# 276 Juni 2008

campus delicti
WOCHENMAGAZIN DES ASTA HEINRICH-HEINE-UNIVERSITÄT DÜSSELDORF

ABENTEUER EINSCHREIBUNG
...(ab S.3)

LEGENDEN UND SCHICKSALE
Teil 1: Die Kennedys... (ab S.6)

02 –– INHALT EDITORIAL

EDITORIAL

# 276 Juni 2008
Abenteuer Einschreibung .........................................Seite 03 Musik: Sprungbrett für Newcomer............................Seite 04 Tote Hose in Palermo ................................................ Seite 05 Legenden und Schicksale: Die Kennedys ................. Seite 06 Ein Student auf „Balkantour“.....................................Seite 09 Kein Schöner Land: Teil Drei.....................................Seite 10 Heute schon gezählt?...................................................Seite 11 Düsseldorfer Geschichte.............................................Seite 12 Ankündigungen.......................................................... Seite 14 Termine, Impressum................................................. Seite 16

Liebe Leser, Nachdem bereits in der letzten Ausgabe eine ausführliche Reportage zur RAF geliefert wurde, setzen wir die Geschichtsbewältigung auch diese Woche fort: Unser Pressereferent und Geschichtsstudent Frank Hardt nimmt sich der interessanten Aufgabe an, die campus delicti um eine Reportagereihe mehr zu erweitern. Dabei setzt sein Artikel „Die Kennedys“ den Auftakt seiner Serie „Legenden und Schicksale“. Aber auch im Kulturbereich halten wir euch weiterhin auf dem Laufenden. Diesmal mit einem aktuellen Bericht über eine Kunstausstellung, welche infolge der anregenden Balkantour eines zeitweilig ausgerissenen Studenten entstanden ist. Und wer immer noch der Meinung sein sollte, dass institutionelle Strukturen unsrer geliebten Uni wunschlos ausgeklügelt seien, möge den Erfahrungsbericht über das „Abenteuer Einschreibung“ nachlesen und sich eines Besseren belehren lassen. Ansonsten bleibt uns nichts geringeres mehr als euch allen erholsame Ferien zu wünschen – wir alle haben sie uns verdient, verdammt nochmal. Die Redaktion Euer Pressereferat

03 –– ABENTEUER EINSCHREIBUNG

ABENTEUER EINSCHREIBUNG
Seit der europaweiten Verschulung des Studiums und der damit einhergehenden Teilung auslaufender Studienformen in Bachelor und Master muss sich jeder angehender Akademiker, der in der universitären Ausbildung einen höheren Grad erreichen möchte, im Laufe seiner Hochschullaufbahn mindestens zweimal einschreiben. Wer zudem BAföG-Bezieher ist, könnte formale Komplikationen bekommen, die in ein vorübergehendes Finanzloch hinauslaufen könnten. Das muss aber nicht sein; wer kühn genug ist, sich in die komplizierten Reglements der Uni-Einrichtungen hineinzustürzen, könnte Glück haben.

Sagen wir’s mal so: Wäre der Komplex Uni ein Uhrwerk, würde es nicht ganz richtig oder zeitweise gar nicht ticken. Denn die Ordnungsbestimmungen und Satzungen des Studierendensekretariats und des Studentenwerkes sind teilweise so wenig aufeinander abgestimmt, dass es nur so auseinanderklafft. Als Bachelorstudent der Germanistik und Philosophie bin ich nun im sechsten Semester und im Begriff, mein Studium abzuschließen. Als nächstes möchte ich meinen Master angehen, und zwar in Medienkulturanalyse. Darüber hinaus bin ich BAföG-Empfänger und frage mich, ob ich künftig denn überhaupt noch förderungsberechtigt bin, da ich mein erstes Studium nun beende und der Master theoretisch einen Zweitstudiengang darstellt. Diese Frage ist aber schnell geklärt: Im BAföG-Amt des hiesigen Studentenwerkes heißt es, dass eine weitere Förderung nur dann gewährt wird, wenn der Master-Studiengang strukturell auf den Bachelor-Studiengang aufbaut. Wörtlich hieß es: der „konsekutive“ Studiengang. Und da mein Bachelor- und Masterstudium der philosophischen Fakultät angehören, wird mir mein Anspruch fortgewährt – anders gesagt: Wer im Bachelor Wirtschaft studiert und im Master Romanistik, sieht keinen Cent mehr, weil beide Studiengänge sowenig gemein haben wie Paris Hilton mit Mutter Theresa. Kompliziert wird es erst beim Einschreibungsverfahren: Meine Bewerbung für

den Master muss ich spätestens bis zum 15. August einreichen. Da ich für die Abgabe meiner Abschlussarbeit allerdings Zeit habe bis Ende SoSe 08 (30. September) – und diese Zeit, verdammt noch eins, nehm ich mir -, kann ich meine endgültige Studienabschlussnote erst im Verlaufe des darauf folgenden Oktobers erfahren und die Bearbeitung meines Einschreibungsverfahrens für den Master also erst dann abschließen. Ist ja klar, schließlich gehört die Abschlussnote zur Feststellung meiner Eignung für den Master dazu, denke ich mir. Solange all dies nicht vollbracht ist, kann ich offiziell eben nicht als Masterstudent gestuft werden. Aber es kommt noch heftiger: Die studentische Rückmeldung ist auf den 15. Juli befristet, so dass mich meine neue Immatrikulationsbescheinigung nach wie vor als Bachelorstudenten ausweist. Und jetzt kommt der Clou: Ich gehe mit diesem Wisch zum BAföG-Amt, um die Fortgewährung meiner Förderung zu beantragen. Aber die legen meinen Status des Bachelorstudenten natürlich so aus, dass ich nicht mehr förderungsberechtigt sei, da ich als Bachelorstudent die Regelstudienzeit von sechs Semestern überschritten hätte. Wat für ne Scheiße, denk ich mir und überlege angestrengt, was man gegen diesen Missstand unternehmen könnte. Also versuche ich, der Sachbearbeiterin zu erklären, dass ich wegen diesen und jenen Gründen leider

keinen Immatrikulationsschein vorweisen könne, auf dem ich als Masterstudent ausgewiesen bin. Das kümmert die Frau Sachbearbeiterin aber herzlich wenig, weil laut Satzung auch ihr die Hände gebunden seien. Sie vertröstet mich damit, dass ich bei der DaKa (Darlehenskasse) vorsprechen könne, um mir dort eine vorübergehende Finanzierung abzuholen. Keine schlechte Idee, wäre da nicht der Umstand, dass die Förderung dort zu einem schlechteren Zinssatz vergeben würde. Ich rege mich also darüber auf, dass die Diskrepanz der Regelwerke unsrer Institutionen zu Ungunsten des Studierenden ausfallen und suche das Studierendensekretariat auf. Dort heißt es, ich könne eine individuelle Umschreibung zum Masterstudenten vornehmen – sobald ich vom Institut für Medien und Kultur offiziell als Masterstudent angenommen würde. Aber das Problem hatte ich ja soeben schon erläutert. Wir sind also an dem Punkt angekommen, wo sich die Katze in den Schwanz beißt – oder man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Da ich aber nichts unversucht lassen möchte, machte ich einen weiteren Termin zur Beratung im genannten Institut aus. Und dort wird mir eine Information mitgeteilt, die das ganze Problem mit einem Schlag löst als wäre es ein einfacher Knoten, den man sogar mit verbundenen Augen entwickeln könnte: Nach Einreichung meiner Bewerbungs-

04 –– ABENTEUER EINSCHREIBUNG

unterlagen dauere es nicht lange bis eine Antwort des Institutes erfolge; spätestens Anfang September ginge die Antwort über Annahme oder Absage postalisch heraus. Wat für ne Scheiße, denk ich mir, all die Aufregung umsonst. Denn mit der

Antwort im September habe ich immer noch alle Zeit der Welt, dies dem BAföGAmt mitzuteilen noch bevor das neue Semester beginnt und ich dann nicht mehr, wie befürchtet, als überfälliger Bachelorstudent abgewiesen würde.

Bleibt mir also nur noch zu hoffen, dass ich für den Master angenommen werde – oh, Scheiße: Was ist, wenn ich nicht angenommen werde…? Turap Halil

DER HOERSAAL ROCKT ZUM ZWEITEN MAL!!
„Tanz, Baby!“ lautet die klare Ansage und kommt von dem Newcomer „Justus Parker“, eine Band aus Düsseldorf. Dieser Ansage kommen wir nur zu gerne nach. Neben 18 weiteren Tracks findet sich dieser Titel auf dem CD-Sampler Hoersaal 2. Es handelt sich um ein Projekt von vier Studenten des Studiengangs Medien- und Kulturanalyse. Die Campus Delicti traf Hanno Stecken, der selbst den Hoersaal mit „Perfect Ballroom Cast“ rockt.

Es handelt sich bei dem Projekt um ein CD, Hörsaal 2, mit 19 Künstlern aus dem gesamten Musikkulturellen Umfeld von Düsseldorf, die noch keinen Plattenvertrag haben. Nicht jeder studiert noch, alle haben jedoch eins gemeinsam: die Musik. „Da sind Leute dabei, die seit zeh bis 15 Jahren schon Musik machen „Killa Calles“ z.B. ist soweit, dass er mittlerweile seine Doktorarbeit schreibt und hat schon seit ‚98 Hip Hop, zum Teil gibt es allerdings auch Künstler, die erst seit ein bis zwei Jahren dabei sind. Ihnen möchten wir eine Plattform geben, um bekannter zu werden“, berichtet uns Hanno Stecken. Das Projekt nahm seinen Anfang vor drei Jahren mit dem Vorläufer Hoersaal 1, jedoch damals auf den Bachelorstudiengang Medien- und Kulturwissenschaft bezogen war. Dort musste man sich in Gruppen zusammenschließen und ein Projekt vorbereiten. „Wir waren ca. zehn Leute, die sich zusammengetan haben und nach reichlicher Überlegung kamen wir zu dem Entschluss, dass es eine gute

Sache und auch sinnvoll ist, einen CDSampler zu veröffentlichen“, schildert uns Hanno. Aus dem ersten Projekt setzten zwei andere und auch er selbst dieses Vorhaben im Rahmen des Medienund Kulturanalyse-Master-Studiengangs fort und so entstand Hoersaal 2. Dem aktuellen Projekt ging ein Studienteil mit Fragebögen und Interviews voraus, in denen die Bands nach der Düsseldorfer Musikkultur befragt wurden. Hierbei handelt es sich zum Teil um Jugendforschung. Bei der Frage, was sie sich von dem Projekt erhoffen, zögert Hanno nicht lange: „Wir versprechen uns in erster Linie natürlich eine gute Note, da es unsere Masterstudiengang ist. Zum anderen wünschen wir uns natürlich ein gutes Feedback und dass die Bands dadurch ein wenig bekannter werden, da es sich auch teilweise um unsere eigenen Bands handelt. Wenn die Leute die Musik hören, sie mögen und sich denken: „Die Musik ist gut, davon möchte ich mehr hören.“, würden wir uns natürlich freuen.“

Der vornehmliche Sponsor der ist der Club „Pretty Vacant“, wo auch die Relaseparty war. Ebenso beteiligt an der Finanzierung ist das Hochschulradio und „tiggerfich.de“, sowie „musikszene.de“. Die CD wurde in der letzten Woche drei Tage lang auf dem Campus der Universität Düsseldorf verkauft. Erwerben kann man den Sampler für nur drei Euro auch im Pretty Vacant, aber ebenfalls bei Hitsville in der Altstadt. Es gibt allerdings nur eine limitierte Auflage von 1000 Stück. Also beeilt euch, wenn ihr noch ein Exemplar zu dem günstigen Preis ergattern wollt, denn hier gilt: „Wenn weg, dann weg!!!“ Eine Fortsetzung des Projekts steht noch in den Sternen. Hanno und seine Kommilitonen würden sich freuen, wenn es Leute in ihrem oder auch in jedem anderen Studiengang mit einem Hoeraal 3 weiterführen würden, sie selbst jedoch haben noch nichts weiteres geplant. Ein Ende ist also offen. Franziska Kramer

05 –– TOTE HOSE IN PALERMO

TOTE HOSE IN PALERMO
Der jüngste Film von Wim Wenders, „Palermo Shooting“, machte im Vorfeld in zweierlei Hinsicht neugierig: Der gebürtige Düsseldorfer drehte seinen ersten Film in Deutschland und Europa seit 15 Jahren, filmte erstmals in seiner Heimatstadt und besetzte die Hauptrolle mit Campino. In Cannes war der Streifen im Programm, ging jedoch leer aus. Die Deutschlandpremiere in Anwesenheit Wenders bot die Möglichkeit, sich vorab ein Bild des Ende des Jahres startenden Films zu machen.

Schon die Besetzung der Hauptrolle mit Campino war ein Wagnis. Klaus Maria Brandauer besetzte die Ober-Hose im vergangenen Jahr in Berlin als Mackie Messer in der Dreigroschenoper. Das Stück fiel in der Kritik durch, Campino bekam von der Presse dennoch verhaltene Anerkennung. Wie würde er sich nun auf der großen Leinwand schlagen? Immer wieder versuchten sich Popstars als Schauspieler im Kino. Denkt man an die Ergebnisse, packt einen das kalte Grausen: Madonna, Michael Jackson, 50 Cent – verheerend. Einer der wenigen, die es geschafft haben, auch im Kino zu überzeugen ist David Bowie, der in einer kleinen Anzahl gelungener Filme zu sehen war und über eine beachtliche Leinwand-Präsenz verfügt. Neugier weckte auch der Umstand, dass Wenders, gebürtiger Düsseldorfer, erstmals für einen großen Film in Düsseldorf dreht. Tatsächlich mag man sich darüber wundern, dass die NRW-Hauptstadt so selten als Filmkulisse genutzt wird, obgleich sie sich dafür durchaus eignet. Allerdings spielt nur der erste Teil des Films in Düsseldorf, dann geht es weiter nach Palermo, der titelgebenden Stadt auf Sizilien, Italien. Die Story des Films ist rasch erzählt: Finn (Campino) lebt das erfolgreiche Leben eines renommierten Fotografen, dennoch scheint ihn sein Leben zwischen Stars und Glamour, Terminen und gescheiterter Ehe nicht auszufüllen. Seine Fotografie entbehrt aufgrund übermäßiger, digitaler Manipulationen zunehmend an Lebendigkeit; Affären trösten nicht über die Midlife-Crisis hinweg. Ziellos durch Düsseldorf streunend, zwischen Fotoshooting und Afterwork-Party, wird Finns innere Leere nach einer beinahe letalen Begegnung mit dem Tod so unerträglich, dass er, als er auf den Rheinauen ein Schiff namens Palermo sieht, dem Wink des Schicksals folgend die Reise dorthin antritt um Abstand zu gewinnen. In Palermo angekommen, findet er eine neue Liebe, lässt die Stadt auf sich wirken und kann sich wiederholt dem drohenden Würgegriff des Todes (dargestellt durch den enigmatischen Dennis Hopper) entziehen, bevor er sich diesem

Finn (Campino) sucht Antworten in Palermo

stellt, seine Midlife-Crisis überwindet und neuen Schwung gewinnt, sein Leben wieder in Angriff zu nehmen. Mit seinen über zwei Stunden deutlich zu lang, ist es ein Film vertaner Möglichkeiten. Wenders nutzt Düsseldorf nicht in dem Maße, wie es die Stadt hergäbe. Die, wie bei Wenders gewohnt, fantastische Fotografie des Films weiß Palermo besser ins Bild zu rücken; aber auch hier bleibt Wenders hinter seinen Möglichkeiten zurück. Maßgeblichen Anteil hat daran die Entscheidung, digital zu drehen und die Bilder in der Postproduction durch den digitalen Fleischwolf zu drehen, der die filmische Ästhetik erheblich beeinträchtigt. Die Story ist wenig origi-

06 –– TOTE HOSE IN PALERMO

keit erreicht, die ihn zu einem wahrhaft großen Charakterdarsteller macht. Seine großen Vorbilder, Michelangelo Antonioni und Ingmar Bergman, die Wenders beim Schreiben des Drehbuchs inspiriert haben und denen der Film gewidmet ist, weil beide während der Dreharbeiten von „Palermo Shooting“ verstorben sind, zeigen in jeder Hinsicht, wie man es besser macht. Antonioni drehte mit „Blow up“ den wohl besten Film über einen Fotografen und dessen Handwerk, Bergmanns „Das Siebte Siegel“ setzte die Begegnung mit dem Tod unvergleichlich gut um. Wenders Versuch, beide Vorbilder zu vereinen, einen Schuss Esoterik beizumengen und ein gelungenes Ganzes zu produzieren, ist aufgrund der genannten Schwächen gescheitert. Von Antonioni kann man lernen, wie eine langsame Filmsprache ohne spektakuläre Ereignisse funktioniert, wie sie einen dennoch nie langweilt, sondern in jedem Moment fesselt. Insbesondere die Leichtigkeit, mit der Antonioni erzählt, verleiht „Blow up“ die Größe, die Wenders mit Schwere vergebens zu erzeugen versucht. Der Versuch, Antonioni und Bergmann zu kreuzen, ist aber schon per se keine gute Idee, denn Bergmann hat es, ähnlich wie Wenders, ebenfalls sehr mit der Schwere. Aber auch Wenders hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er es deutlich besser kann. Ende des Jahres kann sich jeder Interessierte selbst ein Bild machen, dann startet „Palermo Shooting“ in den Kinos. Zum WendersKlassiker dürfte es wohl nicht reichen.

Der Tod persönlich (Dennis Hopper) gibt sich die Ehre

nell und für einen langen Film zu dünn, die Dialoge überzeugen nur streckenweise und wirken in ihrer versuchten philosophischen Schwere und Tiefe zuweilen forciert, stereotyp bis aufgesetzt. Was die Filmmusik anbelangt, hat Wenders mal wieder ein gutes Händchen bewiesen, nur nutzt er die Musik nicht so, dass sie ihre volle Wirkung entfalten kann, da sie größtenteils dazu dient, langatmige Spaziergänge Finns durch Palermo zu untermalen. Musik und Atmosphäre bilden keine Symbiose, bleiben willkürlich und austauschbar. Insgesamt stellt sich bei der Betrachtung des Films viel zu schnell Langeweile und Müdigkeit ein. Die größte Schwäche des Films ist indes ihr Hauptdarsteller. Campino vermag es, man muss es leider so deutlich formulieren, für keine Sekunde, sich von dem zu lösen, was man mit ihm in seiner Rolle als Front-Hose verbindet. Gerade dann,

wenn es nötig ist ruhige Töne anzustimmen, wirkt er verkrampft bis verloren. Mimik und Gestik sind augenscheinlich bemüht, aber gezwungen und gerade seine Stimme versteht er nicht adäquat zu nutzen, wie es eine Filmrolle verlangt, mit Höhen, Tiefen und Variation. Lou Reed zeigt in seinem Kurzauftritt, der für die Handlung völlig unerheblich ist, wie man es besser macht. Gleich vergessen kann man auch Milla Jovovich, die sich selbst spielt und schon daran scheitert. Die weitaus beste Leistung des Films bringt Dennis Hopper, der in seiner ebenfalls kurz gehaltenen Rolle als personifizierter Tod sein schauspielerisches Können in die Waagschale legt und die anderen Akteure mühelos überstrahlt. Gerade die Szene gegen Ende des Films, in der sich Fotograf und Tod begegnen, zeigt, dass Campino überfordert ist und Hopper ein grandioser Vollblutschauspieler ist, der ohne großen Aufwand eine Eindringlich-

Linus Wörffel.

LEGENDEN UND SCHICKSALE 1. TEIL: DIE KENNEDYS
Vor 45 Jahren wurde John F. Kennedy ermordet. Mit seinem frühen Tod wurde der junge Präsident der USA zu einem Mythos. Im ersten Teil dieser Reihe wird ein Blick hinter die Kulissen der

07 –– LEGENDEN UND SCHICKSALE

irischen Einwandererfamilie geworfen.

Eine große Menschenmenge tummelt sich am 22. November 1963 vor dem Parkland Memorial Hospital. Es ist Mittagszeit bei herrlichem Sonnenschein, als die Ärzte an diesem Freitag gegen 13 Uhr einen aussichtslosen Kampf in der Notaufnahme des Krankenhauses aufgeben müssen. Vor ihnen liegt John Fitzgerald Kennedy, der junge Präsident der Vereinigten Staaten. Keiner kann fassen was Starjournalist Walter Cronkite wenig später in einer historischen Sondersendung verkündet. Der US Präsident ist tot, ermordet auf der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt von Dallas im Bundesstaat Texas, wo er zu einer Wahlkampfveranstaltung erwartet wurde. Die Nachricht rast wie eine Schockwelle rund um den Globus. Für eine ganze Generation ist es der Tod eines Hoffnungsträgers, mit dessen Regierung eine friedvollere und sicherere Welt verbunden wurde. Seine Jugend, sein Stil, sein Charisma begeisterten die Welt, die bis dato Staats und Regierungschefs wie de Gaulle, Adenauer, Chruschtschow oder Macmillan erlebt hatten. Ehrenvoll ergraute Männer in Strickjacke, die Golf oder Boccia spielten und stets Würde und Last des ihnen anvertrauten Amtes vermittelten. Kennedy hingegen ging mit geöffnetem Hemd und hochgekrempelten Ärmeln segeln, war sonnengebräunt und strahlte Sex-Appeal aus. Das Amt schien ihm Spaß zu bereiten, er wirkte gesund, kräftig und vital. Ihm zur Seite stand Jackie, eine junge, bildhübsche Frau, intelligent und feinsinnig, mit ausgeprägtem Kunst- und Kultursinn. Dazu zwei reizende Kinder, die das Bild der perfekten amerikanischen Vorzeigefamilie komplett machten. Diese Familie brachte frischen Wind ins Weiße Haus. Künstler, Filmstars und allerhand große Persönlichkeiten ihrer Zeit gingen auf rauschenden Bällen und festlichen Konzerten ein und aus. John und Jackie brachten 1036 Tage Glanz und Glorie ins erste Haus der USA. Dazu war der Präsident ein starker Mann, der souveräne Siegertyp, der die Berlinkrise, den Mauerbau und die Kubakrise gemeistert hatte, die, jede für sich, den Weltfrieden akut gefährdet hatten. Das faszinierte die Menschen und machte den Mittvierziger Kennedy zum Idol einer

ganzen Generation. Es war die perfekte Inszenierung einer perfekten Show. Denn dass ihr junger Präsident in Wahrheit ein seit seiner Jugend schwerkranker Mann war, blieb den meisten Menschen durch geschicktes Marketing verborgen. Schon früh verschwanden medizinische Akten oder wurden gefälscht, wurde gezielt am Bild des gesunden, vor Kraft strotzenden Jack Kennedy gefeilt, damit er überhaupt eine Chance hatte, ins Weiße Haus einzuziehen. Seine Krankengeschichte liest sich wie ein fortlaufender, nicht enden wollender Albtraum. Schon als Kind durch Asthma beeinträchtigt, war er ein hochgeschossener, magerer Teenager, der gerade mal um die 50 Kilo auf die Waage brachte und von Schulkindern als Rattengesicht verhöhnt wurde. Weil er immer Symptome ernster Krankheiten zeigte, die Ärzte u.a. eine Leukämie vermuten ließen, musste sich der junge Jack in der Medizin der 1930iger Jahre immer wieder unangenehmen Prozeduren unterziehen. Zahlreiche Darmspiegelungen wurden mit Hilfe von Gummischläuchen und Eisenröhrchen durchgeführt. Um den Säuregehalt des Magens festzustellen, verabreichte man dem jungen Patienten durch Schläuche in Nase und Rachen hochprozentigen Alkohol. Eine der qualvollsten Untersuchungen, die er je erlebt hat, wie Kennedy später öfter zu verstehen gab. Schließlich wurde eine Erklärung für die ständigen Brechanfälle gefunden. Eine gefährliche Funktionsstörung der Nebennieren, die Addisonsche Krankheit. Hinzu kam ein chronisch entzündeter Dickdarm. Zur Linderung verabreichte man ihm Cortison in hohen Dosen, das im Lauf der Jahre die Knochen stark beschädigte und erhebliche Nebenwirkungen nach sich zog. So wurden dauerhaft Medikamentencocktails aus Antihistaminen, Amphetaminen, sowie Antibiotika gegen chronische Entzündungen und Codein, Novocain und Testosteron unverzichtbar, um die Symptome einigermaßen unter Kontrolle zu behalten. Während der Wahlkämpfe und im Weißen Haus waren zeitweise mehrere heiße Bäder pro Tag notwendig, damit Kennedy die starken Rückenschmerzen überhaupt aushalten konnte. Bei alltäglichen Dingen, wie dem Anziehen der

Socken und dem Schnüren der Schuhe, war er auf die Hilfe seiner Frau angewiesen, ein Hebekran beförderte ihn des öfteren in die Präsidentenmaschine, wenn er nicht im Stande war, die Gangway hinaufzusteigen. Zur Behandlung der zerstörten Knochen verpassten die Ärzte Kennedy ein Korsett und stellten einen Schaukelstuhl ins Oval Office, der den Rücken entlasten sollte. Trotzdem sind sich Mediziner heute recht sicher, dass der Präsident eine zweite Amtszeit höchstwahrscheinlich im Rollstuhl verbracht hätte. All das musste vor der Öffentlichkeit streng geheim gehalten werden, denn der Leistungsdruck war enorm. Mit einem Ehrgeiz, der keine Grenzen kannte, coachte der Vater, Joe Kennedy, seine gesamte Familie und drillte sie in unerbittlicher Härte auf Sieg. Wer nicht in das Erfolgsmuster des Vaters passte, hatte nichts zu lachen. Seine Tochter Rosemary kam mit den an sie gerichteten Erwartungen nicht zurecht. Sie war nicht ehrgeizig, häufig aggressiv und entwickelte in ihrer Jugend ein für damalige Verhältnisse zu starkes Sexualleben. Ein operativer Eingriff im Gehirn sollte der Zügellosigkeit Abhilfe schaffen. Ohne das Wissen der Mutter wurde an der 23- Jährigen auf Geheiß des Vaters eine Lobotomie vorgenommen. Die Operation missglückte und erschuf eine geistig behinderte Frau, die Zeit ihres Lebens auf dem Niveau einer Vierjährigen blieb. Ihr Dasein verbrachte sie bis zu ihrem Tod 2005 abgeschoben in einem Kloster in Wisconsin. Dabei war der vorgeblich streng katholische Biedermann Joe Kennedy selbst ein treuloser Ehegatte mit zahllosen Affären, illegalen Schiebereien und Kontakten zur Mafia. Er machte mit Spekulationen Millionen und begründete den Kennedy-Clan, den bis zum heutigen Tag der Mythos einer US amerikanischen Ersatz- Königsfamilie umgibt. Ein Leben mit den Kennedys´ wirkt dabei häufig wie ein Leben am offenen Grab. Der älteste Sohn Joe stirbt im Zweiten Weltkrieg als Pilot über dem Ärmelkanal, als sein Flugzeug explodiert, Tochter Kathleen kommt 28-jährig bei einem Flugzeugabsturz in den Cevennen ums Leben. John

08 –– LEGENDEN UND SCHICKSALE

Fitzgerald und Robert Francis sterben durch Attentäter, Edward, der heutige Senator, überlebt einen Flugzeugabsturz 1964 nur knapp und verdirbt sich seine Ambitionen auf die Präsidentschaft durch einen Autounfall, bei dem seine Begleiterin zu Tode kommt. Es gibt Alkoholabhängigkeiten, Drogentote, Unfalltote, Mordanklagen, Sex-Eskapaden und fast ebenso viele Hochzeiten wie Beerdigungen. Die Frauen der Familie geben sich ihren Männern hin und die Männer ihren Affären. Sie lenken das Land, sind selbstsicher, sexy und fruchtbar. Auf die neun Kinder der Clangründer Joe und Rose folgen 29 Enkelkinder. In der tragischen Mischung aus Erfolg, Schicksal und in gnadenloser Selbstüberschätzung gründende, Katastrophen liegt die Faszination dieser Familie. Ihr entstammt der 35.US-Präsident, ihr berühmtester Vertreter. Er wächst in einer sozial kalten Atmosphäre, umgeben von Kindermädchen, Hauslehrern und einem ewig prügelnden großen Bruder auf. „Ein Kennedy weint nicht!“ hämmert der Vater dem Sohn ein. „Werdet nicht Zweite oder Dritte, das zählt nicht! Ihr müsst gewinnen!“, lautet das ständige Credo. In diesem Sinne wird mit allen Mitteln Wahlkampf gemacht und Kennedy Senior frohlockt: „Wir werden Jack wie Seifenpulver verkaufen.“ Der Millionen Dollar teure und knallharte Präsidentschaftswahlkampf 1960 bringt einen hauchdünnen Sieg über Richard Nixon, unterstützt, wie man heute weiß, durch Kontakte des Vaters zur Chicagoer Mafia. Diese mobilisierte die womöglich entscheidenden wenige Tausend Wählerstimmen in der US-Metropole. Kaum im Amt, beginnen die Brüder im Weißen Haus jedoch den entschiedenen Kampf gegen das organisierte Verbrechen, Jack als Präsident, Robert als Justizminister. Bei den „Joint Chiefs“, der Gruppe führender Generäle der US Streitkräfte, macht sich Kennedy kurz nach Amtsantritt 1961 unbeliebt, weil er den unterstützenden Einsatz der Armee bei der Invasion von Exilkubanern in der sogenannten Schweinebucht Kubas verweigert. Das auch vom US-Auslandsgeheimdienst CIA organisierte Unternehmen wird zum Desaster. Kennedy, der eine Invasion der sozialistischen Insel durch reguläre US-Truppen in der damals an-

gespannten internationalen Situation vermeiden wollte, wird die Verantwortung dafür zugeschoben. Es war das Jahr des Mauerbaus in Berlin und die Beziehungen mit der UdSSR waren nicht gerade die besten. Dann kam die Kubakrise 1962 und der Präsident war in den Augen der Militärchefs und Falken im Pentagon zu nachgiebig. Vor allem Air-Force Chef General Curtis LeMay drängte auf einen raschen Angriff: „Der rote Hund gräbt im Hinterhof der USA und muss dafür bestraft werden.“ Dieser Satz des gefürchteten Generals, von Insidern „Eisenarsch“ genannt, spiegelt die Ansichten der Scharfmacher in Washington ideal wider. In dieser heiklen Situation gelingt es dem Präsidenten mit Hilfe seines Bruders, in letzter Sekunde einen drohenden Angriff auf Kuba durch erfolgreiche Geheimdiplomatie abzuwenden. Die Raketen werden von der Zuckerinsel abgezogen, die USA garantieren von einer Invasion abzusehen. In der Folgezeit beginnen Verhandlungen mit der UdSSR über ein Atomteststoppabkommen, das Kennedy kurz vor seinem Tod in Kraft setzt. Bei den Generälen, die Konfrontation suchend, klingeln sämtliche Alarmglocken. Sie glauben sich einer ähnlichen Appeasementpolitik ausgesetzt wie seinerzeit gegenüber Nazi Deutschland. Die Befürchtung geht um, der Präsident wolle den kalten Krieg in seiner zweiten Amtszeit beenden. Zudem war Kennedy zu der Überzeugung gekommen, dass das amerikanische Engagement in Vietnam beendet werden müsse. Er beabsichtigte die dorthin entsandten „Militärberater“ nach einem festgelegten Plan bis 1965 komplett abzuziehen. Das hätte das amerikanische Engagement und den Vietnamkrieg aller Wahrscheinlichkeit nach verhindert. Im Inland setzte sich der überzeugte Gegner der Rassentrennung in der letzten Phase seiner Amtszeit für eine Abschaffung der diskriminierenden Gesetzgebung ein und förderte die Gleichberechtigung der Schwarzen Bevölkerung. Ein harter Kampf der dem Präsidenten eine Verschlechterung der Zustimmungswerte auf 47%, vornehmlich in den Südstaaten einbrachte. Da er vor allem innerparteilich in den Südstaaten wieder Boden gutmachen mußte, wurde eine Rundreise im Herbst 1963 geplant. Eine Fahrt durch Miami konnte wegen bekanntgewordenen Attentatsdrohungen kurzfristig

nicht stattfinden. Es kursierten Steckbriefe, die dem Präsidenten Hochverrat vorwarfen. In einer solchen Atmosphäre ist es kaum vorstellbar, dass keine verstärkten Schutzmaßnahmen in Dallas getroffen wurden, als das Präsidentenpaar dort am 22. November 1963 eintraf. Filmaufnahmen von der Abfahrt des Konvois am Flughafen von Dallas zeigen deutlich, wie Secret -Service –Agenten von der Präsidentenlimousine auf das dahinter fahrende Fahrzeug zurückbeordert werden. Üblicherweise fahren zwei Beamte auf extra angebrachten Trittstufen an der Rückfront des offenen Lincoln mit. Dafür wurde der Wagen mit Haltegriffen ausgerüstet, sodass ein schnelles Eingreifen zu jedem Zeitpunkt möglich ist. Bei der Fahrt durch Dallas befinden sich jedoch sämtliche Sicherheitsbeamte stehend auf dem Fahrzeug hinter der Präsidentenlimousine. Gegen 12.30 Uhr Ortszeit biegt der Autokorso in die Elm Street ein. Der Schneider Abraham Zapruda ahnt nicht, dass er im Begriff ist, den wohl bekanntesten Amateurfilm der Geschichte aufzunehmen. Auf einem Mauervorsprung stehend, schneidet er den Jahrhundertmord in allen grausigen Details live mit. In der Präsidentenlimousine befinden sich zu diesem Zeitpunkt neben dem Präsidenten und seiner Frau noch der Gouverneur von Texas, Conally mit seiner Gattin und die beiden Fahrer. Kennedy winkt, lächelt und spricht mit der Frau des Gouverneurs, als nach dem passieren des Schulbuchlagers plötzlich ein Schuss fällt. Er verfehlt sein Ziel, doch man erkennt wie Kennedy aufhört zu winken und aufmerksam wird. Die Sicherheitsbeamten auf dem nachfolgenden Wagen schauen in Richtung Schulbuchlager, als sich nach einem erneuten Schuss der Präsident an den Hals greift. Jackie bemerkt, dass etwas nicht stimmt und versucht mit ihrem Mann zu sprechen, doch, wie sie später aussagte, gab dieser keinen Ton von sich und hatte einen eigenartigen Gesichtsausdruck, als hätte er Kopfschmerzen. Dann sieht man wie Conally, der texanische Gouverneur getroffen wird. Eine Gewehrkugel durchbohrt seine Brust. Lange wird behauptet, es sei die selbe Kugel gewesen, die auch Kennedys Nacken traf, doch der Mythos der „magischen Kugel“ hält einer genauen Prüfung kaum stand. Connally´s Frau zieht ihren Mann zu sich nach unten in Deckung und drückt ihn an sich. Da-

09 –– LEGENDEN UND SCHICKSALE

mit verhindert sie unbewusst einen Kollaps der Lunge und rettet ihrem Mann das Leben, der ansonsten noch vor Erreichen des Krankenhausen gestorben wäre. Jackie Kennedy hatte diese Möglichkeit nicht. Ihr Mann trug wegen der Rückenprobleme auch an diesem Tag ein Korsett und blieb so aufrecht im Wagen sitzen. Wenige Sekunden später fliegt Kennedy´s Kopf nach hinten. Eine dritte Kugel trifft von vorn in die rechte Schläfe, und sprengt eine ganze Schädelhälfte weg. Der Präsident sinkt bewußtlos auf den Schoß seiner geschockten Frau, die fluchtartig den Wagen über den Kofferraum verlassen will. Der für ihre Sicherheit zuständige Secret-Service-Agent ist zwar inzwischen herbeigeeilt und springt auf den Wagen auf um zu helfen, doch kommt hier jede Hilfe bereits zu spät. Die Fahrer geben Vollgas und rasen zum nächsten Krankenhaus, dem Parkland Memorial Hospital. Dort kämpfen die Ärzte eine halbe Stunde um das Leben des Präsidenten bevor sie aufgeben müssen. Die Verletzungen sind einfach zu schwer. Der tote Präsident wird noch am selben Tag entgegen texanischem Gesetz, das eine Autopsie vor Ort vorschreibt, zur Andrews Airforce Base geflogen. Dort begutachten Militärärzte den Leichnam und von dort stammen auch die Au-

topsiefotos die in der Zukunft für allerlei Widersprüche und Spekulationen führen sollten. Es ist seitdem viel geschrieben, spekuliert und gelogen worden. Kennedys Nachfolger, Lyndon Johnson, der noch auf dem Flug zur Airforce Base zum Präsidenten vereidigt wurde, setzte, unter dem Vorsitz des gleichnamigen obersten Richters, die Warrenkomission zur Klärung der Attentatsumstände auf John F. Kennedy ein. Diese kam zum Ergebnis, das Lee Harvey Oswald der einzige Täter war der den Präsidenten vom sechstenStock des Schulbuchlagers in der ElmStreet erschossen und Gouverneur Conally lebensgefährlich verletzt hat. Das glauben aber in Umfragen bis heute lediglich rund 15 % aller befragten Amerikaner. Dass das Leben eines Mannes wie Kennedy einfach so von einem dahergelaufenen Attentäter in wenigen Sekunden ausgelöscht wurde kann einfach nicht die ganze Wahrheit sein. Es existieren doch noch so viele offene Fragen die ungelöst geblieben sind. So viele Beweise die offenkundig unbeachtet blieben, Aussagen die einfach hinweggefegt wurden von einer obskuren Einzeltätertheorie, die mit aller Gewalt am Leben gehalten werden soll. Dahinter müssen Menschen einfach eine Verschwörung wittern. Und tatsächlich spricht vieles dafür. Die Rollen, die

die beteiligten Personen spielten sind bis heute nicht geklärt und Motive gibt es reichlich. Die Joint Chiefs, die Mafia aus Chicago, der eigene Geheimdienst CIA, der Militärisch Industrielle Komplex, auch Vizepräsident Lyndon Johnson, gehören alle zu den Verdächtigen, die ein handfestes Interesse an Kennedys Ermordung haben konnten und direkten Nutzen aus ihr zogen. Ob es aber nun ein perfekt geplanter Staatsstreich war, an dem die Spitzen der genannten Gruppen beteiligt waren, kann, wenn überhaupt, nur geklärt werden, wenn die Akten zur Veröffentlichung kommen. Als Kennedy´s Sarg unter weltweiter Anteilnahme zum Friedhof nach Arlington gefahren wurde stockte den Menschen der Atem. In der Prozession ein Rappe ohne Reiter mit umgedrehten Stiefeln in den Steigbügeln. Ein Sohn, der an seinem dritten Geburtstag salutierend von seinem Vater Abschied nahm und wahrscheinlich gar nicht ermessen konnte, was da gerade geschah. Es blieb eine perfekte, zu Tränen rührende Inszenierung bis zum bitteren Ende. Frank Hardt

EIN STUDENT AUF „BALKANTOUR“
Seien wir mal ehrlich: Mit Bosnien und dem Kosovo bringen wir alle Krieg und Elend in Verbindung. Dass diese Gegend auch anderes zu bieten hat, zeigt uns in eindringlicher Weise eine Fotoausstellung von Johannes Rüger im Kulturcafé „Solaris“ . Er studiert im siebten Semester Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität und war am Anfang einfach nur neugierig, ob die genannten Länder wirklich so sind, wie alle denken. Am Anfang, das war 2006, als Johannes nach einem Auslandssemester in Prag und einem „Roadtrip“ von Prag nach Athen den Entschluss gefasst hatte, im darauffolgenden Sommer durch Bosnien und den Kosovo zu reisen, nachdem er auf seiner Tour auch durch Belgrad gekommen war und ihm dies sehr gefallen hatte. Diesen Entschluss setzte er dann auch in die Tat um. Ein Jahr lang erarbeitete sich Johannes das Geld für die Reise durch Jobben und im Sommer 2007 war es dann soweit: Für insgesamt drei Monate machte er sich auf, die Gegend in und um Bosnien und Kosovo zu erkunden. Ohne weitere Begleitung ging es, je nach Angebot, entweder zu Fuß oder mit dem Bus quer durch die Lande. Ganz ohne Begleitung war Johannes dann aber doch nicht – so erzählte er, dass es oft hilfsbereite Menschen gab, die ihn, wie er sagte, „adoptierten“, und es sich selbst zur Aufgabe machten, dem Deutschen zu helfen und ihm alles zu zeigen. „Die Gastfreundlichkeit der Menschen dort ist fast nicht zureichend zu beschreiben!“, so Johannes. Ein Grund hierfür könnte seiner Meinung nach sein, dass es für die Leute unglaublich sei und sie sich darüber freuten, dass ein „stranac“(Ausländer), und dazu noch ein Deutscher, der ja aus einem wohlhabenden Land kommt, einfach in diese Gegend komme, ohne dort Verwandte zu haben. Oft war es dann so, dass die Leute ihm vor lauter Freude auch mal einen ausgaben. Über seine Unterkunft brauchte Johannes sich keine Sorgen zu machen, denn er bekam immer kostenlose Schlafplätze über das bekannte Internetportal „couchsurfing“. Die

10 –– EIN STUDENT AUF BALKANTOUR

Verständigung war für ihn ebenfalls kein Hindernis, da er sich vorher selbst etwas Bosnisch beigebracht hatte. Die Fotos, am Anfang nur nebenbei geschossen, sollten lediglich als Erinnerung dienen. Dass daraus mehr wurde, hatte Johannes einem Freund zu verdanken, der ihn dazu ermutigte, nicht nur leere Landschaften, sondern auch Menschen und Tiere zu fotografieren. So überwand er sich und fing mit der Kamera viele interessante Situationen und Stimmungen ein, sei es nun die klischee-erfüllende Kirche mit Stacheldraht im Vordergrund, ein Militärtransporter, der zu „Iron Maiden“Klängen in den Bahnhof einfährt oder einfach nur eine Gruppe alter Männer, die rauchend im Garten einer Moschee sitzt und redet. Ausdrücklich betont Johannes während der Vernissage, dass seine Fotos keinerlei künstlerischen, sondern ausschließlich dokumentarischen Anspruch hätten. Er will eben die Realität hinter den Klischees zeigen. Dass auch nach einem Bombenanschlag das Leben weitergeht, dass die Moscheen Ausdruck einer eindrucksvollen Architektur sind, oder dass das Gebäude der kosovarischen Nationalbibliothek einem Gehirn nachempfunden sein soll. Auch

die nicht fotografierten Momente haben bei Johannes, der sich auch „Balkanjoe“ nennt, einen tiefen Eindruck hinterlassen. „Die Busfahrten waren immer wieder ein Erlebnis!“, erzählt er begeistert. Es sei immer sehr rasant, aber auch familiär zugegangen. „Irgendjemand hatte immer etwas dabei, zum Beispiel Wurst oder so.“ Die Frage, ob er während seiner Reise auch schlechte Erfahrungen gemacht hätte, verneint Johannes: „Erst in Athen – im Nobelviertel...“. Der Rückweg führte nämlich über Mazedonien und Athen. Zurück in Deutschland, hatte Johannes zunächst gar nicht gedacht, dass seine Fotos einmal in einer Ausstellung zu sehen sein würden. Dies habe sich eher zufällig ergeben. Zunächst fragte Johannes einen guten Freund, ob man mit den Fotos „nicht etwas machen könnte“. Sie wurden digital nachbearbeitet, doch weiter passierte erst einmal nichts. Einige Zeit später war Johannes dann auf einer Vernissage, ebenfalls im „Solaris“, auf der die Fotos des Studentenkalenders ausgestellt wurden. Eben jener Freund, der auch die Balkanfotos bearbeitet hatte, hatte für den Studentenkalender ein Foto geschossen und so kam Johannes in Kontakt mit den Verantwortlichen im

Solaris. Wie es der Zufall wollte, lief im Hintergrund gerade Balkanmusik, und so kam das Gespräch schnell auf Johannes‘ Reise und die Fotos. Dann ging eigentlich alles ganz schnell. Christoph Judenau, einer der Verantwortlichen des „Solaris“, der auch beim Studentenkalender mitgewirkt hatte, war angetan von Johannes‘ Idee, die Fotos der Öffentlichkeit in einer Ausstellung zugänglich zu machen. Mithilfe einiger Freunde organisierte Johannes Rüger in langer Vorarbeit die Ausstellung, die mit einer Vernissage am 05. Juli schließlich ins „Solaris“ zu einer „Balkantour“ in gemütlicher Runde einlud. Für alle Interessierten sind die Fotos noch bis zum 31. Juli im „Solaris“ zu sehen. Maret Zepernick

KEIN SCHÖNER LAND TEIL DREI
Nur noch ein Mal schlafen und dann ist sie da: – Die vorlesungsfreie Zeit des Sommersemesters. Und? Liegen eure Flugtickets und die traumhaften Hochglanzreisehefte schon auf euren Koffern? Nicht? Glücklicherweise ist das kein wirkliches Problem, denn das NRW-Ticket bringt euch zu vielen wunderbaren Orten in unserem schönen Bundesland. Hiermit präsentieren wir euch die Fortsetzung der vergangenen Wochen: den letzten Teil unserer „Kein-Schöner-Land-Tipp-Liste“.
1. Für einen All Inclusive Urlaub hat es nicht gereicht, aber ein bisschen shoppen würde das Budget schon noch aushalten? Na, dann nichts wie ab nach Oberhausen! Auf dem weitläufen Gelände des Centro sind viele Möglichkeiten gebündelt. Von „A“ wie Apotheke über „S“ wie Swarovski und „V“ wie Vorwerk bis hin zu „Z“ wie Zara ist alles unter einem Dach

11 –– KEIN SCHÖNER LAND III

versammelt (www.centro.de). Außerdem ist direkt nebenan die König-PilsenerArena, in der in diesem Sommer unter anderem R.E.M und Alicia Keys zu sehen sein werden (www.koenig-pilsenerarena.de). Und wer ein „Findet Nemo“Fan ist, kann auch gleich beim Sea Life vorbeisehen. Rochenbabys, Haie und Moränen warten auf euch (www.aquarium-oberhausen.de). 2. Ihr wollt auf tägliches Schwimmen nicht verzichten? Mögt Kanufahren und wollt eventuell sogar Windsurfen? Dann lautet ein absoluter Geheimtipp: Der Sorpesee, in Sorpedamm in Sundern im Sauerland. Dort könnt ihr in einer hübschen Jugendherberge direkt am See unterschlüpfen und nach Herzenslust Wassersport betreiben (www.lvb.west-

falen.jugendherberge.de/sorpesee). Wem das Schwimmen im fischbelebten See zu unangenehm ist, kann auf ein paar Meter weiter seeaufwärts gelegenes kleines Freibad ausweichen. Eine kostengünstige Möglichkeit mal über’s Wochenende doch noch die Beine ins Wasser baumeln zu lassen... 3. Wer der Geschichte auf den Grund gehen will, ist mit einem Abstecher nach Bonn gut beraten. Immerhin findet sich hier nicht nur das ehemalige Bundeskanzleramt – das Palais Schaumburg (Tel: (0228) 560) und der Kanzler-Bungalow. Auch das allseitsbekannte Haus der Geschichte bietet umfassende Einblicke in wesentliche Geschehnisse der Vergangenheit (www.hdg.de). Aktuelle Ausstellungen befassen sich mit Schla-

gern und Skandalen nach 1945. Und einer etwas anderen Tradition folgt die 13. Bonner Bierbörse (25.7. bis 27.7.). Hier können 600 internationale Biere verköstigt werden, es gibt ein Feuerwerk und Guildo Horn (www.bierboerse.com). Und jetzt: Nichts wie auf ins Vergnügen! Tasche gepackt, Wunschzeit rausgepickt, NRW-Ticket eingesteckt und los geht’s. Es gibt viel zu erleben und viel zu sehen in unserem schönen Bundesland. Die Redaktion wünscht euch eine herrliche Zeit.

Stefanie Söhnchen

HEUTE SCHON GEZÄHLT?
Neuerdings zahlt sich die Anwesenheit für Studenten in ihren Seminaren im wahrsten Sinne des Wortes aus. Dafür verantwortlich ist der Geschäftsführer des Germanistischen Seminars Univ.Prof. Dr. Hans-Georg Pott. Er macht erstmals die Finanzspritzen für die einzelnen Lehrstühle von den Anwesenheitszahlen der Studenten abhängig. Dazu wurden seit Juni dieses Semesters die Studenten auf ihre Anwesenheit in den einzelnen Kursen hin überprüft.

„Die Studienkontengelder werden nun in Absprache mit der Fachschaft so verteilt, dass auch die Teilnehmerzahl bei der Geldverteilung eine Rolle spielt“, sagt der Geschäftsführer des Germanistischen Seminars. Neben den Teilnehmerzahlen ist aber auch die Anzahl der Prüfungskandidaten ein Faktor zur Verteilung der finanziellen Mittel. Das heißt: Studenten sind bares Geld wert – neuerdings aber nur solche, die auch anwesend sind und nicht nur als Phantome auf den Anmeldelisten stehen. Dass es davon offenbar eine ganze Menge gibt, hat kürzlich die Studenten-Zählung in der Germanistik

gezeigt. Auf Initiative von Professor Pott gelten nun erstmals die dabei gewonnenen Zahlen an Stelle der Kurs-Anmeldungen aus dem HISLSF. „Das Ergebnis hätte man sich schon denken können: Es gibt zum Teil astronomische Abweichungen zwischen den Anmeldezahlen aus dem HIS und den real existierenden Körpern im Kurs“, so Professor Pott. Studenten, die während der Zählungen im vergangenen Monat zeitweise auf Exkursionen waren und entschuldigt gefehlt haben, wurden nach seiner Aussage in den Ergebnissen berücksichtigt. Wer allerdings unentschuldigt fehlte, hat folg-

lich nicht gerade zur Verbesserung der Lehrstühle beigetragen. Die Zählungen haben auch gezeigt, dass es in der Germanistik – bis auf wenige Ausnahmen – ein sehr gutes und ausgeglichenes Verhältnis von Dozenten und Studierenden gebe: Durchschnittlich seien 10-40 „reale Körper gezählt“ worden, so der Geschäftsführer. Absolute Ausreißer gibt es dennoch: Zu den bestbesuchten Vorlesungen gehören die beiden Pflichtveranstaltungen „Grundlagen des Studiums der älteren deutschen Sprache und Literatur“ und die Vorlesung „Geschichte und Theorie der Schrift“. Letztere ist in

12 –– HEUTE SCHON GEZÄHLT?

diesem Semester absoluter Spitzenreiter mit 250 anwesenden Studenten. Selbstverständlich gibt es auch Beispiele, die das Gegenteil belegen und somit Kurse, die zum Zeitpunkt der Zählung von nur 5 Studenten besucht wurden, obwohl 25 laut Internet-Liste angemeldet sind. Dass derartige Diskrepanzen zwischen offiziellen Anmeldezahlen und tatsächlich anwesenden Personen entstehen, führt Professor Pott vor allem auf das Nebeneinander von Magister und Bachelor zurück. „Magister-Studenten haben einen ganz anderen Studienstil als BachelorStudenten“, stellt er fest, „ und solange beide in denselben Kursen sitzen, wird man immer unbefriedigende Zustände mit den Anwesenheitszahlen haben.“ Gleichzeitig prognostiziert er, dass die Germanistik schon bald mit gegenteiligen Problemen zu kämpfen habe: „Dass es in

den Seminaren so voll ist, liegt an den Magistern, aber danach droht, dass wir zu wenig Studenten haben“, so Professor Pott. Insgesamt haben sich die Studierendenzahlen an der HHU von einst über 20 000 auf 14 900 in diesem Semester reduziert. Das betrifft auch die Germanistik: Zwar ist das Interesse am Fach weiterhin hoch, doch werde die Aufnahmekapazität längst nicht mehr ausgeschöpft. Zum WS 2007/08 war die Auslastung für Kernfachstudierende zu 92 % gewährleistet, im Ergänzungsfach jedoch nur zu 24 %. Bis zum 08. Juli sind bereits 623 Bewerbungen für ein Germanistik-Kernfachstudium für das kommende Wintersemester bei der HHU eingegangen – Zahlen, die viel versprechend klingen. Doch ob die 248 zur Verfügung stehenden Plätze tatsächlich im Oktober besetzt werden können, wird sich erst noch zei-

gen: Denn „viele Studierende bewerben sich sinnvollerweise an mehreren Hochschulen zugleich“, weiß Professor Pott „aber wie viele von denen wirklich hier das Studium beginnen, kann man nicht abschätzen“.

Nicole Weppler

DÜSSELDORFER GESCHICHTE LEBENDIG WIE NIE
Studenten konzipierten Stadtrundgänge für Düsseldorf
Dass ein Bachelor-Studium auch sehr praxisnah sein kann, hat jetzt ein Projekt des Historischen Seminars gezeigt. Unter der Leitung von Dozentin Dr. Susanne Brandt entwarfen 40 Studenten insgesamt vier innovative Führungen ganz nach ihrem eigenen Geschmack. Dazu teilten sie sich selbst in 10er Gruppen auf. Die Lehrveranstaltung mit dem Titel „Historische Stadtführungen“ war dabei extra so konstruiert, dass die Teilnehmer größtenteils eigenverantwortlich planen und handeln sollten, so, wie es der Lehrplan vorsieht. „Konkret heißt das, dass wir in Projektseminaren Ausstellungen konzipieren und umsetzen, Tagungen organisieren, Radiosendungen produzieren oder eben historische Stadtführungen entwickeln“, so Dr. Susanne Brandt. Ziel dieses Seminartyps ist es, den Studenten das Handwerkzeug eines Historikers zu vermitteln. Bei ihrer Planung bekamen die Seminarteilnehmer sogar professionelle Unterstützung angeboten. Arne Krasting – Leiter des Berliner Unternehmens „Zeitreisen“ – stand den Studenten in ihrer Planungsphase mit Tipps und Tricks zur Seite. Zustande kam die Kooperation vor allem dank Dr. Susanne Brandt, die sich noch aus Studienzeiten an Krasting erinnerte. „Ich dachte, dass die Düsseldorfer Studenten Arne kennen lernen sollten – und zwar nicht nur als Persönlichkeit, sondern als Unternehmer, der angehenden Historikern zeigen kann, wie sie sich erfolgreich selbständig machen können.“, so Brandt. Doch wie sah das Projekt nun in der Praxis aus? In den ersten gemeinsamen Sitzungen sammelten die Studierenden mit Hilfe der Dozentin Themenvorschläge für eine Stadtführung durch Düsseldorf. Heraus kam schließlich folgendes: Die Studenten entschieden sich jeweils für eines der vier aufgeführten Themen: 1) Kulturgeschichte 2) Brauereien 3) Studentenstadt 4) Medienstadt Jeder Gruppe blieb von Beginn an freigestellt, die Stadtführung eigenständig auszuarbeiten sowie die Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe selbst vorzunehmen. Und dann ging es auch schon an die Arbeit. Neben dem Recherchieren nach interessanten Inhalten und Anekdoten, legten die Gruppen auch die einzelnen Stationen ihres Stadtrundganges fest. Als besondere Herausforderung galt da-

13 –– DÜSSELDORFER GESCHICHTE

bei die praktische Umsetzung der Führung. Das bedeutet, dass der Guide auch für Spannung und Unterhaltung sorgt. Genau dies kalkulierten die Studenten bei ihren Führungen mit ein. Der Startschuss für alle Stadtführungen fiel schließlich am 05.07.2008 bereits um 9 Uhr – s.t.! Volle sechs Stunden lang ging es ab dann quer durch Düsseldorf. Angefangen bei Heinrich Heine, über die Einzigartigkeit des Düsseldorfer Altbiers bis hinauf zum Fernsehturm, erlebten alle Beteiligten einen sehr abwechslungsreichen und ebenso unterhaltsamen Tag. Nun wusste am Ende auch wirklich jeder, wie hoch der Fernsehturm ist, warum die Düsseldorfer Uni eigentlich HeinrichHeine-Universität heißt, und was das Alt vom Kölsch unterscheidet. Die ganze Anspannung nahm schließlich um 19 Uhr ab, als zufriedene und glückliche Gesichter sich nach einem langen und anstrengenden, aber ebenso schönen und erfolgreichen Tag gemeinsam auf den Weg in die Altstadt machten, um dort den Tag noch gebührend zu feiern. Der Tag verlief auch deshalb so erfolgreich, weil im Vorfeld ein fünfköpfiges Organisations-Team den Tag bis ins Detail durchgeplant hatte und darüber hinaus die einzelnen Stadtrundgänge filmte und fotografierte. Trotzdem sah dies alles noch zu Beginn

ganz anders aus. Alle Beteiligten standen unter riesiger Anspannung, denn keiner, weder Dr. Susanne Brandt oder Arne Krasting, noch die Seminarteilnehmer, hatten bisher an einem Seminar teilgenommen, indem die (mündliche) Prüfung 90 Minuten dauerte. Dazu kam, dass die meisten bislang nicht gewohnt waren, in so einer großen Gruppe zusammen zu arbeiten. Nach der gemeinsamen Aufführung am 05.07.2008 zieht die Dozentin bereits Bilanz „Die Guides haben sich so angezogen, dass sie sofort zu erkennen waren – das hat jede Gruppe anders gelöst und damit haben für mich alle Teilnehmer große Kreativität bewiesen – und Kundenorientierung, denn sie haben überlegt, was diejenigen, die eine Stadtführung besuchen, erwarten und wie sie diese Erwartungen optimal befriedigen können.“, so Brandt. Des Weiteren wurde deutlich, dass die Studierenden die Aufgabe sehr ernst genommen haben. Den Studenten gelang es, die Dozentin von ihren Gruppenarbeiten zu überzeugen: „Die Studierenden haben auf hohem Niveau in kurzer Zeit Stadtführungen konzipiert und umgesetzt“, so Brandt. Insgesamt betrachtet, stieß das Projekt bei den einzelnen Teilnehmern auf große Zustimmung. So begrüßten sie das besonders hohe Maß an Vertrauen und Eigenverantwortlichkeit, dass ihnen die

Dozentin entgegen brachte. Aber auch bei Dr. Susanne Brandt sind viele positive Eindrücke im Gedächtnis geblieben und sie gesteht: „Da bin ich sogar ein wenig traurig, dass das Semester und das Seminar vorbei sind.“ Ob dieses Modell Zukunftscharakter hat, steht noch nicht genau fest. Dennoch gibt es bereits erste Überlegungen, die Stadtrundgänge weiter anzubieten, beispielsweise die Studentenführung für die nächsten Erstis. Eins ist auf jeden Fall gewiss: Ein derartiges Seminar wäre ohne die Studienbeiträge nicht finanzierbar. Der Dozentin schweben bereits jetzt schon viele neue Ideen für ein kommendes Projektseminar vor. Um was es sich dabei genau handelt, wird sich im Sommersemester 2009 zeigen. Wer nun gerne wissen möchte, was die Kommilitonen zustande gebracht haben, wirft am besten einen Blick auf die dafür eigens errichtete Website: http://histstadtfuehrung.wordpress.com/

Marcel Heitmeier

14 –– ANKÜNDIGUNG

15 –– ANKÜNDIGUNG

16 –– TERMINE/IMPRESSUM

Donnerstag, 17.07.
PMELTING GROOVES SPECIAL Datum: 19.07.2008 Ort: Trinkhalle, Düsseldorf Uhrzeit: 19 Uhr Ackerstraße 144 40233 Düsseldorf-Flingern

Sonntag, 20.07.

campus delicti
Montag, 21.07.
HERAUSGEBER
Presse- und Öffentlichkeitsreferat des AStA der Heinrich-Heine-Uni Gebäude 25.23. | Raum U1.46 Universitätsstraße 1 40225 Düsseldorf Tel. 02 11 / 8 11 - 32 90 Fax 02 11 / 8 11 - 23 73 pressereferat@gmx.de

Dienstag, 22.07. Freitag, 18.07.
Erasmus Party im SP-Saal Record Changer Lounge TRINKHALLE Düsseldorf präsentiert: Bernd Maruo‘s Record Changer Lounge DJ Bernd Maruo 19.00 Uhr/Eintritt frei Trinkhalle Düsseldorf Ackerstraße 144 40233 Düsseldorf-Flingern Vamos a la fiesta! SPANISCHER ABEND: RUMBA GITANA Wie ein Abend in Sevilla: Jung & alt, Kind & Kegel treffen sich zu Flamenco- Musik, Tanz, hausgemachten Tapas, kühlem spanischer Wein, leckerem Bier oder Limo.Bei schlechtem Wetter in der Halle. Eintritt: frei Veranstalter: zakk SP Saal im AStA-Gebäude hinter der Uni Bibliothek, 21h: Local Heroes

REDAKTION
Linus Wörffel Stefanie Söhnchen Stefan Finger Turap Yilmaz Franziska Kramer Henning Krumbach Frank Hardt

LAYOUT
Irina Chersteniuc Konstantin Kosin

Live-Musik Johanna Zeul / Martingo Kulturcafé Solaris 53 e.V. Kopernikusstr. 53 40225 Düsseldorf - Bilk TV EYE RECORDS Labelfest feat. Frank Popp Datum: 18.07.2008 Ort: Pretty Vacant, Düsseldorf Uhrzeit: 22 Uhr

Mittwoch, 23.07.
Fieberkurve im Stone am Ratinger Hof, ab 22 Uhr, Eintritt: 4 Euro.

FREIE MITARBEITERINNEN
Maret Zepernick Marcel Heitmeier

DRUCK
Tupper, ASten-Druckerei

ERSCHEINUNGSWEISE
wöchentlich donnerstags auf dem Campus der HHU oder online unter: http://asta.uni-duesseldorf.de

Samstag, 19.07.
Melting Grooves Rare Soul, Gitarre und Beats DJ FunkyStuff 19.00 Uhr, freier Eintritt Trinkhalle Düsseldorf Ackerstraße 144 40233 Düsseldorf-Flingern AGNOSTIC FRONT, CENTS, WHITE FLAG Ort: zakk, Düsseldorf Uhrzeit: 20 Uhr ADOLES-

AUFLAGE
1500 Stück

V.I.S.D.P.
der AStA-Vorstand

HINTERHOF HEADBANGERS Metal im Hinterhof präsentiert von www.metalduesseldorf. deLinkes Zentrum „Hinterhof“ Corneliusstr. 108 in Düsseldorf

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