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Inkjetdruck Papierstrich und Tonwert

Beim Drucken auf mehrfach gestrichenem Papier erscheint jeder einzelne Druckfarbenpunkt schärfer als auf einfach oder ungestrichenen Druckträgern. Diese Tatsache ist allgemein bekannt. Die Bedeutung dessen wird aber häufig unterschätzt. Streichen ist keine Erfindung der jüngeren Vergangenheit. Schon lange vor der Erfindung des Buchdrucks wurde Pergament gestrichen, um die Oberflächenqualität zu verbessern. In den "Druckereien" des Mittelalters, die damals in den Klöstern angesiedelt waren, trugen die Mönche eine dünne Schicht Gips auf ihre Manuskripte auf, wenn sie eine Seite mit mehrfarbigen Malereien verzieren wollten. Dadurch wurden die Farben des Bildes leuchtender und erhielten einen Glanz, der ansonsten nicht hätte erzielt werden können.

Derselbe Grundsatz ist auch heute noch gültig. Eine gestrichene Druckoberfläche ist weniger porös, wodurch eine höhere Punktschärfe erzielt wird. Die Druckfarbe wird daran gehindert, in die relativ geschlossene Oberfläche einzudringen, was zu einer höheren Weiße und verbessertem Tonwertzuwachs führt. Bei der Konzeption von gestrichenen Papieren für digitale Inkjet-Druckmaschinen müssen mehrere Herausforderungen gemeistert werden. Die auf diesen Druckmaschinen verwendeten Druckfarben sind wasserbasiert. Grundsätzlich vertragen sich Papier und Wasser aber nicht sehr gut. Eine adäquate Verwendung von gestrichenem Druckpapier in einer digitalen Inkjet-Druckmaschine erfordert ein besseres Verständnis der Optionen und Einschränkungen der inhärenten Prozesse von allen Beteiligten – den Papierherstellern, Druckmaschinenherstellern, Druckfarbenproduzenten und Grafikern. Digitale Hochleistungs-Inkjet-Druckmaschinen werden in Zukunft eine wichtige Rolle in der grafischen Industrie spielen. Aber die Technologie muss von allen Beteiligten entsprechend berücksichtigt werden. Papierhersteller müssen das richtige Verhältnis zwischen Oberflächen-Porosität und Glanz finden; das erfordert kreative Lösungen für ein Puzzle, das ansonsten unlösbar wäre.

Das digitale Universum des Papier- und Druck-Know-hows 21/06/13 ● www.sappi.com/houston

Inkjetdruck Papierstrich und Tonwert
Druckmaschinenhersteller und Druckfarbenproduzenten müssen dafür sorgen, dass die auf das Papier aufgebrachte Wassermenge reduziert wird. Grafiker müssen sich bewusst sein, dass die spezifischen Eigenschaften des digitalen Inkjet-Druckverfahrens ihre Kreativität einschränkt. Vierfarb-Volltonflächen sollten vermieden werden; bei der Farbintensität sind Kompromisse unumgänglich. Die Bilder – beide vom selben Druckbild – zeigen den Tonwert-Unterschied bei unterschiedlich gestrichenen Papieren. Rechts ein pigmentiertes Papier und links ein mehrfach gestrichenes Papier. Das Druckprofil und die Druckfarbenmenge sind in beiden Fällen gleich.

Das digitale Universum des Papier- und Druck-Know-hows 21/06/13 ● www.sappi.com/houston