch das gehört zum „amazement“-Moment des 29. April: dieses tiefe Einverständnis zwischen den beiden Männern, die als Teenager wie verloren hinter dem Sarg ihrer Mutter dahinschlichen. Das junge Ehepaar gehört einfach einer Welt natürlicher Zuversicht an, entschlossen, sich von Etikette und Protokoll nicht überwältigen zu lassen. Auch die Medien werden merken, wie anders ihnen gegenüber der Herzog und die Herzogin auftreten werden. Schon haben beide durch ihren Sprecher wissen lassen, sie wollten während ihrer zwei Flitterwochen nicht belästigt werden – das Bedürfnis, nach dem öffentlichen Pomp vom Freitag endlich allein gelassen zu werden, muss riesig sein. Aber überragend in der Erinnerung wird dies bleiben – die zwei Vermählungen vom 29. April 2011. Die zwischen dem übernächsten Thronfolger und seiner Trouvaille, der majestätisch-natürlichen Catherine Middleton, und die zwischen den Briten und ihrer Monarchie. Letzteres war wie ein erneuertes Eheversprechen, unter den Augen der Weltöffentlichkeit, die längst weiß, was einige Republikaner auf der Insel noch immer nicht wahrhaben wollen: Monarchie ist Trumpf, wahrscheinlich Englands größter, wenn es darum geht, was Länder und Institutionen attraktiv, magnetisch macht.

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HUGO BURNAND /CLARENCE HOUSE

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AXEL SPRINGER AKADEMIE

GETTY IMAGES/PETER MACDIARMID

1. M A I 2 011

W E LT A M S O N N TAG

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POLITIK 5
pern. Auch in den Tagen vor diesem 1. Mai sind in Kreuzberg und Friedrichshain viele Händler und Geschäftsbesitzer wieder damit beschäftigt, ihre Läden mit Spanplatten zu verrammeln. Billig ist das nicht, aber allemal besser als eine kaputte Glasfront. Als Wansner geboren wurde, waren amerikanische Soldaten fast die einzigen Ausländer in Berlin. Heute gilt Kreuzberg als Klein-Istanbul. Wansner ist inzwischen Integrationsexperte seiner Partei, 40 Prozent der Mitglieder der Kreuzberger CDU haben einen Migrationshintergrund, und es sind gerade konservative türkische Geschäftsleute, die den Christdemokraten alter Westberliner Schule bis heute parteiintern stützen. Auch Wansner geht also mit der Zeit. Aber wohin, das möchte er schon noch selbst bestimmen dürfen. Eine Stunde will er am Sonntagnachmittag Flugblätter am CDU-Infostand verteilen. Länger lieber nicht, denn „wir wollen die Polizeikräfte nicht so lange binden“. Um diese Zeit herrscht gewöhnlich schon Krawall in Kreuzberg und die Ordnungshüter, die Wansner und Co. beschützen, „werden dann anderswo dringend gebraucht“. Pfingstsonntag hat er hier am Bethaniendamm, seiner alten Heimat, dann den nächsten wichtigen Termin. Er wird in der St.-Thomas-Gemeinde kirchlich heiraten, nach 41 Jahren Ehe. In den Fünfzigern hat es nur für das Standesamt gereicht. „War eben kein Geld da!“, sagt er achselzuckend. Damals hat er seiner Frau versprochen, „dass wir das eines Tages nachholen. Wansner hat ein langes Gedächtnis, sowohl in privaten wie politischen Angelegenheiten. Wansner wohnt schon lange nicht mehr hier, er hat ein Häuschen in Britz, einer kleinbürgerlichen Gegend im Süden Berlins. Trotzdem läuft er fast an jedem Tag seines Lebens durch dieses hassgeliebte Kreuzberg. Und wenn er es nicht mehr aushält, dann fährt er mit seiner Frau eben nach Bayern ins Ferienhaus. Aber nach zehn Tagen wird Wansner in dieser sauber sortierten Berglandschaft mit Zwiebelkirchen irgendwie nervös. Dann will er zurück, nach Kreuzberg. Das Glück und das Absurde, wusste schon Camus, liegen eben nah beieinander.

Eine kleine radikale Minderheit
In Kreuzberg ist die CDU etwa so bedeutend wie der Alpenverein in Ostfriesland. Kurt Wansner gibt dennoch nicht auf. Er trotzt dem Zeitgeist. Erst recht an diesem 1. Mai
CLAUS CHRISTIAN MALZAHN

n Charlottenburg, Wilmersdorf oder Berlin-Mitte würde einer wie Kurt Wansner, 63, kaum auffallen. Graue Hose, blaues Jackett mit goldfarbenen Knöpfen, eine dunkle Krawatte über dem hellen Hemd – Wansner trägt die Uniform des geschäftsmäßigen Bürgers, mit der man nirgendwo aneckt. Kurt Wansner steht aber auf dem Mariannenplatz mitten in Kreuzberg. Dieser Kiez wird von einem Milieu dominiert, dem Krawatten mindestens suspekt sind. Man trägt hier eher Jeans und T-Shirts mit meinungsstarkem Aufdruck, auch gern wehende Kleider, kurze Hosen und vor allem: Lederjacke. Gerade jetzt, denn der 1. Mai ist nah. Die Lederjacke ist die Ausgehuniform des Demonstranten. Wansner trägt nicht nur Krawatte. In seiner rechten Hand schwenkt er ganz vorsichtig auch noch ein Papierfähnchen der CDU. Der Christdemokrat wedelt vorsichtig mit dem Utensil, quasi zur Probe. Denn am 1. Mai möchte der Abgeordnete und Kreisvorsitzende der CDU KreuzbergFriedrichshain am Nachmittag einen Infostand seiner Partei aufbauen. Und zwar genau hier. Mitten in Kreuzberg. Das machen eigentlich alle Parteien auf dem sogenannten „Myfest“, das inzwischen mehrere Hunderttausend Besucher in den Kiez lockt. Doch wenn Wansner einen Tapetentisch in der Oranienstraße mit Flugblättern, Aufklebern und Broschüren aufbaut und daneben einen Sonnenschirm mit CDU-Emblem aufspannt, wird ihm das von der Polizei nur gestattet, wenn mindestens 30 Ordnungshüter in der Nähe sind – aus Angst vor Übergriffen. Die CDU in Kreuzberg ist inzwischen in etwa so stilbildend wie der Alpenverein in Ostfriesland. Während die Grünen in diesem Bezirk in Berlins Südosten bei der vergangenen Abgeordnetenhauswahl satte 26,6 Prozent einstrichen, die SPD noch 30,1 und die Linke immerhin 16,8 Prozent erreichte, landete Wansners CDU bei schmalen 8,7 Prozent. Die Partei von Angela Merkel, die etwa drei Kilometer vom Mariannenplatz im Kanz-

I

leramt residiert, kommt in Kreuzberg nur noch am Rande vor. Umso absurder ist es da, dass schon die pure öffentliche Präsenz der Christdemokraten den Blutdruck mancher linker Kreuzberger in die Höhe treibt. Wansner gehört zu jener Politik-Generation, die das Gespräch mit dem Bürger lieber auf der Straße als auf Facebook sucht. Aber der Einsatz auf der Straße wird für die Minderheitenpartei CDU in Kreuzberg immer gefährlicher. „Viele Parteifreunde trauen sich gar nicht mehr raus!“, klagt Wansner. Was im ach so toleranten Kreuzberg passieren kann, wenn sich Wansners Truppe auf die grundgesetzlich verbürgte Meinungsfreiheit beruft, hat der „Spiegel“-Reporter Jan Fleischhauer vor einem Jahr in seinem Film „Unter Linken“ dokumentiert. Kaum war der Infostand in der Oranienstraße am Kampftag der Arbeiterklasse in Stellung gebracht, bauten sich Autonome vor Wansner auf, den man als gelernten Maurer und Sohn eines schlesischen Arbeiters übrigens mit Fug und Recht einen klassenbewussten Proletarier nennen dürfte. Aber den schwarz gewandeten Krawalleros ging es nicht um die Frage, wer in Kreuzberg die Interessen der kleinen Leute eigentlich am effektivsten vertritt. „Provokation!“, echauffierte sich der eine, ein anderer zerriss Flugblätter und goss einem CDUAktivisten Wasser über den Kopf. Solche Zwischenfälle, so Wansner, seien noch die harmlosesten. Nicht selten werden die autonomen Kiezpolizisten auch handgreiflich. In manche Ecken von Kreuzberg, bekennt der CDU-Mann, würde er sich ohne Polizeischutz schon gar nicht mehr hintrauen. Zum Beispiel das Künstlerhaus Bethanien, seit Jahren fest in der Hand autonomer Besetzer. Künstler arbeiten hier nicht mehr, die neuen linksradikalen Bewohner haben sie vertrieben. Und der grüne Bezirksbürgermeister habe dabei zugeguckt, so Wansner – „ein Skandal!“ Wansner gehört innerhalb der CDU nicht gerade zu denjenigen, die den Atomausstieg, schwarz-grüne Bündnisse und Gender-Debatten nicht abwarten können. Als Sohn von schlesischen Flüchtlingen wuchs er im westlichen Nachkriegs-Berlin in ärmlichen Verhält-

Kurt Wansner, 63, wurde in Kreuzberg geboren. Heute fühlt er sich im Kiez manchmal wie auf einem fremden Planeten

nissen auf, geschenkt wurde ihm nichts. Den Aufstand gegen das SED-Regime am 17. Juni erlebte er als Sechsjähriger vor der Haustür: Er wohnte damals mit drei Geschwistern und seinen Eltern in einer Anderthalb-Zimmerwohnung am Kreuzberger Bethaniendamm, eine Bleibe, „in der Sie heute keinen Asylanten mehr unterbringen dürften“. Wenn Wansner als Steppke die Mietskaserne durch den Vorderausgang verließ, war er schon in der DDR. Die Bordsteinkante markierte die Grenze von West- nach Ost-Berlin. Am 17. Juni 1953 durfte er das Haus am Bethaniendamm nur über den Hinterausgang verlassen – vorne hatte die Volkspolizei abgesperrt, weil sie damit beschäftigt war, den Arbeiteraufstand niederzuschlagen. Den Tag hat Wansner nie vergessen, ebenso wenig die brutalen Straßenschlachten zwischen Polizei und Hausbesetzern zu Beginn der 80er-Jahre. Er hat lange im Kreuzberger Bauamt gearbeitet und konnte den Wunsch nach Sanierung der Altbauten absolut verstehen. Aber dass sich junge Leute einfach eine Wohnung kapern, obwohl kleine Leute nebenan hohe Mieten zahlen müssen, war ein Frontalangriff auf Wansners Gerechtigkeitsempfinden. An den Gedanken, dass jemand eine Leistung ohne Gegenleistung einfordert, das dann auch noch durchsetzt und am Ende sogar den ganzen Bezirk politisch beherrscht, will sich Wansner einfach nicht gewöhnen. Der Zeitgeist in Kreuzberg weht einem wie ihm stramm ins Gesicht.

Den Anschluss an dieses neue Berlin, das sich als geschichtsvergessene GuteLaune-Metropole präsentiert und Rekorde eigentlich nur in der Tourismusbranche vermelden kann, hat Wansner irgendwie nicht finden können. Vielleicht will er das auch gar nicht. Der Kiez, in den er 1947 als Flüchtlingskind geboren wurde, hat sich jeden-

falls radikal verändert. Immer mehr Deutsche zogen weg, viele Geschäftsleute gaben auf. Ein Autohändler in der Nähe des Moritzplatzes musste irgendwann sogar gehen, weil er keine Versicherung mehr fand, die ihn gegen Glasbruch schützen wollte. Autonome hatten es sich zum Feierabendsport gemacht, regelmäßig seine Schaufenster zu zerdep-

RETO KLAR

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Werden Sie Herr der Gezeiten.

Neuer Terror, alter Streit
Nach Festnahmen in NRW: CSU fordert mehr Rechte für Ermittler
DOMINIK EHRENTRAUT

ach der Festnahme dreier Terrorverdächtiger treten wieder einmal die tiefen Zerwürfnisse beim Thema Vorratsdatenspeicherung zwischen Union und FDP hervor. Für den innenpolitischen Sprecher der CSU im Bundestag, Hans-Peter Uhl, sind die Zugriffe vom Freitag ein weiterer Beleg, dass die Bundesrepublik immer noch als potenzielles Anschlagsziel für Terroristen gilt. „In Deutschland besteht weiterhin eine konkrete Terrorgefahr“, sagte Uhl der „Welt am Sonntag“. Gleichzeitig zeige der Fall, dass die Nachrichtendienste zu wenig Eingriffsrechte besäßen. Denn die entscheidenden Hinweise erhielten die deutschen Ermittler von der amerikanischen CIA. Der CSU-Politiker forderte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) auf, den Nachrichtendiensten mehr Kompetenzen einzuräumen, und kritisierte die Haltung der FDP im Streit um die Vorratsdatenspeicherung. „Wir müssen wissen, mit wem die Terroristen kommunizieren, um ihre Netzwerke ausfindig machen zu können“,

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sagte er. „Dafür brauchen wir die Vorratsdatenspeicherung. Ich fordere die Ministerin deshalb auf, ihren Widerstand aufzugeben.“ Schon seit geraumer Zeit streiten Union und FDP über eine Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung. Im März vergangenen Jahres hatte das Bundesverfassungsgericht das einstige Gesetz für verfassungswidrig erklärt. Die Richter verlangten von der Bundesregierung mehr Datenschutz. Auch die Europäische Union machte Druck und monierte, dass die gesetzliche Grundlage zur Datenspeicherung fehle. Brüssel drohte sogar mit rechtlichen Schritten und einem Zwangsgeld, da Deutschland verpflichtet ist, eine entsprechende EU-Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. CDU und CSU wollen erreichen, dass die Kommunikationsdaten aller Bürger auch ohne konkreten Verdacht für mindestens sechs Monate gespeichert werden können. Die Bundesjustizministerin will dagegen nur im Falle eines konkreten Verdachts Daten einfrieren und den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stellen. Unterdessen verlautete aus Sicherheitskreisen, dass die drei Terrorver-

dächtigen einen Anschlag auf den Eurovision Song Contest geplant haben könnten. Allerdings hätten die Verdächtigen nicht konkret darüber gesprochen, hieß es. Der internationale Wettbewerb wird am 14. Mai in Düsseldorf ausgetragen. Erwartet werden 36 000 Zuschauer. Am 10. und 12. Mai finden zudem noch zwei Halbfinalshows statt. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, nannte lediglich „Veranstaltungen im Großraum Düsseldorf“ als mögliche Anschlagsziele. Nach den abgehörten Gesprächen in einer Düsseldorfer Wohnung hatten die Beschuldigten aber auch darüber nachgedacht, den Sprengsatz „an einer Bushaltestelle oder in einem Bus“ zu zünden. Allerdings steckten sie noch in der Experimentierphase. In Verfassungsschutzkreisen wird dagegen Kritik am Vorgehen des BKA geübt. Die Beamten hätten zu früh eingegriffen, sodass den Festgenommenen zu wenig nachgewiesen werden könne. Tatsächlich konnte entgegen erster Berichte kein fertiger Sprengstoff sichergestellt werden. Die Fahnder fanden lediglich ein Behältnis, in dem möglicherweise Sprengstoff aufbewahrt wurde.

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NACHRICHTEN
kurz & knapp
eit sieben Wochen ist der frühere DDR-Bürgerrechtler und ARD-Journalist Roland Jahn der dritte Bundesbeauftragte für die Unterlagen des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS). Durch die Behörde, die zuletzt unter Marianne Birthler immer stärker unter öffentlichen Druck geraten war, weht seither ein frischer Wind. WELT AM SONNTAG: Sollten wir unser Gespräch nach dem Motto „Journalisten fragen – Journalist antwortet“ führen? ROLAND JAHN: Ich war mehr als 20 Jahre lang Journalist, also Aufklärer. Jetzt bin ich weiter Aufklärer, aber in einer anderen Funktion. Fällt Ihnen die Umstellung eigentlich schwer? Überhaupt nicht. Ich bin gewohnt, neue Herausforderungen anzunehmen, und mir macht meine Aufgabe jeden Tag richtig Spaß. Ich habe meine Bereitschaft, Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen zu werden, keine Sekunde bereut. Welche journalistischen Tugenden befähigen für das Amt? Das Hinterfragen ist ganz wichtig. Bereit zu sein, Vorurteile wegzurecherchieren, undogmatisch an Themen heranzugehen. Und welche Eigenschaften eines Journalisten sind eher kontraproduktiv? Bis jetzt ist mir da kein Punkt aufgefallen. Nehmen Sie etwa den Umgang mit einem ja wirklich nicht kleinen Apparat mit 1650 Mitarbeitern, der natürlich seine Eigenheiten hat. Ich habe schon in der ARD gelernt, Bürokratie kann sowohl hilfreich sein bei der Organisation von Arbeit, kann aber auch behindern. Das heißt, einzuschreiten, wo der Apparat behindert, und ihn fördern, wo er die Arbeit voranbringt. Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit? Sehen Sie sich als Behördenleiter, Aufklärer des SED-Regimes oder als Anwalt der Opfer? Man kann das ja gar nicht trennen. Richtschnur meiner Tätigkeit ist ein Gesetz, das Stasiunterlagen-Gesetz. Ganz wichtig ist, dass die Opfer ihre Akten einsehen können, damit sie ihre Würde zurückbekommen können, die ihnen die Stasi durch den Eingriff in ihr Leben geraubt hat. Ich sehe die Stasiunterlagen-Behörde als einen Dienstleister für die Gesellschaft, damit Aufklärung stattfinden kann. Bei Ihrem Amtseid haben Sie verzichtet auf die religiöse Beteuerung „So wahr mir Gott helfe“. Warum? Ich bin zwar getauft und auch christlich erzogen, aber ich fühle mich nicht als gläubiger Christ.

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Gaddafi lässt nicht von seiner Macht
WAFFENSTILLSTAND Der libysche

Machthaber Muammar al-Gaddafi hat einen Gang ins Exil abermals ausgeschlossen und Verhandlungen über einen Waffenstillstand angeboten. Die Nato müsse „jede Hoffnung auf einen Weggang Muammar Gaddafis aufgeben“, sagte der Diktator in einer Fernsehansprache. Die Allianz wies Gaddafis Angebot zurück. „Die Nato wird die Luftangriffe fortführen, bis alle Angriffe und Bedrohungen gegen Zivilisten eingestellt worden sind“, hieß es in Kreisen des Bündnisses. „Wir wollen Taten sehen, keine Worte.“ Auch die Aufständischen lehnten die Vorschläge ab. Regierungstruppen setzten unterdessen ihre Angriffe auf den Flughafen der seit sieben Wochen belagerten Küstenstadt Misrata fort.

Vertreter von Menschenrechtsorganisationen. Am Dienstag setzt Wulff seine Reise mit einem Staatsbesuch in Costa Rica fort. Hier kommt er mit seiner Amtskollegin Laura Chincilla Miranda zusammen. Daneben besucht Wulff den Regenwald am Braulio Carillo Nationalpark. Mit einem dreitägigen Staatsbesuch in Brasilien endet Wulffs bisher längste Auslandsdfs reise als Bundespräsident.

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Zeiten, sondern gesagt: Wir wollen selbstbestimmt leben! Das ist ein Motiv meines Lebens: Freiheit muss man sich nehmen. Warum war eigentlich gerade in Jena der Protest so ausgeprägt, in diesem Universitätsstädtchen mit gerade einmal 100 000 Einwohnern, eingebettet in die Thüringer Berge? In den 70er-Jahren wollte die SED den VEB Carl Zeiss auf „Weltniveau“ bringen. Deshalb sind Tausende Lehrlinge

Satz: „Auch ich habe diese Diktatur zeitweise gestützt.“ Das war am 17. Juni 2010. In Jena wurde ein Denkmal für politisch Verfolgte eingeweiht. Ich sollte die Festrede halten. Erst sehr spät ist mir aufgefallen, dass auch mein Name auf dem Denkmal steht. Das war mir fast etwas peinlich. Was sagt man bei einer solchen Gelegenheit? Ich wollte nicht als „Held“ der DDR-Opposition erscheinen. Auch in meinem Leben gab es Brüche. Sich dazu zu bekennen, ist zentral für die Aufarbei-

gen Ausbürgerung meine Mutter in Jena anrief und sie mir sagte, man habe ihr den Sohn „gestohlen“, da habe ich begriffen, dass meine Freiheit im Westen nur eine halbe Freiheit ist, solange die Mauer steht. Deshalb West-Berlin ... ... genau. Hier konnte ich ein Kuriersystem in beide Richtungen aufbauen. Hier unterstützten mich die Medien, der Sender Freies Berlin zum Beispiel, der meine Themen aufnahm. Als die SED glaubte, Sie endlich vom Hals zu haben, verfasste der spätere StasiOberstleutnant Bernd Hopfer einen „Abschlussbericht“. Eben dieser Offizier hat nach 1990 in der Stasiunterlagen-Behörde gearbeitet, in der Grundsatzabteilung, bis er 2007 in Pension ging. Hat Sie das irritiert? Ich habe es mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Ich bin diesem Mann immer sehr freundlich begegnet, aber ich habe auch öffentlich gesagt, dass ich das nicht akzeptabel finde. Für mich war und ist das eine Frage der Glaubwürdigkeit. Persönlich konnte ich damit relativ locker umgehen, denn die Stasi hat mein Leben nicht zerstört, wie das bei anderen Menschen der Fall ist. In der Stasiunterlagen-Behörde sind 47 Ex-Stasi-Mitarbeiter beschäftigt. In Ihrer Rede zur Amtseinführung haben Sie das als „Schlag ins Gesicht der Opfer“ kritisiert. Ging da der Journalist in Ihnen durch? Das war ja kein Zitat von mir! Stasi-Geschädigte haben mir das gesagt, in der Zeit zwischen meiner Wahl und meinem Amtsantritt, als ich einige Opferverbände aufgesucht habe. Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, das Problem öffentlich zu benennen: Ehemalige hauptamtliche Stasimitarbeiter in der Stasiunterlagen-Behörde beschädigen deren Glaubwürdigkeit. Für den SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz enthielt Ihr Vorstoß „zu viel Eifer“. Herr Wiefelspütz hat das Recht, seine Meinung zu äußern. Wer allerdings meine bisherige Arbeit kennt, der weiß, dass ich für Differenzierung stehe. Nicht anders halte ich das jetzt als Bundesbeauftragter. Für mich zählen Sachlichkeit, Besonnenheit und Rechtsstaatlichkeit. Wiefelspütz hat sich inzwischen wieder beruhigt. Die „Süddeutsche Zeitung“ hingegen kritisiert Sie scharf, weil Sie Mitarbeiter mit Stasi-Hintergrund in andere Behörden abschieben wollen. „Pardon wird nicht gegeben!“ sei wohl ihr Motto, kritisieren die Kollegen. Mein Ziel ist Versöhnung. Aber erst einmal müssen die Wunden der Opfer heilen können. Das heißt, die Täter müssen sich zu ihrer Verantwortung bekennen und glaubhaft bereuen. Auch die Menschen, die bis 1990 bei der Stasi tätig waren, haben eine zweite Chance verdient. Sie sollen sich einbringen können in die demokratische Gesellschaft – aber nicht in dieser Behörde.

CSU: Bayern für atomares Endlager nicht geeignet
GEOLOGIE Die CSU will in Bayern

Syrien: Gesamtzahl der Toten steigt auf über 500
SANKTIONEN Beim Angriff syrischer Streitkräfte auf eine Moschee in der abgeriegelten Stadt Daraa sind am Samstag nach Augenzeugenberichten vier Menschen getötet worden. Bereits zuvor hatten die Streitkräfte ihre Präsenz in Daraa erneut verstärkt. Die Stadt im Süden des Landes gilt als Hochburg der Protestbewegung gegen Präsident Baschar al-Assad. Unterdessen wurde bekannt, dass die Gewalt in Syrien mittlerweile 535 Menschen das Leben gekostet hat. Die EU brachte Sanktionen gegen das Regime auf den Weg. Die Botschafter der Mitgliedstaaten gaben grünes Licht für Strafmaßnahmen gegen Assad und seine Gefolgsleute. Auch die USA verhängten Sanktionen gegen führende Vertreter der syrischen Regierung, darunter einen Bruder Assads.

nicht nach einem Standort für ein Atommüllendlager suchen lassen. Ein entsprechendes Angebot der künftigen grün-roten Regierung in BadenWürttemberg sei für Bayern kein Vorbild, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dies würde lediglich eine weitere Verzögerung der Bemühungen bedeuten, endlich das Problem der Atommüll-Endlagerung zu lösen. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte dem „Hamburger Abendblatt“, der Freistaat komme „aus geologischen Gründen“ für einen Endlagerstandort nicht infrage. Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hingegen hatte sich bereit erklärt, auch in Baden-Württemberg die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll zu ermöglichen. Derzeit wird nur der Salzstock im niedersächsischen Gorleben erkundet.

„Freiheit muss man sich nehmen!“
Roland Jahn, der neue Bundesbeauftragte für die Stasiakten, über das Prinzip Selbstbestimmung und die MfS-Kader in seiner Behörde

Grüne liegen in Bremen erstmals vor der CDU
WAHL Drei Wochen vor der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft liegen die Grünen in einer Umfrage erstmals vor der CDU. Nach einer vom „Focus“ in Auftrag gegebenen Emnid-Erhebung kommen die Grünen, die in dem Zwei-Städte-Staat mitregieren, mit 24 Prozent auf Platz zwei hinter der SPD, die bei 37 Prozent liegt. Die CDU müsste sich auf eine Niederlage einstellen. Sie kommt nur noch auf 22 Prozent nach 25,6 Prozent vor vier Jahren. Auch der FDP droht ein Debakel. Mit vier Prozent verlöre sie zwei Prozentpunkte und würde den Wiedereinzug ins Parlament verpassen. Die Linke, die bei der letzten Wahl 8,4 Prozent erreichte, kommt nun auf sieben Prozent. Demnach könnten SPD und Grüne weiterregieren.

Wulff beginnt einwöchige Reise durch Lateinamerika
REGENWALD Bundespräsident Christi-

an Wulff und seine Ehefrau Bettina beginnen am heutigen Sonntag ihren Staatsbesuch in Mexiko. Wulff wird dabei unter anderem die Pyramiden von Teotihuacán besichtigen und ein Waisenhaus besuchen. Am Montag wird das Präsidentenpaar von dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón Hinojosa offiziell begrüßt. Das deutsche Staatsoberhaupt legt ferner am Vaterlandsaltar in MexikoStadt einen Kranz nieder und trifft

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Gegendarstellung
In der „Welt am Sonntag“ vom 10.04.2011 schreiben Sie unter der Überschrift „Ai Weiwei und der StasiMann“: „Denn der Regimekritiker ist (…) an einen Zeitgenossen geraten, den er vermutlich verachten würde, wenn ihm sein Hintergrund bekannt wäre. Beim Verkauf der Fabrikhalle (…) tritt (…) Sven Herrmann auf. Dabei saß das SEDMitglied nicht nur in sensibler Position im Zentralrat der Staatsjugend FDJ, sondern diente der Stasi zugleich als Agent. (…) Das Landgericht Berlin stellte in einem Urteil fest, dass er zu DDR-Zeiten für die HVA [Hauptverwaltung Aufklärung, die Red.] des Ministeriums für Staatssicherheit … als Informeller Mitarbeiter IM „Fidel“ tätig gewesen sei.“ Hierzu stelle ich fest: Herr Ai Weiwei wurde von mir in unserem ersten persönlichen Treffen am 22.9.2010 zumindest über meine Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter für die Hauptverwaltung Aufklärung des MfS aufgeklärt. Berlin, den 26. April 2011 Rechtsanwalt Helge Reich für Sven Herrmann Anm. d. Red.: Rechtsanwalt Sven Herrmann hat den chinesischen Regimekritiker Ai Weiwei nach uns vorliegenden Informationen nicht über seine Vergangenheit als Stasi-Agent IM „Fidel“ aufgeklärt. Die Redaktion bleibt daher uneingeschränkt bei ihrer Darstellung.

Besteht vielleicht der nachhaltigste Triumph der SED in der radikalen Zerstörung christlicher Werte? Heute bezeichnen sich 70 Prozent der Ostdeutschen als konfessionslos; in Westdeutschland sind es lediglich 19 Prozent. Von einem „Triumph der SED“ „Auch die Menschen, die bis 1990 bei der Stasi tätig waren, haben eine zweite Chance verdient“, sagt Birthler-Nachfolger Roland Jahn. Aber nicht in seiner Behörde würde ich in keinem Fall sprechen! Das DDR-Regime ist jämmerlich zugrunde gegangen, das ist historische Tatsache. Freiheit gilt nach Jena geholt worden, aus der ganzen tung von Diktatur-Erfahrungen. Man auch für die Religion. Die Menschen ha- DDR. Darunter auch viele, die ein selbst- sollte nicht so tun, als ob man schon im- Haben Sie Zusagen von Kulturstaatsben die Freiheit, ihrem Glauben nachzu- bestimmtes Leben führen wollten. Im mer gegen alles war. Zwar steht in mei- minister Bernd Neumann? Talkessel haben wir uns gefunden: die nem Zeugnis aus der 8. Klasse: „Roland Zunächst habe ich das Problem offen begehen – oder eben nicht. Kinder der „Zeissianer“ und der Uni- neigt dazu, in Opposition zu treten.“ nannt, die Politik noch mal wachgerütAber Sie gehörten doch zur Jungen Professoren, Studenten, Lehrlinge. So Aber auch ich bin lange in den Bahnen telt. Es gibt jetzt konkrete Bemühungen, Gemeinde in Jena ... entstand eine ganz besondere Szene, die der DDR gelaufen, so sehr ich später an- eine Lösung zu finden. Ich habe eine so... Mitglied war ich nicht. Ich habe mich aber überschaubar blieb, weil die Stadt erkannter Gegner der SED-Diktatur war. ziale Verantwortung auch diesen Mitarim Umfeld der Jungen Gemeinde be- eben doch vergleichsweise klein war. beitern gegenüber. Wir sind hier auf eiwegt. In der DDR bot die Kirche jenen Man kannte sich, man begehrte gemein- Nach Ihrer Ausbürgerung 1983 sind nem guten Weg. Menschen einen Freiraum, die den Staat sam auf. Wenn zum Beispiel am 1. Mai Sie ins eingemauerte West-Berlin gekritisch betrachtet haben. Dort wurden Tausende Einwohner an der SED-Kreis- zogen. Warum nicht zum Beispiel ins Von Ihrer Funktion bei der ARD haben Sie sich für das Amt des BundesKritiker der DDR aufgenommen, es gab leitung vorbeimarschierten und jubelten, schöne Bayern? die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu fin- wanderten wir, rund hundert Langhaari- Nach meinem Rauswurf aus der DDR ha- beauftragten nur beurlauben lassen. den – unabhängig davon, ob wir nun ge, über die Jenaer Berge. Die Stasi wit- be ich mich im Westen nach einer Stadt Kehrt Roland Jahn nach fünf Jahren umgeschaut, die wie Jena ist: Tübingen, in den Journalismus zurück? Christen waren oder nicht. terte gleich Konterrevolution. Heidelberg, Freiburg. Aber Heimat hat Ich bin für fünf Jahre gewählt, das ist Jena war lange das Zentrum der Op- Empfinden Sie Regionalstolz? immer mit Menschen zu tun. Und die jetzt meine Perspektive. Die Beurlauposition gegen die SED. Wie hat Sie Ja, natürlich! Wir in Jena haben ja viel an meisten Jenaer, die aus der DDR heraus- bung bei der ARD gibt mir Freiheit. Ich Repression erfahren. Und wir sind stolz gekommen sind, durch Ausreise oder muss und werde nicht am Amt des Bundas beeinflusst? Vieles, was ich als Journalist getan habe darauf, was aus unserer Opposition ge- Flucht, lebten in West-Berlin. So fand desbeauftragten kleben. Meine Aufgabe und jetzt als Bundesbeauftragter tue, worden ist: ein freies, geeinigtes Land. ich ein neues Zuhause. Der zweite ist zeitlich befristet, und ich möchte sie baut auf meiner Biografie auf. Meine Grund war, dass ich von hier aus meine so gut wie möglich erfüllen. Prägung in Jena mündete in dem Gedan- Das SED-Regime hat Sie sicher zu Arbeit fortsetzen konnte. Mein Ziel war, Das Gespräch führten Sven Felix ken: Freiheit muss man sich nehmen! Recht als „Staatsfeind“ eingestuft. weiterzumachen – so lange, bis die MauKellerhoff und Uwe Müller Wir haben nicht gewartet auf bessere Umso mehr verwundert uns Ihr ein er fällt. Als ich nach meiner unfreiwilliMARCUS HÖHN

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8 POLITIK

armer Norden
DOROTHEA SIEMS

Reicher Süden,

IN KARLSRUHE GELANDET
Aus der Berliner Altbauwohnung in ein Reihenhaus im Ländle – größer kann ein Sprung in Deutschland kaum sein. Bevor die Familie Grüger im vergangenen Sommer nach Baden-Württemberg zog, war der Vater durchs ganze Bundesgebiet zu den Kunden getourt. Die Familie in Berlin sah der Computerspezialist vor allem am Wochenende. „Das war Gift für das Familienleben“, sagt Regine Grüger. Also suchte sich ihr Mann einen guten Job im Innendienst, und die Familie siedelte sich in Stutensee an, einem beschaulichen Ort nahe Karlsruhe. Die Kinder hatten kein Problem, Anschluss zu finden. In jedem Haus der Siedlung gibt es Nachwuchs. „Das macht das Leben einfacher, denn über Kinderfreundlichkeit muss hier gar nicht erst geredet werden“, sagt die Mutter. Viele Nachbarn sind ebenfalls Zugereiste. Manche bleiben nur für einige Jahre und ziehen dann wieder weg, einige pendeln täglich über 50 Kilometer bis zu ihrem Arbeitsplatz. Gute Jobs haben hier alle, entsprechend wohlhabend ist die Gegend. Die Straßen sind gepflegt – wie die Gärten, Autos oder Häuser. Der Schulwechsel der Kinder verlief reibungslos. Allerdings müsse er hier mehr büffeln, sagt der zwölfjährige Sohn. Glück hatte die Familie, dass sie für die Jüngste einen der wenigen Ganztagsplätze in einem Kindergarten ergatterte. Und so klappt es auch, dass Regine Grüger wieder Teilzeit arbeiten gehen kann. Alles läuft wie geschmiert. Nur manchmal, wenn in den Fernsehnachrichten Berlin erscheint, wird die Mutter ein wenig wehmütig. Das Berliner Kulturleben und der Wannsee fehlen ihr – und die Kinder vermissen ihre Großeltern, die nun weit weg wohnen.

Zwei Jahrzehnte nach der Vereinigung ist Deutschland wieder geteilt. Ob Wirtschaft, Bevölkerungsentwicklung, Bildung oder Arbeitsmarkt – überall nimmt das Süd-Nord-Gefälle zu

D
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eutschlands Wirtschaft boomt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In Berlin ist davon allerdings wenig zu spüren. Während in Süddeutschland der Arbeitsmarkt leer gefegt ist, meldet die Hauptstadt noch immer eine Erwerbslosenquote von fast 14 Prozent. Mehr als jedes dritte Kind unter 15 Jahren lebt in der Drei-Millionen-Metropole von Hartz IV – ein trauriger Rekord in Deutschland. „Berlin ist die einzige Hauptstadt der Welt, in der das Wohl-

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standsniveau unterhalb des Durchschnitts des Landes liegt“, sagt Reiner Klingholz, Chef des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Und die Zukunft sieht nicht besser aus, wie die Studie „Die demografische Lage der Nation“ des Instituts zeigt. Doch nicht nur die Berliner müssen sich sorgen. Das Wohlstandsgefälle innerhalb Deutschlands nimmt zu. Zwar verschwindet gut zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung allmählich die Ost-West-Trennung. Stattdessen bricht das Land aber nun in einen dynamischen Süden und einen zurückfallenden Norden auseinander. Ob Wirtschaftsdynamik, Arbeitsmarkt, Bildung oder Bevölkerungsentwicklung – auf allen Gebieten ist Deutschland zweigeteilt. Blühende Landschaften gibt es vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Zwischen Bodensee und Bad Tölz treibt eine Mischung aus quicklebendigem Mittelstand und namhaften Konzernen das Wachstum. Mit einigem Abstand zählen auch Hessen mit der Finanzmetropole Frankfurt und seit einigen Jahren zunehmend Sachsen und Thüringen zum Kraftzentrum der Republik. Die anderen ostdeutschen Länder sowie Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und weite Teile Nordrhein-Westfalens sind für die Zukunft dagegen weniger gut gerüstet. Ausnahmen von der Regel des armen Nordens und reichen Südens sind das Saarland und Hamburg. Denn der kleinste Flächenstaat gehört mit seinen alten Kohlerevieren eher zu den Habenichtsen, während die Hansestadt die Wohlstandsskala anführt. Ansonsten aber gilt das Nord-Süd-Schema. Von den 20 Kreisen und Städten mit den besten Zukunftsaussichten in Bezug auf die Wirtschaftsdynamik, den Arbeitsmarkt und die Bevölkerung finden

sich nach der Bewertung des Berlin-Instituts 15 in Bayern, drei in Baden-Württemberg. Immerhin gibt es mit Jena und Potsdam zwei ostdeutsche Städte, denen die Forscher gute Chancen bescheinigen. Potsdam konnte in den letzten Jahren weit vorrücken, weil es zum attraktivsten Zuwanderungsgebiet für meist gut betuchte Familien aus der nahen Hauptstadt avancierte. Und Jena gehört neben Dresden, Leipzig und Erfurt zu den wenigen ostdeutschen Städten mit aussichtsreicher Wirtschaftsentwicklung. Düster sieht es dagegen im Rest des Ostens aus. Ebenso ist es um die Zukunft in alten Ruhrpott-Städten wie Gelsenkirchen und Herne oder auch in Bremerhaven nicht gut bestellt. Weil der Süden die besten Jobchancen bietet, zieht er Scharen junger Leute aus anderen Teilen Deutschlands an. Bevölkerungsexperte Klingholz spricht vom „demografischen Klau“. Seit der Wiedervereinigung sind per saldo 1,1 Millionen Ostdeutsche in die alten Bundesländer gewandert. Doch auch Niedersachsen verlor knapp 470 000 Menschen, Berlin registriert einen Verlust von fast 100 000 Abwanderern. Demgegenüber verzeichnete allein Bayern ein Plus von fast 670 000 Bürgern, wie aktuelle Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungs-

ROSA FRANK

forschung (BIB) zeigen. „Es sind vor allem die 18- bis 30-Jährigen, die wegen der Ausbildung oder wegen eines Arbeitsplatzes umziehen“, sagt BIB-Forscher Stephan Kühntopf. Meist sind es die gut ausgebildeten Frauen, die ihre Koffer packen. Damit verlieren diese Abstiegsregionen nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch potenzielle Mütter – demografisch ist das eine Katastrophe. Vielen Kommunen geht der Nachwuchs aus, die Spielplätze sind verwaist, Schulen schließen. Kein Wunder, dass junge Ärzte frei werdende Praxen nicht übernehmen wollen. Und Landstriche wie der Ostharz oder die Prignitz verlieren somit immer mehr an Attraktivität. Dagegen profitieren die wachstumsstarken Regionen im Süden nicht nur von der Binnenwanderung, sondern auch vom Zuzug aus dem Ausland. Das Statistische Bundesamt prognostiziert für Bayern bis 2030 eine Nettozuwanderung aus dem In- und Ausland von fast 640 000 Bürgern – erneut ein einsamer Spitzenplatz. Dies mildert den erwarteten Fachkräftemangel in dem Freistaat erheblich und festigt damit die ohnehin starke Position zusätzlich. Sachsen-Anhalt hingegen muss neben der Überalterung und Schrumpfung seiner Bevölke-

rung auch noch fürchten, dass mehr als 100 000 seiner Landeskinder fortziehen. Von entscheidender Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit eines Standortes ist die Forschung. Und auch hier nimmt das Süd-Nord-Gefälle zu, wie eine Faktensammlung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft zeigt. Der Autor der Studie „Deutschland uneinig Forschungsland“, Bernd Keuels, spricht von einem Matthäus-Effekt: „Dem, wer da hat, dem wird gegeben werden.“ Intensiv werde besonders in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen geforscht. Hier habe die Wirtschaft zwischen 1997 und 2007 ihre traditionell hohen Forschungsaufwendungen noch einmal erheblich gesteigert, während etwa in Brandenburg oder Bremen ein Rückgang zu verzeichnen sei. Insgesamt investieren Staat und Unternehmen in BadenWürttemberg, dem Dorado der Tüftler, rund 4,4 Prozent der gesamten Wirtschaftskraft des Landes in Forschung und Entwicklung. Im Saarland, SachsenAnhalt oder Schleswig-Holstein liegt diese Quote dagegen nur bei rund einem Prozent. Kein Wunder, dass es hoch qualifizierte Ingenieure und Forscher vor allem in den Süden zieht. Mittlerweile arbeitet jeder zweite von ihnen in BadenWürttemberg oder Bayern.

Sachsen und Thüringen gelingt es immerhin, in der wachstumsträchtigen elektronischen Spitzentechnik Anschluss an den Süden zu finden. Hier zahlt sich aus, dass es den Landesregierungen in den 90er-Jahren gelungen war, einige industrielle Kerne etwa um Jenoptik herum mit Leben zu erfüllen und neue Investoren anzulocken. Nicht zuletzt waren es die wirtschaftsaffinen Entscheidungsträger, die aus dem Westen in die neuen Bundesländer kamen, wie Kurt Biedenkopf oder Lothar Späth, die damals die Weichen richtig stellten. Neben der Forschung ist ein gutes Bildungssystem unabdingbar für den Wohlstand von morgen. Und auch auf diesem Feld ergab der Bundesländervergleich 2010 – ebenso wie die früheren Pisa-Studien – das gleiche Bild: Der Süden hängt den Norden ab. Mit dem Länderfinanzausgleich versucht der Staat trotz der wirtschaftlichen Unterschiede einheitliche Lebensverhältnisse in Deutschland herzustellen. Schließlich ist dies in der Verfassung verankert. Fast sieben Milliarden Euro wurden allein 2010 zwischen den Gebern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und – in geringem Umfang Hamburg – an die zwölf Nehmer umverteilt. Doch bei den Finanziers wächst der Är-

E

s ist wohl nicht nur Rhetorik, dass mit Grün-Rot ein neuer Stil in Baden-Württemberg einziehen soll. Dieses Interview mit SPD-Landeschef Nils Schmid jedenfalls entstand auf eine sehr angenehme Weise. Nachdem der designierte Finanz- und Wirtschaftsminister, 37, am Donnerstag unprätentiös und sachorientiert auf jede Frage eingegangen war, wurde das Gespräch anschließend von uns verschriftlicht und an Schmids Pressestelle zur Autorisierung gemailt, wie es üblich ist. Normalerweise schicken Pressesprecher dann einen ziemlich stark veränderten Text zurück. Ganz anders hier: Schmid selbst rief am Freitag an und bat höflich um Verständnis, dass er drei minimale Änderungen vornehmen wolle. Auch wenn Schmid als „Superminister“ im Kabinett des grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hierfür wohl künftig keine Zeit mehr haben dürfte – das Signal war bemerkenswert. Freilich kann Schmid auch hart sein: Bei den Koalitionsverhandlungen sicherte er seiner SPD gleich sieben Ministerien, neben seinem eigenen noch Inneres, Justiz, Kultus, Integration, Bundesangelegenheiten sowie Arbeit und Soziales.

„Wir fördern die Autoindustrie“
Baden-Württembergs künftiger Superminister Nils Schmid von der SPD erklärt, wie er die strotzende Wirtschaftskraft des Landes erhalten will – und warum Thilo Sarrazin nicht in die Partei gehört
wirtschaftlicher Vernunft und einem Auge für soziale Belange arbeitet. Das klingt, als hätten die Grünen es nötig, daran erinnert zu werden. Ob sie es nötig haben, wird man sehen. Aber es wird auf jeden Fall helfen. Die SPD wird immer bewusst halten, was die Basis des Wohlstands in BadenWürttemberg ist. Zwar muss es auch um ökologische Modernisierung gehen, aber die allein reicht nicht: In der diversifizierten Produktionsstruktur dieses Bundeslandes gilt es, die klassischen Industriebereiche zu erhalten und zu fördern, von Chemie über Pharma bis zum Auto. Die SPD wird nicht zulassen, dass da nach angeblich guten und schlechten Branchen sortiert wird. Was unterscheidet die Wirtschaftspolitik der SPD von der der Grünen? Die SPD hat dafür gesorgt, dass im Koalitionsvertrag das Ziel Vollbeschäftigung steht. Das ist nur mit einer leistungsfähigen Industrie zu erreichen, zu deren Kern in Baden-Württemberg die Autoindustrie und ihre Zulieferer gehören, in allen Branchen die Konzerne mit ihrem Kranz starker mittelständischer Unternehmen. Hinzu kommt die Infrastruktur: Die SPD war hier immer die Infrastrukturpartei, ob beim Verkehr oder bei der Genehmigung moderner Kohlekraftwerke, die in Karlsruhe und Mannheim CO2-Emissionen vermindern. Da gibt es Unterschiede zu den Grünen. Die SPD wird nun auch Flagge zeigen, wenn es um die Energienetze mit neuen Trassen und Pumpspeichern geht. Wie haben Sie es eigentlich geschafft, für die SPD gleich sieben Ministerien herauszuhandeln?
+

tersteilzeit, die wir ausbauen wollen. Erforderlich ist auch, die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass die Leute tatsächlich länger arbeiten können. Das ist in erster Linie Sache der Betriebe, aber die Landesregierung kann ein wichtiger Moderator sein. Wir werden auch eine Allianz für Fachkräfte schließen, wo es um die zentrale Überlebensfrage Baden-Württembergs geht. Damit sind zwei weitere SPD-Ressorts angesprochen, Integration für besseren Zugang der Migranten zum Arbeitsmarkt und Bildung, wo wir bestmögliche Qualifikationen für alle Kinder erreichen wollen. Zunächst zur Integration: Was da der Koalitionsvertrag als Kultur des Willkommens skizziert, ist so ziemlich das Gegenteil dessen, was Thilo Sarrazin vertritt. Passt dieser Mann in die SPD? Ich bin für eine offene Debatte über Integrationspolitik und deren Defizite, auch über die Problem mancher Migranten, denen man harte Ansagen machen kann. Da respektiere ich, was Sarrazin sagt, als Meinungsbeitrag. Es gibt aber rote Linien, das sind biologistische und rassistische
Nils Schmid auf dem Sofa in der Stuttgarter SPD-Zentrale
ANDY RIDDER

Thesen, wonach Herkunft Schicksal sei. Deshalb war es richtig, dass der SPDVorstand einen klaren Trennungsstrich gegenüber Sarrazin gezogen hat, und deshalb ist der Beschluss der Schiedskommission nun bedauerlich. Ihre Ehefrau stammt aus der Türkei. Fühlen Sie sich von Sarrazin persönlich beleidigt? Es geht hier nicht um mich. Sondern darum, dass diese Debatte für viele Migrantinnen und Migranten verheerend ist. Sie haben sich vor allem im

WELT AM SONNTAG: Herr Schmid, im grün-roten Koalitionsvertrag ist von der „Regierung KretschmannSchmid“ die Rede. Welchen Part haben Sie in diesem Duo? NILS SCHMID: Ich werde als SPDLandesvorsitzender die ganze Bandbreite der Landespolitik bespielen und dafür einstehen, dass diese Regierung mit

Ich bin mit dem Ausgang der RessortVerteilung zufrieden, das Tableau entspricht einer Koalition auf Augenhöhe. Die Grünen haben vor allem Ministerien mit strukturpolitischer Bedeutung – etwa Verkehr oder Umwelt und Energie –, während es mir wichtig war, dass die Integrationspolitik einen hohen Stellenwert bekommt und in einem zusätzlichen Ministerium gestaltet wird, sodass sich für uns ein weiteres Ressort ergab. Die SPD hat echte Modernisierungsressorts, etwa die Wirtschaft, wo wir zum Beispiel im Dialog mit der Industrie die Voraussetzungen schaffen wollen, dass die Arbeitnehmer länger arbeiten können … … bis zur Rente mit 67. Wir haben immer gesagt, dass die Rente mit 67 richtig ist, dass aber vernünftige Übergänge nötig sind, etwa durch Al-

1. M A I 2 011

W E LT A M S O N N TAG

N R . 18

*

POLITIK 9
PENDLER ZWISCHEN STUTTGART UND BERLIN
Marco Schütze ist Kosmopolit. Der 1971 in der DDR geborene Banker hat in Berlin, London und New York gearbeitet und lebt seit einem halben Jahr wieder in Stuttgart, wo er schon einmal einige Jahre mit seiner Familie verbracht hatte. Schütze fühlt sich wohl in seiner süddeutschen Wahlheimat – auch wenn die Schwaben etwas verschlossen seien und Freundschaften sowie Kundenbeziehungen deshalb ihre Zeit bräuchten, um sich zu entwickeln. Die Lebensqualität in der Region mit reichhaltigem Kulturangebot, den nahen Weinbergen und Wäldern sei gerade für Familien hoch, sagt Schütze. Aufgrund der mittelständisch geprägten starken Wirtschaft biete Stuttgart überdies wie kaum eine andere deutsche Stadt in seinem Beruf gute Chancen auf einen krisenfesten und aussichtsreichen Job, sagt der 40-Jährige. Wie gut es den Leuten gehe, zeige sich in der Schwabenmetropole schon daran, dass Restaurants, Kneipen und Cafés voll seien. Auch die Höhe der Mieten und Immobilienpreise sei stattlich. „Verglichen mit Berlin ist hier mehr Geld im Spiel“, so der Finanzexperte. Seine Frau zog nach der Rückkehr aus den Vereinigten Staaten allerdings mit den Kindern nach Berlin. Denn die fünfjährige Tochter sollte auf eine internationale Schule. In der Hauptstadt bekam sie nach bestandener Aufnahmeprüfung sogleich einen der umkämpften Plätze, während Stuttgart sie nur auf eine Warteliste setzen wollte. Zudem wäre es im Süden wenig aussichtsreich gewesen, für den zweijährigen Sohn einen Kindergarten-Platz zu finden, sagt der Vater – der nun zwischen Familie und Job pendelt.
MARTIN JEHNICHEN

FÜR DIE KIRCHE NACH JENA
Pfarrer Jörg Gintrowski hat der Glaube nach Jena verschlagen. Der gebürtige Westberliner, der seine Studienzeit und die ersten Jahre als Pfarrer an der Spree verbracht hatte, hegte den Wunsch, „dass die Kirche im Osten wächst“. Und so kam er 2004 mit seiner Familie in die Gemeinde Wenigenjena nach Thüringen. Hier erlebt der evangelische Theologe nun jeden Tag, wie seine Kirche wächst. „In Jena boomt alles, auch unsere Gemeinde“, sagt der 46Jährige. Viele Jugendliche, deren Eltern nichts mit der Kirche am Hut hätten, seien neugierig auf den Glauben. „Diese neue Generation ist frei von sozialistischer Indoktrinierung aufgewachsen – hierin liegt für die Kirche eine große Chance.“ Jena ist eine Universitätsstadt, „das Tübingen des Ostens“, wie Gintrowski sie nennt. Die Wissenschaftler und ihre Mitarbeiter heben das Wohlstandsniveau ebenso wie die prosperierende Industrie. Mit Biotechnologie, der Optik- sowie der Glasindustrie bietet die Stadt viele anspruchsvolle Jobs. Entsprechend gibt es Designer-Geschäfte mit Preisen, wie sie sonst selten im Osten zu finden sind. Nur jeder zweite Einwohner der Stadt ist heutzutage noch Jenenser, der Rest ist zugewandert. Die Menschen kommen aus allen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland. Ob jemand als „Ossi“ oder „Wessi“ geboren wurde, das spiele hier überhaupt keine Rolle mehr, sagt der Pfarrer. Jena sei tolerant, weltoffen und innerhalb Ostdeutschlands eine „Oase der Ausländerfreundlichkeit“.

ABWANDERUNG: DIE MENSCHEN ZIEHT ES NACH SÜDEN

SCHLESWIGHOLSTEIN nahm 9 Mrd. 7,4 % 0,53 %

+93 000

MECKLENBURGVORPOMMERN nahm 7 Mrd. 13,2 % 0,38 %
ALEX TREBUS

-419 000

nahm 10 Mrd. 11,8 % 0,87 % NIEDERSACHSEN

-21 000

BREMEN

HAMBURG gab 12 Mrd. 8,2 % 1,15 %

+77 000

BRANDENBURG nahm 9 Mrd. 11,0 % 0,32 %

-10 000

-468 000
nahm 22 Mrd. NORDRHEINWESTFALEN 7,0 % 1,72 % SACHSENANHALT BERLIN nahm 42 Mrd. 13,9 % 1,40 %

-308 000
nahm 10 Mrd. 11,9 % 0,34 %

-95 000

+168 000
gab 17 Mrd. 8,3 % 1,14 %

HESSEN RHEINLANDPFALZ

+149 000
gab 44 Mrd. 6,0 % 2,14 %

THÜRINGEN

-207 000
nahm 9 Mrd. 9,2 % 0,93 %

SACHSEN

-292 000
nahm 16 Mrd. 11,3 % 1,34 %

+220 000
nahm 11 Mrd. 5,4 % 1,38 %

BAYERN

+668 000
gab 31 Mrd. 3,9 % SAARLAND

-22 000
nahm 6,0 Mrd. 7,0 % 0,44 %

2,21 % BADENWÜRTTEMBERG

+230 000
gab 48 Mrd. 4,2 % 3,57 %

+00 -00
nahm gab

Zu- und Abwanderung von Personen (1991 bis 2009) Länderfinanzausgleich 1950 bis 2010 (in Euro) Arbeitslosenquote (April 2011) Forschungsausgaben der Wirtschaft (Anteil vom reg. BIP, 2007)

QUELLE: BUNDESINSTITUT FÜR BEVÖLKERUNGSFORSCHUNG, BAYER. FINANZMINISTERIUM, BA, STIFTERVERBAND DER DT. WIRTSCHAFT

ger. Vor allem die Bayern, die im vergangenen Jahr fast 3,5 Milliarden Euro berappen mussten, drängen auf Änderungen. „Es kann nicht sein, dass andere Bundesländer das Geld aus dem Ausgleich erhalten und sich damit Wohltaten leisten, die wir uns nicht erlauben“, sagt Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU). Diese Kritik zielt vor allem auf Berlin, das mit fast drei Milliarden Euro den mit Abstand größten Betrag aus dem Finanztopf erhält und sich – im Gegensatz zu den Südländern – drei beitragsfreie Kita-Jahre leistet und auf Studiengebühren verzichtet. Doch gibt es überhaupt Chancen, dass die armen Länder jemals den Anschluss an die Spitzengruppen schaffen? Bayern ist bisher hierfür das einzige Beispiel. Familienunternehmer Randolf Rodenstock, der in München lange Jahre in vierter Generation einen traditionsreichen Optik-Konzern führte, hat den Aufstieg Bayerns vom rückständigen Agrarland zur starken Wirtschaftsregion miterlebt. „Ein wichtiger Faktor war nach dem Krieg die Zuwanderung aus dem Osten. Die Vertriebenen waren großteils gut qualifiziert, viele gründeten eigene Betriebe, was einen wesentlichen Teil der heutigen Mittelstandsstruktur her-

vorbrachte“, erinnert sich der 63-Jährige. Auch Konzerne wie Siemens siedelten sich an. Später habe sich die Landesregierung erfolgreich um die Entwicklung neuer Industriezweige wie die Luft- und

Raumfahrt bemüht, sagt Rodenstock. Ohnehin habe sich die bayerische Landespolitik stets sehr für wirtschaftliche Belange interessiert. Und Wirtschaft und Unternehmertum seien zudem in dem Freistaat

von jeher auch von den Bürgern wertgeschätzt worden. „Dies war in den 60erund 70er-Jahren keineswegs überall in der Republik so“, sagt Rodenstock. Bayern habe überdies immer in die Zukunft investiert, in Bildung, Forschung und Infrastruktur. Heute besitze der Freistaat 28 Hochschulen, davon zwei Exzellenzuniversitäten, zwölf Max-Planck-Institute, sieben Fraunhofer-Institute, drei Helmholtz-Institute – eine vergleichbare Forschungslandschaft gibt es ansonsten nur noch im Nachbarland Baden-Württemberg, Bayerns ewigem Rivalen. Bevölkerungsexperte Klingholz hält den Aufstieg des Freistaats allerdings nicht für kopierbar. „Bayern sprang auf den Zug auf, als Wachstum überall im Land garantiert war.“ Damals sei die deutsche Bevölkerung gewachsen, doch heute schrumpfe sie. Dies setze selbst die Wachstumszentren unter starken Druck, Arbeitskräfte und Unternehmen anzuwerben und zu halten. Baden-Württemberg beispielsweise hat schon vor Jahren das große Potenzial von Migranten erkannt. So existiert in Stuttgart seit einem Jahrzehnt ein „Bündnis für Integration“. Die Schwaben-Metropole hat deutschlandweit mit über 40 Prozent den höchsten Ausländeranteil, bei den Kindern sind die Migranten mit 56 Prozent sogar in der Mehrheit. Doch gute Jobchancen und eine gezielte Förderung schon im Kleinkindalter sorgen dafür, dass die Migranten sich weitaus besser in die hiesige Gesellschaft eingefügt haben, als dies etwa in den sozialen Brennpunkten in Frankfurt oder Hamburg der Fall ist. Auch wenn der Süden in vielen Punkten so viel erfolgreicher ist als der Norden der Republik – Rodenstock, der auch Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ist, mahnt: „Wir dürfen nicht selbstzufrieden werden und uns zurücklehnen. Man kann vieles noch besser machen. Entscheidend ist, wie wir im weltweiten Wettbewerb dastehen, nicht der innerdeutsche Vergleich.“ Im Klartext: Die erfolgreichen Bundesländer orientieren sich an Kalifornien oder Shanghai – nicht an MecklenburgVorpommern und Bremen.

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RIO RIO DE DE JANEIRO JANEIRO

Verlauf des letzten Jahrzehnts mit der gewandelten Einwanderungspolitik hier immer mehr eingelebt, sich immer besser integriert, und sie erhalten jetzt durch die Sarrazin-Debatte das Signal, doch nicht dazuzuge hören. Leider haben dafür viele im politischen Raum kein Gespür, weil es immer noch zu wenige Migranten in der Politik gibt, sodass deutsche Politiker nur selten mitbekommen, wie tief die Sarrazin-Debatte gut integrierte Zuwanderer verletzt. Ich freilich bekomme das mit und bin daher ernsthaft verärgert. Sie wären also für einen Parteiausschluss von Thilo Sarrazin? Die SPD hätte Sarrazin ausschließen sollen. Nicht wegen seiner Thesen zur Integration allgemein, sondern weil er bestimmte Bevölkerungsgruppen als aus genetischen Gründen nicht bildungsfähig abstempelt und Thesen verficht, die mit sozialdemokratischer Programmatik nicht vereinbar sind. Zur Bildungspolitik: Warum stellen Sie da wieder die Strukturfrage, indem der Koalitionsvertrag das gemeinsame Lernen bis zur zehnten Klasse positiv hervorhebt? Wir sind doch gezwungen, über Strukturen nachzudenken! Erstens weil in der baden-württembergischen Dreigliedrigkeit der Bildungserfolg und die soziale Herkunft zu stark miteinander korrelieren. Zweitens weil sich in vielen Regionen unseres Flächenlandes die Dreigliedrigkeit wegen sinkender Schüler-

zahlen nicht durchhalten lässt. Die dezentrale Siedlungsstruktur, die so segensreich für unser Land ist, lässt sich nur erhalten, wenn es wohnortnahe Schulen gibt, und das geht bei sinkenden Schülerzahlen nur, wenn man bei Bedarf und auf Antrag der Schulträger – nur dann – Schulen zu Gemeinschaftsschulen zusammenlegt. Eine Gemeinschaftsschule, die auch gymnasiale Standards anbieten soll, wird doch dem 20 Kilometer entfernten Gymnasium Schüler wegnehmen und das Gymnasium schwächen. Dies bleibt der Entwicklung vor Ort überlassen. Wir werden die Gymnasien nicht abschaffen, aber es ist durchaus legitim, dass die einzelnen Gemeinden versuchen, ihre Schulstandorte zu stärken. Die Alternative wären wenige große Schulzentren mit erheblichen Kosten für die Beförderung der Kinder über sehr weite Strecken. Wir sind da aber nicht ideologisch festgelegt, Grabenkriege um die Bildung werden wir nicht führen. Sie selbst werden ja wohl Finanzund Wirtschaftsminister, werden also mit dem Länderfinanzausgleich zu tun haben, in den Baden-Württemberg einzahlt. Hiergegen wollte die bisherige CDU-FDP-Regierung klagen. Was werden Sie tun? Wir werden vor einer Klage gegen den Länderfinanzausgleich nicht zurückschrecken, werden aber nicht den Fehler des Herrn Mappus wiederholen. Er hat mit seinem vorschnellen Klage-Plan jede Möglichkeit einer Verständigung mit

den anderen Ländern und dem Bund zerstört. Was aber passiert denn bei einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht? Da wird doch Karlsruhe keine neue deutsche Finanzverfassung schreiben, sondern die muss von allen Ländern und dem Bund beschlossen werden. Dafür müssen wir in Bundesrat und Bundestag nach Mehrheiten suchen. Also ist das Verhandlungsgeschick von Baden-Württemberg gefordert, nicht das Zetern einer CDU-Regierung. Wir fordern eine Föderalismus-Kommission III, in der Mehrheiten für eine gerechte Neuregelung gesucht werden. Nur wenn es dort Blockaden gäbe, würden wir klagen. Und bei den Verhandlungen werden Sie Druck machen? Natürlich werden wir beim Länderfinanzausgleich Druck machen. Das System muss verändert werden, weil es ungerecht ist und falsche Anreize setzt. In Berlin ist der Wahlkampf Ihres Parteifreundes Klaus Wowereit in finanzieller Hinsicht darauf abgestellt, dass der Länderfinanzausgleich erhalten bleibt, auch Grünen-Kandidatin Renate Künast hat jenes Geld eingepreist. Müssen Sie darauf Rücksicht nehmen? Für SPD wie Grüne in Baden-Württemberg ist ganz klar, dass wir auf Bundesebene die Interessen unseres eigenen Landes vertreten. Das gilt auch für den Länderfinanzausgleich. Das Gespräch führte Matthias Kamann
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10 POLITIK
Zentralrat lehnt Treffen mit Abbas ab
Hamas-Fatah-Regierung sorgt für Irritationen
er Schulterschluss der als gemäßigt geltenden Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Abbas mit der islamistischen Hamas sorgt in Deutschland und Europa für Auseinandersetzungen über den Umgang mit den Palästinensern. Nun lehnt der Präsident des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann, die Bitte von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) um ein Treffen bei seinem anstehenden Besuches in Berlin ab. Das geht aus einem Schreiben Graumanns an das Auswärtige Amt hervor, das der „Welt am Sonntag“ vorliegt. In der Antwort auf eine entsprechende Anfrage des Amtes heißt es, für das Gespräch bestehe „aufgrund der jüngsten Ereignisse, insbesondere angesichts der vor wenigen Tagen erklärten ,Versöhnung‘ zwischen Fatah und Hamas, gerade im Moment leider keine tragfähige politische Basis“. Die Fatah von Präsident Abbas hatte am Mittwoch verkündet, eine Regierung mit der seit Jahren verfeindeten islamistischen Hamas bilden zu wollen, die den Gazastreifen beherrscht. Dazu schriebt Graumann in seinem Brief an das deutsche Außenministerium: „Die Hamas ist und bleibt unserer Überzeugung nach eine Terrororganisation, die Männer, Frauen und Kinder in Israel nicht nur mit Raketen angreift und die Existenz des Staates Israel bis heute ungerührt und unbelehrbar bestreitet und blutig bekämpft, sondern auch die Menschenrechte der palästinensischen Bevölkerung mit Füßen tritt“. Die „Verbrüderung“ beider Organisationen sei „ein schwerer Rückschlag für die Friedensbemühungen und für die Glaubwürdigkeit von Präsident Abbas als Partner für einen Frieden“. Graumann ist aber nicht gegen das Treffen der Bundesregierung mit Abbas in der nächsten Woche. „Ich vertraue voll auf die Fähigkeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Abbas ihren Standpunkt in aller Deutlichkeit klarzumachen“, sagte Graumann der „Welt am Sonntag“. Dabei begrüßte er auch die Haltung von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), der nach der Einigung erklärt hatte, die Hamas könne derzeit kein politischer Ansprechpartner sein. „Europa und der Westen sollten dringend ihre Unterstützung für die Palästinenser überdenken“, so Graumann. „Die Hilfsgelder, die nach Gaza geflossen sind, hat die Hamas eben nicht für soziale Zwecke investiert, sondern in den Aufbau eines beinharten Unterdrückungsregimes. Wenn das jetzt allen Palästinensern drohe, sehe ich schwarz.“ Derweil hat Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn als erster europäischer Chefdiplomat die Versöhnung ausdrücklich begrüßt und Israel zu neuen Verhandlungen aufgefordert. Asselborn sagte der„Welt am Sonntag“: „Die Einigung zwischen den Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas ist eine äußerst positive Entwicklung. Sie bietet eine große Chance, damit der Frieden im Nahen Osten näher rückt“. Er gehe davon aus, dass eine neue palästinensische Regierung unter Beteiligung der Hamas bereit sei, Israel anzuerkennen und auf Gewalt zu verzichten. „Die Hamas hat letztlich gar keine andere Wahl“, sagte Asselborn. Luxemburgs Außenminister lobte, dass „der weltweit sehr beachtete palästinensische Premierminister Salam Fajad Urheber dieser Initiative“ sei. Er forderte von der israelischen Regierung, sich Verhandlungen mit der neuen Führung nicht zu verweigern. Asselborn: „Es wäre ein großer Fehler, wenn Israel sich künftig Verhandlungen mit einer neuen Palästinenser-Regierung, die das gesamte Volk vertritt, verschließen würde und an seiner bisherigen sturen Haltung in Sachen Siedlungspolitik festhält. Es gibt keine Sicherheit für Israel, solange die Palästinenser untereinander verfeindet sind und die Menschen in Gaza weiterhin unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen.“ Wichtigstes Ziel von Verhandlungen müsse sein, „die Zwei-Staaten-Lösung herbeizuführen“. Asselborn forderte zudem die EU auf, die Palästinenser künftig „mit einer einheitlichen Haltung“ zu unterstützen: „Die Europäische Union sollte die Bemühungen der Palästinenser um eine Einheitsregierung positiv begleiten und nach Kräften unterstützen. Denn Frieden im Nahen Osten und Stabilität vor der eigenen Haustür ist im Interesse aller europäischen Länder.“ boe./cbs

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Familienoberhaupt und Ex-Präsident Hafis al-Assad mit seiner Frau Anisa und den Kindern (v. l.) Buschra, Baschar, Basil und Mahar Anfang der 70er-Jahre
GETTY IMAGES/AAR/SIPA

Eine schrecklich nette Familie
Zwangsexil, Hass und ein Bauchschuss: Die Geschichte des syrischen Assad-Clans ist gespickt mit Intrigen und Korruption
Präsident Baschar al-Assad ist nicht in der Lage, das breite Netzwerk, das sein Vater aufgebaut hat, sinnvoll zu nutzen
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Die bürgerkriegsähnlichen Zustände in seinem Land schwächen Assad und locken politische Rivalen zum Angriff
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DIETRICH ALEXANDER

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rger gibt es in jeder Familie, wer wollte das bestreiten? Missgunst, Abneigung, strategische Allianzen, die richtige Partnerwahl – all diese Faktoren können eine Rolle spielen in der Hierarchie einer Großfamilie und sie kommen zum Beispiel zum Tragen, wenn es ums Erben geht. Es ist vielleicht zu früh, im Falle der syrischen Herrscherdynastie der al-Assads vom Erbe der Macht zu sprechen, aber ein Blick ins Innere des zerstrittenen Großclans, dessen verschiedene Fraktionen sich mit Hass begegnen und nur auf die passende Gelegenheit zum Sprung nach Damaskus warten, ein solcher Blick lohnt, weil er hilft zu verstehen, warum Syrien am Abgrund steht. Tatsächlich ist die Führung des Staates Syrien eine Familienangelegenheit, genau wie es im Irak des Saddam Hussein mit seinen psychopathischen Söhnen Udai und Kusai der Fall war oder in Libyen mit dem Gaddafi-Clan noch immer der Fall ist. Blut ist eben dicker als Wasser, in Diktaturen vertraut man lieber dem eigenen Fleisch oder erkauft sich die Loyalität herangezogener Günstlinge. Seit aber der ebenso intelligente wie grausame Clanchef Hafis alAssad, der „Löwe (al-Assad – der Löwe)

von Damaskus“, 1971 das Zepter übernommen und im Jahr 2000 kurz vor seinem Tod an seinen Zweitältesten Baschar übergeben hat, herrscht Krieg in der Familie, der zu Zwangsexil, Verbannung und einem Bauchschuss führte. Eine schrecklich nette Familie, die sich darauf beruft, von Ismael abzustammen, des ältesten Sohnes Abrahams. Die al-Assads gehören der Familiensaga zufolge einem historisch bedeutsamen schiitisch-arabischen Stamm an, deren Urahnen am 10. Oktober 680 an der Seite von Hussein, Enkel des Propheten Mohammed, in der Schlacht von Kerbela gegen die übermächtige Armee des Umajaden-Kalifen Yasid I. kämpften. Diese Schlacht besiegelte die endgültige Trennung zwischen Sunniten und Schiiten. Sie steht für die Schiiten – zu denen sich die Alawiten der al-Assads auch zählen – symbolisch für den Kampf zwischen „Gut und Böse“, „David gegen Goliath“, „Unterdrückte gegen Unterdrücker“. Solche Geschichten fördern im Nahen Osten die Reputation und das Ansehen. Aber während der Stamm der al-Assads vor 1331 Jahren auf der richtigen Seite zu stehen schien, ist das heute anders. Mehr als 500 Tote zeitigt die brutale Staatsgewalt gegen ein Volk, das als universell anzusehende Rechte einfordert. Für die Dynastie aber geht es um mehr als schnöde Menschenrechte. Es geht um Geld, Macht und Einfluss. Auch die Frauen spielen hier eine bedeutende Rolle. Buschra zum Beispiel, älteste Tochter und Lieblingskind des Präsidentenvaters Hafis, Schwester von Baschar. Die 51-Jährige ist äußerst machtbewusst und resolut, der jungen, schönen und aufgeklärten Präsidentengattin Asma ist sie in inniger Abneigung verbunden. Die 35-jährige Sunnitin Asma ist beliebt, präsent, volksnah, hat eine eigene Facebook-Seite und eine eigene Karriere in Großbritannien als IT-Expertin und Finanzanalystin vorzuweisen. Buschra hat all das nicht, dafür aber einen überaus mächtigen Ehemann: Assaf Schaukat, Generalstabs- und Geheimdienstchef. Sie verfiel Ende der 80er-Jahre dem Charme des zehn Jahre älteren, mit Kindern geschiedenen Offiziers – ganz im Gegensatz übrigens zu Buschras Brüdern. Basil, der älteste und bis zu seinem Unfalltod im Mercedes im Januar 1994 als Nachfolger seines Vaters vorgesehene Sohn, ließ den Buhler seiner Schwester vier Mal einkerkern. Doch es half alles nichts, die Liebe war stärker und so durfte Schaukat 1995 endlich in den Assad-Clan einheiraten. Zur Familie gehörte er aber auch dann noch nicht, was Mahar al-Assad, mit 42 Jahren das verwöhnte, cholerische Nesthäkchen der Familie, in besonders drastischer Weise deutlich machte, als er dem Onkel 1999 im Präsidentenpalast mit einer kleinkalibrigen Pistole in den Bauch schoss. Schaukats Genesungsprozess wurde vorsichtshalber nach Frankreich verlegt und Buschra soll es gemeinsam mit ihrer Mutter und Hafis-Witwe Anisa Machluf (das Vermögen der Familie Machluf wurde 2006 übPräsident Baschar al-Assad mit seiner Frau Asma im Dezember 2010 in Paris
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rigens auf etwa drei Milliarden US-Dollar geschätzt) gelungen sein, den Streit zu schlichten. Das glaubt aber kaum jemand. Mahar blieb misstrauisch und warnte seinen Bruder immer wieder, dem Schwager zu vertrauen. Doch der ignorierte seinen jüngeren Bruder und machte Schaukat zu seinem mächtigsten Sicherheitsmann. Das war kein so schlechter Schachzug, denn der aufbrausende Bruder geriert sich gern als wahrer Herrscher im Land. Er mischt gern in politischen Angelegenheiten mit und scheint mehr nach dem Vater zu kommen – zumindest was Brutalität und Rücksichtslosigkeit angeht. Es steht aber nicht zu erwarten, dass Baschar mit Mahar so umgehen wird wie Vater Hafis weiland mit seinem Bruder: Er warf Rifaat al-Assad (heute 73) samt seinen vier Frauen und unübersichtlicher Kinderschar nach einem Putschversuch aus dem Land. Rifaat war bis dahin seines Bruders Kettenhund gewesen und als Oberkommandierender syrischer Spezialkräfte mitverantwortlich für den

Granatbeschuss und das darauf folgende Massaker von Hama 1982, bei dem bis zu 30 000 Menschen getötet wurden (siehe Interview auf dieser Seite). Bis heute ist Hama ein Tabuthema in Syrien. Mahar ist machtbesessen und hart, aber er gefällt sich in der Rolle der rechten Hand seines Präsidentenbruders. Und Baschar braucht Verbündete, um mögliche Angriffe auf seinen „Thron“ in der derzeitigen volatilen Lage abwehren zu können. Vater Hafis ließ Nebenbuhler auch aus der eigenen Familie eiskalt abservieren. Doch von diesem Schlag ist Baschar nicht, er hat nicht die „eiserne Faust“ seines Vaters. Angriffe könnten aus dem Alawitengebirge kommen, von den kaltgestellten Präsidentenonkels Mundhar and Sawas, die dort im Kernland der Familie Milizen führen. „Die Familie gibt ihnen viel Spielraum. Die derzeitige Krise wäre ein perfekter Moment für sie, zuzuschlagen“, meint ein syrischer Insider. Sie müssten dann allerdings gegen zwei andere Cousins von Hafis al-Assad antreten: Adnan und Mo-

hammed al-Assad führen eine schlagkräftige Miliz in Damaskus. Oder der Machluf-Clan wittert seine Chance zur Machtübernahme, was Präsidentenmutter Anisa sicher nicht unrecht wäre. Sie sähe ihren Lieblingsneffen Rami Machluf gern in der politischen Hierarchie weiter oben. Er ist Zeitungsinhaber, Besitzer der syrischen Telefongesellschaft, Multimillionär und gilt als Inbegriff syrischer Korruption. Sein Spitzname: „König von Syrien“. „Baschar al-Assad und seine Frau Asma sind Reformer. Aber sie treffen nicht alle Entscheidungen“, sagt ein syrischer Geschäftsmann mit regelmäßigem Zugang zum Präsidentenpalast. „Baschar ist zerrissen zwischen den Interessen seiner Familie, in der sein Bruder, seine Schwester und seine Onkel beachtlichen Einfluss haben, und seinen Pflichten gegenüber der Nation und dem Staat.“ Ein Präsident wider Willen war er immer schon. Er wäre gerade jetzt vielleicht liebend gern wieder das, was er eigentlich immer sein wollte: Augenarzt

„Ich rate zum Dialog mit dem Volk“
Assads Cousin Riban fordert aus dem Zwangsexil mehr Freiheiten
Riban al-Assad, 36, lebt seit 1984 in Spanien und Großbritannien. 1999 besuchte er seine Heimat zuletzt. Mit ihm sprach Ramon Schack über die Krise in Syrien. WELT AM SONNTAG: Die Macht in Syrien liegt in den Händen der religiösen Minderheit der Alawiten, der Sie selbst angehören. Gefährden die aktuellen Unruhen die fragile ethnische und religiöse Balance in Syrien? RIBAN AL-ASSAD: Syrien ist ein wunderbares Mosaik von verschiedenen religiösen und ethnischen Minderheiten. Es wäre eine Katastrophe, wenn es nun in einen Bürgerkrieg versinken würde. Der Präsident spricht seit seinem Amtsantritt vor elf Jahren von Reformen, ohne welche eingeleitet zu haben. So kann er nicht weitermachen. Er hat jetzt zum letzen Mal die Chance, Demokratie einzuführen und Geschichte zu schreiben. Mitglied der Elite zu sein, hindert doch nicht daran, sich für Demokratie und Freiheit einzusetzen. Ich stehe im permanenten Kontakt mit vielen Syrern, reflektiere also auch deren Wünsche und politische Vorstellungen. Wie alle meine Verwandten, habe auch ich unter der politischen Ausschaltung meiner Familie gelitten. Seit ich neun Jahre alt bin, lebe ich im Exil. Damals, 1984, musste mein Vater das Land verlassen. Bereiten Sie oder ein Mitglied Ihrer Familie ein Comeback in Syrien vor? Ich persönlich habe keine politischen Ambitionen in Syrien. Mein Vater war auch niemals an politischer Macht interessiert. Mein Anliegen ist es, Demokratie und Menschenrechte in Syrien zu etablieren, weil die Syrer dafür auf die Straße gehen und ihr Leben riskieren.
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kamen. Die Muslimbrüder zündeten Bomben in Schulbussen, töteten junge Mädchen, die sich nicht verschleiern wollten. Es war kein friedlicher Aufstand. Am Ende entschied sich die damalige Regierung, der auch mein Vater angehörte, diesen Aufstand niederzuschlagen. Leider kam es dabei zu großem Blutvergießen. Die syrische Armee stand damals unter dem Kommando Ihres Vaters und ließ die ganze Stadt zerstören. Das Massaker von Hama gilt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Kann man Terror nur mit Terror bekämpfen? Die Aufgabe der Verteidigungskräfte war es, die Flughäfen zu schützen. Der Job der Einheit 569, welche auch von meinem Vater kommandiert wurde, war es, Damaskus zu schützen, nicht in Hama einzumarschieren. Das tat dann ein anderes Regiment. Stellen Sie sich vor, Ihr Cousin, Präsident Baschar al-Assad, würde Sie um Ihre Meinung bitten. Was würden Sie ihm raten? Ich würde ihm raten, einen tiefen Dialog mit dem Volk zu beginnen, inklusive aller politischen Akteure, um eine Regierung der „Nationalen Einheit“ zu formen. Er muss eine neue Verfassung ausarbeiten lassen, die Gewaltenteilung garantiert, den Schutz der Bürger und Minderheiten unabhängig von Ethnie, Religionszugehörigkeit oder Geschlecht. Alle politischen Gefangenen müssen freikommen. Politische Parteien, die sich für demokratische Reform en engagieren, sind zuzulassen. Außerdem ist die Korruption zu bekämpfen, flankiert von ökonomischen Reformen. Damit muss er sofort beginnen.

Ihr Vater Rifaat al-Assad wird mit dem dunkelsten Gehen Sie im Falle eines Riban al-Assad will Kapitel der syrischen GeMachtwechsels in Syrien Rechte, keine Macht schichte in Verbindung davon aus, dass die Alagebracht: Dem Massaker witen ihre dominierende von Hama 1982. Zehntausende wurpolitische Position halten können? den damals getötet. Warum sollte In einer Demokratie würden alle Min- das syrische Volk Ihrer Familie trauderheiten vom Gesetz geschützt. Die en? politische Klasse sollte sich dann aus al- Mein Vater war nicht verantwortlich für len ethnischen und religiösen Gruppie- das Massaker. Er war Bestandteil eines totalitären Regimes, mit dem er später rungen zusammensetzen. brach. Das Regime versucht, ihn als Ihre Familie gehörte nicht nur zum Sündenbock hinzustellen. Der damals politischen Establishment, sondern Verantwortliche hieß Hafis al-Assad ... auch zur gesellschaftlichen Oberschicht Syriens. Sind Sie sicher, dass … der Bruder Ihres Vaters war ... Ihre heutigen Forderungen nach De- … natürlich, aber damals gab es einen mokratie und Freiheit glaubhaft für bewaffneten Aufstand der Muslimbrüder, bei dem viele Menschen ums Leben das syrische Volk sind?

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POLITIK 11
narchen und Regierungschefs aus aller Welt wollen sich am heutigen Sonntag vor ihm verbeugen. Von fünf Uhr in der Frühe bis vier Uhr am Nachmittag wird der Himmel am 1. Mai für jede Flugbewegung über Rom gesperrt werden. 2300 Journalisten aus 101 Ländern haben sich zusätzlich zu den rund 1000 festen Korrespondenten in Rom beim Vatikan akkreditiert, alle Fernsehsender werden über die Erhebung des letzten Papstes „zur Ehre der Altäre“ berichten, auch in jene Länder, wo kaum jemand weiß, was Altäre sind und was das Ganze soll. Doch wie viele schließlich gezählt werden – gewiss ist, dass riesige Mengen schon nachts in den Straßen um den Petersplatz ausharren, bis in der Frühe um halb sechs die Sperren geöffnet werden. Daran werden weder Nieselregen noch Sturzregen oder Sonnenschein etwas ändern. Rom ist schon am Samstag eine polnische Stadt. Aber auch eine deutsche Stadt. Eine amerikanische, eine koreanische. Alle Sprachen gehen hier derzeit durcheinander. Doch ist eine Seligsprechung kein demokratisches Verfahren. Über die Heiligkeit einer Person kann nicht abgestimmt werden. Silvio Berlusconi, nicht gerade ein Modell der Heiligkeit, der aber etwas von Medien versteht, träumt von über fünf Millionen Pilgern, wohl auch in Erinnerung an die vier Millionen, die nach dem Tod „Loleks“ an seine Bahre strömten, in einem Fluss aus Herzen, Händen und Füßen, als nicht enden wollende Love-Parade. Wirklich: Liebe hatte sie dazu gedrängt. Keiner hatte sie gerufen. Auch Johannes Paul II. verstand viel von Medien. Ihn jedoch einen Medienpapst zu nennen, verfehlt den Kern seines Charismas. Er war direkt und ungeheuer persönlich. In der letzten Woche lief auf dem Petersplatz und zahllosen Winkeln Roms auf Großbildschirmen ein Film, der in Endlosschleifen noch einmal eine Auswahl der vielen Orte, Stationen und Begegnungen seiner Pilgerreise zeigte und nacherzählte. Da sieht jeder: Er wandte sich nicht über die Medien an die Menschen. Er ging und fuhr rastlos auf sie zu, zu ihnen hin. Daran ließ er sich auf 104 Auslandsreisen in 127 Länder von keiner Krankheit hindern. Es waren Individuen, zu denen er ging, und Millionen Individuen, die ihm entgegenströmten: in Polen, Brasilien, Mexiko, auf allen fünf Kontinenten. In Manila kamen am 15. Januar 1995 vier Millionen zur Feier einer Messe mit ihm, in der größten Versammlung in der Geschichte der Menschheit. Er hatte mehr Selig- und Heiligsprechungen vorgenommen als die Päpste der letzten Jahrhunderte zusammengenommen. Schon zu seinen Lebzeiten was das Heilige sein Element. Mit Heiligen aus allen Jahrhunderten umgab er sich wie mit Freunden, in Kreisen, die sich überschnitten und überlappten wie olympische Ringe. Das war sein Labor. Als er sein Amt antrat, gab es 750 Millionen Katholiken. Als er starb, waren es weltweit 1,2 Milliarden. 1978 gab es 200 000 katholische Priester, 2005 waren es 400 000. Er war der Brückenpapst an der Schwelle zum neuen Jahrtausend schlechthin – und als er starb, war er zum Papst auch meines Lebens geworden. Den Applaus, der spät an jenem Samstagabend auf dem Petersplatz aufbrandete, als bekannt gegeben wurde, dass er gerade ins „Haus des Vaters“ eingegangen sei, habe ich jetzt noch im Ohr. Mit meiner Frau, meinem Bruder und zwei Freunden stand ich zufällig unter seinem Fenster. Auch ich applaudierte. Geheult hatte ich eine Woche zuvor, als er oben an seinem Fenster noch einmal versuchte, die Menschen zu segnen, und nur noch ein Fauchen aus seinem Mund kam, das wie ein Sturmwind aus den Lautsprecherboxen über die Menge ging. Es war ein Regen von Tränen, der damals auf dem Petersplatz niederging. Und weinen musste ich auch noch einmal einen Tag nach seinem Tod. Es war ein strahlender Morgen, als ich zur Sonntagsmesse auf dem Petersplatz plötzlich nur einen leichten leeren Stuhl da vorne an der Stelle sah, an den zuvor schon seit Jahren immer der schwere Rollstuhl für den Schwerstbehinderten geschoben worden war. Da sah ich: Jetzt war er ganz leicht geworden.

Das Selige war sein Element
Paul Badde erinnert sich zur Seligsprechung Johannes Pauls II. an Begegnungen mit diesem Papst und betrachtet die Pilgerstadt Rom
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Mit der Wunde des Attentats von 1981 begann Karol Wojtyla sein Lebenswerk 64 Monarchen und Regierungschefs wollen sich heute vor ihm verbeugen

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in Donnerschlag fährt zwischen die Säulen rund um den Petersplatz, brüllend laut. Schon in dieser Woche ist das erste Frühlingsgewitter über Rom niedergegangen. Dennoch lässt der Lärm der Pilger nicht nach, mit denen die Stadt zur Seligsprechung Johannes Pauls II. vollläuft wie eine Arche. Auch Pawel Kurylo ist eingetroffen, aus Pruska Wielka in Polen, von wo der 39jährige Maurer die 2 300 Kilometer zu Fuß zurückgelegt hat, um die Ankunft „Lolek“ Wojtylas im Himmel zu würdigen, die am heutigen Sonntag in Rom gefeiert wird. Nur sechs Jahre nach seinem Tod kommt Johannes Paul II. schon vor den Augen seiner Zeitgenossen in die ewige Zielgerade. Karol Wojtyla wurde 1920 in Wadowice, knapp 30 Kilometer von Auschwitz, geboren, und er wurde zur Überraschung des letzten Jahrhunderts, als er mitten im Kalten Krieg am 16. Oktober 1978 zum Papst gewählt wurde. Nur Tage später rief er die Menschen aus Ost und

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West dazu auf, „die Tore aufzureißen“ für Christus: „Habt keine Angst! Öffnet die Grenzen der Staaten, die wirtschaftlichen und politischen Systeme der rettenden Macht Christi! Habt keine Angst! Christus weiß, was im Innern des Menschen ist. Er allein weiß es!“ Doch auch er selbst wusste offenbar um die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit, in Ost wie West. Es war unerhört, ungeheuerlich, ein Sprengsatz der Herzen. Als ich ihn zwei Jahre später an einem Abend in Fulda erstmals traf, war er drei Jahre jünger als ich heute und schien noch stark wie ein junger Hirsch. Ein Athlet in den Schuhen des Fischers. Ein Jahr später durchbohrte ihn auf dem Petersplatz das Projektil eines Auftragskillers. Davon hat er sich nie mehr erholt. Mit dieser Wunde begann er sein Lebenswerk. Als ich ihn das letzte Mal traf, fing meine Frau an zu weinen, und ich schaute in zwei Augen, die Jahrtausende zurück und nach vorn in die Ewigkeit zu reichen schienen. Kurz danach fing sein langes Sterben an, sein dramatisches Verstummen vor den Ohren und Augen der ganzen Welt. Und jetzt? Werden zu seiner Seligsprechung so viele kommen wie zu der Prinzenhochzeit in London? Wie zu der Heiligsprechung Mutter Teresas? Da stauten sich die Pilgermassen bis weit über den Tiber zurück in die römische Innenstadt. Werden wieder so viele kommen wie nach seinem Tod? 64 Mo-

AP/CITO

Am heutigen Sonntag wird in Rom Papst Johannes Paul II. seliggesprochen

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12 FORUM
KOPFNOTEN

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Komm, lieber Mai
ANNETTE PROSINGER

BRIEFE
Das meinen unsere Leser

Dünger fürs Hirn
Wir lernen nur das, was für uns wichtig ist, sagt Hirnforscher Gerald Hüther. Wer sein Potenzial entfalten will, muss die eigene Begeisterungsfähigkeit wachhalten
as kennen wir alle: Wenn einem etwas wirklich wichtig ist, dann strengt man sich auch an, um es zu erreichen. Wenn es dann tatsächlich klappt, ist man hellauf begeistert. Und immer dann, wenn man sich so richtig für etwas begeistert, wenn es einem unter die Haut geht und man etwas besonders gut hinbekommen hat, wird im Mittelhirn eine Gruppe von Nervenzellen erregt. Die schütten dann an den Enden ihrer langen Fortsätze einen Cocktail neuroplastischer Botenstoffe aus. Zum Leidwesen aller tapferen Pflichterfüller passiert das nie im Routinebetrieb des Gehirns, wenn man all das abarbeitet, was anliegt, sondern nur in diesem wunderbaren Zustand der Begeisterung. Die bekanntesten dieser neuroplastischen Botenstoffe heißen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin, auch Peptide wie Endorphine und Enkephaline gehören dazu. Sie alle lösen auf die eine oder andere Weise in nachgeschalteten Nervenzellen eine rezeptorvermittelte Signaltransduktionskaskade aus. All jene neuronalen Netzwerke werden ausgebaut und verstärkt, die im Hirn aktiviert worden waren, um genau das zustande zu bringen, was der betreffenden Person ganz besonders am Herzen lag. Genau das ist es, was die Hirnforscher meinen, wenn sie sagen, dass das Gehirn so wird, wie und wofür man es mit Begeisterung benutzt. Und deshalb ist auch das, worauf es ankommt, nicht die Umwelt, sondern die subjektive Bewertung, also das, was das betreffende Kind oder der betreffende Erwachsene in dieser jeweiligen »Umwelt« wichtig findet, wofür er oder sie sich interessiert und begeistert. Wenn wir also wissen wollen, wieso Menschen so werden, wie sie werden, müssen wir herausfinden, was ihnen in der Vergangenheit wichtig war, was ihnen jetzt wichtig ist und was ihnen in Zukunft möglicherweise besonders wichtig sein wird. Denn nur

Bekannte Gefahren
Zu: „Auf Befehl durchs Katastrophengebiet“ von Jens Hungermann, 24. April n der Diskussion hinsichtlich der atomaren Katastrophe Fukushima wird oft zu kurz gedacht und Ursache mit Wirkung verwechselt. Es trifft zu, dass wir Atomstrom im Ausland einkaufen. Es trifft zu, dass alternative Energien nicht von heute auf morgen plötzlich entwickelt werden. Aber dies sind doch nur Fragen und nicht die Ursache der atomaren Katastrophen. Ursache ist doch, dass die Gefahren und die Nichtentsorgbarkeit der atomaren Reste von Anfang an bekannt waren und dass man in unverantwortbarer Weise vorsätzlich bereits vorhandene Wasserkraftwerke und andere alternative Energieversorger hat verkommen lassen – weil Großkonzerne mit den AKWs viel Geld verdienen wollten und verdient haben und damit ihre Monopolstellung ausgebaut haben. Unser Mitgefühl und unsere Hilfsbereitschaft müssen denjenigen Menschen gelten, die durch AKWs vergiftet worden sind. Es sind Klaus Schirkorski, Friedrichsthal- Saar Menschen wie du und ich.

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Gräflicher Haushalt
Zu: „Wir sind wie ihr!" von Alexander von Schönburg, 24. April Erlauben Sie mir eine kleine Anmerkung zu Ihrem Artikel. Sie schreiben: „Bis auf das kleine Liechtenstein, dessen Erbprinz eine Wittelsbach-Prinzessin heiratete, sind ab Freitag sämtliche Thronfolger Europas mit Bürgerlichen verheiratet“. Haben Sie hierbei nicht Belgien übersehen? Zwar war Mathilde vor der Hochzeit mit Philippe kein Mitglied des Hochadels, aber zu einer Bürgerlichen macht es sie doch auch nicht automatisch. Immerhin kommt sie aus einem gräflichen Haushalt. Sophie Wolff, Hamburg

– siehe die Debatte um Thilo Sarrazin. Das freie Wort ist inzwischen verpönt. Für meine Enkel wünsche ich mir, wieder die positive und freie Atmosphäre der 50er-Jahre zurück, als jedermann die Ärmel aufkrempelte und tat, was nötig war, ohne ewig zu diskutieren und zu lamentieren. Die Öko-Hysterie der Grünen hinsichtlich Klimaschutz und Atomreaktoren lässt sie offensichtlich Umwelt und Landschaftsschutz vollkommen Julie Peukert, Biebergmünd vergessen. Das Problem einer hässlichen deutschen Welt voller Windräder, Solardächer und Energiesparlampen lässt sich leider nicht auf die ästhetische Seite der zutreffend sogenannten Öko-Tyrannei beschränken. Gravierender ist die Einschränkung persönlicher Freiheit in einer Diktatur von Erziehern und Juristen. Man überlegt nicht, wie man die 15 Superfrachter stilllegt, die mit Bunkeröl fahren und so viel Schwefel und Stickoxide produzieren wie alle Autos weltweit zusammen. Man verbietet lieber das Rauchen, die Glühbirne (was Sondermüll aus Energiesparlampen erzeugt) und das Fahren über 120 km/h (auf die paar Fahrer, denen das schneller Fahren jenseits der Staus gelingt, kommt es klimatechnisch sicher nicht wirklich an). Man legt sich nicht mit den Starken an, zum Beispiel bei der Wirtschaftskriminalität, aber man stellt neues Personal für Bußgeldbescheide und Radarfallen ein. Das Gegenstück des Erziehers ist der Untertan. Das konservative Element des grünen Booms gehört so in die Kategorie „alter Wein in neuen Schläuchen“. Wie die Dämmvorschriften, die nur zu mehr Schimmel führen, oder die Mülltrennung, die die Knute ökologischer Moral in den banalsten Alltag transportiert, sind die neuen Diktate zu allem Überfluss auch noch ökologisch ineffizient und reinste Symbolik. Dr. Volker Gallandi, Gorxheimertal

Die Natur leidet
Zu: „Heimat by Claudia Roth“ von Ulf Poschardt, 24. April Wir leben auf dem Land im hessischen Spessart-Dreieck Bad Orb – GelnausenWächtersbach und können sehr genau sehen, was für Folgen die neuesten Entwicklungen haben. Monokulturen von Raps und Mais, so weit das Auge reicht. Die sehr mageren Böden müssen scharf gedüngt und gespritzt werden, um Ertrag zu bringen. Was wiederum die Bienen und sonstige Insekten schädigt. Ein Teufelskreis wurde in Gang gesetzt. Die Bauern – ehemals sorgfältige Landbewahrer- und Pfleger – werden verlockt, durch diese unsäglichen Subventionen massenhaft oben genannte Produkte anzubauen. So leidet nicht nur unsere schöne Natur, sondern auch deren Gleichgewicht. Das kann nicht im Sinne des Volkes sein. Die grünen Vorschriften, die in immer schnellerer Folge auf uns zukommen, sind kaum Tyrannei zu nennen. Sie laufen auf eine Öko-Diktatur zu. Und überall sieht man ja die Bestrebungen, den Leuten Maulkörbe zu verpassen,

Leserbriefe geben die Meinung unserer Leser wieder, nicht die der Redaktion. Wir freuen uns über jede Zuschrift, müssen uns aber das Recht der Kürzung vorbehalten. Aufgrund der sehr großen Zahl von Leserbriefen, die bei uns eingehen, sind wir nicht in der Lage, jede einzelne Zuschrift zu beantworten.

SCHREIBEN SIE UNS UNTER: leserbriefe@wams.de

Impressum
Verleger AXEL SPRINGER (1985 †) Herausgeber Thomas Schmid Chefredakteur: Jan-Eric Peters Stellvertretende Chefredakteure: Dr. Ulf Poschardt; Oliver Michalsky, Frank Schmiechen, Andrea Seibel, Cornelius Tittel Chefreporter Investigativteam: Jörg Eigendorf

Geschäftsführ. Redakteur: Holger Zöllner Produktionschef: Torsten Kroop Textchef: Rainer Marx Artdirektion: Barbara Krämer, Melanie Petersen Innenpolitik: Marcus Heithecker, Torsten Krauel, Stv. Claus Christian Malzahn, Fabian Wolff Außenpolitik: Clemens Wergin, Stv. Dietrich Alexander Forum: Andrea Seibel, Stv. Rainer Haubrich Titelthema/ Vermischtes: Sandra Garbers, Stv. Felix Müller, Heike Vowinkel Wirtschaft/Finanzen/Immobilien: Thomas Exner, Olaf Ger-

semann, Stv. Jan Dams, Michael Fabricius Kultur: Cornelius Tittel, Stv. Andreas Rosenfelder, Dr. Berthold Seewald, Dr. Ulrich Weinzierl, Matthias Wulff Sport: Stefan Frommann, Stv. Raik Hannemann, Volker Zeitler Wissen: Dr. Norbert Lossau, Stv. Dr. Pia Heinemann Stil: Joachim Bessing, Inga Griese (Senior Editor) Reise: Sönke Krüger Motor: Stefan Anker Chefreporterin: Dagmar von Taube Autoren: Henryk M. Broder, Benjamin von Chefkorrespondentin Stuckrad-Barre

Wirtschaftspolitik: Dr. Dorothea Siems Korrespondent Politik/Gesellschaft: Alan Posener Politischer Korrespondent: Dr. Richard Herzinger Korrespondent Kultur/Gesellschaft: Eckhard Fuhr Korrespondent Norddeutschland: Ulrich Exner Leitender Redakteur Zeitgeschichte: Sven-Felix Kellerhoff Ständige Mitarbeit: Prof. Michael Stürmer, Lord George Weidenfeld Chef vom Dienst: Markus Flügel, Stv. Diemo Schwarzenberg Foto: Michael Dilger Grafik: Karin Sturm

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für das, was einem Menschen wichtig ist, kann er sich auch begeistern, und nur wenn sich ein Mensch für etwas begeistert, werden all jene Netzwerke ausgebaut und verbessert, die der betreffende Mensch in diesem Zustand der Begeisterung nutzt. Zwanzig bis fünfzig Mal am Tag erlebt ein Kleinkind diesen Zustand. Jeder dieser kleinen Begeisterungsstürme führt gewissermaßen dazu, dass im Hirn die Gießkanne mit dem Dünger angestellt wird, der für alle Wachstums- und Umbauprozesse von neuronalen Netzwerken gebraucht wird. Es ist bemerkenswert, dass wir Menschen in der Lage sind, unsere Lebenswelt so zu gestalten, dass genau das, was unser Leben so faszinierend und bezaubernd macht, kaum noch vorkommt. Verstehen lässt sich dieses sonderbare Phänomen nur dann, wenn man davon ausgeht, dass Begeisterung nicht immer vorteilhaft für uns ist, dass unsere Begeisterungsfähigkeit auch von anderen ausgenutzt werden kann, um uns dazu zu bringen, etwas zu tun, was wir ohne diese Begeisterung nicht zu tun bereit wären. Der Rattenfänger von Hameln wusste offenbar, dass es in dieser Stadt viele Kinder gab, die nach etwas suchten, die eine große Sehnsucht nach etwas hatten, was damals für sie in Hameln nicht zu finden war. Deshalb sind sie ihm gefolgt. »Dem bezaubernden Klang seiner Flöte«, sagt die Legende. »Seinem Versprechen, die Welt durch einen Kreuzzug der Kinder zu erlösen«, sagt die Geschichtsforschung. Aber vielleicht folgten sie nur der von ihm verbreiteten Hoffnung, endlich zu finden, was diese Kinder so sehr brauchten: Aufgaben, an denen sie wachsen konnten; Gemeinschaften, denen sie sich zugehörig fühlten. Das Gefühl, für irgendetwas wichtig zu sein, gebraucht zu werden. So zumindest ist das Rattenfängerphänomen aus Perspektive der modernen Hirnforschung und Entwicklungspsychologie erklärbar. Für nichts lassen sich Menschen, auch schon als kleine Kinder, mehr begeistern als

für das, was wir Glück nennen. Glücklich sind Menschen immer dann, wenn sie Gelegenheit bekommen, ihre beiden Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Nähe einerseits und nach Wachstum, Autonomie und Freiheit andererseits stillen zu können. Wenn sie also in der Gemeinschaft mit anderen über sich hinauswachsen können. Wer das erleben darf, ist glücklich. Der ist dann auch von keinem Rattenfänger dieser Welt verführbar. Der läuft niemandem hinterher, der ihm irgendetwas verspricht. Als kleines Kind nicht und auch nicht als Erwachsener. Was aber erscheint uns in unseren Augen heutzutage als besonders bedeutsam? Wofür könnten wir nicht nur uns und unsere Kinder, sondern auch andere Menschen begeistern? Die Antwort auf diese Fragen ist so einfach: Wir könnten gemeinsam versuchen, über uns hinauszuwachsen. Wir könnten uns gegenseitig einladen, ermutigen und inspirieren, all das zu entdecken, was es miteinander und aneinander und in der Welt, in der wir leben, zu entdecken gibt. So könnten wir vielleicht auch das wiederfinden, was wir unterwegs verloren haben: die Freude an der Buntheit und Vielfalt unserer Welt, deren Teil wir sind und die es nur so lange geben wird, wie wir sie mit all unseren Sinnen erspüren und mit unserem zeitlebens lernfähigen Hirn vielleicht irgendwann auch begreifen und bewahren können. Dann wären wir wieder im Einklang mit dem, was das Leben in Wirklichkeit ist: kein sich selbst genügender und sich selbst erhaltender, sondern ein erkenntnisgewinnender Prozess. Der Autor ist Professor für Neurobiologie. Die Textpassagen stammen aus dem neuesten Buch „Was wir sind und was wir sein könnten“ von Gerald Hüther. © 2011 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main. Es ist ab 12. Mai im Handel.

Wenn wir wissen wollen, wieso Menschen so werden, wie sie werden, müssen wir herausfinden, was ihnen wichtig ist
Elisalex Henckel Regionalredaktionen: Bayern: Stefan Felbinger, Stv. Peter Issig Berlin: René Gribnitz, Christine Richter; Dirk Westphal Hamburg: Jörn Lauterbach, Stv. Insa Gall, Dr. Jens Meyer-Wellmann; Cornelis Rattmann Nordrhein-Westfalen: Dr. Willi Keinhorst, Stv. Andreas Fasel Regionalbüro: Frankfurt: Jörg Eigendorf Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Seite 1, 2: Frank Schmiechen Innenpolitik: Claus Christian Malzahn Außenpolitik: Frank Schmiechen Forum: Andrea Seibel Zeitsprung: Ulli Kulke Titelthema: Frank Schmiechen Reportage/Vermischtes: Heike Vowinkel Sport: Stefan Frommann Wirtschaft: Olaf Gersemann Finanzen: Frank Schmiechen Kultur/Kunstmarkt/Fernsehen: Cornelius Tittel Wissen: Dr. Pia Heinemann Stil: Joachim Bessing Reise: Sönke Krüger Immobilien: Frank Schmiechen Motor/Boote: Stefan Anker Berlin: René Gribnitz Hamburg: Jörn Lauterbach NRW: Dr. Willi Keinhorst Bayern: Stefan Felbinger Foto: Michael Dilger Anzeigen: Michael Haufe Alle: c/o Axel Springer AG, 10888 Berlin, Axel-Springer-Straße 65 Sie erreichen die Redaktion telefonisch unter 030/25 91 73 160 Verlagsgeschäftsführung: Jan Bayer (Vorsitzender), Christoph Rüth, Frank Mahlberg Gesamtanzeigenleiter: Stephan Madel Anzeigenleitung: Michael Haufe, Marco Heinisch Nationaler Handel: Peter M. Müller Display national: Philipp Zwez Redaktion Sonderthemen: Astrid Gmeinski-Walter Verlag und Druck: Axel Springer AG, 10888
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Auslandskorrespondenten: Brüssel: Stefanie Bolzen, Dr. Christoph Schiltz Istanbul: Boris Kalnoky Jerusalem: Michael Borgstede Johannesburg: Christian Putsch London: Thomas Kielinger, Tina Kaiser (Wirtschaft) Madrid: Ute Müller Moskau: Mikhail Fishman New York: Viktoria Unterreiner Paris: Dr. Sascha Lehnartz Peking: Johnny Erling Rom: Paul Badde Singapur: Sophie Mühlmann Warschau: Dr. Gerhard Gnauck Washington: Ansgar Graw, Uwe Schmitt Wien:
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PA/ DPA/ HELGA LADE/AKG IAMGES/ ARCO IMAGES

Es gibt viele historische Großtaten, die diesem Herrscher des Abendlandes zugeschrieben werden. Sein Verhältnis zu Jahreszeiten wird dabei selten erwähnt. Doch geht auf Karl den Großen die Bezeichnung Wonnemonat zurück. Wobei „Wunnimanot“, wie man zu Karls Lebzeiten im 8. Jahrhundert sagte, ursprünglich Weidemonat bedeutete: die Zeit, in der das Vieh nach draußen kann. Trotzdem: Bestnote, Karl hat es mit dieser Wortschöpfung wunderbar getroffen.

NOTE 1

Heute, am Tag nach Walpurgisnacht, sind alle Hexen müde. Johann Wolfgang Goethe wüsste, warum. Im „Faust“ lässt er Hexen so wild feiern, dass die Szene in alten Ausgaben zensiert wurde. „Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.“ Und die junge Hexe singt: „Der Puder ist so wie der Rock/ Für alt’ und graue Weibchen/ Drum sitz’ ich nackt auf meinem Bock/ Und zeig’ ein derbes Leibchen.“ Zu Goethens Zeiten war klar, was sich da zusammenbraute: eine teuflische Orgie.

NOTE 2

Derlei Aufregung kann Kopfschmerzen verursachen. Dass dagegen ein Kraut gewachsen ist, fand ein Benediktinermönch im 9. Jahrhundert heraus: Waldmeister, denn in dem steckt der Wirkstoff Cumarin. Das chemische Zusammenspiel war dem Mönch nicht so klar, aber sein Rezept war einfach und fand Anklang: „Schütte perlenden Wein auf das Waldmeisterlein.“ Fertig war die Maibowle. Aber Vorsicht: Wer zu viel trinkt, bekommt wieder – Kopfschmerzen.

NOTE 3

NOTE 4

Ist der Maibaum noch da? Die Tradition des Maibaumklauens ist genauso beliebt und vielfältig wie die des Baumschlagens, -aufstellens und -schmückens. Auch den privaten Maibaum gibt es. Den stellt der Mann seiner Favoritin in den Vorgarten. Dafür findet sich im Raum Köln-Bonn ein Spezialservice: Unter dem Motto „Verschenke Deine Liebe“ werden „Last-Minute-Maibirken“ frisch vom Förster angeliefert. Auf Wunsch mit Deko und Montage. Mai, oh Mai!

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FORUM 13
LEITARTIKEL
Meter lange Riesenmöbel, das einst mit einem Kran ins Chefbüro im siebten Stock gehievt wurde, ignoriert sie und sitzt meist am unspektakulären schwarzen Arbeitstisch gleich hinter dem Zimmereingang. Das Beste an dem 140-Quadratmeter-Büro ist der Blick: Durch große Panoramascheiben könnte Merkel ihn über den Tiergarten schweifen lassen, von der Berliner Philharmonie bis zur goldenen Siegessäule. Doch anders als bei ihrem Vorgänger Schröder, der mit dem Vizekanzler Joschka Fischer und Vertrauten gern einmal bei herrlicher Aussicht wie ein König über sein Reich schwadronierte, ist solch imperiales Schwelgen von Merkel nicht überliefert. Auch die kleine Kanzler-Wohnung unterm Dach (nur 28 Quadratmeter), die Schröder noch bewohnte, wenn er in Berlin war, nutzt Merkel nur selten für Abendessen in sehr kleinem Kreis – obwohl es sich unter dem dort hängenden Picasso recht stimmungsvoll speist. Doch Merkel agiert nicht nur persönlich an dem Gebäude vorbei. Sie regiert auch anders, als es in der Architektur angelegt war. Der eigentliche Mittelpunkt des Gebäudes, ein großer Saal, der für internationale Konferenzen gedacht war, wird kaum genutzt. Auch das SkylobbyTheater auf der Chefebene, auf dessen breiten Stufen Schröder noch Kulturmenschen zum organisierten Dialog platzierte, liegt verwaist. Auch Merkel lädt zu klugen Runden – Künstler, Wissenschaftler, Migranten oder sogar Fußballer –, aber sie nutzt die Gespräche allein zur persönlichen Inspiration und inszeniert sie nicht. So offen, so demonstrativ diskursiv, wie sich das die Architekten erträumten, ist die Berliner Republik unter Merkel nicht geworden. Die Plätze, die die Kanzlerin für ihre Botschaften braucht, finden sich in dem riesigen Gebäude hingegen nur als Eckchen und müssen fast improvisiert werden: Denn Merkel regiert vor allem mit kurzen Statements für die Fernsehkameras. Dafür braucht es weder eine anspruchsvolle Umgebung noch Platz für mehrere Menschen, nein, die Kanzlerin muss einfach nur optimal ausgeleuchtet werden. Eine Lounge für kleine Pressekonferenzen musste sogar nachträglich eingebaut werden. Für den radikalpragmatischen Regierungsstil Merkels, bei dem Erklärung oder gar Sinnstiftung seit jeher zu kurz kommen, ist das imposante Gebäude, das irgendwie gefüllt werden will, also ungeeignet. Wenn ein Bild vom Kanzleramt unter Schwarz-Gelb entstand, dann nicht darin, sondern davor: Müde Fraktionsvorsitzende oder Ministerpräsidenten, die nach einer der langen Nachtsitzungen durch die gläsernen Eingangsschleusen nach draußen tappen, dort auf frierende Kameraleute treffen und aus dem Dunklen heraus wie vor einem schimmernden Würfel gefilmt werden. Die Seehofers, Kauders, Friedrichs und Homburgers wirken auf diesen Bildern so verloren wie die in den Ruinen der Moderne herumstapfenden Gestalten auf den Gemälden von Neo Rauch. Keine Bilder gibt es leider von den komischen Szenen, die sich im Inneren des Kanzleramtes auch hier und da abspielen: Wegen dringend notwendiger Reparaturen musste Merkel im vergangenen Jahr ihre Räume verlassen und bezog das um ein Drittel kleinere Büro ihres Kanzleramtsministers Ronald Pofalla. Der wurde zeitweise tiefergelegt und zog die Fäden quasi aus den Katakomben des Amtes. Auch Merkels Fachfrau für Kommunikation, Eva Christiansen, musste umziehen und fand sich auf Etage vier wieder. Kaum war der Wanderzirkus vorbei und alle wieder zurück auf ihren angestammten repräsentablen Plätzen, da fiel der Strom aus. Im benachbarten Bundestag schickten die Abgeordneten die Mitarbeiter nach Hause. Ein Kanzleramt hingegen ruht nie – auch wenn Lifts und Licht nicht funktionieren. Die Mitarbeiter erklommen das steile Treppenhaus im Dunklen – die Displays ihrer Mobiltelefone als kleine Taschenlampen nutzend. Den Stromausfall hatte ein Bagger verursacht, der ein Kabel durchtrennt hatte. Auch beim mit Biodiesel betriebenen Blockheizkraftwerk, das im Keller des Kanzleramtes steht und mit einem Salzstock in 300 Meter Tiefe verbunden ist, kam es in der Vergangenheit zu Ausfällen. Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach funktioniert hingegen angeblich. Vielleicht könnte das Kanzleramt unter Merkel doch noch ein Symbol werden: für eine Republik, die eine halsbrecherische „Energiewende“ wagt.

Wo selbst die Hausherrin fremdelt
Vor zehn Jahren zog die Macht ins neue Kanzleramt in Berlin, doch richtig vertraut ist es uns bis heute nicht. Für Robin Alexander liegt das auch an der Kanzlerin, die ganz anders regiert, als sich die Architekten je träumen ließen
egierungsgebäude verraten über ihre Staaten so viel wie ein Buchcover über seinen Inhalt – wenn sie gelungen sind. Wer es zum Beispiel im Begleitungstross eines Staatsbesuches in Jerusalem durch drei penibelste Sicherheitschecks in den Kabinettssaal der Regierung des israelischen Ministerpräsidenten geschafft hat, der staunt über das alte Mobiliar, das so abgewetzt wirkt, als habe noch Golda Meir darin regiert. Aber dieser erste Eindruck ist nicht ganz falsch: handelt es sich doch um ein Land mit schmalen Ressourcen, das – umgeben von obszön protzenden Öl-Arabern – bewusst bescheiden repräsentiert. Downing Street 10 in London oder das Weiße Haus in Washington sind nicht nur Gebäude, sondern auch Symbole der Demokratien des Westens. Der barocke Élysée-Palast verrät, wie Frankreich tatsächlich ist: ein schönes Land, das seine großen Ansprüche aus der Vergangenheit herleitet. Nur in Deutschland funktioniert das Spiel nicht. Das Kanzleramt sagt über die Bundesrepublik nichts aus. Dabei ist es morgen auf den Tag genau zehn Jahre her, dass das von den Architekten Charlotte Frank und Axel Schultes entworfene Haus bezogen wurde. Der Umzug der Regierung war damit abgeschlossen, die Berliner Republik begann. Sie ist uns längst vertraut geworden, hat einen eigenen, schnelleren Takt hervorgebracht und eine eigene Metaphorik, zu der auch das unselige Bild der „Wolfsmeute“ für Hauptstadtjournalisten gehört. Das Kanzleramt aber, das größte Gebäude, das für die Berliner Republik gebaut wurde, steht immer noch für nichts. Der Vorgängerbau, die Bonner „Kreissparkasse“, wird im Rückblick zu einer zu Stein gewordenen Bescheidenheit verklärt. Aus der Ecke der Bescheidenheitsanhänger kam auch die heftige Kritik am Berliner Neubau. Sie gipfelte in der schnodderigen Bemerkung Gerhard Schröders, der sich beim Einzug ganz berlinerisch mokierte: „Haben Sie es nicht eine Nummer kleiner?“ Doch der Vorwurf der Großmannsucht hat sich nicht bewahrheitet. Die oft bemühte Analogie zu Albert Speers Plänen einer neuen Reichskanzlei, in der die Büros ganzen Hallen gleichen sollten, war ohnehin Unfug. Die alte Reichskanzlei, die Bismarck einst als Dienstsitz in der Wilhelmstraße gewählt hatte, war klein und eher praktisch als repräsentabel. Vieles spricht dafür, dass Angela Merkel das auch gern so hätte. Fast sechs Jahre ist sie nun Hausherrin im Kanzleramt – und wirkt doch, als wäre sie dort nur Gast. Während Helmut Kohl sein Büro in Bonn noch mit Holzvertäfelung und Aquarium in seinen persönlichen Wohlfühlraum verwandelte, hat Merkel noch nicht einmal von ihrem Schreibtisch Besitz ergriffen. Das vier

Baden-Württemberg droht grün-rote Besserwisserei
MATTHIAS KAMANN

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s sind im grün-roten Koalitionsvertrag nur ein paar Sätze, und das Schicksal BadenWürttembergs hängt von ihnen nicht ab. Dennoch: Was Grüne und SPD zur Wissenschaftspolitik vereinbart haben, wirkt besserwisserisch: „Nachhaltigkeit soll in Lehre und Forschung eine größere Rolle spielen. Wir werden ein landesweites Netzwerk ‚Nachhaltigkeit erlernen, erforschen, umsetzen‘ ins Leben rufen und die Nachhaltigkeitsforschung stärken.“ Sollte in Zeiten, da viele Interessengruppen die Wissenschaft vereinnahmen, eine Landesregierung nicht Schutzzäune der Freiheit um die Forschung ziehen, statt ihrerseits die Richtung vorzugeben?

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Es nutzt nichts, die Eigeninitiative der Bürger abzuwürgen
Um Missverständnissen vorzubeugen: Dass Baden-Württemberg künftig von Grünen und SPD regiert wird, ist als Wechsel überfällig und eröffnet manche Chance, weil neue Köpfe neue Gedanken entwickeln. Was der Bevölkerung entspricht: Im Land der tüchtigen Migranten und der Wickeltisch-affinen Ingenieure ist eine Modernisierungs- und Problemlösungsbereitschaft zu spüren, die von CDURegierungen nicht genug gewürdigt wurde. Doch zweifelhaft ist, ob Grün-Rot die Potenziale und den Willen der Bürger umsetzt. Denn wo es ausgereicht und ermunternd gewirkt hätte, Herausforderungen zu benennen und dann die Kreativität aller zu organisieren, trifft Grün-Rot an zentralen Punkten verfrühte Vorentscheidungen. Zwar ist unbestreitbar, dass Ökologie zum ökonomischen Faktor wird, woran die Koalitionäre richtigerweise ihre Wirtschaftspolitik ausrichten wollen. Muss man aber schon festlegen, dass bis 2020 zehn Prozent des in Baden-Württemberg erzeugten Stroms von Windkraftanlagen produziert wird? Sind Rotoren die Mittel der Wahl? Können die Konzerne des Landes nichts Besseres entwickeln? Es scheint, als ließen sich die Grünen immer noch von Vorbehalten gegenüber Konzernen leiten, sodass sie meinen, Energie sei Sache des Staates und kleiner Mittelständler. Skeptisch sehen viele Grüne auch das System Auto, weshalb sie Innovationspfade missachten, auf denen die baden-württembergischen Auto-Firmen in puncto

Eine Nummer zu groß? Seit 2. Mai 2001 ist das Bundeskanzleramt in Betrieb

So offen, so demonstrativ diskursiv, wie sich das die Architekten dachten, ist die Berliner Republik nicht geworden

Energieeinsparung, Elektromotoren und vernetzte Mobilität längst unterwegs sind. Wenig hilfreich sind Öko-Festlegungen im Übrigen für eine Exportindustrie, die auf internationalen Märkten ohne deutsche Umweltstandards agieren muss. Das immer neue Probehandeln, aus dem ökonomischer Erfolg resultiert, findet im Koalitionsvertrag zu wenig Widerhall. Dass hier vor allem die Grünen ein Problem haben, zeigt die Ressortverteilung: Die Grünen nahmen sich fast durchweg Ministerien des großen Umgestaltens mit fester Richtung, also Umwelt/Energie, Verkehr, (Bio-)Landwirtschaft. Hingegen scheinen sie nicht fähig zu sein, sich zu klassischen Ministerien wie Inneres oder Justiz zu bekennen, in denen einfach nur ein stabiler Rahmen für die freie Selbstbetätigung der Bürger zu schaffen und zu erhalten ist. Diese Ressorts bleiben bei der SPD, die aber im Kultusministerium selbst ans bedenkliche Umgestalten gehen will. An sich muss die Regierung bei der Bildung nur zwei große Probleme identifizieren. Erstens: Die Schülerzahlen sinken, weshalb über die Sicherung der Schulstandorte auf dem Land nachgedacht werden muss. Zweitens: Der Anteil von Migrantenkindern steigt – auch weil das Land ausländische Fachkräfte braucht –, weshalb über mehr Förderung zu diskutieren ist. Doch Grün-Rot hat schon die Antwort: „Unsere bildungspolitischen Ziele lassen sich in der Gemeinschaftsschule für alle Kinder bis Klasse zehn am besten erreichen“, heißt es im Vertrag. Statt das erfolgreiche badenwürttembergische Bildungssystem der Realität anzupassen, wollen die Koalitionäre es nach vorab getroffenen Festlegungen umkrempeln. Zwar soll die Gemeinschaftsschule nur kommen, wenn sie vor Ort gewollt ist. Doch dass sie dort die Gymnasien gefährdet, ist klar, ebenso, dass sie von der Regierung bevorzugt wird. Der Wunsch der Bürger nach realitätstauglicher Modernisierung des Bildungssystems droht bei solchen Präferenzen auf der Strecke zu bleiben. Es ist gut, dass Grün-Rot nach manchem Autoritätsgehabe der CDU-Regierungen die Bürger neu beteiligen will. Zwar sind da einige Pläne für mehr direkte Demokratie noch unausgegoren, aber der nachdenkliche Winfried Kretschmann von den Grünen und sein unprätentiöser Stellvertreter Nils Schmid von der SPD haben zweifellos das Zeug, das Land freundlicher zu regieren. Doch nutzt dies nichts, wenn ihre Regierung auf zentralen Themenfeldern die kreative Eigeninitiative der Bürger und der Wirtschaft abwürgt. Grün-Rot darf keine ideologischen Einbahnstraßen bauen, auf denen sich das Land gefälligst zu bewegen hat.

DPA/ MICHAEL GOTTSCHALK

Terror abschalten geht nicht

Ai Weiwei kämpft auch für uns
Olaf Henkel sorgt sich um den in China verhafteten Künstler und fordert, dass sich dem Appell zu seiner Freilassung möglichst viele anschließen – auch aus der Wirtschaft
ie Globalisierung schickt nicht nur Waren, Investitionen und Geldströme um die Welt, auch Ideale, Werte und Ideen. So hat sich die Marktwirtschaft als das erfolgreichste Wirtschaftssystem der Geschichte durchgesetzt. Auch die Demokratie hat sich in immer mehr Ländern, oft im Windschatten der Marktwirtschaft, etabliert. Eine Demokratie ohne Marktwirtschaft gibt es nicht. In China stellt sich heute die Frage, ob das auch umgekehrt gilt. Die Erfahrungen in Lateinamerika, Südkorea oder Taiwan haben gezeigt, dass Diktaturen, die sich für die Marktwirtschaft entschieden haben, bald auch zu Demokratien mutieren. Nicht nur Menschenrechtler, auch viele Vertreter aus der Wirtschaft hofften, dass mit Investitionen in China die Demokratie und die Menschenrechte als „Blinde Passagiere“ den Weg nach China finden. Mit jeder Eröffnung einer Fabrik, eines Verbindungsbüros oder einer Kunstausstellung wurde diese Hoffnung genährt. In einem Streitgespräch mit dem damaligen Ministerpräsidenten Li Peng, einem der Hauptverantwortlichen für das Massaker von 1989, verteidigte er mir ge-

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Ai Weiwei soll jedoch nicht ein Künstler, sondern ein Menschenrechtler verschwinden. Schon deshalb ist es wichtig, dass sich dem „Berliner Appell“ zu seiner Freilassung neben Künstlern, Galeristen und Museumsdirektoren auch Vertreter aus der Wirtschaft anschließen. Allzu oft höre ich aus Kollegenkreisen, dass sich China schon aus historischen Gründen nicht für Menschenrechte und Demokratie eignen würde. Südkorea, Taiwan, Japan, selbst Hongkong haben das längst widerlegt. Auch geht es inzwischen nicht mehr „nur“ um die Menschenrechte der Chinesen. Angesichts seines gewaltigen militärischen Potenzials ist Chinas Demokratisierung auch für uns von größtem strategischem Interesse, schließlich hat noch nie eine Demokratie eine andere angegriffen. Wir müssen begreifen: Ai Weiwei kämpft auch für uns. Der Autor ist Ex-Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und Mitglied von Amnesty International. Der Berliner Appell ist im Internet nachlesbar unter: www.berlinerappell-freeaiweiwei.com.
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genüber die chinesische Strategie mit unterschiedlichen Ansichten über die Prioritäten: Erst nachdem man Hunger und Armut beseitigt habe, könne man sich der Einführung von Meinungs-, Presse- und Wahlfreiheit zuwenden. Auch viele der in China tätigen deutschen Wirtschaftsvertreter denken so. Den Journalisten, der während des Besuchs des deutschen Außenministers einem chinesischen Offiziellen eine kritische Frage stellte, sollen sie ausgebuht haben. Wir müssen befürchten, dass Ai Weiwei mittels Folter Geständnisse abgepresst werden, die ihn zum Wirtschaftsverbrecher stempeln sollen. Die menschenverachtende, sogar eigene Gesetze verletzende Behandlung Ai Weiweis hat die Hoffnung vorerst zerstört, dass sich in China mit zunehmendem Wohlstand auch die Menschenrechtssituation verbessern würde. Sie hat auch deutsche Missverständnisse zutage gebracht. So wurden die Schikanen der chinesischen Machthaber gegen Ai Weiwei hier oft als Angriff auf die Freiheit der Kunst interpretiert. An Kreativität ist die Szene moderner chinesischer Kunst heute kaum zu übertreffen. Mit

itten in die britische Hochzeitsbegeisterung und die Feiertagsstimmung um den ersten Mai platzt die Meldung, dass in Deutschland ein islamistischer Terrorangriff durch Geheimdienste und Polizei knapp verhindert werden konnte. Nicht zum ersten Mal greifen Sicherheitsbehörden ein, bevor Terroristen ihre blutrünstigen Träume in die Tat umsetzen können. Auch diesmal ging es den al-Qaida-nahen Tätern offenbar darum, möglichst viele Menschen zu töten. Weil der CIA, marokkanische und deutsche Dienste wohl schon länger ein Auge auf die Gruppe geworfen hatten, konnte das Schlimmste verhindert werden. Dieser kriminalistische Erfolg zeigt zum einen, dass Geheimdienste in der Terrorbekämpfung längst nicht so ahnungslos sind, wie ihnen von manchen Kritikern vorgehalten wird. Vor allem das internationale Zusammenspiel der Dienste scheint gut zu klappen. Andererseits beweist der TerrorPlot allerdings, dass die Gefahr eines massiven terroristischen An-

schlags auf ein Ziel in Deutschland nicht gebannt ist. Die Schlagzeilen werden zwar von Erdbeben, Atomkraft und spektakulären Landtagswahlen beherrscht. Aber die Bedrohungslage hat sich nicht verbessert. Die Bundesrepublik und ihre Bürger sind ein hochrangiges Ziel islamistischen Terrors und werden es bleiben. Wir leben mit dieser Gefahr, obwohl sie uns nicht ständig bewusst ist. Eine öffentliche Diskussion über die Gefahren des Terrors ist zudem schwerer zu führen als eine Debatte über die Sicherheit von Kernkraftwerken. Terrorismus kann man nicht abschalten, sondern nur bekämpfen, eindämmen, verhüten. Dafür allerdings sollten die Behörden jene Instrumente in die Hand bekommen, die sie wirklich brauchen. Es ist deshalb fraglich, ob sich die Bundesregierung weiter ideologische Debatten über die Vorratsdatenhaltung leisten sollte. Es wäre absurd, wenn uns das Ausland vor Gefahren warnt, die wir selbst aus Gründen politischer Korrektheit nicht ermitteln dürfen. Claus Christian Malzahn

14 ZEITSPRUNG

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Überaus bedeutende Erfindungen und Entdeckungen prägten die Epoche. So bedeutsame, dass wir sie heute als Frühphase eines neuen Zeitalters ansehen, der Neuzeit. Darunter auch viele, die der Menschheit bis dahin unbekannte, spannende Blickwinkel auf ihre Umwelt öffneten, hinaus in die Weiten des Kosmos wie auch hinein ins Innere der Dinge, oder einfach nur das genauere Hinsehen ermöglichten. Das Fernrohr, das Mikroskop, die Brille. Eines war damals, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, noch lange nicht erfunden: das Flugzeug, nicht mal der Ballon zum Aufstieg in die höheren Sphären. Und doch vermochten es in den Jahren von 1572 bis 1617 Georg Braun, ein katholischer Theologe, und Franz Hogenberg, ein protestantischer Kupferstecher und Kartograf, ein insgesamt sechsbändiges Mappenwerk herauszubringen mit – so kann man es schon bezeichnen – Luftbildern von über 350 Städten aus aller Welt. Überaus Hamburg im 16. Jahrhundert aus der Vogelperspektive. In der Bildmitte links („25“) die Nikolaikirche, heute eine Kriegsruine an der Willy-Brandt-Straße. Oben, links unprachtvoll, sattfarbig, teilweise von unterhalb der Alster, der Vorläufer des Jungfernstiegs, dessen Verlängerung zum heutigen Rathausmarkt führt. Unterer Stadtrand: das Gelände der heutigen Speicherstadt erklärlicher Detailtreue: „Civitates Orbis Terrarum“. Nie zuvor war es Menschen in dem Umfang möglich gewesen, von oben, quasi aus göttlicher Warte, auf ihren Lebensraum zu schauen, auch auf den in fernen Ländern, und damit gleichzeitig das Große und Ganze zu erfassen. Der Taschen-Verlag, der vor Jahren bereits die sechs Bände in einem herausgegeben, dafür aber 150 Euro verlangt hatte, bietet jetzt das sechseinhalb Kilo schwere Werk mit seinen 363 Kupferstichen zum Preis eines besseren Sachbuches an („Städte der Welt“, Angaben rechts unten). Wir können mit ihm auf die Reise gehen. Rund um die Welt. Und, als fantastische Zeitreise, auch noch fast ein halbes Jahrtausend zurück. Bis nach Tenochtitlan kann es gehen, das heutige Mexiko-Stadt, das von den Spaniern erst einige Jahrzehnte zuvor, im Jahr 1521, eingenommen worden war, als größte Stadt Amerikas damals, mit rund 100 000 Einwohnern, Azteken. Oder nach Kairo, nach Konstantinopel, Damaskus, London, Paris und vor allem kreuz und quer durch die aufstrebenden Städte und Metropolen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Stadtansichten des Meisters Matthäus Merian, hierzulande der bekannteste Kupferstecher der frühen Neuzeit, verblassen geradezu dagegen in ihrer großenteils schwarz-weißen und aus bodennaher Sicht aufgenommenen Optik, obwohl sie ein gutes halbes Jahrhundert jünger sind. Braun und Hogenberg haben eine Welt abgebildet in der Blüte einer ganz besonderen Epoche: der Renaissance, der „Wiedergeburt“. In gewisser Weise kann der Betrachter in Paris um 1530, damals oft noch Lutetia genannt und mit etwa 200 000 Einwohnern zweitgrößte Stadt diese ersten LuftaufnahEuropas (nach Konstantinopel). Bildmitte: Île de la Cité mit Notre Dame. Ganz oben: Die Bastille men eintauchen, wie wir dies heute auch bei Bildern aus der Vorkriegszeit, aus der ers- legte Stadtteile erweiterten, die sich uns wenn sie keine so spektakuläre Neueten Hälfte des 20. Jahrhunderts schaffen, nun auf den Kupferstichen so trefflich in rung wie das Fernrohr oder das Mikrojener schönen heilen Welt, was das Städ- Reih und Glied präsentieren. Die Natur- skop für die Naturwissenschaften darJerusalem (oben) auf einem Stich von 1570, aber im Stadtbild der Zeit Christebauliche angeht. Auch damals, im wissenschaften ti mit biblischen Bezügen, etwa Mitte rechts der Tempelberg (Mons Moria). vollzogen größere stellte, so war doch die Erfindung der Köln (unten) im 16. Jh. mit der Baustelle des Doms Mitte links (blau) Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert, Sprünge, das Zeitalter der Aufklärung doppelten Buchführung für das nun imdauerte es dann nicht mehr lange, da stand vor der Tür, die kopernikanische mer wichtigere Finanzwesen von minwar diese Zeit zu Ende. Als die deut- Wende rückte – langsam, aber sicher – destens ebensolcher Bedeutung. Mehr schen Länder vom Dreißigjährigen Krieg das Verhältnis von Forschung und Glau- und mehr entwuchsen die Städte ihrem (1618–1648) verheert, als die Städte bela- ben zurecht. Dasein als pure Bastion der fürstlichen gert und zum Teil zerstört wurden, als Auch in der Renaissance gab es unter und kirchlichen Macht, hin zu neuzeitlidie Menschen aus ihnen fortzogen und den Städten Gewinner und Verlierer der chen, expandierenden Wirtschaftszensich die Einwohnerzahl bisweilen hal- Neuen Zeit. Doch insgesamt standen die tren, deren Mauerringe Zug um Zug bierte oder noch stärker verminderte. Zeichen auf Expansion. Die Ära der gro- nach außen wanderten – wie die Ansicht Doch davon ist bei den Bildern noch ßen Entdeckungen war in vollem Gang, von Paris trefflich zeigt –, bevor man sie nichts zu ahnen. Sie zeugen vom Auf- eingeleitet in der letzten Dekade des 15. später schliff. Die Macht an sich verschwung der neuen Zeit nach dem Mit- Jahrhunderts durch die Ausfahrten der schwand allerdings nicht, sie verlagerte telalter. Die schlimmste Zeit der Pest, Spanier und Portugiesen zu unbekann- sich. Die sprießenden Banken gaben den die besonders in den Städten wütete, lag ten Gestaden im Westen und Osten. Die Herrscherhäusern immer reichlicheren Jahrzehnte zurück, die Menschheit Ausbeutung der Gold- und Silberminen Kredit, bis sie in der Schuldenfalle wawuchs wieder statt zu schrumpfen. Von in Amerika durch die Spanier, die neuen ren, in Abhängigkeit von den Finanz1470 bis 1618, dem Beginn des Dreißigjäh- Meereswege des portugiesischen Ge- magnaten. Etwa von den Augsburger rigen Krieges, vermehrte sich die Bevöl- würzhandels mit Fernost, all dies brach- Fuggern, die durch ihr Geld Kaiserwahkerung Deutschlands von etwa zehn auf te Unmengen an Reichtümern nach und len bestimmen konnten – und deren Lie17 Millionen. Das schlug sich vor allem in nach über ganz Europa, wo die erste gro- genschaften, etwa die Fuggerei, sich in der Größe der Städte nieder, von denen ße Welle der Kapitalakkumulation Han- der Hogenbergschen Ansicht ihrer Heisich in jener Zeit viele um planvoll ange- del und Gewerbe erblühen ließen. Auch matstadt Augsburg deutlich abzeichnen.

Ü

Die ersten

Luftbilder

Vor gut 400 Jahren erschien ein famoses sechsbändiges Mappenwerk mit rund 363 farbigen Stadtansichten aus vier Kontinenten. Jetzt wurden sie in einem schwergewichtigen Band neu aufgelegt. Von Ulli Kulke

Noch lag das Zentrum des Reichtums auf der iberischen Halbinsel, waren die katholischen Mächte die Herrscher über den Fernhandel. Der Papst hatte Spanien und Portugal gegen Ende des 15. Jahrhunderts quasi mit Monopolen für ihre jeweilige Weltenhälfte ausgestattet. Doch schon machten die protestantischen Mächte mobil, bildeten in den Niederlanden das erste Aktienkapital der „Vereenigde Oostindische Compagnie“, die den Portugiesen den Quell ihres Reichtums, die Kolonien, abspenstig machte. Bald war Antwerpen die reichste Stadt Europas. In einem Teil der Niederlande gelegen, der zwar immer wieder zu Spanien gehörte, aber dennoch auch der Welt der neuen Pfeffersäcke Hollands verbunden war. Mächtige Kathedralen und Stadthäuser finden wir daher auf der alten Ansicht der heutigen belgischen Metropole. Das 16. Jahrhundert sah den Niedergang der Hansestädte, in dessen Zuge andere Häfen wie etwa der Londoner ins Geschäft mit den Nord- und Ostseeländern vorstießen. Eine der vielen deutschen Hansestädte allerdings zählte durch ihren Anteil am Überseehandel von Anfang an zu den großen Gewinnern der neuen Zeit, jenes ersten Abschnittes der Globalisierung: Hamburg. Der Süden der Stadt, das Viertel auf den Kehrwieder- und Wandrahminseln (am unteren Rand des großen Bildes), wurden erst kurz zuvor aufgeschüttet, um in dem neuen Grachtenviertel mehr Platz für den Hafen und auch für Wohnungen der Arbeiter zu schaffen. Es war auch die Zeit der ersten größeren Elbvertiefung für dickere Schiffe, denen nun auch Tonnen und Baken den Weg wiesen. Gewiss, auch vor Braun und Hogenberg schon gab es Stadtansichten, gab es Stadtpläne. Sie waren aber nicht zu vergleichen in ihrer Akkuratesse, oder es waren eben Karten, keine dreidimensionalen Ansichten aus der Vogelperspektive. Die berühmte „Weltchronik“ des Hartmann Schedel aus dem späten 15. Jahrhundert ist zwar illustriert mit 29 Stadtansichten, die sich allerdings teilweise wiederholen und in ein und derselben Form gleich mehrere Städte darzustellen vorgeben. Das genaue Abbild zählte nichts. Dies kann von Sebastian Münsters „Cosmographia“ nicht behauptet werden, aber auch seine Darstellungen sind eher schematisch, stark stilisiert und weniger der Realität verpflichtet. Bei der Bewertung von „Civitates Orbis Terrarum“ ist auch zu berücksichtigen, dass Künstler überhaupt erst in jenen Jahren die Geheimnisse der perspektivischen Darstellung wirklich durchdrangen. Hogenbergs Genauigkeit der Darstellung stellt Kartenhistoriker bis heute vor Rätsel. Unbekannt ist, auf welche Informationen, Vorbilder und Vorlagen er sich stützen konnte. Dass er die Städte alle persönlich bereiste, ist auszuschließen. Woraus die Autoren auch keinen Hehl machten, im Gegenteil: Georg Braun bittet im zweiten Band des Mappenwerkes seine Leser um Mitwirkung: „Wer aber seine Vaterstadt oder seine Geburtsstadt in diesen beiden ersten Büchern nicht findet, so möchte ich doch freundlich auffordern, dass er diese nach dem Leben abmalen und mir zusenden solle, dann werde ich sie durch den kunstfertigen Franz Hogenberg artig reißen lassen, in das 1. oder 2. Buch einsetzen oder für das 3. Buch zurückhalten.“ Die damaligen Vorläufer des heute so umstrittenen „Google Street View“, mit dessen Hilfe man am Bildschirm durch viele Großstädte der Welt virtuell reisen kann, setzten ganz offenbar darauf, dass die Bürger der Städte ihre Anwesen nicht vor öffentlichen Blicken zurückhalten, sondern aktiv an ihrer Darstellung mitarbeiten würden. Immerhin: Aus der heutigen deutschen Hauptstadt Berlin schien damals bis zum Erscheinen des letzten Bandes keiner eine Anfrage gestellt zu haben, seine Vaterstadt „artig reißen“ zu lassen. So finden wir in dem Werk prächtige Ansichten von Bad Segeberg, Eschwege, Warburg und vielen anderen eher unbedeutenden Ortschaften, oder auch von entferntesten Städten wie Mombasa in Ostafrika oder der Inkahauptstadt Cusco (von Europäern erst 1533 entdeckt) – aber eben nicht aus Berlin, damals Heimat von immerhin 10 000 Einwohnern und Sitz eines jener sieben Kurfürsten, die den deutschen König wählen und anschließend zur Kaiserkrönung nach Rom schicken durften. Doch es ist die einzige wirkliche Lücke unter den bedeutenden deutschen und auch europäischen Städten in diesem epochalen Werk. Mexiko-Stadt kurz nach der Azteken-Zeit. Titel des Bandes „Städte der Welt. Gesamtausgabe der kolorierten Tafeln 1572-1617“, von Braun/ Hogenberg. Neu herausgegeben von Stephan Füssel. Taschen-Verlag, 504 Seiten, 49,99 ¤

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ALLE BILDER: HISTORISCHES MUSEUM FRANKFURT

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Tor auf für den neuen Meister

DORTMUND
Die junge Mannschaft des BVB hat Fußball-Fans im ganzen Land verzückt. Erkundungen in einer Stadt, die kopfsteht vor Glück
Von Florian Haupt und Oliver Müller Foto: Andreas Gursky

„Die Wand“, nennen die Fans die legendäre Südtribüne im Stadion. Das Bild ist bis 19. Juni in der Ausstellung „Andreas Gursky, Dortmund“ im Museum Ostwall in Dortmund zu sehen
ANDREAS GURSKY, DORTMUND, 2009 / VG BILD-KUNST, BONN 2011 COURTESY SPRÜTH MAGERS BERLIN LONDON

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Diese Szenerie wird Reinhard Rauball sein Leben nicht vergessen. Vor dem Fenster das Rollfeld des Düsseldorfer Flughafens, drinnen im alten Frachtraum eine krude Mischung aus professionellen Anlegern und hypernervösen Fans. Die Stimmung ist völlig unkalkulierbar. Vorn im Saal rattert ein Zähler nach oben. Tack, tack, tack. An der Zahl hängt die Existenz von Borussia Dortmund. Vereinschef Rauball ist erfolgreicher Jurist. Er glaubt daran, dass es für alles Lösungen gibt und dass man die Dinge nicht unnötig dramatisieren muss. Doch im Event-Terminal des Düsseldorfer Flughafens gibt es an diesem 14. März 2005 keine Grauzone. Stimmen 75 Prozent der Stadionfonds-Zeichner einem Renditeverzicht zu, kann es weitergehen mit Bundesligafußball in Dortmund. Tun sie es nicht, geht es in die Bedeutungslosigkeit der Oberliga. Rauball sieht die Zahl rattern und wartet auf das Verdikt. „Das war wie: Im Namen des Volkes, ich verkünde folgendes Urteil – entweder lebenslang oder Freispruch.“ Kurz vor 95 bleibt die Zahl stehen. 95 Prozent Zustimmung. Die Sanierung von 120 Millionen Euro Schulden kann beginnen. Es wird die Bundesliga-Lizenz geben. Freispruch. Sechs Jahre später sind wieder die Augen auf Rauball gerichtet. Der 64 Jahre alte Borussia-Präsident ist zugleich Chef der Deutschen Fußball Liga und als solcher der Überbringer der frohesten Botschaft, die es in seinem Metier gibt. Rauball überreicht die Meisterschale an den Kapitän der besten Fußballmannschaft des Landes. Vor zwei Jahren war er bei Wolfsburgs Josué, letztes Jahr bei Münchens Mark van Bommel. Mit dem gestrigen 2:0-Sieg über Nürnberg ist die Meisterschaft errungen. In zwei Wochen wird Rauball also bei Sebastian Kehl sein. Seinem Kapitän. Er wird Jürgen Klopp gratulieren. Seinem Trainer. Er wird dann zurückdenken an den März 2005 und es alles nicht so recht glauben können. Sechs Jahre nach dem Crash ist die Borussia wieder die Nummer eins. Wo sie damals für alles Schlechte im Fußball stand – Kommerz, Arroganz, Größenwahn –, sprechen jetzt alle von einem Märchen. Es ist die größte Geschichte, die der Sport zu erzählen hat: die eines furiosen Comebacks. Borussia, die ewige Tänzerin zwischen den Extremen. Sie hat 1963 das erste Tor der Bundesliga geschossen, 1966 als erste deutsche Mannschaft einen Europapokal gewonnen, 1997 als erste deutsche Mannschaft die Champions League. Zwischendrin rettete sie Rauball, ihr Schutzengel, zweimal vor dem Konkurs. Dortmund hat das größte Stadion des Landes und die meisten Zuschauer, in Dortmund trägt die Nationalelf ihre wichtigsten Spiele aus, in Dortmund baut der DFB sein erstes Museum. Wenn Bayern München das Gesicht des deutschen Fußballs ist, dann ist Borussia sein Herz. Unter der Woche schlägt dieses Herz auf einem großzügigen Trainingsgelände im Osten der Stadt. Kevin Großkreutz kommt von einem der acht Plätze gespurtet, rote Wangen, breites Grinsen, lange Haare. Sehr lange Haare. Seit Oktober hat er sie nicht geschnitten. Damals, der BVB hatte sich gegen alle Prognosen an die Tabellenspitze gespielt, schloss er eine Wette ab: Bis zur Meisterschaft lasse ich die Haare wachsen. Großkreutz ist so einer. Ein Bekloppter, wie sie im Ruhrgebiet sagen. Keiner rennt wie er, im Schnitt 13,5 Kilometer pro Spiel, keiner lebt den Verein wie er. Mit vier Jahren nahm ihn der Vater zum ersten Mal mit ins Westfalenstadion, mit fünf sah er die Hälfte aller Spiele, mit sieben hatte er die erste Dauerkarte. Würde er jetzt nicht für die Borussia spielen, er stünde immer noch mit 25 000 anderen auf der Südtribüne, Europas größter Fankurve. Neulich hat er sein erstes Eigenheim gekauft. Eine Doppelhaushälfte, fünf Minuten entfernt vom Elternhaus im Arbeitervorort Eving. Vater und Mutter sind mitgekommen, ihnen hat Großkreutz die andere Doppelhaushälfte spendiert, „als Dankeschön“. Wie früher gibt es auch im neuen Zuhause einen Devotionalienraum, schwarz-gelb, Poster und Wimpel der Borussia. Für Großkreutz eine Selbstverständlichkeit:

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„Wenn man in Dortmund lebt, dann lebt man nur für die Borussia. Das kannst du nicht beschreiben, das ist bei mir auch so.“ Warum soll sich etwas ändern, nur weil er jetzt Nationalspieler ist? So viel Natürlichkeit kommt an, nicht nur in Dortmund. Die Mannschaft 2011 hat Sympathien im ganzen Land erobert, weil sie so anders ist als ihre Vorgänger, die routinierten Fußballbetriebe aus München und Wolfsburg. Seine Stars sind Spieler wie Regisseur Nuri Sahin, der als Balljunge beim Klub anfing, oder Abwehrchef Mats Hummels, der für die Borussia auf viel Geld bei den Bayern verzichtet, oder Angreifer Shinji Kagawa, der im Sommer für schlichte 350 000 Euro aus der zweiten japanischen Liga kam. Wie Großkreutz sind sie alle erst 22 – das Durchschnittsalter der Elf. Ihre atemberaubende Jugend ist die Basis für einen Fußball, wie man ihn hierzulande noch nicht gesehen hat. So leidenschaftlich, so rasant. So gut. Fast schon zu gut, um wahr zu sein. Vergeblich haben die Konkurrenten gestichelt. Vergeblich haben sie versucht, Spieler abzuwerben. Die Mannschaft hat die Antwort immer auf dem Platz gegeben, und sie hat sich ihre Romantik behalten. Es gibt echte Freundschaft unter den Spielern, beileibe keine Selbstverständlichkeit im Profisport. Und es gibt Typen, die noch mehr im Kopf haben als den klassischen Karrierekanon – möglichst schnell möglichst viel zu verdienen und möglichst viel zu gewinnen. Verteidiger Neven Subotic zum Beispiel fährt im Urlaub mit seinen Freunden im Wohnmobil durch Europa – Campingplatz statt Luxushotel. Großkreutz wiederum hat vorige Weihnach-

spanntes Nebeneinander. Es hängt davon ab, was man bereit ist zu sehen. War das Ruhrgebiet nicht immer ein Ort der Utopie? Wo Deutsche und Polen schon miteinander auszukommen lernten, bevor der Rest des Landes das Wort Einwanderung buchstabieren konnte. Jahrzehntelang wurde die Region als ewig gestrig abgeschrieben, in ihrer verzagten Nostalgie nach Maloche und Solidarität. Jetzt kommt aus Dortmund nicht nur

Trainer Jürgen Klopp hat den BVB wachgeküsst, die junge Mannschaft erfunden und glänzend zur Meisterschaft geführt

ein Fußballmeister – es kommt ein Meister ohne Zynismus und Ängste, ein Meister voller Lebensfreude und Empathie. Sechs Jahre nach der Fastpleite steht Borussia Dortmund plötzlich für alles, was gut ist.

Leben für den Verein. Reinhard Rauball, 64, spielte für „Dortmund 95“, war mehrfach Präsident des BVB und auch Justizminister von NordrheinWestfalen (o.). Gerd Niebaum, 62, führte den Verein während der größten Krise (r.). Als Spieler eine Legende, der den Pokalsieg 1989 errang: Norbert Dickel, 49, ist jetzt mit ganzem Herz Stadionsprecher (u.)

ten in Belo Horizonte gefeiert, mit der Familie von Dedê, seinem zwölf Jahre älteren brasilianischen Mitspieler. Der Zusammenhalt der Menschen dort habe ihm besonders gefallen, aber das kenne er schon von den Türken, die er früher als Jugendtrainer bei der SG Phönix Eving trainiert hat, und auch von denen aus seiner alten Friesenstraße. „Ich sag immer wieder, da können sich die Deutschen einiges abgucken.“ Die Friesenstraße ist wie ein Querschnitt durch das Ruhrgebiet. Hübsche alte Zechenhäuser stehen neben belanglosen Neubauten. Ein Rentner schleppt sich über den Bordstein, den Rücken kaputt nach Jahrzehnten Schufterei, an die Laterne lehnt er sich an und zieht zum Gruß den Hut. Gegenüber züchtet ein Einwanderer seine Hühner, jeden Tag spaziert er mit ihnen eine halbe Stunde über die Straße. Es gibt Türkinnen mit Kopftuch und Türkinnen ohne Kopftuch. Man kann in dieser Straße ein wahlloses Durcheinander sehen. Oder ein ent+

Natürlich war Kevin Großkreutz auch 2004 und 2005 dabei. Im „Schockzustand“, sagt er. Andererseits seien damals alle noch enger zusammengerückt. „Da war die geilste Stimmung im Stadion, weil wir alle ein Zeichen setzen wollten, dass wir da rauskommen.“ Zu den Heimspielen kamen so viele Leute wie immer. Nie unter 70 000, manchmal 80 000 oder mehr. Hat die Krise den Verein letztlich stärker gemacht? „Auf jeden Fall“, sagt Großkreutz. Nicht nur die Fans, auch die Klubverantwortlichen leisteten damals einen Schwur. Rauball und der neue Geschäftsführer Hans-Joachim „Aki“ Watzke verabredeten, dass im Hause künftig eine andere Philosophie gelten müsse. Auch wenn es eines Tages wieder besser bestellt sei um die Vereinskonten, dürfe keiner mehr durchdrehen bei der Borussia. Der Klub werde künftig auf teure Transfers und hohe Gehälter verzichten. „Nie wieder möchte ich so einen Tag erleben“, sagte Rauball, als im Düsseldorfer Event-Terminal die, nun ja, ereignisreichen Stunden vorbei waren. Anders als bei seinen vorherigen Amtszeiten blieb er Präsident, obwohl der Job, für den er geholt wurde, längst erledigt ist. Watzke, damals als Schatzmeister einer der Ersten, die Alarm schlugen, hat den Verein nachhaltig saniert und leitet weiter das operative Ge-

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Bedingungen. Und das“, sagt der Diplom-Sportwissenschaftler Jürgen Klopp, „das kann man lernen.“ Zum Beispiel mit unbedingtem Optimismus, bis zur bewussten Manipulation der eigenen Gedanken. „Du brauchst einen eigenen roten Faden, an dem du dich orientierst. Wie wollen wir an so ein Spiel rangehen? Und das ist: extrem diszipliniert, extrem bereit, dem Nebenmann wirklich zu helfen, das nicht als Worthülse stehen zu lassen, sondern lebendig zu machen. Wir verlieren die Kugel? Nicht dastehen und das Gesicht verziehen, sondern: Das ist ein geiler Moment, um sie zurückzuerobern, das ist wie ein Pass von einem Mitspieler, nur hat er ihn halt nicht gespielt, sondern dem Gegner eine Chance gelassen.“ Klopp nennt diesen Zugang „unsere eigene Art. Man muss erkennen können, dass wir uns nicht erst gestern getroffen haben. Dass wir uns brutal aufeinander einlassen, das finde ich total wichtig. Und am Ende macht es so auch mehr Spaß.“ Doch nicht jeder Spieler ist so formbar, vor allem wenn er schon etwas älter ist. Klopp macht aus seiner Präferenz für junge Spieler kein Geheimnis. „Wenn man schon lange Fußball gespielt hat, ist man natürlich festgefahren. Das ist wie im Leben. Man ist ewig Single und auf einmal trifft man die Traumfrau und stellt im Zusammenleben fest: alles wunderbar, Sex ist super, aber der Rest – wär’ doch cool, wenn du mich alleine weiterwurschteln lassen würdest“. Am Anfang in Dortmund hatte er es mit dem alten Spielerkader zu tun. Klopp gab ein erstes Signal seiner Absichten, als er sich vehement für den Transfer des damals 19-jährigen Subotic einsetzte, mit dem er schon in Mainz zusammengearbeitet hatte. Beobachter hielten die Ablöse von 4,5 Millionen Euro für einen praktisch unbekannten Verteidiger für übertrieben. Heute ist Subotic mehr als das Dreifache wert. Neben ihm spielten in Klopps erster Saison aus der heutigen Stammelf regelmäßig nur Hummels, Sahin und Torwart Roman Weidenfeller, der inzwischen mit seinen 30 Jahren den Altersschnitt nach oben treibt. „Es war nicht einfach, den Jungs den Fußball einzupflanzen, den wir uns vorstellen“, sagt Klopp über diese Zeit. Dennoch verbesserte sich der BVB in der Abschlusstabelle um sieben Plätze. Erst am letzten Spieltag verpasste er wegen einer Fehlentscheidung die Teilnahme am Europapokal. Der Umbau ging weiter. Der Verein verkaufte Mittelstürmer Alex Frei, dafür spürte Zorc in Chile den Argentinier Lucas Barrios auf. Großkreutz und Abräumer Sven Bender wurden im Laufe der Saison ebenso Stammspieler wie Außenverteidiger Marcel Schmelzer. Es reichte zu Platz 5 und dem Europapokal. Heute weiß man, dass dieser Mannschaft nicht mehr viel fehlte, außer etwas mehr Reife und etwas mehr Klasse auf der neuralgischen Halbstürmerposition, der Zone, wo in kürzester Zeit die entscheidenden Ideen passieren müssen. Wo in Barcelona Lionel Messi spielt. Dortmund fand Kagawa und bekam dazu ein Jahrhundertgeschenk aus der eigenen Jugend. Mario Götze, 18 Jahre alt. Es gibt Experten, die halten ihn für das größte deutsche Talent seit Franz Beckenbauer. Vorige Woche verlor der BVB in Mönchengladbach 0:1, aber dem jungen Götze zuzusehen, war ein Privileg. Traumpass, Lattenschuss – „das Erlebnis ist wichtiger als das Ergebnis“, sagt Klopp, es klingt wie aus einem Prospekt, aber daran stimmt, dass von dieser Mannschaft auch dann etwas geblieben wäre, wenn sie am Ende die Meisterschaft noch verpasst hätte. Zu tollkühn ist ihr Fußball, zu hinreißend ihre Lust am Spiel, zu fern sind ihr Egotrips und Machtgehabe, die Dinge, die sie in Dortmund am wenigsten leiden können. Klopp, gebürtiger Schwabe, gelernter Rheinhesse, hat die Traditionen des Ruhrgebiets in die Fußball-Moderne überführt und darüber beide miteinander versöhnt. Der Spieler Großkreutz drückt es so aus: „Wir sind eine geile Truppe. Was die Fans sehen wollen, ist leidenschaftlicher Fußball, alles für den Verein geben – und das tun wir, seit der Trainer Klopp da ist.“ Großkreutz sagt, bei ihm in der Gegend „drehen natürlich alle am Rad und wollen die Schale haben“. Aber sie würden gleichzeitig sagen, „auch wenn wir nicht die Schale holen sollten, sind sie zufrieden und begeistert, was wir für eine Leistung bringen.“ Die Meinung darf als repräsentativ gelten, denn in Eving, sagt Großkreutz, „da kenne ich fast alle“. Auch Norbert Mattern und Carsten Richardt. Feierabendgespräch in einer Arbeitersiedlung am Rande von Eving, die Straßen heißen Märchenweg und Roter Morgen, ein Riesenhase hoppelt durch die Gegend, viele Gärten sind verwildert. Die zwei Nachbarn reden über Mängel in der Wohnung von Mattern, aber sie schimpfen nicht, sie lachen. Humor gehört unbestritten zu den Standortfaktoren im Ruhrgebiet. Mattern, 49, hat früher mit dem Vater von Großkreutz zusammen gespielt, der halb so alte Richardt ist gelegentlich mit Kevin um die Häuser gezogen. Auch früher gab es schon Evinger beim BVB, der Ex-Kapitän und heutige Sportdirektor Michael Zorc kommt von hier, auch die einstige Teenager-Sensation Lars Ricken, jetzt Jugendkoordinator, oder der Torwart Stefan Klos. Trotzdem sagen sie, so ein Team wie jetzt hätten sie noch nicht erlebt. „Richtiger Fußball, nicht so ein arroganter FC Bayern, bei dem kriegt man ja Augenkrebs“, ruft Richardt aus dem Fenster im ersten Stock. Unten stimmt Mattern zu: „Mit denen können wir uns vergleichen.“ Es ist ihre Mannschaft, die von normalen Dortmundern. Jedenfalls erlaubt sie den Gedanken, dass es so ist. Identifikation ist momentan ein großes Thema in der Bundesliga. Überall werden Vereine gewechselt, an einem Tag küsst ein Spieler dieses Wappen, am nächsten ein anderes, und die Geschichten, dass ein Trainer gegen seinen künftigen Klub, seinen Exklub oder seinen Baldwiederklub antritt, konnte man diese Saison schon gar nicht mehr zählen. Es ist nicht mehr wie früher zu den Zeiten der BVB-Legenden „Hoppy“ Kurrat, „Stan“ Libuda oder „Aki“ Schmidt, als ein Ruhrgebietsfußballer selbstverständlich im Ruhrgebiet blieb. 30 Kilometer von Dortmund, beim anderen großen Pottklub Schalke 04, haben die Anhänger gerade einen tiefen Stich ins Herz versetzt bekommen, weil ihr Torwart Manuel Neuer, ein Gelsenkirchener Junge, den Klub verlässt. In vielen Stadien protestieren Fans gegen solche Beliebigkeit. Vom Establishment werden sie verlacht, als Träumer, Gestrige. Dabei wünschen sich viele nur ein bisschen mehr Sinn für die Geschichte ihres Vereins. Ein bisschen mehr Romantik. Ein bisschen mehr Dortmund. Beim BVB sollen sich die Spieler untereinander geschworen haben, den Klub mittelfristig nicht zu verlassen – obwohl viele von ihnen gute Angebote haben. Auch Jürgen Klopp hat sich auf Jahre gebunden, mindestens bis 2014. „Es ist alles viel besser geworden, als ich jemals gedacht hätte“, sagt er, wenn er an seine erste Autofahrt nach Dortmund zurückdenkt. Er meint damit vor allem die Menschen, etwa im Klub, die ZusamFortsetzung auf Seite 18
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schäft. Beide verteidigen die Lehren von 2005 gegen jede Relativierung wie etwa die, der Klub habe für die Ambitionen einen vertretbaren Preis bezahlt, die großen Erfolge, den Stadionausbau, und jetzt sei doch alles wieder gut. In für ihn ungewohnt heftiger Diktion sagt Rauball: „Wer immer noch sagt, dass das damals nicht so schlimm war, der hat ja keine Ahnung, der tut mir leid.“ Aus der Stunde null des BVB wurde seine moralische Referenz. Ohne sie würde einer wie Großkreutz heute vielleicht immer noch im benachbarten Ahlen kicken, wo er seine Profikarriere begann. Eher nicht in der ersten Mannschaft seines Traumvereins, zu dem er 2009 ablösefrei wechselte. Er galt als talentiert, das schon, aber zu anderen BVB-Zeiten hätten sie sicher einen routinierten Fahrensmann gefunden und ihm vor die Nase gesetzt. Man braucht Mut, um auf die Jugend zu setzen. Und einen Trainer, der das auch will. „Bedarf es da wirklich noch einer Erklärung des Präsidenten?“, fragt Rauball. „Dass Jürgen Klopp der Spiritus Rector der neuen Borussia ist, das ist doch so unstreitig wie nur irgendetwas.“ Bevor Klopp im Sommer 2008 kam, hatten sich Watzke und Zorc einige Male vergriffen bei der Trainerwahl, den renommierten Niederländer Bert van Marwijk vergrault, dafür Jürgen Röber und Thomas Doll geholt. Ein Konzept war nicht zu erkennen, schon gar kein Jugendkonzept. Sahin, damals „Dortmunds Zukunft“ (Watzke), wurde sogar nach Rotterdam verliehen. Als der BVB im April 2008 das Pokalfinale spielte, stand kein Spieler aus der heutigen Stammelf in der Anfangsformation. Wenig später – der Klub sprach längst mit Klopp – zeterte sich ein entnervter Doll mit einer öffentlichen Wutrede („Da lach ich mir doch den Arsch ab“) endgültig aus dem Amt. Der Weg war frei für einen Neuanfang, dessen Radikalität sie damals kaum erahnen konnten. In der Baracke am Trainingsgelände hängt ein handschriftliches Pamphlet, schwarz gerahmt, unterschrieben von Klopp und allen Spielern. Es ist ihr Manifest. „Das Versprechen“, so der Titel, umfasst sieben Maximen. „Bedingungsloser Einsatz“. „Leidenschaftliche Besessenheit“. „Zielstrebigkeit unabhängig vom Spielverlauf“. „Jeden zu unterstützen“. „Sich helfen zu lassen“. „Jeder stellt seine Qualität zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft“. „Jeder übernimmt Verantwortung“. Jürgen Klopp springt die Treppe hinauf, es ist schwer, Schritt zu halten. In Natur ist er noch größer, sportlicher, direkter als im Fernsehen. Ein Kerl von einem Mann. Und er wirkt noch euphorischer. Er hat Lust zu erzählen. Es war ein schöner Sommertag, als er aus Mainz zu seiner Präsentation nach Dortmund aufbrach, um dort für die Zukunft eine „Vollgasveranstaltung“ zu versprechen. Immer 100 Prozent, nie halbe Sachen, das ist seine Lebenshaltung. An jenem Tag also wurde zu viert die Autobahn „hochgedonnert “, Klopp am Steuer, dazu sein Anwalt, sein Berater und Zeljko Buvac, sein langjähriger Co-Trainer, Vertrauter und taktischer Thinktank. An Finanzkrisen oder Stadionanteile dachten sie nicht. „Die Vorfreude war riesengroß“, erinnert sich Klopp, „weil: großartiger Verein“. Heute verkörpern der Klub und er eine derart perfekte Symbiose, dass man sich den einen nicht mehr ohne den anderen vorstellen kann. Doch sein Weg nach Dortmund war alles andere als vorbestimmt, denn anfangs standen potentere Interessenten im Raum als die zwar erholte, aber noch keineswegs vollumfänglich konkurrenzfähige Borussia. Klopp war begehrt, er hatte in Mainz aus einer grauen Zweitligatruppe eine gelegentliche Bundesligamannschaft geformt und dem Land nebenher im Fernsehen den Fußball unterhaltsamer und fachkundiger erklärt als alle anderen. Dennoch gab es Vorbehalte. Klopp sei ein guter Typ, ein mitreißender Trainer, aber er passe nicht in jedes Milieu. Bayer Leverkusen, der Hamburger SV und Bayern München entschieden sich für andere Übungsleiter. Uli Hoeneß, der BayernManager, soll das Klopp damals am Telefon mit den Worten mitgeteilt haben: „Du, der andere Jürgen macht’s.“ Klinsmann. Hoeneß verflucht diese Entscheidung heute noch. Klopp erzählt belustigt, wie er neulich Karl-Heinz Rummenigge im Fernsehen sah, den Vorstandschef der Bayern. Der habe gesagt, Respekt, Klopp habe in Dortmund etwas aufgebaut, aber in München hätte er kaum die Zeit dazu bekommen. Rummenigge war derjenige, der damals unbedingt Klinsmann wollte. Tatsächlich weiß niemand, wie viel Zeit Klopp in Dortmund bekommen hätte, wenn es schlecht gelaufen wäre. Denn es lief von Anfang an gut. Eigentlich gab es nur einen potenziell kritischen Moment, gleich am vierten Spieltag seiner ersten Saison, zu Hause gegen Schalke 04, den Erzrivalen. Nach einer

Stunde stand es 0:3. „Kevin Kuranyi hat damals eine Riesenchance zum 4:0, die hat er verdaddelt. Angenommen, die schießen uns ab, dann wären die Vorschusslorbeeren auch mal mit Füßen getrampelt gewesen.“ Die Partie endete 3:3. Vorteilhafte Schiedsrichterentscheidungen spielten eine Rolle, aber in Erinnerung blieb vor allem eine dramatische Aufholjagd. Der Dortmunder Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld hätte mit einer seiner Lieblingsvokabeln wohl von „Schlachtenglück“ gesprochen. Auch große Feldherren brauchen das manchmal. Ansonsten hat Klopp mit einem wie Hitzfeld eher wenig gemein. Wo der Meistercoach von 1995 und 1996 den Gentleman an der Seitenlinie gab, fegt der von 2011 auf und ab. Vor allem lässt er ganz anders spielen. Hitzfeld steht für Resultatsfußball bis an die ästhetische Schmerzgrenze. Klopp dagegen hat es fertiggebracht, dass seine Mannschaft in jedem Moment die Initiative sucht, jeden Ball haben, jeden Angriff abschließen will. Zweimal hat sie in der Hinrunde sieben Spiele am Stück gewonnen, und wäre ihre Chancenverwertung schon auf dem Niveau ihres restlichen Spiels, sie könnte 100 Tore erzielt haben.

„Das Erlebnis ist wichtiger als das Ergebnis“
Jürgen Klopp, Trainer

Schwarz-gelbe Romantik am Phoenix-Stahlwerk in Hörde: Dortmund-Fan Itze mit seinem BVB-Mobil, Kreis Unna

„Ich finde es einfach Zeitverschwendung, wenn man sich nicht 90 Minuten darum bemüht, ein Spiel zu gewinnen“, sagt Klopp. „Ein schlechtes Buch lege ich auch nach wenigen Minuten weg, wenn es mich langweilt. Unsere Aufgabe ist es, alle unsere Emotionen reinzupacken, und die der Fans unter Umständen mit zu nutzen und dann alles rauszuhauen in dem Moment, auf den sich alles zuspitzt in so einer Woche. Das ist mein Verständnis von Sport.“ Sein naturgegebenes Talent ist, dass er das auch vermitteln kann. Klopp sagt, er funktioniere 90 Prozent am Tag analytisch, da denke er über seine Arbeit nach. An seine Reden verschwende er keine Gedanken. „Null. Null Komma null. Keine Millisekunde.“ Klopp sucht die Superlative, er ist ein Grenzgänger und schon deshalb in Dortmund am richtigen Ort. Die dichteste Atmosphäre. Das meiste Adrenalin. Die jüngsten Spieler. „Mich interessiert diese absolute Ausnahmesituation, in die man sich begibt. 20-, 21-jährige Jungs, die von 80 000 Leuten bei jedem Atemzug angeguckt, bewertet werden. Da geht es um Konzentrationsfähigkeit unter extremen
Lust und Leidenschaft und Willensstärke: Die Spieler Kevin Großkreutz, 22, Nuri Sahin, 22, Marcel Schmelzer, 23, und Mario Götze, 18, hatten in dieser Saison sehr viel Grund zu feiern

DOMINIK ASBACH; REUTERS/ INA FASSBENDER

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menarbeit mit Geschäftsführer Watzke und Sportdirektor Zorc, „komplett vertrauensvoll, komplett ruhig, easygoing, jeder weiß, der andere gibt Vollgas, keiner guckt: Gibt er wirklich Vollgas?“ Und dann spricht der Mann, der zuvor 18 Jahre am Stück in Mainz gespielt und trainiert hat, über die Zukunft. Der Klub bastelt momentan an einem neuen Ausbildungszentrum. „Bedingungen schaffen Verantwortung für die handelnden Personen“, doziert Klopp. Seine Rede beginnt im Abstrakten, sie ist lang, und sie mündet in eine Verneigung vor den Legenden der Vergangenheit und in eine große Liebeserklärung: „Die Tradition hier ist so groß, dass der Verein wahrgenommen wird, und wir sorgen jetzt dafür, dass das bei der 200-Jahr-Feier idealerweise genauso sein wird. Jetzt stehen hier die Hoppy Kurrats, die Wolfgang Pauls, die Siggi Helds, die Aki Schmidts, und dann redest du mit Theo Redder, und dann sagt er: Hey, Asche, uns rieselte das Zeug noch aus den Knien. Die sind da, und die freuen sich mit uns, und vielleicht sind wir irgendwann da und freuen uns mit der nächsten Generation, wenn dann vielleicht das Trainingszentrum einen halben Meter über dem Boden schwebt. Ich finde es einfach großartig, so gelebte Geschichte, und selber daran auch mitzuschreiben, das finde ich einfach überragend.“ Klopp hat die Borussia wach geküsst; jetzt will er sie vor den Altar führen. Als er an diesem Nachmittag in seinem schwarzen Wagen das Trainingsgelände verlässt, warten draußen die Fans mit Trikots und Autogrammkarten. Klopp fährt rechts ran. Dann unterschreibt er.

Platz geströmt, haben die Torpfosten mitgenommen und uns die Klamotten vom Leib gerissen.“ Reinhardt hatte damals einen Kreuzbandriss, er fürchtete um seine Gesundheit, ließ sich aber einfach treiben: „Leute im Anzug und Sakko haben auf der Tribüne geweint, Omas und Opas lagen sich in den Armen, ob sie sich kannten oder nicht. Nichts war kontrolliert oder organisiert, alle waren völlig losgelöst.“ Der Fußball macht das mit den Menschen in Dortmund. „Es gibt keine Könige hier, es gibt nur die Fußballspieler“, sagt Reinhardt. Und als Lehrer weiß er besser als andere, wie sehr sie auch Vorbilder sind. Sahin, für die Integration. Und immer wieder Großkreutz. „Wenn ich das so sehe, der kam aus Ahlen, hat so rumgedümpelt, verkanntes Talent und so – und der hat sich durchgebissen bis zur Nationalmannschaft. Warum soll nicht, als Vergleich, ein Arbeitsloser, in dem unheimlich viel schlummert, noch mal eine Chance kriegen, und der startet dann auch durch?“ Knut Reinhardt ist verhalten optimistisch für seine Nordstadt, die Leute ergeben sich nicht mehr bloß dem Schicksal. Sogar die Huren haben kürzlich zum ersten Mal demonstriert. „Man muss eben auch mal die Ärmel hochkrempeln und was anpacken“, sagt er. „Ich denke, die Mannschaft hat da eine Signalwirkung auf die ganze Region.“ Auf die Region und weit darüber hinaus.
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Tagespreis

Arbeiter-Stadtteil Eving: Norbert Mattern und Carsten Richardt (r.) sind natürlich BVB-Fans. Auch Kevin Großkreutz kommt aus ihrem Viertel

Der Ballspielverein Borussia 09 Dortmund wurde vor 102 Jahren am Borsigplatz in der Dortmunder Nordstadt geboren. Seine 18 Gründer waren Mitglieder der katholischen Jünglingssodalität Dreifaltigkeit. Die Bergleute hatten schon länger miteinander gekickt, sehr zum Unfrieden des Kaplans, dem nicht zuletzt die Nachspielzeit in den Wirtshäusern missfiel. Als er für den Sonntagnachmittag eine zusätzliche Andacht verordnete, kam es in der Gaststätte „Wildschütz“ zur spontanen Sezession. Ein Blick auf eine Plakette an der Wand gab den Namen – sie stammte von der lokalen Brauerei Borussia. Auch wenn das „Wildschütz“ inzwischen eine Pommesbude ist, der Borsigplatz bleibt die spirituelle Heimat der Borussia. Hier beginnt der „Walk of Fame“, in den Bürgersteig eingelassene Gedenktäfelchen, wie in Hollywood, nur mit BVB-Spielern statt Bruce Willis. Der Walk führt bis zum Westfalenstadion. Vom Borsigplatz wird auch der Jubelkorso zum Rathaus starten. Die Straßen sind seit Wochen mit BVB-Fähnchen beflaggt, derweil die Frauen aus der Gegend an einem schwarz-gelben Schal stricken. 160 Meter soll er lang und zum Festtag einmal um den sternförmigen Platz gespannt werden. Hinterher soll er an die Obdachlosen verteilt werden. Davon gibt es in der Gegend nicht wenige; ein paar sitzen direkt am Platz, bei der Tafel von Lars Ricken. Hinter hübschen Bürgerfassaden ist die Nordstadt das, was man gemeinhin einen Problembezirk nennt. HartzIV-Quote von 25 Prozent, Kriminalität, Drogen, Prostitution. Wo einst das Lichtspielhaus Assauer stand – Familienbesitz des späteren Schalke-Patrons –, regiert heute ein Gemisch aus Wettbüros, Kneipen und Dönerien. Um die Ecke in der Bornstraße ragt die Wohnanlage Hannibal empor, ein Ungetüm aus Beton, das Furcht einflößend klingt und auch so aussieht. In diesem Milieu vermutet man keinen Champions-League-Sieger. Andererseits ist Knut Reinhardt auch kein gewöhnlicher Profi gewesen. Reinhardt war Kult. Das „Knuuuuuut“ von den Rängen des Westfalenstadions gehört zum Folklore-Soundtrack des BVB. In der Startruppe aus den 90er-Jahren verteidigte Reinhardt auf dem linken Flügel, ein echter Kanten, Stoppelfrisur, breiter Körper, Technik eher begrenzt, Einsatz grenzenlos. „Ja gut, ich war ein Identifikationsspieler“, sagt er. „Dortmund, Arbeiterstadt – ich bin halt gelaufen bis zum letzten Meter.“ Als es vorbei war mit dem Fußball, hat er weitergekämpft. „Ich war 32, da kann ich ja nicht in Rente gehen und ,Bärbel am Mittag‘ gucken“. Doch statt für den üblichen Ex-Spieler-Mix aus Trainerjobs,

TV-Auftritten und Golfrunden entschied sich Reinhardt für einen Neuanfang. Er ging an die Uni. Fünf Jahre Studium, zwei Jahre Referendariat, keine Privilegien. Danach war er ausgebildeter Grundschullehrer. Jetzt unterrichtet er, selbst zweifacher Vater, fünf Minuten vom Borsigplatz an der Grundschule Kleine Kielstraße, gleich beim Hannibal. 400 Kinder, 30 Lehrer. Die Ausländerquote beträgt 83 Prozent, viele Kinder kommen aus zerrütteten Familien, häufig ohne Kindergarten und mit rudimentären Sprachkenntnissen. Voriges Jahr hat Reinhardt acht Schüler aus seiner Klasse aufs Gymnasium gebracht. „Wir sagen nicht: Nordstadt, die Kinder sind blöd, sondern wir wissen einfach, dass sie bei minus drei anfangen“, sagt er. „Wir versuchen ihnen ein Handwerkszeug fürs Leben zu geben.“ Die Kleine Kielstraße hat schon Preise gewonnen, sie gilt als Modellschule. Er sei da schon auch Vaterersatz, sagt Reinhardt, und manchmal fix und fertig. „Aber du bekommst auch unglaublich viel wieder.“ Eines seiner Kinder lesen, schreiben, rechnen zu sehen, sei wie ein

Champions-League-Sieg. „Man sieht, dass man zusammen sehr viel erreichen kann, ob in einer Mannschaft oder als Stadt.“ Reinhardt unterrichtet auch Sport, und in den Pausen kickt er manchmal mit den Jungs und Mädchen auf dem Schulhof, umringt von den Wohnsilos der Nordstadt. „Fußball ist einfach das Spiel“, sagt er. „Keine Sportart ist so interkulturell, da kriegt man schnell Zugang.“ Beim BVB gespielt zu haben, schadet dabei natürlich nicht. Auch wenn die türkischstämmigen Kinder oft Galatasaray oder Fenerbahce bevorzugen, die Klubs ihrer Väter – Borussia Dortmund ist ein Kitt, auf den sich alle einigen können. Reinhardt würde gern Nuri Sahin zu einer Autogrammstunde einladen, den deutsch-türkischen Spielmacher. „Aber wir wollen auch keine Massenpanik auslösen.“ Er lacht: Schon als Emma da war, das BVB-Maskottchen, „haben die Kinder sie fast umgerannt“. 1995 gewann die Borussia die erste Meisterschaft seit 1963. Fragt man Reinhardt nach dem unvergesslichsten Moment seiner Karriere, landet er bei dieser Titelfeier. „40 000 Leute sind auf den

„Ja gut, ich war ein Identifikationsspieler. Dortmund, Arbeiterstadt – ich bin halt gelaufen bis zum letzten Meter“
Knut Reinhardt, Champions-League-Sieger, heute Lehrer

Als Knut Reinhardt auf dem linken Flügel für Dortmund spielte, riefen die Fans „Knuuuuuuut“ im Stadion. Nach der Profikarriere studierte er und arbeitet nun als Grundschullehrer in einem Problembezirk
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Zwischen drei und vier Millionen Fans in ganz Deutschland werden für die Borussia taxiert, plus viele neue Sympathisanten, wenn auch nicht ganz so viele, wie Norbert Dickel behauptet. „99 von 100 Fußballfans wünschen dem BVB die Meisterschaft“, sagt der Stadionsprecher. Gelegentliche Übertreibungen gehören bei ihm zum guten Ton. Dickel ist mehr als ein Vereinsangestellter mit Büro in der Geschäftsstelle, er ist Botschafter und Ikone. 1989 spielte er nur sechs Wochen nach einer Meniskusoperation im rechten Knie das Pokalfinale. Er schoss zwei Tore, der Einsatz machte ihn zum Invaliden. Sein Credo lautet: „Ja, ich würde es wieder tun.“ In seinem Büro hängt ein Plakat vom Pokalfinale. „Nur ein Stürmer“, steht schwarz auf gelb. Darunter gelb auf schwarz: „Bis ihn die besten Fans der Welt zum Helden machten.“ Nach dem abrupten Karriereende hatte er eine harte Zeit, bis man seine anderen Talente erkannte – einen so passionierten und humorvollen Veteranen hat nicht jeder. Dickel ist Borusse und so moderiert er auch die Heimspiele. Von Freunden der Political Correctness oder Schalke 04 wird er dafür schon mal als „Hassprediger“ bezeichnet. Für Auswärtsspiele hat er mit dem Kollegen Boris Rupert ein neues Genre geprägt – die radikalsubjektive Live-Reportage. Bis zu 170 000 Borussia-Fans in aller Welt hören zu, wenn sich die beiden bei „BVB-Netradio“ die Bälle zuspielen. Rupert kommentiert aus dem gegnerischen Stadion, Dickel sitzt in seinem Studio, neben ihm eine Posterwand von der Südtribüne, dazu Glücksbringer, „Hoppy“ und „Aki“. In ihren Dialogen ist ein gegnerischer Spieler schon mal ein „Mistbock“ oder, wenn er vom FC Bayern kommt, ein „Bauern-Dussel“. Und an guten Tagen gibt es jede Menge zu lachen – wie damals 2003 bei einem kuriosen Eigentor des Schalkers Marco van Hoogdalem. „Eigentor auf Schalke! Mein Gott, sind die doof!“ Dickel ist aufgesprungen und an seinen Computer gestürmt, um die Stelle vorzuspielen. Sein rechtes Bein zieht er immer noch hinter sich her. Viele Beobachter halten den Pokalsieg von 1989 für den bedeutendsten BVB-Titel überhaupt. Einen „Urknall für den Verein, die Stadt und für die gesamte Region“, hat ihn der damalige Kapitän Zorc genannt. Der Pokalsieg beendete 23 Jahre ohne Titel. Jahre des Zweifels, ob es je werden würde wie früher. Nach bescheidenen Anfängen im Schatten des Reviernachbarn Schalke war die Borussia in den späten 1950erund frühen 1960er-Jahren zur Nummer eins in Deutschland aufgestiegen. „Es war der Gegenentwurf zu dem, was man im Ruhrgebiet unter Selbstverständlichkeiten im Fußball versteht, Stichwort: Sieg oder Blut am Pfosten.“ Doch auf drei Meisterschaften, 1956, 1957 und 1963, sowie den Europokalsieg 1966 folgte ein ungeahnt heftiger Niedergang. Es war die Zeit, als sich die Gewichte in Deutschland vom Westen in den Süden verschoben, und der Fußball machte da keine Ausnahme. Im November 1971 verlor der BVB mit 1:11 bei der neuen Großmacht Bayern München. Am Ende der Saison stieg er ab. Zu Zechensterben, Stahlkrise und Bierflaute kam die Fußball-Depression. Die Borussia stieg 1976 wieder auf, doch
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Das Herz des Vereins schlägt am Borsigplatz in der Nordstadt. Hier wurde die Borussia vor 102 Jahren gegründet, in der Wirtsstube „Wildschütz“

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in die Schlagzeilen brachte sie es nur mit Blamagen. Unter Trainer Otto Rehhagel kassierte sie 1978 mit einem 0:12 gegen Borussia Mönchengladbach die höchste Niederlage der Bundesligageschichte, die Schulden drückten, monatelang wollte keiner das Präsidentenamt übernehmen. Nach einem Dreivierteljahr ließ sich der damals 32-jährige Rauball überreden. „Da bin ich meiner Naivität zum Opfer gefallen“, sagt er. „Ich bin gefragt worden von einem Mitglied des Wirtschaftsrats und habe gesagt: ‚Nein, aber wenn ihr keinen findet, könnt ihr ja vielleicht noch mal anrufen.‘ Dann ging der lachend nach Hause, und drei Tage später rief er an: ‚Wir haben keinen gefunden.‘“ Rauball pflegt einen trockenen Humor, ein Mann, so seriös und prinzipientreu, man würde ihm am liebsten sofort das komplette Bundeskabinett als Praktikanten vorbeischicken. Wo die Borussia heute ohne ihn stünde, ist ein Szenario, das sie sich in Dortmund lieber nicht ausmalen. Zwischen 1979 und 1982 brachte er den Klub wieder in die Spur, er hielt seine Arbeit für getan, doch zwei Jahre später riefen sie erneut nach ihm. Wieder Abstiegsangst, wieder Schulden. 1986 stand der Klub endgültig vor dem Abgrund, als erst in einer dramatischen Relegation gegen Fortuna Köln der Klassenerhalt gelang. Aus dem Gefühl, gerade noch einmal davongekommen zu sein, wuchs eine neue Euphorie. „Die Geburtsstunde der modernen Borussia“, nennt Rauball heute den Klassenerhalt 1986. Sein Amt übergab er an Vizepräsident Gerd Niebaum, es ging jetzt steil nach oben. 1989 folgte der Pokalsieg. Mit ihm schrie die Borussia ihre Neugeburt heraus. „Wahnsinn, unfassbar“, sagt Norbert Dickel, der Held von damals. Als die BVB-Delegation am Tag nach dem Spiel vom Finalspielort Berlin zurückflog, meldete sich der Flugkapitän über Bordfunk: „In Dortmund geht gar nichts mehr. Freut euch einfach – es ist sensationell, was in der Stadt los ist.“ Sechs Stunden, doppelt so lange wie geplant, dauerte der Umzug vom Borsigplatz zum Rathaus. „So könnte es dieses Jahr auch werden, da kommt nicht nur Dortmund, die kommen von überall“, glaubt Dickel. Es gibt zum Beispiel viele Fans im Osten. 1989 war ein gutes Datum, um sich auf der deutschen Fußball-Landkarte zurückzumelden. So sehr man ihn auch nach der Vergangenheit fragt, Dickel landet immer wieder beim Jetzt. Auf jeden Spieler hält er eine Laudatio. „Der BVB hat eine große Geschichte“, sagt er. „Aber so überragend hat er noch nie gespielt.“

widersprach, ist längst State of the Art. Heute bietet der Signal Iduna Park Platz für 80 720 Besucher. Er ist das europaweit bewunderte Wahrzeichen des Klubs, aber er hätte ihm auch beinahe das Genick gebrochen. Der Stadionausbau gilt neben überteuerten Transfers als wichtigste Ursache für den Crash von 2004. Denkt man an die Ära von Gerd Niebaum, assoziieren sich deshalb nicht nur Namen wie Sammer oder Möller, sondern auch solche wie Molsiris oder Molacra. Immobilienfonds, oder wie es damals von Klubseite gern hieß: „Sondereffekte“.

„Die Borussia ist das Wahrzeichen von Dortmund“
Günter Samtlebe, 85, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt

Die Wegweiser im Westfalenstadion, neuerdings: Signal Iduna Park, sind Mahnmale der Kommerzialisierung. Es gibt den Evonik Stammtisch, den Rewe Familienblock oder den Trilux Business Club. Alles musste der Klub zu Geld machen, um zu überleben. Finanzprobleme standen bereits am Ursprung der mythischen Arena. Das Westfalenstadion wurde zur WM 1974 für 54 000 Zuschauer gebaut. Um die Kosten gering zu halten, wählte man eine billige Palettenbauweise und verzichtete auf eine Laufbahn. Freundliche Ironie der Geschichte: Was damals dem luftigen Trend der Sportstättenarchitektur

Niebaum, Anwalt auch er, empfängt in seiner Kanzlei am Westfalendamm. „Na, brauchen Sie noch einen Bad Guy für Ihre Geschichte?“ Er ist jetzt 62, hat Anfeindungen und Tränen überstanden, Zeiten, in denen er in gewissen Kreisen als „Persona non grata“ galt. Er hat sich mit seiner Rolle arrangiert, er nimmt es inzwischen philosophisch. „In dem Bewusstsein, dass es im Leben gute und schlechte Zeiten gibt.“ Und dass die guten Zeiten überwiegen. Wäre er Spieler, man würde sagen: Niebaum hat in seiner Karriere alles gewonnen. Drei Meisterschaften, 1995, 1996 und 2002, Champions League 1997, Weltpokal 1997, DFB-Pokal 1989. Vor allem diesen DFB-Pokal. Niebaum schwärmt, lächelt. „Das war emotional die größte Zeit, die Zeit, die am tiefsten reinging. 23 Jahre hatte der Verein keinen Titel gewonnen. Die große Frage war: Ist eine Mannschaft aus dem Ruhrgebiet überhaupt noch titelfähig?“ Niebaum hatte die Frage früh mit Ja beantwortet. Er trieb dem Klub den Fatalismus aus, fand mit Ottmar Hitzfeld einen jungen, begabten Trainer; und als die ersten Erfolge im Europacup kamen und mit ihnen bessere Einnahmen, reinvestierte er mit dem 1989 angeheuerten Manager Meier weiter. Stars wie Sammer, Riedle, Júlio César wurden aus Italien gekauft. Die Fans schmetterten „Olé, super BVB“ zur Melodie der Fortschrittshymne „Go West“. Niemand fragte mehr, ob das Ruhrgebiet titelfähig war – es stand vor dem FC Bayern.

Es gibt Stimmen, die damals schon Ansätze zum Größenwahn sahen bei „Dr. Gott“, wie der promovierte Jurist Niebaum leise genannt wurde. „Ich habe mir bei jedem Transfer immer mehr die Frage gestellt: Wer will das finanzieren? Wie soll das wieder reinkommen?“, sagt Rauball. Immer verkrampfter versuchte der BVB, in den schwächeren Jahren nach 1997 den Erfolg zurückzukaufen. Ende 2000 ging man als erster und bis heute einziger deutscher Klub an die Börse, der Ausgabekurs betrug elf Euro je Aktie. Der Erlös, 150 Millionen Euro, wurde in horrende Ablösen und Gehälter gesteckt. 2002 gelang so noch einmal der Titelgewinn, doch als ein Jahr später im Elfmeterschießen gegen Brügge die Teilnahme an der Champions League verspielt wurde, sah man Niebaum auf der Tribüne, wie er sich nach vorn fallen ließ und die Hände vors Gesicht schlug. „Am nächsten Morgen hat Uli Hoeneß bei mir angerufen und gesagt, er hätte mitgelitten“, erzählt Niebaum. „Das fand ich nett, das war ein Stück Solidarität in dem Geschäft.“ Das Mitleid von der Konkurrenz war allerdings ein untrügliches Zeichen dafür, dass es inzwischen um die Existenz ging beim BVB. Anfang des Jahres hatte man 94 Prozent der Stadiongesellschaft an den Molsiris-Fonds verkauft, von den 74,4 Millionen Euro Erlös mussten jedoch 48,6 Millionen in einen Sicherheits-Sparfonds für die Anleger gesteckt werden. 17 Millionen sollte der BVB jährlich an Miete und Tilgung bezahlen. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass er das nicht konnte. Die Aktie fiel bis auf unter zwei Euro. In den Neunzigern sprach Niebaum gern davon, „in Steine und Beine zu investieren“. Heute gibt er zu: „Dass wir beides wollten, war ein zu großer Kraftakt.“ Im brachialen Ausbau des Stadions sieht er seinen entscheidenden Fehler, aber doch auch ein Vermächtnis. „Es ist ein Pfund, mit dem man heute arbeiten kann.“ Auch die Geschäftsstelle, aus der heute Rauball präsidiert, hat Niebaum bauen lassen. Ein roter, großzügiger Klinkerbau. So großzügig, dass der oberste Stock bis heute unbelegt ist.

Um den BVB zu retten, mussten komplizierte Deals abgewickelt werden. Eine entscheidende Rolle spielte unter anderem der dubiose Hedgefonds-Manager Florian Homm. Die Fans verfolgten den Wirtschaftskrimi fassungslos. Die Zukunft des Ruhrgebietklubs Borussia Dortmund hing an einer Heuschrecke. Früher war das alles noch einfacher, da marschierten Verein, Wirtschaft und Politik im Gleichschritt, und wenn es Probleme gab, reichte oft ein Gang ins Rathaus zu Günter Samtlebe. 26 Jahre am Stück, von 1973 bis 1999, hat der Sozialdemokrat die Stadt regiert. Die Dienstwege waren kurz. Einmal, der BVB steckte wieder in der Krise, habe er Rauball auf der Tribüne zugerufen: ‚Mensch, das musst du machen! – ‚Meinste?‘, sagt der dann zu mir. – ‚Ja, ja, du machst das!‘“ Samtlebe ist jetzt 85, Ehrenbürger der Stadt und kommt immer noch für ein paar Stunden am Tag in sein Büro im Rathaus. An der Wand hängt ein Bild von Che Guevara mit der berühmten Losung: „Seien wir realistisch – versuchen wir das Unmögliche.“ Zum Gespräch über den BVB trägt er eigens eine dunkle Kra+

watte mit gelben Punkten. Zum Thema Finanzcrash erzählt er eine Anekdote, wie Reinhard Marx, der heutige Erzbischof von München, einmal den Manager Meier bei einem Jahresfest der Sparkasse abkanzelte. „Der hat den zur Sau gemacht, öffentlich.“ Samtlebe steckt sich eine Zigarette an. Er ist Protestant, aber bei den Katholiken hat er sich immer wohler gefühlt. „Da kann ich saufen, da kann ich rauchen, da werden Witze gemacht.“ Als ehemaliger Oberbürgermeister kann er viele Witze erzählen. Von Prügeleien mit den Kommunisten nach dem Krieg, von Genscher, Kissinger und Kohl („da mussten immer Kekse da sein“), vom Strukturwandel. Als die Zechen starben und stattdessen der Technologiepark Dortmund entstand. „Ich war Ehrenbürger der Universität, und der Rektor sagte zu mir: Du bist derjenige, der das Moos besorgt. Du fährst jetzt nach Düsseldorf, mit’m Panzerwagen, und sagst zu dem Rau, der hat jetzt sofort die Kohle rauszurücken. Hab ich auch gekriegt. Ich hab dem Rau gesagt: ‚Johannes, du bist mir einiges schuldig.‘“ Absolute Mehrheiten, jahrelang: Samtlebe bekam den Technologiepark. Tatsächlich steht Dortmund etwas besser da als die meisten Ruhrgebietsstädte. Aber die Melancholie ist trotzdem da, zumindest bei den Alten. „Ich denke immer noch an die Hochöfen, an die Bergwerke, da mache ich keinen Hehl raus“, sagt Samtlebe. „Ich war auf dem Hochofen in Hörde. Schon mein Vater war Bergmann. Er ging um vier morgens aus dem Haus, die Wäsche in einem Handtuch auf dem Buckel eingepackt. Zu Fuß nach Gottes-Segen, zehn Kilometer. So hieß die Zeche, aber die ist schon ewig geschlossen.“ Geblieben ist die Borussia. „Das Wahrzeichen von Dortmund“, sagt Samtlebe und geht zum Fenster. „Mein Lieblingsblick“ – er hebt die Hand in Richtung des Werbeplakats an der gegenüberliegenden Häuserwand. Es zeigt die Spieler des BVB. Seit die Meisterschaft möglich wurde, wartete Dortmund jedes Wochenende darauf, dass die Utopie zur Wirklichkeit wird. Dass diese Mannschaft belohnt wird. Dass sie zusammenbleibt, weil sich, wie Norbert Dickel sagt, alle so gut verstehen, „dass sie tagelang heulen würden, wenn einer wechselt.“ Dass sie nicht aufhört, die Stadt zu inspirieren. Zurück nach Eving, in die Arbeitersiedlung. Die Sonne verstaubt über der alten Zeche Minister Stein. Norbert Mattern hat dort malocht, bis sie 1987 schloss, als letzte in Dortmund. Dann wurde er weiter verschickt. Schließlich sollte er nach Walsum, bei Duisburg, aber „da fuhr nicht mal ein Bus hin, da hab’ ich in’ Sack gehauen.“ Inzwischen hat auch Walsum dichtgemacht. Im ganzen Ruhrgebiet gibt es noch vier aktive Bergwerke. „Aber ist ja alles gut im Moment“, sagt Mattern. Eine alte Frau geht vorbei, sie sieht den Fotografen und sein Motiv. „Paparazzi! Schön lächeln! Wollen wir mal sehen, ob Sie noch Zähne im Mund haben“, ruft sie. „Zähne? Müssen schwarz-gelb sein“, ruft er zurück. Oben am Fenster grinst Nachbar Carsten Richardt. Die Zechenkultur kennt er nur aus Erzählungen. Er wird bald Kneipier in der Innenstadt, „Stil 50er, 60er, Rockabilly – ein Retro-Pub.“ Richardt packt es an, er startet durch. Er hofft auf eine Vollgasveranstaltung.

VIER SPIELE, DIE BORUSSIA DORTMUND VERÄNDERTEN
Hampden Park Glasgow, 5. Mai 1966
Der BVB steht zum ersten Mal an der Spitze Europas: Torwart Hans Tilkowski – damals Nationalkeeper – präsentiert den Europapokal der Pokalsieger, flankiert von Wolfgang Paul und Wilhelm Sturm. Es war das Spiel eines Mannes, der sich eigentlich dem Erzfeind, dem FC Schalke 04, zugehörig fühlte. 1965 war Reinhard „Stan“ Libuda zu den Schwarz-Gelben gekommen, ein sensibler Außenstürmer, der im Ruf stand, oft zu versagen, wenn es darauf ankam. Auch gegen den FC Liverpool war von Stan – eine Anlehnung an Stan Matthews, den größten aller Außenstürmer – bis zur Nachspielzeit nichts zu sehen. In der 106. Minute erzielte er aus großer Distanz das 2:1. In Dortmund feierten 300 000 Fans ihre Helden, Libuda wechselte 1968 zurück zu Schalke 04.

Westfalenstadion Dortmund, 17. Mai 1986
Für den Verein geht es um den Verbleib in der ersten Liga – und es sieht nicht gut aus. Mit 0:2 haben die Borussen das erste Relegationsspiel gegen Fortuna Köln verloren, nun steht es kurz vor Schluss 2:1 für Dortmund, das ist ein Tor zu wenig. Über diverse Karambolagen landet der Ball bei Jürgen Wegmann. Die Sekunden danach schildert Vereinspräsident Rauball so: „Ich werde heute noch nervös, wenn ich sehe, wie der Wegmann zögerte, den Ball über die Linie zu spielen. Normalerweise grätscht man da rein und fliegt mit Ball und allen Gegnern bis auf die Südtribüne durchs Netz durch, aber der machte das ganz … ich denke, wenn jetzt noch einer … ich werde heute noch kribbelig.“ Es kam keiner mehr dazwischen. „Kobra“ Wegmann glich aus. Zehn Tage später gewann der BVB das Entscheidungsspiel mit 8:0.

DOMINIK ASBACH (2)

HORSTMUELLER

Olympiastadion Berlin, 24. Juni 1989
Im Finale des DFB-Pokals tritt der BVB gegen Werder Bremen an. Nach 15 Minuten führen die Bremer durch ein Tor von Karl-Heinz Riedle – von 1993 bis 1997 sollte er übrigens für Dortmund spielen –mit 1:0. In der 21. Minute gleicht Norbert Dickel aus, die Borussen spielen sich in einen Rausch. Frank Mill erzielt in der 58. Minute das 2:1, Dickel legt in der 73. Minute das 3:1 nach, eine Minute später befördert Michael Lusch den Ball zum 4:1 ins Bremer Tor. Es ist der erste große Titel für den Klub seit 1966. Norbert Dickel, der am Knie verletzt in die Partie gegangen ist, kann danach im Profifußball nie mehr Fuß fassen. Noch heute erschallt es im Stadion von den Fans: „Wir singen Norbert, Norbert, Norbert Dickel, jeder kennt ihn, den Held von Berlin.“

Olympiastadion München, 28. Mai 1997
Es geht gegen Juventus Turin um den größten Titel im Vereinsfußball, den Gewinn der Champions League. Favoriten sind die Dortmunder nicht, bei Juventus spielt unter anderem Zinedine Zidane, doch der BVB führt nach 34 Minuten mit 2:0. Als Del Piero in der 66. Minute der Anschluss gelingt, sieht es aus, als ob das Spiel kippen könnte. Doch in der 71. Minute wechselt Trainer Ottmar Hitzfeld den 17-jährigen Lars Ricken ein (auf dem Foto zwischen Martin Kree (l.) und Michael Zorc). Der ist kaum auf dem Platz, als er den Ball aus 20 Metern zum 3:1 ins Netz hebt, Dortmund ist Champions-League-Sieger. Aber es ist eher das Ende einer Ära. Hitzfeld quittiert den Job als Trainer und geht 1998 zu Bayern München, Ricken kann sich zumindest in der Nationalmannschaft nicht durchsetzen.

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AUS ALLER WELT 21
NACHRICHTEN
kurz & knapp

H

ugh Laurie, gerade mit seinem Album „Let Them Talk“ auf Tournee, hat 15 Minuten Zeit für uns. Gerade verlässt das Kamerateam des Frühstücksfernsehens die Hotelsuite im Berliner Hyatt – etwas hektisch, die hatten auch nur 15 Minuten. Bitte nur Fragen zur Musik, nicht zur Serie, durch die er bekannt wurde: „Dr. House“. Strenge Regeln.

Zahl der Toten nach Tornados in USA steigt
NACH DER VERHEERENDEN Torna-

WELT AM SONNTAG: Herr Laurie, wir würden gern eine Anamnese Ihres Musikgeschmacks machen. HUGH LAURIE: Eine was? Eine Anamnese. Wir haben’s nachgeschlagen, so heißt es doch im Englischen: Anamnesis. Nicht? Medical history? Ah! Okay. Ist schlechter Musikgeschmack eine Krankheit? Nein, gar nicht. Ich denke, Musik ist ein großes, wunderschönes Universum, in dem jeder seinen Platz hat. Ich beanspruche nicht jedes Fleckchen darin, aber alles hat seinen Sinn. Sie antworten wie der Dalai Lama. Ja, ganz richtig. Der wäre ich auch gern. Okay, anders. Céline Dion oder Mariah Carey? Ganz ehrlich, ich weiß rein gar nichts über die beiden. Aus dem Bauch heraus? Wirklich, ich kenne die Musik nicht. Okay: Céline Dion.
PICTURE-ALLIANCE / MARY EVANS PI

House

Musik

do-Serie im Südosten der USA ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 329 gestiegen. Allein im am schwersten betroffenen US-Staat Alabama wurden Rettungskräften zufolge 238 Tote gemeldet. USPräsident Barack Obama besuchte das Katastrophengebiet am Freitag und sagte den Betroffenen Hilfe zu. Er unterzeichnete Erklärungen, wonach die Opfer in Alabama und Mississippi Bundesmittel als finanzielle Unterstützung beantragen können. Die Tornados am Mittwoch waren die tödlichsten in den USA seit den 1930er-Jahren und rissen Einwohner in sieben USStaaten in den Tod. Die meisten Todesopfer gab es 1925, als bei Tornados 747 Menschen starben.

Eigentlich kennt man ihn als Schauspieler, doch Hugh Laurie gibt es jetzt auch als Musiker. Ein Gespräch über Stille, Miley Cyrus und Tanzen in der Öffentlichkeit

Fall Bögerl: Rocker nach Österreich ausgeliefert
TSCHECHIEN HAT ein Mitglied einer deutschen Rockerbande nach Medienangaben an die österreichische Justiz überstellt. Der Mann steht unter Verdacht, die Entführung einer Bankiersgattin in Österreich geplant zu haben. Deutsche Ermittler wollen einen Zusammenhang mit der Entführung der deutschen Bankiersfrau Maria Bögerl im Mai 2010 prüfen. Die „Kronen Zeitung“ berichtete, dass der 55-Jährige am Vortag von Tschechien nach Österreich ausgeliefert wurde. Er war Anfang April bei Budweis verhaftet worden. Bögerl, die Frau des Heidenheimer Sparkassenchefs, war am 12. Mai 2010 gekidnappt worden. Nach einer gescheiterten Lösegeldübergabe wurde ihre Leiche in einem Wald gefunden.

Die Stones oder die Beatles? Rolling Stones. Warum? Als ich jung war, haben sie mich auf eine Art angesprochen, wie die Beatles es nie taten. Vielleicht, weil sie eine BluesBand sind und das damals schon mein Ding war? Ich denke: Die Rolling Stones machen tolle Alben, die Beatles machen tolle Songs. Wie auch immer. Justin Bieber oder Miley Cyrus? Ich kenne sie nicht, ich weiß nichts über sie und doch – ich nehme Miley Cyrus. Von welcher Musik wird Ihnen schlecht? Fahrstuhl-Musik. Aber das könnte auch am Fahrstuhl liegen. Wird Ihnen denn auch ohne Musik im Fahrstuhl schlecht? Nein. Vielleicht ist es die Kombination. Welcher Song lief, als Sie das erste Mal ein Mädchen geküsst haben? Ganz ehrlich: Ich habe absolut keine Erinnerung daran. Wie grausam sind Sie denn? Ich bin kein bisschen grausam. Was, wenn ich Ihnen nun sage, dass es ein Miley-Cyrus-Song war? Dann wüssten Sie jetzt, dass es erst vor einem Jahr war. Das wäre doch traurig, oder? Und auch eine grausame Frage von Ihnen. Ja. Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Welchen Song würden Sie denn empfehlen für einen ersten Kuss? Schauen Sie, ich bin in keiner Weise qualifiziert, das zu beantworten. Ich denke, Küssen ist ein … na ja ... nein! Ich bin nicht in der Lage, das zu beantworten.

Hugh Laurie, landläufig bekannt als Protagonist der US-Serie „Dr. House“, ist auch Blues-Musiker

Reden Sie doch einfach weiter: Küssen ist ein … Es ist sehr wichtig, dass ich das nicht beantworte. Weil es intim ist? Ja. Okay, machen wir mit intimen Dingen weiter. Hören Sie manchmal Musik, um zu weinen? Nein! Ganz im Gegenteil. Ich höre Musik, um mich aufzuheitern und nicht, um mich in Traurigkeit zu suhlen. Ich habe das vielleicht vor langer Zeit getan, als Teenager. Teenager lieben ja das Drama. Es gibt keine Musik, bei der Sie weinen müssen? Doch, zig Millionen Lieder. Eins reicht ja schon. Ach wissen Sie, ich hasse Listen. „Bei welchen zehn Liedern müssen Sie weinen?“ Ich hasse das. Ich hasse auch die iPod-Playlist, das ist schlecht fürs Gehirn. Man sollte sich nicht ständig mit seinen zehn liebsten Liedern beschallen, auch nicht mit den 50 liebsten. Singen Sie unter der Dusche? Ja. Opern oder Sinatra. Sinatra? Sinatra ist perfekte Duschmusik.

„My way“? Nein, das gerade nicht. Warum nicht? Ich weiß es nicht. Ich würde Sie so gern nach Ihrem liebsten Sinatra-Song fragen, aber ich habe das starke Gefühl, dass das zu nichts führt. Schon wieder Listen. Nein. Gut, anderes Thema. Tanzen Sie? Nur unter der Dusche. Ich habe eine große Dusche. Eine sehr große, ideal zum Tanzen. Ist zwar etwas rutschig, man braucht spezielle Schuhe, aber es geht. Aha. Nein, im Ernst. Ich tanze, wenn ich allein bin. In der Öffentlichkeit tanze ich niemals. Überhaupt denke ich, Männer sollten nicht in der Öffentlichkeit tanzen. Weil es nicht gut aussieht? Ja. Es hat mit Würde zu tun. Männer sollen an der Bar warten, bis es vorbei ist. Kennen Sie ein deutsches Lied? Nein, kenne ich nicht. Aber ich kenne auch nichts aus den britischen Charts. Und Sie sind stolz darauf? Nein, ich verteidige mich nur.

Pressefrau kommt um die Ecke, hinter der sie vorher gelauscht hatte: „Könnten Sie auch ein paar Fragen zum Album stellen?“ Träumen Sie von Musik? Tja, das ist eine gute Frage. Ja, ich träume von Musik. Leider kann ich mich an Träume nie erinnern. Da haben Sie’s, ich bin eine große Enttäuschung für Sie. Nein, gar nicht. Ich kann Sie ja auch mal was fragen, ich habe hier eine Liste! Vor ihm auf dem Tisch liegt ein gelber laminierter Zettel mit Fragen, den das Frühstücksfernsehen vergessen hat. Schauen wir mal: „Als welches Tier wollen Sie wiedergeboren werden?“ „Was würden Sie tun, wenn Sie für einen Tag ein Mann wären?“ Das haben die gefragt? Wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie ein Mann wären? Er zeigt auf den Zettel. Sehen Sie: Hier steht Mann/Frau. Er hat den Universal-Zettel für alle Interviews vergessen! Egal, anderes Thema. Hören Sie morgens andere Musik als abends? Ich denke schon. Morgens höre ich freundlichere Musik und abends langsamere, aber das passiert unbewusst, ich habe nie zuvor drüber nachgedacht.

Wann nehmen Sie Ihre Musik auf? Wissen Sie, das ist eine der Merkwürdigkeiten der Musikindustrie: Beim Fernsehen beginnt man um sechs Uhr morgens zu drehen. Musiker beginnen nicht vor zwei Uhr nachmittags, acht Stunden später. Können Sie gut mit Stille umgehen? Ich liebe Stille. Oft wollen andere Musik hören und ich wehre mich dagegen. Musik im Hintergrund ist grausam. Wenn Musik läuft, muss ich darauf hören und kriege nichts anderes mehr mit. Eine merkwürdige Frage für Sie: Wollen Sie lieber mit Ihrem Klavier oder Ihrer Gitarre beerdigt werden? Klavier! Da wird aber ein großes Loch nötig sein. Sollen sie es graben! Pressefrau (genervt): „Letzte Frage!“ Glauben Sie, Gott mag Musik? Falls es ihn gibt, meinen Sie? Ich glaube, die Existenz von Musik ist der überzeugendste Beweis für die Existenz Gottes. Es gibt keinen evolutionären Grund für Musik. Oder Witze. Witze haben auch keinen höheren Sinn. Also ja, ich denke, Gott mag Musik. Das Gespräch führten Céline Lauer und Britta Stuff

Einbrecher bei Paris Hilton schuldig gesprochen
DURCH EINEN EINBRUCH bei der

Hotelerbin Paris Hilton wollte Nathan Lee Parada reich werden – nun drohen dem Kalifornier bis zu drei Jahre Haft. Der 31-jährige Mann wurde von einer Jury in Los Angeles wegen versuchten Einbruchs schuldig gesprochen. Das berichtet die „Los Angeles Times“. Ende Juni will der Richter das Strafmaß verkünden. Im vorigen August schlug der Mann mit zwei Messern auf Hiltons Haustür ein. Anwohner alarmierten die Polizei.

Japans Friseure dürfen jetzt überall arbeiten
IN DEN JAPANISCHEN Erdbeben-

gebieten dürfen Friseure und Kosmetiker nun auch in Notunterkünften oder improvisierten Läden Haare schneiden und Dienste anbieten. Die Regierung lockerte für die schwer zerstörten Regionen im Nordosten des Landes ein Gesetz, wonach Friseure und Kosmetiker nur in registrierten Geschäften arbeiten dürfen, wie die Zeitung „Yomiuri Shimbun“ am Samstag berichtete.

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Die Letzte in der Thronfolge
Karin Vogel steht auf Platz 4973 und damit ganz am Ende der britischen Erbfolgeliste – den Job als Queen möchte sie aber ohnehin nicht haben
CÉLINE LAUER

A

ls Prinz William mit dem Goldring kämpft und Kate etwas verkrampft dazu lächelt, macht die letzte Thronfolgerin des britischen Königshauses gerade Entspannungsübungen. Mit einem Patienten allerdings, denn Karin Vogel ist Psychologin am Rostocker Südstadtklinikum. Und sie steht auf Platz 4973 der britischen Erbfolgeliste, nach Prinz Charles, Prinz William, Prinz Harry und 4969 anderen Verwandten. Sollten die alle auf einen Schlag verschwinden, läge es an der 38-Jährigen aus der Lüneburger Heide, die Geschicke des Vereinigten Königreichs zu lenken – und: Sie wäre die welterste deutsche Queen. Dieses Szenario ist, zugegeben, eher unwahrscheinlich. Aber ein Besuch in

Rostock am Tag der Tage, sieben Stunden nach der Trauung in London, ist trotzdem lohnenswert. Karin Vogel empfängt ganz volksnah auf dem Platz vor dem Rathaus und führt in ein Lokal nahe dem Neuen Markt, wo sie Spargelsuppe bestellt und – eine Tasse Earl Grey. Very British indeed. Das ist doch sicher das familiäre Erbe? Vogel winkt lachend ab. „Ich trinke sehr gerne Tee“, räumt sie ein, „und auch nur den, keinen Kaffee.“ Einen englischen Lebensstil pflege sie deshalb aber noch lange nicht. Wenn schon nicht am Tee, lässt sich der Bezug zu England zumindest aus den Stammbäumen und Geburtsurkunden ablesen. Dass ein Teil der Familie aus dem britischen Königshaus stammt, wusste sie „schon immer, auch wenn klar war, dass das nur eine ganz weitläufige Verwandtschaft ist“. Ihre Mutter Ilse ist adeliger Abstammung, die Verbin-

dung läuft über das Haus Württemberg. Prinzessin wollte Tochter Karin zwar schon als Kind nicht werden, sagt sie heute; aber der Bezug zum Buckingham Palace sei früher immer eine „nette Vorstellung“ gewesen.

Karin Vogel: Teetrinkerin zwar, aber ansonsten nicht „very British“
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Dann kamen William und Kate, und mit ihnen etliche Forscher, die den Familienbanden des englischen Königshauses bis in die letzten Winkel nachkrochen. Auf der offiziellen Website werden nur die ersten 38 Thronfolger gelistet, doch zwei amerikanische Hobby-Genealogen wollten es genauer wissen und kamen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass Karin Vogel die letzte Nachfahrin Sophies von Hannover ist – jener Prinzessin von der Pfalz, die im frühen 18. Jahrhundert beinahe Königin der Königreiche Großbritannien und Irland geworden wäre, dann aber ein paar Wochen zu früh verstarb. Ein amerikanischer Journalist machte sich auf die Suche nach der deutschen Erbin, und so erfuhr Vogel erst vor wenigen Tagen, dass sie dank Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßmutter Sophie die rote Laterne des englischen Throns innehat.

„Das ist eine extrem bequeme Position“, sagt Vogel und lacht. Um britische Belange muss sie sich bis auf Weiteres nicht sorgen. Und Platz 4973 ist ihr ohnehin lieber als, sagen wir, Platz 3854: „Es ist schließlich etwas Besonderes, ganz am Ende dieser langen, langen Reihe zu stehen.“ Auch wenn diese Sonderposition am anderen Ende der Liste wohl kaum gewürdigt wird. „Ich glaube nicht, dass das englische Königshaus auch nur eine Ahnung hat, wer ganz hinten steht“, sagt Vogel schmunzelnd. Glückwünsche zur Vermählung habe sie deshalb auch keine geschickt. Ansonsten findet die 38-Jährige für die königliche Familie nur gute Worte. Lady Diana: sehr sympathisch und volksnah. Die Queen: eine eindrucksvolle Persönlichkeit. William und Kate: ein schönes Paar. Und sollte Karin Vogel über die Party-Eskapaden von Prinz Harry „not

amused“ sein, so lächelt sie souverän darüber hinweg: „Dazu enthalte ich mich.“ Und wie lebt es sich sonst so, als 4973. Thronfolgerin? Ziemlich normal, sagt Vogel mit Augenzwinkern: „Keine Zofe, kein Kammerdiener und keine gebügelte Zeitung auf dem Silbertablett.“ Da sie in den vergangenen Monaten mit ihrem Umzug nach Rostock beschäftigt war, bekam sie vom Hochzeitsrummel nur wenig mit – auch sonst interessiert sie der Klatsch aus Adelskreisen kaum. In Großbritannien war Vogel bislang übrigens nur einmal, als Studentin, ohne Besuch im Buckingham Palace, weder als Touristin noch als Verwandte. So eine Audienz bei der Queen sei eh nichts für sie: „Das Hofprotokoll wäre mir viel zu steif.“ Und Adelsallüren sind Karin Vogel fremd – Thronfolge hin oder her: „Das ist ja nicht mein Verdienst. Das ist nur meine Abstammung.“

TIMO ROTH

22 AUS ALLER WELT
Suche Nanny, biete 90 000 $
Angelina Jolie, 35, und Brad Pitt, 47, geben im Jahr zehn Millionen Dollar für die Kinder aus. Das behauptet zumindest das amerikanische Magazin „In Touch“. Zurzeit suchen die Jolie-Pitts eine neue Nanny, sie bieten ein Jahresgehalt von 90 000 Dollar. Allein das macht schon, da jedes Kind auch eine eigene Kinderfrau hat, mindestens 900 000 Dollar im Jahr. Dafür müssen die Nannys aber neben einem Abschluss in Erziehungswissenschaften auch mindestens zwei Sprachen beherrschen und dazu die Muttersprache des Kindes. Eine Million sollen auch die Privatlehrer kosten, die die bunte Familie auf den Reisen begleiten. Natürlich fliegen alle erster Klasse und steigen nicht im Youth Hostel ab – so koste ein Familienbeisammensein im „Waldorf Astoria“ in New York mal eben 500 000 Dollar.

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1. M A I 2 011

JAN WEILER
„Mein Leben als Mensch“

Erbfolgen
Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Es ist auf keinen Fall so, dass ich etwas gegen das englische Königshaus hätte. Überhaupt nicht. Nein. Es interessiert mich nur nicht die Bohne. Mir ist die Familie Windsor völlig wumpe, latte, schnuppe, wurst. Wie überhaupt alle Monarchien dieser Welt. Ich kann die schon nicht voneinander unterscheiden, die dänischen, die holländischen oder spanischen Angehörigen diverser Königshäuser. Ich vermag nicht zu sagen, wer wo zugehört. Ich weiß wohl, dass ein bärtiger Prinz existiert, vermählt mit einer Dame, die sich bei TV-Aufnahmen die Haare angezündet hat. Wer war das noch mal? Ein Mann, dessen Name klingt wie ein Edelgas. Fällt mir nicht mehr ein. Bin ich ein Ignorant? Ja, schon. Aber die meisten Menschen kennen auch die Namen der meisten Edelgase nicht und die sind erdgeschichtlich nicht unbedeutender als die europäischen Königsfamilien. Ich würde einen echten Windsor vermutlich nicht einmal erkennen, wenn er bei Aldi vor mir an der Kasse stünde. Ich wäre ein lausiger Untertan. Von Prinz Harry weiß ich bloß, dass er mit einer Hakenkreuzbinde am Oberarm besoffen auf Fotos zu sehen war. Was für ein lustiger Lausbub, ach ja. Oder war das William? Und die beiden möchten furchtbar gerne mal in den Krieg ziehen, habe ich gelesen. Vermutlich muss für sie irgendwo ein Krieg organisiert werden. Hübsche Jungs sind sie auf jeden Fall. Nach allem, was sich auf Fotos erkennen lässt, hat sich William recht geschickt aus dem segelohrigen Erbgut seines Vaters hervorgemendelt. Sind Prinz Harry und Prinz William nicht auch mit Prinz Ernst August von Hannover verwandt? Jawoll, sind sie. Ernst August steht übrigens auf einem nicht völlig aussichtslosen 395. Rang in der Thronfolge, wurde davon aber ausgeschlossen, weil er eine Katholikin geheiratet hat, nämlich Caroline von Monaco. Sie gehört zum Geschlecht der Grimaldis und das ist im Vergleich zur englischen Königsfamilie mehr so Reihenhausadel. Echt. Habe ich mir angeguckt, als ich mal in Monaco war. Da kann man den Palast besichtigen, aber er sieht angeschrammt aus, besonders die Möbel. Alles voller Kratzer und Wasserkränze auf dem Esstisch. Entschieden eindrucksvoller gestaltet sich im Fürstentum Monaco der Besuch des ozeanografischen Museums, in welchem ein Tiefseetintenfisch ausgestellt wird, der Schuppen hat. Man taufte ihn nach dem Fürstenhaus Lepidoteuthis grimaldii, warum weiß ich nicht. Vielleicht hat Prinz Albert ja auch Schuppen, wobei: Der trägt die Haare sehr kurz, der Prinz Albert. Ernst August käme dafür eher infrage. Es ist eine schöne Sitte, dass Pflanzen und Tiere nach Adligen benannt werden. Auf diese Weise pflanzt sich ein Geschlecht leistungslos in Flora und Fauna fort und sichert den Fortbestand der Familie weit über die eigenen genealogischen Möglichkeiten hinaus. Etwas langweilig mutet dabei die Tatsache an, dass fast jedes Mitglied irgendeines Herrscherhauses einmal Namenspate für eine Rose wird. Es existiert eine, die nach Lady Diana benannt ist, und eine, die Fürst Bismarck heißt, auch eine Kaiserin Auguste-Viktoria-Rose gibt es. Das ist schön, verliert seine glamouröse Wirkung jedoch durch die gleichzeitige Existenz der HeidiKlum- und der Roy-Black-Rose. Nach Prince Charles ist immerhin eine zwar unbewohnte, aber relativ große Insel in Kanada benannt worden. Sie wurde in seinem Geburtsjahr entdeckt und beheimatet größere Bestände des Weißbürzel-Strandläufers und des Thorshühnchens. Auch der vorgestrige Bräutigam von Kate Middleton ist bereits Namensgeber. Prinz Charles hat vor zwei Jahren eine auf den Galapagosinseln gefundene Schildkröte nach seinem Sohn William getauft. Kate liegt in dieser Hinsicht noch weit hinten, kann aber in den nächsten Jahrzehnten aufholen. Nach ihr sind bisher nur eine Bluse und eine Handtasche benannt worden. Aber wie gesagt, mir ist das vollkommen: egal.

Arnold Schwarzenegger, 64, Ex-Gouverneur von Kalifornien, macht wieder die Maschine. Gerüchten zufolge sollen in Hollywood gerade die Filmrechte für die fünfte Folge der „Terminator“-Geschichte ausgehandelt werden, berichtet die britische „Daily Mail“. Vier Studios sind interessiert, der Preis von 25 Millionen Dollar wurde genannt – ohne Arnies Gage. Die Regie soll Justin Lin („Fast Five“) übernehmen. Genau vor 27 Jahren schoss sich Schwarzenegger zum ersten Mal als Kampfmaschine den Weg frei, damals führte James Cameron Regie. Allerdings gibt es, neben den Verhandlungen um die Filmrechte, noch ein Problem: Arnies Schwerpunkte haben sich verlagert. Die „Mail“ zeigte ein Foto des Ex-Governors oben ohne – mit ausgeprägtem Bauch. Zeit für ein paar Sit-ups.

Olsen & Olsen Inc.
Ashley und Mary-Kate Olsen, 24, gründeten ihre erste Firma, als sie sechs Jahre alt waren, gemeinsam mit ihrem damaligen Manager Robert Thorne. Die „Dualstars Entertainment Group“ sollte den Ruhm durch Olsen-Produkte zu Geld machen. Mit zehn Jahren verkauften die beiden ihre erste eigene Modelinie, bei Wal-Mart. Inzwischen sind sie zwar nicht groß geworden (sogar auf High Heels nicht), aber erwachsen: Mit 18 schon hatten sie die Firmenanteile ihres Managers aufgekauft, inzwischen macht Dualstar eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr. Bei ihrem Modelabel The Row aber wollen die beiden am liebsten gar nicht genannt werden – müssen sie aber, sie sind von dem Council of Fashion Designers of America als „beste Damenkollektion“ nominiert, schreibt „Newsweek“: Und das kam so: Ashley suchte das perfekte weiße T-Shirt. Sie fand es nicht. Jetzt verkaufen die Mädchen mit den treuherzigen Gesichtern selber TShirts, für 290 Dollar. Die Gegner hatten sie unterschätzt, die beiden sehen nur so unschuldig aus – sie nehmen inzwischen zehn bis zwölf Millionen im Jahr mit The Row ein. Inzwischen hat auch Michelle Obama, 47, Respekt – sie ließ sich in einem Olsen-Faltenrock fotografieren.

Der Fotograf und die Schöne
Bruce Davidson, 77, Fotograf, porträtierte Marilyn Monroe, Arthur Miller, Leonard Bernstein. Aber ein Gesicht konnte der Amerikaner nicht vergessen – das eines unbekannten Mädchens, das er in den 60er-Jahren in London porträtierte. Nun reiste Davidson wieder nach Großbritannien zu den „Sony World Photography Awards“, wo er für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Die Journalisten-Anfragen nutzte er für einen Suchaufruf. Er will die Unbekannte wiederfinden. Er hatte sie zufällig getroffen, das Mädchen hatte einen Schlafsack umgehängt und trug ein schwarz-weißes Kätzchen im Arm – er hat sein „Girl Holding Kitten“ danach nie wieder gesehen. Aber, sagt Davidson: „Ich weiß, es ist fast 50 Jahre her. Aber irgendwer da draußen muss wissen, wer sie ist.“

„Ich verdanke viel einer Kuh“
Lobsang Sangay, 42, neu gewählter Exil-Premierminister Tibets. Seine Eltern hatten eine Kuh für 500 Rupien verkauft, um seine Schulausbildung zu finanzieren

Lena und
Lena Meyer-Landrut, 20, Sängerin, soll am 10., 12. und 14. Mai ihren Sieg beim Eurovision Song Contest verteidigen. Das heißt – ab morgen gibt es bis 15. Mai täglich Contest-Content im Fernsehen. Sogar in der „Sesamstraße“ kann man Lena nicht aus dem Weg gehen; da ist sie am 8. Mai (Bert übrigens, so die Vorschau, hat sich vorher aus dem Staub gemacht, aber Lena geht unerbittlich auf die Suche). Weitaus unterhaltsamer sind die Vorbereitungen der Stadt Düsseldorf. Am Freitag wurde bekannt: Die angekündigte und auch beworbene Lichtshow auf dem „größten Fernseher der Welt“ fällt aus, berichtet die „Westdeutsche Zeitung“. Ein einfallsreicher Unternehmer hatte das Dreischeibenhaus, früher

99 Luftballons
ein Bürogebäude von Thyssen, anstrahlen wollen. Leider fehlten ihm dafür noch Lichtkünstler, Werbepartner und ein Sicherheitskonzept. Die Stadt Düsseldorf hat zudem 100 000 kostenlose Begleitheftchen zum Lena-Rummel zurückgerufen, weil auf Seite 45 ein „Aktionstag der Schwulen“ angekündigt wurde; es waren aber die Schulen. Außerdem wünschte man auf dem Titelblatt der 35 000 englischen Broschüren: „Wielcome to Düsseldorf“. Für einen Neudruck, so die Düsseldorfer Tourismus GmbH, reicht die Zeit nicht. Die Mitarbeiter wollen jetzt 65 000 schwule Aktionstage überkleben, 35 000 Mal „Wielcome“ mit schwarzem Edding-Stift überpinseln.
Lena: Ab Montag entkommt ihr keiner mehr

GETTY IMAGES / JEREMY KOST

Jetzt kommt Schwarzenegger

PA / DPA / JÖRG CARSTENSEN

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Deutschland heute
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Verbreitet sonnig, im Süden Gewitterschauer
Heute: Oft scheint die Sonne von früh bis spät, nur
örtlich bilden sich einige flache Quellwolken. Etwas mächtiger werden die Wolken über Süddeutschland, vom Schwarzwald bis nach Niederbayern entstehen einige kräftige Gewitterschauer. Die Temperaturen erreichen 14 bis 21 Grad, an der Ostsee 10 Grad.

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Migräneschüben oder Kopfschmerzen. Teils weist der Blutdruck erhöhte Werte auf. Allergiker haben es mit starkem Flug von Birkenpollen zu tun.

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SPORT
SEITE 23 *

Szenen einer Feier: Ohne Bierdusche geht es nicht (o.l.), manche können es noch nicht glauben (u.l.), selbst das Baby von Mohamed Zidan ist mit von der Partie (u.2.v.l.), Jürgen Klopp hüllt sich in die Meisterschale (M.), in gemeinsamer Anstrengung stürmen Spieler und Fans das Tor (o.r.) und Lucas Barrios empfängt seine ganz persönlichen Gratulationen von den Fans (u.r.)
DPA (3). REUTERS (2), DAPD

Dortmund im Meisterrausch
Barrios und Lewandowski schießen die Borussia zum siebten Titel. Danach wird es wild, laut, kurios – und auch ein wenig besinnlich
Dortmund Nürnberg
OLIVER MÜLLER

(2:0)

2:0

ie offizielle Party der Stadt Dortmund soll in zwei Wochen steigen, auch die Meisterschale wird erst dann überreicht. Aber wen interessierte das? Als um 17.18 Uhr die Partie zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Nürnberg abgepfiffen wurde, brachen im schwarz-gelben Tollhaus alle Dämme. Die Spieler rannten aufeinander zu, manche weinten vor Glück, dann tränkten sie sich gegenseitig in Bier, kletterten aufs Tor. Einer der großen deutschen Klubs hat sich zurückgemeldet. Borussia Dortmund ist zum siebten Mal Deutscher Meister, nach 1956, 1957, 1963, 1995, 1996 und 2002. Mit einem 2:0, dem 22. Saisonsieg, einem Vereinsrekord, brachte der BVB einen Titel unter Dach und Fach, an dessen Berechtigung nach einem Spieljahr voller begeisterndem Offensivfußball keine Zweifel bestehen. Während aus dem gesamten Land die Glückwünsche eintrudelten, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Ich kann das noch gar nicht richtig begreifen. Die Mannschaft hat diese Saison noch einmal einen Riesenschub bekommen. Ich bin völlig glücklich.“ Er war natürlich nicht der einzige. „Ich bin einfach glücklich“, bestätigte

D

Trainer Jürgen Klopp, der Meistermacher. Auch er geduscht in Bier und umarmt von seiner Frau Ulla. Ansonsten untersuchte er nach seinem ersten Titelgewinn noch die eigene Gefühlslage: „Ich dachte, es wäre euphorischer, aber das kommt vielleicht noch.“ Klopp, sonst so ein Ausbund an Leidenschaft, hielt sich dezent im Hintergrund. Und gab alle Komplimente an seine Spieler weiter. „Was die Jungs geleistet haben, ist nicht in Worte zu fassen.“ Ob die spektakulären Siege in München und Leverkusen oder die heimlichen Schlüsselspiele wie der späte Auswärtssieg in Freiburg oder der Ausgleich beim HSV vor drei Wochen in der Schlussminute – an jedem der bisher 32 Spieltage sei ihnen alles abverlangt worden. „Wir mussten jede Woche über uns hinauswachsen. 32 Mal über sich hinaus zu wachsen – das ist Wahnsinn.“ Auf dem Platz gab es derweil kein Halten mehr, und bald war auch ein Rasierer mit von der Partie. Jetzt war Kevin Großkreutz fällig. Beim Titelgewinn kommt sein Haar ab, hatte der Angreifer und Ur-Dortmunder vor Monaten gewettet, und es so lange wachsen lassen. Felipe Santana machte sich gleich an die Arbeit – das erste Ergebnis erinnerte freilich eher an Riff Raff aus der Rocky Horror Picture Show: vorne alles ab, hinten weiter lang. Ein paar Meter weiter wurde es geradezu besinnlich. Dede, der einzige Aktive, der den letzten Titel noch miterlebt hatte, rang um Worte, als er Fans und

Mitspieler dankte. Nach 13 Jahren im Verein wird er den BVB am Saisonende verlassen, er kam zuletzt kaum noch zum Zug, aber gerade die Spieler aus der eigenen Jugend wie Großkreutz oder Mario Götze, bezeichneten ihn immer wieder als große Inspiration. Dede, der während und nach der Beinahe-Pleite des Klubs 2005 auch andere Zeiten miterlebt hat, sagte: „Wir haben so viele Probleme gehabt, jetzt sind wir wieder hier. Das ist eine geile Sache.“ Schon vor Beginn der Partie hatten seine Mitspieler dem Brasilianer ihren Tribut gezollt. Die komplette Dortmunder Mannschaft lief sich in speziellen TShirts warm. „Danke für 13 Jahre echte

Liebe“, stand darauf, hinten war Dedes Nummer gedruckt, die 17. Die Ehrerbietung an den Linksverteidiger hatte einen angenehmen Nebeneffekt – sie lenkte von dem eigentlichen Thema ab: Denn natürlich war der eine oder andere auch ein bisschen nervös, wie das kurz vor einer Meisterschaft eben so ist. Doch nach zähem Beginn überbrachte Lucas Barrios in der 27. Minute eine unmissverständliche Kunde der Dortmunder Entschlossenheit, als er nach einem Pass in die Gasse so energisch dem Ball hinterher jagte, dass er Raphael Schäfer dabei am Kopf traf. Nürnbergs Torwart musste behandelt werden, Barrios sah Gelb, und fünf Minuten später sollten

sich beide wieder sehen – mit dem besseren Ende für den BVB-Angreifer. Nach einer Karambolage landete der Ball über diverse Nürnberger Verteidiger bei Götze, dessen Schuss zwar Schäfer parieren konnte, aber nach vorne prallen ließ – genau vor den Fuß von Barrios. Der Argentino-Paraguayer, bester Schütze der Meistermannschaft, schob ein zu seinem 14. Saisontor. 16.03 Uhr, zwischen Köln und Leverkusen stand es 0:0. Erstmals war der BVB virtuell Deutscher Meister. Die Mannschaft agierte nun befreiter, wobei sie entgegen häufiger Gewohnheit weniger spielerisch als durch Wucht zum 2:0 kam. 43. Minute, langer Ball aus

Köln narrt Heynckes: Weg ist der Titel
Köln Leverkusen
(0:0)

2:0

ie Bezeichnung kennen sie in Leverkusen, sie haftet ihnen ja schon seit Jahren an. Und so haben sie es gestern in Köln auch recht gelassen genommen, als sie mit „Vizekusen“ und „Ihr werdet nie Deutscher Meister“ von den Kölner Fans verabschiedet wurden. So richtig dran geglaubt hatten sie an ihre Meisterchance wohl sowieso nicht mehr. Im Vorfeld schon hatte Trainer Jupp Heynckes mit Elogen die Dortmunder

D

Saison gelobt. Dass die Seinen aber selbst die letzte theoretische Chance auf den Titel so vergeben, damit hatte er nicht gerechnet. „Wir haben für ein Derby in der ersten Halbzeit viel zu passiv gespielt“, sagte Heynckes nach dem 0:2 (0:0). Es war die erste DerbyNiederlage seit 1997. „Und wenn wir in der zweiten Halbzeit dann unsere Chancen nicht machen, dann verliert man eben so ein Derby.“ Einmal Pfosten, einmal Latte, dazu Großchancen durch Stefan Kießling und Michael Ballack waren für Leverkusen in der zweiten Hälfte zu notie-

ren. Doch die Tore machten die Kölner. „Wir hatten ein bisschen Glück und Nova“, sagte Lukas Podolski. Weil Milivoje Novakovic mit seinen Toren in der 67. und 82. Minute für die Entscheidung sorgte. „Wir sind aber noch nicht durch und müssen noch die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen“, versuchte Kölns Drei-Spiele-Trainer Volker Finke die aufkommende Euphorie zu dämpfen. Dass vor allem seine Personalie vor diesem Spiel im FCUmfeld heftig diskutiert wurde, geriet angesichts des Kölner Sieges nur noch ws zur Randnotiz.

der Verteidigung von Mats Hummels, entschlossener Einsatz von Robert Lewandowski im Luftkampf – und plötzlich stand der Pole allein vor Schäfer, der nur zögerlich aus seinem Tor kam und von Lewandowski überlupft wurde. Das Stadion tanzte und hüpfte. „Deutscher Meister wird nur der BVB“ – was in den letzten Wochen erst eine Hoffnung war, dann Glaube, wurde endlich zur Gewissheit. Spätestens, als um 16.54 Uhr der ikonische Stadionsprecher Norbert Dickel in schlichter Diktion verkündete: „Einsnull Köln“. Eine Viertelstunde später stand es am Rhein dann gar 2:0.Großkreutz fasste sich ungläubig an den Kopf, auf den Rängen wurden bengalische Feuer gezündet, und Klopp versuchte an der Seitenlinie irgendwie, die Konzentration aufrechtzuerhalten. In der 89. Minute dann der lang erwartete Wechsel: Klopp, und mit ihm das ganze Stadion klatschte Beifall, als er Dede ins Spiel brachte und Großkreutz herausnahm. Die letzte Minute brachte sogar noch eine Torchance für Dede. Dann war es vorbei. Während Mannschaft und Vereinsführung am Abend bei ihrem Stammitaliener feierten, kamen in der Stadt selbst die Autokorsos nicht mehr vom Fleck. Vor allem die Gegend um den Borsigplatz, wo der Klub vor 102 Jahren gegründet wurde, war völlig verstopft. BVB-Präsident Reinhard Rauball, der seine fußballverrückte Stadt kennt, kündigte an: „Dortmund ist ab jetzt zwei Wochen im Ausnahmezustand.“
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24 SPORT
TORJÄGER
1. Mario Gomez (München) 2. Papiss Demba Cissé (Freiburg) 3. Theofanis Gekas (Frankfurt) Milivoje Novakovic (Köln) 5. Srdjan Lacic (Kaiserslautern) Lucas Barrios (Dortmund) 7. André Schürrle (Mainz) Didier Ya Konan (Hannover) 9. Lukas Podolski (Köln) Raúl (Schalke) 24 22 16 16 14 14 13 13 12 12 32. SPIELTAG 1. (1.) Dortmund 2. (2.) Leverkusen 3. (4.) München 4. (3.) Hannover 5. (5.) Mainz 6. (6.) Nürnberg 7. (8.) Freiburg 8. (7.) Hamburg 9. (9.) Hoffenheim 10. (10.) Schalke 11. (12.) Kaiserslautern 12. (13.) Stuttgart 13. (11.) Bremen 14. (14.) Köln 15. (16.) Wolfsburg 16. (15.) Frankfurt 17. (17.) Mönchengladbach 18. (18.) St. Pauli
Champions League

**

W E LT A M S O N N TAG N R . 18

1. M A I 2 011

BUNDESLIGA
Sp. Gew. Un. Verl. Heim Auswärts Tore Pt.

SPIELTAG KOMPAKT
37 31 38 34 23 29 26 25 26 24 21 20 21 32 21 19 15 15 32:12 30:20 25:26 16:26 27:22 18:23 17:24 16:27 20:28 13:24 21:31 26:30 19:35 15:41 13:21 17:22 21:33 13:31 35 33 21 23 29 18 18 18 14 16 19 19 17 6 14 15 17 14 64:19 62:43 71:38 45:42 47:37 45:40 41:47 44:50 47:46 36:39 43:48 57:56 43:58 43:61 39:45 30:44 45:64 33:58
Absteiger

32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32

22 19 17 18 16 13 13 12 10 11 11 11 9 11 8 9 9 8

6 7 8 3 4 8 5 7 10 7 7 6 11 5 11 7 5 5

4 6 7 11 12 11 14 13 12 14 14 15 12 16 13 16 18 19

32:7 32:23 46:12 29:16 20:15 27:17 24:23 28:23 27:18 23:15 22:17 31:26 24:23 28:20 26:24 13:22 24:31 20:27

72 64 59 57 52 47 44 43 40 40 40 39 38 38 35 34 32 29

LAGE DER LIGA
JULIEN WOLFF

Dortmund als Vorbild für Bayern

D

Champions League Qualifikation

Europa League

Relegation

STATISTIK
Gelb-Rote Karten: Keine, insgesamt 24 Rote Karten: Rode (Frankfurt), insgesamt 31 Elfmeter: Kuzmanovic (Stuttgart) verwandelt Zuschauer: 441 735 in neun Spielen, Schnitt: 49 081 Meisten Zuschauer: Dortmund gegen Nürnberg, 80 720 (ausverkauft) Wenigsten Zuschauer: Mainz gegen Frankfurt, 20 300 (ausverkauft) Tore: 21, zur Halbzeit 13

NÄCHSTER SPIELTAG
33. Spieltag: 07.05., 15.30: Bremen – Dortmund, Leverkusen – Hamburg, Schalke – Mainz, Nürnberg – Hoffenheim, Frankfurt – Köln, Mönchengladbach – Freiburg, Stuttgart – Hannover, St. Pauli – München, Wolfsburg – Kaiserslautern.

ie Bundesliga hat eine romantische Ader. Spieler, Trainer und Fans sahen sich am Freitag die Hochzeit des englischen Prinzen William und seiner Kate an. Und wie Kate sagten viele in den Klubs (außer bei Verfolger Leverkusen): Ja, ich will! Ich will, dass Borussia Dortmund Deutscher

Meister wird. Weil die Mannschaft von Jürgen Klopp den besten Fußball spielt. Weil sie die jüngste ist. Weil Spieler wie Mario Götze smart und bescheiden sind. An diesem Spieltag hat sich ihr Wunsch erfüllt. Und der Titelgewinn ist so dermaßen verdient. Was Dortmund 2010/2011 ist, zeigte gestern Kevin Großkreutz: Lust pur. Lust auf Fußball. Vor dem Anpfiff stand er im Spielertunnel, schoss einen Ball gegen die Wand, kaute Kaugummi und lachte. Er sah aus wie ein Junge, der gleich mit seinem Kumpel zum Kicken auf eine Parkwiese geht. Trotz der hohen Erwartungen unbeschwert. Und das, obwohl er unter der Woche verletzt war. Vater des Erfolges ist Trainer Jürgen Klopp. Er hat bewiesen, dass er mehr als ein Motivator ist. Taktisch flexibel und in kritischen Phasen weder zu gelassen noch zu

hektisch. Klopp, der Meistermacher. Michael Zorc kommt in Lobgesängen auf die Borussia oft zu kurz. Mit der Zeit ist er ein richtig guter Manager geworden. Die Zahlen des Erfolges: Fast 80 000 Zuschauer im Schnitt, 22 Siege aus 32 Spielen, null Fehleinkäufe. Dortmund ist der Trendsetter der Liga. Hohes Tempo, viele Torschüsse und vor allem: keine Machtspiele und Alleingänge. Die Borussia ist Vorbild für den FC Bayern und den HSV, denen auch Eitelkeiten die Saison zerstörten. Ein Klub mit Charakter. Der die Spielzeit trotz Auftaktniederlage gegen Leverkusen zu einer ihrer besten machte. Leverkusens Trainer Jupp Heynckes hat die Kreativität der Dortmunder schon mit der des FC Barcelona verglichen. So weit wie die Spanier ist Dortmund nicht. Aber ein Meister braucht ja Ziele.

Bremen – Wolfsburg
D

0:1 (0:1)
Wiese 3

Kaiserslautern – St. Pauli
D

2:0 (1:0)

Dortmund – Nürnberg
D

2:0 (2:0)
D D D D

TOP DREI DES MEISTERS

Trapp 2
D D D D D D D D D D

Weidenfeller 2 Piszczek 3 Subotic 3Hummels 2 Schmelzer 2
D

D

D D D

Fritz 4 Mertesacker 3 Pasanen 4 Silvestre 5 Frings 3
D

Kirch 4 Abel 2 Rodnei 3 Jessen 3 Petsos 4
D

de Wit 4
D D

Bender 2
D D

da Silva 4
D

Wesley 5
D

Bargfrede 5
D

Marin 4 Pizarro 4 Arnautovic 5
D D

Tiffert 2
D D

Hlousek 4 Lakic 3
D

Götze 2 Lewandowski 2 Großkreutz 3 Barrios 2
D

Hoffer 4

Mandzukic 4
D D

Grafite 3
D D

Asamoah 5
D D D

Schieber 4
D D

Cicero 4
D

Diego 3
D

Polak 5
D D

Bartels 4
D D D

Takyi 3
D D D

Kruse 5
D

Mak 4
D

Ekici 3
D D D D

Eigler 4 Cohen 3
D

Josue 3
D D

Lehmann 4

Daube 5
D

Simons 4

ZWEITE LIGA
Karlsruhe – Düsseldorf Hertha BSC – 1860 München Aachen – Oberhausen Paderborn – Osnabrück Bochum – Union Berlin Frankfurt – Duisburg Ingolstadt – Aue Fürth – Bielefeld Cottbus – Augsburg 32. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. Spieltag Hertha BSC Augsburg Bochum Fürth Aue Cottbus Duisburg 1860 München Düsseldorf Aachen Union Berlin Frankfurt Ingolstadt Paderborn Karlsruhe Osnabrück Oberhausen Bielefeld Sp. 32 31 32 32 32 31 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 2:2 2:0 1:2 0:0 4:0 1:0 1:0 0:0 3:0 1:0 0:4 0:2 0:0 1:0 1:0 Mo., 20.15 Tore 65:27 54:23 43:33 42:25 38:35 59:46 49:34 47:32 45:37 56:56 33:40 41:50 39:44 28:42 42:68 38:59 28:58 25:63 Pt. 68 61 59 57 53 51 49 49 49 47 39 38 36 36 30 28 28 13

Schäfer 3 Friedrich 3 Kjaer 3 Riether 2 Benaglio 4

Gunesch 5 Eger 4 Thorandt 4 Lechner 5 Pliquett 4

Pinola 4 Wolf 3 Wollscheid 4 Judt 3 Schäfer 3

Kevin Großkreutz Anpeitscher

Nuri Sahin Vordenker Mario Götze Shootingstar

PA/DPA (6)

2
ZITAT DER WOCHE

1

Tor: 0:1 Riether (22.). Auswechslungen: Bremen: Schmidt (64.) für Bargfrede, Hunt (64.) für Wesley, Stevanovic (77.) für Frings. Wolfsburg: Madlung 4 (52.) für Polak, Hasebe (66.) für Cicero, Sanli (79.) für Diego. Schiedsrichter: Gräfe (Berlin). Zuschauer: 40 000 (ausverkauft).

Tore: 1:0 Tiffert (29.), 2:0 Abel (68.). Auswechslungen: Kaiserslautern: Nemec (70.) für Hoffer, Moravek (76.) für de Wit, Bugera (86.) für Tiffert. St. Pauli: Ebbers (72.) für Gunesch, Naki (72.) für Daube, Bruns (85.) für Takyi. Schiedsrichter: Perl (Pullach). Zuschauer: 49 780 (ausverkauft).

Tore: 1:0 Barrios (32.), 2:0 Lewandowski (43.). Auswechslungen: Dortmund: Blaszczykowski (78.) für Lewandowski, Santana (83.) für da Silva, Dede (89.) für Großkreutz. Nürnberg: Gündogan 3 (46.) für Mak, Hegeler (71.) für Schieber, Plattenhardt (71.) für Pinola. Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart). Zuschauer: 80 720 (ausverkauft).

3
ZAHL DER WOCHE

Hamburg – Freiburg
D

0:2 (0:1)
Rost 3
D D D D

Mainz – Frankfurt
D

3:0 (3:0)
Wetklo 4
D D D D D

Hoffenheim – Stuttgart
D

1:2 (1:0)
Starke 3
D D D

D

D

D

D

DAPD / TORSTEN SILZ

Aue – Hertha BSC Duisburg – Paderborn Union Berlin – Cottbus Bielefeld – Karlsruhe Oberhausen – Fürth Düsseldorf – Aachen Augsburg – Frankfurt Osnabrück – Bochum 1860 München – Ingolstadt

08.05. 08.05. 08.05. 08.05. 08.05. 08.05. 08.05. 08.05. 08.05.

„Das ist in der Nähe eines Märchens. Und der emotionalste Tag in meinem Leben.“
Dortmunds Präsident und Liga-Chef Reinhard Rauball über den Gewinn der Meisterschaft

Diekmeier 4 Benjamin 5Westermann 5 Aogo 5

Bungert 3 Svensson 4 Kirchhoff 4 Fuchs 3 Polanski 3
D

Beck 3 Vorsah 5 Compper 5 Braafheid 4
D

12
Bundesliga-Mannschaften sind vor Borussia Dortmund bereits am 32. Spieltag oder früher Deutscher Meister geworden. Am häufigsten gelang das dem FC Bayern. Die Münchner hatten allein zwei Mal (1 972/73 und 2002/03) bereits nach 30 Partien den Titel sicher und konnten insgesamt neun Mal spätestens am 32. Spieltag die Meisterschaft feiern. Zuletzt war es Werder Bremen in der Saison 2003 /04 gelungen.

Jarolim 4 Ben-Hatira 6 D Ze Roberto 4
D D D

D

Soto 2
D D

Firmino 4
D

D

Elia 6

Holtby 3

Ivanschitz 2
D

Schürrle 2

Rudy 2 Mlapa 2

Alaba 4
D D Sigurdsson 4

Guerrero 5
D

Son 5

Heller 3
D

Babel 4
D D D

Cisse 2
D D D D D D

Gekas 5
D

Cacau 2
D

D

Putsila 3 Rosenthal 4 Makiadi 3 Nicu 3 Schuster 3
D D D D D

Altintop 6
D D

Meier 5
D

Okazaki 4
D

Harnik 3
D

Ochs 4
D D D D

Hajnal 4 Kuzmanovic 4
D

Schwegler 6
D D

Clark -

Träsch 3
D D

Butscher 3 Toprak 3 Krmas 3 Mujdza 3 Baumann 2

Köhler 6 Russ 5 Rode 6 Jung 6 Fährmann 4

Boka 4 Niedermeier 4 Tasci 5 Boulahrouz 3 Ulreich 4

Bereits berücksichtigt: Zwei Punkte Abzug für 1860 München wegen unzureichender Informationen im Lizenzierungsverfahren.

DRITTE LIGA
Babelsberg – Dresden Unterhaching – Saarbrücken Offenbach – Jena Braunschweig – Stuttgart II Aalen – Ahlen Erfurt – Regensburg Rostock – Wiesbaden Koblenz – München II Bremen II – Sandhausen Burghausen – Heidenheim 36. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. Spieltag Braunschweig Rostock Dresden Erfurt Wiesbaden Offenbach Saarbrücken Koblenz Heidenheim Regensburg Stuttgart II Babelsberg Sandhausen Unterhaching Jena Aalen Burghausen Ahlen Bremen II München II Sp. 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 36 1:1 0:2 0:2 2:1 3:0 0:1 3:1 1:3 1:1 2:2 Tore 75:20 66:34 50:35 59:41 50:38 49:40 54:47 38:43 57:53 31:39 44:45 38:44 43:46 39:51 39:57 39:50 43:60 41:64 31:52 26:53 0:0 0:1 0:0 0:0 1:0 0:0 2:1 0:1 1:1 0:0 Pt. 81 74 59 58 58 57 53 49 48 48 47 45 44 44 43 40 37 36 33 27

HEUTE VOR ACHT JAHREN UND 362 TAGEN

Tore: 0:1 Cisse (16.)., 0:2 Cisse (88.). Auswechslungen: Hamburg: Pitroipa 3 (55.) für Ben-Hatira, Trochowski (79.) für Jarolim. Freiburg: Williams 3 (30.) für Butscher, Caligiuri (74.) Nicu, Reisinger (83.) für Makiadi. Schiedsrichter: Winkmann (Kerken). Zuschauer: 52 985.

Tore: 1:0 Ivanschitz (26.), 2:0 Soto (38.), 3:0 Soto (45.). Auswechslungen: Mainz: Fathi 4 (58.) für Fuchs, Allagui (68.) für Heller, Risse (76.) für Ivanschitz. Frankfurt: Fenin 3 (21.) für Clark, Caio 4 (60.) für Meier. Schiedsrichter: Stark (Ergolding). Zuschauer: 20 300 (ausverkauft).

Tore: 1:0 Mlapa (13.), 1:1 Cacau (63.), 1:2 Kuzmanovic (68./Elfmeter). Auswechslungen: Hoffenheim: Ibertsberger (64.) für Firmino, Ibisevic (79.) für Beck. Stuttgart: Pogrebnyak 3 (59.) für Okazaki, Gentner (84.) für Hajnal, Delpierre (90.) für Cacau. Schiedsrichter: Brych (München). Zuschauer: 30 150 (ausverkauft).

Köln – Leverkusen
D

2:0 (0:0)
Rensing 1

Hannover – Mönchengladbach
D

0:1 (0:0)
D D D D

München – Schalke
D

4:1 (3:1)
Butt 3
D D D D D

Zieler 2
D D D D D D D D D D D

D

D D

D

Brecko 3 Geromel 2 Mohamad 3 Eichner 3 Pezzoni 4
D D

Cherundolo 3 Haggui 3 Pogatetz 4 Schulz 4 Pinto 5 Schmiedebach 4 Schlaudraff 3
D

Lahm 2 van Buyten 3 Badstuber 4 Contento 3 Timoschtschuk 2 Schweinsteiger 2 Robben 2 Müller 1
D

Petit 3 Podolski 4

Chihi 3

Jajalo 3
D

Rausch 3
D

Ribery 2

Novakovic 2
D

Ya Konan 5 Abdellaoue 3
D D

Gomez 2
D D

Kießling 4
D
PA/SVEN SIMON

Idrissou 4
D D

Hanke 3
D

Raul 5

D

D

Castro 4
D D

Augusto 2
D

Sam 5
D D D

Arango 4
D D

Reus 1 Nordtveit 3
D D D D

Jurado 4
D

Farfan 3
D D

Bender 3
D D

Ballack 3

Neustädter 3
D

Matip 5
D

Annan 5
D D

Kluge 4
D

Kadlec 4 Hyypiä 3 Schwaab 3 Vidal 3 Adler 4

Daems 2 Brouwers 3 Stranzl 4 Jantschke 3 ter Stegen 2

Sarpei 6 Metzelder 5 Papadopoulos 5 Uchida 4 Neuer 3

Ewerthon schießt das Tor zum letzten Titel
68 600 Fans im Stadion und Zehntausende auf den Straßen fieberten in Dortmund am 4. Mai 2002 dem sechsten Meistertitel der Borussia entgegen. Der BVB hatte am vorletzten Spieltag Leverkusen von Tabellenplatz eins verdrängt und lag vor der letzten Partie gegen Werder Bremen mit einem Punkt vor Bayer. Leverkusen spielte parallel gegen Hertha BSC und führte nach 52 Minuten 2:0. Da stand es in Dortmund 1:1, zu diesem Zeitpunkt war also Bayer Meister. Doch in der 74. Minute erzielte Ewerthon das Siegtor. Bayer gewann gegen Hertha 2:1, blieb aber dem Image „Vizekusen“ treu. In Dortmund dagegen war der Jubel grenzenlos. Jürgen Kohler (Foto) und seine Kollegen feierten bis in die Morgenstunden. Ihr Trainer war damals Matthias Sammer, heute Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes.
+

Aalen – Stuttgart II Jena – Braunschweig Heidenheim – Offenbach Dresden – Burghausen Saarbrücken – Babelsberg Sandhausen – Unterhaching München II – Bremen II Wiesbaden – Koblenz Regensburg – Rostock Ahlen – Erfurt

07.05. 07.05. 07.05. 07.05. 07.05. 07.05. 07.05. 07.05. 07.05. 07.05.

Bereits berücksichtigt: Drei Punkte Abzug für Rot Weiss Ahlen wegen Verstößen im Rahmen des wirtschaftlichen Zulassungsverfahrens.

Tore: 1:0 Novakovic (67.), 2:0 Novakovic (82.). Auswechslungen: Köln: Freis (79.) für Chihi, Matuschyk (85.) für Pezzoni, McKenna (87.) für Petit. Leverkusen: Barnetta (70.) für Sam, Derdiyok (70.) für Castro, Rolfes (77.) für Bender. Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach). Zuschauer: 50 000 (ausverkauft).
D Heimmannschaft D Gastmannschaft

Tor: 0:1 Reus (76.). Auswechslungen: Hannover: Stoppelkamp (77.) für Schlaudraff, Forssell (87.) für Rausch. Mönchengladbach: Matmour (71.) für Hanke, Marx (87.) für Reus, Schachten (90.) für Arango. Schiedsrichter: Fritz (Korb). Zuschauer: 48 800.

Tor: 1:0 Robben (6.), 1:1 Badstuber (8., Eigentor), 2:1 Müller (13.), 3:1 Gomez (19.), 4:1 Müller (84.). Auswechslungen: München: Ottl (71.) für Contento, Klose (83.) für Gomez, Kroos (85.) für Müller. Schalke: Baumjohann 4 (46.) für Sarpei, Edu 4 (46.) für Raul, Escudero (79.) für Matip. Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen). Zuschauer: 69 000 (ausverkauft).

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SPORT 25

Die Liga verneigt sich vor Dortmund
„Kompliment und Gratulation an Borussia Dortmund – die haben eine außergewöhnliche Saison gespielt. Sie sind kaum in die Bredouille gekommen. Es gab selten eine Meisterschaft, die so dominant war“
Michael Ballack, Bayer Leverkusen

N N SIMO PA/SVE

„Dortmund war die beste Mannschaft in dieser Saison und deshalb verdienter Meister. Man kann ihnen nur gratulieren“
Tim Wiese, Werder Bremen

„Ich selbst hatte mal ein schönes Jahr beim BVB und kann mir vorstellen, was nun in der Stadt los sein wird. Ganz besonders freue ich mich für meinen Kumpel Dede. Einen schöneren Abschied nach 13 Jahren Dortmund hätte ich mir für ihn nicht vorstellen können“
Mladen Petric, Hamburger SV

„Es freut mich, dass nicht nur die Mannschaft mit dem größten spielerischen Potenzial, sondern auch die mit der größten Portion Leidenschaft Deutscher Meister geworden ist. Dass der BVB diese Leistung mit so vielen jungen Spielern geschafft hat, macht das Ganze noch attraktiver“
Helmut Schulte, Sportchef FC St. Pauli

PA/DPA/CARMEN JASPERSEN

Ioannis Amanatidis, Eintracht Frankfurt:

„Die Dortmunder haben aus der Not eine Tugend gemacht. Sie haben mit vielen jungen Spielern gespielt, die sich unter Trainer Klopp hervorragend entwickelt haben. Sie haben – mit großem Abstand zu allen anderen – eine überragende Saison gespielt und sind verdient Meister geworden. Herzlichen Glückwunsch“
Stefan Kuntz, Klubchef 1. FC Kaiserslautern

PA/AUGENKLICK/HANSJÜRGEN BRITSCH

„In den vergangenen Jahren hat kaum eine Mannschaft die Bundesliga so dominiert wie Borussia Dortmund. Zuletzt war es Bayern München 2001, als der Klub die Champions League gewonnen hat. Aber da hatten sie eine sehr erfahrene Mannschaft. Dortmund hat dagegen ein sehr junges Team, deswegen ist es umso bemerkenswerter. Der Titelgewinn ist hoch verdient“

„Ich kann Borussia Dortmund nur gratulieren, weil sie mit einer jungen Mannschaft eindrucksvoll und konstant am oberen Limit gespielt haben. Darüber freue ich mich wirklich. Chapeau, klasse gemacht. Das war ein guter Job, den Spieler, das Trainerteam und das Management gemacht haben. Und es sieht danach aus, dass es ein langfristiger Erfolg sein wird“
Jörg Schmadtke, Manager Hannover 96

„Kloppo finde ich geil. Es freut mich sehr für ihn. Es gab selten einen Meister, der es so verdient hat. Dortmund hat in dieser Saison einen atemberaubenden Fußball gespielt. Das Konstrukt Watzke, Klopp, Zorc hat viel Positives bewegt und möglich gemacht. Die Mannschaft hat fantastischen Fußball gespielt und auch das begeisterungsfähige Publikum hat seinen Teil zum verdienten Titelgewinn beigetragen“
Bruno Labbadia, Trainer VfB Stuttgart

Dietmar Hopp, Geldgeber TSG Hoffenheim

„Da muss man einfach sagen: Chapeau! Borussia Dortmund ist eine Mannschaft, die unheimlich viel Power hat und im Ausdauerbereich extrem stark ist. Sie spielt klasse Direktfußball mit wenigen Ballkontakten aller Spieler, und dann das Stadion mit den Zuschauern im Rücken – diese Kombination macht’s einfach aus. Das ist mit Abstand die beste Mannschaft über die ganze Saison gewesen. Wenn ich einen Hut auf dem Kopf hätte, ich würde ihn ziehen“
Heiko Butscher, SC Freiburg
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Harald Strutz, Präsident FSV Mainz

Lucien Favre, Trainer Bor. Mönchengladbach

„Über 32 Spieltage gesehen haben die Dortmunder am konstantesten gespielt und begeisternden Fußball geboten. Vor allem wie sie damit umgegangen sind, als am Ende Nervosität von außen an sie herangetragen wurde, wie sie diesem Druck standgehalten haben, zeigt ihre Qualität“
Dieter Hecking, Trainer 1. FC Nürnberg

BONGARTS/GETTY/ALEXANDER HASSENSTEIN

„Dass Kloppo Deutscher Meister geworden ist, ist natürlich auch für uns eine tolle Sache. Er hat den Titel verdient. Er ist in Mainz groß geworden und wird diesen Verein nie vergessen. Das ist alles eine gewachsene Verbindung, es spielen ja auch vier ehemalige Mainzer beim BVB. Da muss man sich fragen, ob das alles Zufall ist“

„Meine Gratulation an Borussia Dortmund und Trainer Jürgen Klopp. Ich weiß, wie er arbeitet, und habe das in den vergangenen drei Jahren genau beobachtet. Dortmund hat die beste Abwehr, den besten Sturm und spielt fantastischen Fußball. Darauf hat Jürgen Klopp hingearbeitet“

BONGARTS/STUART FRANKLIN

„Ich gratuliere dem BVB. Man muss sich nur die Statistik anschauen, dann weiß man, dass dieser Titel verdient ist. Dortmund hat fast jeden Gegner beherrscht und teilweise überragend gespielt. Darum ist es auch verdient, dass die Meisterschaft schon frühzeitig feststeht“
Felix Magath, Trainer VfL Wolfsburg

„Herzliche Glückwünsche nach Dortmund. Sie haben eine fantastische Saison gespielt. Sie sind ein würdiger Nachfolger von Bayern München“
Karl-Heinz Rummenigge, Klubchef FC Bayern

nicolas rieussec timewriter.
Ein Tribut an den Erfinder des Chronographen. Monopusher er Chronograph, Manufakturkaliber mit automatischem Aufzug. 60-Sekunden- und 30-Minuten-Zähler mittels Drehscheiben und feststehenden Zeigern. 72 Stunden r Gangautonomie. Hergestellt in der Montblanc-Manufaktur in Le Locle, Schweiz.

„Borussia Dortmund fährt die Ernte einer konzeptionellen Vorarbeit ein, die gemeinsam mit Jürgen Klopp und einer jungen Mannschaft drei Jahre lang kontinuierlich aufgebaut und umgesetzt wurde. Das Beispiel Dortmund zeigt, wie Erfolg durch Vorausschau und planerisches Handeln auch vorbereitet werden kann“
Volker Finke, Sportdirektor 1. FC Köln

„Die ganze Liga kann Dortmund nur ihren Respekt aussprechen. Klopp hat in drei Jahren aus Startbedingungen, die woanders gewiss nicht schlechter waren, eine Spitzenmannschaft geformt, die attraktiven Fußball spielt“
Ralf Rangnick, Trainer Schalke 04
+

PA/DPA/ULI DECK

„Meinen ganz herzlichen Glückwunsch an den Deutschen Meister. Der BVB hat in einer souveränen Art und Weise die Meisterschaft gewonnnen. Am meisten hat mir imponiert, dass die entscheidenden Auswärtsspiele bei den Mitfavoriten überlegen gewonnen wurden. Dies mit einer blutjungen Mannschaft, die durch ihren außergewöhnlichen Trainer zu ungeahnten Leistungen geführt wurde. Alles Gute für die Champions League“

26 SPORT

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SPORT 27

„Bayern? Neuer kann überall spielen“
Trainer Rangnick will den Verkaufspreis für seinen Startorwart nicht senken und plant auf Schalke einen großen Umbruch

T

Mit bereits 52 Treffern in dieser Saison bricht der kleine Argentinier alle Rekorde Dabei kann er noch viel mehr. „Er ist in allem der Beste“, sagt Barcelonas Trainer Guardiola.

T

Angenommen Sie verkaufen – dürfen Sie den Erlös in neue Spieler stecken? Ich gehe schon davon aus, dass wir wieder ausgeben dürfen, was wir einnehmen würden. Zumal ja auch die Einnahmen aus dem Viertelfinalsieg in der Champions League gegen Inter Mailand bestimmt nicht eingeplant waren. Erst muss verkauft werden. Sie haben viele Spieler von Magath geerbt. Wenn der jetzige Kader auch nur halbwegs komplett ist, haben wir mehr als
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WELT AM SONNTAG: Herr Rangnick, unter der Woche gab es in Köln den zwölften Trainerwechsel in der Liga. Ein Rekord. RALF RANGNICK: Eine Saison wie diese gab es lange nicht mehr. Die Bundesliga ist ungewöhnlich verlaufen, viele Spitzenklubs blieben hinter den Erwartungen, ich würde die höhere Quote damit erklären. Es gab aber auch Trainerwechsel wie der aktuelle Fall in Köln und auch meine Trennung in Hoffenheim, die nichts mit der sportlichen Situation zu tun hatten. In Köln drohten Fans dem Trainer und den Spielern. Steigt der Einfluss der Anhänger? Die Fans reagieren sensibel und emotional auf Beschlüsse der Vereinsführung. Insofern wird es wichtiger, dass Personalentscheidungen des Managements auch für die Basis bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar bleiben. Ihr Vorgänger Felix Magath wurde entlassen, weil er die Fans nicht ausreichend eingebunden hatte. War das Kriterium Fannähe Bestandteil Ihrer Vertragsverhandlungen? Nein, denn ich war ja schon mal Trainer auf Schalke. Und ich weiß, was die Fans hier erwarten. Was denn? Im März trat Ralf Bereitschaft, Wille und LeiRangnick, 52, als denschaft sind in dieser ReNachfolger von gion nach wie vor besonFelix Magath seine ders gefordert. Es gibt hier zweite Amtszeit bei nach wie vor Menschen, die Schalke an ihren letzten Euro hergeben, um sich ein Trikot kaufen zu können. Das mag woanders längst ein Mythos sein, hier ist es wirklich noch so. Diese Fans können erwarten, dass die Spieler alles geben. Noch besser ist es, wenn sie auch ein gutes Spiel sehen.

Wie gehen Sie nun das eigentlich aussichtslose Rückspiel an? Die Wahrscheinlichkeit weiter zu kommen, ist gering. Dennoch ist es ein wichtiges Spiel, in dem wir beweisen wollen, was wir aus dem Hinspiel gelernt haben. Wir wollen uns als würdige Vertreter der Bundesliga beweisen, und wir müssen uns nicht kleiner machen als wir sind. Ich denke, Real Madrid hat sich im zweiten Halbfinale gegen Barcelona schlechter verkauft als wir gegen Manchester. Dennoch bleibt die Frage: Wie viel Klasse steckt derzeit in Schalke? Es gab in den Pokalen Ausreißer nach oben und in der Bundesliga immer wieder Ausreißer nach unten. Wir stehen dort auf Rang zehn. Ich halte diese Tabelle für das ehrlichste Barometer. Und jetzt geht mit Neuer wahrscheinlich auch noch der beste Mann. Haben Sie mit ihm schon persönlich über seine Zukunft gesprochen? Mehr als nur einmal. Ich kenne seine Sichtweise und habe ihm meine vermittelt. Aber bei einem Transfer müssen sich drei Parteien einigen. Und wir geben Manuel nur ab, wenn unsere Vorstellungen erfüllt werden. Er dürfte sich mit seiner Weltklasseleistung gegen Manchester nicht billiger gemacht haben. Das sehe ich genauso. Aus München hieß es ja zuletzt, man werde dort keine Mondpreise zahlen, und Schalke müsse sich bewegen. Warum muss sich ein Verein bewegen, der einen Spieler hat und ihn gerne behalten will? Mir persönlich wäre es am liebsten, wenn Manuel noch eine Saison bei uns spielt. Und ein Wechsel muss ja nicht zwingend zu den Bayern erfolgen, oder? Ich habe mit Manuel auch darüber gesprochen. Nach seiner Leistung vom Dienstag kann ich mir nicht vorstellen, dass es irgendwo einen Topverein gibt, der einen Torwart sucht und dabei

Wie viele Spieler sollen es denn sein? Wenn jede Position qualitativ gut doppelt besetzt ist, reden wir über 20 Feldspieler. Dann nehmen wir noch ein oder zwei Nachwuchstalente dazu. Das ist ausreichend. Ob uns dieser Umbruch in einer Transferperiode gelingt, bleibt abzuwarten. Es gibt ja Verträge, die wir respektieren müssen. Ich darf das als Schalketrainer ja eigentlich gar nicht sagen: Aber schauen Sie sich den Kader von Borussia Dortmund an. Ich wage mal die Behauptung, die Borussia hat

Können Sie aufbauen, was Jürgen Klopp in Dortmund geschafft hat? Ihr Arbeitsstil ist ja durchaus ähnlich. Die ganze Liga kann Dortmund nur ihren Respekt aussprechen. Klopp hat in drei Jahren aus Startbedingungen, die woanders gewiss nicht schlechter waren, eine Spitzenmannschaft geformt, die attraktiven Fußball spielt. Jetzt aber über eine Meisterschaft mit Schalke zu sprechen, macht keinen Sinn. Wir müssen zunächst versuchen, eine Mannschaft zu formen, die dauerhaft in der Bundesliga erfolgreich sein kann. Das Gespräch führte Sven Flohr will Schalke im Rückspiel gegen W So Manchester angreifen: welt.de/cl-schalke

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an hat von Lionel Messi schon die wundersamsten Dinge gesehen. Er war 17, als er mit einem graziösen Lupfer sein erstes Ligator erzielte. 19, als er das „Tor des Jahrhunderts“ seines Landsmanns Diego Maradona kopierte, ein Solo von der Mittellinie gegen fünf Verteidiger samt Torwart. 21, als er, „la pulga“, der 1,69 Meter große „Floh“, gegen die Hünen von Manchester United mit einem Kopfballtreffer den ChampionsLeague-Titel gewann. 22, als er im selben Wettbewerb dem FC Arsenal vier Tore in einem Spiel mitgab. Eigentlich hat

Während in Spanien die Feindseligkeiten eskalieren, verteidigt Lionel Messi seine Wahrheit: Die des Fußballs

man von Lionel Messi, 23, schon alles gesehen. Und dann kommt doch immer wieder noch etwas Neues. Sein jüngstes Meisterwerk datiert vom Mittwoch. Im Champions-League-Hin-

spiel seines FC Barcelona bei Real Madrid gelang ihm etwas, das den Einfluss eines Individuums auf ein Mannschaftsspiel normalerweise um Längen übersteigt. Aus einem der hässlichsten FußANZEIGE

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ring: enheim k c o H em art. 11 auf d 0 2 kten St n e o f r is e a p S n DTM eine g ist innt die ahrern F g . Spannun e d b n i u a ue Saison s M e n . m e rt oder 1 in a O e e r Am s, T – live vo s geht in n a s p a n a ro F F u r E t e d ft h g cha nsc terstützun -Meisters auf die Un renwagen Audi wü
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ballspiele der jüngeren Zeit machte er mit seinen beiden Toren, das zweite davon ein sagenhafter Alleingang gegen vier Verteidiger, noch eine erinnerungswürdige Nacht. Aus einem nutzlosen Ärgernis ein Monument der Schönheit. 52 Treffer hat er diese Saison jetzt erzielt. 52 Treffer in 50 Spielen, auf jede erdenkliche Art. Das 1:0 in Madrid, als er eine Flanke von Ibrahim Afellay über die Linie drückte, war das Ergebnis von Instinkt und Laufweg, den Tugenden eines klassischen Mittelstürmers. Das 2:0, das Opus eines Dribblers, der mit Tempo und Haken Räume eröffnet, die es nur für ihn gibt. Daneben hatte er in der ersten Halbzeit einen Traumpass auf Xavi gespielt – lange der einzige interessante Moment der Partie – und sich immer wieder tief im Mittelfeld die Bälle selbst geholt. Neben seinen 52 Toren kommt er diese Saison bereits auf 27 Torvorlagen. Messi ist Siebener, Achter, Neuner, Zehner, Elfer – und „in allem der Beste“, wie sein Trainer Pep Guardiola sagt. Mehr Tatsachenbehauptung geht kaum im subjektiven Fußballgeschäft – und dennoch gibt es vor allem in Madrid immer noch Beobachter, die Messis Ausnahmestellung anzweifeln und geradezu verzweifelt versuchen, den Real-Heros Cristiano Ronaldo auf eine Stufe mit dem kleinen Argentinier zu stellen. Symptom dafür, von wie viel Neid, Rechthaberei und Verbissenheit das große Duell des spanischen Fußballs inzwischen zerfressen ist. Von einer „Mourinhoisierung“ des Konflikts schreibt die Zeitung „As“ und schiebt die Schuld damit nicht zu Unrecht in Richtung des zunehmend wahnsinnigen Real-Trainers. Andererseits war sie sich selbst – wie viele iberische Medien – im Januar nicht zu schade dafür, Messis erneute Wahl zum Weltfußballer des Jahres (vor den spanischen WM-Helden Xavi und Iniesta) allen Ernstes mit einer Verschwörung des Weltverbands Fifa zu begründen. Wer die Vergleiche zwischen den Cracks des Fußballs liebt und halbwegs neutral an die Sache herangeht, stellt sich demgegenüber andere Fragen: Wie verhält sich Messi zu Diego Maradona und Pelé? Kann er der Größte der Geschichte werden? Ist er es vielleicht so-

gar schon? Osvaldo Ardiles, argentinischer Weltmeister von 1978, sagte vor Kurzem: „Ich habe mit Diego zusammen gespielt, er war wundervoll, der Beste und mein Freund. Aber tut mir leid, Diego: Messi ist sogar noch besser.“ Der Messi, das wird mal einer: In Barcelona waren sie sich darüber im Klaren, sobald er mit 13, frisch aus Argentinien verpflichtet, seine ersten Trainingseindrücke hinterlassen hatte. Jugendtrainer Tito Vilanova, heute Assistent von Guardiola, sagte zu seinen Kollegen: „Wir haben hier den besten Spieler, den wir je gesehen haben.“ Als sie ihn mit 16 an Frank Rijkaard, damals Trainer der ersten Mannschaft, übergaben, sagten sie dem Niederländer: „Den kannst du überall hinstellen.“ Wegen seiner einmaligen Wendigkeit stellte ihn Rijkaard zunächst auf den Flügel. Früh fiel auf, was auch bei seinem Solo am Mittwoch im Estadio Santiago Bernabéu zu begutachten war: Messis Körperschwerpunkt ist so tief, seine Grundschnelligkeit so enorm, seine Drehungen so unvorhersehbar, dass er nicht durch Fouls zu bremsen ist. Nicht, weil sie ihn nicht foulen wollen. Weil sie es häufig einfach nicht schaffen. 2008 übernahmen Guardiola und Vilanova; langsam führten sie Messi weg

PFLICHTSPIELTORE VON LIONEL MESSI
Saison Liga Champions League Pokal Supercup Klub-WM 2008/09 23 9 2009/10 34 8 2010/11 31 11

6 -

1 2 2

7 3 -

Gesamt

38

47

52+?

vom Flügel, an die Rolle heran, die er schon in den Jugendteams ausgefüllt hatte – in der Mitte des Spiels. Seine genaue Anordnung ist dabei von Partie zu Partie unterschiedlich und damit die größte strategische Waffe von Guardiola. Er hat seinen Star schon als Mittelstürmer aufgeboten und als tief sitzenden Spielmacher. Am Mittwoch überraschte er Madrid, indem er Messi und den wuchtigen Abräumer Seydou Keita immer wieder die Position tauschen ließ. „Was Messi leistet, ist eine Ungeheuerlichkeit“, sagte der Trainer nach dessen Toren 178 und 179 für den Klub und erinnerte an die historische Dimension. „Mit 23 ist er der drittbeste Torschütze des FC Barcelona, eines Klubs mit über 100-jähriger Geschichte.“ Bei 235 Treffern steht der Vereinsrekord, dass Messi ihn in nicht allzu ferner Zukunft überbieten wird, könnten nur schwere Verletzungen verhindern. Die Rekorde, die in seinem Alter realistisch sind, gehören ihm sowieso schon. 50 Tore in einer Saison hatte in Spanien, der Fußball-Heimat von Alfredo Di Stéfano, Ferenc Puskas, Hugo Sánchez, Ronaldo und Raúl, noch nie ein Spieler erzielt. Dazu wird Messi dieses Jahr aller Voraussicht nach als erster Spieler zum dritten Mal in Folge bester Torjäger der Champions League werden – und en passant vielleicht gleich auch den Saisonrekord von Ruud van Nistelrooy (12 Treffer) überbieten. Seine Konstanz ist ebenso atemberaubend wie die Fähigkeit, in den großen Matches da zu sein. Auf dem Platz. Während sich die Feindseligkeiten zwischen Madrid und Barcelona dermaßen hochschaukeln, dass die Nationalspieler Ramos (Madrid) und Piqué (Barcelona) ihre Twitter-Freundschaft gekündigt haben und Auswahltrainer Vicente del Bosque um künftige Erfolge fürchtet, während auf Mourinho nach seiner jüngsten Bunkerrede („Die Welt ekelt mich manchmal an“) wohl eine Sperre von vier Partien wartet, sagt Messi nichts und verteidigt seine eigene Wahrheit. Die des Fußballs. Rückspiel am Dienstag in W Das Barcelona im Live-Ticker: welt.de/live

München auf einmal wie entfesselt
WM-Torschützenkönig Müller krönt seine gute Leistung mit zwei Toren
München Schalke
(3:1)

PA/DEFODI

4:1

as Ticket für die Königsklasse hat der FC Bayern zwar auch als Tabellendritter noch nicht sicher. Aber die Chancen, in der kommenden Saison nicht in die europäische Fußballprovinz reisen zu müssen, sind zumindest wieder gestiegen. Nach einem 4:1 (3:1) gegen Schalke 04 haben die Münchner Hannover 96 wieder von Platz drei verdrängt. Dadurch wäre der deutsche Rekordmeister berechtigt, im Sommer an der Qualifikation für die Champions League teilzunehmen. „Die Mannschaft hat in den ersten 35 Minuten hervorragend gespielt“, sagte Bayerns Trainer Andries Jonker. „Wir waren von Anfang total bissig“, sagte der zweifache Torschütze Thomas Müller, „aber es ist schon enttäuschend, wenn man sieht, was wir am Ende aus dieser Saison gemacht haben.“ Mit Spannung war der Empfang von Schalkes Torhüter Manuel Neuer erwartet worden. Und er fiel erneut so feindselig aus, wie am 2. März beim Pokalspiel der Schalker in München. Die Stimmung passte ins Bild, das der FC Bayern unter der Woche abgegeben hatte. Da hatte erst Arjen Robben indirekt Kapitän Philipp Lahm kritisiert, ehe Bastian Schweinsteiger auf einer Pressekonferenz einen Journalisten verbal attackierte. Am Ende sahen sich die Verant-

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wortlichen sogar dazu veranlasst, den Anhang zu mehr Fairness und Respekt aufzufordern. Selbst die Fangnetze hinter den Toren wurden wieder befestigt, nachdem zuletzt Gegenstände auf das Spielfeld geworfen wurden. So rasant, wie es verbal zugegangen war, ging es dann aber auch auf dem Platz zur Sache. Von der ersten Minute war Power in der Partie. Vor allem die Bayern machten Druck. Es waren gerade mal sechs Minuten gespielt, da stand es

Franck Ribery und Bastian Schweinsteiger (r.) herzen Torschütze Thomas Müller

1:0. Nach einem Fehler von Anthony Annan bediente Müller Arjen Robben, der aus zehn Metern traf. Doch der Jubel hielt nur zwei Minuten, denn da bugsierte Holger Badstuber eine Flanke von Jefferson Farfan ins eigene Tor (8.). Wer dachte, dass die Bayern nun wieder einbrechen würden, sah sich getäuscht. Sie setzten sofort nach. Wie in der 13. Minute, als Müller nach einem missglückten Robben-Freistoß als Erster schaltete und den Abpraller zum 2:1 verwandelte. Es war erstaunlich, wie aggressiv die Bayern agierten und wie chancenlos die Schalker waren. Sie liefen den Bayern quasi nur hinterher. So auch in der 19. Minute, als Müller freistehend mit dem Kopf auf Mario Gomez ablegte, der das 3:1 erzielte. So früh hatte Manuel Neuer in der Bundesliga (154 Einsätze) noch nie drei Gegentore kassiert. Und es hätten im Anschluss gleich noch mehr werden können, wären die Bayern vor der Pause nicht so schlampig bei der Chancenverwertung gewesen. Nach dem Seitenwechsel ließen es die Bayern ruhiger angehen. Sie spielten nicht mehr so zwingend. Erst kurz vor dem Ende krönte WM-Torschützenkönig Müller seine überragende Leistung mit dem 4:1 (84.). Schalke wirkte in der zweiten Hälfte zwar etwas stabiler. Doch in der Form hat das Team von Ralf Rangnick keine Chance, am Mittwoch im Champions-League-Rückspiel in Manws chester ein Wunder zu schaffen.
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Reus versetzt Hannover einen Stich
Hannover Mönchengladbach
(0:0)

Verunsicherte Daum sieht Hamburger bereits den blamieren sich Abgrund
Hamburg Freiburg
(0:1)

0:1

0:2

Mainz Frankfurt

(3:0)

3:0

m Gesicht von Hannovers Trainer Mirko Slomka war große Enttäuschung zu sehen. Er machte auch gar nicht den Versuch, sie zu verbergen. „Es ist ganz dramatisch, dass wir zu Hause verloren haben. Vor allem, weil wir zuletzt so heimstark waren“, haderte er. Beim 0:1 (0:0) gegen den nun Vorletzten Borussia Mönchengladbach machte seine Mannschaft jedoch nicht den Eindruck, als wolle sie mit aller Macht Platz drei verteidigen, der zur ChampionsLeague-Qualifikation berechtigt. Gladbach war das aktivere und engagiertere Team, dem schließlich in der 76. Minute der insgesamt verdiente Siegtreffer durch Marco Reus gelang. Das Team vom Niederrhein hatte mehr Ballbesitz und Torschüsse und konnte unerwartet den Niedergang abwenden. Der Sieg gibt zumindest wieder Hoffnung im Abstiegskampf. Theoretisch kann der Klub am Saisonende noch auf einem Nicht-Abstiegsplatz landen, realistisch ist wohl der Relegationsrang. „Wir müssen punkten, sonst sind wir tot“, sagte Trainer Lucien Favre. Vorerst aber läuft alles auf einen spannenden Zweikampf mit den auf Platz 16 liegenws den Frankfurtern hinaus.

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as Spiel sollte eine Empfehlung für die kommende Saison werden, für die der Hamburger SV Besserung gelobt. Doch das 0:2 (0:1) daheim gegen den SC Freiburg lässt Schlimmes erahnen. „Es hat sich manifestiert, wie wichtig es ist, dass wir einen Umbruch machen, weil wir mit der Art und Weise nicht weiterkommen. Mit dieser Mentalitätsfrage schaffen wir es einfach nicht, den entscheidenden Schritt zu machen“, sagte Oenning. Am Donnerstag wurde sein Vertrag bis 2013 verlängert, er selbst stempelte die Partie gegen Freiburg zum Charaktertest. Die Spieler sollten Werbung in eigener Sache machen und sich empfehlen. Das klappte nicht. Nach 16 Minuten ließen sich die teils dilettantisch agierenden Hamburger auskontern und kassierten durch Demba Papiss Cisse das 0:1. Kurz vor dem Ende der Partie zeigte sich dann noch einmal, warum die Saison so katastrophal verlaufen ist. Eljero Elia vertändelte auf der rechten Seite den Ball, Stefan Reisinger konnte flanken und Cisse erneut treffen (88.). Es war sein 22. Saisontor. „Wir waren von der ersten Minute an verunsichert“, gestand Kapitän Heiko Westermann. ws

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hristoph Daum hat den Ernst der Lage erkannt. Nach einem desaströsen 0:3 (0:3) bei Mainz 05 liegt seine Eintracht auf Relegationsplatz 16. „Sie haben uns stellenweise an die Wand gespielt“, stellte Daum beinahe erschüttert fest. „Diese Niederlage tut verdammt weh. Wir haben jetzt Überlebenskampf pur. Auch der Letzte muss gemerkt haben, dass jetzt alle Alarmglocken angegangen sind.“ Die Mainzer setzten die Frankfurter von Beginn an unter Druck. Nach einem Fehler von Sebastian Rode, der in der 43. Minute nach einer Notbremse auch noch mit Rot vom Platz flog, traf Andreas Ivanschitz in der 26. Minute zum 1:0. Elkin Soto versetzte den Hessen noch vor der Pause durch seine zwei Treffer den endgültigen K.o. (38. und 45.). Rund 150 Eintracht-Fans ließen ihren Unmut am Abend freien Lauf. Sie randalierten nach der Rückkehr vor dem Frankfurter Stadion. „Sie gebärden sich wie die Verrückten“, sagte ein Polizeisprecher. Es gab mehrere Festnahmen. Einigen sei es gelungen, in das Stadion einzudringen. Einmal sei die Situation so brenzlig gewesen, dass die Polizei einen ws Warnschuss abgeben musste.

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BONGARTS/GETTY IMAGES

GETTY; MONTAGE WELT AM SONNTAG/ TOM UECKER

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as bestimmende Thema vor dem Spiel von Schalke 04 beim FC Bayern war der bevorstehende Wechsel von Manuel Neuer. Der Nationaltorwart wird seinen Vertrag nicht verlängern und verhandelt mit den Münchnern, bei denen er am Samstagabend im Stadion erneut feindselig empfangen wurde. Als Neuer zum Warmmachen den Platz betrat, wurde er von vielen Bayern-Fans ausgepfiffen. Zudem gab es verunglimpfende Sprechchöre gegen den 25 Jahre alten Keeper sowie Plakate. Bei Schalke würden sie ihn gern behalten, allen voran Trainer Ralf Rangnick.

Das war am Dienstag im ChampionsLeague-Halbfinale nicht der Fall. Ihre Mannschaft war beim 0:2 gegen Manchester haushoch unterlegen. Manchester hat von Beginn auf einem Niveau gespielt, wie es in dieser Saison noch kein Gegner von Schalke hatte. Die wenigsten Spieler dürften überhaupt schon mal gegen ein solches Kaliber angetreten sein. So hatten wir in der ersten Hälfte dank eines überragenden Manuel Neuer das Glück, nicht schon uneinholbar zurückgelegen zu haben. Wir sind noch nicht so weit, gegen solche Gegner richtig vorwärts zu verteidigen und sie damit weg vom Tor zu halten.

nicht an Manuel denkt. Ein Torwart, der so viel mitbringt wie er kann überall spielen: Bei Barcelona, Manchester United, Chelsea, Real Madrid, dem AC Mailand – so wie er spielt, passt er in jede Liga. Ich sehe im Moment weltweit keinen Torwart, der mehr mitbringt als Manu.

30 Spieler im Training. Außerdem kommen fünf derzeit ausgeliehene Spieler zurück. Ich kann als Spieler doch nur mit Identifikation und Engagement arbeiten, wenn ich eine realistische Chance habe zu spielen. Das ist in dieser Konstellation aus meiner Sicht nicht möglich.

mit die wenigsten Spieler aller Vereine eingesetzt. Trotz Europa League und Länderspielen.

FLORIAN HAUPT

Monumente der Schönheit

28 SPORT
Diego ärgert sich, Magath gibt ihm frei
Bremen Wolfsburg
(0:1)

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W E LT A M S O N N TAG N R . 18

1. M A I 2 011

Berlin liebt Hertha: Über 45 000 Fans pro Spiel sorgen für einen Zuschauerrekord
T

0:1

Teure Zugänge sind nicht drin, aber vom FC Bayern soll Torwart Kraft kommen
T

ie wohlwollenden Sprechchöre der Bremer Fans konnten Diego nicht besänftigen. Als ihn der Wolfsburger Trainer Felix Magath in der 79. Minute auswechselte, stapfte Werders ehemaliger Spielgestalter vom Platz und verweigerte Magath den Handschlag. Er habe sich umziehen wollen, um für das Auslaufen parat zu stehen, sagte Diego später. Magath sagte: „Vielleicht war Diego auch sauer. Wenn er es ist, soll er es sein.“ Seiner Meinung nach gäbe es keinen Klärungsbedarf. Nach dem Treffer von Sascha Riether zum 1:0 (22.) wollte Magath die Führung über die Zeit retten. Dem defensiv versierteren Tuncay Sanil traute er das eher zu als dem Brasilianer Diego. Gut nur, dass sich Trainer und Spieler gestern und heute aus dem Weg gehen konnten, Magath hatte zwei trainingsfreie Tage spendiert, nachdem die Wolfsburger Boden im Kampf gegen den Abstieg gutmachen konnten. Werder dagegen wähnt sich da wieder mittendrin. Manager Klaus Allofs: „Wir sind in den Kampf um die Relegationsplätze reingerutscht.“ ws

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DANIEL STOLPE

Stuttgart will von Rettung nichts wissen
Hoffenheim Stuttgart
(1:0)

1:2

lückwünsche zum Klassenerhalt wollten sie nicht annehmen. „Das war noch nicht die Rettung. Nicht in dieser Saison“, sagte Bruno Labbadia, Trainer des VfB Stuttgart. Ein wichtiger Schritt war das 2:1 (0:1) bei der TSG Hoffenheim in jedem Fall, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt fünf Punkte. Ein direkter Abstieg ist nicht mehr möglich. Cacau (63.) und Zdravko Kuzmanovic (67./Foulelfmeter) schossen die Schwaben im 100. Bundesligaspiel der Hoffenheimer zum Sieg. Peniel Mlapa (14.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht. „Es sieht jetzt schon viel besser aus“, sagte Kuzmanovic erleichtert. Bei der TSG hingegen haben schon die Planungen für die neue Saison begonnen: Der kroatische Verteidiger Josip Simunic wird den Klub im Sommer verlassen. „Er war gegen Stuttgart nicht im Kader, weil er dem Kader auch nächste Saison nicht mehr angehören soll“, sagte der scheidende Trainer Marco Pezzaiuoli. Er hatte Simunic kürzlich wegen mangelhafter Einstellung zum Sondertraiws ning abkommandiert.

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in gutes Jahr lang war sie da wie immer. Diese strahlende Gestalt, verhüllt vor Blicken Neugieriger, vielleicht sogar ein wenig verschämt, weil ihr alter Glanz fort war. Doch verblasster Glanz lässt sich wieder auftragen. Zwischen März 2010 und Mai 2011 war die Siegessäule und ihr goldener Engel Viktoria ein paar umfassenden kosmetischen Arbeiten unterzogen worden. Von manchen Parallelen fällt oft erst viel später auf, dass sie bestanden haben. Denn just zur selben Zeit wie die „Goldelse“, so der Berliner Volksmund, hatte sich eine zweite alte Dame, die nur zu gern Berliner Wahrzeichen wäre, fit gemacht für eine glänzende Zukunft, die Hertha. Nach einem Jahr in der Zweiten Liga kehrt der Hauptstadtklub zurück in die Beletage des deutschen Fußballs. Die Mission sei erfüllt, druckten sich die Spieler flugs auf T-Shirts, die es jetzt auch zu kaufen gibt, der Betriebsunfall sei korrigiert. Die im Sommer 2011 startende 30. BundesligaSaison der Vereinsgeschichte vor Augen spielten sie gegen 1860 München an diesem Wochenende vor 58 000 Zuschauern entsprechend hochnäsig und verloren mit 1:2. Wieder dabei zu sein, wenn Borussia Dortmund und Bayern München den nationalen Champion ermitteln, ist die Erfüllung des kühnen Versprechens, das Trainer Markus Babbel, Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer den

E

Hertha-Fans unmittelbar nach dem so bitter beweinten Abstieg ein Jahr zuvor gemacht hatten. Der Weg zurück verlief beschwerlich und blieb nicht frei von Verlusten. ExProfi Hans Weiner musste „Hanne am Zoo“ schließen, die erste deutsche Fußballkneipe überhaupt. Deren Gründer war der ehemalige Hertha-Präsident Wolfgang Holst, der im Dezember 2010 im Alter von 88 Jahren verstarb. Ihm widmete die Mannschaft nun den Aufstieg. Sein Tod war der einzige Schatten auf einer Spielzeit, die trotz Zweiter Liga zu einem großen Glücksfall für Hertha geriet. Denn die Berliner hielten ihrem Team die Treue, was nicht Usus ist in Berlin. Hertha und Berlin, das ist keine Liebe auf Lebenszeit wie etwa bei Hamburg und dem HSV. Ein knappes Jahr, nachdem wutentbrannte Fanatiker nach ei-

nem 1:2 gegen Nürnberg in ihrer Abstiegsangst den Innenraum des Olympiastadions gestürmt hatten, schunkelten nun über 70 000 Fußballfreunde Arm in Arm beim 2:0 gegen Paderborn. In Summe werden durchschnittlich über 45 000 Zuschauer pro Heimspiel für einen Besucherrekord in Liga zwei sorgen. Zum großen Zweitligafinale gegen Augsburg am 15. Mai ist das Olympiastadion mit 76 000 Zuschauern seit Wochen ausverkauft. Regelrecht ergriffen von diesem Zuspruch, der Hertha in Europa immerhin unter die Top 30 der bestbesuchten Klubs beförderte, sagt Torwart Maikel Aerts: „Unsere Fans sind super. 70 000 Zuschauer kommen

Neuer Glanz für die alte Dame
Die Berliner Hertha kehrt in die oberste Fußballklasse zurück. Das Jahr in der Zweiten Liga hat ihr gutgetan

normalerweise zu einem WM-Finale. Bei uns kommen sie in der Zweiten Liga.“ Allerdings hat der Klub es der Bevölkerung auch selten so leicht gemacht, sich für ihn zu erwärmen. Berlin liebt Hertha, weil sie bodenständiger geworden ist. Sie hat den Aufstiegsauftrag mutig angenommen und statt dem häufig ausgelebten Größenwahn zu verfallen ehrliche Arbeit abgeliefert. Markus Babbel, der Trainer, der für Bayern München und Liverpool verteidigte, lebte das vor. „Dank ihm ist die Depression des Abstiegs einer enormen Aufbruchstimmung gewichen“, sagt Manager Michael Preetz. Den Wandel vollzogen hat Babbel, indem er ein erhebliches Maß des ihm als Profi implantierten Sieger-Gens mit zu einem Klub brachte, der in 29 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit ganze 15mal Tabellenführer sein durfte. „Die Spieler mussten lernen, immer 100 bis 120

Prozent zu geben“, sagt Babbel, und dass dafür „eine gewisse Mentalität“ nötig war. Nur fleißige Menschen können es sich leisten, Klartext zu sprechen. Und Babbel stellte vom ersten Tag an unmissverständlich klar, dass es in der Zweiten Liga nur darum gehen dürfe, „wer hinter uns als Zweiter aufsteigt“. Vollzogen hat diesen Auftrag ein Team mit einer guten Mischung aus Jung und Alt, in dem der 19-jährige Pierre-Michel Lasogga zum Shootingstar und Gesicht einer offensiv spielenden Mannschaft wurde. In seinem Fahrtwind strömte ein gutes Dutzend junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ins Profiteam. Auch so etwas sehen die Anhänger gern. Hertha feierte die meisten Siege (21), schoss die meisten Tore (65). Doch so souverän die Spieler durch Liga zwei stürmten, sie werden in einer ähnlichen Formation nun auch in der Bundesliga bestehen müssen. Zwar steigt der Etat von 45 auf 54 Millionen Euro, aber statt eines Topstars verpflichtete Hertha als ersten Zugang für die neue Saison Tunay Torun, einen 21-jährigen Perspektivspieler vom HSV. Ebenso jung, aber schon ungleich klangvoller vom Namen wäre Torhüter Thomas Kraft, 22, vom FC Bayern, der ein konkretes Angebot aus Berlin vorliegen hat. Noch tönt in Berlin nach dem reparierten Betriebsunfall niemand gleich wieder von Champagnerfußball in der Champions League. Die Zeiten der Großmannssucht, die sich Hertha BSC unter Dieter Hoeneß jahrelang auf Pump leistete, sollen der Vergangenheit angehören. Unter dem Erbe der Hoeneß-Ära wird Berlin noch bis mindestens Ende des Jahrzehnts ächzen. „Wir wollen wie jeder Aufsteiger erst mal die Klasse halten“, sagt Präsident Werner Gegenbauer und hofft, dass ihm die Herthagemeinde in der Breite bei dieser Zielsetzung folgen wird: „Die Berliner wollen kein Wolkenkuckucksheim.“ Was nicht bedeutet, dass sie sich die Stadt nicht doch nach der großen, weiten Fußballwelt sehnt. Und so bekommt sie als Dankeschön „für die grandiose Unterstützung in dieser Zweitliga-Saison“ (Manager Preetz) am 27. Juli als letztes Testspiel vor Beginn der Bundesliga-Saison mehr als nur einen Hauch Europa serviert: Spaniens Rekordmeister Real Madrid wurde verpflichtet. konnten W Schicksalsschläge Herthas Trainer nicht besiegen: welt.de/babbel

Mission erfüllt: Die Spieler von Hertha BSC lassen Trainer Markus Babbel hochleben
PA/ANKE FLEIG

Pauli plant den Umbruch für die Zweite Liga
Kaiserslautern St. Pauli
(1:0)

Spielersuche auf Facebook
Der Deutsche Michael Weiß ist Nationaltrainer der Philippinen. Verstärkungen findet er vor allem in seiner Heimat
JULIEN WOLFF

2:0

ünf Minuten nach dem Abpfiff bereitete Helmut Schulte bereits die neue Saison vor. „Dass wir in der Zweiten Liga in der Spitze mitspielen wollen, ist klar. Aber wir müssen erst sehen, mit welchen Mannschaften wir es zu tun bekommen“, sagte der Sportchef des FC St. Pauli nach dem 0:2 (0:1) beim 1. FC Kaiserslautern. Die Hamburger haben in der Pfalz ihre wohl letzte Chance auf den Klassenerhalt ausgelassen: Sie spielten gut nach vorn, verhielten sich bei den Gegentoren von Christian Tiffert (29.) und Mathias Abel (68.) aber nicht einmal zweitklassig. „Da schlafen wir gnadenlos. Eine Katastrophe“, sagte Trainer Holger Stanislawski. Nun steht dem Aufsteiger ein Umbruch bevor: Er sucht nach einem Nachfolger für Stanislawski, der kommende Saison die TSG Hoffenheim trainiert wird, und nach neuen Spielern: Die Verträge von Stürmer Gerald Asamoah und Torwart Thomas Kessler gelten nur für die Bundesliga, die von sieben weiteren Spielern laufen am Saisonende aus. In den verbleibenden Partien gegen den FC Bayern und beim FSV Mainz 05 geht es für den Tabellenletzten jetzt nur noch ws um die Ehre.

F

enn Michael Weiß, 46, mit seinen Spielern telefoniert, schauen ihm bunte Fische zu. Sie schwimmen in Aquarien, die in die Wände seines Hotelzimmers in der Hauptstadt Manila eingelassen sind. Durch das Fenster blickt er auf den Pazifik. „Ich habe in meiner Karriere schon einiges gesehen. Aber Fische und Meerblick hatte ich noch nie“, sagt Weiß. Das Zimmer nutzt der Sportwissenschaftler auch als Büro. Einen echten Feierabend kennt er nicht mehr, seit er im Januar das Amt des Nationaltrainers der Philippinen übernommen hat. Philippinen und Fußball, eine Kombination wie Jürgen Klinsmann und der FC Bayern München: wenig erfolgreich. Rang 155 in der Weltrangliste, sogar Turkmenistan und Barbados sind besser. Dabei hat die asiatische Republik 88 Millionen Einwohner, daran gemessen sagen viele: Die Philippinen sind die schlechteste Fußballnation der Welt. Weiß leistet sportliche Entwicklungsarbeit. „Es ist schon pioniermäßig, was ich mache. Aber hier schlummert Potenzial.“ Weiß liebt Herausforderungen. Bei Kaiserslautern geboren studierte er Sport in Mainz, machte mit Dortmunds

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Trainer Jürgen Klopp die Fußball-Lehrer-Lizenz. Später war er Co-Trainer beim japanischen Klub Kyoto Purple Sanga, danach mit dem ehemaligen Bundesligatrainer Eckhard Krautzun für die Jugend-Nationalteams Chinas verantwortlich, dann bis zum vergangenen Jahr Technischer Direktor des Verbandes im afrikanischen Staat Ruanda. Seine Frau und die zwei Töchter reisen mit ihm um den Globus. Ein Weltenbummler, der fünf Sprachen spricht. „Meine Mutter hat mich kürzlich gefragt, warum ich mich um keinen Job in Deutschland bemühe. Ich habe ihr geantwortet: Weil in Deutschland nichts geht.“ Statt mit vielen Bewerbern um einen Job bei einem deutschen Drittligaklub zu kämpfen, arbeite er lieber für Nationalteams kleiner Fußballnationen. Wie aber kam der Verband der Philippinen auf ihn? Er hatte beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefragt, wer sich als Nationaltrainer eigne. Gleichzeitig schrieb der Verband in einer Kooperation mit dem Internetportal „Spox“ die Stelle aus. Weiß bewarb sich – und war zwei Tage später engagiert. Seitdem ist er der Felix Magath der Philippinen: Trainer, Sportdirektor und Pressesprecher in einem. Ansprachen vor der Mannschaft hält er auf Englisch, er ist auch für die
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Nachwuchsarbeit zuständig und hat kaum Geld zur Verfügung. Längst nicht Weiß’ einziges Problem. Die Philippinnen bestehen aus über 7000 Inseln, die Anreise nach Manila schlaucht die Spieler. Viele sind daher in die Hauptstadt gezogen. Weiß lässt sie immer schon um sieben Uhr morgens trainieren – später ist an Sport nicht mehr zu denken, dann wird es bis zu 35 Grad heiß. Es gibt nicht einmal eine Profiliga, im höchsten Klassement spielen Konzernteams gegen Militärauswahlen.

Michael Weiß (r.) auf der Trainerbank der philippinischen Nationalmannschaft

Die besten Spieler verdienen 700 Euro. Und doch ist es Weiß gelungen, Fußballeuphorie zu entfachen: Beim 2:0 gegen die Mongolei kamen 20 000 Zuschauer ins Stadion, in Bangladesch siegte die Mannschaft 3:0. Bislang waren die Sportidole Billardspieler, jetzt sind es auch die Fußball-Nationalspieler. Weiß will das Interesse am Sport weiter steigern – mit einer besonderen Idee: Er macht die Mannschaft deutsch. Weil unter den Kickern auf den Philippinnen nicht gerade Jahrhunderttalente sind, sucht er weltweit nach Spieler. „Viele Frauen sind ausgewandert und haben in Europa Söhne geboren“, erklärt er. Mit seinen Kollegen im Verband wirbt er per Telefon und E-Mail um Verstärkungen. Motto: Wir haben zwar nicht gerade die beste Mannschaft, aber bei uns werdet ihr immerhin zum Nationalspieler. Ein Argument, das zieht: Den Stürmer Angel Guirado Aldeguer fanden sie auf Facebook. „Er spielt in der dritten spanischen Liga. Für uns ein Topmann.“ Der bekannteste Name in seinem Team ist Stephan Schröck, 24, vom Zweitligaklub Greuther Fürth. Er spielte für Deutschlands Juniorenteams, entschied sich dann aber für die Heimat seiner Mutter. Aufgelaufen ist er für die Philippinnen bislang nicht: Es gibt büro-

kratische Schwierigkeiten, und sein Klub fürchtet, dass Schröcks Leistungsfähigkeit unter den langen Flügen leiden könnte. Doch Weiß bleibt zuversichtlich und will auch Mittelfeldspieler Patrick Reichelt, 22, vom Zweitligaklub Energie Cottbus für seine Auswahl gewinnen. Sogar in den Amateurligen hat der Trainer einige Spieler entdeckt: Manuel Ott, 18, hat ebenfalls eine philippinische Mutter und spielt als Verteidiger mit der zweiten Mannschaft des FC Ingolstadt in der Bayernliga (5. Liga). „Es gibt in Deutschland rund 100 Spieler, die für uns infrage kommen“, sagt Weiß. Sobald es geht, will er auch einen Deutschen als Technischen Direktor verpflichten. Im Sommer reist er mit der Mannschaft für ein Trainingslager nach Düren und sucht nach deutschen Sponsoren. „Wenn wir die Strukturen schaffen, kann das hier ein Traumjob sein.“ Bis dahin ist es ein weiter Weg. Im Sommer spielt seine Mannschaft in der Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien zweimal gegen Sri Lanka. Sollten sich die Philippinnen durchsetzen, treffen sie auf Kuwait. „Die WM-Qualifikation als Ziel auszugeben, wäre vermessen. Sollten wir die dritte Quali-Runde erreichen, wäre das schon so, als wenn Energie Cottbus Deutscher Meister wird.“

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30 SPORT
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Die Gewinner & Verlierer der Woche

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1. M A I 2 011

„Die Balance auf dem Brett ist anders mit nur einem Arm“, sagt sie. Ihr Vater präparierte deshalb ihre Bretter
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PA/ SVEN SIMON

Der Pastor auf Hawaii sagt: „Bethany ist ein Engel, der selbstlos durchs Leben geht und vielen Menschen hilft“
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John Tripp

Von wegen Eishockeyspieler sind harte Jungs. „Ich finde Windelnwechseln cool“, gestand der deutsche Nationalspieler. Wenn seine Zwillinge Ben und Helena nicht da sind, könne er zwar in Ruhe schlafen, „aber ich vermisse sie.“

FRANK SIERING LOS ANGELES

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Anja Fichtel

AP/ PETER MORRISON

Brian O’Driscoll

NOAHHAMILTONPHOTO.COM

Sie war Olympiasiegerin und einst die schillerndste Figur des deutschen Fechtens. Jetzt gibt Anja Fichtel Fechtkurse für jedermann auf Kreuzfahrtschiffen. Ein idealer Urlaub, sagt sie. Nun, das ist wohl Ansichtssache.

Das nennt man Prinzipientreu. „Teamgeist geht vor“, hat der Kapitän der irischen Rugby-Nationalmannschaft gesagt und die Einlandung zur royalen Hochzeit ausgeschlagen. Stattdessen bereitet er sich auf ein Europapokalspiel vor.

Martin Kaymer

Es war eine äußerst verlustreiche Woche für den 26-Jährigen. Die Nummer eins der Golfwelt ist Kaymer erst mal los. Doch damit nicht genug. Nun ist auch noch sein Freundin Alison weg. „Wir haben uns getrennt.“

SPORT
kurz & knapp

Hamburg unter den besten vier Teams in Europa
HANDBALL Der HSV Hamburg steht im Final-Four-Turnier der Champions League. Den Hanseaten reichte nach dem klaren 38:24Hinspiel gegen den russischen Meister Medwedi Moskau im Rückspiel ein 37: 37.

Berlin mit Kantersieg zum Play-off-Start
BASKETBALL Frankfurt gewann sein erstes Play-off-Viertelfinale („best-of-five“-Serie) gegen Göttingen mit 77:58 (38:35). Bester Werfer war dabei Jimmy McKinney (20 Punkte). Einen Kantersieg feierte Berlin. Alba ließ Oldenburg beim 95:68 (51:30) nie eine Chance. Derrick Allen erzielte allein 21 Punkte.

as Monster kommt aus der Tiefe des Pazifiks. Früh am Morgen und ohne Vorwarnung. Fünf Meter lang, so schnell wie ein Formel-1-Pilot mit Bleifuß, so gewaltig wie ein Tsunami. Ein Tigerhai reißt seine Opfer. Wie ein Löwe eine springende Gazelle reißt. Wenige Sekunden später ist es vorbei. Das Surfbrett zerbissen, spült Bethany Hamilton blutend an den Strand der Hawaii-Insel Kauai. Der linke Oberarm ist kurz unter der Schulter abgerissen. Bethany ist an diesem sonnigen Oktober-Morgen im Jahre 2003 gerade 13 Jahre alt. Ein neuer amerikanischer Surfstern kurz vor dem Durchbruch zum ganz großen Aufstieg. Blond, charmant, talentiert. Gerade noch beim Training in den kristallklaren Wellen für einen bevorstehenden Wettkampf, jetzt plötzlich mitten im Kampf um ihr Leben im Sand von Kauai. Noch bevor die Rettungssanitäter sie in das 45 Minuten entfernte Krankenhaus fahren können, verliert sie annähernd 60 Prozent ihres Blutes. Aber Bethany Hamilton überlebt. „Ein Wunder“, attestieren nicht nur die Ärzte. Es war wohl die Fangleine des Surfbretts, die ihre beste Freundin Alana instinktiv nach der Attacke um die klaffende Wunde gewickelt hatte, die Hamilton das Leben rettete. „Keine Frage, die Leine stoppte den Blutstrom“, sagt Hamiltons Vater Tom. Bethany selbst glaubt an höhere Lebensretter. „Kurz nach dem Angriff habe ich zu Gott gebetet und ihn gebeten, mich zu leiten.“ Hamilton ist eine gläubige Christin, eine junge Frau, die vor jedem Training noch schnell in die Kirche geht, keinen sonntäglichen Gottesdienst auslässt, mit der Jugendgruppe durch die Welt reist, um verarmten Gemeinden zu helfen. Eine Frau, die fest davon überzeugt ist, dass sie nur deshalb damals am Strand von Kauai überlebt hat, weil „Gott noch andere Dinge mit mir vorhatte“. Heute, sieben Jahre nach der Haiattacke, scheint sich diese Prophezeiung verwirklicht zu haben. Bethany Hamilton ist 21 und ein Star. Hollywood hat ihre Autobiografie entdeckt und verfilmt. „Soul Surfer“ kommt demnächst auch in die deutschen Kinos. Die junge Frau wird auf Promi-Partys in Los Angeles herumgereicht, muss viele Autogramme schreiben, Magazine wollen sie als Covergirl. Dabei liegt Hamilton der Glamour gar nicht so sehr. Privat besucht sie Kinderheime, motiviert drogenabhängige Teenager, nach der zweiten Chance im Leben zu greifen. Sie verbringt Zeit mit behinderten Kindern, redet ihnen Mut zu. „Bethany Hamilton ist ein Engel, der selbstlos durchs Leben geht und so vielen anderen Menschen schon geholfen hat“, sagt Steve Rex, Pastor auf Hawaii.

PA/ DPA

Surfen als Leidenschaft und Lebensinhalt: Bethany Hamilton reitet auf einer riesigen Welle vor den Mentawai-Inseln in Indonesien

Hollywood entdeckt den

AFP/ SAEED KHAN

surfenden Engel
Bethany Hamilton verlor bei einem Haiangriff ihren Arm. Mutig kehrte sie aufs Brett zurück. Jetzt kommt ihre Geschichte ins Kino
Hamilton fühlt sich ein bisschen unwohl in der Welt der Celebrities. „Ich bin Sportlerin, das wollte ich immer sein, das ist meine Welt“, sagt sie. Deshalb kehrte die Amerikanerin auch längst wieder auf das Surfbrett zurück. Seit 2008 fährt sie regelmäßig als Profi die Qualifikation der Association of Surfing Professionals (ASP) und reitet die Wellen vor den Küsten von Portugal, Brasilien, Australien, Frankreich und Hawaii. Natürlich musste sie umlernen. „Die Balance auf dem Brett ist anders mit nur einem Arm“, sagt sie. Ihr Vater präparierte ihre Bretter so, dass es leichter für seine Tochter ist, unter einer Welle durchzutauchen. „Ich musste viele Dinge neu lernen“, sagt Hamilton. „Aber ich bin kein Mensch, der bemitleidet werden will. Und wenn ich Hilfe brauche, dann frage ich halt. So einfach ist das.“ Sie war müssen unsere Ängste besiegen, deshalb schon WM-Zweite in der Jugendklasse bin ich wieder im Wasser. Ich glaube, und amerikanische Meisterin ihrer Al- dass Leidenschaft oftmals stärker sein tersklasse. Jetzt aber zahlen ihr Sponso- kann als Liebe. Und ich glaube, dass mir ren Millionen. Natürlich weiß sie, dass diese Einstellung über viele Schmerzen hinweggeholfen hat.“ ihr die Welt zuschaut, weil Bethany Hamilton ist sie nur einen Arm hat, weil mehr als nur die Story eines sie diese grausame Haiattatollen Comebacks. Es ist eicke überlebt und verarbeitet ne Geschichte, die mit Mut hat. Weil sie eine starke geschrieben ist. Ihre beste Frau ist. „Warum“, fragt ein Freundin Alana, jene junge Surffan beim Festival in Huntington Beach in KaliFrau, die damals beim Haifornien, „steigt diese Frau angriff an der Seite Hamilnach einem solchen Unfall tons war, geht noch heute nur wieder auf ein Brett?“ mit ihr gemeinsam surfen. Hamilton hört diese FraGenau in der Bucht, in der ge immer wieder und beantsie der Hai vor sieben Jahren wortet sie so: „Angst ist ein angegriffen hatte. schlechter Ratgeber im Le- Das Plakat für den Film „Wir paddeln raus, wir läben. Sie hält uns zurück. Wir „Soul Surfer“ cheln uns an, und wir surfen die Welle. Kein böser Gedanke, keine schlimme Erinnerung“, sagt Hamilton. Es ist beeindruckend, wie sie ihre eigene Geschichte verarbeitet. „Ich habe doch auch so viel Glück gehabt an dem Tag, an dem der Hai mich angegriffen hat“, sagt sie. „Ich hätte so viel schlimmer verletzt oder gar sterben können. Ich bin dankbar, dass ich mein Leben normal weiterführen darf.“ Bis heute verweigert sich die 21-Jährige einer Armprothese, weil sie glücklich ist mit ihrem Aussehen. Und weil sie glaubt, „dass man einfach anerkennen muss, was mit einem ist. Akzeptanz fängt bei dir selbst an, nur dann kannst du hoffen, dass auch dein Umfeld dich so akzeptiert.“ – Mutiger Peruaner surft auf W Video reißendem Fluss: welt.de/surfen

Es ist wieder Märchenzeit Gal vor Sieg im deutschen Eishockey auf US-Tour
esonders nett war die Formulierung nicht, aber sie zeigte ganz gut die Tragweite des Geschehenen. „Ein deutsches Team der Unbekannten“ nannte die russische Zeitung „Sport Express“ die deutsche EishockeyNationalmannschaft. Doch eben jene Unbekannten haben dem Rekordweltmeister eine historische Niederlage zugefügt. 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) gewann Deutschland zum Auftakt der WM in der Slowakei gegen Russland. Es war im 38. WM-Duell der ersehnte erste Sieg gegen die sogenannte „Sbornaja“. Und so erinnerten die Befindlichkeiten im deutschen Team recht auffällig ans vergangene Jahr, als die DEB-Auswahl bei den Titelkämpfen im eigenen Land erstmals nach 57 Jahren unter die besten vier kam. „Wir haben eine breite Brust, wir haben gesehen, was möglich ist“, sagte Torwart Dennis Endras. Und überhaupt: „Es macht unheimlich Spaß mit diesen Jungs, nicht nur auf dem Eis.“ Endras war der Aufsteiger der vergangenen Titelkämpfe. Und auch am Freitagabend gegen Russland wurde er zum „Mann des Spiels“ gewählt. Weil er nach

Krachender DTM-Start mit großer Überraschung

Japanerin holt Gold, Hecken wird WM-Elfte
EISKUNSTLAUF Die Japanerin Miki

B

Ando hat zum Abschluss der WM in Moskau den Titel gewonnen. Silber ging an Olympiasiegerin Kim Yu-Na aus Korea, Bronze an die Italienerin Carolina Kostner. Die erst 17-jährige Deutsche Meisterin Sarah Hecken aus Mannheim wurde Elfte.

Favoritensiege bei der WM in der Slowakei
EISHOCKEY Finnland (5:1 gegen

Dänemark) und die USA (5:1 gegen Österreich) haben bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei mühelose erste Vorrundensiege eingefahren. Die Amerikaner haben hohe Ziele. Sie sind mit 18 NHL-Profis angereist.

MELDUNGEN AKTUELL
www.welt.de/sport

dem 1:0 durch Thomas Greilinger (25.) alles abwehrte, was auf sein Tor kam. Von einer „exzellenten Leistung“ sprach Bundestrainer Uwe Krupp, Endras besteche neben besonderen sportlichen Fähigkeiten vor allem durch seine mentale Stärke. Endras selbst sagte nur lapidar: Gegen Russland „hatte ich 40 Minuten einen ruhigen Arbeitstag“. Weil der hoch gehandelte Favorit erst im letzten Drittel aufdrehte. In der 58. Minute aber machte WM-Neuling Patrick Reimer mit dem 2:0 alles klar. „Einen schöneren Start gibt es wohl nicht“, sagte er. Im deutschen Team waren sie dennoch bemüht, nicht zu viel Euphorie aufkommen zu lassen. „Das ist ein super Gefühl, aber wir müssen auf dem Boden bleiben“, sagte Kapitän Michael Wolf. „Drei Punkte reichen nicht, um in die Zwischenrunde zu kommen.“ In den verbleibenden beiden Vorrundenspielen muss das DEB-Team heute gegen die Slowakei und am Dienstag gegen Slowenien ran. „Die Slowaken sind großer Favorit“, sagte Wolf. Doch wie schnell sich solche Klassifizierungen umkehren, zeigws te der WM-Auftakt.
+

olferin Sandra Gal steht vor ihrem zweiten Sieg auf der US-Damentour. Die Düsseldorferin spielte am zweiten Tag des LPGA-Turniers in Mobile eine 67 und übernahm die alleinige Führung. „Ich fühle mich im Moment einfach gut. An der Spitze zu liegen, ist schon etwas Besonderes“, sagte die 25-Jährige. An den letzten acht Löchern gelangen Gal fünf Birdies, nachdem ihr zuvor noch zwei Bogeys unterlaufen waren. „Das war der Wendepunkt. Ich habe mir irgendwann gesagt, dass ich nur noch auf den nächsten Schlag schaue und geduldig sein muss“, sagte Gal. Einen Schlag hinter ihr folgt die Südkoreanerin Amy Yang auf Platz zwei. Ein heftiges Gewitter hat die Aufholjagd von Marcel Siem in Seoul gestoppt. Der Ratinger kletterte am dritten Tag des Europa-Tour-Turniers vom 47. auf den geteilten 28. Platz, ehe die mit 2,2 Millionen Euro dotierte Veranstaltung unterbrochen werden musste. Siem schaffte immerhin 13 Löcher. Vorn liegen Brett Rumford (Australien) und Miguel Angel Jimenez (Spanien). Lee Westwood sid ist Elfter.

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E

rst tobte ein heftiges Gewitter über dem Hockenheimring, dann ließen es die Piloten auf der Rennstrecke krachen. Nach fünfmonatiger Winterpause dominierte zunächst Audi das erste Training der neuen Saison in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Dann legte Mercedes in der Qualifikation nach, allen voran Ralf Schumacher. Der ehemalige Formel-1-Pilot will in seinem vierten DTM-Jahr endlich den letzten Schritt nach vorne machen. „Wichtig ist für mich, in diesem Jahr konstant in die vorderen Plätze zu fahren“, sagte der 35-Jährige, dessen beste Platzierung bislang ein fünfter Platz 2009 in Dijon war. Er wird sich verbessern müssen, denn der Konkurrenzkampf – gerade der interne – wird künftig größer. 2012 kommt mit dem Start eines neuen Reglements Rückkehrer BMW als dritter Hersteller hinzu. Audi und Mercedes werden dann ihr Fahrerkontingent von bislang neun auf sechs Piloten reduzieren, dafür will sich in diesem Jahr natürlich jeder empfehlen. Bei Audi machen neben dem schon 2010 einge-

stiegenen Spanier Miguel Molina die Neulinge Filipe Albuqueque (Portugal), Eduardo Mortara (Italien) und Rahel Frey (Schweiz) den Etablierten Druck. Audi-Pilot und Publikumsliebling Timo Scheider, der Champion der Jahre 2008 und 2009, liebt härtere Konkurrenz und vor allem den Zweikampf auf der Strecke, „den es so in keiner anderen Rennserie der Welt gibt, auch nicht in der Formel 1“. Aus seinen Zielen macht Scheider kein Geheimnis: „Ich bin zwar Anhänger von Borussia Dortmund, die das Wort Meisterschaft monatelang nicht mal in den Mund genommen haben. Aber mein Ziel ist es ganz klar, den Titel zu Audi zurückzuholen. Und ich glaube, dass wir es schaffen können.“ Die erste Bestzeit fuhr gestern der Kanadier Bruno Spengler (Mercedes), er beendete die schnellste Runde in 1:34,270 Minuten, was die Poleposition vor dem Schweden Mattias Ekström im Audi bedeutete. Ralf Schumacher startet nach einer wirklich guten Qualifikation heute vom dritten Platz und damit direkt vor dem Favoriten Timo Scheider ws (14 Uhr, ARD).

HAMBURG
W E LT A M S O N N TA G , 1 . M A I 2 011 SEITE HH 1
Mann vor Michel: Andreas Dressel beim Besuch der „Welt am Sonntag“-Redaktion

BERTOLD FABRICIUS

„Wir haben uns höhere Ziele gesetzt“
SPD-Fraktionschef Dressel über die Haushaltsklausur, linke Gewalt und den Plan, Hamburg zur kinderfreundlichsten Stadt zu machen

S

eit sechs Wochen führt Andreas Dressel die SPDBürgerschaftsfraktion. Zwar haben die Sozialdemokraten die absolute Mehrheit errungen – aber diese ist mit 62 von 121 Sitzen denkbar knapp. Disziplin ist daher oberstes Gebot, und die fordert der promovierte Jurist auch ein. Zugleich hat Dressel eine selbstbewusst gegenüber dem Senat auftretende Fraktion versprochen. Im Interview, das vor den erwarteten Maikrawallen geführt wurde, spricht er über die Probleme bei der öffentlichen Sicherheit über den holprigen Start der SPD-Regierung und die Stunde der Wahrheit, die mit der Haushaltsklausur am kommenden Dienstag schlagen wird.

Die SPD hat „gutes Regieren“ versprochen. Reicht das? Muss ein Senat sich nicht höhere Ziele setzen? Die Menschen wollen, dass wir die Stadt wieder in Ordnung bringen. Sie wollen mehr Pflicht und weniger Kür. Sie wollen, dass wir ihren Alltag im Blick haben und zum Beispiel die Schlaglöcher beseitigt werden. Und natürlich haben wir darüber hinaus auch höhere Ziele gesetzt. Wir haben zum Beispiel versprochen, Hamburg zur kinder- und familienfreundlichsten Stadt Deutschlands zu machen. Außerdem werden wir uns intensiv um den Wohnungsbau kümmern – und darum, dass das soziale Gefüge der Stadt wieder ins Lot kommt. Apropos Wohnungsbau: Bei der nötigen Nachverdichtung kommt es häufig zu Widerstand der Anwohner. Wie gehen Sie damit um? Es ist mittlerweile allen klar, dass mehr Wohnungen gebaut werden müssen. Unsere Vorstellung ist es auch nicht, von oben herab zu planen. Wir wollen die Menschen vor Ort einbeziehen und so einen breiten Konsens organisieren. Und wenn Sie zum Beispiel auf den größeren Straßen fahren, dann sehen Sie viele Stellen, an denen noch Gebrauchtwagenhändler sitzen oder an denen es Baulücken gibt. Bleibt es bei dem Ziel, 6000 Wohnungen pro Jahr zu bauen? Ja, das bleibt das Ziel. Dazu brauchen wir eine aktive Flächenpolitik. Die Stadt darf nicht mehr Preistreiber am Grundstücksmarkt sein. Sie muss untergenutzte Flächen aufkaufen und sie für Wohnungsbau entwickeln. Aber natürlich baut die Stadt die Wohnungen nicht selbst. Wir können nur gute Rahmenbedingungen schaffen, durch Flächenpolitik, Förderung und Baurecht. Nun geht es darum, mit den anderen Akteuren schnell den Pakt für das Wohnen zu schmieden. Wir brauchen eine gemeinsame Anstrengung statt gegenseitiger Blockade.

Muss man in diesem Zusammenhang nicht auch die Bürgerbegehren einschränken, weil sonst unentwegt gegen Bauprojekte mobilisiert wird? Ich setze darauf, dass wir die Gespräche zu den Bürgerbegehren mit den anderen Fraktionen und mit dem Verein „Mehr Demokratie“ weiter führen. Ich möchte auf jeden Fall, dass wir eine Reform im Konsens beschließen. Ich will keinen neuen Kulturkampf in Sachen direkter Demokratie. Wir werden nicht vorgehen, wie es die CDU im Alleingang zur Zeit ihrer absoluten Mehrheit getan hat. Wie sieht es mit Änderungen beim Wahlrecht aus? Darüber müssen wir uns Gedanken machen, da die Wahlbeteiligung vor allem in sozial schwächeren Gebieten sehr niedrig, die Zahl der ungültigen Stimmen aber sehr hoch war. Auch hier gilt aber: Wir wollen das im Konsens tun. Am Dienstag steht die Haushaltsklausur an. Wird es drastische Einschnitte für die Hamburger geben? Ich denke, die Menschen haben genug von hektischen Sparprogrammen. Es wird auch keine Liste der Grausamkeiten geben. Wir setzen auf langfristige Ausgabendisziplin. Wir werden jeden Euro dreimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben. Und wir wollen die Ausgaben insgesamt um maximal ein Prozent jährlich steigern. Gilt eigentlich das „pay as you go“Prinzip für jeden Senator? Muss also der Sozialsenator die Kosten für die Kitagebührensenkung in seinem eigentlichen Ressort wieder einspielen? Entweder er muss es im eigenen Ressort tun. Oder wir kommen zu dem Schluss, dass es eine so wesentliche Maßnahme ist, dass es eine Finanzierung aus dem Gesamthaushalt gibt. Sozialsenator Scheele wird einen Finanzierungsvorschlag für die Senkung der Kitagebühren vorlegen.

Ist es auch denkbar, die erwarteten Steuermehreinnahmen zur Gegenfinanzierung zu verwenden? Wir haben immer gesagt, dass wir nicht auf Steuermehreinnahmen setzen. Das, was mehr da ist, wird für die langfristige Haushaltssanierung verwendet. Schon der Rechnungshof hat gesagt: Haushalte werden in guten Zeiten ruiniert. Genau damit muss Schluss sein. Sind Steuererhöhungen, etwa bei der Gewerbe-, der Grunderwerbs- oder Grundsteuer denkbar? Nein, die Gewerbesteuer ist bereits sehr hoch, und höhere Grunderwerbs- und Grundsteuern würden unsere Wohnungsbauziele konterkarieren. Wir werden aber die Steuerprüfung in Hamburg effektiver machen. Wir wollen langfristig mehr Betriebsprüfer einsetzen. Jeder Cent, den wir auf diese Weise mehr einnehmen, ist gut für die Stadt und auch gut für die Steuergerechtigkeit. Wie steht es um das Weihnachtsgeld der Beamten und die Bettensteuer? Beim Weihnachtsgeld laufen die Gespräche mit den Gewerkschaften noch. Wir klären, inwieweit wir die schwarz-grünen Kürzungsbeschlüsse abmildern können. Bei der Kulturtaxe werden die Gespräche folgen. Klar ist, wir müssen bei der notwendigen Konsolidierung auch an die Einnahmeseite denken – deswegen gehört die Vermögenssteuer wieder auf die politische Tagesordnung. Was soll konkret am Ende der Klausur vom 3. Mai stehen? Wir wollen den vom Vorgängersenat verschleppten Haushaltsentwurf 2011/12 auf den Weg bringen. Sie waren lange innenpolitischer Sprecher. Was wird die SPD auch angesichts von Maikrawallen und brennenden Autos tun? Wer meint, das Demonstrationsrecht für Gewalt ausnutzen zu können, dem wer-

den wir die Grenzen aufzeigen. Bei der SPD gibt es da eine große Klarheit Bei den Autobränden funktioniert das nicht so richtig mit dem Grenzen zeigen. Es brennt in fast jeder Nacht. Ja, das ist leider auch eine Folge der Personalreduzierung bei der Polizei in den Stadtteilen. An dieser Stelle werden wir gegensteuern, indem wir wieder mehr Polizei auf die Straße bringen. Beim Thema Autobrände brauchen wir einen langen Atem, Senator Neumann ist am Thema dran. Was geschieht mit der Roten Flora? Wir wollen den Zustand weitgehend so belassen, wie er ist und setzen dabei auch auf die Vernunft des Eigentümers. Solange es dort gewaltfrei bleibt, kann die Flora ein Ort des kritischen Diskurses sein. Im Ernst: Das ist doch kein Ort, der für einen offenen Diskurs steht. Mit einem echten Kulturzentrum könnte man viel mehr Menschen erreichen. Ja, die Flora muss sich weiter öffnen. Aber es hat durchaus schon Bewegung

gegeben. Durch Verbindungen zu der Initiative Recht auf Stadt ist eine breiteres Forum entstanden. Das muss weitergehen – immer verbunden mit klarer Distanz zur Gewalt. Letztes Thema: Umwelt- und Klimapolitik. Spielen diese für die SPD überhaupt eine Rolle, jetzt, wo Sie ohne die GAL regieren können? Aber natürlich. Wir wollen aber weniger in Marketing investieren, sondern die Umweltpolitik wieder erden. Es geht uns um mehr Straßenbäume, um die Sanierung der Radwege und die Verbesserung des Nahverkehrs. Wir planen die Verlängerung der U4 und den Ausbau der S4. Außerdem forcieren wir die Energiewende und den Atomausstieg, planen einen Einstieg bei den Energienetzen und prüfen einen Ausbau der Windkraftanlagen in Hamburg. Auch hier gilt: Die Menschen wollen es lieber konkret. Teure Marketingkampagnen machen ihren Alltag nämlich nicht besser. Praktische Politik dagegen schon. Interview: Per Hinrichs, Jörn Lauterbach und Jens Meyer-Wellmann

WELT AM SONNTAG: Herr Dressel, Irritationen über Citymaut und Wohnungsnot, ein fehlender Abgeordneter bei der Bürgermeisterwahl und zwei Bürgerschaftspräsidentinnen in zwei Wochen – das war ein etwas unglücklicher Regierungsstart, oder? ANDREAS DRESSEL: Nein. Jede neue Regierung braucht eine Startphase. Klar ist, dass wir bereits in den ersten Wochen viel von dem auf den Weg gebracht haben, was wir vor der Wahl versprochen haben: die Senkung der Kitagebühren etwa oder die Abschaffung der Studiengebühren.
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DER AUSGLEICHENDE GENOSSE AUS WANDSBEK
Andreas Dressel hat sich in nur sieben Jahren durch Fleiß und unaufgeregte Kommunikation an die Spitze der SPD-Fraktion hochgearbeitet
In den vergangenen Jahren wurden in Hamburg wohl nur wenige Zeitungen gedruckt, in der nicht zumindest in einer kleinen Meldung der Name Andreas Dressel auftauchte. Das lag daran, dass der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete aus Wandsbek als innenpolitischer Sprecher so viele Kleine Anfragen an den Senat stellte wie kaum ein anderer. Die Antworten der Regierende zu Autobränden, Polizistenstellen oder Feuerwehreinsätzen überließ er, mit kritischen Kommentaren gewürzt, den Hamburger Medien. So häufig tauchte sein Name auf, dass bald der Spruch kursierte, Hamburger sei „overdresselt“. Fleiß und Beharrlichkeit des 36-Jährigen haben sich ausgezahlt. Obwohl er erst seit 2004 Mitglied der Bürgerschaft ist (zuvor saß er in der Bezirksversammlung Wandsbek), darf er seit Mitte März die SPD-Mehrheitsfraktion führen. Eine Herausforderung für den 36 Jahre alten Juristen, der über „Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in den Hamburger Bezirken“ promovierte. Dass ihm Bürgermeister Olaf Scholz das Amt zutraut, dürfte neben Dressels Arbeitseifer auch mit der ausgleichenden Art des zweifachen Vaters zu tun haben. Auffällig ist, dass Dressel demselben Milieu entstammt wie Ole von Beust. Beide Familien sind
+

geprägt durch den hamburgischen Beamtenstaat, Vater von Beust war Bezirksamtsleiter, Vater Helmut Dressel Geschäftsführer bei der Staatsholding HGV, beide Juristen. Beide Söhne machten Abitur am Walddörfer-Gymnasium, beide studierten Rechtswissenschaft in Hamburg. Auch von Beust war lange Zeit Chef seiner Bürgerschaftsfraktion – bevor er schließlich Bürgermeister wurde.

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1. M A I 2 011

Bilder der Woche

U-Bahnlinie 4: Es werde bunt
Um der Umgebung gerecht zu werden, gestaltet die Hamburger Hochbahn die künftige Haltestelle „Hafencity Universität“ im Hafenstil. Günter Elste, Chef des städtischen Unternehmens, lud Verkehrssenator Frank Horch nun zu einer ersten Begehung der Baustelle. Der Gast zeigte sich besonders „angetan“ von dem Lichtkonzept: Zwölf mit jeweils 280 LED-Lampen bestückte Kästen sollen in eineinhalb Jahren von der Decke über So futuristisch bunt wird die neue Haltestelle dem Bahnsteig hängen – alle in der Größe eines 20 Fuß langen Containers. Welches wände der Haltestelle die Lichter der Lichtspiel dabei entstehen kann, präKästen. Nach Informationen der sentierten die Techniker anhand des Hochbahn kostet das angeblich welteinen bereits installierten Kolosses: weit einzigartige Lichtkonzept etwa Hinter Milchglas versteckt, gehen die 300 000 Euro mehr als bei einer herFarbtöne ineinander über. Die einzelkömmlichen Gestaltung. Der Bau der nen Farben wandern quasi an der gesamten Haltestelle schlägt mit bis Containerhülle entlang. Während der zu 30 Millionen Euro zu Buche. Ab Bahnsteig selbst nur weiß beleuchtet Herbst 2012 verbindet die U4 den wird, reflektieren die dunklen StahlJungfernstieg mit der Hafencity.
Die Panoramaaufnahme macht es möglich: Kaiserkai, Marco-Polo-Terrassen und Marco-PoloTower auf einem Bild

Spielt uns das Lied vom Sparen
m Dienstag ist es wieder so weit: Eine Regierung trifft sich zu einer Konferenz, um über den Haushalt zu beraten. Die Lage ist ernst, schlecht, katastrophal oder alles zusammen, und es muss gespart werden. Häufig werden auch „schmerzhafte Einschnitte“ versprochen, bei denen es „keine Tabus“ geben dürfe. Da kommt Gänsehaut auf, das ist die sublimierte Erotik der Politik – Sparen ohne Tabus, alles kann, nichts muss. Hosen runter, Herr Finanzsenator! Da kann auch der verschwiemelte Name „Haushaltsklausur“ nichts ändern, der so nach vergeigter Mathe-Arbeit müffelt. Hier werden Entscheidungen gefällt, von echten Kerlen und von ganzen Frauen, hier wird Entschlusskraft demonstriert, als bilde der Senat in Wahrheit das Offizierscorps einer „HH Titanic“ – mit dem Unterschied, dass Käpt’n Olaf das Ruder vor dem Eisberg noch herumreißen kann. Wie hart er mit den bestorganisierten pressure groups umgeht, hat Olaf Scholz ja schon in der verANZEIGE
ACTION PRESS

Trainer für den Neuaufbau
Die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen Freiburg begann am Donnerstag mit einigen Minuten Verspätung. „Ich musste noch meinen Vertrag unterschreiben“, stellte Michael Oenning lächelnd fest, der Mitte März nach der Entlassung von Armin Veh vom Assistenten zum Chef befördert worden war. Obwohl er das kurzfristige Ziel, die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb, verpassen wird, wurde dem 45-Jährigen von Vereinsboss Carl-Edgar Jarchow und dem künftigen Sportdirektor Frank Arnesen das Vertrauen über die laufende Saison hinaus ausgesprochen. Die HSVFührung und Oenning besiegelten ihre Zusammenarbeit mit einem Arbeitspapier bis 2013. Er ist Hamburgs Trainer für den Neuaufbau
Michael Oenning erhält HSV-Vertrag bis 2013
DAPD

gangenen Woche gezeigt. Da hat er den Beamten, die um das schon gestrichene Weihnachtsgeld kämpften, das brutalstmögliche Kompromissangebot unterbreitet: Es wird nur um die Hälfte gestrichen. Vielleicht. Aber das hat die unkündbaren Staatsdiener, die schon um das Zahlen von Sozialabgaben betrogen werden und zuweilen nicht eben geringe Pensionen kassieren müssen, dennoch auf den Gummibaum gebracht. Sogar streiken wollen die Beamten. Haben wir was verpasst? Wurde das Weihnachtsgeld von der Uno in den Stand der Menschenrechte erhoben, neben Schulbildung und körperlicher Unversehrtheit? Wird spannend, ob die SPD-Crew irgendjemandem ein bisschen wehtun will. Sie muss ja. Sonst kann sie sich die Klausur sparen. REGIONALREDAKTION HAMBURG
Redaktionsleiter: Jörn Lauterbach Stv.: Insa Gall , Dr. Jens Meyer-Wellmann, Cornelis Rattmann Chefreporterin: Martina Goy Produktion: Axel Seifert Redaktion: Axel-Springer-Platz 1, 20350 Hamburg, Brieffach 0719 Telefon 040 / 34 72 43 33 Telefax 040 / 34 55 14 E-Mail: hamburg@wams.de

Es läuft rund in der Hafencity
Von den einen wird sie wegen architektonischer Glanzstücke umschwärmt, von anderen als Stadtteil vom Reißbrett skeptisch beäugt. Doch an einer Erkenntnis kommen auch die Kritiker nicht vorbei: Die Hafencity gilt als das größte und spannendste städtebauliche Projekt Europas. Und weil das Quartier wächst, wächst nun auch die Veranstaltungsreihe „Sommer auf den Magellan-Terrassen“. Das neue Programm heißt „Sommer in der Hafencity“ will aber nicht nur neue Orte, sondern auch neue Themen erobern. Insgesamt finden 24 Veranstaltungen statt, darunter Swingtanz unter freiem Himmel, Poetry Slams, FamilienLese-Picknicks im Park und maritime Mitmachaktionen für Kinder. Die Eckdaten sind geblieben: Die Veranstaltungen finden immer sonntags statt, von Juni bis August, der Eintritt ist frei.

Hagenbeck feiert Bären-Sensation
Der Tierpark Hagenbeck ist stolz: Zum ersten Mal ist außerhalb Russlands die Nachzucht der von der Ausrottung bedrohten Kamtschatkabären gelungen. Bei bestem Wetter machten die Brüder Wanja und Misho nun mit Wasserfall, Spielwiese und Kletterbaum Bekanntschaft. Ab sofort sind sie täglich im Außengehege zu bestaunen – unter dem wachsamen Blick von Bärenmutter Mascha, versteht sich. Vater Leonid hält sich in einem abgetrennten Bereich der Anlage auf. Die kleinen Bärenbrüder kamen am 24. Januar zur Welt und wiegen rund zehn Kilo.

Pirat hält Richter für Henker
Im ersten Piratenprozess seit Jahrhunderten am Hamburger Landgericht wurde zum ersten Mal einer der zehn Angeklagten direkt befragt. Der 22-Jährige schilderte dabei seine Lebensumstände vor dem Überfall auf den Hamburger Containerfrachter „Taipan“ am Ostermontag des vergangenen Jahres. Er habe seine zwei Frauen und fünf Töchter in Somalia damals nicht mehr ernähren können und sich auf die Suche nach einer Einnahmequelle gemacht. Wie hoch die Hürden der Kommunikation sind, verdeutlichte ein 17-jähriger Angeklagter, der den Staatsanwalt für

Die Jungbären Wanja und Misho erkundeten am Freitag mit ihrer Mutter das Gehege im Tierpark Hagenbeck

DAPD/MARCUS BRANDT

Einer der zehn mutmaßlichen Piraten

DPA/BODO MARKS

den Richter hielt. Dieser würde über seine Exekution entscheiden, dachte der Jugendliche. Und der eigentliche Richter war für ihn der Henker.

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Rüstige Musikanten in der Reha
Ein neuer Hamburg-Film startet in den Kinos. Nicole Weegmanns anrührende Tragikomödie „Schenk mir dein Herz“ mit Peter Lohmeyer und Paul Kuhn erzählt von der Heilkraft der Musik
ULRIKE MAU

ltersschwäche und Musik sind der Motor, der das Grimmsche Märchen von den „Bremer Stadtmusikanten“ zum Laufen bringt. „Etwas Besseres als den Tod findest du überall“ ist das Motto von Esel, Hund, Katze und Hahn, die ihren Besitzern nicht mehr nützlich sind und aussortiert wurden. Rettung bringt ihnen die Musik. „Etwas Besseres als den Tod“ lautete auch der Titel, unter dem Nicole Weegmanns Tragikomödie im vergangenen Jahr Publikum und Kritik auf dem Filmfest Hamburg begeisterte und schließlich den Produzentenpreis in der Sektion TV gewann. Der Titel war kein Zufall, denn auch in ihrem Film geht es um vermeintliche Altersschwäche – und die lebenserhaltende Kraft der Musik. Mit dem neuen, positiveren Titel „Schenk mir dein Herz“ startet der Film mit Peter Lohmeyer und dem 83-jährigen Paul Kuhn in den Hauptrollen am 5. Mai bundesweit in den Kinos. Dafür hatte sich im Vorfeld Abaton-Geschäftsführer und Programmchef Matthias Elwardt stark gemacht, der den Film unbedingt ins Kino bringen wollte. „Schenk mir dein Herz“ ist Hamburg pur. Der Film wurde nicht nur von Wüste Film produziert und ist als Auftragsproduktion für den NDR entstanden, er wurde auch in Hamburg gedreht. Das Titelstück „Schenk mir dein Herz“ wie die Songtexte stammen aus der Feder von Lokalmatador Bernd Begemann, die anderen Kompositionen von Swinglegende Paul Kuhn. Die Hauptrolle ist großartig mit Peter Lohmeyer besetzt, das Drehbuch hat die bekannte Hamburger AutoANZEIGE

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rin Ruth Toma („Solino“, „Kebab Connection“) geschrieben. Mit einer kurzen Rückblende wird die Hauptfigur eingeführt: Der umjubelte Schlagerstar Alexander Ludwig (Lohmeyer) nimmt im Studio einen neuen Titel auf. Mitten im Stück bricht er ab – ein Saxofon-Solo stört ihn gewaltig. Er zettelt einen Streit mit dem Tonmeister an und lässt ihn die Saxofon-Spur entfernen. Schließlich wirft er auch noch eine füllige Backgroundsängerin raus, weil er „hören kann wie sie aussieht“. Dreist, arrogant, anmaßend, dieser Alexander Ludwig ist ein Typ, den man lieber nur aus der Ferne erleben möchte. In der nächsten Szene sitzt Ludwig in einem Taxi. Schon sein Gesichtsausdruck ist ein völlig anderer: unsicher, zweifelnd. Er fragt den Taxifahrer nach einigen Gebäuden, an denen sie vorüberfahren, doch die Antwort, „Ach, das steht hier schon einige Jahre“, lässt ihn noch mehr in sich zusammensinken. Der Fahrer bringt ihn zu einem weitläufigen, belebten Gebäudekomplex, das der Schlagerstar für ein „beschissenes Hotel“ hält, weswegen er, auf seinen Manager fluchend, auf dem Absatz kehrt macht. Dass er in der nächsten Einstellung dann doch als „Gast“ im Hotel logiert, klärt sich schnell auf: Das Hotel ist eine Rehaklinik. Ludwig leidet seit einem Herzinfarkt mit vorübergehender Unterversorgung des Gehirns unter massiven Gedächtnisstörungen. Die letzten Jahre sind ausgelöscht. Aber auch die Gegenwart bleibt nicht haften. Die Millionen von Platten, die er zuletzt verkauft hat, die junge Frau (Mina Tander), deretwegen er seine langjährige Ehefrau verlassen hat, existieren nicht mehr für ihn. Stattdessen muss sich Ludwig nun mit der Realität auseinandersetzen. Ein kleines Schreibheft, in das er alles eintragen soll, was in seinem neuen Alltag wichtig ist, wird zur unersetzlichen Stütze. Verschiedenenfarbige Linien auf dem Boden der Klinik sollen den Patienten die Orientierung erleichtern. Auf einem seiner Streifzüge durch das Gebäude entlang der Linien trifft er Heinrich (Paul Kuhn), einen alten Jazzpianisten, der am Flügel improvisiert. Magisch fühlt sich der Schlagersänger von Heinrichs Musik an-

ZORRO FILM

„Sitzt meine Perücke?“ Schauspieler Peter Lohmeyer (l.) bewegte diese Sorge, während Paul Kuhn keine Frisurprobleme hatte

gezogen, intuitiv nimmt er sich eine Gitarre und sie spielen zusammen. Heinrich schlägt vor, eine Jazzcombo zu gründen. Doch schon den ersten Probentermin vergisst Ludwig. Stattdessen verlässt er unerlaubt das Klinikgelände, um seine Ex-Frau Edda (Catrin Striebeck) in dem vermeintlich gemeinsamen Haus aufzusuchen. Die Trennung vor einigen Jahren, die Auseinandersetzungen, das gestörte Verhältnis zu seinem Sohn (Louis Klamroth, Lohmeyers Sohn, mit dem er schon in „Das Wunder von Bern“ zusammenspielte), an all das erinnert er sich nicht mehr. Und die bildhübsche junge Frau, die ihn in der Klinik besucht und verzweifelt behauptet, seit drei Jahren mit ihm verheiratet zu sein, vergisst er auch von Tag zu Tag aufs Neue. Selbst die eigenen Lieder sind wie weggewischt. Immerhin zeigt sich irgendwann Besserung – oder ist es die Beharrlichkeit des so viel älteren Heinrich, der nicht mehr lange Zeit hat? Ist die Heilkraft von Jazz und Swing dafür verantwortlich, dass Alexander sich die Musikabende nun doch merkt und auch seiner zweiten Frau Maria allmählich wieder Beachtung schenkt? Mit einem groß angekündigten Konzert seiner neuen Jazzcombo will er unbedingt das vor der Pleite stehende Jazzlokal von René, einem alten Freund von Heinrich, retten. Und überhaupt zeigt der von Starallüren und Biestigkeit zerfressene Schlagerstar plötzlich so viel Herz und Natürlichkeit, dass man einen neuen, strahlenden Menschen zu sehen glaubt. Für Hauptdarsteller Peter Lohmeyer war „Schenk mir dein Herz“ ein Projekt, das zeigt, dass nicht nur die Amerikaner mit Musik umgehen können. Mehr noch:

Musik ist für ihn das Hauptthema. „Musikrichtungen kommen zusammen, ergeben einen eigenen Sound, so kommen auch die Menschen zusammen“, sagt Lohmeyer. Noch im Dezember vergangenen Jahres hatte er seinem im Januar 2011 verstorbenen Freund Bernd Eichinger den Film zur Ansicht geschickt, weil sich zu dem Zeitpunkt noch kein Kinoverleih gefunden hatte. „Eichinger fand ihn toll, aber er war ihm zu klein für die große Filmproduktionsgesellschaft Constantin“. Über die Zusammenarbeit mit Paul „Paulchen“ Kuhn in seiner ersten richtigen Filmrolle gerät Lohmeyer ins

Schwärmen. „Total kreativ, wunderbar. Paul braucht einfach die Musik, in der Pause hat er meistens am Klavier gesessen.“ Sein eigenes musikalisches Talent konnte der Schauspieler in dieser Rolle auch unter Beweis stellen. Er spielt Gitarre und singt seinen Part wie auch Mina Tander selbst. Dass es keine einzige „böse“ Figur gibt, nicht einmal der Manager, wie man es sonst gewohnt ist, macht die Anziehungskraft dieses durch und durch positiven Films aus. Dabei ist das Sujet der Läuterung eines garstigen Helden alles andere als neu. Dennoch gelingt Nicole Weeg-

mann eine faszinierende Geschichte voller Wärme und Zuversicht. Besonders die von Paul Kuhn so lebensnah gespielte Figur des alten Pianisten, der im Film einen zweiten Schlaganfall erleidet und sich dem Tod trotzdem augenzwinkernd entgegenstellt, versprüht so viel Lebendigkeit und Optimismus, dass nicht Wenige im Kinosaal verstohlen nach ihrem Taschentuch suchten. Am 2. Mai feiert „Schenk mir dein Herz“ Premiere im Abaton mit Paul Kuhn, Mina Tander, Peter Lohmeyer, Catrin Striebeck und vielen andere prominenten Gästen.

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Zensus-Briefe für 62 500 Bürger
Die am Montag startende Befragung kostet Hamburg 4,5 Millionen Euro
er Griff in den Briefkasten wird am Montag für 62 500 Hamburger eine Überraschung bergen. Per Zufallsverfahren wurden sie ausgewählt, an der bundesweiten Befragung „Zensus 2011“ teilzunehmen. Die Interviews beginnen erst eine Woche später, doch mit dem Anschreiben nehmen die Zensus-Mitarbeiter einen ersten Kontakt mit den Bürgern auf – um etwa einen Besuchstermin zu vereinbaren. Nach Auskunft des Statistikamtes Nord sind mittlerweile alle InterviewerStellen besetzt. 7,50 Euro erhalten die Mitarbeiter pro ausgefüllten Fragebogen. Für Hamburg ergeben sich damit Personalkosten in Höhen von 470 000 Euro. Insgesamt kosten Befragung und Auswertung in der Hansestadt sieben Millionen Euro; die Bundesregierung übernimmt davon 2,5 Millionen Euro. 20 bis 30 Minuten dauert ein Interview. 46 Fragen, unter anderem zu Alter, Familienstand und Beruf, müssen beantwortet werden. Gefragt wird etwa, ob Mutter oder Vater nach 1955 nach Deutschland zogen, wie viele Personen im Haushalt leben und ob man vom 9. bis 15. Mai mindestens eine Stunde arbeitet. Die Frage, zu welcher Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung man sich bekennt, ist nicht verpflich-

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So sehen die Fragebögen zur aktuellen Volkszählung in Deutschland aus

tend; wohl aber die Frage, ob und welcher Kirche man angehört. Wer sich weigert, alle Pflichtfragen zu beantworten, zahlt zunächst ein Zwangsgeld in Höhe von 300, in einer zweiten Stufe von 500 Euro – nur in Ausnahmefällen sind noch höhere Summen fällig. Die Auserwählten können es sich aber auch einfach machen: Wenn sie auf die Hilfe der Interviewer verzichten, können sie die Fragebögen entgegennehmen, allein ausfüllen und zurücksenden. Außerdem bietet sich ein Online-Formular zur Beantwortung an – während hingegen eine telefonische Befragung in jedem Falle ausgeschlossen ist. Das Zufallsverfahren, mit dem die Personen ausgewählt wur-

den, bezog sich immer auf eine Adresse – also auf Straße samt Hausnummer. Wurde ein Mehrfamilienhaus ausgewählt, finden dort nun entsprechend Interviews in allen Haushalten statt. Die letzte Volkzählung war 1987 noch von massiven Protesten begleitet. Im Internet-Zeitalter ist die Sensibilität der Bürger für die Sicherheit ihrer persönlichen Daten mitunter deutlich gesunken. Jürgen Delitz vom Statistikamt Nord weist dennoch auf das korrekte Prozedere hin: Nur wer sich nach vorheriger Terminvereinbarung unaufgefordert mit einem Interviewer, sowie mit einem Personalausweis an der Wohnungstür vorstellt, darf die Fragen stellen. Erste Erfahrungen sammelten die Statistiker mit einer Vorerhebung von Gebäuden und Wohnungen. Rund Dreiviertel der angesprochenen Hamburger Immobilienbesitzer reagierten sofort – eine gute Quote, die die Zensus-Mitarbeiter auf eine starke Beteiligung auch bei der Bürgerbefragung hoffen lässt. Bis Juli werden rund zehn Prozent der deutschen Bevölkerung befragt. Zeitgleich finden die Interviews in sämtlichen EUStaaten statt. Erste Ergebnisse des Zensus 2011 werden erst in eineinhalb, die endgültige Statistik erst in zwei Jahren Olaf Dittmann vorliegen.
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PRIVATSCHULEN UND INTERNATE
Deutschlands großer Internate-Verbund bittet zum Beratungstag

Gemeinsam leben und lernen
as Leben in der Gemeinschaft, die Konzentration auf das Lernen – das bringt vielen Schülern ein entscheidendes Fundament für ihre Zukunft. Deutschlands großer Internate-Verbund, die 21 LEH-Internate, bietet deshalb interessierten Eltern am 7. Mai in Hamburg die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch mit Repräsentanten der Schulen die Bedingungen und besonderen Chancen eines Internatsbesuchs zu erörtern. LEH steht für die Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime. Zum Verbund gehören renommierte Einrichtungen wie Salem, Louisenlund, die Hermann-Lietz-Schulen, die Schule Marienau, das Landschulheim am Solling, das Landheim Schondorf am Ammersee und die Grovesmühle.

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Erziehung im Elternhaus. In Deutschland ist das leider zu wenig bekannt. Die Erfahrungen meiner eigenen Jahre im Internat haben mich für mein späteres berufliches und politisches Wirken entscheidend vorgeprägt und zeitlebens begleitet.” Das sagte Hildegard Hamm-Brücher, die ehemalige Staatsministerin und Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, über ihre Zeit im Internat Salem. Dass Internate eine gute Alternative zum üblichen

Schulangebot sein können, gilt hierzulande – anders als in Großbritannien – nicht unbedingt als naheliegend. Dabei wünschen sich viele Familien durchaus andere Bildungswege für die Kinder. Große Klassen, überladene Lehrpläne, frustrierte Lehrer, einförmiger Unterricht, die umstrittene Einführung des achtjährigen Gymnasiums sind die Ursache, dass immer mehr Eltern mit den staatlichen Schulen unzufrieden sind. Sie wünschen sich eine individuelle Förderung

ihrer Kinder, die den Talenten und Interessen der jungen Leute besser gerecht wird. Aber welche Schule ist die richtige? Es ist nicht einfach, in der Vielfalt der Angebote, der unterschiedlichen Konzepte und Qualitäten die passende Schule zu finden, die den Erwartungen optimal entspricht. Die in der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime zusammengeschlossenen LEH-Internate wollen mit ihren Beratungstagen Orientierungshilfe bieten und um Aufmerksamkeit für die besonderen Möglichkeiten einer Internatserziehung werben. Interessierte Eltern können sich wohnortnah über mehrere Internate informieren und sich weite Anreisen zu den Standorten der Schulen ersparen. Die LEH-Internate stehen in einer reformpädagogischen Tradition. Über die aktuellen Bildungsaufgaben hinaus

„Gute Internate sind Ergänzung und Erweiterung der

zielen sie auf die Bildung des „ganzen Menschen“, auf Persönlichkeitsentwicklung in einem an verbindlichen Werten orientierten Lebenszusammenhang, eine Schulwirklichkeit als gemeinschaftsbezogenes und ganzheitliches Leben und Lernen. „Landerziehungsheime“ sind deshalb immer zugleich Internate und Schulen. Leben und Lernen sind eine Einheit, und die personellen Garanten dieser Einheit sind die Internatspädagoginnen und -pädagogen, die eben auch die Lehrerinnen und Lehrer sind. Sie teilen ihren Alltag mit den ihnen anvertrauten Jugendlichen, sie sind Lernberater, auch Vertraute und Vorbilder. So heißt es in den aktuellen Leitlinien. „In Zeiten eines allgemein empfundenen Verlangens nach neuer Verbindlichkeit von Werten stiftet das LEH-Internat einen einladenden, gemeinschaftlichen Lebensraum, in dem Schülerinnen und Schüler

lernen, Verantwortung für Menschen innerhalb und außerhalb der Internatsgemeinschaft zu übernehmen, etwa im Rahmen der Feuerwehr wie in Louisenlund (Foto links) oder der Ersten Hilfe wie in Salem (rechts). Samstag, 7. Mai, 11 bis 16 Uhr, Steigenberger Hotel, Heiligengeistbrücke 4, 20459 Hamburg Um Wartezeiten zu vermeiden, wird Voranmeldung empfohlen. Näheres über die LEH-Internatsberatung, Tel. 07554/98 67 22 oder www.internate.de.

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Basis für die Zukunft
Unter dem Motto „Privat macht Schule“ bietet die Höhere Handelsschule St. Georg dem Nachwuchs optimale Bildungschancen. Die Institution der Privatschulpädagogischen Gesellschaft (ppg) schließt zudem als private Ganztagsschule die Stadtteilschule St. Georg ein. Die Höhere Handelsschule St. Georg zielt darauf ab, ihre Absolventen innerhalb von zwei Jahren zu einem Abschluss zu führen, der in der Berufswelt in hohem Maße angesehen ist und darüber hinaus zu einem Studium befähigt. In den inhaltlich miteinander verknüpften Lernfeldern wird neben der Vermittlung wichtigen Basiswissens stets der Praxisbezug hergestellt, der für den späteren Berufsalltag wichtig ist. Der Unterricht orientiert sich einerseits an den Tätigkeitsfeldern des Berufes, andererseits verknüpft er die verschiedenen Fächer eng mit der gesellschaftlichen und persönlichen Realität der Lernenden und ermöglicht ihnen so eine umfassende Bildung. Für die Stadtteilschule gilt die Maxime, Zeit haben und sich Zeit nehmen für die Schüler. Dahinter steht die Erkenntnis, dass Lehren und Lernen unter Stress nicht funktionieren. Dabei werden die Schüler gezielt in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt. Basis ist ein breit gefächerter Wahlpflichtbereich, der die individuellen Fähigkeiten der Schüler fördern soll. Dabei wird neben dem schulischen Pflichtstoff auch Sozialkompetenz und Selbstvertrauen vermittelt, damit Schüler nicht nur klüger, sondern auch reifer werden. Am 10. Mai, 19 Uhr, findet ein Informationsabend der Stadtteilschule statt. Am 12. Mai, 19 Uhr, informiert die Höhere Handelsschule St. Georg über ihre Lehrangebote. www.st-georg-schulen.de

Intensivtherapie in den Sommerferien

BERATUNGSTAG in
„Eine Intensivtherapie während der Ferien kann Kindern und Jugendlichen helfen, Lernschwächen zu überwinden“, sagt Sylke KinneResech, Leiterin des Duden Instituts für Lerntherapie. Die Intensivtherapie beinhaltet 15 Stunden. Vorab wird eine tiefgründige Diagnose durchgeführt, um die Ursachen der Lernprobleme zu finden und die individuelle Förderung zu ermöglichen. Die Intensivtherapie bietet Schülern mit einer Rechen- oder LeseRechtschreibschwäche die Möglichkeit, an den notwendigen Lernvoraussetzungen zu arbeiten. Für die Zeit vom 18. Juli bis zum 05. August 2011 gibt es noch freie Plätze in Blankenese und Niendorf. Interessierte können sich per Telefon unter 040/555 499 12 oder per Mail an hamburg@ duden-institute melden.

Hamburg, am Mittwoch, den 11. 5. 2011
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Bitte vereinbaren Sie einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch unter:

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Toleranz im Lehrplan

Internate in Hamburg Großer Beratungstag
am Samstag, dem 7. Mai 2011, 11 - 16 Uhr Steigenberger Hotel, Heiligengeistbrücke 4, 20459 HH Führende LEH-Internate stellen sich vor:
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Eine gute Schule erkennt man an der Vielfalt ihrer Ausbildungsangebote. Davon gibt es in Marienau jede Menge. Dabei setzt das Haus auf Verantwortungsbewusstsein, Toleranz und soziales Handeln. In der Schulversammlung sind Lehrer und Schüler mit der gleichen Stimmenzahl vertreten und üben so schon früh, dass sie durch Argumente und Engagement überzeugen müssen. Den vielfältigen Rechten und

Stiftung Louisenlund Hermann-Lietz-Schule Spiekeroog Schule Marienau Landschulheim am Solling Landschulheim Grovesmühle Hermann-Lietz-Schule Schloss Hohenwehrda Hermann-Lietz-Schule Schloss Bieberstein Hermann-Lietz-Schule Haubinda Landheim Schondorf am Ammersee Salem
Auch ohne Voranmeldung sind Sie uns willkommen. Zur Vermeidung von Wartezeiten empfehlen wir aber eine Terminreservierung. LEH-Internatsberatung Dr. Hartmut Ferenschild T. 0 75 54 / 98 67 22 www. internate .de

Mitgestaltungsmöglichkeiten stehen im Sinne der Gemeinschaft aber auch Pflichten gegenüber – etwa die Mentorenschaft für Jüngere, der Tischdienst sowie die Fürsorge für die schuleigenen Ponys. Die Schule Marienau ist Unesco-Projektschule. Auslandsaufenthalte fördern interkulturelles Lernen und sind eine Antwort der Schule Marienau auf die Globalisierung. Die Teilnahme an einem mehrmonatigen Hochseetörn der HighSeas-High-School bietet eine besondere Herausforderung. Beim Altmarienauer Treffen am 1. und 2. Juni und dem großen Sommerfest am 2. und 3. Juli sind auch Auswärtige willkommen. www.marienau.de

Wege zum perfekten Englisch
Das nächste Schuljahr naht und damit die notwendige Entscheidung, wie es mit der schulischen Ausbildung der Kinder weitergehen soll. Ist ein Internatsaufenthalt im Ausland geplant, um die Sprachkenntnisse zu verfeinern? Genau das ist heute eine bedeutende Voraussetzung für die spätere berufliche Laufbahn. Vor allem ohne fundierte EnglischKenntnisse geht nicht mehr viel. Die petra heinemann internationale schulberatung bietet am Mittwoch, dem 11. Mai zwischen 14 und 20 Uhr einen Beratungstag mit Informationen über die Möglichkeiten für einen Internatsaufenthalt ab September dieses Jahres und über die Schulen in Großbritannien, die noch
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Plätze anbieten. Gleichzeitig gibt es aber auch schon Informationen über mögliche Internatsaufenthalte im Jahr 2012. Darüber hinaus geht es um Summer School-Aufenthalte in den kommenden Sommerferien. Für viele Kinder zählt der Auslandsaufenthalt heute mehr denn je zu den festen Bestandteilen der Ausbildung und der Vorbereitung für das spätere Leben. Ein so entscheidender Schritt muss sorgsam geplant und vorbereitet werden, damit man genau den Ort und die Schule findet, an der man sich wohl fühlt und die optimale Förderung

erfährt. Die petra heinemann internationale Schulberatung informiert seit über 15 Jahren über Auslandsaufenthalte in Internaten in England,

Schottland und Wales. Terminvereinbarungen unter der Telefonnummer 040/54 80 30 75. www.heinemannschulberatung.de

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Kritik aus Berlin an Hamburger Internet-Unternehmen
erade einmal zwei Monate ist die Internetplattform 9flats.com des Hamburger Unternehmers Stephan Uhrenbacher auf dem Markt und schon gibt es Ärger. Über 9flats.com können Touristen und Geschäftsreisende die Wohnungen von Privatpersonen mieten. Der Besitzer der Wohnung vermietet sein Domizil, während er selbst unterwegs ist. Mit Vorteilen für beide Seiten: Der Mieter kann ordentlich Geld sparen, denn meist sind die Wohnungen deutlich günstiger als ein vergleichbares Hotelzimmer. Aber auch der Vermieter bekommt „Geld für etwas, was er schon hat“, wie auf dem Portal zu lesen ist. Mit dem Start-up will Stephan Uhrenbacher, der bereits das Empfehlungsportal Qype.com gegründet hat, den Markt für private Zimmervermietung erobern. Bislang ist ihm das auch erfolgreich gelungen. Nach zwei Monaten zählt 9flats 20 000 Mitglieder aus 40 Ländern sowie 8000 private Unterkünfte in 2000 Städten weltweit. Täglich kommen 500 Mitglieder und 50 Wohnungen hinzu. Bei den Buchungen liegen Barcelona, London, Madrid, Rom und Paris vorn. Stephan Uhrenbacher ist überzeugt: „Der Nicht-Tourist ist eine neue Generation Reisender.“ Auf Plattformen wie 9flats buche er sich lieber in Privatwohnungen ein statt in professionelle, aber gleichermaßen anonyme und austauschbare Hotels. Aus einem Tourist werde ein Besucher, der Einblicke in das Leben anderer Menschen erhalte, durch den persönlichen Kontakt zu seinem Vermieter. Damit könne er sich überall auf der Welt wie bei Freunden fühlen. Doch Ärger droht jetzt von Seiten der Tourismusverbände, die 9flats als gewerbliche Konkurrenz ansehen. So fordert der Tourismus-Chef der Stadt Berlin, Burkhard Kieker: „Da muss der Senat einschreiten. Das ist eine gewerbliche

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Konkurrenz, die der Berliner Hotelbranche nicht gut tut.“ Er hält Unterstützung von Willy Weiland, Berlin-Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands: „Der Markt ist dicht. Alles, was jetzt neu eröffnet, ist Kannibalismus.“ In Hamburg sieht das der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands, Gregor Maihöfer, entspannter: „Die Hotellerie in Hamburg ist so gut aufgestellt, da habe ich keine Sorgen. 9flats ist keine Alternative zur professionellen Hotel-Dienstleistung“, sagt Maihöfer. Zudem sei die Anzahl der geANZEIGE

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werblichen Übernachtungen in der Hansestadt in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Stephan Uhrenbacher bewertet die Reaktionen der Tourismusverbände als „pure Interessenswahrnehmung“. Es sei normal wenn etwas Neues am Horizont auftauche, dass es Verunsicherung gebe. „Nur wird man diese weltweite Entwicklung nicht dadurch aufhalten, dass man sie verbietet“, sagt Uhrenbacher. Der Reisemarkt wachse insgesamt, Städtereisen sogar enorm. „Ich gehe nicht davon aus, dass unser Modell Hotels insgesamt Marktanteile wegnimmt“, so der Grünsse der von 9flats.

Ob zu zweit oder zu sechzig: Menschen wollen gemeinsam online spielen. Auf einer neuen Plattform können sie künftig aber auch miteinander kommunizieren

Facebook für Spieler
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Fast sechs Millionen Menschen spielen in Deutschland über das Internet. Was bisher fehlte, war ein gemeinsames Internet-Portal Die Jungunternehmer erhielten bereits den Webfuture Award 2010 und gewannen von 1100 Bewerbern den enable2start-Preis der „Financial Times Deutschland“

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Zwei Hamburger Jungunternehmer haben die Grenzen der Social-Networks für Online-Spieler erkannt und drängen mit „Teamsunited“ in eine Marktlücke

ROBIN HORNIG

nline-Spiele der neuesten Generation haben nichts mehr zu tun mit gemütlichen Spieleabenden zu Hause. Das zeigt sich schon an der Anzahl der Mitspieler. So haben weltweit bereits 5,2 Millionen Menschen mitgemacht bei einem sogenannten Browser-Game, das in der Römerzeit angesiedelt ist. Gewonnen hat, wer zuerst ein Weltwunder vollbringt. Am Anfang ist der Spieler damit beschäftigt, ein ganzes Dorf zu verwalten, Ressourcen wie Holz oder Eisen zu beschaffen, die Verteidigung zu organisieren. Doch schon bald wird er feststellen, dass sich andere Spieler mit ihren Dörfern zu Allianzen zusammenschließen. Um zu überleben, muss auch er einer Allianz beitreten. Schlagartig nimmt die Organisation zu. Denn innerhalb einer Allianz können bis zu 60 OnlineSpieler kooperieren, es wird untereinander Warenhandel betrieben und gemeinsame Angriffe, bis hin zu komplexen „Schlachten“ gegen andere Allianzen koordiniert. Das Weltwunder zu vollbringen kann Monate dauern! Dazu findet alles in Echtzeit statt. Nicht ungewöhnlich, wenn ein Spieler um drei Uhr nachts die anderen Spieler seiner Allianz um militärische Unterstützung bittet, da er in einigen Minuten einen feindlichen Angriff zu befürchten hat. So ein Browser-Game bleibt also nicht im virtuellen Raum. Die Spieler müssen in Echtzeit agieren, um ein Spiel am Laufen zu halten. Denn die diversen Games im Internet verlangen eine Kommunikation zwischen vier bis zu dreihundert Menschen. Der Kontakt per E-Mail oder Chat ist zu langsam und umständlich. Außerdem schrecken die Spieler davor zurück, Social-Networks wie Facebook für ihre Spielinteressen zu nutzen, da sie mit ihren virtuellen Namen gern anonym bleiben. Andernfalls bestünde die Gefahr, von einer Flut „gegnerischer“ Droh- und Pöbelnachrichten auf den Facebook-Account. Den beiden Hamburgern, Robin John Andes

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Die Gründer: Robin John Andes Harries (l.) und Kim Karsten Stahn

Harries und Kim Karsten Stahn, sind die organisatorischen Probleme eines Online-Spiels schon lange bekannt. Um die Jahrtausendwende hatten sie selbst zusammen mit Freunden als Team das Computerspiel „Counterstrike“ gespielt, wurden norddeutscher Vizemeister. „Damals war es sehr mühsam, sich effektiv als Team zu organisieren und nach außen zu präsentieren. Es gab keine einfachen und kostengünstigen Team-Management Lösungen“, sagt Harries. Trotz Web 2.0 hatte sich das auch Jahre später nicht geändert. „Deshalb wollten wir nach dem BWL-Studium eine Plattform für Team-Gamer entwickeln, die alle wichtigen Dienste unter einem Dach vereint und dabei einfach und intuitiv zu nutzen ist“, erzählt der 29-Jährige. Der Anfang war schwierig und so stießen die beiden Ende 2008 zuerst auf ganz reale Hürden: Das Startkapital war knapp, ihr Netzwerk klein und als Betriebswirtschaftler hatten sie nicht das benötigte technische Know-how zur Umsetzung der Plattform. Starthilfe erfuhren sie dann von der Gründerwerkstatt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW)

und der TuTech Harburg. Technisches Know-how rekrutierten sie im Freundeskreis und holten Wirtschaftsinformatiker Marco Lehmann mit ins Boot. Nachdem sich in Hamburg kein zusätzlicher Entwicklungspartner finden ließ, gingen sie mit ihrer Idee nach Berlin und gewannen das Entwicklungsunternehmen Exozet Group als strategischen Partner. Exozet gehört mit 180 Mitarbeitern zu den führenden Entwickler-Firmen Deutschlands. Nachdem die Gründer ein Team zusammengestellt hatten, das ihre Ideen technisch umsetzen konnte, wurde ein detailliertes Konzept erarbeitet, das die Entscheidungsgremien über wichtige Fördermittel überzeugen konnte. Durch die Unterstützung des Hamburger Existenzgründungsprogramms (hep), des Pro-Ideenfonds der Stadt Hamburg und des bundesweiten Fördermittels Exist erhielten die Gründer schließlich über 150 000 Euro für die Fertigstellung eines aussagekräftigen Businessplans und die Entwicklung eines Prototypen. Zudem steckten die Gründer ihre gesamten Ersparnisse in das Projekt und nahmen zusätzlich einen Privatkredit auf. Um die Lebenshaltungskosten so gering wie möglich zu halten, wohnten sie teilweise zu dritt in einem WG-Zimmer im Berliner Osten und schliefen auf Matratzen. Die Strecke zwischen den Büros in Hamburg und Berlin legten die Pendler mit dem Bus anstatt mit der Bahn zurück – zum Preis von neun Euro pro Fahrt. Im August 2010 reiste das junge Team mit einem alten Wohnmobil zur Computerspiele-Messe Gamescom nach Köln. Dort präsentierten sie, umgeben von attraktiven Cheerleadern der „Telekom Baskets“, die erste Test-Version (Closed-Beta) ihres Spieler-Portals. In vier Tagen registrierten sich über 500 Tester. „Das Feedback war bombastisch“, erinnert sich Kim Stahn. „Die Besucher erkannten schnell, dass hier ein Produkt von Spielern für Spieler geschaffen wird.“ Im Dezember 2010 folgte noch ein Test, bei dem sich weitere 300 Spieler registrierten. Derzeit werden die Ergebnisse der ersten Tests umgesetzt. Zudem finden weitere Gespräche mit potenziellen Investoren statt. „Auch die Spiele-Industrie hat verstanden, welches Potenzial für sie in unserem Angebot steckt“, sagt Harries. „Die Zeiten, wo uns Unternehmen für eine ,FlirtCommunity für Nerds‘ hielten, sind hoffentlich vorbei!“ Die ersten Eindrücke der Internetseite sind beeindruckend: Die einfache Bedienung erinnert an ein iPhone mit dem Rundum-Komfort von Facebook: Organisieren und Kommunizieren stehen im Mittelpunkt, natürlich kostenlos. Der deutsche Marktstart von Teamsunited ist für diesen Sommer vorgesehen.
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TEAMSUNITEDPA/MICHAEL REICHEL

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Landespressekonferenz lag die Wahlanalyse für die Politiker und die Presse vor. So hat er sich auch stets verstanden – als Dienstleister für die Öffentlichkeit, für die Politik, die kommunale Planung. „Jede Information muss man für bestimmte Kunden passgenau aufbereiten“, sagt er. Und nennt ein Beispiel: Ein hoher Ministerialer wollte einmal eine einzige Zahl zum Thema Arbeitslosigkeit. „Was er von seinen Mitarbeitern bekam, waren drei Ordner“, erzählt Bick. Das sei natürlich falsch gewesen. „Denn wir geben die allerwichtigsten Zahlen weiter – knapp, verständlich und im Vergleich.“ Als Beispiel nennt Bick die Hamburger Stadtteilprofile 2010 mit ausgewählten Sozialdaten, etwa die Höhe der durchschnittlichen Einkommen, die Zahl der Ärzte und Apotheken. Es kam ihm wie eine günstige Fügung des Schicksals vor, dass er vor seinem Ruhestand noch einmal mit seinem Steckenpferd, den Wahlen am 20. Februar, herausgefordert war – und ins Forschungsfeld durfte. Denn die vergangene Bürgerschaftswahl fand zu einem vorgezogenen Termin statt. Wochen später wäre der Herr der Zahlen längst im Ruhestand gewesen. Allerdings wirft für ihn das neue Wahlrecht einige Fragen auf, denn die Handhabung der umfangreichen Wahlunterlagen erfordere für den Bürger durchaus Kompetenz. „Bestimmte Bevölkerungsschichten werden dadurch benachteiligt“, meint er. Und verweist auf ein neues Aufgabenfeld, das er sich für den Ruhestand vorbehalten hat: Er will über diese „neue Form von Ungerechtigkeit“ intensiver forschen. Wehmut überkommt ihn ein wenig, wenn er daran denkt, dass die große Volkszählung, der Zensus 2011, ohne ihn über die Bühne gehen wird. Mit dem Stichtag 9. Mai werden vorher ausgewählte Bürger von Interviewern befragt – in Hamburg sind es 90 000 Bürger. Dennoch wird er nicht vorbeischauen im Amt, um zu überprüfen, ob die Jüngeren seine Arbeit ordentlich fortführen. Wolfgang Bick will das Steuer der Statistik Nord loslassen. Und durch die Welt fahren. Er plant Reisen mit seiner Frau und allein auf dem Fahrrad. Vielleicht radelt Bick, wenn die Statistiker halb Deutschland unter die Lupe nehmen, gemütlich an der Elbe entlang. Die Welt ist so schön.

EDGAR S. HASSE

er das großräumige Büro von Wolfgang Bick, Vorstand des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein, betritt, begegnet längst vergangenen Wahlen – und Kurt Tucholsky auf eine eigene Weise. Der Bezug zu Volkes Stimme findet sich in unmittelbarer Schreibtischnähe. Dort, auf einem Regal, hat Bick akkurat nebeneinander jene statistischen Wahlanalysen gelegt, deren Veröffentlichung er selbst in den vergangenen Jahren in herausgehobener Position leitete. Locker kommen da insgesamt 25 politische Wahlen auf Länder-, Bundes- und EUEbene zusammen, darunter allein zwölf Wahlen in Hamburg. Wolfgang Bick, zuletzt Chef von 400 Mitarbeitern, sitzt an einem großen Konferenztisch und zeigt auf einen Spruch von Kurt Tucholsky auf einer Postkarte vor sich: „Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.“ Dieses Lebensmotto soll künftig auch für ihn gelten. Am 3. Mai verabschiedet der Verwaltungsrat den 65-Jährigen in den Ruhestand. „Ich werde versuchen, Abstand zu gewinnen und loszulassen“, sagt er. „Aber über die Größe des Einschnitts habe ich noch keine so rechte Vorstellung.“ Das scheint ihm umso schwerer zu fallen, weil er wirklich mit Leib und Seele Statistiker im Dienst der Öffentlichkeit ist. Zwar hat der in Solingen Geborene zunächst Mathematik und Physik studiert. Doch sein größtes Interesse galt und gilt der statistischen Erhebung von sozial relevanten Daten. „Daher habe ich nach meiner Promotion über das englische Wahlsystem direkt in der Kommunalstatistik angefangen.“ Das war damals, in den 80er-Jahren im Duisburger Amt für Statistik, Wahlen und Europa-Angelegenheiten. Die Computer hatten schon längst Einzug in die Büros gehalten. Doch es ist noch nicht so lange her, dass bessere und schnellere Computerprogramme in den USA, nicht aber in Deutschland verfügbar waren. „Ich erinnere mich noch daran, dass wir damals extra in die USA fuhren, um eine neue Software zu kaufen.“ Was damals als hypermodern und exklusiv galt, ist heute Standard auf jedem Gerät. Aber

W

Den Ruhestand und viele Reisen mit der Ehefrau im Visier: Wolfgang Bick, bis Mitte der Woche noch offiziell Leiter des Statistikamtes Nord

Der Herr der Zahlen
Wolfgang Bick, 30 Jahre lang Leiter des Statistikamtes Nord, geht in Rente. In dieser Zeit begleitete er 25 Wahlen. Im neuen Lebensabschnitt will er zum Wahlrecht forschen
Wolfgang Bick hat auch jene Zeiten miterlebt, als die Daten per Lochkarten im Rechenzentrum eingelesen wurden. Heute ist alles noch viel schneller und effizienter geworden, erst recht nach der Fusion der Statistischen Landesämter in Hamburg und Schleswig-Holstein im Jahr 2004. Nach einer vierjährigen Tätigkeit als Leiter des Amtes für Statistik, Wahlen und Einwohnerwesen in Frankfurt am Main arbeitet Wolfgang Bick seit 1996 in der Hansestadt – zunächst als Chef des Statistischen Landesamtes. Und seit der Fusion mit der Kieler Behörde als Vorstand. Sein Name dürfte auch künftig mit der erfolgreichen Zusammenlegung der beiden Behörden verknüpft sein, die sich, wie er sagt, durchaus als „schwieriger und anspruchsvoller Prozess“ erwiesen hat. Ein Ergebnis zeigt sich jetzt in der unmittelbaren Arbeit: Das Statistikamt Nord ist inzwischen im föderalen Verbund zum bundesweiten Kompetenzzentrum für die Agrarstatistiken geworden. Ganz in seinem Element war Wolfgang Bick immer dann, wenn die Bürger bei politischen Wahlen ihre Stimme abgegeben hatten. Denn an den Wahlabenden und am Tag danach waren er und die amtlichen Statistiker besonders gefordert. „Nach Schließung der Wahllokale begann unsere Arbeit.“ Die ganze Nacht lang wurden die Rechner mit den Daten gefüttert, bis schließlich die Grundlage für die schriftliche Interpretation vorlag. „Um sechs Uhr habe ich die Datei an die Druckerei gegeben, manchmal auch eine halbe Stunde später“, sagt Bick. Pünktlich zur

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+++ Die DESIGN Bau AG (Kiel) hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2011 (1. Januar bis 31. Dezember) drei Einheiten veräußert. Demgegenüber stehen vier Einheiten im Vergleichsquartal des Vorjahres. Sämtliche Bauanträge für den Ende Dezember 2010 verkauften Bauabschnitt in Berlin-Teltow mit 116 Wohneinheiten wurden in der Zwischenzeit gestellt, sodass kurzfristig mit der Aufnahme der Baumaßnahmen gerechnet wird. Das neue Musterhaus für diesen Bauabschnitt wird bereits Mitte Mai eröffnet. Nach dem Verkauf der Restflächen in Stahnsdorf sowie des dritten Bauabschnitts in Teltow befindet sich die DESIGN Bau AG in intensiven Verhandlungen über neue Grundstücksankäufe, um

so das geplante Umsatzwachstum abzusichern. ++ „Carfit Peter Bock e.K.“, ein Betrieb für Fahrzeugaufbereitungen, mietet Neubauflächen im Gewerbepark in der Schnackenburgallee 217-223 in Eidelstedt. Die Gesamtnutzfläche beträgt ca. 379 qm und beinhaltet Werkstatt- und Büroflächen. Vermieter ist die „HANSETRANS Holding GmbH“. Vermittelt wurde der Mietvertrag von Engel & Völkers Commercial Hamburg. ++ Die Lloyd Fonds AG bietet über den Immobilienfonds „Holland Utrecht“ einen energieeffizienten Büroneubau im niederländischen Utrecht. Wie das Hamburger Emissionshaus mitteilte, wurde die siebenstöckige Fondsimmobilie von dem renommierten Architekturbüro

Meyer en Van Schooten entworfen. Das zertifizierte Green Building soll im April 2012 fertig gestellt und zum 1. Mai 2012 an den Fonds übergeben werden. Die Gesamtmietfläche beträgt voraussichtlich 7.000 m². Das Gebäude wird komplett für mindestens zehn Jahre an die Deloitte Holding B.V. vermietet. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 24,7 Millionen Euro. „Gegen den Trend sinkender Ausschüttungen bei Immobilienfonds wird „Holland Utrecht“ über zehn Jahre prognosegemäß eine durchgängige Rendite von sechs Prozent pro Jahr ausschütten“, sagt Michael F. Seidel, Vorstand Finanzen und Vertrieb der Lloyd Fonds AG. ++ Im Rahmen einer unternehmensinternen Nachhaltigkeitsoffensive

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.DPSHQ -unter ReetDoppelhaushälfte auf ca. 721 m2 über 4 Ebenen mit ca. 231 m2 Wohn-/ Nutzfläche EG: großzügiges Wohnzimmer mit Südwestterrasse, offener Kamin sowie Essbereich, sep. Einbauküche, Duschbad/WC, großz. Garderobe. OG: 2 Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad. SB: 2 Räume. UG: 2 weitere große Räume, großzügiges Bad mit WhirlpoolBadewanne, Hauswirtschaftsraum. Hochwertige Tischlereinbauten. 2 PKW-Stellplätze. Sehr gepflegt.

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Kjeirstr. 23 25980 Sylt/Westerland Tel. (04651) 24344 · Fax 6508

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Anzeigen-Sonderveröffentlichung

Hamburgs Immobilien-Welt
Wohnquartier Sophienterrassen wächst nach Plan
Immobilienwerte: Erwartung und Realität
Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, dass Eigentümer den Wert ihres Hauses oder ihrer Wohnung erfahren wollen. Das können Verkaufsabsichten sein, vielleicht geht es aber auch um den Wunsch, die Erbfolge zu regeln, um eine Wertermittlung im Zusammenhang mit Scheidung oder schlichtweg um einen Kassensturz für das Gesamtvermögen. Erfahrungsgemäß schätzen Eigentümer ihr Haus oder ihre Wohnung meist zu hoch ein. Die Ursachen: Man möchte die getätigten Investitionen, den Erstellungspreis oder den bezahlten Preis wieder heraus haben. Typische Fehler sind: Man berücksichtigt oft nicht die Abnutzung beziehungsweise die Restlebensdauer. Tatsächlich muss bei Wertermittlungen generell das Alter der Gebäude, die Restlebensdauer und dementsprechend die Alterswertminderung berücksichtigt werden. In Flächenberechnungen fließen zudem häufig alle möglichen Flächen mit ein, um die Quadratmeterzahl wertsteigernd zu erhöhen. So werden beispielsweise Terrassen und Balkone falsch und mit zu hohem Anteil eingerechnet, auch Abstellkammern, Treppenhäuser, unausgebaute Dachböden und Kellerräume dürfen bei der Wohnflächenberechnung nicht mitgezählt werden. Auch anstehende Renovierungskosten müssen vom Verkaufspreis abgezogen werden. Belastungen, die auf dem Grundstück, Haus oder der Wohnung liegen, werden gern vergessen und in der Wertermittlung nicht berücksichtigt. Das gilt beispielsweise für Vorkaufsrechte Dritter, für Wohn- oder Nießbrauchsrechte, Durchgangsrechte oder das Recht des Nachbarn, näher als üblich an der Grundstücksgrenze zu bauen. Solche Belastungen mindern den Wert einer Immobilie. Die Ansetzung eines zu hohen Verkaufspreises ist fatal. Der Eigentümer schadet damit sich und seinem Eigentum. Denn Erfahrungen zeigen, dass überteuerte Objekte überdurchschnittlich lange Vermarktungszeit haben und am Ende sogar unter dem marktgerechten Preis verkauft werden müssen. Im Idealfall sollte ein Objekt im Rahmen von drei bis sechs Monaten verkauft sein. Doch es gibt auch Makler, die Objekte unrealistisch hoch einschätzen, um vom Eigentümer den Vermarktungsauftrag zu bekommen. Deshalb gilt bei Einschaltung eines Maklers: Nicht der höchste Preis, sondern das gesamte Serviceangebot sollte Kriterium für die Maklerauswahl sein.

Harvestehudes neues Herz

Noble Alsterlage
Ein Stadtquartier gewinnt Konturen. Auf dem Gelände der Sophienterrassen zwischen Harvestehuder Weg und Mittelweg wachsen die Wohn- und Bürohäuser und schaffen auf dem 44.000 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Standortkommandantur ein Puzzle aus Mauern, Höfen und Plätzen. Im Baufeld 4 der zukünftigen Büros ist mittlerweile der Rohbau fast abgeschlossen. Im Baufeld 2 der Townhouses und Parkvillen) stehen unterdessen die Tiefgaragen, zum Teil sind die Bauten in das erste Obergeschoss hineingewachsen. Im Baufeld 1 der Alstervillen gehen die Erdarbeiten zu Ende, hier startet der Rohbau Mitte Mai. Bis Ende 2012 soll das hochrangige Stadtviertel fertig sein. In schönster Alsterlage errichtet das Unternehmen Frankonia Eurobau die „Sophienterrassen“ als spannende Mischung aus klassisch schlichten Neubauten und der historischen Standortkommandantur, genannt die „Alte Sophie“. Insgesamt werden gut 340 Millionen Euro investiert. Mit einer sehr hohen Eigenkapitalquote von über 50 Prozent steht das Projekt finanziell auf außergewöhnlich solidem Fundament. „Wir schaffen ein einmaliges Premium-Wohnobjekt – im Grünen, am Wasser, autofrei und doch zentrumsnah“, sagte Frankonia-Chef Uwe Schmitz. Das Projekt sei mit den bekannten Lenbach Gärten in München und den Klostergärten (Münster) zu vergleichen, die Frankonia Eurobau AG mit Hauptsitz in Nettetal bereits realisiert hatte. Neben den Sophienterrassen befinden sich zurzeit mit dem Gerling Quartier in Köln und den Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gärten weitere exklusive Stadtquartiere in der Bauphase. Mit dem Andreasquartier in der historischen Düsseldorfer Altstadt ist ein weiteres Premiumquartier in Vorbereitung. Die Sophienterrassen schaffen in Hamburg den bislang teuersten Wohnraum mit bis zu weit über 10.000 Euro pro Quadratmeter in der Spitze. An der Alster werden in den kommenden zwei Jahren knapp 200 Wohneinheiten mit Flächen zwischen 53 und 520 Quadratmetern geschaffen. Die Kosten pro Quadratmeter bewegen sich im Schnitt zwischen 6.500 und 9.500 Euro. Die Ausstattungen der sieben Park- und Alstervillen mit 48 Wohnungen sowie der 24 weißen Stadthäuser - 15 sind als klassische Einfamilien- oder Einzelvillen und neun als Zweifamilien- oder Doppeltownhouses konzipiert entsprechen dem exklusiven Anspruch und dem hohen Standard des Bauherrn: Alles ist vom Feinsten bis ins letzte Ausstattungsdetail. Das denkmalgeschützte Kommandanturgebäude wird komplett entkernt und mit 108 Wohnungen der Extraklasse, einem Lounge- und Rezeptionsbereich sowie einem privaten Spa in das Sophienpalais verwandelt. Buchstäblicher Höhepunkt ist ein Skydeck mit spektakulären Panorama-Penthouses. Der großzügige Empfang, die Lounge und das Spa im Sophienpalais sowie ein Teil der Wohneinheiten in den Alstervillen, werden von dem in Paris ansässigen Hamburger Designer Karl Lagerfeld gestaltet. Alle Wohnungen zeichnen sich durch ein anspruchsvolles Design und eine hochwertige Inneneinrichtung aus. Drei bis vier Meter hohe Decken, Kamine, französische Fenster, edle Hölzer, Naturstein und Flügeltüren sind nur einige Beispiele für die eleganten Stilelemente. Passend zum gewachsenen Harvestehuder Stadtbild kreierte ein Konsortium renommierter Architekten, die sich in einem gemeinsam mit der Stadt initiierten Wettbewerb durchsetzten, ein besonderes Quartier für gehobene Ansprüche. Das Konzept ist durchdacht bis ins letzte Detail. Terrassen, Balkone, Spazierwege und grüne Flächen setzen Akzente. Fußgänger haben Vorrang auf dem Gelände: Zwei Tiefgaragen mit direktem Zugang zu den Wohnungen bieten Platz für fast 500 Autos. Selbst für die Haustiere der Eigentümer ist gesorgt: Vierbeiner können sich die schmutzigen Pfoten direkt in der Garage abduschen lassen. „Der gutbürgerlich geprägte Stadtteil Harvestehude gewinnt zusätzlich“, sagt Frankonia-Niederlassungsleiter Felix Lukasch. Herz des Wohnprojekts ist der Sophienplatz, ein kleiner Park mit Springbrunnen. Auch am Mittelweg wird eine neue Grünanlage geschaffen. Frankonia, so Lukasch, trage dazu bei, Hamburgs Stadtentwicklung zu bereichern.

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Objekt der Woche

Eine Kaufmannsvilla in Wohltorf sucht neue Eigentümer. Sie ist ein Musterbeispiel für hanseatischen Geschmack – großzügig, großbürgerlich-gediegen, aber nicht prunkvoll. Ein edles Objekt, das auf einem rund 4.232 Quadratmeter großen Parkgrundstück liegt – nach Süden ausgerichtet,

wie es sich gehört. Die ehemalige Villa einer bekannten Hamburger Reeder-Familie wurde 1926 als Rotklinkerbau von dem Architekten Schudel aus dem renommierten Büro Elingius & Schramm errichtet. Sie ist in einen nach Süden ausgerichteten Haupt- und einen nordöstlich liegenden

Nebenflügel aufgeteilt. Der Hauptteil besteht aus drei Etagen mit drei Wohnräumen, sechs Schlafzimmern, drei Bädern und einer Küche, das Nebengebäude mit separatem Eingang aus fünf Zimmern, Bad und Küche. Über eine

breite Treppe erreicht man die obere Etage mit sechs Zimmern und den zwei zugeordneten Bädern mit Fußbodenheizung. Auffallend sind hier die schönen Zimmerschnitte sowie der herrliche Ausblick. Das Dachgeschoss des Haupthauses birgt Platz für zwei Gästezimmer mit kleinem Bad. Hier ist noch weitere Ausbaufläche in dem bereits voll isolierten Dach vorhanden. Die noble Villa wurde in den vergangenen Jahren sehr aufwendig restauriert und modernisiert. Dabei wurden die alten und edlen Ausstattungsmerkmale wie Eichenparkett, Dielenböden, Holz- und Stuckarbeiten bewahrt und renoviert. Das Objekt mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 690 Quadratmetern kostet 1,885 Millionen Euro und wird vermarktet durch StöbenWittlinger, Telefon 040/25 40 10 0

Immobilien-News
Hafentage an der Schlei
> Am 30. April und 1. Mai finden in Port Olpenitz zum zweiten Mal die Hafentage „sail&harbour“ statt. Die Veranstaltung lockt mit Aktivitäten für Jung und Alt. Ort der Veranstaltung ist das Ferienresort Port Olpenitz an der Schleimündung, das auf einem mehr als 150 Hektar großen Areal des ehemaligen Marinestützpunktes Olpenitz wächst. Hier entstehen über 1.000 hochwertige Ferienimmobilien. Zahlreiche Stände bieten den Besuchern Snacks und Getränke sowie Dienstleistungen und Produkte von Fachausstellern. Am 30. April findet ab 20 Uhr der Tanz in den Mai mit der „Ralf Dreeßen Band“ in der Albatros-Bar statt (Eintritt frei). www.port-olpenitz.de

Wichtiges aus der Branche

Städtepartner zu Gast
> Beeindruckt waren die offiziellen Vertreter aus Norderstedts Partnerstädten Maromme (Frankreich) und Kohtla-Järve und Jõhvi (beide Estland) von der Vorstellung und anschließenden Besichtigung des neuen Stadtentwicklungsgebietes Frederikspark sowie des Büro- und Gewerbestandorts Nordport. Vor der Eröffnung der Landesgartenschau informierten sich die Gäste über Stadtentwicklung, Klimaschutz, den Stadtpark und die beiden Erfolgsprojekte. www.egno.de

Musik als Streitobjekt
> „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nach-

barn nicht gefällt!“ Dieses Zitat von Friedrich Schiller trifft besonders das Verhältnis von musizierenden Mietern und deren Nachbarn. Darauf weist der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hin. Grundsätzlich darf der Mieter in seiner Wohnung musizieren, Radio hören und fernsehen, so der Bundesgerichtshof in seinem Beschluss vom 10. September 1998 (Az. V ZB 11/98). Doch er muss die Regelungen in der Hausordnung beachten. Die Hausordnungen schreiben zumeist Ruhezeiten zwischen 13 und 15 Uhr und 20 und 7 Uhr vor. Während dieser Zeiten muss der Mieter bei allen Aktivitäten Zimmerlautstärke einhalten. Das bedeutet, dass Geräusche in der Wohnung von außen kaum noch wahrnehmbar sein dürfen.

IMPRESSUM: Ihre Ansprechpartner für Anzeigenaufträge: Stefanie Baltruschat, Verlagsvertretungen, Tel.: 040/70 70 89-00, Fax: -70, E-Mail: info@buero-baltruschat.de, Anzeigen: Anzeigenverkaufsteam Nord/Hamburg DIE WELT/WELT am SONNTAG, Dirk Seidel (verantw.), Redaktionelle Beiträge an: Ursel Blum, Tel.: 040/34 72 7385, Fax: 040/34 72 73 88, E-Mail: ursel.blum@axelspringer.de, Produktion: Druckvorstufe WELT GRUPPE

Grossmann & Berger

Industrieflächen

Nedderfeld – vis à vis der BMW-Niederlassung!
Kürzlich sanierte ca. 720 m² Showroom und Nebenflächen (Ausstellung, Lager und Werkstatt), zweiseitige Fensterfront, flexible Eingangssituation, zwei ebenerdige Rolltore, Industriebodenbelag, Wasseranschluss in der Halle, getrennte WC-Einheiten, ebenerdige Zufahrten für Pkw/Vans, ausreichend Stellplätze vorhanden, Mietpreis auf Anfrage

HH 10 HAMBURG

W E LT A M S O N N TAG N R . 18

1. M A I 2 011

Trinken hilft
Gutes zu tun, lohnt sich: Die Hamburger Firma Lemonaid Beverages sowie das Restaurant „Vlet“setzen einen Teil ihres Gewinns für wohltätige Zwecke ein
GISELA REINERS

GOURMET SPITZEN
DIETER BRAATZ

Filet vom Seeteufel mit Meerschnecken

S
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ie heißen „LemonAid“ und „Charitea“. Das Wortspiel mit Aid wie Hilfe und Charity wie Wohltätigkeit sowie die Zusätze „Trinken hilft“ und „A good drink“ deuten schon darauf hin, dass mit den Getränken der Hamburger Lemonaid Beverages GmbH neben dem Löschen des Durstes auch ein guter Zweck verfolgt wird. Die kleinen Weißglasflaschen mit Limonade in neuerdings zwei und Tee plus Fruchtsaft in drei Geschmacksrichtungen gibt es seit knapp zwei Jahren. Auf den Markt gebracht haben sie zwei Hamburger, der Ex-Entwicklungshelfer Paul

Bethke und der Ex-Werber Jakob Berndt. Die Drinks sind in Szene-Lokalen und ausgewählten Supermärkten erhältlich und kosten zwischen 1,50 und knapp 3 Euro im Laden und bis knapp 4 Euro in der Gastronomie. Das ist nicht gerade billig für 330 ml Inhalt. Die Zutaten beschränken sich auf das Notwendige: Schwarzer, grüner oder Rooibos-Tee, richtig gebrüht und ohne Zucker, plus etwas Fruchtsaft, kein Sirup, natürlich alles bio. Die Limonaden bestehen aus Wasser plus Limettenoder Maracujasaft und etwas Rohrzucker, ebenfalls bio, plus wenig Kohlensäure. Und: Die Zutaten kommen von Bauernkooperativen und Plantagen aus dem Fairtrade-Verbund, der Tee aus Sri Lanka und Südafrika, der Rohrzucker aus Paraguay, die Limetten aus Brasilien. Aber das ist nicht alles. Das Unterneh-

men hat jüngst einen Verein gegründet, dem Geld zufließt, das schon in die Preise als Fixkosten eingerechnet ist. „So ist der Beitrag nicht abhängig vom Gewinn“, sagt Bethke. Manche Unternehmen versprechen gern, Teile des Gewinns für wohltätige Organisationen auszugeben, machen aber keinen, vor allem nicht in der ersten Zeit nach der Gründung. Lemonaid Beverages hatte da keine Probleme: Man hatte 40 000 Flaschen für zwei Monate kalkuliert, aber nach drei Wochen schon alle verkauft. Jetzt werden mehr als 50 000 Flaschen pro Monat abgefüllt und man hofft, 2011 die Millionengrenze beim Umsatz zu überspringen. Jedes Jahr soll ein neues Produkt, eine neue Geschmacksrichtung, dazukommen. Die neue Limonade mit Maracuja hat vor wenigen Wochen gut eingeschlagen. „Bis jetzt haben wir uns keinen Patzer erlaubt“, sagt Bethke. Im Winter, wenn die Nachfrage nach Erfrischungsgetränken niedrig ist, gehen die Gründer, ergänzt durch Felix Langguth, dem Dritten im Bunde, auf Reisen zu ihren Lieferanten und dem Projekt, das kürzlich in Sri Lanka angeschoben wurde. „Die Einrichtung zur Berufsorientierung für Menschen, die mehr wollen als Teepflücker werden, war schon vorhanden, aber ausgetrocknet. Wir erwecken sie zu neuem Leben“, sagt Bethke. Aber erst mal muss die gut gestartete Saison bewältigt werden. Etwas Gutes tun können auch die Teilnehmer des Kochkurses, den Thomas Sampl, Küchenchef des Restaurants „Vlet“ in der Speicherstadt, wieder im September abhält. „Vlet“-Inhaber HansChristoph Klaiber, Chef des Großveranstalters Nordevent, spendet jeden der 99 Euros, die pro Teilnehmer zu entrichten sind, an Komen Deutschland e.V., den Ableger einer amerikanischen Orga-

Seit zwei Jahren stehen die Getränke von Lemonaid Beverages für Genuss und einen guten Zweck

nisation zur Heilung von Brustkrebs. Der Küchengeräte-Hersteller KitchenAid, dessen schicke Rührmaschinen in vielen Wohnzeitschriften abgebildet sind und die es in Fachgeschäften zu kaufen gibt, stattet den Kochkurs aus und zwar vorzugsweise mit Geräten und Utensilien in der Farbe Pink, die in den USA symbolisch für den Kampf gegen den Brustkrebs steht. KitchenAid unterstützt die Organisation, die an die mit 36 Jahren verstorbene Susan G. Komen erinnert, bereits seit fünf Jahren und sammelt das gespendete Geld ein. Die von Komens Schwester Nancy Brinker gegründete Stiftung begann 1982 mit einem Kapital von 200 Dollar und hat inzwischen mit mehreren hundert Millionen Dollar die Brustkrebsforschung gefördert. Mitte Mai wird in Hamburg erstmals ein „Race for the Cure“ gestartet, ein Lauf um die Binnenalster, dessen Startgelder an Komen gehen (www.komen.de). Bisher fand der Lauf schon in Frankfurt statt, wo seit

dem Jahr 2000 immer mehr Menschen an den Start gehen. Auch private Genießer können für Komen Spenden sammeln unter dem Titel „Cook for the Cure“. Man lädt Freunde nach Hause ein zum gemeinsamen Kochen, Komen hilft mit einer Mappe für die Gastgeber, mit Einladungskarten, Rezept- und Weinvorschlägen sowie fertigen Überweisungsträgern für Spenden. Beim Essen spielt die Farbe Pink natürlich eine Rolle, deshalb wird zum Beispiel ein Erdbeer-Daiquiri als Begrüßungscocktail empfohlen oder ein Himbeerparfait als Nachtisch. Kauft jemand die Rührmaschine, einen Mixer oder Küchenhelfer wie Dosenöffner und Spargelschäler in Pink, dann zahlt KitchenAid eine Spende von 100, 40 oder einem Euro an Komen. So kann der Genuss von Roter Paprikasuppe mit Chili, pochiertem Lachs oder Lamm in der Kräuterkruste, von Gerichten also, die das Farbthema nochmals aufnehmen, auch noch einem guten Zweck dienen.

Nach zehn Jahren im „Söl’ring Hof“ hat Gastgeber Johannes King seinem Restaurant eine Generalüberholung verordnet, neue Stühle und Sitzbänke wurden angeschafft, andere Materialien und dezentere Farben für Vorhänge und Wände gefunden. Über allem schweben zwei Lichtobjekte von Murano Due. Ein adäquat gestyltes Ambiente für die subtilen Kreationen des Chefkochs. Im Blickpunkt aber steht weiterhin die offene Küche, in der Johannes King und seine Köche arbeiten. Gut zwei Dutzend Gerichte werden auf der Speisenkarte annonciert, und kein Teller verlässt den Küchenbereich, ohne dass der Chefkoch nicht noch letzte Hand angelegt oder einen prüfenden Blick darauf geworfen hat. Eine Auswahl seiner aktuellen Kreationen fasst King stets in einem DegustaDieter Braatz ist stellvertretender Chefredaktionsmenü (fünf Gänge, 135 Euro) zuteur der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ sammen, aber man kann die Menügänge auch à la carte bestellen und individuell kombinieren. Das halten auch wir so, nachdem uns zwei Amuse-Gueules bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das Komim Hotel Dorint, 25980 mende gegeben haben: ein Salat von Roter Bete mit Bianchetti-Trüffel und ein Rantum/Sylt, Tel. 04651-83 62 00 Kartoffelschaum mit Aal, Apfel und grünen Bohnen. Küchenzeiten: Mo.-Sa. 18.30-24 Uhr, Da der „Söl’ring Hof“ in spektakulärer So. geschlossen Lage auf der Rantumer Düne thront, Karten: Amex, Diners, EC, Master, Visa erwarten die Gäste zu Recht, dass hier vor Sitzplätze: 35 Plätze im Restaurant allem Fisch und anderes Meeresgetier Service: sehr zuvorkommend und angeboten wird. Entsprechend fällt unsefreundlich am Tisch, kompetent und re Auswahl aus. Sie beginnt mit einem unkompliziert bei der Beratung Gemüsesalat – unter anderem mit Fazit: Johannes King fühlt sich nicht Schwarzwurzeln und Portulak, dazu perals Patron, sondern eher als Gastgeber. fekt gebratene Rotzungenstreifen und Entsprechend charmant kümmert er eine hervorragende Nussbutter-Vinaigretsich um seine Gäste. Dass er als Koch te (36 Euro). Die Alternative schmeckt zu den besten auf Sylt gehört, gestehen nicht weniger köstlich: Salat von Hörnuwir ihm nach unserem Besuch gern zu. mer Krabben mit geröstetem Blumenkohl und Pumpernickel (38 Euro).

Als Zwischengericht gibt es zum gebratenen superfrischen Kabeljaufilet ein sanft pochiertes Ochsenmark sowie eine Variation von Steckrüben und Mandeln, getoppt von weißem Speckschaum (52 Euro). Ebenso raffiniert: der sautierte Hummer auf Bachkresse, verfeinert mit Apfel, Rettich und Haselnüssen (38 Euro). Auch das Filet vom Seeteufel mit kleinen Meeresschnecken ist geschmacklich virtuos begleitet von Kartoffelravioli und Artischocken (49 Euro). Die Schlemmerschnitte à la King ist diesmal ein auf den Punkt gegarter Hirschrücken mit Selleriepüree und geschmorten Schalotten, begleitet von einem höchst feinen Bratbrot mit Gänsestopfleber und frischem Trüffel (54 Euro). Zum Nachtisch lassen wir uns einerseits von einem kunstvoll errichteten Dessert mit Valrhonas Grand-Cru-Schokolade und Muscovadostreuseln (19 Euro) begeistern, andererseits von Feinem vom Morsumer Apfel – Sorbet, Apfelmousse und Scheiterhaufen – mit Marzipan und Vanille (18 Euro). Die Weinauswahl ist grandios, 900 Positionen warten auf die Weinliebhaber. Wir können den 2009er Monzinger Frühlingsplätzchen vom Nahe-Weingut Emrich-Schönleber empfehlen, ebenso den hervorragenden 2006er „Granato“ von der Winzerin Elisabetta Foradori aus dem Trentino. Und als Spezialität zum Dessert: den 1936er Massandra von der Krim.

LEMONAID BEVERAGES

SÖL’RING HOF

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30. APRIL BIS 6. MAI
Theater
Hamburger Staatsoper
Tel. 35 68 68

SPIELPLAN DER HAMBURGER BÜHNEN
Mo. 2. Mai Di. 3. Mai Mi. 4. Mai Do. 5. Mai
Keine Vorstellung – Probe –

HAMBURGER PRIVATBÜHNEN
Di. 3. Mai
20 Uhr

Sa. 30. April
19.30–22 Uhr La Bohème von Giacomo Puccini

So. 1. Mai

Fr. 6. Mai
19.30–22.30 Uhr Il Turco in Italia 20 Uhr (Einf. 18.45 U.) »Hamburg Radar«

Theater
Ohnsorg-Theater
Gr. Bleichen 23–25 Tel.: 35 08 03 21 Abo 35 08 03 31 www.ohnsorg.de

Sa. 30. April
16.30 + 20 Uhr

So. 1. Mai
15.30 + 19 Uhr

Mo. 2. Mai
20 Uhr

Mi. 4. Mai
20 Uhr

Do. 5. Mai
20 Uhr

Fr. 6. Mai
T H E O F F I C I A L P R O D U C T I O N W I T H LY R I C S B Y

17–22 Uhr Keine Einf. 16.20 Uhr Vorstellung Parsifal – Probe – von Richard Wagner

19.30–22.30 Uhr Keine Il Turco in Italia Vorstellung Gioachino – Probe – Rossini

20 Uhr

TIM RICE
AND MUSIC BY

RUTFISCHT

LA CENERENTOLA
20–22 Uhr Wenn schon. Deutsches Schauspielhaus Rust – Ein deutscher Denn schon.
Kirchenallee 39 Telefon: 24 87 13

von Rossini. Premiere A: 8.5., 18 Uhr, Premiere B: 11.5. 15., 20., 22.5.; 2., 9., 11.6., 19.30 Uhr; 29.5., 16 Uhr 11 Uhr Malersaal Rico, Oskar und die Tieferschatten [8+] 11 Uhr Malersaal Rico, Oskar und die Tieferschatten [8+] Wenn schon. Denn schon. Abo im Schauspielhaus 20 Uhr M&M Bar Uraufführung Letzte Runde – Freud im Fegefeuer 20 Uhr geschl. Veranstaltung Henri Nannen Preis 2011

Komödie von René Fauchois, Regie: Hans Helge Ott – mit Joachim Bliese, Robert Eder, Beate Kiupel, Edda Loges, Sonja Stein – musik. Leitung: Serge Weber Vvk. ab 14.5. „Brand-Stiftung“ mit u. a. Heidi Mahler · www.ticket-online.com von Moritz Netenjakob mit Klaus Teigel Bis Sonntag, 8.5., Di.–Sa. 20 Uhr, So. 19 Uhr Borselstr. 14–16
www.theater-basilika.de Tel. 3 90 46 11

ANDREW LLOYD WEBBER

Theater in der Basilika Theater für Kinder

MACHO MAN

Messias von und mit Studio Braun

Abo im Schauspielhaus

Schauspielhaus

Kantine: DIE HAIFISCHBAR: HAI IN DEN MAI • 30.4., 22.30 Uhr andere Spielstätten Maritim Hotel Reichshof: LETZTE RUNDE – FREUD IM FEGEFEUER mit Mathieu Carrière • 5.5. (Premiere), 7. + 8.5., 20 Uhr Malersaal: RICO, OSKAR UND DIE TIEFERSCHATTEN [8+] von Andreas Steinhöfel, Regie: Klaus Schumacher Junges • 2.+3.5., 11 Uhr, 8.5., 16 Uhr, 9.+10.5., 11 Uhr Schauspielhaus

Musical für Kinder ab 3 Jahren KLEINER DODO… Vorst.: 5.+12.+19.+26. Mai, 15 Uhr + 20. Mai, 16 Uhr + 22. Mai, 14.30 Uhr Oper nach W. A. Mozart ab 5 Jahren DIE KLEINE ZAUBERFLÖTE Vorst. bis 15. Mai: Fr. 16 Uhr, Sa./So. 14.30 Uhr Oper von Georges Bizet Vorstellung: Mi.–Sa. 20 Uhr, So. 19 Uhr (außer 8.5.) AUCH MIT 4-GÄNGE-MENÜ!

Telefon 38 25 38
Max-Brauer-Allee 76

www.theater-fuerkinder.de Max-Brauer-Allee 76 Karten: 38 29 59

Hamburger Kammeroper
ALLEE THEATER

CARMEN

www.hamburger-kammeroper.de
Kasse: Mo./Di.: 10–18 Uhr Mi.–Sa.: 10–20 Uhr Tel. 040 / 227 70 89 www.englishtheatre.de

DON’T CRY FOR ME ARGENTINA

Thalia Theater
Alstertor Tel. 32 814-444

15–18.30 Uhr Don Carlos von Friedrich Schiller

19 Uhr Die drei Schwestern v. Anton Tschechow

20 Uhr Jochen Diestelmeyer & Gustav

19.30–23 Uhr Don Carlos von Friedrich Schiller

20–21.50 Uhr 19.30 h//Einf. Nathan der Weise

20–21.40 Uhr Woyzeck nach Büchner

20–21.50 Uhr Hamlet von Shakespeare zum 25. Mal!

Imperial Theater
Reeperbahn 5 Tel. 31 31 14

DIE MAUSEFALLE

von Agatha Christie / mittwochs bis samstags um 20 Uhr Der erfolgreichste Krimi der Welt in Hamburgs Krimitheater

09. - 21.08.11 HAMBURGISCHE STAATSOPER
www.evita-musical.com

JOCHEN DISTELMEYER
Thalia in der Gaußstraße
20 Uhr Ich umarme Sie – in Gedanken – Lesung – 20.30 Uhr Wie lautet noch die unvergessliche Zeile

Einziges Hamburg-Konzert des ehemaligen „Blumfeld“-Frontmanns im Thalia! 2. Mai, 20 Uhr. Im Rahmen der Thalia / Byte FM Sessions

English Theatre
Lerchenfeld 14

ROSE’S DILEMMA Ab 5.5. (VVK läuft) – Komödie von Neil Simon, Regie: R. Rumpf
Disneys Musical Zutiefst berührend. Atemberaubend spektakulär. TARZAN Tauchen Sie ein in die Geschichte von Tarzan, der auf der Suche nach sich selbst, die große Liebe findet. Werden Sie Teil einer lebendigen Dschungelwelt, in der es keine Grenzen zwischen Bühne und
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20–22 Uhr Caligula von Albert Camus

Keine Vorstellung

20-22.30 Uhr Die Welt ist groß und Rettung lauert überall

20–21.20 Uhr Wir sind hundert von Jonas Hassen Khemiri

20–21 Uhr Werther! nach Goethe

Stage Theater Neue Flora

Stresemannstraße 163 Theatersaal zu geben scheint.

CALIGULA
kampnagel
Jarrestraße 20

Nur selten auf dem Spielplan: von Albert Camus. Regie: Jette Steckel. Mirco Kreibich spielt Caligula. 2. und 13.5. Hamburg Norderelbstraße 6

Tickets für Kurzentschlossene: z.B. am So. 1.5, 14 Uhr & 19 Uhr; Fr. 6.5. 20 Uhr oder So. 8.5. 19 Uhr

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THEATER IM HAFEN FANTASIEVOLL – PULSIEREND – PREISGEKRÖNT! Eine Reise in die farbenprächtige Welt Afrikas.

YOUNG STAR FESTIVAL 29.4. – 15.5.2011
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Der König der Löwen

www.musicals.de Disneys Sichern Sie sich jetzt Ihre exklusive Ticket-Chance für ausgewählte Termine Tel. 01805 - 44 44 (0,14 EUR./Min. ) Welterfolg im Mai: So., 1.5.11, Mi., 4.5.11, Sa.,7.5.11, So., 8.5.11

CULTURAL AMBASSADOR TO THE WORLD

Ernst Deutsch Theater
Friedrich-Schütter-Platz 1 www.ernst-deutsch-theater.de

19.30 Uhr Seitensturm Keine Vorstellung 19.30–21.45 Uhr 19.30–21.45 Uhr 19.30–21.45 Uhr 20 Uhr U20-plattform-Slam

TUI OPERETTENHAUS HAMBURG

SISTER ACT – Hamburgs neuer Musical-Hit!

Hotline: 01805-4470 Regie: Adelheid Müther. Ausstattung Lilot Hegi mit Steffen Laube, Volker Weidlich u. a. - bis 20. Mai 2011 www.ticket-online.com Premiere 7.5., DER KLEINE VAMPIR von Angela Sommer-Bodenburg & Wolf-Dietrich Sprenger

Tel. 22 70 14 20

Charles Brauer, Nina Hoger, Tatja Seibt in DAS HAUS AM SEE von Ernest Thompson
Theater! Theater! Matinee-Reihe von und mit Matthias Wegner So., 15.05.2011, um 11 Uhr Rudolf Forster präsentiert von Heikko Deutschmann

Spielbudenplatz 1 Ein himmlisches Vergnügen! 20359 Hamburg Erleben Sie Hamburgs neue Erfolgsshow mit mitreißenden Choreographien, einem farbenprächtigen www.musicals.de Bühnenbild und grandioser Musik. Termine für Kurzentschlossene z. B. am 4., 6. oder am 7.5.

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ROBERT BATTLE

HAMBURGER PRIVATBÜHNEN
Do., 5.5. 19.30 Uhr Champagner für Gräfin Valentinskamp 40 Karten: 300 51 444 Mariza

ARTISTIC DIRECTOR

Masazumi Chaya
TOUR SPONSOR

ASSOCIATE ARTISTIC DIRECTOR

St. Pauli-Theater 30.4., 20 Uhr TIM FISCHER SINGT EIN KNEF-KONZERT
Spielbudenplatz 29/30 HAMBURGER KABARETTFESTIVAL: 1.+2.5. HAGEN RETHER • 3., 4., 6.5. MATHIAS RICHLING • 5.5. TOBIAS MANN • 7.+8.5. JÜRGEN VON DER LIPPE • 9.+10.5. THE UNITED KINGDOM UKULELE ORCHESTRA • 11.5. AXEL HACKE • 12.5. Best Tel. 47 11 06 66

of Jugend kulturell Förderpreis „KABARETT & CO. 2010“ • 13.+14.5. MATTHIAS DEUTSCHMANN • 15., 16., 19.+20.5. MARLENE JASCHKE • 17.+18.5. KURT KRÖMER • 21.5. BADESALZ • 22.5. STEFFEN MÖLLER • 24.5. ARS VITALIS • 27.5. OHNE ROLF

HAMBURGER ENGELSAAL

Fr., 6.5. 19.30 Uhr Die Zitronenjette – Ein Hamburger Singspiel

Sa., 7.5. 15.00 Uhr Der Zigeunerbaron – Operette von Johann Strauß

Sa., 7.5. 19.30 Uhr Heute Abend Lola Blau – Singspiel von Georg Kreisler

So., 8.5. 15.00 Uhr Die Drei von der Tankstelle – Filmoperette v. Richard Heymann

Mi., 11.5. 19.30 Uhr Die Haifischbar – Eine Legende kehrt zurück – Folge 1

Do., 12.5. 19.30 Uhr Die Fledermaus – Operette von Johann Strauß www.delphi-showpalast.de
Eimsbütteler Chaussee 5

Komödie Winterhuder Fährhaus
Hudtwalckerstr. 13

15.30 +19.30 Uhr 18 Uhr

Keine Vorstellung 19.30 Uhr

15 U. Wachgek.,19.30 U. Nervens. 15 U. Wachgek.,19.30 U. Nervens. 15 Uhr Premiere Wachgek., 19.30 Uhr Nervensäge mit Marcus Ganser, Gerd Lukas Storzer, Christian Fischer, Wicki Kalaitzi

DELPHI

Tel. 43 18 600

STARCUT – Das Musical

mit JAZZY (ex Tic Tac Toe) Fr.+Sa. 20 Uhr, Tickets ab 14,90. Mit Menü ab 34,90 Sa., 30.4., 19.30 Uhr

23.-28.08.11 HAMBURGISCHE STAATSOPER
PROMOTERS
Örtlicher Veranstalter: Funke Media GmbH

SPONSOR

in Karten: 480 680 80 Komödie von Francis Veber, Regie: Jürgen Wölffer. Bis 15. Mai. Komödie Extra: HAFENNACHT eV „Musik zum Versinken“, So., 8.5., 11.30 Uhr BRASS BAND BERLIN, „Springtime/Swingtime“, Mo., 9.5., 19.30 Uhr Abo-Telefon: 040-480 680 90

WINFRIED GLATZEDER DIE NERVENSÄGE

MEDIA PARTNERS

WITH SUPPORT FROM THE U.S. EMBASSY
A PUBLIC AFFAIRS PROGRAM OF THE EMBASSY OF THE UNITED STATES

Logensaal in den Kammerspielen
Hartungstr. 9–11

TALK IN DEN MAI: Das Philosophische Lazarett Mit Dr. Ulrich Lölke, Birgit Stammberger und Gästen, Teil 2: Recht auf Faulheit. Louisiana Dinner Spectacle Familie Malente

Karten unter: 040 / 21 05 52 91
www.logensaal-kammerspiele.de

WACHGEKÜSST – Das Dornröschen-Musical 6., 7., 8., 12., 13., 21., 22., 28. u. 29. Mai, 15 bzw. 14.30 Uhr

für die ganze Familie v. Christian Berg u. Konstantin Wecker – Uraufführung

Schaufelraddampfer Louisiana Star

Theater Kontraste
Hudtwalckerstr. 13

Karten: 480 680 80

AUGUSTA

Bitterböse Komödie von Richard Dresser, Regie: Kai Uwe Holsten, mit Konstantin Graudus, Meike Harten, Henriette Fee Grützner 29., 30. April, 5., 6., 7., 11., 12., 13., 14. Mai, jeweils 19.30 Uhr, Winterhuder Fährhaus, kleiner Saal Hartungstr. 9–11 Tel. 0800-41 33 44 0

St. Pauli Landungs- Fr. 13.5., Einlass: ab 19.30 Uhr, Elbefahrt: 20 – 23.30 Uhr. Preis p. P. von € 79,00 – € 89,00 exkl. Getränke brücken, Brücke 6-10

Eine 3 k-stündige Elbekreuzfahrt, mit MusicalHighlights, Animation, Artistik, Musik, Tanz, Buffet

Karten + Infos: Tel. 040/31 79 57 66 www.louisianacompany.de

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HAMBURGER KAMMERSPIELE Altonaer Theater
Museumstraße 17 Tel. 399 05 870

von Tempelhoff, Harald Maack u.a. ENRON mit Martin Semmelrogge Nicki Vorstellungen bis 22. Mai

– 12 Punkte für ein bisschen Frieden 04.-14.05. Große Grand Prix Party im Anschluss an die Show am 14.5. 2.5. Pigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten. Volumen 6 • 3.5. Michy Reincke und Band – Palais Salam 18.5.–13.6. Chippendales – The Ultimate Girls Night Out!
1.5., 19 Uhr

Tel. 881411880 u. alle Vvk’stellen

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Telefon: 040 / 3 47-2 73 86 E-Mail: anzeigen@welt.de www.welt.de/mediawelt

20 Uhr ZUM LETZTEN MAL: NEUE VAHR SÜD 30.4., „Sehr komisch!“ (BILD) DAS ORANGENMÄDCHEN nach Jostein Gaarder, mit CAROLIN FORTENBACHER u. a., 8.+11.5., 19 Uhr; 12.–14.5., 20 Uhr

Laeiszhalle Großer Saal
Joh.-Brahms-Platz

Bruckner: Romantische (4. Symphonie)
Dutilleux: Correspondances
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Dir.: Y. Traub Tel. 040/44 02 98 Mireille Delunsch, Sopran

Karten

Anzeigenberatung: Karla Browarczyk, 040 / 347 23037 • Birgit Richter, 040 / 347 22733 • Fax 040 / 347 27182

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HAMBURG HH 11

Aschenputtel als knallbunte Bühnenshow
Sie sind für ihre unkonventionellen Ideen und Präzision berühmt: Das kanadische Duo Doucet / Barbe inszeniert Gioacchino Rossinis „La Cenerentola“ an der Staatsoper.
HELMUT PETERS

Der Prinz als futuristischer Astronaut: Maxim Mironov als Don Ramiro mit Chor und Statisten

it der Märchenvorlage vom „Aschenputtel“ hat Gioacchino Rossinis Dramma giocosa „La Cenerentola“ nur noch am Rande zu tun. Stattdessen ist dem kanadischen Duo Renaud Doucet und André Barbe eine spektakuläre Neuinszenierung gelungen, die am nächsten Sonntag an der Hamburgischen Staatsoper Premiere haben wird. Von der Sehnsucht nach Liebe, Reichtum und Anerkennung des armen Stiefkindes, das in diesem Fall Angelina (gesungen von Maite Beaumont) und nicht Cinderella heißt, ist in Jacopo Ferrettis Libretto zur 1816/17 entstandenen Oper noch etwas erhalten geblieben. Eigentlich aber spielt die Geschichte in einem zeitlosen Umfeld, das zwischen dem Glamour eines unbesorgten Adelshauses und der bedrohten bürgerlichen Welt des fast schon ruinierten Vaters Don Magnifico (Enzo Capuano) polarisiert. Die Zeitlosigkeit des Sujets und die konkrete Zeichnung der Charaktere vom gierigen Vater über die putzsüchtigen Schwestern Clorinda (Gabriele Rossmanith) und Tisbe (Renate Spingler) bis hin zur liebenswerten Angelina bietet dem Regie-Duo Doucet/Barbe ideale Voraussetzungen für eine neue intelligente, knallbunte und voller Überraschungen

M

steckende Regietheater-Idee. Zuletzt hatten die beiden mit einer genialen, in der Insektenwelt angesiedelten „Turandot“Inszenierung in Pittsburgh und einer an einem verseuchten Teich spielenden „Rusalka“ in Wien große Erfolge gefeiert. „,La Cenerentola‘ ist nicht nur unsere erste Produktion für Hamburg, es ist auch unsere erste Arbeit in Deutschland überhaupt“, sagt Renaud Doucet. „Wir haben nur einmal an der Opéra national du Rhin in Straßburg gearbeitet, die Produktion wurde später auch in Karlsruhe gezeigt.“ Für den Regisseur, Choreografen und Tänzer Doucet ist der Auftrag aus Hamburg eine besondere Freude, weil er als Siebzehnjähriger beim „Midsummer Night’s Dream“ vor Jahrzehnten seine Karriere in der Compagnie von John Neumeier begonnen hatte. Mit dem kongenialen Kostüm- und Bühnenbildner André Barbe arbeitet Doucet als Regisseur nun schon zehn Jahre fest zusammen. „Unser großer Vorteil ist es, dass wir keine Kompromisse, schon gar nicht voreinander, eingehen. Wir tun nichts, von dem wir nicht überzeugt sind. Wenn André mir seine Kostümentwürfe zeigt und ich glaube nicht an sie, dann werden sie auch nie auf der Bühne realisiert. Wir müssen Lösungen finden, die uns beide zufriedenstellen.“ Das Erste, worüber sich das Duo stets Gedanken mache, ergänzt Barbe, seien der Ort und das Haus, wo eine

Produktion realisiert werden soll. „Ob in Nordamerika oder in Europa, überall gibt es andere Sensibilitäten.“ Bei aller Liebe zum modernen Regietheater wollen die beiden die Stücke aber nicht mit Gewalt aufbrechen. „Ich bin ein großer Fan des Regietheaters“, sagt Doucet, „weil es das Konservierte, Museale von den Stücken nimmt, aber auch das Regietheater ist mit seinen Provokationen mittlerweile zu einer Art Gewohnheit geworden. Es reicht heute nicht mehr, die Darsteller in ein modernes Kostüm zu stecken und die Stücke in unserer Zeit spielen zu lassen.“ Doucet und Barbe haben für „La Cenerentola“ deshalb eine besondere Lösung gefunden. Grundsätzlich wählen sie ein Umfeld aus, das von einer wirtschaftlichen Krise wie etwa in den 30erJahren zur Zeit der Weltwirtschaftskrise geprägt ist, und projizieren dies auf die Gegenwart. „Unsere ‚Cenerentola‘ spielt in einer Zeit der Krise überhaupt, einer Depression, einer Zukunftsangst, die wir heute wieder erleben. Der Palast ist nicht der Palast eines Prinzen. Leute von heute richten ihre Wunschträume und Sehnsüchte eher auf fiktive Welten, wie sie das Kino reproduziert. Menschen von heute sehen das Kino als eine Art Fluchtort. Ende der 20er-Jahre wurde der Film kommerzialisiert. Aus diesem Grund inszenieren wir den Palast des Prinzen als eine TV-Show.“

KLAUS LEFEBVRE

Bei den Kostümen und Dekorationen könnte man die bunte Welt des „Cirque de soleil“ assoziieren. Angelina schlüpft in die Rolle einer Pilotin der 30er-Jahre und der Prinz (Maxim Mironov) erscheint als futuristischer Astronaut. Die übrigen Figuren erinnern an Figuren aus Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ oder ans „Triadische Ballett“ Oskar Schlemmers vom „Bauhaus“. „Besonders bei den Finale der einzelnen Akte gibt es Tanznummern, in denen die Tänzer auch mit Rollerskates auftreten“, verrät der Choreograf und Regisseur Doucet. In der ganzen Partitur gäbe es mehr als zwei Dutzend Stellen, die man auch vertanzen könnte, was Doucet aber nicht tut. „Im Grunde sind wir nach der letzten Finanzkrise genau dort wieder gelandet, wo wir damals auch schon waren“, sagt Barbe. „Einzelne Leute haben Billionen von Euros gescheffelt und die anderen sind die Opfer und verlieren ihre Jobs. Mithilfe dieser Oper können wir das trotzdem mit einem Lächeln betrachten.“ Der Humor ist überhaupt das Wundermittel, mit dem Rossini auch den Tragödien der Welt immer wieder eine schwebende Leichtigkeit verleiht. „Rossinis Humor speist sich im Wesentlichen von einem mechanischen Moment mit hackenden Staccati und furiosen Strettas“, sagt Doucet. „Seine Musik hat etwas Maschinenhaftes.“

Das Faszinierende an der Arbeit dieses mittlerweile in aller Welt gefragten Regie-Duos ist die große Präzision, mit der Projekte umgesetzt werden, und das Talent, modernes Regietheater nicht vom Reißbrett aus, sondern immer mit Blick auf die praktische Umsetzung zu planen. „Unsere Aufgabe ist es, Menschen, die mit uns arbeiten, zu überzeugen und unsere Ideen transparent zu machen. Ich sehe unsere Hauptaufgabe darin, die Kollegen zu stimulieren und

ihre kreativen Kräfte freizusetzen.“ Einmal gefundene Lösungen sind für Doucet und Barbe nicht unverrückbar. „Wir sind in der Lage, eine bestimmte Oper zehn Mal in zehn unterschiedlichen Versionen auf die Bühne zu bringen“, sagt André Barbe, „weil wir den Blickwinkel immer wieder abwandeln können. Konzepte sind nicht dazu da, als Konzept zu funktionieren, sie müssen vom Anfang bis zum Ende auch praktisch umsetzbar sein.“
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„Sieh dir das Leben an, wie es ist!“
Premiere im Altonaer Theater: Jostein Gaarders „Orangenmädchen“ als Kammermusical inszeniert
PAUL BARZ

A

m Ende darf es etwas Kitsch sein. Dann dreht sich die Disco-Kugel, wallt der Trockeneisnebel. Aber bis dahin, so Regisseur Harald Weiler, „müssen wir die exakte Balance zwischen Poesie und Sentimentalität halten“. Auch zwischen Ernst und Humor. Denn die Geschichte vom „Orangenmädchen“, die nächsten Sonntag am Altonaer Theater Premiere hat, zeigt durchaus heitere Züge. Auch wenn sie tiefernst beginnt, „mit einem Hammer“ (Weiler): Ein Mann hat Krebs. Er schreibt seinem Sohn. Der soll später mal erfahren, wie es dem Vater ergangen ist – und es ihm selbst nicht ergehen soll. Der Vater jagt einem Phantom hinterher, dem Orangenmädchen. Darüber hat er fast die eigentliche große Liebe versäumt. Sie heißt Veronika, hat sehr konkrete Züge und ist die Mutter des Jungen, der selbst gerade seine erste große Liebe erfährt und die väterlichen Lektionen für sich selbst beherzigen soll: „Leb jetzt! Mach es jetzt! Sieh dir das Leben an, wie es ist! Da steckt alles drin.“ So ungefähr ist die Lehre aus der Geschichte. So steht sie im Roman des norwegischen Bestsellerautors Jostein Gaarder („Sofies Welt“). Christian Gundlach hatte die vor sieben Jahren in Trier uraufgeführte Bühnenfassung geschrieben, die jetzt von Regisseur und Ensemble noch einmal überarbeitet wurde. Martin Lignau, der „Musical-Mozart vom Kiez“ und vielerorts aktiv vom Berliner „Schuh des Manitu“ bis zur „Heißen Ecke“ an der Reeperbahn, komponierte die Musik zu Liedtexten von Edith Jeske und bot das Stück der musical-erfahrenen Karo-

Spielt mal nicht komisch: Musical-Darstellerin Karolin Fortenbacher

lin Fortenbacher („Mamma mia“) an. Die erntet nun schon einige Spielzeiten lang an den Kammerspielen die todsicheren Lachstürme bei ihrer urkomischen Restaurant-Testerin im nun schon jahrelangen Dauerbrenner „Pasta & Basta“. Und weil dies hier anders war, sagte sie zu. Genauso wie Regisseur Harald Weiler: „Mein erstes Musical“. Allerdings eher ein Kammermusical. Kein Tanz, nur zwei Musiker, vier Darsteller. Aber viel Musik. Ist Karolin Fortenbachers eigenes Lieblingsstück dabei? Sie legt den Kopf schräg und wühlt die Hand ins rotbraune Haar: „Gar nicht mal eine meiner eigenen Nummern, obwohl wirklich schöne Stücke dabei sind. Aber am liebsten ist mir das Duett zwischen Vater und Sohn.“ Dann weht zugleich ein Hauch Surrealismus durch die

karg gehaltene Szenerie. Tote sprechen mit Lebenden, Zeiten schieben sich ineinander. Was gestern war, kann auch heute sein. Der Junge liest den Brief, den der längst verstorbene Vater schon vor Jahren geschrieben hat. Jetzt stehen sie wieder beieinander auf der Bühne. „Das ist im Gaarder-Roman natürlich alles noch viel philosophischer, gedankenumwobener“, sagt Weiler. „Auf der Bühne muss das handfester, konkreter abgebildet sein.“ 1984 war er, damals „nur Schauspieler“, nach Hamburg ans Thalia Theater während der Ära Striebeck gekommen, ging gleich wieder, als Flimm kam, und kehrte unter Ulrich Khuon zurück, sieben Jahre lang „als fester Freier“. Die Zeit reichte erfreulicherweise für manchen „Tatort“ und andere Fernsehproduktionen. In den
+

vergangenen Jahren hatte er dann für sich die Regie entdeckt. Sein bisher größter Erfolg war „Die Ratte“ am Winterhuder Fährhaus. Im Premierenpublikum saß Karolin Fortenbacher: „Ich habe den Lachkrampf meines Lebens bekommen, und seitdem bin ich Haralds Fan.“ Er könne auch mal laut werden, zugegeben, aber insgesamt, schwärmt sie, „herrscht bei uns auf der Probe eine ganz wunderbare Atmosphäre“. Regie interessiert Harald Weiler inzwischen mehr als alle Schauspielerei. Und nun also auch Musiktheater. Eine ganz neue Erfahrung: „Vorher war mir noch nie klar geworden, welche Kraft in der Musik steckt. Sie löst im Zuhörer mehr Gefühle aus als jeder Text.“ Heitere Gefühle, Begeisterung, Euphorie. Aber auch Trauer, Schmerz, Entsagung. Karolin Fortenbacher ist nachdenklich geworden: „Ich bin ja oft aufs Komische festgelegt, ich weiß. Das erwartet man irgendwie von mir. Aber ebenso gern, fast noch lieber, singe ich melancholische Stücke, lege dann mein Herz ganz offen auf die Bühne, will die Menschen rühren ...“ Deshalb wünscht sie sich „schöne Schwermut“ im Parkett. Jene filigrane Trauer, die nicht bedrückt, sondern bei der man sich, „allem möglichen Leid“ zum Trotz, doch auch irgendwie wohlfühlt. Und dann darf es getrost auch etwas kitschig werden. Mit Trockeneis und Disco-Kugel. „Das Orangenmädchen“ (nach dem Roman von Jostein Gaarder), Martin Lignau / Edith Jeske (Liedertexte), Christian Gundlach (Bühnenfassung). Altonaer Theater. Premiere am 8. Mai. Karten unter 39 90 58 70

OLIVER FANTITSCH

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1. M A I 2 011

Fleisches Lust in allen Variationen
KATJA ENGLER

ie meisten reichen Länder sind satt an verheißungsvollen Fotos und Filmen, die Glück, Schönheit und Lust suggerieren, Lust zu konsumieren, Lust auf Sex, Lust als solche. Die amerikanische Fotokünstlerin und Malerin Marilyn Minter benutzt ihre Kamera wie ein Vergrößerungsglas, sodass radikal erotische, verstörende Bilder entstehen, die den Betrachter anziehen, faszinieren und zugleich abstoßen. Noch nie hat Minter eine Einzelausstellung in Deutschland gehabt. Deichtorhallen-Direktor und Kurator Dirk Luckow betritt mit dieser Schau bis zum 12. Juni in der Sammlung Falckenberg also Neuland. In den USA ist Minter längst ein Star in der Szene, sie wurde mit einer großen Ausstellung im San Francisco Museum of Modern Art geehrt, außerdem im New Yorker Museum of Modern Art und in Boston. Sammler zahlen bis zu 400 000 Dollar für ihre Arbeiten. Minter ist vor allem dem weiblichen Körper und dessen Bild in den modernen Medien stark verbunden. Als vielleicht berühmteste künstlerische Vorbilder lassen sich die spanischen Surrealisten Salvador Dalí und Luis Bunuel ausmachen. Auch die ehemalige Prostituierte, Stripperin und Performance-Künstlerin Annie Sprinkle kann man in die Nähe von Marilyn Minter rücken, denn sie setzte sich jahrelang mit gespreizten Beinen in einen öffentlichen Raum und ließ Männer mittels Spekulum ihren Gebärmutterhals studieren – näher ging es nun wirklich nicht mehr, realistischer auch nicht. Ebenso nah, nur weit aggressiver und auch abstrakter kommen einem die wollüstigen Münder der Models entgegen, die Marilyn Minter für ihre

D

Marilyn Minter, amerikanische Fotokünstlerin und Malerin, provoziert mit pornografischen Inhalten. Nun zeigt sie ihre hoch dotierten Werke erstmals auch in Deutschland

Orale Inszenierungen als Markenzeichen: „Chewing Pink“ heißt dieses Minter-Abbild einer lustvoll Trinkenden

sorgsam inszenierten oralen Exzesse engagierte. Doch was Minter anfangs noch platt pornografisch darstellte – drei Frauen bearbeiten mit ihren grell geschminkten Lippen einen aufgestellten Phallus – hat sie in den vergangenen Jahren zur komplexen Metapher einer oral fixierten, luxussüchtigen und enthemmten Konsumgesellschaft weiterentwickelt. Da die Bilder im Close-up aufgenommen sind, führt ein längeres Betrachten überdies fast zwangsläufig zur Assoziation frühkindlicher Erfahrungen des Saugens und Ableckens. Doch Marilyn Minter steigert und verfremdet diese Settings noch in ihrer hyperrealistischen Wirkung, indem sie Lippenstift, Wimperntusche und Lidschatten dick aufträgt, Silberstaub verteilt oder den Models eine Perlenkette in den weit geöffneten, immer leicht verwischt fotografierten Mund und auf die Zunge drapiert. Auch hier verbindet sie ihre Faszination für orale Spiele mit einer glamourösen Inszenierung, wie man sie aus Mode und Werbung kennt. Sowieso macht Minter keinen Unterschied zwischen kommerzieller und künstlerischer Arbeit. Sie realisierte auch schon Werbekampagnen für Tom Ford und Versace. Ihr bekanntestes Model ist die amerikanische Sex-Ikone Pamela Anderson, die ihren ganzen Körper zum Produkt macht. Minters Video „Green Pink Caviar“ (2009), das auf YouTube zu sehen ist, setzte dann die Popsängerin Madonna auf ihrer Welttournee „candyshop“ als Bühnenhintergrund ein. Von ihren unglaublich brillanten Farbfotos lässt sie seit einigen Jahren Gemälde anfertigen und erweitert so die sinnliche Erfahrung des Betrachtens nicht nur durch eine neue Tech-

nik, sondern auch durch eine Steigerung von Brillanz und Größe, denn diese Bilder sind teilweise breiter als drei Meter. Die Insignien von Glamour und Schönheit stilisiert sie auf diese Weise zu monströs vergrößerten Fetischen. Minters konsequente Beschäftigung mit der Sehnsucht von Frauen, sich zu inszenieren und die eigene Schönheit mittels Schminke zu steigern, hat ihre Wurzeln in ihrer eigenen Familiengeschichte. Minter war sehr jung und fotografierte Ende der 60er-Jahre ihre Mutter, allein in der intimen Sphäre ihres Schlafzimmers im gedämpften Licht der Lampen. Die Mutter, offensichtlich schwer melancholisch und überdies drogensüchtig, verbrachte fast ihre ganze Zeit im Bett, wo sie sich hingebungsvoll schminkte, die Augenbrauen färbte, Lockenwickler in die Haare drehte, dann wieder rauchte oder die nächste Dosis Rauschmittel zurechtlegte. 30 Jahre hat Marilyn Minter diese Bilder in ihrem Keller liegen lassen, bis sie sie wieder ans Licht holte und damit ihrem Lebenswerk den wichtigsten Schaffens-Impuls zurückgab. Was die Fotografen Nan Goldin oder Gus Van Sant erst später und an sehr jungen Menschen wahrnahmen und Larry Clark 1971 in seiner „Tulsa“-Serie interessierte, hat Marilyn Minter hier vorweggenommen: Sehr persönliche Bilder von Menschen, die jenseits des sauber-glatten Amerika ihren eigenen Weg gingen, oft auch in den Abgrund hinunter. Ausstellung Marilyn Minter in der Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Straße 71, Tor 2, 21073 Hamburg-Harburg. Bis 12. Juni. Regelmäßige Termine für öffentliche Führungen: mittwochs um 18 Uhr, sonnabends um 15 Uhr, sonntags um 12 und 14 Uhr. Themenführungen jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat. Anmeldung Tel.: 32 50 67 62

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GLOBETROTTER OUTDOOR-TIPPS FOLGE 2: KLEINE ABENTEUER

Das Abenteuer beginnt vor der Haustür

8
Stadtführung im Kanu
Plön 0 45 22/50 95-0

Besuch im Wasserschloss
Eutin 0 45 21/70 97-0

Brotbacken am See
Bosau 0 45 27/9 70 44

5-Tage-Radtour
Dersau 0 45 26/6 80

l][`\lek\ijZ_`\[c`Z_\eMfijk\c$ cle^\emfdM\ii\`j\ei\X^`\ik[`\ Kfli`jdljYiXeZ_\d`k\`e\d`dd\i Yi\`k\i\e8e^\Yfk]•im\ijZ_`\[\ejk\ I\`j\kpg\e%=•ia\[\e>\jZ_dXZb`jk[Xj GXjj\e[\[XY\`%8lZ_]i•_\in\e`^Y\XZ_$ k\k\Q`\c^ilgg\ej`e[`eqn`jZ_\em\id\_ik `ej9c`Zb]\c[[\iI\`j\m\iXejkXck\i^\iXk\e% ;Xjq\`^kqld9\`jg`\c[Xj`dd\i^i\i\ 8e^\YfkXeJ\e`fi\ei\`j\e#[`\jg\q`\cc Xl]€ck\i\D\ejZ_\eql^\jZ_e`kk\ej`e[% J`\j`e[f]kdXcjYXii`\i\]i\`^\jkXck\kle[ Y`\k\eJ\e`fi\e[`\>\c\^\e_\`k#`[pcc`jZ_\ I\`j\q`\c\f[\iglcj`\i\e[\Jk€[k\f_e\ql ^if\8ejki\e^le^ql\ek[\Zb\e%F]kjfi^k \`eYlek\jGif^iXddf[\iBlijXe^\Yfk [XY\`]•i8Yn\Z_jcle^le[dXZ_k\j 8cc\`ei\`j\e[\ed^c`Z_#`e\ekjgXeek\d IX_d\e>c\`Z_^\j`eek\b\ee\eqlc\ie\e%

8Y\iXlZ_]•i=Xd`c`\ed`kB`e[\ie# GXXi\f[\iAl^\e[c`Z_\#[`\qld\ijk\e DXcXcc\`elek\in\^jj`e[#^`Yk\j `eqn`jZ_\egXjj^\eXl\8e^\Yfk\mfd Bliqki`gY`jqlid\_inZ_`^\eJfdd\i$ i\`j\%E\Y\eXkkiXbk`m\e8ljcXe[ji\`j\e

n`i[[XY\`XlZ_;\lkjZ_cXe[d`kj\`e\e XYn\Z_jcle^ji\`Z_\eI\^`fe\eXcj I\`j\q`\c`dd\iY\c`\Yk\i%M\icfZb\e[\ LicXlYjk`ggj]•iAle^le[8ckÔ e[\e j`Z_`e[`\j\i8lj^XY\mfeÙ?XdYli^j I\`j\$N\ckÈ%

Für den erfahrenen Outdoor-Fan beginnt das Abenteuer, wenn etwas Unerwartetes passiert, auf das man sich nicht vorbereiten konnte. Für den Outdoor-Einsteiger beginnt der Abenteuer-Spaß schon, wenn man sich ganz auf die Natur einlässt und zumindest eine Nacht draußen im Zelt verbringt. Am schönsten ist es, wenn man die Natur dabei aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt – z. B. auch mal aus dem Kanu vom Wasser her betrachten und erleben kann. Globetrotter Ausrüstung bietet mit erfahrenen Naturguides eine Vielzahl von

Veranstaltungen für erste Outdoor-Erfahrungen und -Abenteuer an - vom Outdoor-Camp für Einsteiger über verschiedene Kajak- und Kanadierkurse bis hin zum Vater-Kind- oder Familien-Abenteuercamp. Und die kleinen Abenteuer finden fast vor der Haustür statt – z. B. in den Naturregionen rund um den Schaalsee oder den Plöner See. Den kompletten Veranstaltungskalender finden Sie in der Globetrotter Filiale am Wiesendamm oder auf www.globetrotter.de unter Filiale Hamburg.

Blckli\cc\I\`j\e

Outdoor-Camp für Einsteiger
28. und 29. Mai am Schaalsee
An einem Wochenende können Sie alles lernen, was Sie für Ihr erstes Outdoor-Abenteuer brauchen: wie und wo baut man sein Zelt auf, wie bewege und orientiere ich mich in der Natur richtig, wie meistert man die typischen Outdoor-Situationen wie Feuermachen ohne Grillanzünder oder Kochen ohne Küche. Sie lernen mit kleinen Notsituationen umzugehen und können erste Erfahrungen sammeln im Kanu fahren, beim Klettern und Bogenschiessen. Material für die Outdoor-Aktivitäten incl. Proviant wird gestellt. Kostenpunkt pro Person: 169  (Mindestalter: 12 Jahre).

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Die Unterbring\iBXelY\^\Y\ef[\ij`Z_ Nfee\#n\cZ_\CljkÈ^\e`\$ gung erfolgt in rustikalen Hütten, [`\Y\qXlY\ie[\8ckjk€[k\le[ \e[`\K\`ce\_d\iBfeq\ik\ `\XYn\Z_jcle^ji\`Z_\ man kann aber auch sein eigenes [`\m\iki€ldk\eJZ_cjj\i[\j `egiXZ_kmfcc\d8dY`\ek\[\j I\^`fec€jjkj`Z_Xl]m\i$ Zelt mitbringen. Material für die EXZ_kjmfe\`e\d_`jkfi`jZ_\e BX`j\i$le[>Xik\ejXXcj[\i jZ_`\[\e\eN\^\e\ible[\e# Paddeltouren, das Klettern etc. wird EXZ_kn€Z_k\iq\`^\ecXjj\e% I\j`[\eqjfn`\^\d•kc`Z_\ j\`\jql=lY\`dNXe[\ie# <Y\e]Xcc`dGif^iXddmfe>cfY\kifkk\iI\`j\e1;`\=\jkjg`\c\`e @e_`jkfi`jZ_\d8dY`\ek\ d`k[\d=X_iiX[f[\i`dBXel D\Zbc\eYli^$Mfigfdd\ied`k\`e\dBfeq\ik`e[\iJZ_\le\e\Y\e Jkle[\eY\`N\`e#C`k\iXklile[ gestellt – ebenso gibt es eine durchf[\id`kJ\\Yc`Zbbee\e>€jk\ [\dJZ_cfjjLci`Z_j_lj\e _`jkfi`jZ_\dD\el\kk$KXeq% Xl][\d=cljjJZ_n\ek`e\ gehende professionelle Betreuung le[[\em`\c\eJ\\e%=ln\^\ `eGce#<lk`e#;\ijXl#9fjXl bei allen Aktivitäten. Der Preis pro Erwachsenen beträgt 179 , pro Kind cXjj\ej`Z_nle[\iYXid`k\`e\i f[\i>i\Y`eXlZ_[`\i\^`feXc\e 155  (Mindestalter: 6 Jahre). Jg\q`Xc`k€k\e[\i?fcjk\`e`jZ_\e \i_fcjXd\eK\`cjki\Zb\Xl] 8BKL<CC<I<@J<$LE;8LJ=CL>JK@GGJ NXie\d•e[\ \`e\dJ\\ejZ_`]]bfdY`e`\i\e# JZ_n\`q^\e`\\e%;Xqlq€_ck Anmeldungen für alle Camps über das Reiseland Globetrotter e\Y\e[\d?fcjk\`e\iBXk\e$ IX[XljÕ •^\bee\eqli•Zb Reisebüro, Tel.: 040 / 42 10 43-0 in der Globetrotter Filiale am jZ_`eb\eXlZ_FYjkc\iXlj_\`$ I\`j\[`\ejkmfe?Xljql?Xlj Ql>Xjk`dD`kk\cXck\i qld8lj^Xe^jglebkg\i9X_e Wiesendamm 1. d`jZ_\evg]\cef[\iB€j\mfe <`e\eY\jfe[\i\eJ\im`Z\_Xk[\i Y\n€ck`^kn\i[\e% [\iXej€jj`^\e>lkjb€j\i\`% 9\`\`e\d8ljÕ l^`e[`\ I\`j\[`\ejk Il[` N`ejZ_\c ]•i D\e$ ?fcjk\`e`jZ_\JZ_n\`qc€jjkj`Z_ 5nnn%_fcjk\`e`jZ_\$jZ_n\`q%[\ jZ_\e#[`\kifkq8ck\if[\i?Xe[`$ ZXg dfY`c Yc\`Y\e dZ_k\e1 ;Xj Lek\ie\_d\e Y`\k\k `e[`m`[l\cc\ e^jkYileZ_Xl][`\ I\`j\e`ebfd]fikXYc\eBc\`e$9lj$ <`eBliqlicXlYXdD\\ijfi^k ^`\Y`^\iGÔ Holzfäller-Camp am Schweriner See >€jk\[\j?fk\cjE\gkle% j\e mfe [\i \`^\e\e ?Xljk•i Y`j ]•i<ekjgXeele^le[Nf_cY\$ vom 27. bis 29. Mai EXk•ic`Z_bXeeXlZ_[\i qldLicXlYjq`\c#f_e\Ldjk\`^\e Ô e[\e]•iBig\ile[J\\c\% f[\i c€jk`^\j Bf]]\ikiX^\e% ;Xi•$ >\iX[\[Xjm\ic€e^\ik\GÔ e^jk$ ^if\JgX$9\i\`Z_[\j?Xl$ Kajak-Kurse am Schaalsee vom 29. bis 31. Juli und 5. bis 7. August j\j^\elkqkn\i[\e%<im\i]•^k Y\i_`eXljY`\k\k[\iI\`j\j\im`Z\ nfZ_\e\e[\\`^e\kj`Z_Xlj$ e\Y\e\`e\dD\\inXjj\i$ i\^\cd€`^\=X_ik\eY\`jg`\cjn\`$ ^\q\`Z_e\k#ld\`edXcGXlj\ Workshop: Kochen über offenem j\`e[\e?Xiqf[\iXe[`\Fjkj\\$ mfd8cckX^qldXZ_\ele[j`Z_ JZ_n`ddYX[XlZ_•Y\i\`e\ Feuer im Wildpark Eekholt XYn\Z_jcle^ji\`Z_\JXleXcXe[$ b•jk\ Xe% N\`k\i\ @e]fidXk`fe\e j\cYjk\knXj>lk\jqlkle% am 27. August jZ_X]k#\`e\eKiX`e`e^jiXldd`k lek\i K\c1% '+'&+*/'0' le[ `d JZ_cfjj8ck\e_Xlj\e Vater-Kind-Abenteuercamp C`]\$=`ke\jj$>\i€k\ele[\`e\e @ek\ie\k lek\i1 nnn%i\`j\[`\ejk$ e[`\qXlY\i_X]k\Fjkj\\$ in Bosau am Plöner See 8l]JZ_cfjj8ck\e_Xlj\e#\`e\iI`k$ ^\d•kc`Z_\e<ekjgXeele^jY\$ mfe_Xljql_Xlj%[\ b•jk\cfZbkqlGÔ e^jk\e Gewußt wie – auch über dem 20. bis 22. Mai und 19. bis 21. August k\iYli^Xlj[\d()%AX_i_le[\ik# \`eY\jfe[\i\j8e^\Yfk[\j i\`Z_%>€jk\#[`\[Xjjg\q`\cc\ offen Feuer kann man kulinarische bXee dXe D`kk\cXck\i qld 8e]Xj$ NXie\d•e[\iClolj_fk\cj GÔ e^jkXe^\YfkYlZ_\e#\i_Xck\e Köstlichkeiten zaubern. K€^c`Z_eXZ_?\c^fcXe[ 8e]Xe^8gi`c_Xk]•i=IJ?\c^fc`e\ j\e\ic\Y\e%<`e,'%'''HlX[iXk$ E\gkle18Y*(/<lifgifG\ijfe Xl\i[\d\`e\e>lkjZ_\`e]•i [`\ ?\c^fcXe[ JX`jfe Y\^fee\e% d\k\i^if\iJZ_cfjjgXibld^`Yk c€[k[XjKiX[`k`fej_Xljqlqn\` N\cce\jj$8en\e[le^\e`dN\ik Das gesamte Veranstaltungsprogramm von Globetrotter Ausrüstung mfe(,<lif% D`k qn\` JZ_`]]jkpg\e m\iY`e[\k [Xj+'B`cfd\k\iefi[n\jkc`Z_mfe |Y\ieXZ_kle^\e`dbfd]fikXY$ bekommen Sie in der Filiale am Wiesendamm 1 oder als DownloadN\^\ej\`e\igifÔ c`\ik\e =IJ ?\c^fc`e\ ele n`\[\i [`\ DX^[\Yli^^\c\^\e\9li^jZ_cfjj% c\e9Xcbfe$Q`dd\id`kD\\i$ PDF auf www.globetrotter.de unter Filiale Hamburg. ?fZ_j\\`ej\c ?\c^fcXe[ mfe [i\` 8e^i\eq\e[ Xe [Xj JZ_cfjj c`\^k Yc`Zb\`e%E\Y\e\`e\dk€^c`Z_\e CX^\Xdn\`\eJXe[jkiXe[# 9le[\jc€e[\ieXlj1Mfe?XdYli^# \`e >lkj_f]# [`\ Ld^\Yle^ bXee =i•_jk•ZbjYl]]\kXljm`\c]€ck`^\e XY\iXlZ_n\^\ej\`e\j_\iXlj$ mfe N\[\c `e JZ_c\jn`^$?fcjk\`e Xl][\dG]\i[\i•Zb\ef[\iY\`\`$ ^\jle[\eJg\`j\enXik\kXl][`\ iX^\e[\eJ\im`Z\jle[j\`e\j q\ik`Ô q`\ik\eK_XcXjjf$Q\ekildj le[mfe:lo_Xm\e`eE`\[\ijXZ_$ e\i BlkjZ_]X_ik \ible[\k n\i[\e% >€jk\[\j?fk\cj\`eXYn\Z_j$ j\e% ;\i BXkXdXiXe Ù?Xcle[\i <`e Jki\`Z_\cqff \i]i\lk Y\jfe$ cle^ji\`Z_\jGÔ e^jkgif^iXdd1 `jk[Xj?fk\cE\gklej\`kj\`e\i <i]]ele^`dAX_i(0.(Y\` A\kÈ]€_ikk€^c`Z_mfdY`jqld*'% [\ij [`\ bc\`e\e >€jk\% =•i bliq\ ;XjNf_c]•_c$NfZ_\e\e[\Y\$ FbkfY\i)'((jZ_e\ccle[df[\ie f[\i c€e^\i\ 8l]\ek_Xck\ jk\_\e ^`eekd`k\`e\dGÔ e^jkZfZbkX`c# j\`e\eÆe`Z_kj\ck\eY\i•_d$ k\eÆ>€jk\e•Y\iXljY\c`\Yk%@e mfe ?XdYli^ •Y\i N\[\c le[ |Y\ieXZ_kle^jd^c`Z_b\`k\e `e XY\e[j^\_k\j_fZ__`eXl]`e „Das“ Handbuch für alle :lo_Xm\eeXZ_?\c^fcXe[le[[Xj m\ijZ_`\[\e\eBXk\^fi`\eqliM\i$ [`\Jbp$9XiqldKXeq`ejk`cmfc$ [`\j\dAX_i]\`\ik[Xj,$Jk\ie\$ Klaus Denart – Outdoor- und Naturfans. ?fk\cj\`e+'$a€_i`^\jAlY`c€ld% Mr. Globetrotter J\\Y€[\ijZ_`]]Ù8kcXek`jÈm\ib\_ik ]•^le^# `d I`kk\ijXXc f[\i `e [\i c\i8kdfjg_€i\%8de€Z_jk\e `Z_\e?Xcc\cXjj\ej`Z_Xl\i$ Dfi^\enXik\k[Xee\`eXlj$ 5nnn%_fk\c$e\gkle%[\ bcXjj`jZ_$dXi`k`dk€^c`Z_XY[\d ^i€Õ Über 25.000 neue Was ist Fernweh, was Ausrüstungsideen für treibt einen immer (%DX`Y`j*'%J\gk\dY\i)'((qn`$ [\dq•e]k`^\=\jk\]\`\ie% Outdoor und Reise wieder hinaus in neue 5nnn%jZ_cfjj$Xck\e_Xlj\e%[\ jZ_\e:lo_Xm\ele[?\c^fcXe[% auf über 700 Seiten. 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Familiencamp über Pfingsten
10. bis 13. Juni am Plöner See

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Weitere Outdoor-Camps und -Kurse:

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Mehr Inspirationen für mehr Spass in der Natur:

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Foto: Globetrotter Ausrüstung

Fotos: Andreas Krüger

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channel hamburg
Leben mit Perspektive

Lebenslust
Manche nennen den channel „Wohlfühl-Hamburg“. Natürlich zu Recht. Viele Menschen, die hier arbeiten, wollen auch hier wohnen: in anspruchsvoll restaurierten Speichergebäuden, auf Hausbooten oder in exklusiven Appartements auf der Schloßinsel und am romantischen Kaufhauskanal. Unsere Hafenatmosphäre bezaubert mit Stil und maritimem Charme. Hier pulsiert das Leben – an der Strandbar, in den Lokalen, in unserer Kita.

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Willkommen im Hamburger Süden!
Eine Region – ein Ansprechpartner.
Unser Service für Unternehmen und Investoren: Kompetente Beratung im Bereich Immobilien Entwicklung und Vermarktung von Gewerbestandorten Kauf und Verkauf, Anmietung und Vermietung von Büro-, Handels-, Industrie- und Logistikflächen Sprechen Sie uns an! Süderelbe AG · Immobilien Fon: +49 (40) 355 10 355 Mail: immobilien@suederelbe.info www.suederelbe.info
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Der channel hamburg macht Spaß
Ein Stadtteil, der nicht am Reißbrett entworfen wurde. Hier hat das Leben selbst Hand angelegt. Und das in seiner ursprünglichsten Form. Der channel ist mehr als ein Ort, an dem man arbeitet. Er ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlt. Ein Ort, der inspiriert. Ein Ort der Kommunikation. Und eine fantastische Aussicht gibt’s immer dazu. Eine der spektakulärsten wird „Balance Bay“ bieten; hier entstehen bis Mitte 2012 exklusive Waterfront-Appartements mit eigenem Bootssteg und einem Park direkt vor der Haustür. Weitere Wohnprojekte sind am Kaufhauskanal und auf dem Areal „Harburger Brücken“ in Planung. Hier werden in den kommenden zwei Jahren rund 300 Wohneinheiten gebaut. Für Leben mit Perspektive!

Ihr neuer Wohn- und Standort im Süden der Hansestadt
channel hamburg e.V. • Harburger Schloßstr. 6-12 • 21079 Hamburg Tel. 040-76629-6120 • E-Mail: info@channel-hamburg.de

www.channel-hamburg.de

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Die Strandbar im Süden

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Großes beheizbares Zelt. Wetterunabhängig. Ideal für unbeschwerte Beachfeiern. Täglich ab 11.30 Uhr Bar & Music Grill-Restaurant Ihre Beachfeier 600 m² Zelt Volleyballfelder 3000 m² Sand

Veritas Beach Im Harburger Hafen: Veritaskai 5, 21079 Hamburg www.hornbachers.net/beach Reservierungen: 040 796 28 45

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Ɔ Sonntagsbrunch
nur 12,90 €

Ein Hauch vom Himmel
ab 9,90 €

Ɔ Spargelgerichte Ɔ Steaks Ɔ Räumlichkeiten
für Ihre Feiern

Harburger Schlossstr. 7 040-33 44 38 58 www.hornbachers.net

Ɔ Partyservice

Eigener Bootsliegeplatz direkt vor der Haustür
Das ist einzigartig: direkt am Wasser, eigene Bootsliegeplätze vor der Haustür, umgeben von einer gepflegten Parkanlage – Marina auf der Schlossinsel ist die neue exklusive Wohnbucht im Süden Hamburgs. Bezugsfertig ab Ende 2012. Erfahren Sie mehr – wir freuen uns auf Ihren Anruf. Ihren persönlichen Berater erreichen Sie unter (040) 2800 65 80 Marina auf der Schlossinsel jetzt erleben: balancebay.de

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Marina auf der Schlossinsel

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1. M A I 2 011

Schräge Typen, schräge Töne
Holger Mahlich ist Schauspieler und Regisseur, sein Sohn Leonhard Musiker. Gemeinsam haben sie das Gangster-Musical „Revolver im Klavier“ geschrieben

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er Senior lebt außerhalb der Stadt auf einem Bauernhof, der Junior mitten im Leben in Eidelstedt. Die Arbeit am Musikprojekt hat Holger, 65, und Leonhard, 32, eng zusammengeschweißt. Ein Gespräch über „Moses, den Afghanen“ und Idealismus

macht: „Moses, der Afghane“. Was hat es denn mit diesem Herren auf sich? HOLGER MAHLICH: Er war einer der größten Rauschgiftdealer Berlins und flog 1931 spektakulär in Hamburg auf. Haben Sie sich auch fiktive Figuren einfallen lassen? HOLGER MAHLICH: Ja. Die Figur des Polizisten Blank. Den hat es nicht gegeben, aber die kriminellen Praktiken habe ich aus originalen Vorfällen der hiesigen Polizei aus dieser Zeit entnommen. Zum Beispiel? HOLGER MAHLICH: 1926 wurde der Fall des Kriminaloberwachtmeisters Langemaak verhandelt, der unter anderem aus der Asservatenkammer Brooktor große Mengen Rauschgift entwendete und auf eigene Rechnung verkaufte. Worin lag der Reiz, sich mit den 20erJahren zu beschäftigen? HOLGER MAHLICH: Das Flair jener Zeit. Wir kennen es ja mehr aus Berlin, aber die 20er-Jahre waren auch in Hamburg eine heiße Zeit. Denken Sie nur an die Reeperbahn, die damals viel schöner war, weil sie noch nicht zerbombt war. Dort gab es unzählige Varietes, Tanzpaläste, Tingeltangels, Nachtbars und Clubs für besondere sexuelle Spielarten. Es geht aber auch um Politik.

LEONHARD MAHLICH: Wir haben über das Thema Unterstützung nie groß nachgedacht. Dass eine Unterstützung, außer der durch die Markthalle, ausgeblieben ist, hat nicht dazu geführt, dass wir weniger an den Erfolg des Stückes glauben oder die Leidenschaft an dem Projekt verloren haben. Stattdessen hieß es eher: „Jetzt erst recht“. Und was den Idealismus angeht, der liegt einfach in unserer Familie. Gutes Stichwort. Herr Mahlich, was schätzen Sie an Ihrem Vater? LEONHARD MAHLICH: Mein Vater ist mit Abstand einer der fokussiertesten und diszipliniertesten Künstler, die ich kenne. Er hat einen unglaublich kreativen Output, der mich antreibt und einen unglaublichen Willen, Vision auch in die Tat umzusetzen. Und was können Sie an ihm überhaupt nicht ausstehen LEONHARD MAHLICH: Seine Sturköpfigkeit, die er manchmal an den Tag legt, nervt schon. Andererseits empfinde ich aber genau die auch als Qualität. Und umgekehrt? HOLGER MAHLICH: Ich wusste, dass mein Sohn ein guter Musiker ist, ein guter Gitarrist, aber was er aus dem Stoff des Musicals gemacht hat, das nötigt mir sehr viel Respekt ab. LEONHARD MAHLICH: Was mich am meisten freut, dass wir durch die Arbeit an dem Musical als Vater und Sohn über die Jahre eine gleichwertige künstlerische Partnerschaft entwickelt haben, auch wenn es Reibungspunkte gab. Das Gespräch führte Günter Fink
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WELT AM SONNTAG: Ihr Musical „Revolver im Klavier“ spielt im Hamburg der 20er-Jahre … HOLGER MAHLICH: Und zwar in mehreren Handlungssträngen, beispielsweise den Gangster James Dolan … Den es nicht wirklich gegeben hat? HOLGER MAHLICH: Oh, ja. Er war ein amerikanischer Rauschgifthändler, der 1926 versucht hat, zweieinviertel Zentner reines Heroin im Hamburger Hafen umzuschlagen. Das Heroin war in ausgehöhlten Grabsteinen versteckt. Durch einen Zufall, eine Ladekarre kippte um, und ein Grabstein platzte auf, wurde der Schmuggel entdeckt und James Dolan verhaftet. Nach Zahlung von 5000 Dollar wurde er freigelassen und in die USA ausgewiesen. Im Stück taucht noch eine weitere historische Figur auf, die neugierig

MARCELO HERNANDEZ

Haben Spaß an der Kunst: Vater und Sohn Mahlich

Erklären Sie! HOLGER MAHLICH: Die Weimarer Republik wurde extrem von rechts wie links bekämpft. Gerade in Hamburg war nach dem gescheiterten Aufstand 1923 unter Führung des Hafenarbeiters Ernst Thälmann, die radikale Strömung innerhalb der KPD sehr stark. Auseinander-

setzungen mit Gegnern auf der rechten, wie auch vor allem gegen die Sozialdemokratie, waren gang und gäbe. Auch versuchte man durch Überfälle Geld zu beschaffen, um dem „hehren Ziel“ zu dienen. Dieses Faktum der linksradikalen Gegnerschaft zur Republik, habe ich auf komödiantische Weise in das Stück einfließen lassen. Eingerahmt wird das Musical von einer Liebesgeschichte. Ein so spezielles Hamburg-Musical gibt es bislang nicht, zumal mit so einer Handlung und entsprechend schräger Musik. Für die Ihr Sohn Leonhard verantwortlich ist. Was war Ihnen bei der musikalischen Umsetzung wichtig? LEONHARD MAHLICH: Eine eigene Form zu gestalten. Die Musik eben nicht so klingen zu lassen, wie man sie aus den 20er-Jahren kennt. Ich wollte sie in die heutige Zeit transportieren. Entstanden ist eine Mischung aus Jazz, Blues, älteren Musikstilen wie Dixie, Swing – Musik, gemischt mit Modern-Funk und HipHop und Rock. Diese Mischform zu finden, also eigentlich moderne Musik zu machen, die 20er-Jahre aber durchaus anklingen zu lassen, war der besondere Reiz für mich als Musiker. Es sind ausnahmslos Eigenkompositionen. Gibt es in dem Stück wirklich einen Revolver im Klavier? HOLGER MAHLICH: Ja. Frage an den Musiker: Wie klingt ein Klavier, in dem sich ein Revolver befindet?

LEONHARD MAHLICH: Etwas metallischer, etwas aggressiver vielleicht. Mit der Markthalle als Bühne haben Sie sich ein entsprechend düsteres Ambiente ausgesucht, ohne Glamour. War das Absicht oder Notwendigkeit? LEONHARD MAHLICH: Beides. Es war sehr schwierig für uns, dieses Thema zu etablieren. Mal abgesehen davon, dass ich zur Location als Musiker einen guten Draht habe, und die Leute dort neuen Projekten gegenüber sehr aufgeschlossen sind, ist die Markthalle ja eher ein Musikklub. Und passt eher als ein Glamour-Theater zu der Thematik des Musicals. Das Ganze ist sozusagen etwas dreckiger. Wenn man so will, auf dem Boden der Tatsachen. HOLGER MAHLICH: Und die Notwendigkeit bestand darin, dass wir weder seitens der Kulturbehörde, geschweige von irgendwelchen Sponsoren oder Medienpartnern Unterstützung erhalten haben. Wir haben alle gefragt. Aber weil es ein Experiment ist, etwas Neues, von dem man nicht weiß, ob es ein Erfolg wird oder nicht, traute sich niemand. Wir Deutschen, so mein Eindruck, sind das risikoscheueste Volk unter der Sonne. Für uns bedeutet alles immer nur Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit. Wir sehen nur die Risiken, nie die Chancen. Ich glaube, das ist im Kunstbereich nicht anders als anderswo. Dennoch haben Sie Ihr Ding gemacht. Woher nehmen Sie diesen Idealismus?

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Blick hinter die Schloss-Kulissen
Ein Bildband präsentiert adlige Frauen mit herrschaftlichen Anwesen
ie wollen Tradition und kulturelles Erbe bewahren. Deshalb haben einige Frauen aus adligen Familien moderne Geschäftsideen entwickelt, um das Erbe der Vorfahren, Schlösser, Herrenhäuser, Burgen so nachhaltig zu gestalten, dass moderne Menschen darin und davon leben können. 19 dieser Geschichten hat eine aus ihren Gesellschaftskreisen, Jeanette Gräfin Beissel von Gymnich, aufgeschrieben und von dem Fotografen Stefan Schaal ins Bild setzen lassen. Herausgekommen ist ein aufwendig gestalteter Bildband mit sehr individuellen Lebensgeschichten, die historisches Erbe in modernem Gewand vorstellen. Auch Antje Gräfin zu Rantzau aus der holsteinischen Schweiz hat die Türen und Tore zum Familienanwesen Gut Pronstorf geöffnet und ihre Geschichte erzählt. Das Herrenhaus aus dem Jahre 1728 im idyllischen Örtchen Pronstorf gelegen, zählt zu den schönsten Barockbauten Norddeutschlands. Einst war es im Besitz der Familie von Buchwaldt, bevor es durch Heirat in den Besitz der von Rantzaus überging.

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Die Gutsbesitzerin selbst, eine Agraringenieurin, lernte ihren Mann, HansCaspar Graf zu Rantzau, auf dem Knospenfest in Oldenburg kennen und lieben. Nach der Heirat arbeitete sie halbtags weiter bei der Investitionsbank in Kiel, wo sie für die energetische Nutzung von Biomasse zuständig war. Als die Sekretärin auf dem Gut ausfiel, sprang die Ehefrau ein, lernte die Zahlen, Daten und Fakten des Betriebes kennen und verliebte sich auch noch in die Arbeit eines Gutsbetriebes, der zu jener Zeit aus Ackerbau und Mastschweinehaltung sowie der Vermietung alter Wohnungen bestand. Ihre Erkenntnis aus dieser Entscheidung: „Es ist wichtig, dass man sich einbringt, denn nur dann schlägt man Wurzeln.“ In den nachfolgenden Jahren gab das junge Paar die Viehzucht auf, entkernte den Besitz, riss alte Scheunen ab, schuf neue Grünflächen und Wege, pflanzte 40 Linden und verwandelte die alte Gutsanlage mit Haferscheune, Kutschstall, Kavaliershaus und dem barocken Herrenhaus in ein barockes Kleinod mit modernem Interieur. In der Anfangsphase nach

der Renovierung und Sanierung fanden bereits Feste und Trauungen statt. 2010 beendeten die von Rantzaus die zweijährige Umbauzeit eines Speichers im Pronstorfer Torhaus zu einem Gästehaus mit zehn Zimmern. Auch dieses Gebäude ist eines der größten und ältesten in Schleswig-Holstein. Auch der alte Kuhstall wurde einer neuen Bestimmung zugeführt. Er ist ein Spielort des Schleswig-Holstein Musik Festivals. 800 Besucher finden hier Platz, im benachbarten Kutschstall können bis zu 140 Menschen fröhliche Feste feiern. „Wir müssen zukunftsfähig sein, wenn wir die Tradition bewahren wollen“, sagt Antje Gräfin zu Rantzau. 2035, dann ist Tochter Anna 30 Jahre alt, soll der Besitz an die nächste Generation WS übergehen.

„Frauen und ihre Schlösser“ von Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich, Fotografien Stefan Schaal, Knesebeck Verlag. Preis: 29,95 Euro

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chön ist die Perspektive nicht, aber sie zeichnet sich eindeutig ab. Der FC St. Pauli wird in der kommenden Saison in Fußballstadien spielen, die bei weitem nicht so viel Reiz und Atmosphäre besitzen, wie es in dieser BundesligaSpielzeit der Fall gewesen ist. Dann werden die Braun-Weißen in Braunschweig, Paderborn, Ingolstadt und – was für die Fans des Klubs besonders schlimm ist – beim wenig geliebten FC Hansa Rostock anzutreten haben, anstatt in Dortmund, Stuttgart, Bremen, beim Stadtnachbarn HSV oder bei Bayern München und dem FC Schalke 04 spielen zu dürfen. Für den FC St. Pauli ist der Aufenthalt in der Bundesliga nur ein sehr kurzer gewesen. Am 9. Mai 2010, passend zum hundertjährigen Bestehen des Vereins, zelebrierten Trainer Holger Stanislawski und seine Spieler gemeinsam mit Zehntausenden Fans auf der Reeperbahn den fünften Bundesliga-Aufstieg der Klubhistorie; am 14. Mai 2011 gegen 17.20 Uhr, nach dem letzten Saisonspiel beim FSV Mainz 05, wird diese Episode auch schon wieder zu Ende sein. Daran gibt es seit dem späten Freitagabend keinen Zweifel mehr. Das 0:2 (0:1) beim 1. FC Kaiserlautern vor 49 780 Zuschauern im ausverkauften Fritz-WalterStadion nahm St. Pauli auf schmerzvolle Weise den letzten Rest an Hoffnung auf eine Rettung. Stanislawski steigt mit seiner Mannschaft zu Recht ab. Wer auf der Zielgeraden einer Saison einen negativen Lauf von zehn Partien in Folge ohne einen Sieg hinlegt, wer von möglichen 30 Zählern gerade einen einzigen kümmerlichen Punkt (2:2 beim VfL Wolfsburg) holt, hat es auch schlichtweg nicht verdient, ein weiteres Jahr in der höchsten Spielklasse zu verbringen. Das ist kein Pech oder etwa das Verschulden von Schiedsrichtern, wie dies als Entschuldigung zu oft angeführt worden war. Es handelt sich um mangelnde Qualität, die sich zugegebenermaßen auch durch eine ungewöhnliche Verletzungsserie in der Defensive offenbart hat. Von den Fans des Mitaufsteigers Kaiserslautern, der sich durch diesen Sieg mit jetzt 40 Punkten vorzeitig den Klassenerhalt sicherte, gab es am Freitag
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Der FC St. Pauli steigt nach nur einem Jahr Bundesliga wieder in die Zweite Liga ab. Es droht ein Umbruch. Der neue Trainer soll bis zum Ende der Woche präsentiert werden

Der Blick leer, die Enttäuschung riesengroß: St. Paulis Verteidiger Marcel Eger und seine Mitspieler waren nach dem 0:2 in Kaiserslautern tief betrübt

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noch ein wenig Häme. Zehntausende FCK-Fans winkten nach den Toren von Christian Tiffert (29.) und Mathias Abel (68.) den Hamburgern in den Schlussminuten mit weißen Taschentüchern zu, während sie „Auf Wiedersehen, die Zeit mit euch war wunderschön“ sangen. St. Pauli steht mit 29 Punkten vor den abschließenden Partien gegen München am Sonnabend im Millerntorstadion sowie am 14. Mai gegen Mainz auf dem letzten Tabellenplatz. Die Verantwortlichen des FC St. Pauli haben sich schon damit arrangiert, dass

es wieder in die Zweitklassigkeit zurückgehen wird. Dies gab Präsident Stefan Orth am Freitagabend im Anschluss an die Pressekonferenz zu verstehen. „Da muss man jetzt klar sprechen: Seit heute sind wir abgestiegen. Unser Verein ist aber für die Zweite Liga wirtschaftlich gut aufgestellt“, sagte Orth. Als er dies sagte, wirkte er gefasst. Vermutlich war sein Glaube an eine rasante Wende auf der Zielgeraden angesichts der Erlebnisse aus den Wochen zuvor, besonders aufgrund des 1:3 gegen Bremen, ohnehin nicht mehr intakt gewesen.

Der Weg zurück in die zweite Reihe des deutschen Fußballs wird jedoch mit zahlreichen personellen Veränderungen verbunden sein. Dass Stanislawski nach 18 Jahren Vereinszugehörigkeit den FC St. Pauli in Richtung Kraichgau verlassen wird, um in der kommenden Saison die TSG Hoffenheim zu trainieren, steht bereits seit dem 13. April offiziell fest. Es wird dazu kommen, dass er bei der TSG die Zusammenarbeit mit seinem Assistenten Andre Trulsen wie gewünscht fortführen kann. „Wir haben Andre die Freigabe erteilt“, sagte Orth. Da Trulsen

vertraglich noch bis zum 30. Juni 2012 an den FC St. Pauli gebunden ist, fordert der Verein aber eine Ablösesumme für ihn. Eine Klausel in Stanislawskis Kontrakt besagte, dass er gegen Zahlung von 250 000 Euro den Verein verlassen dürfe. Auch sein Vertrag war bis zum 30. Juni 2012 datiert. Stanislawskis Nachfolger soll bereits in Kürze präsentiert werden. „Eine Entscheidung wird bis zum Ende der Woche fallen“, kündigte Orth an. Als Favorit gilt der 50 Jahre alte Schweizer Marcel Koller, für den es die dritte Station bei ei-

nem deutschen Profiklub wäre. Von November 2003 bis Juni 2004 war er beim 1. FC Köln tätig; den Abstieg aus der Bundesliga konnte der gebürtige Züricher jedoch nicht verhindern. Und von 2005 bis 2009 war er Trainer des VfL Bochum. Er führte den VfL in seiner ersten Saison umgehend zum Wiederaufstieg. Eine solche Leistung dürfte sich mit St. Pauli vermutlich nicht so leicht wiederholen lassen, sofern er denn ans Millerntor wechseln sollte. „Ja, Marcel Koller ist ein Kandidat. Er ist aber einer von mehreren“, verriet Orth. In jedem Fall wird es der zukünftige Trainer mit einer personell erheblich veränderten Mannschaft zu tun bekommen. Vor allem die Leihprofis werden den Verein mit großer Sicherheit verlassen. Bei Linksverteidiger Bastian Oczipka steht dies sogar bereits fest. Er wird zu Bayer Leverkusen zurückgehen. Torhüter Thomas Kessler wird es ebenfalls ins Rheinland zurückziehen. Er ist sich mit seinem Verein 1. FC Köln bereits vor Wochen über eine Rückholaktion einig geworden. Eine weitere Leihgabe, der Innenverteidiger Carlos Zambrano, wird in der kommenden Spielzeit aller Voraussicht nach das Team des FC Schalke verstärken. Interessant ist es, was aus Gerald Asamoah wird. Er hatte sich im vergangenen Sommer bei seinem Wechsel ans Millerntor vom FC Schalke 04 die Zusage geben lassen, dass er im Anschluss an die zwei Jahre in Hamburg zu S04 zurückkehren und eine Aufgabe im Verein übernehmen könne. Nach dem jetzigen Stand müsste er bis dahin ein Jahr überbrücken. Asamoah: „Ich habe mich bei St. Pauli von Anfang an richtig wohl gefühlt. Hamburg ist eine schöne Stadt. Ich muss mir jetzt Gedanken machen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich hier bleibe und in der Zweiten Liga spielen werde.“ Sportchef Helmut Schulte gab zu bedenken, dass Asamoah derzeit nur einen Vertrag für die Bundesliga besitzt. „Wenn sich die Vorstellungen vereinbaren lassen, werden wir reden. Wir wollen versuchen, 16 Spieler zu halten und fünf neue Profis zu holen. Einen großen Umbruch soll es nicht geben“, sagte Schulte. Da bleibt nur die Frage, ob der zu verhindern sein wird. Es ist auch davon auszugehen, dass Matthias Lehmann und Max Kruse ihr Glück in der Bundesliga bei einem anderen Klub versuchen werden. Lehmann wird wohl seinem Trainer zur TSG Hoffenheim folgen wird. Stanislawski hält große Stücke auf seinen Führungsspieler im defensiven Mittelfeld.

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Die Raute auf dem Trikot, London im Blick
Die Beachvolleyballer Klemperer und Koreng wollen den HSV bei Olympia 2012 vertreten
WERNER LANGMAACK

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isweilen, sagt David Klemperer, 30, würden er und sein Partner Eric Koreng, 29, „aus lauter Jux und Dollerei“ auch einmal an einem weniger wichtigen Turnier teilnehmen. Bedauerlicherweise gilt das aber nicht für Hamburg, wo die nationale „Smart-Beach-Tour“ vom 3. bis 5. Juni Station machen wird. „Wir würden natürlich gern in der Hafencity dabei sein, könnten aber höchstens bis Sonnabend spielen, dann geht am Nachmittag unser Flieger zum Turnier nach Peking“, erklärt Klemperer die missliche Lage und Absage. Ihr Trainer Gerald Maronde hat schon signalisiert, dass er einen Start in der Hansestadt für wenig zielführend halte. Das große Ziel lautet: Olympische Spiele 2012 in London. Dabei ist Hamburg seit dem Herbst vorigen Jahres die sportliche Heimat des aktuell zweitbesten deutschen Beachvolleyball-Teams nach den Weltmeistern Julius Brink und Jonas Reckermann. Klemperer/Koreng starten für den HSV, Klemperer wohnt seit zweieinhalb Jahren in Winterhude. Auch Koreng könnte sich einen Umzug an die Elbe vorstellen. „Aber meine Frau und die beiden Kinder leben noch in Kiel, und durch die ständige Reiserei und das Training hatte ich bisher nicht einmal Zeit, mich nach einer passenden Bleibe umzuschauen“, sagt Koreng. Er gibt im Team den Part des „Zertrümmerers“, wie es in der Sprache der Strandjungs heißt, bringt also Kraft, Willen und Explosivität auf den Court. David Klemperer ist für Kreativität und filigrane Technik zuständig. Seine Philoso-

phie: „Ich bevorzuge das risikoreichere Spiel. Mir ist es lieber, einen raffinierten Ball knapp ins Aus zu schlagen, als ihn nur ins gegnerische Feld zu bugsieren, worauf die anderen dann punkten.“ Die Aufgabenverteilung spiegelt sich in Habitus und Ausstrahlung der beiden: David Klemperer ist der charmante, musische, umgängliche Typ, Eric Koreng der maskuline Kerl mit Dreitagebart. Trotzdem oder gerade deswegen vertragen sie sich gut – und das ist keine Nebensächlichkeit. Schließlich verbringen sie auf den Reisen an die schönsten Strände der Erdkugel pro Jahr rund 200 Tage zusammen. In den Hotels teilen sie jeweils ein Doppelzimmer. Jetzt geht es wieder los. Nach dem Winter ohne Wettbewerbe, aber mit Trainingslagern auf Fuerteventura und in Rom, sowie Übungen am Olympiastütz-

punkt in Dulsberg, sind sie gestern Richtung Fernost gestartet. In Shanghai wollen sie von Dienstag an erste Punkte auf der World-Tour einfahren. Momentan belegen sie Platz zehn der Weltrangliste. Der größte Triumph gelang ihnen im Sommer vorigen Jahres, als sie im norwegischen Stavanger eine Etappe der Weltserie gewannen. Daraus leitet David Klemperer seinen olympischen Optimismus ab: „Dieser Erfolg hat gezeigt, dass alles möglich ist. Im Beachvolleyball ist die Leistungsdichte enorm.“ Den USBoys Rogers / Dalhausser etwa, die momentan an der Spitze der Rangliste thronen, seien sie bei den Olympischen Spielen in Peking im Viertelfinale nur knapp unterlegen gewesen, in Stavanger hätten sie sie im Halbfinale sogar ausgeschaltet. In London kommt erleichternd hinzu, dass die Nationen nur je zwei Teams

David Klemperer und Eric Koreng spielen von Dienstag an beim Weltserienturnier in Shanghai
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entsenden dürfen. Damit fallen starke Kontrahenten aus den führenden Ländern Brasilien und USA weg. Doch zunächst müssen Klemperer und Koreng sich für Olympia überhaupt qualifizieren. In diesem Jahr werden sie bei rund 15, im kommenden bei weiteren sechs bis acht Turnieren versuchen zu punkten. Die besten zwölf Ergebnisse fließen in die Wertung. In Deutschland sind ihnen unter anderen Sebastian Dollinger und Stefan Windscheif auf den Fersen, die beide ebenfalls für den HSV pritschen, baggern und schmettern. Auch die Deutschen Meisterinnen Jana Köhler und Julia Sude zählen zu der noch jungen Beachvolleyball-Sparte des HSV. Sie alle erhoffen sich durch die „Strahlkraft“, wie es immer wieder heißt, der blau-schwarz-weißen Raute Zulauf von Sponsoren. HSV-Vorstandsmitglied Oliver Scheel verspricht: „Wir verstehen uns als Türöffner Richtung Wirtschaft für die Spitzensportler im Klub.“ Noch hat die Unterstützung wenig gefruchtet. Bei Klemperer / Koreng ist zwar Adidas als Ausrüster eingestiegen, bei dem auch die Bundesligafußballer Kleidung und Schuhe beziehen. Aber auf der anderen Seite sind zwei Sponsoren erst kürzlich von der Fahne gegangen. Das ist schmerzlich. Flugreisen und Hotelunterkünfte kosten viel Geld. Zu den gut 100 000 Euro, die die beiden zuletzt pro anno im Sand verdienten, müssen noch rund 50 000 Euro hinzukommen, damit die Bilanz stimmt. Gleichwohl gibt sich David Klemperer, der im 20. Semester BWL studiert, zuversichtlich: „Ich denke, je näher wir an Olympia 2012 heranrücken, desto interessanter werden wir für potenzielle Unterstützer.“ Vorausgesetzt, sie erreichen in dieser Saison erneut das Spielniveau, das sie in den Kreis der Weltelite führte.

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Königliche Hochzeit in einer Remise
men beim Einzug in die Westminster Kirche genau an und war wie alle Damen von der bezaubernd aussehenden, sehr schmaTREFFPUNKT len Kate und ihrem Hochzeitskleid beDORIS BANUSCHER geistert: Brüsseler Spitze am Oberteil komTEL. 040-347-27888 biniert mit Seidensatin. „Der kleine Schleier, die schlichte elegante Linie und die Nicht nur in London wurde die Hochzeit kurze Schleppe. Modern und zeitgemäß“, von Kate Middleton, jetzt Her Royal sagte Sängerin und Schauspielerin Jasmin Highness Catherine Herzogin of CamWagner. Sie kam mit zwei Kolleginnen, „die bridge und Prince William, Duke of Cam- inzwischen meine Freundinnen geworden bridge gefeiert. Auch in Hamburg gab es sind.“ Alle drei sind mit dem Theaterstück zahlreiche Partys mit Public Viewing. So „Männerbeschaffungsmaßnahmen“ erfolglud auch Agentur-Chefin Christine Loerke, reich und kommen im Dezember nach Loerke Kommunikation, zum Empfang und TV-Live-Übertragung mit der Bitte, Hutschachteln und den Familienschmuck herauszuholen. Und fast alle der Ladies hielten sich an den Wunsch der Gastgeberin, erschienen schick behütet und in eleganten Outfits in der Remise des ehemaligen Britischen Generalkonsulats am Harvestehuder Weg. Möglich gemacht hatten das Uwe Rampold, Rampold AG, und sein Vorstand Martin von Hirschhausen, die dort Mieter sind. Annemarie Dose trug ihren Hut erst einmal in der Tüte, setzte ihn dann aber doch auf, als sie die anderen Damen sah. „Den haben mir meine Kinder aus Florenz mitgebracht. Ich habe ihn noch nie getragen, heute ist Premiere.“ Ihre Meinung zur Monarchie: „Die Engländer sind um ihre Tradition zu beneiden. In Deutschland ist das aber vorbei, der Zug ist abgefahren.“ Mode-Designerin Tina Gattermann, kam mit Sohn Elias (16 Monate) schaute sich die Kleider der DaANZEIGE

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einer Tournee an die Kammerspiele zurück. „Dort werden wir die 200. Vorstellung spielen“, sagte Wagner. Nach dem Ja-Wort des Brautpaares gab es von den Hanseatinnen Applaus. Bei einigen glitzerte es verdächtig in den Augen. Bei Lanson Rosé Champagner, Erdbeeren und Schlagsahne wurde das Royale Ereignis noch ein wenig weiter gefeiert.

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Preis für Nachwuchsmusiker
Der mit insgesamt 30 000 Euro dotierte „Hermann und Milana Ebel Preis“ wurde jetzt bereits zum vierten Mal in der Hochschule für Musik und Theater vergeben. „Meine Frau und ich möchten besonders begabten Nachwuchsmusikern den Einstieg in ihre Karriere erleichtern“, sagte Reeder Hermann Ebel, Chef der Hansa Treuhand Gruppe zu der auch die „Sea Cloud“-Segelschiffe gehören, und Initiator der Stiftung Maritim. Hauptpreisträger ist der Geiger Marc Bouchkov-Vaitsner, der 10 000 Euro erhielt, verbunden mit einem Konzertauftritt mit den Hamburger Symphonikern. Fünf Stipendien von jeweils 4000 Euro wurden vergeben an Hanna Zumsande (Sopran) Alina Azario (Klavier), Rafael Iglésias Lopes de Cunha (Kontrabass), Ladislaus-Christian Andris (Viola) und Charlotte Marck (Orgel).

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JÜRGEN JOOST

NRW
W E LT A M S O N N TAG , 1 . M A I 2 011 MS S E I T E N RW 1

Winnetou darf nicht

brummen
Eine neue Funktechnologie soll das schnelle Internet auch in abgeschiedene ländliche Regionen bringen. Doch weil die Technik drahtlose Mikrofonanlagen stört, streiten jetzt Kirchen und Theater mit dem Bund über Entschädigungen
ANDREAS FASEL

lötzlich war das Brummen da. Wie jedes Jahr im Frühling haben die Techniker vor zwei Wochen die Mikrofonanlage getestet. Denn immer ab Ostern proben die Laiendarsteller der Freilichtbühne im sauerländischen Hallenberg draußen, und da brauchen ihre Stimmen Verstärkung. Voriges Jahr haben die Hallenberger mit einer Aufführung der Passion Christi von sich Reden gemacht. Dieses Jahr spielen sie den „Vogelhändler“ und „Jim Knopf“. Doch vor der Premiere müssen sie unbedingt das Brummen wieder loswerden – fragt sich nur wie? Wenigstens wissen die Hallenberger jetzt, wo das Störgeräusch herkommt: von einem nahen Sendemast. Denn seit einigen Wochen wird auch im Hochsauerland der schnelle Internetzugang per Funk angeboten. LTE heißt die neue Technik, mit der auch die letzten sogenannten weißen Flecken der InternetVersorgung, also die Regionen ohne Breitband-Anschluss, von der Landkarte getilgt werden sollen. Manche Hallenberger in entlegenen Ortsteilen, die bislang ohne DSL auskommen mussten, dürfen sich also freuen. Doch die Mitspieler der Freilichtbühne haben nun ein Problem. Und es ist ihnen kein Trost, dass auch die anderen rund dreißig NRW-Freilichtbühnen mit dem großen Brummen oder sonstigen Störungen rechnen müssen. In Coesfeld hat es ebenfalls schon eingesetzt. Auch Ulrich Schmitz, Tontechniker bei den Karl-May-Festspielen in Elspe, testet jetzt regelmäßig die Funkmikrofonanlage. „Seit etwa anderthalb Monaten strahlt Vodafone bei uns in der Gegend Internet mit LTE-Technik aus“, sagt Schmitz. Der Sendemast steht keine vier Kilometer Luftlinie von der Festspielbühne entfernt. Bisher gab es keine

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Probleme. Schmitz weiß aber, dass in diesem Monat die Telekom ebenfalls den LTE-Betrieb starten will. Und dann wird es in Elspe auch ohne Old Shatterhand und Winnetou spannend. „Ich hoffe, dass das Problem an uns vorübergehen wird“, sagt Schmitz. Und wenn nicht? Dann wird die Festspielleitung wohl eine neue Mikrofonanlage kaufen müssen – und zwar schnell. Am 18. Juni beginnt in Elspe die Freilichtsaison. Und man kann ja nicht bereits verkaufte Vorstellungen absagen. 28 Funkstrecken werden in Elspe eingesetzt. Als die noch zu D-MarkZeiten angeschafft wurden, kostete jede einzelne 5000 Mark, das macht zusammen 140 000 D-Mark. Heute dürfte ein sechsstelliger Eurobetrag fällig werden. Nach derzeitigem Stand müssten die Karl-May-Festspiele das Geld für eine Neuanschaffung selbst berappen. Denn es soll zwar eine Entschädigungsregelung geben. Doch im Entwurf der entsprechenden Richtlinie, die im Bundeswirtschaftsministerium ausgearbeitet wurde, sind nur für jene Anlagen Entschädigungen vorgesehen, die nicht älter als fünf Jahre sind. Das ist nur einer von vielen Streitpunkten. Seit die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr freigewordene Funkfrequenzen zwischen 790 und 862 Megahertz an Telekom, Vodafone und O2 versteigert hat, schlagen die Nutzer von Funkmikrofonanlagen Alarm. Funkmikrofone waren bislang auf diesen Frequenzen geduldete Gäste, die keinen störten und nicht gestört wurden. Benutzt werden sie nicht nur von Freilichtbühnen, sondern auch von Kirchen, Theatern, Sportstättenbetreibern und vielen anderen Veranstaltern. Bei den Freilichtbühnen treten die Störungen allerdings jetzt als erstes auf – eben weil sie im Freien liegen und damit den Störfrequenzen besonders ausgesetzt sind; und weil sie oft in genau jenen ländlichen Regionen zu Hause sind, in denen die LTETechnik wie verabredet zuallererst ein-

gesetzt werden muss, um die flächendeckende Versorgung mit dem schnellen Internet zu ermöglichen. Fast 3,6 Milliarden Euro brachte die Versteigerung der im Zuge der Digitalisierung freigewordenen Frequenzen dem Bund ein. Davon sollen 129 Millionen Euro für die sogenannten Kompensationsleistungen zur Verfügung gestellt werden. Viel zu wenig, sagen die Betroffenen. Mit diesem Entwurf könne man nicht einverstanden sein, teilt etwa die Evangelische Landeskirche in Westfalen ihren Kirchengemeinden in einem Schreiben vom 20. April mit. Kritisiert wird darin auch, dass es keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung gibt; dass nur Mikrofone ersetzt werden sollen, die

nach dem 1. Januar 2006 angeschafft wurden – und dass erst dann entschädigt wird, wenn tatsächlich eine Störung auftritt. Wie aber soll das in der Praxis funktionieren? Soll ein Theater so lange mit der alten Mikrofonanlage spielen, bis sie plötzlich ausfällt? „Ein Theater kann doch nicht im laufenden Betrieb damit anfangen, Mikrofonanlagen auszutauschen“, sagt Rolf Bolwin, geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, „das muss man in einer spielfreien Zeit machen“. Er warnt davor, dass es bei der Ruhrtriennale im September zu bösen Überraschungen komme könne, weil in den alten Industrieanlagen fast ausschließlich mit drahtlosen Mikrofonen gespielt werde.

zen. Der Hütchenspieler muss die Gewinne auszahlen“, sagt Eumann. Doch nicht nur des Geldes wegen gibt es Ärger. Bühnenverbandschef Bolwin ist verstimmt, weil es „in diesem völlig ungeregelten Verfahren noch nicht einmal ansatzweise ein Frühwarnsystem“ gebe. So haben es auch die Macher des Hallenberger Freilichttheaters erlebt. „Lange Zeit haben wir nur gerüchteweise mitgekriegt, was passieren würde“, sagt Heribert Knecht, der im Verein für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist: „Noch im Januar 2011 konnten die offiziellen Stellen nichts darüber sagen, ob und wann welche Anbieter bei uns die LTE-Technik einsetzen werden.“ Auch die zuständigen Politiker hätten oft nicht Bescheid gewusst. „Immer wieder hieß es, bis 2015 bleibe doch alles beim Alten“, berichtet Knecht. Denn bis 2015 ist die sogenannte „nachrangige Nutzung“ der Frequenzen durch Mikrofonanlagen erlaubt – ob die Mikros noch funktionieren, ist damit freilich nicht gesagt. Wenn der Ausbau des Breitband-Netzes im ländlichen Raum abgeschlossen ist, dann dürfen Telekom, Vodafone und O2 mit der LTE-Technik auch in die Ballungsgebiete hineinfunken. Spätestens dann – denn die Interpretation des Begriffs der „vollständigen Erschließung“ lässt Spielraum für Interpretation. „Und der eigentliche Vorteil dieser Technik wird erst in den Ballungsräumen richtig zur Geltung kommen. Dann erst können die Netzbetreiber damit richtig Geld verdienen“, erklärt Stefan Glusa von der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen, die im großen Internet-Geschacher die Interessen der Kommunen vertritt. Glusa erinnert auch daran, dass die LTE-Technik keineswegs die einzige Methode ist, mit der per Funk eine schnelle Internet-Verbindung hergeKarl-May-Feststellt werden kann. „Unsere spiele in Elspe. Gesellschaft arbeitet schon Bislang funkseit Jahren mit der Wimaxtioniert dort Technologie“, sagt Glusa, alles – aber „und wir stören damit niediesen Monat manden“. Doch er weiß gestartet die nau, dass LTE mit solchen Telekom den Argumenten nicht mehr aufLTE-Betrieb. zuhalten sein wird. In Hallenberg Übrigens kann LTE nicht brummen desnur Signale von Mikrofonanwegen schon die lagen stören, sondern auch Lautsprecher Fernsehbilder. Aber wenn die alten Fernsehgeräte der Städter nicht mehr funktionieren, können sie ja auf das Angebot der Freilichtbühne in Hallenberg ausweichen. Denn dort wird jetzt eine neue Mikrofonanlage angeschafft, die mit LTE keine Probleme hat. Spenden sind willkommen. Auch Marc Jan Eumann (SPD), NRWANZEIGE Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, kritisiert im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ das Vorgehen des zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums: „Der Bund erweist sich als Hütchenspieler der Medienpolitik. Er streicht die Einsätze der Mitspieler ein und macht sich aus dem Staub. An Absprachen fühlt sich Bundeswirtschaftminister Brüderle nicht gebunden. Er lässt die Kommunen, Kirchen, Theaterbetreiber und Konzertveranstalter ratlos und geprellt zurück.“ Deshalb forLandesredaktion NRW dere die NRW-Landesregierung, dass der Telefon 02 11 / 96 48 81 61 Bund seinen finanziellen VerpflichtunTelefax 02 11 / 96 48 81 71 gen nachkomme. „Wirtschaftsminister E-Mail: nrw@wams.de Brüderle darf das Problem nicht aussit-

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Wenn die Masken verrutschen
s sind Sternstunden, wenn Politikern die Maske verrutscht. In solchen Augenblicken kann man ausnahmsweise hinter die gut gepflegte Inszenierung blicken – so, wie in dieser Woche. Da fischte der Internetblog „Politically Incorrect“ ein Flugblatt von der Website der Duisburger Linken, offenbar aus dem Umkreis der Parteijugend. Darauf zu sehen: Ein zum Hakenkreuz verformter Davidstern und ein Text, der sich von der Feinrhetorik eines Julius Stürmer inspiriert zeigte. Die Autoren riefen zum Boykott israelischer Waren auf („Kauft keine Produkte aus Israel“), stellten den Holocaust infrage, den sie als „sogenannten Holocaust“ bezeichneten, und die Medien des Springer-Verlages, zu denen auch diese Zeitung gehört, wurden kurzerhand in „Judenpresse“ umgetauft. Immerhin begründeten die Autoren ihren Sprachgebrauch: Angeblich stehe in den Arbeitsverträgen aller Springer-Redakteure, sie dürften „nur positiv“ über Israel berichten. Das ist natürlich Humbug. Tatsächlich erkennen sie schlicht das Existenzrecht Israels an. Aber die bloße Existenz Israels scheint im Umkreis der Duisburger Linken bereits schwer erträglich. Kaum war das Flugblatt bekannt, distanzierten sich die Links-Genossen in Stadt und Land davon: All das habe rein gar nichts mit der Linken zu tun, die sei antifaschistisch und demgemäß anti-antisemitisch. Das meinten sie gewiss ernst, die grundehrlichen Freunde von der Linkspartei. Aber merkwürdig: Warum bezeichnete der Duisburger Linken-Fraktionschef dann schon zuvor das Existenzrecht Israels als „läp-

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MALTE JAEGER/LAIF

pisch“? Warum befürwortete er schon zuvor Boykottaufrufe gegen Israel? Weshalb riefen die Linken auch schon anderswo vor Supermärkten zum Boykott israelischer Waren auf? Und wie kommt es, dass ein Kölner LinkenStadtrat dafür bekannt ist, gemeinsam mit Anhängern der terroristisch-antisemitischen Hisbollah zu demonstrieren? Aber nicht nur auf der extremen Linken begann die Fassade zu bröckeln. Auch bei Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) geriet einiges ins Rutschen. Erst vor Kurzem hatte er als örtlicher SPD-Chef in Duisburg ein Bündnis von SPD, Grünen und Linken geschmiedet – obwohl er als Verfassungsminister natürlich um das leicht Wahnhafte der Duisburger Linken weiß. Aber von diesem Bündnis hätte außerhalb der Stadtgrenzen ja kaum jemand etwas mitbekommen, wäre nicht besagtes Flugblatt aufgetaucht. Jäger jedenfalls gab sich sogleich empört. Diese Empörung kam gewiss ganz tief aus dem Herzen. Sonderbar nur: Von einem Ende der Duisburger Koalition wollte er trotzdem nichts wissen. Aber kein Zweifel – er wird sicher hervorragende Gründe dafür haben, den antitotalitären Konsens der Demokraten für ein paar kommunale Pöstchen zu opfern. Leider behielt er die Grunde aber für sich. Und noch einem verrutschte diese Woche die Fassade: Integrationsminister Guntram Schneider (SPD). Öffentlich lässt er keine Gelegenheit aus, sich selbst und Rot-Grün als Anwalt aller Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu präsentieren. Dazu passte nicht so recht, dass Schneiders Abteilungsleiter den Chef der türkeistämmigen Aleviten als „Arschloch“ bezeichnet haben soll, nur weil dessen Sympathien für RotGrün leicht abgekühlt sein sollen (wir berichteten letzte Woche). CDU-Integrationspolitiker Michael Solf reichte daraufhin eine kleine Anfrage ein, wann Schneider endlich reagieren werde. Doch der Anwalt aller Migranten hatte es plötzlich nicht eilig – als besäße er nur dann Sympathien für Zugewanderte, wenn diese auch seinem politischen Stall zuneigen. Aber das wäre sicher eine böse Unterstellung, denn Guntram Schneiders Herz ist rein.

Leben mit dem Windrad
Schon länger plant Rot-Grün den massiven Windkraftausbau. Aber erst jetzt zeichnet sich ab, wie viele kleine und große Widerstände dafür noch gebrochen werden müssen
Nein, lauschig ist ein Imbiss am Fuß des Windradparks nicht. Trotzdem werden wir uns mit mehr Windrädern in der Landschaft arrangieren müssen, sagt Umweltminister Remmel

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mweltminister Johannes Remmel will in Sachen Windkraft kräftig in die Hände spucken: „Die letzten fünf Jahre waren für die Windenergie und für NRW fünf verlorene Jahre. Unter CDU und FDP ist unser Land im Bundesvergleich von Platz eins auf Platz fünf zurückgefallen. Diesen Trend wollen wir umkehren.“ Bis 2020 soll der Windenergieanteil an der Stromerzeugung in NRW von heute mageren drei Prozent auf üppige 15 Prozent ansteigen. Für die Landesregierung, die im April Eckpunkte ihres Windenergiekonzeptes verabschiedet hat, ist Windenergie die tragende Säule beim Umstieg auf erneuerbare Energien. 2800 Windkraftanlagen gibt es bereits in NRW, sie produzieren rund die Hälfte des Stroms aus regenerativen Energien. Aber auch 28 000 Arbeitsplätze hängen schon heute im Land am Ausbau der Windkraft. Und es sollen mehr werden. Remmel wünscht sich, dass von der Windenergie starke Impulse für die Wirtschaft ausgehen. Auch die Opposition ist für den Ausbau der Windenergie. Oliver Wittke, Generalsekretär der NRW-CDU, sagt: „Wir müssen die Windenergie massiv ausbauen und uns dafür auch ambitionierte Ziele setzen.“ Allerdings glaubt Wittke im Gegensatz zu Remmel nicht, dass ein massiver Ausbau möglich ist: „Wer auf Windenergie setzt, muss die OffshoreAnlagen vor der Küste ausbauen. Da liegen für Deutschland die größten Windenergie-Potentiale.“ Und dann, erinnert Wittke, muss die Energie ja noch vom Norden in die Regionen Deutschlands gebracht werden, in denen die großen Energieverbraucher sitzen: „Wir brauchen den Strom nicht in Emden, sondern im Ruhr- und im Rhein-Main Gebiet. Dafür müssen neue Überlandleitungen gelegt werden.“ Und die sorgen, wo sie auch nur angedacht werden, für das Entstehen neuer Bürgerinitiativen, die alle rechtlichen Mittel gegen den Bau neuer Trassen ausschöpfen.. Häufig sind Remmels Parteifreunde vorne mit dabei, wenn es darum geht, neue Leitungen zu verhindern. Genau solche Konflikte will der Umweltminister allerdings verhindern: „Der Ausbau der Windenergie ist eine der wichtigsten Stützen einer neuen Energiestruktur, die dezentral veranschlagt ist und weggeht von den zentralistischen Monopolen der großen Energiekonzerne.“ Und dezentrale Versorgung bedeutet auch, weniger Konflikte wegen unpopulärer Überlandleitungen.

Allerdings teilen nicht alle Bürger die Begeisterung des Umweltministers für Windkraftanlagen. Rolf Ihsen ist Vorsitzender des Verbandes für Gesundheitsund Landschaftsschutz (VGL). In ihm haben sich die Gegner der regenerativen Energien zusammengeschlossen. Für Ihsen ist der Ausbau der Wind- und Solarenergie vor allem eines: Geldverschwendung: „Wir vertreten grundsätzlich die Meinung, dass Wind und Sonne, da sie nicht speicherbar sind, für einen Industriestandort wie Deutschland nicht tauglich und volkswirtschaftlicher Unsinn sind. Die Sonne scheint in NRW nur an 800 Stunden, der Wind weht nur an 1500 Stunden im Jahr ausreichend stark. Im Rest des Jahres muss mit Kohle, Gas und Kernkraft die Stromversorgung unterstützt werden.“ Ihsen befürchtet, dass die Politik der Landesregierung zu einer Verspargelung der Landschaft führen und sich die Zahl der Windräder in NRW durch den Ausbau der Windenergie vervielfachen wird. Dem widerspricht die Landesregierung vehement. Der größte Teil des angestrebten Zuwachses soll nicht durch neue Windkraftstandorte kommen, sondern durch die Modernisierung bisheriger Standorte. „Repowering“ nennt sich das. Alte, wenig effektive Anlagen sollen durch effektivere und vor allem über 100 Meter hohe Anlagen ersetzt werden. Künftig soll es keine Höhenbeschränkungen mehr für Windkraftanlagen geben – die gültigen Regelungen zum Mindestabstand sollen allerdings nicht verändert werden. Der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) begrüßen den Wegfall der Höhenbeschränkung in einer gemeinsamen Erklärung: „Vom geplanten Wegfall der Höhenbegrenzungen für Windenergieanlagen und durch die flexiblen Abstandsregelungen erhoffen sich die Naturschutzverbände neuen Rückenwind für die Windkraft, ohne das immissionsschutzrechtliche oder naturschutzfachliche Standards aufgegeben würden.“ Auch die Pläne der Landesregierung, künftig Windräder in Nadelholz-Monokulturen und auf Flächen zuzulassen, die durch den Orkan Kyrill 2007 entwaldet wurden, finden die Zustimmung von BUND und NABU. Das sieht Oliver Wittke anders. Er warnt vor einer massiven Veränderung des Landschaftsbildes. Wittke sorgt sich vor allem um die Höhenzüge des Sauerlandes: „Wir müssen die Windenergie ausbauen – aber mit Augenmaß. Eine massive Veränderung des Charakters der Landschaft Nordrhein-Westfalens muss verhindert werden. Die Hohe Bracht darf kein Windpark werden.“

Der Landesregierung ist klar, dass der Ausbau zu Konflikten mit den Bürgern führen wird. So sehr die Mehrheit im Moment vom Ausbau der regenerativen Energien begeistert ist – in der Nähe eines Windrades leben wollen viele dann doch nicht. Und so will das Land von Beginn an durch Dialoge mit den Bürgern die Akzeptanz für den Ausbau der Windenergie erhöhen. So sollen Kommunen intensiv beraten werden, wenn es um die Ausweisung neuer Standorte geht. Auch um Fälle wie in Bochum zu verhindern, wo zurzeit ein fast hundert Meter hoher Windratmast zersägt werden muss. Ein Ehepaar hatte gegen die Errichtung des Windrades wegen zu geringen Abstands geklagt und Recht bekommen. Die Kosten von 200 000 Euro muss die Stadt Bochum tragen, die die Anlage genehmigt hatte. Eine Clearingstelle soll in Zukunft helfen, solche Konflikte mit den Bürgern schon im Vorfeld zu lösen. Begeistert
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werden sollen die Städte durch finanzielle Anreize: Die landeseigene NRW.Bank soll sich an der Projektfinanzierung von Offshore-Windparks beteiligen, an denen sich dann Stadtwerke oder die Kommunen selbst beteiligen können. Auch der Bau von Windkraftprojekten vor Ort soll unterstützt werden. Die Logik hinter diesen Plänen: Wenn die Bürger merken, dass ihre Städte durch die Windkraft-Einnahmen finanziell gestärkt werden, steigt die Akzeptanz, denn dann weht der Wind für den Erhalt der Stadtbücherei oder den Ausbau der Kindergärten. Doch auch Johannes Remmel ist klar, dass es nicht ohne Eingriffe in die Landschaft gehen wird: „Die Kulturlandschaft wird sich durch Windanlagen sicherlich verändern“, räumt er ein. Aber: „Das hat sie auch schon die letzten 50, 100 und 150 Jahre gemacht“.

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Glückwunsch, Bobby
Bob Dylan wird 70 Jahre alt. Kölner Künstler organisieren aus diesem Anlass ein Festival
HANS HOFF

Düsseldorfs Ärger mit dem Song Contest
anchmal kommt’s buchstäblich auf Kleinigkeiten an. Seit Wochen sonnt sich Düsseldorf in ausführlichen Medienberichten zum Eurovision Song Contest. Ständig werden neue Highlights des Rahmenprogramms vermeldet, die Arena der Stadt ist bereits zum TV-Studio umgebaut. Doch eine Meldung über einen kleinen Druckfehler in einer Broschüre dürfte Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) die gute Laune vergangene Woche verhagelt haben: Den „Aktionstag der Schwulen“ statt den „Aktionstag der Schulen“ kündigte die städtische Tourismusgesellschaft DMT in einer zum Musikwettbewerb aufgelegten Broschüre an – in 65 000 deutschen ebenso wie in 35 000 englischen Exemplaren. Ein kleines überflüssiges W, große Aufregung. Die Broschüren wurden durchkämmt, Dutzende weitere Fehler in der englischen Ausgabe gefunden.
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enn es in diesem Jahr daran geht, den Literatur-Nobelpreis zu vergeben, wird sicher auch Bob Dylan genannt werden. Er ist einer jener Kandidaten, die immer wieder auf den einschlägigen Listen auftauchen und von denen es heißt, dass sie es schon lange verdient hätten. Dieses Jahr wäre für Dylan ein besonderes Jahr, schließlich feiert er am 24. Mai seinen 70. Geburtstag. Sollte er den Preis indes nicht bekommen, kann er sich indes schon vorab mit einer Tatsache halbwegs trösten: In Köln ist sein Geburtstag auf jeden Fall ein großes Thema, eines, das die lokale Kunstszene sehr bewegt. Mit zwölf Konzerten, Lesungen, Filmen, Gesprächen und Vorträgen an elf Orten senden Künstler und Institutionen dem Sänger vom 12. Mai bis zum 3. Juni „Birthday Greetings from Cologne“. Ob der große Meister, der gerade seine ersten China-Konzerte absolviert hat, den Ruf vom Rhein vernimmt, ist indes fraglich. Schließlich ist er nicht besonders innig verbandelt mit der Domstadt. Nach seinem Auftritt in der Kölnarena am 11. Mai 2000 hat er konsequent einen großen Bogen um die Stadt gemacht. In Bonn hat er gastiert, in Gelsenkirchen, zweimal in Oberhausen und zweimal sogar in Düsseldorf. In diesem Jahr lässt His Bobness Nordrhein-Westfalen auf seiner Never Ending Tour sogar ganz
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links liegen. Nur Mainz (25. Juni) und Hamburg (26. Juni) gibt er die Ehre. Vielleicht speist sich ja das Kölner Interesse an Bob Dylan ein bisschen auch aus dieser Vernachlässigung. Man forscht eben gerne über Unbekanntes. So wie das auch etliche Experten vom 19. bis zum 21. Mai bei einem Dylan-Symposium in Wien tun oder andere schon im März bei einem kleinen Kongress in München taten. Wer wenig mit der Realität eines großen Künstlers konfrontiert wird, übt sich oft umso emsiger in der Deutung seines Werks. So soll es nun eben auch in Köln sein. Los geht es schon am 12. Mai, wenn in der Kultkneipe Blue Shell „Dylans Geister“ beschworen werden sollen. „Hommage an einen literarisch denkenden Popstar“ heißt die Veranstaltung, bei der unter anderem Markus Berges, Frontmann der Kölner Band Erdmöbel, DylanSongs zu Gehör bringt, aber auch Texte jener Autoren, die Dylan möglicherweise beeinflusst haben. Von Dylan Thomas bis Franz Kafka und Bertolt Brecht reicht da die Liste. „Wir wollen ein bisschen über den Tellerrand gucken“, sagt Dirk Raulf. Der Kölner Musiker, den man von der Band Deep Schrott kennen kann, spielt bei diesem kleinen Festival den Koordinator, obwohl er bis vor kurzem noch wenig mit Dylan anzufangen wusste. „Man muss als Musiker akzeptieren, dass das relevant ist“, sagt er. Gerade weil viele Künstler dabei sind, die man nicht auf den ersten Blick mit Dylan assoziiert, soll es spannend werden. „Wir wollen einen ungewöhnlichen Blick auf die Sache

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Bob Dylan mit lockiger Haarpracht – so wie ihn seine Fans aus den 60er-Jahren kennen

werfen und nicht immer Middle of the Road sein“, sagt Raulf. Wenn in Köln der Name Dylan fällt, dauert es nicht lange, bis jemand Wolfgang Niedecken sagt. Auch bei den Vorbereitungssitzungen fürs Dylan-Festival fiel der Name BAP-Chefs. Weil man aber nicht die Mittel hat, ein großes Konzert zu organisieren und weil man sich nicht damit abfinden mag, dass da jemand mehr oder minder nur die Lieder auf seine kölsche Art nachsingt, sah man von einer Anfrage ab. „Wir wollen Bob Dylan nicht covern, sondern sein Werk befragen und uns daran reiben“, sagt Raulf. Es wird gehört, gesungen, getanzt, aber es ist auch zu sehen, zu welchen Werken Dylan einen Künstler so inspirieren kann. Der Maler Lutz Ellerbrock hat sich etliche Ausgaben von Dylans Radioshow „Theme Time Radio Hour“ angehört und zu den insgesamt 100 Sendungen 100 Papierarbeiten gefertigt. Am 24. Mai wird diese Ausstellung im Kölnischen Kunstverein eröffnet. Natürlich ist der Geburtstag der zentrale Punkt der Feierlichkeiten. Studierende des Fachbereichs Jazz/Pop geben an diesem Tag unter dem Titel „Ballad (s) of a thin Man – Bob Dylan revisited“ ein Konzert in der Musikhochschule Köln. Zwei Tage später bittet die Comedia Colonia zu einer konzertanten Hommage unter dem Titel „Forever Young“. Dort werden dann Erdmöbel, Deep Schrott, die Schauspielerin Meret Becker und Christine Rösinger, die einstige Frontfrau der Lassie Singers, ihre Versionen von Dylan-Songs präsentieren. Dass man Dylan sehr leicht falsch

oder gar nicht verstehen kann, beweist das Beispiel von Wolfgang Strobl. Der Vorstandsvorsitzende des Kölnischen Kunstvereins hat sich als 13-Jähriger selbst ein Radio gebaut. Das erste Lied, das er damit empfangen konnte, war Dylans „Rainy Day Woman“ mit der berühmten Zeile „Everbody must get stoned“. „Das habe ich mit 13 gar nicht verstanden“, sagt Strobl, der von Drogen nichts wusste und sich naiv fragte, warum da wohl jemand gesteinigt werden sollte. Heute ist Strobl bekennender Dylanologe und weiß, dass sein Held keinen kalt lässt. „Jeder hat seine Liebe oder Hassliebe zu dieser Figur“, sagt er und warnt Unbedarfte auch schon mal vor Begegnungen mit den Meister-Werken. Vor dem Film „Renaldo & Clara“ etwa, der am 28. Mai im „Kino in der Brücke“ an der Hahnenstraße läuft. Der dauert satte 292 Minuten, und nicht jede davon ist ein Genuss. Strobl weiß auch, dass fast alle, die Dylan gelegentlich kritisieren Recht haben. „Er ist kein wahnsinnig guter Musiker. Es sind die Texte“, sagt er. Die sollen sich entfalten in der Stadt. Daran wollen die Akteure und Initiativen, die das Projekt individuell und auf jeweils eigene Kosten stemmen, arbeiten. „Wir wollen die Stadt durchwirken“, sagt Insa Wilke, Programmleiterin des Kölner Literaturhauses. Und wer weiß, vielleicht schallt ja danach die eine oder andere Botschaft vom Rhein bis ins schwedische Nobelpreiskomitee. Das Bob-Dylan-Festival im Internet: www.dylan-koeln.de
PA/DPA

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Mehr als die Broschüre habe ihn geärgert, dass das Thema so hochgespielt wurde, sagt Elbers über die Geschichte: „Vom kleinsten Kind bis zum Opi engagieren sich die Leute in Düsseldorf – und was in die Welt hinausgetragen wird, ist der fehlerhafte City-Guide.“ Der wird jetzt komplett neu übersetzt und neu gedruckt. Als wäre das nicht genug, platzte nun noch eines der spektakulären Glanzlichter des Rahmenprogramms zum Ereignis. Das Dreischeibenhochhaus in der Stadtmitte, ehemals Sitz von ThyssenKrupp, sollte als gigantische 6300Quadratmeter-Leinwand für Projektionen herhalten. Mit riesigen Scheinwerfern sollten dort Werbespots, Filme und Live-Übertragungen inszeniert werden – doch das Projekt scheiterte an den hohen Kosten und zu geringem Sponsoreninteresse. Dirk Elbers: „Das wäre eine spektakuläre Sache gewesen, leider war das Projekt nicht ganz ausgegoren.“ Aber Programm zum Song Contest gebe es genug, sagt der Oberbürgermeister ganz gelassen: „So viel, dass es einen ganzen City-Guide füllt.“ Anne Heidrich/Nicole Lange

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Werbung ist gut, Vertrauen ist besser
Der Düsseldorfer Agenturchef Dieter Castenow ist darauf spezialisiert, das Image von Unternehmen zu verbessern
DAGMAR HAAS-PILWAT

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ie Nackte“ aus der Sammlung des Museums Kunstpalast hat es ihm angetan, er lässt die Statue nun im Kö-Graben baden. Venus und Adonis, das antike Lebenspaar, schwebt an der Kuppel der Schadow Arkaden, während die Göttin Diana im Schaufenster schläft. Dieter Castenow holt die Kunstwerke aus dem Museum und schickt die Nachbildungen auf Tour durch Düsseldorf. „Kunst befreit“, sagt der Chef der Düsseldorfer Agentur „castenow.communications“, und er meint dies durchaus doppeldeutig. „Wir befreien mit unserer Kampagne nicht nur die Bilder und Skulpturen aus dem Depot der Sammlung Museum Kunstpalast. Die Kunst soll auch den Betrachter beflügeln, der sie zufällig bei einem Spaziergang durch die Stadt entdeckt.“ Die Aktion soll natürlich neugierig machen und selbst Kunstmuffel in die Ausstellung locken. Mit dieser groß angelegten Werbeoffensive startet das Museum Kunstpalast ab Samstag, 7. Mai, nach mehr als zweijähriger Renovierungspause neu durch. Und damit auch jedermann auf die Wiedereröffnung aufmerksam wird, haben sich Barbara Wiench, Marketing-Leiterin des traditi-

onsreichen Hauses, und der Düsseldorfer Werbemann Castenow diese ungewöhnliche Aktion einfallen lassen. „Als begeistertem Kunstliebhaber liegt mir das Thema auch persönlich sehr am Herzen“, sagt Dieter Castenow. In der Branche ist der 60-Jährige seit Langem für seine ausgefallenen Konzepte bekannt. Vor 20 Jahren hat der gebürtige Krefelder sein mittelständisches Unternehmen gegründet. Mit seinen mittlerweile 40 Mitarbeitern hat er sich als erster Mieter 1999 in den berühmten schiefen Gehry-Bauten im Medienhafen di-

CATRIN MORITZ

Dieter Castenow in seinem Büro im Düsseldorfer Medienhafen

rekt am Rhein niedergelassen. In den großen offenen Räumen im Erdgeschoss des weißen Gebäudes sind die Kreativen im Zentrum des Geschehens. Hier tüfteln sie – umgeben von ganz viel zeitgenössischer Malerei, Fotografien und Objekten – an ihren Konzepten für Auftraggeber wie McDonald’s, BMW Mini, Thalia-Buchhandel, Targo-Bank, Super-RTL und Althoff-Hotels, um nur einige Kunden zu nennen. „Markenführung für Marktführer“ – diesen Slogan haben sich Castenow, Ulrich Bergweiler, Geschäftsführer, und

Hubert Hundt, strategischer Planer, auf die Fahne geschrieben. Dabei haben sich die Düsseldorfer in den letzten Jahren auch auf das sogenannte EmployerBranding spezialisiert und behaupten sich in dieser Nische deutschlandweit als führende Agentur. Praktisch heißt das: Weniger die Produkte eines Unternehmens stehen im Mittelpunkt der Werbemaßnahmen. Vielmehr geht es bei all den TV-Spots, Plakaten, Aktionen und Online-Auftritten um das gute Image der Firma. „Wir machen den Arbeitgeber zu einer attraktiven Marke für

die Mitarbeiter. Denn es geht heute zunehmend darum, heiß begehrte Talente zu gewinnen, langfristig zu halten und so den Wert eines Unternehmens zu steigern“, sagt Castenow. Angefangen hat seine Erfolgsserie mit dem ersten Auftrag des amerikanischen Fast-Food-Riesen. Ziel der Kampagne war es, McDonald’s als Arbeitgeber sympathisch zu machen, mit hartnäckigen Klischees aufzuräumen und damit die Marke zu stärken. Der preisgekrönte TVSpot, der die Vorzüge eines Jobs beim Hamburger-Hersteller preist, stellte Mitarbeiter in unterschiedlichen Positionen mit unterschiedlichem Lebenshintergrund ins Zentrum. Die realen Protagonisten berichteten aus ihrem beruflichen Alltag. „Wir haben die Menschen nach dem Motto ,Meine Firma, mein Werbespot’ ihre eigene Geschichte erzählen lassen“, erklärt Hubert Hundt. So waren beispielsweise ein türkischer Restaurantleiter, eine junge Auszubildende und eine 68-jährige Mitarbeiterin zu sehen. Castenows Kreative haben sich die Kampagne jedoch nicht nur am Schreibtisch oder am Computer ausgedacht. Jeder aus dem Team arbeitete einen Tag lang in einer der Filialen. Geschirr und Pappkartons wegräumen, Stühle gerade rücken und aufräumen – das gehört offenbar dazu, wenn man erleben will, wie der Kunde tickt, und wenn man werbewirksam Mitarbeiter vorstellen möchte, die authentisch sind. Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter verschont in Zukunft keine Branche, davon ist Ulrich Bergweiler überzeugt: Ob Stahlkocher oder PommesFrittierer, Hotels, Lebensmittel-Konzerne oder finanzkrisengeschüttelte Banken – sie alle brauchen das Vertrauen ihrer Mitarbeiter und der Kunden, die ihre Produkte kaufen sollen. Mit der ersten Kampagne für McDonald’s (weitere quer durch alle Medienkanäle folgten) haben die Düsseldorfer ein Spezial-Thema auf-

gegriffen, das inzwischen in allen Vorstands-Etagen brandaktuell ist. Den Spezialisten vom Rhein hat es etliche neue Aufträge beschert. „Es geht dabei immer um Glaubwürdigkeit“, sagt Hubert Hundt und erklärt das strategische Einmaleins. „Erst wenn ich fühle, ob eine Marke meine alltäglichen kleinen und großen Sehnsüchte, Wünsche oder Ängste versteht, beginne ich ihr zu vertrauen und sie sympathischer zu finden als eine andere Marke. Und präferiere sie dann, wenn die Zeit für meine Kaufentscheidung gekommen ist.“ Wenn man als Beispiel das Museum Kunstpalast nimmt, bedeutet dies: „Die Nackte“ im Kö-Graben macht einen so neugierig, dass man unbedingt das Original in dem wiedereröffneten Ausstellungshaus sehen will. „Wenn wir ein Unternehmenskonzept entwickeln, ist es gleich, ob es sich um ein Museum oder ein inhabergeführtes Uhren-Geschäft handelt. Die Marke muss eine Geschichte erzählen, die einen emotional bewegt“, sagt Castenow. Dann habe sich seiner Ansicht nach das Werbebudget bezahlt gemacht. Denn die meisten Menschen empfinden Werbung heute zunehmend als langweilig, nervig oder unglaubwürdig. Im Zeitalter der digitalen, selbstbestimmten Kommunikation ist das fatal: Mit vielen Millionen entwickelte Botschaften werden weggeklickt. Um seinen eigenen Akku aufzuladen, lebt Dieter Castenow seit 30 Jahren vor den Toren von Düsseldorf auf dem Land in einem ehemaligen Bahnhof. „Allein die Fahrt abends raus aus der trubeligen Stadt ist schon Erholung pur“, meint der Vater von zwei erwachsenen und zwei kleinen Kindern. In seinem denkmalgeschützten Zuhause wurden der Wartesaal der Ersten Klasse zum Wohnzimmer und der Bahnsteig von einst zum lauschigen Wintergarten. Dort tobt sich der Kreative als Architekt, Inneneinrichter und Freund zeitgenössischer Kunst aus.

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1. M A I 2 011

W E LT A M S O N N TAG

N R . 18

NRW 5
UNSER LAND
kurz & knapp

KATHARINA BONS

D

er Garten Eden liegt am Düsseldorfer Rheinufer. 45 Quadratmeter ist das Stückchen Acker groß. Ein kleines Schild mit dem verheißungsvollen Namen trennt das Beet vom Nachbargrundstück. Besonders grün ist es allerdings nicht. Noch nicht. Zwanzig verschiedene Gemüsesorten werden hier bald wachsen – wenn sie die entsprechende Pflege erhalten. Doch nicht der Bauer, dem das Land gehört, wird sich um Möhren, Fenchel und Zucchini kümmern: Er hat sein Feld vermietet. Kinder, Rentner, Ärzte, Lehrer und Anwälte werden sich hier in den kommenden Monaten die Hände schmutzig machen – freiwillig. Wanda Ganders und Natalie Kirchbaumer erfüllen Großstädtern den Traum vom eigenen Gemüsegarten. Vor zwei Jahren gaben die beiden Betriebswirtinnen ihre festen Jobs auf und gründeten ihr Unternehmen „Meine Ernte“. Ihr Konzept: Sie gewinnen Landwirte mit stadtnahen Äckern als Kooperationspartner, die pflanzen verschiedene Gemüsesorten an. Die beiden jungen Gründerinnen teilen die großen Felder in kleine Mietbeete ein und übernehmen die Vermarktung, die Hobbygärtner gießen und genießen ihr eigenes Gemüse. Im vergangenen Jahr haben die Bonnerinnen die ersten Beete vermietet, in

nige noch nie einen Spaten in der Hand hatten. Für die Neulinge gibt’s deshalb auch einen Erntekalender und ein Gemüselexikon. Eine bebilderte Broschüre stellt ihnen das gängigste Unkraut vor. Und damit wirklich gar nichts schief geht, kümmern sich die Bauern, die auch Gartengeräte und Wasser bereitstellen, einmal pro Woche in einer Sprechstunde um die Sorgen ihrer Mieter. Die erste Aufgabe der Gartenanfänger: Trampeln. Denn Zäune gibt es auf dem Feld nicht, nur kleine Pfade trennen die Beete voneinander. Keine Lauben, keine Gemeinschaftsstunden, keine Verpflichtungen – vom klassischen Schrebergarten mit dem spießigen Image unterscheiden sich die Mietbeete schon auf den ersten Blick. Wer nach einer Saison merkt, dass ihm Zeit und grüner Daumen fehlen oder umzieht, muss nichts unternehmen. Das Mietverhältnis endet im November automatisch. „Unter unseren Kunden sind Familien, Senioren, Studenten, junge Paare. Den typischen Gärtner gibt es nicht“, sagt Wanda Ganders. „Viele empfinden es als Ausgleich und extrem entspannend, mit den Händen in der Erde zu graben. Und Erfolge sieht man hier sofort.“ Ackern als Erholung. Etwa zwei Stunden in der Woche müssten die Gärtner für ihr Beet einplanen. Die 30-Jährige rät Vielbeschäftigten, ihr Gemüse zu erziehen und sparsam zu gießen. Dann bräuchten die Pflanzen seltener Wasser. Oder man hat Beetnachbarn wie Ingrid und Wolfgang Kitzing. Die Düssel-

Der Fischotter ist zurück in NRW
NATUR Vor mehr als 50 Jahren ist der Fischotter in Nordrhein-Westfalen ausgestorben, jetzt kommen die ersten Tiere zurück. Die kleinen Räuber wurden an Bachläufen im westlichen Münsterland gesichtet. „Wir gehen davon aus, dass wir momentan unter zehn Tiere im Münsterland haben“, berichtete der Landschaftsökologe Niels Ribbrock in Münster. Ribbrock arbeitet bei der Biologischen Station des Kreises Recklinghausen. Das Beobachten der geschützten Marder ist ein gemeinsames Projekt der Station in Dorsten mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Die Forscher hatten an Bachufern Fotofallen aufgestellt und damit Aufnahmen der nachtaktiven Tiere erhascht. Wie die Tiere in das Münsterland gekommen sind, kann sich der Wissenschaftler noch nicht erklären. „Das ist schon überraschend, denn das nächste Ottervorkommen ist rund 150 bis 200 Kilometer weiter weg.“

Bayer plant bis 2013 Milliarden-Investitionen
WIRTSCHAFT Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will bis 2013 rund 15 Milliarden Euro investieren. Rund zwei Drittel davon entfallen

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Beet
Biogemüse liegt im Trend. Doch wer wirklich wissen will, woher Karotten, Kohlrabi und Co. stammen, baut sie am besten selbst an. Das können nun auch Großstädter ohne eigenen Garten – auf gemieteter Scholle
dieser Saison haben sie 850 Gärten in 15 Städten an Freizeitbauern verpachtet. 179 Euro beträgt die Jahresmiete für ein etwa 45 Quadratmeter großes Beet, das zwei Personen mit Gemüse versorgt. Ihre eigene ungesunde Ernährung während des Studiums brachte die beiden 29 und 30 Jahren alten Frauen auf ihre grüne Geschäftsidee. Ganz neu ist der Einfall mit den urbanen Mietbeeten nicht. In einigen Städten werden Freiflächen als Gemeinschaftsgärten genutzt. „Urban Farming“ nennt sich der Trend. Einzelne Bauern vermieten schon länger Parzellen zum selbstständigen Beackern. Die jungen Unternehmerinnen sind die Sache nun professionell angegangen: Sie haben Landwirte von ihrem Projekt überzeugt, ein Logo entworfen, eine Internetseite programmieren lassen und Werbung gemacht. Jede Woche verschicken sie einen Newsletter mit Tipps und Rezepten an ihre Gärtner, von denen eidorfer haben in der vergangenen Saison auch fremde Pflanzen mitgegossen. Dass sie wieder ein Feld mieten würden, war beiden sofort klar – etwa drei Viertel der „Meine Ernte“-Kunden verlängerten ihren Mietvertrag. Die Kitzings leben in einer Erdgeschosswohnung, ihr Vorgarten eignet sich nicht zum Gärtnern. Der 62Jährige genießt die Zeit auf dem gepachteten Acker und natürlich auch das frische Gemüse: „Es hat mich erstaunt, was man auf so einer kleinen Fläche alles anbauen kann.“ Frisch vom eigenen Feld schmeckten Salat, Rote Bete und Co. auch viel besser. Probleme gab es im Vorjahr nur mit den Tomaten. Ein Kleingartenverein mit Anbauvorschriften wäre für die beiden keine Alternative. Auf den Mietbeeten geht es wirklich nur ums Gemüse. Der Bauer pflanzt 20 verschiedene Sorten in Längsreihen. Dann wird das große Feld quer in etwa zwei Meter breite und 23 Meter lange
KIRSTEN NEUMANN (2)

auf Forschung und Entwicklung und ein Drittel auf Sachanlagen, wie Konzernchef Marijn Dekkers auf der Hauptversammlung des Unternehmens sagte.

Wanda Ganders und Natalie Kirchbaumer vermieten Gemüsebeete an Hobbybauern. Die geben ihren Miniäckern eigene Namen

Polizei findet 3,4 Kilo Heroin
KRIMINALITÄT Rund 3,4 Kilo Heroin sowie 16 000 Euro Bargeld haben Zollfahnder bei einer Kontrolle an der A 2 bei Beckum gefunden. Drogen und Geld waren in den Seitenverkleidungen eines Autos versteckt. Zwei mutmaßliche Drogenkuriere im Alter von 30 und 31 Jahren wurden festgenommen. Sie kamen in Untersuchungshaft. Der Zoll geht davon aus, dass die Tat der Organisierten Kriminalität zuzurechnen ist. Die Drogen wurden in der vergangenen Woche gefunden, wie das Hauptzollamt Dortmund mitteilte. Aufgrund weiterer Ermittlungen wurde der Fall allerdings erst jetzt veröffentlicht.

Parzellen geteilt, damit alle Gärtner den gleichen Gemüsemix erhalten. Einige Quadratmeter bleiben ihnen für ihre Wunschpflanzen, Blumen zum Beispiel. Ute van Bilsen hat zur Garteneröffnung sofort eigene Setzlinge mitgebracht. Die letzte Saison hat gezeigt: Kohlrabi und Stangensellerie waren schnell knapp. Denn die Familie teilt das große Doppelbeet mit zwei weiteren und die Kinder mögen Grünzeug. Weil es auf dem eigenen Acker noch nichts zu tun gibt, pflückt Sohn Matteo Sauerampfer auf der nahe gelegenen Böschung. Der Sechsjährige weiß, dass Obst und Gemüse nicht im Supermarkt wachsen. „Die Kinder sollen aber sehen, dass es viel Arbeit und Pflege bedeutet, bis das Gemüse auf dem Tisch steht“, so die 41-Jährige. „Außerdem ist das Feld für sie ein riesiger Abenteuerspielplatz.“ Die Idee, Familien aus der Stadt in die Natur zu locken und Kindern Wertschät-

zung für die Landwirtschaft zu vermitteln, hat Willi Andree überzeugt, sich an dem Projekt zu beteiligen. Wie viel er dabei verdient, verrät der Gemüsebauer nicht. „Es bringt mir aber nicht mehr ein, als selbst Gemüse anzupflanzen“, sagt der 33Jährige. Ohne die Unterstützung der „Meine Ernte“-Gründerinnen hätte er sich die ungewöhnlichen Erntehelfer nicht aufs Feld geholt. Die Nachfrage nach den Mietbeeten ist groß, nur eine Handvoll ist noch nicht verpachtet. Die beiden Selbstständigen können allerdings noch nicht von der Ackervermietung leben. Sie wollen aber weiter expandieren.

In NRW kann schon jetzt auch in Aachen, Bonn, Köln, Leverkusen, Bochum, Dortmund, Bielefeld und Münster zur Miete gegärtnert werden. Verglichen mit den 120 000 Schrebergärten und 1 600 Kleingartenvereinen im Land sind die 420 hiesigen „Meine Ernte“Beete noch eine exotische Minderheit. Aber auch traditionelle Schrebergärten werden verstärkt von gesundheitsbewussten Familien mit Kindern nachgefragt, berichtet Wilhelm Spieß, Vorsitzender des Landesverbands Westfalen und Lippe der Kleingärtner. Es gebe zwar nur noch punktuell Wartelisten, aber auch keine Leerstände. Die Mietbeete sieht Spieß nicht als Konkurrenz: „Das ist doch ein interessantes Angebot für Einsteiger.“

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1. M A I 2 011

Mieter leiden unter Investoren
Finanzinvestoren lassen ganze Wohnsiedlungen verfallen. Die Politik ist machtlos. In Düsseldorf hilft ein Sozialpastor den Anwohnern
FRANK ÜBERALL

arsten Hilbrans begrüßt Gäste meist mit einem gewinnenden Lächeln. Er ist Deutschlands erster Sozialpastor. Sein Büro der Diakonie im Düsseldorfer Stadtteil Hassels-Nord ist eine Oase der Ruhe inmitten einer Siedlung aus Hochhäusern. Hilbrans kennt die Sorgen und Nöte der Anwohner. Ihre Wohnungen sind teilweise in desolatem Zustand: An den feuchten Wänden bildet sich Schimmel, Türen und Fenster sind defekt. Vor allem wenn es draußen knackig kalt ist, fallen die veralteten Zentralheizungen aus. Wie in der Düsseldorfer Siedlung „Fürstenberg“ sieht es in vielen ähnlichen Vierteln an Rhein und Ruhr aus. Die Häuser in Hassels-Nord gehören einem Finanzinvestor, verwaltet werden sie von der Firma Centuria. Die wollte sich auf Anfrage nicht zu den Beschwerden äußern. Dabei beklagen sich Mieter seit Langem, dass dringend nötige Reparaturen äußerst zögerlich oder gar nicht ausgeführt werden. „Auf deren Unzuverlässigkeit kann man sich verlassen“, meint Hans-Jochem Witzke vom Mieterverein Düsseldorf. Politiker mehrerer Parteien kritisieren, ganze Quartiere in NRW würden wegen skrupelloser Finanzinvestorenzunehmend verfallen. Man spricht von „Heuschrecken“, Unternehmen also, die nur auf Gewinne aus sind und kein Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Siedlungen haben. Als der stellvertretende Landesvorsitzende der NRW-SPD, Jochen Ott, eine Enteignung besonders dreister „Wohnungs-Heuschrecken“ gefordert hatte, gab es ein wenig öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema. Die ist allerdings sehr schnell wieder verpufft. Vor Ort müssen die Kommunalpolitiker mit dem Problem fertig werden, doch sind ihnen meist die Hände gebunden.

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In Dresden hat der Stadtrat jetzt beschlossen, das Wohnungsunternehmen Gagfah zu verklagen. Die ostdeutsche Großstadt hatte rund 45 000 Wohnungen an den Investor verkauft, um ihren Haushalt zu sanieren. Die Sozialcharta zum Schutz der Mieter sei aber nicht eingehalten worden, deshalb fordert man jetzt bis zu einer Milliarde Euro Schadenersatz. In den NRW-Rathäusern wird das Ergebnis mit Spannung erwartet. Städte, Land, Bahn oder Post hatten in den 90er-Jahren massenweise Wohnsiedlungen privatisiert. Immer wieder tauchen nun die gleichen Schwierigkeiten auf: Die beauftragten Hausmeister sind überfordert, selbst für Zwangsmaßnahmen

Sozialpastor Carsten Hilbrans setzt sich für benachteiligte Mieter ein

ist kaum auszumachen, wer als eigentlicher Eigentümer tatsächlich verantwortlich ist. Oft verstecken sich die Investoren im Ausland hinter einem unüberschaubaren Konstrukt verzweigter Eigentümer-Strukturen. „Viel mehr Kommunen sollten wie in Dresden gegen skrupellose Investoren vorgehen“, meint der Vorsitzende des Mieterbunds in NRW, Bernhard von Grünberg. Der Städtetag auf Landes- und Bundesebene hat zu dem Thema schon einen eigenen Arbeitskreis gegründet. Der ausgebildete Pfarrer Carsten Hilbrans hat jeden Tag hautnah mit den Problemen der Opfer schwieriger Wohnungsinvestoren zu tun. Sich sein freundliches Lächeln zu bewahren, fällt ihm dabei oft ziemlich schwer. Er wohnt

selbst in der umstrittenen Siedlung. Als eine Art Sozialarbeiter unterstützt er den örtlichen Treffpunkt der Diakonie. Weil das im Stellenplan der evangelischen Organisation so nicht vorgesehen ist, wird Hilbrans von der Gerda-HenkelStiftung bezahlt. „Wir wollen Zeichen setzen, damit sich der Vermieter endlich um die vielfältigen Probleme kümmert“, beschreibt er seine Aufgabe. Er hat Kontakte geknüpft zu Ämtern und Politikern, versucht Bürgergruppen vor Ort zu vernetzen. „Es gibt viele Gesetze, die Ihnen helfen können“, betont Hilbrans gegenüber betroffenen Anwohnern immer wieder: „Die Vermieter dürfen nicht alles mit Ihnen machen. Aber Sie müssen den Mut finden, Menschen anzusprechen.“ Dieser Mut fehlt den häufig resignierten und verängstigten Mietern aber. Hans-Jochem Witzke vom Mieterverein in Düsseldorf wurde von Pastor Hilbrans bereits für eine Kooperation gewonnen. Die überwiegend sozial schwachen Mieter in Hassel-Nord können sich den Beitrag für den Verband nicht leisten, deshalb springt jetzt die Kommune ein. Bisher mussten Empfänger von Hartz IV bei Schimmel in der Wohnung und anderen Problemen selbst die Miete kürzen. Dieses Geld dürfen sie aber nicht selbst behalten. Wenn die Wohnungsgesellschaft dagegen klagt, blieb der Betroffene auf dem ProzesskostenRisiko sitzen. Oft sei das von den Investoren ausgenutzt worden, heißt es beim Mieterverein. Eine Unterstützung für die benachteiligten Mieter wie in Düsseldorf gibt es bisher aber in wenigen Kommunen. Klamme Kassen in den Rathäusern verhindern eine kompetente Hilfe. Für die Städte und Gemeinden werden die „Heuschrecken“-Siedlungen noch viele Probleme mit sich bringen. Darin sind sich Fachleute einig. So sollte in Düsseldorf ein Programm zur Stadterneuerung gestartet werden. An dem wiederum hätte sich der Investor beteiligen müssen, was die Centuria ablehnte. Daran änderte auch eine Sondersitzung des städtischen Wohnungsbauausschusses

nichts. Mangels Kooperation wurden erst einmal andere Siedlungen saniert. Andere Kommunen würden Reparaturen gerne zwangsweise selbst vornehmen lassen, wenn sich die Hauseigentümer weigern. Weil viele Kämmerer wegen Überschuldung unter strenger Kontrolle stehen, dürfen sie das aber in der Regel nur in absoluten Notfällen. Der nordrhein-westfälische Mieterbunds-Chef Bernhard von Grünberg befürchtet, dass in den nächsten Jahren massenweise dubiose Wohnungsunternehmen Pleite machen. „Das Geschäftsmodell war, die Bestände billig aufzukaufen, wenig zu investieren und sie später wieder mit Gewinn zu verkaufen“, erläutert von Grünberg: „Dafür wurden hohe Kredite aufgenommen. Das Modell funktioniert aber heute nicht mehr, weil auch die Banken merken, dass da einiges schief läuft und auslaufende Kredite nicht neu vergeben.“ Kommunen sollten sich auf den Verkauf heruntergekommener Großsiedlungen vorbereiten. Dabei müsse verhindert werden, dass erneut profitgierige Investoren zum Zuge kommen. Im Zweifel sollten die Städte und Gemeinden die Bestände selbst aufkaufen. Was das bedeutet, kann man im Kölner Stadtteil Chorweiler beobachten: Dort wird schon darüber nachgedacht, unter Zwangsverwaltung stehende Hochhäuser mittelfristig abzureißen. Im Düsseldorfer Stadtteil HasselsNord organisiert Sozialpastor Carsten Hilbrans neben Beratungsstunden auch Bürgerversammlungen. „Ich kann aus Angst, durch den Schimmel in den feuchten Wänden krank zu werden, nicht mehr schlafen“, klagte dort eine Anwohnerin. „Als ich den Hausmeister auf kaputte Türen und Briefkästen aufmerksam gemacht habe, sagte er mir nur: Ziehen Sie doch aus“, berichtete ein anderer. Von Ungeziefer war die Rede, von verwahrlosten Kellerräumen, von Aufzügen, die nicht mehr funktionieren. Hans-Jochem Witzke vom Mieterverein ermutigte die Anwesenden, Schäden und Kontakte zum Wohnungsunternehmen zu protokollieren, damit man später mehr Chancen vor Gericht hätte. Die meisten im Publikum guckten ziemlich verzweifelt, sie überfordert solche Bürokratie. Carsten Hilbrans wird weiterhin versuchen, möglichst vielen von ihnen dabei zu helfen. Es gibt deshalb noch viel Arbeit für ihn. Trotzdem behält er dabei immer sein gewinnendes Lächeln. Unser Autor Dr. Frank Überall hat als Politikwissenschaftler im vergangenen Semester an der Fachhochschule Düsseldorf ein Seminarprojekt zu Finanzinvestoren in der Wohnungswirtschaft veranstaltet. Mit den Studierenden begleitete er Sozialpastor Carsten Hilbrans mehrere Monate.

Eine Oase in der tristen Hochhaussiedlung: das Büro der Diakonie in Hassels-Nord

Landtag prüft Privatisierungen von Immobilien
Die Situation der Mieter in NRW verschlechtert sich. Deshalb setzt der Landtag nun eine Enquetekommission ein. Aber was kann die bewirken?
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nnerhalb der letzten zehn Jahre wechselten in NRW hunderttausende Wohnungen den Besitzer. Früher mit öffentlichen Mittel geförderte Wohnungen von Unternehmen, Städten oder dem Land gehören heute Finanzinvestoren. Die LEG NRW wurde vom Whitehall Fonds von Goldman Sachs gekauft, die Deutsche Annington ist eine Tochter der Terra Firma Capital Partners, und Hauptaktionär der Gagfah ist die Fortress Investment Group. Gründe für den Verkauf der Wohnungsbestände waren bei Unternehmen eine Konzentration auf das Kerngeschäft und bei Städten und dem Land die Sa-

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nierung der Haushalte. Häufig verschlechterte sich nach dem Besitzerwechsel die Situation der Mieter. Meldungen über Mieterhöhungen, häufige Besitzerwechsel, nicht bezahlte Wasserund Heizungsrechnungen oder ungerechtfertigte Mieterhöhungen schreckten auch die Politik auf. Die setzt nun die Enquetekommission „Wohnungswirtschaftlicher Wandel und neue Finanzinvestoren auf den Wohnungsmärkten in NRW“ ein. Die Vorsitzende, Landtagsabgeordnete Daniela Schneckenburger (Grüne), erklärt gegenüber der „Welt am Sonntag“ die Gründe für diesen Schritt: „Viele der Finanzinvestoren müssen sich bald um-

schulden. Sie haben die Wohnungsbestände über Kredite finanziert, die bald auslaufen. Wir wollen wissen: Was kommt auf die Mieter zu, wenn der Vermieter zum Beispiel durch steigende Zinsen unter Druck gerät – und wie kann man den Mietern dann helfen?“ Klar ist für Schneckenburger aber schon heute, dass das Land keine Wohnungen aufkaufen kann. „Das Signal wäre: Wir helfen euch, die verrotteten Bestände loszuwerden. Das kann nicht sein.“ Die Kommission soll auch erarbeiten, welche rechtlichen Möglichkeiten die Städte im Umgang mit Vermietern haben, die ihren Pflichten nicht nachkommen. „Vielleicht stellt sich ja auch

heraus, dass wir die Städte durch Beratung im Umgang mit Finanzinvestoren unterstützen können.“ Martin Kraemer vom Mieterforum Ruhr, einem Zusammenschluss mehrerer Mietervereine im Ruhrgebiet, sagt: „Viele sind ohnehin enttäuscht, weil sie mit Renditeerwartungen auf den deutschen Markt gekommen sind, die unrealistisch waren.“ Die Unternehmen können, vor allem nicht im Ruhrgebiet, einfach die Mieten erhöhen. Dem steht nicht nur das Mietrecht im Weg, sondern auch der Markt. Im Ruhrgebiet stehen heute schon mehrere tausend Wohnungen leer – wer zu teuer anbietet, findet keine Mieter. Die Alternativen: Die Unterneh-

FRANK ÜBERALL (2)

men können beim Service sparen, Mitarbeiter abbauen oder bei der Instandhaltung der Wohnungen. „Das“, sagt Kraemer, „fällt nicht so schnell auf. Es ist ein schleichender Prozess, an dessen Ende verwahrloste Siedlungen stehen.“ Und dort will dann auch niemand hinziehen, weiß Burkhard Drescher. Der heutige Immobilienberater war bis 2004 Oberbürgermeister der Revierstadt Oberhausen und von 2006 bis 2009 Vorstandsvorsitzender der Gagfah. „Auf dem Wohnungsmarkt werden nur die Unternehmen erfolgreich sein, die eine realistische Renditeerwartung haben, und die“, sagt er, „liegt eher bei vier als Stefan Laurin bei zehn Prozent.“

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aber dass die Aufteilungspläne für die Nachkriegszeit längst standen, das musste er deshalb noch lange nicht gewusst haben. Er selbst hoffte offenbar, als kleiner Verbindungsoffizier die großen Entscheidungen beeinflussen zu können. Das wirkt leicht vermessen (auch wenn er immerhin Churchill beriet). Es gibt aber keinen Grund, diese Hoffnung auf Vereinbarkeit arabischer und britischer Interessen als reine Lüge abzutun. Wie ernsthaft er darauf vertraute, diesen Interessenkonflikt ausgleichen zu können, wie sehr er aber womöglich auch bereit war, sich selbst etwas vorzugaukeln, das lässt sich Geburt eines nicht beantworten. Daher Stars: T. E. versucht es die AusstelLawrence (links) lung auch gar nicht erst. 1918 mit dem Anders steht es um US-Journalisten Lawrence’ tiefe SympaLowell Thomas, thie für den Orient, für der ihn als Erster beduinische Sitten und öffentlich feierte das Erlebnis Wüste. Die ist dokumentiert. Und sie wird in der Ausstellung nachvollziehbar. Durch Texte, Lawrence’ originale Beduinengewänder, durch ein originalgetreu nachgebautes Beduinenzelt, möbliert mit etlichen kleinen Teppichen, Kissen und Kupferkesseln; vor allem aber durch die faszinierenden Landschaftsfotos des Künstlers Boris Becker. Er bereiste über einen Monat die Stätten, an denen Lawrence wirkte. Seine 26 Großformatfotos erzählen von endlosen Wüsten voll rotbraun leuchtenden Sands, von gewaltigen Gebirgszügen und bizarren Gesteinsformationen unter stahlblauem Himmel – genau so, wie sie schon vor bald 100 Jahren aussahen. Hier kommt man der Lebenswelt des historischen Lawrence nahe, spürt man die von ihm beschworene Faszination Orient. Auch in solchen Angeboten zur Einfühlung steckt indes eine Botschaft: Würde kalten Verrat an diesem Land fentlich, sondern auch intern gegenüber üben, wer derart überwältigt davon war? britischen Politikern für ein unabhängi- Andererseits: Beweisen lässt sich nichts. ges Arabien eingesetzt hatte. Und wie Und das verleiht T. E. Lawrence auch 76 enttäuscht, ja depressiv er sich später in Jahre nach seinem Tod noch Charme. die Anonymität zurückzog, als er sein Scheitern eingestehen musste. „Lawrence von Arabien. Genese eines Wohl ahnte er während des Krieges, Mythos“, Rautenstrauch-Joest-Museum dass die britische Regierung an der ara- Köln, 30.4. bis 11.9. 2011, Di. bis So. 10–18 bischen Einheit nur mäßig Gefallen fand, Uhr, Do. 10–20 Uhr
PA/DPA

Eine Kölner Ausstellung widmet sich dem Leben des Lawrence von Arabien auf überraschende Weise: Sie belässt ihm seine Geheimnisse
TILL-REIMER STOLDT

awrence legt seine Finger an das brennende Streichholz und drückt die Flamme aus. Im Zeitlupentempo. Ohne mit der Wimper zu zucken. Danach versucht auch ein anderer Soldat, ein Streichholz mit den Fingern zu löschen. Doch er schreit und lässt es fallen. Anschließend fragt er Lawrence: „Was war der Trick?“ Die fast zeitlose Antwort: „Der Trick ist, den Schmerz nicht zu beachten“. Dutzende solcher Geschichten – eine imposanter als die andere – kursieren über Lawrence von Arabien, den britischen Offizier, Geheimagenten und Archäologen, der im Ersten Weltkrieg Beduinenheere gegen das Osmanische Reich aufbaute. Mal bewies er derartige Überredungskünste, dass ein Beduinenfürst ihn lobte, seine Mutter habe ihn offenbar mit einem Skorpion gezeugt. Mal rettete er todesmutig Freunde aus der glühend heißen Wüste. Mal verwandelte er undisziplinierte Wüstenraufbolde in ein geordnetes Heer. Aber hat er all das wirklich getan? Oder erfand der wortmächtige Brite diese Heldentaten in seiner Autobiografie? Das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum widmet dem Mythos Lawrence ab heute eine Ausstellung, die diese Fragen zwar nicht beantwortet, gerade dadurch aber Lawrence gerecht werden dürfte. Während in den Jahrzehnten seit 1918 eine so emotionale wie unkritische Lawrence-Verehrung einsetzte, dominierte zuletzt unter Historikern und Ausstellungsmachern die Lust am Entzaubern. Der „Mythos Lawrence“ wurde nach Kräften dekonstruiert, Lawrence zum Hochstapler degradiert, seine Fangemeinde desillusioniert. Doch dieser Entzauberungsroutine mochten sich die Kölner Ausstellungsmacher nicht fügen. Sie versuchen, sich Thomas Edward Lawrence (1888– 1935) jenseits von Verklärung und Entzauberung anzunähern. Was auch bedeutet: Sie machen sich keinen glatten Reim auf sein Leben, sie spekulieren nicht und belassen Lawrence seine Rätselhaftigkeit. Dabei macht die Ausstellung durchaus begreifbar, warum es zeitweilig reizvoll war, auf die Entzauberungsattitüde zu setzen. Im Kölner Museum werden riesige Stellwände mit Lawrence-Comics aus aller Welt aufgefahren, da werden Jugendbücher, Diashows und Reportagen präsentiert, die Lawrence zum zweiten Old Shatterhand umformten, und natürlich wird der legendäre Spielfilm und Kassenschlager von 1962 mit Peter O’Toole vorgeführt. Wie hätte der obligatorisch kritische Kulturbetrieb an solch einem Heldenepos nicht kratzen

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Wer war Lawrence?
sollen? Zudem: Dass Lawrence in seiner Autobiografie „Die sieben Säulen der Weisheit“ an einzelnen Stellen orientalischer Erzählfreude erlag, konnten ihm Historiker wie Peter Thorau nachweisen. So hat es das von den Osmanen ausgesetzte Kopfgeld offenbar nicht gegeben. Lawrence hatte womöglich nur am Lagerfeuer, sozusagen beim Flurfunk der Beduinen, davon gehört. Aber in ihrem Enttarnungseifer überzogen die vermeintlichen Aufklärer auch gleich wieder. Ein Beispiel: Der Vorwurf, Lawrence habe nur mangelnde Arabischkenntnisse besessen und deshalb nur in engen Grenzen Einfluss gehabt. Und tatsächlich: Wirklich gut beherrschte er „nur“ die regionalen arabischen Dialekte, nicht aber klassisches Hocharabisch. Aber was heißt da „nur“? Die Beduinen sprachen genau diese Dialekte. War Lawrence also ein Hochstapler, wenn er beteuerte, mit den Beduinen gut kommunizieren zu können? Wohl kaum. Wie viel historischer Lawrence steckt also im Mythos Lawrence? Diese Frage kehrt in der Ausstellung mehrfach wieder. Da ist zum Beispiel sein Faible fürs mittelalterliche Rittertum. Früh bereiste er Europas Kirchen und Burgen aus vergangener Zeit, pauste mühevoll Grabplatten heldenhafter Ritter von Kirchenböden ab. Später, als junger Archäologe, erkundete er Kreuzritterburgen im Orient. Er konnte sich berauschen am Zauber ferner, vergangener Zeiten. Das darf man vielleicht als romantische Neigung bezeichnen. Manche Betrachter schließen daraus, er habe sich selbst stets in große Zusammenhänge hineinstellen müssen. Auch das mag angehen. Nur: Müssen diese Zusammenhänge deshalb erfunden sein, wie Skeptiker unterstellen? Stand er nicht während des Ersten Weltkriegs wirklich inmitten großer Ereignisse? Schon bevor der Krieg ausbrach, arbeitete Lawrence im Nahen Osten immerhin für den Geheimdienst und erkundete das Land für britische Soldaten. Und 1916 wurde er gar als Verbindungsoffizier zum mächtigen Emir Faisal geschickt. Gemeinsam mobilisierten sie fortan arabische Privatarmeen gegen die Osmanen, also den Verbündeten des Deutschen Reiches. Vor allem organisierten Lawrence und Faisal Sabotageakte und Überfälle auf die Hedschasbahn, damit Deutsche und Türken nicht den ägyptischen Suezkanal erreichten, der für die Briten wiederum ein wichtiger Nachschubweg war. Dieses große weltpolitische Spiel, an dem Lawrence mitwirken durfte, zeichnet die Ausstellung aufschlussreich nach. Mochte er die Zahl von ihm gesprengter Brücken und Schienen auch aufbauschen – beim „Great Game“ machte er mit, wenn auch als kleine Spielfigur. Hin und her diskutiert wird auch seine Rolle gegenüber den Arabern. War er der Überzeugungstäter, der ihnen zu nationaler Einheit und Freiheit verhelfen wollte (wie er beteuerte)? Oder belog er die arabischen Führer mit seinem Versprechen, England werde ihnen die Unabhängigkeit bringen? Letztere Sichtweise ist in der arabischen Historikerzunft verbreitet. Sie ignoriert indes, wie nachdrücklich sich Lawrence nicht nur öf-

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Literatur klärt auf
Zum 12. Mal findet jetzt das Festival „Wege durch das Land“ statt

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m 13. Mai beginnt das Literaturund –Musikfest „Wege durch das Land“. In diesem Jahr hat die Leiterin Brigitte Labs-Ehlert den chinesischen Künstler Ai Weiwei nach Ostwestfalen eingeladen, der vor drei Wochen verhaftet wurde.

WELT AM SONNTAG: Wie gestalten Sie die Veranstaltung am 2. Juni? BRIGITTE LABS-EHLERT: Wenn Ai Weiwei freikommt, machen wir eine Freudenveranstaltung. Aber danach sieht es momentan nicht aus. Daher bereiten wir eine Solidaritätsveranstaltung vor. Wir werden Texte aus Ai Weiweis Blog vorlesen. Dieses Internettagebuch, in dem der Künstler über China, seine Kunst und seine Aktivitäten informierte, wurde im vergangenen Jahr von der chinesischen Regierung gelöscht. Die Inhalte wurden jetzt als Buch veröffentlicht. Immer wieder setzen Künstler sich für die Menschenrechte ein – und scheitern. Kann Kunst überhaupt Veränderungen bewirken? Davon bin ich unbedingt überzeugt. Literatur klärt auf, denn sie sensibilisiert Leser für die Frage: Was verbirgt sich hinter einer Wahrheit? Das ist das ureigenste Feld der Literatur.

Sie kann das aber nur tun, wenn Menschen gut lesen können. Aber selbst in einem hoch entwickelten Land wie Deutschland haben zu viele Kinder eine Leseschwäche. Auf diesem Gebiet benötigen wir neue, große Anstrengungen. Denn es geht nicht nur um die Fähigkeit lesen zu können, sondern jedes Kind muss lernen, einen Text in einen Kontext, in einen Zusammenhang zu stellen. Erst dann kann man ihn richtig verstehen. In der vergangenen Legislaturperiode hat die Landesregierung ein Projekt ins Leben gerufen, in dem Schriftsteller in die Schulen gehen, um Lesefähigkeit einzuüben. Doch ich finde, das reicht nicht aus. Wir müssen eine breitere Öffentlichkeit erreichen, um Eltern und Kinder gleichermaßen für Literatur zu sensibilisieren. Wie wollen Sie das machen? Literatur gehört auf die große Bühne, und sie hat auch das Zeug dazu. Das sehe ich bei unserem Festival; es geht nicht darum, die Schwellenangst zu senken, sondern den intellektuellen Herausforderungen gerecht zu werden, also das Niveau zu steigern. Wir diskutieren seit einigen Jahren die Einrichtung eines Literaturzentrums NRW, das möglicherweise nach Westfalen kommt.

Dafür hat die Landesregierung Burg Hülshoff ins Gespräch gebracht. Die Überlegungen sind nicht an einen Standort gekoppelt. Erst muss das Konzept stehen. Für mich ist entscheidend, dass wir nicht ein Zentrum ausschließlich für Autorenausbildung schaffen, sondern vor allem für Leser, junge, aber auch professionelle. Darüber hinaus habe ich das Projekt „Zauberberg“ für Kinder entwickelt. Es soll in Herford starten und später auch in verschiedenen Stätten Ostwestfalens durchgeführt werden. Hier werden in einem Monat an 30 verschiedenen Orten, Lesungen stattfinden. Wir wollen für unseren „Zauberberg“ mit Weltliteratur an außergewöhnlichen Orten zugleich die Stadt erkunden. Dafür sollen Handwerker ihre Werkstätten, Architekten ihre Büros, Gemüsehändler ihren Läden öffnen. Und wie erreichen Sie die Kinder und Jugendlichen? Das Projekt wird mit den Schulen zusammen durchgeführt. Und da wir für die Lesungen Schauspieler engagieren, die aus dem Fernsehen bekannt sind, erreichen wir auch die Eltern. Und können so auch deren Textverständnis schulen. Das Gespräch führte Christiane Hoffmans
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Geschmuggelt: Filme aus Vietnam
s sind nicht nur bekannte Künstler wie Ai Weiwei und Liu Xiaobo, die unter der Zensur diktatorischer Regime leiden. Unzählige unbekannte Künstler werden ebenfalls verfolgt, inhaftiert, gefoltert. Ihre Werke dürfen in den jeweiligen Heimatländern nicht öffentlich gezeigt werden. Davon berichtet Lars Henrik Gass, Leiter der Oberhausener Kurzfilmtage. Zum diesjährigen Wettbewerb, der am Donnerstag beginnt, kam beispielsweise der Beitrag „Chronicle of a Tape recorded
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over“ der vietnamesischen Filmemacherin Nguyen Trinh Thi auf inoffiziellen Wegen nach Oberhausen. „In Vietnam wird dreifach zensiert – erst am Skript, dann bei der Abnahme des Films und dann noch mal mit Auflagen für die Verwendung“, sagt Gass. Sein Fazit: „Wenn ein Film das alles durchlaufen hat, kann man ihn vergessen.“ Deshalb sei ein ganzer Stapel Beiträge aus Vietnam nach Oberhausen geschmuggelt worden. Auf welchem Weg wollte Gass mit Rücksicht auf die Sicherheit der Filmemacher nicht sagen. „Chronicle of a Tape recorded over“ berichtet von einer Suche nach Spuren des Vietnamkrieges im Land entlang des legendären Ho Chi Minh-Pfades. In

dem Kurzfilm unterbrechen Sicherheitskräfte ein Interview, für das es offenbar keine staatliche Genehmigung gab. Die Kamera läuft allerdings weiter und zeichnet den heftigen Wortwechsel auf. Probleme mit der Filmzensur gebe es auch in China, Malaysia, Indonesien, Thailand und Iran, berichtet Gass, der sich um eine globale Ausrichtung der Kurzfilmtage bemüht. Ein iranischer Filmemacher, der seine Arbeit in Oberhausen präsentiert habe, sei danach in seiner Heimat inhaftiert worden. Dass man solche Verbrechen offen anprangern muss, sagte diese Woche der Kulturstaatsminister Bernd Neumann. In einer Stellungnahme zu der Verhaftung Ai Weiweis auf einem Symposium in Berlin, das zur heftig attackierten Ausstellung „Die Kunst der Aufklärung“ in Peking stattfand, sagte er: „Wer sich auf dem Parkett der internationalen Kulturpolitik bewegt, muss sich immer bewusst sein, dass er gerade in unfreien Ländern ein Mandat als Anwalt der Freiheit – wo immer es geht – wahrzunehmen hat.“ Das waren sehr deutliche Worte, die sich nicht nur an die drei Museumsdirektoren aus Berlin, Dresden und München richteten, die die Schau organisiert hatten, sondern im Grunde genommen an diejenigen, die sich aus Angst vor wirtschaftlichen Repressalien diktatorischer Länder in Selbstzensur üben. „Freie Gesellschaften erkennt man daran, wie sie mit der Freiheit der Meinungsäußerung und der Kunst umgehen“, sagte Raimund Stecker. Der Direktor des Duisburger LehmbruckMuseums forderte diese Woche mit einer Plakataktion die Freilassung Ai Weiweis. Das Museum verhängte eine große Werbetafel in der Duisburger Innenstadt mit einem Transparent „Free Ai Weiwei!“. Darunter steht die Internetadresse vom New Yorker Guggenheim-Museum, das eine Petition an die chinesische Regierung ins Leben gerufen hat. Amnesty International fordert seit Jahren unmissverständliche Stellungnahmen zur Einhaltung der Menschenrechte. Doch erst seit der Festnahme Ai Weiweis werden die Worte deutlicher – auch aus der Politik. Davon werden auch unbekanntere Künstler profitieren.

Ich setze mich gerne neuen Einflüssen aus, habe zu Beispiel auch schon mit Hip-Hop-Musikern zusammengearbeitet. Das hält einfach frisch im Kopf. Umgekehrt freut es mich aber auch, wenn andere Musiker von meinen Titeln inspiriert werden. Ich habe kürzlich mal einen Musiker aus der Bronx getroffen, der mir erzählte, wie ihn das Passport-Stück „Ju Ju Man“ von 1976 begeistert hat. Das neue Album ist bei Ihnen daheim im Studio in Icking bei München entstanden. Sind Sie im Studio ein Tüftler? In dem Fall haben wir das Album unter Live-Bedingungen eingespielt. Das heißt, alle Titel haben wir live aufgenommen, es gab keine technischen Tricks oder Nachbearbeitungen. Deshalb klingt die Musik auf „Inner Blue“ wohl auch so frisch und unvermittelt. Schön, dass Sie das sagen. Es liegt wohl auch daran, dass ich diesmal sehr darauf geachtet habe, dass diese Studio-Aufnahmen auch bei Live-Auftritten funktionieren. Wie muss ich mir den Schreibprozess vorstellen? Fangen Sie alleine an oder improvisiert die Band? Nein, ich schreibe die Stücke allein und spiele sie dann mit der Band ein. Dabei achte ich sehr darauf, bei Stücken immer etwas Neues zu wagen. Einen Titel wie „Dark Flame“ werden Sie auf anderen Passport-Alben nicht finden. Melodien sind Ihnen wichtig. Oh ja, darauf achte ich sehr. Ein Titel muss auch einprägsam sein. Dafür gibt es ja berühmte Beispiele von Ihnen: Das „Tatort“-Thema etwa oder die Musik zum Spielfilm „Das Boot“. Waren das Augenblickseinfälle? In diesen beiden Fällen ja, übrigens auch bei der Musik zur „Unendlichen Geschichte“. Mir fiel die Melodie ein und ich wusste gleich: Das ist es. Ihnen fällt immer was ein, Blockaden gibt es nicht? Natürlich habe auch ich schon mal einen Durchhänger, aber einzig und allein entscheidend ist, was dann am Ende des Tages doch noch rauskommt. Es erscheint in Kürze ein weiteres Album. Es enthält symphonische Werke, aufgenommen mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Das Album gefällt mir ganz besonders, weil hier Streicher, Bläser und eine Jazzband aufeinandertreffen und nicht nebeneinander her spielen, sondern miteinander. Was sind das für Stücke auf diesem Album? Einige kennt man ja, das Tatort-Thema etwa. Ich wollte mal einige symphonische Werke zusammenführen. Das längste Stück, „Jazzconcertino“, entstand bereits 1967 als Auftragsarbeit. Ich fand es zudem reizvoll, einige Filmmusiken mit Band und Orchester neu aufzunehmen. Am 12. Mai werden Sie 75. Wie viele Konzerte spielen sie pro Jahr? Gut 40 bis 50 werden es sein. Das Nomadenleben hört bei einem Jazzer nie auf, oder? Ich lebe in der Nähe des Starnberger Sees sehr ruhig und stark auf die Familie bezogen. Man kann schon sagen, in einer heilen Welt. Da ist es gut, ab und zu mal rauszugehen. Sie haben mit traditionellem Dixieland-Jazz angefangen, spielten später Bebop, experimentierten mit Soul. Später wurden Sie zu einem Markenzeichen des Cross-Over oder FusionJazz. Halten Sie jene für vermessen, die sagen, Doldinger ist der deutsche Miles Davis? Was die Bandbreite der Musik anbelangt, sicher. Aber (lacht) Miles war menschlich gewiss schwieriger als ich. Eine lebenspraktische Frage zum Schluss. Der Schriftsteller Joseph von Westphalen hat mal einen Sampler veröffentlicht mit dem Titel „Wie man mit Jazz die Herzen der Frauen gewinnt“. Können Sie einen Tipp geben: Mit welchen Jazzsong oder gar einem Ihrer Titel gewinnt man Frauenherzen? Nehmen Sie einen Titel aus dem Great American Songbook, also Stücke von Gershwin, Ellington, Porter. Aber nicht nur Jazz funktioniert: Mit Mozart oder Bach geht es auch, aber in meinem Fall wäre wahrscheinlich immer noch eine Improvisation am besten. Das Gespräch führte Willi Keinhorst Weitere Informationen unter www.duesseldorfer-jazzrally.de

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Am 11. Juni spielt Klaus Doldinger mit gleich zwei Passport-Besetzungen in Düsseldorf

Und er spielt und spielt und spielt
Er ist der Dauerbrenner der deutschen Jazzszene: Der Saxofonist Klaus Doldinger über Jazz in Düsseldorf, seine beiden neuen Platten und die Lust, auch mit fast 75 Jahren noch auf Tournee zu gehen
azzfans und -kritiker sind sich weitgehend einig, wenn es um Klaus Doldinger geht: Der 74-Jährige gilt als der wichtigste Jazzmusiker in Deutschland. Zudem ist er als Komponist für Fernsehen und Kino erfolgreich. Seit vielen Jahren unterstützt Doldinger die Düsseldorfer Jazzrally als Schirmherr. Aus diesem Anlass trafen wir den Saxofonisten in der Bar des „Steigenberger Parkhotels“ an der Königsallee. WELT AM SONNTAG: Herr Doldinger, schön, dass Sie wieder nach Düsseldorf kommen. Im vergangenen Jahr wurde Ihnen hier ja ein Saxofon gestohlen. KLAUS DOLDINGER: (Lacht) Es war gar nicht mein Saxofon. Man hatte es für einen Fototermin ausgeliehen. Danach wurde es aus einem Auto geklaut und später bei Ebay versteigert. Ein Österreicher hat es gekauft, und von dem hat es nun die rechtmäßige Eigentümerin zurückbekommen. Also alles wieder im Lot. Sie sind seit 55 Jahren auf Tour. Ist Ihnen da mal etwas abhandengekommen? Ja, es war 1975 in Belgrad, da hat man ein Hallgerät von der Bühne geklaut, als wir gerade spielten. Sie gehören zu den Musikern, die man sofort erkennt, wenn man sie hört. Wann haben Sie selbst gewusst, dass Sie einen eigenen Ton haben? Ich glaube, der war immer da. Das hängt damit zusammen, dass mein erster Klarinettenlehrer viel Wert darauf gelegt hat, dass ich lange Töne spiele und in erster Linie an meinem Klang arbeite. Das habe ich bis heute so beibehalten. Meine Frage zielte aber auch darauf ab, dass es eben den typischen Doldinger-Sound gibt. Wann haben Sie gewusst: Jetzt habe ich mich freigespielt von Vorbildern, jetzt mach ich was Eigenes? Das war eigentlich schon bei meinem ersten eigenen Album 1963 der Fall. „Jazz made in Germany“ hieß die Platte. Wie oft müssen Sie heutzutage üben? Wenn möglich, übe ich täglich. Das ist ja auch eine Art Konditionstraining. War das Saxofon Ihr erstes Instrument? Nein, ich habe zuerst in Düsseldorf am Schumann-Konservatorium Klavier studiert. Erst später bin ich auf Blasinstrumente umgestiegen.
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Warum? Ich habe schon früh Jazz gehört, Sidney Bechet war ein großer Einfluss. Das wollte ich auch spielen. Bechet war Sopransaxofonist und Klarinettist. Ja, und das waren auch meine ersten Blasinstrumente, später sind dann Altund vor allem das Tenorsaxofon dazugekommen, nachdem ich mich stilistisch immer mehr vom traditionellen Jazz weg entwickelt habe. Sie wurden in Berlin geboren, wuchsen jedoch in Düsseldorf auf, haben hier Ihre ersten Konzerte gespielt. Welche Erinnerungen haben Sie an die frühe Zeit in dieser Stadt? Die Jazzszene war sehr lebendig, es gab eine Reihe guter Clubs. Und wunderbare Musiker kamen nach Düsseldorf. Ich ha-

„Einflüsse anderer Musiker halten mich frisch“
be zum Beispiel den Vibrafonisten Lionel Hampton 1953 in der Rheinhalle gehört. Auch die wunderbare Billie Holiday war mal in jener Zeit in Düsseldorf. Der Jazzszene Düsseldorfs sind Sie heute noch sehr verbunden. Seit vielen Jahren sind Sie Schirmherr der Jazzrally und treten immer wieder auf. Auch diesmal werden Sie wieder dabei sein. Es gibt am 11. Juni ein Konzert, das etwas ganz Besonderes sein wird: Wir feiern in diesem Jahr ja auch 40 Jahre Passport. Im ersten Teil des Abends trete ich mit der Passport-Besetzung aus den 70erJahren auf: mit Curt Cress, Wolfgang Schmid, Kristian Schultze. Im zweiten Teil spiele ich mit der aktuellen Besetzung. Sie haben die Passport-Besetzung seit der Gründung 1971 immer wieder gewechselt. Woran merken Sie, dass es Zeit wird für eine Veränderung? Das hat sich immer organisch entwickelt. Musiker wollten was Eigenes, Neues machen und haben die Band verlassen. Es war aber nie so, dass ich gesagt habe, die Zeit mit dem oder dem ist jetzt vorbei. In den vergangenen Jahren haben Sie sich mit brasilianischer und marokkanischer Musik auseinandergesetzt. Was fasziniert Sie so sehr daran?

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icht nur für Liebhaber einer besonderen maritimen Landschaft haben Timmendorfer Strand und Niendorf Exklusives zu bieten: Im autofreien Zentrum findet man jede Menge schicke Geschäfte und Boutiquen, die zum Bummeln und Shopping einladen. Und in Restaurants wie der Orangerie im Maritim Seehotel, der Niendorfer Fischkiste oder in Mario Durante`s Portobello fühlen sich Gourmets besonders wohl. Bei den TOP TAGEN vom 23. bis zum 26. Juni zeigt sich das „Nizza des Nordens“ einmal mehr von seiner exklusivsten Seite. Die Regi-

Zuckertortenon Venezien mit den Destinationen Zauberer Georg Bassano del Grappa, Asolo und CaMaushagen aus stelfranco präsentiert „Kunst und Kulinarik“ und das Friaul ist mit Düsseldorf zaubert „Zucker im Caerlesenen Weinen, San Daniele – fé (Fitz) “ und Weingutsbesitzerin Schinken und Espresso-Speziali- Regine Stigler vom Kaiserstuhl überzeugt mit besten badischen täten vertreten. Malerin Lisa Grubb, New York, er- Weinen. Sein neues Buch stellt öffnet eine Ausstellung mit neues- „Tagesthemen“-Anchorman Tom ten Werken in der Ostseegalerie Buhrow bei den TOP TAGEN vor. und Champagner-Verkoster Phi- Die Liste weiterer teilnehmender lippe Schneider aus dem Cham- Anbieter liest sich wie ein „Who is pagner-Haus Lanson in Reims/ Who“ von Top-Marken: vertreten Frankreich bringt edle Tropfen sind u.a. Mercedes Benz, Poran die Küste. Vivre comme dieu sche, BMW und Wiesmann in en France: das entsprechende Ge- einer „Arena Automobile“, Sternefühl zelebrieren außerdem Ausstel- koch Lutz Niemann aus der Oranler aus fünf französischen Regionen. gerie des Maritim Seehotels kocht,

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W E LT A M S O N N TAG N R . 18

1. M A I 2 011

Furiose Kinopremiere in Köln
VON BRIGITTE PAVETIC

K
Actionstar Dwayne „The Rock“ Johnson im Blitzlichtgewitter am Teppich

GEORG LUKAS (3)

TREFFPUNKT
inogänger, die es rasant und halsbrecherisch mögen, sind im fünften Teil des Hollywood-Action-Spektakels „Fast and Furious“ bestens aufgehoben. Schnelle Karren, schwere Typen und schöne Frauen sind die Zutaten für diesen Streifen, der von Actionszenen und Schnelligkeit lebt. Die Geschichte, auf die sich Millionen Kinogänger in aller Welt freuen, ist schnell erzählt: Ein Ex-Cop durchlebt mit einem Ex-Häftling allerlei Abenteuer. In Südamerika drehen sie ein letztes Ding, um endlich ein heiß ersehntes Leben in Freiheit zu führen. Vin Diesel und seine Kollegen reisten extra zur Premiere in Köln an und präsentierten sich am roten Teppich. Hunderte von Fans jubelten der Truppe zu, die sich in Richtung Cinedom zur Kinovorstellung bewegte. Eine charmante Verneigung vor dem Premierenland Deutschland gab es vom Kraftprotz Dwayne Johnson, der als „The Rock“ berühmt geworden ist. Sein T-Shirt zierte ein Bulle in den Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold. „Meine Art, mich als Fan zu outen“, sagte er lächelnd. Neben den kraftvollen Hünen gaben sich auch Grazien die Ehre in der Domstadt. Gal Gadot könnte ihren internationalen Durchbruch haben mit dem neuen Film. Die spanische Schauspielerin Elsa Pataky ist bereits ein großer Name und auch immer Magnet für Fans, die eifrig um Autogramme baten. Passend zur Erfolgsserie aus den USA wurden Fahrzeuge im Look des Films und dazu getunte Autos ausgestellt. Für die Fans reizvoll: Einen Wagen, der in seine Einzelteile zerlegt war, setzten Techniker in einer Bühnenshow zu einem Fahrzeug zusammen.

Bestlaune: Sternekoch Frank Rosin und „Viva“-Moderatorin Collien Fernandez

20 Jahre Rosin
Zum 20-jährigen Bestehen seines Restaurants in Gladbeck ließ es TV-Koch Frank Rosin gepflegt krachen. Gut 600 Gäste versammelte er in einer Bottroper Disko. Dabei ließ er Champagner ausschenken und edle Tropfen aus dem Weinkeller. „Viva“-Girl Collien Fernandez führte durch den Abend, an dem es gute Küche satt gab: Penne mit Black Tiger Shrimps etwa, Thunfischtartar auf Gurkensalat und Mango-Kokos-Mousse. Schöne Überraschung: Um Mitternacht gab es Currywurst aus der denkmalgeschützten Grill-Bude von Mama Rosin.

Die Zaungäste mussten zwei Mal hinsehen: Hauptdarsteller Vin Diesel

„Fast & Furious Five"-Hauptdarsteller Paul Walker bei der Premiere

Professor Hans Peter Noll kam mit seiner Ehefrau Regina Maria zur Party

CLAUDIAS AST (8)

Smart und Profi im Auftritt vor Fans: Justin Lin, Regisseur des Films

Tyrese Gibson, Elsa Pataky und Gal Gadot (v.l.)

Jasmin Lord mit Jo Weil, Schauspieler bei der Soap „Verbotene Liebe“

Mathias und Christine Beckmann zählten ebenfalls zu den Gästen in Bottrop ANZEIGE

Auszeichnung
Die Gesellschaft für Moderne Kunst verlieh in Köln den Wolfgang-HahnPreis. Der glückliche Gewinner der Auszeichnung war John Miller, der im Museum Ludwig geehrt wurde. Den Abschluss bildete ein Dinner im hauseigenen Restaurant. Bei Musik und erfrischenden Drinks klang der Abend endgültig aus.
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Beim Hahn-Preis dabei: Künstler Malte Bludau mit Heri Min an seiner Seite

Ann Goldstein, Direktorin Museum Stedelijk, und Preisträger John Miller

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Sonia Leimer, Gewinnerin des Audi Art Award, Rainer Höfler, Audi Region West

Die Nachwuchs-Künstlerin Sonia Leimer erhielt in diesem Jahr den „Art Award for New Positions“. Hauptsponsor Rainer Höfler von Audi überreichte ihr in Köln die Urkunde samt Scheck in Höhe von 10 000 Euro. Leimer überzeugte die Jury mit einer Arbeit, die sich mit dem Umgang von Raum und Zeit beschäftigt.

VALERY KLOUBERT

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GAUMENKITZEL
SASCHA UND WALTER STEMBERG

Fischfilets in 4 Portionen aufteilen, mit Salz und Pfeffer würzen, die Hautseite leicht mehlieren und mit etwas Olivenöl von beiden Seiten braten. Nun die blanchierten Algen in Olivenöl anschwitzen und abschmecken. Hummerschaum: Gewaschene und zerkleinerte Schalen von 2 Hummer Kleine Würfel von einer halben Zwiebel 1 Zweig Rosmarin 400 ml Sahne 100 ml Butter 1 EL Tomatenmark Salz und weißer Pfeffer aus der Gewürzmühle Frisch geriebene Muskatnuss Olivenöl Zubereitung: Schalotten und Hummerschalen mit etwas Olivenöl im Topf scharf anrösten. Tomatenmark zugeben und mitrösten. Gut mit Cognac flambieren. Butter, Sahne und Rosmarin zugeben und einmal aufkochen. Mit Gewürzen abschmecken und sofort durch ein feines Haarsieb passieren. Vorm Servieren mit Zauberstab aufschäumen. Anrichten: Die Algen auf Tellern anrichten, die Fischfilets auflegen. Den Hummerschaum mit einem Löffel rundherum dekorativ zugeben.
A Walter und Sascha Stemberg betreiben „Haus Stemberg“ in Velbert.

Fisch mit Gemüse aus der Nordsee
Queller wachsen entlang der Meeresküsten der Nordhalbkugel. Sie bevorzugen salzhaltige feuchte bis nasse, gelegentlich überflutete Standorte auf Schlick oder Sand und schmecken leicht salzig. Zanderfilet auf Queller mit Hummerschaum

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Zutaten für 4 Personen: 2 ganze Zander à 800-1000 g 500 g Queller Olivenöl Salz/Pfeffer aus der Gewürzmühle Mehl Zubereitung: Den ausgenommenen Fisch sauber von Schuppen befreien und filetieren. Algen putzen, waschen und kurz in mit Salz gewürztem, kochendem Wasser blanchieren. In Eiswasser schnell abkühlen lassen. Die

WIRTSCHAFT
W E LT A M S O N N TAG , 1 . M A I 2 011 S E I T E 31

Steuergeld sucht Abnehmer
Petra R. mit ihren Söhnen René, Max und Fabian in Hamb gar nicht, dass es da urg-Billstedt. Die all s „Bildungspaket“ einerziehende Mut überhaupt gibt ter wusste bis die se Woche noch
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Sozialministerin Ursula von der Leyen will 1,6 Milliarden Euro pro Jahr in die Bildung von Kindern investieren, die aus armen Verhältnissen kommen. Doch das sogenannte Bildungs- und Teilhabe-Paket erreicht die Empfänger bislang nicht. Das Beispiel Hamburg zeigt, warum
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Familien sollen leichter an Leistungen kommen. Doch bislang wird alles erst einmal viel komplizierter Die Angebote aus dem Paket sind für viele Kinder nicht neu – es zahlt nur ein anderer

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STEFFEN FRÜNDT

onnenland. Das klingt wie eine Verheißung. Von einem fernen Ort, an dem das Leben sorg- und der Sommer endlos ist, wo es viel Licht gibt und fast keinen Schatten. Das Sonnenland in Hamburg-Billstedt ist das Gegenteil von alledem. Es ist konkret und nah, nur ein paar Kilometer Richtung Südost trennen das Viertel von den Segeljollen der Außenalster. Doch hier leuchtet die Frühlingssonne nicht auf weiß getünchte Jugendstilvillen, sie verfängt sich im Grau der Sozialbausilos. Fabian, Max und René klettern auf einem verwitterten Hometrainer herum. Irgendwer muss das Teil vor langer Zeit aus seiner Wohnung befördert haben, nun gehört das ramponierte Gerät zum Inventar des kleinen Spielplatzes gegenüber Hausnummer 13. Die drei Jungs sind zwischen vier und zehn Jahre alt und Brüder. Sie vertreiben sich hier die Zeit, bis ihre Mutter ihre Besorgungen gemacht hat. Denn heute ist Donnerstag, und da werden im Stadtteilzentrum die Lebensmittel der Hamburger Tafel ausgegeben. Ein Anwohner nach dem anderen zieht mit großen weißen Papiertüten von dannen, die ein Modeschöpfer gestiftet hat und die jetzt statt mit Designerklamotten prall gefüllt sind mit Nudeln und Nutella. 4000 Menschen wohnen im Sonnenland dicht an dicht. Zwei von drei Kindern leben hier von Transferleistungen, bevor ihr Leben überhaupt richtig begonnen hat. Das ist die Zielgruppe von Ursula von der Leyens „Bildungs- und Teilhabe-Paket“. Auch das ein Wort, das die Fantasie beflügelt. Es geht um 2,5 Millionen Kinder in Deutschland und den Versuch, auch Töchtern und Söhnen armer Eltern zumindest in ihren frühen Jahren ein Leben innerhalb der Gesellschaft zu ermöglichen statt an deren Rand. Um nicht schon als Vierjährige im Abseits zu stehen und den Kontakt zu ihren Freunden zu verlieren, sollen sie in Sportvereinen mittun dürfen, Instrumente lernen, auf Klassenreisen mitfahren. Dies und ein paar Dinge mehr soll das Bildungspaket der Sozialministerin von der CDU erreichen. Klingt alles gut und richtig. Doch bei den Empfängern kommt das Paket bislang nicht wirklich an. „Ein Bildungspaket? Das klingt ja interessant“, sagt Petra R., die Mutter der Jungs auf dem Spinningrad. Sie hört zum ersten Mal von dem Angebot, obwohl es doch schon Anfang April bundesweit eingeführt wurde und rückwirkend zum 1. Januar gilt. Die 28-jährige Alleinerziehende hat für ihre Söhne noch keinen Bildungsgutschein beantragt, wie etwa 95 Prozent der Leistungsberechtigten: „Wir haben noch nichts bekommen.“

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1,6 Milliarden Euro pro Jahr will von der Leyen im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets bereitstellen. Allein für Hamburg sind 45 Millionen Euro an Bundesmitteln angesetzt. Doch um die tatsächlich ans Kind zu bringen, ist noch viel Nachhilfe notwendig. Denn wie in anderen Bundesländern auch, stockt es bei der Zustellung des Paketes gewaltig. Nur ein paar Hundert Anträge gingen bislang bei den Behörden ein, bei 15 000 Anspruchsberechtigten. In den Stadtbezirken mit hohem Anteil an Geringverdienern in der Bevölkerung war die Resonanz auf das Angebot durchweg mau. In Wandsbek etwa kamen auf 3200 Anspruchsberechtigte nur 120 Anträge. Haben die Armen einfach zu viel Geld oder ist ihnen die Bildung und Teilhabe ihrer Kinder schnuppe? „Meine Jungs könnten etwas Unterstützung schon gut gebrauchen“, sagt Petra R., die vor sechs Jahren ihren Job als Kassiererin im Baumarkt verlor. Nach Abzug der Nebenkosten blieben ihr und den Jungs monatlich 500 Euro zum Leben. Das lange nur für das Nötigste, sagt sie. „Der Älteste hat Probleme in Lesen und Deutsch, aber für Nachhilfe reicht das Geld nicht“, sagt die Mutter. Seine Freunde spielten Fußball im Verein, beim HT 16. Doch für Fabian und Max scheitere das an den Mitgliedsbeiträgen, ebenso wie beim Jüngsten, der sich für Balletttanz interessiert. Eine prototypische Bedarfsgemeinschaft für Bildung und Teilhabe also. Doch in der Praxis fällt der gute Wille der Bundesministerin auf dem Weg in die Hamburger Wirklichkeit nach und nach in sich zusammen. Beispiel Fußball.

„Unbürokratisch und zuverlässig“ wollte Ministerin Ursula von Leyen helfen

„Wir empfehlen unseren Mitgliedsvereinen vorerst, auf dem alten Weg weiterzugehen und das Bildungspaket zu ignorieren“, sagt Carsten Byernetzki vom Hamburger Fußballverband. Zehn Euro pro Kind und Monat würde der Bund für die Mitgliedschaft in Sport- und Musikvereinen dazuschießen. Von einer Antragsflut ist bei den Clubs aber nichts zu spüren – aus dem gesamten Stadtgebiet gebe es keine einzige Anfrage, sagt Byernetzki. Was nicht mal so erstaunlich ist, denn in Hamburg wie andernorts gibt es seit Jahren das Programm „Kids in die Clubs“ des Sportbundes, der Nachwuchsfußballern aus armen Verhältnissen eine komplett kostenlose Vereinsmitgliedschaft ermöglicht. Wenn sie denn um diese Möglichkeit wissen. Auch andere Leistungen aus von der Leyens Paket sind alles andere als neu. In Hamburg, Berlin, München und Köln, aber auch in kleineren Städten gibt es Sozialpässe oder andere Initiativen, die Ähnliches und mehr seit Langem anbieten. So wird auch das Gesicht von Petra R. immer enttäuschter, je länger sie in

dem Bildungspaket-Flyer der Stadt Hamburg blättert, den sich Interessierte als PDF-Datei aus dem Internet laden können, für den Fall, dass sie irgendwo von dem Paket gehört und einen Computer haben. „Die Klassenfahrten wurden ja bislang eh schon bezahlt, die Fahrtkosten auch“, sagt Petra R. Und: „17 Euro Verpflegungsanteil im Hort? Ich zahle bislang nur zehn Euro!“ Tatsächlich bedeutet das Bildungsund Teilhabepaket aus Sicht vieler Betroffenen, dass sie im Großen und Ganzen dasselbe bekommen wie bisher, aber auf kompliziertere Weise. So erhielten sie schon bisher 100 Euro im Jahr für Schulbedarf wie Hefte und Bücher – von jetzt an bekommen sie einmal 70 und einmal 30 Euro und zwei Bescheide statt wie bisher einen. „Ich frage mich manchmal, ob die Politik weiß, was sie mit solchen Regelungen an Bürokratie verursacht“, sagt Uwe Lübking, Sozialexperte des Städte- und Gemeindebunds. Er befürchtet, dass durch das Bildungspaket erheblicher Verwaltungsaufwand geschaffen wird, weil die Kommunen in jedem Einzelfall dokumentieren müssten, dass die Bundesmittel zweckgemäß verwendet würden. Und betroffene Familien hätten mitunter für Leistungen, die bislang ohne ihr Zutun kostenlos waren, in Zukunft Anträge zu stellen. „Unbürokratisch und zuverlässig“ solle die Hilfe mit dem Bildungspaket werden, hatte die Ministerin angekündigt. In der Praxis bedeutet das in Hamburg, dass Familien nun einen ganzen Stoß von Anträgen bei Schulen, Arge oder Wohngeldamt und den Vereinen selbst stellen müssen. Soziokulturelle Teilhabe bedeutet hier, dass Sechsjährige künftig mit dem Hartz-IV-Bescheid in der Tasche zum Sportverein geschickt werden und sich dort selbst als Sozialfälle outen sollen. Und bevor sie in den Genuss einer subventionierten Mitgliedschaft kommen, müssen sie eine Erklärung unterschreiben, die mit „Liebe Kinder und Jugendliche“ beginnt und dann formaljuristisch wird: „Ich erkläre, dass ich in den Monaten, für die ich Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft erhalten möchte, meine Leistung noch nicht für andere Angebote in Anspruch genommen habe.“ Ein Kind, das diese Sprache versteht, ist gerüstet für ein Leben mit der Arge. „Jedes Blatt Papier“, sagt Klaus Gläser, „hängt den Brotkorb für die Betroffenen ein bisschen höher.“ Der Sozialarbeiter der Diakonie versucht, Transferleistungsempfängern Wege durch den Behördendschungel zu bahnen. Das Bildungspaket ist ein Garant dafür, dass den Beratungsstellen in den nächsten Monaten die Arbeit nicht ausgehen wird. Als Maria K. vor ein paar Tagen das zweiseitige Infoschreiben zum Bildungspaket vom Jobcenter erhielt, ging die 41Jährige damit schnurstracks zur Sozialberatung. „Ich habe es nicht ganz verstanden“, gesteht Maria K. Die alleinerziehende Mutter wohnt mit Sohn Stephan, 8, und Tochter Anna, 12, auf 62 Quadratmetern und bemüht sich, ihren Kindern so viel Unterstützung wie möglich zu geben. Ihr Sohn sei sehr traurig gewesen, als seine Freunde in den Fußballverein eintraten und er nicht. „Die Mitgliedsbeiträge sind ja nicht alles. Woher soll ich das Geld für die Fußballschu+

he und Stutzen nehmen oder für die Busfahrkarte?“ Ihre Tochter besuche die 6. Klasse des Gymnasiums und bekomme dort Geigenstunden. „Sie ist wirklich begabt, aber sie kann zu Hause nicht üben, die Wände sind wie aus Papier“, sagt die Mutter, die sich zudem sorgt, dass Anna in Mathe von der Note Zwei auf eine Drei abgerutscht ist. Deshalb will Maria K. möglichst frühzeitig mit Nachhilfestunden entgegenwirken.

Förderunterricht ist die einzige Leistung aus dem Bildungspaket, die tatsächlich durchweg neu ist. Wenn die Schule den Bedarf bescheinigt, können Eltern eine private Nachhilfe für ihre Kinder suchen und sich die Kosten von der Arge erstatten lassen. Eine ziemliche Rennerei, die viel Engagement der Erziehungsberechtigten erfordert. Einfacher wäre es, die Schulen mit mehr Geld auszustatten, damit die lernschwache Schüler di-

rekt fördern können. Genau das steht auch im Hamburger Schulgesetz: Statt Sitzenbleiben soll es ab kommendem Schuljahr kostenlosen Förderunterricht für jeden geben, der ihn braucht. Doch dann kam das Bildungspaket, seither herrscht an den Hamburger Schulen Ratlosigkeit. „Bei uns weiß niemand, wie das jetzt laufen soll“, sagt eine Pädagogin. In Sachen Bildungspaket sind die Lehrer genauso schlau wie ihre Schüler.

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man muss mit allem rechnen. vor allem mit dem guten.

mein leben passt mir

32 WIRTSCHAFT
Marktplatz Kopf der Woche: Mario Draghi

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Gut gebrüllt
„Es ist zu erwarten, dass es im Mai unter die drei Millionen geht“
Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit

Stau auf der Schiene

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reitagnachmittag auf der Autobahn, irgendwo am Frankfurter Kreuz, dem Kölner Ring oder im Hamburger Elbtunnel. Zähfließender Verkehr, Stop-and-go, Stau. Ungefähr so muss man sich die Zustände auf Deutschlands Schienen vorstellen – 24 Stunden am Tag, auf allen großen Verbindungen. Die geringste Störung reicht, und der eng gestrickte Fahrplan gerät aus dem Takt, Verspätungen sind die Folge. Wer will, dass die Deutsche Bahn pünktlicher wird, kann den Konzern ermahnen, die Prozesse zu optimieren. Wirklich Besserung gibt es allerdings erst, wenn die Finanzierung der deutschen Schieneninfrastruktur grundsätzlich neu ausgerichtet wird.

Rückspiegel
Montag: Die Commerzbank hat die Daten von mehr als drei Millionen Kunden der Dresdner Bank auf die IT-Systeme der neuen gemeinsamen Bank übertragen – und die Übernahme endlich auch technisch abgeschlossen. Dienstag: Eine seltene deutsche Erfolgsgeschichte in der Internetbranche: Zwei US-Finanzinvestoren übernehmen die Mehrheit am Hamburger Onlinespiele-Anbieter Bigpoint und taxieren ihn dabei auf 600 Millionen Dollar. Mittwoch: Edeka bleibt offline. Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka wagt sich noch nicht an den Online-Handel mit Obst, Gemüse oder Backwaren. Edeka-Chef Markus Mosa: „Lebensmittel sind nun mal keine Bücher, die man einfach so ins Päckchen packen und verschicken kann.“ Donnerstag: ARD und ZDF wollen 2012 eine Onlinevideothek gründen, meldet die „Financial Times Deutschland“. Nutzer sollen gegen Gebühr oder begleitet von Werbung Inhalte aus 60 Jahren TV-Programm abrufen können. Freitag: Die EU-Kommission verdächtigt die Commerzbank, die Deutsche Bank und 14 weitere Geldinstitute, beim Handel mit Kreditausfallversicherungen gegen die Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben. Der Verdacht: illegale Absprachen mit dem führenden Datenlieferanten Markit.

NIKOLAUS DOLL ÜBER DIE DEUTSCHE BAHN

Jeder dritte Fernzug ist unpünktlich, das haben die Prüfer von Stiftung Warentest diese Woche bekannt gegeben. Hauptursache dieses Übels ist der Zustand des Schienennetzes. Es gibt zu viele Baustellen, vor allem aber reichen die Kapazitäten nicht. Auf den Strecken Frankfurt–Fulda und Frankfurt–Mannheim etwa liegt die Auslastung bei bis zu 120 Prozent. Um Entlastung zu schaffen, müsste mehr in die Infrastruktur investiert werden. Die Bahn und noch mehr der Bund sind dabei gefordert. Zum anderen müssten die Schwerpunkte neu gesetzt werden: Nötiger als Großprojekte wie die Schnellfahrstrecke München– Berlin wären Ausweichspuren oder der Ausbau von Nebenstrecken, die den schleichenden Güterverkehr aufnehmen könnten. Solche Projekte eigenen sich freilich nicht, prestigeträchtig rote Bänder zu durchschneiden. Und darum wird vorerst alles so bleiben, wie es ist.

Der strenge Tausendsassa
Mario Draghi wird höchstwahrscheinlich neuer Chef der Europäischen Zentralbank. Europa hätte sich keinen besseren Nachfolger von Jean-Claude Trichet wünschen können
Nicolas Sarkozy hat sich für den Italiener ausgesprochen. Kanzlerin Angela Merkel zögert offiziell noch – wird sich am Ende aber fügen müssen
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LESERSERVICE
Energieauktion
Die Energiewende kostet Milliarden, mit der Folge, dass die Verbraucherpreise steigen. Immer mehr Bundesbürger erkundigen sich deshalb nach neuen Anbietern – mit dem Ziel, Geld zu sparen. Um den Wechsel des Gasund Stromanbieters leicht zu machen, organisiert die „Welt am Sonntag“ zusammen mit dem Partner-Unternehmen iChoosr derzeit wieder eine „Einkaufsgemeinschaft“ für Energie. Bis zum 2. Mai können sich wechselwillige Leser auf der Internetseite http://energieauktion.welt.de kostenlos und unverbindlich registrieren. Ziel ist es, durch den Sammeleinkauf besonders gute Konditionen bei den Energiekonzernen zu erlangen. Stromund Gasversorger können sich in einer „Energieauktion“, die am 3. Mai stattfindet, darum bewerben, die registrierten Leser beliefern zu dürfen. Den Zuschlag erhält dann der Lieferant mit dem günstigsten Preis für einen Einjahresvertrag.

MARTIN GREIVE UND ANDRE TAUBER

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ie Größen der italienischen Finanzwelt haben sich an diesem Februartag im norditalienischen Verona zu ihrem Jahrestreffen versammelt. Es herrscht ausgelassene Stimmung, die Gewinne vieler Finanzhäuser sprudeln kräftig. Doch einer ist fest entschlossen, die Harmonie zu stören. „Die Vorsicht darf nicht dem Streben nach Rendite geopfert werden“, mahnt Mario Draghi. Statt Dividenden auszuzahlen, sollten die Banken ihr Kapital stärken und ihre hohen Kosten senken. Das ist schon fast unerhört. Der Gouverneur der italienischen Notenbank Banca d’Italia präsentiert sich als Oberlehrer, der seine Schüler tadelt. Doch wirklich überraschend ist es nicht. Draghi hat die meisten Anwesenden schon in den Monaten zuvor in Telefongesprächen aufgerufen, sich wetterfest für künftige Finanzstürme zu machen. Mit seinem Nachdruck hat er sich nicht nur Freunde gemacht. Doch für den 63-Jährigen gehen Ordnungspolitik und Stabilität über persönliche Beziehungen. Das sind gefragte Qualitäten in diesen Zeiten. Und sie sollen ihm nun den Spitzenposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) einbringen. Am Dienstag er-

klärte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, er schätze sich glücklich, Draghi im Amt zu unterstützen. Auch Kanzlerin Angela Merkel soll keine Einwände mehr gegen einen Italiener an der Spitze der europäischen Notenbank haben. Damit passiert in Europa etwas ausgesprochen Seltenes: Der fähigste Kandidat bekommt tatsächlich den Job. Wer Draghi kennt, redet gut über ihn. „Er ist schon durch viele Feuer gegangen. Wenn sich die Regierungschefs rational verhalten, ernennen sie ihn um neuen EZB-Chef“, sagt der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, der mit Draghi zusammen gearbeitet hat. Auch der frühere Spitzenpolitiker Kajo Koch-Weser, der Draghi aus der Weltbank und der Euro-Gruppe kennt, lobt den Italiener: „Er hat eine unglaublich breite internationale Erfahrung und ist ein absolut geeigneter Kandidat für den EZB-Chefposten.“ In der Tat kann kaum ein anderer Notenbanker so eine beeindruckende Biografie aufweisen wie Draghi. Insbesondere als Chef des Finanzstabilitätsforums hat er sich zuletzt den Ruf eines ausgewiesenen Fachmanns erworben. „Er ist keiner, den es in den Mittelpunkt drängt und der Debatten dominiert. Er analysiert sorgfältig, legt aber großen Wert darauf, zu einer Entscheidung zu kommen“, sagt Walter. Schon zu Schulzeiten galt Draghi als Musterschüler. Seine Eltern starben, als er 15 war, Draghi musste danach auf seine jüngeren Geschwister aufpassen. Das hat ihn selbstbewusst und durchsetzungsstark gemacht – und zu einem Familienmenschen. Trotz der Schicksalsschläge als Jugendlicher verlor Draghi nie seinen Optimismus, sagt Francesco

Giavazzi, ein Ökonom von der Mailänder Universität Bocconi, der mit Draghi zusammen studierte. „Draghi denkt immer sehr positiv, nach vorne gewandt.“ Ganz besonders dürfte ihm im neuen Job aber eine Erfahrung helfen, die in

TAUSENDSASSA
Professor, Weltbanker, Staatssekretär und Manager
Der Banker: Mario Draghis Lebenslauf ist nahezu perfekt. Der 63-Jährige hat im Gegensatz zu vielen seiner Notenbank-Kollegen auch in der Politik und der Privatwirtschaft Erfahrungen gesammelt. Nach seinem Studium der Volkswirtschaft in Rom und seiner Promotion am renommierten MITInstitut ging Draghi 1981 als Professor nach Florenz. 1984 zog es ihn zur Weltbank. In den 90er-Jahren arbeitete Draghi als Staatssekretär im italienischen Finanzministerium die Maastricht-Regeln mit aus und half entscheidend dabei, Italien in die EuroZone zu bringen. 2001 lehrte Draghi in Harvard, 2002 wechselte er zur USInvestmentbank Goldman Sachs. Seit 2006 leitet Draghi die italienische Notenbank. Der Mensch: Draghi ist begeisterter Bergsteiger und liebt gutes Essen. Der Finanzexperte, der im Alter von 15 Jahren beide Eltern verlor, gilt als ausgesprochener Familienmensch. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Europa besonders gefragt ist: Draghi weiß, wie man einen Staat vor der Pleite bewahrt. Er spielte eine Hauptrolle bei den Wirtschaftsreformen, die Italien Anfang der 90er-Jahre einleitete, um einen Bankrott zu vermeiden. Als Generaldirektor im Finanzministerium überwachte er eine Privatisierungswelle und initiierte Gesetze, die das Interessensgeflecht der Industrie aufbrechen sollten. Trotz seiner Erfolge sei Draghi nicht abgehoben, sagen Bekannte. „Er ist auch nicht machthungrig“, meint Ex-Kommilitone Giavazzi. Kein einziges Mal hat Draghi sich zu einer Kandidatur für die EZB geäußert. Und doch ist auch seine Weste nicht ganz rein. Angeblich soll er eine PR-Agentur beauftragt haben, um seine Chancen im Kampf um den EZBChefsessel zu erhöhen. Einige böse Artikel über den aus dem Amt geschiedenen Bundesbank-Chef Axel Weber sollen darauf zurückzuführen sein. Um Vorbehalte wegen seiner Herkunft auszuräumen, betonte Draghi zuletzt immer wieder, wie wichtig ihm Preisstabilität sei. „Draghi ist ein Vertreter deutscher Stabilitätskultur“, sagt ein hochrangiges deutsches Regierungsmitglied. Als EZB-Chef dürfte Draghi den Kurs des amtierenden Präsidenten Jean-Claude Trichet weiterführen. Seine Feuertaufe könnte eine Umschuldung Griechenlands werden. Zudem wird er die Währungsunion krisenfester machen müssen. Bereits 1998 erklärte er in einer Rede: „Der Euro reicht nicht aus für eine gemeinsame Währungspolitik. Die Wirtschaftspolitik muss sich stärker integrieren.“ Sollte Draghi als Chef der EZB so auftreten, wie er es als Gouverneur der Banca d’Italia macht, wird er sich in dieser Frage großes Gehör verschaffen.

ANDRÉ LAAME

Lesen!
ach traditioneller Auffassung funktioniert Wirtschaft ganz einfach. Auf den Märkten treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Es bildet sich ein fairer Preis, wobei der jeweilige Markt ins Gleichgewicht findet. Spätestens das vergangene Jahrzehnt mit zwei einschneidenden Wirtschaftskrisen hat diese Sichtweise ins Wanken gebracht. Erst war es der irrationale Überschwang in der Internetwirtschaft, dann folgten die Preisübertreibungen bei US-Immobilien. Wer die Wirtschaft heute verstehen wolle, müsse verschiedene Blickwinkel einnehmen, sagt der Ökonom, Politologe und Investor Vikram Mansharamani. So greife die Politik immer häufiger ins Geschehen ein, die Akteure handelten alles andere als rational, und billiges Geld verführe zum Leichtsinn. Wer das Buch liest, versteht nicht nur die Wirtschaft und sein eigenes Handeln besser, sondern bewahrt sein Portfolio vor den Verlusten kommender hz platzender Spekulationsblasen.

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Vikram Mansharamani: „Boombustology, Spotting financial bubbles before they burst“, Wiley, 25,90 Euro

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verhältnisse der 90er-Jahre als ReferenzZeitraum – eine gravierende Fehleinschätzung. Denn die 90er-Jahre waren außergewöhnlich stürmisch. Windgutachter und Investoren, die darauf gebaut hatten, der IWET-Index zeige auch künftig die zu erwartenden Windstärken an, stellten plötzlich fest, dass die Erträge ihrer Anlagen stets deutlich hinter den Prognosen zurückblieben. Der angeblich „normale“ Durchschnittswert des Index wurde tatsächlich in den vergangenen zehn Jahren mit Ausnahme von 2007 kein einziges Mal wieder erreicht. Das Flautenjahr 2010 lag sogar fast 25 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Die 21 607 Windräder erreichten da nur während 1342 der 8760 Jahresstunden ihre Volllast und schöpften ihre installierte Leistung gerade einmal zu 15 Prozent aus. Inzwischen wurde die Datenbasis des IWET-Index zwar angepasst. Doch auch die Nachjustierung erwies sich noch als ungenügend. Eine Arbeitgruppe beim BWE beschäftigt sich seither mit der Frage, wie die Aussagekraft des Richtwertes weiter verbessert werden kann. Auch achten Banken inzwischen mehr darauf, dass eine Windpark-Finanzierung nicht mehr ausschließlich auf dem zweifelhaften Richtwert fußt. Doch ob das ausreichen wird, den Investoren die Windkraft wieder als verlässliche Einkommensquelle schmackhafter zu machen, ist unsicher. Um die Ausbauziele dennoch zu erreichen, fordern die Windlobbyisten, die bisher geltenden Höhenbeschränkungen beim Bau von Windkraftanlagen aufzuheben. „Wir müssen mit dem Unsinn aufhören, unsere Türme abzuschneiden und 30 bis 40 Meter niedriger zu bauen, als das internationaler Standard ist“, sagte BWE-Präsident Albers. Rotieren die Propeller in größeren Höhen, ist der Windertrag deutlich höher und stetiger. Das Problem mit windschwachen Jahren, glaubt Albers, würde sich damit erledigen.
„Feierabend“ mit RWE-Chef Jürgen Großmann, Seite 42

Warten auf den Wind?
Nach dem Atomausstieg soll die Windkraft tragende Säule der Stromversorgung werden. Doch der Ertrag der Rotoren war zuletzt eher mau
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Nach windschwachen Jahren sind die finanziellen Reserven vieler Windkraftfonds aufgezehrt Ein ungenauer Index ist Schuld daran, dass Windstärken systematisch überschätzt wurden

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DANIEL WETZEL

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anzlerin Angela Merkel will morgen in Zingst an der Ostsee den ersten kommerziellen OffshoreWindpark Deutschlands, „Baltic 1“ einweihen. In einer Hinsicht ist der Termin perfekt: Mitten in der Atomausstiegsdebatte zeigt die Regierungschefin persönlich, wo die Zukunft der Energieversorgung liegt. Besonders gelegen kommt es ihr, dass der Bauherr des ökologischen Prestigeprojekts ausgerechnet der südwestdeutsche AKW-Betreiber EnBW ist. Mehr Symbolik geht nicht: Ein Atomkonzern aus Baden-Württemberg macht ganz groß in Ökostrom – und nicht der designierte grüne Landeschef Winfried Kretschmann darf das Knöpfchen drücken, sondern die Kanzlerin der Union. Nur „Uta“ könnte Angie jetzt noch einen Strich durch die Rechnung machen. Das über Skandinavien liegende Hoch-

druckgebiet sorgt nach der Prognose des Deutschen Wetterdienstes am Montag wohl nur für ein laues Lüftchen über der Ostsee. Erwartet wird eine unterdurchschnittliche Windgeschwindigkeit von nur sieben Metern pro Sekunde. Die Kanzlerin kann froh sein, dass die Rotorblätter überhaupt in Schwung kommen, wenn sie den Startschuss gibt. Auf Wind wartet auch Johann Michl – und zwar schon seit langen zehn Jahren. Der 52-jährige Software-Entwickler aus München hatte sich 2001 mit immerhin 30 000 Euro am Windpark Lüdersdorf in Brandenburg beteiligt. Die zehn Windräder sollten eigentlich bis zu acht Prozent Rendite pro Jahr abwerfen. „Das sah nach einer guten Anlage aus“, sagt Michl, der Ökostrom „für eine gute Sache“ hält. Doch auf Geld aus seinem Öko-Investment wartet Michl noch heute. Er beklagt: „Ausgeschüttet wurde noch nie irgendwas.“ Michl hatte auf einen Anlageprospekt der WKN Windkraft Nord BeteiligungsGmBH vertraut. 36,5 Millionen Kilowattstunden könnten jährlich geerntet werden, hieß es. Doch die Realität sah anders aus: Die in Aussicht gestellte Produktionsmenge erreichte der Windpark kein einziges Mal. Mit durchschnittlich 28 Millionen Kilowattstunden pro Jahr blieb der Ertrag stets so gering, dass es nur zur Schuldentilgung bei der Bank reichte, nicht aber für Michl und die anderen Kommanditisten.

Still ruht die See, still steht das Rad. Die Erträge der Windkraftanlagen waren zuletzt enttäuschend

Wie Michl geht es vielen Investoren. In ganz Deutschland warten Tausende Anleger vergeblich auf versprochene Traumrenditen aus Windkraftfonds. Mehrere Windparks wurden bereits wegen Insolvenz zwangsversteigert, Fondszeichner mussten den Totalverlust ihrer Gelder fürchten. Schadenersatz zu fordern ist juristisch schwierig. „Der Anleger kann nur Ansprüche gegen seinen Berater geltend machen, wenn Chancen und Risiken des Investments nicht zutreffend dargestellt wurden“, sagt Rechtsanwalt André Felgentreu von der Berliner Kanzlei Gansel Rechtsanwälte. Er kann sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen: „In den zurückliegenden windschwachen Jahren haben viele Fonds ihre Liquiditätsreserven vollstän-

dig aufgebraucht“, sagt Felgentreu: „Wir bekommen täglich Dutzende Anfragen.“ Die Windkraft, darüber herrscht in der Politik Einigkeit, muss nach dem Atomausstieg eine Hauptrolle in der Stromversorgung spielen. Denn aus keiner anderen grünen Erzeugungstechnik kann man mehr Kilowattstunden herausholen. Schon heute hat unter allen Ökostromarten die Windenergie mit 36 Prozent den größten Anteil. Dem Bundesverband Windenergie (BWE) zufolge könnte Windkraft sogar 65 Prozent des deutschen Strombedarfs decken. Voraussetzung ist allerdings, dass sich genügend Anleger finden, die Geld in Windparks investieren. Das aber ist keineswegs mehr sicher. Nur 754 Windräder mit zusammen 1551 Megawatt Leistung

wurden 2010 in Deutschland aufgestellt – der geringste Wert seit Jahren. Um die energiepolitischen Ausbauziele zu erreichen, wäre mehr als die doppelte Menge nötig. Ein Grund für die Zurückhaltung der Investoren ist der schlechte Windertrag der letzten Jahre. „Die Windbranche ist deshalb liquiditätsschwach und steht längst nicht so toll da, wie viele glauben“, sagt Hermann Albers, Präsident des Branchenverbandes. Der Grund für die enttäuschten meteorologischen Hoffnungen ist statistischer Natur. Viele Gutacher, die für die Investoren die Qualität von WindkraftStandorten bewerten, stützen sich auf den sogenannten IWET-Windindex. Doch der wichtigste deutsche Wetterindex bezog sich lange Zeit auf die Wind-

LAIF/LANGROCK/ZENIT

Windrad-Hersteller von der W Was Politik fordern: welt.de/windenergie
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Ein ungleiches Duo, das sich gut kennt: DIHKChef Hans Heinrich Driftmann und Kristina Schröder im Familienministerium in Berlin

RETO KLAR (3)

„Familie ist auch ein Arbeitsplatz“
Familienministerin Schröder will Firmen zu mehr Frauenförderung zwingen, DIHK-Präsident Driftmann fürchtet starre Fesseln. Ein Streitgespräch
enn Familienministerin Kristina Schröder (CDU) und Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), sich morgen in Berlin mit 400 Unternehmern treffen, um im Rahmen des Netzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ über familienbewusste Arbeitsgestaltung zu diskutieren, werden sie sich weitgehend einig sein. Anders beim Thema Frauenquote: Während die Ministerin die Wirtschaft per Gesetz frauenfreundlicher machen will, setzt Driftmann auf freiwillige Einsicht. Im Interview mit der „Welt am Sonntag“ debattieren sie über moderne Väter, Quotenfrauen und das Dienstmädchenprivileg für die Mittelschicht. WELT AM SONNTAG: Frau Ministerin, bislang konnten Sie alle Kraft in Ihre Karriere investieren. Im Sommer dürfte sich das ändern. Wird sich die Ministerin-Mama den „Luxus“ erlauben, um 17 Uhr nach Hause zu gehen, um noch ihr Kind zu sehen? KRISTINA SCHRÖDER: Ich glaube nicht, dass ich da heute schon jedes Detail im Voraus planen kann. Aber natürlich werde ich genau hinsehen, bei welchen Terminen ich unbedingt vor Ort sein muss und was ich von zu Hause erledigen kann, denn klar ist: Es wird dann neben meinem Job noch andere Prioritäten geben. Eine schwangere Familienministerin, warum zelebrieren Sie sich nicht stärker als Rollenvorbild für junge Frauen mit Aufstiegsträumen? Ihre FDP-Kollegin Silvana Koch-Mehrin war offensiver und hat sich mit nacktem Babybauch fotografieren lassen. SCHRÖDER: Oh nein, das wäre nicht mein Ding. Ich habe immer versucht, mein Privatleben von meinem Amt als Ministerin zu trennen. Erstens finde ich, dass es keine politische Leistung ist, ein Kind zu bekommen. Und zweitens ist unsere Situation auch nicht vergleichbar mit der anderer Familien. Mein Mann und ich haben es zum Beispiel ohne Zweifel leichter, weil wir beide gut verdienen. Andererseits haben wir es auch schwerer. Weder mein Mann noch ich haben als Abgeordnete rechtlich einen Anspruch auf Elternzeit. Apropos: Herr Driftmann, beneiden Sie heutige Väter, die qua Gesetz zwei Vätermonate nehmen dürfen? HANS HEINRICH DRIFTMANN: Ich halte das für einen Fortschritt. Aber auch ich habe mir die nötige Zeit genommen. Ich führe ja ein Familienunternehmen, da hat jeder Verständnis dafür, dass man sich auch um seine eigene Familie kümmern muss. Frau Schröder, die Öffentlichkeit verbindet die großen Themen Vätermo-

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nate und Frauenquote bis heute mit Ihrer Kollegin Ursula von der Leyen. Sie gelten als Ministerin für weiche Themen wie familienfreundliche Arbeitszeiten. Ärgert Sie das? SCHRÖDER: Gerade das Thema familienfreundliche Arbeitszeiten ist für die meisten Menschen in Deutschland ja essenziell. Schließlich ist Zeit für die Familie für junge Mütter und Väter der Drehund Angelpunkt, für ihr Leben und für ihre Karriere. Wenn es um flexible Arbeitszeitmodelle geht, sind uns andere Staaten weit voraus. Deshalb sage ich: Ob weiches oder hartes Thema – hier müssen wir ran.

„Ich will das Gesetz zur Flexiquote noch in diesem Jahr“
Kristina Schröder ist seit November 2009 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

man zu oft abwesend ist. Aber schauen Sie sich doch mal die Realität an. Ich bin doch auch in meinen verschiedenen Funktionen sozusagen jeweils Teilzeitarbeiter. Ich muss mein Unternehmen führen, ich bin hier in Berlin tätig, und gestern Nachmittag habe ich eine Vorlesung an der Universität in Kiel gehalten. Als Führungskraft muss ich mir meine Zeit auch einteilen. Dann habe ich auch Zeit für die Familie, wenn es erforderlich ist. SCHRÖDER: Ich habe ja auch eine Chefin, die mir nicht permanent über die Schulter guckt, die aber auch sehr effizient per SMS steuert. Die modernen Kommunikationsmittel helfen hier. Und in meinem eigenen Unternehmen, dem Ministerium, bemühen wir uns ebenfalls, zu leben, worüber wir reden: Wir haben 600 Mitarbeiter und rund 100 verschiedene Arbeitszeitmodelle. Für die Kinder unserer Mitarbeiter haben wir eine kleine Kita im Ministerium. Und als Chefin achte ich darauf, wenn es irgendwie geht, keine Besprechungen nach 17 Uhr zu legen und Mitarbeitern am Wochenende und im Urlaub nur im absoluten Notfall eine E-Mail zu schicken. Vielen Karrierefrauen bemängeln, dass es bei uns keinen wirklichen Markt für Nannys und Haushaltshilfen gibt. Sollten die steuerlich besser absetzbar werden? SCHRÖDER: Ein sehr wichtiges Thema. Ja, Hilfe im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung sollte besser gefördert werden, und zwar nicht nur für Besserverdienende. In Frankreich zum Beispiel ist es bis weit in die Mittelschicht hinein ganz üblich, Personal in Anspruch zu nehmen. Das ist einer der Gründe, warum die Franzosen eine so hohe Geburtenrate haben. Wir müssen in Deutschland endlich erkennen, dass Familie auch ein Arbeitsplatz ist. Wollen Sie sich also tatsächlich für Vergünstigungen einsetzen? SCHRÖDER: Es ist für mich eines der großen Themen des kommenden Jahres, den Arbeitsplatz Familie zu gestalten. Ich möchte erreichen, dass zum Beispiel auch der Rentner, dem es um die Pflege seiner Frau geht, stärker als bisher auf haushaltsnahe Dienstleister zurückgreifen kann. Es geht um Hilfen in der Familie, die weit über die bisherigen MinijobLösungen hinausgehen. „Dienstmädchenprivileg“ hieß hier bisher das dazugehörige Totschlagargument ... SCHRÖDER: Damit hat die SPD jahrelang versucht, dieses Thema kaputtzureden. Aber genau das Gegenteil muss gelten: Im Moment kann sich nur die Oberschicht Hilfe leisten. Wir müssen ermöglichen, dass dies auch für viel breitere Schichten erschwinglich wird. Das ist genau das Gegenteil vom „Dienstmädchenprivileg“. Viele Mütter in mittleren Positionen brauchen Hilfe im Haushalt, um die eigene Karriere erst zu ermöglichen. Sonst kommen sie nie oben an.
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Frau Schröder, Herr Driftmann, Sie kennen sich seit Jahren und sind sich offenbar in vielen Punkten einig. Gibt es überhaupt Themen, die Sie besser meiden, wenn Sie die Harmonie nicht gefährden wollen? DRIFTMANN: Nehmen Sie das Thema Frauenquote – wir sind uns einig darüber, dass wir mehr Frauen in Führungspositionen brauchen, uneins sind wir, wie wir da hinkommen. Während Frau Schröder eher über Regelungen und Gesetzgebungen nachdenkt, ist mein Ansatz ein anderer: Ich plädiere für politische Entscheidungen, die den unterschiedlichen Realitäten in den Unternehmen Rechnung tragen. Denn was beispielsweise für ein großes Unternehmen in Bayern eben noch tragbar wäre, ist für einen Mittelständler in NRW womöglich unrealistisch. Eine gesetzliche Frauenquote, wie sie Arbeitsministerin von der Leyen vorschlägt, suggeriert eine Gleichheit, die es in der Wirtschaft nicht gibt. Denken Sie etwa daran, wie wenige Ingenieurinnen es immer noch gibt. Das heißt, der Frieden ist gewahrt, solange Frau Schröder sich aufs freundliche Appellieren beschränkt und keine Gesetze ausheckt? DRIFTMANN: Ich weiß natürlich, dass wir unterschiedliche Rollen haben. Mein Part ist zu hinterfragen, ob geplante gesetzliche Regelungen auch in der Praxis umsetzbar sind. Bislang hat Frau Schröder von gesetzlichen Zwangsinstrumenten abgesehen. Das heißt, Sie haben auf dem Weg hierher gute Arbeit als Lobbyist geleistet. DRIFTMANN: Nein, ich bin kein Lobbyist für einzelne Branchen. Als IHK-Organisation machen wir Politikberatung aus der Perspektive der gesamten Wirtschaft. Ich kann akzeptieren, dass für Politiker und Unternehmer andere Spielregeln gelten, wir müssen auch nicht in jedem Punkt einer Meinung sein. SCHRÖDER: Allerdings. Gerade im Bereich der Familienpolitik gibt es viele Vorschriften, die sicher Bürden für die Wirtschaft sind, aber sehr wichtig. Nehmen Sie nur den gesetzlichen Mutterschutz oder die Elternzeit – all das bringt zweifellos organisatorische Schwierigkeiten mit sich, goldrichtig ist es trotzdem … DRIFTMANN: Das bestreite ich auch nicht pauschal. Ich meine nur, dass man mit langem Atem herangehen muss. Wir können die vielen weiblichen Führungskräfte eben nicht einfach aus der Tasche ziehen. Da muss erst etwas wachsen. In meinen BWL-Vorlesungen sitzen wohl 60 Prozent Frauen, die sind sogar oft besser als die Männer. Aber wenn jemand mit 25 sein Studium brillant abschließt, dann ist er auch zehn Jahre später noch nicht unbedingt eine ausgewiesene Führungskraft. Wir brauchen ein bisschen Geduld. Wenn ich mir die Zahlen anschaue, ist das in Teilen durchaus schon eine Erfolgsstory, die wir da vor-

weisen können. Das wird nur in der Öffentlichkeit ganz anders dargestellt … Aber Herr Driftmann, so ganz überzeugend ist die Erfolgsstory nicht – in Ihrem eigenen Haus, dem DIHK, ist unter zwölf Bereichsleitern gerade mal eine Frau, bei Kölln ist die Geschäftsführung sogar rein männlich. DRIFTMANN: Aber, Entschuldigung: Ich fördere regelmäßig Frauen im eigenen Unternehmen. Ich habe aber nicht nur einmal die Erfahrung gemacht, dass sie irgendwann mit Ende 30 das erste Kind bekommen, und dann das zweite, und schon sind sie zwei Jahre aus dem Job heraus. Noch dazu heiraten erfolgreiche Frauen oft erfolgreiche Männer. Und in einer solchen Konstellation entscheiden sich die Frauen dann häufig gegen die Karriere. SCHRÖDER: Dass sich die allermeisten Frauen Familie wünschen und dass Kinder für sie – wie übrigens auch für die Männer – zu einem glücklichen Leben dazugehören, ist nun mal ein Fakt. Mit einer Führungskultur in den Firmen, die

vertrete 3,6 Millionen deutsche Unternehmen, im Schnitt liegt bei uns der Frauenanteil in Führungspositionen bei 27 Prozent. Das sind aber vor allem Kleinstbetriebe wie Friseure und Kioske. Bei Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern sieht das Bild düsterer aus … SCHRÖDER: Es gibt sicher auch größere Mittelständler, die vorbildlich sind, was die Frauenförderung betrifft. Generell muss man aber tatsächlich leider sagen, dass der Frauenanteil auf Managementebene geringer wird, je größer das Unternehmen ist. Je kleiner die Firma, desto mehr Frauen finden wir vor. Vielleicht liegt das auch daran, dass man sich besser kennt und mehr Rücksicht auf die Belange des anderen nimmt. Davon können sich die Großen schon etwas abgucken. Warum schreiten Sie nicht voran, Herr Driftmann, und verordnen Ihrer Firma eine freiwillige Frauenquote? DRIFTMANN: Wir brauchen bei uns keine Selbstverpflichtung, wir bleiben auch so engagiert an dem Thema dran. Frau Ministerin, wir nehmen das Argument von Herrn Driftmann auf: Macht es nicht Sinn, beim Thema Frauenförderung auch den Mittelstand stärker ins Visier zu nehmen? SCHRÖDER: Ich halte nichts davon, gesetzliche Regelungen auf den Mittelstand zu übertragen. Es wäre ein wesentlich stärkerer Eingriff in die unternehmerische Freiheit, wenn ich dem Eigentümer eines Unternehmens die Zusammensetzung seines Personals verordnen würde. Aber natürlich brauchen wir den Mittelstand, wenn wir in Deutschland wirklich etwas verändern wollen. Allein mit den paar Dax-Konzernen kommen wir da nicht weiter. DRIFTMANN: Ich würde mich aber freuen, wenn die Politik selbst mit gutem Beispiel voranginge und in den bundes- und landeseigenen Unternehmen zunächst das umsetzt, was sie fordert. SCHRÖDER: Da haben Sie recht. Genau deshalb präsentiere ich im Rahmen meines Stufenplans für mehr Frauen in Führungspositionen ja auch ein Konzept für die öffentliche Hand. Eine Frage zum Schluss, Frau Schröder. Sie selbst sind ja eine Art Quotenfrau, weil sie vom Quorum – einer parteiinternen Frauenquote – begünstigt wurden. Sie sind an die Spitze gekommen, und beweisen müssen wir uns doch alle. Was ist eigentlich so schlimm am Quotenfraudasein? SCHRÖDER: Schon allein, dass mir so gut wie in jedem Interview dieser Punkt vorgehalten wird. Wirkliche Gleichberechtigung haben wir erst dann erreicht, wenn Sie mir eine solche Frage gar nicht mehr stellen. Und da will ich hin. Das Gespräch führten Ileana Grabitz und Inga Michler

Sie wollen weg von der „Präsenzpflicht“ in Unternehmen. Herr Driftmann, warum tut sich die Wirtschaft so schwer damit? DRIFTMANN: Es gibt da einfach keine Pauschallösung. Wir müssen uns jeden Einzelfall genau anschauen. Es gibt Tätigkeiten, die leben von Präsenz – von der Werkhalle über die Pflegestation bis zum Einzelhandel. SCHRÖDER: Wir wollen ja auch nicht den Pförtner ins Home-Office schicken. Aber es geht sehr viel mehr, als wir noch vor zehn Jahren gedacht haben. Mit kluger Software lassen sich Wünsche von Schichtarbeitern besser berücksichtigen. Manche Firmen besetzen Führungspositionen doppelt, damit die Manager die Tätigkeiten aufteilen können. Glauben Sie wirklich, dass man bei uns in Deutschland bald Karriere machen kann, ohne 60 bis 80 Stunden in der Woche zu arbeiten? SCHRÖDER: Wir müssen uns doch eines klarmachen: Wenn wir uns nicht von der Dauerpräsenz in Führungsetagen verabschieden, werden wir irgendwann keine guten Leute mehr finden. Deshalb müssen wir uns für kreativere Lösungen öffnen, wie andere Staaten das auch tun. DRIFTMANN: Natürlich ist ein Mindestmaß an Präsenz erforderlich. Man kann nicht andere Menschen führen, sie motivieren, Arbeit koordinieren, wenn

„Wir brauchen bei uns keine Selbstverpflichtung“
Hans Heinrich Driftmann leitet das Familienunternehmen Peter Kölln und ist Präsident des Deutschen Industrieund Handelskammertages (DIHK)

abgestellt ist auf Menschen, die 60 und 80 Stunden die Woche arbeiten, ist beides nur leider nicht möglich. Aber warum soll sich das durch eine freiwillige Selbstverpflichtung wirklich ändern? Brauchen wir nicht etwas mehr Druck von der Politik? SCHRÖDER: Natürlich, deshalb will ich das Gesetz zur Flexiquote ja auch noch in diesem Jahr – auch wenn ich weiß, dass Herr Driftmann das nicht gerne hört. Damit sind Unternehmen gesetzlich verpflichtet, sich selbst eine Quote zu verordnen, diese öffentlich zu machen und durchzusetzen. Andernfalls greifen gesetzliche Sanktionen. Und durch die Veröffentlichung der Zielvorgaben der Konzerne wird es natürlich auch öffentliche Debatten geben. So steigt der Druck auf die Unternehmen. DRIFTMANN: Wobei man die ganze Debatte nicht immer nur an den DaxUnternehmen festmachen sollte – es ist ein Fehler der Politik, sich oft nur an den Dax-Unternehmen zu orientieren. Ich

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werkschaften staunen. Was war mit ihrem Chef passiert? Beim DGB-Kongress 2006 strafen sie ihn ab. Er wird mit nur 78,4 Prozent wiedergewählt, 16 Prozentpunkte weniger als 2002. Sommer weiß heute, was damals passiert ist. „Ich war innerlich am Wackeln. Da gab es die Regierung, die ich wollte, und die macht plötzlich eine Politik, die ich nicht will. Früher haben die Leute gesagt: ‚Der sendet nicht eindeutig.‘ Das werden sie heute nicht mehr hören.“ Er hat sich klar gegen den Reformkurs entschieden, der Fleck ist weg, das Hemd gewechselt, das Fenster für Veränderung wohl geschlossen. Doch bisher hat ihm das nicht geschadet. Im Gegenteil. Als die Finanzkrise ausbrach, hat sich die Stimmung im Land nach links gedreht, und die politische Landschaft hat sich angepasst. Ernsthafte Reformen oder Einschnitte am Sozialstaat sind schon länger kein Thema mehr. Angela Merkel persönlich steht dafür, dass Mitbestimmung und Kündigungsschutz nicht angetastet werden. Den Stimmungswandel spürt Sommer persönlich. „Früher hat mal jemand auf der Straße gesagt: ,Guck mal, da steht der Killer der deutschen Wirtschaft.‘ Heute bin ich eher der Gute.“ Noch heute wird er aber bitterböse, wenn er über die Hartz-Reformen spricht. Plötzlich wirkt Sommer, der für jedes neue Amt von seiner Frau einen Plüschbären geschenkt bekommt, wie ein aggressiver Grizzly. „Wissen Sie, was diese sogenannte Hartz-IV-Reform in unserer Gesellschaft wirklich erreicht hat? Dass der Wert und die Würde von Arbeit mit Füßen getreten werden kann“, poltert er. Damit meint er, dass so viele Menschen im Hartz-IV-System sind, weil sie für ihre Arbeit auch nicht mehr bekommen. Sommer möchte, dass mit einem gesetzlichen Mindestlohn die Basis dafür geschaffen wird, dass man von seiner Arbeit leben kann. Es gebe Stimmen, so Sommer, die sagen: Ihr müsst Arbeit billiger machen, damit es mehr Arbeit gibt. „Aber genau das werden wir nicht zulassen.“ In einem schwarzen Regal neben der Eingangstür zu seinem Büro am Hackeschen Markt in Berlin bewahrt der DGBChef nicht nur seine neun Teddybären auf, sondern auch andere Gegenstände, die ihm etwas bedeuten, Er zeigt eine Münze, die er 2006 in Chile von der Tochter von Salvador Allende, dem Verfechter des demokratischen Sozialismus, bekommen hat. Auf ihr ist Allendes Kopf abgebildet. „Allende hat mich politisch sehr geprägt. Die Münze bedeutet mir sehr viel.“ Dabei kooperiert Michael Sommer inzwischen auch mit der CDU. Nicht, weil er plötzlich wirtschaftsliberal geworden wäre. Die Union hat sich auf ihn zubewegt, sie hat einen Linksruck vollzogen. Sommer spricht inzwischen selbst mit der Während der Krise jedenfalls gab es nur Harmonie. Die Gewerkschaften haben mit Arbeitgebern und Regierung den Schulterschluss geübt. Das Konjunkturpaket und die Kurzarbeit wurde gemeinsam erarbeitet. „Wir sind aus der Krise gestärkt hervorgegangen“, sagt Sommer. Als Erfolg kann er seitdem auch verbuchen, dass erst unter Schwarz-Rot und dann sogar unter Schwarz-Gelb diverse Branchenmindestlöhne eingeführt worden sind. Seit Jahren hat Sommer seine Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn unablässig wiederholt. „Wenn ich selbst es nicht mehr hören kann, fängt es langsam an, sich im Kopf der Menschen festzusetzen“, sagt er lachend. Sommer ist in entspannter Stimmung, gern erzählt er auch von anderen Dingen als Politik. Zum Beispiel dass er, wenn seine 21-jährige Tochter sonntags vorbeikommt, gern „tote Kuh“ durch den Fleischwolf dreht und kocht. Sommers Humor ist ziemlich bodenständig, berlinerisch eben. Er war nicht immer so gut gelaunt. Vor ein paar Jahren sei er sprunghafter, launischer und verschlossener gewesen, sagen Mitarbeiter. Er habe jetzt eine gewisse innere Ruhe erlangt, sei aufgeschlossener, setze Prioritäten. Seine Erfolge ändern aber nichts am Hauptproblem der Gewerkschaften: der Mitgliederentwicklung. Die Zahlen sind zwar stabilisiert worden, Entwarnung kann es aber nicht geben. Seit 1991 hat der DGB fünf Millionen Mitglieder verloren. Sommers Aufgabe ist es, dagegen zu wirken. Aber die Mitgliedsgewerkschaften sind nicht immer zufrieden. Der DGB kostet sie viel und bringt nicht immer das Erwünschte. Die Großen wie die IG Metall und Ver.di haben ohnehin ihre eigenen Lobbyabteilungen in Berlin. Auch der klare Fokus von Sommer auf jene, die besonders wenig verdienen, kommt bei den Industriegewerkschaften nicht so gut an – ihre Mitglieder gehören eher zur Mittelklasse. Sie haben Sommer 2010 eine Organisationsreform aufgedrückt, der Verband wurde verkleinert und bekommt nun weniger Geld. Doch Sommer hat sich noch ein Amt geholt, in dem er allein Macht ausüben kann. Seit 2010 ist er Chef des Internationalen Gewerkschaftsbundes, die Erfüllung seines Jugendtraums, wie er sagt. Besonders wichtig ist ihm die Kooperation mit China. Wenn die Arbeitnehmer dort mehr Rechte bekommen, werden auch weniger Jobs aus Deutschland dorthin verlagert. Die internationale Arbeit noch ein Stück weit voranzubringen, bevor seine dritte Amtszeit endet, ist ihm wichtig.
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Der Mann mit dem Fleck
Nur einmal in seinen neun Jahren als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes ist Michael Sommer vom Kurs abgewichen. Damals, 2005, zeigte er sich offen für Reformen. Das wird ihm nie wieder passieren
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Heute wird der DGB-Chef bei seiner Rede zum Tag der Arbeit zetern und klagen. Dabei ist Michael Sommer eigentlich guter Laune. Und er hat Grund dazu

FLORA WISDORFF

„Früher hat mal jemand auf der Straße gesagt: ‚Guck mal, da steht der Killer der deutschen Wirtschaft.‘“ Michael Sommer vor einem Jahr in Oberhausen

IMAGO; SIMONE M. NEUMANN (2)

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ichael Sommer rennt die Treppe hinauf. Auf seinem Hemd, unterhalb des Kragens, ist ein dunkler Fleck. Eigentlich war er nur ganz klein. Doch nachdem der DGB-Chef mit seiner sporadischen Reinigung gescheitert ist, ist das Hemd nicht mehr zu retten. Der 59-Jährige lacht, er findet das selbst lustig. Ernst ist ihm aber, dass er mit diesem Fleck keine Rede halten kann. „Der Wolfgang muss kommen“, sagt er. Das ist sein Fahrer. Im Kofferraum liegt immer ein Ersatzhemd. Es ist ein sonniger Tag im April. Sommer hält sich im Congresspark Wolfsburg auf. Ältere Herrschaften strömen in den Betonbau, sie haben sich chic gemacht. Die IG Metall hat sie eingeladen zu einer Jubilarsfeier, mit Sommer als Festredner. Sie sind schon 50 oder 60 Jahre Mitglied

in der Gewerkschaft. Es gibt Kaffee, Kuchen, Sekt und Bier an Stehtischen. Wahrscheinlich hätte den Fleck vor dem Reinigungsversuch niemand bemerkt. Doch Michael Sommer ist Makellosigkeit wichtig. Alles muss bis ins kleinste Detail zusammenpassen. Das gilt nicht nur für sein Auftreten, sondern auch für seine Politik. Er möchte einen ganz klaren, einen linken Kurs fahren, ohne auch nur einen Zentimeter abzuweichen.

Michael Sommer fühlt sich wohl beim Protest gegen die Folgen der Hartz-Reformen

Sommer freut sich schon auf die Kundgebung zum 1. Mai, auf der er, wie in jedem Jahr, eine flammende Rede halten wird. „Das ist für mich wie für einen katholischen Priester Weihnachten, eben der jährliche Höhepunkt“, sagt er und lacht. Sommer ist vor 20 Jahren aus der

Kirche ausgetreten. Er macht gern Witze, und zuletzt ist er besonders gut aufgelegt. Im vergangenen Jahr erst wurde er mit 94,1 Prozent der Stimmen für eine dritte Amtszeit als Chef des Dachverbands neu gewählt. Er profitiert immer noch von der Krise, die zum Linksruck der Stimmung und der Politik im Land geführt hat. Mit einem geschärften Profil will er den DGB zukunftsfest machen. Sommer konzentriert sich dabei seit Jahren auf die Nachwirkungen der Hartz-Reformen am Arbeitsmarkt. Er will Mindestlöhne einführen und „Equal Pay“ bei Zeitarbeit, er kämpft gegen befristete Arbeitsverträge. Das Motto der Mai-Kundgebung lautet: „Das ist das Mindeste – faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit“. Der DGB sei eine klar berechenbare Organisation, die für ihre Werte steht, sagt Sommer. Michael Sommer wurde in der Nähe von Düsseldorf als unehelicher Sohn einer Kriegswitwe geboren und allein von ihr großgezogen. Im Alter von zwei bis vier Jahren lebte Sommer sogar im Waisenhaus. Seine Mutter Helene hatte zwar Abitur, musste aber, um Michael und seine zwei Halbschwestern durchzubringen, in einer Bar und auf Wochenmärkten arbeiten. Auch Sommer half aus, schleppte Kohlen und schippte Schnee. Als der junge Michael vier Jahre alt war, zog die Mutter mit ihm nach Berlin. Er

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Gerhard Schröder erwischte Sommer mit der Agenda 2010 auf dem falschen Fuß

studiert später Politologie. Mit 21 tritt er als Student wegen seiner „linken politischen Orientierung“ in die Postgewerkschaft ein, wo er im Paketdienst jobbt. Er entscheidet sich für eine Funktionärskarriere bei der Interessenvertretung der Postmitarbeiter. Nach und nach erklimmt er die Karriereleiter, bis er 1993 in den Geschäftsführenden Hauptvorstand aufrückt. Dort bleibt er bis 2001 und wird dann Vize-Vorsitzender der neu gegründe-

ten Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. 2002 wird er an die Spitze des DGB geholt. Für viele war das eine Überraschung. Als DGB-Chef übernimmt Sommer ein schwieriges Amt, in dem man zwar als Hauptansprechpartner der Politik Macht hat, sich aber zwischen den Chefs der mächtigen Mitgliedergewerkschaften behaupten muss. Insgesamt 7,8 Millionen Mitglieder hat der DGB heute, aufgeteilt auf acht Gewerkschaften. Jede hat ihre

ganz eigene Interessenlage, die sie vom Dachverband gegenüber der Politik und Wirtschaft repräsentiert wissen will. Seine ersten Amtsjahre bringen Michael Sommer gleich in eine schwierige Situation. 2003 macht Gerhard Schröder, SPDMitglied und Kanzler von Rot-Grün, einen Reformvorschlag, mit dem die Gewerkschaften im Leben nicht gerechnet hatten. Mit der Agenda 2010 will Schröder den Sozialstaat radikal umbauen, Leistungen

kürzen und den Arbeitsmarkt liberalisieren. Michael Sommer stellt sich an die Spitze des Widerstands. Doch Schröder peitscht die Reformen gegen den massiven Protest der Gewerkschaften durch. Sie gelten als Blockierer und Neinsager, die sich nicht gestaltend einbringen in den politischen Prozess. Diese Zeit prägt noch heute die Politik von Michael Sommer. Auch und ganz besonders weil er sich in seinen Augen einen

gewaltigen Fauxpas geleistet hat. Er ist nämlich – ganz anders als sonst – entschieden von seiner Linie abgewichen. Februar 2005. Im „Spiegel“ erscheint ein Interview mit Sommer. Darin sagt er, dass die „Grundlagen des Sozialstaats sich durch die demografische Entwicklung, die anhaltende Massenarbeitslosigkeit und die Globalisierung verändert haben“. Er öffnet sich einem Umbau des Sozialstaats und ist damit auf Schröder-Linie. Die Ge-

FDP. Er erlebt seine Entscheidung von 2006, dass der DGB sich von der SPD distanzieren darf, als Befreiungsschlag und als eine seiner größten Leistungen. „Ich habe gesagt: Wir sind unabhängig. Wir schielen weder zum Willy-Brandt-Haus noch zum Konrad-Adenauer-Haus. Wir haben auch keine Angst vor parteipolitischer Schelte. Wenn die Schwarzen an die Regierung kommen, schauen wir genau hin und prüfen, ob das vernünftig ist.“ Mit Angela Merkel versteht Sommer sich hervorragend. „Ich schätze sie“, sagt er. Oft hat Sommer erzählt, wie Schröder ihn auf einer gemeinsamen Afrikareise entweder gar nicht oder als den, der ihn „zu Hause ärgert“, vorstellte. Mit Merkel ist er 2010 nach Russland, China und Kasachstan gereist. Da habe es keine offizielle Vorstellung gegeben, ohne dass die Kanzlerin gesagt habe, es sei ihr „eine besondere Freude, den DGB-Vorsitzenden dabeizuhaben. Ihr Anstand“, so Sommer, „ist größer und die Erziehung besser.“

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In Deutschland möchte Sommer gern eine „neue Ordnung am Arbeitsmarkt“ hinterlassen. Erneuern will er die Gewerkschaftsbewegung nicht: „Ich will lieber auf alte Stärken bauen als modernisieren.“ Und so bleibt er auch bei der Kundgebung zum 1. Mai bei bewährten Rezepten. Jahr für Jahr heftet er die Reden im selben schwarzen DIN-A5-Ringbuch ab, jede Seite ist sorgfältig in Plastikfolie eingehüllt. Das macht er seit 2004 so. Einzelne Seiten als Vorlage? Nicht bei Sommer: „Mir ist mal eine Rede in Bremen buchstäblich weggeflogen.“ Auch das soll nicht wieder vorkommen.

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Alle bisherigen Datenskandale haben nicht dazu geführt, dass Onlinenutzer ihr Verhalten ändern Die Deutschen zählen bei ihren Einkäufen im Internet im internationalen Vergleich eher zu den Kreditkarten-Muffeln

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THOMAS HEUZEROTH UND TOBIAS MÜLLER

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ony gratuliert sich selbst: „Happy Birthday“ heißt es auf der Website in einer aktuellen Mitteilung am vergangenen Donnerstag: „Elf Jahre Sony Store in Berlin.“ Zur Feier lädt der Elektronikkonzern am Wochenende auf den Potsdamer Platz. Allzu viele Gratulationen wird Sony kaum entgegengenommen haben. Die Internet-Gemeinde ist – gelinde gesagt – sauer auf die Japaner. Denn eben in derselben Woche verschickte das Unternehmen 77 Millionen E-Mails mit äußerst brisantem Inhalt, der sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Entschuldigung, aber Hacker haben über das Internet eure Daten abgegriffen, unter denen auch KreditkartenInformationen sein könnten. Damit gab Sony das womöglich größte Datenleck in der Geschichte des Internets bekannt. Seit mehr als einer Woche bewegt sich online nichts mehr bei Sony: Weder können Nutzer der PlaystationVideokonsole online spielen noch haben sie die Möglichkeit, über den Dienst „Qriocity“ Filme oder Musik zu laden. Sony hat alle Verbindungen gekappt und sich in die Schadensbegrenzung gestürzt. Doch offenbar weiß der Konzern selber nicht, was ihm abhandengekommen ist. Bis zum Wochenende zumindest sind noch keine Kreditkarten-Betrugsfälle bekannt geworden. Der Datenskandal ist so gewaltig, dass der Weckruf innerhalb und außerhalb des Internets widerhallte. Während sich Politiker mit der Forderung nach schärferen Verbraucherschutzgesetzen und Haftungsregeln zu überbieten suchten,

hoffen Experten zumindest für die Zeit nach der Empörung auf einen Lerneffekt. „Das ist ein Warnschuss“, sagte Michael Rotert, Vorstandschef des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft (Eco). „Wir müssen uns vor Datengräbern in Acht nehmen.“ Das Gefährdungspotenzial bei anderen Internet-Anbietern wie dem Online-Händler Amazon oder dem Internet-Auktionshaus Ebay sei mindestens genauso groß wie bei Sony. Rotert ist jüngst erst selber Opfer geworden. Betrüger haben über seinen Account bei Apples Musik- und Filmshop iTunes eingekauft. Im Grunde hätte es Sony gar nicht bedurft, Internet-Nutzer zur Vorsicht zu mahnen und die Augen zu öffnen. Fast in regelmäßigen Abständen kommt es zu Datenskandalen: Erst im April Monat verschafften sich Unbekannte Zugriff beim Onlinehändler Epsilon auf die Kundenkarteien. Dabei wurden E-MailAdressen und Anschriften gestohlen. Die Hacker sollen Berichten zufolge auf diese Weise an Informationen von Kunden der Großbank JPMorgan Chase und der Supermarktkette Kroger gekommen sein. Anfang des Jahres hackten Kriminelle die Zugangsdaten von Nutzern des EU-Emissionshandelssystems und stahlen Zertifikate im Wert von 28 Millionen Euro. Emissionszertifikate berechtigen den Besitzer zum Ausstoß einer bestimmten Menge des Treibhausgases Kohlendioxid. Als Wertpapiere können diese Zertifikate zum Marktpreis weiterverkauft werden. Internet-Kriminalität wächst seit Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit, darunter auch das Abgreifen von Daten und der Betrug mit Kreditkarten- und Kontoinformationen. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes weist die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2009 – neuere Angaben liegen noch nicht vor – knapp 23 000 Fälle aus, eine Steigerung um 35 Prozent zum Vorjahr. Tatsächlich ist der Verkauf von Kreditkarteninformationen zu einem einträglichen Geschäft im Internet geworden. Nach Angaben des Sicherheitsspezialisten G Data werden die Datensätze in Online-Foren je nach Art und Ausstellungsland der Kreditkarte für bis zu 70 Euro gehandelt. Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Deutschen jedoch äußerst zurückhal-

Das größte Leck der Geschichte
Datenräuber greifen Sonys Playstation an: Experten befürchten allerdings, dass die warnende Wirkung verpufft

tend, wenn es darum geht, im Internet mit Kreditkarte zu bezahlen. Nur gut jeder siebte Einkauf wird auf diese Weise erledigt. 40 Prozent entscheiden sich dafür, auf Rechnung zu bestellen. Die Händler lassen sich nur zähneknirschend darauf ein, weil sie erst einmal die Ware verschicken müssen und das Risiko des Zahlungsausfalls in diesem Fall am größten ist. Doch wegen der Gepflogenheiten der deutschen InternetSurfer haben sie häufig keine Wahl. Nur 13 Prozent der Internet-Nutzer wählen Vorkasse. Jeder vierte aber wählt ein elektronisches Bezahlsystem wie Paypal oder Click&Buy. Die zunehmende Internet-Kriminalität scheint nicht allzu sehr abzuschrecken. Der Online-Handel legt auch in Deutschland seit Jahren zu. Immer mehr Menschen erledigen immer häufiger ihre Einkäufe im Internet. Apple, Amazon und Ebay haben weitaus mehr Kontodaten als Sony. Mit der Verbreitung der Smartphones erhöht sich noch einmal die Zahl der Kontoinformationen, denn weder das iPhone noch Handys mit dem Android-Betriebssystem von Google lassen sich ohne einen entsprechenden Ac-

OFFLINE ZAHLEN
Für den Einkauf im Netz muss niemand sensible Daten angeben
Wer online kauft, muss dafür meist nicht Karten- oder Kontonummer angeben. Ohne sensible Daten kommt aus, wer seine Einkäufe im Netz traditionell per Rechnung bezahlt. Auch Vorkasse oder – oft gegen hohe Extragebühren – Nachnahme sind möglich. Auch wer zur Kreditkarte greift, muss bei einer Hacker-Attacke keine schweren Folgen fürchten, sofern er aufmerksam ist. Für unrechtmäßige Abbuchungen mit Karte muss das kartenausgebende Institut aufkommen. Wer per Lastschrift zahlt, muss seine Kontodaten angeben. Auch damit könnten Betrüger Geld vom Konto abheben. Den Abbuchungen kann aber bei der Bank widersprochen werden.

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count zum Einkaufen von Handyanwendungen sinnvoll nutzen. Weil das Bezahlen im Internet inzwischen alltäglich geworden ist, gehen Experten auch nicht davon aus, dass der jüngste Datenklau am Bezahlverhalten etwas ändert. „Datenskandale im Internet führen meist nicht zu einer messbaren Veränderung des Einkaufsverhaltens bei Online-Nutzern“, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Hightech-Verbandes Bitkom. Nach den Erhebungen des Verbandes spaltet sich die Internet-Gemeinde bereits seit Jahren in zwei Hälften. Die eine kümmert sich praktisch gar nicht um den Schutz persönlicher Daten. Die andere ist deutlich sensibler und ängstlicher. „Doch nur jeder fünfte Nutzer hält sich aus jeder Finanztransaktion heraus“, sagt Rohleder. Dass Sonys Warnschuss überhaupt Wirkung zeigt, ist daher fraglich. „Die Internetnutzer in Deutschland haben sich als sehr robust erwiesen“, sagt Professor Norbert Pohlmann vom Institut für Internetsicherheit an der Fachhochschule Gelsenkirchen. „Für Menschen, die gern auf ihrer Playstation spielen, ist der Nutzen möglicherweise größer als die Angst vor den Konsequenzen.“ Im Grunde aber halten sich auch die Konsequenzen in Grenzen. Wer aufmerksam seine Kreditkartenabrechnung studiert – wozu Sony seine Kunden jetzt nochmals aufgefordert hat –, muss keine Angst haben. „Für etwaige Schäden aus einer möglichen Manipulation im Zusammenhang mit dem Datendiebstahl müssen die Karteninhaber nicht haften“, versicherte in dieser Woche noch einmal der Bundesverband Deutscher Banken. Am Ende könnte Sony also eher andere Internet-Anbieter und Konkurrenten aufgeschreckt haben, doch noch einmal genauer auf die Sicherheitsvorkehrungen zu sehen. Denn vor Hackern kann niemand sicher sein, und der Schaden für den Ruf eines Anbieters ist enorm. „Das Angriffspotenzial ist hoch, da die Unternehmen zu wenig für den Schutz sensibler Kundendaten tun“, sagt Sicherheitsexperte Pohlmann. Gut möglich also, dass der SonySchreck doch nicht verpufft. über die vielen Probleme von W Mehr Sony unter: welt.de/playstation

Seit über einer Woche bewegt sich bei Sony online nichts mehr

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Dr. Josef Pova (Foto links, 2.v.l.) mit seinem Team im Krankenhaus Waldsassen. Gleich hinter der Grenze bietet der Asia-Markt alles vom Gartenzwerg bis zu gefälschter Markenware (unten) Der Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer (Foto links) kann sich über niedrige Arbeitslosigkeit freuen. Ein wichtiger Arbeitgeber ist die Fahrradfirma Ghost, für die Udo Zrenner (unten) als Technikchef tätig ist

Eine Grenze verschwindet
Heute öffnet sich der deutsche Arbeitsmarkt für Osteuropäer. In der deutsch-tschechischen Grenzregion sind die Leute gelassen. Ein Ortsbesuch
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Die Fahrt zur Arbeit von einem Land ins andere ist längst Alltag. Hoch im Kurs stehen vor allem tschechische Ärzte in deutschen Kliniken Die Gehaltslücke zwischen Ost und West ist geschrumpft. Da die Lebenshaltungskosten in Tschechien niedriger liegen, sind Jobs in Deutschland für viele gar nicht attraktiv

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JENS HARTMANN WALDSASSEN/CHEB

enn Dr. Josef Pova, 38, den Moment bestimmen müsste, in dem die Entscheidung reifte, Prag zu verlassen und in Deutschland Arbeit zu suchen, fällt ihm der jeweils Monatsletzte in der Cafeteria der Universitätsklinik ein. Man schreibt das Jahr 2000, Tschechien ist noch nicht EU-Mitglied, und der angehende Arzt bekommt gerade einmal monatlich 213 Kronen – umgerechnet neun Euro. Das Geld reichte nicht einmal, um zum Monatsende die eigene Cafeteria-Rechnung zu begleichen. Diese Sorgen hat er heute nicht mehr. Er ist seit neun Jahren im Krankenhaus Waldsassen an der deutsch-tschechischen Grenze beschäftigt. „Ich bin schon so lange hier, dass ich eine Inventarnummer habe“, scherzt der 38-Jährige. Pova, der exzellent Deutsch spricht, ist Oberarzt – und die personifizierte Antwort auf den Ärztemangel in Deutschland. Auch seine beiden Assistenzärzte Alexander Michalic und Daniel Codl sind Tschechen. Die drei sind schon da. Andere könnten noch kommen. Mit dem 1. Mai beginnt eine neue Zeitrechnung. Arbeitnehmer aus Tschechien, Polen, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen können fortan in Deutschland ohne Einschränkung arbeiten. Damit ist eine siebenjährige Übergangsfrist zu Ende. Und auch das Prozedere namens Arbeitsmarktprüfung gehört der Vergangenheit an. Bisher hatte sich die Bundesagentur für Arbeit in jedem Fall vergewissert, ob nicht ein Bewerber aus Deutschland für eine offene Stelle eher infrage kommt als jemand wie Pova, Michalic oder Codl. Wie leben die Menschen in der OstWest-Grenzregion mit der Neuregelung, die sie doch am härtesten treffen müsste? Kommt nun der Massenansturm? „Wir können jetzt aus einem größeren Arbeitsmarkt schöpfen“, sagt Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG und damit Dienstherr von Dr. Pova. Von 250 Ärzten in dem Klinikverbund stammen bereits 36 aus Tschechien. Götz rechnet nun, da die Beschränkung fällt, mit weiteren Bewerbungen. Enorm viel werde sich aber nicht ändern. „Die meisten, die nach Deutschland wollten, sind schon da“, sagt Götz. Für ihn und auch für die Bewerber aus dem Osten bedeute die Arbeitnehmerfreizügigkeit einen geringeren bürokratischen Aufwand. „Je näher die Menschen an der Grenze leben, desto geringer ist die Angst vor

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den Nachbarn“, sagt Helmut Fiedler, DGB-Vorsitzender der Region Oberpfalz Nord. Die „große Welle“ wird dem Gewerkschafter zufolge ohnehin ausbleiben. Dennoch wird er in seiner Rede zum 1. Mai auf die Gefahr des Lohndumpings hinweisen und für einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland eintreten. Fiedler erzählt gerne ein Beispiel aus Niederbayern, als 100 ungarische Metzger zu selbstständigen Unternehmern wurden und zum Monatslohn von 400 Euro in einer Fleischfabrik anheuerten. „Solche Exzesse müssen natürlich verhindert werden“, sagt er. Seriösen Schätzungen zufolge könnten jährlich 100 000 bis 150 000 EU-Bürger aus Osteuropa auf den deutschen Arbeitsmarkt strömen, die meisten vermutlich in die Ballungszentren. Das Gros dürfte aus Polen kommen, aus Tschechien weitaus weniger. Das machen schon heute die Zahlen deutlich: In Bayern arbeiten gerade einmal 4600 Tschechen, viele von ihnen sind Tagespendler. Quoten für Pendler in grenznahen Gebieten wurden schon in der Vergangenheit nie voll ausgeschöpft. „In Bayern stößt einem sogleich das Stift Waldsassen entgegen – köstliche Besitztümer der geistlichen Herren, die früher als andere Menschen klug waren“: Goethe beschrieb den Ort, der Jahrhunderte später für Jahrzehnte im Schlagschatten des Eisernen Vorhangs liegen sollte, überaus wohlwollend. Bernd Sommer, 42, ist Bürgermeister der 7000 Einwohner zählenden Stadt. Ein CSUMann, der im Büro auch schon mal Turnschuhe trägt. Mit einer Arbeitslosigkeit unter vier Prozent ist Waldsassen mittlerweile Durchschnitt in Bayern. In der Grenzregion liegt im Schnitt die Arbeitslosigkeit bei vier bis sechs Prozent auf deutscher Seite, drüben ist sie rund doppelt so hoch. Waldsassen hat nach einer langen „Depression“, wie Sommer das nennt, die Kurve gekriegt. Als in den 90er-Jahren die Porzellanindustrie in der Region kollabierte, fielen über Nacht in Ostbayern 30 000 Arbeitsplätze weg. „Auf einmal hatten die Menschen keinen Boden mehr unter den Füßen“, erinnert sich Sommer. Zwar ist Waldsassen hoch verschuldet. Dafür berappelt sich die Wirtschaft. Heute ist man – auch den öffentlichen Fördertöpfen sei Dank – nicht nur stolz auf den Tourismus, für den vor allem das Kloster sorgt. Arbeitgeber wie die Glashütte Lamberts, die mundgeblasenes Flachglas auch für den Kölner Dom geliefert hat, die Lebkuchenbäckerei Rosner – Fürstin Gloria zu Thurn und Taxis hat sie als die beste der Welt gelobt –, oder die Raiffeisenbank im Stiftland, die bald ihre dritte Filiale in Tschechien eröffnet, sorgen für die Jobs. So auch die Fahrradfirma Ghost. 1993 von zwei Waldsassener Fahrradverrückten gegründet, schreibt Ghost eine der Erfolgsgeschichten der Branche. Technikchef Udo Zrenner erzählt, wie Ghost anfangs Fahrräder „in homöopathischen Stückzahlen“ herstellte. Mit dem Fahrradboom starteten auch die Waldsassener durch. Im vergangenen Jahr wurden 70 000 Räder gefertigt, in diesem Jahr könnte die 100 000er-Marke fallen. Im Großraum der schmucken Firmenzentrale sitzen junge Designer und gestalten am Computer die Kollektion für 2012. Es gilt, auch erstmals ein E-Bike anzubieten. Ghost zählt 70 Mitarbeiter und gehört zu den Top 3 unter den deutschen

Mountainbike-Herstellern. Die Unabhängigkeit hat das Unternehmen 2008 aufgegeben, als es zur holländischen Accell-Gruppe kam. Die Gründer sind aber weiter als Geschäftsführer aktiv. Wie sehr prägt die Grenznähe ein Unternehmen wie Ghost? Seit Dezember gehört ein Industriedesigner aus der Slowakei zum Team. Man habe einfach nicht gewusst, dass die Slowakei auch Beschränkungen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit unterlag, erzählt Zrenner, und den Mann einfach eingestellt. Bis das Arbeitsamt gekommen sei. Das Missverständnis wurde ausgeräumt, der Fall schnell geklärt. An diesem Montag startet ein Diplomand aus Tschechien. „Wir haben in der Tat den 1. Mai abgewartet, damit der neue Kollege beginnt“, sagt Zrenner. „Das erspart uns Lauferei.“ Während lange Zeit Ghost seine Räder gleich hinter der Grenze in Cheb zusammenschraubte, findet die Endmontage nun im Erdgeschoss des Firmensitzes in Waldsassen statt. Dort hängt Rahmen neben Rahmen, bis tschechische Arbeiter Umwerfer, Schaltwerk, Dämpfer montieren und später noch Lenker, Gabel und Laufräder hinzukommen. Nicht Ghost, sondern die tschechische Firma Bikemont mit etwa 70 Mitarbeitern macht nun die Montage. Bikemont zahlt seinen Mitarbeitern, weiß Zrenner zu berichten, rund 50 bis 60 Prozent des deutschen Gehaltsniveaus. Da Ghost rasant wächst und die Fläche nicht ausreicht, werden Räder auch noch rund 40 Kilometer entfernt im tschechischen Plana montiert. „Länder wie Tschechien sind in den vergangenen Jahren durchaus zu einer verlängerten Werkbank für deutsche Unternehmen geworden“, sagt Professor Jürgen Jerger vom Osteuropa-Institut Regensburg. „Allerdings trat der Effekt nicht ein, dass dadurch per Saldo Beschäftigung in Deutschland, etwa in Ostbayern, abgebaut wurde.“ Der Wirtschaftswissenschaftler hat sich mit den Folgen der Grenzöffnung beschäftigt. Sein Fazit: „Die grenznahen Gebiete sind die Gewinner der EU-Osterweiterung.“ Tatsächlich war die Beschäftigungsentwicklung in Ostbayern zuletzt dynamischer als im Rest von Bayern, die Löhne sind schneller gestiegen, auch wenn sie im Vergleich zu den Ballungszentren wie München niedrig sind. Und der 1. Mai? Die Arbeitnehmerfreizügigkeit werde nicht zu einem enormen Ansturm führen, ist sich Jerger sicher. Sie sei jedoch auch psychologisch wichtig, da nun nach Jahren endlich eine Zwei-Klassen-Regelung wegfalle. Osteuropäer hätten nun „dieselben Freiheitsrechte“ wie andere EU-Bürger auch. Wer ins zehn Kilometer entfernte Cheb (Eger) will, passiert gleich nach der Grenze Casinos und Tankstellen und rechterhand den Asia-Markt. Dort verkaufen Vietnamesen nicht nur die Freiheitsstatue aus Gips, sondern auch Zigaretten, Wodka und T-Shirts. Abends stehen dort Prostituierte am Straßenstrich. Drei Kilometer weiter sitzt Michal Pospisil in seinem Amtszimmer im Rathaus, das in das historische Ensemble des Marktplatzes eingebunden ist. Ständig ist er dem gütigen Blick des Heiligen Franziskus ausgesetzt, der von einem Ölgemälde herabschaut. Pospisil ist stellvertretender Bürgermeister von Cheb, einer Kleinstadt mit 33 000 Einwohnern, die in Geschichtsbüchern steht, weil hier 1634 Wallenstein ermor+

det wurde. Pospisil war in seinem früheren Leben Landschaftsarchitekt und arbeitete von 1992 bis 2004 in Bayern. Er ist ein „klassischer Grenzpendler“ gewesen, kennt also auch all die bürokratischen Hürden. „Es gab aber nie den Fall, dass mir das Arbeitsamt eine Genehmigung verweigert hätte“, sagt der 48-Jährige. Als Pospisil rüberging, verdiente er in Bayern das Zwölffache seines vormaligen tschechischen Einkommens. Die Lücke zwischen Ost und West sei nun deutlich geringer. So erhalten Lehrer oder Facharbeiter in Tschechien rund

1000 Euro, ein Arzt kann mit Überstunden auf 2000 Euro kommen. Da die Lebenshaltungskosten in Tschechien niedriger sind, sei der Anreiz für viele relativ gering, sich eine Arbeit in Deutschland zu suchen, meint Pospisil. Und dann gebe es ja auch noch die Sprachbarriere. Pospisil hat viel mit seinem Bürgermeisterkollegen Sommer zu tun. Etwa wenn sie Nachbarschaftshilfe bei der Feuerwehr vereinbaren oder über den Bau eines gemeinsamen Windparks nachdenken. „Für mich ist die Grenze weg jetzt“, sagt Pospisil zum Abschied.

Die Grenze, auch für den jungen Dr. Pova hat sie inzwischen keine große Bedeutung mehr. Der Internist zieht mit seiner Frau Eva und dem sechsjährigen Sohn Alexander demnächst von Waldsassen rüber nach Cheb. Er hat ein Reihenhaus gekauft, der Kleine soll dort in die Schule. Dr. Pova wird jedoch weiter im Krankenhaus arbeiten und im Nebenjob seine Schichten als Notarzt schieben. Für ewig müsse das aber nicht sein. Der tschechische Arzt denkt schon einmal vorsichtig über eine eigene Praxis nach – in Deutschland.

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40 WIRTSCHAFT
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Teil 2 unserer Serie

W E LT A M S O N N TAG N R . 18

1. M A I 2 011

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Ausflüge in teure Kosmetik oder ins Make-up sind schiefgelaufen. Jetzt wird die Marke wieder geerdet. Und bekommt mehr Blau verpasst
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JÜRGEN HAMBRECHT, BASF

Das Management klotzt. Im Jubiläumsjahr soll eine Milliarde Euro in Werbekampagnen gesteckt werden
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Nivea ist eine der erfolgreichsten Marken aller Zeiten. Sie stand zwar immer für Qualität – für Luxus hingegen nie. Alle Versuche, das zu ändern, sind gescheitert. Jetzt feiert sie ihren 100. Geburtstag

BIRGER NICOLAI HAMBURG

dieses Wort dargestellt wird, ist bemerDer Chemieriese BASF gehört zu jenen kenswert. Denn in der unteren Hälfte ist Firmen, die schon lange sehr stark in eine Kauri-Muschel dargestellt (die heute China engagiert sind und dort inzwinur noch andeutungsweise erkennbar ist, schen auch einen Großteil ihrer Umsätin historischer Schreibweise jedoch noch ze machen. Selbstverständlich haben deutlicher zu sehen war). Diese Muscheln sich die Ludwigshafener daher auch wurden vor vielen Jahrhunderten als bereits vor langer Zeit einen chinesiGeldersatz eingesetzt, und hier ist auch schen Namen zugelegt: Ba ¯sı ¯fu ¯ . Dabei der gedankliche Zusammenhang zur handelt es sich schlicht um eine lautli„Gratulation“, denn der monetäre Zuche Übertragung, die das Original so gewinn und Reichtum sind ein häufiger gut wiedergeben soll, wie es im ChineAnlass für Glückwünsche. sischen eben möglich ist. Die drei Der chinesische Vorname, den Zeichen für den Namen tragen sich der BASF-Chef gegeben dabei keine ausgeprägt eigene hat, besteht aus den beiden Bedeutung, allenfalls die letzte Silben „Bı ¯n Jié“. Das Zeichen für Silbe bedeutet auch „Ehe„Bı ¯n“ kommt dabei recht selten mann“. In Kombination wirken vor, relativ häufig aber noch in die Zeichen jedoch für ChineVornamen. Ein bekannter Sportsen weitgehend neutral und reporter des chinesischen transportieren keine tiefer Fernsehens CCTV heißt beigehende Bedeutung. spielsweise Zha ¯ng Bı ¯n. ZuGanz anders dagegen beim Jürgen sätzlich trägt das Zeichen jeChef des Unternehmens. Der Hambrecht doch auch die Bedeutung „kultiBASF-Vorstandsvorsitzende viert“ oder „charmant“. Jürgen Hambrecht nennt sich auf Das dritte Zeichen schließlich, „Jié“, Chinesisch „Hè Bı ¯n Jié“ – auf der Visikommt auch eher selten vor, doch es hat tenkarte wird dieser Name durch die ebenfalls eine überaus positiv belegte drei Zeichen direkt unter dem FirmenBedeutung, denn es kann mit „Held“ oder logo wiedergegeben. Die beiden etwas „ausgezeichnet“ übersetzt werden. Der kleineren Zeichen dahinter werden gesamte chinesische Vorname des BASF„bóshì“ gelesen und bedeuten „Doktor“ Chefs, „Bı ¯n Jié“, kann also auch als „kulti– im Chinesischen wird dieser Titel vierter Held“ gelesen werden – eine nicht vor, sondern hinter den Namen ausgesprochen positive Konnotation, und gestellt, so wie auch der Nachname genau so sollen Vornamen im Reich der stets zuerst genannt wird. Mitte auch sein. In Verbindung mit dem „Hè Bı ¯n Jié“ lässt einerseits noch eine typisch chinesischen Familiennamen gewisse Ähnlichkeit zum Originalnamen ergibt sich ein Name, den so auch ein erkennen, wobei die ersten beiden waschechter Chinese tragen könnte – der Silben sich auf Hambrecht beziehen, Name ist nicht mehr als ein Name auslän„Jié“ offenbar den Vornamen Jürgen dischen Ursprungs erkennbar. andeutet. Zusätzlich tragen die chinesiJürgen Hambrecht wird seinen chinesischen Zeichen, die für diese Laute schen Namen wohl noch lange behalten, gewählt wurden, aber auch noch weiseine Aufgabe als Vorstandsvorsitzender tere Bedeutungen – und das macht den von BASF wird der 64-Jährige jedoch in Namen interessant. der kommenden Woche an den bisheri„Hè“ ist zunächst einmal ein normaler gen Finanzvorstand Kurt Bock abgeben. chinesischer Familienname. Gleichzeitig Die chinesischen Kollegen werden sich bedeutet das Zeichen, mit dem er dann von ihrem langjährigen Chef wohl geschrieben wird, aber auch „gratuliemit den Worten „zài jiàn Hè Bı ¯n Jié“ ren“ oder „beglückwünschen“ – „hè ka ˘“ verabschieden: Auf Wiedersehen, Jürgen heißt beispielsweise „GlückwunschHambrecht. Frank Stocker karte“. Auch das Zeichen, durch das
PA/DPA

ergamotte, Orange, Lavendel, Rose, Flieder und Maiglöckchen – diese Duftkomposition steckt seit einem Jahrhundert in der Nivea-Dose. Weltweit rund eine halbe Milliarde Menschen benutzen die Creme aus Hamburg. Nun, Anfang Mai, feiert Nivea 100. Geburtstag – und ist seit der Erfindung dieselbe gebelieben: in der Zusammensetzung wie auch im Duft nach diesen sechs Pflanzen. Nivea ist heute die umsatzstärkste Hautcreme der Welt, die Marke hat nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Interbrand einen Wert von 2,6 Milliarden Euro. Von der klassischen blauen Dose werden jährlich 100 Millionen Stück in mehr als 200 Ländern verkauft, der größte Teil davon wird nach wie vor in Hamburg hergestellt. Je nach nationalen Vorlieben werden alle möglichen Varianten angeboten. Mexikaner etwa mögen Riesentiegel mit 500 Milliliter Niveacreme, Indonesier dagegen kaufen lieber das Acht-Milliliter-Döschen. Zur Creme ist in den vergangenen Jahrzehnten viel dazugekommen: rund 500 Nivea-Produkte für die Körperpflege von Kopf bis Fuß werden heute angeboten. Doch nicht jedes mit Erfolg: Nivea hat sich auch verzettelt, die Marke verkauft sich nicht mehr wie geschmiert. „Der Erfolg von Nivea hat viel damit zu tun, dass die Marke stets für die ganze Bevölkerung, für alle Altersgruppen und sehr viele Ansprüche stand. In unserer Zeit der Individualisierung aber ist diese Breite ein Problem“, sagt Manfred Krafft, ein Professor für Marketing an der Universität Münster. Will eine 17-Jährige tatsächlich die Creme der Eltern benutzen? Das ist doch uncool, oder? Konzerne wie Henkel denken sich deshalb neue Marken aus, nennen sie „got2b“ oder so und lassen das Unternehmen dahinter verschwinden. Oder aber sie setzen mit einer etablierten Marke auf eine einzige Zielgruppe – so wie Unilever mit Axe auf junge Käufer. „Wenn eine

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Alte Nivea-Dosen: Am Anfang stand eine gelbe Dose mit Verzierungen im Jugendstil. Erst Mitte der 20er-Jahre kam das Blau – um mit ihm der Erfolg. Die Farbe war nicht politisch besetzt und stieß bei modernen, selbstbewussten Frauen auf Gefallen. Inzwischen werden weltweit pro Jahr 100 Millionen Dosen in 200 Ländern verkauft. Mexikaner bevorzugen beispielsweise die Riesentiegel mit 500 Milliliter Niveacreme, Indonesier mögen hingegen das AchtMilliliter-Döschen

Marke für alles steht, wächst die Gefahr, dass sie irgendwann für gar nichts mehr steht“, erklärt Krafft. Der Wissenschaftler kann sich gut vorstellen, dass Nivea mit einer eigenen Marke, die dann aber nicht mehr Nivea heißt, bei der Jugend und bei jungen Erwachsenen besser ankäme. Statt mit der Marke Nivea die Jungen erobern zu wollen, wie es das Management etwa mit der Verpflichtung des Rockstars Rihanna versucht, wittern Markenexperten zusätzliche Chancen bei älteren Kunden. Fast monatlich tauchen alte Marken in neuem Gewand auf, Alpecin oder Sinalco sind Beispiele dafür. Sie rufen Bilder aus früheren Jahren in den reifen Konsumenten wach – und wecken Erinnerungen an glückliche Tage. So etwas gezielt zu bewerben, das vermeidet Nivea bislang. Dabei wird der Anteil der Älteren in den nächsten Jahrzehnten stark ansteigen – und die haben ein fest verankertes Bild von Nivea und den Markenwerten. Solche Sorgen und Gedanken gab es in den Gründerjahren nicht: 1890 erwarb der Apotheker Oscar Troplowitz in Hamburg das „Labor dermatotherapeutischer Präparate“ von Paul C. Beiersdorf. Dann überzeugte er den Chemiker Isaac Lifschütz davon, ihm die Erfindung eines Emulgators zu verkaufen: Mithilfe dieses Eucerits konnte aus Wasser und Öl eine feste Substanz hergestellt werden. Die Wasser-Öl-Emulsion war die erste Hautcreme überhaupt, sie ersetzte Wasser, Seife und Puder als bisherige Schönheits-Helfer. Den Namen entlehnte Troplowitz dem lateinischen Wort für Schnee: „nix“, im Genitiv „nivis“. Schließlich war Nivea nicht nur ohne Konservierungsstoffe, sondern auch schneeweiß. 1911 wurde Nivea erstmals verkauft – anfangs in einer gelben Dose mit Verzierungen im Jugendstil. Doch der Erfolg blieb zunächst aus – was letztlich sogar den Fortbestand der Marke sicherte. Denn noch gegen Ende des Ersten Weltkriegs war Nivea weitgehend unbekannt und kein Geschäftserfolg, die Firma wurde von den Siegermächten als viel zu geringer Wert betrachtet und nicht, wie vieles andere in der deutschen Industrie, beschlagnahmt. Der Durchbruch gelang erst Jahre später, als Firmengründer Troplowitz schon verstorben war: 1925 entwickelte Werbeleiter Juan Gregorio Clausen die Markenfarbe Blau. „Die blaue Dose war der eigentliche Anfang, das Wunder von Nivea begann erst damit“, sagt Hellmut Kruse, ein langjähriger Vorstandschef von Beiersdorf. Nivea blieb mit der Farbwahl im Auftritt unpolitisch – die Farbe Blau war im Unterschied zu Rot oder Braun nicht politisch belegt. Um 1930 herum passte das moderne Blau zur gesellschaftlichen Entwicklung: Frauen veränderten ihre Stellung in der Gesellschaft, sie wurden selbstbewusster. Nivea war ein Teil dieser Emanzipation.

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wie geschmiert
Werbung für Nivea kam in den 30erJahren vor allem von Elly Heuss-Knapp, der Ehefrau des späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss. Sie vermied es, Werbeaussagen mit nationalsozialistischer Ideologie aufzuladen. Unter der Herrschaft der Nazis musste der jüdische Teil des Vorstandes mit dem Vorsitzenden Willy Jacobsohn an der Spitze zurücktreten. Jacobsohn ging nach Amsterdam und führte von dort die ausländischen Tochtergesellschaften, bevor er 1938 in die USA emigriert. Unter der Leitung von Carl Claussen gelingt es dem Beiersdorf-Vorstand, das Unternehmen trotz großer Anfeindungen von Konkurrenten durch die Zeit zu führen. Beiersdorf wurde nicht enteignet und behielt die Selbstständigkeit. Doch die Firma wurde als „jüdisches Unternehmen“ verunglimpft: „Wer Nivea-Artikel verkauft, unterstützt damit eine Judenfirma!“ Von 1943 bis 1945 heißt Nivea dann „Hautcreme“, da das Regime Werbung und Verkauf von Produkten mit Markennamen verbot. Weite Teile der Fabriken wurden durch Luftangriffe zerstört. Nach dem Krieg verlor Nivea in vielen Ländern die Markenrechte, die Siegermächte vergaben sie an ausländische Firmen. Doch in den folgenden Jahrzehnten schafft es der Beiersdorf-Konzern, sie nach und nach wieder zurückzukaufen. Kern der Marke sind Schutz und Sicherheit. In der Aufbauphase der Bundesrepublik war dies durchaus als Metapher zu sehen: Nivea war vertraut, die Marke bot Schutz nicht nur im körperlichen Sinn, sie gab auch psychologischen Halt. „Aus der Geschichte der vergangenen 100 Jahre heraus steht Nivea für Natürlichkeit, Authentizität, Verständnis, Vertraulichkeit, Nähe und Wohlgefühl“, sagt Marken-Kenner Krafft. In einem modernen Ladenregal sei Nivea heute das „Dörfliche“ – man kennt die Creme von der Oma, sie ist eine sichere Wahl. Doch diese positiven Werte allein zementieren nicht den Verkaufserfolg. Denn dort in den Regalen steht Nivea heute in einer Sandwich-Position zwischen den billigen Eigenmarken von Drogeriemärkten wie „Baleo“ und den teuren Kosmetiktiegeln internationaler Konkurrenten wie L’Oréal. „Das weiß das Management sehr genau. Es wäre an der Zeit, einen Warnschuss abzugeben und selbst eine günstige Creme-Serie anzubieten“, schlägt Krafft vor. Doch bislang sind solche Pläne nicht bekannt. Dabei war Nivea früher oft Trendsetter: In den 20er-Jahren erfand die Firma dafür die Castingshow, die Talentsuche unter Laien. Erst wurden auf einem Plakat die „Nivea Jungens“ gezeigt. Dann suchte das Unternehmen bei einer Mitmach-Aktion die „Nivea Mädels“. Der Zuspruch soll riesengroß gewesen sein. Die Creme und die anderen Produkte des Hauses Beiersdorf waren die Grundversorgung der Familie – vom Baby bis zum Senior. Doch in den 60er-Jahren reichte das nicht mehr: Nivea brachte die Körpermilch heraus, die erste flüssige Creme für den ganzen Körper. Es folgten die erste Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor und etliche Produkte für den Mann. In den 90er-Jahren kamen immer mehr Untermarken hinzu – Nivea drängte endgültig in den Kosmetikmarkt. Selbst die dekorative Kosmetik war bald

LANGE TRADITION
Der Nivea-Konzern Beiersdorf produzierte zunächst Pflaster
28. März 1882: Der Apotheker Paul C. Beiersdorf erhält die Patenturkunde zur Herstellung medizinischer Pflaster. Der Tag gilt als Gründungstag seiner Firma 1890: Oscar Troplowitz, ebenfalls ein Apotheker, kauft das Unternehmen 1900: Troplowitz meldet den Emulgator Eucerit („das schöne Wachs“) zum Patent an. Eucerit wird aus Wollfett von Schafen gewonnen und ist die Grundlage der NiveaCreme
BEIERSDORF

1911: Troplowitz entwickelt mit dem Chemiker Isaac LifPaul C. Beiersdorf schütz und dem gründete 1882 den Dermatologen Paul Nivea-Konzern G. Unna erstmals eine feste Hautcreme auf Basis einer Wasser-inÖl-Emulsion – und nennt sie Nivea 1918–1922: Der Tod von Troplowitz und seinem Mitgesellschafter Otto Hanns Mankiewicz 1918 führt zur Änderung der Rechtsform: Von 1922 an existiert die Aktiengesellschaft P. Beiersdorf & Co. AG. Hansaplast, der erste Wundschnellverband der Welt, kommt auf den Markt 1925: Werbeleiter Juan Gregorio Clausen erfindet die blau-weiße Nivea-Dose 1929: Die Beiersdorf-Aktie wird erstmals an der Hamburger Börse gehandelt 1932: Beiersdorf zählt gut 1400 Mitarbeiter und bringt Produkte wie Rasiercreme, Rasierseife oder Shampoo heraus

Oscar Troplowitz kaufte die Firma acht Jahre später

1933: Die jüdischen Mitglieder des Vorstandes treten unter dem Druck der Nazis zurück

1936: Tesa wird als Marke für Klebestreifen eingeführt 1939–1945: Die Marke Nivea wird von den meisten Ländern, mit denen sich Deutschland im Krieg befindet, enteignet 1949: Beiersdorf erwirtschaftet 30 Millionen D-Mark Umsatz 1974: Die Erben von Tchibo-Gründer Max Herz übernehmen einen 25-prozentigen Anteil an Beiersdorf Anfang der 90er-Jahre: Nivea steigt zur weltgrößten Hautpflege-Marke auf – durch neue Angebote in der pflegenden Kosmetik 2003: Die Tchibo-Holding wird mit gut 50 Prozent größter Beiersdorf-Aktionär

Nivea ist heute die umsatzstärkste Hautcreme der Welt, die Marke hat einen Wert von 2,6 Milliarden Euro

kein Tabu mehr: Lippenstifte, Wimperntusche oder Make-up – alles aus dem biederen Hause Nivea. Doch das funktioniert mehr schlecht als recht. Schließlich steht Nivea für braves Schminken – so wie es die Farbe der Creme suggeriert. Beiersdorf sortiert deshalb gerade Nivea-Produkte oberhalb von 20 Euro wieder aus. Zwar ist mit hochpreisiger Kosmetik viel mehr Geld zu verdienen als mit dem Butter-und-Brot-Angebot. Doch für die Luxuswelt fehlt Nivea die Anmutung. Das beweist schon ein Blick ins Badezimmer: Nivea steht hinter dem Spiegel im Schrank. Parfums oder Tiegel mit Edelcreme sind dagegen beim Eintritt ins Bad zu sehen. Nivea hat wenig mit Status zu tun. Das ist zwar einerseits genau so gewollt. Doch das wirkt sich eben auch auf Angebotsbreite und Preise aus: Sie dürfen nicht abheben. Daher erlebt das Blau jetzt eine Renaissance, Nivea soll so aussehen wie früher. „Der Drang, in die Schönheitskosmetik zu gehen, war über die vergangenen Jahrzehnte sehr groß. Aus heutiger Sicht wissen wir: Die Marke Nivea überschreitet damit ihre Belastbarkeit. Das funktioniert nicht“, sagt Ex-Chef Kruse. Der Hautcreme wird denn auch auf ewig eines fehlen, meinen Markenexperten: das Mystische. Nivea steht zwar für Qualität in der pflegenden Kosmetik – nicht jedoch für Kompetenz in der dekorativen Kosmetik. Dort, in der Welt von L’Oréal oder Yves Rocher, wird Geschäft mit der Hoffnung gemacht, dass der teure Zauber des Produktes irgendwie auf Benutzerin und Benutzer überspringt. Bei Nivea sei solch ein Wandel ein Irrweg gewesen, sagen Experten. „Es war ein Fehler, aus einer anständigen Handcreme ein Luxusprodukt machen zu wollen. Das funktioniere genauso wenig wie im umgekehrten Fall: Aus einer Luxusmarke wird auch kein erfolgreiches Massenprodukt“, sagt Franz Maximilian Schmid-Preissler, ein Berater internationaler Konzerne in Markenfragen. An Nivea sei nichts Geheimnisvolles, wovon aber gerade die Kosmetikmarken lebten. Der Beiersdorf-Konzern habe viel zu lange vom „einzigartigen Nivea-Erfolg“ gelebt und es versäumt, neue Segmente und Marken aufzubauen. Trotz aller Versäumnisse ist Nivea nach wie vor ein Gewinngarant. Fast 600 Millionen Euro hat Beiersdorf vergangenes Jahr verdient, das meiste davon mit Nivea-Produkten. Die Umsatzrendite vor Steuern liegt bei hohen elf Prozent und nach Steuern bei guten fünf Prozent. Außerdem schaut das Konzernmanagement nicht einfach zu, wie der Erfolg dahinschmilzt, sondern stemmt sich in diesem Jahr mit einer Eine-Milliarde-Euro-Werbekampagne dagegen. So etwas wie Nivea heute noch einmal zu erschaffen, halten Experten für nahezu unmöglich. Über Generationen hinweg hat Nivea Werte und Bilder in den Köpfen der Kunden hinterlassen. Ob es Nivea auch in weiteren 100 Jahren noch geben wird? „Esspricht nichts dagegen“, glaubt der Marketing-Fachmann Krafft, „auch wenn die Marke dann eine deutlich schwächere Bedeutung haben dürfte.“ Sein Kollege Schmid-Preissler fügt hinzu: „Hände und Gesicht wollen doch immer gepflegt werden. Das ist schon seit den alten Ägyptern so.“

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Gleich gibt es Schnittchen mit Tartar, Matjes und Sülze. Die besten Karten hat an diesem Skat-Abend zunächst Otto Schily (rechts). RWE-Chef Großmann (Mitte) und sein Vorstandskollege Fritz Vahrenholt haben das Nachsehen
DOMINIK ASBACH (2)

„Eins draufzubekommen, motiviert mich“

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an trifft sich in Mülheim an der Ruhr, im Hotel „Thiesmann“. Das liegt nur einen Steinwurf weit entfernt von dem Haus, in dem der Chef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, seine Kindheit verbracht hat. Früher habe er hier die Kegel aufgestellt, um sich ein paar Groschen zu verdienen, erzählt der Zwei-Meter-Mann bestens gelaunt, als wir uns in den einzigen noch im alten Stil eingerichteten Raum des renovierten Gasthofs zurückziehen. Heute ist der 59-Jährige Milliardär – und hat dazu eingeladen, einem Skatabend der besonderen Art beizuwohnen: Kein Geringerer als der ehemalige SPDInnenminister Otto Schily ist zum Kartenkloppen in die Provinz angereist. Neben ihm hat noch ein weiterer bekennender Sozialdemokrat an dem alten Holztisch Platz genommen: Fritz Vahrenholt, früher Umweltsenator von Hamburg und heute Chef von Innogy, der RWE-Tochter für erneuerbare Energien. Dass die „Welt am Sonntag“ Großmann zum „Feierabend“ mitsamt seiner Skatrunde treffen würde, war schon im Winter vereinbart worden. Zwischenzeitlich hat die Welt in Japan ihr zweites Tschernobyl erlebt, Atomkraft – ein wichtiger Gewinnbringer von RWE – gilt seither hierzulande endgültig als Auslaufmodell.

RWE-Chef Jürgen Großmann gilt als Lebemann. Er liebt guten Wein, gutes Essen – und spielt gern mit anderen Mächtigen Skat. Ein Expertengespräch mit Großmann und zwei hochkarätigen Skatbrüdern über Risikobereitschaft

OTTO SCHILY: … und diese Runden Ist er eher der Rambo oder der umsind doch immer die allerschönsten, sichtige Stratege? nicht Jürgen? Hanno Huth (Filmprodu- SCHILY: Schauen Sie sich den doch an: zent, d. Red.) ist auch dabei und (Künst- Mauern tut der nicht! Jürgen ist eher ein ler) Markus Lüpertz. Offensivspieler, der auch etwas riskiert. GROSSMANN: Ja, wir spielen, so oft Also, wenn ich mir einen aussuchen wir Termine finden. Aber einmüsste heute Abend – sorry, mal im Jahr, zum WeihnachtsFritz – würde ich mit dem JürFEIERABEND skat, da gibt es Erscheinungsgen spielen. Wir haben schon pflicht. Damit das ganz klar grandiose Gegenspiele nach ist: Ich spiele auch mit CDUHause geholt: Wenn da einer und FDP-Leuten, sogar Grümeinte, das Spiel sicher in der nen. Willkommen ist jeder, der Hand zu haben, dann haben gern spielt, es muss nicht unwir den langsam, aber sicher bedingt gut sein. Die Parteiausgezogen. Das war schon couleur ist völlig egal. genial.

„blutig bitte, und nicht mit Gemüse“. Auch Schily und Vahrenholt ordern, der RWEChef bestellt Rotwein – richtig teuer sei der, sagt er zu mir, wahrscheinlich 100-ParkerPunkte, die höchste Weinbewertung überhaupt. Der Alkohol fließt, es gibt was auf die Gabel – ein guter Zeitpunkt, das Reizthema Japan anzusprechen. Herr Großmann, welche Gefühle haben die Bilder der havarierten Kernreaktoren in Japan bei Ihnen ausgelöst? Was lernen Sie daraus? GROSSMANN: Da ist etwas passiert, womit wir nicht rechnen konnten und auch nicht gerechnet haben, und das hat mich natürlich bestürzt. Als Kernkraftwerksbetreiber müssen wir die Fakten genau analysieren und prüfen, was wir aus der furchtbaren Katastrophe in Japan lernen können. Deshalb in Panik auszubrechen und die ganze Atomkraft in Deutschland übereilt abzuschalten, wie es fast alle Teile der Politik mittlerweile fordern, ist aber wenig sinnvoll. Die Apokalypse ist ja schon oft ausgerufen worden, untergegangen ist die Welt deshalb nicht. Statt in falschen Aktionismus zu verfallen, sollten wir jetzt lieber nüchtern analysieren, was passiert ist und warum es passiert ist. Alle Länder um uns herum haben das begriffen. Kraftwerke abgeschaltet hat nur Deutschland. Das heißt, wir müssen mit dem tödlichen Restrisiko, das uns die Katastrophe von Fukushima tragisch vor Augen geführt hat, leben? GROSSMANN: Ich selbst war ja nie ein Kernkraftjünger. Natürlich ist Kernkraft eine Technologie mit Licht und Schatten, das hat nie einer bestritten. Der Schatten ist aber immerhin bekannt. Wenn wir jetzt alles über Bord werfen und zu früh ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen, riskieren wir, dass die Strompreise explodieren und die Versorgung nicht mehr gesichert ist. Hinzu kommen Dinge, die noch gar nicht vorauszusagen sind. Wissen wir denn, wie sich bestimmte Formen der Nutzung erneuerbarer Energien auf die Vegetation und die Tierwelt auswirken, etwa auf Bienen oder Fledermäuse? Wobei Sie jetzt nicht wegbleibende Bienen und Fledermäuse vergleichen wollen mit dem verseuchten Grundwasser in Japan, oder? GROSSMANN: Natürlich nicht. Aber wenn die Bienen ausblieben, wäre das schon eine Riesenkatastrophe. VAHRENHOLT: Das Dilemma, das wir in Deutschland haben, ist, dass der unter Rot-Grün beschlossene Atomausstieg gekoppelt war mit einem Forschungsstopp – und das obwohl die Kernkraft-

werke ja noch Jahrzehnte lang weiter betrieben werden. Weiter forschen müssen wir auf jeden Fall. Die Bilder aus Japan machen stumm. Nicht nur die Japaner müssen alles tun, aus dieser Katastrophe zu lernen, damit so etwas nicht wieder geschieht (schaut etwas nervös zu Großmann). Der RWE-Chef ist nun sichtlich genervt, Schily ist auch alles andere als amüsiert. Ein paar Runden wird schweigend gespielt, Fragen, auch unverfängliche, werden abgewimmelt, die Raumtemperatur ist gefühlt um ein paar Grade gesunken … GROSSMANN: Ich möchte nicht auf den Ewiggestrigen reduziert werden, der Atomkraft als Allheilmittel predigt. Atomkraft macht doch bei RWE schon heute nur rund zehn Prozent des Unternehmenswertes und 20 Prozent der Stromerzeugung aus. Wir versuchen doch mit aller Macht, das Unternehmen auf erneuerbare Energien zu trimmen. Wer hätte denn vor ein paar Jahren gedacht, dass wir einmal einen Erneuerbaren-Jünger wie Fritz Vahrenholt an führender Stelle beschäftigen würden? VAHRENHOLT: Und ich bin ja nicht der Einzige. Wir haben bei Innogy mittlerweile 1500 Jünger. Wissen Sie, wie viele meiner Kollegen bin ich ja Windmensch durch und durch. Meine Sorge ist aber, dass wir die Erneuerbaren so überfordern, dass es am Ende einen gefährlichen Rückschlag bei der Akzeptanz geben wird … GROSSMANN: … so ist es. Jetzt sind alle noch dafür. Aber wenn die Preise nach oben gehen, weil das Angebot an alternativen Energien einfach zu knapp ist, dann wird es einen Aufschrei geben. Dann werden die Erneuerbaren in Verruf geraten, und dann haben wir das Gegenteil von dem erreicht, was wir wollen. So, und jetzt lassen wir die Grundsatzdiskussionen mal. Morgen holen sie uns früh genug ein. Wir haben Feierabend, jetzt wird gespielt. Der Wein ist es wohl, der die Stimmung schließlich rettet. Auch wenn er, wie sich herausstellte, nicht 100 Parker-Punkte hatte, sondern „nur“ 98. Das Gespräch führte Ileana Grabitz

Jürgen Großmann
Und das soll es nie Streit geben? GROSSMANN: Da gibt es jede Menge Streit, darüber wie jemand spielt zum Beispiel (lacht). Aber man kann doch auch Menschen mit anderer Meinung hoch achten. SCHILY: Nein, das kann man schon trennen, ich spiele zum Beispiel gern mit Günther Oettinger, wir verstehen und schätzen uns privat sehr – auch wenn wir politisch anderer Meinung sind. GROSSMANN: Mann, oh Mann, da wird so viel hereingeheimnist. Viele Leute wollen, dass wir alle Feinde sind. Aber das stimmt nicht, wir Skatspieler wollen doch beim Kartenspielen alle nur etwas Spaß haben und abschalten, der homo ludens sein … Homo ludens, der spielende und dadurch schöpferische Mensch also. Der Abend hat gut angefangen, die Herren sind bester Stimmung – noch. Vor allem Otto Schily drängelt, will weiterspielen. Ein paar Runden kloppen die Männer, kaum ein Wort fällt, Jürgen Großmann singt vor sich hin: „Sie war klein, und ich war jung, und kaum ein Mann sah sie mal an …“. Schily zieht seine Skatkumpel ab. Herr Vahrenholt, spielt Ihr Chef immer so schlecht? FRITZ VAHRENHOLT: Ach was. Der ist natürlich ein Gewinnertyp, ist doch mein Chef. Außerdem setzt der das Preisgeld von vornherein so hoch, dass man höchst defensiv spielen muss, um nicht bettelarm nach Hause zu kommen. GROSSMANN: Na, na, Fritz, bei uns geht es doch gar nicht ums Geld. Der Verlust beläuft sich doch höchstens mal auf eine gute Flasche Rotwein … SCHILY: Da muss ich widersprechen, Jürgen, ich hab auch schon das eine oder andere Mal was an die Stiftung Georgsmarienhütte gezahlt. Eigentlich müssen Sie übrigens mich fragen, wie der Großmann spielt, ich kenne den doch viel besser als der Fritz. Also: Der spielt natürlich viel schlechter als ich …
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Und wie ist die Stimmung, wenn es mal nicht gut läuft, meine Herren? GROSSMANN: Wissen Sie, bei diesem Spiel geht es um Strategie. Mit der Karte, die ich aufspiele, gebe ich ein Zeichen. Wenn die Mitspieler das nicht begreifen, dann macht es keinen Spaß … Und dann? SCHILY: (lacht) So was kann schon mal eine gewisse Eruption auslösen … Wie gut klappt es mit dem Verlieren? VAHRENHOLT: Ich bin kein guter Verlierer, aber Gott sei Dank spielt heute Abend jemand genauso schlecht wie ich, nicht, Jürgen? GROSSMANN: Ich meine, wenn man sich an einen Spieltisch setzt, dann sollte man schon akzeptieren, dass man auch verlieren kann ... SCHILY: ... dann tröstet man sich mit dem Sprichwort: Pech im Spiel, Glück in der Liebe. GROSSMANN: So, so, Otto (lacht). Aber im Ernst: Ich kann mich noch gut an mein größtes Fiasko erinnern, was das Skatspielen betrifft. Das war 2002 auf dem Rückflug vom Fußball-WM-Finale in Japan, als Deutschland gegen Brasilien verloren hatte. Mann, was waren wir frustriert! Wir haben uns dann im Jet hingesetzt und Skat gespielt, und nach dreieinhalb Stunden lag ich mit 1600 Punkten hinten ... … und dann? GROSSMANN: … der Flug dauerte allerdings elf Stunden, und am Ende lag ich mit 2000 Punkten vorn. Für mich ist es gut, wenn ich am Anfang einen draufbekomme. Das motiviert mich für mehr. Die Stimmung wird noch besser, als Frau Thiesmann Schnittchen mit Tartar, Matjes und Sülze reinbringt: Er habe nicht zu Mittag gegessen und müsse dringend etwas zu sich nehmen, sagt Großmann. Wenn das hier so weitergehe, sei er gleich besoffen, fügt er hinzu und bestellt ein Steak –

RUHRBARON
Ein Stahlkonzern hat Großmann bekannt und reich gemacht
Der Manager: Jürgen Großmann wurde am 4. März 1952 in Mülheim an der Ruhr geboren. Wäre es nach seinem Vater gegangen, wäre er Mediziner geworden. Doch der 2,05-Meter-Mann fühlte sich zu Handfesterem hingezogen. Nach dem Studium der Eisenhüttenkunde und der Wirtschaftswissenschaften stieg er in die Stahlindustrie ein und arbeitete bei den KlöcknerWerken. 1993 rettete er den Stahlkonzern Georgsmarienhütte im Alleingang vor der Pleite, indem er ihn für einen symbolischen Preis von zwei Mark erwarb – und erfolgreich sanierte. Seit Oktober 2007 leitet Großmann den Energiekonzern RWE. Der Mensch: Der hemdsärmelige Manager ist mit der Musikverlegerin Dagmar Sikorski verheiratet und hat mit ihr einen Sohn und zwei Töchter. Er ist leidenschaftlicher Segler, Jäger und Skatspieler – und zudem Eigentümer eines Sterne-Restaurants in Osnabrück, eines Luxushotels in der Schweiz und eines Weinguts in Australien.

WELT AM SONNTAG: Herr Großmann, warum haben Sie sich ausgerechnet zwei SPD-Mannen als Skatbrüder ausgesucht? Von Ihnen als Vorstandsvorsitzenden von RWE hätte ich eher erwartet, dass Sie in Ihrer Freizeit lieber mit der Bundeskanzlerin spazieren gehen oder so etwas. Die hat doch immer etwas mehr übrig gehabt für Atomkraft als die Leute von der SPD ... JÜRGEN GROSSMANN: Ob Otto Schily und Fritz Vahrenholt typische SPDMannen sind, wie Sie sagen, möchte ich nicht beurteilen. Aber, nein, ich hätte nichts dagegen, mit der Kanzlerin spazieren zu gehen. Es wäre vermutlich derzeit eher die Kanzlerin, die kein Interesse hätte an so einem Bild (lacht). Aber das muss sie natürlich selbst entscheiden. Ich bin gesprächsbereit. Abgesehen davon: Heute Abend sitzen zwei langjährige Freunde mit am Tisch, dass sie SPDMitglieder sind, ist reiner Zufall. Ihr Faible für die Sozialdemokratie können Sie aber doch nicht verhehlen. Altkanzler Gerhard Schröder zählt ebenfalls zu Ihren Skatbrüdern ...

Ex-Innenminister Otto Schily erklärt Reporterin Ileana Grabitz die Taktik

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FINANZEN
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Die nächste Haus-Party
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Sachwerte sind gefragt: Immer mehr Menschen stecken ihr Geld in Häuser und Wohnungen – und treiben damit die Preise
ILLUSTRATION: FELICEBRUNO.CH

Die Angst vor einer Inflation treibt Menschen weltweit zum Kauf von Immobilien. Inzwischen werden dafür schon wieder Mondpreise bezahlt. Dabei begann die Finanz- und Wirtschaftskrise mit Übertreibungen in genau dieser Anlageklasse
Zur Kapitalanlage erworbene Wohn- und Geschäftshäuser in deutschen Großstädten bringen bereits weniger Rendite als Bundesanleihen
Notenbanken in den Griff zu bekommen, indem sie die Märkte mit billigem Geld fluteten. Dieses wiederum floss in Aktienmärkte, Edelmetalle und Energieträger, was die Inflationsraten in die Höhe treibt. Erst diese Woche meldete die Statistikbehörde Eurostat einen Anstieg der Verbraucherpreise in der Euro-Zone für April von 2,8 Prozent. Zusätzlich sorgen sich die Menschen um die Zukunft der Währungen an sich. Griechenland etwa ist so hoffnungslos überschuldet, dass die Märkte bereits auf eine Umschuldung spekulieren. Und es gibt kaum eine Alternative dazu, dass eine eventuelle Bereinigung der Euro-Krise von relativ starken Ländern wie Deutschland oder Frankreich geschultert werden müsste – wie diese Belastungsprobe für die Gemeinschaftswährung ausgeht, weiß niemand. „Da schützen die Menschen ihr Geld lieber mit Immobilieninvestments vor der Entwertung“, sagt Christian Wittke, Immobilienanlageberater der Berenberg Bank. In Deutschland setzen die Anleger dabei vor allem auf Wohnungen. Denn von den offenen Immobilienfonds, einst beliebteste Form des Betongoldinvestments, sind viele in der Finanzkrise gescheitert. Bei einigen der Produkte haben die Anteilseigner bislang mehr als 50 Prozent ihres Kapitals verloren. Aber nicht nur in Deutschland steigen die Immobilienpreise. Auch in anderen Ländern werden immer höhere Beträge gezahlt. Experten bereitet der Trend beängstigende Déjà-vu-Erlebnisse: Schließlich ist es nur zweieinhalb Jahre her, dass die Weltwirtschaft am Rand einer neuen großen Depression stand, weil in den USA, Großbritannien, Irland und Spanien, in Asien und im Nahen Osten gigantische Immobilienblasen platzten. Doch Anleger und Profiinvestoren scheinen daraus wenig gelernt zu haben. Wie brisant die Situation bereits wieder ist, zeigen die abstrakten Zahlen: „Bei einem Preis vom 36-fachen der Jahresmieteinahmen erzielt der Käufer nur eine Bruttoanfangsrendite von 2,78 Prozent“, erläutert Dirk Richolt, Leiter Kreditberatung beim Immobiliendienstleister CB Richard Ellis (CBRE). Werden die Erwerbsnebenkosten – Maklercourtage, Grunderwerbsteuer, Grundbuch- und Notargebühren – sowie die jährlichen Aufwendungen für Instandhaltungen hinzugerechnet, ergibt sich gar nur eine Nettoverzinsung von knapp 1,9 Prozent auf das eingesetzte Kapital. Damit werfen die Häuser weit weniger Geld ab als zehnjährige Bundesanleihen, die bei rund 3,35 Prozent rentieren. Tatsächlich waren in der Vergangenheit die Immobilienpreise immer zum Ende einer Spekulationswelle so sehr in die Höhe geschossen, dass die erzielbaren Renditen unterhalb derer von Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit lagen. „In Großbritannien war dies zuletzt Anfang 2008 der Fall“, erinnert Helge Scheunemann von der Beratungsgesellschaft Jones Lang LaSalle. Damals blätterten Investoren für Bürotürme und Shopping Center in London so viel Geld hin, dass die Renditen unter die Marke von drei Prozent fielen, während zehnjährige britische Staatsanleihen mehr als vier Prozent abwarfen. Kurz darauf kam der Crash. „In den folgenden zwölf Monaten fielen die Marktwerte der Gewerbeimmobilien um zum Teil mehr als 50 Prozent“, sagt Scheunemann. Auch deutsche geschlossene Immobilienfonds gerieten in Schieflage. Der Euro Select 14 von IVG musste 2009 die Ausschüttungen streichen, nachdem sein Büroturm „Die Gurke“ abgewertet wurde und Banken höhere Rückstellungen zur Darlehenssicherung verlangten. Inzwischen ist die Katerstimmung an der Themse erneut der Euphorie gewichen. Investoren stürzen sich wieder auf Bürotürme und Einkaufszentren. „9,88 Milliarden Euro wurden im ersten Quartal dieses Jahres in Gewerbeimmobilien in der britischen Hauptstadt angelegt“, sagt Scheunemann. Ein Plus von 43,2 Prozent gegenüber den 6,9 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Mit der Kapitalflut sind die Preise rapide gestiegen – und liegen fast wieder auf dem Niveau vor dem Crash von 2008. In den USA stehen hingegen die steueroptimierten Real Estate Investment Trusts (Reits) im Fokus der Privatanleger. Diese müssen ihre Gewinne nicht versteuern, sondern als Dividende ausschütten. Doch durch die große Nachfrage sind die Börsenkurse so stark in die Höhe geschossen, dass die durchschnittliche Dividendenrendite bei den in Büroimmobilien investierten Reits nach der jüngsten Statistik des Branchenverbands Nareit auf 3,37 Prozent gefallen ist – und damit leicht unter dem Niveau zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt. An vielen Immobilienmärkten habe sich eine brisante Eigendynamik gebildet, so JLL-Experte Scheunemann. „Viele Anleger wollen heute kaufen, weil sie fürchten, dass die Preise morgen noch höher sind.“ Der Boom könnte wieder in einem Crash enden, der erneut Banken zu milliardenschweren Abschreibungen auf Immobiliendarlehen zwingt und die Weltwirtschaft nochmals erschüttert. Das vergangene weltweite Monopolyspiel endete, als die Notenbanken das Geld verteuerten. Auch jetzt beginnen die Währungshüter rund um den Globus die Zinsschrauben wieder anzuziehen. Zuletzt hob die Europäische Zentralbank EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent an. Am Kapitalmarkt werden bis zum Jahresende zwei weitere Zinsschritte in derselben Höhe erwartet. Danach würde der Leitzins im Dezember bei 1,75 Prozent stehen. „Mit jedem Dreh an der Zinsschraube verteuern sich nicht nur die Kredite für Immobilienkäufer“, erläutert JLL-Experte Scheunemann. „Auch die Renditen von Staatsanleihen steigen dann automatisch.“ Investoren fordern dann entsprechend höhere Erträge aus Miethäusern, Bürotürmen und Shoppingcentern. Möglich ist das nur, wenn die Mieten steigen – oder die Immobilienpreise sinken. In der Vergangenheit hatten Zinsanhebungen in der Regel zu Letzterem geführt. „Höhere Zinsen dämpfen tendenziell das Wirtschaftswachstum“, erläutert AengeveltExperte Schmidt. Unternehmen mieten weniger Flächen an, entlassen Mitarbeiter oder halten sich bei Lohnerhöhungen zurück. Schmidt: „Mieterhöhungen sind dann kaum durchsetzen.“

RICHARD HAIMANN

ie Wände sind mit Graffiti beschmiert, Putz bröckelt von der Decke: Das stillgelegte Fernheizkraftwerk an der Münchner Müllerstraße ist kein einladender Ort. Doch bis Ende nächsten Jahres wollen fleißige Bauarbeiter aus dem 14 000-Quadratmeter-Gelände das neue Vorzeigequartier der Landeshauptstadt machen: The Seven – ein Mix aus exklusiven Büros und Luxuswohnungen soll hier nach Plänen des Berliner Architektenbüros Léon Wohlhage Wernik entstehen. Das teuerste Penthouseapartment ist bereits verkauft: 14 Millionen Euro – 20 000 Euro pro Quadratmeter – hat ein Münchner Pharmaunternehmer für das samt Dachterrassenflächen 700 Quadratmeter große Domizil bereits vor Beginn der eigentlichen Umbauarbeiten bezahlt. „Der Betrag entspricht dem 55-fachen der derzeit im Münchner Luxussegment erzielbaren Spitzenmiete von rund 30 Euro pro Quadratmeter“, sagt Andre Adami, Wohnungsspezialist bei der Immobilienforschungsgesellschaft BulwienGesa. Ein neuer Rekord, der zugleich den Trend am Immobilienmarkt spiegelt: Vermögende Privatanleger und Vermögensverwalter zahlen immer höhere Beträge für Wohn- und Geschäftshäuser in Spitzenlagen von Großstädten wie Hamburg und München. Selbst hart gesottenen Maklern lassen die Preise inzwischen den Atem stocken: Für bis zu 48 Jahresmieten wechseln inzwischen Eigentumswohnungen den Besitzer. 36 Jahresmieten blättern immer öfter Käufer für Mehrfamilienhäuser in zentralen Innenstadtlagen hin. Damit sind die Marktwerte dieser Immobilien binnen weniger Jahre zum Teil um mehr als zwei Drittel gestiegen. „Noch 2007 gingen derartige Objekte für maximal 22 Jahresmieten über den Tisch“, sagt Markus Schmidt, Leiter Research bei der Immobilienberatungsgesellschaft Aengevelt. Was die Immobilienpreise treibt, ist kurioserweise die Angst vor den Folgen der vorhergehenden Immobilienblase. Jener Übertreibung also, die die Keimzelle für die verheerende Wirtschaftsund Finanzkrise war, die zuletzt zahlreiche westliche Industrienationen in die Überschuldung getrieben hat. Denn um das Finanzsystem und die Weltwirtschaft zu retten, hatten Regierungen in aller Welt seit 2008 Billionenbeträge aufgewendet, um Banken zu stützen und Unternehmen am Leben zu halten. Die gestiegene Schuldenlast versuchten die

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44 FINANZEN
Kommenden Sonntag anrufen zum Thema Geld
Dax, Euro, Gold, Silber – alles steigt. Schön für Anleger, die von der aktuellen Entwicklung an den Märkten profitieren können. Viele dürften aber auch von den Entwicklungen in den vergangenen zwei Jahren, seit sich die Weltwirtschaft mithilfe der Notenbanken wieder aus der Krise emporgearbeitet hat, überrascht worden sein und die Preisanstiege in den verschiedenen Anlageklassen weitgehend verpasst haben. Was also ist jetzt am besten zu tun? Ist es noch Zeit, in den Markt einzusteigen? Oder liegt das Geld nach den jüngsten fulminanten Kurssteigerungen jetzt trotz niedriger Zinsen auf Tagesgeldkonten besser? Oder ist Gold das Einzige, was in der aktuellen Lage noch hilft? Was tun mit langlaufenden Anleihen? Wie gefährlich ist der Anstieg der Verbraucherpreise für das Vermögen? Soll man jetzt Immobilien kaufen? Welchen Anteil an der positiven Marktentwicklung hat die lockere Politik der Notenbanken? Was wird aus dem Euro? Fragen über Fragen – und die Leser der „Welt am Sonntag“ bekommen Antworten. Individuell und ausführlich. Am kommenden Sonntag von 10 bis 12.30 Uhr richtet diese Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Banken (BdB) wieder seine traditionsreiche Telefonaktion aus. Dabei werden wie gewohnt 15 Experten zu Fragen der Konjunktur, der Geldanlage, dem Steuerrecht, zu Baufinanzierungen und vielen anderen Themen Rede und Antwort stehen. Die „Welt am Sonntag“ veröffentlicht am kommenden Sonntag den detaillierten Überblick über die Experten, die an der Aktion teilnehmen werden, und die Telefonnummern, unter denen sie erreichbar sein werden. Am besten: den kommenden Sonntagvormittag voll und ganz für das Wohl ihres Vermögens reservieren. ws Es lohnt sich.

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m vergangenen Jahr wäre die Börsenweisheit ein Volltreffer gewesen: Sell in may and go away – verkaufe deine Positionen im Mai und bleib der Börse dann erst mal fern. Denn pünktlich mit dem Beginn des Wonnemonats begann es damals unruhig zu werden, vor allem die Turbulenzen um Griechenlands Schulden belasteten. Erst im Herbst, als die US-Notenbank ankündigte, die Kapitalmärkte mit weiterem Geld zu fluten, änderte sich der Trend und es ging weiter bergauf. Doch nicht nur 2010 versprach die Börsenweisheit Erfolg. Über Jahrzehnte hinweg hat sie sich in groben Zügen als guter Richtungsanzeiger bewährt – in den Sommermonaten sind die Renditen an den Kapitalmärkten tendenziell geringer als in den Wintermonaten, oft sogar negativ. Allerdings scheint dieses Jahr alles anders, denn in den vergangenen Tagen erreichten diverse Indizes neue Rekordstände. Von Beunruhigung an den Kapitalmärkten keine Spur. Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte in der vergangenen Woche auf ein neues Jahreshoch, knackte am Freitag sogar die Marke von 7500 Punkten. Solche Höhen wurden zuletzt Anfang 2008 gesehen. Noch viel weiter muss man zurückgehen, um jene Preise zu finden, die Silber derzeit erreicht. Bei 49,51 Dollar je Feinunze 31,1 Gramm) wurde das Hoch von 1980 übertroffen. Damals hatte die Spekulation der Brüder Hunt das Halbedelmetall so teuer gemacht. Diesmal ist

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es eine allgemeine Flucht aus dem Dollar, die auch Gold Woche für Woche auf neue Niveaus steigen lässt. Und der Ölpreis liegt stabil über 120 Dollar – ein Preis, der 2008 noch Panik auslöste. Diesmal ist es anders. Die Finanzmärkte scheinen sich nicht aus ihren Träumen vom ewigen Wachstum reißen zu lassen, egal, was passiert. Da wird über eine Umschuldung Griechenlands diskutiert. Da droht den USA aufgrund ihrer Schuldenprobleme eine Herabstufung der Bonität. Und da zeigten sich sogar im Boomland Deutschland am Freitag Anzeichen einer Abschwächung, als bekannt wurde, dass die Einzelhandelsumsätze im März um 2,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken sind. „Der vergangene Monat wartete mit zahlreichen dramatischen Schlagzeilen auf“, sagt daher auch Giles Keating, Chefanalyst bei der Credit Suisse. „Aber welche davon waren wirklich neu?“, fragt er dann und deutet damit an, warum die Sparer und Anleger so unbeeindruckt sind: Sie haben sich an die diversen Probleme von Schulden über hohe Rohstoffpreise bis hin zu Inflationsgefahren inzwischen einfach gewöhnt. Hinzu kommt, dass sie derzeit vor allem auf die Unternehmensgewinne schauen, denn es herrscht Bilanzsaison. Und diese fällt bislang durchaus positiv aus. „Rund 72 Prozent der Berichte waren bisher besser als prognostiziert“, sagt Daniel Zindstein vom Vermögensverwalter Gecam. Und Frank Naab, Leiter des Portfoliomanagements bei der Privatbank Metzler, glaubt auch, dass

dieser Trend noch eine Weile anhalten wird. Zwar dürften die Gewinne aufgrund steigender Kosten und anziehender Investitionen im Gesamtjahr etwas langsamer steigen als im Vorjahr. „Die grundsätzlich positive Entwicklung dürfte sich allerdings sowohl 2011 als auch 2012 fortsetzen.“ In den kommenden zwölf Monaten erwartet er daher für europäische Unternehmen einen Gewinnzuwachs von rund acht Prozent. Das führt dazu, dass Aktien weiterhin relativ günstig bewertet sind – und dies gilt vor allem im Vergleich zu Anleihen. Denn diese bieten nach wie vor nach Abzug der Inflation kaum noch Rendite, bei kürzeren Laufzeiten der Papiere machen die Anleger sogar weiterhin ein Minusgeschäft, trotz der jüngsten Zinserhöhung durch die EZB. Und die amerikanische Notenbank wird offenbar noch eine ganze Weile an ihrer Politik der extrem niedrigen Zinsen festhalten. Dies hat ihr Chef Ben Bernanke in der vergangenen Woche bei seiner ersten Pressekonferenz, die er je abgehalten hat, in der vergangenen Woche erst bekräftigt. Die US-Notenbank wird also den Geldhahn auf unbestimmte Zeit nicht zudrehen, und dieses Geld muss irgendwohin. Weil es für festverzinsliche Papiere aber kaum noch etwas gibt, sehen viele Anleger schlicht keinen anderen Weg, als in Aktien zu investieren, trotz aller weltwirtschaftlichen Eintrübungen und Risiken. Die einzige Alternative sind daneben noch Anlagen in Gold, Rohstoffen und Immobilien – in der Folge steigen auch deren Preise permanent.

Ein Unterschied zwischen Rohstoffen und Aktien ist jedoch, dass die Preise von Metallen, Öl oder Gold inzwischen Niveaus erreicht haben, die schlicht schwindelerregend sind. Aktien sind dagegen immer noch moderat bewertet. Frank Naab hält daher an Aktien fest. In einem sogenannten ausgeglichenen Portfolio, das also eine mittelstarke Risikoneigung des Investors widerspiegeln soll, würde er knapp zwei Drittel des Geldes in Aktien investieren. Und Daniel Zindstein glaubt, dass der Dax schon bald sein altes Allzeithoch bei 8151 wieder erreichen könnte. Bleibt die Frage, ob dies nun ein gerader Trend nach oben wird oder ob ab Mai doch erst noch einmal ungemütlichere Zeiten drohen. Risiken gibt es: So dürften die USA schon in Kürze die gesetzliche Schuldenobergrenze von 14,294 Billionen Dollar erreichen. Dann muss sie angehoben werden, oder aber in der Verwaltung gehen zunächst einmal die Lichter aus – ein verheerendes Signal. Steigt der Ölpreis noch weiter, könnte die Stimmung ebenfalls schnell umschlagen. Oder Griechenland schuldet tatsächlich demnächst um, auch das würde noch einmal für Unruhe sorgen. Wenn diese jedoch begrenzt bleibt, könnte auch in diesem Jahr spätestens im Herbst der Aufwärtstrend weitergehen. Und das ist das Wesentliche für Privatanleger – denn auch, wer im Mai vergangenen Jahres nicht ausgestiegen war, hatte zwar die hohen Schwankungen des Sommers durchgemacht. Verloren hat er am Ende aber auch nichts.

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W E LT A M S O N N TAG

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FINANZEN 45
die Bezahlung läuft über einen Ratenkredit im Hintergrund. Ein Unterschied ist, auf den die Verantwortlichen bei dem genossenschaftlichen Kreditversorger Teambank großen Wert legen, dass ein Kunde den gewährten Kreditrahmen, hier bis zu 15 000 Euro, nur einmal ausschöpfen kann. Selbst wenn er einen Teil seiner Schulden getilgt hat, kann er nicht einfach wieder neue Schulden machen. Die Karte lädt sich anders als bei den Sparkassen nicht direkt wieder auf. Erst nach einer abermaligen Bonitätsprüfung der Bank soll dies möglich sein. Eine Forderung der Verbraucherschützer erfüllen die neuen Karten immerhin: Sie ermöglichen, dass die Kunden einen besseren Überblick über ihre Ausgaben haben. Denn statt parallel die unterschiedlichsten Händlerkredite von den unterschiedlichsten Anbietern zu nutzen, ist alles bei einer Bank gebündelt. Für Frank-Christian Pauli ändert dies nichts daran, dass das Schuldenmachen auch hier viel zu einfach ist. „Bezahlvorgang und Kreditvorgang sind nicht mehr getrennt, das senkt die Hemmschwelle“, so der Bankenfachmann des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Ob sich gerade bei den bislang von vielen als konservativ gesehenen Sparkassen die neue Aggressivität auszahlt, ist umstritten – auch unter den Sparkassen selbst. „Viele meiner Gesprächspartner fürchten, dass sie mit dem Produkt ihren Ruf gefährden“, sagt der auf Sparkassen spezialisierte Unternehmensberater Rolf Beike. Auf der anderen Seite sieht aber auch er die Sparkassen unter Zugzwang. „Das Ratenkreditgeschäft war bei vielen Häusern zuletzt mehr oder weniger tot.“ Selbst die Genossenschaftsbanken seien mit der guten Vermarktung ihrer EasyCredit-Produktpalette den Konkurrenten enteilt.
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Die Institute wollen mit den neuen Finanzierungsangeboten vor allem an den Kassen der Elektronikmärkte und Möbelhäuser punkten

KARSTEN SEIBEL

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in neuer Flügel, ein Kleid, eine Küche, ein Mountainbike – Foto für Foto huscht über den Bildschirm des Smartphones. Noch ein Laptop, eine Skulptur, ein Schlafzimmer, ein Wasserkocher, ein Badezimmer. Die junge Frau in der grünen Bluse hat sich das alles selbst gekauft, nicht so wie ihre beiden aufgetakelten Freundinnen am Tisch, die sich zahlreiche Liebhaber halten müssen, um an Kleiderschränke, Hometrainer und Beautyfarmbesuche zu kommen. Nein, die Selbstzahlerin braucht keine Männer, zumindest „nicht dafür“, wie sie meint. Dann zückt sie eine orangefarbene Bankkarte, hält sie hoch und sagt: „Sie bezahlt jetzt für mich.“ Eine Stimme aus dem Off ertönt: „Die SparkassenCard Plus, für bequeme Ratenzahlung.“ Im Internet ist der Werbefilm bereits seit gut zwei Jahren zu sehen. So lange testen einige Sparkassen die neue Karte für den scheinbar unbegrenzten Konsum

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Macht mehr Schulden!
Sparkassen und Genossenschaftsbanken helfen gerne dabei. Sie ermuntern Kunden mit neuen Karten zum Kauf auf Pump. Verbraucherschützer sind alarmiert
der dritte Konsumentenkredit in Deutschland wird heutzutage direkt an der Ladenkasse abgeschlossen. Davon profitieren vor allem private Institute wie die Santander Consumer Bank, die beispielsweise hinter allen Finanzierungen bei Media-Markt und Saturn steckt, und die Targobank, die ehemalige Citibank. Sie haben sich mit ihren Kreditfabriken, durch die täglich viele Hundert Anträge laufen, genau darauf spezialisiert. Die Kunden müssen nur ihr Haushaltseinkommen an der Ladenkasse angeben und innerhalb weniger Sekunden bekommt der Verkäufer ein Signal, ob er die Ware auf Pump herausgeben darf. Wer das neue Sofa fürs Wohnzimmer dagegen mit einem Sparkassenkredit finanzieren will, muss bislang erst in seine Filiale rennen und einen entsprechenden Ratenkredit beantragen. Doch das machen immer weniger Menschen. Die Sparkasse als größte Bankengruppe im Land, die für sich im Geschäft mit Privatkunden einen Marktanteil von 50 Prozent reklamiert, kommt bei Konsumentenkrediten gerade noch auf einen Anteil von 25 Prozent. Ein neues, bequemes Produkt musste her. Ein Filialbesuch reicht, um die SparkassenCard Plus zu beantragen, und schon erhält der Kunde bei entsprechender Bonität einen zeitlich unbefristeten Kreditrahmen eingeräumt. Bis zu 50 000 Euro sind möglich, über die der Verbraucher dann jederzeit verfügen kann. Immer wieder, nach Herzenslust. Der Kunde muss nur die neue EC-Karte wie eine gewöhnliche Bankkarte im Geschäft vorlegen. „Die Kunden sind damit bei größeren Käufen im Einzelhandel nicht gezwungen, sich als Kreditkunde zu erkennen zu geben“, wirbt der oberste Sparkässler Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes für das neue Produkt. Doch was Haasis da mit so schönen Worten anpreist, ist im Grunde nichts anderes als eine der umstrittensten Kartenarten überhaupt: eine Revolving Credit Card, eine wieder aufladbare Kreditkarte. Im Gegensatz zu den in Deutschland üblichen Kreditkarten, bei denen das Geld sofort oder einmal im Monat vom Girokonto abgebucht wird, steckt hinter diesen Karten ein echter Kredit, den der Kunde nach und nach wieder zurückzahlen kann. Dieses Angebot klingt verlockend und regt zu neuen Einkäufen an. Auf die jeweils offenen Restbeträge, die schnell immer höher werden können, fallen jedoch Zinsen an. Viele Kreditkartenkonten werden ständig im Minus geführt. „Das wird teuer und führt im schlimmsten Fall zur Überschuldung“, warnt Andrea Hoffmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Diese Karten gibt es seit vielen Jahren – mit teils stolzen Zinsen. An der Spitze steht seit Langem die Advanzia, die ihre Karten kostenlos verschickt und bei Nutzung effektiv 19,9 Prozent Zinsen pro Jahr verlangt – mehr als selbst die gierigsten Banken für einen Dispokredit auf dem Girokonto wollen. Bei der „Visa Shopping Card“ der Postbank, die ebenfalls eine sogenannte Teilrückzahlungsfunktion hat, sind es 11,9 Prozent. Genau bei der Höhe der Zinsen wollen sich die Sparkassen abheben. „Die Konditionen der Sparkassen Card Plus liegen deutlich unter den Zinsen für Dispositionskredite und auch deutlich unter vielen Konditionen bei Angeboten im Handel“, so Diana Mollenhauer, Vertriebsmanagerin der Kreissparkasse Döbeln. Die Sachsen gehörten zu den ersten Häusern, die das Produkt testeten. Zwischen 5,5 und 13 Prozent liegt hier der effektive Jahreszins – je nach Kunde. Bei der Kreissparkasse Saarpfalz sind es aktuell 9,2 Prozent. Die Saarländer haben gerade erst mit dem Vertrieb begonnen. Im April war die Karte das „Angebot des Monats“, Kunden wurden zusätzlich mit einem Einkaufsgutschein über 100 Euro gelockt. „Ziel ist es sicherlich nicht, Kunden in die Schuldenfalle zu jagen“, wehrt sich Vertriebsleiter Ingo Sonnenschein gegen den Vorwurf der Verbraucherschützer. Der Gefahr sei man sich bewusst, deshalb habe sein Haus den maximalen Kreditrahmen auch auf 10 000 Euro pro Kunde reduziert. Und die Karte gebe es ohnehin nur nach eingehender Beratung, so sein Versprechen. Die Genossenschaftsbanken gehen mit ihrer EasyCredit-Card, die bereits von jedem sechsten Institut angeboten wird, einen ähnlichen Weg. Auch hier können die Kunden nach Belieben mit ihrer Karte auf Einkaufstour gehen, und

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Wer kümmert sich um 10 Millionen Gehälter im Monat

Die günstigste Wohnungseinrichtung: Banken sind solche Menschen ein wahrer Graus

Wer hält Unternehmen den Rücken frei

bereits. Im Herbst, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, soll sie bundesweit angeboten werden. Dieser Tage erhalten alle 429 Sparkassen im Land die entsprechenden Informationen. Schulden machen, leicht gemacht, ist aber nicht nur bei den Sparkassen die Devise. Die Genossenschaftsbanken sind bereits seit einem Jahr mit einer neuen Karte unterwegs. Der Slogan: „Die Kreditkarte mit flexibler Finanzreserve“. Ob Sparkassen oder Genossenschaftsbanken, sie alle wollen nicht länger außen vor bleiben, wenn sich Konsumenten im Elektronikmarkt oder im Möbelhaus ihre Wünsche erfüllen und dafür dankbar einen Kredit des Händlers direkt vor Ort in Anspruch nehmen. Verbraucherschützer sind alarmiert, Kunden sollten sich von den flotten Werbesprüchen nicht zu leicht verführen lassen. Zurückgezahlt werden muss jedes Darlehen. Das vergessen gerade junge Menschen allzu schnell, wie Schuldnerberater immer wieder beklagen. Das Konsumverhalten führe bei vielen dazu, dass die Rechnungen ihnen irgendwann über den Kopf wachsen würden. Laut Überschuldungsreport 2010 kommen die Hauptforderungen bei jedem fünften der 18- bis 25-Jährigen, die in finanziellen Problemen stecken, aus dem Handel. Mit vermeintlichen Schnäppchenfinanzierungen hat dieser die Entwicklung in den vergangenen Jahren befördert. Je-

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Beide großen Bankenlager hoffen im Kampf um die künftige Hoheit an der Ladenkasse auch auf die EU-Kommission. Die Bürokraten in Brüssel sind diese Händlerkredite längst ein Dorn im Auge. Sie wollen durchsetzen, dass jeder Einzel- und Autohändler künftig auch eine umfassende Ausbildung zum Kreditvermittler absolviert. Dann könnten die Karten mit Teilzahlungsfunktion deutlich an Beliebtheit gewinnen. Klar ist, die spezialisierten Kreditbanken werden mit oder ohne Entscheidung aus Brüssel den Sparkassen und Genossenschaftsbanken freiwillig keinen Prozentpunkt Marktanteil überlassen. „Die Entwicklungen in diesem Marktsegment beobachten wir genau und können gegebenenfalls mit innovativen Produkten reagieren“, kündigt Frank Kirchner, der Kartenverantwortliche bei der Targobank schon einmal an. Die Verlockungen werden nicht weniger, sich einfach mal so einen neuen Flügel, ein Kleid, eine Küche, ein Mountainbike zu leisten.

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W E LT A M S O N N TAG N R . 18

1. M A I 2 011

Ständiger Streit um die Finanzen in der Beziehung erhöht die Wahrscheinlichkeit der Trennung um 70 Prozent Viele Verbraucher schätzen die Kosten des täglichen Lebens falsch ein. Gerade kleine Ausgaben läppern sich am Ende zu beachtlichen Summen

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Schwarz

SILKE BECKER

E

r nörgelt wegen ihres Schuhticks, sie stichelt über seine TechnikSpielzeuge. Er wirft ihr Shoppingsucht vor, sie findet ihn geizig: Beim Geld hört nicht nur die Freundschaft auf, sondern sehr oft auch die große Liebe. Studien belegen immer wieder: Geld ist der Beziehungskiller Nummer eins. Besonders eindrücklich die oft zitierte Langzeitstudie von Jeff Dew von der University of Virginia. Der Soziologe befragte 10 000 Paare und erkannte, dass ständiger Streit ums Geld die Trennungswahrscheinlichkeit um 70 Prozent erhöht. „Tatsächlich sind die Finanzen in vielen Beziehungen ein Kon-

auf weiß

unnötige Ausgaben, wie etwa ungenutzte Vereinsmitgliedschaften oder überflüssige Zeitschriftenabos. Hier kann man sparen, ohne dass einem am Ende irgendetwas fehlt.“ Was nach Abzug der Fixkosten übrig bleibt, ist das frei verfügbare Budget. Jetzt ist ein wenig Disziplin gefragt: Man notiert nun sämtliche Ausgaben, vom wöchentlichen Großeinkauf bis hin zum schnellen Döner. „Am besten sammelt man die Kassenbons. Bekommt man keinen, macht man sich einfach eine kurze Notiz“, rät die Expertin. Natürlich muss die ganze Familie mitziehen, damit auch alle Ausgaben erfasst werden. Oft wird das Sammeln der Bons dann sogar zu einer Art sportlichem Wettkampf. Idealerweise notiert man diese Ausgaben täg-

Ein Haushaltsbuch kann Wunder wirken, wenn am Ende des Geldes noch Monat da ist. Altmodisch? Vielleicht. Das Ganze gibt es aber sogar als Anwendung für Smartphones

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Dispositionskredite gewähren Banken Bundesbürgern zu meist hohen Überziehungszinsen

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können Verbraucher durch Kfz-Versicherungswechsel sparen

fliktthema“, stellt auch Korina Dörr vom Beratungsdienst Geld und Haushalt der Sparkassen-Finanzgruppe immer wieder fest. Ihr Tipp zur Versachlichung der ewig gleichen, fruchtlosen Diskussionen: das gute alte Haushaltsbuch. Es leistet im Übrigen auch friedlichen Mitbürgern gute Dienste. Interessanterweise führen nämlich gerade vermögende Haushalte häufig Buch über ihre Ausgaben. Besonders nützlich ist es allerANZEIGE

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lich, mindestens aber wöchentlich im Haushaltsbuch. Auch wenn man anfangs häufiger etwas vergisst, ist das kein Beinbruch. Nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern einfach weitermachen. Sehr sinnvoll ist es, die Ausgaben nach Kostenarten sortiert zu erfassen, also beispielsweise alle Aufwendungen für Lebensmittel, Bekleidung, Kosmetika etc. „Welche Kostenblöcke hierbei sinnvoll sind, hängt vom individuellen Kaufverhalten ab“, so Korina Dörr. Am Ende des Monats kann man dann die Summen bilden und sieht so schwarz auf weiß, wo das Geld geblieben ist. Wie man sein Haushaltsbuch führt, ist Geschmackssache. Papier ist bekanntlich nicht nur besonders geduldig, sondern auch besonders unkompliziert und leicht verfügbar. Entsprechende Computersoftware benötigt dagegen eine gewisse Einarbeitungszeit, bis man das Programm richtig bedienen kann, außerdem muss man natürlich jedes Mal den Rechner hochfahren. „Bei einer Haushaltsbuch-Software ist es wichtig, dass man möglichst viele verschiedene Ausgabenarten anlegen kann, damit man die Buchungen auf das individuelle Einkaufsverhalten abstimmen kann. Außerdem sollte man stets wiederkehrende Buchungen einrichten können, sonst muss man Posten wie Miete, Strom oder Gehalt jeden Monat neu eintragen“, empfiehlt Melanie Ulrich, Redakteurin bei softwareload.de, dem Download-Portal der Deutschen Telekom. „Praktisch ist auch eine Import-/ Exportfunktion: So kann man beispielsweise Online-Kontoauszüge direkt in das Haushaltsbuch importieren und spart sich dadurch lästige Tipparbeit. Umgekehrt kann man damit Zahlen ex-

2000 ¤

gibt jeder Bundesbürger jährlich für Versicherungen aus, von denen manche überflüssig sind

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dings immer dann, wenn es am Ende des Monats regelmäßig eng wird. „Dadurch ist natürlich nicht mehr Geld auf dem Konto“, so die Haushaltsökonomin. „Doch oft zeigt sich erst durch das Haushaltsbuch, wofür das Geld tatsächlich ausgegeben wurde, und man kann gezielter Dinge kaufen, die einem wirklich wichtig sind.“ Viele schätzen nämlich völlig falsch ein, wofür welche Summen rausgehen. Speziell die Kosten für das liebste Kind der Deutschen werden meistens deutlich zu gering angesetzt. „Steuern, Versiche-

Steigende Kosten für Energie und Lebensmittel lassen in vielen Haushalten das frei verfügbare Einkommen schrumpfen

102,1 Mrd. ¤
lassen Bundesbürger auf schlecht verzinsten Sparbüchern liegen

rung, Reparaturen und natürlich der Treibstoff für das Auto machen häufig rund 15 Prozent des Haushaltsbudgets aus“, erklärt die Expertin. Ein weiterer oft unterschätzter Posten sind die kleinen Extras zwischendurch: hier ein Eis, da ein Kaffee, das billige T-Shirt, der schnelle Download von Apps oder Musik: Diese vielen kleinen Ausgaben läppern sich am Ende des Monats oft zu happigen Beträgen. Wer solche Kosten schwarz auf weiß vor sich sieht, kann bei drohenden Engpässen rechtzeitig die Reißleine ziehen. Dabei geht es weder um schmallippiges Herumgeizen, noch muss man zur sparwütigen Spaßbremse werden, die um jeden Cent kämpft – im Gegenteil. „Das Haushaltsbuch hilft dabei, das Geld nicht einfach so auszugeben. Man hat seine Finanzen wirklich unter Kontrol-

le“, so die Erfahrung von Korina Dörr. „Dann muss man auch kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn man sich einmal etwas gönnt, sondern hat das gute Gefühl, dass man sich Extras wirklich leisten kann.“ Diesen Vorteil der schriftlichen Finanzkontrolle hat man vor allem im traditionell ebenso kostenbewussten wie genussfreudigen Schwabenland erkannt. Rund 28 Prozent der Haushalte in Baden-Württemberg führen nach einer repräsentativen Umfrage von Geld und Haushalt ein Haushaltsbuch, bundesweit sind es ungefähr 15 Prozent (siehe Karte im Kasten). Wer einmal damit angefangen hat, merkt schnell, mit wie wenig Aufwand man sich seine ganz persönliche Finanzaufsicht einrichten kann. „Wenn sich alles erst einmal eingespielt hat, reichen wenige Minuten pro Tag“, so Korina Dörr. Und so einfach geht’s: Zunächst listet man alle Einnahmen und alle Fixkosten auf, etwa Miete, Strom, Telefon, Versicherungen etc. Korina Dörr weiß: „Manchmal entdeckt man dabei schon

WER FÜHRT HAUSHALTSBUCH? KLAR, DIE SCHWABEN
Internetangebote und Bücher erleichtern den Einstieg, Transparenz in die monatlichen Ausgaben zu bekommen
Das Infoportal des Beratungsdienstes Geld und Haushalt der SparkassenFinanzgruppe unter www.geld-undhaushalt.de enthält viele nützliche Tipps und Infos rund um das Thema Haushalt und Finanzen, diverse GratisRatgeber sowie Planungshilfen und bietet kostenlose Software für PC und Smartphones zum Download. Das Haushaltsbuch „Unternehmen Haushalt – alle Finanzen im Griff“, 88 Seiten, 5,90 Euro, ist erhältlich direkt bei den örtlichen Verbraucherzentralen. Bestellung im Internet unter www.vz-ratgeber.de oder direkt beim Versandservice der Verbraucherzentralen, Adersstr. 78, 40215 Düsseldorf, Bestell-Telefonnummer: 0211/38 09-555, Fax: 0211/38 09-235.
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SPARSAME SCHWABEN: JEDER VIERTE FÜHRT EIN HAUSHALTSBUCH
Nielsen 1: 15 % Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen Nielsen 2: 14 % Nordrhein-Westfalen Nielsen 3a: 6 % Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland Nielsen 3b: 28 % Baden-Württemberg Nielsen 4: 17 % Bayern Nielsen 5: 15 % Berlin Nielsen 6: 12 % Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg Nielsen 7: 16 % Thüringen, Sachsen NordrheinWestfalen Hessen SchleswigHolstein Hamburg Bremen Niedersachsen SachsenAnhalt Thüringen RheinlandPfalz Saarland Bayern BadenWürttemberg Berlin Brandenburg Sachsen MecklenburgVorpommern

portieren, um sie beispielsweise in Excel weiterzuverarbeiten.“ Die softwareload.de-Expertin empfiehlt „MyMicroBalance“ sowie „CTB – Close To Balance“. „Diese Haushaltsbücher sind besonders übersichtlich und mit vielen praktischen Features ausgestattet“, so Melanie Ulrich. Beide Programme gibt’s als GratisDownload im Internet unter der Adresse www.softwareload.de. Brandneu für Smartphone-Besitzer sind Haushaltsbuch-Anwendungen, sogenannte „Apps“. Für Android-Handys empfiehlt Melanie Ulrich von softwareload.de „Haushaltsbuch“ von Thomas Schiffer, für iPhone die App „MoneyBook“. Beide Produkte sind für wenig Geld in den jeweiligen Appstores erhältlich, zum Testen gibt es eine kostenlose Demoversion. Gratis ist der Web-Budgetplaner und die dazugehörige Mobilversion von „Geld und Haushalt“. Allen gemeinsam ist: Mit solchen Apps führt man das Haushaltsbuch praktisch ohne Zeitaufwand, weil man die Ausgaben quasi nebenher eintippen kann, beispielsweise wenn man im Bus sitzt. So kann man auch die kleinen Summen unterwegs zeitnah eingeben und vergisst nichts mehr. Ein bisschen Ausdauer ist dennoch unbedingt nötig: „Damit die Auswertungen wirklich aussagekräftig sind, sollte man mindestens drei bis vier Monate durchhalten“, empfiehlt Expertin Korina Dörr. Spätestens dann zeigt sich nach Erfahrung der Haushaltsökonomin häufig, dass man schon allein aufgrund des bewussteren Umgangs mit seinem Geld viel besser auskommt. Und auch der ewige Beziehungskrach um das Bankkonto gehört dann meist endgültig der Vergangenheit an: Oft sehen die beiden schmollenden Kampfhähne nämlich schwarz auf weiß, dass sie in Wirklichkeit etwa gleich viel Geld für ihre Hobbys ausgeben.

QUELLE: SPARKASSE

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48 MÄRKTE
AKTIENKURSE DER WOCHE
DAX
7650

W E LT A M S O N N TAG N R . 18

1. M A I 2 011

HITS/FLOPS
7.514
7200

STOXX 50
2825

HITS/FLOPS
GEWINNER
Ericsson ABB Deutsche Bank Intesa Sanpaolo Nokia + 15,78 % + 8,73 % + 7,57 % + 6,63 % + 5,68 %

DOW JONES
12850

HITS/FLOPS
GEWINNER
Pfizer Intel Boeing Merck & Co. Caterpillar + + + + + 7,14 % 4,59 % 4,37 % 4,16 % 4,16 %

INDIZES
Name 29.04. % zur % Anf. Schluss Vorw. d. J. 52-Wochen Hoch Tief Name TSE Merval Bovespa Hang Seng BSE Sensex Nikkei 225 Topix Strait Times Taiwan W. Thailand Set JSE All Share All Ordinaries 29.04. % zur % Anf. Schluss Vorw. d. J. 13890,70 3406,02 65993,35 23720,81 19135,96 9849,74* 851,85* 3179,86 9007,87 1093,56 32836,23 4899,00 -0,59 -0,23 -1,59 -1,73 -2,38 1,73 1,15 -0,47 0,43 -1,06 0,54 -1,94 3,33 -3,34 -4,78 2,98 -6,70 -3,71 -5,22 -0,32 0,39 5,89 2,23 1,07 52-Wochen Hoch Tief 14271 11093 3665 2061 72996 58694 24964 18986 21005 16022 11057 8605 987,04 766,73 3314 2651 9145 7072 1110 721,29 33094 26010 5065 4251 Stoxx 50 2661,37 1,32 2,90 2769 2285 Euro-Stoxx 50 3011,25 2,55 7,82 3068 2489 CAC-40 4106,92 2,11 7,94 4157 3331 FTSE-100 6069,90* 0,86 2,88 6091 4806 MIB-40 22417,96 2,78 11,13 23178 18383 AEX 359,94 0,26 1,51 374,19 305,03 ATX 2846,05 -0,80 -2,01 3001 2217 RTX 2864,77 -0,76 17,91 2990 1732 SMI 6539,70 1,28 1,61 6717 5942 ▲ Dow Jones 12810,54 2,44 10,65 12811 9686 Nasdaq 100 2404,08 1,13 8,40 2414 1728 ▲ S&P 500 1363,61 1,96 8,43 1364 1023

GEWINNER
VW Vz. Deutsche Bank Merck BASF BMW + 12,15 % + 7,57 % + 6,61 % + 5,05 % + 4,42 %

11.892

2.661

12.811
12150

2700

7.077

6750

VERLIERER
SAP Beiersdorf Commerzbank K+S HeidelbergCement

31.01.11

29.04.11 6300

+

4,53 % 1,84 % 1,74 % 0,31 % 0,06 %

2.654

2575

VERLIERER
Barclays SAP Anglo American BHP Billiton Unilever

31.01.11

29.04.11

2450

-

5,78 % 4,53 % 3,78 % 3,70 % 3,12 %

11450

VERLIERER
Hewlett-Packard Home Depot DuPont Coca-Cola Microsoft

31.01.11

29.04.11

10750

-

3,39 % 2,90 % 2,62 % 1,91 % 1,72 %

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Egal ob Indizes,
Name Adidas Allianz BASF Bayer Beiersdorf BMW Commerzbank Daimler Deutsche Bank Deutsche Börse Deutsche Post Dt.Telekom E.ON Fresenius Fres.Med.Care Heidelbg.Cement Henkel Vz. Infineon K+S Linde Lufthansa MAN Merck Metro Münchener Rück RWE SAP Siemens ThyssenKrupp VW Vz. DAX 29.04. % zur Xetra Vorw. 50,26 106,30 69,40 59,35 43,97 63,67 4,30 52,19 44,10 56,10 13,36 11,21 23,08 70,86 53,06 51,63 45,98 7,66 54,63 121,60 15,32 94,09 71,52 49,55 111,45 44,05 43,50 98,22 31,07 133,00 7514,46 2,5 4,0 5,4 4,8 -1,4 4,4 -1,7 1,7 7,3 1,8 4,0 1,4 3,7 0,9 3,5 -0,4 0,4 3,3 -0,4 1,8 2,5 2,3 6,6 4,4 1,6 2,6 -5,1 2,3 3,2 12,1 3,0 52-Wochen Umsatz Div. Div. Hoch Tief Mio.St. Euro Ren. 51,48 38,59 108,05 76,67 69,40 40,70 59,35 44,12 49,00 39,77 64,80 35,29 7,35 4,19 58,46 35,85 51,24 36,59 61,62 46,59 14,01 11,18 11,26 8,55 28,19 20,94 70,86 49,62 53,06 38,20 52,60 31,40 48,40 35,83 8,27 4,21 58,60 35,94 121,60 81,55 17,77 10,34 96,44 63,65 72,28 57,65 58,53 39,37 125,20 99,74 62,60 42,85 45,90 33,97 99,38 68,25 32,00 19,82 136,90 66,05 7514,46 5670,04 3,540 ❚ 6,472 ❚ 13,90 ❚ 44,09 ❚ 1,972 ❚ 8,630 ❚ 71,55 ❚ 18,78 ❚ 26,44 ❚ 2,726 ❚ 18,13 ❚ 55,26 ❚ 25,55 ❚ 1,314 ❚ 2,764 ❚ 2,468 ❚ 3,250 ❚ 29,58 ❚ 3,228 ❚ 1,656 ❚ 16,13 2,246 ❚ 2,666 ❚ 3,585 ❚ 3,318 ❚ 10,02 ❚ 25,42 ❚ 8,512 ❚ 7,273 ❚ 6,893 ❚ 0,35 4,10 1,70 1,40 0,70 0,30 0 1,85 0,68 2,10 0,60 0,78 1,50 0,75 0,61 0,12 0,72 0,10 0,20 1,80 0 0,25 1,25 1,18 6,25 3,50 0,50 2,70 0,45 1,66 0,7 3,9 2,4 2,4 1,6 0,5 0,0 3,5 1,6 3,7 4,5 7,0 6,5 1,1 1,1 0,2 1,6 1,3 0,4 1,5 0,0 0,3 1,7 2,4 5,6 7,9 1,1 2,7 1,4 1,2 -

egal ob Aktien,
EUROPA
KGV Gewinn Trend 2012 +/- % W./U. 13,7 8,1 10,7 11,3 21,7 9,6 4,0 8,4 6,6 11,2 10,1 14,0 11,0 14,2 19,5 10,1 12,9 13,2 12,5 15,2 8,5 13,0 9,5 11,1 7,8 8,5 14,4 12,4 9,0 8,3 16,9 10,4 7,5 12,5 16,4 14,3 89,0 16,9 15,4 12,8 10,2 4,8 11,4 11,7 12,2 36,2 13,3 2,5 20,1 11,8 25,7 13,9 5,4 18,6 75,3 3,8 12,5 6,9 63,7 14,4 -/+/+ +/+ +/-/+/-/-/+/+ -/o +/-/+ +/-/+ +/+ -/+ -/+/+ -/-/-/-/+/+ +/-/-/-/+ -/+/+/+ Name ▲ ABB AB Foods Accor ACS Actelion Adecco Agfa-Gevaert Ahold Air France-KLM ▲ Air Liquide ▲ Akzo Nobel Allied Irish Bk ▲ Alstom Anglo American Anh.-Busch Inbev Arcelor Mittal AstraZeneca Aviva AXA Barclays BAT Bco Bilb.V.Arg. Bco Santander Benetton BG Group BHP Billiton BNP Paribas BP Carrefour ▲ CEZ Christian Dior Crédit Agricole CRH Plc CS Group ▲ Danone Diageo Electrolux ▲ Enel ENI ▲ Ericsson France Telecom GDF Suez Generali GlaxoSmithKline ▲ Heineken Hennes & Mauritz ▲ Holcim HSBC Holdings Iberdrola ING Groep Int Air Group Intesa Sanpaolo Julius Bär L‘Oréal LVMH Mayr-Melnhof ▲ Michelin Mol Magyar Nestlé Nokia Norsk Hydro Novartis Océ OMV Peugeot ▼ Philips Randstad ▲ Remy-Cointr. Renault Repsol Rio Tinto Roche GS Royal Dutch A RTL Group Ryanair ▲ Saint-Gobain ▲ Sanofi-Aventis Schneider Elec. Soc.Generale Sodexo Stand. Chartered StatoilHydro Stora Enso Swatch Group Swisscom Swiss Re Synthes Telecom Italia Telefonica Telekom Austria Tesco Total Transocean UBS ▲ Unibail-Rodamco UniCredit Unilever UPM Kymmene Veolia Env. ▲ VINCI Vivendi Vodafone Volvo B Zurich Financial 29.04. 18,75 11,04 30,00 34,00 38,93 47,98 3,03 9,43 11,85 99,78 52,23 0,22 44,64 35,16 42,91 24,80 33,40 4,96 15,12 3,26 29,55 8,66 8,60 5,51 17,59 28,34 53,41 5,16 31,95 38,90 106,75 11,29 16,73 30,57 49,44 13,62 17,06 4,83 18,06 10,27 15,87 27,68 16,12 14,76 40,25 24,00 58,32 7,34 6,27 8,88 2,65 2,23 30,96 85,50 121,36 81,84 67,45 91,58 41,89 6,23 5,96 40,00 7,83 30,85 30,39 20,07 38,19 55,11 41,02 24,07 48,89 109,07 26,03 68,01 3,39 46,69 53,25 117,98 45,09 52,34 18,70 19,64 8,10 328,78 306,88 40,20 114,22 1,02 18,14 10,43 4,62 43,17 48,44 13,43 157,76 1,75 22,16 13,95 22,53 45,05 21,02 1,98 13,16 189,66 % zur 52-Wochen Div. in KGV Gewinn Vorw. Hoch Tief LandesW. 2012 +/- % 8,7 -6,3 -0,7 5,4 -0,2 1,7 5,6 -2,3 4,0 2,7 -0,8 1,8 1,5 -3,8 -0,2 -0,8 -2,4 1,3 0,3 -5,8 0,4 3,1 5,1 4,0 -0,6 -3,7 3,8 -1,7 2,4 3,7 2,9 4,6 0,6 0,4 0,9 -2,2 -4,9 3,8 3,7 15,8 3,0 1,7 5,5 4,1 -0,3 -2,4 -1,6 -2,6 2,9 1,7 7,3 6,6 1,4 -0,2 1,6 0,9 5,5 -1,1 0,4 5,7 -3,0 1,3 -1,2 -1,8 4,2 -0,1 -1,2 1,0 6,5 2,3 -2,3 2,3 1,0 -2,4 3,0 -0,1 0,6 0,7 3,6 2,3 1,1 1,7 -3,7 0,5 -3,5 1,9 -0,8 3,2 2,5 2,1 1,1 2,3 -4,2 3,9 2,3 3,9 -3,1 -4,9 3,7 3,2 3,6 2,0 5,4 2,1 18,75 14,02 35,62 38,02 42,34 51,33 5,39 10,75 15,08 99,78 53,20 1,48 45,10 40,99 45,73 28,84 41,49 5,70 16,14 4,18 30,32 10,37 10,13 6,62 18,16 30,79 59,02 6,69 41,00 38,90 112,20 12,74 21,36 36,33 49,44 15,32 21,57 4,85 18,40 10,29 17,36 30,00 16,90 15,55 41,00 28,56 59,54 8,73 6,46 9,39 3,82 2,67 35,46 89,60 128,00 88,22 67,45 96,59 45,38 9,22 6,19 45,27 8,34 34,74 33,03 26,61 43,04 55,54 49,42 24,75 56,72 118,75 26,60 76,55 4,16 47,31 53,29 123,25 52,08 52,78 22,91 20,65 8,85 338,56 334,58 45,76 115,67 1,15 19,59 11,31 5,27 44,33 63,70 14,52 157,76 2,21 24,09 15,67 24,23 45,05 22,00 2,19 13,54 212,27 12,81 10,74 22,59 28,95 28,20 35,26 2,77 9,05 8,86 74,06 39,63 0,18 30,98 27,22 34,55 20,35 32,40 3,54 11,21 3,08 22,98 6,90 7,18 4,55 11,35 20,36 41,51 3,71 29,88 29,70 72,13 8,08 11,81 28,63 39,65 11,78 14,90 3,47 14,68 7,37 14,14 22,91 13,54 13,00 33,10 21,25 44,27 7,13 4,50 5,62 2,13 1,90 22,38 71,47 78,83 67,70 48,80 60,66 35,61 5,66 3,64 35,44 5,42 24,15 18,00 20,07 27,96 38,10 26,84 15,73 32,19 97,90 19,80 57,34 2,79 28,45 44,65 75,70 30,38 43,20 17,69 14,73 5,51 199,50 251,75 31,00 82,60 0,89 14,98 8,97 4,40 36,08 35,37 10,35 106,37 1,50 20,91 9,43 18,20 33,20 16,40 1,53 7,88 158,45 0,51 0,16 1,05 0,90 0 1,10 0 0,29 0 2,25 1,08 0 1,24 0,40 0,80 0,19 1,85 0,16 0,69 0,03 0,81 0,14 0,14 0,23 0,07 0,46 1,50 0,07 1,08 53,00 0,88 0,45 0,44 2,00 1,20 0,15 6,50 0,10 0,50 2,25 0,60 0,83 0,35 0,19 0,50 9,50 1,50 0,12 0,19 0 0 0,08 0,60 1,80 0,70 1,70 1,00 0 1,85 0,40 0,50 2,20 0 1,00 0 0,70 1,18 1,30 0 0,53 0,63 6,60 0,42 5,00 0,34 1,00 2,40 3,20 0,25 1,35 0,47 6,00 0,25 4,00 21,00 2,75 1,80 0,06 0,65 0,75 0,10 1,14 0 0 0 0,03 0,21 0,55 1,21 0,52 1,40 0,03 2,50 17,00 16,1 15,3 11,8 11,2 17,8 25,2 11,6 1,3 12,9 16,9 12,6 26,9 7,7 79,4 9,3 11,6 7,3 77,9 16,2 10,8 12,0 11,5 18,7 11,8 11,2 7,5 11,2 14,8 13,7 8,9 42,3 7,9 -10,2 7,1 7,1 6,9 6,2 6,7 27,6 12,4 9,8 6,9 19,6 7,0 17,1 10,2 14,5 16,6 10,8 8,7 -0,3 6,6 13,9 6,3 1,2 11,2 18,1 11,4 4,6 13,5 15,2 5,3 21,2 13,8 33,6 7,2 15,2 14,8 10,7 12,7 9,9 8,7 15,1 9,7 4,2 7,5 5,1 14,1 12,9 9,3 -0,2 12,1 10,1 9,9 10,1 10,7 7,9 12,4 11,7 18,2 16,4 14,1 28,5 9,9 20,5 11,5 8,3 5,7 8,9 9,1 58,4 7,7 24,5 12,0 19,9 17,9 9,3 17,4 13,4 12,5 4,3 8,8 16,3 8,4 8,3 14,9 9,8 12,6 23,8 11,5 23,7 10,6 1,0 6,2 56,8 5,9 9,9 4,2 31,9 10,3 17,0 11,4 25,3 17,7 15,0 4,5 35,5 9,5 19,6 7,3 -0,6 9,7 9,9 8,2 12,9 13,0 7,1 8,8 20,7 11,2 20,4 8,5 -7,5 12,2 12,7 6,1 21,1 15,4 15,1 11,7 14,9 8,0 10,7 8,9 5,4 15,5 14,7 10,3 2,9 7,7 119,5 18,4 8,9 7,7 3,1 9,5 3,7 14,6 29,8 10,2 11,4 7,5 6,5 10,9 23,8 8,0 14,6 17,1 4,9 7,6 40,5 12,7 9,1 9,4 9,1 15,3 13,0 12,1 7,6 8,5 6,3 9,8 7,8 11,0 30,1 8,9 10,1

egal ob EUR/USD/CHF/JPY,
AMERIKA
Name 29.04. % zur 52-Wochen Div. in KGV Gewinn Vorw. Hoch Tief LandesW. 2012 +/- % 0,5 1,0 0,9 -1,4 0,2 9,9 5,4 1,7 -0,1 -14,0 -1,2 1,2 0,2 6,6 6,3 1,3 3,1 -0,2 4,1 -5,8 4,2 -3,2 1,2 3,4 -1,0 1,0 0,6 -2,2 0,7 -0,3 -2,0 2,2 -1,7 -1,9 0,9 -0,9 -2,8 -0,8 -4,3 -0,3 4,4 0,7 -16,3 0,8 -6,2 -1,4 5,9 0,0 0,5 4,2 0,5 1,4 -1,4 2,6 -2,5 2,8 -0,6 3,4 4,2 4,8 0,0 -0,7 10,2 -1,5 -1,9 -1,3 -0,2 3,3 -1,0 -4,5 1,1 6,6 0,8 2,1 3,3 -3,1 -2,1 1,7 0,4 -0,9 5,1 -2,1 1,5 -1,9 3,2 -2,6 6,0 -3,6 1,5 -0,4 -2,1 0,4 1,8 1,7 6,8 2,5 0,1 0,1 -7,2 1,0 0,1 -1,8 0,0 -5,5 69,14 60,33 40,20 32,80 9,49 7,40 27,84 18,32 10,07 7,23 28,34 20,66 43,88 33,66 33,80 20,61 69,68 51,61 40,82 23,52 13,09 7,93 51,27 31,81 55,49 45,72 25,80 20,89 33,04 18,09 19,34 15,81 143,50 87,08 28,71 23,82 35,99 27,04 47,50 21,00 46,19 36,70 60,25 29,65 97,28 65,40 45,91 25,05 267,77 186,15 12,13 8,12 22,75 19,04 32,54 18,66 37,35 30,02 25,22 18,52 104,05 51,04 53,55 29,20 13,79 8,05 24,55 17,75 39,22 32,36 64,83 51,75 39,36 27,90 66,03 55,80 70,00 37,02 37,59 26,75 58,04 45,99 21,56 17,88 35,53 23,29 19,36 14,03 44,73 25,33 30,34 22,13 38,92 26,29 31,16 22,82 36,49 23,85 80,24 46,76 18,36 10,18 48,13 36,18 54,00 38,65 80,34 56,59 14,71 10,01 37,56 23,07 77,05 53,51 61,42 43,58 45,63 38,78 31,89 23,25 21,06 11,62 3,93 2,82 57,77 33,31 53,19 43,58 50,31 39,77 58,22 37,50 68,31 53,09 18,66 12,65 20,29 15,28 57,35 38,77 38,00 33,70 29,92 20,82 17,00 12,44 55,75 41,84 56,87 37,35 38,13 25,66 28,95 21,32 38,21 28,25 70,92 42,91 12,53 9,09 29,22 21,70 66,02 46,41 33,46 26,83 43,58 30,01 28,50 18,05 40,70 27,17 25,77 15,34 15,10 10,90 28,61 24,29 13,50 8,40 20,13 13,99 45,65 34,24 63,10 44,70 34,00 27,48 21,94 14,29 42,84 26,89 44,10 32,02 63,91 44,70 110,95 50,20 47,83 34,98 72,99 55,85 11,79 8,51 125,70 84,40 46,81 35,09 0,55 0,48 0,17 0 0 0,15 0,30 0 0,58 0 0,03 0,18 0,05 0,21 0,06 0,38 0 0,46 0,18 0 0 0,09 0,15 0 0 0,07 0,43 0 0,36 0,23 0 0,15 0,01 0,13 0,31 0,41 0 0 0 0 0,42 0,33 0,09 0,04 0 0,29 0,05 0,20 0,25 0,44 0,05 0 0 0 0,06 0 0,72 0,29 0,39 0,04 0,06 0 0 0,55 0,47 0 0,58 0,11 0,23 0,66 0,60 0,24 0,05 0,20 0,26 0 0,13 0,02 0,35 0 0,05 0,16 0 0 0,15 0,41 0 0 0,49 0,01 0 0,34 0,83 0,53 0,07 0,20 0 0,44 0 0,26 0,12 0,06 0 0 13,8 10,5 13,1 13,3 10,3 9,8 8,4 16,7 14,8 19,1 10,6 16,5 18,9 9,0 18,2 12,2 36,1 11,2 12,0 10,4 10,1 19,6 9,8 12,8 12,5 10,0 12,3 22,8 18,3 13,0 38,9 15,8 7,1 9,9 12,1 14,0 14,0 17,0 15,9 14,2 15,4 13,4 11,4 10,9 14,8 13,2 9,6 13,1 11,8 13,7 12,8 14,4 13,6 27,5 16,1 18,0 8,6 25,4 11,0 8,9 9,9 8,6 31,9 14,6 15,8 24,0 14,9 14,5 11,7 8,9 13,9 14,5 9,5 21,3 12,9 25,9 11,4 17,6 13,1 8,7 17,0 11,2 11,8 13,4 12,2 12,9 15,6 17,7 10,0 15,2 16,5 15,5 11,3 13,8 12,4 25,8 14,7 9,6 23,3 24,1 12,6 9,3 12,4 12,2 11,7 7,9 22,2 14,5 21,2 12,0 8,7 13,1 12,2 14,3 14,3 39,9 15,8 14,3 7,0 7,3 36,9 3,1 6,5 35,2 9,2 41,6 11,9 -32,8 15,2 2,7 7,4 19,4 9,3 12,0 47,6 28,5 63,3 19,3 9,9 10,5 15,5 13,5 4,5 7,6 27,7 -4,9 10,2 7,0 30,2 3,1 -12,9 10,2 21,5 34,1 26,2 19,6 -33,8 19,6 36,4 11,3 1,2 17,1 2,0 11,1 9,8 28,1 14,1 7,8 10,7 20,4 9,2 17,3 8,4 8,2 3,9 -23,3 10,5 14,1 16,6 24,6 13,7 12,3 16,6 3,4 11,2 23,9 31,0 14,4 26,1 13,4 12,8 34,0 -12,9 21,1 15,7 17,4 -6,9 -24,8 13,2 15,2 22,2 7,2 20,9 19,6 14,5 29,7 17,1 11,9 Name

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29.04. % zur 52-Wochen Div. in KGV Gewinn Vorw. Hoch Tief LandesW. 2012 +/- % -4,4 -0,4 -4,4 -0,5 1,3 -1,9 0,1 -3,3 1,1 -2,9 -2,8 1,9 0,7 -3,2 3,1 0,6 0,9 -3,4 -2,9 -0,7 1,0 2,6 -2,0 4,6 1,1 -2,2 -3,4 0,6 -1,2 0,7 1,5 -3,8 -4,1 -0,1 -5,4 0,4 4,6 -1,4 0,1 0,2 -1,3 0,2 -1,7 4,1 -1,0 1,9 4,2 2,4 -1,7 -1,7 1,8 -3,1 1,7 -0,7 -3,7 4,4 -5,8 2,7 2,8 1,3 0,0 5,3 6,6 0,2 -0,7 -2,7 -0,6 0,3 7,1 0,1 1,2 0,6 1,1 1,9 2,7 -0,2 -1,1 -10,1 -0,3 -1,8 -4,6 4,0 2,8 -1,2 -0,4 -1,6 -4,3 1,1 -2,0 1,0 2,1 -2,3 -1,5 2,6 12,3 2,4 -2,1 0,0 -0,3 -1,0 -6,1 -4,0 9,4 2,1 6,31 24,83 34,67 14,30 47,72 47,14 29,46 58,70 15,98 31,86 132,41 477,28 35,59 32,10 22,73 38,12 51,36 40,00 28,59 43,00 121,48 54,97 59,41 18,21 21,88 39,91 284,10 51,68 73,53 35,49 45,97 52,12 36,62 24,55 41,95 12,95 43,46 26,86 66,46 15,94 16,52 195,00 20,10 20,70 60,36 34,50 29,30 28,29 8,74 23,48 77,54 23,85 31,50 17,54 60,21 44,97 181,50 12,96 34,55 69,50 47,67 18,80 78,60 24,75 47,56 44,27 24,96 54,07 14,52 46,70 53,40 370,97 51,75 49,70 17,65 43,43 45,78 54,39 52,83 40,90 15,07 92,36 51,20 29,36 18,20 27,25 65,25 13,76 47,20 44,45 63,34 32,05 27,30 28,74 37,62 20,77 21,77 43,88 32,20 18,32 47,00 101,78 25,14 13,20 3,90 17,55 19,71 8,06 30,49 22,95 21,04 44,09 11,00 25,05 102,63 346,55 17,94 17,17 14,88 33,71 39,28 27,10 20,75 30,44 96,16 31,21 43,20 13,51 15,40 26,35 179,35 41,05 37,84 26,27 34,40 43,69 21,48 21,77 28,15 8,05 31,50 21,52 49,74 9,30 10,56 149,90 15,75 12,54 51,71 23,68 22,32 21,30 4,87 17,17 57,79 16,81 20,97 13,00 26,19 24,71 72,93 9,33 26,18 52,10 38,46 6,79 54,97 17,13 34,95 31,09 19,15 44,50 11,23 35,28 36,33 140,05 42,70 36,89 12,23 25,50 31,90 33,09 36,80 26,41 8,15 45,91 39,23 25,83 13,70 17,86 43,38 9,64 31,08 37,42 51,15 20,91 18,60 20,48 24,31 11,40 14,91 36,35 24,11 12,28 24,51 54,65 17,74 10,21 0 0,06 0 0 0,19 0,25 1,50 0,47 0,14 0 0,35 0 0,09 0,10 0,10 0,45 0 0,08 0,25 0,33 0,65 0 0,23 0,18 0,19 0 0 0,54 0,17 0,25 0,41 0,70 0,25 0,29 0 0 0 0,24 0,75 0 0 0,15 0,23 0,21 0,61 0,23 0,38 0,34 0 0,16 1,40 0,05 0 0 0,11 0 0 0,07 0 0,31 0,43 0 0,46 0,06 0 0,12 0,31 0,48 0,20 0,64 0,35 0 0,53 1,15 0 0,19 0,43 0 0,22 0 0,18 0 0,18 0,47 0,10 0,13 0 0 0,21 0,36 0,42 0 0 0,49 0 0,04 0,45 0,36 0,40 0 0,10 0,50 0,16 0 6,1 13,1 17,1 17,1 21,7 24,2 7,9 6,3 17,5 13,8 8,6 3,8 15,0 -1,7 9,3 7,4 12,4 21,2 8,7 14,1 8,0 23,5 13,7 16,7 13,4 26,5 12,9 29,6 7,1 5,8 14,4 6,6 16,5 11,4 7,1 8,3 13,9 16,0 13,3 15,9 11,8 10,4 36,7 31,0 18,4 17,4 9,4 7,5 9,2 18,0 19,7 14,2 27,2 17,3 12,5 6,2 15,2 20,5 8,1 14,5 15,2 8,5 12,5 7,9 10,2 -3,2 13,5 12,0 8,9 3,1 16,4 29,9 12,9 11,6 12,1 9,8 9,1 22,3 11,6 15,6 9,7 10,0 13,9 17,3 11,9 9,6 13,1 14,3 14,0 9,3 10,6 9,2 9,5 3,6 15,6 5,4 9,6 108,7 8,5 7,9 13,7 12,4 8,5 58,4 17,9 15,4 10,7 14,3 15,0 22,3 20,4 12,4 34,3 45,8 11,6 16,7 14,0 19,8 14,6 18,2 8,7 7,6 15,9 22,3 11,4 16,1 13,4 9,8 14,8 13,1 13,9 44,5 20,1 8,2 14,0 9,4 9,2 2,2 13,6 10,3 9,6 9,3 22,7 27,3 13,8 9,1 8,2 17,6 19,4 11,9 17,2 8,2 8,7 12,1 6,4 10,6 12,9 11,1 11,0 4,0 6,7 36,2 83,4 2,7 17,3 9,5 14,3 7,2 11,9 15,0 20,0 21,9 28,8 12,9 11,1 12,0 8,1 12,4 10,1 -4,7 14,5 13,9 15,2 19,4 19,1 27,9 14,6 17,2 13,8 14,9 191,1 10,0 -3,9 11,2 9,8 14,1 15,1 5,9 10,6 30,3 15,0 29,0 18,8 14,6 15,3 18,7 14,1 Name

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29.04. % zur 52-Wochen Div. in KGV Gewinn Vorw. Hoch Tief LandesW. 2012 +/- % 7,6 -0,8 2,4 2,6 2,0 4,0 0,5 -5,4 -3,6 -4,4 4,6 7,0 -0,4 -1,8 -4,7 -0,6 -3,2 -0,1 -3,5 -2,0 16,9 -0,4 -3,4 3,1 -0,7 -1,1 0,0 -1,6 -4,7 -0,7 0,9 -1,0 3,5 -0,1 -2,0 -1,7 -3,1 1,1 6,5 -1,3 0,9 1,2 -3,5 7,7 1,0 5,7 -3,1 -3,0 -5,5 -6,8 5,9 -1,2 2,9 6,8 4,4 -1,0 -2,4 4,2 -2,3 2,6 -1,0 1,9 -2,7 -0,2 0,0 0,0 -1,9 0,6 -1,4 1,6 -5,0 0,0 0,0 5,1 -0,8 -0,9 5,2 -0,5 0,2 -0,4 -4,7 -6,1 -1,6 -3,1 -1,8 1,4 -1,9 -0,5 -2,3 0,0 -4,4 -0,9 -0,1 1,0 -2,6 -8,7 1,0 -1,7 3,1 -0,9 0,2 -2,4 -4,2 -2,2 1,7 1,3 3,2 1,3 1,0 0,3 -3,9 -1,3 -1,7 2,0 19,34 9,75 8,34 2,96 10,13 5,14 29,19 4,21 0,45 3,46 15,38 39,51 6,57 2,35 13,12 0,75 8,44 1,40 2,13 7,60 12,20 16,77 10,53 10,18 8,74 27,96 55,89 29,94 5,48 122,81 2,57 27,89 6,77 5,72 0,42 13,33 5,69 19,14 4,59 2,05 32,55 5,62 9,28 24,75 3087 5,34 20,53 20,70 3,35 3,15 4793 6,68 11,32 24,70 9,80 11,85 8,07 78,99 0,58 2,41 14,92 3,26 21,80 9,06 1,12 1,54 4,30 56,84 2,55 18,15 255,25 2,92 36,17 8,00 5,85 5,31 3410 1391 6,08 11,28 0,38 1,10 3,84 56,31 228,35 8,20 20,45 10,65 18,66 4,49 9,31 2,43 1,89 27,82 29,91 28,24 4,15 13,75 19,80 13,03 37,84 1239 27,90 703,40 56,74 51,95 23,00 4,95 34,66 26,32 24,92 11,74 5,84 9,95 11,32 7,47 6,67 1,86 5,17 3,81 25,00 2,75 0,36 2,64 12,54 29,20 4,77 1,48 8,93 0,58 6,17 0,88 1,31 5,60 6,98 12,80 7,58 7,01 7,59 20,41 36,30 23,73 2,85 79,96 1,60 19,85 3,96 3,62 0,33 10,29 4,19 12,16 2,83 1,54 22,61 3,64 4,70 14,68 2153 3,60 13,52 16,39 2,03 1,86 3373 4,27 8,72 14,00 5,18 8,00 5,73 58,92 0,36 1,43 10,31 2,49 16,13 6,05 0,77 0,98 3,10 35,16 1,38 12,64 156,19 2,09 30,27 5,29 4,23 3,40 1888 1075 4,71 8,00 0,21 0,82 2,21 39,67 158,70 6,18 16,34 5,75 11,07 3,51 7,13 2,01 1,54 20,03 16,71 19,22 2,80 10,14 14,52 8,39 31,03 698,75 12,39 452,40 32,21 36,25 2,84 2,88 25,08 17,53 18,84 9,89 3,51 7,33 5,00 21,00 8,00 1,00 10,00 6,00 65,00 3,50 0,14 0,56 10,00 65,00 15,00 0,33 2,20 0,20 1,27 0,16 0,15 0,08 6,00 30,00 16,00 17,00 0,14 22,00 55,00 80,00 1,00 70,00 2,00 15,00 4,50 5,00 0,05 1,90 0,70 60,00 5,00 0,12 15,00 0,10 0,51 0,54 2800,00 8,00 30,00 29,00 2,00 3,00 6500,00 0,26 12,50 18,00 7,50 0 7,00 60,00 0 3,00 6,00 2,00 30,00 7,00 0 6,00 6,00 50,00 0 14,00 410,00 3,00 60,00 5,00 20,00 4,00 3000,00 2600,00 0,15 5,00 0,05 0,14 0 65,00 3,38 8,00 28,00 10,00 25,00 0,20 0,20 0,07 0,07 50,00 5,00 12,50 6,00 0,95 6,00 1,00 90,00 2,00 0,30 8,00 40,00 64,00 0 3,00 20,00 58,00 28,00 0,20 0,36 5,00 21,8 11,8 15,1 12,8 7,4 10,0 13,8 10,2 7,3 13,2 10,4 13,4 13,8 7,8 11,5 8,1 9,5 27,7 8,7 14,7 9,7 14,9 15,0 10,8 10,8 10,7 10,5 14,3 8,7 16,8 11,0 10,8 6,8 9,3 9,4 11,8 18,4 6,7 8,8 22,8 8,3 23,1 14,9 4,4 13,2 6,5 10,1 15,8 10,1 11,6 8,4 14,3 11,9 14,0 12,1 10,3 13,1 13,7 12,1 10,7 29,0 21,9 6,7 10,8 24,6 7,5 9,1 15,2 10,6 12,5 16,6 9,9 8,5 7,2 28,7 12,0 14,9 11,1 11,8 13,3 9,3 12,1 8,2 16,2 5,8 13,0 13,8 21,1 15,5 16,7 10,0 14,7 10,9 7,9 13,2 12,0 8,9 15,4 14,6 13,2 14,6 18,7 7,0 6,5 10,9 10,6 V 10,7 10,9 17,9 12,2 10,7 17,5 16,9 35,0 45,3 11,3 98,5 23,6 9,4 5,3 12,4 16,2 16,3 45,3 32,6 11,2 4,6 12,5 17,7 2,2 99,6 44,6 3,7 58,8 7,0 -1,2 10,8 14,1 54,4 22,7 1,8 17,8 8,4 16,1 14,8 53,5 24,1 6,5 15,2 6,1 129,0 4,7 10,1 64,2 4,3 -34,2 13,5 -0,5 2,6 13,8 13,1 18,0 23,9 10,7 9,0 22,1 13,4 18,8 112,3 13,0 11,1 26,3 4,7 25,6 5,2 16,6 344,3 0,8 2,0 19,7 82,5 19,9 19,2 22,1 6,8 116,7 -19,3 58,6 10,9 5,7 11,1 75,9 21,3 4,1 33,0 33,4 15,2 14,3 22,0 91,5 18,0 0,7 9,0 7,0 8,9 8,2 11,0 43,2 37,2 5,1 58,2 20,7 -24,7 18,7 7,4 25,8 4,5 12,9 18,3 124,0 9,7 3,3 9,4 14,7 28,6

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MDAX
29.04. % zur 52-Wochen Umsatz Div. Div. Xetra Vorw. Hoch Tief Mio.St. Euro Ren. 0 0,0 Aareal Bank 20,47 1,0 23,63 11,49 2,385 ❚ 2,5 Aurubis 39,90 2,4 45,78 31,34 0,832 ❚ 1,00 4,3 Axel Springer 110,60 2,2 125,00 78,00 0,184 ❚ 4,80 1,3 BayWa vin. 31,85 1,7 35,04 26,50 0,188 ❚ 0,40 Bilfinger 65,03 4,2 65,03 41,53 0,946 ❚ 2,00 3,1 Boss Vz. 67,00 5,1 67,00 28,36 0,377 ❚ 0,97 1,4 Brenntag 83,00 0,5 83,39 48,90 0,270 ❚ 0 0,0 3,1 Celesio 16,37 0,1 25,50 15,96 1,853 ❚ 0,50 Continental 67,77 4,7 67,77 36,04 3,603 ❚ 0 0,0 1,7 Demag Cranes 36,30 1,5 38,96 23,09 0,156 ❚ 0,60 2,8 Douglas 39,58 -0,1 43,20 32,80 0,358 ❚ 1,10 3,8 Dt.Euroshop 27,28 2,8 28,99 21,30 0,265 ❚ 1,05 0 0,0 Dt. Wohnen Inh. 10,63 2,0 11,40 6,13 0,470 ❚ 0 0,0 EADS 20,89 -1,4 22,30 13,54 0,711 ❚ 0,8 ElringKlinger 23,68 4,4 26,98 16,97 0,496 ❚ 0,20 2,8 Fielmann 71,86 2,8 73,00 54,64 0,125 ❚ 2,00 Fraport 54,03 1,1 54,03 34,40 0,360 ❚ 1,15 2,1 Fuchs Vz. 110,55 0,1 111,20 63,00 0,148 1,70 1,5 1,6 GAGFAH 6,13 0,1 8,95 5,12 1,327 ❚ 0,10 GEA Group 24,69 0,8 25,08 14,64 3,012 ❚ 0,40 1,6 Gerresheimer 32,65 -0,2 33,61 23,57 0,376 ❚ 0,50 1,5 Gildemeister 17,13 -0,2 17,35 7,31 1,114 ❚ 0,10 0,6 5,1 Hannover Rück 40,83 3,5 43,29 31,86 1,176 ❚ 2,10 Heideldruck 3,01 -1,6 5,48 2,93 4,890 0 0,0 1,2 HHLA 32,75 1,7 35,81 24,11 0,336 ❚ 0,40 2,3 Hochtief 63,93 5,5 76,55 45,64 1,235 ❚ 1,50 0 0,0 IVG Immob. 5,70 1,3 7,71 4,76 1,482 ❚ Kabel Dtld. 42,20 3,7 42,49 22,85 0,960 ❚ 0 0,0 0 0,0 Klöckner & Co. 24,28 4,9 25,55 13,65 3,213 ❚ Krones 54,65 3,5 54,65 37,05 0,308 0 0,0 Lanxess 61,93 5,1 61,94 30,12 2,348 0,50 0,8 Leoni 37,10 6,0 37,56 14,96 1,404 ❚ 0 0,0 1,8 MTU Aero Engines 51,75 1,3 54,50 39,32 0,740 ❚ 0,93 Praktiker 7,98 4,5 8,84 5,21 1,326 ❚ 0,10 1,3 0,1 Pro7SAT.1 19,34 7,1 24,80 10,66 2,964 ❚ 0,02 Puma 225,00 7,9 260,35 197,30 0,308 ❚ 1,80 0,8 Rational 186,65 4,9 189,45 112,00 0,053 ❚ 3,50 1,9 0,5 Rheinmetall 60,56 2,6 66,46 42,50 0,631 ❚ 0,30 Rhön-Klinikum 15,45 2,4 19,38 15,04 2,904 ❚ 0,30 1,9 0,5 Salzgitter 53,01 0,3 64,72 45,95 0,849 ❚ 0,25 0 0,0 SGL Carbon 36,00 -5,0 39,78 22,90 1,236 ❚ 0 0,0 Sky Deutschland 2,98 1,1 3,25 0,82 4,931 ❚ 1,8 Stada 29,88 1,2 32,09 20,70 1,056 ❚ 0,55 Südzucker 20,82 2,1 20,93 13,94 1,032 ❚ 0,45 2,2 2,2 Symrise 22,27 3,8 22,38 15,98 2,056 ❚ 0,50 1,4 Tognum 25,90 0,0 26,16 13,48 0,883 ❚ 0,35 0 0,0 TUI 8,61 1,9 10,86 6,75 2,698 ❚ 2,1 Vossloh 97,06 -0,2 99,58 66,52 0,173 ❚ 2,00 0,7 Wacker Chemie 167,30 3,6 168,00 94,18 0,454 ❚ 1,20 Wincor Nixdorf 55,80 -0,8 62,98 43,30 0,376 1,70 3,0 MDAX 10740,45 2,2 10740,5 7428,57 Name KGV Gewinn Trend 2012 +/- % W./U. 8,3 40,7 -/10,4 14,8 +/11,1 10,8 o/14,0 12,4 -/12,0 -16,3 +/18,5 12,4 +/+ 13,1 12,5 -/+ 9,3 11,6 -/8,3 28,9 +/+ 12,9 40,8 -/14,6 14,5 -/17,8 -5,6 +/16,9 12,3 -/12,6 89,3 -/+ 13,5 26,3 +/20,9 8,3 +/20,8 6,1 -/+ 13,3 7,7 -/11,1 14,6 -/12,2 28,9 -/+ 12,2 19,4 -/13,0 61,2 -/7,6 19,5 +/10,0 163,2 -/20,9 26,3 -/12,8 78,8 +/12,3 82,0 -/19,2 75,6 +/+ 9,3 21,7 +/+ 14,1 28,0 +/+ 10,1 12,0 +/7,6 21,9 +/+ 11,7 16,5 -/11,5 125,6 +/8,9 8,5 +/13,2 12,4 +/22,3 12,1 +/+ 9,1 20,1 +/12,0 13,8 +/10,5 103,7 -/18,8 55,9 -/+ V -/+ 11,3 12,2 -/+ 14,7 2,7 o/14,1 11,0 +/+ 15,4 22,6 -/+ 9,2 32,9 -/12,4 6,2 -/12,0 18,6 +/+ 13,1 14,6 -/-

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TECDAX
Name Adva Aixtron BB Biotech Bechtle centrotherm Pv C.Zeiss Meditec Dialog Drägerwerk Vz. Drillisch Evotec freenet Gigaset Jenoptik Kontron MorphoSys Nordex Pfeiffer Vac. Phoenix Solar Q-Cells Qiagen QSC Roth & Rau Singulus SMA Solar Tech Software Solarworld Stratec Süss MicroTec United Internet Wirecard TecDAX 29.04. % zur 52-Wochen Umsatz Div. Div. Xetra Vorw. Hoch Tief Mio.St. Euro Ren. 0 0,0 5,24 -5,6 7,82 3,65 0,000 ❚ 28,80 -0,7 33,48 19,12 5,284 0,15 0,5 50,80 3,7 50,93 39,90 0,067 ❚ 3,20 4,9 32,15 2,9 32,15 20,51 0,086 0,60 1,9 0 0,0 41,00 8,3 43,80 23,95 0,000 ❚ 1,5 14,67 1,9 14,72 10,71 0,000 ❚ 0,22 0 0,0 14,20 -5,2 19,79 7,60 0,000 ❚ 70,70 1,7 70,76 41,00 0,066 0,40 0,6 7,67 4,4 7,67 4,29 0,000 ❚ 0,30 3,9 0 0,0 3,04 -2,1 3,44 1,83 0,000 ❚ 2,3 8,60 2,1 9,11 7,25 2,005 ❚ 0,20 0 0,0 4,17 8,3 4,67 0,70 0,000 ❚ 0 0,0 5,50 -2,0 6,09 3,85 0,000 ❚ 8,32 3,5 9,38 5,35 1,028 0,20 2,4 19,85 4,4 21,68 13,56 0,436 ❚ 0 0,0 0 0,0 6,82 -2,5 9,38 4,40 0,000 ❚ 2,6 93,50 -0,4 99,50 52,77 0,140 ❚ 2,45 21,64 6,1 35,52 19,25 0,000 ❚ 0,20 0,9 0 0,0 2,86 -1,0 5,76 1,99 0,000 ❚ 0 0,0 14,45 3,0 17,64 12,20 3,136 ❚ 0 0,0 2,58 -0,6 3,65 1,30 1,380 ❚ 0 0,0 23,08 -4,6 26,64 10,73 0,000 ❚ 0 0,0 4,70 2,3 6,46 3,27 0,000 ❚ 1,6 80,12 2,2 99,90 63,20 0,000 ❚ 1,30 127,75 5,1 127,75 75,73 0,634 ❚ 1,15 0,9 10,84 2,0 11,95 7,00 5,081 ❚ 0,16 1,5 1,6 30,58 -1,9 34,12 25,73 0,000 ❚ 0,50 0 0,0 11,67 0,6 13,63 3,73 0,000 ❚ 1,5 13,23 1,6 13,32 8,63 1,871 ❚ 0,20 0,7 12,76 3,7 12,95 6,86 0,000 ❚ 0,09 935,10 1,8 948,59 691,02 KGV Gewinn Trend 2012 +/- % W./U. 12,5 78,7 -/ 13,1 3,6 -/+ 20,3 -9,1 +/+ 11,6 11,7 +/+ 14,3 2,6 +/ 16,9 12,5 +/ 15,2 98,0 -/ 11,5 16,4 +/+ 10,4 6,8 +/ 42,9 238,1 -/ 9,2 12,6 +/+ 6,4 47,7 +/ 11,6 21,8 -/ 11,1 20,5 +/+ 34,4 33,9 +/+ 17,8 32,5 -/ 12,8 12,3 -/+ 6,7 13,0 +/ 15,7 2,8 -/ 19,4 11,9 +/+ 11,0 21,8 -/21,2 20,2 -/ 21,9 186,7 +/ 11,1 -5,7 +/ 15,6 10,7 +/+ 14,4 0,3 +/+ 16,9 23,4 -/ 10,6 28,9 -/ 13,5 19,8 +/+ 16,8 17,9 +/ -

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65,11 3M Abbott Labs 35,35 Activision Blizzard 7,75 Adobe Syst. 22,77 AES 8,83 Aetna 27,80 Aflac 38,05 Agilent Tech 33,60 Air Prod. & Chem. 64,16 Akamai 23,52 Alcoa 11,40 Allegheny Techn. 47,97 Allergan 53,28 Allstate 22,46 Altera 33,04 Altria Group 18,11 Amazon.com 131,00 Amer.Elec.Pow. 24,39 American Express 33,02 American Int.Gr 21,00 Amgen 38,25 Anadarko Petro. 53,00 Apache 86,74 Apollo Group 27,21 Apple 238,63 Applied Materials 10,50 AT & T 21,15 Autodesk 30,18 Autom Data Proc 36,39 Avon 19,57 Baidu.com 100,82 Baker Hughes 52,05 Bank of America 8,36 Bank of NY Mellon 19,14 Baxter Int. 38,13 Becton Dickinson 57,51 Bed Bath&Beyond 38,05 Berkshire H. B 56,26 Biogen Idec 66,37 BMC Software 33,58 Boeing 54,01 Bristol-Myers 18,77 Broadcom 23,29 CA Inc. 16,54 Cameron Intl. 34,75 Campbell Soup 22,21 Capital One Fin. 37,03 Cardinal Health 29,16 Carnival 25,65 Caterpillar 78,12 CBS B 16,93 Celgene 39,44 Cephalon 51,37 Cerner 79,60 Charles Schwab 12,44 Check Point Softw. 37,35 Chevron 73,47 CH Robinson 54,34 Chubb 43,35 Cigna 31,45 Cisco Systems 11,66 Citigroup 3,08 Citrix Systems 57,01 Clorox 46,81 Coca-Cola 45,55 Cognizant Tech 55,14 Colgate-Palmolive 55,45 Comcast 17,52 ConAgra Foods 16,14 ConocoPhillips 52,95 Cons. Edison 34,59 Constell. Energy 24,31 Corning 14,04 Costco Wholesale 54,66 CSX 52,35 Ctrip.com 32,74 CVS/Caremark 24,29 Danaher 37,42 Deere Co. 64,27 Dell 10,30 Dentsply 25,68 Devon Energy 59,67 DirecTV Group 32,18 Dollar Tree 38,74 Dow Chemical 27,61 DuPont 38,05 eBay 23,10 Electronic Arts 13,63 Eli Lilly 25,18 El Paso 12,78 EMC 19,20 Emerson Electric 40,25 Entergy 46,73 Exelon 28,30 Expedia 17,17 Expeditors 36,57 Express Scripts 38,42 Exxon Mobil 58,79 69,16 F5 Networks Fastenal 45,03 Fedex 63,93 Fifth Third Bc. 9,01 First Solar 94,20 Fiserv 41,37

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Flextronics 4,76 FLIR Systems 23,39 FMC Technologies 30,59 Ford 10,45 Fortune Brands 43,31 Freeport-McM. 36,75 Garmin 23,29 General Dynamics 47,98 General Electric 13,87 Gilead Sciences 26,41 Goldman Sachs 102,63 Google 366,21 Halliburton 33,92 Harley-Davidson 25,01 Hartford Fin. 19,20 Heinz 34,60 Henry Schein 49,10 Hewlett-Packard 27,10 Home Depot 25,11 Honeywell Int. 40,90 IBM 116,33 Illumina 47,91 Infosys Tec. 43,50 Intel 15,38 Intl. Paper 20,52 Intuit 37,33 Intuitive Surgical 238,55 Johns.& Johns. 44,30 Joy Global 66,81 JP Morgan Chase 30,91 Kellogg 38,78 Kimberly Clark 43,95 KLA-Tencor 29,12 Kraft Foods 22,82 Lam Research 32,67 Liberty Media Int. 11,25 Life Technologies 37,52 Linear Tech. 23,30 Lockheed Martin 53,44 Logitech Int. 9,36 Marvell Techn. 10,63 Mastercard 183,34 Mattel 18,00 Maxim Integr. Prod. 18,34 McDonald‘s 52,60 Medtronic 28,34 Merck & Co. 24,39 Microchip Tech. 27,44 Micron Tech. 7,61 Microsoft 17,17 Millicom Intl. Cel. 72,81 Morgan Stanley 17,27 Motorola 30,71 Mylan Labs 16,70 Natl. Oilwell Varco 51,49 NetApp 35,09 Netflix 157,25 News Corp. -A12,09 NII Holdings 28,17 Nike 55,40 Northrop 42,30 Nvidia 13,59 Occidental Petrol. 73,23 Oracle 23,75 O‘Reilly Automot. 39,35 Paccar 35,74 Paychex 22,13 PepsiCo 46,38 Pfizer 14,10 Philip Morris Int. 46,54 PNC Financial 41,59 Priceline.com 370,97 Procter&Gamble 43,90 Prudential Fin. 41,98 Qiagen 14,40 Qualcomm 38,90 Raytheon 33,02 Research in Motion 33,09 Ross Stores 49,66 SanDisk 33,15 Seagate 11,93 Sears Holding 58,52 Sigma Aldrich 47,19 Southern Comp. 26,07 Staples 14,13 Starbucks 24,60 Stericycle 61,60 Symantec 13,24 Teva Pharm. 31,08 Travelers 42,27 United Techn. 60,53 Urban Outfitters 21,13 Verisign 25,02 Verizon Comm. 25,63 Vertex Pharma 37,62 Virgin Media 20,32 Vodafone ADR 19,16 Wal-Mart St. 36,95 Walt Disney 28,94 Warner Chilcott 16,14 Whole Foods M. 42,50 Wynn Resorts 97,67 Xilinx 23,85 Yahoo 11,72

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ANLEIHEN / DEVISEN / ROHSTOFFE / ZINSEN
EURO IN DOLLAR (EZB)
1,51

UMLAUFRENDITE
3,30

GOLD
1.549 3,05
1560

ÖL (BRENT)
127

1,4860 2,87
1,44 2,95

Advantest 12,99 Aeon 7,95 Ajinomoto 7,39 All Nippon Air 1,91 Alps El. 6,52 Asahi Kasei 4,51 Astellas Pharma 25,89 Bangkok Bank 3,76 Bank of China 0,37 Bank of EastAsia 2,72 Bridgestone 15,05 Canon 31,88 Casio 5,23 Cathay Pacific 1,65 Cheung Kong 10,45 China Constr. Bk 0,65 China Mobile 6,17 China Unicom 1,40 Citic Pacific 1,98 City Devel. 6,30 Daihatsu 11,01 Daiichi Sankyo 13,21 Dai Nipp.Print 7,87 Daiwa House I. 7,92 DBS Group 8,06 Denso 21,98 East Jap.Rail 37,79 Eisai 23,98 Esprit 2,85 Fanuc 110,12 Fuji Electric 2,05 Fujifilm 20,59 Fuji Heavy Ind. 4,91 Fujitsu 3,74 Guangdong 0,35 Hang Seng Bank 10,42 Henderson Land 4,56 Hikari Tsushin 13,22 Hitachi 3,63 HK&China Gas 1,65 Honda Motor 26,00 Hongkong L. 4,89 Hutchison Wh. 7,70 Hyundai 24,75 Japan Tobacco 2580 JX Holdings 4,58 Kansai El.Power 13,86 Kao 16,45 Kasikornbank 2,76 Kawasaki H. 2,69 KDDI 4416 Keppel Corp. 6,43 Kirin Hold. 9,22 Komatsu 23,90 Konica Minolta 5,90 Korea El.Power 8,00 Kubota 6,29 Kyocera 72,85 Lenovo Group 0,39 Mazda 1,57 Mitsub.Estate 11,44 Mitsub.Heavy 3,21 Mitsubishi 17,70 Mitsubishi El. 7,25 Mitsub.Motor 0,80 Mizuho Fin. 1,05 M.U.F.G. 3,12 Murata Mfg. 47,90 NEC Corp. 1,43 Nikon 13,76 Nintendo 158,25 Nippon Steel 2,11 Nippon T & T 30,80 Nissan Motor 6,45 NKSJ Holdings 4,29 Nomura Hldg. 3,42 NTT Data 2183 NTT DoCoMo 1219 OCBC 5,19 Panasonic 8,34 PCCW 0,26 PetroChina 0,98 Pioneer 2,75 Rohm 39,68 Samsung 193,00 Sekisui House 6,49 Seven & I Holdings 16,57 Sharp 6,15 Shiseido 11,07 Singap. Land 3,90 Singapore Airl. 7,65 Singapore Press 2,10 Singapore Telecom 1,68 S.M.F.G. 20,29 Softbank 28,00 Sony 19,27 Sumitomo Chem. 3,44 Sun Hung Kai 10,45 Suzuki Motor 15,74 Swire Pac. 10,13 Takeda Pharma 32,81 Tata Consult 1164 Tata Motors 18,44 Tata Steel 614,75 TDK 34,02 Tokyo Electron 38,35 Tokyo El.Pow. 3,56 Toshiba 3,58 Toyota Motor 27,10 Trend Micro 18,68 Tsumura 20,61 United Overseas 10,70 Wharf Hold. 4,89 Yamaha 8,26

REST DER WELT
99,98
1465
Name 29.04. 1,65 5,07 33,70 67,23 17,66 33,94 39,67 2,07 4,08 11,94 10,25 21,01 25,59 19,77 30,77 12,45 1,52 60,26 11,05 38,33 1,14 20,63 17,97 35,09 % zur 52-Wochen Div. in KGV Gewinn Vorw. Hoch Tief LandesW. 2012 +/- % -4,6 -1,7 -2,2 1,6 0,1 -3,5 1,6 4,0 -2,1 -2,5 -2,4 3,5 -0,2 1,1 -1,6 -0,8 -2,3 -2,9 -5,1 1,1 -0,2 -2,2 -2,5 -0,4 2,00 5,32 37,73 87,06 19,09 35,53 41,47 2,36 4,46 13,75 10,88 26,82 34,53 19,79 31,77 13,90 2,08 67,04 11,90 42,07 1,35 26,80 18,97 35,62 0,96 3,95 30,00 64,68 13,54 24,07 32,20 1,86 3,28 9,65 7,11 17,90 22,86 15,10 20,10 10,30 1,45 40,90 7,66 27,20 1,00 17,00 13,10 27,41 0,04 0,17 0,11 6,83 0,74 0,46 1,32 0,35 0,12 0,10 0,07 1,50 0,86 0,78 0,10 0,07 0 0,88 0,15 3,10 0,05 0,61 0,74 0,55 15,7 10,2 10,2 12,2 10,2 10,4 10,8 8,3 14,5 12,2 13,6 10,9 8,5 10,1 16,7 12,7 7,1 9,1 22,0 4,1 8,7 6,2 10,9 17,1 25,7 21,4 8,3 46,3 7,9 -0,3 7,3 13,5 5,6 10,1 -2,6 12,9 14,4 11,1 15,4 10,9 4,7 -0,6 34,2 4,9 10,1 0,3 7,2 43,7

125,31 111

SDAX
Name

1,37
KGV Gewinn Trend 2012 +/- % W./U. V -/15,3 19,9 +/+ 11,8 13,4 +/+ 90,0 -95,3 +/+ 10,1 24,7 +/+ 10,1 17,5 +/14,7 28,5 -/+ 13,6 26,3 +/+ 11,4 17,5 -/+ 10,4 13,7 -/+ 23,6 29,4 +/+ 14,5 14,9 +/+ 21,1 -30,0 +/+ 17,7 21,0 +/+ 23,2 14,5 +/+ 10,9 39,9 +/+ 21,2 25,0 +/+ 6,9 16,0 -/+ 9,7 65,5 +/+ 10,6 14,6 +/+ 13,3 14,7 +/+ 9,2 8,6 -/+ 11,8 10,6 +/+ 6,8 24,2 +/+ 13,3 18,0 -/+ 26,7 21,7 -/+ 16,9 5,9 +/+ 6,3 17,2 +/+ 9,5 51,9 +/+ 9,6 8,5 +/+ 11,3 18,5 +/+ 8,1 9,3 +/+ 10,5 17,6 +/+ 8,2 25,9 +/+ 13,9 45,8 +/+ 14,4 8,9 +/+ 13,3 20,6 +/13,1 62,2 +/17,1 0,6 +/+ 18,8 15,0 -/+ 6,3 68,6 +/+ 9,2 11,4 -/10,0 25,4 +/+ 15,5 23,4 -/18,7 -44,1 +/+ 12,2 13,4 +/+ 9,9 4,9 +/+ 9,6 43,9 +/11,9 12,1 +/+ 14,4 38,0 +/+ -

2,60

1370

95

▲ ▲

▲ ▲

▲ ▲ ▲

▲ ▲ ▲

29.04. % zur 52-Wochen Umsatz Div. Div. Xetra Vorw. Hoch Tief Mio.St. Euro Ren. Air Berlin 3,02 -1,0 4,15 2,97 0,272 ❚ 0 0,0 4,7 alstria office REIT 10,70 2,4 11,18 6,92 0,296 ❚ 0,50 Amadeus Fire 32,82 3,4 36,25 18,61 0,037 1,45 4,4 Balda 9,00 0,4 9,08 2,06 1,838 ❚ 0 0,0 1,7 Bauer 36,34 1,1 38,49 27,38 0,038 ❚ 0,60 2,4 Bertrandt 49,42 3,6 59,40 25,30 0,117 ❚ 1,20 Biotest Vz. 45,37 -3,1 48,01 26,89 0,105 ❚ 0,40 0,9 C.A.T. oil 8,30 5,1 8,42 5,81 0,424 ❚ 0,30 3,6 Centrotec Sust. 23,66 -1,3 24,25 11,59 0,148 ❚ 0 0,0 CeWe Color 32,78 -2,1 35,65 23,50 0,043 ❚ 1,05 3,2 0 0,0 Colonia Real Estate 5,19 1,0 5,95 3,81 0,154 ❚ comdirect bank 8,39 3,8 8,39 6,44 0,309 ❚ 0,41 4,9 0 0,0 Constantin Medien 2,07 0,0 2,40 1,50 0,274 ❚ CTS Eventim 50,60 2,6 50,80 34,53 0,046 ❚ 0,83 1,6 Delticom 73,40 3,4 73,40 36,00 0,077 ❚ 1,70 2,3 Deutz 6,18 0,4 6,60 4,03 2,267 ❚ 0 0,0 DIC Asset 9,10 0,0 10,71 5,22 0,304 0,30 3,3 7,1 Dt.Beteil. 19,83 -1,5 22,31 14,71 0,061 ❚ 1,40 Dürr 26,30 2,7 26,99 16,10 0,322 ❚ 0 0,0 elexis 17,07 5,3 17,25 9,00 0,159 ❚ 0,17 1,0 Gerry Weber 44,00 3,0 44,60 23,54 0,193 ❚ 0,85 1,9 2,3 Gesco 57,41 -1,6 61,90 38,00 0,006 ❚ 1,30 0,8 GfK 38,30 1,0 40,80 26,00 0,043 ❚ 0,30 0 0,0 Grammer 18,90 2,5 20,50 8,22 0,205 ❚ 1,5 Grenkeleasing 40,39 -0,5 42,80 29,01 0,019 ❚ 0,60 4,9 Hamborner Reit 7,49 -0,8 8,10 6,96 0,153 ❚ 0,36 3,9 Hawesko 34,90 2,0 35,75 25,25 0,011 ❚ 1,35 Highlight Com. 4,84 1,2 5,10 3,65 0,277 ❚ 0,17 2,7 Homag Group 16,35 11,5 18,20 11,05 0,130 ❚ 0 0,0 Hornbach Vz. 103,00 0,5 111,10 62,52 0,004 ❚ 1,34 1,3 H&R Wasag 21,15 2,4 22,78 14,74 0,176 ❚ 0,45 2,1 Indus 22,35 6,1 24,39 13,90 0,121 0,50 2,2 Jungheinrich Vz. 31,02 4,9 31,02 15,74 0,200 0,12 0,4 Koenig&Bauer 16,38 2,3 19,30 12,21 0,033 0 0,0 KUKA 18,44 0,8 18,44 10,11 0,423 ❚ 0 0,0 KWS Saat 154,20 0,1 156,25 115,00 0,019 ❚ 1,90 1,2 Medion 9,75 0,5 13,82 8,75 0,239 0,20 2,1 3,7 MLP 6,70 1,5 8,20 6,21 0,109 ❚ 0,25 3,3 MVV Energie 27,32 0,2 31,42 24,19 0,041 ❚ 0,90 0 0,0 Patrizia Immobilien 5,03 -0,8 5,90 2,62 0,149 ❚ 0 0,0 SAF Holland 8,17 0,5 9,21 4,69 0,312 ❚ Sixt St. 33,98 -3,2 38,89 18,30 0,109 ❚ 0,20 0,6 0 0,0 SKW Stahl 19,34 1,9 21,00 14,62 0,061 ❚ 0 0,0 Ströer out-of 22,00 -0,9 27,35 18,91 0,046 ❚ TAG Immobilien 7,18 3,2 7,18 4,15 0,550 ❚ 0 0,0 TAKKT 11,62 1,9 11,80 7,40 0,046 0,32 2,8 0 0,0 Tipp24 32,41 -0,3 32,65 20,00 0,021 ❚ 0 0,0 Tom Tailor 13,25 5,2 16,99 10,38 0,239 ❚ VTG 17,23 0,1 17,39 11,44 0,072 ❚ 0,30 1,7 Wacker Neuson 12,95 7,4 13,49 9,15 0,314 ❚ 0 0,0 SDAX 5348,19 1,6 5353,58 3605,91 -

1,3692
31.01.11 29.04.11
1,30

1.336
31.01.11 29.04.11
2,25

31.01.11

29.04.11

1275

31.01.11

29.04.11

79

DEVISEN
29.04. Vor14:00 Uhr woche Euro in £ Euro in A-$ Euro in C-$ Euro in HK-$ Euro in Rand Euro in Rubel Euro in Tsch.Kronen Euro in US-$ Euro in Yen Euro in dkr Euro in nkr Euro in skr Euro in sfr Euro in S$ Euro in TRY Euro in Yuan Euro in Zloty 0,888 1,355 1,406 11,516 9,755 40,561 24,202 1,483 120,45 7,458 7,765 8,935 1,284 0,552 2,255 9,624 3,933 0,881 1,355 1,388 11,304 9,756 40,763 24,122 1,455 119,19 7,457 7,819 8,894 1,289 0,557 2,207 9,447 3,948 52-WochenHoch Tief 0,89 0,81 1,52 1,30 1,43 1,25 11,52 9,31 9,96 8,74 43,72 37,47 26,22 23,99 1,48 1,19 125,00 106,41 7,46 7,44 8,20 7,70 9,88 8,71 1,44 1,24 0,60 0,55 2,26 1,91 9,62 8,14 4,18 3,84

ANLEIHEN
Zins Name 7,25 3,38 5,00 4,75 7,88 0,00 4,13 1,00 7,50 5,50 6,25 5,00 5,00 5,00 4,50 4,25 3,25 4,00 1,50 4,25 1,75 3,50 3,00 3,25 2,25 6,63 7,88 9,00 5,00 4,88 4,50 4,50 3,13 6,63 4,00 5,41 3,13 4,88 6,38 5,00 5,00 Rating Lauf zeit 03/15 05/12 09/11 09/16 01/14 04/12 01/12 12/12 01/13 01/31 01/30 07/11 01/12 07/12 01/13 07/14 07/15 01/37 04/16 07/39 02/20 07/19 07/20 07/42 09/20 12/13 01/14 01/12 04/13 01/14 04/15 11/17 10/11 07/11 01/15 03/13 04/14 01/14 05/17 01/14 04/12 Kurs 29.04 113,16 101,41 101,38 104,10 112,10 92,52 101,54 98,86 105,72 123,13 133,07 100,66 102,50 103,92 104,58 106,19 103,08 103,10 105,43 108,28 108,45 102,86 98,45 91,23 92,46 108,72 112,22 105,00 103,97 104,93 102,81 101,70 100,47 101,00 102,95 71,16 101,65 104,80 113,99 105,01 103,38 +/- Rend % % -0,14 -0,04 -0,07 0,20 0,40 -95,5 -0,06 -0,01 -0,10 1,09 1,04 -0,04 -0,11 -0,08 0,02 0,08 0,12 1,20 0,28 1,28 1,60 0,25 0,60 1,28 0,53 0,19 -0,06 -0,18 0,07 0,28 0,19 0,38 -0,03 -0,12 0,10 0,65 0,15 -0,20 0,52 0,12 -0,10 3,58 2,04 1,57 3,89 3,15 1,97 1,71 3,94 3,81 3,75 1,23 1,26 1,58 1,70 2,21 2,46 3,80 3,77 3,10 3,20 3,73 3,19 3,05 3,10 2,18 2,90 2,98 3,73 4,19 2,13 1,93 3,14 26,5 2,54 3,02 3,79 3,05 1,52 Zins Name 5,50 5,63 4,60 6,50 5,00 5,50 4,25 6,63 5,25 3,90 4,60 6,25 5,00 6,75 4,63 4,63 9,38 5,50 6,75 3,50 4,00 4,25 3,50 4,00 2,25 2,50 2,50 2,25 1,75 2,00 6,50 4,75 6,13 5,63 3,88 3,85 4,38 5,77 6,50 4,63 5,63 Rating BB A BBBBAAA AA AA+ AAA A A BBBBBB ABBBBBB BBB A A AAA AAA AAA AAA AAA AAA AAA AAA AAA AAA AAA AAA AA AANR BBBBBBBBBBBB AAAALauf zeit 01/16 01/16 05/13 01/14 08/11 02/13 06/13 01/14 06/18 03/12 04/16 03/15 04/14 12/15 05/13 05/11 11/13 02/14 02/19 10/11 04/12 10/12 04/13 10/13 04/14 10/14 02/15 04/15 10/15 02/16 01/24 12/14 05/11 06/18 02/16 04/21 06/14 10/15 03/14 03/13 03/16 Kurs 29.04 104,22 109,23 70,50 65,29 100,95 104,90 103,62 109,80 107,84 97,20 73,23 109,60 102,60 114,30 103,05 100,16 115,13 105,84 114,67 101,02 102,39 103,64 103,23 104,83 100,55 100,79 100,46 99,44 97,01 97,18 120,00 105,45 100,04 107,21 101,43 65,00 82,35 100,25 107,60 103,79 109,43 +/- Rend % % 0,37 0,29 -1,10 -1,51 -0,05 0,15 0,30 0,05 0,33 -1,23 -1,05 0,20 0,15 0,20 -0,75 -0,07 0,11 0,20 0,63 -0,07 -0,05 -0,03 0,05 0,06 -0,09 0,09 0,15 0,16 0,44 -0,10 -0,20 -0,10 0,79 0,62 0,29 0,00 0,17 0,75 0,09 -0,16 -0,07 4,55 3,46 24,4 25,6 1,34 2,61 2,46 2,86 3,96 7,37 12,1 3,56 4,05 3,34 3,04 2,31 3,15 3,25 4,46 1,19 1,46 1,68 1,80 1,95 2,07 2,25 2,37 2,40 2,52 2,63 4,40 3,13 4,93 4,41 3,54 9,41 11,4 5,70 3,69 2,49 3,47 Zins Name 8,50 6,25 4,50 3,13 3,38 5,75 4,13 4,20 4,90 4,38 5,63 5,25 4,38 5,00 5,13 6,50 4,50 4,50 5,63 11,13 6,63 5,13 6,25 Rating Lauf zeit 05/12 04/16 03/14 05/14 02/12 07/11 02/13 07/13 07/40 03/15 03/21 05/13 03/15 06/18 12/12 02/14 02/13 01/14 06/11 07/11 07/11 05/11 03/16 Kurs 29.04 105,25 111,69 104,25 101,96 101,11 100,68 103,10 101,45 84,85 104,33 113,50 103,90 103,15 105,23 102,05 106,75 100,70 99,00 100,45 100,62 100,98 100,16 114,25 +/- Rend % % 1,00 0,41 0,10 0,24 -0,05 -0,08 0,01 0,48 0,15 0,20 0,84 0,30 -0,25 -0,27 -0,20 -0,35 0,20 0,25 -0,05 -0,29 -0,08 -0,05 0,00 3,19 3,64 2,95 2,44 1,88 1,83 2,35 3,51 6,01 3,16 3,94 3,25 3,49 4,13 3,82 3,88 4,06 4,88 2,65 7,80 1,98 2,08 3,06 Akzo Nobel BBB+ BASF A Belgien AA+ Bertelsmann BBB Bertelsmann BBB BMW Fin. A3 BMW Finance ABSA 10 IV AAA Bulgarien BBB Bund 00 AAA Bund 00 III AAA Bund 01 AAA Bund 02 AAA Bund 02 AAA Bund 03 AAA Bund 04 AAA Bund 05 AAA Bund 05 AAA Bund 06 AAA Bund 07 AAA Bund 09 AAA Bund 09 AAA Bund 10 AAA Bund 10 II AAA Bund 10 III AAA Carrefour ADaimler BBB+ Daimler BBB+ Deutsche Börse AA Deutsche Post BBB+ Dexia AAA Dexia AAA Dexia Credit AA+ BBB+ Dt.Telekom Dt.Telekom Fin BBB+ DZ Bank NR EIB AAA E.ON A E.ON A France Telec. AFrankreich AAA Fresenius Fin. GdF Suez Griechenland Griechenland Helaba Helaba Fin Henkel IBM ING Bank Irland Irland Kraft Foods Kroatien Linde Fin. Lufthansa Metro Finance Metro Finance Nokia Nokia Obl.S.149 Obl.S.150 Obl.S.151 Obl.S.152 Obl.S.153 Obl.S.154 Obl.S.155 Obl.S.156 Obl.S.157 Obl.S.158 Obl.S.159 Österreich Pfizer Philips Polen Porsche Portugal Portugal Raiffeisen Zbk. Repsol Int. Roche Holdings Roche Holdings Rumänien BB+ RWE A Schlumberger Fin. A+ Schweden AAA Shell Fin. AA Siemens A1 Siemens Finance A+ Spanien AA Spanien AA StatoilHydro AAStatoilHydro AASüdafrika BBB+ ThyssenKrupp BB+ Tschechien A TUI BTürkei BB Ungarn BBBUngarn BBBUngarn BBBVenezuela BBVoith Baa2 VW Credit AWeltbank AAA

Alumina Amcor Anglogold A. Anglo Platinum A.N.Z. Bank BHP Billiton Commonw.Bk. FirstRand Fosters Group Gold Fields Harmony Gold Impala Plat.H. Macquarie Group Nat.Austr. Bank Newcrest M. News Corp. Qantas Rio Tinto (Aus) Santos Sasol Telecom NZ Vale Vz. Westpac Banking ▲ Woodside Petro.

LEGENDE
Aktienkuse: Alle Kurse werden in der Originalwährung der Börse angegeben, an der sie notiert sind: Deutschland und EuroStoxx in Euro, US-Aktien in US-Dollar und die Aktien aus dem übrigen Europa und aus Fernost in der Landeswährung. Die Kurse für Dax, Mdax und TecDax stammen von Xetra, die weiteren Aktien vom Parkett. Wenn am Freitag bei einer Aktie kein Kurs festgestellt wurde bezieht sich die Angabe auf den letzten „Bezahlt“-Kurs. Anleihen: Kurse von der Frankfurter Börse in %. Devisenkurse: Referenzkurse der Europäischen Zentralbank ▲= 52-Wochen-Höchstkurs ▼ = 52-Wochen-Tiefstkurs NA = Namensaktie Vz. = Vorzugsaktie nen Aktien der Gattung multipliziert mit dem aktuellen Kurs

Dividende und Dividendenrendite:
zuletzt gezahlte Ausschüttung Q = Quartalsdividende H = Halbjahresdividende J = Jahresdividende (kein Zeichen: keine Angaben) KGV: Kurs/Gewinn-Verhältnis, errechnet auf Basis der durchschnittlichen Gewinnprognosen deutscher und internationaler Investmenthäuser für 2012 V = Verlust – = keine Angaben

ZINSEN
in % Einlagenfazilitaet Umlaufrendite (10j.Restlf.) Euro-Tagesgeld (Banken) Euribor (1 Woche) Euribor (1 Monat) Euribor (3 Monat) Euribor (1 Jahr) Euro-Libor (1 Monat) Euro-Libor (1 Jahr) Hypo-Zins 5 Jahre Hypo-Zins 10 Jahre Hauptrefinanzierungssatz Spitzenfinanzierungssatz Bobl-Future Schatz-Future Bund-Future REX 2jährige Bund, Rendite 5jährige Bund, Rendite 0,50 3,05 1,23 1,23 1,24 1,39 2,13 1,19 2,10 4,11 4,44 1,25 2,00 115,20 107,28 122,86 121,95 1,80 2,60

ROHSTOFFE
29.04. VorSchluss woche 52-WochenHoch Tief Gold (Fix. London) 1531,00 1507,0 1531,0 1164,0 Silber (Fix. London) 48,70 46,26 48,70 17,36 Platin (Fix. London) 1835,00 1812,0 1858,0 1492,0 Palladium (Fix. Lond.) 777,00 765,00 858,00 419,00 Crude Oil (Brent, Lon.) 124,10 123,19 125,52 69,07 Aluminium ($/t, Lond.) 2772,00 2731,5 2772,0 1828,5 Blei ($/t, London) 2531,00 2670,0 2939,0 1558,5 Kupfer ($/t, London) 9370,50 9611,0 10148,0 6091,0 Kupfer (Del-Notitz) 641,52 666,94 764,69 514,51 Nickel ($/t, London) 26610,00 26655,0 29030,0 17955,0 Zink ($/t, London) 2221,50 2336,5 2556,5 1595,0 Zinn ($/t, London) 32275,00 32675,0 33255,0 15830,0

Gewinn:
+/- % = Gewinnwachstum vom Jahr 2010 auf 2011

Trend:
+ = Wertentwicklung der Aktie besser als der Index des Segments – = schlechter als der Index o = wie der Index W = Wochenvergleich U = seit Jahresultimo Weitere deutsche Aktien im Vergleich zum Dax. Quelle: SIX Telekurs AG. Zusammenstellung: Finanzen Verlag, München

Umsatz:
gehandelte Stückzahl in Frankfurt (Parkett plus Xetra) ❚ = Umsatzanstieg um mehr als zehn Prozent ❚ = Umsatzrückgang um mehr als zehn Prozent (kein Zeichen: Veränderung innerhalb der Bandbreite von zehn Prozent)

Marktkapitalisierung:
Anzahl der zum Börsenhandel zugelasse-

+

1. M A I 2 011

W E LT A M S O N N TAG

N R . 18

INVESTMENTFONDS 49
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Europaf. Renten EU 51,76#50,25 +0,02 -0,02 0,9 0,3 Global OptiMix EUR EU 37,26#35,83 +2,34 -54,17 Global Player EUR EU 25,75#24,76 -0,04-292,07 0,0 EU 121,79#117,39 +0,05 -4,23 12,7 Protekt Plus EU 38,99#37,49 +2,68 -66,53 0,0 VL Invest EUR FT EuroCorporates FT Europazins FT Liquima FT Protect.Growth FT-Rendite Plus SMS Ars selecta

ANZE GE
Ve ö en chung de An e sp e se von Qua ä s onds m Wochenve g e ch − m ge e von vwd g oup
m W ProtIP220 StratSE2 m % Forte Dachfd. Geldmarkt Plus Mezzo Dachfd. Piano Dachfd. Rendite Plus Trend Selekt APO Vivace INKA Balance Select Glb. Opp.Conc.Pf. Globalway Fonds AHW Sicav LRII Telefon 01805/23 82 82 www.ahw-capital.com AHW Top-Div.Int. AHW Top-Div.Int.B AHW Top-Div.Int.C Zielfonds 2015-019 Zielfonds 2020-024 Zielfonds 2025-029 Zielfonds 2030-034 Zielstr.Chance Zielstr.Chance Pl Zielstr.Wachst Zukunftsplan I Zukunftsplan II Zukunftsplan III Zukunftsplan IV

EU*

#1173,91+1,44
+1,06 10,21 +0,04 0,00 +0,56 0,55 +0,31 3,76 +0,19 0,00 +0,93 -70,79

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,1 1,1 0,0 0,0

Apo Asset Management
EU* 42,64#41,00 EU* 48,71#48,71 EU* 49,50#48,06 EU* 55,57#54,48 EU* 48,55#47,60 EU* 32,30#31,36

Aberdeen Immobilien KAG
DEGI EUROPA DEGI GE BUSINES DEGI GL BUSINES DEGI Internat.

EU 39,87#37,97 EU 97,67#97,67 EU 75,79#75,79 EU 46,37#44,16

+0,11 -17,96 +0,11 0,00 +0,07 -30,82 -1,78 -3,83

0,0 0,0 0,0 0,0

EU 43,46#43,46 +0,42 EU 43,63#42,15 +1,13 EU 44,59#43,08 +1,53 EU 47,89#46,27 +1,63 EU 111,84#109,65 +0,94 EU 114,38#112,14 +1,30 EU 109,40#107,25 +0,58 EU 147,32#144,43 +1,18 EU 132,32#129,73 -0,05 EU 119,33#116,99 -0,03 EU 114,32#112,08 +0,02

3,14 7,66 13,15 14,64 3,69 5,36 2,84 29,75 17,61 12,79 5,57

EU 55,07#53,47 +0,24 EU 138,11#134,09 +0,01 EU 60,56#60,56 +0,02 EU 98,60#93,90 +1,56 EU 65,83#65,50 ±0,00 EU 43,52#41,85 +1,18

0,00 0,00 0,00 72,61 0,00 1,89

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Me z e LBB nves

nves men GmbH

Apo Bank / INKA Intern. KAG
EU* 50,32#48,38 +0,29 -15,79 EU 65,75#62,32 +0,56 12,26 EU 77,76#73,71 +2,45 12,72 EU 52,43#49,70 +1,18 30,58 EU 74,98#71,41 EU 54,71#52,10 EU 47,47#46,54 EU 52,41#49,91 EU 39,89#37,99 EU 53,69#52,13 EU 51,68#49,22 EU 48,05#45,76 EU 51,10#48,67 EU 47,94#45,66
+0,99 19,39 +0,46 13,30 +0,04 0,00 +0,58 0,00 +3,26 -46,78 +0,13 0,00 +0,02 0,00 +1,37 31,72 +0,08 0,00 +0,95 -3,85

Deka International (Lux)
Berol.Ca.Chance EU 46,21#44,86 +1,59 27,26 EU 45,44#43,90 +2,05 33,01 Berol.Ca.Premium EU 45,75#44,63 +0,45 10,65 Berol.Ca.Sicherh. EU 43,64#42,47 +1,02 16,38 Berol.Ca.Wachst. EU #100,79 +0,31 0,00 Best of Ga 10/2013 BF EuroRentTR CFA EU 112,81#109,52 +0,05 0,00 BF EuroRentTR IA EU 102,70#100,69 +0,05 0,00 BF EuroRentTR SA EU 102,74#100,73 +0,05 0,00 BORA Protect 3/2012 EU #103,80 +0,91 0,00 EU #101,01 +1,18 0,00 CapGarant 3 EU #94,90 +0,03 0,00 ChampionsGarant EU #94,63 +1,41 0,00 Commodities I (A) EU #101,50 +1,42 0,00 Commodities I (T) Commodities TF (A) EU #91,89 +1,40 0,00 EU 51,63#50,13 +0,28 0,00 Corp.Bd. Euro CF EU 49,85#49,85 +0,28 0,00 Corp.Bd. Euro TF Corp.Bd.HY Euro CF EU 40,91#39,72 +0,61 0,00 EU #99,26 ±0,00 0,00 Deka 04/2012 EU 33,48#32,27 +3,36 10,37 Deka Eu.StocksCF EU 30,98#30,98 +3,34 8,77 Deka Eu.StocksTF EU #97,38 +1,23 0,00 Deka EuroGarant 7 Deka:DeutschlGara1 EU #98,69 +0,65 0,00 EU #104,17 +2,64 0,00 Deka:DeutschlGara2 EU #99,42 +1,76 0,00 Deka:DeutschlGara3 Deka-CapGarant 1 EU #115,05 +1,21 0,00 EU #108,32 +1,65 0,00 Deka-CapGarant 2 EU #93,47 +1,40 0,00 Deka-Commod CF(A) Deka-Conv.Akt. TF EU 176,33#176,33 -2,03 56,98 Deka-Conv.Aktien CF EU 195,67#188,60 -2,04 56,28 Deka-Conv.Rent. TF EU 49,69#49,69 +0,22 0,00 Deka-Conv.Renten CF EU 51,90#50,02 +0,22 0,00 Deka-Conv.Sm.Mid.CF EU 168,70#162,60 -0,71 42,79 Deka-Conv.Sm.Mid.TF EU 159,73#159,73 -0,71 42,21 Deka-DtlGarant 4 EU 104,63#101,09 +2,02 0,00 EU #100,50 ±0,00 0,00 Deka-EuroGar 5/11 Deka-EuroGarant 1 EU 101,85#98,41 +1,97 0,00 EU #100,48 +0,01 0,00 Deka-EuroGarant 2 EU #99,19 +0,10 0,00 Deka-EuroGarant 3 EU #98,35 +0,12 0,00 Deka-EuroGarant 4 EU #104,08 +1,04 0,00 Deka-EuroGarant 5 EU #110,78 +1,38 0,00 Deka-EuroGarant 6 Deka-EuroGarant 8 EU #99,72 +1,99 0,00 Deka-EuroGarant 9 EU 99,26#95,90 +1,19 0,00 Deka-EuroGarant10 EU 100,06#96,68 +1,10 0,00 EU #97,69 +1,40 0,00 Deka-EuropaGarant1 Deka-EuropaGarant80 EU 109,96#109,96 +1,11 9,56 Deka-Flex:EUR A EU 1004,29#996,81 +0,04 0,00 Deka-Flex:EUR C EU 1152,78#1144,20+0,04 0,00 Deka-GeldmarktPlanPB EU 1001,12#1001,12+0,010,00 Deka-Gl.Con.Rent. CF EU 44,29#42,69 -0,26 0,00 Deka-Gl.Conv.Re.TF EU 42,27#42,27 -0,26 0,00 EU #40,04 +0,10 0,00 Deka-KickGarant 06 DekaLux Bond EUR EU 60,12#58,37 +0,09 0,01 EU 479,16#455,22 -1,58 46,69 DekaLux Pazifik EU 48,69#48,69 +0,47 10,79 DekaLux USA TF DekaLux-BioTech CF EU 128,56#123,91 +2,33 26,49 DekaLux-BioTech TF EU 121,47#121,47 +2,32 27,72 EU #0,00 -100,00 0,00 DekaLux-Japan CF DekaLux-MidCapTF A EU 47,79#47,79 +1,34 54,93 DekaLux-PharmaT.TF EU 113,05#113,05 +0,85 11,90 DekaLuxTeamEMBdCF EU 104,85#101,06 +0,56 0,00 DekaLuxTeamEMBdTF EU 100,33#100,33 +0,55 0,00 DekaLuxTeamEmMkts EU 108,02#102,62 -1,80 5,63 DekaLux-Treas. EUR EU 50,30#50,30 +0,02 0,00 DekaLux-Treas. USD US 98,01#98,01 ±0,00 0,00 Deka-PharmaTech CF EU 118,43#114,15 +0,85 12,77 Deka-Rent 3-7 CF A EU 1249,23#1212,84+0,12 0,00 Deka-Rent 3-7 CF B EU 58,14#56,45 +0,11 0,00 Deka-RentEur1-3CF(A) EU 1001,89#977,45+0,01 0,00 Deka-Russland CF EU 149,29#143,89 -2,48 29,19 Deka-Russland TF EU 142,44#142,44 -2,48 28,68 Deka-ToReSt.94I A EU 103,35#99,61 +0,41 0,10 Deka-WldTopGarant1 EU #96,31 +0,20 0,00 EU #100,21 +0,01 0,00 Deka-WorldGarant 1 EU #98,80 +0,13 0,00 Deka-WorldGarant 2 EU #99,19 +0,11 0,00 Deka-WorldGarant 3 EU #97,23 +0,31 0,00 Deka-WorldGarant 4 EU #116,67 +1,13 0,00 Deka-WorldGarant 6 EU #103,28 +1,35 0,00 Deka-WorldGarant 7 EU #98,28 +1,20 0,00 Deka-WorldGarant 8 EU #88,79 +5,68 0,00 Disc.Strategie 5y EU #100,26 +0,99 0,00 EuroGarant Plus 5 Geldmarkt Plan CF EU 998,65#993,68 +0,01 0,00 GeldmarktGar. TF(A) EU 4799,73#4799,73+0,01 0,00 Geldmarktplan TF EU 993,50#993,50 +0,01 0,00 GlobalResources CF EU 96,12#92,65 -0,15 2,99 GlobalResources TF EU 91,45#91,45 -0,15 -26,58 EU 105,51#101,70 +0,75 -5,18 GlobalSelect CF EU 100,43#100,43 +0,74 0,63 GlobalSelect TF Inst. OptiCash CF EU 5575,65#5520,45+0,01 50,05 Inst. OptiCash TF EU 5434,12#5434,12+0,01 40,81 Inst. OptiFlex CF EU 5490,75#5436,39+0,02 7,47 EU 5406,48#5406,48+0,03 7,09 Inst. OptiFlex TF Inst.GldmktGarCF A EU 4824,46#4800,46+0,02 0,00 EU #106,96 +0,16 0,00 Kick Garant 1 EU #43,21 +0,05 0,00 KickGarant 2006 II Ludwigsburg Bof15 EU 91,21#89,42 +0,37 -4,22 Ludwigsburg Bof35 EU 96,36#94,01 +0,59 -0,72 Ludwigsburg Bof70 EU 98,54#95,90 +1,18 2,19 EU #104,76 -2,40 12,35 MidEast&Africa CF EU #103,98 -2,40 13,59 MidEast&Africa TF SpreadGarant 12/2013 EU #98,61 +0,17 0,00 Tr.CreditStrat.S(A) EU 100,05#96,43 +0,12 0,00 Wandelanleihen CF EU 52,93#51,39 +0,73 -1,65 Wandelanleihen TF EU 50,46#50,46 +0,74 -1,68 EU #100,12 +0,01 0,00 WldGar.BestSt.4/12 EU #40,26 +0,10 0,00 WorldGar. 10/2011 EU #40,88 +0,12 0,00 WorldGar.+ 5/2011 EU #40,10 +0,02 0,00 WorldGarant 1/2012 EU #100,55 +0,03 0,00 WorldGarant 2/2012 WorldGarant 8/2012 EU #98,79 +0,06 0,00 WorldGarant10/2012 EU #100,15 +0,06 0,00 EU #44,38 -0,49 0,00 WorldGarPl. 6/2012 EU #41,00 -0,12 0,00 WorldGarPl.10/2011 EU #99,08 +0,07 0,00 WorldTopGarant EU #102,10 +1,13 0,00 WorldTopGarant 2 ZielGar. 2010-2013 EU 101,99#101,99 +0,03 -5,72 ZielGar. 2014-2017 EU 99,52#99,52 +0,15 -12,43 ZielGar. 2018-2021 EU 92,68#89,55 +0,24 -23,79 ZielGar. 2022-2025 EU 83,20#80,39 +0,15 -33,89 ZielGar. 2026-2029 EU 84,85#81,98 +0,21 -33,05 ZielGar. 2030-2033 EU 79,50#76,81 +0,26 -40,06 ZielGar. 2034-2037 EU 77,27#74,66 +0,24 -42,61 ZielGar. 2038-2041 EU 74,34#71,83 +0,42 -46,73 ZielGar. 2042-2045 EU 73,58#71,09 +0,38 -47,10 ZielGar. 2046-2049 EU 73,58#71,09 +0,38 -47,53 ZielGar. 2050-2053 EU 73,71#71,22 +0,52 -45,95 0,0 0,0 0,0 0,0 5,5 9,5 0,0 0,0 0,0 2,5 0,0 0,0 6,6 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 2,8 0,0 0,7 0,3 1,5 2,6 0,0 0,0 0,3 0,3 0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0 0,1 2,8 0,0 0,4 0,0 1,6 0,0 366,1 404,5 0,0 0,0 0,0 4,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,1 0,0 1,5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 502,4 0,0 438,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 2,4 2,8 2,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,2 0,0 0,0 0,8 68,8 60,7 44,9 41,6 0,0 0,0 4,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,4 2,1 0,0 0,0 0,0 0,0 4,3 3,5 4,4 2,4 0,0 5,2 3,8 4,4 0,0 0,0 7,0 6,2 4,7 3,0 2,5 2,6 2,6 2,5 2,3 2,4 2,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Tel.: 01803 - 10 11 10 11 Fax: 01803 - 10 11 10 50 www.dws.de info@dws.de Astra-Fonds DWS Akkumula DWS Akt. Str. De. DWS Bonus Aktiv DWS Convertibles DWS Deutschland DWS EURO Strat.Ren DWS Eurol.Strat. DWS Europ. Opp. DWS Eurovesta DWS Geldmarkt Pl. DWS Inter Genuss DWS Inter-Renta DWS Investa DWS Klimawandel DWS Plusinv.Wach. DWS Select-Invest DWS Select-Rent DWS Stiftungsfonds DWS TOP 50 Asien DWS TOP 50 Europa DWS TOP 50 Welt DWS Top Dividende DWS Vermögensb.I DWS Vermögensb.R DWS Vors. AS Dyn. DWS Vors. AS Flex DWS Zukunftsress. Immoflex Ring-Aktienfd. DWS Ring-Internat.DWS Ring-Rentenfd. DWS Alpha Strat.FC Alpha Strat.LC BRIC Plus LC Convertibles FC Convertibles LC Divers.FI Strat.FC DWS Inv.EO.Bds.LC DWS Inv.Gl.Agri.L Euro Bds (short)LC Euro Corp.Bonds LD Europ. Equities LC Europ. S/M Cap LC Europ.Di.+LC Gl. Infrastruct.LC Global Value LC Inv. Chinese Eq LC New Ressources LC Top 50 Asia LC Total Return Bd.LC

W W Tel: 01801 / 16 36 16 www.geninvest.de 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 AktivMix Ertrag AktivMix Vario Sel Balance C.+E.Europ.Bonds D C.+E.Europ.Equit.D Cap Mkt Strategies Dynamik Dynamik Europa Dynamik Global GaranT 1 DX GaranT 2 DX GaranT 3 DX GaranT 4 DX GaranT 5 DX Geldmarkt Euro German Equities DX Gl.Multi Utilit.DX Wachstum

Berenberg Lux Invest S.A.

BNY Mellon Service
antea Balanced BHW Laz.Short T.Pl Eur.Prot.2012Extra Europa Eurorent Gl. Protect 2012 Megatrend Protect 2013 D Triselect C&P ClassiX C&P QuantiX

EU* 55,01#51,85 +1,29 -62,34 EU* 60,21#57,76 +1,28 -41,71 EU* 59,77#57,92 +1,29 -40,03

0,0 0,0 0,0

Tel. 00352 248 329 301 www.alceda.lu alceda@alceda.lu AC Arabia Inside EU* 90,46#88,69 -0,98 IVP-Global Wachstum EU 9,19#8,75 +1,63 IVP-Globale Werte EU 14,97#14,26 +1,93 OneWorld Tactics EU* 38,20#36,38 -0,76 -3,66 18,58 36,09 0,18

C&P Funds (Creutz & Partners)
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

EU* 33,26#31,98 +1,89 -0,29 EU* 47,24#45,42 -0,11 -0,29 EU 108,91#103,72 +1,25 -5,67 EU 122,00#118,45 -1,95 0,00 US* US* US* #253,85 -1,07 -6,51 #376,69 -0,78 -1,57 #127,44 +1,36 7,10

CONREN
CONREN Fortune

Alger
Alger La. C.Gr. B Alger M.Cap Gr. B Alger SmallCap B Am. Asset Gr. A China US Gwth Cls A La. C. Fd A M. Cap Fd A Sm.Cap Fd A

US* 11,42#11,42 US* 6,53#6,53 US* 7,41#7,41 US* 32,96#30,98 US* 15,99#15,03 US* 8,39#7,88 US* 12,87#12,10 US* 11,26#10,59

+1,51 +0,15 +1,37 +2,31 +0,20 +2,07 +1,09 +2,62

CPB Immobilien KAG
Const.Real Est.A Global Resources Precious Metal Ren.Alt.&Sust.Res.

Craton Capital
0,0

49,40 29,71 27,20 36,36 49,65

CSAM Immob. Kapitalanlagegesellschaft
CS EUROREAL Property Dynamic Financial Fd A Opportunities Fd.A Real Estate Fd A Value Fund A

EU* 62,19#59,23 +0,03 1,95 EU* 109,62#109,62 +0,16 0,00 US* 17,08#16,10 US* 26,57#25,04 US* 16,07#15,15 US* 31,15#29,36
-0,12 +1,34 +0,07 +1,28 13,41 32,23 32,84 17,34

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

EU 195,52#186,21 +0,68 23,42 EU 596,47#568,06 -0,22 0,03 EU 199,30#189,80 +4,36 33,55 EU 47,13#45,31 +1,03 9,18 EU 122,96#119,37 -1,03 1,21 EU 126,74#120,70 +3,60 20,86 EU 41,54#40,53 -0,37 -0,02 EU 36,54#35,65 +0,03 -0,01 EU 175,04#166,70 +2,06 4,05 EU 101,34#96,51 +2,39 -18,31 EU 67,58#67,58 +0,04 0,00 EU 35,81#34,77 +0,35 5,41 EU 13,34#12,94 -0,99 -0,02 EU 114,71#109,24 +3,65 4,71 EU 36,02#34,30 +1,12 -46,93 EU 41,32#39,35 -0,40 17,23 EU 281,18#267,78 +3,80 23,87 EU 48,21#47,03 +0,15 0,00 EU 47,87#46,47 +0,37 1,84 EU 106,93#102,82 -1,64 42,50 EU 100,55#96,68 +1,47 5,25 EU 58,51#56,25 +0,45 -33,10 EU 83,87#79,87 +0,49 37,28 EU 93,76#89,29 -0,20 -23,15 EU 16,78#16,29 +0,25 0,00 EU 87,57#84,20 +1,29 -15,77 EU 84,42#81,17 +1,27 -6,07 EU 54,80#52,19 +0,81 1,66 EU 106,24#101,17 +0,18 -2,53 EU 52,54#50,17 +2,66 23,82 EU 85,05#81,21 +0,92 -1,79 EU 22,29#21,28 +0,38 0,00 EU 121,96#121,96 +0,11 EU 121,95#118,29 +0,09 EU 219,40#208,43 -2,72 EU 146,25#146,25 +0,79 EU 143,97#139,65 +0,77 EU 110,32#110,32 +0,04 EU 111,91#108,55 +0,29 EU 127,20#120,84 -0,51 EU 132,46#128,49 +0,13 EU 104,89#101,74 +0,32 EU 132,08#125,48 +2,57 EU 127,35#120,99 +2,12 EU 128,06#121,66 +1,91 EU 100,53#95,51 +0,76 EU 103,70#98,51 +0,03 EU 159,63#151,65 -2,43 EU 110,74#105,20 +1,79 EU 178,79#169,85 -1,02 EU 119,40#115,82 -0,11
3,92 2,99 54,45 4,03 4,27 0,00 -0,01 26,81 0,00 0,00 31,30 10,75 36,60 -9,85 -4,33 33,81 3,37 61,90 -0,47

EU* 57,92#56,23 +0,04 EU* 57,92#56,23 -0,16 EU 55,43#55,43 +2,01 EU* 160,55#155,87 +0,78 EU* 258,85#246,53 +1,76 EU* 118,48#112,84 +1,60 EU 42,42#42,42 +0,43 EU 47,82#47,82 +3,37 EU 39,66#39,66 +1,95 EU* 108,54#105,38 +0,12 EU* 102,94#99,94 -0,10 EU* 108,77#105,60 -0,08 EU* 101,92#98,95 +0,13 EU* 99,81#96,91 +0,33 EU* 59,23#59,23 +0,03 EU* 99,22#94,49 +4,59 EU* 189,12#180,11 +1,44 EU 53,87#53,87 +2,77

-0,69 -1,00 5,64 0,00 62,58 9,62 16,91 11,91 13,25 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 -7,55 55,61 10,83

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

W

Me z e

e and L d

MK LUX NVEST S A Monega Kap a an GmbH

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 W W W W

Gutmann Kapitalanlage
PRIME Val Growth T EU 113,45#108,00 +0,47 6,51 Prime Values Inc T EU 130,95#124,65 -0,08 4,34

HANSAINVEST
4Q-SMART POWER Active DSC Opp T Active DSC Ret T ALPINE ALPH

EU 54,93#52,31 +1,12 13,82 EU 76,50#72,51 -1,04 EU 73,83#69,98 -0,99

München Rohstofffd EU 129,04#129,04 +0,80 -0,01 EU 54,51#51,91 +1,80 27,19 OCP International OP Cash Euro Plus EU 33,00#32,67 +0,15 0,00 CH 153,13#147,95 +0,34 0,18 OP-Invest (CHF) EU 103,81#98,87 -0,05 0,77 OPti Cash R Pf Defensiv OP EU 53,49#51,93 +0,50 -6,46 EU 50,48#48,08 +1,63 40,27 Pf Dynamisch OP Pf Moderat OP EU 49,27#46,92 +0,84 -4,75 PHARMA/HEALTH US 283,10#277,55 +2,68 32,07 EU 57,33#54,60 -2,41 24,52 PTAM Bal. Pf. OP PTAM Def.Portf.OP EU 49,70#47,33 -0,94 9,10 R&G Best Select OP EU 87,79#84,41 +1,67 5,51 Rentenstrat.MM.OP EU 54,84#52,73 +0,34 -2,67 RP GlMarkSel R (D) EU 89,30#85,05 +0,91 78,20 EU 85,37#81,30 +1,11 42,06 RP GlSecRot R (D) EU 102,74#97,85 +0,42 8,94 Sel. Dynamic OP Sel. Protection OP EU 105,29#105,29 -0,08 -4,48 Selecta Val Opp OP EU 106,92#101,83 +0,15 5,87 EU 48,60#46,29 +1,38 43,36 Special Opp. Str.Verm. OP RT 10 EU 962,63#916,79 +0,31 -1,46 Str.Verm. OP RT 14 EU 957,75#912,14 +0,52 -3,95 Str.Verm. OP RT 2 EU 959,28#913,60 +0,25 -1,14 Str.Verm. OP RT 20 EU 976,09#929,61 +0,77 2,30 Str.Verm. OP RT 6 EU 963,29#917,42 +0,38 -3,30 Swiss Opportunity CH 179,28#170,74 +2,62 37,99 Tb Commodity A IV EU 112,47#107,11 +0,76 0,00 Tib. Commodity A. I EU 114,35#108,90 +0,78 0,00 Tib. Commodity A. R EU 109,43#104,22 +0,75 0,00 Tib.Act.Commodity US 139,63#132,98 +1,19 0,00 Tib.EuroBond OP I EU 121,67#118,13 +0,15 0,00 Tib.EuroBond OP R EU 120,61#117,10 +0,15 0,00 EU 121,84#118,29 -0,25 0,00 Tib.Int.Bond OP I Tib.Int.Bond OP R EU 120,52#117,01 -0,26 0,00 EU 59,34#57,33 +1,02 16,45 Top Ten Balanced EU 72,12#68,69 +1,58 13,07 Top Ten Classic US Opportunities OP US 173,78#165,50 +3,78 22,99 Verm.Strat.RT 10 OP EU 1050,00#1000,00+0,49 0,46 Verm.Strat.RT 2 OP EU 1037,00#987,62 +0,17 -0,93 Verm.Strat.RT 6 OP EU 1045,97#996,16 +0,28 0,44 EU 29,49#28,36 +3,54 47,04 Weisenh.Europa

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

UniEuroRenta EU* 64,46#62,58 +0,24 0,00 0,0 UniEuroRentaHigh Y EU* 36,06#35,01 +0,43 0,00 0,0 EU* 64,80#61,71 +1,05 43,35 44,1 Unifavorit: Aktien UniFonds EU* 42,56#40,53 +3,02 32,35 30,1 UniFonds-netEU* 61,95#61,95 +2,98 16,41 13,6 EU* 116,87#111,30 +0,19 8,47 10,0 UniGlobal UniGlobal-netEU* 67,31#67,31 +0,18 1,82 3,6 UniJapan EU* 28,81#27,44 +1,59 -82,94 -60,4 UniKapital EU* 107,63#105,52 ±0,00 0,00 0,0 UniKapital-netEU* 43,41#43,41 -0,07 0,00 0,0 UniNordamerika EU* 123,18#117,31 +0,06 -10,14 -6,0 UnionGeldmarktfonds EU* 50,70#50,70 +0,02 0,00 0,0 UniRak EU* 85,20#82,72 +1,11 27,59 27,0 EU* 45,04#45,04 +1,10 -2,17 -2,9 UniRak -netUniReits EU* 69,96#67,27 +2,14 -44,24 -41,5 UniRenta EU* 18,05#17,52 -0,74 0,00 0,0 EU* 39,00#37,86 +1,04 25,96 25,1 UniSel. Global I UniStrat.Offensiv EU* 29,58#28,72 +1,06 3,20 3,2 UniStrat: Ausgew. EU* 42,08#40,85 +0,84 7,55 7,4 UniStrat: Dynam. EU* 33,34#32,37 +0,90 8,15 7,8 UniStrat: Konserv. EU* 53,80#52,23 +0,66 8,91 8,6 VR Main.Sel.Union EU* 53,18#53,18 -0,06 7,81 8,3 VR WestMünsterland EU* 49,73#48,78 +0,39 -1,89 -2,3 VR-BK RH.-NK.UNI.BA EU* 112,56#109,55+0,37 0,45 0,4

Tel.: +43 (55 17) 202-01 www.walserprivatbank.com Walser Pf Akt.Eur.

EU 75,13#71,55 +2,80 36,56

5,0 27,0 1,2 5,6 22,6 0,0

Walser Pf.Cap.USD US 182,98#177,65 +0,48 -0,00 Walser Pf.Class.NA US 135,22#128,78 +4,54 88,58 Walser Pf.EmMkt.Se EU 99,50#94,76 -0,86 -3,58 Walser Pf.Germ.Sel EU 183,11#174,39 +2,07 31,06 Walser Pf.Gl.St.S. Walser Pf.Rent Eur Walser Pf.Rent Gl. Walser Valor AT -V-

EU 111,90#106,57 +0,12 2,20 EU 129,84#126,06 +0,25 -0,00 EU 107,91#104,77 -0,73 -0,00 EU 89,29#85,04 -0,12 7,80

Tel.:+352 - 27 35 72 - 1 info@wallberg.eu www.wallberg.eu Acatis AktienD ELM EU 160,06#151,72 +1,44 62,83 Wallb. Acatis V I 0,0 0,0 0,0

Union Investment Luxemburg
Berliner VB Garant EU* 0,00#123,80 +0,15 0,00 Divid. Ass A Net EU* 49,81#49,81 +1,03 3,16 EU* 50,80#48,85 +1,03 4,08 DividendenAss A EuropeanEquities A EU* 60,91#58,57 +1,53 12,21 EuroRent.Corp.2012 EU* 0,00#43,40 +0,14 0,00 Gl. Hi.Yi. Invest EU* 41,21#41,21 +0,39 0,00 Klimawandel 2014 EU* 0,00#101,15 +0,01 0,00 LIGA-Pax-Cattol.-U EU* 1191,23#1170,74+1,38 5,52 LIGA-Pax-Corp.-U. EU* 40,65#39,47 +0,33 0,00 UG BestofA Kon.2015 EU* 0,00#114,69 +1,36 0,00 UGaTop: Europa III EU* 108,75#103,52 +0,23 -4,73 UGDouble(2011) EU* 0,00#99,14 ±0,00 0,00 UGGTitan(2011) EU* 0,00#99,51 -0,02 0,00 UGGTitan(2011)II EU* 0,00#98,84 +0,03 0,00 UGP:BestofA2014 II EU* 0,00#99,39 +0,31 -0,09 UGP:Commod.2012 II EU* 0,00#128,58 -0,68 0,00 UGP:D.-St. 2013 EU* 0,00#104,32 +0,12 0,00 UGP:D.-St. 2013 II EU* 0,00#101,80 +0,08 -0,02 UGP:Deutschl. 2012 EU* 0,00#102,94 +0,13 0,00 UGP:Klimawand2013 EU* 0,00#100,30 +0,12 0,00 UGPBestofAss(2014) EU* 0,00#100,21 +0,11 0,01 UGPBestW(2014) EU* 0,00#99,59 +0,14 0,00 UGPEurop(2011) EU* #122,24 ±0,00 -9,77 UGPEurop(2011)II EU* 0,00#131,72 +0,40 3,75 UGTEuropa EU* 123,65#117,70 +0,20 0,10 UGTEuropa II EU* 112,49#107,08 +0,25 -3,08 UGTop:Europa V EU* 112,29#106,89 +0,08 -3,99 UMM:Eur-Corporates EU* 39,00#39,00 +0,03 0,00 Uni.Gar+ Reits 2012 EU* 0,00#103,23 -0,15 0,00 UniAsia EU* 44,00#41,90 -0,99 36,30 UniAsia Pacif. net EU* 95,31#95,31 -1,26 51,02 UniAsia Pacific A EU* 96,77#93,05 -1,25 50,92 UniCommodities EU* 86,48#82,36 +0,12 0,00 UniDoubleChance EU* 46,13#43,93 +0,73 13,07 UniDyn.Eur-net A EU* 34,74#34,74 +1,14 33,39 EU* 57,72#55,50 +1,17 35,38 UniDyn.Europa A UniDyn.Gl.-net- A EU* 20,34#20,34 -0,29 24,78 UniDynamic Gl. A EU* 32,43#31,18 -0,22 26,73 UniEM Fernost EU* 1183,78#1127,41-1,53 48,65 UniEM Osteuropa EU* 2776,23#2644,03-1,24 28,88 UniEMGlobal EU* 81,24#77,37 -1,71 45,38 UniEu.Kap.Co.net A EU* 36,84#36,84 +0,16 0,00 UniEu.Re.Governm.A EU* 69,08#67,07 +0,18 0,00 UniEuReal Zins-net EU* 58,91#58,91 +0,31 0,00 UniEuRenta Em.Mkt. 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EU* 33,39#32,11 +1,33 39,11 UniMoneyM.: USD US* 991,32#991,32 -0,01 0,00 UniMoneyM.:EURO A EU* 498,69#498,69 +0,04 0,00 UniOpti4 EU* 102,05#102,05 +0,02 0,00 UniOptima EU* 736,40#729,11 +0,11 0,00 UniOptimus-net- EU* 727,11#727,11 +0,06 0,00 UniOptiRenta 2013 EU* 110,85#106,54 +0,05 0,21 UniOptiRenta 2015 EU* 115,23#110,75 +0,29 0,43 UniOptiRenta 4J EU* 55,48#53,85 +0,20 0,00 UniProfiAnl.2019II EU* 94,67#94,67 +0,42 0,66 UniProfiAnl.2023II EU* 89,19#89,19 +0,48 0,92 UniProfiAnlage2011 EU* 0,00#102,69 +0,44 -9,01 UniProfiAnlage2012 EU* 101,78#101,78 +0,08 -2,36 UniProfiAnlage2015 EU* 0,00#96,96 +0,29 -10,00 UniProfiAnlage2016 EU* 96,74#96,74 +0,42 -3,12 UniProfiAnlage2017 EU* 97,31#97,31 +0,32 0,35 UniProfiAnlage2019 EU* 0,00#90,42 +0,59 -14,92 UniProfiAnlage2020 EU* 88,27#88,27 +0,65 -3,41 UniProfiAnlage2023 EU* 0,00#90,89 +0,70 -16,39 UniProfiAnlage2024 EU* 82,59#82,59 +0,78 -4,83 UniProfiAnlage2027 EU* 82,46#82,46 +0,65 1,23 UniProt.Europa II EU* 115,52#112,16 +0,29 3,26 UniProtect:Europa EU* 115,10#111,75 +0,34 -1,60 UniRak Em. Mkts EU* 156,95#150,91 -0,91 30,83 UniRenta Corp A EU* 68,68#66,68 -1,45 0,00 UniRentaEURPlus 5J EU* 101,70#99,71 +0,12 0,00 EU* 93,44#89,85 +0,35 42,90 UniSec. Bas. Ind. UniSec. BioPha. EU* 47,62#45,79 +1,40 8,43 UniSec. Cons.Goods EU* 65,22#62,71 +0,27 30,22 UniSec. Finance EU* 35,12#33,77 +1,17 -32,49 UniSec. GenTech A EU* 50,28#48,35 +0,31 21,27 UniSec. High Tech. EU* 35,85#34,47 +0,26 21,24 UniSec. MultiMe. EU* 19,31#18,57 +0,49 11,25 UniSec.Klimawandel EU* 27,44#26,38 +0,04 -62,60 UniVa. Europa A EU* 41,52#39,92 +1,94 7,55 UniVa. Global A EU* 54,70#52,60 +0,84 28,40 UniVa.Euro.-net-A EU* 40,83#40,83 +1,92 7,33 UniVa.Glb-net-A EU* 53,08#53,08 +0,84 27,84 UProInv:Akt net EU* 115,82#115,82 +0,47 9,25 UProInv:Aktien EU* 120,81#116,16 +0,48 9,36 Wirtsch. Aspirant EU* 48,85#47,43 +0,49 0,00 0,0 3,4 4,2 11,5 0,0 0,0 0,0 7,3 0,0 0,0 -4,8 0,0 0,0 0,0 -0,1 0,0 0,0 -0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 -9,7 3,8 0,1 -3,0 -3,9 0,0 0,0 36,8 50,5 50,4 0,0 15,9 32,7 34,7 25,0 26,9 48,7 31,0 45,4 0,0 0,0 0,0 -0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 18,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 14,3 13,1 0,0 -0,7 -5,0 0,0 0,0 0,0

EU 65,00#61,61 +0,44 9,84

Wallberg ProtManSe EU 97,33#92,26 +0,22 34,38

Tel.: +49 40 3282-5100 www.warburg-fonds.com Advisor Global AE&S Struktur Sel AE&S Substanz Sel Aequo Global I AES Rendite Selekt AES Selekt A1 AFA GlobalSelec. Aktien Europa Amerak Bremen Trust BUND TREND as R Classic Daxtrend Defensiv Degussa Pf.Priv.Ak. Duo Best Select. R ELEATIS Perf Pro Euro Renten-Trend Euro-Stoxx50-Trend Fundamentum Glb Div.Portf. I Glb Div.Portf. II Glb Div.Portf. III Global Alpha Strat Global Economic P. GlobOpp PlusBal CF GlobOpp PlusBal I GlobOpp PlusKons I GlobOpp PlusOff CF GlobOpp PlusOff I Liquid MA RISK MAN R MA RISK MAN. I MPF Global Multi-Asset Select Multi-Genuss OSWA - Fonds PrivatConsult Profil - Fonds Progress Renten Plus RP Glbl Abs. Ret. RP Glbl Real Est.T Sachw Global Sachw Global Def. Target Return A Trend Alloc. Plus Trend Return Plus U.S. Treasury Bnds US-Diversified Valexx Advant.Dyn. VGR Aktien Europa

EU 47,69#45,42 +0,73 4,81 EU 43,14#41,09 +1,68 0,32 EU 48,87#46,54 +0,04 -1,83 EU 40,16#39,76 +0,89 -12,33 EU 53,09#51,54 +0,14 -0,69 EU 40,31#38,39 +3,42 -6,50 EU 14,23#13,41 +1,36 -4,42 EU 104,92#99,92 +3,55 -1,36 EU 42,46#40,44 +0,45-150,92 EU 20,76#20,16 +4,08 -29,97 EU 106,63#103,52 -0,32 0,00

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

0,0

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DWS Invest SICAV

DAVIS FUNDS SICAV
www.allianzglobalinvestors.de Adifonds Adirenta P Adireth Adiselekt Adiverba Akt Dtschld AE Akt Europ AE Concentra AE Europazins AE Fl Rentenfd AE Flex Eur Ba AE Flex Eur Dy AE Flexi Immo A Fondak P Fondirent Geldmarkt AE Geldmkt SP AE Industria AE Interglobal AE Kapital + AE Mobil-Fonds AE Nebenw DE AE RCM Reale Werte A Rentenfonds AE Rohstofffonds AE Thesaurus ATE Vermögenb DE AE Wachst Eurld AE Wachst Europ AE

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vertrieb@weltfonds.de www.weltfonds.de TMW Immo.Weltfd. grundbesitz eur RC grundbesitzglob RC

EU 50,69#48,28 +0,12 0,34 EU 43,24#41,18 +0,07 0,00 EU 55,26#52,62 +0,02 2,56

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

RREEF Investment

BUND TREND as I EU 10415,81#10415,81-0,31 0,00 Bund Trend Dynamic EU 93,69#90,96 -0,08 0,00 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

EU 81,60#77,71 +3,67 -7,98 EU 13,32#12,93 +0,08 0,00 EU 82,74#80,33 +0,48 0,14 EU #172,24 +1,84 50,10 EU 91,77#87,40 +0,66 -79,18 EU 133,18#126,84 +3,96 24,06 EU 63,32#60,30 +1,04 -33,13 EU 70,21#66,87 +3,59 26,83 EU 45,78#44,45 +0,20 0,00 EU 72,57#70,12 +0,92 3,98 EU 56,17#54,01 +1,45 2,33 EU 57,12#54,40 +2,18 -8,13 EU 109,13#104,93 +0,30 -0,46 EU 122,47#116,64 +3,73 32,35 EU 39,84#38,68 -1,00 0,00 EU 49,84#49,84 +0,02 0,00 EU 50,50#50,50 +0,04 0,00 EU 79,45#75,67 +1,12 -23,20 EU 149,85#142,71 +0,76 -52,74 EU 46,80#45,44 +0,69 7,68 EU 54,24#53,18 +0,02 0,00 EU 154,82#147,45 +2,50 66,35 EU 54,95#52,84 +0,48 1,79 EU 73,76#71,96 +0,24 0,00 EU 138,29#131,70 -1,07 66,20 EU 591,90#563,71 +3,80 42,51 EU 121,74#115,94 +4,08 32,49 EU 65,66#62,53 +1,97 -10,48 EU 68,94#65,66 +1,50 15,48

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Santander Consumer Bank AG
Sant. Europ.Akt.OP EU 130,65#124,43 +1,49 -41,34 EU 90,25#87,62 +0,38 0,00 Sant. EurRent. Ext EU 41,58#39,60 +1,54 -32,92 Sant. Mix OP EU 54,62#53,03 +0,04 0,00 Sant. Rent OP Sant.Asiat. Aktien EU 105,87#100,83 -0,36 46,11

EU 16,42#15,64 +1,96 -45,00 EU 43,11#41,06 +4,13 17,01 EU 29,03#27,39 +5,96-109,26 EU* 90,74#86,42 +4,40 -8,40 EU 105,24#101,19 +0,85 -0,28 EU 105,24#100,23 ±0,00 3,17 EU 120,39#116,88 +0,17 0,00 EU 16,62#15,83 +5,04 -2,69 EU 52,36#49,87 +1,30 3,69 EU 95,30#90,76 +0,09 -3,49 EU 96,26#91,68 +0,24 -5,20 EU 94,89#90,37 +0,78 -12,26 EU 90,25#85,95 +1,45 -12,00 EU 49,28#46,93 +2,24 -8,63 EU 45,54#43,89 +1,11 -0,05 EU 45,27#44,17 +1,12 -0,04 EU 44,69#43,60 +0,72 -0,03 EU 44,23#42,63 +2,45 -0,04 EU 44,09#43,01 +2,45 -0,03 EU 64,87#64,87 ±0,00 0,00 EU 103,38#99,40 +1,05 -0,12 EU 100,19#100,19 +1,06 0,26 EU 31,68#30,76 +1,72 -5,99 EU 60,67#57,78 +1,83 -54,21 EU 39,99#38,83 -0,08 0,00 EU 43,42#41,35 +1,42 -8,07 EU 55,11#52,49 +1,43 -6,10 EU 83,03#80,61 -1,27 -0,02 EU 51,36#48,91 +5,55 -20,91 EU 34,06#33,07 +0,21 -17,74 EU 95,15#90,62 +0,59 -1,51 EU 107,46#102,34 +0,10 -2,09 EU 107,06#101,96 +0,41 1,04 EU 106,26#101,20 +0,26 0,21 EU 49,94#48,49 -0,16 -11,27 EU 136,48#131,23 +8,32 0,00 EU 114,73#110,32 +0,92 4,14 US 95,89#93,10 +0,16 0,00 EU 30,70#28,96 +2,04 -9,31 EU 107,00#101,90 +0,30 4,21 EU 37,37#35,59 +5,51 -37,58

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MPC Compe ence

Tel.: 069 / 7147-652 www.deka.de Alstertor Portfolio Fle EU 11483,59#10833,58+1,772,84 Alstertor Portfolio Kap EU 11226,16#10590,72+2,798,47 AriDeka EU 54,74#52,00 +1,50 -59,74 ARIDEKA TF EU 138,99#138,99 +1,49 24,81 BasisIndustrie CF EU 64,87#62,53 +1,49 35,01 BasisIndustrie TF EU 56,73#56,73 +1,59 33,54 EU 36,75#35,46 +0,77 -8,78 BerolinaRent EUR BR Aktien 100 EU 39,22#37,89 +0,91 -10,61 BR Aktien 20 EU 51,44#49,70 +0,32 0,15 EU 49,49#47,82 +0,53 0,61 BR Aktien 35 BR Aktien 45 EU 48,55#46,91 +0,41 -1,56 BR Aktien 55 EU 47,60#45,99 +0,70 -3,68 BR Aktien 75 EU 45,32#43,79 +0,83 -3,68 BR Aktien 85 EU 42,56#41,12 +1,21 -11,32 BW Portfolio 20 EU 42,05#41,23 +0,88 -4,16 BW Portfolio 40 EU 40,95#40,15 +1,44 -10,72 BW Portfolio 75 EU 37,32#36,59 +1,89 -11,69 BW Zielfonds 2020 EU 34,80#34,12 +1,46 -17,57 BW Zielfonds 2025 EU 33,71#33,05 +2,20 -20,28 BW Zielfonds 2030 EU 33,71#33,05 +2,35 -18,32 EU 111,87#110,76 +0,44 0,00 DeepDiscount 2y Deka-Co.Bd.NFin. CF EU 113,20#109,90 +0,34 0,00 Deka-Co.Bd.NFin. S EU 113,48#110,17 +0,36 0,00 Deka-DDiscount2y III EU 117,18#116,02 +0,56 0,00 Deka-DisStrat5y II EU 133,32#128,50 +2,09 0,00 Deka-Eu.Bal.Dyn TF EU 106,14#106,14 +3,00 0,00 Deka-Eu.Ren.Abs.R EU 45,99#44,65 +0,07 0,00 Deka-Eur. Renten+ EU 37,77#37,03 +0,24 0,00 Deka-Euro Rent.+CF EU 41,86#40,64 +0,22 0,00 Deka-Euro Rent.+TF EU 39,88#39,88 +0,23 0,00 Deka-Euro.Trend CF EU 42,17#40,65 +1,35 1,39 Deka-Euro.Trend TF EU 39,14#39,14 +1,32 1,72 Deka-Eurol.B.Dy.CF EU 117,98#113,72 +3,01 0,00 Deka-Eurol.B.Dy.S EU 114,99#112,19 +3,01 0,00 Deka-Eurol.Bal. EU 53,13#51,58 +0,70 0,70 Deka-Eurol.Bal. TF EU 103,47#103,47 +0,70 2,36 Deka-Euroll.B.Dy.I EU 114,82#112,02 +3,02 0,00 Deka-EuroRent 2y A EU 103,36#103,36 +0,14 0,00 Deka-EuroRent 2y CF EU 105,52#104,48 +0,13 0,00 Deka-EuroRent 2y TF EU 103,81#103,81 +0,13 0,00 Deka-EuroRent 4y A EU 107,57#107,57 +0,12 0,00 Deka-EuroRent 4y CF EU 110,36#108,73 +0,12 0,00 Deka-EuroRent 4y TF EU 108,04#108,04 +0,12 0,00 Deka-EuroRent.K.IA EU 100,73#98,75 +0,17 0,00 Deka-EuroRent3y A EU 101,35#101,35 +0,06 0,00 Deka-EuroRent3y CF EU 102,55#101,53 +0,06 0,00 Deka-EuroRent3y TF EU 101,10#101,10 +0,06 0,00 Deka-Finanzw.CF EU 25,12#24,21 +0,29 -69,98 Deka-Finanzw.TF EU 22,70#22,70 +0,27 -71,43 EU 79,71#75,73 +3,80 24,57 DekaFonds EU 192,79#192,79 +3,80 43,86 DekaFonds TF Deka-Geldm:EuroTF EU 66,63#66,63 +0,03 0,00 Deka-HedgeSelect P EU 44,73#42,60 ±0,00 -3,93 Deka-HedgeSelectIT EU 44,13#44,13 ±0,00 -7,94 Deka-Inst.Akt.Eu IT EU 49,44#47,88 +1,85 -14,60 EU 57,76#56,63 +0,27 0,00 Deka-Inst.Ren.Eu. Deka-Inst.Ren.Euld. EU 54,35#53,28 +0,24 0,00 Deka-MegaTrends CF EU 39,69#38,26 +0,90 -9,77 Deka-MegaTrends TF EU 35,89#35,89 +0,84 -17,03 Deka-PB Ausgewogen EU 101,35#99,36 +0,99 0,00 Deka-PB Defensiv EU 102,49#100,48 +0,64 0,00 Deka-PB Offensiv EU 103,50#101,47 +1,52 0,00 Deka-PB Wertkonzept EU 103,23#101,21 +0,21 0,24 DEKA-RECOVERY CF EU 105,02#101,22 +1,18 2,30 DEKA-RECOVERY TF EU 106,18#106,18 +1,18 7,75 Deka-RentenReal EU 44,98#43,67 +0,34 0,00 DekaRent-intern.TF EU 103,56#103,56 -0,87 0,00 DekaRent-Internat. EU 16,81#16,32 -0,85 0,00 Deka-RentSpezPlus2 A EU 99,38#97,67 +0,26 0,00 Deka-RentSpezPlus2 T EU 101,73#99,98 +0,26 0,00 Deka-Schweiz EU 222,13#215,14 +1,90 28,31 DekaSe:Konservativ EU 102,14#101,13 +0,12 -0,15 DekaSel:Nachhaltig EU 114,84#110,69 +0,65 11,15 DekaSpezial EU 199,88#189,89 +0,85 -57,55 DekaSpezial TF EU 146,39#146,39 +0,85 28,90 Deka-Staatsanl.Eur EU 100,11#97,19 -0,21 0,00 Deka-Stift. Bal. EU 56,51#55,40 +0,97 4,62 Deka-Treas. Ertrag EU 90,80#87,52 +0,34 0,96 EU 81,91#79,91 +0,08 0,00 DekaTresor DekaWertk def CF T EU 102,18#99,20 +0,09 0,08 DekaWertk def TF T EU 98,96#98,96 +0,09 0,08 DekaWertk off CF T EU 104,58#101,53 +0,45 0,13 DekaWertk off TF T EU 101,30#101,30 +0,44 0,13 DekaWertkonzeptCF(T) EU 1139,48#1106,29+0,15 0,04 DekaWertkonzeptS(A) EU 1097,55#1065,58+0,17 -0,34 DekaWertkonzeptTF(T) EU 99,42#99,42 +0,15 0,64 Div.Strateg.CF A EU 112,22#108,16 +1,40 7,41 Eur. Disc.Strat.CF EU 44,53#42,92 +2,26 -7,11 Eur. Disc.Strat.TF EU 41,08#41,08 +2,24 -7,12 Europa Potential CF EU 76,82#74,04 +1,26 -13,96 Europa Potential TF EU 70,17#70,17 +1,26 -5,90 EU 106,27#103,17 +0,11 -0,01 EuropaBond CF EuropaBond TF EU 37,80#37,80 +0,11 0,01 EuropaSelect CF EU 39,68#38,25 +1,46 -61,16 Frankf.Sparinrent EU 47,70#46,31 +0,13 0,00 Frankf.Sparinvest EU 98,41#93,72 +3,80 0,85 GlobalChampions CF EU 95,88#92,41 +0,01 -9,13 GlobalChampions TF EU 89,54#89,54 ±0,00 -10,34 HedgeSelect I (A) EU 38,58#38,58 ±0,00 -13,27 Köln-Aktien Gl. EU 22,77#22,77 +1,29 -82,23 Köln-Aktienf.o.A. EU 38,02#38,02 +3,40 -45,31 Köln-Aktienfonds EU 47,15#44,79 +3,37 -47,66 Köln-Rentenf. o.A. EU 27,98#27,98 +0,18 0,00 Köln-Rentenfonds EU 27,88#26,90 +0,15 0,00 Komm.Eurol.Bal.I A EU 59,83#58,37 +0,78 10,03 LBBW Bal. Konzept EU 44,63#43,75 +1,18 10,21 LBBW Exportstrat. EU 55,56#53,34 +2,58 0,31 LBBW-Rentenf.Euro EU 40,15#38,98 +0,26 0,00 MF Weltkonz. kons. EU 101,75#101,75 +0,29 -0,09 MF Wertkonz. ausg. EU 103,28#103,28 +0,49 0,08 Naspa Creat.Inv 7 EU #30,23 -0,03 0,00 Naspa-Aktienfonds EU 37,40#35,90 +0,70 -60,55 Naspa-Europafonds EU 42,95#42,95 +1,32 -41,98 Naspa-Fonds EU 41,97#40,50 +1,22 -27,42 RenditDeka EU 20,48#19,88 +0,20 0,00 RenditDeka TF EU 25,82#25,82 +0,19 0,00 RentSpEM12/2014S(A) EU 99,53#97,82 -0,02 0,00 RentSpez.2/2014 CF EU 108,04#104,89 +0,18 0,00 RentSpez.2/2014 TF EU 104,78#104,78 +0,19 0,00 RentSpezEM12/14 GF EU 101,32#99,58 -0,03 0,00 RentSpezial Plus 1 EU 103,37#101,59 +0,37 0,00 S-BayRent-Deka EU 48,44#46,74 +0,24 0,00 Sigma + Konservativ EU 41,23#40,22 +0,68 -27,63 Sigma Plus Balanced EU 42,52#41,48 +1,17 0,34 Sigma Plus Offensiv EU 41,18#40,18 +1,72 -7,95 Struktur: 5 Chance EU 124,19#121,75 +1,31 21,06 Struktur: 5 Chance+ EU 150,48#147,53 +1,97 33,50 Struktur: 5 Ertrag EU 106,64#104,55 +0,11 0,21 Struktur: 5 Ertrag+ EU 110,44#108,27 +0,57 5,61 Struktur: 5 Wachst. EU 120,55#118,19 +1,08 11,47 Technologie(CF) EU 12,33#11,88 +1,80-207,18 Technologie(TF) EU 10,30#10,30 +1,88-213,28 TeleMedien TF EU 36,86#36,86 +0,88 -94,96 UmweltInvest CF EU 83,37#80,36 +2,47 -24,76 UmweltInvest TF EU 77,94#77,94 +2,47 -28,21 Zielfds 2035-2039 EU 35,38#34,18 +1,54 -15,54 Zielfds 2040-2044 EU 35,25#34,06 +1,49 -15,93 Zielfds 2045-2049 EU 35,24#34,05 +1,49 -16,05 Zielfds 2050-2054 EU 34,43#33,27 +1,49 -18,39 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Nomu a Asse Managemen Deu sch and
Tel.: 0800 1685555 www.sauren.de Sauren Glob Defe A Sauren Gl.Balanc.A Sauren Glob Opport Sauren Abs.Return A Sauren Abs.Return D W W W W W W W W W W

DWS Investment Lux.
Divid. Direkt 2014 EU 105,91#101,83 -0,84 0,18 EU 50,77#49,28 -0,10 -0,01 0,0 DWS Eurorenta 9,8 DWS Global Value EU 145,01#138,10 ±0,00 32,88 EU 1729,54#1679,16-0,89 0,00 115,7 DWS Gold Plus DWS Inst.Money+ EU 14004,68#13866,02+0,03 0,00 2241,0 1,1 DWS Rendite Garant EU 81,91#81,09 +0,05 0,06 0,0 DWS Rendite Optima EU 73,13#73,13 +0,03 0,02 0,0 FPM Stockp Ger.ALC EU 250,35#240,72 +2,25 58,14 0,0 FPM Stockp Ger.LC EU 135,44#130,22 +2,77 27,38 0,0 FPM Stockp Ger.SMC EU 171,02#164,43 +1,60 46,70 EU 11295,71#11183,86+0,0110,58 0,0 InstOptiCashE 0,0 Rend Opt 4 Seasons EU 103,03#103,03 +0,03 0,00 0,0 SFC Global Markets EU 131,38#125,12 +0,32 6,20 0,0 Vermögensmand Bal EU 97,87#94,10 +0,83 -5,63 0,0 Vermögensmand Def EU 103,56#100,54 -0,27 -2,93 0,0 Vermögensmand Dyn EU 99,31#94,58 +1,10 -4,66 0,0 VermögensmanProt80 EU 87,66#83,49 +0,37 -17,80 W

W W W W W W W W W W W W W W W

EU 14,52#14,10 EU 14,93#14,22 EU 24,57#23,40 EU 10,56#10,25 EU 10,56#10,25

+0,07 +0,35 -0,13 ±0,00 ±0,00

7,05 17,68 48,16 3,78 3,79

0,0 0,0 0,0

No ddeu

Landesbank Lux S A

GlobOpp PlusKons CF EU 45,04#43,41 +0,72 -0,04

Tel. 01801 / 777 999 Info@SEBAM.de www.SEBAssetManagement.de Asset Selection Fd EU* 14,91#14,20 +1,28 2,57 SEB Aktienfonds EU* 75,63#72,72 +3,08 16,24 SEB Conc. Biotech. EU 33,95#32,33 +1,19 0,00 SEB deLuxe MA Bal. EU 63,49#60,47 +1,39 0,00 SEB deLuxe MA Def. EU 55,01#54,47 +0,15 0,00 SEB deLuxe MA Def.+ EU 60,56#57,68 +0,35 0,00 SEB EastEur.exRuss EU* 3,43#3,27 +0,31 5,48 SEB EastEuropeSCap EU* 3,68#3,50 -0,57 12,23 SEB Ethical Europe EU* 2,28#2,17 +0,93 -2,77 SEB Euro.Chan.Risk EU* 1206,18#1148,74+0,74 -3,86 SEB Euro.Eq.Sm.Cap EU 147,86#140,82 +2,13 0,00 SEB EuroCompanies EU* 51,24#48,80 +2,13 -25,05 EU* 45,05#43,32 +1,00 -51,22 SEB Europafonds SEB Gl.Chance/Risk EU* 0,77#0,73 +1,39 37,57 EU 38,84#37,71 +0,45 0,00 SEB High Yield EU 59,00#56,06 +0,09 5,21 SEB ImmoInvest SEB Nordic Fund EU* 7,52#7,16 +0,70 16,23 EU 27,61#26,42 +2,13 0,00 SEB ÖkoLux EU 47,36#45,98 -1,54 0,00 SEB ÖkoRent SEB Optimix Chance EU 60,41#58,37 +1,94 0,00 SEB Optimix Ertrag EU 54,33#52,49 +0,59 0,00 SEB Optimix Subst. EU 50,08#48,39 +0,08 0,00 SEB Optimix Wachst EU 62,11#60,01 +1,15 0,00 EU* 33,45#31,86 +0,16 -64,23 SEB REEq Global SEB Strat Aggress. EU 37,70#35,90 +1,84 0,00 SEB Tot Ret Quandt EU* 987,38#958,62 -0,06 0,00 SEB Total Return Bd EU* 26,95#25,91 -0,04 0,00 SEB TrdSys®Rent.I EU 53,66#53,39 +0,09 0,00 SEB TrdSys®Rent.II EU* 55,16#53,29 -0,09 0,00 SEB Zinsglobal EU* 26,78#25,75 -0,77 -0,00 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 21,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

HMT Abs.Return L&S EU 54,43#54,43 +1,08 10,92

Allianz Global Invest. Lux. S.A.
Abs Ret ATE EU 111,91#106,58 -0,13 -2,09 4,9 AGIF B St E IE EU 9,42#9,42 +3,63 -3,86 0,0 AGIF Eu EqD ATE EU 181,17#172,54 +1,59 35,04 11,6 AGIF EuBd AE EU 10,11#9,82 +0,31 0,00 0,0 AGIF Gl AgTr AE EU 125,07#119,11 -1,63 14,24 0,0 AGIF GlEcoT AE EU 84,14#80,13 +1,06 -22,82 0,0 All Comm Stra A EU* 119,79#114,09 +2,61 -0,62 0,0 Bond Pf EU 1171,22#1115,45+0,13 0,00 535,7 Eur Bd TR AE EU 57,32#55,65 +0,45 0,00 0,0 EU 104,98#99,98 +0,59 1,64 6,2 Europe 25 ATE Fondak Euro.A(EUR) EU 47,23#44,98 +2,74 -11,21 0,0 Fondak Wait or Go EU 70,79#67,42 -0,40 51,40 0,0 Mlt.AsiaAct.A(EUR) EU 50,31#47,91 -0,77 -4,84 0,3 2,0 Nik.Bel.Gl.AT(EUR) EU 109,56#104,34 +1,08 22,18 Oriental Income AT EU 119,81#114,10 -1,17 11,98 1,0 RCM BRIC Equity AT EU 95,14#90,61 -2,70 0,0 RCM EM.MrktsA(EUR) EU* 405,96#386,63 -1,45 58,93 11,3 RCM Enh ST Euro AT EU 106,25#106,25 +0,01 0,00 3,5 Sm.Cap Europa AE EU 113,03#107,65 +1,89 60,41 0,0

W

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

ORDO - Rentenfonds EU 25,87#25,12 ±0,00 0,00

HANSA NVEST LUX S A

Hauck & Au häuse
www.ersteimmobilien.de, 1060 Wien, Windmühlgasse 22-24 Erste Immofonds A Erste Immofonds T FP Akt.Emerg.Mkts. FP Aktien Global A FP Alpha Global FP EuroAkt.Staufer FP Europa Akt.ULM FP FOREX PLUS

EU 108,52#104,85 +0,04 EU 112,67#108,86 +0,04 EU* 106,27#101,21 -0,80 48,35 EU* 56,64#53,94 +0,47 12,25 EU* 49,96#47,58 +0,15 -0,77 EU* 54,18#51,60 +1,78 -17,69 EU* 53,42#50,88 +1,35 -6,05 EU* 45,75#43,57 +0,35 0,00

0,0 0,0

LR

nves S A
W

0,0

First Private Investment Manag.
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

RP Glob Abs Ret Bd EU 114,22#110,89 +0,10 -0,01 0,0 -8,8 -8,7 38,5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,2 0,4 0,0

W W W

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Allianz Global Investors Ireland
Emg Mrkt Bd AE Gl Emg Mrkt AE US Eq AE €uro Short Term Aktien Deutschland AL Trust €uro Relax Trust €uro Cash Trust €uro Renten Trust Aktien Europa Trust Global Invest

GP HSBC T nkaus nv Manag SA

EU 60,92#59,15 +0,80 0,00 EU 41,50#39,52 -1,74 67,76 EU 45,56#43,39 +0,81 39,29 EU 48,42#47,94 EU 90,49#86,18 EU 50,54#49,07 EU 48,29#48,29 EU 42,19#40,96 EU 46,50#44,29 EU 53,22#50,69

0,0 0,0 0,0

Alte Leipziger Trust
+0,06 0,00 0,0 +4,97 -2,94 -52,5 +0,02 -0,17 +0,04 0,00 0,0 +0,22 0,00 0,0 +3,75 -50,25 -46,0 +1,14 -63,22 -52,5

W www.fvsag.com +49 221 33 88 290 Aktien Global P Ausgewogen R Bond Diversifik P Bond Opport. P Defensiv R Fundament Multiple Opp. R Stiftung Wachstum R Wandelanl.Global P W

Valexx Adv.Konserv EU 102,86#99,86 +0,07 -2,27 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

EU 121,70#115,90 +0,77 EU 112,39#107,04 +0,25 EU 105,06#100,06 -0,68 EU 109,24#104,04 +0,19 EU 111,73#106,41 +0,17 EU* 125,07#119,11 +0,46 EU 143,97#137,11 +1,59 EU 100,07#99,08 +0,01 EU 110,42#105,16 +0,46 EU 128,32#122,21 +0,92

8,45 1,38 0,00 0,00 -1,43 10,71 9,31 -2,04 1,47 0,02

Wachstum-Strategie EU 27,19#26,14 +1,55 13,55 WARBURG SELEKT I EU 105,86#102,78 +0,06 -1,03 WI Selekt C - A WI Selekt D - A Zinstrend-Fonds Zukunft-Strategie

0,0

W SC SIC.Starpoint SC SIC.Ger.Masters SC Pergamon SC Priamos SC Special Values SC Argos SC SIC.Winbonds+ SC BondValue UI SC Huber-Strategy1 W TIROLDYNAMIK (A) TIROLDYNAMIK (T) Tiroleffekt (A) Tiroleffekt T Tirolimpuls (T) Tirolkapital (T) Tirolkapital A Tirolpension Tirolrent (T) Tirolrent A Tirolvision-Aktien Tyrolbond Intl (T) Tyrolbond Intl A Tyrolcash (A) Tyrolcash T

www.ampegaGerling.de AAA MAP Rend.AMI P EU 108,90#103,71 -1,45 -7,11 AAA MAP Sich.AMI P EU 102,05#99,08 -0,55 5,10 Aktiv Trend Glbl AMI EU 102,56#97,68 +0,49 1,52 AktivTrendGlAMI Pa EU 99,71#94,96 +0,43 4,38 Alpha select AMI EU 22,47#21,40 +2,05 6,58 Conq.Bhv.Fin. AMI EU 10,16#9,68 -0,72 -10,05 CQUAD.ArtsTRGIAMI EU 98,87#94,16 +2,19 94,11 CQUAD.StratAusgAMI EU 53,48#50,57 +1,00 12,73 CT Welt Pf AMI Pt EU 104,61#99,63 +0,80 0,63 CT Welt Portf. AMI EU 36,36#34,63 +0,82 25,32 DC Value One AMI Pt EU 111,62#106,30 +1,25 6,88 EuropEqMinVar AMI EU 73,51#70,01 +1,32 -13,53 GALIPLAN Akt.G.AMI EU* 98,22#93,54 +0,60 8,86 Gen InvEuAk.AMI Pt EU* 106,94#101,85 +1,93 67,45 Gen.In.7:3 V AMI Pt EU* 112,39#108,59 +1,05 3,81 Gerl EuroAktVC10Pt EU 106,84#103,73 +2,85 4,04 EU 36,30#34,74 +2,96 -38,86 Gerling AS Gerling Balanced 3 EU 127,19#121,13 +3,41 11,15 EU 35,65#34,03 +1,61 -29,96 Gerling Flex Gerling Global EU 17,02#16,40 -1,44 0,00 Gerling Kompakt P(t) EU 142,68#135,89 +0,16 27,31 Gerling Massiv EU 110,61#105,34 +0,18 0,86 Gerling Money Sav. EU 57,08#57,08 +0,09 0,00 Gerling Pf.Tend Pt EU 20,20#19,61 +0,51 21,58 Gerling Pf.Tot.Ret EU 97,82#94,06 +0,41 -9,69 Gerling Rendite EU 19,77#19,19 +0,16 0,00 Gerling Reserve EU 51,38#51,12 +0,06 0,00 Gerling Vario P(a) EU 24,68#23,73 +1,76 -9,35 Gerling Vario P(t) EU 105,24#101,19 +1,77 1,83 Gerling Zukunft EU 6,71#6,42 +0,63-203,75 GerlingEuroStar 50 EU 37,69#37,69 +5,31 21,14 GerlPf MuETFStr Pa EU 19,79#19,21 +0,47 -77,12 GerlPf Real Estate EU 110,65#105,38 +0,19 -0,37 GFS Strat IV AMI EU 118,82#113,16 +0,46 4,65 Gl.Min.Varianz AMI EU 50,98#48,55 +0,46 -17,75 Glob.ETF Aktien Pa EU 9,80#9,51 +1,93 2,78 Golden Gate Global EU 7,70#7,40 ±0,00 -87,20 HeLa AMI P(t) EU 115,34#109,85 +1,36 -6,75 HSSB Vermögensb. I EU 9,54#9,22 +0,33 -47,24 HSSB Vermögensb.II EU 8,19#7,80 -0,38 -9,15 JF M-Rentenf.AMI I EU* 34,84#34,84 +0,23 0,00 JF Renten W. EU 103,15#101,13 +0,21 0,00 JF-Mittelst.Rent P EU* 35,82#34,78 +0,23 0,00 Kapit.Tot.Re.AMI P EU 97,87#95,02 +1,10 -34,72 KAPITAL PROZINS EU 23,35#22,34 +0,27 0,00 Kapitalauf.+ AMI P EU 79,38#77,07 +0,78-159,36 Kapitalauf.AMI P EU 81,02#78,66 +0,99-106,38 Kirch.Verm.III AMI EU 105,36#104,32 -0,96 40,67 Kirchröder 1 AMI EU 86,38#85,52 -0,57 -10,54 Lacore AA.AMI It EU 1000,23#1000,23+0,52 2,27 NV Str.Stif.AMI Pt EU 100,32#100,32 +0,06 0,48 NV Strat Q PI AMI PO EU 94,58#94,58 +0,80359,37 NV Strat Stift AMI EU 109,98#106,78 +0,07 -2,91 NV Strat.Q.Pl. AMI EU 117,21#111,63 +0,81 -32,51 PF Glob ETF Aktien EU 16,59#16,11 +1,96 -29,47 RBV- VV AMI EU 91,29#86,94 +1,72 -19,96 Responsibility Fds EU 93,30#88,86 +0,33 -7,75 Sherpa Abs.Ret.AMI EU 101,03#96,22 -0,03 20,01 terrAssi.Akt.I AMI EU 14,53#13,90 +1,68 -69,98 terrAssisi Renten I AMI EU 100,75#100,25 +0,07 0,00 TOP TREND AMI EU 115,44#109,94 -0,78 -10,79 TOP TREND Evo AMI P EU 106,05#101,97 +0,34 7,00 Val. Intell.Fd AMI EU 107,76#107,76 +0,36 6,87 Zan.Eu.Cor.B.AMI I EU* 101,98#101,98 +0,43 0,00 Zan.Eu.Cor.B.AMI P EU* 103,89#101,85 +0,42 0,00 Zantke Eu.HY AMI Ia EU* 108,76#108,76 +0,42 0,00 Zantke Eu.HY AMI Pa EU* 110,85#108,68 +0,41 0,00 0,0 0,0

Tel.: 069/92050-200 www.frankfurt-trust.de AL FT Chance EU 53,07#50,54 +2,02 0,00 0,0 EU 54,07#51,99 +1,05 0,00 0,0 AL FT Stabilität EU 54,24#51,90 +1,76 0,00 0,0 AL FT Wachstum EU 48,58#46,71 +0,13 0,00 0,0 ATS balance EU 51,78#50,27 +0,02 0,00 0,0 ATS defensiv ATS dynamic EU 45,85#43,67 +1,25 0,00 0,0 AW Glob.Inv.Basic+ EU 44,76#43,25 -1,41 0,00 0,0 AW Global Dynamic+ EU 32,42#30,88 -3,44 0,00 0,0 EU 137,92#137,92 +0,06 0,00 0,0 Basis-Fonds I 0,0 BHF Tot. Return FT EU 58,14#56,45 +0,36 0,21 EU 39,60#37,71 +0,59 0,00 0,0 CH Global 0,0 EDG Abs.Ret.Strat. EU 98,89#96,01 +1,04 -0,46 efv-Perspektive I EU 39,68#37,79 +1,18 0,00 0,0 EU 45,37#43,21 +0,26 0,00 0,0 efv-Perspektive II EU 29,15#27,76 +0,76 0,00 0,0 efv-Perspektive III 0,0 ETFplus Portf Balance EU 54,09#52,51 +1,00 -21,51 EU 50,39#47,99 +1,24 0,00 0,0 Flexibility-Fonds FMM-Fonds EU 395,33#376,50 +0,39 16,16 -12,5 EU 45,78#43,60 +0,53 0,00 0,0 FondsSecure Syst. EU 50,38#50,38 +0,02 0,00 FT AccuGeld I EU 50,29#50,29 +0,02 0,00 FT AccuGeld PA FT AccuGeld PT EU 70,61#70,61 +0,03 0,00 0,0 EU 235,75#228,88 -0,69 0,00 0,0 FT AccuZins FT AmerikaDynamik EU 29,03#27,65 +0,22 -35,88 -6,3 FT DollarGeld US 71,22#71,22 +0,03 0,00 0,0 FT EuroGovernm. M EU 51,51#50,01 +0,06 0,00 FT EuropaDynamik I EU 57,40#57,40 +1,77 0,00 FT EuropaDynamik P EU 192,53#183,36 +1,74 17,60 -56,2 EU 50,27#48,81 +0,16 0,00 0,0 FT EuroRendite FT EuroZins EU 25,07#24,34 +0,21 0,00 0,0 EU 109,76#108,67 +0,08 0,00 0,0 FT EuroZins K EU 40,95#39,00 +0,93 -13,80 0,0 FT FlexInvest Clas EU 46,73#44,50 +1,78 -28,56 -24,0 FT FlexInvest ProP FT Frankfurter-Eff. EU 180,26#171,68 +3,95 3,03 -101,7 EU 62,17#62,17 +0,61 0,00 FT Gl.InfraSt.Div.I EU 64,65#61,57 +0,60 0,00 FT Gl.InfraSt.Div.P EU 62,34#59,37 +2,54 15,41 -6,3 FT Global HighDiv EU 33,40#31,81 -0,16-146,45 0,0 FT GlobalDynamik EU 23,13#22,03 -0,32 -24,13 -8,3 FT InterSpezial FT MA VolaTarget 5 EU 50,90#48,48 -0,62 0,00 FT MA VolaTarget 9 EU 53,35#50,81 +0,42 0,00 EU 45,34#43,18 +1,70 0,00 -0,0 FT Navigator 100 EU 52,64#50,86 +0,45 0,00 0,0 FT Navigator 25 EU 58,65#56,39 +0,80 0,00 0,0 FT Navigator 40 EU 55,58#53,19 +1,20 0,00 0,0 FT Navigator 70 FT Navigator Sust. EU 52,27#50,75 +1,14 0,00 0,0 EU 19,48#18,55 +2,04 -78,87 -25,5 FT NewGeneration FT NipponDynamik EU 29,39#27,99 +0,61 -71,69 -21,8 0,0 GlobalTrendsbalanc EU 42,35#40,33 +0,62 0,00 0,0 GlobalTrendsdefens EU 49,73#47,36 +0,23 0,00 0,0 GlobTrends dynamik EU 35,68#33,98 +0,95 0,00 EU 112,55#108,22 +1,08 20,65 -16,6 GWP-Fonds FT EU 56,57#56,01 +0,27 0,00 0,0 HL BasisInvest FT EU 31,04#30,14 +3,47 -70,22 -27,7 HL MaxInvest FT EU 47,00#46,08 +1,83 -20,02 -16,9 HL MediumInv. FT EU 45,80#43,62 +0,39 0,00 0,0 KapitalPrivatPortf 0,0 KlawInvest-Trading EU 28,69#27,32 +1,71 0,00 EU 45,30#43,14 +1,24 -6,34 0,0 PINTER Selection EU 53,85#51,29 +1,87 -60,16 0,0 Portf. Opportunity PTAMStratPortfDef EU 48,12#45,83 +0,42 0,00 0,0 EU 46,65#44,43 +1,25 0,00 0,0 R1 Value Portfolio 0,0 Renditefonds Celle EU 56,44#53,75 +0,17 0,00 0,0 S&H GlobaleMaerkte EU 45,77#43,59 +2,01 0,00 0,0 Sch&Ptnr Glob Def EU 61,39#58,47 +0,36 0,00 0,0 Schmitz&PtnrGloOff EU 47,67#45,40 +0,98 0,00 EU 739,62#718,08 +0,62 24,55 Substanz-Fonds 0,0 UnternehmerWerte EU 51,48#49,03 +2,47 -1,53 0,0 Vermögens-Fonds EU 537,61#521,95 +0,45 0,00 0,0 WFPortf.Ausgewogen EU 44,54#44,54 +0,52 0,00

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

0,0 0,0

0,0

0,0

0,0 0,0 0,0

0,0 0,0

W W W W W W W W W W W W W W W W W W

M & G n e na ona

EU 1642,08#1563,89+2,58 34,63 EU 93,71#89,25 +1,35 46,33 EU 1910,53#1819,55+0,41 49,18 EU 1525,52#1452,88+2,87 20,17 EU 1611,50#1534,76+0,06 24,29 EU 1357,69#1318,15-0,21 EU 1448,05#1405,87+0,55 0,79 EU* 68,77#66,77 -0,15 0,22 EU 1122,94#1090,23+1,69 7,08 EU 88,48#85,48 +0,97 EU 100,20#96,81 +0,98 EU 112,70#108,88 +0,56 EU 143,14#138,29 +0,56 EU 115,19#111,29 +1,91 EU 79,50#77,56 -0,72 EU 53,27#51,97 -0,71 EU 7,49#7,30 +0,14 EU 22,80#22,24 +0,14 EU 15,40#15,02 +0,13 EU 39,20#37,87 +1,09 EU 96,19#93,84 +0,09 EU 61,93#60,41 +0,08 EU 69,94#69,76 +0,06 EU 92,56#92,33 +0,05

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 5,0 0,0 7,9 0,0 0,0 2214,0 0,0 0,7 11,3 0,0 0,0 9,4

-10,0 -2,4 -10,1 -3,4 -15,3 -3,8 -17,2 -5,4 3,0 -1,3 31,4 0,0 0,0 43,1 8,8 30,3 -26,8 23,1 24,4 14,1 -58,7 7,8 30,7 7,6 30,2 11,6 11,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 2,3 0,9

EU 46,03#43,84 +0,14 -8,12 EU 52,84#51,30 +0,77 -3,24 EU 102,98#99,98 -0,01 0,00 EU 34,49#33,24 +1,40 10,31 EU 65,79#62,66 +1,08 -10,18 EU 134,42#128,02 +0,02 55,25 EU 63,74#60,70 -1,30 28,20 EU 112,33#106,98 +2,45 0,78 EU 52,97#50,45 +0,56 8,89 EU 63,89#62,03 -0,53 0,00 EU 83,16#79,20 +2,88 -28,80 EU 89,30#85,05 +0,91 78,20 EU 85,37#81,30 +1,11 42,06

World-Top-Defensiv EU 102,22#97,35 +0,40 -5,39

Warburg Invest Luxemb. S.A.
ALTIS Bal Value ALTIS Global Res Altis Privat Rend. ALTISFdZertifikate Clairefont. StratA MC Inflation Con.B MC Internat. Fund RP GlMarkSel R (D) RP GlSecRot R (D) 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

TIROLINVEST KAGmbH

W

Tel. 0211/88288500 info@westinvest.de www.westinvest.de WestInv. InterSel.

n e n Fund Mgm S A Lux

EU 51,41#48,73 +0,06 -0,64 EU 11,42#10,88 +1,02 19,48 EU 9,48#9,03 +1,23 24,96 EU 10,17#9,87 +0,10 0,00 EU 9,80#9,80 +0,10 0,00 EU 7,89#7,51 +1,21 13,07

0,0

WWK Investment S.A.
WWK Sel-Balance WWK Sel-Chance WWK Sel-EuRe B WWK Sel-EuRe C I WWK Sel-TopTen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Deka Immobilien Investment
0,0 0,0 Deka Immob Europa Deka Immob Global DJE - Div&Sub I DJE - Div&Sub P DJE-Absolut I DJE-Absolut P DJE-Alpha Global I DJE-Alpha Global P DJE-Gold&Ressour I DJE-Gold&Ressour P DJE-InterCash I DJE-InterCash P DJE-Renten Glob I DJE-Renten Glob P Gamma Concept LuxTopic-Akt.Eu A LuxTopic-Akt.Eu B LuxTopic-Bk.Schill LuxTopic-Flex LuxTopic-Pacific P LuxTop-VPEPentagon

W

0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

EU 49,15#46,69 +0,06 3,59 EU 59,79#56,80 +0,05 10,24 EU 260,05#260,05 +2,43 42,47 EU 255,92#243,73 +2,26 43,78 EU 242,99#242,99 +0,58 30,53 EU 243,50#231,90 +0,58 31,63 EU 210,40#210,40 +0,86 31,92 EU 207,28#199,31 +0,82 32,89 EU 235,97#235,97 -0,48 42,65 EU 239,22#227,83 -0,62 42,34 EU 125,28#125,28 +0,18 0,00 EU 125,61#124,37 +0,17 0,00 EU 142,03#142,03 +0,09 0,25 EU 140,90#138,14 -0,09 0,20 EU 192,28#184,88 -0,92 38,36 EU 18,76#17,87 +2,29 6,07 EU 976,36#976,36 +2,30 -0,07 EU 15,78#15,03 +0,40 17,28 EU 157,37#149,88 +0,63 16,37 EU 21,82#20,78 -1,56 34,58 EU 3,56#3,39 -1,45 -12,50

Universal Investment
Tel.: 0180 3 95 95 00 (EUR 0,09 pro Min.) www.union-investment.de BBBank Chance Uni. EU* 27,28#26,61 +0,53 28,32 BBBank Dyna.Uni. EU* 35,26#34,40 +0,26 18,66 EU* 59,66#58,49 +0,45 11,77 BBBank Kont.Uni. BBBank Wach.Uni. EU* 45,07#43,97 +0,43 22,36 BBBankRenSel 2015 EU* 44,82#43,72 +0,11 0,00 EU* 43,88#42,60 +0,07 0,00 BBV-Fonds-Union BBV-Invest-Union EU* 104,66#99,68 +2,17 27,12 EU* 47,25#45,87 +0,26 -6,03 Condor-Fd.Union Delbrück Renten EU* 54,08#52,50 +0,11 0,00 EU* 44,92#44,92 +0,25 -8,71 FLEXIB.-NET EU* 45,39#44,07 +0,25 -8,43 Flexibel FVB-Dt. Aktienfonds EU* 39,11#38,16 +2,53 -10,34 FVB-Dt. Rentenfonds EU* 40,23#39,64 +0,20 0,00 EU* 48,63#47,21 +1,29 -7,46 Geno AS:1 EU* 47,95#46,55 +1,17 1,39 GenoEuroClassic GenoEuroClassic II EU* 44,86#43,55 +1,16 -4,71 EU* 38,40#37,28 +0,59 -1,81 Global EU* 38,06#38,06 +0,58 -2,31 Global -netEU* 43,31#42,05 +2,39 -32,09 Invest Euroland EU* 48,84#47,42 +0,17 -10,42 Invest Global EU* 28,79#28,23 +1,44 3,60 KasselerB.UniSel. EU* 32,20#32,20 +0,25 -40,53 KCD Uni. Aktien EU* 47,92#47,92 +0,31 0,00 KCD Uni.Renten+ KCD-Union Nachh.Mix EU* 50,06#48,60 +0,52 -1,76 EU* 48,84#47,42 +1,15 -9,49 KCD-Union-AS LIGA-Pax-Aktien-U. EU* 30,04#30,04 +1,35 -15,39 LIGA-Pax-Bal.S.U. EU* 30,01#30,01 +0,30 -46,08 LIGA-Pax-K-Union EU* 39,41#38,83 ±0,00 0,00 LIGA-Pax-Rent-Unio EU* 25,06#24,33 +0,25 0,00 MultiStratGloUnion EU* 75,21#73,74 +1,28 -2,36 Münch.Bk.Glob.Sel. EU* 45,65#44,32 +0,23 -1,63 MVB Union Global + EU* 38,43#36,95 +0,76 -29,91 MVB Union Renten + EU* 56,10#55,00 ±0,00 0,00 Priv.Fonds:Flex. EU* 101,43#101,43 +0,17 1,92 Priv.Fonds:FlexPro EU* 106,29#106,29 +0,89 1,77 Priv.Fonds:Kontr. EU* 103,05#103,05 +0,61 2,91 Priv.Fonds:Kontr.p EU* 108,19#108,19 +0,82 5,12 EU* 49,87#48,65 ±0,00 0,00 Pro Mundo Fonds Profi-Balance EU* 52,28#51,25 +0,57 13,31 Regio-Global Invest EU* 47,95#46,33 +0,35 18,81 EU* 43,52#42,25 -0,02 0,00 Stuttg.Bk.Rentinv. SüdwBk.Intershare EU* 39,00#37,86 +0,66 -27,71 Südwestbk.-Inter. EU* 39,28#38,14 -0,34 0,00 Uni21.Jahrh.-net- EU* 22,13#22,13 +0,23 -48,13 UniBalancePlus EU* 108,45#105,80 +0,01 -5,67 UniDeutschland EU* 137,87#132,57 +2,97 16,07 UniDeutschland XS EU* 77,00#74,04 +1,13 43,59 UniEu.Rent.Ab.Ret. EU* 40,87#39,68 -0,03 0,00 EU* 46,05#46,05 +0,24 0,00 UniEu.Renta-netUniEuroAktien EU* 52,40#49,90 +2,44 -22,09 UniEuroBond EU* 68,81#66,81 +0,21 0,00 UniEuropa-netEU* 45,87#45,87 +1,64 -10,41 28,3 18,0 12,0 22,2 0,0 0,0 23,7 -6,1 0,0 -8,5 -8,2 0,0 0,0 -6,5 0,4 -5,7 0,3 -0,1 -34,8 -8,5 3,1 -37,3 0,0 -2,0 -8,5 -16,6 -46,2 0,0 0,0 -2,4 -1,4 -26,0 0,0 3,4 4,1 3,1 5,5 0,0 12,9 18,7 0,0 -26,4 0,0 -44,7 -5,7 14,5 43,2 0,0 0,0 -25,0 0,0 -11,2 ACATIS AKT.GL.UI A EU* 188,39#179,42 +0,01 26,85 Berenb.Inc.Sel.Uni EU* 55,98#53,06 +0,06 10,43 Berenb.Osteuropa EU* 28,20#26,73 +0,49 -82,07 Berenb.Sel.Univ EU* 42,54#40,32 +0,60 25,25 Concept Aurelia Gl EU* 143,66#136,82 +0,60 22,33 DammRumpfHer.-Univ EU* 29,93#28,50 +0,39 -16,00 FIVV Aktien Gl.Sel EU* 56,54#54,37 +0,31 19,19 FIVVAktienChinaSel EU* 64,73#61,65 -2,55 29,96 G&P-Univ.Aktien A EU* 64,76#61,68 +0,70 -87,31 Grüner Fisher Gl.UI EU* 44,47#42,35 +1,27 -14,22 HG-DISCOUNTPF.UNIV EU* 65,16#61,76 +0,49 -0,92 EU* 74,43#70,89 +0,70 45,33 hp&p://-Euro-Sel. J. Führ-UI-Aktien EU* 91,16#86,82 +1,06 -6,45 J. Führ-UI-Renten EU* 43,50#42,65 +0,26 0,00 quantumX Global UI EU* 92,26#89,57 +0,13 1,05 SC BondValue UI EU* 68,77#66,77 -0,15 0,22 Trendco.-U.-A.-Eur. EU* 68,53#65,27 +1,92 -15,48 Trendco.-U.-EU-Bd EU* 54,25#52,42 -0,51 0,01 Vermögensmgt-UniFd EU* 105,01#105,01 +0,04 -6,81

DJE Investment S.A.

Oppenh Asse Mgm

S Sà

Hedgefonds
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0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

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EU* 13,95#13,29 +0,23 6,26 EU* 113,37#113,37 +2,46 5,82

Sonstige Finanzprodukte
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EU* 46,74#45,38 -0,22 -1,25 EU 12,60#11,90 +0,85 0,00 EU 43,24#41,18 +0,07 0,00 EU 55,26#52,62 +0,02 2,56 EU 58,57#55,52 +0,04 -1,22 EU 44,99#42,85 ±0,00 2,15 EU* 107,66#105,55 +0,78 -17,17 EU 57,60#54,86 -0,09 -0,52 EU* 172,31#167,29 +0,41 2,03 EU* 41,12#39,92 +0,66 35,09 EU* 46,71#45,35 -0,29 8,89 EU* 46,79#45,43 +0,02 12,51 EU* 154,83#150,32 +0,22 0,79 EU 11,24#10,70 +0,19 -15,27 EU 7,47#7,11 +2,16-147,45 EU 11,16#10,60 +3,01 -7,91 EU 5,18#4,92
-1,01 -41,36

BFS-EuroRent.D 54 EU* 48,05#46,65 -0,55 0,00

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Universal Lux.
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PConcep Fund Managem S A

VERITAS INVESTMENT TRUST GmbH
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0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

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Tel.: 0180 - 30 40 500 e-Mail: direkt@postbank.de Internet:www.postbank.de

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Nach Auskunft des Emittenten wurde das Ertragsausgleichsverfahren für die u.g. Fonds angewendet. EU #47,63 +0,89 0,00 0,0 PB Dyn.Best Garant EU 97,49#94,42 +4,12 16,04 20,6 PB Dyn.DAX® EU #50,32 +1,47 0,00 0,9 PB Dyn.DAX® Gar.II EU #48,80 +0,08 0,00 0,0 PB Dyn.Garant 2013 EU 20,14#19,41 +2,92 39,61 0,5 PB Dyn.Innovation PB Dyn.KlimaGarant EU #45,14 +0,71 0,00 0,0 EU 49,94#48,02 +0,15 -0,23 0,4 PB Dyn.Protekt EU 50,69#48,86 +2,65 -0,39 5,2 PB Dyn.Vision EU #54,58 +0,89 0,00 0,0 PB Dyn.Zuk.Gar. EU #54,42 +0,89 0,00 0,0 PB Dyn.Zuk.Gar. II EU 113,62#109,25 +0,66 2,81 3,1 PB Strat. Prt.+ II EU 50,60#49,13 +0,04 0,12 0,1 PB Strat. Rt Medi EU 52,12#52,12 -0,02 0,00 0,1 PB Strat. Rt Short 0,5 PB Vermog + Chance EU 44,40#42,90 +0,26 1,35 1,0 PB Vermog + Ertrag EU 48,14#46,51 +0,17 0,84 0,9 PB Vermog + Wachst EU 45,86#44,31 +0,29 1,53

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EU* 100,70#95,90 -0,02 1,11 EU* 59,97#57,11 -0,02 1,49 EU* 54,18#51,60 +0,02 -4,45 US 23,72#22,48 ±0,00 0,00 EU* 52,78#51,24 +0,25 0,00 EU* 55,11#52,49 +2,72 -10,85

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W&W Globalrent EUR EU* 101,18#97,76 -0,49 3,35 m m m w w m m w m w w w w w

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EU* EU* EU* EU* EU* EU* EU* EU* EU* EU*

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Deutsche Postbank Fonds
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50 FINANZEN
Wahre Werte

W E LT A M S O N N TAG N R . 18

1. M A I 2 011

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Ein Filzhut des verstorbenen Popkönigs Michael Jackson brachte bei einer Auktion 17 500 Dollar ein Besonderes Potenzial haben die Stücke, wenn ihre Träger kurz vor dem Ende ihrer Karriere stehen

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Chapeau!
Historische Kopfbedeckungen können einen beachtlichen Sammlerwert erreichen. Vor allem dann, wenn sie einmal das richtige Haupt geziert haben

HARALD CZYCHOLL

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b Fankappe oder Pudelmütze, ob Polizei- oder Kochmütze, ob Kopftuch oder Kippa: Wie der Mensch seinen Kopf bedeckt, zeigt, was er mag, macht oder glaubt. Ein Hut erzählt, was sein Träger denkt. Wie er lebt, wo er arbeitet und welche gesellschaftliche Stellung er innehat. Kopfbedeckungen schützen, zieren oder betonen das, was des Menschen Höchstes ist: seinen Kopf. Und sie sind mehr als das: nämlich auch eine attraktive Wertanlage. Manchmal zumindest. In Paris kamen beispielsweise vor sechs Jahren eine ganze Reihe von Objekten des berühmten Modeschöpfers Paul Poiret unter den Hammer. Poiret war derjenige, der das Korsett abschaffte, kurzhaarige Models einsetzte und als erster Hosen für Frauen gesellschaftsfähig machte – womit er für einiges Aufsehen sorgte. Seine Idee, dass Frauen Hosen tragen sollten, führte 1911 zu öffentlichen Tumulten, Verhaftungen und Verdammnis von der Kirche. Und Poiret hat auch eine Reihe von Hüten und Turbanen entworfen, die heute einen erheblichen Sammlerwert haben. Zusammen knapp 100 000 Euro wurden seinerzeit

für neun Hüte aus seiner Kollektion gezahlt. Heute, so schätzt die damalige Auktionatorin Françoise Auguet, dürften sie etwa 50 Prozent mehr wert sein. Die Hüte des Designers Poiret sind ein gutes Beispiel dafür, wie Zufallsfunde reich machen können. Denn Poirets Enkelin entdeckte sie zusammen mit Kleidern und Schuhen bei einem Umzug in drei großen Schrankkoffern – auf dem Dachboden. Doch nur weil man dort jetzt Opas alten Hut von anno dazumal ausgräbt, ist man noch lange nicht reich. Nicht allein das Alter entscheidet – Standardmodelle aus dem Kaufhaus sind kaum etwas wert. „Seltenheit und Nachfrage sind entscheidend für den Preis“, weiß Thomas Schmidtkonz, Betreiber des Internetportals Sammler.com. Ein alter Militärhelm aus dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg hingegen kann schon ein kleines Vermögen wert sein: Bis zu 2000 Euro – je nach Zustand – zahlen Sammler beispielsweise für preußische Pickelhauben aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Ein russischer Adrianhelm aus der gleichen Zeit ist nach Angaben des Portals Militaria-Online.de immerhin 1100 Euro wert. Und auch Objekte aus dem Zweiten Weltkrieg kommen auf ansehnliche Werte: Rund 500 Euro beträgt etwa der Sammlerwert eines gut erhaltenen Stahlhelms. Und eine Ostfront-Fellwintermütze der Waffen-SS ist gut 400 Euro wert. Um diesen Preis auch zu erzielen, ist allerdings der Zugang zu potenziellen Käufern wichtig. Wo man alte Kopfbedeckungen findet, kauft und verkauft, ist unterschiedlich: Raritäten kommen vor allem in Auktionshäusern unter den Hammer. Bei militärischen Kopfbedeckungen sind Militariahändler der erste Ansprechpartner. Manchmal wird man auch bei Ebay fündig. Und auch Second-Hand-Läden und

Flohmärkte sind Ziele von Hutsammlern. „Auf Flohmärkten gibt es durchaus mal die Chance, ein wahres Schnäppchen zu machen“, erklärt Schmidtkonz von Sammler.com. „Dabei sollte man in der Regel immer auf Qualität und gute Erhaltung achten.“ Es gibt aber auch Ausnahmen, weiß Hutsammler Obietz: „Gebrauchsspuren können bei alten Hüten manchmal sogar wertsteigernd wirken.“ Das gilt vor allem dann, wenn der Hut früher einmal einen prominenten Kopf geziert hat. Denn neben Alter und Zustand der Kopfbedeckungen kann es auch wichtig sein, wer den Hut einmal getragen hat und wessen Schweißränder demzufolge daran haften. Da gilt dann der Grund-

STATUSSYMBOL
Was der Hut seinem Träger außer Schutz noch bietet
Seine feste Form und die umlaufende Krempe – das unterscheidet den Hut von Kappe und Mütze. Das Wort leitet sich vom mittelhochdeutschen Huot ab, was Decke oder Schutz bedeutet. Und das zeigt die ursprüngliche Bedeutung einer solchen Kopfbedeckung: Den Schutz gegen Kälte, Nässe oder Sonnenstrahlung. Neben seiner Funktion stellt der Hut aber in vielen Kulturen auch ein Symbol für den sozialen Status seines Trägers dar und soll dessen Persönlichkeit unterstreichen. Früher zählten Hüte in Europa grundsätzlich zur Ausgehkleidung. Und im alten Rom waren sie sogar ein Symbol der Freiheit.

satz: Je prominenter der Träger, desto höher der Wert. So wurde vor knapp einem Jahr ein Hut aus dem Nachlass der US-Schauspielikone Marilyn Monroe versteigert – für satte 165 000 Dollar (knapp 115 000 Euro). Ein verbeulter Filzhut, den der verstorbene „King of Pop“ Michael Jackson bei einem Konzert 1988 in Nizza getragen hatte, brachte bei einer Versteigerung im Herbst vergangenen Jahres immerhin 17 500 Euro ein. Der Popstar hatte ihn seinerzeit in die Menge geworfen, ein Fan hatte ihn gefangen – und durfte sich nun über den satten Gewinn freuen. Etwas weniger wertvoll sind die Kopfbedeckungen noch lebender Stars: Ein Hut von Rocklegende Udo Lindenberg wurde nach Angaben seines Managements im Herbst 2009 für 404 Euro versteigert – beim Internetauktionshaus Ebay. Genau hier liegt aber eine Chance für Sammler, die vor allem auch Geldanlageinteressen verfolgen. „Bei solchen vergleichsweise günstigen Objekten ist noch viel Luft nach oben“, so Hutsammler Obietz. Denn ein Hut des Panikrockers Udo Lindenberg, dessen Hüte so etwas wie sein Markenzeichen geworden sind, könnten nach dessen Karriereende durchaus erhebliche Wertsteigerungen erfahren. „Hüte von Marilyn Monroe hingegen werden zwar ihren Wert behalten. Aber so viel teurer werden sie nicht mehr werden“, so Obietz. Letzteres dürfte aber den wahren Liebhaber nicht stören. „Viele Sammler geben zwar vor, das Ganze nur unter Wertanlageaspekten zu betreiben, um ihr Hobby gegenüber uneinsichtigen Außenstehenden wie Ehepartnern oder Freunden zu legitimieren“, weiß Sammlerexperte Schmidtkonz. Dies sei aber bei den allerwenigsten Sammlern der Grund für ihre Leidenschaft.

Verpasste Gelegenheit

Schein-Welt

Der einäugige Euro ist unter den blinden Währungen König

Kapverden: Trauer auf dem Escudo

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igentlich ist der Titel „verpasste wieso nicht, da sind schon die GewinnGelegenheit“ diesmal nicht ganz interessen der Importeure davor. Oder treffend. Denn so richtig verpasst hat schon mal jemand etwas von fallenhat sie hierzulande ja niemand, besser den iPhone-Preisen gehört? Und an den noch: Jeder ist dabei, die einen mit mehr, Tankstellen wurden auch noch keine die anderen mit weniger Einsatz. purzelnden Preisangaben gesichtet. Schließlich hat jeder in Deutschland EuSchließlich ist ohnehin alles relativ. ro. Und dessen Kurs stieg in der vergan- Denn der Euro legte zwar im Vergleich genen Woche erneut um über zwei Cent zum Dollar zu, gegenüber anderen Wähim Vergleich zum Dollar. rungen sieht das dagegen ganz Allerdings ist es dann doch anders aus. Wer beispielsweise EURO /DOLLAR auch wieder nicht so falsch, gerade nach Asien in Urlaub in € von einer verpassten Gelegenaufbricht, wird sich wundern, 1,49 heit zu sprechen. Denn die wedass die Wechselkurse sich ei1,48 nigsten haben etwas von dem gentlich in den vergangenen 1,47 steigenden Eurokurs, obwohl Monaten kaum bewegt haben. sie welche besitzen. 100 Euro Ähnlich sieht das im Vergleich 1,46 bleiben nun mal 100 Euro, zu vielen anderen Schwellen1,45 mehr kaufen kann man sich länderwährungen aus. 1,44 hierzulande davon auch nicht, Denn diese haben etwas, was 25.4. 29.4. wenn das in Dollar gerechnet weder Dollar noch Euro bieten: nun mehr wert ist. Profitieren wirtschaftliche Stabilität. Das können von dem Kursanstieg daher nur klingt für uns stabilitätsgewöhnte DeutUSA-Urlauber und Käufer irgendwelcher sche verrückt, aber so ist die Welt heute, schlauer Investmentprodukte, die solche die Schuldenkrise lässt grüßen. Der einKursentwicklungen dann auch in Euro in zige Unterschied zwischen Dollar und bare Münze umwandeln. Und allenfalls, Euro ist, dass ersterer als noch schlaffer wenn importierte Güter aufgrund des gilt als die europäische Währung. Insostarken Euros billiger werden sollten, fern handelt es sich also beim jüngsten könnte auch Otto Normalverbraucher Kurssprung auch nur um eine relativ Frank Stocker etwas davon haben. Aber das passiert so- verpasste Gelegenheit.
QUELLE: COMDIRECT

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Schwermut in Versform: Den 2000-Escudos-Schein ziert ein Auszug aus einem Gedicht von Eugénio Tavares
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as kommt mir portugiesisch vor, wird mancher ausrufen, wenn er diese Geldscheine in Händen hält. Auf der Rückseite ein Gedicht, das Hobby-Romanisten an die Sprache erinnert, die zwischen Lissabon und Porto gesprochen wird. Und dann noch der Name der Währung: Escudo. Ist Portugal also inzwischen unbemerkt aus der Euro-Zone ausgetreten und hat sein altes Geld wieder zum Leben erweckt? Irrtum. Es handelt sich hierbei um kapverdische Escudos. Die 15 Inseln vor Westafrika gehörten bis 1975 zu Portugal. Den kapverdischen Escudo gab es jedoch schon viel länger, erste Banknoten wurden bereits 1865 gedruckt. Bis 1975 betrug das Umtauschverhältnis zum portugiesischen Escudo noch 1 zu 1. Nach der Unabhängigkeit stürzte der Kurs jedoch ab, stabilisierte sich dann wieder und

wurde schließlich 1998 bei 0,55 portugiesischen Escudos fixiert. Seit Einführung des Euro in Portugal gilt das Umtauschverhältnis von 110,265 kapverdischen Escudos je Euro. Doch was hat es mit dem Auszug aus dem Gedicht auf sich, der auf der Rückseite des 2000-Escudos-Scheins abgedruckt ist. Ist das nun in portugiesischer Sprache verfasst oder nicht? Es beginnt mit den Worten „Se é pam vivê na es mal / De ca tem / Quem que g’rem …“ (Deutsch: Wenn ich in diesem Unglück leben muss, nicht zu haben, wen ich begehre …“) und stammt von dem kapverdischen Dichter Eugénio Tavares, der auch auf der Vorderseite desselben Geldscheines abgebildet ist. Betitelt ist das Gedicht „Morna de Aguada“. Mit Morna wird die traditionelle Musik der Kapverden bezeichnet, die eine ähnliche Bedeutung für die Inseln hat wie der Fado für Portugal. Tavares hat eine ganze Reihe von „Mornas“ im Stil der Texte dieser Lieder geschrieben – allerdings eben nicht auf Portugiesisch, sondern auf Criolo, der Kreolsprache, die auf den Kapverden gesprochen wird. Sie basiert zwar auf dem Portugiesischen, hat sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt. Das wird beim Vergleich mit einer Übersetzung der Sentenz ins Portugiesische

deutlich: „Se é para viver neste mal /De não ter / Quem eu quero …“ – das ist ähnlich, aber eben nicht identisch. Allerdings ist das Gedicht das einzige Element auf den Geldscheinen in Criolo. Alle anderen Angaben sind dann doch auf Portugiesisch gehalten, der Amtssprache der Kapverden. Eine kleine Besonderheit ist aber noch, dass die Abbildungen auf den Scheinen alle hochkant sind – eine Neuerung, die in den vergangenen Jahren auf den Geldscheinen diverser Länder Einzug gehalten hat. Neben Tavares wird auf den EscudoScheinen noch ein zweiter kapverdischer Dichter gezeigt. Denn auf dem 1000er ist António Aurélio Gonçalves abgebildet, der vor allem Kurzgeschichten schrieb, in denen afrikanische Frauen die Protagonisten sind. Eine Frau ist auch auf dem 5000-Escudos-Schein zu sehen, allerdings keine berühmte Persönlichkeit, sondern eine landestypisch gekleidete Einwohnerin der Kapverden. Etwas Landeskunde bietet zudem noch der 500-Escudos-Schein. Darauf ist eine sogenannte Trapiche zu sehen, eine Maschine zum Pressen von Zuckerrohr, einem der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte des Landes. Daraus wird allerdings nicht etwa Zucker gewonnen, sondern Grogue, ein hochprozentiger Frank Stocker Schnaps.

ILLUSTRATION: FRANK HOPPMANN

KULTUR
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Luise und die starken Männer
Der Friedensdichter, die Bestsellerautorin und der Schriftsteller in Wehrmachtsuniform: Hesse, Rinser, Jünger
DLA MARBACH (2); BPK

Ich will doch nur, dass ihr mich führt: Luise Rinsers Briefwechsel mit Ernst Jünger und Hermann Hesse zeugen von den „schwülen Träumen einer jungen Frau“ – und geben Einblicke in das vielleicht unwahrscheinlichste Dreiecksverhältnis der Literaturgeschichte
HEIMO SCHWILK

m 30. April wäre die Schriftstellerin Luise Rinser hundert Jahre alt geworden. Mit ihren autobiografisch gefärbten Romanen war sei eine der meistgelesenen deutschen Schriftstellerinnen der zweiten Jahrhunderthälfte. In ihrem Werk präsentierte sich die engagierte Linkskatholikin als Kämpferin für Frieden, Demokratie und die Rechte der Frauen. Sie protestierte gegen den NatoDoppelbeschluss, setzte sich für die Terroristin Gudrun Ensslin ein und unterstützte Willy Brandt im Wahlkampf. 1984 kandidierte sie für die Grünen für das Amt des Bundespräsidenten. Aber immer wieder fielen Schatten auf ihr Denkmal. Gedichte, in denen sie Hitler verherrlichte, wurden entdeckt, und Luise Rinsers fatale Neigung, „starke Männer“ auf bisweilen peinliche, ja bizarre Weise anzubeten, irritierte ihre Bewunderer. So reiste sie nach Nordkorea, um den Diktator Kim Il-sung zu treffen und empfand ihn als „väterliche Autorität“, sie korrespondierte mit Honecker, bewunderte Khomeini und führte Gespräche mit dem Dalai Lama. 1954 bis 1960 war sie mit dem Komponisten Carl Orff verheiratet. Ein maßloses Bedürfnis nach Anerkennung verleitete sie immer neu, sich bedeutenden Männern zu nähern, von deren Ruhm sie zu profitieren hoffte. In diese Reihe gehört auch Ernst Jünger und Hermann Hesse, die sie beide in jungen Jahren verehrte. Nun sind gerade über diese Zeit immer mehr Details bekannt geworden, die auch jetzt das ganze Ausmaß von Luise Rinsers NS-Verstrickung offenlegen. Die eben erschienene Biografie des Theologen und Philosophen Jose Sanchez de Murillo („Luise Rinser. Ein Leben in Widersprüchen“, S. Fischer, Frankfurt 2011, 464 Seiten, 22,95 Euro) bietet viel neues Material. Murillo enthüllt, dass Luise Rinser als junge Lehrerin – die auch dem NS-Lehrerbund angehörte – ihren jüdischen Schulleiter bei der Schulbehörde denunziert hatte. Aber de Murrillo bestätigt auch, dass sie später tatsächlich einer Freundin geraten hatte, ihren Mann zur Desertion anzustiften. In der Folge wurde sie selbst denunziert und angeklagt. Es gelang dem GoebbelsFreund und UFA-Regisseur Karl Ritter, den Prozess bis zum Kriegsende zu verschleppen, was ihr das Leben rettete. Wer Luise Rinsers autobiografische Verlautbarungen genau zu lesen versteht, erfährt viel darüber, warum ein sensibler, idealistisch veranlagter junger Mensch in die Nähe einer totalitären Bewegung geraten konnte. „Zu meinem Lebensleiden gehört der Ehrgeiz“, schrieb sie in „Den Wolf umarmen“, „ich möchte etwas Großes leisten, meine Kraft auswirken, herrschen können“. Zugleich aber verrät sie in den Aufzeichnungen ihr tief verwurzeltes, libidinös besetztes Bedürfnis nach „Erniedrigung“, nach Unterordnung des eigenen „Hochmuts“ unter das „Führertum“ eines anderen. Ein literarischer Führer sollte ihr auch Ernst Jünger sein. Der dreißig Schreiben

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umfassende Briefwechsel der beiden aus den Jahren 1939–45, der heute im Deutschen Literaturarchiv in Marbach verwahrt wird, ist das Dokument einer sehr einseitigen Obsession. Luise Rinser bekennt in einem ihrer ersten Briefe, durch die Lektüre von Jüngers Buch „Auf den Marmorklippen“ eine tiefe Erschütterung erfahren zu haben. Sie sei getroffen von „der Macht und Schönheit“ seiner Sprache, schreibt sie Jünger am 23. August 1940. Sie halte ihn für einen Autor, „der alle schreibenden Zeitgenossen weit überragt“, nur mit Nietzsche oder Hölderlin zu vergleichen. So bittet sie ihn, ihr „Lehrmeister“ zu sein: „Ich will schreiben lernen, ich will von Herzen die Kunst des Sehens vor allem lernen.“ Jüngers Antwort vom 10. September 1940 schlägt einen Ton an, der alle seine Briefe an Luise Rinser bestimmen wird: freundliche, bisweilen galante Distanz. Er berichtet von seinem Einsatz als Kompanieführer am Westwall und einem bevorstehenden Urlaub in seinem Haus in Kirchhorst. Der unbedachte Hinweis auf den Wohnort eröffnet Luise Rinser jedoch die Gelegenheit, um eine persönliche Begegnung nachzusuchen, da sie „ab und zu nach Hannover“ komme. Jünger weicht aus, lässt weitere Nachfragen unbeantwortet. Aber die Briefe seiner Verehrerin werden drängender, es klopfe ihr das Herz bei der Vorstellung, bald bei ihm zu sein, schreibt sie, der Gedanke sei „erregend“. Das Treffen findet schließlich doch statt, am 14. November 1940 in Hannover. Rinser hat gerade ihr erstes Buch, den Roman „Die gläsernen Ringe“ zum Druck gegeben. Wie hat Luise Rinser den angehimmelten Autor damals erlebt? In einem Gespräch, das wir 1999 führten, sag-

„Wenn ich Sie lese, schwankt der Zeiger leidenschaftlich“
Luise Rinser an Ernst Jünger

te sie mir, Jünger habe überhaupt keine erotische Ausstrahlung auf sie gehabt: „Er war komischerweise sehr klein, hatte eine hohe Stimme und sah nach nichts aus.“ Es sei das unterkühlte Treffen mit einem Verstandesmenschen gewesen. Als besonders unheimlich habe sie in Erinnerung, dass beim Spazieren durch die ausgebombte Stadt plötzlich ein Ziegelstein zwischen ihren Köpfen hindurchgeflogen sei – er hätte beide treffen können. Sie habe das als Zeichen genommen: „Lass ab von diesem Mann!“ Es gibt in der Korrespondenz keinen Hinweis, dass Rinser die Begegnung so erlebt hat, wie sie es später darstellte. Vielmehr drängte sie Jünger sofort zu einem erneuten Treffen, dieses Mal in einer anderen Stadt, weit weg von beider Familien und möglichst am Abend, denn der Abend mache sie „sehr lebendig“. Ernst Jünger, mit dem ich 1986 in Wilflingen kurz über Luise Rinser

sprach, nachdem ich in seinem „BriefJournal“ einige seiner Briefe an sie gelesen hatte, zitierte lachend ein Wort von Nietzsche, in dem es heißt, man müsse sich als Mann hüten, „in die schwülen Träume junger Frauen zu fallen“. Luise Rinser bringt nun auch ihren Mann, den Kapellmeister Horst Günther Schnell, ins Spiel, ebenfalls ein JüngerVerehrer, der einige ihrer Briefe mitunterzeichnet. Diese werden von Mal zu Mal persönlicher, es geht nicht mehr nur um Literatur, sondern vor allem auch um Eheprobleme. Ein Terror der Intimität. Jünger, inzwischen Besatzungsoffizier in Paris, schweigt. Die Nachricht, dass Luise Rinser von einem Dritten schwanger geworden ist, führt ihm die Verwicklungen vor Augen, in die diese Frau ihre Geliebten stürzt. Dafür reagiert Hermann Hesse, sowohl auf die Übersendung von Luise Rinsers Buch „Die gläsernen Ringe“, das sie ihm nach Montagnola schickt, als auch auf ihre eskalierenden Ehenöte. Hesse ist von der „wunderbaren Kindheitsgeschichte“ beeindruckt. Auch die von Luise Rinser angekündigte Scheidung von ihrem Mann lässt der 64-Jährige, anders als der irritierte Jünger, nicht unkommentiert. Am 6. Januar 1942 schreibt er nicht ohne Hintersinn: „Rat kann ich Ihnen keinen geben; meiner Art nach würde ich mehr zum Loslassen als zum Festhalten raten, aber ich weiß ja nicht, was Loslassen oder Festhalten bei Ihnen bedeutet.“ Noch einmal versucht die Zurückgewiesene, Jünger von ihrer Leidenschaft zu überzeugen, nicht wissend, dass dieser in Paris längst selbst eine Geliebte hat: „Wenn ich Sie lese, schwankt der Zeiger leidenschaftlich; das Herz klopft unregelmäßig, ich fühle mich fast zerrissen… Die Frauen lieben Sie, weil Liebe das einzige Mittel ist, um sich vor einem so gefährlichen Geist zu schützen. Man liebt Sie, weil man mit der Liebe eine Isolierschicht um Sie legt, durch die Ihre zerstörerischen Kräfte nicht dringen… Ich bin so zornig über Sie.“ Während Luise Rinser unentwegt das kleine Flämmchen zu schüren versucht, das unter ihrer Nichtbeziehung zu Jünger flackert, bekennt sie Anfang April 1942 gegenüber Hesse, sowohl von ihm als auch von Jünger beeinflusst worden zu sein. In ihren Sätzen klingt die Enttäuschung an, von Jünger als Frau und Autorin nicht wirklich ernst genommen zu werden: „Er schreibt einen blendenden, bezaubernden Stil, scharf, klar, geschliffen und in kleinen Wendungen oft verführerisch. Aber er lässt kalt – oder er macht heiß – aber er erwärmt nicht.“ Hermann Hesse pflichtet ihr im Brief vom 20. April 1942 bei: „Mit Jünger geht es mir wie Ihnen. Er gehört zu den Dichtern, die zwar die Liebe zum Geist haben, aber nicht die Liebe zur Natur und die Bruderschaft mit ihr, er teilt das mit Großen, z. B. mit Schiller, aber auch sie sind mir im Grunde unvertraut und verdächtig.“ (Acht Jahre später wird Hesse dieses Urteil nach der Lektüre von Jüngers „Strahlungen“ revidieren.) Durch immer neue, oft seitenlange Briefe mit Luise Rinsers verworrener Lebenssituation konfrontiert („Helfen Sie mir. Ich will
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nicht eine verbitterte Frau werden“), schiebt Jünger dem endgültig einen Riegel vor und verbittet sich „den Wetteifer, mich in allerlei vertrauliche Geheimnisse zu ziehen“. Er habe, schreibt er am 13. April 1943 verärgert, überhaupt den Verdacht, dass „Sie von Freunden über mein Pariser Tun und Lassen sich abenteuerli-

che Dinge erzählen lassen“. Offenbar fürchtet Jünger, selbst zum Gegenstand moralischer Erörterungen zu werden und beginnt sich endgültig zurückzuziehen. Man tauscht noch einmal Fleischkarten gegen französisches Parfüm, doch mit der Zusendung der Mitteilung, dass Luise Rinser im Januar 1944 den Schrift-

steller Klaus Hermann geheiratet hat, klingt die ungleiche Korrespondenz aus. Mit Hesse wird Luise Rinser trotz einiger Irritationen bis 1950 korrespondieren. Mit dem Welterfolg ihres Romans „Mitte des Lebens“ und neuen Liebeswirren endet schließlich auch die Beziehung zum verehrten „Weisen vom Berg“.

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52 KULTUR

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1. M A I 2 011

99 Luftballons

Metropolis

Das Boot

ECKHARD FUHR

enn alle Welt den Liebreiz der Geliebten bewundert, dann ist das für den Liebhaber die höchste Wonne. Dann spürt er, welchen Schatz er sein Eigen nennen kann, und Stolz und Dankbarkeit erfüllen seine Brust. Momente, die einem solche Gefühle bescheren, sind selten. Man kann deshalb dem Goethe-Institut nicht dankbar genug dafür sein, dass es allen deutschen Vaterlandsfreunden, allen glühenden Patrioten, all jenen, welche eine unsterbliche Liebe zu Deutschland im Herzen tragen, solche Wonnen verschafft. Wir meinen das gar nicht ironisch. Das Goethe-Institut, seit 60 Jahren damit beschäftigt, das Bild eines guten, eines demokratischen, eines weltoffenen, eines kulturell vitalen Deutschland in der Welt zu verbreiten, hat in 18 europäischen Ländern durch eine Umfrage ermittelt, wie Deutschland von außen gesehen wird. Wer vor lauter alltäglicher Nähe für die Reize des eigenen Landes nicht mehr empfänglich ist, der sollte es in diesem Spiegel der schmachtenden Blicke von außen betrachten. Es ist nicht ganz von dieser Welt, dieses Deutschland. Regiert wird es von einem hohen Paar: Johann Wolfgang von Goethe und Angela Merkel. Für die große Mehrheit sind das die „bedeutendsten Deutschen“. Geist und Macht sind endlich versöhnt, ja geradezu miteinander verheiratet. Meist zeigt sich das hohe Paar in Begleitung eines wild gelockten und schnauzbärtigen Genies namens Albert Einstein. Auch der Reformator Martin Luther gehört zum engeren Gefolge. Im weiteren Umkreis geben Beethoven und Bismarck, Bach, Willy Brandt und Adenauer der Nation Gesicht und Stimme. Ach ja, Adolf Hitler drückt sich auch noch in der Ecke herum als Beispiel dafür, dass man auch auf eine verhängnisvolle Weise bedeutend sein kann. Jetzt stellen wir uns einmal vor, diese bedeutendsten Deutschen zögen in ei-

W

Grimms Märchen

Das Kapital

Die Leiden des jungen Aspirin Herbert Werther
Grönemeyer Die Zauberflöte
Be

Der Himmel über Berlin

Duden
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Buchdruck
Johann Sebastian Bach

Willy Brandt

Good bye, Lenin Winnetou

Steffi Graf

Barfuß

Knockin’ on Heavens Door

Danke, Europa: Das Goethe-Institut hat im Ausland nach den Exportschlagern der Deutschen gefragt. Dabei entstand ein kultureller Kanon, der das Herz erfrischt

Lili Marleen

Der Untergang

Michael Ende

Für Elise

Der Vorleser

dieses Glückes
Mondscheinsonate

Die Blechtrommel

Brüh im Lichte

Die Karte zeigt eine Auswahl der in den jeweiligen Ländern beliebten Exportgüter. Einzelne Resultate werden in den nächsten Wochen im Feuilleton der „Welt“ und montags ab 19 Uhr auf Deutschlandradio Kultur von europäischen Intellektuellen kommentiert. Das Gesamtergebnis findet sich unter goethe.de/ deutschlandliste

Das Parfüm Die Welle

m Ka an nt ue l

Faust Das Leben
der Anderen

Im

Alarm für Cobra 11
Albert Einstein
GRAFIK: ISABELL BISCHOFF

Rammstein

Kölner Dom

Nietzsche

nen Ehrentempel ein, in eine Art virtuelle Walhalla. Was wäre das kulturelle Programm einer solchen nationalen Apotheose? Gefragt hat das Goethe-Institut nach dem besten deutschen Buch, dem besten Film, dem schönsten – man beachte den feinen Unterschied – Musikstück und dem bedeutendsten Bauwerk. Die vernehmbarsten literarischen Stimmen wären die eines spätmittelalterlichen Wahrheitssuchers, die eines zwergwüchsigen Insassen einer Heil- und Pflegeanstalt und die eines rot bemützten kleinen Mädchens, das sich über das ungewöhnliche Aussehen seiner Großmutter wundert. Goethes „Faust“, Die „Blechtrommel“ von Günter Grass und die Märchen der Gebrüder Grimm – das sind die deutschen Bücher schlechthin. Wer sie liest, das ist kaum zu bestreiten, begibt sich tief in den Zauberwald des

deutschen Geistes. Musikalisch geben dort mehrere Neunen den Takt an: Beethovens 9. Sinfonie und Nenas „99 Luftballons“. Die menschheitstrunkene Ode an die Freude entlässt den Dauerhit über den Atomkrieg gewissermaßen aus sich heraus. Wenn alles vorbei ist, erklingt auf Platz drei der Hitliste leise und tröstlich aus den Tiefen des romantischen Empfindens die „Mondscheinsonate“. Wo ist dieses Deutschland der Stimmen und Klänge nun zu verorten? Den Hütern des deutschen Föderalismus mag es missfallen, aber man kommt nicht daran vorbei: In Berlin kommt Deutschland auf die Erde nieder. Die Stadt ist Schauplatz der drei am meisten beachteten Filme „Das Leben der Anderen“, „Good Bye Lenin!“ und „Der Himmel über Berlin“. Vor allem aber: Das Brandenburger Tor führt die Liste der bedeu-

tendsten Bauwerke an. Ihm folgt zwar der Kölner Dom, aber dazu muss man wissen, dass es ein nationalromantischer preußischer König war, der seine Vollendung im 19. Jahrhundert wesentlich beförderte. Und an dritter Stelle steht wieder ein Berliner Gemäuer, der Reichstag. Der Fall der Berliner Mauer gilt den Befragten als wichtigstes Ereignis der deutschen Geschichte, er rangiert vor dem Zweiten Weltkrieg und der Reformation. Gibt es an Deutschland auch etwas auszusetzen? Die Antworten auf die Frage „Was gefällt Ihnen überhaupt nicht an Deutschland?“ geben dem deutschen Vaterlandsfreund doch manchen Stich ins Herz. Es sind nicht die den Deutschen gemeinhin zugeschriebenen Charaktereigenschaften wie Arroganz, Pedanterie oder Mangel an Spontaneität, die schmerzen. Zumal manches davon in der

Liste der am meisten geschätzten Eigenschaften umgewertet erneut auftaucht, etwa als Ordnungssinn oder Organisationstalent. Damit kann man leben. Aber was soll man von der zweithäufigsten Antwort auf die Frage nach dem Negativen halten? Sie lautet: Mir gefällt alles. Ist das nun blinde Begeisterung? Oder ist es vollendete Höflichkeit, die schon die Grenze zur eisigen Distanz berührt? Wie kann jemandem alles an einem Land gefallen? Diesen Fragen mag man nachgrübeln. Man wird kaum eine befriedigende Antwort finden. Entschiedenen Widerspruch jedoch fordert die Tatsache heraus, dass die deutsche Küche die Liste des Missfallenden anführt. Auf keinem Gebiet hat Deutschland verborgene oder verschüttete Qualitäten in den vergangenen Jahren so freudig neu- und wiederentdeckt wie auf dem Gebiet der

Kochkunst. Welchen Siegeszug hat etwa die Kartoffel aus der Trostlosigkeit der Sättigungsbeilage hin zur kulinarischen Wunderknolle erlebt! Was stellen die Köche des Landes heute alles mit Würsten und Sülzen, Kohl und Rübchen und nicht zuletzt mit Sauerkraut an! Die deutsche Küche und ihr Ruf – sie haben nichts mehr miteinander zu tun. Für das Goethe-Institut öffnet sich hier ein weites Arbeitsfeld, das bislang offenbar sträflich vernachlässigt wurde. Wir haben uns bis jetzt mit dem Gesamtergebnis der mehr als 13 000 eingegangenen Online-Fragebögen beschäftigt. Man könnte nun einwenden, dass dieses Ergebnis wenig aussage, weil es den jeweiligen nationalen Blickwinkel ausblende. Doch wenn man sich die einzelnen Länderergebnisse anschaut, stellt man erstaunt fest, wie wenig das Deutschlandbild zwischen Frankreich und Weißrussland, Großbritannien und Lettland schwankt. Das Gesamtergebnis findet sich im Großen und Ganzen auch in den Länderergebnissen wieder. Manche Ausnahmen verstehen sich von selbst, etwa, dass Angela Merkel bei den Griechen unter den bedeutendsten Persönlichkeiten eher hinten zu finden ist und sogar auf der Missfallensliste auftaucht. Die griechische Eigenwilligkeit zeigt sich übrigens auch daran, dass sie zu den wenigen Nationen gehören, denen Karl Marx noch etwas bedeutet. Kleine Nationen tragen manche überraschende Facette zum europäischen Deutschlandbild bei. Nehmen wir Lettland. Dem baltischen Staat ist es – zusammen mit Weißrussland – zu verdanken, dass in der Gesamtliste der besten Bücher ein Titel auftaucht, den in Deutschland wenige kennen: Erich Maria Remarques „Drei Kameraden“, ein Gesellschaftsroman über die Weimarer Republik, geschrieben im Exil. Und ein Lette hat angesichts all der umwälzenden deutschen Erfindungen vom Buchdruck über das Automobil bis zum Computer eine kleine technische Revolution nicht vergessen: Die wichtigste deutsche Erfindung sei „ohne Zweifel der Dübel“. Was den Letten der Dübel ist, ist den Slowaken Karl May. Bei den Filmen kommen die WinnetouVerfilmungen von Harald Reinl immerhin auf Platz drei, nach „Good Bye Lenin!“ und „Das Leben der Anderen“. Es ist gut, daran erinnert zu werden, dass es vor dem neuen deutschen Kino auch schon deutsches Kino gab, ziemlich erfolgreiches sogar. So lernt man also sein altes Vaterland neu kennen und schätzen, indem man es mit dem freundlichen Blick des Fremden betrachtet. Man wird denjenigen, die sich an der Umfrage des Goethe-Instituts beteiligten, eine gewisse Grundsympathie unterstellen können. Doch wohin sollte es führen, danach zu fragen, wie repräsentativ diese Umfrage ist? Bei Goethe will man nicht empirische Sozialforschung betreiben. Die Umfrage ist vor allem ein Mittel, das Gespräch und das Nachdenken über Deutschland anzuregen – auch im Lande selbst. Die nervöse, überspannte, leicht irritierbare deutsche Selbstwahrnehmung kann im Lichte dieser Umfrage an Gelassenheit gewinnen. Deutschland leuchtet stärker, als es den Deutschen bewusst ist.

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© Suzy Stöckl

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KULTUR 53

„Ich werde immer abgelenkt“
Kein Wunder also, dass Kate Bush sechs Jahre brauchte, um ihr neues Album fertigzustellen. Ein Gespräch mit einem Mythos, der darauf beharrt, der normalste Mensch der Welt zu sein
hre Verschwiegenheit ist legendär, ihr Arbeitstempo hat Schriftsteller inspiriert. In dem Roman „Warten auf Kate“ schreibt John Mendelssohn die bewegende Geschichte eines Unterwäschemodels, das seinen Suizid nur deshalb verschiebt, weil es von dem Gerücht hört, Kate Bush könnte ein neues Album veröffentlichen (leider wird die Wartezeit dann doch zu lang). Sechs Jahre nach ihrem letzten Album „Aerial“, darf man sich jetzt auf ein neues Werk freuen. „Director’s Cut“ ist Bushs Ruf entsprechend angemessen exzentrisch geraten und bietet elf bekannte Songs der Alben „The Sensual World“ und „The Red Shoes“, die sie einer Neubearbeitung unterzogen hat. WELT AM SONNTAG: Mrs. Bush, zwischen Ihren Platten liegen oft viele Jahre, in denen man nichts von Ihnen hört. Können Sie das erklären. KATE BUSH: Wissen Sie, ich habe gern ein Privatleben. Die Öffentlichkeit hat zwar den Eindruck, dass ich fünf, sechs Jahre brauche, bis ich mit einem Album fertig werde, doch das ist falsch. Es geht schneller. Nur werde ich immer wieder abgelenkt.
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sie benutzt, wenn es damals welche gegeben hätte. Da bin ich mir sicher. Es heißt, Sie sind gern im Studio, die meisten Musiker bevorzugen die Bühne. Ich verstehe, wie der Eindruck entstanden ist, dass mir die Bühne nicht so gefällt. Aber ich habe die Tour, auf die ich damals gegangen bin, wirklich geliebt. Und ich wollte weitere Shows spielen, aber dann war ich mehr und mehr in den musikalischen Schaffensprozess involviert. Neue Platten aufzunehmen, wurde wichtiger. Und jetzt sind seit meinen letzten Konzerten auch schon wieder 32 Jahre vergangen. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht komplett aufgegeben. Ist das so? Ja, ich hoffe, dass ich eines Tages wieder ein paar Konzerte geben werde. Momentan sieht es zwar schlecht aus, weil mir mein Familienleben lieber ist, aber wer weiß, irgendwann vielleicht, bevor ich zu alt bin. Da Sie nie auf Tour gehen, selten Platten veröffentlichen und Ihr Leben nicht in der Öffentlichkeit leben, gibt es den Mythos, dass Sie eine rätselhafte Einzelgängerin sind. Aus der Perspektive des Publikums macht der Mythos wohl Sinn, aber mein einziges Ziel war es immer, Alben zu veröffentlichen. Ich wollte nie berühmt sein, das war nie mein Wunsch. Nicht einmal in Ihren Anfangstagen – mit 16 unterzeichneten Sie Ihren Plattenvertrag, mit 19 waren Sie mit Ihrer ersten Single „Wuthering Heights“ wochenlang auf Platz eins der Charts. Zunächst einmal hatte damals keiner erwartet, dass der Erfolg so schnell kommen würde. Und dann war ich die ersten Jahre wirklich ständig damit beschäftigt, um die Welt zu reisen, Interviews zu geben, in irgendwelchen Fernsehstudios zu sitzen. Mir wurde ziemlich schnell klar, wie viel Zeit ich mit der Vermarktung meiner Musik verschwende, Zeit, die ich doch eigentlich dafür nutzen könnte, neue Musik zu schreiben. Also habe ich damals die Entscheidung getroffen, lieber meine Arbeit für mich sprechen zu lassen und nicht so sehr mich. Heute sind Sie in der komfortablen Situation, dass Sie eigentlich gar keine Interviews mehr geben bräuchten. Aber ich will natürlich, dass die Öffentlichkeit erfährt, dass es ein neues Album von mir gibt. Aber selbst dazu bedarf es keiner Interviews mehr. Allein die Nachricht, dass es etwas Neues von Ihnen geben würde, hat

im Internet für helle Aufregung gesorgt. Wirklich? Gewiss! Das ist doch wundervoll! Das Problem bei diesem Album ist, dass nur zu vermitteln ist, um was es sich dabei eigentlich handelt. Ist es ein Remix-Album? Warum sind darauf alte Lieder in neuen Versionen? Was hat das alles zu bedeuten? Was hat es zu bedeuten? Ich habe einige Titel meiner alten „The Sensual World“ und „The Red Shoes“ teils überarbeitet, teils neu eingespielt. Aber für mich ist „Director’s Cut“ wie ein neues Album. Was denken Sie? Wenn ich ehrlich sein darf: „The Red Shoes“ hat mir nie gefallen. Ich habe versucht, das Album zu mögen, aber es ist mir nicht gelungen. Es lag wohl an der Produktion. Aber die neuen Versionen der alten Stücke sind ganz wunderbar. Manche Titel auf „The Red Shoes“ finde ich auch heute noch in Ordnung. Aber mit dem Klang der Platte stimmt etwas nicht. Ich war damit nie glücklich. Selbst damals nicht? Doch, damals schon. Aber „The Red Shoes“ und „The Sensual World“ waren zwei sehr ambitionierte Alben, mit denen ich schon kurze Zeit später nie wirklich zufrieden war. Gibt es das für Sie überhaupt: Zufriedenheit über die eigene Arbeit. Nein, das ist ja das Problem. Irgendwas ist immer falsch: Warum singe ich da so? Was singe ich da überhaupt? Das passt mir nicht! Hier fehlt was! Im Moment der Veröffentlichung gefällt es mir noch und schon wenig später nicht mehr.
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Shoes“ und „The Sensual World“ zu überarbeiten? Weil ich das Gefühl hatte, dass auf den Alben wirklich interessante Songs versteckt waren, die nie richtig zur Geltung gekommen sind, weil ich zu viel wollte. Ich kann den alten Versionen sogar anhören, wie sehr ich mich damals bemüht habe. Das hat sich hoffentlich mit dem Alter gelegt. Was würde die junge Kate Bush von Ihnen denken? Ich denke, sie wäre sehr froh darüber zu sehen, dass ich glücklich bin und immer noch Musik mache. Ist das Alter für Sie ein Problem? Nein, nicht wirklich. Ich meine, es gibt immer Probleme. Mal fühlt man sich zu jung, mal zu alt, mal denkt man, man hat das falsche Geschlecht. Aber ich fühle mich mit meinem Alter sehr wohl. Ich habe eine tolle Familie, die Arbeit macht mir Spaß, im Grunde ist alles großartig. Sie waren die erste Frau im Popgeschäft, die komplette Kontrolle über ihre Arbeit erlangt hat. War das schwer? Es ist immer schwer. Schon sich als Künstler etwas Interessantes auszudenken, ist unglaublich schwer. Und wenn sich die Idee auch noch in einem Song oder einer Produktion manifestieren soll, ist das noch viel schwerer – und zwar für Frauen und für Männer gleichermaßen. Was ist das größte Missver