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Katherina Standharinger

Chemie für Ahnungslose
Katherna Standharinger
Dickenreiser Weg 48
87700 Memmingen
kstandharinger@web.de
Katherna Standharnger wurde 1959 im bayersch­
schwäbischen Memmingen geboren. Dor schLoss sie
i m Jahr 1978 die Schuleit mit dem Abitur ab. Nach
dem Lehramttudium für BioLogie und Chemie an der
Ludwig-Maxi mi lan-Universität i n München und dem
staatLichen Vorbereitungsdienst für das Lehramt am
Gymnasi um beendete sie i hre Ausbildung i m Jahr
1988. Si e unterrchtete seitdem i n München, Kauf­
beuren, Füssen und Memmingen. Während einer Fa­
milienpause verste sie die nChemie für Ahnungs­
LoseN.
Bibliograshe Inforaton Dr Dutchen Natonalbbliotek
Die Deutche Nationalbibliothek vereichne diese Publikation in der Deuthen Natonalbibliorafe;
deamiere bibliografsche Daten sind im Internet über ht://dnb.d-nb.de abrfar.
1. Aufage 2000
2. Aufage 2002
3., unverändere Aufage 2003
4., korgier Auflge 200
5., unverändere Aufage 2005
6., korgier und ereitere Aufage 2008
7. Aufage 2010
ISBN 978-3-7776-1792-3
Jede Vererng des Werkes auSerhat der Grenzen des Urheberrehtgete ist unzulässig und strafar.
Dies gilt insbesondere fr Übertung, Nachdruck, Mikrverlmung oder vergleichbare Verahrn sowe fr
die Speicherung in Datenverrbeitungsanlagen.
© 2010 S. Hirel Verlg, Birenwaldstraße 4,70191 Stuttgar
Pnntd in Gerany
ww.hireLde
Sat: Cludia Wil, Stuttgar
Druck: Djurcic, Schorndor
Umschlaggestltung: deblik, Berin
v
Voror
Wie bite? Eine Chemieprüfng muss ich machen? Von Chemie hatte ich doch schon
i n der SchuLe kei ne Ahnung!
Immer wieder mischt si ch mi t diesem Aufchri ei n besonderes Enteten i n die
Unsicherheit, die die meisten Studienanfnger ohnehi n schon empfnden, wen n sie
i m AnschLuss an den gewohnten schuLischen Ablauf oder nach einer Phase der
Berufstätigkeit ei n Universitäts- oder FachhochschuLstudi um aufnehmen: Denn
tatsächLich verangen die meisten naturissenschafLich oder technisch ausgerch­
teten Studienfächer i m VerLauf des Studienganges ei ne oder gar mehrere schrf­
li che Prüfngen in Chemie.
Studenten, die Chemie im Nebenfach beLegen müssen, können in der Regel ver­
hältnismäßig wenig Engagement für dieses Fach aufbrngen, da die vorrangigen
Hauptächer die meiste Energie während des Semesters beanspruchen: Die Vor­
bereitungen auf die Chemieprüfng müssen of i nnerhalb ei ner sehr engen Zeit­
spanne erolgen, wobei sich dan n "ALtlücken" aus der Schulzeit ganz besonders
schmerlich bemerkbar machen .
Doch auch Studenten der Chemie im Hauptach sind of mit dem Tempo der Wis­
sensvermittlung stark geforder und wünschen sich ei n überschaubares Nachschla­
gewerk für ganz grundlegendes Wissen.
Das vorLiegende Buch behandeLt di e fachLichen Grundlagen der Chemie, wi e sie
von ei ner Universität oder FachhochschuLe als selbstverstndliches, in jeder wei ­
terührenden Schule obligatorsch erworbenes Wissen vorausgeset werden. Es
rchtet sich demnach an alLe Studierenden oder Schüler, die entweder das che­
mische Basiswissen mit mögLichst gerngem zeitLi chem Aufand erarbeiten oder
gezieLt einzelne grundLegende Detai l nachschlagen woLLen.
Es i st das Hauptanliegen des Buches, verständliche Erklärungen anzubieten, an­
dererseit wurde ganz bewusst ei ne möglichst knappe Ar der DarstelLung gewählt,
um zeitLiche Engpässe zu berücksichtigen. Wichtige und i n der chemischen Praxis
häufg gebrauchte Verbi ndungen wurden mit Namen und Formel i n die Erklärungen
ei nbezogen, um stofli che Bezüge zu schafen. Vom Schuluch unterscheidet sich
dieses Buch dadurch, dass die chemischen Zusammenhänge nicht über den Veruch
erschlossen, sondern al solche ohne Umschweife präsenter und erklär werden.
Zu den obligatorisch i n den Prüfngen abgefagten Anwendungen des Wissens
zur Stöchiometre, zu den Säure-Base- sowie den Redoxreakonen fnden sich aus­
gewähLte
Ü
bungsaufgaben unterschiedlichen Schwiergkeitsgrades. Die ausführ­
lichen Lösungen sollen das Einüben ei ner korrekten schrfLi chen Formulierung che­
mischer Sachverhalte unterstüten.
Chemisches Vorwssen ist für die Arbeit mit dem Buch von großem Nutzen, je­
doch nicht unabdingbare Voraussetung - es soLL auch dem echten Neulng den Ei n­
stieg ermögLichen.
Di e große Nachfrage, Beweis für di e Notwendigkeit, dieses Buch zu verfassen
und zu verlegen, machte ei ne Neuauflage erorderlich.
Memmingen, i m Herbst 2009 Katheri na Standhari nger
VII
Inhaltverzeichnis
Voror ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø V
1 Einführng ........................................... .
2 Übersich über de Aggratustnde ........................ .
3 Stofe. Gemische. Renstofe. Elemente ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
4 Die Einteilung der Reinsofe - einige wchtge Berfe ø .. ø ø ..... ø . 2
5 Elemente und ihre Symbole .. ø . ø .. ø ø ... ø ø ø . ø .. ø ... ø ø ..... ø . 3
5.1 Die ersten zwanzg Elemente (Ornungszah/1-20) ø ø ø ø • ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø 3
5.2 Weitere wichtge Elemente .... ø o ... ø ø ø .. ø ø ø . ø . ø ø ..... ø .... ø . 4
6 Der Bau des Atoms . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
6.1 Das Kern-HüLLe-Modell ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
6.2 Bestandteile von Atomkern und Elekronenhülle . ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
6.3 Der Bau des Atomkerns bei den einzelnen Elementen . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
6.3.1 Protonen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
6.3.2 Neutronen und Isotope ø ø .... ø ø ..... ø .. ø ø ø . ø . ø ø .......... ø o 7
6.3.3 Schreibweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7 Das Shalenmodell der Atomhülle ... ø ø ... ø ø ø .. ø . ø ø ø . ø ø ... ø . ø . 8
7.1 Die Besetung der Energiestufn mit Elekonen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
7.2 Die Verwendung des Perodensystems der Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
B Grundlagen des Orbitlmodells ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 12
8.1 Energiestufen und Enerieniveaus ø ø ... ø .. ø ø ø ø ........ ø . ø .... ø ø 12
8.2 AtomhüLLen mit mehreren Elekronen ... ø ... ø ø ø .. ø . ø ø ø . ø ø ..... ø . 12
8.2.1 Die Nebenquantenzahl l . ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 13
8.2.2 Elekronenanzahl auf den Unterniveaus ø ø ... ø ø ø . ø ø . ø .... ø ..... ø . 14
8.2.3 Die magnetsche Quantenzahl m ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø • ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø 14
8.2.4 Die Spinquantenzahl s . ø ø .... ø ø ... ø . ø .. ø ... ø . ø ø .......... ø ø 15
8.2.5 Zusammenfassung ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 16
8.3 Atomorbitle .. ø ø ... ø ø .. ø . ø o . o .. ø .....ø .... ø .... ø ..... ø ø 16
8.3.1 Atomorbitle und Kästchenschreibweise ø ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 16
8.3.2 Die Reihenfolge der Oritalbesetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 17
8.3.3 Die Elekronenkonfguration in der Kästchenschreibweise ø ..... ø ...... 18
8.3.4 Die Elekronenkonfguraton in der Kurschribweise . . . . . . . . . . . . . . . .. 2 0
g Ionen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 2 1
9.1 Die Ionisierngsenergie ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 2 1
9.2 Die Elekronenafnität . ø ...... ø ... ø ... ø ø .......... ø .. ø .... 2 1
9.3 Die Ionisierng des Aluminium-Atoms .. ø ø .. ø ... ø ø ø ...... ø . ø .... 2 2
9.4 Schreibweise .... ø .. ø ø ...... ø .. ø . ø ...... ø . ø ø .... ø ....... 2 2
9.5 Zusammenfassung und wichtge Fachbegrfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 2 3
10 Das Reakonsschema ø ø ø .. ø ø .... ø ø ... ø ø ø ø . ø ø .. ø . ø ø ... ø ø ø . 2 3
11 Das Geset von der Eraltng der Masse ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 2 4
VIII
Inhaltvereichnis
12 Chemsche Gleichungen o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 2 4
1 2.1 Ihre Aufgabe i n der Chemie ................................. 2 4
1 2.2 Die Formeln chemischer Verbi ndungen - der Molekülbegrf ............ 2 5
1 2.3 Das .Auftellen" von chemischen Gleichungen o . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 26
1 2.4 Übungen o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 27
13 Enerebetiligung bei chemischen Reakonen. o . . . . . . . . . . . . . . . .. 2 9
1 3.1 Beispiele . o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 2 9
1 3.1.1 Die Knallgasreakon ...................................... 2 9
1 3.1.2 Die Zerlegung von Wasser mitels Gleichstrom ..................... 3 0
1 3.2 Die exotherme Reakion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 3 0
1 3.3 Die endotherme Reakion o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 3 0
1 3.4 Die Reakonsenthalpie tHR • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • 3 1
14 De atomare Masseneinheit u o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o 3 2
15 De Masse von Molekülen o o o o o o o .. o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o 3 2
16 Das Mol o o o o o o o o . o o o o o o o o o o o . o . o o o o o o o o o o o . o o o o o o o o o o o 3 3
17 De Avogadro- oder Loschmidtsche Zhl o o o o o o o o o . o o o o o o o o o o o o . 3 4
18 Stofengen und Stoforonen o o o o o o o o o o o o o o o . o o o o o o o o o o o o 3 4
19 Das molan Volumen o o o o o o o o o o .. o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o 3 5
20 De verchiedenen Aussagen chemischer Gleichungen o . . . . . . . . . . . .. 36
21 Gebruchliche stöchiometrsche Größen und Formel o o o . . . . . . . . . .. 37
22 Dezmale Vielfache und Teile von Einheitn o o o o o o o . o o o o o o o o o o o o o 38
23 Stöchiometsche Berechnungen und Übungen o . . . . . . . . . . . . . . . . .. 38
2 3.1 Ti pps zur systematischen Vorgehensweise o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 3 9
2 3.2 Beispiele für i mmer wederkehrende stöchiometrsche Berechnungen o . . . .. 40
24 De Elementruppen des "verkürn" Perodensysems. o. . . . . . . . . .. 4
2 4.1 Die Hauptgruppen o . o . o o o o o o o ... o o o o o o o o o o o . o o o o o o o o o o o o o 4
2 4.2 Kurcharakterstik der Hauptgrppen o o . o o o o o o o o o o . o o o o o o o o o o o o o 4
25 De Bindungswergkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 46
2 5.1 Defniton der stöchiometrschen Wergkeit ...................... 47
2 5.2 Praktsche Anwendung .................................... 48
26 Edelgaskonfgurton und Oktetregel o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 49
26.1 Die Elektronenkonfguraton der Edelgase o o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 49
26.2 Das Elektronenoktet o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 50
26.3 Die Valenzelekronen . o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 5 1
26.4 Ausblick auf die Vorgänge in den Elekronenhüllen während chemischer
Reakonen ............................................ 5 1
26.4.1 Alkalimetalle . . o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 5 2
26.4.2 Erdalkalimetalle . o . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 5 2
26.4.3 Halogene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 5 2
27 Sale o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o 5 3
27.1 Bedeutung der Sale ...................................... 5 3
In naltverzech n;s I
27.2
27.2.1
27.2.2
27.3
27.3.1
27.3.2
27.4
27.5
27.5.1
27.5.2
27.5.3
27.6
28
28.1
28.1.1
2 8.1.2
28.2
28.3
28.4
29
2 9.1
2 9.2
2 9.3
30
3 0.1
3 0.2
31
3 1.1
3 1.2
3 1.3
3 1.4
32
3 2.1
3 2.2
3 2.3
33
3 3.1
3 3.1.1
3 3.2
3 3.3
3 3.4
3 3.4.1
3 3.4.2
3 3.4.3
Leithigkeit von Salzlösungen ø ø .. ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø . ø ø ø ø ø ø ø e e . ø 5 4
Leithigkeitsprüfer ø ø ø ø .. ø ø ø . ø ø ø ø ø .. ø ø ø ø ø . e ø ø . ø ø ø ø ø ø ø e e .. 55
FoLgerungen aus der Leitähigkeit einer Salzlösung oder -schmelze . ø ø ø ø e ø 5 5
Bindungsverhältnisse und räumLiche Strkuren i n Salzen . ø . . . . . . . . . . .. 56
Die Ionenbi ndung ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 56
Das Ionengiter e ø ø e ø o ø . ø ø o ø ø ø e o o ø ø ø ø o ø ø ø e ø ø .. ø ø ø o ø ø ø ø a e ø 56
Chemische Formeln fr Salze ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 57
Wichtige Sale i n der anorganischen Chemie . ø ø ø ø . ø e . ø . ø ø ø ø ø . ø e ø e ø 58
Salze der Hauptgruppenelemente aus ei natomigen Ionen ø . . . . . . . . . . . .. 58
Salze mit wechseLnden Werigkeiten ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 58
Salze mit mehrtomigen Ionen ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø . ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø e ø e ø 59
Eigenschafen von Ionenverbi ndungen ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 60
Die Atombindung . ø ø ø ø .. ø ø ø . ø ø ø ø ø .. ø ø ø ø ø ø ø ø ø .. ø ø ø ø . ø e e e . 61
Die Valenzstrchfrmel ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 61
LEWIS-Formeln der Elemente Wasserstof, Sauertof, Stcktof und Fluor e .. 61
Nicht bindende Elektronenpaare ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø e e ø ø 62
Bindungsverhältnisse und PSE a m BeispieL der zweiten Perode ø . . . . . . . .. 62
Beispiele ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 63
Zusammenfassung ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 64
Damant und Graphit - Moifkatonen des Kohlensof. ø . . . . . . . . . .. 65
Atomgitter ø ø e e ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø e e ø ø 65
Modi fkationen eines Elementes ø ø ø ø ø ø ø ø ø . ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø e e ø ø 65
Diamant und Graphit im Vergleich • ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø 65
Die Elekroneatvtt ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø • 66
Elektronegativitäten und PSE ø ø ø .. ø ø ø ø .. ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø . ø ø ø e ø 67
Elektronegativtät und Reakivtt ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 68
Die polare Atombindung ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø • 69
Die Bindung im Chlorassertofmolekül ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø • 69
Die Bindungen im Wasserolekül ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø • 69
Die Bindungen im Ammoniakmolekül ø ø ø ø .. ø ø ø ø . ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø . ø e e . ø 7 0
Moleküle mit polaren Bindungen ohne Dipoleigenschafen ø . . . . . . . . . . .. 7 0
Der räumliche Bau von Molekülen ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø e e ø ø 7 0
RegeLn zur Ermitlung de Molekülbaus ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø • 7 0
MoleküleispieLe mit ver Elekronenpaaren ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø • 7 1
Übersicht über geometrische Formen i n Molekülen ø . ø e ø ø ø . ø ø ø ø . ø e e . ø 7 2
Wechselwrkungen zschen Stofeilchen ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 7 2
Van-der-Waal-Kräfe . ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 7 3
Van-der-Waal-Kräfe am Beispiel der HaLogene ø ø ø ø ø e ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø e e ø ø 7 3
Wasserstofrückenbindungen . ø ø • ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 4
DipoL-Di poL-Wechselwrungen ø ø o ø ø ø ø ø .. ø ø ø ø ø ø e ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø e e . 7 4
Lösungsvorgänge und LösungsmiteL ø ø ø ø .. ø ø ø ø . ø e ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø e . 7 5
Wasser als Lösungsmittel fr Salze o ø ø ø ø ø . ø ø ø ø ø . ø ø ø ø . ø ø ø ø ø . ø ø ø ø 7 5
Unpolare LösungsmiteL ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Zusammenfassung und Fachausdrücke ø ø ø ø ø ø ø ø ø . ø ø ø ø . ø ø ø ø ø ø ø e e ø 76
x
34
35
36
3 6.1
3 6.1.1
3 6.1.2
3 6.2
3 6.2.1
3 6.2.2
37
37.1
37.2
37.2.1
37.3
37.3.1
37.3.2
37.4
37.5
37.6
37.7
37.8
37.9
37.10
37.10.1
37.10.2
37.11
37.12
37.12.1
37.12.2
37.12.3
38
3 8.1
38.2
38.3
38.3.1
38.3.2
38.3.3
38.3.4
38.3.5
38.3.6
Inhaltereichnis
Massenantel und Volumenanteil .......................... .
De Stofengenkonzenmton ............................ .
Da Aufspalten von Atombindungen ........................ .
Homolyse ........................................... .
Der Reaktionsmechanismus der Chlorasserstofertellung .......... .
Zusammenfassung und Fachbegrfe .......................... .
Heterlyse ........................................... .
Reaktion zschen Chlorasserstof und Wasser .................. .
Zusammenfassung und Fachbegrfe .......................... .
Protonenübrgänge .................................... .
Grndlegendes zu Säuren und Basen .......................... .
Die Säure-Base-Reakton ................................. .
Beispiele ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø ø
Ampholye .......................................... .
Wasser - Ampholy und Lösungsmitel ........................ .
Ander Ampholyte ..................................... .
Die Stärke von Säuren und Basen ............................ .
Saure und alkalische Lösungen ............................. .
Der Neutralpunk einer Lösung ............................. .
Der pH-Wer .......................................... .
Zusammenhänge zwschen der Oxoniumionenkonzentration c(HJO+)
und der Hydroxidionenkonzentration c(OW) .................... .
Indikatoren .......................................... .
Die Neutralisatonsrakion ............................... .
Die Bedeutung der HJO+ - und OW -Ionen ....................... .
Salzbildung durch Neutalisaton ............................ .
De Säure-Base-Titrtion ................................. .
De Berechnungen zur Säure-Base-Titrton ..................... .
Grundlegende Betrachtungen .............................. .
Aufgaben ........................................... .
Lösungen ........................................... .
Elekronenüberinge .................................. .
De Bedeutungsentwcklung der Begrfe Oxidaton und Redukon ..... .
Einige tpische Redoxreakonen ............................ .
Formaler Umgang mit Redoxvorgängen ........................ .
Grundsätzliches ....................................... .
Oxdationszahlen ...................................... .
Übungen zur Erittlung von Oxidationszahlen ................... .
Oxidationszahlen in sauerstofaltgen Salzen ................... .
De Erstellung von Redoxgleichungen ......................... .
Das .AufteUen von Redoxgleichungen" an Beispielen .............. .
77
78
78
7 9
7 9
8 0
8 0
8 0
8 1
8 1
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8 3
8 3
8 4
8 4
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9 3
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100
100
100
10 2
10 3
10 4
105
Wetterihrende Litratur. ø . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 110
StchworereIchnis ........................................... 111
1 Einführung "2
Ü
bersicht über die Aggrgatustände
1 Einführung
Zunächst stellt sich die Frage:
Was ist eigentlich Chemie?
1
Man kann bei ei ner chemischen Reakton mit den Si nnen Veränderungen wahrneh­
men. Zunächst bleibt jedoch verborgen, was genau geschieht. Dieses zu erorschen
ist das Aufabengebiet der Chemie.
Die Chemie ist ei ne exakte Naturssenschaf, d. h. die Fragestellungen werden
durch Epermente und Messungen gelöst.
Der Forschungsgegenstand ist der Stof und sei ne Veränderngen bei che­
mischen Vorgängen :
• Die Chemie i st die Lehre von den Stofen und den Stofänderungen .
• Soweit sich die Physi k mit den Stofen befasst, untersucht sie Zustände und Zu­
standsänderungen .
2 Übersicht über die Aggregatustände
Stofe können in drei Aggregatuständen vorkommen: festg füssig, gasförig.
Die Begrfe Schmelen, Ertaren, Verdampfn, Kondensieren, Sublimiern und Re­
sublimieren bezeichnen die
Ü
bergänge zwischen den Aggregatzuständen .
Beispielsweise versteht man unter einer Sublimaton den
Ü
bergang fs ¯ gas­
förig, wie es z. B. beim Trocknen gefrorener Straßen möglich ist.
Der Vorgang in der umgekehren Richtung ist die Resublimaton und geschieht
bei der Bi ldung von Raureif.
sublimieren
I
schmelen
I I
verdampfen
I
I
fst füssig
gasfdrmig
I
I
erstarren
I I
kondensieren
I
resublimieren
Abb. 2. t: Die Aggrtnde und ihr
U
berän
Der
Ü
bergang fest - füssig - gasfrig erolgt unter Eneriezufhr
Der
Ü
bergang gasförig - füssig - fet geschieht unter Entug von Energe.
Es geLten foLgende Abkürungen: (g) - gasförmig, (L) - flüssig, engL Liquid, (s) - fest, eng I. soLid
2 3 Stfe Gemi,che, Rein,tof, Elemente "
4
Die Einteiwng der Rein,tof
3 Stofe, Gemische, Reinstofe, Elemente
Früher glaubte man, die verschiedenen ..tofeN, wie auch i hre Eigenschafen, seien
das Ergebnis unterschiedlicher Mischungen von Feuer, Wasser, Erde und Luf.
Heute ordnet man die Stofe aufrund i hrer chemischen Zusammensetung ei n:
Tab. 3. 1 : Eintung der Stfe
Stof
(Stof. )Gemisch
Reinstofe
Verbi ndungen
Elemente
bezichnet Jegliche Ar von Matere
kann durch verschiedene phyikaLische bz. chemische
Maßnahmen in seine BestandteiLe (Rei nstofe) zerleg
werden
sind chemische Verbi ndungen bzw. Elemente
besehen aus zei oder mehreren chemischen ELementen,
die über chemische Bindungen verknüpf sind
sind mit den gängigen chemischen Methoden nicht weiter
zerlegbar
4 Die Einteilung der Reinstofe -
einige wichtige Begrfe
I
• Reinsofe sind chemisch rei ne Substanzen, d. h. sie sind nicht mit anderen
Stofen vermischt.
Sie besitzen bei gleichblei benden äußeren Bedi ngungen (Drck, Tempertur) i m­
mer di e gleichen Eigenschafen, we Siedepunkt, Schmelpunk, Dichte usw.
• Sowohl chemische Verbindungen al auch chemische Elemente sind Rei nstofe.
Abb. 4.1: Was snd Rei nsof?
• Rei nstofe, die Verbindungen si nd, können durch spezi elle chemische Maßnah­
men noch weiter zerlegt werden.
Durch diese Zerlegungen enttehen im Endefek die an ei ner Verbi ndung betei­
ligten Elemente.
• Rei nstofe, die bereits Elemente sind, können nicht weiter zeregt werden.
5 Elemene und ihre Sybole 3
5 Elemente und ihre Symbole
Das heute gebräuchLiche FormeLytem, das den einzeLnen Elementen KürzeL aus ei ­
nem oder zwei Buchstaben zuweist. geht auf den Chemiker Bere/ius zurück, der da­
mit eine interatonal verendete chemische Zeichensprache schuf:
Jedes chemische Element erhieLt ei n SymboL, das von sei nem Latei nischen oder
grechischen Namen abgeLeitet wurde.
NachfoLgend werden die gebräuchlichsten und am häufgsten verendeten ELe­
mentsymboLe vorgesteLLt deren sichere Beherrschung für ei ne weitere eroLgreiche
Beschäfigung mit chemischen Grundlagen absoLut erorderlich ist.
5. 1 Die erten zwanzig Elemente (Ordnungszahl 1-20 )
Tab. 5. 1: De Symbole de eren zanzg Elemene
H Wassertof
He Helium
L lithium
Be Berllium
B Bor
C Kohlenstof
N Sticktof
0 Sauerstof
F Fluor
Ne Neon
Na Natrium
Mg Magnesium
Al Alumi nium
51 Silicium
p Phosphor
5 Schwefl
Cl Chlor
Ar Argon
K Kalium
Ca Calcium
4 5 Elemente und ih" Symbole
5. 2 Weitere wchtge Elemente
Die nachstehend genannten Elemente werden erhrungsgemäß häufg bei der Be­
handlung chemischer Grundlagen gebraucht. Die Zahl i n Klammern bezeichnet je­
weils die Ordnungszahl. Im PSE (Perodensystem der Elemente) steht sie links un­
ten neben dem Elementymbol.
Tab. 5.2: Symbole und Ordnungszahlen wchger Eement
Cr Chrom (24)
Mn Mangan (2
5)
Fe Eisen (26)
Co Kobalt (2
7
)
Nt Nickel (28)
Cu Kupfr (2
9)
Z Zink (30)
Ir Brom (35)
Ag Siler (4
7
)
Cd Cadmium
(4)
Sn Zi nn (50)
Sb Antmon (51)
I Iod
(
53
)
la Barium (56)
Au Gold (
7
9)
Hg Queckiler (80)
Pb Blei (82)
Ra Radium (8)
Die Symbole werden zum einen dazu verendet, die Elementnamen zu reprä­
sentieren, zum anderen, um Einzelatome ei nes jeweili gen Elementes zu be­
zeichnen.
6 Der Bau de Atoms 5
6 Der Bau des Atoms
Die wesentlichen Aussagen des frühen Dalton-Atommodells, bei dem die Atome al
winzige Massekügelchen angesehen werden, lauten wie folgt:
• Die verschiedenen Elemente bestehen aus klei nsten, bei chemischen Vorgängen
ungeteilt blei benden Atomen.
• Die Atome eines Elementes si nd glei ch. Sie besiten die gleiche Masse.
• Atome verschiedener Elemente si nd verschieden. Sie besitzen unterschiedliche
Massen.
Diese Modellvorstellung wurde i nzwischen erweiter (z. B. kennt man heute zusät­
li ch das Schalen modell, siehe Kap. 7, und das Orbitalmodell. s. Kap. 8) und zum Teil
korrgier.
6. 1 Das Ker-Hülle-Modell
Der Nobelpreisträger Rutherr kam durch sei ne Untersuchungen zu ei ner Modell­
vorstellung für den Bau der Atome, die von einem positiv geladenen Atomkern und
einer negativ geladenen Atomhülle ausgeht.
Abb. 6.1: Ruerr'sdes Atommodell
6. 2 Bestandteile von Atomkern und Elektronenhülle
Mit Hi lfe von Hochspannung lassen sich im Hochvakuum an Atomen Ladungstren­
nungen durchführen, was zu folgender Interpretaton führe:
• Die Atomkerne verei nigen zwei Aren von Nuc/eonen, die pos;tv geladenen Pr­
tonen und die neutrlen Neutronen.
• In der Hülle befnden sich die Elekronen mit i hrer neatven Ladung.
• Protonen, Neutronen und Elektronen bezei chnet man als Elementareilchen.
6 6 Der Bau des Atoms
Elementreilchen Abkürung Ladung
Elekon e- -1 negativ
Proton
p
'
, p +1 positv
Neutron n o neural
Abb. 6.2:
Ü
berscht über die Elementrilchen
Atome sind nach außen hin neutrl, d_ h. ungeladen, also ist di e Anzahl der
Protonen gleich der Zahl der Elektronen.
6.3 Der Bau des Atomkers bei den einzelnen Elementen
6.3.1 Protonen
Die Zugehörgkeit ei nes Atoms zu einem Element ri chtet sich streng nach der
Protonenzahl im Kern!
:
Also steht z. B. fest, dass Atome mit 35 Protonen im Kern auschließlich dem Ele­
ment Brm zuzuordnen si nd.
Die Protonenzahl heißt auch Ornungszahl oder KerladungszahL
Im Perodensystem der Elemente (= PSE) si nd die Elemente nach der stei genden
Protonenzahl i n den jewei ligen Atomkeren angeordnet.
Tab. 6.1: Beisiele fr Protonenzhlen
in den Keren versiedener Element
Element
Protonenzah I p -
Ordnungszahl (OZ)
Wasserstof
Kohlenstof 6
Brom 35
Blei 82
6 Der Bau de Atoms
6.3.2 Neutrnen und Isotope
In den Atomkernen ist die Neutronenanzahl n ungefähr gleich der Protonenzahl p.
Aber:
Die Kerne der Atome eines Elementes (sie besitzen die glei che Protonenzah l p)
kön nen sich in der Zahl der Neutronen n unterscheiden .
7
Man bezeichnet diese unterschiedlichen Atome (Masse! ) als Isotope ei n- und des­
selben Elementes.
Tab. 6.2: Veriedene Isopenaren bei unteriedlicen Elementn
Element H He Li C N 0 F
P
1 2 3 6 7 8 9
n1 < p 0
. . . .
7
a
n2 - p 1 2 3 6 7 8 9
n3 > p 2 3 4 7 8
.
10
n4 > p
. . .
8
. . a
n - Netronenanzahl. p - Protonenzhl
Man unterscheidet Reinelemente. die in allen Kernen dieselbe Neutronenzahl auf­
weisen, von den Mischelementen, die wesentlch häufger si nd und in deren Kernen
sich die Neutronenzahlen unterscheiden .
Die Summe p + n wird al Massenzahl bezeichnet.
6.3.3 Schreibweise
Um auf einen Blick die Kernsituation des jewei ligen Elementes erassen zu können.
wi rd i m PSE nachstehende Schreibweise verwendet:
Massenzahl
p +
n
Ordnungszahl
p
X Elementymbol
8 7 Da Shalnmodell dor Atomhülle
Beispiel:
Massenzhl
6 +6
häufgstes Isotop
Ordnungszhl
6
( Kohlenstof
Abb 6.3: Schribebe
eines Elemens Im Perodensysem
Die Dezi malrüche für die gen aue Massenzahl kommen durch ei ne Durchschnit­
bildung der Massenzahlen "aller" Atome (- Isotope) des betrefenden Elementes
zustande.
7 Das Schalenmodell der Atomhülle
Die Elekronen e- (nachflgend wrd i mmer weder diese Abkürung verwendet wer­
den) ordnen sich in der Elektronenhülle des jeweiligen Atoms nach bestimmten Ge­
setmäßi gkeiten an.
Die Modellvorstellung geht davon aus, dass sich die eneretschen Zustände
(Energiestufen), denen die einzelnen e- zugerdnet sind, zunächst verei nfcht mit
Schalen beschreiben lssen, die konzentrsch um den Atomker angeordnet si nd.
Abb 7.1: Anscht des Schalenmodel
für de eren dr Schalen K L, M
• Bei den schwersten Atomen sind bis zu 7 Eneresen mit e- beset .
• Auf jeder dieser Energiesufen hat eine fsgelegte Zahl von e- "Platt.
7 Das Sclalenmode� der AtnmlU�e
7. 1 Die Besetung der Energiestujen mit Elektronen
Tab. 7.1: Hauptquantnzhlen und dern maxmale Eleknenbstung
I
Beicnung
Haupuantenzahl n
mamale Anzahl
der Schalen von e-
K 1 2
L 2 8
M 3 18
N 4 32
0 5 50
P 6 72
Q 7 98
9
I
Die
Ü
bersicht zeigt, wieviele e
-
jewei ls maimal auf den Schalen K-Q (Hauptquan­
tenzahlen 1-7) Plat fnden könnten, für den Fall, dass diese alle volltändig be­
sett würden.
Dieses ist aber nur bei den Schalen K, L, M, N (Hauptquantenzahlen 1-4) der Fall.
Das bedeutet. es gibt nicht ein Atom, bei dem die 0-, p. oder Q-Schale volländig be­
set ist.
Für die Ermitlung der e--Zahl. die pro Schale prnzi piell möglich ist. gilt die ei n·
fache Formel
2 n2
(n º Hauptquantenzahl).
7. 2 Die Verendung des Perodensystems der Elemente
Das vorn im Buchumschlg abgedruckte Perodensystem der Elemente ei gnet sich
besonders zum Ei nüben der Besetung der Hauptschalen mit e-, da die frbige Un­
terlegung der Elemente di e ..uwei sung der e- zu den jewei ligen Hauptschalenu ver­
deutlicht.
Wi r ernnern uns:
• Die Elemente sind i m PSE nach steigender Ordnungszahl p angeordnet .
• Bei m Element mit der Ordnungszahl p + 1 trt im Kern ei n Proton und in der
Hülle ein e- hi nzu.
• Die Ordnungszahl p gibt somi t auch Auskunf über die Anzahl der e- i n der Hülle
der Atome ei nes Elementes.
10 7 Das ScialenmodeU der AtomiUUe
FoLgende
Ü
berLegungen sollen Klarheit schafen:
• Die K
-
SchaLe fasst 2 e
-
;
sie wird bei den Elementen Wasserstof H und HeLium He beset.
He besit mit sei nen 2 e
-
ei ne abgeschlossene Hauptchale K (siehe auch Aus­
nahme von der Oktetregel, Kap. 26).
Di e der K-Schale zugeordnete Farbe i st blau
- bei den blau unterLegten Elementen wi rd di e K-SchaLe ( Hauptquantenzahl
n=l) mit e
-
beset.
• Die l
-
SchaLe fasst 8 e
-
;
sie wird bei den Elementen Lithium L bis Neon Ne beset.
Allerdi ngs ist auch bei diesen ELementen die K-Scale vorhanden und bereit mit
e
-
besetz. Diese e
-
dürfen auf kei nen FaLL vergessen werden.
Die "neue" SchaLe l umschLießt die K-SchaLe!
Die der L-Schale zugeordnete Farbe ist orange
- bei den orange unterLegten ELementen wird die l-SchaLe beset.
Das Element Ne besitz demzufoLge 10 e-: Zwei e- si nd auf der K-SchaLe, 8 e
-
sind
auf der l
-
SchaLe.
Tab. 7.2: Zuordnun der Hauptquantn:hl zur Farbe im PE
Schale
maxmale
Farbe Bemerkung
e
--lahl
K 2 blau wrd volL bei He
L 8 orang wrd voLL bei Ne
M 18 rot wrd voLL bei Z
N 32 gelb wrd voLL bei Vb
0 (
5
0) lila wrd bis zu 32 e
-
besett (No)
p
(
72) hellgrün wr bis zu 15 e-
besett (Mt)
Q (9
8
)
braun wr nur mit
einem oder zei e-
besett (Fr, Ra)
Die AnzahL und Anordnung der e- auf den SchaLen der Atome ist fr jedes
Element charakerstisch und wi rd als Elekronenkonfguraton bezei chnet.
I
7 Das SchalenmodeU der AtomhüUe 11
Übung:
Tragen Sie i n die folgende Tabelle die Elekronenkonfguration für die Atome der
genannten Elemente ein!
I
Element K-Schale L-Schale "-Schale N-Schale
He
e
F
Ne 2 8 0 0
Na 2 8 1 0
AI
Ar
c
Achtung:
Bei den auf das Ar (Ordnungszahl 18) folgenden Elementen wird mit der Besetzung
"neuer Schalen durch e
-
begonnen, bevor die vorangegangene voll besetzt ist.
So kommt bei m K das neu hinzutretende e
-
auf die N-Schale, obwohl die
M-Schale mit 8 e
-
noch nicht ei nmal zur Hälfe gefllt ist.
Mit wachsender Ordnungszahl werden die Verhältnisse zunehmend unübersicht­
li ch, wobei die "Farbe" des Elementes stet Auskunf darüber gibt, auf welcher Schale
das neu hinzukommende e- eingebaut wird.
Titan im PSE:
rot unterlegt � neues e
-
wi rd auf der M-Schale eingebaut, es i st das zehnte e-
auf
dieser Schale (rote Elementkästchen bis zum Ti abzählen! ) .
Ti besitz jedoch auch bereits zwei e
-
auf der N-Schale (n-4) !
Hi nweis: Periodennummer ( link im PSE) und Hauptquantenzahl n sind gleich!
Tab. 7. 3: Beispele fr Element de rMhm "ic voU besee Shalen besiten.
Element, Ol, Farbe K L M N 0 p Q
TI (22), rot 2 8 10 2
Ag (47), gel 2 8 18 17 2
Pb (82), heUrn 2 8 18 32 18 4
R (88), braun 2 8 18 32 18 8 2
• Vollesetzt Schalen sind grau unteregt.
12 8 Grundlgen des Orbitlmodell
8 Grundlagen des Orbitalmodells
8. 1 Energiestufen und Energieniveaus
Der im Kapitel 7. 1 ( Di e Besetung der Energiestufen mit Elektronen) ei ngeführe
Begrif der Hauptquantenzahl n beschreibt die Besetung der Elektronenschalen
der Atome mit Elektronen (Schalenmodell) auf ei nfache Weise.
Ei ne wesentlich komplexere Sicht auf den Atombau und die Vereilung der Elek­
tronen in der Hülle liefr das so genannte Orbitalmadell.
In ei ner Begrfereiterung werden die Elektronenschalen des Schalenmodells
zu Elektronenniveaus, die die Verhältnisse i nnerhal der jewei li gen Energiestufen
wesentli ch detaillierer beschrei ben.
Die Entwicklung dieses modernen Atommodells stüt si ch auf Expermente mit
Wasserstoftomen, die mittels Lichtenergie angeregt werden (Ermitlung der li ni­
enspktren des Wasserstofs, siehe die Lehrbücher der Anorganischen Chemie oder
die Chemiebücher der gymnasialen Oberstufe) . Hierbei stellte sich herus, dass das
einzige Elektron des Wasserstofatoms nur defniere Eneriebetröge aufni mmt oder
abgi bt. Die zugeführe Energie hebt das Elektron von sei nem Grndzustand auf ei­
nen angeregten Zustand. Genau derselbe Energiebetrag wird weder frei, wenn das
Elektron in sei nen ursprünglichen Zustand zurückfällt. Entsprechend gequantelte
Energiebeträge werden gemessen, wen n das Elektron in ei nen anderen, vom Grund­
zustand abwei chenden Zustand zurückkehr.
Alle Zustände, die das Elektron ei nzuneh men vermag - Grundzustand oder ange­
regte Zustände - nennt man Energieniveaus.
8.2 Atomhüllen mit mehreren Elektronen
Die Atome der höheren Elemente, die im PSE auf den Wasserstof folgen, besitzen
in i hrer Elekronenhülle die i hrer Ordnungszahl p entprechende Elektronenzahl.
Versuche we bei m Wasserstof, die die Anregung der "Mehrelektronensysteme"
durch Lichtenergie untersuchten, lieferen Ergebnisse, die die Grundzustände so­
wie die angeregten Zustände in den Atomhüllen äußerst unübersichtli ch erschei­
nen ließen.
So wurden zur Beschrei bung der Energiezustnde der Elektronen i n Atomhüllen,
di e mit mehr als ei nem Elekron beset sind, neben der Hauptquantenzahl n wei­
tere charakersierende Angaben ei ngeführ.
Es wird nachfolgend nur soweit auf Detail ei ngegangen werden, soweit sie zum
Verständnis der Elektronenbesetung der Energiestufen i m Rahmen des Orbitlmo­
dells erorderich si nd.
8 Grndlgen des Orbitlmodel 13
8.2.1 De Nebenquantenzahl l
Zur Hauptquantenzahl n gibt es jeweils n Were der Nebenquantenzahl L, d. h. die
"Haupttufen" sind mit Ausnahme der K-SchaLe i n Unterniveaus ei ngeteilt:
Tab. 8.1: Anzahl der Unerntveaus In den einzlnen Haupchalen
I
n Schale
zhl der Unerniveaus
(entprcht der Zahl der Were, die die Nebenquantenzahl l
annehmen kann)
1 K nur ei n Niveau
2 l 2 Unterniveaus
3 M 3 Unterniveaus
4 N 4 Unterniveaus
5 0 theoretsch existieren 5 Unterniveaus
(nur 4 werden mit Elekrnen besett)
6 P theoretisch exiseren 6 Unterniveaus
(3 werden mit Elektronen beset)
7 Q theoretsch existieren 7 Unterniveaus
(eines wrd mit Elektronen besett)
Die Nebenquantenzahl L gibt di e AnzahL der mögLichen Unterniveaus einer
Hauptchale n an.
Betrachtet man die Elemente aufteigend vom Rubidi um
3
7 Rb, so fLLt auf, dass die
Hauptchalen O-Q maimal vier mit Elektronen besette Untemiveaus enthaLten.
Di e anderen - theoretisch möglichen - Unterniveaus bLeiben Jeer", d. h. es gi bt
in den Hauptchalen der bisher bekannten Elemente nur bis zu ver verschiedene
Unterniveaus. Die entsprechenden Energiezustnde bekamen die Bezeichnungen
s-Zustand, p-Zustand, d-Zustand und/-Zustand.
Die Elekronen, die di ese Energiezustände annehmen, werden demzufoLge s-, p-,
d- und/-Elekronen genannt.
14 8 Grundlgen des Or!itlmodell
Tab. 8.2:
Ü
berich über eHe Unteneaus der HauptaIen
Hauptchale n
Untemiveaus bzw. Energezustände,
Aren von Elektronen
die mit Elektronen besett werden
K 1 15 nur 5-Elekronen
L 2 25 2p 5- und p-Elektronen
M 3 35 3p 3d 5-, po, d-
Elktronen
N 4 45 4p 4d 4f 5-, po, d- und f-
Elektronen
0 5 55
5
p 5d 5f 5-, po, d- und f-
Elektronen
p 6 65 6p 6d 5-, po, d-
Elektronen
Q 7 75 nur s-Elekronen
8.2.2 Ele/rnenanzahl auf den Untemfveaus
Versuche mit im Magneteld angeregten Atomen ergaben, dass die so, Po, d- und
f- Niveaus jewei l einejetgelegte, maxmale Elektrnenzahl aufneh men können:
Auf dem s-Unterniveau fnden 2 Elektronen Plt,
auf dem p-Niveau 6 Elektronen,
auf dem d
-
Niveau 10 Elektronen und
auf dem f
-
Niveau 14 Elektronen.
8.2.3 De magnetsche Quantenzahl m
Diese Zahl untereilt die So, Po, d- und j-Elektronen der jewei ligen Unterni veaus in
Zweiergrppen. Auch diese Erkenntnis liefren Versuche, die angeregte Atome ei­
nem Magneteld ausseten .
8 Grndlgen des Orbitlmodels 15
Tab. 8.3: Elknenverelung auf den Untereaus aUer Hauptschalen
Schale n
Elektronenzhl Eleknen Zwelerrppen
bel mamaler auf den Untemlveaus (diese Summe ent-
Besetng sprcht der Zahl der
Werte, die m anneh-
men kann)
K 1 2 2 auf 1s 1
l 2 8 2 auf 2s 1+3
6 auf 2p
M 3 18 2 auf 3s 1+3+5
6 auf 3p
10 auf 3d
N 4 32 2 auf 4s 1+3+5+7
6 auf 4p
10 auf 4d
14 auf 4f
0 5 32 2 auf 5s 1+3+5+7
6 auf 5p
10 auf 5d
14 auf 5f
p 6 15 2 auf 6s 1+3+3 '
6 auf 6p
7 auf 6d
Q 7 2 2 auf 7s 1
8.2.4 Die Spinquantenzahl s
Alle Elektronen eines Atoms bewegen sich auf den durch i hren jewei ligen energeti­
schen Zustnd bedi ngten Bahnen um den Atomkern.
Die i n einer "Zweiergruppe" eines Unterniveaus zusammengefasstn Elekronen
sind identsch bezüglich ihrer Hauptquantenzahl n, ihrer Nebenquantenzahl l und der
magnetschen Quantenzahl m.
Beispiel:
2
He besitzt 2 Elekronen auf der K-Schale. Mit den beiden Elektronen ist das 1 s-Un­
terniveau aufefllt, d. h. es existier eine "Zweiergruppe", für die n, I und m gleich
si nd.
Da jedoch keine zwei Elekonen eines Atoms in allen Eignschafen übereinstimmen,
besitz jedes Elektron einen Eigndrhimpul, der dem Uhreigersi nn folgt oder i hm
entgegengerchtet i st.
In ei ner "Zweiergruppe" ist dieser Drehi mpuls stets gegenläufg.
Die Spi nquantenzahl s nimmt dementprechend nur zwei Were an.
16 8 Grundlgen des Orbitlmodell
8.2.5 Zusammenfassung
Durch die vi er Quantenzahlen, Hauptquantenzahl n, Nebenquantenzahl l, magnet­
sche Quantenzahl m und Spi nquantenzahl s ist der eneretische Zusand eines jeden
Elektrns in einem Atom eindeutig charaktersier:
Zwei Elekronen eines Atoms sind bezüglich i hres eneretschen Zustnds nie­
mal völlg identsch. Sie unterscheiden sich in mindestens einem Wer ihrer
ver Quantenzahlen.
Nach i hrem Begründer, dem Physi ker W. Pauli nennt sich diese Regel Pauli·Prnzip.
8.3 Atomorbitale
Die Quantenzahlen n, l, und m weisen jeweils zwei Elekronen ei nen Raum im Anzie­
hungsberich de Atomkers zu, in dem sie sich mit höchster Wahrcheinlichkeit auf­
halten. Innerhalb dieses Raumes bewegen sich die beiden Elekronen mit unvor­
stellbar hoher Geschwindigkeit und entgegengesetem Drehimpul, dem Spin.
Ein solcher Raum wird al Atomorbital oder kurz als Orital bezei chnet.
Jedes Orbitl kann maxmal zwei Elekronen aufnehmen.
Auf diese Weise werden i m chemischen Sprachgebrauch aus den S-, p-, d- und f- Un­
terniveaus di e S-, p-, d- und fOrbitale.
Die Forschungen und Berehnungen, die den Elektronen eines Atoms stat der Kreis- oder Ellipsen­
bahnen um den Atomkern (.Schalenmodell", siehe Kap. 7) die Atomorbitale al Räume für i hre
höchste Aufnthaltwahlcheinlichkeit (HDrbitalmoeU") zuwiesen, werden den wissenschaflichen
Spezialdisziplinen der Quanten- oder WeUenmeehanik zugeordnet.
Oe Brglie, Sehrdinger Heisenber und Dire sind namhafe FOlcher, die sich um die mathemat­
sche Beschreibung der Zustände der sich um den Kern bewegenden Elektronen große Verdienste er­
worben haben. Diese hoch komplexen Zusammenhänge sind allerdings i n leicht fasslicher Form
nicht darstellbar und übersteigen bei weitem das Anliegen diees Buches.
8.3.1 Atomorbftale und Klstchenschrefbwefse
Das Ziel dieses Buches ist es, die wssenschafli ch ei ngefhre Darstellung der Elek­
tronenkonfguratonen der Atome unter Ei nbezehung der wichtigsten Ei genschaf­
ten der Orbitale transparent und verständlich zu machen.
Auf Anregung des Chemikers Li nus Pauli ng werden di e Atomorbitale (AO) durch
Kästchen symbolisier. Die Elektronen werden nach stei gendem Energiei nhalt Üe
"weiter" vom Kern enternt, desto energierei cher) i n die überei nander angeord­
neten Kästchen ei ngetragen:
S Grndlgen des Orbitlmodels
Haupt-
l
Atomorbitl
Kästchen-
quantenzhl
l
schreibweise
3 d
I I I I I I
n � 3
J R
[I ¬
l

3 s
0 .�

l
2 �
[I
n � 2 w
l

¬
2 s
0
I
n � 1
1 s
0
Abb. 8.1: Hauptuantenzahl bis n-3, Atomoritle und Ichenschreibweise
(nach .Elemente Chemie' für Klse 11, Klt-Verlag)
8.3.2 De Reihenflge der Orftalbeetung
Die Orbitale ei nes Atoms i m Grundzustand werden i h rem anstei genden Ener­
giei nhalt folgend schrtweise mit Elekronen beset.
17
Im Kapitel 7. 2 wurde bereit darauf hingewiesen, dass bei den dem Argon
l
SAr i m
PSE folgenden Elementen mi t der Besetung "neuer Hauptchalen� durch Elektro­
nen begonnen wrd, bevor die vorangegangene Schale voll beset ist.
Dies wird verständli ch, wenn man nun um die Besetung nach steigendem Ener­
giei nhalt der Elektronen und die Unterei lung der Hauptniveaus i n die entpre­
chenden Unterniveaus s, p, d und f wei ß:
1,
2,
/
2P
3,
/
3
P
/
3d
4
,
/
4
P
/
4
/
4
f
5,/5
P
/5d/5
f
6,/6
P
/6d
7,
7
p
P
Unterniveau
Abb. 8.2: Merkhema zur eneretschen Abfole der Oritle (vgl. PSE)
(nach .Elemente Chemie" für Klasse 11, KLet-VerLg)
Die Elektronen im 4s-0rbital sind "energieärer" al die im 3d-Orital. Aus di esem
Grund wird bei m
1
9K und
2
0Ca mit der Besetung der 4. Schale angefngen (vgl.
PSE), obwohl das 3d-Orbitl noch kei ne Elektronen enthält!
18 8 Grundlgen des Orbitlmodell
Die Farben des PSE geben di ese Rei henfLge der schrtweisen Besetzung wieder:
• Bei den jeweils 8 Hauptgruppenelementen einer Periode erolgt die Besetung der
s- und p-Orbitale (2 und 6 Elektronen) der "äußersten SchaLe".
• Bei den jewei l 10 Nebengruppenelementen wrd das d-Orbital (10 Elektronen)
der "vorangegangenen Schale" aufgefüllt.
• Bei den Elementen der 14 Acnoiden und 14 Lantanoiden füllen sich die f-Ori-
tale ( 14 Elektronen) der "vorLeten Schale".
An der Farbe, mit der das jeweilige Element im PSE unterlegt ist, wrd deutlich, wel­
chem Hauptniveau n das bei diesem Element neu hinzukommende Elektron zuge­
rechnet wi rd.
8.3.3 Die Elekonenknfguraton in der Köstchenschreibweise
Zur Wiedergabe der Elektronenkonfguraton durch Orbitale i n der Köstehensehrib­
weise gilt es foLgende Regeln zu beachten:
1. Die Zahl der Elekronen ist gLeich der OrdnungszahL des Elementes.
2. Die Aufllung der Orbitale mit Elektronen erolgt nach steigender Enerie.
3. Jedes Orbital fsst maxmal zwei Elekronen.
4. Die Orbitale der p
-
, d- und f
-
Unterniveaus werden zunächs einfach mit
Elekronen parallelen Spins beset (Hund'sehe Regel nach dem Physi ker F
Hund).
Tabelle 8.4 gibt di e Elektronenkonfgurati on der ersten 18 Elemente des PSE i n der
ausführlichsten Darstellungsweise wieder.
8 Grndlgen des Orbilmodol 19
Tab. 8.4: Besen der Ortl bi den Elementen 1H - 1,A

ls 2s 2p 3s
3
p
I
Element
H
1
. m m m
He
i1
m æ æ
Li
i1 1
= ~ ~ m
Be
i1 t!
. m m m
B
i1 t! 1
a m æ m
C
i1 t! 1 1
. m ~ m
N
i1 t! 1 1 1
. m m m
0
i1 11 t 1 1 1
= æ æ æ
F
i1 t! t 1 t! 1
. a ~ m
Ne
t1 t! t 1 tl 11
. m m m
Na
i1 t! t 1 tl 11 1
a m m
M
g
i1 t! t 1 tl 11 tl
. m ~ m
Al
i1 11 t 1 tl 11 tl 1
a m m æ
Si
i1 t! t 1 tl 11 tl 1 1
a m m m
p
t 1 tl t 1 tl 11 tl 1 1 1
. m ~ m
S
i1 1 1 t 1 tl 11 tl t1 1 1
æ m æ æ
Cl
i1 t ! t1 tl 11 tl t1 T 1
. m m m
Ar
i1 11 t1 tl 11 tl t1 T l H
Bei der Darstellung der Elektronenkonfguratonen von Atomen mit höheren Or­
nungszahlen "klammer man die Konfgurtion des vorngegangnen Edelgase
ausu, um die Übersicht über allzu viele Kästchen nicht zu verlieren. Man beachte
die Abfolge der Orbitle nach wachsendem Eneriei nhalt (vgl. Kap. 8. 3. 2)
20 8 Grundlen des Oritlmoell
Beispiele:
4
5
3d
Ca (Ar)
[l
unbesetz
4
5
3d
Sc (Ar)
[l
I i I
4
5
3d
Mn (Ar)
[l
I i I
1
I
1
I
1
I
1
I
4
5
3d 4p
Br (Ar)
[l
I UI UI UI U I U I l u l u l l l
6
5
4f Sd
Hg (Xe)
[l
I UI UI UI U I U I U I U I I U I U I U I UI U
I
8.3.4 Die Eleknenknfgurton in der Krchribwefse
Ist ein gewsser Übungsefek beim Lernenden ei ngetreten, ist es in der Regel nicht
mehr erorderlich, alle Elektronen durch Peile in nOrbitlkästchenU auszudrücken.
Die jeweilige Elektronenanzahl in ei nem Orbital wird dann durch hochgestellte
Zahlen nach der Orbitlezeichnung symbolisier:
[J
[
1 t t
U U
1
1 t t t
U U U
t
U U
1 t
U U U U
t
t t 1
u U
I
U
I
wrd zu
151
, 2
51
, 3
51
, 4
51
, S
S1
, 6
51
oder
7
51
wird zu
152
, 2
5
2
, 3
5
2
, 4
5
2
, S
S
2
, 6
5
2
oder
7
5
2
wird zu 2p
3
, 3p
3
,
4p
3
, Sp
3
oder 6p
3
wird zu 2p
5,
3p
5,
4p
5,
Sp
5
oder 6p
5
wird zu 3d'
,
4d' oder Sd'
wird zu 3d8, 4d8 oder Sd8
wird zu 4f oder sf
wird zu 4f' oder Sr'
9 Ionon
Beispiele fr Elektronenkonfgurationen in der Kurschreibweise:
,Be 1s
2
2s
2
uAl 1s
2
2s
2
2p
6
3s
2
3p
l
2
s
Ni 1s
2
2s
2
2p
6
3s
2
3p
6
4
s
2
3d
s
5
3
1 1s
2
2s
2
2p
6
3s
2
3p
6
4
s
2
3d
1
0
4
p
6
5s
2
4
d
1
0
5p
5
61
Ho 1s
2
2s
2
2p
6
3s
2
3p
6
4
s
2
3d
1
0
4
p
6
5s
2
4
d
1
0
5p
6
6s
2
4f
1
Die Summe aler hochgestellten Zahlen ist die Gesamtahl der Elekronen und
muss mit der Ordnungszahl übereinstimmen.
9 Ionen
Bei Ionen handelt es sich um geladene Teilchen, die durch Elekronenauf­
nahme oder Elektronenabgabe aus neutralen Atomen enttehen.
9. 1 Die Ionisierungsenergie
21
• Sollen aus der Hülle eines neutralen Atoms ein oder mehrre e- entrnt werden,
so muss gegen die Anziehungskraf des (positiv geladenen) Atomkeres Arbeit ge·
leistet werden.
• Die Energie, die zur Abtrennung ei nes Elektrons aus ei nem Atom benötigt wrd,
heißt Ionisierngsenergie.
• Die verblei benden "Restatome" heißen Ionen und si nd in diesem Fall positiv ge­
laden. Die Ladung der Ionen steigt mit jedem e
-
, das aus dem Atom enternt
wird, um +1. Positiv geladene Ionen heißen Katonen.
9. 2 Die Elektronenafnität
• Den mit der Aufahme von ei nem oder mehreren e- durch ein Atom verbundenen
Energieumsat nennt man Elektronenafnität.
• Aus Atomen enttehen dabei negativ geladene Ionen, die Anionen genannt wer­
den. Mit jedem e
-
, das in die Hülle ei nes zunächst neutralen Atoms aufgenom­
men wi rd, steigt die Ladung des Ions um eine negative Einheit.
22 9 Ionen
9.3 Die Ionisierung des Aluminium-Atoms
In der nachstehenden Grafk wi rd eine hypothetische komplete Abtrennung aller
e
-
aus der Hülle des Al-Atoms betrachtet, um ei ne Vorstellung von den energeti­
schen Zuständen der e- zu vermiteln.
. I

! o
: e
" ..
� x
O e
· I

'E
.
250
200
150
100
50
5 6 8 9 10 11 12 13
Nummer des Elekons
Abb 9. 1: Ionisierngsenere für alte Elekonen des AI·Atms
• In der e--Hülle des Al-Atoms fnden sich 13 e-
:
K-Schale 2 e
-
L-Schale 8 e
-
M-Schale 3 e-
• Zuerst erolg die Abspaltung der e- aus der M-Schale, also Nr. 13, 12, 11. Der
Energieaufand dafür ist gerng.
• Darauf flgend werden di e e- Nr. 10 bi s einschließlich Nr. 3 von der L-Schale ent­
frnt. Aus der Abbi ldung ist ein Anstieg des jewei ls erorderlichen Energiebetra­
ges ersichtlich .
• Die Abspaltung der e
-
Nr. 2 und 1 erorder ei nen verglei chsweise sehr hohen
Energieaufand, da diese e
-
von der kernnahen K-Schale entfrnt werden müs­
sen.
9. 4 Schreibweise
Die Ladung der Ionen wrd durch hochgestellte, natürliche Zahlen und das Ladungs­
voreichen nach dem Elementymbol gekennzeichnet.
Beispiele:
Na
(I)
+
, Mg
2
+, All+ • • • usw.
F
(
I)
_, 5
2
-, Cl
(
I)
-• • • usw.
Ktonen
Anionen
Ist ei n Ion lediglich ei nfch (negativ oder positv) geladen, so entfällt die L­
dungszahl.
10 Das Reakonsschema 23
9. 5 Zusammenfassung und wchtge Fachbegrfe
• Pri nzi piell gilt, dass die e
-
mit steigender Hauptquantenzahl i mmer weniger
strk vom Kern angezogen werden, d. h. je höher die Hauptquantenzahl n ist,
desto gernger ist die Ionisierungsenergie:
kleiner Abstnd (vom Kern) - große Anziehungskraf
großer Abstnd (vom Kern) - kleine Anziehungskraf
• Weiter fällt auf, dass die Abspaltung von e- aus abgeschlossenen Hauptchalen
i mmer mit ei nem erhöhten Energieaufand verbunden ist.
• Die Zunahme der Ionisierun
g�
energien für die e
-
innerhal ei ner Hauptschale be­
ruht auf dem zunehmenden Uberwegen der positiven Kernldung.
Die positiv geladenen Ionen heißen Kationen und entstehen durch e--Abgabe
aus neutraLen Atomen_
Die negativ geladenen Ionen heißen Anionen und entstehen durch Aufnahme
von e- in die Hülle neutraLer Atome.
10 Das Reakonsschema
Chemische Reakionen lassen sich durch ei ne Kurzschreibweise darstelLen, die man
als Reaktionsschema bezeichnet.
BeispieL:
Wassersof + Sauerof - Wasser
Eduke Produk
Wasserstof und Sauerstof reagiern zu Wasser.
Die vieLfch gebräuchliche Bezeichnung nReaktionsgLeichungU ist im Grunde nicht
zutrefend, da das Reaktionsschema ei ne stofiche Veränderung beschreibt und auf
der Seite der Ausgangsstofe � Eduke meist volLkommen andere Gegebenheiten an­
zutrefen si nd als auf der Seite der Endstofe � Prdukte. Trotdem sprcht man i n
der Regel von nchemischen GleichungenU, da die ZahL der Atome auf bei den Seiten
überei nstmmen muss (siehe Kap. 11).
Der ReaktionspjiL zwischen Edukten und Produkten bezeichnet di e Richtung der
chemischen Reaktion.
Bei den quanttatven Betrachtungen chemischer Reaktonen werden zusätliche
Aussagen des Reaktionsschemas ersichtlich (siehe Kap. 20).
24
11 Das Geset von der Ernalt n9 der Mase
1 1 Das Geset von der Erhaltung der Masse
Der fanzösi sche Chemiker Lavoisier (1743 - 1794) stellte fest. dass bei chemischen
Reaktionen, die i n geschlossenen Apparaturen durchgeführ werden (um das Ent­
wei chen enttehender Gase zu vermeiden), kei ne Veränderungen der Masse zu be­
obachten sind.
Das hei ßt, die Summe der Massen der Ausgangsstofe i st gleich der Summe der
Massen der Endstofe und so ergibt sich das Gesetz von der Erhaltung der Masse:
Bei jeder chemischen Reakton bleibt die Gesamtmasse der Stof erhalten.
Scheinbare Ausnahmen sind folgende Reaktonen:
• Ei ne Kerze brennt auf einer Waage, die Masse nimmt ständig ab.
Erklärung: Das frlaufend i n die Umgebung entweichende Kohlenstofdioxi d
lsst die Masse schwi nden .
• Eisenwolle wrd auf ei ner Waage verbrannt, die Masse ni m mt zu.
Erklärung: Aus der Luf wi rd Sauerstof gebunden, aus dem Element Eisen ent­
steht die chemische Verbi ndung Eisenoxid.
12 Chemische Gleichungen
12. 1 Ihre Aufabe in der Chemie
Chemische Vorgänge sind, wie bereits bekannt, stofliche Veränderungen, die so­
wohl von quantitatven bzw. qualitativen Voraussetzungen al auch von den Reak­
tionsbedi ngungen (Druck, Temperatur u. Ä. ) beeinflusst werden.
Um alle diese Aussagen, die ei ne chemische Reaktion charaktersieren, i n ei ne
allgemei n verständliche und mit einem Blick erassbare Form zu brngen, bedient
man sich der "chemischen GleichungN•
Diese umfasst das Reaktionsschema, welches die Edukte und Produkte durch che­
mische Foreln (siehe Kap. 12. 2) wiedergibt und je nach Notwendi gkeit verschie­
dene Zusatnformatonen über die Reaktionsbedi ngungen und energetschen Hin­
tergründe (siehe Kap. 13) gibt.
In besti mmter Hi nsicht ist der Ausdruck chemische "GleichungN an dieser Stelle
vollkommen korrekt:
Entsprechend dem Gesetz von der Erhaltung der Masse kann während der che­
mischen Reakton kein Atom verloren gehen. Das bedeutet, dass die Anzahl der
Atome au/ beiden Seiten identisch sein muss.
Edukt A + Edukt B + Eduk C + ¤Þ• -
Produkt 1 + Produk 2 + Produk 3 + . . .
12 Chemische Glchungen
12.2 Die Formeln chemischer Verbindungen ­
der Molekülbegrf
25
In den kleinsten Ei nheiten der chemischen Verbi ndungen si nd Atome zwei er oder
mehrerer Elemente mitei nander zu so genannten Molekülen verbunden.
Es gibt jedoch auch Elemente, deren kleinste Teilchen aus Molekülen bestehen.
Hier sind gleiche Atome zu Molekülen verknüpf:
bestehend aus
mehreren
Atom soren
BeispieL:
Wassermolekül,
2 H-, 1 O-Atom
bestehend aus
einer
Atomsore
Beispi eL:
ChLormoLeküL,
2CL-Atome
Abb. 12. 1: Aufbau von Molekilen
Für die nachstehenden Ausfhrungen ist es von entscheidender Bedeutung, dass
das jewei lige Elementymbol in der Reaktionsgleichung für ein Atom des Elementes
steht! Die wchtigsten Elementymbole wurden bereit vorgestellt (siehe Kap. 5).
Di e chemischen Formeln für Verbi ndungen werden aus den entprechenden Ele­
mentsymbolen und den Indezahlen gebildet.
Die Formeln sagen aus, welche Elemente in den Molekülen enthalten sind, die In·
dezahlen geben Aufschluss über di e Anzahl der Atome der einzelnen Elemente.
Die Indezahl l entällt.
Abb. 12. 2: Aufbau chemischer Foreln
26
12 Chemische Gleichungen
Tab. 12. 1: Formel Name und Zusammenseung einiger chemischer Verbindungen
Verbindungsformel enthält i n einem Molekül davon jeweilige
Name die Elemente Atomzhl
H,O Wasseroff, Sauerstof 2 H, l 0
Wasser
FeS Eisen, Schwefel 1 Fe, 1 S
Eisensulfd
KCN Kali um, Kohlenstof, Stickstof l K, t C, l N
Kali umcanid
NH] Stickstof, Wasserstof 1 N, 3 H
Ammoniak
C,H,O Ethanol Koh len-, Wasser-, Sauerstof 2 C, 6 H, 1 0
KnO, Kali um, Mangan, Sauerstof 1 K, 1 Mn, 4 0
Kaliumpermanganat
12. 3 Das "Aujtellenll von chemischen Gleichungen
Entsprechend dem "Massenerhaltungssat geht während ei ner chemi schen
Reakti on kei n Atom verLoren - deshal muss auch bei m "AufsteLLen" der Reak­
ti onsgLei chung darauf geachtet werden, dass die Zahl der Atome auf der Eduk­
und Prdukeite gleich ist!
I
Die nachstehende ZusammensteLLung von RegeLn ist al Hilfe für das ofmals mit
großem Unverstndnis angepackte Richtgstellen von chemischen GLeichungen ge­
dacht.
Bis ein gewisser
Ü
bungsefekt eingetreten ist. ist es ratam, die RegeLn stet
neben der Arbeit parat zu haben.
1. Foreln der Verbindungen düren nicht veränder werden!
2. Aufchrei ben der FormeLn bzw. SymboLe der beteiligten Stofe (Verbi ndun­
gen, Elemente):
Eduke - Produke
3. nAusgleich" der Atomzahlen durch entsprechende
Vorzahlen " Koefzienten
Koefzienten haben die Bedeutung von MuLtpLi katoren, d. h. steht vor ei ­
ner Molekülformel ei n Koefzient. so ni mmt die gesamte Atomzahl um den
Faktor des Koefzienten zu:
5 H
2
0 si nd 5 MoLeküle Wasser
12 Chemische Glchungen
Das entprcht
5 x 2 Atomen Wasserstof " 10 H-Atome
5 x 1 Atom Sauerstof " 5 0-Atome
4. Prüfung der Atomzahlen ei nes jeden Elementes auf beiden Seiten des Re­
aktonsschemas •
• Die Atomzahlen müssen für jedes Element recht und li nks identisch
sei n .
• Sie errechnen si ch als Produkt aus Koefzent und Indeahl.
5. Bei Elementen ist folgendes zu beachten:
Alle Metalle sowie feste Nichtmetalle und Edelgase werden al einatomig
angesehen (Index 1 entällt).
Beispiele:
Fe, Ag, Cu, Zn, C, S, He, Ne usw.
6. Sieben Nichtmetalle liegen als zeiatomige Moleküle vor und werden i n
den Reaktonsgleichungen (fast) ausnahmslos al solche dargestelLt:
Hz, Nz
, O
z
, Fz
, Cl
z, Br
z
, I
z
12. 4 Übungen
27
1. Ergänzen Si e di e nachstehenden Gleichungen und stellen Si e sie rchti g! Achten
Sie auf die Elemente, die als zeiatamige Maleküle vorliegen !
a) H, + HI
b
) so, +
Schwefl·
dioxid
o
Iodwassr­
stof
SO,
Schwefl-
troxid
c) co, + H, co +
Kohlenstof·
d)
e)
f
g)
N +
p +
C
S
H
1
2 +
Pntn
KClO,
KaLium­
chlora
o
CL,
o
monoxid
NO,
Stcktof-
dioxid
PCL,
Phosphor­
trchlord
CO,
KCl
Kalium­
chlord
+
+
H,O
H,O
0,
28
Lösung:
a)
b)
c)
d)
e)
f
g)
+

s
� +
Schwefl­
dioxid
+
+

p
+
C
S
H
t2
+
�ntn
� KCI03
Klumchlorat
2. SteLLen Si e flgende Gleichungen rchtg!
a) NH3 + C
I
b)
c)
d)
e)
f
5
HNQ
Sal�r­
säure
5
+
+
FeC� +
Eisn(U)­
chlord
KOH +
Kalium­
hydroxd
KN03
Kalium-
nitat
+
HCI
12 Chemische Glichungen
� HI
Iodwasr·
sof
� S
Q,
Schwefl­
troxid
co +
Kohlnsof·
monoxid
� N0
2
Stcktof­
dioxd
� PCh
Phosphor·
trchlord
+
Z KCI +
Kalium­
chlord
NH,CI
Ammonium·
chlord
H�,
Schwefl­
säure
+
+
+
+
+
+
FeCt +
Eisn(m)­
chlord
KCI03
Kalium­
chlorat
+
+
HCI
N
2
K2SO,
Kalium­
sult
13 Eneriebeteiligung bei chemischen Reakonen
Lösung:
a)
b)
c)
d)
e)
f
s
� HN0
3
Salpter-
säure
� s
+
+
� FeCl
2
+
Eisen(D)­
chlord
� KOH +
Kalium­
hydroxd
� KN0
3
Kaliumnitr
� HCl
13 Energiebeteiligung
� NH,CI
Ammonium·
chlord
säure
+
+
+
+
+
+
� FeCl3
+
Eisn(m)­
chlord
Kaliumchlort
+
+
bei chemischen Reaktionen
29
� HCl
N
2
K
2
SO,
Kaliumsulfat
� KCl
Betrachtet man unterschiedliche chemische Reaktionen, z. B. i m Experment. so
stellt man fest. dass es Reaktionen gibt. die unter Energiefreisetzung bzw_ Energie­
aufand ablaufen.
13. 1 Beispiele
13.1.1 De Kalgasrakon
Brngt man Sauerstof und Wasserstof im entprechenden Mengenverhältnis (zwei
Volumenteile H, ei n Volumentei l 0) in ei nem Behälter zusammen und aktivier sie
mitels eines Funkens, so verei nigen sich beide Elemente unter Freisetung eine
gewaltigen Energiebetrag zu Wasser (Reaktonsschema siehe Kap. 10)_
De beteiligten Energiearen si nd:
• mechanische Enerie (Knall)
• Lichtenergie (Stchfamme)
• therische Energie (Wärme-, Hitzeenti cklung)
Hinweis:
De Knallgasreakion gehör zu den Nachweisreakonen.
30 13 Eneriebeteiligung be chemischen Reakionen
13.1.2 De Zerlegung von Waser mittel Gleichstrm
Nachdem die Verei nigung der Elemente zu Wasser ei n energieliefernder Vorgang ist,
leuchtet es ei n, dass der umgekehre Przess nur unter Enereaujand abläuf.
Wird Wasser also der konti nuierlichen Wi rkung von Gleichstrom ausgeset, so
scheiden sich an den Elekroden Wasserstof und Sauerstof im Volumenverhältnis
2 : 1 ab. Der Vorgang kommt bei Unterbrechung der Stromzufuhr unmitelbar zum
Stllstand.
Beteiligte Energiear
• elektsche Enere
13. 2 Die eotherme Reaktion
• Bei der Knallgasreakon handelt es sich um einen chemischen Vorgang, der mit­
tel einer initiierenden Eneriegabe in Gang gesett wrd (der "zündende" Funke)
- man sprcht von der so genannten Aktivierungsenergie EA•
• Der freigesete Energiebetrag übersteigt di ese Akverungsenergie jedoch um
ein Vielfaches, sodass die Gesamtbilanz einen beachtlichen Eneriegewinn aus
der Reakion vereichnet.
• Ei ne solche Reakton ist eotherm.
• Die Produkte si nd energieärmer als die Edukte (i n i hnen ist weniger Energie
"stofi ch" gebunden) .
(siehe Abb. 13. 1)
13. 3 Die endotherme Reakton
• Ist für einen merklchen Stofumsat bei ei ner chemischen Reakon ei nejrlau­
!nde Energiezufhr unabdi ngbare Voraussetung, so sprcht man von ei ner endo­
thermen Reakon.
• Pri nzi piell kann man auch i n diesem Fall den Begrf der Aktiverungsenergie ver­
wenden, um auszudrücken, dass die Edukte durch Energiezufhr in Reaktons­
bereitschaf verset werden.
• Der Energiebetrag, der von der Gesamtreakion bis zu den endgültigen Produken
auch i m Fall der endothermen Reakon freigeset wird, ist jedoch so gerng,
dass er von der insgesamt aufewendeten Enerie deutlich übertegen wird.
• Die Produkte si nd hier eneriereicher al die Edukte.
13 Eneriebeteiligung bei chemischen Reakonen
Produke I
I endother
I eoter
Abb. 13.1: Enerieumerschiede zwshen
Eduken und Produken bei chemischen Reakonen
13. 4 Die Reaktonsenthalpie MR
31
Energetische Betrachtungen sind, wenn man in Details vorstoßen möchte, kompli ­
zieren Bereichen der physi kalischen Chemie zuzuordnen. An dieser Stelle soll le­
diglich ei ne kure Defniton gegeben werden:
Di e Reaktionswärme, die bei konstantem Druck abgegeben oder aufgenommen
wrd, ist di e Reakti onsenthalpie 6HR der entsprechenden Reaktion.
Hi nweis:
Sehr häufg wird die Reakonsenthalpie mit der verküren Bezeichnung 6H versehen.
Man hat sich darauf geei nigt. dass die Reaktonsenthalpie einer eotheren Re­
akton mit ei nem negatven Voreichen angegeben wi rd:
6HR * ¯ x k
Das Minuszeichen drückt aus, dass das reagiernde Stofystem Ener an die Um­
gebung verier.
Bei endotheren Reaktonen ist die Reaktionsenthalpie mit ei nem positiven Vor­
zeichen gekennzeichnet. welches darauf verweist. dass zum Ablaufen dieser Reak­
ton ei ne ständige Enerieaufahme aus der Umgebung erolgt:
6HR * + x k
Später wird zusätlich deutlich werden, dass der ei nem Reaktionsschema angefgte
Betrag der Reaktionsenthalpie 6HR auf die Stofmengen (siehe Kap. 18) des reagie­
renden Systems bezogen ist.
32 1 4 De atomar Masseneinneit u "15 De Masse von Molkülen
14 Die atomare Masseneinheit u
Atome si nd unvorstellbar klei n und entsprechend leicht. Im absoluten Wägesys­
tem, welches aus dem Alltag verraut ist, wäre die Masse des häufgsten H-Isotops
l
H (der Kern besteht aus nur ei nem Proton) mit 1, 67
4
¯ 10-24 g anzugeben. Die
Masse eines Neutrons ist nahezu identisch.
Man erkennt sofr, dass derarige Zahlen sehr unhandlich si nd und sich für ei ne
häufge Verendung nicht anbieten. Zudem entziehen sie sich völlig unserer Vor­
stellung.
Aufrnd verschiedener
Ü
berlegungen erschien es si nnvoll, di e atomare Mas­
seneinheit u als ei n Zwölfel der Masse des Kohlenstofsotops 12C festulegen.
Di e Gesamtmase der zwölf Nucleonen, 6p + 6n, i m Kern dieses Kohlenstof-Isotops
wird durch zwölf geteilt - somit ergibt sich gewissermaßen die Durchschnitsmasse
für ein Nucleon, d. h. die atomare Massenei nheit u wird zu ei nem ei nfachen Maß
für die Masse eines Nucleons.
Die atomaren Massen m. der verschiedenen Atome werden nachfolgend stets in
der Ei nheit u ausgedrückt:
Die atomare Masse m. (C), sprich die Atommasse des Elementes Kohlenstof, wird
folgendermaßen ausgedrückt:
m. (C) * 12,011 u
Der Dezmalrucn ergibt sicn aus
der Bercchtgung aller Isotpe!
Diese genauen Atommassen für die Elemente sind jedem ausfhrlichen PSE zu ent­
nehmen.
15 Die Masse von Molekülen
De Masse des ei nzelnen Molekül ma einer chemischen Verbi ndung (oder auch
eines Elementes) errechnet sich al Summe der Atommassen ma aller im Mole­
kül enthaltenen Atome.
Für die Berechnung verendet man in der Regel die Massenzahlen des jeweils häu­
fgsten Isotops eines Elements, wie sie i m PSE des Buches angegeben werden.
16 Da Mol
Beispiele:
Wasser m.(H
2
0) - 2
.
m.(H) + m.(O)
- 2
.
1u + 1
.
16u;
Glucose
m.( H
2
0) - 18 u
- 2
.
m.(H) + m.(S) +
4 · m.(O)
- 2 u + 32 u + 4 . 16u
- 98 u
m.(4H
12
0
6
)
- 6
.
m.(C) + 12 .
m.( H) + 6 . m.(O)
- 6 ¯ 12 u + 12 u + 6
.
16 u
m
.
(4H
120
6
) - 180 u
• Die Indezahlen in der Formel sind die Multpli katoren für die Atommassen.
• Die Bezei chnung m. gilt fr Atom- und Molekülmassen.
16 Das Mol
33
Die atomare Massenei nheit u ist eine Größe, die sich zur Beschreibung sehr klei ner
Stofporionen ei gnet:
• Masse von Atomen
• Masse von Molekülen
Zur Arbeit mit laborgebräuchlichen Stofmengen lernen wi r ei ne neue Größe
kennen - das Mol:
Ein Mol ei nes Elementes oder einer Verbi ndung entspri cht der jewei li gen
Atommasse oder Molekülmasse ausgedrückt i n Gramm.
Die s o genannte molar Masse M wi rd i n der Ei nheit Vmol angegeben .
Tab. 16. 1: Gegenüberellung von Atom- bzw. Molekülmassen und molarn Massen
Atom-, bz. Molekülmasse m, Molre Masse M
m,(H
2
O) la u M( H
2
O) la gmol
m,(H
2
SO,) ga u M( H
2
SO,) ga gmol
m,(C
6
H
1
20
6
) laO u M(C
6
H
1
20
6
) laO gmol
m,(Na) 23 u M( Na) 23 gmol
m,
(02) 32 u M(02) 32 gmol
I
34 17 Di e Avoadr- oder Loschmidsce ZhL -18 Stofmengen und Stofporionen
1 7 Die Avogadro- oder Loschmidt'sche Zahl
Im Hi nbLick auf das vorangegangene KapiteL stellt sich zwangsläufg die Frage,
wieso der Begrf des Mol ausgerchnet so und nicht anders defnier wurde.
TatsächLich ist nur ei ne Stofengenangabe zweckmäßig, die zwschen dem ma­
kroskopischen Bereich (Labor- oder technikgeei gnete Stofmengen) und der TeiL­
chenebene (Atome, MoLeküle) ei nen ei ndeuti gen und einfach nachvoLliehbaren
Bezug hersteLLt.
So enthäLt die Stofenge "ei n MoL" die immer gleiche Tei/chenzahl:
Die ZahL ist die so genannte Loschmi dsche oder Avogadro'sche ZahL NA (auch
Avogadro-Konstnte) und sie besagt, dass in einem MoL eines Stofes i mmer
6, 022 • 1023 Teilchen enthaLten si nd:
NA * 6,022 • 10
23
/mol
• Ei n MoL WasseltofenthäLt NA, also 6,022 · 1(3 Teilchen, das si nd in diesem FaLL
Wasserstofmoleküle H
2
• Dasselbe gilt für die ELemente N, 0, F, Cl, Br, I (siehe
auch Kap. 12. 3) .
• Ei n MoL Kohlenstof enthäLt NA' also 6,022
.
1(3 Teilchen, hier sind es KohLen­
stoftome C.
• Ei n MoL Wasser, Schwefelsäure, Traubenzucker usw. enthäLt NA, also 6,022 ¯ 1(3
Teilchen; hier sprcht man von NA also 6,022 ¯ 1(3 Molekülen.
18 stofengen und Stof portionen
Die Ei nheit MoL (moL ist die korreke Benennung für numerische Molangaben, z. B.
5 moL) wird für di e quantitative Handhabung chemischer Stofmengen verendet.
Die Stofenge unterscheidet sich von der Stoforon:
• Stofmengen beschreiben stets einen Bruchtei l oder ei n VieLfches ei nes Mols,
we z. B. 7 mol Kohlenstof
Der Stofmenge als chemischer Größe ist der Buchstabe n zugeordnet, das be­
deuet fr das obige BeispieL:
n(C) " 7 mol
• Stofporonen si nd Grammangaben des betrefnden Stofes, der der Stoffpor­
ti on zugeordnete Buchstabe ist m.
Für das BeispieL gilt: m(C) " 84 g
An unserem BeispieL wird deutLi ch, dass
• Stofporon
• Stofmenge
• molare Masse eines Stofes
19 Da molare Volumen
i n ei nem di rekten Zusammenhang stehen:
8
4
g
¬ 12 -. -
m(C)
¬ M(C)
7
mol
mol n(C)
35
Die Beziehung zwischen Stofmenge, Stofporon und molarer Masse ist Grundlage
fr eine Vielzahl quantitativer Betrachtungen i n der chemischen Theore und der
laborprs:
Abb. 18. 1: Molare Mass . , Stoforon und Stof . ng
..hen im drktn Zusamm . nhang!
Die nachstehende Glei chung zur Berechnung der Stofmenge n sollte man unbe­
dingt i m Kopf haben:
n(X) ¬
m (X)
M (X)
Diese Formel ist die wchtgste Grundlage für ei ne Vielzahl stöchiometrscher Be­
rechnungen !
Durch einfache Umformungen ist es möglich, die Größen
• Stofmenge n ( Ei nheit mol) und die
• Stoforon m (Ein heit g) zu bestmmen.
Die molar Mase M ( Ei nheit

l
) i st aus dem PSE ablesbar.
mo
1 9 Das molare Volumen
Es leuchtet ei n, dass fr ei n Mol eines jeden Rei nstofs ei n besti mmter Raumbedar
besteht.
Dieser ist bei Festtofen und Flüssigkeiten eine stofpezifsche Größe (z. B.
nimmt 1 mol H
2
S04 bei Normaledi ngungen ei n Volumen von 0,053 l ei n. ) . Anders
verhält es sich bei Gasen:
1 mol eines Gases beansprucht bei Normbedingungen i mmer ein Volumen von
22, 4 litern.
36 20 Di e vercniedenen Aussgen chemischer Gleicnungen
GrndLegend erkannt wurde dieser Zusammenhang zwischen Stofmenge und VoLumen
bei Gasen von Amedeo Avogadro und wurde von ihm foLgendermaßen formuLier:
GLeiche VoLumen verschiedener Gase enthaLten bei gLei chem Druck und gLei­
cher Temperatur gLeich vi eLe Tei lchen .
Die stofmengenrelevante Größe des molarn Volumens Vm ist bei stöchiometr­
schen Berechnungen, an denen gasförmige Stofe beteiligt si nd, mitunter sehr hi lf­
rei ch.
Di e Ei nheit für
V
m
i st �l
mo
I
Vm = 22, 4¯1
mo
v V
Vm ¬ ¯ < V ¬ Vm • n - n ¬ ¯
n Vm
20 Die verchiedenen Aussagen
chemischer Gleichungen
Chemische Gleichungen bieten ei ne Vielahl von Informationen: Man kann i hnen
sowohl qualitatve, d. h. die Ar der Stofe betrefende, al auch quantitative, d. h.
Mengenverhältnisse bezeichnende Aussagen entnehmen.
ReaktIons­
gleichung
Qualittive
Aussage
Quantitative
Aussagen
Anzahl
Stofmen
g
e
Atommasse
Stoforon
Volumen
2 1
Wassersof
2 Moleküle
2 · 2 Atome
2 mol
2 · 2 u
2 · 2g
2 . 22,4 1
2 HzO
+ Sauerstof Wasser
+ 1 Molekül 2 Moleküle
+ 1 · 2 Atome 2 · 3 Atome
+ 1 mol 2 mol
+ 1 · 32 u 2 · 18 u
+ 1 . 32 9 2 · 18 g
+ 1 . 22,41 2 . 22,4 l
Wasserdampf!
Bei den Stofengen gilt es zu beachten, dass die AnzahL der MoLe rechts bzw. li nks
des Reaktionspfeil nicht überei nsti mmt, da sich die beteiligten Atome aus zweiato­
migen Molekülen auf der Eduktseite in dreiatomige auf der Produkteite umlagern.
Dies wirkt sich auf die Teilchenanzahl aus! Die Atomzahljedoch sti mmt überei n.
21 Gebräuchlice stöchiometsche Größen und Formel 37
21 Gebräuchliche stöchiometrsche Größen
und Formeln
Atommasse
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Molekülmasse
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Molre Mass
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Stofporon
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Stofmenge
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Stofmengen-
konzentraton
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
TeIlchenzahl
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Molres Volumen
Berechnung von
Stofmenge und
Stofporon
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Berechnung von
Stofmenge und
Volumen b. Gasen
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Berechnung von
Stofmenge und
TeIlchenzahl
Symbol
(X seh für
Element oder
Verbt ndung)
m.(X)
. . . . . . . . .
m.(X)
. . . . . . . . .
M(X)
. . . . . . . . .
m(X)
. . . . . . . . .
n(X)
. . . . . . . . .
c(X)
. . . . . . . . .
N.
. . . . . .
Vm
m (X)
n (X) -
M (X)
Einheit
u
u
..
moL
g
moL
. . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . .
moVL
Tei Lchen
moL
. . . . . . . . . . . . . . . .
L ( liter)
moL
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
n (X) *
V (X)
V
m
. . . . . . . . . . . .
N (X)
n (X) - -
N.
. . . . . . . . . . . . . . . . .
Bemerkung
1 u entspricht etwa der Masse
von 1 p bz. 1 n;
u ist defnier als 1/12 der
Masse von
1
2
C
. . . . . . . . . . . . . . . . . . .
entsprcht der Atom- bzw
.
MoLeküLmasse in g
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
ist die wägbar Größe in der
chemischen Praxs
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1 mol entäLt N. Teilchen
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Nähers siehe Kap. 35
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
N
. * 6,022
.
10
23
Teilchen
mol
. . . . . . . . . . . . . . . . . . .
V
m
- 22,4
I
mol
nur b Gasen I ! !
M ( X kann aus dem PE abge-
lesen werden; durch Umfrmung
der Formel erechnt sich die
Stofron .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Diee Forel steUt den Zuam-
menhang zschen (Gas-)Volu-
men und Stofnge her.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Au einer gegebenen Stofnge
kann die Teilchenzhl eines Stof-
fs berechnet werden oder umge·
kehr
I
38
22 Dezmale Vielfche und Teile von Einheiten
22 Dezimale Vielfache und Teile von Einheiten
Of begegnet man in der chemischen Praxs gerade im Bereich von Massen-, Volu­
men
-
bz. Längenangaben sehr klei nen (oder seltener sehr großen) Weren, deren
Benennungen dann besondere Kürel beigegeben werden . Bei Milligramm und De­
zmeter si nd hier schon of die Grenzen der Erkenntnis errei cht. Die nachstehende
Tabelle gibt die häufger benutzen Zusätze zu numerschen Ei nheiten wieder.
Tab. 22. 1: Faktren be; Zhlnangaben.
Zust Fakor Beispiele
I
p Piko 10-
12
7 pg - 7 . lc
1
2
9
- 0,000 000 000 007 9
n Nano 10-' 9, 5 nm - 9, 5 . 10-' m
- 0,000 000 009 5 m

Mi kro 10-
6
45

g - 45 . 10-6 9
- 0,000 045 9
m Milli 10-
'
95,5 ml - 95, 5 . 10-' 1
- 0,095 5 1
( Zenti 10-
'
d De 10-
1
h Hek 10
'
k Kilo 10
'
M Mega 10
6
23 Stöchiometrsche Berechnungen und Übungen
Das Arbeiten in der chemischen Prais ist i mmer mit der Berechnung stöchiometr­
scher Größen verbunden.
Auch wird in den Prüfungen der Schule sowe des Grund
-
und sogar des Haupttu­
diums das Bestmmen von Stofmengen, Stofporonen, Gasvolumina und Teil­
chenzahlen wiederholt verangt.
Da i mmer weder aufllt. welche i mmensen Probleme das Formulieren und Lösen
stöchiometrscher Aufgaben bereitet. soll an dieser Stelle ausfhrlich auf die Bear­
beitung derrger Aufaben eingegangen werden.
Die ausgewählten Aufgaben berühren vele der i mmer wiederkehrnden Problem­
stellungen. Aufgrund der Musterlösungen, die alle Rechenschrite ausformulieren,
kann sich der Lernende auch die spezelle Ar des "Ausdruck" aneignen: Als Lehr­
person erebt man sehr häufg, dass Lernende zwar i n der Lage sind, zu ei nem kor-
23 Stchiometsche Berechnungen und
Ü
bungen 39
rekten Ergebnis ei ner Aufabe zu gelangen, jedoch nicht i msande sind, i hre
Ü
ber­
legungen i n i rgendei ner, geschweige denn in der rchtigen Form zu Papier zu brn­
gen!
Auch wenn es am Anfang schwer fällt:
Gewöhnen Sie sich an, systematsch an die Bearbeitung hernzugehen und
immer die korrekten Kürzel und Benennungen fr die Bezeichnung von stö­
chiometrschen Größen zu verenden!
Sie selst, die Sie mit den Aufei chnungen und Ergebnissen Ihrer Berehnungen
prakisch arbeiten müssen, können sich viel laborrust ersparen und ei n Prüfer, der
Ihre Arbeit korgiern muss, wrd Ihnen gewogener sei n, wenn er Ihre geistigen Er­
güsse in ansprchender und nachvolliehbarer Form präsenter bekommt. Sie tun
also lediglich si ch selst einen Gefallen !
23. 1 Tipps zur systematischen Vorgehensweise
1. Ist in der Aufgabe eine chemische Reakton beschreben, so ertellen Sie zualler­
ert eine stöchiametrsch korrkte Reakionsgleichung! Zu den hilfeichsten Infor­
mationen, die Sie dieser Reaktionsgleichung entnehmen können, gehör das
Stofmengenverhältnis, i n dem die Edukte und Produkte zuei nander stehen
(siehe auch Kap. 20):
Es erschließt sich sofor über die Koefzienten!
z. B. 2 H
2
+ O
2
-- 2 H
2
0
2 mol 1 mol 2 mol
2 1 2
2. Notieren Sie die bekannten (gegebenen) Größen mit entsprechendem Kürel und
Benennung:
z. B. M( H
2
0) " 18 gjmol
3. Notieren Sie ebenfall die gefgten Größen mit Kürzel und Benennung!
4. Schreiben Sie sich auch di e Foreln, di e Si e zur Berechnung unbekannter Größen
einseten wollen, an den Anfng Ihrer Bemühungen !
5. Schreiben Sie bei der Durchführung Ihrer Berechnungen auf, was Sie gerade
tun - scheuen Sie zumindest am Anfan

.
diese zusätzliche Schreibarbeit nicht!
Diese Vorgehensweise hilf Ihnen, den Uberblick zu behalten, vor allem, wenn
Sie später doch einen Fehler suchen müssen.
40 23 Stöchiometsche Berehnungen und
Ü
bungen
23. 2 Beispiele für immer wederkehrende
stöchiometrsche Berechnungen
1. Ermiteln Sie die molaren Massen von
a) ZnS Zi nksulfd
b) Fe(OHh Eisen(III)-hydroxid
c) C
3
HaO Propanol
2. Wievele und welche Tei lchen enthalten
a) 0, 8 Mol Gold Au
b) 1500 Liter Schwefelwasserstof H2S(g)
c) 125 Gramm Kupfer(I)-sulfd CU2
S?
3. Ermiteln Sie die Masse von 0,4 Mol Propanol C
3
HaO !
4. Quecksilberoxd HgO wird aus den Elementen synthetsier (; hergestellt). Rei­
chen dabei 200 9 Quecksiler aus, um 100 9 Sauerstof zu binden? Falls ni cht,
berechnen Sie die benötigte Masse an Quecksi ler!
5. Berehnen Sie:
a) Wieviele Liter Sauerstof (Normvolumen, d. h. Sie brauchen nicht umrech­
nen! ) braucht ei n Lebewesen, damit es 20,0 Gramm Glucose (C
6
H
12
0
6
) i n sei­
nem Stofechsel vollständig zu CO
2
und H
2
0 verbrennen kann?
b) Wievele Gramm Wasser entstehen dabei?
Lösungen:
1. Die molre Masse M(X) errechnet sich aus der Summe der molaren Massen der be­
teiligten Elemente und erhält die Benennung gjmol (siehe Kap. 16).
In aUer Regel können zur Berehnung der molarn Masen di e Massenzahlen des im Buch abgedruckn, fr·
bigen Prodenytems herangeogen werden. Lediglich im Fall einer Anwendung der molren Massen fr b·
sonder präzse analysche Zwecke bedar e de Gebrauchs der Dezimalhln, die die aushrichen PE in
den LehJüchem enthalten.
a) M(ZnS) 1 . M(Zn) + 1 · M(S)
64 gjmol + 32 gjmol
96 gol
b) M( Fe(OHh) ; 1 · M( Fe) + 3 · M(O) + 3 · M(H)
56 gjmol + 3 · 16 gjmol + 3 · 1 gjmol
; (56 + 48 + 3) gjmol
; 107 gol
Bei ei ner Verbi ndung, die Elementymbole i n Klammern enthält, werden fr Be­
rechnungen alle Atomsoren i nnerhalb der Klmmer mit dem Index außerhalb
multplizier.
c) M(C
3
HaO) 3
.
M(C) + 8 · M( H)
3
.
12 gjmol + 8 · 1 gjmol
(36 + 8 + 16) gjmol
60 gmol
+ M(O)
+ 16 gjmol
23 Slch;ometsche Berechnungen und
Ü
bungen 41
2. In di eser Aufabe si nd durchgehend Teilchenzahlen zu berechnen (siehe Kap. 17
und 21) . Die für jede Tei laufgabe benötigte Formel ist:
N(X)
n(X) ¬ � bz. deren Umfrmung
a) Bekannt:
Gesucht:
Formel. bereit angepasst:
Berehnung:
Die Tei lchen si nd Goldatome.
b) Bekannt:
n(Au) - 0,8 mol
NA - 6, 022 _ 10
23
Tei lchen/mol
N(Au) - ?
N(Au) - n(Au)
.
NA
N(Au) - 0,8 mol
·
6, 022
.
10
23
Tei lchen/mol
- 4,82
.
10
23
Tei lchen
V(H2
S) - 1500 l
NA - 6, 022
.
10
23
Tei lchen/mol
Gesucht: N( H
2
S) - ?
Formel:
N( H
2
S) - n(H
2
S)
.
NA
In diesem Fall i st n( H
2
S) noch unbekannt.
Die Berechnung erolgt über die Formel. die Stofmenge und Gasvolumina in Zu­
sammenhang brngt!
Angepasst ergibt si ch:
Berehnung von n(H
2
S):
Berechnung von N(H
2
S):
N( H2S)
- n(H2S)
.
NA
n (X) ¬
V(X)
Vm
1500 l
n( H
2S) ¬
22, 4 l/mol
¬ 67 mol
- 67 mol · 6, 022 . 10
23
Tei lchen/mol
" 40,35 -10
2
4
Tei lchen
In diesem Fall handelt es sich um Schwefelwasserstofmoleküle!
c) Kupfr(I)-sulfd besitt die stöchiometrsche Formel CU
2
S,
Bekannt: m(Cu
2
S) - 125 g
NA
- 6, 022
.
10
23
Tei lchen/mol
M(CU
2
S) - (2
.
63 + 32) g/mol - 158 g/mol
Gesucht: N(Cu
2
S) - ?
Um die Tei lchenzahl berechnen zu können, ist es auch hier erforderlich, die
Stofmenge n(Cu
2
S) zu kennen.
42 23 Stöchiometrsche lerehnungen und
Ü
bungen
Da die Masse m(Cu
2
S) gegeben ist, errechnet sich n(Cu
2
S) durch die nachste-
hende Formel:
m(X)
n(X) =
M(X)
d. h.
1 25 g
n (X) =
8 / l
= 0, 8 mol
15 g mo
Berechnung von N(Cu
2
S):
N(Cu
2
S) " n(Cu
2
S)
.
NA
" 0,8 mol · 6, 022 . 10
3
Tei lchen/mol
" 4,82
.
10
23
Tei lchen
Da CU
2
S ei n Salz ist, handelt es sich bei der Teilchenzahl um so genannte Fonel­
einheiten! (siehe Kap. 27. 4).
3. Bekannt: M(C
3
HsO) " 60 g/mol
n(C
3
HsO) " 0,4 mol
Gesucht: m(C
3
HsO) "?
Formel, bereit angepasst:
m(C
3
HsO) " n (C
3
HsO)
.
M(C
3
HsO)
Berehnung von m(C
3
HsO):
m(C3H
s
O) " 0,4 mol · 60 g/mol -l
0,4 mol rei nes Propanol (Alkohol, flüssig) wiegen 2 4 g.
Die Umrechnung von Stofmengen in Stofporionen und umgekehr ist eine der
häufgsten Rechenoperatonen bei stöchiometrschen Berechnungen!
4. Soll vor Begi nn ei ner Arbeit (i m labor oder i m großtechnischen Maßstab) fest­
gestellt werden, we groß die Mengen der eingesetzen Edukte sei n müssen, ist
die Berehnung mittel der nachstehenden Vorgehensweise mögli ch .
Reaktionsgleichung:
2 Hg +
O
2 mol
1 mol
Bekannt: m(0
2
) " 100 g
- 2 HgO Beachten: 0
2
!
2 mol Stofmengenverhältnis
M( Hg) - 202 g/mol
M(0
2
) " 32 g/mol
Stofengenverhältnis Hg : O2 " 2: 1
Gesucht: m( Hg) " ?g um 100 g Sauerstof zu binden.
Formel:
m
n
=
-
M
Um mit dem Stofmengenverhältnis rechnen zu können, erolgt zunächst die Be­
rechnung von n(0
2
) :
m(02
)
100 g
n0
2 =
M( 0
2)
=
32 g/mol
=
3, 125 mol
Berechnung von n(Hg):
n(Hg) : n(0
2
) " 2 : 1
23 Stichiometsche Berechnungen und
Ü
bungen 43
n(Hg)
� 2 ¯ n(0
2
) = 2 ¯ 3, 125 mol = 6, 25 mol
Für den Verbrauch der vorgegebenen Masse Sauerstof sind 6,25 mol Quecksi ler
erorderli ch. Welcher Masse an Queckiler entprcht das?
Berechnung von m( Hg) :
m(Hg) = n(Hg)
.
M(Hg) = 6, 25 mol · 202 g/mol = 1262, 5 9
Für eine vollständige Reakton von 100 9 Sauertof mit Quecksilber zu Quecksil­
beroxid benötigt man 1262, 5 9 Hg.
5. Reakionsglei chung:
4H
12
0
6
+ 6 O
2
-- 6 CO
2
1 mol 6 mol 6 mol
Stofengenverhältnis
+
a) Bekannt: m(C
6
H
12
0
6
) = 20 9 M(�H
12
0
6
) = 180 g/mol
V
m
= 22, 4 lmol
Gesucht: V(0
2
) - ?
Formeln:
m V
n

M;
n
= Vm
Berechnung von n(C
6
H
120
6
) :
m (4 H
12
0
6
)
20 9
n(�H
12
0
6
)
= M (

H
120
6
) = 180 gjmol

0, 11 mol
Berechnung von n (0
2
) :
n(
4H
12
0
6
) : n(0
2
) = 1 : 6
n(0
2
) - 6 ¯ n(C
6
H
12
0
6
) - 6 ¯ 0, 11 mol - 0, 66 mol
Berehnung von V(0
2
) :
V(0
2
) - n(0
2
)
.
Vm = 0, 66 mol · 22, 4 lmol = 14,78 1
Für die stofehseledi ngte Umsetzung von 20 9 Glucose si nd 14,78 I rei ner
Sauerstof erorderli ch.
b) Bekannt: M( H
2
0) - 18 g/mol
Gesucht: m( H20) = ?
Formel: m = n
.
M
Das Stofmengenverhältnis n(0
2
) : n( H
2
0) = 6 : 6
bzw. 1 : 1
n( H
2
0) = 0, 66 mol
Berechnung von m( H
2
0):
m( H
2
0) = n( H
2
0)
.
M( H
2
0) = 0, 66 mol · 18 g/mol = 11, 88 9 " �
Bei der Umsetung von 20 9 Glucose im Körper enttehen 12 9 Wasser.
(Hier ist ei ne Rundung des Ergebnisses erlubt, da das Ergebnis nicht analyti­
schen Zwecken dient.)
44 24 De Elementgruppn des .verküren· Perodensystems
24 Die Elementgruppen
des " verkürzten" Perodensystems
24. 1 Die Hauptgruppen
Das so genannte "verkürze" Perodensystem enthält die Elemente der acht Haupt­
gruppen_
Die Spalten der Hauptgruppen werden im PSE mit den römischen Zahlen I bis
VIII überschrieben_
Aus der chemischen Tradition herus haben die Hauptgruppen Namen bekom­
men, di e auch heute noch verwendet werden:
I. Die Gruppe der Alkalmetlle
11. Die Gruppe der Erdalkali metlle
III_ Die Borgruppe
IV_ Die Kohlenstofgruppe
V_ Die Stickstofgruppe
V_ Die Sauerstofgruppe (Chalkogene)
VI. Die Gruppe der Halogene
VII. Die Edelgase
Die übrgen Elemente des PSE gehören den
• Nebengruppenelementen (
Ü
bergangsmetalle) bzw.
• Lantanoiden und Actinoiden an.
Die Nebengruppenelemente si nd aufgrund i hres metallischen Charakters am Aufbau
vieler, in der Chemie bedeutender Salze beteiligt (siehe Kap. 27) .
24.2 Kurzcharakterstik der Hauptgruppen
I. Die Gruppe der Alkali metlle
- Lithium, Natrum, Kalium, Rubidi um, Caesi um, Francium
- silbrg-weiße, niedrg schmelende Metalle
- weich und lei cht sch neid- und verormbar
- sehr reaktionsfreudig, kommen i n der Natur nur gebunden vor, nicht elementr
- Aufewahrung unter Petroleum, Oxi dschicht entsteht auf der Oberfläche
11. Die Gruppe der Erdalkali metalle
- Berlli um, Magnesium, Calci um, Stronti um, Barum, Radi um
- leichte Metalle, geri nges spezifsches Gewicht
- silbrg-wei ß, ohne Oxidschicht
24 [e Elementgruppen des .verlUrzen" Perodenstms 45
- reakionsfreudig, können jedoch an der Luf aufbewahr werden
- in der Natur in mi neralischen Verbi ndungen (Mg auch als Zentralion im Blattfrb-
stof Chlorophyll), ni cht elementr
III. Die Borgruppe
- Bor, Alumi nium, Galli um, Indi um, Thalli um
- B i st ei n hares Nichtmetall, Al und die übrgen Elemente der Gruppe si nd wei che
Metalle
- Al ist in der Natur an einer großen Zahl der Verbi ndungen der Erdri nde beteiligt,
elementar kommt es nicht vor
- B, Ga, In, Tl sind selten
- B ist im Gegensatz zu den anderen Elementen reaktionsträge
IV. Die Koh lenstofgruppe
- Kohlenstof, Silicium, Germani um, Zi nn, Blei
- die Elemente C, Si und Ge si nd Nichtmetalle, die
Ü
brgen haben ausgeprägtn
Metallcharaker
- die elementaren Eigenschafen si nd sehr unterschiedlich
- in der mineralischen Erdrnde kommt Si am häufgsten vor
- C ist allgegenwäriger Bestandtei l der Stofe der belebten Natur
- Pb hat eine große Dichte - das Metall und sei ne Verbi ndungen sind sehr schwer
V. Die Stickstofgruppe
- Stickstof, Phosphor, Arsen, Anti mon, Wismut
- der Metallcharker ni mmt i nnerhalb der Gruppe nach unten zu:
N ist ei n typisches Nichtmetall (gasförmig), die Elemente P und A treten i n me­
tallischen und ni chtmetllischen Varianten (� Modifkationen, siehe auch
Kap. 29.2) auf, Sb und Bi si nd Metalle
- N ist Hauptestandteil der Luf (78,09 Oo)
VI. Die Sauerstofgruppe (Chalkogene)
- Sauerstof, Schwefel, Selen, Tellur, Poloni um
- 0 ist ei n gasförmiges Nichtmetall von hellblauer Farbe
- S ist ei n festes, gelbes Ni chtmetall
- Se, Te, Po treten auch in metallischen Varanten auf
- 0 ist lebenswichtiger Bestandteil der Luf und des Wassers (dor ist es in riesigen
Mengen gebunden)
- die Gesamtmasse des 0 entsprcht etwa der Masse aller übrgen Elemente
46 25 De Bindungswrgkit
VII. Die Gruppe der Halogene
- Fluor, Chlor, Brom, Iod, Astat
- alle Halogene si nd Nichtmetalle
- alle Aggregatsustände sind (bei Normalbedi ngungen) i nnerhalb dieser Haupt-
gruppe anzutrefen:
F und Cl si nd gasförmig, Br ist füssig, I i st fest
- die Halogene si nd reaktionsfreudige Elemente, sie gehen mit nahezu allen ande­
ren Elementen Verbi ndungen ei n
- i hre Verbindungen mit Metllen heißen Sale (Halogen ; Salzbi ldner)
- F ist das reaktvste aller Elemente
VIII. Die Edelgase
- Heli um, Neon, Argon, Krpton, Xenon, Radon
- alle Edelgase sind gasförmig und außerordentlich reakonsträge
- nur die schwereren Edelgasatome (Kr, Xe, Rn) bilden Verbi ndungen mit den reak-
tivsten Halogenen bzw. ° und N
- sie kommen in Spuren in der Luf vor oder si nd in wnzgen Blasen i n Mi neralien
eingeschlossen
- sie fnden breite Verwendung in der Beleuchtungsi ndustre, z. B. als Füllung von
Glühlampen oder als farbgebende Komponente i n Leuchtstofröhren
Oe Grundidee, i m PSE Elemente mit ähnlichen Eigenschafen zu den Haupt­
gruppen zusammenzufassen, wrd besonders in den Gruppen I, VI und VII
deutlch.
Hier erkennen wr in erterer ausschleßlich reakive Metlle, in VII nur reak­
tionsfeudige Nichtmetlle und i n VIII reaktonsträge Gase.
In den anderen Hauptgrppen ni mmt der Ni chtmetallcharakter von oben nach un­
ten ab.
25 Die Bindungswerigkeit
Alle bishergen Betrachtungen gaben kei nerlei Aufschluss darber, wie die einzel­
nen Verbi ndungen zustande kommen:
• Wi e kommt es zu "Stofei lchen" wi e H2
0, NH], H
2
S04, C
2
H
6
0 . . . usw. ?
• Warum treten die Atome gerade in dieser Anzahl und in diesem Verhältnis zusam­
men?
• Aus welchen Gründen können zwei Elemente mehrer unterschiedliche Verbi n­
dungen bilden, wie z. B. FeCl
2
und FeCl]?
25 [e Bindungswerigkit 47
Diese Fragen beschäfgten natürlich auch viele Forscher in der Frühzeit der Che­
mie. Nachdem jedoch zu dieser Zeit noch kein konkretes Wissen über Atome und
Moleküle bzw. deren Bau existiere, waren die wssenschaflichen Expermente und
Gedankengänge an die makroskopischen, meist physi kalischen Möglichkeiten ge­
bunden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wiesen den richtigen Weg und sind auch i n
heuti ger Zeit mi t den so genannten "Verbindungsgesetzen" Bestandteil eines jeden
Chemie-Anfangsunterrchtes, wobei an dieser Stelle die chemische Lust des auf­
strebenden Adepten einen ersten und meist dauerhafen Dämpfer erähr.
In di esem Skrptum wird aus diesen und anderen Gründen auf eine Herleitung
verchtet. Der Lernende soll auf möglichst einfche Weise eine Vorstellung erhal­
ten, wie die Atome zu Molekülen zusammenfnden.
Das Hi lfsmitel der so genannten Wergkeit, das i n den folgenden Abschniten
behandelt wi rd, basier auf den tatächlichen Bindungseigenschafen der Atome
und kann ei ne erste, eher schematische Vorstellung vom Entstehen einer besti mm­
ten Molekülar vermiteln.
25. 1 Defnition der stöchiometrschen Wergkeit
Unter der stöchi ometrschen oder Bi ndungsweri gkeit (kurz: Wergkeit) ei nes
Elementes versteht man die Anzah l an Wasserstof-Atomen, die ei n Atom des
Elementes an sich binden kann oder zu ersetzen vermag.
Beispiele:
Tab. 25. t: Wergkelten, beoen au Wasserof
Verbi ndung
Name Anzahl der zweites, in der Wergkeit
der gebundenen
Verbi ndung der Atome
Verbi ndung H
-
Atome enthaltenes des zweiten
Elment Element
H20 Wasser 2 0 2
NH3 Ammoniak 3 N 3
H2S Schwefel
-
2 5 2
wasserstof
CH, Methan 4 C 4
HCl Chlorassr- 1 Cl 1
stof
48 25 De Bindung,wrgkit
25. 2 Praksche Anwendung
Die Wergkeit ermöglicht es, einer VielahL von chemischen Verbi ndungen ein ers­
tes, ordnendes Prnzi p bezügLich der qualitativen und quanttativen Zusammenset­
zung i hrer MoLeküLe zugrunde zu Legen.
Da nicht aLLe Verbindungen Wasserstof enthaLten oder auch aus mehr als zwei
ELementen aufebaut si nd, heLfen die nachstehenden GrundregeLn weiter:
I. H hat stets die Weri gkeit 1.
1 1 . 0 ist fast i mmer zwei werig (Ausnahme i st H202 - Wasserstoferoxi d) .
III. F, Cl, Br, I s i nd ei nwerig .
IV. In nerhaLb der FormeLn bi närer Verbi ndungen (= Verbi ndungen, bestehend
aus 2 ELementen) ergeben die Produkte aus Indexzah l und Wergkeit je­
weil denseLben Wer!
V. Ei n und dasselbe Element kann i n verschiedenen Wergkeitsstufen vor­
kommen.
"Wergkeiten" i n Verbi ndungen, deren MoLeküle mehr al zwei Elemente aufeisen,
werden zeckmäßigereise al Oxidati onszahlen ermitteLt. (Die RegeLn zur Ermit­
Lung von Oxidationszahlen, siehe Kap. 38. 3. 2, ähneLn obigen GrundregeLn).
ALLerdi ngs steLLt sich mi t zunehmender Kenntnis des PSE und gewohnheitsmäßi­
ger Anwendung auch ei n "Gespür" fr die Wergkeiten "Drter" ei n.
Um ei ne gewsse Sicherheit i m Umgang mit Werigkeiten zu erLangen, werden i n
TabeLLe 25. 2 binäre Verbi ndungen betrachtet. VergLei chen Sie di e BeispieLe mit
den GrundregeLn!
Tab. 25. 2: Beispiele zur Berecnung von Wergkeiten
Verbi ndung
Name der bekannte Ermitlung der neu
Verbindung Wergkeit unbekannten erittelte
( Regeln I " III) Wertigkeit Werigkeit
( Regel IV)
AgBr Silberbromi d Br - 1 1 · 1 - 1 · ? Ag - 1
Al,0
3
Alumi ni umoxid 0 - 2 3 · 2 - 2 · ? Al - 3
BaC� Barumchlorid CI -1 2 · 1 - 1 · ? Ba - 2
CO Kohlenstof
-
0 - 2 1 · 2 - 1 · ? C - 2
monoxi d
CO, Kohlenstof
-
0 - 2 2 · 2 - 1 · ? C - 4
dioxid
FeCl, Eisen (II)
-
CI - 1 2 · 1 - 1 · ? Fe - 2
chlorid
FeCI
3
Eisen (III)- CI -1 3 · 1 - 1 · ? Fe - 3
chlori d
26 Edelgakonfguraton und Oktegel
Verbi ndung
Name der bekannte Ermittlung der neu
Verbi ndung Wertgkeit unbekannten ermittelte
( Regeln I - III) Wertgkeit Wergkeit
( Regel IV)
HgO Quecksilberoxid 0 - 2 1 · 2 - 1 · ? Hg - 2
MnCl2 Mangan(II)- Cl - 1 2 · 1 - 1 · ? Mn - 2
chlord
Mn02 Mangan(IV)- 0 - 2 2 · 2 - 1 · ? Mn - 4
oxi d
NO Stickstof(II)- 0 - 2 1 · 2 - 1 · ? N - 2
oxid
NH) Ammoni ak H - 1 3 · 1 - 1 · ? N - 3
N20, Stickstof(I)- 0 - 2
4 · 2 - 2 · ? N - 4
oxi d
PCl
)
Phosphor(III) - Cl - 1 3 · 1 - 1 · ? P - 3
chlori d
PCL Phosphor(V)- Cl - 1 5 · 1 - 1 · ? P - 5
chlord
H2S Schwefelwas
-
H - 1 2 · 1 - 1 · ? S - 2
serstoff
S02 Schwefeldioxid 0 - 2 2 · 2 - 1 · ? S - 4
SO) Schwefeltrioxid 0 - 2 3 · 2 - 1 · ? S - 6
26 Edelgaskonjguration und Oktettregel
26. 1 Die Elektronenkonfguration der Edelgase
Tab. 26.1: Die Elekonenkonfgurtonen aUr Edelgse
Edels
Ordnungs-
Elektronenanzahl auf den Hauptschaien
zahl p
n - 1 n - 2 n - 3 n - 4 n - 5
He 2 2
Ne 10 2 8
n - 6
49
I
50 26 Edelgakonfguration und Oktegel
Edelgs
Ordnungs-
Elektronenanzahl auf den Hauptscalen
zahl p
n - 1 n - 2 n - 3 n - 4
Ar 18 2 8 8
Kr 36 2 8 18 8
Xe 54 2 8 18 18
Rn 86 2 8 18 32
Bei den EdeLgasen ist die "äußerste" SchaLe mit 8 e
-
besetzt.
Ei ne Ausnahme bi ldet das Element He (2 e
-
) .
n - 5
8
18
!
n - 6
8
In der Tabelle wird durch die graue Unterlegung auf dieses Charakterstkum der
Edelgaskonfgurati on aufmerksam gemacht.
Nur bei den EdeLgasen He und Ne i st die äußerste SchaLe zudem mit der maxi maL
mögLichen e
-
-ZahL beset.
Kursiv dargesteLLte ZahLen wei sen auf voLLbesete SchaLen hi n.
26.2 Das Elekronenoket
Die ,,8
-
e--BesetzungN (" ELektronenoktet) in den äußersten SchaLen der EdeLgas­
atomhüLLen, gemei nhi n als fdelgaskonfgurton bezei chnet, ereist sich in der
chemischen Praxis als sehr stabil, da sie einen besonder günstgen eneretischen
Zustand darsteLLt. Daraus erkLär sich die beei ndruckende Reakti onsträgheit dieser
Elemente.
Für die anderen Elemente gilt:
Ei ne äußerst i ntensive Trebkrf für das Zustandekommen chemischer Reak­
ti onen der ELemente zu Verbi ndungen besteht darn, dass die reagi erenden
Atome das flektronenoktett zu errei chen suchen oder die Betei li gung daran
anstreben .
Die Elemente aller anderen Gruppen des PSE verügen von Natur aus nicht über ei n
Elektronenoktet der äußersten SchaLe.
Die Atome erLangen es in i hren Verbi ndungen durch Elektronenaufahme oder
-abgabe (siehe Kap. 27) bzw. sie beanspruchen ELektronen durch gemei nsame "Nut­
zungU (siehe Kap. 28).
Diese Vorgänge in den Elektronenhüllen bewrken zwischen den beteiligten Ato­
men eine chemische Bindung.
26 Edelgakonfgur.tion und Oktetegel 51
26.3 Die Valenzelektronen
Die Elektronen der äußersten SchaLe werden als Außenelekronen oder Valenzelek­
tronen bezei chnet.
ELemente einer Hauptgruppe haben diesele AnzahL von VaLenzeLekronen:
I. Di e Gruppe der Alkali metalle 1 e
-
Il. Die Gruppe der Erdalkali metalle 2 e
-
II. Die Borgruppe 3 e
-
I. Die Kohlenstofgruppe 4 e
-
v. Die Stickstofgrppe 5 e
-
V. Die Sauerstofgruppe ( Chalkogene) 6 e
-
VII. Die Gruppe der Halogene 7 e
-
VIII. Die Edelgase 8 e
-
Die AufähLung verdeutli ch, dass die ( Haupt-)Gruppennummer mit der ZahL der Va­
LenzeLektronen identisch ist:
Gruppennummer = AnzahL der VaLenzeLektronen
26. 4 Ausblick auf die Vorgänge in den Elektronenhüllen
während chemischer Reaktionen
Wi r wissen bereits um die
Ä
hnLichkeit der chemischen Ei genschafen (siehe
Kap. 24. 2) und die identsche Konfguration der VaLenzeLektronen bei den Elemen­
ten ei ner Hauptgruppe.
Nachstehend sollen nun die charakerstischen Eigenschafen von Hauptgrup­
penelementen mit den Vorgängen zur ErLangung der Edelgaskonfgurati on in den
Atomhüllen in Zusammenhang gebracht werden.
52
Drei Hauptgruppen dienen als Beispiele:
• Die Gruppe der Alkali metalle
• Die Gruppe der Erdalkalimetalle
• Die Gruppe der Halogene
26.4. 1 Alkalimetalle
(I)
(11)
(VII)
26 Edelgakonfguraton und Okegel
Sie erreichen das Oktet des voranstehenden Edelgases durch die Abgabe eine e- .
Dabei entstehen einfach positiv geladene Ionen (siehe Kap. 9. 4):
Li +, Na+, K+ . . . usw.
• Li + besitz also Heli umkonfguraton,
• Na+ Neonkonfgurati on und
• K+ Argonkonfgurati on.
26.4.2 Eralkalimetalle
Hier erreichen die Atome das Oktet de voranstehenden Edelgases durch die Abgabe
von 2 e-.
Dabei entstehen zweiach positv geladene Ionen:
Mg
2
+, (a
2
+, Ba
2
+, . . . usw.
Ü
bung:
Welchen ELementen entprechen jeweils di e Elektronenkonfgurationen auf den
Valenzschalen der Erdalkalikationen?
26.4.3 Halogene
Den Halogenatomen fehlt bei einer Valenzelektronenzahl von sieben nur noch ein
Elektron zur Edelgaskonjgurtion, d. h. sie errei chen das Elekronenoktet durch
Aufahme eines Elektrons. Dadurch entstehen einfach negatv geladene Anionen:
F
-
, (l
-
, Br, 1
-
(At ist im chemischen Alltag selten. )
Ü
bung:
Geben Si e di e Gesamtelekronenkonfguration fr di e Anionen an und nennen Sie
die Namen der Elemente, denen diese Elektronenkonfguraton entsprcht!
Beachten Sie:
De negativ geladenen Ionen der Halogene heißen HaLogenfconen!
Lösungen:
• zu 26. 4. 2:
Di e Erdalkalikatonen Mg
2
+, Ca
2
+ und Ba
2
+ besitzen die Elekronenkonfgurationen
von Ne, Ar und Xe.
• zu 26. 4. 3:
Di e Lösung lsst si ch am besten tbellarsch darstellen:
27 Sale 53
Tab. 26. 2: Elekonenkonfguratonen der Halonldonen
Halogenidion n - 1 n - 2 n - 3 n - 4 n - 5
Eekonen-
I
konfguraton
von
F- 2 8 Ne
Fluordion
CI
- 2 8 8 Ar
Chlordion
Ir- 2 8 18 8 Kr
Bromidion
1- 2 8 18 18 8 X
Iodidion
Die
Ü
berprüfung der ELektronenanzahl ist an hand der im PSE angegebenen Ord­
nungszahL für die Edelgaskonfguratonen möglich !
27 Sale
BLickt man sich in der UmweLt mit chemisch i nteressieren Augen um, so wird man
feststeLLen, dass die weni gsten Stofe, die uns begegnen, ELemente si nd, sondern
i n aller RegeL Verbi ndungen darsteLLen.
In den vorangegangenen KapiteLn war bereits mehrach di e Rede vom Zusam­
mentreten der ELemente zu Verbi ndungen und den damit ei nhergehenden Verände­
rungen in den ELektronenhülLen (siehe Kap. 25 und 26).
In diesem und den fLgenden KapiteLn werden nun Verbi ndungen zwischen den
verschiedenen ELementen einer genauern Betrachtung unteroren.
Am Begi nn stehen di e Verbi ndungen, di e durch di e Reakon eines Metall mit ei­
nem Nichtmetall zustande kommen (si ehe auch Kap. 24. 2, Kurzcharakterstk der
Hauptgruppen).
• Dabei wi rd deutLi ch werden, dass di e Struktur solcher Verbi ndungen durch das
Vorhandensei n entgegengeset geladener Ionen erklär werden kann.
• Die Eigenschafen dieser als Sale bekannten Stofe resuLtieren aus i hrem Aufbau
i m atomaren Bereich (� Anordnung der Ionen und der zwschen i hnen wi rkenden
Kräfe) .
27. 1 Bedeutung der Sale
Salze sind weitverbreitete Verbindungen, i hre Bedeutung ist in vieLen Lebensberei ­
chen fndamentl.
54 27 Sale
• Ei nige Beispiele:
Tab. 27. 1: Einig Sale und ihre Verendung
(Tal-) Name Formel Verendungszeck
I
Bleiglanz PbS z. B. Hertelung des Metlloxids und Reduk-
tion mit Kohlenstoff zum Metall
Calcit CaCO
)
Herllung von Mörel und Zement
Kochsalz NaCl Produkon von Natrium, Chlor und
Natrumhydroxid
Pyrit FeS, Schwefelureprodukon
Soda Na,CO) Herllung von Gls, Seife, Waschmitln,
Farbstoffen
Salpter KNO) Herellung von Schwarzpulver und füher
Salpetersäure
Tonerde Al,O) Schmelzelektrlyse zur Alumi niumgewnnung
• Koch
-
oder Steinsal (Natrumchlord) ist eine fr die Industre bedeutsame Aus­
gangschemikalie und für den menschlichen Körper ei n unverchtbarer, auch der
Geschmacksentfltung dienlicher Nahrungszusat.
Wir man einen Blick in die Geschichte, so wi rd man feststellen, dass die Gewi n­
nung und der Handel mi t dem Kochsalz di e Geschicke ganzer Städte und Land­
strche maßgeblich beeinflusst haben. Früher war Kochsalz vor allem für Konser­
verungszwecke enorm wichti g.
Di e Gewnnung erolgt i n großem Umfng aus dem Meerasser und i n Bergwer­
ken.
• Mineralien und Geteine si nd aus mehr oder weniger schwer lösli chen Salzen auf­
gebaut und stellen vielfch Rohstofe für wchtge chemische Ereugnisse (z. B.
Düngemitel) dar.
Außerdem kommt vielen Mineralalzen eine große Bedeutung i n den physiologi­
schen Körperabläufen zu. Ihre Aufnahme erolgt über Mineralwässer oder voll­
werge Nahrungsmitel.
27.2 Leitähigkeit von Sallösungen
Um sicher nachzuwei sen, dass Salze aus Ionen bestehen, müssen zuallerrst elek­
trsche Ladungen festgestellt werden.
Dies geschieht mitels ei ner Leitähigkeitprjung: Dazu taucht ein Leitähig­
keitsprüfer i n ei ne Salzlösung.
27 Sale 55
27.2.1 LeitlhigkitprOjr
Ei n Leitähigkeitprüfer besteht aus zwei Elektroden i n einem ei nfachen Strom­
kreis. Der Stromkreis wrd erst bei m Eintauchen i n ei ne Leitende Flüssigkeit ge­
schLossen. Ein Stromfluss wrd durch das Aufleuchten ei ner in der Versuchsanord­
nung zwischengeschalteten Glühbirne angezeigt.
leitende Verbindung
� Kupferabel
Abb 27. 1.: Anordnung zur Le;thigkeitprüfung
Dabei sind die Kupferdrhtverbi ndungen zwschen den Elektroden Leiter erster
KLasse.
Die Lösung, deren frei bewegLiche Ionen den Stromfluss zwischen den Elektroden
verursachen, i st ein Leiter zweiter Klasse.
Leiter erster Klsse erhren bei m Stromdurchgang kei ne stofli che Veränderung,
Leiter zweiter Klsse verändern sich.
27.2.2 Folgerngen aus der Leitflhigkit ener Sallösung
oder -schmele
Ist i n der wässrgen Lösung (oder der Schmelze) ei ner chemischen Verbi ndung ei ne
Leitfähigkeit nachweisbar, so kann geschLossen werden:
• Di e Lösung (oder Schmelze) enthältfei bewegliche Teilchen, die Ladungen trns­
poriern, sodass sich ei n geschLossener Stromkreis aufbaut .
• Da die Lösung (oder Schmele) nach außen neutal ist, heben sich die positiven
und negativen Ladungen quantitativ auf, d. h. es gibt genauso vieLe positive wie
negatve Ladungen:
Ladungsumme der Katonen " Ladungssumme der Anionen
• Salze si nd aus Ionen aufebaut, die sich aufgrnd i hrer gegensätzLichen Ladung
anziehen und i m festen Zustnd regeLmäßige Krstalltrukurn ausbiLden.
27. 3 Bindungsverhältnisse und räumliche Strukturen
in Saten
Im Zusammenhang mit dem Streben der Atome nach dem stabi len, energetsch
günstigen Elektronenoktett (Edelgaskonfguraton ) wurde i m Kap. 26. 4 auf die
Möglichkeit von Elektronenabgabe bz. -aufnahme (" Elektronenüberang, siehe
Kap. 37. 11) hi ngewesen.
Das Ereichen der Edelgaskonjguraton i m Zusammenhang mit der Verbi n­
dungsbi ldung ist al Faustregel anzusehen, die bei den Elementen mit nied­
rgen Ordnungszahlen gut anwendbar, jedoch bei den schwereren (MetaU
-

Atomen mit Voricht zu genießen ist.
27.3.1 Die Ionenbindung
Die in ei ner Reakon mit Elektronenübergang entstehenden Kationen (aus Metalla­
tomen) und Anionen (aus Nichtmetallatomen) üben ei ne elektrostatische Wechsel­
wirkung aufei nander aus:
Die Kationen umgeben si ch mit Anionen und gleichermaßen umgeben sich die
Anionen mit Kationen, da si ch gegensätliche Ladungen anziehen. Die zwischen
den Ionen wi rkenden Anziehungskräfe führen zu ei nem Zusammenhalt den man
mit dem Fachausdrck Ionenbindung bezeichnet.
Die wchtge chemische Bindungsar der Ionenbindung berht auf den stren
elekstatschen Anzehungskräfen zschen gegensätzlich geldenen Ionen.
27.3.2 Das Ionengiter
Aufgrund i hrer Größe (Ionenradius, -durchmesser) und i hrer Lodung (ei nfch, dop­
pelt dreifach . . . positiv bzw. negativ) bilden Kationen und Anionen i n der Ar, wie
sie sich umei nander gruppieren, ganz charakterstsche, räumlich streng regelmäßige
Ionenverbände aus, die man als Ionengiter bezeichnet. Die Regelmäßi gkeit führe
zu Begrfen wie
• krstalline Struktur wenn vom Aufbau ei nes Ionengiters die Rede ist oder
• SolkrstalL wenn ein makroskopisches Stück eines solchen Ionengiters gemeint
ist.
Die Vielflt der Kombi nationsmöglichkeiten zwischen Metallkationen und Nicht­
metallanionen bedi ngt die Eistenz ei ner unüberschaubaren Zahl von Salzen bzw.
Typen von Ionengittern.
An dieser Stelle sei lediglich gesgt dass sich die Ionen in einem Ionengiter
stet so anordnen, dass
27 Sale 57
• si ch die positven und negatven Ladungen i nsgesamt neutralisieren,
• eine so genannte dichtete Kugelacung (die Ionen werden i n der Modellvorstel­
lung als geladene Kugeln angesehen) aufrt, die eine maxi male Raumerllung
bewrkt,
• bei der Enttehung des Ionenverbandes Energie feigesett wrd ¯ dieser Gewi nn
von Giterenthalpie i st die entcheidende Komponente bezüglich die Trebkraf
der Salzbi ldung, nicht unbedi ngt das Erlangen des Elekronenoktett.
( Bei m Aufösen ei nes Salzes muss die Giterenthalpie, siehe Kap. 33. 4. 1, wieder
zugefüh r werden. )
Hinweis: De lehrbücher der Anorganischen Chemie bieten umfangreiche Informatonen zu den Sal·
zen und Abbildungen zu verschiedenen Typen von Ionengitern.
27. 4 Chemische Formeln für Sale
Aus Kap. 27. 3. 2 ist bekannt, dass sich Salkrstalle dergestalt ausbi lden, dass nach
außen elektrsche Neutralität herrscht.
Dieser Sachverhalt muss auch in der chemischen Formel, die ei n Sal charakter·
sier, zum Ausdruck gebrcht werden.
Der Begrf des Moleküls, der bisher selbsterständlich für di e kleinste Ei nheit ei ­
ner Verbi ndung verendet wurde, i st bei den Salzen ni cht anwendbar, da die Ionen
i nnerhal ei nes Gitererbandes ni cht glei charigen, abgegrenzten Ei nheiten zuzu­
ordnen si nd. Hier haben wir es mit Endlosstrukturen zu tun, in deren Zusammenset­
zung die Kationen und Anionen in einem bestmmten Zahlenverhältnis zuei nander
stehen.
Die Formeln fr die Salze werden zar im stöchiometrschen Gebrauch wie Mole­
külformeln gehandhabt, si nd jedoch Verhältnisjreln.
Mit den Erkenntnissen, die wr bereits über die Elekronenhüllen der Atome
(siehe Kap. 26) gewnnen konnten, wrd es nun möglich sei n, chemische (Verhält­
nis
-
) Formeln unter Zuhilfenahme des PSE eigenstndig aufustellen.
Mit zunehmender
Ü
bung werden auch die Zusammenhänge zur Bindungswerg­
keit (siehe Kap. 25) deutli ch.
Beispiele:
Ü
berlegen Sie unter Zuhi lfenahme der nachstehenden Tabelle 27. 2,
• wie und warum di e genannten Ionen zustande kommen,
• warum die Verhältnisformel für das resultierende Salz so und nicht anders lauten
muss!
58 27 Sale
Tab. 27. 2: Ermitlung der Verhältnisforeln bei einigen Slen
Elemente, die zum Ionen mit Ver-
Name des Sales
Sal verknüpf Elektronenoktett hältls-
werden formel
(siehe PSE und für
Kap. 26.4) das Slz
Na F Na+ F
-
NaF Natrumfuorid
Li 5 li+
5'- Li,5 Lithiumsulfd
Ca 0 (+ 0'- CaO Calciumoxd
Ba I Ba'+ 1- BaI, Bari umiodid
Al B, A1
3
+ B, AlB'
3
Aluminiumbromid
Al 5 Al
3
+ 5
'-
A�
3
Aluminiumsulfd
Die am Aufbau des Sales betei lgten Ionen werden so kombi nier, dass sich
die Ladungen aufheben!
27. 5 Wihtge Sale in der anorganischen Chemie
Es gibt einige Salze, die häufg im chemischen Gebrauch si nd.
Anhand der nachstehend ausgewählten Beispiele sollen zudem zusätzli che Be­
sonderheiten der Salzbi ldung besprochen werden.
27.5.1 Sale der Hauptgruppenelemente aus einatomigen Ionen
Diese Gruppe von Salzen kann i n sehr vielen Fällen entprechend der Oktettregel ge­
handhabt werden. Die an den (häufg verendeten) Salzen dieser Kategore betei ­
li gten Elemente fnden sich vorugsweise in den Gruppen I, 11, VI und VII des PSE.
NaCl Natrumchlord
KBr Kali umbromid
MgCl
2
Magnesi umchlord
Na
2
S Natrumsulfd
27.5.2 Sale mit wechslnden Wergkeiten
I n Kap. 25. 2 wurde darauf hi ngewiesen, dass in Verbi ndungen, die aus denselben
Elementen bestehen, unterschiedliche Weri gkeiten aufreten können. Nebengrup­
penelemente bi lden vorugsweise derarge Salze.
FeCl
2
Eisen(II)-chlord
FeCl
3
Eisen(III)-chlord
27 Sle
Hg
2
Cl
2
HgCl
2
CU
2
0
CuO
Quecksi ler(I)-chlori d
Quecksi ler(II)
-
chLord
Kupfer(I)-oxid
Kupfer(II)-oxid
27.5.3 Sale mit mehratomigen Ionen
59
Mehratomige Ionen si nd gela
d
ene Atomverbän
d
e, die mit entgegengeset geLade­
nen Einzelionen oder anderen mehrtomigen Ionen Sale bilden können. Auf i hre
Bildung wrd an dieser Stelle nicht ei ngegangen.
Wichtge Beispiele sind (siehe auch Kap. 37. 3. 2):
Tab. 27.3: Bespiele für Sl mt mehmomigen Ionen
Formel des mehr- Name des mehr- Beispiel für ein Bemerkng zum
I
atomlgen Ions atomlgen Ions entsprechendes Sal
Sl (z. B. Trval name,
Verendung u. Ä. )
NH,'
Ammonlumlon NH,Cl Salmiak
Ammoni umchlorid
(0]'- Carbonation N�C� Soda, Herstellung
Natri umcrbonat
von Glas, Seife,
Waschmitln u.
Farbsf en
(
r
,

'
-
Dchromaton K,Cr,O, ei n leuchtend
Kaliumd'chromat
orangs Salz,
Oxidatonsmittel
(siehe Kap. 38. 3. 6)
OH- Hydroxdion NaOH Die Formel stht
Natriumhyroxd
fr das fste Salz
und sei ne wässrge
lösung (Naton-
lug).
NO]- Nitraton KNO] Chilesalpeter, früher
Kali umnit
zur HertUung von
Schießpulver, heute
al Mineraldünger
MnO,- Permanganaton KMnO, ein tefoltes
Kali umpermanganat
Sal, dessen wäss·
rige lösung häufg
als Oxidationsmittel
ei ngesetz wrd
(siehe Kap. 38. 3. 6)
60 27 Sale
Formel des mehr- Name des mehr- Beispiel für ein Bemerkung zum
I
atomfgen Ions atomlgen Ions entsprechendes Sal
Salz (z. B. Trvalname,
Verendung u. Ä. )
P.l-
Phosphatfon ( NH, ),PO, ein weißes Sal,
Ammoniumphosphat das aus zwei Aren
mehratomiger Ionen
beseht
50.2- Sulfaton CuSO, ein weißes Sal,
Kupferulfat
das in Verbi ndung
mi t Flüssigkeit ei nen
leuchtnd bluen
AquakompLe biLdet
(Weitere BeispieLe fnden sich in den lehrbüchern der Anorganischen Chemie. )
27. 6 Eigenschafen von Ionenverbindungen
Ionenverbi ndungen (Salze) haben gemei nsame charakerstische Eigenschafen:
• Salzschmelzen und wässrige Lösungen leiten den elektrschen Strm (vgl.
Kap. 27. 2) .
• Die in i hnen enthaLtenen Ionen ordnen sich zu regelmäßigen Krstalltrukurn,
die sowohL mi kroskopisch als auch makroskopisch charakerstische Formen für
jedes Salz herorrufen.
• SalkrstaLle si nd har und sprde. Ei ne plastsche Verformung i st nicht mögLi ch,
da Verchiebungen i m Gitererband gLeichnamige Ladungen zusammenbrngen,
wobei deren wechseleitige Abstoßung ei n Ausei nanderbrechen des Giters und
damit des Salzkrstalls bewi rkt.
• Zum Schmelen von Salen si nd hohe Temperturen erorderLich, z. B. schmil
NaCl bei 801 oe.
Die Anzi ehungskräfe zwi schen den Ionen i nnerhal des Ionengiters si nd sehr
stark. Bei Temperaturerhöhung schwi ngen die Ionen zunehmend um i hre Giter­
pläte, wobei sie di ese erst bei ei ner ausrei chenden und in diesem FaLL sehr ho­
hen Energiezufuhr verlassen können.
In der Schmelze herrschen jedoch i mmer noch erhebLiche WechseLwi rkungs­
kräfe zwschen den Ionen.
Di e recht unterschiedLichen Schmelzemperaturen werden von der Größe und
der Ladung der beteiligten Ionen stark mitbeei nfusst: So zeigen z. B. Oxide
(" Sale mit Sauerstofanionen 0
2
-
) aufrund der zweifachen Ladung der Sauer­
stofanionen besonders hohe Schmelzpunkte.
28 De Atomlndung 61
28 Die Atombindung
Neben der Mögli chkeit, das energetisch günstge Elektronenoktet durch Elekro­
nenübergang und der damit ei nhergehenden Ausbi ldung von Ionenbi ndungen zu
errei chen, gi bt es die Bindungsbildung durch die "gemei nsame Nutung" von e
-
der
an der Bi ndung beteiligten Atome:
• Diese Bindungen si nd, i m Gegensat zur räumli ch nach allen Seiten wirksamen
Ionenbi ndung, zwischen den beiden an der Bindung beteiligten Atomen lokali­
sier, d. h. die Bindungselektronen halten sich vorzugsweise im Raum zwi schen
den Atomen auf .
• Beide Bindungsparner rechnen sich die Bi ndungselektronen auf i hr jewei liges
Elektronenoktet an.
• Die Bindungselektronen si nd stets Valenzelektronen (siehe Kap. 26. 3) .
28. 1 Die Valenzstrchjormel
Um Moleküle mit Atombi ndungen entprechend verständlich und einfch darstellen
zu können, entwckelte sich im Lauf der Zeit die Valenzstdchfrmelchreibweise. Die
resulterenden Formeln heißen Lewis-Foreln.
28. 1. 1 LEWIS-Foreln der Elemente Wasertof Sauertof Stcktof
und Fluor
Die Elemente H, N, 0 und die Halogene F, Cl. Br, I liegen i m elementaren Zustnd als
zweiatomige Moleküle vor (siehe auch Kap. 12. 3). Diese Tatache ist aus dem Errei­
chen der Edelgaskonfguration bei der Moleküli ldung ei nfach zu erklären.
• Wasserstof:
Die Atome besiten ei n Elektron, symbolisier durch ei nen Pun kt neben dem Ele­
mentymbol.
Die Elektronen bilden zusammen die Bindung zschen den beiden Atomen aus,
jedes der H
-
Atome ni mmt somit Ei nfluss auf zwei Elektronen und erreicht quasi
die Heli umkonfguration .
Dargestellt wird ei n solches Elektronenpaar al einfcher Strch, al so genannter
Valenzstdch.
Zwischen den H
-
Atomen fndet sich ei ne Einfochbindung.
H · + · H -- H - H
• Sauerstof:
Die Atome besitzen sechs Valenzelektronen, d. h. zum Erreichen des Oktets
mangelt es den Ei nzelatomen am "Ei nfuss" auf zwei weitere Elektronen .
. Q. + . Q. --Q = Q
62 28 Die Atombindung
Jedes O-Atom brngt in die Bindung zei Elektronen ei n, die damit von zei
Elektronenpaarn (ver e
-
) gebi ldet wrd. Jedes O-Atom erhält so sei n Oket. Die
bei den Valenzstriche symbolisieren ei ne Doppelbindung.
• Stckstof:
Mit sei nen lediglich fünf Valenzelektronen ist das Erreichen des Oktets für Stck­
stoftome nur mögli ch, wenn jedes der beiden an der Bi ndung beteilgten
N-Atome dri Elekronen in die gemeinsame Elektronenbilanz ei nbrngt:
I � ' +
' �I � I N
=
NI
Zwschen Stickstoftomen befndet sich im elementaren Zustand ei ne Dreich­
bindung.
• Halogene am Beispiel Fluor:
Die Halogenatome si nd mit sieben Valenzelekronen nahe am Oktett, d. h. der
Ei nfluss über ein zusätliches Elekron reicht zur Bi ndungsbildung aus.
IE · + • EI � IE - EI
In den zweiatomigen Molekülen der Halogene fnden sich Ei nfachbi ndungen .
28.1.2 Nicht bindende Elektrnenpaare
Valenzelektronenpaare, die an der Bindung nicht beteiligt si nd, werden i n den Va­
lenzstrchformeln als Strche ei ngetragen, die sich nicht zwschen den Elementsym­
bolen befnden.
Solche Elektronenpaar werden auch al fie Elekronenpoore bezei ch net.
28. 2 Bindungsverhältnisse und PSE am Beispiel
der zweiten Perode
Betrachtungen der Bi ndungsbildung der Elemente der zweiten Perode des PSE
( Li -
N
e) mit anderen Atomen führen uns zu folgenden Erkenntnissen:
• L und Be verbi nden sich mi t Nichtmetallen zu Salen und gehen aus di esem
Grund Ionenbindungen (si ehe auch Kap. 26.4) ei n.
• Es sei hier erähnt, dass B (" Bor) das Elektronenokett über Atombi ndungen
und nur durch besondere Wechselwi rkungen mit sei nen drei Bindungsparnern
erreicht.
• C nimmt eine Mchtge Sondersellung ein:
Das Element C besit ver Valenzelektronen. Es benötgt dementprchend zur
Ausbi ldung des nhöheren" Oket die Beteiligung an vi er weiteren Elekronen .
( Di e theoretsche nVierchbi ndung" zu einem anderen Kohlenstofatom ist aus
Gründen der räumlichen Anordnung von Atombindungen nicht mögli ch. Die Ab­
gabe bzw. Aufnahme von vier Elektronen ist energetsch ungünsti g. )
28 De Atomlndung
Für ( gilt dementprchend:
Kohlenstoftome bilden ver Atombi ndungen aus (Ausnahmen: Kohlenstof­
monoxid siehe auch Kap. 28.3, Graphit siehe Kap. 29. 3).
Dese ver Atombi ndungen unterhält ein (-Atom zu
- ver Parnern in der Form von ver Einfchbindungn,
- dri Parnern mit einer Doppel- und zwei Einfchbindungn,
- zei Parnern mit einer Orich- und einer Enfchbindung (Ausnahme Koh
-
lensofioxid) .
(Beispiele siehe Kap. 28. 3)
63
• N, 0, F gehen mit den Atomen des eigenen Element und auch anderr Elemente
Atombi ndungen (N drei, 0 zwei, F eine) ei n.
• Ne ist ei n Edelgas und völlig reakionsträge.
28. 3 Beispiele
1. Wassertof
2. Bor
3. Kohlenstof
H
I
H - ( -H
I
H
Methan
bildet ei ne Atombi ndung:
H
-
gl
ChLorassertof,
in wässrger Lösung ¯ Salsäure
bi ldet drei Atombindungen:
I F-B -FI
-
I
-
1l1
Borrford
bildet ver Atombindungen:
H- ( = ( -
H
Ethen Ethin

=
( =
g
KohLenstofdioxid
wichtge Ausnahme:
1
( = 01
KohLenstofmonoxid
Außer zu H und 0 kann ( auch zu anderen Elementen Bi ndungen ausbi lden.
64
4. Stcktof bildet häufg drei Atombi ndungen:
H - N - H
I
H
Ammoniak
28 Die Atnmbindung
Da das N-Atom über fnf Valenzelektronen vergt, gibt es auch Verbi ndungen
des Stckstof, i n denen mehr als drei Bi ndungen i n den Molekülen aufreten.
5. Sauertof bi ldet häufg zei Atombi ndungen:
H
- Q - H
Wasser
Hier gilt wie bei N, dass aufgrund der Anzahl der Valenzelektronen auch mehr als
zwei Bindungen möglich sind.
Jedoch trt 0 gerde i n den organischen Verbindungen fst ausschließlich zwei­
bindig auf
6. Ruor bildet eine Atombindung:
H -EI
Ruorassertof
7. Schwefel bildet of zwei Atombi ndungen aus
elementarer Schwefel
bei Temperaturen unter
160'(
H -� -H
Schweflwassersof
S bi ldet elementar S8
-
Ri nge, in denen jedes S-Atom mit zei anderen S
-
Atomen
verknüpf i st.
In den velen Verbi ndungen, die der Schwefel einzugehen vermag, unterhalten
die Atome bis zu sechs Atombi ndungen.
28. 4 Zusammenfsung
• Atombi ndungen entstehen durch gemei nsame Beteiligung zweier Atome an ei ­
nem bzw. bis zu drei Elektronenpaarn.
• Die bi ndenden Elekronenpaar halten sich bevorugt im Raum zschen den
Bi ndungsparnern auf, man bezeichnet Atombi ndungen deswegen auch al Elek­
trnenpaarindungn.
29 Diamant und Graphit - Modifkationen des Kohlenstofs 65
• Die entstehenden Tei lchen si nd in der Regel elekrsch neutrle Moleküle von de­
fnierer Geometre, i n denen die Ei nzelatome fest aneinander gebunden si nd.
• Zwischen zwei Atomen sind bi s zu drei Atombindungen möglich;
Es gibt Einjch-, Doppel·und Driachbindungen .
• In den bisherigen Betrachtungen über Atombindungen wurde nicht auf die geo­
metrschen Aspekte i nnerhalb der Bindungsgefüge ei ngegangen (siehe Kap. 31
und 32) .
29 Diamant und Graphit -
Modifkationen des Kohlenstof
29. 1 Atomgitter
Atombi ndungen halten nicht nur die Atome räumlich begrenzer Moleküle zusam­
men; auch in Zusammenschlüssen unvorstellbar großer Zahlen von Atomen sind
mitunter Atombi ndungen wrksam.
Dabei entstehen regelmäßige Gitererbände, di e als Atomgiter bezeichnet wer­
den.
Klassische Beispiele fr Atomgiter si nd die beiden Varianten, in denen das Ele­
ment Kohlenstof vorliegen kann.
29.2 Modifkatonen eine Elementes
Diamant und Graphit bestehen ausschließlich aus Kohlenstoftomen, obwohl si ch
die beiden Stofe i n i hren Ei genschafen exrem unterscheiden.
Die verchiedenen Erschei nungsformen ein
-
und desselben Elementes be­
zeichnet man al Modikatonen.
Auch bei anderen Elementen fnden sich unterschiedliche Modifkatonen:
• Das Element P ist i n den Varanten rter Phosphor (ungifig und chemisch harm­
los) und weier Phosphor (sehr gifi g und außerordentlich reaktiv) zu fnden.
• Bei m Element S unterscheidet man den rhombischen vom monoklinen Schwefel.
Die Modifkationen unterscheiden sich z. B. in der Form i hrer Krstalle.
29.3 Diamant und Graphit im Vergleih
Die gravierenden Unterschiede in den Ei genschafen der beiden Kohlenstofmodif­
kationen beruhen auf der unterschiedlichen Anordnung der (-Atome i n den beiden
Atomgitern .
66
30 Di e Eleknegativtt
Tab. 29.1: Gegenübersellung der Eignschafen von Damant und Grphit
Eigensdtaf Diaman Graphit
I
atomarer Aufbau jedes (
-
Atom jedes (-Atom besit dri Einfachbindungen
unterhält ver Ei n- zu anderen (-Atomen; si e si ndjeweil i n
fachbindungen zu die Ecken eines gleldtseltgen Driecks
anderen (-Atomen; gerichtet. Di e (-Atme ordnen sich i n
di e Bi ndungen wei- zeldmnslonalen Schichten an. Die
sen i n die Ecken Gesamtheit der Elktronen, die nicht
eines regelmäßign an den Atombi ndungen beteiligt sind
Tetaeders. Der (4. Valenzelektron ! ), bildet ein .Elekonen-
Atomverband ist gas' zwschen den Schichten.
dreidimensional
vernetzt.
Aussehen farblos, durch- schwarz, glänzend
sichtig, stark licht-
brechend
Häre sehr har sehr weich
Spaltbarkeit schwer spaltbar licht entlng der Schichten spaltbar
elekrische kei ne gut, aufgrund des .Elekronengaes·
Leitfähigkeit zwschen den Schichten
Dichte 3, Sg/cm3 2,3 g/cm
3
Schmelz- schmilt nicht, ca. 3700 O(
tempertur wandelt si ch in
Graphit um
Verendung Bohr- , Schleif
-
oder Herstelung von Elekoden, Schmelgefaßen,
Schneidewerkzeug, Bleistifinen, al Schmiermittel
Schmuck
De Lehrbücher der Anorganischen (hemie bieten Abbildungen der Damant- und Grphitgitter­
strukur.
30 Die Elektronegativität
Ü
ben i nnerhalb ei ner Elekronenpaari ndung bei de Bi ndungsparner ei nen gleich
starken Ei nfluss auf die Bindungselektronen aus, so werden diese bevorzugt in der
Mite des Abstands zwischen den beiden Atomkernen anzutrefen sei n. Dies ist
stet der Fall, wenn die Bindungsparner demselben Element angehören.
Si nd jedoch Atome unterschiedlicher Elemente zu Molekülen verknüpf, so ist
der Aufenthalt der bi ndenden Elekronenpaare in der Bindungsmite der Ausnah­
mefll, da die Atome eines jeden Elementes eine indivduelle Anziehungskrf auf die
Bindungselektronen ausüben.
30 De Elkroneatvtt
Die i ndivduelle Anzi ehungskraf der Atome ei nes Elementes auf die Bi ndungs­
elektronen ei ner (Atom-)Bi ndung heißt Elektrnegatvtät " EN.
67
Die Were fr die Elekronegatvitäten der einzelnen Elemente sind Vergleichsahlen
ohne Benennung.
Sie wurden von dem Chemi ker L. Pauli ng festgeschreben (siehe Tab. 30. 1):
• Ein hoher EN-Wer vereist auf ei n starkes Bestreben des entprechenden Ele­
ments, die Bindungselekronen auf seine Seite der Bindung zu verlager.
• Ei n niedrgr EN-Wer für ei n Element drückt aus, dass dieses die Bindungseleko­
nen in der Relation nur wenig beansprcht.
• Der Difrnzbetag der EN-Were " MN der an ei ner Bi ndung beteiligten Atom­
soren gi bt Aufchluss über di e so genannte Bindungpolartät d. h. es wird er­
sichtli ch, in welchem Ausmaß die Bindungselektronen von der Bindungsmite
zum Atom mit der höheren EN hi n verschoben sind.
30. 1 Elektronegatvtäten und PSE
Tab. 30.1: Die Elektnegatvten für de Hauptrppenelement nac Pauling
I U III IV V VI VU VIII
H He
2, 20
a
Li Be B C N 0 F Ne
0,79 1,47 2,01 2,50 3,07 3, 50 4,10
a
Na Mg Al Si P S Cl Ar
1, 01 1, 23 1,47 1,74 2,06 2,44 2,83
a
K Ca Ga Ge As Se Br Kr
0, 91 1, 04 1,82 2,02 2,20 2,48 2,74
a
Rb Sr In Sn Sb Te I Xe
0,89 0,99 1,49 1, 72 1,82 2,01 2, 21
a
Cs Ba Tl Pb Bi Po At Rn
0,86 0, 97 1,44 1, 55 1, 67 1, 76 1,96
a
Fr Ra
0,86 0,97
68
30 Die Elekonegativtt
30.2 Elektronegatvität und Reaktivtät
Mit Hi lfe der Tabelle 30. 1 können mit etas
Ü
bung Eigenschafen der Elemente des
PSE i nterpretier und Prognosen über das Reaki onsverhalten gestellt werden:
• Die niedrgen EN-Were i n der Gruppe der Alkalimetalle (Ausnahme H) weisen auf
das bereit bekannte Bestreben dieser ELemente hi n, zur Erlangung des Oktet
in einer Verbi ndung das einzige Valenzelektron abzugeben (vgl. Kap. 26. 4).
Di e i n der Gruppe nach unten abnehmende Tendenz der EN-Were (C und Fr ha­
ben die gerngsten Were i m PSE) verdeutlicht, dass durch die stei gende ZahL der
Elektronenschalen, durch di e die VaLenzeLektronen vom positi v geladenen Kern
und sei ner Anziehungskraf abgeschi rmt werden, die Elektronenabgabe erlei ch­
ter wi rd.
- In dieser ELementgruppe werden Ionenverindungen mit anderen Elementen
(vorugsweise Nichtmetallen) gebildet (Ausnahme H) .
Als FaustregeL gi lt:
Ist die Difrenz der EN
-
Were öEN zeier Elemente größer al 1, 5, so gehen
dern Atome Ionenbindungn mitei nander ei n.
• In der Gruppe der Halogene fnden sich di e höchsten EN-Were des PSE, d. h. das
Bestreben, Elektronen an sich zu zi ehen, ist bei diesen Elementen besonders
stark ausgeprägt.
F besitz die höchste EN von allen Elementen. Das ist dem Umstand zuzuschrei ­
ben, dass die sieben VaLenzeLektronen bei m F kaum vom positiven Kern abge­
schi rmt sind und damit das Bestreben, mit ei nem weiteren ELekron das Oktet
aufufülLen, uneingeschränkt zur Wirkung kommt.
Mit der Zunahme der Elektronenschalen i nnerhalb der Gruppe erhöht sich die Ab­
schirmung des Kerns und die EN si nkt.
Die HaLogene bi lden, abhängig von öEN, sowohl Ionenbindungen al auch Atom­
bindungen zu den Atomen anderer Elemente aus.
• In der Gruppe der Edelgase fnden sich kei ne Ei ntragungen, da diese Elemente
aufrund i hrer Edelgaskonfguration (siehe auch Kap. 26) nur unter exremen
Bedi ngungen Verbi ndungen ei ngehen.
• Für alle anderen Elementgrppen gilt:
Die Were für die EN nehmen aufrund der Abschi rmung des Atomkernes nach un­
ten ab.
Ausschlaggebend für die Bindungpolartät (siehe auch folgendes Kap. 31) ist
der jeweilige Wer von öEN.
• Innerhalb einer Perode liegt der EN-Wer umso höher, je mehr Valenzelektronen
die äußerste Schale trägt, d. h. der nElektronen hunger" steigt mit der Annähe­
rung der Elektronenkonfguration an das energetisch günsti ge Oktet.
• Ausnahme Wassertof
Da H bereit mit dem Einfuss auf zwei Elektronen die Heliumkonjgurtion er­
langt, ist sei ne EN fr sei nen Plat i n der ersten Gruppe untpisch und als Son­
deraLL ei nzustufen.
31 De plre Atombindung 69
31 Die polare Atombindung
Bei Atombindungn zischen Atomen verchiedener Elemente ist die Verei lung der
Elektronen i n aller Regel wegen der unterschiedlichen EN der Bi ndungsparner
ni cht symmetrsch.
So halten sich die Bi ndungselektronen vorzugsweise i m Bereich des Atoms mit
der größeren EN auf. Dadurch entstehen i nnerhalb der Bindung getrennte Ladungs­
schwerunke, d. h. es bi ldet sich ein positiver und ein negativer Pol Wund 0
-
) aus.
Die aufretenden Ladungen si nd positive und negative Teiladungen.
Nach außen si nd Moleküle mit polaren Atombi ndungen elektrsch neutrl. Sie be­
siten allerdi ngs häufg Opoleigenschajen und können dann z. B. durch ei n von
außen wi rksames elektrsches Feld beei nflusst werden.
31. 1 Die Bindung im Chlorassertof molekül
Tei lladungen
A
positiv
ö
+
ö
- negatv
H gl
EN ( H) Ý 2, 20 EN (CL) ¯ 2,83
AEN ¯ 0,63
Die Bindungselektronen der Atombindung zischen H und Cl halten
sich im Mitel deutlich häufger i m Bereich des Chloratoms auf!
Das Chlorasserstofolekül ist damit ein Dipol!
31.2 Die Bindungen im Wassermolekül
EN (0) Ý 3, 50
EN ( H) Ý 2, 20
AEN Ý 1, 30
o
DipoL
De Bindungen im Wasserstofolekül si nd aufgrund
des großen Elektronegativttunterschieds der Bindungsparner
stark polar. Das Wasserstoffmolekül ist ein Dipol,
da die drei Atome wnkelförmig angeordnet si nd.
70
32 Der räumliche Bau von Molekülen
31. 3 Die Bindungen im Ammoniakmolekül
l-
0
EN (N) - 3,07
N
l
. W/l "-
H l
.
EN ( H) - 2, 20
H
l
.
DipoL
L EN - 0,87

Da die ver Atome mit i hren drei polren Bindungen eine dreiseitge Pramide bilden,
besitz auch das Ammoniakmolekül Dipoligenschafen.
31. " Moleküle mit polaren Bindungen
ohne Dipoleigenschajen
Heben sich i n einem Molekül die Dipolmomente der einzelnen polarn Bindungen
durch die Geometre des Gesamtmolekül auf, so kann "nach außen" keine Dipol­
eigenschaf festgestellt werden, z. B. CO
2
und CH4 (siehe Kap. 32) .
32 Der räumliche Bau von Molekülen
Die LEWIS-Formeln zeigen die bindenden und nicht bindenden Elekronenpaare i n
den Molekülen mit Atombindungen an, geben jedoch zunächst kei nen Aufchluss
über die räumliche Anordnung der Atome im Molekül.
Im Kap. 31 wurde diese in den Beispielen vorgegeben, um die Dipoleigenschaf­
ten erklären zu können.
Anschauli ch und erklärbar wi rd die räumliche Struktur von Molekülen an hand des
Elektronenpaarabstoßungs-Modell. Hier werden die Valenzelekrnenpaar al je­
weil räumlich gerchtete Elekronenwolken betrachtet.
32. 1 Regeln zur Ermittlung des Molekülbaus
• Bi ndende und ni chtbi ndende (" freie) Elekronenpaar der Lews
-
Formel
müssen Berücksichtigung fnden.
• Die Elekronenpaare stoßen sich aufrund i hrer gleichnamigen, negativen
Ldung ab und ordnen sich dementprechend, unter Ei nhaltung des größt­
möglichen Abstands vonei nander, geometrsch an.
• Freie Elekronenpaar beanspruchen mehr Plt al s bindende Elektronen­
paare.
• Doppel
-
und Dreifchbi ndungen können geometrsch (näherungsweise)
ei ngestuf werden wie Einfachbi ndungen.
32 Oe • • äumliche Bau von Molkülen 71
32. 2 Molekülbeispiele mit ver Elektronenpaaren
Vier von ei nem Atom ausgehende Elektronenwolken rchten si ch häufg in die Ecken
eines Tetraeder aus, da so der maxmale Abstnd gleicher Ladungen gewährleistet
ist.
Methan
H
I
H-C-H
I
H
O. Bindungsnkel
HeH betäg 10. S'
e idel.
Teled.rnkel
tetraedrsch
I
Molekül al
Ganzes unpolr,
die Dipolmomente
der ver Einfch­
bindungen heben
sich durch die
rgelmäßige
Geomee auf.
Ammoniak
H-N-H
I
H
O. Bindungsnk.1
HNH beträgt 10
7
'.
Er is k1ein.r al d.r
Teled.rnk.l
pyramidal
Molekül plar,
negatver Pol
bei Stckstof
I
Waser
I
, Chloraserof , 1
. Hydrenchlord)
H
-
Q
-H
lews-ForeLn
Or Bindungsnk.1
HOH betäg 10'.
Er is kleiner al
d.r Tetaed.rnk.l
gewnkelt
Molekül polr,
negativer Pol
bei Sauertof
H-QI
linear
Molekül polar,
negatver Pol
bei Chlor
Kohlensf-
dioxid
:
=
C
= g
Durch die beiden
Dopplbindungen
ist ein besonderes
Bindungsgefge
gegebn
linear
Molekül
unpolr, Dpol­
momente
der polaren
Dopplebindungen
heben sich auf.
Ab 32. t: Bespiele für die rumliche Ausrchtn b Molkülen mit ver Elektronenpaaren
72 33 Wechselwrkungen zschen Stofeilcen
32. 3 Übericht über geometrsche Formen in Molekülen
Die Formenvelflt i n der Molekülgeometre ist beachtlich, da zwschen zwei und
acht Elektronenpaare der Valenzschale ei nes entsprechenden zentralen Atoms ei­
nen Einfuss auf die räumliche Struktur ei nes Molekül ausüben. Da die resulteren­
den Verbi ndungen zum Teil ausgesprochen eotisch si nd und in der gängigen Che­
mie eher selten ei ngeset werden, sollen hier nur Sti chwore gegeben werden .
Tab. 32. 1: Molekültrkr beogen au die Zhl der Valenzelektnen
des zentlen Atoms im Molekül
Geamtanzhl der bindenden bz. Möglichkeiten der geometrischen
_I
nicht bindenden Elektronenpaare Molekülstuktur
2 Linear
3 trigonaL-pLnar, gewinkeLt
4 tetredrsch, trgonaL-pyramidal
gewnkeLt, Linear
5 trigonaL-bi pyramidaL, T-frmig, Linear
6 oktedrisch, quadratisch-pyramidaL,
quadratisch-pLanar
8 quadratisch-ant prsmatsch
Eine Vielzahl von Beispielen und Abbildungen bieten die Lehrbücher der Anorgani­
schen Chemie!
33 Wechselwirkungen zwschen Stofeilchen
Zwischen den Stofei lchen der Matere (" Ionen, Atome, Moleküle) bestehen meist
mehr oder weniger starke Beei nfussungen und Anziehungskräfe:
• In Kap. 27. 3. 1 wurden die Anzehungskräfe zwischen Ionen in Salzen behandelt.
• Atome verbi nden sich zu klei neren oder größeren Verbänden (Moleküle, Atomgit­
ter) (siehe auch Kap. 28) .
• Zum Sch melzen, zum Verdampfen und zur Sublimation von Stofen (vgl. Kap. 2)
muss Energie aufgewendet werden, die zur
Ü
berwi ndung der zwschen den Teil­
chen wi rksamen Kräfe erorderlich ist.
(Smp. , Fp. -Schmelpunk Festpunk; Sdp., Kp. - Siedepunk, Kochpunk)
Je höher diese stofpezifschen Temperturwere liegen, desto fester ist der Zu­
sammenhalt bzw. stärker ist die Wechselwi rkung zwschen den Stofei lchen.
• Bei den gasförign Elementen (atomar: Edelgas - sowie molekular: Wasser­
stof, Stckstof, Sauerstof, Fluor, Chlor) ist die gegenseitige Beei nfussung der
Tei lchen gerng:
Die Edelgasatome besitzen i hre stabile Elekronenkonfguraton der Valenzscha­
le. Die übrgen gasförmigen Elemente bestehen aus unpolaren, relativ stabilen
zweiatomi gen Molekülen.
33 Wechslwi rkungen zwiscen Stofeilchen 73
Neben den "echten" Bindungen, wie wir sie mit der Ionenbi ndung und der Atom­
bi ndung kennen gelernt haben, gibt es alo eine Rei he von Kräfen zwischen den
Tei lchen, die am trefndsten mit dem Begrf Wechselwirkungen überschreben
werden können. Dabei wird deulich, wie sich Stofei lchen gegenseitig beei nfus­
sen, jedoch wirken sich diese Kräfe nicht auf die Verknüpfng der Atome i nnerhalb
von Molekülen aus.
33. 1 Van-der- Waals-Kräfe
Diese Kräfe wirken zwischen unpolarn Molekülen (oder auch den Edelgasatomen) und
sind sehr schwach. Bei ei ner entprechend großen Zahl von Molekülen stellen sie je­
doch i n der Summe ei ne wichtige Form der zwschenmolekularen Wechselwrkung dar.
Besonder Bedeutung kommt den Van-der
-
Waal
-
Kräfen in der Organischen
Chemie zu (s. a. Kap. 39. 6), die ganze Stoff amilien unpolarer Moleküle erschließt.
Die Anzehungskräfe zwschen unpolaren Molekülen, wie z. B. den Methanmole­
külen (s. Kap. 32. 2) oder den Halogenmolekülen F
2
, Cl
2
, Br
2
' 1
2
erklär man durch
ei ne zeitlich nicht immer symmetrsche Vereilung der Elekronen i nnerhalb des
Moleküls. So entstehen für sehr kure Zeit schwache Dipole, so genannte spontane
Dipole, die auf die Elektronen benachbarer Tei lchen Anziehungs
-
bz. Abstoßungs·
kräfe ausüben und diese dadurch ebenfalls polarsieren. Diese Tei lchen si nd dann
induziere Dipole. Aus den gegensätzlichen Teilladungen der spontanen und i ndu­
zieren Dipole resulteren die schwachen, elektrostatischen Van-der-Waal-Kräfe.
Die Van-der
-
Waals
-
Kräfe (abgekürt: VdW-Kräfe) si nd abhängig von der Molekül­
oberäche, sie nehmen mit steigender Oberäche zu!
33.1.1 Van-der-Waal-Kije am Beispiel der Halogene
Betrachtet man die Elemente i n der Gruppe der Halogene, so stellt man fest, dass F
und Cl gasförmig, Br füssig und I fest (bei Zi mmeremperatur) voriegen.
Dies lässt sich mi t Hi lfe der oberächenwi rksamen Van
-
der-Waal
-
Kräfe begründen :
1. Die Molekülgröße ni mmt mit der Ordnungszahl zu, da die Elektronenhüllen der
Ei nzeltome größer werden .
2. Die elekrostatischen Van-der
-
Waals-Kräfe können zunehmend stärker wrkam
werden.
3. Die Eigenbewegung der Moleküle wrd zunehmend eingeschränkt. der Zusam­
menhalt wrd stärker.
4. Aus diesem Grund ist elementares Brom füssig, der trot allem wi rksame, unpo­
lare Charaker der Brommoleküle zeigt sich jedoch i n der starken Neigung des
Broms zum Verdampfn .
Iod ist ei n Festtof, in dem die lodmoleküle ei n regelmäßiges Molekülgiter aus­
bi lden (in dem die Tei lchen jedoch wesentlich weniger fest zusammenhalten, al
i n ei nem Atom
-
bzw. Ionengiter) . Allerdings zeigt sich auch bei Iod, dass die
Moleküle prnzipiell unpolar und die Van-der
-
Waals-Kräfe schwach si nd, da es
subli mierbar ist, d. h. die Moleküle gehen verhältnismäßig leicht aus dem Giter­
verband in die Gasphase über.
74 33 Wechselwrkungen zschen Stofelcen
In diesem Zusammenhang erschei nt der Hinweis nütLi ch, dass die Ei genbewegung
der Tei Lchen eines Stofes i n der Rei henfoLge der Aggregatzustände
gasförig -- füssig -- fest
abnimmt, der Zusammenhalt und die gegenseitige Beei nflussung dagegen zunimmt.
33.2 Wasertofbrückenbindungen
VergLei cht man die Siedepunkte der Wasserstoferbi ndungen einiger ELementgrup­
pen, so fallen Beispiele mit bemerkenswer erhöhten Siedepunkten auf: Dies sind
NH
3
, H
2
0 und HF ( Fluorasserstof i n den Hauptgruppen V, VI und VII.
Zwischen den MoLekülen dieser Verbindungen bestehen ofensichtlich besonders
starke Wechselwirkungen, die foLgendermaßen zu interpretern si nd:
1. Di e .EN-Were (s. Kap. 30) der Bindungen zwischen H·Atomen und den Atomen
von N, 0 bzw. F si nd sehr groß.
2. Die Moleküle besiten dementprechend ausgeprägte Di poleigenschafen.
3. An den "Molekülendenu, an denen die H-Atome lokalisi er si nd, fndet sich eine
starke positive TeiLladung �., der am GegenpoL ei ne entprechende negatve TeiL­
Ladung �- gegenübersteht.
4. Die Molekülpole ziehen jewei ls die gegensätLich geLadenen PoLe von Nachbar-
malekülen an.
5. E entteht ei n i ntensiver Zusammenhalt zwischen den Molekülen.
Diese starke Wechselwrkung zwischen benachbaren MoLekülen heißt Wasserstof-
brückenbindung
�- �. ö
-
ö
.
/ 0-H " " " 1 1 1 1 1 1 1 /0 ¯H
/ /
ö· H ö· H
Wasserstofbrückenbindung
33.3 Dipol-Dipol- Wechselwirkungen
Zwischen den polaren Molekülen von Verbi ndungen, wie z. B. der Halogenwasser­
stofe HF, Hel, HBr (Bromwasserstof) und HI (Iodwasserstoff), die aufrund i hrer
Molekülgeometre so genannte peranente Dipole darstelLen, bestehen anziehende
Wechselwirkungen, die als Dipol-DipoL-Wechselwirkungen bezei chnet werden.
Die Intensität der Dipol-Dipol-WechseLwi rkungen wird von mehrren Faktoren
beei nfLusst:
1. .EN (s. Kap. 30) der Atombindungen drück die i nnerhalb eines Moleküls vor­
handene Polartät quanttatv aus und vermiteLt ei n relatives Maß fr die Stärke
der Di polei genschafen.
2. Zusätzlich machen sich zwschen den MoLekülen u. U. auch andere Wechselwr­
kungen bemerkbar, d. h. ei ne isoliere Betrachtung ist of gar nicht möglich .
33 Wechslwrkungen zwiscen Stofeilchen 75
Die DipoL-DipoL-WechseLwi rkungen sind relativ schwache zwischenmolekular Kräfe,
diejedoch aufdie Siede- und Schmelzpunkte der Verbi ndungen Auswi rkungen besit­
zen oder auch, vor aLLem bei MakromoLekülen organischer Verbi ndungen (z. B. bei Ei­
weißstofen), ei nen Einfuss auf die räumliche Anordnung von MoLeküLabschniten
ausüben.
33.4 Lösungsvorgänge und Lösungsmitel
PrnzipieLL gilt die ei nfache GrundregeL:
Ä
hnlches Löst sich i n
Ä
hnlichem!
33.4.1 Waser al Lösungmitel jlr Sale
Salze oder auch Stofe, deren MoLeküle poLare Ei genschafen besiten, Lösen sich i n
der RegeL i n "poLarenu LösungsmiteLn, we z. B. i m Wasser ( s. Kap. 31. 2) .
Löst sich z. B. ein farbLoses Salz i n Wasser, so ist nach dem Lösungsvorgang der
Feststof nicht mehr zu sehen, die Flüssigkeit schei nt ihn voLltändig aufgenom­
men zu haben. Prüf man die Eigenschafen der entstandenen wässrgen Lösungen,
so fllt auf:
• U. U. hat sich die Temperatur der Füssigkeit erhöht oder erniedrgt, da auch Lö­
sungsvorgänge mit Energieumsäten verbunden si nd.
• Di e Dichte und die Lichtbrechenden Eigenschafen haben si ch veränder.
• Siedepunkte Liegen höher (Siedepunkterhähung) und Geferpunkte niedrger
(Geferunkteriedrgung) al beim rei nen Lösungsmitel.
Diese Veränderungen der Eigenschafen beider am Lösungsvorgang beteiLigten
Stofe lässt auf weitere Formen der WechseLwrkung zwischen Tei lchen schLießen.
Hier ist es die Wechselwirung zwischen Wassermolekülen und Ionen, mi t der das
Lösungsvermögen des Wassers stellverretend einer genaueren Betrachtung unter­
zogen werden soLL:
Katon im Ionengitter eines Sales, kleiner
Anion,
Ionenradius aufrnd positiver Ladung Anion, aus dem Giter
großer
i m
herausgelöst
Ionenradius
i
aufgrund . .
negatver ¯
Wasserdl
'
?l mIt
Ladung
dem posItven Pol

zum Anion gerchtet
= -
°O

e
Wasserdipol, mit
Kation, aus dem ~ <:Go- dem negatven Pol
Giter herausgelöst 00<: zum Katon gerchtet
Abb. 33.1: Hydraton von Ionen beim Lsen eines SlkstU
76 33 Wechselwirkungen zschen Stofilchen
Die durch die Wirkung von polaren Wassermolekülen aus der Oberäche des Ionen­
giters herausgedrängten Kationen und Anionen werden sofor vollständig mit
Wassermolekülen umgeben, wobei sich die jeweil entgegengeseten Ladungen
bzw. Teilladungen annäher.
Die Wassermoleküle bilden um jedes Ion eine Hydrathülle. Der Vorgang dieser
Umhüllung heißt Hydratation.
Beim lösungsvorgang in Wasser gehen die Ionen entprechend der Löslichkeit
(siehe auch Kap. 33. 4. 3) eines Salzes aus dem Verband des Ionengiters in einzel­
ne, hydratsiere Ionen über.
Der lösungsvorgang ist mit Energieumsäten verbunden. Der Energiebetrag, der
zur Aufösung des Gitererbandes eines Salzes aufgebracht werden muss, hei ßt Git­
terenthalpie, der Energiegewi nn bei der Hydrtation ist die Hydrtationsenthalie.
Die Diferenz aus beiden Größen i st die Lösungenthalie, welche das lösungsver­
halten i nsgesamt mitbesti mmt und die am Anfang erähnten Temperturänderun­
gen verursacht.
33.4.2 Unpolare Lsungmitel
lösungsmittel, deren Moleküle kei ne Tei lladungen besiten oder in deren Molekü­
len sich die Dipoleigenschafen einzelner Atombindungen durch die Molekülgeo­
metre aufheben (siehe Kap. 32. 2) , werden als "unpolare" lösungsmitel bezeich­
net.
Beispiele:
l ai
I
(
I
g
/
i

g
l
I gl
TetrachLormethan oder
TetrachLorkohLenstof,
das MoLeküL ist
i nsgesamt unpolr
H H H H H H
I I I I I I
H-
( -( -( -( -( - ( -
H
I I I I I I
H H H H H H
n-Hexan
ist ein organisches,
Lang gestrecktes MoLeküL ohne
polare Eigenschafen
Nach der Grundregel "
Ä
hnliches löst si ch in
Ä
hnlichem" lösen sich Stofe mit weit­
gehend unpolaren Molekülen, wie z. B. die Fette, in lösungsmiteln wie Benzi n,
dessen Hexanmoleküle ebenfalls unpolar sind ( Pri nzip des "Fleckenwassers").
Unpolare lösungsmitel we Tetrachlormethan vermögen Salze oder polare Stof
nicht zu lösen!
33.4.3 Zusammenfsung und FachausdrDcke
• Polare und unpolare Stofe lösen sich nicht i nei nander (Man orentere sich an
den Fetaugen auf der wässrgen Suppe! ) .
• Die Stofmenge, di e ei n bestmmtes lösungsmitel aufnehmen kann, ist von
Stof zu Stof unterschiedlich - es gibt schwerlösliche und leichtlösliche Stofe.
34 Massenanteil und Volumenanteil 77
• Salze si nd i n Wasser oder auch anderen lösungsmiteln mengen mäßi g unter­
schiedli ch gut löslich
.
Die so genannte Löslichkeit l ei nes Stofes gi bt an, wievel
Gramm eines Stofes in einer lösungsmittelporion der Masse 100 g bei ei ner be­
stmmten Temperatur gelöst werden können.
Die Ei nheit ist g/100 g.
Beispiel:
l ( Rohrzucker i n Wasser) " 203, 9 g/100 g
l (Gips in Wasser) 0, 2 g/100 g
• Ei ne tefergehende quantitative Erssungs- und Einschätzungsmögli chkeit bie­
tet das so genannte Löslichkeitprduk
(Weitere Auhrngen zum Lösli chkeibproduk snd den Lehrbüchern der Anoranischen Chemie z ent·
nehmen!)
• Man unterscheidet ungesätgte und gesättigte lösungen: Erstere vermögen wei­
tere Poronen des zu lösenden Stofes (bis zum Erreichen der lösli chkeit) ohne
Rückstand aufunehmen, i n letteren setzt sich di e zusätliche Substanz al
Bodenkörper i m Gefß ab.
• Erolgt kei n gesonderer Hinweis auf das lösungsmitel, so kann von einer wäss­
ri gen Lösung ausgegangenen werden.
• Mitunter i st es erorderlich, i n den Reaktonsgleichungen Hi nweise auf die Ag·
gregatustnde der Reaktionsparner oder auf die Hydrathüllen der i n ei ner
lösung vorhandenen Ionen unterubrngen.
Beispiele:
NaCl (s) -- Na·
(aq) + Cl
-
(aq)
Festes NaCl (Natrumchlord) geht i n Lösung und es entstehen hydratsiere
Ionen Na· (aq) und Cl
-
(aq) .
CUS04 -- Cu
2
• (aq) + SO
l-
(aq)
Festes CUS04 (Kupfersulfat) geht i n lösung und es entstehen hydratisiere Ionen .
• Mehratomige Ionen we das Sulfaton S04
2
-
bleiben in Lösung al Verband erhalten!
34 Massenantei und Volumenantei
Gerade bei der chemischen laborareit ist es of vonnöten, lösungen herustellen,
die ei nen besti mmten Gehalt an ei nem gelösten Stof aufeisen.
Der Massenantei/ w ei ner lösung i st der Quotent aus der Masse m(X) des gelös­
ten Stofes X in g und der Masse der Lösung m( Ls) in g.
m(X)
w
=
¯
m( Ls )
Der Massenantei l wird in Prozent O angegeben :
Eine 5 %ige Kochsallösung enthält somit 5 g Natrumchlord in 100 g lösung.
Bei gelösten Flüssigkeiten wird der Volumenanteil q zur Angabe des Gehaltes der
Lösung verwendet.
Der Volumenanteil q ist der Quotient aus dem Volumen V(X) der gelösten flüssig­
keit X und dem Volumen der Lösung V(Ls) , jewei l i n ml.
V(X)
q
=
V(Ls)
78
35 Die Stofmengenkonzenttion
Auch der Volumenanteil wird in der Regel in "0 ausgedrückt:
Ei ne Lösung mit ei nem Volumenantei l von 35 "0 wird hergestellt, i ndem 35 ml ei­
ner Rüssi gkeit mit dem Lösungsmittel (mögli chst im Eichgefaß) auf 100 ml auf­
gefllt werden.
35 Die Stofengenkonzentration
Diese quantittive Größe ist für stöchiometsche Berechnungen mit Lösungen sehr
wichtg und wrd entprechend i n den nachfolgenden Kapiteln häufg gebraucht wer­
den. Sie gibt Auskunf über die Stofenge eines gelösten Stofs (=n(X) in mol, vgl.
Kap. 21) i n ei nem besti mmten Lösungsvolumen (=V(L) i n l) bei Raumtempertur.
Die Einheit für die Stofmengenkonzentrtion c(X) ist
m�l
c(X) ¬
n(X)
V( Ls)
Di e Konzentratonsangabe bezeht sich auf das Volumen der Lösung = V(Ls) und
nicht auf das Volumen des Lösungsmitel!
Stellt man z. B. ei ne Lösung der (Stofengen-) Konzentraton c(X) = 1 moVl her,
so wird 1 mol des Stofes X in ein Einliter-Eichgefß eingebrcht und sodann mit
dem Lösungsmitel genau bis zur Ei nlitermarke aufgefüllt.
Beispiel:
Ei ne Natrumhydroxi d-Lösung (= Natronlauge) der Stofmengenkonzentraton
c(NaOH) = 0,5 molj enthält:
V (NaOH) n (NaOH) m (NaOH)
I
Einwaage ermittelt aus
m - n · M
in 1,0 I Lösung 0,5 mol 20 g
in 0,5 1 Lösung 0,25 mol 10 g
in 2 1 Lösung 1 mol 40 g
Allgemei n:
Der Quotent aus Stofmenge n(X) und V(Ls) ergibt stets denselen Wer und ent­
sprcht dem Wer der Stofmengenkonzentraton .
36 Das Aufpalten von Atombindungen
Um wichti ge Reaktionstpen der Organischen we auch der Anorganischen Chemie
verstehen zu können, ist das Wissen um die Möglichkeiten ei ner Aufspaltung von
Molekülen mit Atombindungen von Bedeutung.
Da Atombindungen von ei nem oder mehreren Elektronenpaarn gebi ldet werden,
kommt es bei einer Spaltung darauf an, ob die Elektronen gleichmößig oder unsym­
metrsch auf die bishergen Bi ndungsparner aufeteilt werden.
Auch bei der Trennung von Bindungen im Verauf einer chemischen Reakon i st es
die Bindungspolartät (siehe Kap. 3 1), die die Ar und Weise des weiteren Reak­
tionsverlaufs entscheidend mitbeei nflusst.
36 Da Aufplten von Awmbindungen
36. 1 Homolyse
Bei der Herstellung von Chlorasserstof HCl läuf die nachstehende Reakon ab:
H
2
(g) + Cl
2
(g) - 2 HCl (g)
6H - - 18 K
(De exothere Reakion kann mit licht al Aktverungsenergie in Gang gese weren! )
79
Im Reaktonsverlauf müssen die unpolaren Wasserstof- und Chlormoleküle auf­
gespalten werden, um sich zu den polaren Chlorasserstofmolekülen verei nigen zu
können.
Das Gemisch aus H2 und C� hei ßt Chlornollgas und reagier entprchend explo­
siv.
36.1.1 Der Reakonmehanfsmus der Chlorasertofertellung
Beabsichtgt man, den Ablauf einer chemischen Reakti on auf atomarer Ebene ge­
nauer zu studiern, so erweist es sich als günstig, ei nen so genannten Reakons­
mechanismus zu formulieren: Dabei wird der Gesamtablauf ei ner Reakon, wie i hn
di e Reaktonsgleichung wiedergibt, i n Einzelchrte zerlegt.
Für diese werden dann eigenständige solcher Reaktions-(Abschnit-)glei chun­
gen erstellt, di e auf Details des Reakionsablauf ei ngehen.
Besonders häufg bedient man si ch solcher Reaktonsmechanismen zur Auflä­
rung des Reaktonsgeschehens in der Organischen Chemie.
Die Entstehung von HCl aus den Elementen lässt sich i n folgende Tei lschrtte zer­
legen:
Ketenstar:
I
g
-
g
l
Ketenforpfanzung:
I g · + H-H
H · + I g
-
gl
Wasserstof­
Radi kl
Ketenabbruch:
Licht
Chlor-Radikale,
äußerst reakv
H . + H-gI
I g . + H-gl
Radi kale trefn aufei nander und verei nigen sich vorugsweise z u HCl-, aber auch
wieder zu Cl
-
und H-Molekülen.
H · +
I g
·
H -gl
H · + H ·
H -H
I
g· +
I Q'
l a-al
80 36 Das Aufspaltn von Atombi ndungen
36.1.2 Zusammenfassung und Fachbegrf
Bei der Reaktion von Wasserstof und Chlor zu Chlorasserstof handelt es si ch um
ei nen Radikalketenmechanismus, der nach dem Hinzutreten von Aktvierungsener­
gie eplosionsarig verläuf.
Die Trennung der bindenden Elektronenpaare der Ei nzelbi ndungen erolgt homo­
Lytisch, die Elektronen werden also glei chmäßig auf die ehemaligen Bindungspar­
ner vereilt.
Die entthenden RadikaLe sind kurzlebige Teilchen, die sich mit i hrem ein­
samen, ungepaaren ELektrn in ei nem eneretsch höchst ungünstgen Zu­
stand befnden. Dies ist jedoch der Grund fr i hre außerorentlich hohe Reak­
vtät_
Der ZusammenschLuss von RadikaLen zu energetsch bevorugten, stbilen Molekü­
len, i m betrachteten Fall zu den Chlorassertofolekülen, set vieL Enere fei,
d. h. die Reaki on ist i nsgesamt exotherm (siehe dazu auch Kap. 13. 2) .
36. 2 Heterolyse
Neben der homolyischen Trennung von Atombindungen ist ei ne Aufpaltung mit
einseitiger Zuteilung der Bindungselektronen an einen Bindungsparner mögli ch.
36.2.1 Reakon zwschen Chlorasertof und Waser
Die Reakton zwschen H
2
0 ( l) und HCl (g) verläuf spontan und kräfi g:
H
2
0 ( l) + HCl (g) - H
3

(aq) + Cl
-
(aq)
Die nähere Betrachtung des Reakonsablaufes zeigt, dass sich zum einen Chlorwas­
serstof i n Wasser aufgrund der polaren Eigenschafen beider Stofe i n resigen
Mengen löst und dass sich zum anderen ei ne wchtige chemische Reakton zwi­
schen den Molekülen beider Stofe abspielt:
Die lösung besit nämlich eLektrsche Leitähigkeit und es lassen sich Ionen
nachweisen, d. h. aus Molekülen mit polaren Bindungen (siehe Kap. 31) si nd gela­
dene Tei lchen entstanden.
Reaktionsmechanismus:
H


1 0 1 + H -Cl
H/
-
1- 1-
Zwschen einem feien Elektronen­
paar de Suerstof des Waser­
moleküls und dem positiven Pol des
Wasserstofs des HCl-Moleküls
erolgt ei ne Annäherung
I. I.
H�
. .
1 0 - - - - H - - - - Cl
H /
-
Ü
berngIsnd:
Die Bindung I. ist noch
nicht geschlossen, die
Bindung I. noch nicht
volltändig gelöst
37 Protonenübergäng
wrd überagen
"I O� H
Ein Proton H
[ H
] +

H
/
-
Oxoniumion ª
Hydrxoniumion
Das Oktet des
O-Atoms bleibt
erhalten, obwohl
es eine positive
ladung täg
36.2.2 Zusammenfasung und Fachberfe
Chlordion
Das ehemalige
Bindungselekronen­
paar bleibt ganz
beim Chlor
Bei der heterLyschen Spaltung einer Atombi ndung eräLt das eLektrnegati­
ver Atom das bindende Elekrnenpaar ganz und es enttehen Ionen aus vor­
malg neutalen Teilchen.
81
• Die Reakton zwischen gasförmigem Chlorwasserstofund Wasser ist geprägt von
der großen Löslichkeit (siehe Kap. 33. 4. 3) beider Stofe i nei nander und der star­
ken Tendenz zum Prtonenüberang (siehe auch Kap. 37) zwischen den Molekü­
len bei der Stofe.
• Ei n Prton ist ein Wasserstofon H+, d. h. ein Wassertofatom hat sein einziges
Elektron abgegeben.
• Die resulti erende Lösung enthält negatv geladene Chlordionen Cl
-
und positiv
geladene Oxoniumionen H
3
0· (" Hydroxoni umionen), wobei letere die sauren
Eigenschafen der Lösung (siehe Kap. 37) bedi ngen.
• Ei ne Lösung von Chlorwasserstof i n Wasser hei ßt Salöur, wird wie die rei ne,
gasförmige Verbi ndung mit der Formel Hel bezeichnet und in dieser Form auch in
den Reaktonsgleichungen verendet.
• Die starke Trebkraf der Reakton liegt beispielweise darn, dass das Chlordion
mit sei ner Edelgaskonfguration als Produkt entteht und dass die beiden Ionen­
soren aufgrund der Ladungen ei ne umfangrei che Hydrathülle ausbilden, wobei
eine beachtliche Hydratationsenthalpie (siehe Kap. 33. 4. 1) freigesett wird.
37 Protonenübergänge
Bei der i n Kap. 36. 2 betrachteten Heterolyse wird ei n Proton aus den Molekülen ei­
ner Verbi ndung (Chlorwasserstof herausgelöst und auf die Moleküle ei ner anderen
Verbi ndung (Wasser) überragen.
Es handelt si ch dabei um ein Beispiel für ei nen sehr häufg aufretenden Reak­
tionstp, der durch solche Prtonenüberänge charaktersier ist:
82 37 Protonenübergänge
• Stof, die Protonen abgeben (i m Bsp. Chlorasserstof werden al Säuren -
Prtonendonatoren bezeichnet.
• Desgleichen sind Stof, die Protonen aufnehmen (i m Bsp. Wasser) als Baen
¯ Prtonenakeptorn defnier.
• Der Reaktonstp, dem Protonen übergänge zugrnde liegen, hei ßt Säure
Base-Reakon.
Der Austrtt von Prtonen aus Molekülen ist das gebräuchlichste Beispiel ei ner Heterolyse und wird
dementsprechend als Protolyse bezeichnet.
Es ist ausgesprochen wichtg, sich neben dem charakterstschen, "mechanischen"
Platwechsel eines Protons während ei ner solchen Reakti on über das Ausmaß der
grundsätzlichen Bereitschaf der beteiligten Tei lchen einerseit zur Protonen­
abgabe und andererseit zur Protonenaufnahme klar zu werden. Hier exstieren ge­
waltge Unterschiede, die bei quantitativen Betrachtungen Berücksichtgung fn­
den müssen (vgl. Kap. 37.4) .
37. 1 Grundlegende zu Säuren und Basen
Früher erkannte man Säuren als Stofe, die sich entweder durch i hren sauren Ge­
schmack, wie z. B. die Essigsäure und die Zitronensäure, oder durch i hre ätenden
Eigenschafen, wie die Salsäure oder die Schwefelsäur auszeichneten.
Basen waren Stofe, di e di e Wi rkung von Säuren aufheben " neutralisieren (vgl.
Kap. 37. 10) können, deren Geschmack als seifg einzustufen ist und die i n entpre­
chender Konzentrton i hrerseit ätende Wirkung entfalten können. Wichtge Bei­
spiele si nd Natrumhydroxid (
Ä
tznatron) und Ammoniak.
Von den früher üblichen Geschmacksproben ist allerdi ngs entchieden abzuraten!
Die Begrfe Säure und Base werden heute vor dem Hi ntergrund der ei ngangs er­
wähnten Defniton des Protonenübergangs nach dem Chemiker Brönsted verwen­
det:
Teilchen, die bei Reaktonen Protonen abgeben, sind Bfnsted-Säurn und
Teilchen, die Protonen aufunehmen vermögen, sind Brönsted-Basen.
Der Säure-Base-Begrfnach Brönsted beschränkt sich aufgrund des obligatorschen
Protonenübergangs auf WassertoJerbindungen!
Die flgenden Ausführungen beziehen sich stet auf Brönsted-Säuren bzw.
-Basen!
(Informationen zum noch weiter gefassten SäurBase-Konzept nach Lews sind den Lehrbücher
der Anorganischen Chemie zu entnehmen! )
37 Prtonenübrgäng 83
37.2 Die Säure-Base-Reakon
De Zuordnung von Stofen bzw. Tei lchen zu einem der Begrfe "äure" oder "Base"
erolgt aufgrund i hres Vermögens Protonen abzugeben oder aufunehmen, ent­
sprcht also einer Teichenfnkon.
Oies drück sich in der nachstehenden allgemeinen "Funkionsgleichung" fr
Säure-Base-Reakionen aus:
37.2.1
HA + IB � A
-
+ HB+
Säur- Bae - Ionen
Protonen· Protonen·
donator, akeptor,
Wasertof· Verbindung
verbindung mit mind.
einem feien
Elkonenpaar
Beispiele
1. HCl + H
2
0 � Cl
-
+ H
3
O+
(siehe Kap. 36. 2 Heterolyse)
Achtung: Bei dieser Reakion ist Wasser die Base!
Säure
Base
Protonen· Protonen·
donator akeptor
Das freie Elelronenpaar
des N·Atoms knüpf eine
neue Bindung zu einem
H·Atom des Wasser·
molküls, das bindende
Elelonenpaar bleibt
beim O-Atom.
Hydroxidion Ammoniumion
Bei diesem Protonen übergang ist Wasser die Säure!
84
3. Hel +
H
/ ¿ I
[ < J -
�� -H - I �l l +
37 Protonenübergänge
NH/
Säure
Protonen­
donator
Base
Protonen­
akeptor
ChLordion Ammoniumion
Das freie Elekronenpaar
des N-Atoms knüpf ei ne
neue Bi ndung zu einem
H-Atm des HCl­
MoLekül, das bindende
ELekronen paar bLeibt
bei m Cl-Atom.
Innerhal der Klammer
geben die PLus- und Mi nus­
zeichen an, wo die ladung
Lokalsier sind:
Bei m Ammoniumion tägt der
Stickstof die positive
ladung.
8ei diesem Protonenübergang ist Chlorwasserstof
(Saläure) der Protonenspender!
Den Beispi elen 1-3 entsprechend si nd flgende Aussagen festuhalten:
• Durch Säur-Base-Reaktianen enttehen i n der Regel aus Molekülen Ionen!
(Ausnahmen sehe 8emerkung unten!)
• Ei n feies Elektronenpaar des Basenteilchens bi ldet eine neue Atombi ndung zu
ei nem Proton des Säuretei lchens aus. Dabei verlier das zentrale, "basische"
Atom nicht das Elektronenoktet überni mmt jedoch die positve Ladung, die das
Proton "mitbrngt".
• Das ehemals bindende Elektronenpaar i m Säurtei/chen bleibt vollständig dor zu­
rück und verursacht durch das überählige Elekron ei ne negative Ladung. Der vor­
malige Bindungsparner des Wasserstof besit nach we vor ei n Elektronen­
oktet, kann jedoch ei n zusätzliches Elekron quasi "ganz" fr sich beanspruchen .
• Wassermoleküle können je nach Reaktonsparner Protonen aufnehmen bzw. ab­
geben (siehe auch Kap. 37. 3).
Bemerkung:
Da auch Ionen als Säurn oder Basen wirksam werden können, wenn se mit dem entprechenden
Reakionsparner konfrontier sind, können andere ladungsverhältnisse aufrten: So is beispiels­
weise das positiv geladene Ammoniumion eine potenteUe Säure und geht durch eine Protonen­
abgabe in das neutral Ammoniakmolekül übr!
37. 3 Ampholye
37.3. 1 Waser ¯Ampholy und Lsungmitel
Mit dem Wassermolekül ist ein Tei lchen bereit bekannt (siehe Kap. 37. 2. 1), das je
nach Reaktionsparer al Säure oder als Base wirksam werden kann. Solche Teil­
chen bezeichnet man al Ampholyte.
37 Prownenübrgäng 85
• Wi rd nun in Wasser ein Stof gelöst, dessen Tei lchen ei ne stärkere Neigung ha­
ben, ein Proton abzugeben als die Wassermoleküle, so i st dieser Stof ei ne stär­
kere Säure (schwächere Base) al Wasser
In diesen Fällen ist die Säure-Base-Reaktion von einem Protonen übergang zum
Wassermolekül gekennzeichnet:
HCl + H
20 � Cl
-
+ H30·
Salzsäur Chlordion
H
2
S04 + H
2
0 � HS04
-
+ H
3

Schwefelure Hydrogensulaton
HN0
3
+ H
2
0 � N0
3
-
+ H
3

Salpetersäure Nitraton
H
3
P04 + H
2
0 � H
2
P04
- + H
3

Phosphorsäure (Di-) Hydrogen-
phosphation
Die Wassermoleküle reagieren in allen oben genannten Fällen als Base! Auf der
Produkteite fnden sich stet Oxoniumionen, deren Konzentration sich im Verlauf
der Reaki on erhöht!
Die Oxoni umi onenkonzentraton C(H
3
0·) (siehe auch Kap. 35) wrkt sich auf
die Eigenschafen der Lösung aus.
• Ist ei n gelöster Stof dagegen bereit, Protonen von den Wassermolekülen auf­
zunehmen, so ist er eine schwächere Säur (stärkere Base) al Wasser Hier ver­
läuf die Säure-Base-Reakon als Prtonenüberang vom Wasermolekül zu den
Teilchen des gelösten Stofs:
+ + OH
-
Ammoniak Ammoniumion
(vgl. Kap. 37. 2. 1)
Hi er reagiern di e Wassermoleküle als Säure!
Auf der Produkteite erhöht sich die Hydrodionenkonzentrtion c(OH-) (siehe
auch Kap. 35) i m Verlauf der Reakion. Auch diese beei nfusst die Eigenschafen
der Lösung.
37.3.2 Ander Ampholye
Hierbei handelt es sich zum Beispiel um mehrotomige Ionen (vgl. Kap. 27. 5. 3), die
durch Protonenabgabe (" Protolyse) aus den so genannten mehrrtonigen Säuren
enttehen können. Letere weisen mehr als ein Wasserstoftom im Molekül auf:
86
3
7
Protonenibergänge
Tab. 37. 1: Ampholye
mehrprotonIge Ampholy- durch durch
Säur vor der Teilchen Protonenaufahme Protonenabgabe
Protolyse entsteht enteht
H2C0
3
HC0
3
- H,C� C�
'
-
Kohlensäure Hydrogen
-
Kohlensäure Carbonation
carbonaton
H,SO, HSO, H,SO,
SO/-
Schwefeläur Hydrogen- Schwefelure Sulfion
sulfaton
H2S0
3
HS0
3
- H,S� S�
'
-
Schweflige Säur Hydrogen
-
Schweflige Säure Sulf!on
sulfition
H,S HS
-
H,S 5
'
-
Schwefelwaser- Hydrogen
-
Schwefelwaser- Sulfion
sof(säur)
sulfidion stof(säure)
H
3
PO, HPO/- H, PO,
po
3
-
Phosphorsäur Hydrogen
-
Di hydrogen- Phosphaton
p
hosphation phosphaton
Oie Namen der vorgestellten mehratomigen Ionen gehören zum Grundwissn der Anorganischen
Chemie, da sie sehr häufg i n den Namen von Salzen vorkommen!
37. 4 Die Stärke von Säuren und Basen
Es gibt sehr strke, starke, schwache und sehr schwache Säuren und entprechend
auch sehr starke, starke, schwache und sehr schwache Basen.
Das bedeutet, dass das Bestreben, Protonen abzugeben oder aufzunehmen, bei
den potentiellen Säuren und Basen deutlich unterchiedlich ausgepräg ist. Darauf
wurde bereit i m Kap. 37. 3 . 1 am BeispieL des AmphoLyten Wasser hingewiesen.
Auch i m FaLL ei ner Reakton, i n deren Reaktionsgleichung Wasser nicht direkt als
Reaktonsparner erschei nt, ist es von entcheidender Bedeutung, welches der
Eduke das intensivere Bestreben zur Protolyse hat.
Bei der Reakion von ChLorwasserstof mit Ammoniak (3. BeispieL, Kap. 37. 2. 1)
zu AmmoniumchLord NH,CL
HCl(g) + NH
3
(g)
-
(Cl-
+ NH
/
)
-
NH
4Cl(s)
eroLgt der Protonen übergang vom ChLorasserstofzum Ammoniak und nicht um­
gekehr, obwohL beide MoLeküle sowohL H
-
Atome als auch freie Elektronenpaare be­
sitzen. Somit ist HCl die stärkere Säure als NH
3

37 Protonenübergäng
Man könntejedoch auch sagen:
NH
3
i st di e stärkere Base als HCl oder
NH
3
ist die schwächere Säure al HCl oder
HCl ist die schwächere Base als NH
3
87
Faktsch hat HCl kei nerlei Tendenz ei n Proton aufunehmen. Genauso ist das Be­
streben zur Protonenabgabe bei NH
3
unter gewöhnlichen Bedi ngungen gleich Null!
Zur Beachtung: ErLg die Reakton in wässrger lösung, ändern sich bei näherer Betrachtung
c(H,Q) und c(OW) i n der lösung, da NH, +-Ionen Protonen an H
2
0-MoLeküLe abgeben.
37.5 Saure und alkalische Lösungen
Durch ei ne Säure
-
Base
-
Reakon verändern si ch i n der wässrgen lösung die
Konzentratonen der Oxoni um
-
und Hydroxidionen:
• Ei ne lösung mit erhöhter Oxoniumionenkonzentraton reagier sauer!
• Eine lösung mit erhöhter Hydroxidionenkonzentraton reagier basisch
(hier verwendet man auch den Ausdruck alkalisch)!
Um sich vor Verwi rrung zu schützen, beachte man den Unterschied zwischen
• der Funkion von Teilchen al Säure bzw. al Base (entprechend der Vorgänge von
Protonenaufahme oder -abgabe) und
• der Eigenschaf einer Lösung, die sauer oder basisch " alkalisch reagier!
Es ist also festzuhalten:
• Eine lösung, i n der ei ne Säure
-
Base-Reakton statgefunden hat. kann saure
oder alkalische Eigenschafen besiten.
• Auch Säure-Base
-
Reaktonen, in deren Reaktonsgleichung Wasser ni cht er­
schei nt. beei nfussen die Oxoni um
-
und die Hydroxidionenkonzentraton ei ner
lösung und damit deren saure oder alkalische Qualitäten.
Di e Tei lchenfnktion wurde i n den vorangegangenen Kapiteln ( 37. 1 bi s 37. 3) be­
sprochen, die lösungsqualitäten sauer bzw. basisch " alkalisch können mit geeig­
neten chemischen Reagenzien (siehe Kap. 37. 9, Indi katoren) nachgewiesen wer­
den.
37. 6 Der Neutralpunkt einer Lösung
Da der saure oder alkalische Charakter einer lösung von der Konzentraton der Oxo­
ni um- c(H30+) bzw. Hydroxi dionen c(OW) abhängt. ist es für quantittive Betrach­
tungen erforderli ch, stöchiometsche Bezüge zu schafen.
Zwischen den Extremen sehr sauer und sehr alkalisch kann man sich, ähnli ch wie
bei der Temperaturskala, einen forschreitenden
Ü
bergang vorstellen, dessen nNuU­
punk" der so genannte Neutra/unk ist. An diesem Punkt ist c(H
3
0+) genauso
groß wie c(OW) .
88
3
7
Protonenübergänge
Am Neutralpunk fnden si ch bezügLich der Konzentratonen c(H
3
0+) und
c(OW) auch i n Lösungen VerhäLtnisse, die we bei m rei nen Wasser handzuha­
ben si nd:
c(H
3
0+) - c(OW) ¯ 0,0000001 molL ¯ 10-
7
molL
Im rei nen Wasser gibt es also Oxonium
-
und Hydroxidionen, wenn auch in äußerst
gernger Konzentration (sie ist so kLei n, dass reines Wasser den eLektrschen Strom
nur unmerkLich zu Leiten vermag). Die Ursache für das Vorhandensei n der Ionen ist
im Vorgang der so genannten Autoprotolyse des Wassers zu suchen:
H20 + H20 .. H30
+ + OW
Dieser Prtonenübergang passier, gemessen an der GesamtzahL, allerdings nur bei
sehr wenigen Wassermolekülen und so ist die Konzentraton der Ionen entspre­
chend kLei n.
Ist c(H
3
0+) größer al im rei nen Wasser, so reagier die Lösung sauer.
Ist c(OH)
-
größer al im rei nen Wasser, so ist die Lösungsqualtt alalsch.
Die VerhäLtnisse, wie sie im Wasser anzutrefen si nd, wurden gewähLt, da bei Bröns­
ted-Säuren und -Basen Wasser als LösungsmiteL dient.
37. 7 Der pH- Wer
Die Konzentraton der Oxoni umionen c(H
3
0+) wird i n Form einer mathematschen
Potenz mit der Basis 10 angegeben, da man bei zunehmender AnzahL von Dezi maL­
steLLen Leicht den
Ü
berbLick verLier:
c(H3O+) = 0,1 mollL = 10
-
1
mollL
c(H30+) = 0,01 molL = 10
-
2
mollL
c( H30+) = 0,001 molL = 10
-
3
mollL usw.
E hat sich in der chemischen Prais eingebürger, dass man mit dem
negatven Wer des Exponenten
arbeitet. Diese ZahL ist nicht anderes al der zugehörge negatve dekadische
Logarthmus der Oxoniumionenkonzentraton und wird al pH-Wer bezeich­
net.
Es gilt also fLgender Zusammenhang:
37 Protnenübrgäng 89
Tab. 37.2: Oxoniumionenkonzenton, pH·Wer und Qualit einer Lsung
C(H,O+) c(H,o+)
pH-Wert
Qulitt Beispiele
al Dimalruch als Potenz der aus dem Alltg
zur Basis Lösung
10
(moVl) (moVI)
0,1 10-1 1 sauer
0,0001 10-' 4 sauer Sauerkraut. Col
0,00001 10-5 5 sauer Mineralwasser
0,000001 10-' 6 sauer Speichel, Milch
0, 00001 10-7
7 neutral destillieres Wasser, Blut
0, 000001 10-8 8 basisch Darsaf, Merwasser
0,000000000001 10-14 14 basisch
Bei einem pH-Wer von 12 übersteigt die Zahl der OW-Ionen die der H]O+-Ionen
um das 10 000 000 OOOfche!
37. 8 Zusammenhänge zwschen der
Oxoniumionenkonzentration c(H�+) und der
Hydroxdionenkonzentration c(OI)
Im reinen Wasser und mit hinrei chender Genauigkeit auch in neutralen wässrgen
Lösungen gilt:
c(H]O+)

c(OW) �
10-
7
moll - pH �
7
Durch
Ü
berlegungen, die an dieser Stelle ni cht näher ausgeführ werden sollen
(vgl. Massenwi rkungsgeset und Gleichgewichtskonstanten) kann ein dirker Zu­
sammenhang zwschen c(H) und c(OW), auch bei Lösungen, die von 7 abwei­
chende pH-Were aufeisen, festgestellt werden:
Eine Zunahme von c(H]Q+) bedi ngt automatsch ei ne Abnahme von c( OW) und
umgekehr, da sich di e negatven Were der Exponenten beider Konzentrtionen ( pH­
Wer und der für c(OH
-
) i n glei cher Weise defniere pOH-Wer) immer auf den Wer
14 addieren!
pH

-lg c(H]Q+) und pOH

- lg c(OW)
pH + pOH � 1
4
90 3
7
ProtonenUbergänge
Tab. 37.3: Zsammenhänge zschen pH-Wer und pOH-Wer
I
pH-Wer pOH-Wer Qualitt
I
2 12 sauer
7 7 neutrL
9 5 basisch, alaLisch
In Lösungen mit pH<O oder pH>14 sind die Wechsewi rungen zwischen den Ionen so strk, dass
die Summenbi ldung pH + pOH - 14 nicht mehr stmmt!
37. 9 Indikatoren
Um i n der chemischen Praxis auf ei nfache Ar nachweisen zu können, welche Quali­
tät (sauer, neutral, alkalisch) ei ne Lösung besitt, bedient man sich einer Rei he
von Stofen, deren Zugabe den Lösungen, je nach vorherschender Ionenar H
3
o+
bzw. OH", ei ne charakteristische Farbe verleiht.
Derarge Farbstof heißen Säure·Hase·Indikatorn:
• Sie wechseln i nnerhalb ei nes für den jewei li gen Farbstof charakterstischen pH­
Berei ches die Farbe. Diesen Bereich nennt man Umschlagsbereich.
• Sie ermöglichen ei ne annähemde Eritlung des pH-Weres.
• Sie sind in der Regel selbst Stofe, die SäureBase
-
Reaktonen eingehen und sich
aufrund i hrer besonderen molekularen Strukur der c(H
3
0+) bzw. c(OH") i hrer je­
weiligen chemischen Umgebungfrlih anpassen.
Früher war man bei der pH-Besti mmung weitgehend auf diese Farbstofe angewie­
sen, wobei sich mitel der klassischen Indi katoren der pH-Wer lediglich auf ei nen
Berei ch von zei pH- Ei nheiten einengen lässt.
Die heute gebräuchlichen Univeralindikatorn sind ei n Gemisch aus mehreren
Farbstofen mit unterschiedlichen Umschlagsbereichen, sodass die einzelnen pH­
Were durch frbliche
Ü
bergänge veranschaulicht werden. Di es ermöglicht ei ne
hi nreichend genaue Besti mmung des pH
-
Weres, wenn kei ne exakte quantitative
Analyse vorgenommen werden soll.
Tab. 37.4: Indkoren und ihr UmschLbereich
Indkator Umschlags bereich (pH)
Faränderung von
I
sauer nach basisch
Lackmus 5,0-8,0 rot - bluvolet
Bromthymollau 6,0-7, 5 gel - blu
PhenoLphthaLein 8,4-10,0 farbls - purpur
Universalindikator fießend rot - geLb - grün - blau
37 Protonenübergäng 91
37. 10 Die Neutralisatonsreaköon
37.10.1 Oie Bedeutung der HJO+- und OW-Ionen
Verei nigt man Porionen von Lösungen, die sauer reagieren, kurz als Säuren be­
zeichnet. mit solchen, die alkalische Eigenschafen besitzen, im chemischen Ge­
brauch Laugen genannt. so kann man unter besti mmten Voraussetzungen zu einer
neutralen Lösung gelangen:
Die Stofmengen der H
3
0+-Ionen n(Hp') aus der Säure und der (OH")-Ionen
n(Of) aus der Lauge müssen übereinstimmen, da dann i dentische Zahlen beider
Ionenaren aufei nander trefen und sich zu Wasser (pH " 7) verei nigen.
Die Ionen aus den Lösungen neutrlisiern sich alo gegenseitg bezüglich i hrer
Auswi rkungen auf pH-Wer und Ladung. Infolgedesen wird die Reakti on als Neutra­
lisaton bezeichnet:
H30+ + OH- � HzO + HzO
Trefn gleiche Stofmengen (= äquimolar Mengen) von HJO-Ionen und OH-­
Ionen zusammen, so reagiern sie in ei ner Neutralistionsrakon zu (neutra­
lem) Wasser.
Wichti ge Merkmale:
• Die Neutralisatonsreaktion ist ebenflls ei ne Säure-Base-Reoktion, da ein Pro­
tonenübergang von den H
3
0+-Ionen auf die OH"
-
Ionen statfndet.
• Sie set Energie frei, ist also eother.
• Sie wrd in der chemischen Praxis eingesett, um mitels Säuren bzw. Laugen be­
kannter Konzentraton die unbekannte Konzentraton anderer Laugen bzw. Säu­
ren zu ermiteln. Der Vorgang ist ei n maßanalysche Verahrn und wird als Säu­
re-Base-Titraton (siehe Kap. 37. 11) bezeichnet.
Die Ausführungen i n diesem Buch beschränken sich auf Reaktionen starker Säurn mit starken
Basen.
37.10.2 Salbildung durh Neutralisaton
Neben den H
3
0+
-
Ionen und den OH"
-
Ionen i n den Säuren und Laugen, die zu Neu­
tralsationszwecken verei nigt werden, bedüren die dor zusätzlich vorhandenen
Ionen der genaueren Betrachtung.
Diese Ionen entmmen entweder ei ner i n der ursprünglichen Lösung voran­
gegangenen Säur- Base-Reakton, z. B.
HCl(g) + HzO(l) �
ct
(aq) + H30
+(aq)
Ch lorasrtof ChLordion
oder resulti eren aus dem Lösen ei nes Stofes in Wasser, z. B.
NaOH(s) � Na+(aq) + OH"(aq)
Natrumhdroxd
An diesem Beispiel wrd deutlich, das ein einfches Aufösen eines Salzes ei ne Erhöhung von
c(OH) bedi ngen kann und damit ei ne alalische Eigenschaft der Lösung hervoruf!
92 3
7
ProtonenUbergänge
An einer Neutralisationsreakton si nd also mi ndestens ver Ionensoren als Edukte
beteiligt:
• Oxoniumionen
• Hydroxidionen
• Katon
• Anion
H
3
O+-Ionen
OW-Ionen
(Metalli on, mehratomiges Katon)
(Nichtmetallion, mehratomiges Anion)
Die Gesamtgleichung für die Neutralisation von HCl (¯ Salsäur) mit NaOH (" Na­
tronlauge) lautet demgemäß:
Na+ (aq) + O
W
(aq) + Cl
-
(aq) + H
3
0+(aq)
-
Na+(aq) + Cl
-
(aq) + 2 H
2
0
Folglich ist durch Neutralisaton eine Lösung des Salzes Natrumchlord in Wasser
enttnden:
Säur + Lauge - Sal + Wasser
37. 1 1 Die Säure-Base-Titrton
Die meisten praxis relevanten Fragestellungen zu Säure
-
Base-Reakionen behan­
deln Titratonen . Dieses maßonalytische Veihrn nutt die Neutralisatonvorgänge
(Kap. 37. 10), um unbekannte Stofmengen n( H
3
0+) oder n(OW) bzw. Stofmengen­
konzentrtionen c(H
3
O+) oder c(OW) i n sauren oder alalischen Lösungen zu ermit­
teln. Dies erolgt durch Zugabe bekannter Stofmengen des jeweils neutralisieren­
den "Gegenions".
Da in einer neutralen Läsung der folgende Zusammenhang gi lt
n( H
3
0+) ¯ n(OW),
kann also di e zum Errei chen des Neutralpunktes (¯
Ä
quivalenzpunkt) i n der "unbe­
kannten" sauren oder alkalischen Lösung erorderliche Stofmenge n(OH-) bzw.
n( H
3
0+) durch eine dosiere, tropfnweise Zugabe ei ner "bekannten" Lösung exakt
besti mmt werden . Die ermitelte Stofenge entsprcht der unbekannten Stof­
menge.
In den Lösungen, die zu Neutralisationszecken verei nigt werden, muss aller­
dings stet der Bezug zum Volumen der Lösung gewahr bleiben - aus diesen Grün­
den werden stets Stofmengenkonzentrtionen c(X) (Kap. 35) fr die Lösungen an·
gegeben.
Veranschauli cht wird das Erichen das
Ä
quivalenzpunktes bei ei ner Ttrati on ent­
weder durch ei nen geeigneten Indikator der dann die Farbe wechselt, oder durch
das Festtellen eines Leitähigkeitminimums, da am
Ä
quivalenzpunkt auch die 10-
nengesamtkonzentration i n der Lösung ein Minimum durchluf. Im zweiten Fall
sprcht man von einer Leitähigkeittitraton.
Die praisrelevanten Einzeleiten der Durchfhrung einer Titaton im Labor entrelmen Sie bei Bedar am bn
einem Schuluc der gymnasialen Miteltuf!
37 Protonenübergäng
37. 12 Die Berechnungen zur Säure-Base-Titraton
37.12.1 Grundlegende Betrachtungen
93
Für di e Bearbeitung von stöchiometrschen Aufgaben, denen Säure
-
Base-Reaktio­
nen zugrunde liegen, gibt es einige entscheidende Grundüberegungen (vergLeiche
auch Kap. 23. 1) :
1. Die gebräuchlichen Gräßen für di e Berechnungen si nd:
Masse m
Volumen V
Stofmenge n molre Masse M (siehe Kap. 21)
Stofmengenkonzentaton c (siehe Kap. 35)
2. Beachten Sie den Informatonsgehalt von Stofmengenkonzentratonsangaben:
Ei ne Natronlauge NaOH oder ei ne Salzsäure HCl der Stofmengenkonzentration
c(X) " 0,1 molfl c(X) für c(NaOH) bzw. c(HCl),
enthalten pro Liter sowohl 0, 1 moL Na+-(bzw. H
3
0+)-Ionen al auch OH
-
-(bz.
Cl
-
-Ionen) .
Bei ei ner Lösung von CaLciumhydroxid Ca(OHh dagegen verhaLten sich di e 10
-
nensoren in der Lösung zahlenmäßig wie 1 : 2!
Ca(OH)z -- Ca
2
+(aq) + 2 OW (aq)
Der Liter einer Lösung der Stofmengenkonzentraton
c(Ca(OHh) " 0,1 molfl
enthält 0, 1 mol Caldumionen ccf· und
0,2 mol Hydroidionen OW!
3. Bei Berechnungen zur Säure-Base-Titrati on formuLi eren Sie zuerst ei ne Reak­
ti onsgleichung nach dem Vorbild der Neutralisationsreaki on:
Säure + Lauge -- Sal + Wasser
Aus dieser können Sie das Stofmengenverhältnis Säure: Lauge entnehmen, das
sich aus den Koefzi enten automatisch ergi bt (vgl. Kap. 23. 1) und das Ihnen
hilf die Mengen von Säure und Lauge i n Bezug zu seten.
BeispieLe:
• HCl
1
+ NaOH
1
NaCl
1
Stofmengenverhältnis Säure : Lauge " 1 : 1
1 mol NaOH reagier mit 1 mol HCl, dabei neutraLisieren sich 1 mol Protonen und
1 mol OH-Ionen.
• H
2
S0
4
+ Ca(OH)
2
--
1 1
Stofmengenverhältnis Säure : Lauge " 1 : 1
Bei der Reakton von 1 mol Ca(OHh mit 1 moL H
2
S04 neutralisieren sich 2 moL
Protonen und 2 mol OW -Ionen.
• H
2
S04 + 2 NaOH -- Na
2
S04
1 2 1
Stofmengenverhältnis Säure : Lauge " 1 : 2
94 37 ProtonenUbergänge
Bei dieser Reaktion ist das Stofmengenverhältnis Säure : Lauge 1 : 2, d. h. zur
Neutralisation von 1 mol HZS04 benötigt man 2 mol NaOH. Gleichzeitig neutrali­
sieren sich 2 mol Protonen und 2 mol OH
-
-Ionen.
Diese verei nfchten Neutralisatonsgleichungen berücksichtigen nicht die genauen
Ionengegebenheiten i n den Lösungen, bevor sie bei der Titration zusammengege­
ben werden (siehe Kap. 37. 10), geben jedoch wervolle Hinweise zur mengenmäßi­
gen Berechnung.
37.12.2 Aufgaben
1. Herstellung einer Lösung mit vorgegebener Stofengenkonzentration c(X) :
Aus NaOH(s) und Wasser soll ei ne 0, 75 molare Lösung hergestellt werden, d. h.
c(NaOH) = 0, 75 moll.
Wie ist vorugehen? (siehe auch Kap. 35)
2. Titrati on von Natronlauge unbekannter Konzentrati on mit Salsäur bekannter
Konzentrati on:
Zu 125 ml der Natronluge wi rd tropfenweise Salzsäure der Stofmengenkonzen­
traton c(HeL) = 0,1 molll gegeben. Am Umschlagpunkt des Indi kators wird ei n
Verbrauch von 98 ml der Säure festgetellt.
• Formulieren Sie die zugrunde liegende Reaktionsgleichung.
• Berechnen Sie die Stofengenkonzentraton c(NaOH) der Natronlauge.
• Ermiteln Sie m(NaOH) i n der Analysenlösung ( 125 ml) .
3. Titrati on einer wässrgen Calcumhydroxidlösung mit Schwefelsäure, d. h.
c(Ca(OH)
z
) ist unbekannt, c(H
Z
S0
4
) bekannt:
Bei der Titration von 50 ml der Calci umhydroxi dlösung werden 35 ml Schwefel­
säure der Stofmengenkonzentrati on c(HZS04) = 0.4 moljl verbraucht.
Berechnen Sie die Masse des i n der Analysenlösung gelösten Calci umhydroxids
und c(Ca(OH)z).
4. nRückitratonN eines
Ü
berschusses bi s zum Neutralpunkt:
Zu 100 ml einer Salsäure ist versehentli ch 1 g Natrumhydroxid gegeben wor­
den. Jet reagier die Lösung alalisch . Die überschüssige Natronlauge wird
durch 5 ml Schwefelsäure der Stofmengenkonzentration c(HZS04) = 0,2 moll
neutralisier.
Berehnen Sie die Stofmenge n(NaOH) des überschüssigen Natrumhydroxids
und die Stofmengenkonzentration c(HeL) der vorgelegten Salsäure!
Die zu den Aufgaben 2-4 gehörenden Neutralisationsgleichungen können Sie
Kap. 37. 12. 1 entnehmen!
37.12.3 Lsungen
Lösung Aufgabe 1
Bekannt:
M(NaOH) = 40 gjmol
n( NaOH} = 0,75 mol
Gesucht:
m( NaOH) = ?
Formel:
m (NaOH) = n(NaOH} . M(NaOH}
37 Prownenübrgäng 95
Berechnung von m(NaOH):
m(NaOH) - 0, 75 mol · 40 g/mol - �
Vorgehensweise:
Man wiegt 30 g NaOH (s) ab, gibt die Stofporion i n ein Ei nliter-Eichgefäß, fllt
genau bis zur Eichmarke auf und löst den Feststof durch Umschüteln.
Lösung Aufgabe 2
Bekannt:
V(NaOH) - 0, 1251
M(NaOH) - 40 g/mol
c(HCl) - 0, 1 mOl/l
V(HCl) - O,098 l
Gesucht:
c(NaOH) - ?
m(NaOH) - ?
Neutralisati on:
HCl + NaOH - NaCl + H
2
0
Säure: Lauge - 1: 1
Berechnung von n( HCl) :
Formeln:
m - n · M
n
c = -
V
n( HCl) - c(HCl)
.
V(HCl) - 0, 1 molfl
.
O,098 l - 0,0098 mol
Aufgrund des Stofmengenverhältnisses gilt
n( HCl) - n(NaOH) - 0, 0098 mol
Berechnung von c(NaOH):
n (NaOH) 0,0098 mol
c( NaOH) =
V (NaOH)
=
0, 125 l
= O, 0784/l ' 0,08 molf
Berechung von m(NaOH):
m( NaOH) - n( NaOH)
.
M(NaOH)
- 0,0098 mol
·
40 g/mol - 0, 392 9
Die Stofmengenkonzenttion der vorgelegten Natronlauge beträgt 0,08 mol/I. in
125 ml dieser Lösung si nd 0, 392 g NaOH entalten.
Lösung Aufgabe 3
Bekannt:
V(Ca(OHh) - 0,05 l
M(Ca(OHh) - 74 g/mol
Formeln:
n
c = -
V
V(H
2
SO,) - O, 035 l m - n
.
M
c(H
2
SO,) - 0,4 molfl
Gesucht:
m(Ca(OH)
2
) - ?
c(Ca(OHh) - ?
Neutralisati on:
H
2
SO, + Ca(OHh - CaSO, + 2 H
2
0
Säure: Lauge - 1: 1
96
Berechnung von n( H
2
S04) :
n( H
2
S04) = c(H
2
S04)
.
V(H
2
S04) = 0, 4 moll . 0,035 L = 0,014 mol
Aufgrund des Stofmengenverhältnisses gi lt:
n( H
2
S04) = n(Ca(OHh) = 0,014 mol
Berech nung von m(Ca(OHh) :
m(Ca(OHh) = n(Ca(OHh)
.
M(Ca(OHh)
0, 014 moL · 74 gjmol = 1,036 9
Berechnung von c(Ca(OHh) :
n (Ca( OH)
2
) 0
,
014 mol
c(Ca( OH)
2
) =
V(Ca( OH)
2
)
=
0
,
05 l
=
0, 28 mol/
37 ProtonenUbergänge
Die vorgelegte Analysenlösung enthäLt 1, 036 g Ca(OH)
2
und besit eine Stofmen­
genkonzentraton c(Ca(OHh) = 0, 28 moll.
Lösung Aufgabe 4
Bei einer so genannten Rücktitration ist die vorgelegte Säure bz. Lauge über den
Neutralpunk hi naus mit einer bekannten Menge des neutralisierenden Reagens
verset worden. Der Grund dafür liegt darn, dass es mitunter praktischer i st, den
nicht umgeseten
Ü
berschuss zu ttreren und anschließend auf den vorgelegten
Stof zurückzurechnen, oder aber der Neutralpunkt wurde tatächLi ch unbeabsich­
tigt überschrten.
In ei nem solchen FalL si nd am Gesamtvorgang zwei Reakionen betei lgt, zum ei nen
eine erste Säure-Base-Reakion, geflgt vom eigentlichen Neutralisationsgeschehen:
1. Hel + NaOH .. NaCl + H
2
0
H. H
2
S04 + 2 NaOH .. Na
2
S04 + 2 H
2
0
Säure: Lauge = 1 : 2
Bekannt:
V(HeL) = 0, 1 l
m(NaOH) = 19
M(NaOH) = 40 gjmoL
Gesucht:
V(H
2
S0
4
) = 0,005 L
c(H
2
S04) = 0, 2 molfl
n(NaOH)übershuss = ?, d. h. welche Stofmenge NaOH i st über den Neutrlpunkt hi ­
naus zugegeben worden?
c(HeL) = ?
Formeln:
n
c = -
V
m
n =
-
M
Um auf die Stofenge n(NaOH)Übe"'huss schließen zu können, erolgt al erster
Schrt die
Berechnung von n( H
2
S04):
n( H
2
S04) = c(H
2
S04)
.
V(H
2
S04) = 0, 2 moll . 0, 005 L = 0, 001 moL
Das Stofmengenverhältnis beträgt
n(NaOH)Übershuss : n (H
2
S04) = 2 : 1
38 E�knenübergänge
Berechnung von n(NaOH
)übe"chuss
:
n(NaOH)Übe"chuss
¯ 2 .
n(
H
2S04)
n(NaOH)Übe"chuss
¯ 2 . 0,001 moL ¯ 0,002 moL
97
0, 002 moL überschüssi ges
NaO
H waren vor der Titrati on i n der Lösung vorhanden,
wurden also durch die vorgeLegte Salzsäure nicht neutralisier.
Die Diferenz zwschen der gesamten Stofmenge n( NaOH)
g
esmt und der über­
schüssigen Stofmenge
n(
NaO
H
)
Überschuss
ergibt die Stofmenge
n(NaOH)neutrLiserend.
Diese entsprcht aufgrund des Stofmengenverhältnisses Säure: Lauge ¯ 1 : 1 der
Stofmenge
n(
H
C
l
) .
n( HCl) ¯
n(NaOH)neutlisierend
¯
n(NaOH)
g
emt - n(NaOH)Überschuss
Berechnung von n
(
NaOH
)
g
emt:
m( NaOH) 1 g
n(NaOH)
g
emt
= M(
NaOH
) = 40 gjmoL
=
0, 025 moLf
Berechnung von n(NaOH)neutrliserend:
n(NaOH
) neutrlisiered
"
n(NaOH)
g
esmt - n( NaOH)Überschuss
" 0, 025 moL - 0,002 moL = 0,023 moL
Berechnung von c(HCl):
n( HCl) ¯
n(NaOH
)neutliserend
¯ 0,023 moL
n( HCl) 0, 023 moL
c(HCl)
= V(HCl) = 0, 1 L =
0, 23 moVL
Die Stofengenkonzentraton c(HCl) der vorgeLegten Salsäure betrug 0, 23 moLfl.
38 Elekronen übergänge
Im Kap. 26. 4 (AusbLi ck auf die Vorgänge i n den Elekronenhüllen während che­
mischer Reakionen) wurde besprochen, dass die Tendenzen zur Elekronenabgabe
bzw. -aufnahme bei bestmmten Elementen mit dem Bestreben der Atome, die Edel­
gaskonfguration zu erreichen, zu begründen si nd.
Durch die foLgenden Ausführungen soLL ersichtLich werden, dass ei ne Ausweitung
dieser Betrachtungen und die darus resulterenden Erkenntnisse zu einem wei ­
teren und sehr wchtigen Reakionsprnzi p der Chemie fhren .
Der Vorgang. dass Elekronen in einer chemischen Reakion von den ei nen Ato­
men quasi abgegeben und von anderen aufgenommen werden, ist neben den Pro­
tonenübergängen ei n zweiter, zentrler Reaki onstyp in der Chemie.
Die Reaktonen, die von Elekronenüberängn gekennzei chnet sind, heißen
Redoxrakonen.
Der Ausdruck Redoxreakon ist ei ne Verschmelzung aus den Begrfen Reduk­
tion und Oxidation.
98 38 ElekronenUbe'änge
38. 1 Die Bedeutungsentcklung
der Begrfe Oxidaton und Redukton
Ursprünglich verstand man unter ei ner Oxdation die Reaktion ei nes Stofes mit
Sauerstof, z. B. die Verei nigung von Magnesi um mit Sauerstof zu Magnesiumoxi d:
2 Mg + O
2
- 2 MgO
Eine Redukion war ei n chemischer Vorgang, bei dem einer Metallverbindung Sauer­
stof entzogen werden konnte.
Oxidation leitet sich begrfi ch von Oxygenium (" Sauerstof in der alten Be­
zeichnung) ab, Reduktion ist auf das latei nische "reducere" (" zurückführen) bezo­
gen.
In der modernen Chemie werden di e beiden Begrife i n ei ner Ar und Weise ange­
wandt, die die Bereitchaf der an einer Reakon beteiligten Atome (oder Ionen) zur
Elektronenabgabe bzw. -aufahme berücksichtigt.
Diese Tendenzen hängen bei den Atomen (oder auch den Ionen) von zwei Haupt­
fktoren ab:
• Elektronegatvtät EN (si ehe Kap. 30)
• Reaktionsparner (vor allem dessen EN)
Dabei sprcht man von Oxdaton,
wenn von ei nem Atom oder Ion während ei ner chemischen Reakon Elekr
nen abgegeben werden
und von Redukon,
wenn von ei nem Atom oder Ion Eleknen aufnommen werden.
Beispiel:
Oxdaton:
2 Cl
- - (lz + 2e-
Die bei den Chlordionen geben je ei n e
-
ab (wobei die e
-
unmitelar von anderen
Tei lchen aufgenommen werden) und gehen vom Ionenzustand in den elementaren
Zustand (zweiatomige Moleküle! ) über.
Redukon:
Na
+ + e- - Na
Ei n Natrumion ni mmt ei n e- auf und geht in den atomaren, elementaren Zustand
über.
Sollen beide betrachten Vorgänge stöchiometrsch gekoppelt werden, so ist es au­
ßerordentlich wi chtg, dass die Anzahl der abgegebenen und aufgenommenen e­
übereinstimmt!
Im betrachteten Fall ist dazu die Reduktonsglei chung mit dem Faktor "zweiu zu
multiplizieren!
38 Elknenübergänge 99
38.2 Einige tpische Redoxreakonen
1. Magnesi um reagier mit Brom,
d. h. ei n Magnesi umstück wird in Bromdampf verbrnnt:
M
g(s)
+
Br
z
(g) .. M
gBrz
(s)
Magneiumbromid
2. Eisen(II)-Ionen reagiern mit Chlor,
d. h. in ei ne Lösung von Eisen(II)-sulfat FeS04 wird Chlorgas ei ngeleitet:
2
Fe
z
+
(
a
q) + Cl
: (g) .. 2
Fe
3
+
(
a
q) + 2 Cl-
(
a
q
)
Hier handelt es sich um ei ne Schreibweise, die die Ionen weglässt, die nicht am
Redoxvorgang beteiligt sind.
3. Chlordionen reagieren mit Permanganationen,
d. h. Kali umpermanganat wird mit Salzsäur zur Reaktion gebracht:
10 Cl- + 2 MnO. - + 16 H
3
0+ .. 5 Clz i + 2 Mn
z
+ + 24 HzO
Da sehr vele Redoxvorgänge in wässrger Lösung sttnden, wi rd der (in Klam­
mern befndliche) Hinweis auf die Hydrtisierung der Ionen i n den meisten Re­
doxgleichungen ei ngespar. In der Regel entällt auch die Bezeichnung des Ag­
gregatustandes.
Ebenfalls weggelassen werden hier die Ionen, die nicht an der Redoxreaktion be­
teiligt sind.
Der nach oben weisende Pfeil i bedeutet, dass Chlorgas entweicht.
4. Ethanal reagier mit Silberionen, d. h. Ethanal wird mit Silbernitrat AgN03 zur
Reaktion gebrcht:
Cz H.O + 2 A
g
+ + 2 OH- .. Cz H.Oz + 2 A
g
! + HzO
Acetldhyd - Essigsäur -
Ethanal Ethansäur
Der nach unten weisende Pfeil zeigt an, dass sich elementres Si lber an der Wand
des Reaktonsgefaßes niederschlägt.
Allgemein ist der nach unten zeigende Pfeil das Symbol für das HAusfallenu ei­
nes Feststofs.
Das Aufrten von Oxoniumionen bzw. Hydroxidionen in Redoxgleichungen
weist auf ei ne pH-Wer-Abhängigkeit de Redoxvorang hin!
100 38 Eleknenübergänge
38.3 Formaler Umgang mit Redoxvorgängen
38.3.1 Grundsätliche
Da sehr vele chemische Vorgänge Redoxreaktonen si nd, i st es von enormer Wich­
tigkeit den formalen Umgang mit den entsprechenden Redoxglei chungen zu be­
herrschen. Erahrungsgemäß hat der Lernende hier mit großen Ei nstegsproblemen
zu kämpfen; dabei si nd gerade hier die formalen Regeln so klar umrssen, dass der­
jeni ge, der sie beherrscht, kaum mehr fehlgehen kann .
• Redukton * Elektronenaufahme
Ei n Tei lchen wird reduzier, i ndem es e
-
aufni mmt.
• Oxidaton * Elektronenabgabe
Ei n Tei lchen wird oxidier, i ndem es e
-
abgi bt.
• Reduktons- und Oxdatonsorgang sind grndsätzlich gekoppelt, da iso­
liere Elektronen im nchemischen HausgebrauchN nicht vorkommen.
• Di e Zahl der e-, di e der Oxidations vorgang liefr, entprcht genau der e-
-An­
zahl. die i m Reduktonsvorgang verbraucht werden:
Zahl der abgegebenen e- ; Zahl der aufenommenen e-
• Problembegrfe Redukionsmitel - Oxidatonsmitel
Ei n Redukionsmitel ist ei n Tei lchen, das einem anderen Tei lchen i n einer Redox­
reakion e
-
vermittelt: Das andere Tei lchen bekommt e- vom Reduktionsmitel ­
das andere Tei lchen wird alo reduzier, das Reduktionsmitel wird oxdier!
Ei n Oxidatonsmittel i st ei n Tei lchen, das einem anderen Tei lchen e
-
in einer
Redoxreaktion abnimmt: Das andere Tei lchen gibt e- an das Oxidationsmitel ab -
das andere Tei lchen wr alo oxidier, das Oxidationsmitel wird reduzier!
38.3.2 Oxdatonsahlen
Für den Anfänger ist es i n der Regel bei der Betrachtung von Redoxvorgängen nicht
mögli ch, die Richtung de Elekonenfusses (siehe Kap. 38. 3. 5 und 38. 3. 6) an hand
der Reakionsgleichung auszumachen.
Zum Zweck der Aufhellung bedient man sich der so genannten Oxidationszahlen,
die (formal betrachtet) die nElekronensituationu der Ei nzelatome i nnerhalb eines
Tei lchens (Atom, Molekül, Ion, mehratomiges Ion) beschrei ben.
Die Oxidationszahlen basieren auf den bereits bekannten Werigkeiten (siehe
Kap. 25. 2) und werden unter Zuhi lfenahme ähnlicher Regeln ermittelt.
Sie werden durch römische Zif er ausgedrückt.
• Für Einzelatome und -Ionen gelten die nachstehenden, ei nfachen Regeln zur Er­
mittlung von Oxidatonszahlen:
1. Elemente erhalten stet di e Oxidatonzahl Null.
(auch H
2
, N
2
, O
2
und die Halogene)
38 E�knenibergänge
2. Bei Ionen ist die Oxidationszahl gleich der Ionenwergkeit.
(z. B. hat Na+ hat die OxZ + I. S
2
-
die OX -II)
3. Metallionen haben stets positive Oxidatonszahlen.
K+ OX + I
Fe
2
+ OX + II
er
3
+
OX + III
101
• Für jedes zu ei nem mehrtomigen Teilchen (Molekül, mehrtomiges Ion) gehö­
renden Atom wrd eine eigene Oxidatonszahl ermittelt:
Dazu stellt man sich vor, ei n Tei lchen bestünde aus Ionen. Man erhält diese
.Ionen", i ndem man die Elektronenpaare der Atombindungen dem jeweils elek­
tronegatveren Atom zuordnet.
Diese HilfvorsteUung dient der Veranschaulichung; in der Praxis bedient man sich der nachste­
henden Regeln zur Erstellung von Oxidatonszahlen.
Beispiel:
Oxidationszahlen
der Schwefelsäur
Oxdatonszhlen:
Sauerstof - 11
Schwefel + V
Wasse rstof + I
Die Sauerstofatome besitzen von allen beteilgten Atomen die höchste EN (siehe Kp. 30. 1). Aus
diesem Grund werden die Bindungselekronen aller Atombi ndungen (zwei Doppelbindungen, ver
Einfchbindungen) foral den Sauersoftomen zugerdnet (siehe Ellipsen).
Damit hat jedes Sauerstoftom über seine sechs Valenzelektonen hi naus zwei zusätliche Bin­
dungselekonen .gewonnen", ist damit al forales Ion zweifach negativ gelden und bekommt
in der Folge die Oxidatonszahl - I.
Das Schwefeltom is formal aller sechs Valenzelekonen beraubt und erhält somit die Oxidatons­
zahl + V.
Den Wasserstofatomen wird ebenflls ihr Elekon foral aberkannt, da sie eine gerngere EN al
Sauerstof besitzen, und sie erhalten dementprechend die Oxidationszahl + 1.
Regeln:
4. Wassertof hat stets die Oxi dati onszahl + I,
Sauertof hat stets di e Oxi dationszahl ¯ 11
(einzige Ausnahme ist H
2
0
2
- hier hat Sauerstof die OX - I)
102 38 Elekonenübergänge
5. In den Foreln von neutrlen Molekülen ist die Summe der Oxdatonszahlen
gleic Nul.
Für H
2
S04 ( Beispiel. s. 0. ) gi lt
fr Sauerstof 4 · - 11 - 8
fr Wasserstof 2 . + I + 2
fr Schwefl 1 · + V + 6
6. In den Foreln mehrtomiger Ionen ist die Summe der Oxidaonsahlen
gleic der Ionengeamtladung.
Für Mn04
-
(Permanganation) gi lt:
fr Sauerstof 4 · - 11 - 8
fr Mangan 1 · + VI + 7, da die Summe der OXZ den Wer-l (Ionen ladung)
ergeben muss.
38.3.3
Ü
bungen zur Eritlung von Oxdatonsahlen
Überscht De Regeln zur Erellung von Oxdtonshlen
1. Elemente erhalten stets die Oxidatonsahl Nul.
2. Bei Ionen ist die Oxdationsahl gleich der Ionenwergkeit.
3. Metallionen haben stet positve Oxdatonsahlen
4. Wassertof hat stets die Oxidatonszahl + I,
Sauemofhat stet die Oxidatonszahl -I (Ausnahme H
2
0
2
)
5. In den Foreln von neutlen Molekülen ist die Summe der Oxidationsahlen
gleic Null.
6. In den Forel mehratomiger Ionen ist die Summe der Oxidationsahlen
gleic der Ionengeamtladung.
Erarbeiten Sie unter Zuhilfenahme der "Regeln zur Erstellung von Oxidationszah­
len" für die nachstehenden Verbi ndungen die Oxidationsstufen für die einzelnen
Elemente!
a) H(l0
2
f) H
2
S
Chlorge Säure Schweflwasserstof
b) HClO4 g) H
2
S0
3
Perchloräur Schwefige Säure
c) (l0
2
h) S0
2
Chlordioxid Schwefldioxid
d) N2H4 i ) N02
Hydrazin Stickstofdioxd
e) H
3
P0
2
j) H
3
P
Hypophosphorge Säure Phosphorassertof
38 Elekonenübergänge 103
Lösungen:
Beispiel a) + 1 + III - 11
H Cl O
2
Aus den Regeln i st bekannt, dass H die OXZ +1 und 0 die OXZ -11 (zwei O-Atome be­
rücksi chtgen! ) besitt. Da in neutralen Molekülen die Summe der OXZ glei ch Null
sei n muss, bleibt für das Cl die OXZ + III: 1 + 3-4 * 0
Beispiel b) + I + VII - 11
H Cl 04
Die Berechnung erolgt genauso wie im Beispiel a), es sind allerdi ngs vi er O-Atome
zu berücksichtgen: 1 + 7 -8 * 0
Die Beispiele zeigen, dass Chlor in ganz unterschiedlichen Oxidatonsstufen vor­
kommen kann (- 1 bis +VlI).
a) + 1 + III-II
H Cl O
2
Chlorge Säur
b) + I + VII - II
H Cl 04
Prchlorsäur
c) + IV-lI
Cl 02
Chlordioxid
d) -11 + 1
N
2
H4
Hydrazin
e) + 1 + 1-11
H
3
P O
2
Hypophosphorge Säure
Schwefelwasserstof
g) + I + IV-II
H
2
S 0
3
Schwefige Sure
h) + IV-lI
S O
2
Schwefelioxid
i) + IV-II
N O
2
Stidofdioxd
j) + I-III
H
3
P
Phosphorassertof
Verschiedene Oxi datonsstufen ei nes Elementes entsprechen also verschiedenen
Wergkeiten (siehe Kap. 25. 2) !
38.3.4 Oxidatonsahlen in souertolhaltgen Salen
In den Formeln von sauerstofaltgen Salzen si nd mitunter zwei Elemente enthal­
ten, deren Oxi datonszahlen aufrund der Regeln nicht auf Anhieb klarzustellen
si nd: z. B.
• KMn04
• Na
2
S04
• KCr04
(Kali umpermanganat),
(Natrumsulfat),
(Kali umchromat)
Da die Redoxvorgänge in der Praxis meistens in wässrger Lösung statfnden, lie­
gen die Salze gelöst (also i n Form hydratsierer Ionen, siehe Kap. 33.4) vor:
• KMn04 � K+(aq) + Mn0
4
-
(aq)
• Na2
S04 �
2 Na+(aq) + SOi-
(aq)
• KCr04
� K+(aq) + Cr04
-
(aq)
104 38 Eleknenübergänge
An der eigentlichen Redoxreaktion ni mmt of das Anion teil. Die OX des Anions
können entprechend der Regeln bestimmt werden:
+ VD-II
• Mn 04- (Permanganation), 7-8 ; - 1 (Ladung! )
+ VI-li
• S 04
2
-
(Sulfati on), 6-8 ;-2 (Ladung! )
+ VD-II
• Cr 04- (Chromation) 7 -8 ; -1 ( Ladung! )
Di e OX der Katonen entsprechen, gemäß den Regeln, i hrer Ladung. In den Reak­
ti onsgleichungen werden die Kationen weggelassen, wenn sie nicht mitreagiern.
Beachten Sie:
• Bei den Metallen der Hauptgruppenelemente stmmt die OXZ der Katonen (; La­
dungszahl) meistens mit der Gruppennummer überei n.
• Bei Metallen der Nebengruppenelemente werden varable Oxidationsstufen der
Kationen durch römische Zifern i m Namen des Salzes ei ndeutig bezeichnet:
+ II + V-II + 11 + V[-D
Fe S 04
..
Fe
2
+ + S Oi-
Eisen(I)-sulft
+ lll + V-II + lll + V[-D
Fe
2
(S 04h
..
2 Feh + 3 S 04
2
-
Eisen(ll)·sulfat
38.3.5 De Ertellung von Redoxglelchungen
Die Oxidatonszahl ermöglicht es, auch komplizere Redoxvorgänge relatv einfch
nachzuvolliehen.
Das Erstellen von Redoxgesamtgleichungen i st ein i mmer i n der gleichen Weise
abzuhandelnder Vorgang:
• Zunächst werden Teilgleichungen für di e Oxi daton bzw. für di e Redukti on er­
stellt. Die Teilglei chungen geben Aufschluss über die Richtung de Elektronen­
fusses.
• In ei nem zeiten Schrt werden die Teilgleichungen zur Geamtgleichung ver­
ei nigt, die die stöchiometrschen Verhältnisse wiederibt. Hier wird vor allem
die Zahl der abgegebenen e- mit der Zahl der aufgenommenen e- abgeglichen.
Wichtig ist lediglich, dass die Regeln, die dazu zur Hi lfe genommen werden, genau
beachtet und konsequent angewendet werden:
I . Forulierng der Teilvorgänge
1) Notieren des Ausgangs- und Endstofes
2) Ermitlung der Oxidationszahlen und Zuordnung zu Oxidation bzw. Redukion
3)
Ä
nderng der Oxidatonszahl durch Elektronen ausglei chen
4) Ladungsverleich
38 E�knenübergänge
5) Ladungsausgleich unter Beachtung des sauren oder aLkaLischen Milieus
6) Stöchiometrsche Berchtgung durch HzO-MoLeküle
Die TeiLgleichung für den anderen Vorgang gemäß den RegeLn 1-6 ersteLLen!
11. Teilvorgnge nach Abgleich der Elekonenzahlen
zur Gesmtgleichung summieren
38.3.6 Das "Auftellen von RedoxgleihungenN an Beispielen
105
• Die nachstehend behandeLten Redoxvorgänge sind als "Musteraufaben� zu ver­
stehen, um sich an die AbfoLge der Lösungsschrte zu gewöhnen.
• Der Schwiergkeitgrad ni mmt von Aufabe 1 nach Aufgabe 3 zu.
• Für den Ladungsausglei ch unter Beachtung des sauren oder aLkaLischen Mi lieus
(Schrtt 5 der RegeLn unter 1.) werden hier H
3
0+
-
und OW -Ionen verendet.
Mancherors wr geLehr, i m Sauren W- statt H30+-Ionen zum AusgLeich zu verwenden: De Vor­
gehensweise bLeibt dadurch nahezu identisch. LedigLich im Schritt 6 ändert sich die AnzahL der zur
stöchiometrschen Berichtigung benötgten H
2
0-MoleküLe.
FormuLieren Sie für die nachstehenden Aufgaben jeweils die Teilgleichungen fr
Oxidation und Reduktion und entwickeLn Sie daraus ei ne stöchiometrsch koreke Ge­
samtgleichung! Ordnen Sie außerdem die Begrfe Oxidati onsmitel und Reduk­
tionsmittel den rchtgen Tei Lchen zu!
1) ALumi ni um reagier mit ChLor zu ALuminiumchLord ALCl
3
.
2) Wird KaLi umpermanganat KMn04 mit konzentrerer Salsäure verset, ent­
weicht eLementares ChLor und die Mn04 --Ionen gehen i n Mangan(II)
-
Ionen Mn
z
+
über.
3) KaLi umdichromat K
z
Cr
z
07 reagier in saurer Lösung mit Wasserstofperoxid H
z
O
z
unter Sauerstofentwcklung. Die Dichromationen Crz�
z
- werden in Cr
3
+-Ionen
überühr.
Beachten Sie:
Of enthäLt die AufabensteUung bereits Hinweise auf das Reaktionsmilieu und vereist damit auf
den entprchenden AusgLeich mit H]+-bz. OW -Ionen.
Auch gibt der Aufabentxt in aUer RegeL die jeweiLigen Eduke und Produke des Redoxvorganges
an. Nur von forgeschrtenen Chemie lernenden kann ansatzweise erwartet werden, dass sie die
Produkte ei ner Reaktion wissen.
Aufgabe 1)
I. ErmitLung der Teilvorgänge
1. Noteren des Ausgangs- und Endstoffes:
AL
-
AL
3
+
2. ErmitLung der Oxidationszahlen
o
AL
+il
AL
3
+
106 38 Elekonenibergänge
3.
Ä
nderung der Oxidationszahl durch Elekronen ausgLei chen
o
Al
+ I
Al
3
. + 3 e - e- sehen bei der
Oxdation rechts!
Die Elekrnen werden vom Aluminiumatom abgegben: Oadurc sind ,ie quas Produke und shen auf der
rcten Seit! Der Vorgang ist eine Odaton!
4. Ladungsvergleich
o
Al
Ladung 0
5. Ladungsausglei ch
entfällt
+ I
Ldung: (+3) + (-3) - 0 - sind gleich! !
6. Berichtgung der Gleichung durch HzO
-
Moleküle
entfällt
Tei lgleichung für die Re
d
ukon:
1. Noteren des Ausgangs- und Endstofes:
C
l
-
2 Cl- E, entehen zwi Chlordionen!
2. Ermitlung der Oxidationszahlen
o
Cl
-I
2 Cl- e- werden von Cl-Atomen
aufgenommen ¯ Redukon!
3.
Ä
nderung der Oxidatonszahl durch Elekronen ausgLeichen
o - I
Cl + 2 e- 2 Cl- Für die Ionisierng zeier Cl-Atom sind
2 e-
errerlich!
4. Ladungsvergleich
2 Cl- Ladungen sind ausgeglichen!
5. + 6
. entällt
Ir. Teilvorgänge nach Abgleich der Elektronenzahlen
zur Gesamtgleichung summiern
3 e
-
Ox
Red
¯ 2
¯ 3
38 Elekonenübränge 107
Die e-·Zhl mus bei biden Gleichungen übereinstmmen:
Zu dieem Zweck bilet man da klinse geminsame Vie/ace dr r ·lhln von Oxdatn und Redukon und
multiplizer die gesamten Teilgleichungen mit diesen Fakoren:
2 Al
- 2 Al
3
• + 6 e-
Ox
3 Cl
2
+ 6 e-
-
6 Cl
-
Red
2 Al + 3 Cl2
- 2 Al3• + 6 Cl- Redox
Reduktons· Oxidatons· Die Redoxgleichung entteht
mitel mitel durh Summiern von Red . Ox
Die e
-
-Zahlen heben sich auf und fllen so aus einer korrek erstellten Gesamtglei­
chung herus!
Beachten Sie:
• Sind aufrund stöchiometrscher Gesetzmäßigkeiten mehrer gleice Teilchen
(hier die Chloratome bei m Redukionsvorgang) vom Wechsel der Oxdationstufe
betrfen, so ist dies unbeding beim Einfügen der e-·Zahl zu berückichtgen!
• Ist bei m Ladungsvergleich die Zahl auf beiden Seiten der Teilgleichung iden­
tsch, so entllen der Ldungsausglei ch und der Ausgleich mit H
2
0-Molekülen!
• Entallen bei der einen Teilgleichung die Schrte 5. und 6. , können sie bei der
anderen Teilglei chung trotdem erorderlich sei n.
• Die
Ü
bereinstmmung der e
-
-Zahl bei m Erstellen der Gesamtgleichung erreicht
man, indem man die Faktoren vor den e
-
-Zahlen aus den Teilgleichungen mit­
ei nander multplizer: Man bildet das kleinste gemeinsame Vielfche.
• Gewöhnen Sie sich an, die bezüglich der e
-
-Zahlen angepassten Teilglei chungen
nochmals aufuschriben, da gerade diese of geschmähte Zusatzarbeit den
Ü
berblick sicher Das ist vor allem bei Ungeübten i m Umgang mit komplizere­
ren Redoxvorgängen von entscheidender Wichti gkeit!
Aufgabe 2)
I. Ermitlung der Teilvorgänge
1. Notieren des Ausgangs- und Endstofes:
2 HCl
-
C� Stöchiometre beachten!
2. Ermitlung der Oxidationszahlen
-J 0
2 HCl - Cl
2
Elekronenabgabe • Oxdation!
3.
Ä
nderung der Oxidationszahl durch Elekronen ausglei chen
-J 0
2 HCl - Cl
2
+ 2 e
-
e- stehen bei der Oxidation
4. Ladungsvergleich
-J 0
2 HCl - Cl
2
Ladung 0
+
recht!
2 e
­
Ladung -2
108 38 Elekonenibergänge
5. Ladungsausglei ch erolgt mit H
3
0
-
lonen, da im Sauren
2 Hel -- elz + 2 e- + 2 H
3

6. Berichtigung der Gleichung durch HzO-Moleküle
2 Hel + Clz +
Tei lgleichung für die Redukon:
1. Notieren des Ausgangs- und Endstofes:
Mn04-
-- Mn
z

2. Ermitlung der Oxidationszahlen
+ 1I
Mn
z

3. + 4. e
-
-Ausgleich und Ladungsvergleich
ladung -1 + (-S) - -6 ldung + 2
5. Ladungsausglei ch mit H
3
0·-lonen
Mn04- + 5 e- + 8 H
3
0· -- Mn
z

6. Berichtigung der Gleichung durch HzO-Moleküle
+ +
11. Teilvorgänge nach Abgleich der Elektronenzahlen
zur Gesamtgleichung summiern
2 Hel + 2 HzO
Mn04- + 5 e- + 8 H
3

+
Elekronenaufnahme -
Redukton
Dit"nz: 8
+
2 e- + 2 H
3
0· 1 · 5
12 HzO
1
· 2
Die e' -Zahl muss bei beiden Gleichungen übereinstimmen: Zu diesem Zweck bildet man das kleinste
gemeinsame Ve/che der e-·Zahlen von Oxidatian und Reduktion und multiplizer die gesamten
Teilgleichungen mit diesen Faktoren:
10 Hel + 10 HzO --
2 Mn04- + 10 e- + 16 H
3
0· --
5 elz +
2 Mn
z
• +
10 e- + 10 H
3
Q+ Ox
24 HzO Red
Die e- und aUe Stofe die auf beiden Seten vorkommen, werden verrehne:
10 Hel -- 5
Cl
Ox
2 Mn04 + 6 H
3
Q+ -- 2 Mn
z
• + 14 HzO Red
10 Hel + 2 Mn04
-
+ 6 H30
·
Reduktons- Oxidatons·
mitl mitel
Vergessen Sie nicht:
5
Cl
+ 2 Mn
z
• + 14 HzO Redox
• Die Tei lchen auf den beiden Seiten ei ner Teilgleichung enthalten zu Begi nn der
Aufstellungsarbeit of unterschiedliche Zahlen von H-Atomen bzw. O
-
Atomen.
Konzentreren Sie Ihre Anstrengungen zunächst auf die Atome, die die Oxidat-
38 Elekonenübränge 109
onsstufe ändern; die Anzahl und Gegenwar der H-Atome bzw. O-Atome regelt
sich mit dem ladungsausgleich und dem Abgleich durch Wassermoleküle!
• Bei m Erstellen der Gesamtgleichung ist nach erolgter Absti mmung der e
-
-Zahl
eine Verrechnung der auf beiden Seiten vorkommenden identschen Tei lchen­
aren erorderli ch: Dazu wird die Diferenz, z. B. zwischen den Koefzienten der
Wassermoleküle, gebildet. Auf der Seite mit der größeren Zahl verbleibt der Dif­
ferenzbetrag, auf der anderen Seite entfallt die Tei lchensore ganz.
• Das Oxidationsmitel ist das Tei lchen, das e
-
dazugewi nnt, alo reduzier wi rd -
es ist ein Mitel zur Oxi daton ei nes andern Tei lchens. Das Redukonsmitel i st
das Tei lchen, das e
-
verlier, es wrd alo oxidier - es ist ein Mitel, das ei nem
anderen Tei lchen e
-
verschaf.
Aufgabe 3)
I. Ermitlung der Teilvorgänge
1. Noteren des Ausgangs- und Endstofes:
H
2
0
2
-
O
2
2. Ermitlung der Oxidationszahlen
-I 0 In H,O, hat Sauertf die Ox-1!
H
2
0
2
-
O
2
Elekronenabgabe - Oxdation!
3.
Ä
nderung der Oxidationszahl durch Elekronen ausglei chen
-I 0
H
2
0
2
-
O
2
+ 2 e
-
e- stehen be der Oxdation
4. ladungsvergleich
-I 0
H
2
0
2
-
O
2
recht!
+
Ladung 0 Ldung -2
5. ladungsausglei ch erolgt mit H
3
0+-Ionen, da im Sauren
H
2
0
2
-
O
2
+ 2 e-
+ 2 H
3
Q+
6. Berichti gung der Gleichung durch H
2
0-Moleküle
+
Tei lglei chung für die Redukon:
1. Noteren des Ausgangs- und Endstofes:
Cr
2

2
- -
2 Cr+
2. Ermitlung der Oxidationszahlen
+10
2 Cr
3
+
3. + 4. e-
-Ausgleich und ladungsvergleich
+V
Cr
2

2
-
+ 6 e
-
+10
2 Cr
3
+
Stöchiometre beachten!
Elekronenaufnahme -
Redukon
Ladung -2 + (-) - - 8 Ldung 2 · (+3) - + 6 Oilnz : 14
110 Weit.rilend. Literatr
5. Ladungsausglei ch mit H
3
0+-lonen
CrzO/
-
+ 6 e
- + 14 H
3
0+ -
2 Cr
3
+
6. Berichtigung der Glei chung durch HzO-Moleküle
2 Cr3+ + 21 HzO
11. Teilvorgänge nach Abgleich der Elektronenzahlen
zur Gesamtglei chung summiern
HzOz + 2 HzO
CrzO/
-
+ 6 e
-
+ 14 H30+
3 H20Z + 6 HzO
CrzO/
-
+ 6 e-+ 14 H30+
Redukton,- Oxidation,·
mitl mitl
Zusmmenfassung:
Oz +
2 cr+ +
3 0z +
2 cr+ +
2 e
-
+ 2 H30+ I · 3
2 1 HzO
I
6 e- + 6 H3Q+ Ox
21 HzO Red
3 Oz + 2 Cr+ + 15 HzO Redox
• Bei der Teilglei chung fr die Oxdaton stehen die e- auf der rechten Seite, da sie
formal als Produkt der e
-
-Abgabe gelten.
• Entprechend fnden si ch di e e
-
bei der Tei lgleichung fr die Redukon auf der
linken Seite, da sie formal als Edukt für die Verei nigung mit einem zu reduzieren­
den Tei lchen gesehen werden können.
• Bei m Oxidatansvorgang ist die entcheidende Oxidatonszahl auf der Edukteite
kleiner als auf der Produktseite.
• Bei m Redukonsvorgang ist die entcheidende OX auf der Edukteite größer al
auf der Produktseite.
• Die HJO-Ionen sind beim Ladungsausglei ch auf der Seite mit der kleineren La­
dungszahl zu platieren.
• Di e OH" -Ionen stehen auf der Seite mit der größeren Ladungszahl.
Weiterührende Literatur
Lutenschläger K-H, Schröter W, Wannlnger A. Taschenbuch der Chemie. 890 Seiten. 20. , über­
arbeitete und erweitere Auflge, Verlag Har Deutch 205.
Mormer CE, Müller U. Das Basiswissen der Chemie. 766 Seiten. Mit
Ü
bungsaufgaben. 9. Aufge,
Thieme 2007.
RIedI E. Allgemeine und Anorganische Chemie. 410 Seiten. 9. Aufge, de Gruyter 2008.
Hollemann!Wlberg. Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 2149 Seiten. 102. , strk umgearbeitete
und verbessere Aufge, de Gruyer 2007.
Hilfreich sind neben den Standarderken of auch Schulücher der gymnasialen Mitelstufe!
Obertufe!
111
Stch worerzeihn is
A
Acetaldehyd 99
Actinoide 18, 44
Aggrgatzustände 1, 46,
74, 77
Akiverungsenerie 30
Alkalimetalle 44, 51 f. , 68
Aluminium 3, 45
-, Gewinnung 54
Alumi niumatom,
Ionisierng 22
Aluminiumbromid 58
Aluminiumoxid 4
Aluminiumsulfd 58
Ammoniak 26, 47, 49, 64,
82-86
-, räumlicher Bau 71
-, Wasserstofrücken-
bindung 74
Ammoniakmolekül,
Bindungspolartt 70
Ammoniumchlord 28-29,
59, 86
Ammoniumion 59, 8 f.
Ammoniumphosphat 60
Ampholy 8 f.
Anion 22 f., 75, 92, 104
Antmon 4, 45
Aquakomplex 60
Äquivalenzpunk 92
Argon 3, 46, 50
Arsen 45
Astt 46
atomar Masseneinheit 32
Atombau 5, 12
-, Modellvorstellung 5
-, Schalenmodell 8 f.
Atombindung 61 f., 81,
84
-, Dipoleigenschafen 69
-, polre 69 f.
-, Spaltung 78
-,- durch Heterlyse 80
-,- durch Homolyse 79
Atome 5, 6, 12, 24 f.
-, Ladungstrennung 5
-, Verknüpfung zu
Molekülen 25
Atomhülle 5, 8, 12, 51 f.
-, Besetzung mit
Elektronen 9 f.
-, Schalenmodell 5, 8 f.
Atomker 5 f., 8, 16, 21
Atommasse 32 f., 37
Atommodell 5
Atomorbital s. Orbitl
Ätnatron 82
Außenelektronen 51
Autoprtolyse des Wasser
88
Avogadro'sche Zahl 34
B
Barium 4, 4
Barumchlord 48
Bariumiodid 58
Bariumion 52
Base 82 f., 87
-, Protonenakzeptor 83
-, Strke 86
Basenbegrf nach Brönstedt,
Defniton 82
Berllium 3, 4
Berzelius, Formelsprche 3
binäre Verbindung 48
Bindung, chemische 50,
56, 69
Bindungselekron 61, 66
Bindungspolartät 67 f.,
69 f., 74, 78
Brönsted-Säuren 82
(
Cadmium 4
Caesium 4
Calcit 54
Calcium 3, 4
Calciumhydroxid,
Titraton 93
Calciumion 52, 93
Calciumoxid 58
Carbonaton 59, 86
Chalkogene 4, 45, 51
chemische Bindung 50,
56, 69
-, Foreln 25, 57
-, Gleichungen 24 f.
Chilesalpeter 59
Chlor 3, 27, 46, 54, 72, 99,
103, 105
Chlordioxid 102
Chlordion 53, 81
Chlorge Säure 102
Chlorknallgas 79
Chlorophyll 45
Chlorasserstof (s. a. Salz-
säure) 47, 63, 79 f., 83,
86, 91
-, räumlicher Bau 71
Chlorasserstofolekül,
Bindungspolartt 69
Chrom 4
Cola, pH-Wer 89
Bindungswerigkeit 46 f. , 57
Bindungswnkel 71
Blei 4, 6, 45
Bleiglnz 54
Blut, pH-Wer 89
Bor 3, 45, 62 f.
Borgruppe 44, 45, 51
Borfuord 63
Brom 4, 6, 27, 46, 73, 99
Bromidion 53
Bromthymolblau 90
Brönsted-Basen 82
D
d-Elekronen 13
Dalton, Atommodell 5
Darsaf, pH-Wer 89
Diamant 65-66
Dichromation 59
dichteste Kugelpackung 57
Dihydrogenphosphaton
85 f.
112
Dipol 69 f.
-, Eigenschafen in ei ner
Lösung 75
-, induzerer 73
-, permanenter 74
-, spontner 73
Dipol- Dipol-Wechsel-
wi rkung 74 f.
Dipoleigenschafen 70
Dipolmoment 70
Doppelindung 62
Dreifchbindung 62
E
Edelgase 27, 44, 46, 49 f.,
68
-, Elektronenkonfgu­
raton 49 f.
-, Verbi ndungen mit andern
Elementen 46, 68
Edelgaskonfguration
50f., 56
Eduk 24, 26, 30 f. , 39, 110
Eigenbewegung der
Teilchen 74
Einfchbi ndung 61, 63
Einheiten 38
Eisen 4, 24, 26
Eisen{D)-chlord 28 f. , 4,
58
Eisen {D)-sulfat 104
Eisen {DI) -chlorid 28-29,
48, 58
Eisen{DI) -sulfat 104
Eisensulfd 26
Elekron 5, 6, 12-21, 52,
62, 68, 80 f. , 84, 98, 101
-, Drehi mpuls 16
-, Spi n 16
Elekronegatvtt 66 f.,
98
Elekronegatvtt­
diferenz 68 f.
Elektronenabgabe 21, 23,
52, 56, 68, 97 f., 100
Elekronenafnitt 21
Elekronenaufnahme 21,
50, 52, 56, 97 f., 100
Elektronenhülle 5, 8 f., 12,
51 f.
Elektronenkonfguraton
10, 18- 21, 52 -53
-, Kästchenschreib­
weise 16
-, Kurchribweise 20 f.
Elektronenoktet 50 f., 52,
56, 61 f. , 84
Elektronenpaar 61 f., 81, 8
-, bindendes 61 f., 70, 72
-, freies 62, 86
-, nicht bindendes 62, 70,
72
-, räumliche Ausdeh-
nung 71
Elektronenpaarabstoßungs­
Modell 70
Elektronenpaarbi ndung 66
Elektronenübergänge
97-110
Elektronenvereilung 15
Elektronenwolke 70 f.
Elektronenzahl 12 f.
elektrostatsche Wechsel-
wirkung 56
Element 2, 3 f., 6 f., 9 f.,
18 f., 27
-, Bindungsbi ldung 62
-, Modifkatonen 65 f.
-, Wergkeit 47 f.
Elementareilchen 5
Elementgruppen de
Perodensystems 4
Elementamen 3 f.
Elementsymbole 3 f., 7,
22, 25
endoterme Reakton 30
Endstof 24
Enerie, elekrsche 30
-, mechanische 29
-, thermische 29
Enerieaufahme 31
Eneriebeteiligung 29
Eneriebeträge gequan-
telte 12
Eneriefeisetung 29
Eneriegewi nn 30, 76
Enerieniveau 12
Eneriestufen 8 f., 12
Stchworverz�chn;s
Energieumsatz 21, 76
Energieverust 30
Energiezufhr 1, 30
Energiezustände 13
Erdalkalimetalle 4, 51 f.
Essigsäure 82, 99
Ethanal 99
Ethanol 26, 109
Ethansäure 99
Ethen 63
Ethin 63
exotherme Reakon 30
F
f-Elekronen 13
Fakoren bei Zahlen­
angaben 38
Farbstof al Säure-Base­
Indi katoren 90
Festpun kt 72
Fete, Lösungen i n Benzn
76
Fleckenwasser 76
Fluor 3, 27, 46, 61 f., 64,
72
Fluordion 53
Fluorasserstof 64
-, Wasserstofrücken-
bindungen 74
Formeln, Aufbau 25
-, chemische 25, 57
Formelsprache
nach Berelius 3
Francium 44
feie Elektronenpaare 62,
86
fnkonelle Gruppen 118
G
Gallium 45
Gas, Volumengeset 35 f.
Gasvolumen bei Normal-
bedi ngungen 35 f.
Geferpunkteriedrgung
75
Gemisch 2
Stchwo<ereidnis
Germanium 45
Geset von der Erhaltung der
Masse 24
Gesteine 54
Gips, Löslichkeit in Wasser
77
Giterenthalpie 57, 76
Gleichstrom 30
Gleichungen, chemische
24 f.
Glucose 40, 43
-, Berechnung der Molekül-
masse 33
Gold 4, 40 f.
Graphit 65 f.
Gruppen, fnkonelle 118
Gruppennummer 51, 104
H
H-Isotop 32
Halogenatom 52
Halogene 44, 46, 51, 52 f.,
61 f., 68, 73, 100
Halogenidion 53
Hauptgruppen im Peroden­
system 4 f., 51
Hauptgruppenelement
51 f.
Hauptquantenzahl 9 f.,
16 f., 23
Hauptschale 9 f. , 13 f., 23
-, Besetung mit Elek­
tronen 11, 12-16,
49 f.
-, Unterniveaus 13 f.
Helium 3, 10, 46, 49
-, Elektronenkonfgu-
raton 10
Heterlyse 80 f.
Homolyse 79 f.
Hydrataton 76 f.
Hydratatonsenthalpie 76
Hydrathülle 76, 81
Hydrazn 102
Hydrogencarbonaton 86
Hydrogenphosphation 86
Hydrogensulfton 85 f.
Hydrogensulfdion 86
Hydrogensulfton 86
Hydroxidion 59
-, Titraton 93
Hydroxidionenkonzentra-
ton 89
Hypophosphorge Säure
102
I
Indexzahl 25, 27, 33, 48
Indikator 90, 92
Indium 45
Iod 4, 27, 46, 73
-, Übrgang in die Gas-
phase 73
Iodidion 53
Iodwasserstof 27 f.
Ionen 21 f., 52, 59 f.
-, hydratsiere 76 f.
-, mehrtomige 59, 77
Ionenbindung 56, 68
Ionengitter 56 f., 60, 75
Ionenradius 56
Ionenverband 57
Ionenverbindung 60, 68
Ionisierungsenergie 22 f.
Isotop 7 f., 32
Isotopenaren 7
K
K-Schale 8 f., 13 f., 22
Kalium 3, 26, 4
Kaliumbromid 58
Kaliumchlorat 27 f.
Kaliumchlord 27 f.
Kaliumchromat 103
Kaliumcanid 26
Kaliumdichromat 59, 105
Kaliumhydroxid 28
Kaliumion 52
Kaliumnitrat 28 f. , 59
Kaliumpermanganat 26,
59, 99, 103, 105
Kaliumsulfat 28 f.
Kästchenschreibweise 16 f.
- der Orbitale 16
-, Elekronen-
konfguraton 18
Kaonen 21 f., 75
Ker-Hülle-Modell 5
Kerladungszahl 6
Knallgasreakion 29 f.
Kobalt 4
Kochpunkt 72
Kochsalz 54
113
Koefzient 26 f.
Kohlendioxd s. Kohlenstof-
dioxd
Kohlensäur 86
Kohlenstof 3, 6, 26, 32,
45, 63, 65 f.
-, Bindung zu weiteren
Atomen 63
-, Sondertelung im
PSE 63
Kohlenstofioxid 24, 48,
63
-, räumlicher Bau 71
Kohlenstofruppe 44, 45,
51
Kohlenstofsotop t2C 32
Kohlenstofonoxid 27 f.,
48, 63
Kräfe zwschen Stof­
teilchen 73
Krpton 46, 50
Kugelpackung, dichteste
57
Kupr 4
Kupr(I)-oxd 59
Kupr(l)-oxid 59
Kuprulft 60, 77
L
L-Schale 10f., 22
Lackmus 90
Ladungstrennung von
Atomen 5
Lanthanoide 18, 44
Lauge 91 f.
Lavoisier 24
Leiter erter und zweiter
Klasse 55
114
leitfähigkeit von Salz-
lösungen 54 f., 60
leitfähigkeitprfng 54 f.
lewis-Formel 61 f., 70
lichtenergie 12, 29
liti um 3, 10, 4
liti umion 52
lithiumsulfd 58
logarthmus der Oxonium-
ionen konzentration 88
löslichkeit 77
löslichkeitsproduk 77
lösung, gesätgte 77
-, Neutrlpunkt 87 f.
-, ungesättgte 77
lösungsenthalpie 76
lösungsmitel 75 f., 84,
88
-, unpolare 76
-, Wasser 75 f.
lösungsqualität, alkalisch
87 f.
-, basisch 87 f.
-, Nachweis durch
Indi katoren 90
-, neutl 89 f.
-, sauer 87 f.
lösungsvorgang 75 f.
-, Enerieumsatz 75
- i n Wasser 75-76
-, Temperatur-
änderung 75 f.
loschmidtsche Zahl 34
M
M-Schale 9 f., 22
Magnesium 3, 44, 98 f.
Magnesiumchlord 58
Magnesiumion 52
Magnesiumoxid 98
magnetsche Quantenzahl
14
Mangan 4, 26, 102
Mangan(II)-chlord 49
Mangan(IV)-oxid 49
Masse, molre 33, 35, 37
Massenantei l 77
Massenei nheit, atomar
32 f.
Massenzahl 7, 8, 32
-, Dezmalbruch 8
Meerasser pH-Wer 89
Metall 27, 45, 54
Methan 47, 63
Milch, pH-Wer 89
Mineraldünger 59
Mineralien 54
Mineralwasser 54
-, pH-Wer 89
Mischelement 7
Mol 33 f.
molar Masse 33, 35, 37
molars Volumen 37
Moleküle 25 f., 34, 70f.
Molekülgeometre 70 f.
Molekülgiter 73
Molekülmasse 32 f., 37
Molekülstruktur 70 f.
Mörel 54
N
N-Schale 10 f.
Nachweisraktonen 29
Natrum 3, 44, 54
Natrumcarbonat 59
Natrumchlord 54, 58, 77,
92
Natrumfuord 58
Natrumhydroxid 54, 59,
82, 91, 94
-, lösung 78
Natrumion 52, 98
Natrumsulfat 103
Natrumsulfd 58
Natronluge 59, 78, 92 f.
-, Titration 93
Nebengruppenelemnte
44, 58, 104
-, Oxidatonsstufen 103
Nebenquantenzahl 13 f.
Neon 3, 10, 46, 49
-, Elektronenkonfgu-
raton 10
Neutralisatonsreaktion
91 f.
Stchworverz�chn;s
Neutralpunk 87 f., 92
Neutron 5 f. , 32
Neutronenanzahl 7
Nichtmetall 27, 45 f.
Nickel 4
Nitration 59, 85
Nucleon 32
numersche Einheiten 38
o
O-Schale 9 f.
Oketregel 49 f., 58
Orbitl 16
Orbitlbesetung 17
Orbitlmodell 12-20
Ordnungszahl 3 f. , 6 f., 9,
11, 21, 49
O-Schale 9 f.
Oxidation 98
Oxidations mitel 100
Oxidationszahlen 100 f.
Oxidchi cht 44
Oxoniumionenkonzentr-
ton 88 f.
Oxgenium 98
p
p-Elekonen 13
P-Schale 9 f.
Pauli -Pri nzp 16
Pauli ng 16, 67
Pentan 28
Penten 105
Perchlorsäure 102
Perodensystem der Elemente
( PSE) 4, 6, 9 f., 44
-, Bindungsverält-
nisse 62
-, Farbgestaltung 10
-, Elektronegatvität 67
-, Elementgruppen 4
-, Elementsymbol 7
-, Hauptgrppen 44 f.
-, Massenzahl 7
-, Nebengruppen-
elemene 4
Stchwo<ereidnis
-, Ordnungszahl 7
-, Schreibweise 8
-, verküres 44
-, Verendung 9
Permanganaton 59, 104 f.
Phenolphthalein 90
Phosphaton 60, 86
Phosphor 3, 45, 65
Phosphor(Il)-chlord 49
Phosphor(V)-chlord 49
Phosphoräure 85 f.
Phosphorrchlord 27 f.
Phosphorassertof 102
pH-Wer 8 f.
pOH-Wer 89 f.
Polartät von Atombin-
dungen 69 f.
Polonium 45
Produk 24, 26, 27, 30f.,
39, 110
Propanol 40, 42
Protolyse 82, 85 f.
Proton 5 f., 9, 32, 85
Protonenabgabe 82, 8 f.,
87
Protonenakzeptoren 82 f.
Protonenaufahme 82,
8S f.
Protonendonatoren 82 f.
Protonenübergang 81-97
Protonenzahl 6 f.
Prt 54
Q
Q-Schale 9 f.
Quantenzahl 14, 16
Quecksilber 4
Quecksilber(I)-chlord 59
Quecksilber(II)-chlord 59
Quecksilberoxid 49
R
Radi um 4, 44
Radon 46, 50
Reakionen, endotherme
30
-, Energiebeteili­
gung 29 f.
-, exotherme 30
Reaktonsbedi ngungen
24
Reaktonsenthalpie 31
Reaktonsgleichung
24-29, 36
-, qualitatve und quantita­
tve Aussagen 36
-, Regeln zur Richtig-
stelung 26 f.
Reaktonspfeil 23
Reaktonsschema 24 f.
Reaktonswärme 31
Redoxgleichung 104 f.
Redoxreakton 97, 99 f.
Redukion 98 f.
Redukionsmittel 100
Rei nelemen 7
Reinstof 2
Resublimation 1
Rohrucker, Löslichkeit i n
Wasser 77
Rubidi um 13, 44
Rückttraton 94, 96
Rutherrd'sches Atom-
modell 5
s
s-Elektronen 13
Salpeter 54
Salpeteräure 28 f., 54, 85
Salzbildner 46
Salzbildung 57 f.
- durch Neutrlisaton 91 f.
Salze 44, 46, 53-60,
75-77, 103
-, Bindungsverhält­
nisse 56
-, Bindungswergkeit 56
-, charakerstische Eigen-
schafen 60
-, chemische Formeln 57
-, Krstallstruktur 55, 60
-, Lösungsvorgang im
Wasser 75 f.
-, mehrtomige Ionen 59
-, räumliche Strukturen
56
-, Sauerstof-halti-
ge 103 f.
115
-, Schmelzverhalten 60
-, wchtge Beispiele 58
Salkrstalle 57, 60
-, Hydratation 75
Sallösungen, Leitfähig-
keit 54 f.
Salsäure 63, 81 f., 84 f.,
92 f., 99, 105
-, Titation 93
Sauerkraut, pH-Wer 89
Sauertof 3, 23 f., 26 f.,
29 f., 36, 40, 45, 61, 64,
101 f.
Sauertofruppe 4, 45,
51
Säur 82 -87, 92 f.
-, Grundlegendes 82 f.
-, mehrrtonige 86
-, Protonendonato-
ren 82 f.
Säur-Base-Indi katoren 90
Säur-Base-Konzept nach
Lewis 82
Säur-Base-Reakton 83,
87
- nach Brönstedt 82
Säur-Base-Titraton 92 f.
Säurbegrf nach Brönstedt,
Defniton 82
Säurstärke 86
Schalen 8 f., 50
Schalenmodell 8 f.
Schießpulver 59
Schmele 55, 60
Schmelpunkt 2, 72
Schmelemperatur 60
Schwarpulver 54
Schwefl 3, 26, 45, 64 f.,
102
-, Ri ngfrm 64
Schwefldioxd 27 f., 49,
102
Schwefläure 28 f., 33,
54, 82, 85 f., 101
-, Berehnung der Molekül­
masse 33
116
-, Titration 94
Schwefltroxid 27 f., 49
Schweflwasserstof 47,
49, 64, 86, 102
Schweflwasser-
stof(säure) 86
Schwefige Säure 86, 102
Selen 45
Siedepunkt 2, 72
Siedepunktseröhung 75
Siedetempertur 114
Silber 4, 99
Silberbromid 4
Silbernitrat 99
Silidum 3, 45
Soda 54, 59
Speichel, pH-Wer 89
Spin 16
Spinquantenzahl 15
Steinsalz 54
Stckstof 3, 26, 45, 61,
64, 72
Stckstof(II)-oxid 49
Stckstof(IV)-oxid 49
Stckstofdioxid 27 f., 102
Stckstofgruppe 44, 45,
51
stöchiometrsche Bereh-
nung 35 f., 39 f., 78
-, Beispiele 40
-, Foreln 37 f.
-, Größen 37, 39
-, systematsche Vorgehens-
weise 39
-, Wergkeit 47
Stof 1 f.
Stofmenge 34 f., 41, 76,
78, 92 f., 96 f.
Stofmengenkonzentr-
tion 37, 78
Stofmengenverhältnis 39
Stofporon 33, 34 f.
Stofei lchen, Kräfe 73
-, Wechselwrkung 72
Strontum 4
Sublimaton 1
Sulfton 60, 77, 86, 104
Sulfdion 86
Sulfton 86
T
Tei lchen, Eigenbewegung
74
Tei lchenzahl 34, 37, 41 f.
Tei lldung 69, 74
Tellur 45
Tetrachlorkohlenstof 76
Tetrachlormethan 76
Tetraeder 66, 71
Thallium 45
Titan 11
Titaton 92
Tonere 54
u
Übergangsmetalle
s. Nebengruppenelemente
Universalindikator 90
Unteriveau 13 f.
v
Valenzelekronen 51, 61 f.,
64, 72
Valenzelekronen paar 70
Valenzstrchfrmel 61 f.
Stichworve.zeichnis
w
Waschmitel 111
Wasser 23, 26, 29 f., 47,
75 f., 80 f., 83 f.
-, Auoprotolyse 88
-, Berehnung der Molekül-
masse 33
-, det liieres,
pH-Wer 89
-, Lösungsmitel 75, 77
-, räumlicher Bau 71
Wasserdipol 75
Wasserolekül, Bindungs-
polrtät 69
-, Wechselwirkung mit
Ionen 75
Wassertof 3, 6, 10, 12,
23, 29
f
., 61, 63
-, Elektronenkonfgu-
ration 10
Wassertofbrcken­
bindung 74
Wassertofperxid 4, 105
Werigkeit, stöchiometr­
sche 47 f.
Werigkeitstufe 47
Wismut 45
x
Xenon 46, 50
Van-der-Waals-Kräfe 73
Z
Verbi ndung
2, 24
f
., 47 f. ,

60, 68
-, binäre 4
Verbi ndungsgesetze 47
Verhältnisfrmel 57
Volumen, molares 37
Volumenanteil 77 -78
Volumengesetz bei Gasen
35f.
Zement 54
Zi nk 4
Zi nn 4, 45
Zitronensäure 82