Postpolitik, Ideologie und gesellschaftliche Transformation im Kapitalismus Julian Kuppe, Januar 2012 I.

Multiple Krise, Transformation und Postdemokratie. Am Ende der Geschichte sehen sich die kapitalistischen Gesellschaften global mit einer multiplen Krise (Altvater 2009, Brand 2009) konfrontiert, die sich in enormen sozialen, ökologischen und politischen Krisenerscheinungen zeigt. In verschiedener Hinsicht, insbesondere in Bezug auf ökologische Zusammenhänge und soziale Exklusionen scheinen kapitalistische Vergesellschaftungsformen an Grenzen zu stoßen, die sich nicht mehr beliebig erweitern lassen. In den letzten 20 Jahren ist die globale Nutzung von Ressourcen, Ökosystemen und Senken dramatisch angestiegen, wobei Erkenntnisse aus der Erdsystemforschung darauf hindeuten, dass in den Bereichen Klimawandel, biologische Vielfalt und Stickstoffeintrag in die Biosphäre kritische, biophysikalische Grenzwerte bereits überschritten wurden (Rockström et al. 2009). In den letzten Jahren hat sich aber auch ein weit verbreiteter Konsens über den kritischen Zustand der ökologischen Bedingungen herausgebildet, der zu einem vorzeitigen Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, führen könnte (UNEP 2007, Wackernagel 2007, IPCC 2008, Rockström et al. 2009, UNEP 2011a, WGBU 2011). Seit dem Brundtland-Report 1987 und der Weltumweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 galt das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als politische Strategie, die die globalen Umweltprobleme mit denen der Entwicklung verbinden und lösen sollte. Trotz aller partiellen Erfolge muss die Politik der nachhaltigen Entwicklung heute als weitgehend gescheitert betrachtet werden (Haberl et al 2011, WBGU 2011). Mit den materiell immer offenbarer werdenden Erscheinungen der multiplen Krise in den letzten Jahren wurde das Scheitern der bisherigen politischen Konzepte deutlich: das Konzept des Neoliberalismus ist mit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007, zumindest in der bisherigen Form, als gescheitert zu betrachten, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung ist durch die sich immer weiter verschärfenden sozialen und ökologischen Problematiken ebenfalls als gescheitert zu betrachten, und schließlich scheint sich das Modell der repräsentativen Demokratie im Anschluss an diese Entwicklungen ebenfalls in einer Krise zu befinden. Als neues Konzept zur Lösung der multiplen Krise wird bei der Rio + 20 Konferenz das Konzept der Green Economy präsentiert (UNEP 2011b). Darüber hinaus wird seit einiger Zeit im wissenschaftlichen Diskurs das Konzept der Resilienz als Grundbedingung bzw. Umsetzungskonzept von nachhaltiger Entwicklung diskutiert (Adger 2000, Folke 2006, Liu et al 2007). Diese Konzepte weisen jedoch gegenüber dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung eine Tendenz zu spezifischen Schwerpunktverschiebungen auf. Insbesondere scheint der Aspekt von Gerechtigkeit dabei noch weiter in den Hintergrund gerückt bzw. weitgehend entfallen zu sein. Zwei Aspekte werden in den Debatten um die gesellschaftliche Entwicklung immer wieder betont: Zum einen ist dies eine besondere Dringlichkeit von einzuleitenden Schritten und zum anderen die Notwendigkeit entscheidender gesellschaftlicher Veränderungen. Dies wird durch Formulierungen, wie „Transformational Change “ (Gunderson, Folke 2011), „Transformations Towards Global Sustainability “ (Westley et al 2011) „Great Transition“ (Raskin et al 2003, Spratt et al 2009, Raskin et al 2010, Haberl et al 2010, WGBU 2011), „Große Transformation“ (WGBU 2011), „Great Transformation“ (Haberl et al 2010) zum Ausdruck gebracht. Positionen, die teils deutliche gesellschaftliche bzw. kulturelle Veränderungen für notwendig halten, allein um die Möglichkeit menschlicher und gesellschaftlicher Entwicklung überhaupt aufrecht zu erhalten vertreten etwa auch Sarkar (2001), Altvater (2005), Blühdorn (2008), Exner, Lauk und Kulterer (2008), Müller und Kaufmann (2009), Giddens (2009) und Leggewie und Welzer (2009) auf je unterschiedliche Weise. Die besondere Dringlichkeit und Notwendigkeit, die gesellschaftlichen Transformationen in 1

Richtung Nachhaltigkeit beigemessen wird kommt auch darin zum Ausdruck, dass Klimawissenschaftler eine Stärkung der sozialwissenschaftlichen Forschung in dieser Hinsicht fordern (Reid et al 2010). Es ist dabei eine sich zuspitzende paradoxe Entwicklung zu beobachten: Einerseits scheint sich zunehmend eine Überzeugung durchzusetzen, dass es entscheidender gesellschaftlicher Veränderungen bedarf, allein um die Bedingungen der Möglichkeit menschlicher Existenz und gesellschaftlicher Entwicklung überhaupt aufrecht zu erhalten, andererseits erscheinen tatsächliche soziale und ökologische Alternativen zum gegenwärtigen gesellschaftlichen System kaum denkbar, geschweige denn politisch erreichbar (Blühdorn 2007, Brand 2009). Als ein Mittel solche gesellschaftlichen Alternativen doch noch denkbar und erreichbar werden zu lassen, wird vielfach die unbedingte Dringlichkeit angesehen, die dann zumeist in apokalyptischen oder katastrophischen Bildern und Visionen zum Ausdruck gebracht wird. Die Verwendung apokalyptischer oder katastrophischer Bilder hat in den Beiträgen zur Umweltpolitik eine lange Tradition, ebenso wie die Debatte um diese. Dabei spielte eine Tendenz zur Legitimierung autoritärer Strategien immer eine Rolle. In der Gegenwart scheint diese Tendenz aber eine neue Dimension anzunehmen. Dies steht im Zusammenhang mit den Krisenerscheinungen des Modells der repräsentativen Demokratie, die unter den Begriffen Postdemokratie und Postpolitik diskutiert werden (Badiou/Ranciere 1997, Bauman 2000, Zizek 2001, Ranciere 2002, Zizek 2002, Crouch 2008, Mouffe 2007, Ranciere 2010, Swyngedouw 2010). Mit diesen Begriffen wird eine Tendenz beschrieben, die sich schon seit längerer Zeit in fortgeschrittenen, kapitalistischen Gesellschaften abzeichnet. Sie wurde u.a. für die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts von Johannes Agnoli als „Transformation der Demokratie“ (Agnoli 1990) analysiert und für die darauf folgenden 70er Jahre von Nicos Poulantzas als „autoritärer Etatismus“ (Poulantzas 2002). Eine auf Dauer gestellte Konstellation des „autoritären Etatismus“ seit den 70er Jahren diagnostiziert John Kannankulam (2008a, 2008b, 2009). Mit der Verschärfung von Krisen zur multiplen Krise der Gegenwart ergibt sich die Frage nach einer neuen Ausprägung und Qualität dieser Tendenz. So spricht Slavoj Zizek vom „autoritären Kapitalismus“ als Gewinner der Krise (Zizek 2011) und Thomas Sablowski sieht gegenwärtig Erscheinungen, die er als „Form des autoritären Etatismus“ bzw. „Postdemokratie“ bezeichnet (Sablowski 2011). II. Soziale Bewegungen, Transformation, Ideologie und Postpolitik. Grundlegende gesellschaftliche Veränderungen hin zu sozial und ökologisch tragfähigen Verhältnissen erscheinen in gleichem Maße unwahrscheinlich, wie sie notwendig wären. Der gegenwärtig einzig erkennbare gesellschaftliche Prozess scheint die Aufrechterhaltung des bestehenden nichtnachhaltigen Systems zu sein. Eine entscheidende Fragestellung, die dabei zu beantworten wäre, ist diejenige danach, warum gesellschaftliche Veränderungen in Richtung einer sozial und ökologisch tragfähigen Entwicklung auf eine solch fundamentale Weise blockiert scheinen. Soziale Bewegungen werden aus hegemonietheoretischer Perspektive als entscheidende Akteure zur Veränderung gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse betrachtet. Als strategische Perspektive für gesellschaftliche Transformationen wird die Verschiebung von Kräfteverhältnissen durch gegenhegemoniale Projekte betrachtet (Brand 2005, Habermann 2008). Die Debatte um Postdemokratie und Postpolitik weist aber auf Probleme einer solchen strategischen Perspektive hin, die vor allem mit der fundamentalen Blockierung gesellschaftlicher Veränderungen verbunden sind: 1) Das Problem einer kulturellen Falle in die soziale Bewegungen geraten, wenn Strategien, Normen und Ziele aus dem Ideenrepertoire hegemonialer Akteure verfolgt oder zur Voraussetzung der eigenen Politik gemacht werden, wurde von Immanuel Wallerstein beschrieben (1989). Wie hegemoniale Verhältnisse auf diese Weise von sozialen Bewegungen reproduziert und auf eine neue Stufe gehoben werden, haben Helga Eblinghaus, Armin Stickler und Christoph Spehr am Beispiel 2

des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung und darauf bezogener sozialer Bewegungen gezeigt (Eblinghaus/Stickler 1996, Spehr 1996, Stickler 2005). Mit der Zuspitzung der sozialen und ökologischen Krisenerscheinungen in den letzten Jahren sind gezeichnete Katastrophenszenarien einerseits bereits real geworden und andererseits erlangen Katastrophenszenarien eine stärkere Wirkmächtigkeit. Die bereits in den Studien zum Zusammenhang des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung und sozialen Bewegungen beschriebene Gefahr einer ideologischen Überbrückung bzw. Verschleierung gesellschaftlicher Widersprüche mit Hilfe der Identifizierung einer äußeren Bedrohung erreicht dadurch eine neue Stufe (vgl. Swyngedouw 2010). Ökologie wird von Slavoi Zizek und Alain Badiou in dieser Hinsicht als gegenwärtige Form des Opiums des Volks aufgefasst (Zizek 2007, Badiou 2008). Insbesondere das Projekt einer Green Economy scheint den strategischen Kern eines neuen hegemonialen Projekts zur Modernisierung des Kapitalismus zu bilden. 2) An dieses erste Problem schließt sich ein zweites unmittelbar an: Ingolfur Blühdorn radikalisiert das Konzept der kulturellen Falle für soziale Bewegungen insofern, als er davon ausgeht, dass die gegenwärtigen sozialen Bewegungen vor allem eine wesentliche Ressource für die Stabilisierung der bestehenden, nichtnachhaltigen kapitalistischen Gesellschaftsordnung darstellen. Soziale Bewegungen würden demnach eine spezifische Funktion im gesellschaftliche System übernehmen, indem sie die Kategorie des autonomen Subjekts performativ simulieren. Damit übernähmen sie die Funktion der performativen Wiedereinführung der Dualismen der traditionellen Moderne, die für das System der dezentrierten Moderne als Voraussetzung für die Selbstreproduktion des Systems von entscheidender Bedeutung sei (Blühdorn 2006). Blühdorn richtet sich mit seinem Konzept der simulativen Politik gegen das Konzept der symbolischen Politik (Edelman 2005), welches er als nicht mehr gültig ansieht. Bei Blühdorn besteht das kennzeichnende Merkmal der dezentrierten Moderne im Verschwinden der Kategorie des autonomen Subjekts und der Auflösung der Unterscheidung zwischen Selbst und System. Die Subjektkonstitution würde vorwiegend mit Mitteln des kapitalistischen Gesellschaftssystems, d.h. durch Handlungen des Konsums vollzogen. So würde sich eine Identität des Selbst mit dem System ergeben. Diese Einschätzung gleicht Analysen wie denen von Breuer (1985), Rose (1992), Sennett (1998) und Bröckling (2007), die an Foucault und die von ihm unter den Begriffen Gouvernementalität und „Techniken des Selbst“ analysierte, diskursive Konstitution der Subjekte anschließen (Foucault 2000, Foucault 2006). 3) Dies führt zu einem weiteren Problem in Bezug auf die gesellschaftliche Rolle sozialer Bewegungen, welches mit dem Begriff der Ideologie verbunden ist. Der Kern der Problematik scheint mit Interpretationen des Ideologiebegriffs verbunden zu sein, die zu einem fast vollständigen Verschwinden dieses Begriffs geführt haben (Peet et al 2011, Smith 2011). Eine Linie dieser Interpretationen des Ideologiebegriffs führt von Gramsci über Althusser zu Foucault, bei dem er schließlich verschwindet bzw. in den Begriff des Diskurses überführt wird. Karl Marx (1975) und an ihn anschließend Georg Lukács (1971) und die ältere kritische Theorie (Adorno 1992, Sohn-Rethel 1973) heben auf die ideologische Form der Strukturierung der kapitalistischen Gesellschaft ab, die sich im Prinzip der Wertform ausdrückt. Antonio Gramsci und Louis Althusser nehmen, u.a. im Anschluss an Lenin, dagegen eine Neuinterpretation des Begriffs der Ideologie vor, der sich deutlich von dem kritischen Ideologiebegriff unterscheidet und als neutraler bzw. positiver Ideologiebegriff aufzufassen ist (Barrett 1994, Merkens 2003, Elbe 2005). Gramsci begreift Ideologie als soziale Praxis, die Hegemonieverhältnisse herstellt und sich in Institutionen als ideologische Struktur materialisiert (Merkens 2003, Stützle 2004). Althusser betrachtet Ideologie in ganz ähnlicher Weise als materielle Praxen (Althusser 2010, Böke 2001, Schupp 2006) und Strukturen (Althusser 2011, Brauk 2002). Im Anschluss und in Abgrenzung zum strukturalen Marxismus Althussers entwickelt Foucault die Analyse von Diskursen und Dispositiven. Er verwirft den Begriff der Ideologie, da er sich auf eine außerhalb liegende Wahrheit und ein ebensolches Subjekt beziehen würde, die aber beide selbst durch Machtverhältnisse erst hervorgebracht würden (Foucault 1976, 1978). 3

Bei Althusser finden sich bereits zentrale Motive poststrukturalistischer Theorien sowie der Diagnosen Blühdorns, insbesondere die Konstituierung der Subjekte durch Ideologie, was bei Althusser gleichbedeutend mit gesellschaftlichen Praxen ist (Althusser 2010). Es findet sich bei Althusser auch die Vorstellung, dass Ideologie omnihistorisch bzw. ewig ist und gesellschaftliche Praxis nur durch Ideologie möglich sei (ebd.). Diese Konzeption kehrt in der poststrukturalistischen Theorie praktisch analog wieder, nur unter Austausch der Begriffe Ideologie und Diskurs. Im Herausfallen eines kritischen Ideologiebegriffs treffen sich die Hegemonietheorie Gramscis, Althussers strukturaler Marxismus und die poststrukturalistische Theorie. Jedoch wäre es gerade ein solcher kritischer Ideologiebegriff, der die fundamentale Blockierung gesellschaftlicher Veränderungen und derjenigen gesellschaftlicher Erscheinungen, die als postpolitisch bzw. postdemokratisch bezeichnet werden, erhellen könnte. Dies würde nicht bedeuten, dass Konzepte wie Hegemonie und Diskurs keine Bedeutung besäßen, sondern nur, dass sie eine begrenzte Erklärungskraft bzw. Reichweite aufweisen und mit dem Wegfall eines kritischen Ideologiebegriffs ein fundamentales Prinzip gesellschaftlicher Strukturierung außer Acht gelassen wird. Dies führt nicht zuletzt zu unzureichenden Diagnosen in Bezug auf gegenwärtige Krisen der gesellschaftlichen Naturverhältnisse und von Strategien emanzipatorischer sozialer Bewegungen, wie bei Blühdorn und verschiedenen poststrukturalistisch inspirierten Analysen (u.a. Mouffe 2005). Es zeigt sich bei Blühdorn ein Zusammenlaufen von soziologischer Systemtheorie und poststrukturalistischer Theorie, indem er sich gleichermaßen auf Niklas Luhmann und Jean Baudrillard bezieht. Dies scheint insofern theoretisch angelegt, als in beiden Ansätzen soziale Verhältnisse verabsolutiert werden, bei Luhmann die Kommunikation, bei Baudrillard die bezeichnenden Bilder. Letztlich erscheinen sowohl die Systemtheorie Luhmanns, als auch die poststrukturalistische Theorie, z.b. Foucaults oder auch Baudrillards und anderer als eine Art positivistischer Beschreibungen gegenwärtiger kapitalistischer Verhältnisse (Dahlmann 2000), die teilweise jedoch auch ins Affirmative übergehen. Die These des Zusammenfallens von Selbst und System, die prägnant in der Rede vom „Tod des Subjekts“ (Foucault 2001) zum Ausdruck kommt, scheint eine objektive Tendenz gesellschaftlicher Entwicklung theoretisch zu bestätigen, die mit einem kritischen Ideologiebegriff noch kritisiert werden sollte. Analog dazu scheinen Begriffe, wie die von nicht hintergehbarer Ideologie (Althusser), Macht (Foucault), Differenz (Laclau), Kommunikation (Luhmann), Fiktion (Baudrillard) das gesellschaftliche Organisationsprinzip des Kapitalverhältnisses absolut zu setzen. Dimensionen des Ideologischen Für eine zureichende Analyse der gegenwärtigen, krisenhaften gesellschaftlichen Konstellation und der Funktion sozialer Bewegungen, sowie strategischer Perspektiven gesellschaftlicher Transformation wären verschiedene Dimensionen des Ideologischen einzubeziehen. Eine solche Unterscheidung verschiedener Dimensionen des Ideologischen ist bei Zizek (1994) zu finden, aber auch Smith (2011) weist darauf hin. Zizek unterscheidet unter Bezug auf Hegel drei Achsen von Ideologie: Ideologie an sich, Ideologie für sich und Ideologie an und für sich. Ersteres bezeichnet Ideologie als Komplex von Ideen, zweiteres die Materialität von Ideologien und dritteres Ideologie als spontanes Produkt sozialer Realität (Zizek 1994). Es scheint so, dass zwei verschiedene Formen von Ideologie gesellschaftlich wirksam werden, von denen die eine auf Grundlage der anderen notwendig und möglich wird. Die grundlegende ideologische Form wäre dabei diejenige die Marx als Warenfetischismus analysiert hat (Grigat 2007). Die Verselbstständigung gesellschaftlicher Verhältnisse gegenüber ihren Urhebern entspringt dabei der sozialen bzw. materiellen Praxis in Form einer Realabstraktion (Sohn-Rethel 1973). Aus der Unerkanntheit dieser grundlegenden Form von Ideologie, die Zizek als Ideologie an und für sich bezeichnet (Zizek 1994), ergibt sich als Folge eine zweite, quasi sekundäre Form von Ideologie, die der ideologischen Bearbeitung der daraus hervorgehenden gesellschaftlichen Widersprüche entspricht. Diese zweite Form von Ideologie zeigt sich in den Dimensionen, die Zizek als Ideologie 4

an sich und Ideologie für sich bezeichnet (ebd.), d.h. in Komplexen von Ideen, die sich in gesellschaftlichen Institutionen und in subjektiven Identitäten materialisieren können. Diese zweite Form von Ideologie wäre dann die Ebene, auf der gesellschaftliche Auseinandersetzungen um Hegemonie im Sinne der Hegemonietheorie stattfinden. Zugleich wäre es diese Ebene, die in poststrukturalistischen Theorien absolut und nicht hintergehbar gesetzt wird, weil die erste, grundlegende Form von Ideologie als Realabstraktion verfehlt wird. Hieraus würden dann auch Vorstellungen resultieren, die davon ausgehen, dass Ideologien ewig seien (Althusser 2010) und Gesellschaft nach dem Modell des Krieges und der Schlacht zu denken sei (Foucault 1997), dass es also immer nur eine umkämpfte Hegemonie geben würde (Laclau/Mouffe 2006). Dies würde den Antagonismus gesellschaftlicher Verhältnisse quasi ontologisieren, statt die Notwendigkeit seiner Auflösung (Agnoli 1990) in Betracht zu ziehen. Das Postpolitische Verdeutlichen lässt sich das Verhältnis der beiden Formen des Ideologischen zueinander am Beispiel der ökologischen Krise bzw. der Finanzkrise und der Versuche ihrer gesellschaftlichen Bearbeitung: Die Grundlage der Krisenerscheinungen besteht in der verselbstständigten Form des gesellschaftlichen Stoffwechsels mit der Natur, die durch das gesellschaftliche Vermittlungsprinzip der Wertform dem Akkumulationsimperativ der Kapitalverwertung unterliegt und damit einer vernünftigen Gestaltung entzogen ist. Es ist dabei Ideologie an und für sich, in Form der Realabstraktion am Werk. Wird diese spezifische Form der Regulation der gesellschaftlichen Naturverhältnisse, die das Resultat einer spezifischen Einrichtung der Gesellschaft ist (Görg 2003), bei Versuchen der gesellschaftlichen Bearbeitung dieser Problematik nicht berücksichtigt, sondern stattdessen eine universale Bedrohung der Menschheit oder der Nation durch etwas der Gesellschaft äußerliches, z.B. CO2 oder Staatsschulden, heraufbeschworen (Zizek 2006, Swyngedouw 2010), dann sollen auf diese Weise gesellschaftliche Widersprüche stillgestellt werden. Es soll eine imaginäre Gemeinschaft erzeugt werden, die der gemeinsamen Bedrohung durch gemeinsames Handeln begegnen soll. Bei der Variante des ökologischen Populismus funktioniert Ökologie (oder Green Economy) als gegenwärtige Form des Opiums des Volks (Zizek 2006, 2007, Badiou 2008, Swyngedouw 2010), wohingegen bei der Variante des nationalen Populismus die Nation als Form des Opiums des Volks erscheint, was in beiden Fällen Ideologie an sich entsprechen würde. Materialisieren sich derartige politische Strategien in gesellschaftlichen Institutionen, wie dem Kyoto-Protokoll (oder Green Capitalism) oder Schuldenbremsen, entstehen ideologische Verhältnisse für sich. Eine postpolitische Konstellation ergibt sich dabei daraus, dass eben gesellschaftliche Widersprüche und Konflikte durch die Heraufbeschwörung einer außergewöhnlichen gesellschaftlichen Bedrohung, eines Ausnahmezustandes, ideologisch stillgestellt werden sollen (Zizek 2001, Swyngedouw 2010). Die als äußerlich konstruierte Bedrohung der Gesellschaft soll durch Governance, Regierungstechnologie, Expertenwissen, Verwaltung und soziales Management bearbeitet werden (Zizek 2001, 2002, 2007, Swyngedouw 2010). Das Politische Die Strategie, die von Ranciere (2002), Mouffe (2007) und Zizek (1998) als Gegenstrategie zu postpolitischen Tendenzen vorgeschlagen wird, die Eröffnung eines Raums des Politischen birgt indes eine eigene Problematik in sich. Es werden dabei eben Antagonismen als konstitutiv für das Soziale quasi ontologisiert. Es wird davon ausgegangen, dass hegemoniale Projekte, die sich in gesellschaftlichen Institutionen materialisieren, hegemoniale Kämpfe nur temporär still stellen können. Es wird so von einem nie zu beendenden Kampf um gesellschaftliche Hegemonie ausgegangen, der aus den konstituierenden Antagonismen, der grundsätzlichen Unbestimmtheit, Offenheit, Alterität, Differenz bzw. Kontingenz des Sozialen hervorgehen soll, womit u.a. an Nietzsche, Heidegger und Schmitt angeschlossen wird (Gruber/Lenhard 2010). Dies wäre 5

gleichbedeutend mit der Absolutsetzung der Ebene der sekundären Ideologien, die nur möglich ist, indem die zugrundeliegende Ebene, die ideologische gesellschaftliche Vermitteltheit des Sozialen, nicht zu Kenntnis genommen wird. Die Vorstellung einer Gesellschaft ohne Ideologie, d.h. einer versöhnten Gesellschaft, in der eine auf Vernunft beruhende Einrichtung der sozialen Verhältnisse und der Naturverhältnisse das Prinzip der abstrakten Vermittlung durch das Kapital ersetzen könnte, wird damit selbst zu einer Ideologie. Es scheint so, als würde hier die antagonistische Totalität der gesellschaftlichen Verhältnisse im Kapitalismus, das antagonistische Wesen des unversöhnten gesellschaftlichen Ganzen ontologisiert und als damit unhintergehbar gesetzt (Dahlmann 2000), eine Vorstellung gegen die sich die ältere kritische Theorie nahezu bis zur Verzweiflung gewehrt hat. Es wäre wohl davon auszugehen, dass eine bestimmte Unerkennbarkeit und damit auch ein Moment des Konflikts ein Element des Sozialen ist und bleiben wird, was aber einer auf Vernunft beruhenden Einrichtung dieser Verhältnisse nicht grundsätzlich entgegenstehen müsste. Die Möglichkeit einer Erkennbarkeit und Gestaltbarkeit gesellschaftlicher (Natur)verhältnisse dagegen prinzipiell aufzugeben, hieße sich freiwillig vollends dem unerkannten Zwang der „zweiten Natur“ zu unterwerfen, der aus der wertvermittelten Form der Naturverhältnisse, der Naturbeherrschung, hervorgeht (Görg 2003). Notwendig erscheint es stattdessen einen Raum für das Reflexive zu eröffnen, der die Reflexion über das gesellschaftliche Verhältnis unter Einbeziehung ihrer grundlegenden ideologischen Formierung durch die Wertform im Sinne einer Dialektik der Aufklärung (Horkheimer/Adorno 1996) ermöglichen würde. Dimensionen des Ideologischen und Dimensionen der Negation Der Maßstab, woran zu messen wäre, ob soziale Bewegungen die von Blühdorn postulierte Funktion einer wesentlichen Ressource für die Stabilisierung des bestehenden, nichtnachhaltigen kapitalistischen Gesellschaftsmodells übernehmen, oder ob sie zu einer Transformation beitragen können, die dieses Gesellschaftsmodell tendenziell zu überwinden in der Lage wäre, bestünde dann darin, ob sie die grundlegende ideologische Form, Ideologie an und für sich, einbeziehen, oder sich nur auf die Verschiebung von Kräfteverhältnissen, d.h. die Formen von Ideologie an sich und Ideologie für sich, beschränken. Christoph Görg unterscheidet in Bezug auf die Konstitution sozialer Bewegungen zwei Dimensionen der Negation der vorgegebenen sozialen Ordnung: die Dimension des Protestes und die Dimension des Konfliktes (Görg 1992). Die Dimension des Konflikts bewegt sich dabei innerhalb eines Systems und stellt dessen Geltung nicht prinzipiell in Frage. Die Dimension des Protestes ist dagegen genau gegen diese Beschränkung der Konfliktdimension gerichtet, d.h. gegen die Regeln bzw. Strukturen des politischen Systems, innerhalb derer der Konflikt angesiedelt ist. Beide Dimensionen zusammen bilden die widersprüchliche Konstellation, aus der heraus die Konstitution sozialer Bewegungen resultiert. Entscheidend scheint mir dabei, dass Görg zufolge ohne die Dimension des Protestes ein möglicher emanzipativer Gehalt, ein über die unmittelbare Situation des Konflikts hinausgehender Handlungssinn, nicht erkennbar wäre. Dies bedeutet, dass ein gesellschaftstransformierendes Potential von sozialen Bewegungen und damit ein Potential zur Überschreitung der gesellschaftsstabilisierenden bzw. -reproduzierenden Funktion nur dann gegeben wäre, wenn die grundlegenden ideologischen Strukturen der Gesellschaft in Frage gestellt werden. Slavoi Zizek sieht nun genau dies, d.h. die Veränderung des Rahmens, der festlegt, wie die Dinge funktionieren bzw. der Parameter dessen, was als in der existierenden Konstellation möglich betrachtet wird, als kennzeichnend für wirkliche Politik, im Gegensatz zu Postpolitik, an (Zizek 2001). Postpolitik versucht gerade die Dimension des Protestes bzw. die Infragestellung der grundlegenden ideologischen Formierung zu verhindern, indem spezifische Inhalte der Konfliktdimension durch Experten bearbeitet werden sollen. Wird eben diese Dimension von der Politik ausgeschlossen, wird dies aber zum Ausgangspunkt praktisch unabschließbarer 6

ideologischer Kämpfe auf der sekundären Ebene, da die zugrundeliegende grundsätzliche Problemebene der wertvermittelten Form kapitalistischer Gesellschaftlichkeit, auf der einzig tatsächlich transformative Schritte möglich wären, nicht erreicht wird. Dies würde bedeuten, soziale Bewegungen, die auf eine Transformation der gesellschaftlichen (Natur)verhältnisse ausgerichtet wären, müssten sich auf die Kritik der politischen Ökonomie beziehen. Einzubeziehen wäre dabei auch eine Kritik der kapitalistischen Subjektkonstitution, die davon nicht zu trennen ist. Eine Rolle spielt dabei auch der Begriff der imperialen Lebensweise (Brand/Wissen 2011), der aber nur einen Teil erklären kann, da den kapitalistischen Gesellschaftsverhältnissen und ihrer Prägung letztlich alle, Elite, Mittelschicht und Subalterne, unterworfen sind. Es wäre dabei davon auszugehen, dass die gesellschaftlichen Widersprüche sich im kapitalistisch konstituierten Subjekt nicht vollständig ausschließen lassen, sondern eben auch Teil der Entstehungsbedingungen sozialer Bewegungen sind. Diese würden sich demnach nicht vollständig im Sinne der Reproduktion der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse interpretieren lassen, wie bei Blühdorn, sondern wären auch als Ausdruck des Selbstwiderspruches kapitalistischer Gesellschaftsverhältnisse zu verstehen (Görg 1992). Die kritische Theorie, hier insbesondere in der Gestalt Adornos, weist zwar einerseits auf die totale Integration der Individuen innerhalb der kapitalistischen Vergesellschaftung hin. Andererseits bleibt, worauf Görg (ebd.) hinweist, für Adorno eine Nicht-Identität des Individuums mit dem gesellschaftlichen Prozess bestehen (Adorno 1979). Dies deutet auf die Aktualität eines dialektischen Verständnisses der Vermittlung von Sozialstruktur und Subjektivität hin (Görg 1992), d.h. von Konstellationen der Bestimmung und Selbstbestimmung. Hierbei wäre auch zu berücksichtigen, dass kapitalistische gesellschaftliche Verhältnisse grundlegend auf dem Prinzip der Exklusion beruhen und damit, phasenweise zwar unterschiedlich, aber immer auf irgendeine Weise mehr oder weniger Ausgeschlossene produzieren (Agnoli 2000, Blühdorn 2003, Souza 2008). V. Literatur Adger, W.N. (2000). Social and ecological resilience: are they related?. Progress in Human Geography 24 (3): 347-364 Adorno, T. W. (1979): Soziologische Schriften 1, Frankfurt/M. Adorno, T. W. (1992): Negative Dialektik. Frankfurt/M. Agnoli, J. (1990): Die Transformation der Demokratie und andere Schriften zur Kritik der Politik. Freiburg. Agnoli, J. (2000): Die Transformation der Linken. Der Lange Marsch von der Kritik des Politischen zum Glauben an den Staat. Ein Versuch über Dritte Wege, den Weltmarkt und die Aktualität der Utopie. In: Die Zeit, 17. Februar 2000, Hamburg. Althusser, L. (2010): Ideologie und ideologische Staatsapparate. In: Althusser, Louis (2010): Ideologie und ideologische Staatsapparate. Hamburg. Althusser, L. (2011): Für Marx. Frankfurt/M. Altvater, E. (2005): Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kannten. Eine radikale Kapitalismuskritik. Münster. Altvater, E. (2009): Die globale Krise des gegenwärtigen Kapitalismus im Licht der Marx’schen Kritik der Politischen Ökonomie. politische bildung 3/2009. Badiou A., J. Ranciere (1997): Politik der Wahrheit. Wien. Badiou, A. (2008): Live Badiou – Interview with Alain Badiou, Paris, December 2007. in: Feltham, O. (2008): Alain Badiou – Live Theory. London. 136-139. Barrett, M. (1994): Ideology, Politics, Hegemony: From Gramsci to Laclau and Mouffe. In: Zizek, S. (edt.) (1994): Mapping Ideology. London, New York: 235-264. Bauman, Z. (2000): Die Krise der Politik. Fluch und Chance einer neuen Öffentlichkeit. Hamburg. 7

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