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Tipps für Teilnehmer
und Teilnehmerinnen
I NHALT
1 Leseverstehen ________________________________________________________________________________________________________________________________ 4
2 Hörverstehen ___________________________________________________________________________________________________________________________________ 7
3 Schriftlicher Ausdruck (Schreiben) ______________________________________________________________________________________ 9
4 Mündlicher Ausdruck (Sprechen) ______________________________________________________________________________________ 17
5 Sprachliche Kompetenzen ___________________________________________________________________________________________________ 25
Alle Prüfungsmaterialien, auch einzelne Teile, sind urheberrechtlich geschützt.
Herausgegeben von der telc GmbH, Frankfurt am Main
Alle Rechte vorbehalten
© 2008 by telc GmbH, Frankfurt am Main
Autor: Wassilios Klein
Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
mit Bewertungsbeispielen für den Brief und eine mündliche Prüfung
Auf den folgenden Seiten sind die wichtigsten Informationen über die telc Deutsch B2-Prüfung
zusammengestellt, um Ihnen die Vorbereitung und die Arbeit mit dem Modelltest 1 zu erleichtern. Dazu
werden die Aufgaben kurz erläutert und Hinweise darauf gegeben, was für eine erfolgreiche Bearbeitung
des Tests wichtig ist. Insbesondere bei den offeneren Aufgaben zum Sprechen, Schreiben und auch
Hören benötigen Sie einige Tipps, um jeweils ganz genau zu verstehen, was gefordert ist. Sie verstehen
die hier gegebenen Hinweise besser, wenn Sie den bei telc erhältlichen Modelltest 1 vor sich haben
und vergleichen. Der Modelltest und diese Broschüre ergänzen sich und sollten gemeinsam benutzt
werden.
Ganz allgemein definiert der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) die Stufe
B2 so:
Ein Lerner oder eine Lernerin auf B2-Niveau…
• kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen;
versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen.
• kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit
Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist.
• kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt
zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten
angeben.
(GER, Kapitel 3.3, Hervorhebungen nicht im Original)
Der Kommentar dazu macht die hier beschriebene Sprachkompetenz noch deutlicher:
Im Niveau B2 liegt der Schwerpunkt auf erfolgreichem Argumentieren und Verhandeln und auf einem
höheren Grad an Diskurskompetenz. Zudem ist auf diesem Niveau ein stärkeres Sprachbewusstsein
kennzeichnend, das – zusammen mit der höheren Sprachkompetenz – z.B. selbständiges Korrigieren
von Fehlern, die zu Missverständnissen geführt haben, ermöglicht und eine Anpassung an den Stil eines
Gesprächs erlaubt. Der Wortschatz im eigenen Fachgebiet und zu den meisten allgemeinen Themen
ist groß und erlaubt auch Variationen in der Formulierung. Die Grammatik wird gut beherrscht und auch
Hypothesen werden formuliert.
(Profile deutsch, CD-ROM 2.0.1, „Die 6 Niveaus“)
Hinweise zu den Antwortbogen
Viele Aufgaben werden per Computer ausgewertet. In diesen Fällen müssen Sie einen Antwortbogen
ausfüllen, indem Sie mit einem Bleistift bestimmte Markierungen machen.
Die Aufgaben, bei denen Sie etwas schreiben müssen, werden von geschulten Korrektoren bewertet.
In beiden Fällen müssen Sie darauf achten, dass nur die Lösung auf dem jeweiligen Antwortbogen gültig
ist. Achtung! Was Sie ins Aufgabenheft schreiben, wird nicht bewertet!
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Leseverstehen und Sprachbausteine 1
Im Prinzip sollten Sie bereits Texte aller Art lesen können, wobei es erlaubt ist, dass Sie mit seltener
gebrauchten Redewendungen noch Probleme haben.
Allgemein ist beim Lesen wichtig, den jeweils besten Lesestil anzuwenden, denn nur so lassen sich die
Aufgaben in der vorgesehenen Zeit bewältigen. Dabei sollten Sie auch immer einmal auf die Uhr sehen,
um zu kontrollieren, ob Sie den zeitlichen Rahmen einhalten.
Die Zeitangaben in den folgenden Hinweisen sind nur Vorschläge. Wie Sie sich die 90 Minuten für
den Testteil „Leseverstehen und Sprachbausteine“ aufteilen, steht Ihnen frei, zumal die Textlängen in
verschiedenen Testversionen leicht variieren. Alle Texte zusammen haben jedoch immer eine Länge von
ca. 3000 Wörtern.
Bedenken Sie, dass Sie innerhalb des Zeitrahmens auch Ihre Lösungen auf das Antwortblatt übertragen
müssen. Dafür benötigen Sie ca. 10 Minuten.
Es ist Ihnen selbst überlassen, in welcher Reihenfolge Sie die Aufgaben bearbeiten. Überlegen Sie vor
der Prüfung, ob Sie zuerst die für Sie einfacheren oder schwierigeren Aufgaben lösen möchten oder ob
Sie sich zuerst Aufgaben mit höheren Punktzahlen vornehmen.
Der Prüfungsteil besteht aus folgenden Aufgaben:
Leseverstehen 1: Globales Lesen
Zeit: ca. 15 Minuten
Textlänge: 750–900 Wörter
Hier handelt es sich um eine Zuordnungsaufgabe, bei der Sie für einen Text eine passende Überschrift
auswählen sollen. Sie bekommen fünf Texte, aber zehn Überschriften. Sie lösen diese Aufgabe
zeitsparend, wenn Sie zunächst die Überschriften lesen. Dann wissen Sie schon, auf welche Wörter
Sie in den Texten besonders achten müssen. Sie werden bemerken, dass manche Überschriften ähnlich
lauten. Deshalb prüfen Sie am Ende noch einmal, ob Sie die nicht ausgewählten Überschriften wirklich
ausschließen können.
Lesestil: Wichtig ist auch, dass Sie wirklich global lesen, also die Texte relativ schnell lesen, ohne zu
sehr auf jedes Wort zu achten. Es kommt nicht darauf an, jedes einzelne Wort genau zu bedenken.
Lesen Sie so, dass Sie den Hauptinhalt des Textes verstehen.
Bewertung: 5 Punkte pro richtig zugeordneter Überschrift, insgesamt: 25 Punkte
Leseverstehen 2: Detailliertes Lesen
Zeit: ca. 20 Minuten
Textlänge: 500–600 Wörter
Bei diesem Prüfungsteil geht es um Details, also um genaues Verstehen einzelner Informationen. Sie
bekommen einen meist populärwissenschaftlichen Text und dazu fünf Aufgaben mit jeweils drei möglichen
Antworten. Bei jeder Frage ist eine Möglichkeit richtig, die beiden anderen sind falsch.
Hier ist es wichtig, auf jeden Teil der jeweiligen Aussage zu achten, denn schon eine falsche Information
innerhalb eines Satzes macht die ganze Aussage falsch. Achten Sie besonders auf Negationen, die
auch versteckt sein können.
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Entscheiden Sie nicht einfach nach Ihrem Wissen über das Thema. Es geht nicht darum, ob eine Aussage
sachlich richtig ist, sondern ob der Text sie enthält. Der Text vertritt vielleicht eine unerwartete Ansicht.
Die Aussagen sind in derselben Reihenfolge angeordnet, in der die für die Lösung wichtigen Stellen
im Text vorkommen. Sie können also parallel lesen: Erst die erste Aufgabe, dann den Text, bis Sie die
Aufgabe sicher beantworten können. Nun lesen Sie die zweite Aufgabe und eine weitere Textpassage
usw. Auf diese Weise können Sie wieder Zeit sparen und müssen den Text nicht zweimal lesen.
Lesestil:. Lesen Sie den Text genau und gründlich. Stellen, auf die sich Aussagen aus der Aufgabe
beziehen, sollten Sie bis ins Detail verstehen.
Bewertung: 5 Punkte pro richtig erkannter Aussage, insgesamt: 25 Punkte
Leseverstehen 3: Selektives Lesen
Zeit: ca. 20 Minuten
Textlänge: 960–1200 Wörter
Sie bekommen 10 Sätze, die knapp eine Situation angeben, und 12 Texte dazu. Diese Texte können
Kulturprogramme, Veranstaltungshinweise, Fernsehprogramme, Touristik-Broschüren und ähnliches
sein. Es handelt sich um kurze Texte, die im Umfang über eine mehr bildlich gestaltete Kleinanzeige
hinausgehen. Sie sollen zu den vorgegebenen Situationen den jeweils passenden Text finden. Dazu ist
es gut, zuerst die kurzen Situationsbeschreibungen zu lesen und dann die Texte.
Jeden Text können Sie nur einmal verwenden. Außerdem sollten Sie wissen, dass nicht für alle Situationen
ein Text vorhanden ist. Entscheiden Sie nicht zu schnell, sondern lesen Sie die Texte sicherheitshalber
bis zu Ende, auch wenn Sie dies schnell tun.
Lesestil: Hier benötigen Sie selektives Lesen, also einen Lesestil, der sich nur auf bestimmte Passagen
aus dem Text konzentriert. Versuchen Sie schnell herauszufinden, wo sich die jeweils gesuchten
Informationen im Text befinden und überprüfen Sie nur diese Stellen noch einmal, dann aber wirklich
genau und exakt.
Bewertung: 2,5 Punkte pro richtig erkannter Aussage, insgesamt: 25 Punkte
Sprachbausteine: Teil 1
Zeit: ca. 15 Minuten
Textlänge: 250 Wörter
Als vierte Aufgabe bekommen Sie einen Lückentext, meist einen Brief, eine E-Mail oder ein Fax. Dazu
bekommen Sie 10 Multiple-Choice-Lösungsblöcke mit jeweils drei möglichen Lösungen. Jeweils
eine davon ist richtig. Die Lücken sollen Ihre Kenntnisse bei den Deklinationen, der Artikelsetzung,
bei Präpositionen, Pronomen, Konjunktionen, Pronominaladverbien, Verben, Partikeln usw. testen. Es
kommen also alle Wortarten vor.
Auf dem Niveau B2 haben Sie schon ein Sprachgefühl. Sie wissen selbst aus ähnlichen Übungen
im Unterricht, ob Sie besser Ihrem Sprachgefühl oder Ihren Grammatikkenntnissen vertrauen sollten.
Sinnvoll ist es, zunächst gar nicht unten auf die Lösungsvarianten zu sehen, sondern selbst zu versuchen,
die richtige Lösung zu finden. So darf man natürlich nur vorgehen, wenn einem sofort eine passende
Lösung einfällt, sonst verliert man zuviel Zeit. Danach können sie Ihre eigene Lösung mit den angebotenen
Lösungen vergleichen. Sie wissen dann besser, was Ihnen Ihr Sprachgefühl gesagt hat, als wenn Sie
sofort auf die Lösungen sehen.
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Bewertung: 1,5 Punkte pro richtig erkannter Lösung, insgesamt: 15 Punkte
Sprachbausteine: Teil 2
Zeit: ca. 20 Minuten
Länge: 300–350 Wörter
Sie bekommen in der Regel einen allgemein interessierenden Zeitschriftentext, der zehn Lücken enthält.
Dazu bekommen Sie 15 Wörter oder Ausdrücke angeboten, aus denen Sie die für die zehn Lücken
passenden auswählen müssen. Auch hier kommen alle Wortarten vor. Es wird aber nicht geprüft, ob Sie
deklinieren und konjugieren können, sondern ob Ihr Wortschatz dem erwarteten Niveau entspricht.
Auch hier ist es nicht schlecht, zunächst einmal den Text zu lesen, ohne auf die angebotenen
Lösungsmöglichkeiten zu sehen. Durch Ihr Sprachgefühl werden Sie sicher viele Lücken füllen können,
so dass Sie sehr zeitsparend und treffsicher richtige Lösungen auswählen können. Am Ende verbleiben
fünf unbenutzte Lösungen.
Tipp: Lassen Sie keinesfalls eine Lücke leer, d.h. ordnen Sie jeder Lücke eine Lösung zu, auch wenn Sie
sie nicht wissen. Andernfalls verschenken Sie mögliche Punkte ohne jede Chance, vielleicht doch das
Richtige getroffen zu haben.
Bewertung: 1,5 Punkte pro richtig gefundenem Wort, insgesamt: 15 Punkte
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Hörverstehen 2
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Auf dem Niveau B2 wird von Ihnen erwartet, dass Sie gesprochene Texte im persönlichen Kontakt oder
durch Medien wie Radio oder Fernsehen verstehen, die den privaten, beruflichen und gesellschaftlichen
Bereich betreffen. Dazu gehören auch längere Redebeiträge oder Vorträge, in denen Standpunkte und
Einstellungen verstanden werden sollen.
Der Prüfungsteil Hören besteht aus folgenden drei Teilen, deren Zeitrahmen durch die Tonaufnahme
vorgegeben ist. Insgesamt dauert dieser Testteil ca. 20 Minuten. Entsprechend dem authentischen
Hören von Ansagen oder Fernseh- und Radiosendungen hören Sie jeden Text nur einmal. Sie müssen
also schnelle Entscheidungen treffen, die Sie nicht nachträglich überprüfen können.
Alle Aufgabenstellungen, die Sie hören, finden Sie auch als Text in Ihren Prüfungsunterlagen. Sie können
also mitlesen. Während die CD mit den Prüfungstexten läuft, darf sie nicht angehalten werden. Alle
Pausen, die Sie benötigen, um z.B. die Aufgaben zu lesen, sind auf der CD enthalten. Im Anschluss an
jede Aufgabe haben sie noch einmal ca. 45 Sekunden Zeit zum Nachdenken oder zum Übertragen auf
den Antwortbogen. Wir empfehlen Ihnen aber, die Lösungen sofort auf den Antwortbogen einzutragen,
denn dafür wird Ihnen keine zusätzliche Zeit gegeben. „Richtig“ markieren Sie bei einem Pluszeichen (+)
auf dem Antwortbogen, „falsch“ bei einem Minuszeichen (–). Das gilt für alle drei Teile des Hörverstehens.
Die CD darf erst angehalten werden, wenn Sie hören: „Ende des Testteils Hörverstehen“. Und dann
haben Sie es auch schon geschafft.
Tipp: Sie müssen damit rechnen, dass auch einmal Sprecher zu hören sind, die Dialekt sprechen,
vor allem den bayerischen. Die entscheidenden Wörter sind zwar meist gut verständlich, aber der
Gesamtzusammenhang kann schon mal schwer zu erfassen sein, wenn man mehrere Wörter im Satz
nicht gut versteht. Sie können sich darauf vorbereiten, indem Sie z.B. hin und wieder ein bayerisches
Fernsehprogramm sehen oder ein bayerisches Radioprogramm hören. Auch ein Blick nach Österreich
oder in die Schweiz ist nützlich. Dann kann Sie nichts mehr überraschen.
Hörverstehen 1: Globalverstehen
Zeit: ca. 5 Minuten
Hier geht es darum, Hauptaussagen einer Nachrichtensendung im Radio zu verstehen. Sie hören
die Aussagen von sechs Sprechern und Sprecherinnen (jeweils etwa 30–45 Sekunden) zu den
Themenbereichen Aktuelles, Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport oder ähnliches. Dazu erhalten Sie schriftlich
fünf Aufgaben, d.h. zu einer Radiomeldung gibt es keine passende Aufgabe. Sie müssen also feststellen,
ob es überhaupt eine Aufgabe passend zu einer Radioansage gibt. Wenn Sie meinen, dass das der Fall
ist, müssen Sie noch entscheiden, ob die Aussage richtig oder falsch ist.
Gehen Sie hier ähnlich vor wie beim Leseverstehen Teil 1. Lesen Sie sich zunächst die Antworten durch.
Dafür haben Sie ja 30 oder sogar 40 Sekunden Zeit, die Sie nutzen sollten. Zwischen den einzelnen
Radiomeldungen gibt es ein paar Sekunden Pause, so dass Sie in Ruhe Ihre Markierung auf dem
Antwortbogen anbringen können.
Hörstil: Versuchen Sie, den Aussagen im Großen und Ganzen zu folgen. Wenn Sie einzelne Wörter nicht
gut verstehen, denken Sie nicht darüber nach, sondern versuchen Sie lieber, die allgemeine Richtung
der Aussage herauszuhören, also das zu erfassen, worum es vor allem und in erster Linie geht. Wenn
Sie einmal etwas nicht verstanden haben, machen Sie trotzdem ein Kreuz, aber verlieren Sie keine Zeit.
Konzentrieren Sie sich lieber auf die nächste Aufgabe, damit Sie diese richtig lösen.
Tipp: Die Aussage, die Sie suchen, wird nur ein wenig versteckt zu hören sein. Warten Sie nicht darauf,
dass Sie die Aussage mit genau den Worten hören, die in der Aufgabe stehen. Im Hörtext werden die
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Aufgaben mit anderen oder zusätzlichen Wörtern und meist auf mehrere Sätze verteilt ausgedrückt.
Bewertung: 5 Punkte pro richtig entschiedener Aussage, insgesamt: 25 Punkte
Hörverstehen 2: Detailverstehen
Zeit: ca. 7 Minuten
Auch den zweiten Text hören Sie nur einmal. Hier sprechen zwei oder mehr Menschen miteinander
über ein Thema, gewöhnlich in Form eines Radiointerviews. Meist wird etwas zu Themen des täglichen
Lebens erzählt, z.B. von Vertretern bestimmter Berufsgruppen wie Sportler, Busfahrer, Verkäufer usw.
Sie bekommen zehn Sätze, die das Gehörte mit anderen Worten formulieren. Sie müssen wieder
entscheiden, ob die Ihnen schriftlich vorliegenden Aussagen richtig oder falsch sind. Natürlich gibt es in
einem Interview auch Teile, in denen es um anderes geht als das, was in den Aussagen steht. Passen
Sie auf, dass Ihre Konzentration hier nicht schwächer wird, damit Sie nicht verpassen, wenn die nächste
wichtige Aussage vorkommt.
Hörstil: Jetzt ist es wichtig, auf einzelne Wörter und Wortgruppen zu achten. Markieren Sie sich in der
Vorbereitungszeit ganz genau, welche Schlüsselwörter Sie in den Aufgaben finden, so dass Sie dann
beim Hören genau diese Stellen im Text identifizieren können.
Bewertung: 2,5 Punkte pro richtig entschiedener Aussage, insgesamt: 25 Punkte
Hörverstehen 3: Selektives Verstehen
Zeit: ca. 6 Minuten
Teil 3 hören Sie ebenfalls nur einmal. Sie hören fünf kurze Durchsagen, wie Sie sie im Radio, auf dem
Bahnhof, am Flughafen oder am Anrufbeantworter hören könnten. Verkehrsinformationen gehören ebenso
zu den Inhalten wie Wetterberichte oder Veranstaltungstipps. Sie bekommen dazu fünf Aussagen, die
in der gedruckten Reihenfolge der Abfolge der Hörtexte entsprechen. Sie sollen entscheiden, ob die
Aussagen richtig oder falsch sind.
Hörstil: Hier geht es darum, die richtige Stelle in der Durchsage zu erfassen, an der etwas zu der
Aussage, die Ihnen schriftlich vorliegt, gesagt wird. In den Aussagen stehen meist zwei Namen oder
Zahlen, die Sie beim Lesen schon unterstreichen können und auf die Sie beim Hören achten müssen.
Sobald Sie dazu etwas hören – natürlich wieder mit anderen Worten als in der Aufgabe –, kommt es
darauf an, zu entscheiden, ob die Aussage den Hörtext richtig wiedergibt oder nicht.
Bewertung: 5 Punkte pro richtig entschiedener Aussage, insgesamt: 25 Punkte
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Beim Schriftlichen Ausdruck geht es darum, dass Sie mit einem relativ umfangreichen Wortschatz
längere und detaillierte Texte schreiben und dabei einen Standpunkt darlegen. Dazu müssen Sie auch
argumentieren können. Erwartet werden von Ihnen persönliche Briefe an Verwandte oder Freunde und
formelle Briefe, z.B. an Firmen. Die Grammatik sollen Sie gut beherrschen. Fehler dürfen Sie hin und
wieder machen, aber sie dürfen nicht so gravierend sein, dass es zu Missverständnissen kommt. Sie
sollen einen Text in Absätze gliedern können und auch in der Rechtschreibung und Zeichensetzung im
Großen und Ganzen korrekt schreiben.
Es reicht also nicht aus, das jeweilige Thema nur inhaltlich ausreichend zu behandeln. Vergessen Sie
nicht, dass Sie im Test Ihre Sprachkompetenz im Schreiben beweisen sollen, nicht in erster Linie Ihren
Ideenreichtum im inhaltlichen Bereich.
Zeit: 30 Minuten
Sie haben eine halbe Stunde Zeit, um einen Text von 150–200 Wörtern Länge zu schreiben. Das
bedeutet: Es ist sehr wichtig, die kurze Zeit gut zu nutzen. Überlegen Sie nicht zu lange und fertigen Sie
vor allem keine ausführlichen Notizen an. Es ist dringend davon abzuraten, den Text zuerst vorzuschreiben
und dann noch einmal abzuschreiben. Dafür haben Sie keine Zeit. Üben Sie also, mit Stichworten Ihre
Ideen zu Gliederung und Inhalt zu notieren, um dann gleich den endgültigen Text zu schreiben. Der Text
muss nicht schön sein. Sie dürfen durchstreichen, zwischen die Zeilen schreiben, mit Sternchen oder
Fußnoten etwas ergänzen, was Ihnen erst später einfällt usw. Die Korrekturen müssen natürlich eindeutig
sein.
Sie haben eine Wahlmöglichkeit. Sie bekommen zwei Themen gestellt, von denen Sie nur eines bearbeiten
müssen. In jedem Fall handelt es sich um einen formellen, manchmal nicht ganz so formellen Brief. Dabei
ist wichtig, dass Sie Ihre sprachlichen Mittel der jeweiligen Situation anpassen, also zum Beispiel einen
Beschwerdebrief anders formulieren als eine Bewerbung, sowohl in Bezug auf sprachliche Strukturen
als auch auf den Wortschatz. Außerdem sollten Sie immer daran denken, für wen Sie aus welchem
Anlass schreiben. Vorher auswendig gelernte Textpassagen helfen Ihnen dabei nicht.
Die Briefe, die Sie schreiben sollen, sind immer eine Reaktion auf einen vorgegebenen Text, z.B. auf die
Ausschreibung eines Praktikumsplatzes, eine Werbeanzeige oder einen Brief. Es wird Ihnen mitgeteilt,
welche Reaktion darauf Sie schreiben sollen, z.B. eine Beschwerde, eine Bewerbung oder eine Bitte um
Informationsmaterial. Die Reaktion wird Ihnen sehr erleichtert, indem Ihnen vier Leitpunkte vorgegeben
werden. Daraus müssen Sie nur zwei aufgreifen. Wenn Ihnen zu den anderen zwei Punkten nichts einfällt,
können Sie sie also weglassen. Wenn Sie zu allen vier Leitpunkten etwas schreiben möchten, ist Ihnen
dies erlaubt. Einen weiteren Aspekt sollen Sie sich selber ausdenken, oder Sie nehmen einen dritten der
vorgegebenen Leitpunkte. Sie müssen sich also auf jeden Fall zu drei Punkten äußern. Sie bekommen
noch mehr Hilfen. Es wird Ihnen gesagt, dass Sie selbst eine sinnvolle Gliederung wählen dürfen, d.h.
Sie müssen die Leitpunkte nicht in der vorgegebenen Reihenfolge abarbeiten, dürfen es aber. Und
Sie werden darauf hingewiesen, dass Sie außer den Leitpunkten eine Einleitung und einen Schluss,
außerdem Absender, Anschrift, Datum, Betreffzeile, Anrede und Schluss- bzw. Grußformel schreiben
sollen. Sie erhalten also in der Aufgabenstellung viele Hilfen. Die Schwierigkeit der Aufgabe besteht
deshalb auch nicht so sehr darin, inhaltlich und formal einen Brief zu gestalten, denn darüber müssen
Sie gar nicht mehr so viel nachdenken. Die Schwierigkeit besteht darin, den Brief in recht kurzer Zeit
zu schreiben. In dieser Zeit müssen Sie ja auch noch die Aufgaben lesen und entscheiden, welche Sie
bearbeiten wollen!
Bewertung: Insgesamt können Sie bei diesem Prüfungsteil 45 Punkte bekommen.
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Ihre Texte werden aufgrund der Definitionen des europäischen Referenzrahmens für die Stufe B2 nach
folgenden Kriterien beurteilt:
1. Behandlung des Schreibanlasses
2. Kommunikative Gestaltung
3. Formale Richtigkeit
Weitere Details dazu finden Sie im Modelltest.
Auf der folgenden Seite sollen einige Beispieltexte die Bewertung verdeutlichen.
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Thema 1 aus Modelltest 1: Bewerbung um einen Praktikumsplatz
Beispiel 1:
Absender
Adam Opel AG
Praktikanten
65423 Rüsselsheim

Ort, den 22.4.05
Sehr geehrte Herr Heribert Klutmann,
Ich habe Ihre aufgeführten Firma gesehen in der Zeitung „Frankfurt Allgemein“. Ihre
Praktikumsplatz
interessiert mich viel weil ich, als Autoverkäufer praktikanten und arbeiten möchte.
Meine Ausbildung ist Marketing und Management (Havvard-Abschlus) beides. Aber ich habe
keine Berufsausbildung
Ich liebe die Autos und die Firma OPEL, das ist der Grund für meine Berufsrichtung.
Ich will in Deutschland Praktikanten, weil ich mein Deutsch verbessern will.
Ich wünche in Ihre Firma Praktikanten während ich mein Deutsch verbessern.
Mit freundlichen Gruße
xyxyxyy
90 Wörter
A* A B C D Kommentar / Begründung:
1 Behandlung des Schreibanlasses x Eine Kurzbewerbung wird inhaltlich entlang der
vorgegebenen Leitpunkte nicht adäquat verfasst; der Brief
verfehlt auch deutlich die geforderte Mindestwortzahl
(90/150).
2 Kommunikative Gestaltung x Sprachliche Vielfalt und Textorganisation sind mangelhaft.
Verknüpfungen fehlen weitgehend (Mehrere Sätze
beginnen gleichförmig mit „Ich...“).
3 Formale Richtigkeit x Brief enthält so viele (syntaktische) Fehler, dass die
Verwirklichung der Schreibabsicht deutlich gefährdet ist;
Fehler sogar in Anrede und Schlussformel
Allgemeine Kommentare:
TN erfüllt nach allen Kriterien definitiv nicht das Niveau B2: das Spektrum sprachlicher Mittel ist nicht hinreichend entwickelt;
komplexe Satzstrukturen werden nicht verwendet (GER 5.2.1); auch die lexikalische Kompetenz ist so schwach entwickelt,
dass dem Schreibanlass nicht genügt werden kann (GER 5.2.1.1); formale Fehler treten gehäuft auf (GER 5.2.1.2); die
Orthographie weist beträchtliche Schwächen auf (GER 5.2.1.6)
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Beispiel 2:
Absender
Deutsche Lufthansa AG
Bewerberservice
FRA PL/B
60546 Frankfurt
Ort, den 17.Oktober 2005
Sehr geehrte Damen und Herren:
Ich habe Ihre Anzeige in der Zeitung gelesen und ich interessiere mich dafür, weil ich
Tourismus studiert habe und ich muss sechs Monate in einer Firma Praktikum machen.
Es wäre schön, wenn ich in einer Firma in Deutschland, so berühmt wie Lufthansa, lernen
könnte. So
kann ich auch mein Deutsch verbessern.
Ich habe diese Berufsrichtung gewählt, weil ich Kontakt mit den Leuten, Reisen und die
Sprache liebe und ich möchte alles lernen, so dass kann die Stelle in Check-in oder als
Flugbegleiterin sein könnte.
Ich warte auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
xyxyxyy
111 Wörter
A* A B C D Kommentar / Begründung:
1 Behandlung des Schreibanlasses x Textsorte Kurzbewerbung ist ausgeführt, allerdings
werden die Inhalte zu knapp präsentiert
2 Kommunikative Gestaltung x Textorganisation, sprachliche Vielfalt („Check-in oder
als Flugbegleiter“) und Verknüpfungen sind recht gut
gelungen („Es wäre schön, wenn...“). Einige Sätze
beginnen aber unverbunden mit „ich“.
3 Formale Richtigkeit x Weitgehend fehlerfrei; Niveau diesbezüglich voll erfüllt
Allgemeine Kommentare:
TN erfüllt noch das Niveau B2: das Spektrum sprachlicher Mittel ist durchaus entwickelt; auch komplexere Satzstrukturen
werden teilweise verwendet (GER 5.2.1); die lexikalische Kompetenz ist so angemessen, dass dem Schreibanlass genügt
werden kann (GER 5.2.1.1); formale Fehler treten fast keine auf, nur gelegentlicher Ausrutscher („so dass kann die Stelle…“)
(GER 5.2.1.2); Rechtschreibung und Zeichensetzung sind hinreichend korrekt (GER 5.2.1.6)
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Beispiel 3:
Absender
Deutsche Lufthansa AG
FRA PL/B
60546 Frankfurt
Deutschland
Ort, den 22.2.2005
Bewerbung um einen Praktikumplatz
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich interessiere mich, mein Praktikum bei Ihrer Firma zu machen. Für diese Stelle bringe
ich alle Voraussetzungen mit. Ich habe Touristik 4 Jahre an der Fachhochschule von Patras
studiert. Ich spreche Deutsch, Englisch und ich habe Grundkenntnisse in Französische.
Zusätzlich habe ich Computerkenntnisse. Ich habe gern mit anderen Leute zu tun und ich
arbeite gut im Team. Ich möchte in Deutschland arbeiten, weil ich glaube, dass ich auf diese
Weise die Gelegenheit haben werde, nicht nur die Arbeit sondern auch die Mentalität der
Deutsche besser kennen zu lernen. Diese Erfahrung wird mir später bei meiner Arbeit in
Griechenland helfen, weil werde ich in Griechenland bei einem Hotel, das nur Deutsche
Gäste hat, arbeiten.
Vielen Dank im Voraus
und verbleibe ich
Mit freundlichen Grüßen
xyxyxyy
Anlagen:
Lebenslauf
Passfoto
148 Wörter
A* A B C D Kommentar / Begründung:
1 Behandlung des Schreibanlasses x Textsorte Kurzbewerbung ist ausgeführt, die
Inhaltspunkte werden zwar etwas knapp, aber
angemessen dargestellt.
2 Kommunikative Gestaltung x Textorganisation, sprachliche Vielfalt („auf diese
Weise die Gelegenheit haben werde“; „nicht nur...
sondern auch“) und Verknüpfungen sind recht gut
gelungen („Für diese Stelle...“; ); auch formale Aspekte
einer Kurzbewerbung (Betreffzeile, Anlagen) werden
beachtet.
3 Formale Richtigkeit x Weitgehend fehlerfrei; Niveau diesbezüglich voll erfüllt
Allgemeine Kommentare:
TN erfüllt das Niveau B2: das Spektrum sprachlicher Mittel ist gut entwickelt; auch komplexe Satzstrukturen werden
verwendet (GER 5.2.1); die lexikalische Kompetenz ist voll angemessen, so dass dem Schreibanlass genügt werden kann
(GER 5.2.1.1); formale Fehler treten fast keine auf, nur gelegentlicher Ausrutscher („weil werde ich…“, „und verbleibe ich“)
(GER 5.2.1.2); Rechtschreibung und Zeichensetzung sind weitgehend korrekt (GER 5.2.1.6)
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Thema 2 aus Modelltest 1: Beschwerdebrief
Beispiel 1:
Absender Ort, den 23.April 2006
Jugendcamp Silberstrand
Lange Weile 10
18311 Ribnitz-Damgarten
Zurückvorderung meiner Bezahlung von 380 Euro
Sehr geehrte Damen und Herren,
vom 1.04. bis 14.04.2006 habe ich im Jugendcamp Silberstrand zwei Wochen Urlaub gemacht.
Als ich Ihre Anzeige in der Zeitung las, war ich sofort begeistert. Ich mag die Gesellschaft,
liebe Wandern, Surfen, Volleyball, deswegen habe ich viel von diesem Urlaub im Jugendcamp
Silberstrand erwartet. Leider muss ich Ihnen sagen, dass es nicht dem entsprechend war, was
ich erwartet hatte. Ich habe damit nicht gerechnet, dass der Strand vom Camp 10 Kilometer
entfernt war. Die meisten Aktivitäten fanden nicht statt. Surfen und Segeltouren wurden aus
dem Plan gestrichen. Ich habe mich sehr auf die Begegnung mit anderen jungen Menschen
aus verschiedenen Ländern gefreut, stattdessen waren fast alle Gäste aus meinem Heimatland.
Meiner Meinung nach war das wirklich sehr langweilig. Auch die Disko war wegen Umbaus
geschlossen und am Abend gab es keine Livemusik. Wir mussten einen anderen Ausweg
finden, um die Abende gemütlich zu gestalten. Außerdem gab es wegen Renovierungsarbeiten
manchmal stundenlang kein Wasser.
Die Wohnstudios waren auch noch mit 4 Personen belegt. Es war sehr unbequem.
Alles in allem war dieser Urlaub eine einzige Katastrophe und ich bin sehr unzufrieden.
Aus diesem Grund bitte ich Sie, mir die bezahlte Summe von 380 Euro zurückzuerstatten.
Mit freundlichen Grüßen
xyxyxyy
221 Wörter
A* A B C D Kommentar / Begründung:
1 Behandlung des Schreibanlasses x Schreibanlass der Beschwerde wird voll angemessen
bearbeitet. Leitpunkte sind in ausreichendem Umfang
adäquat umgesetzt.
2 Kommunikative Gestaltung x Textorganisation, sprachliche Vielfalt und
Verknüpfungen sind sehr gut („Alles in allem...“, „eine
einzige Katastrophe...“).
3 Formale Richtigkeit x Bis auf wenige Flüchtigkeitsfehler weitgehend
fehlerfrei.
Allgemeine Kommentare:
TN übertrifft im Kriterium 2 das Niveau B2: TN kann die Sprache wirksam und flexibel gebrauchen (GER 4.4.3.2 / C1);
lexikalische Kompetenz und grammatische Korrektheit sind auch mindestens am oberen Rand von B2 (GER 5.2.1.1;
5.2.1.2);
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Beispiel 2:
Jugendcamp Silberstrand
Lange Weile 10
18311 Ribnitz-Damgarten
Ort, den 23.April 2004
Betreff – Anzeige von Ihrem Campingangebot.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe Ihre Anzeige gesehen und 2 Wochen Urlaub im Jugendcamp gemacht. Damit bin
doch ich nicht zufrieden. Ihre Anzeige stand, dass man Beachball, Surfen, Segeltouren am
Strand machen kann, aber in Wahrheit war der Strand 10 Kilometer vom Camp entfernt. Ich
erwartete von Ihnen nur die angebotenen Aktivitäten. Das geht doch auch nicht. Außerdem
konnte ich auch nicht die internationale Stimmung fnden, weil viele aus meinem Heimatland
kommen. Und die Anzeige zeigt, dass die Disko sehr fantastisch sei, aber sie war wegen
Umbaus geschlossen. Am schlechsten ist, dass wegen Renovierungsarbeiten es manchmal
kein wasser gab.
Deshalb würde ich 50% Geld von Ihnen zurückbekommen. Wenn Sie das nicht unternehmen
würden, würde ich Ihnen die Polizei anzeigen.
Mit freundlichen Grüßen
Xyxyxyy
141 Wörter
A* A B C D Kommentar / Begründung:
1 Behandlung des Schreibanlasses x Textsorte Beschwerde ist ausgeführt, allerdings werden
die Inhalte zu knapp präsentiert
2 Kommunikative Gestaltung x Textorganisation und sprachliche Vielfalt sind
im Rahmen des Zielniveaus noch akzeptabel;
Ausdrucksfehler wie „Anzeige gesehen“; „Deshalb
würde ich...“; „Das geht doch auch nicht“.
3 Formale Richtigkeit x Grammatikalische Fehler: „...bin doch ich nicht...“;
„Anzeige von...“
Allgemeine Kommentare:
TN erfüllt noch das Niveau B2: das Spektrum sprachlicher Mittel ist durchaus entwickelt; auch komplexere Satzstrukturen
werden teilweise verwendet (GER 5.2.1); die lexikalische Kompetenz ist so angemessen, dass dem Schreibanlass genügt
werden kann (GER 5.2.1.1); formale Fehler treten fast keine auf, aber sie behindern nicht ernsthaft die Verwirklichung des
Schreibanlasses (GER 5.2.1.2); Rechtschreibung und Zeichensetzung sind hinreichend korrekt (GER 5.2.1.6)
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Beispiel 3:
Absender
Ort, den 22-08-05
Jugendcamp Silberstrand,
lange weile 10, 18311
Ribnitz-Damgarten
Sehr geehrte Damen und Herrn
Ich habe im Jugendcamp Silberstrand zwei wochen Urlaub gemacht. Ich möchte Ihnen
über meinen Urlaub sagen. Ich bin ganz unzufrieden mit die Jugendcamp. Sie haben uns
viele Angebot gegeben aber nicht funknsionirt gut. z.B Sie haben uns gesagt der Strand ist
nähe von dem Jugendcamp aber es ist fahlse. der Strand war sehr weiter wenn möchte ich
schwimmen muss ich mit Auto fahren dass fnde Ich schlect das ist gegen Werbeanzeige.
Ich möchte meiner held zurück geben weil sie nicht erfüllt die Forderung kann. Ich habe viele
Erwartung über den Jugenkab z.B. rele Zeit für enspannen, schwimmen Sport treiben gut
Essen uns. Ich schreibe diesen Brief weil, Sie alle diesen Punkt bemerk muss. deshalb Sie
können Angebot besser dienen. Ich wünsche Ihnen viele Erfolg!
Mit freundlichen Grüßen
xyxyxyy
144 Wörter
A* A B C D Kommentar / Begründung:
1 Behandlung des Schreibanlasses x Textsorte Beschwerde ist ausgeführt, es wird
allerdings nur ein Inhaltspunkt angemessen bearbeitet
(Erwartungen nach Lektüre). Die Geldrückforderung ist
sehr fehlerhaft, missverständlich, sogar ins Gegenteil
verkehrt („meiner held zurück geben“)
2 Kommunikative Gestaltung x Textorganisation und gelungene Verknüpfungen
scheitern an der zu hohen Fehlerfrequenz; zudem
beginnen viele Sätze unverknüpft einfach mit „ich“.
3 Formale Richtigkeit x Die Dichte der Fehler ist so hoch, so dass die
Verwirklichung der Schreibabsicht stark gefährdet
ist; gravierende Schwächen in Syntax, Morphologie,
Orthographie und Interpunktion; mehrmaliges Lesen ist
deshalb erforderlich.
Allgemeine Kommentare:
TN erfüllt nicht das Niveau B2: das Spektrum sprachlicher Mittel ist nicht hinreichend entwickelt; komplexe Satzstrukturen
werden nicht verwendet (GER 5.2.1); auch die lexikalische Kompetenz ist so schwach entwickelt, dass dem Schreibanlass
nicht genügt werden kann (GER 5.2.1.1); formale Fehler treten extrem gehäuft auf (GER 5.2.1.2); Orthographie und
Interpunktion weisen beträchtliche Schwächen auf (GER 5.2.1.6)
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Auf B2-Niveau wird von Ihnen erwartet, dass Sie Ihre Gespräche nicht durchgängig, aber doch mit
einigen komplexen Satzstrukturen gestalten. Sie dürfen dabei Pausen machen, um nach Wörtern oder
Strukturen zu suchen. Thematisch wird von Ihnen erwartet, dass Sie sich zu allgemeinen Themen oder zu
Themen aus Ihrem Interessengebiet klar äußern können.
Beim Sprechen kann es leicht passieren, dass man eher einfache Satzstrukturen wählt. Sie sollen aber
nicht nur einen inhaltlich sinnvollen Beitrag zum jeweiligen Thema leisten, sondern auch Ihre sprachliche
Kompetenz unter Beweis stellen. Achten Sie darauf, einen breiten Wortschatz zu zeigen, und wagen
Sie auch hin und wieder kompliziertere Konstruktionen, seien es Nebensätze, Passiv, Konjunktiv oder
andere. Selbstverständlich müssen solche Konstruktionen auch in den Zusammenhang passen und
flüssig gesprochen werden!
Die mündliche Prüfung ist eine Paarprüfung, d.h. Sie werden mit einem/er Partner/in zusammen geprüft.
Bei ungeraden Kandidatenzahlen bilden drei Teilnehmer/innen die Prüfungsgruppe. Der mündliche Teil
dauert ca. 16 Minuten, bei Dreierprüfungen entsprechend länger.
Sie sollen in erster Linie mit dem/der anderen Teilnehmer/in kommunizieren, nicht mit dem/der Prüfer/in.
Es geht nicht darum, auf Fragen des Prüfers zu antworten, sondern ein lebendiges Gespräch mit Ihrem/r
Partner/in zu führen. Lebendig heißt, dass Sie beide etwas zu dem Gespräch beitragen sollen. Versuchen
Sie nicht, möglichst viel alleine zu sprechen, sondern fordern Sie auch Ihre/n Partner/in dazu auf, etwas
zu sagen. Es ist positiv, wenn Sie Ihrem/r Partner/in helfen, wenn er/sie gar nicht mehr weiter weiß, aber
lassen Sie ihm/ihr auch etwas Zeit zum Nachdenken. Wenn Ihr/e Partner/in Sie nicht zu Wort kommen
lässt, dann sollten Sie ihn/sie unterbrechen und darauf bestehen, auch etwas zu sagen. Das Ziel ist
– wie gesagt – ein lebendiges Gespräch, zu dem beide etwa gleich viel beitragen. Zu einem lebendigen
Gespräch gehört auch, dass Sie Ihre/n Partner/in ansehen, direkt ansprechen, auf seine/ihre Aussagen
reagieren und auch aktiv zuhören, wenn er/sie einen längeren Redebeitrag liefert.
Die mündliche Prüfung dauert etwa 16 Minuten. Vorher bekommen Sie ein Blatt mit den Aufgabenstellungen.
Sie haben 20 Minuten Vorbereitungszeit, um sich mit den Aufgaben vertraut zu machen und Stichworte
oder Gedanken zu den Themen zu notieren. Ihre Notizen dürfen Sie in der Prüfung verwenden.
Tipp: Bringen Sie Ihr Wörterbuch mit! Während der Prüfung dürfen Sie es natürlich nicht verwenden, aber
während der Vorbereitungszeit ist es erlaubt. Sie werden keine Zeit haben, viele Wörter nachzuschlagen,
aber wenn Ihnen nur einige wenige Wörter fehlen, um sich gut auf die Präsentation oder Diskussion
vorzubereiten, kann es eine große Hilfe sein. Außerdem wird es Sie beruhigen, ein Hilfsmittel bei sich zu
haben.
Die mündliche Prüfung besteht aus folgenden Teilen:
Vorspann: Kontaktaufnahme
Zeit: insgesamt 1–2 Minuten, d.h. ca. 30–60 Sekunden pro Teilnehmer/in
Vor der Prüfung sollen Sie Gelegenheit haben, sich mit Ihrer/m Gesprächspartner/in bekannt zu machen.
Sie können nach dem Namen fragen oder nach der Herkunft. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck
davon, wie die Aussprache ist und können sich schon ein wenig auf die Eigenheiten Ihrer/s Partnerin/
Partners einstellen. Wenn Sie sich schon aus dem Kurs kennen, dann fragen Sie natürlich nicht nach dem
Namen, sondern Sie unterhalten sich über naheliegende Dinge wie die Prüfungsvorbereitung, wie es der
Familie geht usw. Sie sind völlig frei, diese Kennenlern- und Aufwärmphase zu gestalten. Sprechen Sie
so, wie Sie es getan hätten, wenn Sie sich ohne das Beisein der Prüfer/innen z.B. vor der Tür getroffen
hätten.
Bewertung: Diese Phase dient nur dazu, dass Sie sich an die Prüfungssituation gewöhnen. Was Sie
hier sagen, wird nicht bewertet.
Mündlicher Ausdruck 4
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Mündliche Aufgabe 1: Präsentation
Zeit: insgesamt 5 Minuten, d.h. ca. 2 ½ Minuten pro Teilnehmer/in
Ihre Aufgabe besteht darin, kurz etwas vorzustellen, z.B. ein Buch, einen Film, eine Reise oder ähnliches.
Außerdem sollen Sie zur Präsentation Ihrer/s Partnerin/Partners Fragen stellen oder Anmerkungen
machen. Keine Angst, die Themen stammen alle aus Ihrem Erfahrungsbereich. Sie müssen also nicht
ein Buch vorstellen, das Sie noch nie gelesen haben. Vielmehr bekommen Sie fünf Themen zur Auswahl,
so dass Sie davon ausgehen können, dass auch ein für Sie gut geeignetes Thema dabei ist. Von den
20 Minuten Vorbereitungszeit können Sie nur wenige Minuten dazu benutzen, ein Thema auszuwählen
und sich Notizen dazu zu machen. Nehmen Sie ein Thema, zu dem Sie über einen guten Wortschatz in
der deutschen Sprache verfügen. Machen Sie sich ein paar Stichworte, damit Sie bei Ihrem Kurzvortrag
genügend Material haben. Schreiben Sie auf keinen Fall ganze Sätze auf. Dafür haben Sie keine Zeit!
Teilen Sie sich die Zeit gut ein. Sie haben etwa 1 ½ Minuten für Ihre Präsentation. Danach beantworten
Sie ein oder zwei Fragen Ihrer/s Partnerin/Partners. Anschließend spricht Ihr/e Partner/in 1 ½ Minuten
über sein/ihr Thema, und danach stellen Sie die Fragen. Sie müssen gut zuhören, damit Sie anschließend
gute Fragen stellen können.
Bewertung: Sie können maximal 25 Punkte erhalten.
Mündliche Aufgabe 2: Diskussion
Zeit: insgesamt 5 Minuten, d.h. ca. 2 ½ Minuten pro Teilnehmer/in
Im Prinzip geht es bei diesem Prüfungsteil darum, dass Sie über ein strittiges Thema diskutieren können.
Sie sollen ein Gespräch führen auf der Grundlage eines Textes, den Sie beide gelesen haben. Die
Themen kreisen um Fragen der Ausbildung, Bildung, Erziehung usw. Der Text hat etwa 25–30 Zeilen
Länge. Lesen Sie ihn während Ihrer Vorbereitungszeit, unterstreichen Sie interessante Aussagen und
notieren Sie sich schon Argumente für und gegen die im Text geäußerte Problematik. Notieren Sie
außerdem Stichworte zu eigenen Erfahrungen, die Sie als Beispiel in die Diskussion mit einbringen
können. Von den 20 Minuten Vorbereitungszeit können sie rund zehn Minuten für diesen Prüfungsteil
verwenden, vielleicht auch ein wenig mehr, wenn Sie den dritten Prüfungsteil relativ spontan bewältigen
können.
Im Gespräch mit Ihrem/r Partner/in sollen Sie zunächst etwas über den Inhalt des Textes sagen. Nennen
Sie Argumente, Aussagen oder Aspekte des Textes, die Sie interessant und bemerkenswert finden.
Tauschen Sie sich also darüber aus, wie der Text auf Sie gewirkt hat. Danach diskutieren Sie über das
Thema mit ihren eigenen Argumenten. Nennen Sie Ihre Argumente und gehen Sie auf die Argumente
Ihrer/s Partnerin/Partners ein. Sprechen Sie über Ihre Erfahrungen und äußern Sie Ihre Meinung. Wenn
Sie über mögliche Lösungen sprechen sollen, dann überlegen Sie sich einen Kompromiss oder eine
Lösung, die für alle Seiten akzeptabel sein kann. Das Ziel besteht nicht darin, Ihre/n Partner/in von Ihrer
Meinung zu überzeugen, sondern darin, eine Diskussion mit Argumenten zu führen, Ihre Meinung zu
verdeutlichen und auf die Ansichten Ihrer/s Partnerin/Partners einzugehen.
Tipp: Wiederholen sie zu Hause alle Formulierungen, mit denen Sie den Inhalt des Textes gut wiedergeben
können (z.B. „In dem Text geht es um …“) und mit denen Sie Ihre Meinung einführen können. Sie sollten
mehr Formulierungen beherrschen als nur „Meiner Meinung nach …“ und „Ich meine, dass …“.
Bewertung: Sie können maximal 25 Punkte erhalten.
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Mündliche Aufgabe 3: Problemlösung
Zeit: insgesamt 5 Minuten, d.h. ca. 2 ½ Minuten pro Teilnehmer/in
Auch beim dritten Prüfungsteil sollen Sie miteinander sprechen. Diesmal geht es nicht um eine Kontroverse,
sondern um Konsensfindung. Sie bekommen einfache Situationen vorgegeben, wie das Organisieren
eines Ausflugs oder einer Party oder die Vorbereitung einer Reise. Während Ihrer Vorbereitungszeit
können Sie sich einige Stichpunkte notieren, die für die Organisation von Bedeutung sind, denn anders
als beim Zertifikat Deutsch / telc Deutsch B1 bekommen Sie keine Leitpunkte vorgegeben. Überlegen
Sie also, was alles zu organisieren ist und welche Vorschläge sie zu diesen Punkten machen könnten.
Rechnen Sie damit, dass Ihr/e Partner/in seinerseits/ihrerseits Vorschläge macht, auf die Sie reagieren
müssen.
Tipp: Wiederholen Sie zu Hause die wichtigsten Formulierungen, mit denen Sie Vorschläge machen
können und mit denen Sie auf die Vorschläge Ihrer/s Partnerin/Partners zustimmend oder ablehnend
reagieren können.
Auch wenn Sie keine Leitpunkte mehr vorgegeben bekommen, können Sie ganz leicht welche finden
anhand der fast immer passenden Leitfragen: Was? Wer? Wann? Wo? Essen/Trinken? Kosten?
Bewertung: Sie können maximal 25 Punkte erhalten. Sie können also beim Prüfungsteil „Mündliche
Prüfung“ 75 Punkte von insgesamt 300 bekommen.
Die Prüfer/innen bewerten Ihre Leistung in Anlehnung an den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen
danach, inwieweit sie folgenden Kriterien entsprechen:
1. Ausdrucksfähigkeit
2. Aufgabenbewältigung
3. Formale Richtigkeit
4. Aussprache und Intonation
Weitere Details dazu finden Sie auf den Seiten 45/46 des Modelltests 1.
Insgesamt kann man im Mündlichen nicht dieselbe Korrektheit und Komplexität wie im Schriftlichen
erwarten, d. h. Fehler und Vereinfachungen sind in gewissem Maße erlaubt. Aber es sollte doch möglich
sein, größere Fehler und Ungeschicklichkeiten im Ausdruck zu vermeiden oder zumindest schnell zu
verbessern. Auf dem Niveau B2 ist es schon nicht mehr akzeptabel, wenn ausschließlich einfache
Konstruktionen mit simplem Wortschatz verwendet werden.
Prüfungsbeispiel
Ein Prüfungsbeispiel soll verdeutlichen, was von Ihnen erwartet wird. Die beiden Prüfungsteilnehmer
heißen Magdalena und Masood. Wie die Musterbewertungen zeigen, erfüllen beide die Anforderungen
in der gewünschten Weise. Lesen Sie zunächst die folgenden Textausschnitte aus der Prüfung. Dabei
ist zu bedenken, dass die schriftliche Wiedergabe das hohe Tempo der oft temperamentvoll geführten
Diskussionen nicht wiedergeben kann. Zudem fallen Fehler in der gesprochenen Sprache viel weniger
auf als in der verschriftlichten Form.
Prüferin: Darf ich Sie bitten, sich miteinander am Anfang erst noch mal bekannt zu machen?
Masood:Hallo.
Magda: Hallo.
Massod: Wie heißt Du?
Magda: Ich heiße Magda, und Du?
Masood: Ich heiße Masood.
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Magda: Woher kommst Du?
Masood: Ich komme aus Saudi-Arabien. Und woher kommst Du?
Magda: Aus Polen. Warum lernst Du Deutsch?
Masood: Ich lerne deutsche Sprache, um in Deutschland zu studieren. Warum lernst Du deutsche
Sprache?
Magda: Ich lerne Deutsch, weil ich gehört habe, ja, wenn jemand neue Fremdsprache kennen lernt, lernt
er auch neue Kultur kennen.
Masood: Neue Kultur? Ja gut, Okay. Und was ist deine Hobbys? Hast Du zum Beispiel Hobbys oder
nicht?
Magda: Ja, ich habe. Ich mag Sport, ich mag Musik hören, und Du?
Masood: Ja, ich spiele sowohl Fußball als auch lerne ich auch zum Beispiel viel zum Beispiel will ich
auch viel über andere Kulturen mich zum Beispiel informieren.
Magda: Das mag ich auch, ja.
Masood: Freut mich, und wie vorbereitest Du Dich für die Prüfung?
Magda: Für die Prüfung?
Masood: Ja.
Magda: Ich lerne viel, ich sehe auch deutsche Sendungen fern, ich wiederhole die Grammatik. Und
Du?
Masood: Ja, ich lerne deutsche Sprache zum Beispiel ich bereite mich für die Prüfung vor zum Beispiel
indem ich fernsehe, also, während ich fernsehe, lerne ich viele Wörter.
Magda: Neue Wörter, ja.
Masood: Neue Wörter, oder lese ich auch viel viel Zeitung oder unbekannte Wörter lerne ich. Das ist
alles.
Magda: Ja, und wie gefällt Dir hier in Deutschland?
Masood: In Deutschland? Ich finde, dass Deutschland sehr schönes Land ist.
Prüferin: Das freut uns zu hören. Und ich denke, das genügt an dieser Stelle und ich schlage vor,
wir gehen zum ersten Prüfungsteil, ja, in dem Sie etwas präsentieren. Frau …, wollen Sie
anfangen?
Magda: Okay, kein Problem. Die beste Reise, die ich unternommen habe, war ein Ausflug nach Paris.
Ich war dort vor zwei Jahren, aber wenn ich daran denke, an diese Reise, habe ich Gefühl, als
ob das gestern passiert hätte. Diese Stadt gefiel mir sehr. Ich komme aus dem Nest, also diese,
diese Stadt war für mich ganz Neues, etwas Neues. Ich bin nicht daran gewöhnt.
Masood: Ich hab eine Frage bitte: warum? Zum Beispiel: Was hast Du in diese Stadt gesehen und
deshalb sagst Du mir zum Beispiel, ich habe etwas ganz Anderes in dieser Stadt gesehen. Was
hast Du in dieser Stadt gesehen?
Magda: Ich wollte Dir das sagen!
Masood: Ah, Entschuldigung.
Magda: Und ich denke dass in Paris ganz anders lebt, lebt man als in andere Städte, ja, die ich besichtigt
habe. Die Leute sind toleranz, und wenn Du zum Beispiel durch die Straße gehst, niemand an
Dir guckt und niemand an Dir etwas Schlechtes spricht, ja. In meiner, in meiner Stadt ist leider
das, ja. Und die Leute sind toleranz, ja, und die Stadt ist sehr interessant. Für mich war der
Eiffelturm, ja, der Platz, der mir am meisten bezaubert hat. Auch Louv[re] gefällt mir sehr, und
ich, ich denke, dass Louv ist wirklich sehenswert. Und was noch? Diese Reise gefällt mir sehr,
und, und ich denke, dass ich diese Reise für mein ganzes Leben bemer- äh, gemerkt habe.
Masood: Warum?
Magda: Warum? War toll, super!
Masood: Toll, super. Und was hast Du am Eiffelturm gesehen? Kannst Du zum Beispiel mir das erzählen
oder erklären?
Magda: Was habe ich gesehen? Ich habe den ganzen Umgang gesehen. Alles aus oben, und das war
toll. Ich war im Eiffelturm in der Nacht, also die Lichter herum der Turm, super, super Ausdruck.
Und Du?
Masood: Jetzt erkläre ich, wo ich war. Ich war, ich habe auch eine Reise gemacht, ja. Wir haben auch
einen Plan gemacht, vor glaube ich vor zwei Wochen waren wir auch in Paris, ja. Wir haben zum
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Beispiel diese Plan vor zwei Wochen gemacht, ja. Wir sind am Freitag wir abends nach Paris
gefahren. Und danach dort um elf Uhr sind wir in Paris angekommen. …
[Masood erzählt seinerseits und wird von Magda befragt.]
Prüferin: Ich misch mich jetzt mal ein. Ich seh schon, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was
erzählen. Ich möchte jetzt aber, dass wir zum zweiten Teil übergehen. Ja?
Beide: Okay.
Prüferin: Sie haben einen Text, über den Sie bitte jetzt diskutieren.
Masood: Ja, bitte.
Magda: Ich denke, dass getrennte Schule für Mädchen und Jungen nicht so gute Idee sind. Die
Kinder oder Jugend sollen zusammen sein, um in einer Gesellschaft leben zu lernen. Meine
Kolleginnen waren schon in solcher Schule, wo nur die Mädchen sind, und sie haben nicht so
gute Erinnerungen, die mit dieser Schule verbindet sind. Sie haben sich dort gefühlt, als ob sie
in einer Gefängnis gewesen wären. Ich denke sogar, dass diese Schule gesundheitsschädlich
wäre.
Masood: Ich bin ganz im Gegenteil.
Magda: Ja, ich weiß.
Masood: Ja ja, zum Beispiel. Gibt es anders, zum Beispiel die Mädchen können auswendig viel viel
lernen, aber sie können nicht so viel verstehen wie die Jungen. Die Jungen verstehen …
Magda: Warum denkst Du das?
Masood: Ich denke nicht so, die zum Beispiel die Wissenschaftler denken so. Ich sage, ich sage nicht
etwas aus meinem Kopf. Ich sage, was hier steht. Ja? Und die Mädchen zum Beispiel sind nicht
so besser zum Beispiel in Chemie oder Wissenschaft, Naturwissenschaftler oder Biologie oder
Mathematik wie die Jungen. Und das haben auch ein Institut ISF, dieses Institut heißt ISF, ein
zum Beispiel Modellversuch gemacht. Und sie haben zum Beispiel, in Nordrhein-Westfalen sie
haben zum Beispiel einen, in einer Schule manche Mädchen in einem Raum getrennt gemacht
haben. Und danach sie, ja, nach zwei Wochen oder so haben sie gefunden, dass die Mädchen
besser lernen, wenn sie getrennt sind. Wenn sie zusammen mit Jungen sind, können sie nicht
so viel lernen, so viel gute und besser, weil …
Magda: Ja, ich verstehe Dir. Ja, aber ich bin damit einverstanden, ja? Hm, das ist gut, ja, wenn zum
Beispiel in den Naturwissenschaften, ja, die Jungen und Mädchen getrennt sein werden, dann,
wie die Umfrage gezeigt hat, sie bessere Noten und Leistung haben, ja, das ist sehr gut, ja, aber
meiner Meinung nach, diese, die Wahl der Schule soll auch eine eigene Entscheidung sein.
Und ob jemand zur solcher Schule gehen will, ob nicht, und, ja …
Masood: Ich glaube zum Beispiel, muss man zum Beispiel Ungleichheit zwischen Mädchen und Jungen
machen.
[Die Diskussion wird noch einige Minuten fortgesetzt.]
Prüferin: Ich glaube, wir lassen das jetzt. Ich glaube auch, dass es faule Jungs gibt. Ja, ein schwieriges
Thema. Ich schlage vor, wir gehen zum dritten Teil über. Da sollen Sie gemeinsam ein Problem
lösen. Ja?
Masood: Ja, ganz genau.
Magda: Kann ich beginnen.
Masood: Ja, bitte.
Magda: Diese Reise soll zwei Tage dauern. Also wir müssen um die Übernachtungen, Essen und
Verkehrsmittel besorgen. Meiner Meinung nach sollen die alte Leute im besseren Hotel schlafen,
zum Beispiel wo Klimaanlage befindet und so weiter. Sie sollen mit [?] Bus fahren und wir
müssen eine gute, ein gutes Programm für ihnen, für sie vorbereiten. Hast Du irgendwelche
Ideen?
Masood: Ja, ich habe eine Idee. Zum Beispiel in unserer Heimat vielleicht, zum Beispiel, gibt es in
unserem Haus. Wir brauchen nicht Hotel oder so, in unsere Haus zum Beispiel wir sorgen das
Zimmer, zum Beispiel für die Gäste oder für die Besucher. Zwei Tage, zwei Tage sind nicht
so viel, und sie können dort übernachten. Wir können auch das Essen für sie besorgen. Das
ist, glaube ich, kein Problem. Und zum Beispiel Frühstück und drei, drei Mal pro Tag essen ist
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
nicht ein großes Problem. Und sie können auch durch die Stadt fahren oder etwas sehen oder
zum Museum gehen oder etwas anderes machen oder an den Rhein. Sie können auch einfach
einkaufen und sie können auch sich über die Kulturen informieren …
Magda: Aber hast Du, … Was denkst Du, in welchem Stadt können wir das machen?
Masood: Ich glaube in Warschau.
Magda: Warum in Warschau? Ich glaube, in Saudi-Arabien.
Masood: Nein, nein, Warschau ist besser, weil …
Magda: Warum? Warst Du schon in Warschau?
Masood: Ich war nicht schon in Warschau.
Magda: Warum, warum sagst Du, dass es besser ist?
Masood: Warum nicht?
Magda: Warum nicht?
Masood: Geht, warum geht nicht?
Magda: Nein, in Saudi-Arabien.
Masood: Okay, in Saudi-Arabien.
Magda: Okay.
Masood: Wie Du willst.
Magda: Also, also Du wohnst in Saudi-Arabien. Also Du kannst etwas …
Masood: Aber so weit, Saudi-Arabien ist so weit. Das kostet so viel Geld. Wir haben nicht so viel Geld
für diese Gäste zum Beispiel nach Saudi-Arabien zu fliegen.
Magda: Warum denkst Du, warum denkst Du, dass wir nicht genug Geld haben?
Masood: Das kostet so viel. Wir müssen denken zum Beispiel, dass eh nicht eh dass eh, das bessere
Möglichkeit, nicht das schwerere Möglichkeit. Das bessere Möglichkeit ist nach Polen zu
fahren.
Magda: Nach Polen?
Masood: Das kostet nicht so viel, wir müssen nicht so viel Geld ausgeben. Und wir haben nicht so viel
Zeit, wir haben nur zwei Tage. Wenn wir nach Saudi-Arabien fliegen, dann dauert ein Tage, ein
Tage zum Beispiel unterwegs, und ein Tage noch unterwegs. Was haben wir gemacht? Wir
haben gar nichts gemacht. Polen hier, eine Stunde …
Magda: Okay, Okay, Du hast Recht. Also in Polen, meiner Meinung nach zum Beispiel Warschau oder
Krakau? Was denkst Du? Hauptstadt?
Masood: Warum nicht? Krakau oder Warschau, ich weiß nicht. Du hast viele zum Beispiel Kenntnisse
über Dein Land, ich weiß nicht, wie das ist.
Magda: Ja. In Warschau meiner Meinung nach in Warschau zum Beistpiel unser Markt, dort können,
dort könnt, können sie ein Mittagessen essen, ja, und …
Masood: Aber die Gäste bleiben dort zwei Tage. Sie essen dort Mittagessen. Wo übernachten sie?
Magda: Okay. Also … !
Masood: Ja wo übernachten sie?
Magda: Wenn Du mir ja stören wirst, kann ich nicht sagen.
Masood: Du hast mir gesagt, Mittagessen. Okay. Weiter.
Prüferin: Okay. Also auf Warschau haben wir uns jetzt schon geeinigt. Ich fahr gerne mit, ist nämlich
meine Lieblingsstadt. Die Prüfung ist an dieser Stelle beendet. Auch wenn Sie noch viel fragen
können und müssen, das können Sie gleich zu zweit machen.
Lesen Sie auf den folgenden Seiten, wie die mündlichen Leistungen bewertet wurden.
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Magdalena:
Präsentation
A B C D Kommentar / Begründung
1 Ausdruckfähigkeit x Lexikalische und funktionale Kompetenz für Darstellung
einer Reise ist niveaugerecht nahezu durchgehend
vorhanden; auch sprachliche Vielfalt („bezaubert“ statt
„gefallen“); lediglich einige kleine Ausrutscher („Umgang“,
„Super Ausdruck“)
2 Aufgabenbewältigung x Strategische Kompetenzen vorhanden: kann sich zur Wehr
setzen bei Unterbrechung; trägt zu lebendigem Gespräch
bei, benutzt Fragepartikel (..., ja?“); stellt passende
Zwischenfragen („Und am Morgen“?)
3 Formale Richtigkeit x Macht einige Fehler, die die Verwirklichung der
Redeabsicht allerdings nicht gefährden (z.B. „...als ob es
gestern passiert hätte“; „Ich komme aus dem Nest)
4 Aussprache / Intonation x Weitgehend klar und natürlich
Diskussion
A B C D Kommentar / Begründung
1 Ausdruckfähigkeit x Lexikalische und funktionale Kompetenz für
Kurzzusammenfassung des Texts und kontroverse
Diskussion weitgehend vorhanden; auch sprachliche
Vielfalt „als ob sie in einem ein Gefängnis gewesen
wären“, „gesundheitsschädlich“)
2 Aufgabenbewältigung x Lebendige Gesprächbeteiligung ist aufgrund der
Diskursmittel möglich (z.B. „Warum denkst du das?“; „Das
stört mich überhaupt nicht“ – Verstärkung)
3 Formale Richtigkeit x Macht einige Fehler, die die Verwirklichung der
Redeabsicht allerdings nicht gefährden (z.B. Tempusfehler:
„Ich besuche die Schule“; „Ich verstehe dir“; „Das stört mir
nicht“)
4 Aussprache / Intonation x Weitgehend klar und natürlich
Problemlösung
A B C D Kommentar / Begründung
1 Ausdruckfähigkeit x Lexikalische und funktionale Kompetenz vorhanden für
Reiseplanung, allerdings bei relativ einfachem Thema eher
eingeschränktes Ausdrucksvermögen („Sie können ein
Mittagessen essen“)
2 Aufgabenbewältigung x Lebendige Gesprächsbeteiligung aufgrund Diskursmittel
(„Hast du irgendwelche Ideen?“; „Nein, Saudi-Arabien!,
Okay, du hast Recht“)
3 Formale Richtigkeit x Macht einige Fehler, die die Verwirklichung der
Redeabsicht allerdings nicht gefährden ; („wo Klimaanlage
befindet“; „In welchem Stadt“)
4 Aussprache / Intonation x Weitgehend klar und natürlich
Allgemeine Kommentare:
TN erreicht das Zielniveau B2:
TN kann die Sprache nahezu durchgehend gebrauchen, um wirkungsvoll über ein breites Spektrum verschiedener Themen
zu sprechen (GER 4.4.3.1); verfügt über ein angemessenes Spektrum sprachlicher Mittel (GER 5.2.1); die Genauigkeit
der Wortschatzverwendung ist bei einigen Verwechslungen recht groß (GER 5.2.1.1); die auf dem Niveau B2 erforderliche
grammatische Korrektheit wird weitgehend erreicht; (GER 5.2.1.2); eine klare, natürliche Aussprache und Intonation
ist vorhanden (GER 5.2.1.4); pragmatische Kompetenzen sind gut ausgeprägt (GER 5.2.3): eine Variationsbreite von
Formulierungen ist vorhanden (Flexibilität); es gibt zahlreiche Diskursmittel um den Sprecherwechsel zu organisieren und
lebendig zu diskutieren; Auch Themenentwicklung und Verknüpfungsmittel sind so gut, so dass eine Diskurskompetenz
durchaus bereits erkennbar ist.
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Masood:
Präsentation
A B C D Kommentar / Begründung
1 Ausdruckfähigkeit x Lexikalische und funktionale Kompetenz für Darstellung
einer Reise ist durchgehend vorhanden; sogar
Spezialwortschatz („Achterbahn“)
2 Aufgabenbewältigung x Diskursmittel sind gut ausgeprägt; kann sich gut in
Gespräch einmischen; sich überlappende Redebeiträge
wie bei Muttersprachlern; strukturierte Darstellung
(„zuerst...“, „und dann...); muttersprachliche Strategie der
Selbstfrage (wir waren – wie viel Leute? – wir waren fünf
Leute“).
3 Formale Richtigkeit x Macht nur sehr vereinzelte Fehler
4 Aussprache / Intonation x Weitgehend klar und natürlich
Diskussion
A B C D Kommentar / Begründung
1 Ausdruckfähigkeit x Lexikalische und funktionale Kompetenz für
Kurzzusammenfassung des Texts und kontroverse
Diskussion sind weitgehend vorhanden.
2 Aufgabenbewältigung x Diskursmittel vorhanden, z.B. Genauigkeit vermeiden “nach
zwei Wochen oder so“; eigener Standpunkt wird vom Text
unabhängig dargestellt („Da steht, dass..., ich weiß nicht
ob das stimmt“); „zum Beispiel“ als Diskursmittel inflationär
gebraucht.
3 Formale Richtigkeit x Macht einige Fehler, die die Verwirklichung der
Redeabsicht allerdings nicht ernsthaft gefährden („Man
muss Ungleichheit machen zwischen Mädchen und
Jungen“; „nicht nur... sondern auch“ statt „Entweder...
oder“)
4 Aussprache / Intonation x Weitgehend klar und natürlich
Problemlösung
A B C D Kommentar / Begründung
1 Ausdruckfähigkeit x Lexikalische und funktionale Kompetenz vorhanden für
Reiseplanung, allerdings bei relativ einfachem Thema keine
sprachliche Vielfalt
2 Aufgabenbewältigung x Diskursmittel und Gesprächbeteiligung gut ausgeprägt;
kann überzeugend argumentieren („Saudi-Arabien ist so
weit...“; „Was haben wir gemacht? Wir haben gar nichts
gemacht“); versucht zu strukturieren („Okay. Mittagessen-
weiter...)
3 Formale Richtigkeit x Macht einige Fehler, die die Verwirklichung der
Redeabsicht allerdings nicht ernsthaft gefährden („das
bessere Möglichkeit“; „Ich war nicht schon in Warschau“
4 Aussprache / Intonation x Weitgehend klar und natürlich
Allgemeine Kommentare:
TN erreicht das Zielniveau B2:
TN kann die Sprache nahezu durchgehend gebrauchen, um wirkungsvoll über ein breites Spektrum verschiedener
Themen zu sprechen (GER 4.4.3.1); verfügt über ein großes Spektrum sprachlicher Mittel (GER 5.2.1); die Genauigkeit
der Wortschatzverwendung ist recht groß (GER 5.2.1.1); die auf dem Niveau B2 erforderliche grammatische Korrektheit
wird weitgehend erreicht; (GER 5.2.1.2); eine klare, natürliche Aussprache und Intonation ist vorhanden (GER 5.2.1.4);
pragmatische Kompetenzen sind sehr gut ausgeprägt (GER 5.2.3): eine Variationsbreite von Formulierungen ist vorhanden
(Flexibilität); es gibt zahlreiche Diskursmittel um den Sprecherwechsel zu organisieren, überzeugend zu argumentieren und
lebendig zu diskutieren; auch Themenentwicklung und Verknüpfungsmittel sind so gut, so dass eine Diskurskompetenz
gemessen am Niveau B2 sehr gut entwickelt ist.
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Um noch deutlicher zu machen, welche sprachlichen Leistungen Sie im Schreiben und Sprechen erbringen
sollen, sind im Folgenden weitere Beschreibungen des GER für die Stufe B2 zusammengestellt. Hier
handelt es sich um Kompetenzen, die über die Felder von Grammatik und Wortschatz hinausgehen.
Dies verdeutlicht, das man sich auf eine B2-Prüfung nicht durch das Lernen von Grammatikregeln
und Wortschatzlisten vorbereiten kann, sondern neben der linguistischen Kompetenz auch bereits die
weiteren unten genannten sprachlichen Fertigkeiten beherrschen sollte.
Sprachliche Kompetenzen 5
Linguistische Kompetenz
Spektrum sprachlicher Mittel, allgemein (Kapitel 5.2.1)
Kann sich klar ausdrücken, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, sich in dem, was er/sie sagen
möchte, einschränken zu müssen. Verfügt über ein hinreichend breites Spektrum sprachlicher
Mittel, um klare Beschreibungen, Standpunkte auszudrücken und etwas zu erörtern; sucht dabei
nicht auffällig nach Worten und verwendet einige komplexe Satzstrukturen.
Wortschatzspektrum (Kapitel 5.2.1.1)
Verfügt über einen großen Wortschatz in seinem Sachgebiet und in den meisten allgemeinen
Themenbereichen. Kann Formulierungen variieren, um häufige Wiederholungen zu vermeiden;
Lücken im Wortschatz können dennoch zu Zögern und Umschreibungen führen.
Wortschatzbeherrschung
Die Genauigkeit in der Verwendung des Wortschatzes ist im Allgemeinen groß, obgleich
einige Verwechslungen und falsche Wortwahl vorkommen, ohne jedoch die Kommunikation zu
behindern.
Grammatische Korrektheit (Kapitel 5.2.1.2)
Gute Beherrschung der Grammatik; gelegentliche Ausrutscher oder nichtsystematische Fehler und
kleinere Mängel im Satzbau können vorkommen, sind aber selten und können oft rückblickend
korrigiert werden. … macht keine Fehler, die zu Missverständnissen führen.
Für das Schreiben gilt außerdem:
Beherrschung der Orthographie (Kapitel 5.2.1.6)
Kann zusammenhängend und klar verständlich schreiben und dabei die üblichen Konventionen
der Gestaltung und der Gliederung in Absätze einhalten.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind hinreichend korrekt, können aber Einflüsse der
Muttersprache zeigen.
Für das Sprechen gilt:
Beherrschung der Aussprache und Intonation (Kapitel 5.2.1.4)
Hat eine klare, natürliche Aussprache und Intonation erworben.
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Pragmatische Kompetenz (Kapitel 5.2.2.5)
Soziolinguistische Angemessenheit
Kann sich in formellem und informellem Stil überzeugend, klar und höflich ausdrücken, wie es für
die jeweilige Situation und die betreffenden Personen angemessen ist.
Kann mit einiger Anstrengung in Gruppendiskussionen mithalten und eigene Beiträge liefern, auch
wenn schnell und umgangssprachlich gesprochen wird. Kann Beziehungen zu Muttersprachlern
aufrecht erhalten, ohne sie unfreiwillig zu belustigen oder zu irritieren oder sie zu veranlassen, sich
anders zu verhalten als bei Muttersprachlern. Kann sich situationsangemessen ausdrücken und
krasse Formulierungsfehler vermeiden.
Diskurskompetenz (Kapitel 5.2.3.1)
Flexibilität
Kann Inhalt und Form seiner Aussagen der Situation und dem Kommunikationspartner anpassen
und sich dabei so förmlich ausdrücken, wie es unter den jeweiligen Umständen angemessen ist.
Kann sich den in der Konversation üblichen Wechseln der Gesprächsrichtung, des Stils oder des
Tons anpassen.
Kann die Formulierungen für das, was er/sie sagen möchte, variieren.
Sprecherwechsel
Kann in Gesprächen auf angemessene Weise das Wort ergreifen und dazu verschiedene geeignete
sprachliche Mittel verwenden.
Kann Gespräche auf natürliche Art beginnen, in Gang halten und beenden und angemessen
zwischen Sprecher- und Hörerrolle wechseln.
Kann ein Gespräch beginnen, im Gespräch die Sprecherrolle übernehmen, wenn es angemessen
ist, und das Gespräch, wenn er/sie möchte, beenden, auch wenn das vielleicht nicht immer elegant
gelingt.
Kann Versatzstücke wie ‚Das ist eine schwierige Frage‘ verwenden, um Zeit zum Formulieren zu
gewinnen und das Rederecht zu behalten.
Themenentwicklung
Kann etwas klar beschreiben oder erzählen und dabei wichtige Aspekte ausführen und mit
relevanten Details und Beispielen stützen.
Kohärenz und Kohäsion
Kann verschiedene Verknüpfungswörter sinnvoll verwenden, um inhaltliche Beziehungen deutlich
zu machen.
Kann eine begrenzte Anzahl von Verknüpfungsmitteln verwenden, um seine/ihre Äußerungen zu
einem klaren zusammenhängenden Text zu verbinden; längere Beiträge sind möglicherweise etwas
sprunghaft.
funktionale Kompetenz (Kapitel 5.2.3.2)
Flüssigkeit (mündlich)
Kann sich spontan verständigen und drückt sich auch in längeren und komplexeren Redebeiträgen
oft mit bemerkenswerter Leichtigkeit und Flüssigkeit aus.
Kann in recht gleichmäßigem Tempo sprechen. Auch wenn er/sie eventuell zögert,
um nach Strukturen oder Wörtern zu suchen, entstehen kaum auffällig lange Pausen.
Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit einem
Muttersprachler ohne Belastung für eine der beiden Seiten möglich ist.
Genauigkeit
Kann eine detaillierte Information korrekt weitergeben.
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telc Deutsch B2 – Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Punkteverteilung: Übersicht
Prüfungsteil Item-
Nummern
Mögliche Punktzahl
Schriftliche Prüfung
1. Leseverstehen 75
LV1: 5x5 Punkte 1– 5 25
LV2: 5x5 Punkte 6–10 25
LV3: 10x2,5 Punkte 11–20 25
2. Sprachbausteine 30
Teil 1: 10x1,5 Punkte 21–30 15
Teil 2: 10x1,5 Punkte 31–40 15
3. Hörverstehen 75
HV1: 5x5 Punkt 41–45 25
HV2: 10x2,5 Punkte 46–55 25
HV3: 5x5 Punkte 56–60 25
4. Schriftlicher Ausdruck (Brief) 45
Gesamtpunktzahl schriftliche Prüfung 225
Mündliche Prüfung
1: Präsentation 25
2: Diskussion 25
3: Problemlösung 25
Gesamtpunktzahl mündliche Prüfung 75
Gesamtpunktzahl
300
Um die Prüfung zu bestehen, müssen Sie sowohl in der schriftlichen als auch in der mündlichen Prüfung
jeweils 60% der möglichen Höchstpunktzahl erreichen. Dies entspricht 135 Punkten in der schriftlichen
und 45 Punkten in der mündlichen Prüfung. Haben Sie einen der beiden Prüfungsteile (die schriftliche
oder die mündliche Prüfung) nicht bestanden oder nicht abgelegt, dürfen Sie den betreffenden Teil
wiederholen. Falls dieser Fall eintritt, erkundigen Sie sich bitte genau nach den Fristen, die Sie dafür
einzuhalten haben. Grundsätzlich können Sie die gesamte Prüfung beliebig oft wiederholen.
Die Endnote errechnet sich wie folgt:
270 – 300 Punkte sehr gut
240 – 269,5 Punkte gut
210 – 239,5 Punkte befriedigend
180 – 209,5 Punkte ausreichend
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!
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DE UT SCH- PRÜF UNGE N
Das Bausteinsystem unserer
telc Deutsch B2 Beruf
(Zertifikat Deutsch
für den Beruf *)
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Start Deutsch 2*
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Jugendliche **)
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Test Deutsch *** Test Arbeitsplatz Deutsch
*) in Kooperation mit dem Goethe-Institut
**) in Kooperation mit dem Goethe-Institut, dem Österreichischen Sprachdiplom
und der Schweizer Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren
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Tipps für Teilnehmer und Teilnehmerinnen
DE UT SCH

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