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Das Kommunikationsmodell von P.

Watzlawick

Kom.-modell: Watzlawick

Prof. Dr. Märle Poser

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Zur Person:
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Watzlawick wurde 1921 in villach/Kärnten geboren Studium der Philosophie und Sprachen, Promotion 1949 Ausbildung in Psychoanalyse am C.G. Jung-Institut in Zürich 1951-1954 Professor für Psychotherapie in El Salvador 1957-1960 Forschungsbeauftragter am Mental Research Institute in Palo Alto/Kalifornien, diverse Lehraufträge Zahlreiche Veröffentlichungen
Kom.-modell: Watzlawick

Prof. Dr. Märle Poser

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Seine Theorie besagt. Watzlawick entwickelte seine Theorie vor dem Hintergrund seiner praktischen Arbeit als Psychotherapeut mit Schizophrenen. Zwei Personen. In diesem System gibt es Rückkopplungsprozesse. der Beziehung und Stimmungen Kom. zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Sender und Empfänger eine Rolle. Schizophrene besitzen oft dieselbe Wirklichkeit erster Ordnung wie Normale. die sich ständig wechselseitig beeinflussen: „ „ Sach-/ Inhaltsebene Ebene verstandesmäßiger Leistungen und sachlich-inhaltlicher Probleme Beziehungs-/ Gefühlsebene Ebene der Gefühle und Empfindungen. Märle Poser 4 2 .Watzlawick und der Konstruktivismus - - - - Paul Watzlawick ist der Begründer der konstruktivistischen Kommunikationsstheorie. sondern ein Konstrukt. dass die Realität. werden nicht als Einzelwesen betrachtet. In jedem Gespräch spielen auch die sozialen. Dr. auf die wir in zwischenmenschlichen Beziehungen Bezug nehmen.-modell: Watzlawick Prof. So beeinflusst die Art der Kommunikation von Person A die Kommunikation von B und umgekehrt. schreiben ich aber eine ganz andere Wirklichkeit zweiter Ordnung zu Ein weiteres Beispiel für Wirklichkeitskonstruktionen aus dem Gesundheitsbereich ist der Placeboeffekt Kom. die miteinander kommunizieren. Dr. Märle Poser 3 Zwei Ebenen in der Kommunikation: Inhalts.-modell: Watzlawick Prof.und Beziehungsebene (Paul Watzlawick) Gespräche bestehen nicht nur aus einem sachlichen Informationsaustausch. keine objektiv vorhandene ist. welches wir selbst schaffen. sondern sie bilden ein System. Kommunikationsprozesse verlaufen also auf zwei Ebenen.

-modell: Watzlawick Prof. Jeder Kommunikationspartner beeinflusst diese sozialen Beziehungen durch: • die Art. Märle Poser 6 3 .und Beziehungsebenen vertauscht werden (Uneinigkeit in der Sache oder keine Zustimmung zum Vorschlag des Partners aus persönlichen Gründen.) Inhalts.h. zu dem er das Wort ergreift • Formulierung und Wortwahl • Mimik und Gestik • Endgültigkeit und Vorläufigkeit seiner Aussage Merke: Störungen auf der Gefühlsebene werden gewöhnlich „nur“ als Störungen auf der Sachebene wirksam uns sichtbar. wenn: „ „ „ „ „ der Inhaltsaspekt unklar ist (reden wir von derselben Sache? Haben wir den gleichen Informationsstand?) auf der Beziehungsebene Missverständnisse auftreten (Gestik. Witz über die Kirche gegenüber gläubigen Menschen oder Etiketten.-modell: Watzlawick Prof. wie er spricht • den Zeitpunkt. Märle Poser 5 Kommunikationsstörungen treten auf. d.) Vorurteile das Gespräch bestimmen (es werden nur noch Wahrnehmungen aufgenommen.und Beziehungsebene (Paul Watzlawick) Der Beziehungsaspekt kennzeichnet die Beziehung der Kommunikationspartner und bestimmt den Inhaltsaspekt. wie „Sie sind als stur bekannt!“ „Sie sind immer sehr aggressiv!“) Kom. Dr. Kom.B. die das Vorurteil bestätigen. Störungen auf der Sachebene sind oft verlagerte Beziehungsstörungen. kein Eingehen auf den Gesprächspartner) der Gesprächspartner in seinen Wertvorstellungen und Gefühlen verletzt wird (z. Mimik stimmt nicht mit der gesprochenen Aussage überein. Dr.Zwei Ebenen in der Kommunikation: Inhalts.

Dr.B. So könnte z. Zum anderen schwingt in der Frage auch die Haltung des Ratsuchenden gegenüber des Beraters mit bzw.-modell: Watzlawick Prof. jetzt will ich einmal sehen.-modell: Watzlawick Prof. Die Gefühlsebene ist die wichtigere von beiden. Kom. Axiom: Jede Kommunikation hat einen Inhalts. Sprechen wie auch Schweigen haben Mitteilungscharakter: Der Gesprächspartner wird immer beeinflusst und kann seinerseits nicht nicht auf diese Kommunikation reagieren. dass sie keinen Kontakt aufnehmen möchte und löst entsprechend Reaktionen bei ihrem Gegenüber aus. Watzlawick widerspricht mit diesem Axiom der Auffassung. Dr.Fünf Axiome in der Kommunikation nach Paul Watzlawick Axiom 1: Man kann nicht nicht kommunizieren Sowohl Handeln als auch Nichthandeln. dass eine Handlung ohne Intention keine Kommunikation sei. Märle Poser 7 Fünf Axiome in der Kommunikation nach Paul Watzlawick 2. ob sie die Antwort schaffen.und einen Beziehungsaspekt. um eine konkrete Sache. zu ihnen habe ich Vertrauen!“ Oder aber auch: Jetzt bin ich gespannt. die Beziehung zu ihm. Beispiel: Ein Ratsuchender fragt den Berater: „Wie meinen Sie das genau. wobei der Beziehungsaspekt stark auf den Inhaltsaspekt einwirkt Der Inhaltsaspekt vermittelt die Daten. Voraussetzung für einen inhaltlichen Verständigungsprozess ist das Vorhandensein einer störungsfreien Beziehung. Beispiel: Eine Person sitzt mit verschränkten Armen im Wartezimmer und starrt auf den Boden. ob sie wirklich so klug sind!?“ Kom. wie die Daten aufzufassen sind. erklären Sie mir das bitte!“ Mit dieser Frage geht es zum einen um den Inhalt. Jede zwischenmenschliche Beziehung findet auf zwei Ebenen statt: auf einer Verstandes.und einer Gefühlsebene. Diese kann nicht nicht kommunizieren. Sie signalisiert non-verbal über ihre Gestik und ihre Mimik. Märle Poser 8 4 . folgende Haltung impliziert sein:“ Ihnen traue ich zu diese Frage beantworten zu können. der Beziehungsaspekt weist an.

Axiom: Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion (Gliederung) der Kommunikationsabläufe seitens der Kommunikationspartner bedingt. übertragene. Märle Poser 9 Fünf Axiome in der Kommunikation nach Paul Watzlawick 4. die sich in jeder Mitteilung gegenseitig ergänzen. Kom. Dr. Kommunikationsweisen. genau bezeichenbare. Im direkten Kontakt hingegen. d.-modell: Watzlawick Prof. Kom. Das Kind wehrt sich dagegen mit dem Argument. wo die Möglichkeit zur Beobachtung von Ausdrucksgebärden während des Sprechens vorhanden ist. weil es nie die Hausaufgaben machen wolle. Dr. sie müsse immer mit dem Kind schimpfen. und analoge. wächst die Möglichkeit der Verständigung. Märle Poser 10 5 .h.Fünf Axiome in der Kommunikation nach Paul Watzlawick 3. Axiom: Den beiden Ebenen jeder Kommunikation (Inhalts.h. Beispiel: Vor dem Berater meint die Mutter. d.-modell: Watzlawick Prof. Beispiel: Eine telefonische Hotelbuchung in einer mir nicht geläufigen Sprache hat wenig Aussichten auf Erfolg. mathematisch korrekte. dass die Mutter nie mit der Hausaufgabe zufrieden sei und schimpfe.und Beziehungs-ebene) entsprechen digitale. und dass es deshalb die Hausaufgabe nicht machen wolle. bildhaft gefühlsbeladene.

komplementär reagiert Kom. Axiom: Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe erfolgen in Abhängigkeit von der Gleichheit oder Ungleichheit der Partner entweder symmetrisch oder komplementär Ist der Status der Partner gleich. Dr. spricht man von komplementärer oder sich ergänzender Kommunikation: Ein Partner spielt die überlegene. Auf der Beziehungsebene dagegen kann ein gleichwertiges Verhältnis bestehen: Beide akzeptieren sich als Personen.-modell: Watzlawick Prof. Märle Poser 11 6 . Ist der Status der Partner ungleich. spricht man von symmetrischer oder spiegelbildlicher Kommunikation: Die Partner sind sich in Stärke und Schwäche. in Härte und Güte ebenbürtig. auf welche Verhaltensweise des Ratsuchenden er symmetrisch bzw.Fünf Axiome in der Kommunikation nach Paul Watzlawick 5. Beispiel: Grundsätzlich besteht in der Beratungssituation eine komplementäre Beziehung (Berater/Ratsuchender) auf der Inhaltsebene: Der Berater hat eine Vorsprung durch sein Fachwissen. Der Berater muss sich also im klaren sein. der andere die unterlegene Rolle.